Wenn die Liebste zum Erwidern
Blick auf Liebesblicke beut,
Singt ein Dichter gern in Liedern,
Wie ein solches Glück erfreut!
Aber Schweigen bringet Fülle
Reicheres Vertraun zurück.
Leise, leise! Stille, stille!
Das ist erst das wahre Glück.
Verschwiegenheit
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Verschwiegenheit“ von Clemens Brentano handelt von der Natur und dem Wert des Schweigens in der Liebe, als einem Weg, wahres Glück zu finden. Im ersten Teil wird das natürliche Verlangen eines Dichters thematisiert, die Freude der Liebe, die durch das erblicken der Liebsten widergespiegelt wird, in Liedern auszudrücken. Dieses Verlangen wird durch die Beschreibung der Liebsten, die ihre Liebe mit einem Blick erwidert, verstärkt.
Der zweite Teil des Gedichts schlägt eine Wendung vor, indem er das Schweigen als Quelle von größerem Vertrauen und wahrem Glück preist. Brentano deutet an, dass das Aussprechen der Liebe, obwohl es natürlich und erfreulich ist, nicht die tiefste Erfahrung ist, die in einer Liebesbeziehung möglich ist. Das Gedicht fordert dazu auf, die Erwartungen der Natur zu unterdrücken und sich der Stille, der „Verschwiegenheit“ anzunähern, um die wahre Essenz des Glücks zu erfahren.
Die Wiederholung von „Leise, leise! Stille, stille!“ am Ende des Gedichts ist ein zentrales Element, das die Botschaft des Gedichts verstärkt. Diese Worte sind nicht nur eine Aufforderung zur Stille, sondern auch eine Betonung des Inhalts, der diese Stille mit Glück verbindet. Dies deutet darauf hin, dass die tiefe Verbundenheit und das Vertrauen, die aus der Verschwiegenheit entstehen, wertvoller und dauerhafter sind als die flüchtige Freude des Liedes.
Brentano benutzt eine einfache, direkte Sprache, um seine Botschaft zu vermitteln. Die formale Struktur des Gedichts, mit seinen klaren Reimen, unterstützt die Klarheit der Aussage. Das Gedicht lädt dazu ein, die Tiefe und Bedeutung der Liebe jenseits des Offensichtlichen zu erkunden und die Macht des Schweigens zu erkennen, um wahres Glück zu finden.
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