Guten Abend, gute Nacht,
Von Sternen bedacht,
Vom Mond angelacht,
Von Engeln bewacht,
Von Blumen umbaut,
Von Rosen beschaut,
Von Lilien bethaut,
Den Veilchen vertraut;
Schlupf`unter die Deck′
Dich reck′ und und dich streck′,
Schlaf fromm und schlaf still,
Wenns Herrgottchen will,
Früh Morgen ohn′ Sorgen
Das Schwälbchen dich weck′!
Kindergebet
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Kindergebet“ von Clemens Brentano ist ein einfaches, idyllisches Abendgebet, das die Geborgenheit und den Schutz für ein Kind beschwört. Es ist von einem Gefühl der Ruhe und des Friedens geprägt, das durch die sanften Bilder und die rhythmische Struktur des Gedichts verstärkt wird. Die Reimform und die sich wiederholenden Elemente erzeugen einen Wiegenlied-Effekt, der das Kind beruhigen und zum Einschlafen einladen soll.
Das Gedicht ist in einer klaren, einfachen Sprache gehalten, die für Kinder leicht verständlich ist. Die Bilder, die verwendet werden, sind nah an der kindlichen Erfahrungswelt: Sterne, Mond, Engel, Blumen, Rosen, Lilien und Veilchen. Diese Elemente der Natur und des Glaubens schaffen eine Atmosphäre der Harmonie und des Schutzes. Die Aufzählung der verschiedenen „Beschützer“ des Kindes – von Sternen, Mond und Engeln bis hin zu Blumen – vermittelt ein Gefühl der umfassenden Geborgenheit und des liebevollen Umsorgt-Werdens.
Der zentrale Gedanke des Gedichts ist der Wunsch nach einem friedlichen Schlaf. Die Aufforderungen „Schlupf‘ unter die Deck'“, „Dich reck‘ und dich streck'“, „Schlaf fromm und schlaf still“ drücken das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung aus. Der Verweis auf das „Herrgöttchen“ und das „Schwälbchen“ (Schwalbchen), das das Kind am Morgen wecken soll, verbindet den Schlaf mit dem Glauben und der Hoffnung auf einen unbeschwerten neuen Tag. Das Gedicht drückt somit einen tiefen Wunsch nach Schutz und unbeschwerter Kindheit aus.
Die strukturierende Wiederholung von Reimen, die einfache Syntax und die musikalische Qualität des Gedichts unterstreichen seine Funktion als beruhigendes Ritual vor dem Schlafengehen. Es ist ein Gebet, das nicht nur Schutz und Segen erbittet, sondern auch eine Botschaft der Hoffnung und der Zuversicht vermittelt. Durch die Kombination von kindlicher Sprachmelodie und religiösen Elementen erzeugt Brentano eine Atmosphäre der Geborgenheit, die Kindern hilft, sich sicher und geliebt zu fühlen.
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Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.
