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Gegenliebe

Von

Das Verlangen nach Gegenliebe
ist nicht das Verlangen der Liebe,
sondern der Eitelkeit.

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Gedicht: Gegenliebe von Friedrich Nietzsche

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Gegenliebe“ von Friedrich Nietzsche ist eine prägnante und tiefgründige Auseinandersetzung mit der Natur der Liebe und den Beweggründen des menschlichen Herzens. Es reduziert die komplexe Emotion auf ihre wesentliche Komponente und stellt eine klare Unterscheidung zwischen dem, was Liebe tatsächlich ist, und dem, was wir oft fälschlicherweise als Liebe wahrnehmen. Die zwei Zeilen sind wie ein philosophischer Aphorismus aufgebaut, der dem Leser eine These präsentiert und diese unmittelbar begründet.

Nietzsche stellt in der ersten Zeile fest, dass das Verlangen nach Gegenliebe nicht das wahre Verlangen der Liebe ist. Diese Aussage bildet das Fundament des Gedichts. Indem er diese beiden Begriffe direkt gegeneinander abgrenzt, deutet er an, dass die Suche nach Gegenliebe eine andere Motivation hat als die ursprüngliche, selbstlose Hingabe, die wir oft mit Liebe verbinden. Er stellt die Frage, ob das Bedürfnis nach Rückkopplung und Bestätigung wirklich der Kern der Liebe ist oder ob es sich um etwas anderes handelt.

Die zweite Zeile enthüllt die wahre Natur dieses Verlangens: Es ist „der Eitelkeit“. Hier wird die Verbindung zwischen dem Wunsch nach Gegenliebe und dem Streben nach Selbstbestätigung hergestellt. Eitelkeit, im Kontext dieses Gedichts, bezieht sich auf das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung, das im Wesentlichen egozentrisch ist. Das bedeutet, dass die Person, die Gegenliebe sucht, primär nach der Bestätigung ihres eigenen Wertes, ihrer Attraktivität oder ihres Einflusses strebt, anstatt sich auf das Wohlbefinden des anderen zu konzentrieren.

Die Stärke des Gedichts liegt in seiner Einfachheit und Direktheit. Nietzsche vermeidet komplexe Metaphern oder ausschweifende Erklärungen und konzentriert sich stattdessen auf die Kernaussage. Durch die präzise Verwendung von nur wenigen Worten schafft er einen bleibenden Eindruck und regt den Leser dazu an, über die eigenen Motivationen und das Wesen der Liebe nachzudenken. Es ist eine Erinnerung daran, dass wahre Liebe eher in der Hingabe und dem uneigennützigen Handeln als im Streben nach Anerkennung liegt.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.