Sonne willst du untergehen...
1778Sonne willst du untergehen O so schicke erst die Sterne Daß die Nacht mich nicht bezwinge Wenn ich ihr die Botschaft bringe Wiedersehen, Wiedersehen Ist nicht ferne.
Still beschauet mich ihr Bäume Und ihr weißen Marmorbilder Und ihr Quellen, lustge Bronnen, Bald ist euch der Freund entronnen Sinket nieder grünen Räume Tauet milder.
Sonne bist du untergangen O so schicke bald die Sterne Daß die Nacht mich zu ihr bringe Daß ich ihr die Botschaft singe Wie verlangen und erlangen Nicht mehr ferne.
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Interpretation
Das Gedicht "Sonne willst du untergehen..." von Clemens Brentano beschreibt die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach einer Wiedersehensfreude. Das Gedicht ist in drei Strophen gegliedert, die jeweils einen Wunsch an die Sonne und die Sterne richten. In der ersten Strophe bittet das lyrische Ich die Sonne, unterzugehen und die Sterne zu schicken, damit die Nacht es nicht bezwingt, wenn es ihr die Botschaft des Wiedersehens bringt. Die Wiedersehensfreude ist nicht mehr fern. In der zweiten Strophe beschreibt das lyrische Ich, wie es von den Bäumen, den Marmorbildern und den Quellen still betrachtet wird. Es ist bald ein Freund entronnen, der sinken und milder tauen wird. Die Natur scheint das lyrische Ich zu begleiten und zu trösten. In der dritten Strophe wiederholt das lyrische Ich seinen Wunsch an die Sonne und die Sterne, aber diesmal mit einem anderen Ziel. Es will nicht mehr nur die Botschaft des Wiedersehens bringen, sondern sie auch singen. Es will seine Sehnsucht und sein Erreichen zum Ausdruck bringen. Die Wiedersehensfreude ist nicht mehr fern. Das Gedicht endet mit einem Ausrufezeichen, das die Dringlichkeit und die Intensität der Gefühle des lyrischen Ichs unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- lustge Bronnen
- Anapher
- Sonne willst du untergehen O so schicke erst die Sterne Daß die Nacht mich nicht bezwinge Wenn ich ihr die Botschaft bringe Wiedersehen, Wiedersehen Ist nicht ferne.
- Bildsprache
- Sinket nieder grünen Räume Tauet milder
- Enjambement
- Still beschauet mich ihr Bäume Und ihr weißen Marmorbilder Und ihr Quellen, lustge Bronnen
- Kontrast
- Wie verlangen und erlangen Nicht mehr ferne.
- Metapher
- Daß die Nacht mich nicht bezwinge
- Personifikation
- Still beschauet mich ihr Bäume Und ihr weißen Marmorbilder Und ihr Quellen, lustge Bronnen
- Wiederholung
- Wiedersehen, Wiedersehen Ist nicht ferne.