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Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene…

Von

Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene,
Die in der Blätter keuschen Busen sinkt,
Und süßen Tau und milden Honig trinkt,
Doch lebt ihr Glanz, und bleibet ewig grüne
So [ist] dann selig mein Gemüt
Weil meine Lilie blüht!

Die Lilie blüht, Gott, laß den Schein verziehn,
Damit die Zeit des Sommers langsam geht,
Und weder Frost noch andre Not entsteht,
So wird mein Glück in dieser Lilie blühn,
So klingt mein süßes Freudenlied:
Ach, meine Lilie blüht!

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Gedicht: Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene... von Clemens Brentano

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene…“ von Clemens Brentano ist eine romantische Liebeserklärung, die durch die Metapher von Biene und Lilie eine Verbindung von spiritueller Hingabe und irdischer Freude herstellt. Die Lilie, Symbol für Reinheit und Schönheit, wird zum Objekt der Verehrung, während die Biene die Rolle des frommen Liebenden einnimmt, der sich hingebungsvoll nähert und von der geliebten Person lebt. Die Verwendung von Wörtern wie „fromm“, „keuschen Busen“ und „süßen Tau“ verstärkt den religiösen Unterton und deutet auf eine tiefe, spirituelle Verbundenheit hin.

Die Struktur des Gedichts, mit der wiederholten Zeile „Die Lilie blüht“, betont die zentrale Bedeutung der Lilie für das lyrische Ich. Diese Wiederholung unterstreicht die Unerschütterlichkeit der Liebe und die Freude, die aus der Anwesenheit der Geliebten entspringt. Die Wünsche des lyrischen Ichs, wie im zweiten Teil des Gedichts zum Ausdruck kommen, zeigen das tiefe Verlangen, die Geliebte zu beschützen und ihre Schönheit unberührt zu erhalten. Die Angst vor äußeren Einflüssen wie „Frost noch andre Not“ verdeutlicht die Verletzlichkeit der Liebe und das Bedürfnis nach Beständigkeit und ewiger Blüte.

Die Metapher der Biene, die in der Lilie „versinkt“, deutet auf eine Verschmelzung von Liebenden hin, wobei die Biene von der Lilie genährt und inspiriert wird. Der „süße Tau“ und der „milde Honig“ stehen für die Freuden und das Glück, die aus dieser Beziehung erwachsen. Der letzte Vers, „Ach, meine Lilie blüht!“, ist ein Ausdruck reiner Freude und Erfüllung, der die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach Harmonie und Glück in der Liebe widerspiegelt.

Brentano verwendet eine schlichte, aber eindringliche Sprache, die durch die einfachen Reimschemata und die bildhaften Beschreibungen eine intime Atmosphäre schafft. Die Verwendung von Adjektiven wie „keusch“ und „fromm“ trägt zur Darstellung der Reinheit und der Hingabe bei, die in der Beziehung zum Ausdruck kommt. Das Gedicht ist somit ein Loblied auf die Liebe, das die Suche nach Schönheit, Schutz und ewiger Blüte in der menschlichen Erfahrung widerspiegelt.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.