Es ist keiner je allein,
Wär auch Erd und Himmel Stein,
Schien kein Mond, kein Sternenschein,
Grüßte auch kein Lüftelein,
Sänge auch kein Vögelein:
Kehrt in jedem Herzen rein
Doch der liebe Gott stets ein.
Es ist keiner je allein
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Es ist keiner je allein“ von Clemens Brentano thematisiert die allgegenwärtige Gegenwart Gottes und die daraus resultierende Gewissheit der Verbundenheit und Geborgenheit, selbst unter extremsten Umständen der Einsamkeit und Trostlosigkeit. Es entfaltet eine Botschaft des Trostes und der Hoffnung, indem es die Vorstellung von äußerer Isolation mit der unaufhebbaren Präsenz des Göttlichen im Inneren des Menschen kontrastiert. Die Kürze des Gedichts unterstreicht die Einfachheit und Klarheit der Botschaft, die sich direkt an den Leser wendet und ihn in seiner Gefühlswelt anspricht.
Die Struktur des Gedichts ist prägnant und effektiv. Jede Zeile beginnt mit der Verneinung äußerer Elemente, die Trost und Gesellschaft bieten könnten: von der Einsamkeit in einer verlassenen Natur (Stein, kein Mond, kein Sternenschein, kein Lüftelein, kein Vögelein). Diese Aufzählung erzeugt ein Bild der totalen Isolation, einer Welt, in der scheinbar alle äußeren Anzeichen von Leben und Gemeinschaft fehlen. Durch die Negation wird die Leere und die potenzielle Verzweiflung des Alleinseins spürbar gemacht. Der Verzicht auf jegliche äußere Anzeichen des Lebens und der Natur verstärkt das Gefühl der Leere und der Einsamkeit, die durch die folgenden Zeilen aufgelöst wird.
Der Wendepunkt des Gedichts liegt in der vorletzten Zeile: „Kehrt in jedem Herzen rein“. Hier vollzieht sich die Transformation von äußerer Leere zu innerem Reichtum. Die Betonung liegt auf dem „jedem Herzen“, was die Universalität der Botschaft unterstreicht. Unabhängig von den äußeren Umständen, selbst wenn die Welt um einen herum leer erscheint, ist Gott stets in jedem Menschen präsent. Dies ist nicht nur ein religiöses Statement, sondern auch ein Appell an die innere Stärke und die tiefe menschliche Verbundenheit.
Der letzte Vers, „Doch der liebe Gott stets ein“, bringt die Kernaussage auf den Punkt. Die Verwendung des Adjektivs „liebe“ für Gott erzeugt eine persönliche und tröstliche Atmosphäre. Die Allgegenwart Gottes ist nicht nur eine Tatsache, sondern auch eine Quelle von Liebe, Trost und Hoffnung, die die scheinbare Einsamkeit aufhebt. Das Gedicht bietet somit eine Antwort auf die existenzielle Frage nach dem Alleinsein und zeigt auf, wie man in der eigenen Seele Trost und Geborgenheit finden kann, selbst inmitten der größten äußeren Leere.
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Lizenz und Verwendung
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