Singet leise, leise, leise...
1842Singet leise, leise, leise, Singt ein flüsternd Wiegenlied, Von dem Monde lernt die Weise, Der so still am Himmel zieht.
Denn es schlummern in dem Rheine Jetzt die lieben Kindlein klein, Ameleya wacht alleine Weinend in dem Mondenschein.
Singt ein Lied so süß gelinde, Wie die Quellen auf den Kieseln, Wie die Bienen um die Linde Summen, murmeln, flüstern, rieseln.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Singet leise, leise, leise..." von Clemens Brentano ist ein sanftes Wiegenlied, das die Stille der Nacht und die Einsamkeit eines Kindes thematisiert. Die wiederholte Aufforderung zu leisem Singen unterstreicht die Ruhe und Geborgenheit, die das Gedicht vermitteln möchte. Der Mond, der still über den Himmel zieht, dient als Vorbild für die sanfte Melodie, die die Kinder in den Schlaf wiegen soll. Die zweite Strophe führt eine melancholische Note ein, indem sie von Kindern erzählt, die im Rhein schlummern, und von Ameleya, die allein im Mondenschein weint. Diese Passage deutet auf den Tod von Kindern hin und verleiht dem Gedicht eine traurige Tiefe. Ameleyas Einsamkeit und Trauer stehen im Kontrast zur allgemeinen Ruhe und Geborgenheit, die das Wiegenlied vermitteln soll. Die letzte Strophe ruft dazu auf, ein Lied zu singen, das so sanft und zart ist wie die Natur selbst - wie das Plätschern der Quellen, das Summen der Bienen und das Rascheln der Blätter. Diese Naturschilderungen verstärken die Idee von Sanftheit und Geborgenheit, die das Gedicht vermitteln möchte. Trotz der traurigen Zwischentöne bleibt das Gedicht insgesamt ein zärtliches Plädoyer für Ruhe und Frieden in der Nacht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Summen, murmeln, flüstern, rieseln
- Bildsprache
- Jetzt die lieben Kindlein klein
- Metapher
- Von dem Monde lernt die Weise
- Personifikation
- Von dem Monde lernt die Weise