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Durch! (2)

Von

Ein Adler saß am Felsenbogen,
Den lockt′ der Sturm weit übers Meer,
Da hatt er droben sich verflogen,
Er fand sein Felsennest nicht mehr,
Tief unten sah er kaum noch liegen
Verdämmernd Wald und Land und Meer,
Mußt höher, immer höher fliegen,
Ob nicht der Himmel offen wär.

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Gedicht: Durch! (2) von Joseph von Eichendorff

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Durch! (2)“ von Joseph von Eichendorff zeichnet das Bild eines Adlers, der sich in einem Moment der Ungeborgenheit und des Aufbruchs befindet. Es beginnt mit der Beschreibung des Adlers, der auf einem Felsen sitzt, aber durch den Sturm, ein Symbol für Widrigkeiten und Herausforderungen, fortgetragen wird. Der Adler hat sein Nest, seinen sicheren Hafen, verloren und befindet sich in einer Lage der Orientierungslosigkeit.

Die zentrale Thematik des Gedichts ist die Suche nach Neuorientierung und der unaufhaltsame Drang nach Weiterentwicklung. Der Adler muss höher und immer höher fliegen, um eine Lösung für seine missliche Lage zu finden. Die Metapher des Himmels, der sich öffnen soll, deutet auf die Hoffnung auf eine neue Perspektive, eine Erkenntnis oder eine Lösung. Das Gedicht spiegelt die menschliche Erfahrung von Verlust, Entwurzelung und dem unbedingten Wunsch nach Neuorientierung wider.

Die Sprache Eichendorffs ist von einer einfachen, bildhaften Eleganz geprägt. Die Beschreibung der Landschaft, des Meeres, des Waldes und des Landes, die der Adler von oben sieht, erzeugt eine Atmosphäre der Weite und der Verlorenheit. Die Wiederholung von „höher, immer höher fliegen“ verstärkt den Eindruck der unaufhaltsamen Suche und des Strebens nach etwas Höherem. Die einfache Form des Gedichts, ohne komplizierte Reime oder Verse, unterstreicht die unmittelbare Aussagekraft der Metapher.

Das Gedicht ist mehr als nur eine Naturbeschreibung. Es ist eine Allegorie auf die menschliche Existenz, die von Herausforderungen, Verlusten und dem unermüdlichen Streben nach Sinn und Erfüllung geprägt ist. Der Adler, der sein Nest verloren hat, repräsentiert den Menschen, der sich in einer Krise oder einer Phase der Veränderung befindet. Das Gedicht ist ein Aufruf zur Selbstverwirklichung und zur Überwindung von Hindernissen.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.