Es leben die Soldaten...

Clemens Brentano

1813

Es leben die Soldaten, So recht von Gottes Gnaden, Der Himmel ist ihr Zelt, Ihr Tisch das grüne Feld.

Ihr Bette ist der Rasen, Trompeter müssen blasen, Guten Morgen, gute Nacht, Daß man mit Lust erwacht.

Ihr Wirtsschild ist die Sonne, Ihr Freund die volle Tonne, Ihr Schlafbuhl ist der Mond, Der in der Sternschanz wohnt.

Die Sterne haben Stunden, Die Sterne haben Runden Und werden abgelöst, Drum Schildwacht sei getrost.

Wir richten mit dem Schwerte, Der Leib gehört der Erde, Die Seel dem Himmelszelt, Der Rock bleibt in der Welt.

Wer fällt, der bleibet liegen, Wer steht, der kann noch siegen, Wer übrig bleibt, hat Recht, Und wer entflieht, ist schlecht.

Zum Hassen oder Lieben Ist alle Welt getrieben, Es bleibet keine Wahl, Der Teufel ist neutral.

Bedienet uns ein Bauer, So schmeckt der Wein fast sauer Doch ist′s ein schöner Schatz So kriegt sie einen Schmatz.

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Interpretation

Das Gedicht "Es leben die Soldaten..." von Clemens Brentano zeichnet ein idealisiertes Bild des Soldatenlebens, das von einer romantischen und patriotischen Begeisterung durchdrungen ist. Der Soldat wird als ein Held dargestellt, der im Einklang mit der Natur lebt und von Gott gesegnet ist. Die Natur dient als seine Heimat, sein Bett und sein Tisch, was eine enge Verbindung zwischen dem Soldaten und seiner Umgebung suggeriert. Das Gedicht betont die Kameradschaft und die einfachen Freuden des Soldatenlebens, wie das gemeinsame Trinken und die nächtliche Wache unter dem Sternenhimmel. Die Sterne werden als Zeitmesser und Wächter dargestellt, die den Soldaten Trost spenden. Die Pflicht und das Schwert sind zentrale Elemente, die den Soldaten in seiner Rolle als Beschützer und Vollstrecker definieren. Der Tod wird als natürlicher Teil des Lebens akzeptiert, wobei der Soldat, der fällt, in der Erde ruht, während seine Seele in den Himmel aufsteigt. Das Gedicht schließt mit einer pragmatischen Betrachtung der menschlichen Natur, die zwischen Hass und Liebe getrieben wird. Die Neutralität des Teufels wird als Metapher für die Unparteilichkeit des Schicksals verwendet. Die letzten Zeilen bringen eine humorvolle Note ein, indem sie die einfachen Freuden des Lebens, wie einen guten Trunk oder eine schöne Frau, als Belohnung für den Soldaten darstellen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Mischung aus Heroismus, Romantik und einer gewissen Leichtigkeit im Umgang mit den Widrigkeiten des Soldatenlebens.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

hyperbel
Die Sterne haben Runden
kontrast
Wer fällt, der bleibet liegen, Wer steht, der kann noch siegen
metapher
Der Rock bleibt in der Welt
symbolik
Das Schwerte als Symbol für Macht und Gewalt