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So weit als die Welt…

Von

So weit als die Welt,
So mächtig der Sinn,
So viel Fremde er umfangen hält,
So viel Heimat ist ihm Gewinn.

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Gedicht: So weit als die Welt... von Clemens Brentano

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „So weit als die Welt…“ von Clemens Brentano feiert die Weite und Unendlichkeit des menschlichen Geistes sowie seine Fähigkeit, sowohl die Welt zu umfassen als auch in sich selbst Heimat zu finden. Das Gedicht ist kurz und prägnant, aber es birgt eine tiefe philosophische Aussage über die Natur des menschlichen Bewusstseins und seine Beziehung zur Welt. Der Titel selbst deutet bereits die Thematik an: Die Vorstellung, dass der Horizont des Menschen so weit reicht wie die Welt selbst, deutet auf eine grenzenlose Fähigkeit zur Wahrnehmung und zum Verständnis hin.

Der erste Vers, „So weit als die Welt“, etabliert sofort das zentrale Thema der Weite. Die folgende Zeile, „So mächtig der Sinn“, verstärkt diese Vorstellung durch die Beschreibung der Stärke des Geistes. Der „Sinn“ (hier im Sinne von Verstand und Bewusstsein) wird als ebenso mächtig dargestellt wie die Welt selbst. Dies deutet auf eine aktive, gestaltende Rolle des Menschen in der Welt hin, eine Fähigkeit, die Dinge zu erfassen, zu verstehen und zu interpretieren. Die Verbindung von „Weite“ und „Mächtigkeit“ impliziert, dass der Geist durch seine Fähigkeit, die Welt zu erfassen, an Größe gewinnt.

Die nächsten beiden Zeilen, „So viel Fremde er umfangen hält, So viel Heimat ist ihm Gewinn“, erweitern das Verständnis. Hier wird die Fähigkeit des Geistes, sowohl Fremdes zu umfassen als auch Heimat in sich selbst zu finden, betont. Die „Fremde“ steht für die Welt außerhalb des Selbst, für das Unbekannte und Neue. Die Fähigkeit, die Fremde zu „umfangen“, deutet auf Neugier, Offenheit und die Fähigkeit, sich auf das Andere einzulassen, hinzu. Gleichzeitig gewinnt der Geist aus dieser Auseinandersetzung „Heimat“. Das bedeutet, dass durch das Erkennen und Verstehen der Welt eine innere Geborgenheit und ein Gefühl der Zugehörigkeit entsteht. Das Gedicht suggeriert somit, dass das Erkunden der Welt gleichzeitig eine Reise zur eigenen Selbstfindung ist.

Insgesamt ist das Gedicht eine positive Würdigung des menschlichen Geistes und seiner Fähigkeit, sich in der Welt zu bewegen, zu lernen und sich selbst zu erweitern. Es betont die Einheit von Außen- und Innenwelt, indem es zeigt, wie die Wahrnehmung der Welt zur Bereicherung des eigenen Geistes und zur Schaffung von Heimat führt. Die Kürze des Gedichts verstärkt seine Aussagekraft, da sie die wesentlichen Aspekte auf eine klare und eindringliche Weise vermittelt. Es ist eine Ode an die menschliche Neugier, die Fähigkeit zur Empathie und die Möglichkeit, durch das Erforschen der Welt einen tiefen Sinn zu finden.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.