Durcheinander

Joseph von Eichendorff

1841

Spatzen schrein und Nachtigallen, Nelke glüht und Distel sticht, Rose schön durch Nesseln bricht. Besser noch hat mir gefallen Liebchens spielendes Augenlicht; Aber fehlte auch nur eins von allen, ′s wär eben der närrische Frühling nicht.

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Illustration zu Durcheinander

Interpretation

Das Gedicht "Durcheinander" von Joseph von Eichendorff beschreibt eine bunte und lebendige Frühlingslandschaft, in der verschiedene Elemente der Natur aufeinandertreffen. Die Spatzen und Nachtigallen, Nelken und Disteln sowie Rosen und Nesseln werden in einem chaotischen, aber harmonischen Zusammenklang dargestellt. Diese Vielfalt der Natur symbolisiert die Unordnung und den Überfluss des Frühlings, in dem alles durcheinander zu wachsen und zu blühen scheint. Im zweiten Teil des Gedichts wird die persönliche Note des lyrischen Ichs eingeführt. Der Anblick des "Liebchens" und ihrer "spielenden Augen" wird als besonders schön empfunden und hebt sich von der allgemeinen Frühlingspracht ab. Doch selbst diese persönliche Vorliebe wird in den Kontext der Gesamtheit gestellt. Das Gedicht deutet an, dass jeder Aspekt des Frühlings, ob nun geliebt oder nicht, seinen eigenen Wert hat und zur Vollständigkeit der Jahreszeit beiträgt. Abschließend wird die Botschaft des Gedichts klar: Die Vielfalt und das Durcheinander der Natur sind untrennbar miteinander verbunden. Fehlte auch nur ein Element, wäre es nicht mehr der "närrische Frühling". Der Begriff "närrisch" unterstreicht dabei die spielerische und unbeschwerte Art des Frühlings, in der alles erlaubt und nichts ausgeschlossen ist.

Schlüsselwörter

spatzen schrein nachtigallen nelke glüht distel sticht rose

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Spatzen schrein und Nachtigallen
Hyperbel
Aber fehlte auch nur eins von allen, 's wär eben der närrische Frühling nicht
Kontrast
Nelke glüht und Distel sticht
Metapher
Rose schön durch Nesseln bricht