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Mittags unterm Baume liegend

Von

Kastanie du –
Gnädig entzückt,
Tragend flimmernde Hitze und Sonne,
Fächelst du lächelnd
Breitschweifende Zweige,
Grünblättergehände mir zu;
Festlich die traubigen Kerzen,
Weißstrahlenden Lichtes
Ins Grüne und Blaue gesteckt.

Wieder, wie lange schon nicht,
Daß mein Haar sich in Blumen verfing,
Die Schultern sich drückten ins Gras,
Spielst du mir Lichter
Über geschlossene Lider,
Darunter die Augen
Ertrunken und traumtief erstaunen.
Flatternde Schatten
Fallen mit über die glühende Stirn
Kühlend und streichelnd und gut.

Kichernd kitzeln Halme im Nacken –
Durch den brennenden Schlummer
Haucht mir ins Ohr nur
Ein Klang vom gemächlichen Wind.
Und ein herschwankender Wagen,
Mahlend im quirlenden Staub,
Bringt mit dem Dufte
Von schweißglänzenden Pferden und süßlichem Heu
All den Ruch und die Sonne
Des Sommers.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Mittags unterm Baume liegend von Gerrit Engelke

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Mittags unterm Baume liegend“ von Gerrit Engelke beschreibt eine idyllische Mittagspause unter einer Kastanie. Es ist ein Gedicht, das durch seine sinnliche Sprache, die die Eindrücke des Körpers und der Seele vereint, eine Atmosphäre der Ruhe, des Friedens und der Verbundenheit mit der Natur erzeugt. Es wird eine Szene von tiefster Entspannung und Geborgenheit dargestellt, in der der Dichter die Natur in vollen Zügen genießt.

Die Kastanie wird als freundliche und schützende Figur personifiziert, die den Dichter mit Schatten und Licht verwöhnt. Die „flimmernde Hitze und Sonne“ werden durch die Zweige der Kastanie gemildert, die „grünblättergehände“ als kühlenden Schatten spenden. Die „traubigen Kerzen“ aus „weißstrahlendem Licht“ vermitteln eine festliche und fast sakrale Atmosphäre. Der Dichter wird in die Szenerie eingebunden, indem sein Haar sich mit Blumen „verfängt“ und seine Schultern sich ins Gras „drücken“. Das Gedicht erweckt ein Gefühl von Harmonie und Ganzheit.

Die zweite Strophe intensiviert das Gefühl von Geborgenheit und Entspannung. Die „flatternden Schatten“ der Blätter, die über die geschlossenen Lider des Dichters tanzen, erzeugen ein Gefühl von Ruhe und Frieden, während die Augen „ertrunken und traumtief erstaunen“. Die „kichernden Halme“ und der „gemächliche Wind“ verstärken das Gefühl von Leichtigkeit und Gelassenheit. Es ist eine Szene, in der der Dichter vollkommen im Hier und Jetzt aufgeht und die äußeren Reize aufnimmt, ohne ihnen Widerstand zu leisten.

Die dritte Strophe erweitert die sinnlichen Eindrücke durch Geräusche und Gerüche, die den Sommer widerspiegeln. Das Geräusch eines „herschwankenden Wagens“ und der Duft von „schweißglänzenden Pferden und süßlichem Heu“ erinnern an das ländliche Leben und die warme Jahreszeit. Der „Ruch und die Sonne des Sommers“ werden so in der Beschreibung erfasst, wodurch das Gedicht eine vollkommene Erfahrung des Sommers vermittelt, in der alle Sinne angesprochen werden. Es ist ein Lobgesang auf die Natur und die damit verbundene Sehnsucht nach Ruhe und Einklang mit der Welt.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.