Jesuskind, du Licht der Blinden...

Clemens Brentano

1842

Jesuskind, du Licht der Blinden Mache mich doch einmal blind Daß ich dir, wie mir dies Kind, Auf dem Pfad mich mög verbinden Wo du mich auch hin willst führen Denn mein armes eignes Licht Kann auch selbst beim Licht noch nicht Dich das wahre Licht recht spüren O wie töricht, töricht ist Der nicht in allem ohne Ausnahm Folget dir zu jeder Frist.

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Interpretation

Das Gedicht "Jesuskind, du Licht der Blinden" von Clemens Brentano thematisiert die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach geistiger Erleuchtung und Führung durch das Jesuskind. Das Ich bittet darum, "blind" gemacht zu werden, um sich vollkommen auf das Jesuskind zu konzentrieren und ihm bedingungslos zu folgen. Es erkennt, dass sein eigenes "arme Licht" nicht ausreicht, um das wahre Licht, also Gott, wahrhaftig zu erkennen und zu verstehen. Das lyrische Ich vergleicht sich mit einem Kind, das dem Jesuskind bedingungslos vertraut und folgt. Es möchte diesen kindlichen Glauben und diese Hingabe erreichen, um den Weg zu gehen, den das Jesuskind für es vorgesehen hat. Das Ich erkennt, dass es ohne die Führung durch das Jesuskind verloren und töricht wäre, da es allein nicht in der Lage ist, das wahre Licht zu erkennen und den rechten Weg zu finden. Das Gedicht verdeutlicht die Abhängigkeit des Menschen von Gott und die Notwendigkeit, sich ganz in seine Hände zu begeben, um Erlösung und Erleuchtung zu finden. Das lyrische Ich bekennt seine eigene Schwäche und Begrenztheit und bittet um die Gnade, sich vollkommen dem Jesuskind anzuvertrauen und ihm bedingungslos zu folgen, ohne eigene Zweifel oder Einwände.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Jesuskind, du Licht der Blinden
Metapher
das wahre Licht
Parallelismus
O wie töricht, töricht ist
Personifikation
mein armes eignes Licht ... dich das wahre Licht recht spüren