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Dein Lied erklang, ich habe es gehöret…

Von

Dein Lied erklang, ich habe es gehöret,
Wie durch die Rosen es zum Monde zog;
Den Schmetterling, der bunt im Frühling flog,
Hast du zur frommen Biene dir bekehret,
Zur Rose ist mein Drang,
Seit mir dein Lied erklang!

Dein Lied erklang, die Nacht hat′s hingetragen,
Ach, meiner Ruhe süßes Schwanenlied!
Dem Mond, der lauschend von dem Himmel sieht,
Den Sternen und den Rosen muß ich′s klagen,
Wohin sie sich nun schwang,
Der dieses Lied erklang!

Dein Lied erklang, es war kein Ton vergebens,
Der ganze Frühling, der von Liebe haucht,
Hat, als du sangest, nieder sich getaucht
Im sehnsuchtsvollen Strome meines Lebens,
Im Sonnenuntergang,
Als mir dein Lied erklang!

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Gedicht: Dein Lied erklang, ich habe es gehöret... von Clemens Brentano

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Dein Lied erklang, ich habe es gehöret…“ von Clemens Brentano ist eine lyrische Liebeserklärung, die die tiefgreifende Wirkung eines Liedes und der damit verbundenen Liebe auf den Empfindenden beschreibt. Es ist ein Gedicht, das von Hingabe, Sehnsucht und der allumfassenden Präsenz der geliebten Person durchdrungen ist. Das lyrische Ich wird durch das Lied der Geliebten aufgewühlt und findet sich in einem Zustand der Verzauberung und des Begehrens wieder.

Die Struktur des Gedichts ist durch die wiederkehrende Phrase „Dein Lied erklang“ geprägt, die als ein verbindendes Element dient und die Bedeutung des Liedes als Auslöser der emotionalen Reaktion des lyrischen Ichs hervorhebt. Das Gedicht entfaltet sich in drei Strophen, wobei jede Strophe eine neue Facette der Wirkung des Liedes beleuchtet. In der ersten Strophe wird die transformative Kraft des Liedes betont, das die Sinne erweckt und das lyrische Ich auf die geliebte Person ausrichtet. Vergleiche wie der Schmetterling, der sich in eine Biene verwandelt, verdeutlichen die Metamorphose, die durch das Lied angestoßen wird. Das lyrische Ich sehnt sich nach der Rose, einem Symbol für Schönheit und Zuneigung, und bringt damit die Anziehungskraft der Liebe zum Ausdruck.

Die zweite Strophe vertieft die Thematik der Sehnsucht und des Schmerzes. Das Lied wird in die Nacht getragen und als „süßes Schwanenlied“ bezeichnet, wodurch die Melancholie und der Abschiedsschmerz angedeutet werden. Das lyrische Ich klagt dem Mond, den Sternen und den Rosen, was das Ausmaß der Sehnsucht verdeutlicht und die Allgegenwart der geliebten Person im Leben des Sprechers unterstreicht. Dies ist ein Ausdruck der unstillbaren Sehnsucht nach der Geliebten und der Unfähigkeit, sich ihr zu entziehen.

In der dritten Strophe erreicht die Wirkung des Liedes ihren Höhepunkt. Das Lied hat keine seiner Wirkung verfehlt, sondern das gesamte Leben des lyrischen Ichs durchdrungen. Der Frühling, Symbol der Liebe und des Lebens, taucht in den sehnenden Strom des Lebens ein. Die Vorstellung des Sonnenuntergangs am Ende der Strophe könnte als Symbol für das Ende des Tages, aber auch für das Gefühl der Erfüllung und des Eintauchens in die Liebe verstanden werden. Die Sehnsucht gipfelt in einer Art von Hingabe an die Liebe, die durch das Lied ausgelöst und vertieft wurde. Das Gedicht ist somit ein Loblied auf die Macht der Liebe, ausgedrückt durch die Kunst des Gesangs.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.