Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene...

Clemens Brentano

1778

Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene, Die in der Blätter keuschen Busen sinkt, Und süßen Tau und milden Honig trinkt, Doch lebt ihr Glanz, und bleibet ewig grüne So [ist] dann selig mein Gemüt Weil meine Lilie blüht!

Die Lilie blüht, Gott, laß den Schein verziehn, Damit die Zeit des Sommers langsam geht, Und weder Frost noch andre Not entsteht, So wird mein Glück in dieser Lilie blühn, So klingt mein süßes Freudenlied: Ach, meine Lilie blüht!

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Interpretation

Das Gedicht "Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene" von Clemens Brentano handelt von der tiefen Liebe und Verehrung des lyrischen Ichs für eine geliebte Person, die mit einer Lilie verglichen wird. Die Lilie symbolisiert Reinheit, Schönheit und Anmut, während die Biene als fleißiges und hingebungsvolles Insekt die unerschütterliche Treue und Zuneigung des Liebenden darstellt. In der ersten Strophe beschreibt der Sprecher, wie er sich wie eine fromme Biene in den keuschen Busen der Lilie begibt, um süßen Tau und milden Honig zu trinken. Dies ist eine Metapher für die intime und erfüllende Beziehung zwischen den beiden Liebenden. Das lyrische Ich findet in der Gegenwart der Lilie vollkommene Glückseligkeit und Zufriedenheit. Die zweite Strophe drückt den Wunsch des Sprechers aus, dass die Lilie ewig blühen möge, ohne dass ihr Glanz verblasst oder die Zeit des Sommers zu schnell vergeht. Er bittet Gott darum, jegliche Widrigkeiten wie Frost oder Not von ihnen fernzuhalten, damit ihr Glück in der Lilie weiterhin erblühen kann. Das lyrische Ich besingt seine süße Freude und preist die Lilie als Quelle seines Glücks und seiner Inspiration. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe emotionale Verbundenheit und die unerschütterliche Hingabe des Liebenden zu seiner Angebeteten. Die Lilie als Symbol der Reinheit und Schönheit wird als unvergänglich und ewig erblühend dargestellt, was die Intensität und Beständigkeit der Liebe des lyrischen Ichs unterstreicht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Die Lilie blüht, Gott, laß den Schein verziehn
Bildsprache
Und süßen Tau und milden Honig trinkt
Hyperbel
Und weder Frost noch andre Not entsteht
Metapher
Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene
Parallelismus
So ist dann selig mein Gemüt, Weil meine Lilie blüht!
Personifikation
Die in der Blätter keuschen Busen sinkt
Vokativ
Gott, laß den Schein verziehn