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Armes Kind, es fleht dies Lied

Von

Armes Kind, es fleht dies Lied,
Denke nicht, wer es gesungen,
Wie der Herr, der auch nur sieht
Auf die Herzen und nicht auf die Zungen.

Da ihm heut die Gnade ward,
Die kein Heiliger verdienet,
Sei dem Bruder auch nicht hart,
Sei mit dem Getrennten ausgesühnet.

O vergib mir, so ich dich
Je mit Wort und Tat verletzet,
Recht von Herzen schmerzt es mich,
Sei dir reichlich mit Gebet ersetzet.

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Gedicht: Armes Kind, es fleht dies Lied von Clemens Brentano

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Armes Kind, es fleht dies Lied“ von Clemens Brentano ist eine bewegende Bitte um Vergebung und Versöhnung, die von einer tiefen Demut und dem Wunsch nach innerem Frieden geprägt ist. Der Dichter wendet sich an ein „armes Kind“, vermutlich eine geliebte Person, und bittet um Gnade und Versöhnung für vergangenes Fehlverhalten. Die Wahl des Adjektivs „arm“ deutet auf eine Verletzlichkeit und Abhängigkeit, die den Appell des Dichters verstärkt und eine emotionale Brücke zum Empfänger schlägt.

Brentano beginnt mit einer direkten Ansprache und betont die Wichtigkeit der inneren Haltung im Vergleich zur äußeren Erscheinung. Die Zeilen „Denke nicht, wer es gesungen, / Wie der Herr, der auch nur sieht / Auf die Herzen und nicht auf die Zungen“ unterstreichen die Bedeutung der aufrichtigen Absicht und des Reuegefühls. Der Dichter bittet das Kind, nicht auf die Person des Sängers zu achten, sondern auf die tiefe Bedeutung des Liedes, das aus dem Herzen kommt. Dies unterstreicht die religiöse Dimension des Gedichts und erinnert an die christliche Lehre, in der die innere Haltung über äußere Taten gestellt wird.

In der zweiten Strophe wird die Bitte um Vergebung mit dem Gefühl der Dankbarkeit für empfangene Gnade verbunden. Der Dichter erwähnt „die Gnade“, die „kein Heiliger verdienet“ und fordert das Kind auf, ebenfalls barmherzig zu sein. Die Aufforderung „Sei mit dem Getrennten ausgesühnet“ verdeutlicht den Wunsch nach Wiedervereinigung und der Überwindung von Distanz und Konflikt. Die Betonung der Vergebung und Versöhnung macht dieses Gedicht zu einem Appell für Mitgefühl und Nächstenliebe.

Abschließend drückt der Dichter sein Bedauern über vergangenes Fehlverhalten aus. Die Zeilen „O vergib mir, so ich dich / Je mit Wort und Tat verletzet, / Recht von Herzen schmerzt es mich“ zeugen von tiefer Reue und dem Wunsch nach Wiedergutmachung. Die Bitte „Sei dir reichlich mit Gebet ersetzet“ zeigt, dass der Dichter nicht nur um Vergebung bittet, sondern auch bereit ist, diese durch Gebete zu begleiten, um die Verletzung zu lindern und eine tiefere Beziehung zu erneuern. Insgesamt ist das Gedicht ein Ausdruck von Demut, Reue und dem tiefen Wunsch nach Versöhnung.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.