Es setzten zwei Vertraute
Zum Rhein den Wanderstab,
Der braune trug die Laute,
Das Lied der blonde gab.
Es setzten zwei Vertraute…
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Es setzten zwei Vertraute…“ von Clemens Brentano ist eine kurze, aber ausdrucksstarke Beschreibung einer innigen Freundschaft und des gemeinsamen Erlebens von Natur und Kunst. Es zeichnet ein Bild von zwei Personen, die sich auf eine Wanderung begeben, wobei ihre Beziehung durch die Musik, die sie gemeinsam schaffen, verstärkt wird. Die präzise Bildsprache und die Betonung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Protagonisten sind zentrale Elemente dieser Interpretation.
Die ersten beiden Zeilen etablieren die Szenerie: Zwei Vertraute, also enge Freunde, begeben sich auf eine Reise am Rhein. Das „Setzen“ des Wanderstabs deutet auf die Vorbereitung zur Wanderung hin, aber auch auf eine gewisse Intimität und Vertrautheit, da sie die Reise gemeinsam antreten. Die Verwendung des Wortes „Vertraute“ unterstreicht die besondere Bindung zwischen den beiden Personen. Die folgenden Zeilen konkretisieren die Rollen der Freunde: Einer trägt die Laute, das traditionelle Instrument des Barden, während der andere das Lied selbst vorträgt.
Die Aufteilung von Instrumentalspiel und Gesang deutet auf eine Arbeitsteilung und Zusammenarbeit hin. Der „braune“ Wanderer, der die Laute trägt, steht im Kontrast zum „blonden“, der das Lied singt. Diese Farbgebung könnte auf physische Unterschiede hindeuten oder symbolisch eingesetzt werden, um verschiedene Persönlichkeiten oder Stimmungen zu repräsentieren. Braun könnte für Erdverbundenheit und Stabilität stehen, während Blond für Helligkeit und Leichtigkeit stehen kann. Die Kombination beider Elemente – Instrument und Gesang – erzeugt eine harmonische Einheit, die die Qualität ihrer Freundschaft widerspiegelt.
Das Gedicht konzentriert sich auf das Wesentliche: die gemeinsame Aktivität, die durch Musik ausgedrückt wird. Es verzichtet auf ausführliche Beschreibungen der Landschaft oder der Gefühle, sondern konzentriert sich auf die Interaktion der beiden Freunde und die Kunst, die sie gemeinsam schaffen. Durch die einfache Sprache und die klare Struktur wird die Intimität und die Harmonie dieser Beziehung betont. Das Gedicht ist ein schönes Beispiel für Brentanos Fähigkeit, durch wenige Worte eine tiefe emotionale Wirkung zu erzielen.
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Lizenz und Verwendung
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