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Dein Bildnis wunderselig

Von

Dein Bildnis wunderselig
Hab ich im Herzensgrund,
Das sieht so frisch und fröhlich
Mich an zu jeder Stund.

Mein Herz still in sich singet
Ein altes schönes Lied,
Das in die Luft sich schwinget
Und zu dir eilig zieht.

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Gedicht: Dein Bildnis wunderselig von Joseph von Eichendorff

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Dein Bildnis wunderselig“ von Joseph von Eichendorff ist eine kurze, aber tiefgründige Liebeserklärung, die von der unerschütterlichen Erinnerung und der daraus entspringenden Sehnsucht geprägt ist. Es zeichnet sich durch seine Schlichtheit, seine innige Wärme und die feine Melancholie aus, die Eichendorffs Lyrik so charakteristisch macht. Das lyrische Ich beschreibt die unvergessliche Präsenz des geliebten Menschen, die sich in seinem Herzen manifestiert.

Der erste Vers, „Dein Bildnis wunderselig / Hab ich im Herzensgrund“, etabliert sofort das zentrale Thema: das Bild der Geliebten, das tief im Herzen des Sprechers verankert ist. Das Wort „wunderselig“ deutet auf eine besondere, wunderbare Qualität des Bildes hin, die es von anderen Erinnerungen abhebt. Dieses Bild wird als lebendig und kraftvoll beschrieben, da es den Sprecher „frisch und fröhlich“ ansieht. Es ist nicht nur eine statische Erinnerung, sondern eine lebendige Präsenz, die den Sprecher in jeder Stunde begleitet.

Der zweite Teil des Gedichts, beginnend mit „Mein Herz still in sich singet“, beschreibt die Reaktion des lyrischen Ichs auf diese Erinnerung. Das Herz singt ein „altes schönes Lied“, ein Ausdruck tiefer Gefühle und Sehnsucht. Dieses Lied ist nicht nur eine Melodie, sondern auch ein Symbol für die Verbundenheit und die Liebe, die der Sprecher für die Geliebte empfindet. Das Lied „schwinget“ sich in die Luft und zieht „zu dir eilig“, was die Sehnsucht des Sprechers nach der Geliebten widerspiegelt und die Unausweichlichkeit der Sehnsucht betont.

Das Gedicht ist in einer einfachen, klaren Sprache verfasst, die typisch für Eichendorffs Romantik ist. Die Reimstruktur (Kreuzreim) und die Metrik erzeugen einen sanften, musikalischen Rhythmus, der die Stimmung des Gedichts unterstreicht. Durch die Verwendung von einfachen, aber wirkungsvollen Bildern, wie dem „Bildnis“ im „Herzensgrund“ und dem Lied, das sich in die Luft „schwinget“, gelingt es Eichendorff, ein Gefühl von tiefer Liebe und Sehnsucht zu vermitteln. Das Gedicht ist ein Ausdruck der romantischen Vorstellung von der Unvergänglichkeit der Liebe und der Bedeutung der Erinnerung.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.