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Lebewohl

Von

„Lebe wohl!“ – Du fühltest nicht,
Was es heißt, dies Wort der Schmerzen:
Mit getrostem Angesicht
Sagtest du′s und leichtem Herzen.

Lebe wohl! – Ach, tausendmal
Hab′ ich mir es vorgesprochen.
Und in nimmersatter Qual
Mir damit das Herz gebrochen.

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Gedicht: Lebewohl von Eduard Mörike

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Lebewohl“ von Eduard Mörike ist eine bewegende Auseinandersetzung mit der Erfahrung des Abschieds und der unterschiedlichen Art und Weise, wie dieser wahrgenommen und erlebt wird. Es offenbart einen tiefen Kontrast zwischen der Unbekümmertheit der einen Person, die das „Lebe wohl!“ leichtfertig ausspricht, und der tiefen Trauer und dem Schmerz des Sprechers, der mit diesem Abschied zu kämpfen hat.

Die ersten vier Verse beschreiben die Perspektive der Person, die das Lebewohl ohne tiefere Emotionen ausspricht. Sie scheint die Tragweite dieses Abschieds nicht zu erfassen, da sie das Wort „mit getrostem Angesicht“ und „leichtem Herzen“ spricht. Diese Unbekümmertheit steht im krassen Gegensatz zur Reaktion des Sprechers selbst.

In den folgenden Versen wendet sich das Gedicht der Reaktion des Sprechers zu. Er hat das Wort „Lebe wohl!“ „tausendmal“ für sich wiederholt, wobei er sich in „nimmersatter Qual“ befindet. Diese Wiederholung verdeutlicht die Unfähigkeit des Sprechers, den Abschied zu verarbeiten, und unterstreicht die Qual und den Schmerz, der durch das „Lebe wohl!“ ausgelöst wird. Das „gebrochene Herz“ ist das Ergebnis der anhaltenden Konfrontation mit diesem Abschied.

Mörikes Gedicht ist ein eindringliches Beispiel für die menschliche Erfahrung von Verlust und Trennung. Es zeigt, wie unterschiedlich Abschiede empfunden werden können und wie tiefgreifend die Auswirkungen eines Abschieds sein können, besonders wenn die Gefühle nicht geteilt werden. Die Einfachheit der Sprache und die Klarheit der Bilder verstärken die emotionale Wirkung des Gedichts und machen es für den Leser nachvollziehbar. Das Gedicht lädt dazu ein, über die Natur von Abschied und die Bedeutung von Empathie in solchen Momenten nachzudenken.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.