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Die Rose blüht, ich bin die fromme Biene…
Die Rose blüht, ich bin die fromme Biene,
Die in der Blätter keuschen Busen sinkt,
Und milden Tau und süßen Honig trinkt,
Doch lebt ihr Glanz und bleibet ewig grüne.
So singt mein tiefstes Freudenlied,
Ach meine Rose blüht!
Die Rose blüht, o Sonnenschein verziehe,
Daß lange noch der liebe Sommer währt,
Und mir kein Sturm die süße Lust versehrt,
Daß all mein Heil aus dieser Rose blühe
So freut sich innig mein Gemüt,
Weil meine Rose blüht!
Die Rose blüht, und lacht vor andern Rosen,
Mit solcher Huld, und Liebesmildigkeit,
Daß gern mein Sinn sich zu der Pflicht erbeut,
Weil alle Liebe, die erglüht,
Aus Rose blüht!
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Die Rose blüht, ich bin die fromme Biene…“ von Clemens Brentano ist ein lyrisches Bekenntnis, das die innige Beziehung zwischen der Biene und der Rose zelebriert. Es ist ein Loblied auf die Schönheit und Anmut der Rose, die als zentrale Metapher für Liebe, Freude und ewige Jugend fungiert. Die fromme Biene, als lyrisches Ich, nimmt die Rolle des Verehrers ein, der sich gänzlich der Rose hingibt und in ihrer Gegenwart Glück und Erfüllung findet. Die Sprache ist geprägt von einfacher Schönheit und einem hohen Grad an Sentimentalität, typisch für die Romantik, in der Brentano wirkte.
Das Gedicht entfaltet sich in drei Strophen, die jeweils das Blühen der Rose betonen und die daraus resultierende Freude der Biene zum Ausdruck bringen. Die erste Strophe etabliert das zentrale Bild: Die Biene, fromm und keusch, versenkt sich in den Busen der Rose und trinkt den Tau und Honig. Dies symbolisiert die Hingabe an die Schönheit und die Aufnahme von Lebenselixier. Die Rose, im Gegensatz zur Biene, bleibt ewig grün und strahlt ewige Jugend aus. Die zweite Strophe verstärkt das Verlangen nach ewiger Sommerzeit, um die Harmonie zwischen Biene und Rose zu bewahren. Der Wunsch nach ungestörter Freude und die Angst vor Zerstörung durch Sturm verdeutlichen die Verletzlichkeit der Liebe und die Wertschätzung des Augenblicks.
In der dritten Strophe wird die Rose als strahlendes Vorbild der Liebe dargestellt, das alle anderen Rosen übertrifft. Die Biene, beeindruckt von der Schönheit, ist bereit, sich der Pflicht zu ergeben, was eine Anspielung auf die bedingungslose Hingabe und Treue des Liebenden darstellt. Die letzte Zeile, „Weil alle Liebe, die erglüht, aus Rose blüht!“, fasst die Kernbotschaft des Gedichts zusammen: Die Rose ist die Quelle aller Liebe und Schönheit. Das Gedicht feiert somit nicht nur die Schönheit der Natur, sondern auch die spirituelle Erfahrung der Liebe und die Sehnsucht nach ewiger Glückseligkeit.
Brentanos Gedicht ist ein Beispiel für die romantische Idealisierung der Natur und der Liebe. Die Metaphern von Biene und Rose, von Tau und Honig, erzeugen ein idyllisches Bild der Harmonie und des Einklangs. Die Einfachheit der Sprache und die Wiederholung von „Die Rose blüht“ verstärken die eindringliche Wirkung des Gedichts. Es ist eine Hommage an die Schönheit und die transformierende Kraft der Liebe, die in der Natur und im Herzen des Menschen gleichermaßen zu finden ist.
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Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.