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Von den Mauern Widerklang…

Von

Von den Mauern Widerklang
Fragt es in dem Herzen bang
Ist es ihre Stimme?
Durch die Nacht dringt nicht mein Blick
Kehret mir ein Ton zurück
Ist′s nur meine Stimme?

Wenn ich in des Himmelshöh
Sich die Sterne küssen seh
Wärens unsre Sterne!
Auf der hohen Wände Rand
Meine Augen hingebannt
Seh ich nur die Sterne

Heiß ist Liebe, Nacht ist kühl
Und ich sah ach viel zu viel
Dir ins schwarze Auge
Nacht ist voller Lug und Trug
Nimmer sehen wir genug
Ihr im dunklen Auge.

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Gedicht: Von den Mauern Widerklang... von Clemens Brentano

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Von den Mauern Widerklang…“ von Clemens Brentano zeichnet ein Bild der Sehnsucht, des Zweifels und der unerfüllten Liebe. Es ist geprägt von einer tiefen Melancholie, die sich in der Wiederholung von Fragen und der Darstellung einer beklemmenden nächtlichen Atmosphäre manifestiert. Der Sprecher, der sich in der Dunkelheit befindet, versucht, die Stimme seiner geliebten Person zu vernehmen, wird aber nur von seinem eigenen Widerhall konfrontiert. Dies verdeutlicht die Einsamkeit und die Distanz, die zwischen den Liebenden besteht.

Die Struktur des Gedichts ist durch wiederkehrende Motive und Fragen geprägt, die das Gefühl der Verzweiflung verstärken. Die ständige Frage nach der Stimme der Geliebten im ersten Abschnitt, gefolgt von der Beobachtung der Sterne im zweiten, unterstreicht das Streben nach Nähe und Verbundenheit. Die Sterne, die sich „küssen“ und damit ein Bild der Harmonie vermitteln, stehen im Kontrast zur Vereinsamung des Sprechers, der sie nur aus der Ferne betrachten kann. Der letzte Abschnitt, in dem die „heiße Liebe“ und die „kühle Nacht“ gegenübergestellt werden, offenbart die Ambivalenz der Gefühle und die Gefahr, die mit der Liebe verbunden ist.

Die Verwendung von Bildern wie „schwarze Auge“ und „dunkle Auge“ verstärkt die düstere Stimmung und die Ungewissheit des Liebenden. Die Nacht wird als Ort des Luges und Trugs dargestellt, was die Angst vor Täuschung und unerfüllten Hoffnungen widerspiegelt. Der Sprecher scheint von der Komplexität der Liebe überwältigt zu sein, unfähig, die Wahrheit zu erkennen oder sich von der Anziehungskraft der Geliebten zu lösen.

Brentano verwendet in diesem Gedicht eine einfache, aber ausdrucksstarke Sprache, die die emotionale Intensität der Verse erhöht. Die wiederkehrenden Reimschemata und die kurzen, prägnanten Sätze verleihen dem Gedicht einen musikalischen Charakter, der die Melancholie der Botschaft zusätzlich unterstreicht. Insgesamt ist „Von den Mauern Widerklang…“ ein ergreifendes Gedicht über die Sehnsucht nach Liebe und die damit verbundenen Ängste und Zweifel.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.