Der alte Garten
1837Kaiserkron‘ und Päonien rot, die müssen verzaubert sein, denn Vater und Mutter sind lange tot, was blühn sie hier so allein?
Der Springbrunnen plaudert noch immerfort von der alten schönen Zeit, eine Frau sitzt eingeschlafen dort, ihre Locken bedecken ihr Kleid.
Sie hat eine Laute in der Hand, als ob sie im Schlafe spricht, mir ist, als hätt‘ ich sie sonst gekannt - still geh vorbei und weck sie nicht!
Und wenn es dunkelt das Tal entlang, streift sie die Saiten sacht, da gibt′s einen wunderbaren Klang durch den Garten die ganze Nacht.
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Interpretation
Das Gedicht "Der alte Garten" von Joseph von Eichendorff handelt von einem verzauberten Garten, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Die Kaiserkronen und Päonien blühen weiter, obwohl Vater und Mutter längst tot sind. Dies deutet auf eine Art von Unsterblichkeit oder Zauber hin, der den Garten umgibt. Der Springbrunnen erzählt von der alten schönen Zeit, was die Idee einer vergangenen Ära verstärkt, die im Garten weiterlebt. In der Mitte des Gartens sitzt eine Frau, die eingeschlafen ist und eine Laute in der Hand hält. Der Sprecher fühlt sich, als hätte er sie schon einmal gekannt, was auf eine Verbindung zur Vergangenheit oder eine Art von Wiederholung hindeutet. Die Warnung, sie nicht zu wecken, impliziert, dass der Zauber des Gartens durch Störung zerstört werden könnte. Die Frau scheint eine zentrale Rolle in diesem verzauberten Ort zu spielen, vielleicht als Hüterin oder Verkörperung der Vergangenheit. In der Nacht, wenn es dunkel wird, streift die Frau sanft die Saiten ihrer Laute, was einen wunderbaren Klang durch den Garten die ganze Nacht hindurch entstehen lässt. Dieser Klang könnte als Symbol für die Schönheit und Melancholie der Vergangenheit interpretiert werden, die in diesem verzauberten Raum weiterlebt. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung von Nostalgie, Geheimnis und der Idee, dass bestimmte Orte oder Momente der Zeit eine Art von Magie oder Unsterblichkeit besitzen können.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- schöne Zeit
- Bildsprache
- eine Frau sitzt eingeschlafen dort, ihre Locken bedecken ihr Kleid
- Enjambement
- Kaiserkron und Päonien rot, die müssen verzaubert sein
- Hyperbel
- da gibt's einen wunderbaren Klang durch den Garten die ganze Nacht
- Ironie
- was blühn sie hier so allein?
- Metapher
- Kaiserkron und Päonien rot, die müssen verzaubert sein
- Personifikation
- Der Springbrunnen plaudert noch immerfort
- Symbolik
- Kaiserkron und Päonien als Symbole für die Vergänglichkeit und das Fortschreiten der Zeit