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Hör, es klagt die Flöte wieder…

Von

Hör, es klagt die Flöte wieder,
Und die kühlen Brunnen rauschen.

Golden wehn die Töne nieder,
Stille, stille, laß uns lauschen!

Holdes Bitten, mild Verlangen,
Wie es süß zum Herzen spricht!

Durch die Nacht, die mich umfangen,
Blickt zu mir der Töne Licht.

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Gedicht: Hör, es klagt die Flöte wieder... von Clemens Brentano

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Hör, es klagt die Flöte wieder…“ von Clemens Brentano ist eine kurze, stimmungsvolle Beschreibung eines idyllischen Moments der Besinnung und des musikalischen Genusses. Es fängt die Atmosphäre einer lauen Sommernacht ein, in der die Klänge einer Flöte und das Rauschen eines Brunnens eine Atmosphäre der Ruhe und Kontemplation schaffen. Das Gedicht zeichnet sich durch seine Einfachheit, die melodische Sprachwahl und die Betonung von Sinneseindrücken aus.

Im ersten Teil des Gedichts wird die Szenerie etabliert. Die klagende Flöte und die rauschenden Brunnen bilden die akustische Kulisse, während die „goldenen Töne“ und das „Töne Licht“ visuelle Elemente hinzufügen, die die Schönheit des Augenblicks unterstreichen. Die sanfte Aufforderung „Stille, stille, laß uns lauschen!“ lädt den Leser ein, sich der Szene hinzugeben und die Empfindungen zu teilen. Der Gebrauch von Adjektiven wie „kühlen“, „goldenen“ und „holdes“ trägt dazu bei, eine Atmosphäre von Frieden und Harmonie zu erzeugen.

Der zweite Teil des Gedichts fokussiert sich auf die emotionalen Auswirkungen der Musik. Das „holdes Bitten, mild Verlangen“ und die „süße“ Ansprache ans Herz spiegeln die tiefe emotionale Resonanz wider, die von der Musik ausgelöst wird. Die Zeile „Durch die Nacht, die mich umfangen, / Blickt zu mir der Töne Licht“ ist besonders eindrucksvoll. Sie deutet darauf hin, dass die Musik wie ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit wirkt, Trost spendet und eine Verbindung zur Schönheit und Hoffnung herstellt, selbst in schwierigen Zeiten.

Brentano gelingt es in diesem Gedicht, eine intime und fast meditative Stimmung zu erzeugen. Das Gedicht kann als Ausdruck der Sehnsucht nach Ruhe, Trost und Schönheit interpretiert werden. Die Musik wird hier zum Mittel, um mit der Welt in Einklang zu treten, Trost zu finden und die dunklen Momente des Lebens zu erhellen. Es ist ein Loblied auf die transformierende Kraft der Kunst und die Fähigkeit, durch sie Trost und Inspiration zu finden.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.