Ans Vaterland
1778Was wäre der Dichter wunderbar Spiel, Zög′s nicht wie Sonne durch innere Nacht; Was wohl der Zauber in Ton und Lied, Der wie der Frühling über Gräber hinzieht, Wenn er die Lebendigtoten nicht weckte, Und nicht die feigen Schlummernden schreckte. Stehet auf! stehet auf! so rufet die Zeit, Es ist der Richttag,der Herr ist nicht weit.
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Interpretation
Das Gedicht "Ans Vaterland" von Clemens Brentano ist ein leidenschaftlicher Aufruf zur Erweckung und zum Handeln. Es fordert die Menschen auf, aus ihrer inneren Dunkelheit und Lethargie aufzustehen und sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen. Der Dichter vergleicht sich selbst mit der Sonne, die durch die Nacht bricht und Licht und Wärme bringt. Er sieht seine Aufgabe darin, die Menschen zu erwecken und zu bewegen, indem er seine Poesie als Zauber und Frühling über die Gräber hinwegzieht. Diese Metaphern verdeutlichen die transformative Kraft der Kunst und ihre Fähigkeit, Leben und Hoffnung in die Tristesse zu bringen. Das Gedicht endet mit einem eindringlichen Aufruf: "Stehet auf! stehet auf!" Es erinnert die Menschen daran, dass der Tag des Gerichts naht und der Herr nicht weit ist. Dies kann als metaphorische Aufforderung verstanden werden, sich den moralischen und politischen Herausforderungen der Zeit zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Richttag, der Herr ist nicht weit
- Metapher
- wie der Frühling über Gräber hinzieht
- Personifikation
- stehet auf! stehet auf! so rufet die Zeit