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Süßer Mai du Quell des Lebens…

Von

Süßer Mai du Quell des Lebens
Bist so süßer Blumen voll
Liebe sucht auch nicht vergebens
Wem sie Kränze winden soll

Süßer Mai, mit Blumen-Glocken
Läutest du das Fest mir ein
Ich bekränze ihre Locken,
Will ein frommer Gast auch sein

Süßer Mai, zum Liebesmahle
Trägst du Blumen-Kelche ein
Blüten-Säulen stehn im Saale
Drüber wölbt sich Sonnenschein

Süßer Mai, in deinen Kelchen
Küssen fromme Bienen sich
Aber unter allen welchen
Hast du eingefüllt für mich!

Süßer Mai! du bringest nieder
Blume, Blüte, Sonnenschein,
Daß ich wisse, wem die Lieder,
Wem das Herz, das Leben weihn.

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Gedicht: Süßer Mai du Quell des Lebens... von Clemens Brentano

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Süßer Mai du Quell des Lebens…“ von Clemens Brentano ist eine Ode an den Frühling, die eng mit der Thematik der Liebe verwoben ist. Das Gedicht, das aus vier Strophen besteht, beschreibt die Freuden des Mais und verbindet sie mit dem Gefühl der Zuneigung und Hingabe. Die wiederholte Anrufung „Süßer Mai“ zu Beginn jeder Strophe betont die Verehrung des Frühlings und unterstreicht dessen Bedeutung als Quelle des Lebens und der Liebe.

Brentano nutzt die Bilder der Natur, insbesondere die Blumen, um die Emotionen der Liebe darzustellen. Der Mai wird als „Blumen voll“ beschrieben, und die Liebe wird als etwas dargestellt, das nach einem Objekt sucht, dem es Kränze winden kann. Die Metaphern der „Blumen-Glocken“, die das Fest einläuten, und der „Blüten-Säulen“ im Saal, die vom Sonnenschein überragt werden, schaffen eine idyllische und feierliche Atmosphäre. Der Dichter identifiziert sich als „frommer Gast“, der an diesem Liebesmahl teilnimmt, was die sakrale Qualität der Liebe hervorhebt.

Ein zentrales Element des Gedichts ist die Frage nach der Erfüllung der Liebe. Die Imkerei des Mai, dargestellt durch die küssenden Bienen, wird durch die Frage unterbrochen: „Aber unter allen welchen / Hast du eingefüllt für mich!“ Dies verdeutlicht die Sehnsucht des Dichters nach einer speziellen, individuellen Liebe, die er mit der Schönheit des Frühlings verbindet. Die Blumen, der Sonnenschein und die ganze Pracht des Mai dienen als Hintergrund für die Suche nach der wahren Liebe und als Symbol für die Hoffnung auf deren Erfüllung.

Die letzte Strophe kulminiert in einem Bekenntnis der Hingabe. Der Dichter bittet den Mai, ihm zu zeigen, wem er seine „Lieder“, sein „Herz“ und sein „Leben“ widmen soll. Dies ist der Höhepunkt der Suche nach Liebe, der Wunsch nach einer Verbindung, die sowohl von der natürlichen Schönheit des Frühlings als auch von der tieferen Bedeutung der Hingabe getragen wird. Brentano schafft somit ein romantisches Bild der Liebe, das tief in der Natur verwurzelt ist und die Suche nach einer persönlichen und erfüllenden Beziehung widerspiegelt.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.