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Die Sperlinge

Von

Altes Haus mit deinen Löchern,
Geizger Bauer, nun ade!
Sonne scheint, von allen Dächern
Tröpfelt lustig schon der Schnee,
Draußen auf dem Zaune munter
Wetzen unsre Schnäbel wir,
Durch die Hecken rauf und runter,
In dem Baume vor der Tür
Tummeln wir in hellen Haufen
Uns mit großem Kriegsgeschrei,
Um die Liebste uns zu raufen,
Denn der Winter ist vorbei!

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Gedicht: Die Sperlinge von Joseph von Eichendorff

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Die Sperlinge“ von Joseph von Eichendorff ist eine lebendige und fröhliche Darstellung des Frühlingserwachens aus der Perspektive von Sperlingen. Das Gedicht, das sich durch seine Einfachheit und Naturnähe auszeichnet, beschreibt die Freude und das ausgelassene Verhalten der Vögel, nachdem der Winter endlich vorüber ist.

Das Gedicht beginnt mit einer Abschiedsformel an ein „Altes Haus“ und einen „Geizigen Bauer“, was möglicherweise die Überwindung der Kälte und Entbehrung des Winters symbolisiert. Die Vögel scheinen sich von der Winterstarre zu befreien und die Ankunft des Frühlings zu feiern. Die Beschreibung des „lustig tröpfelnden Schnees“ deutet bereits auf eine Übergangsphase hin, in der die Natur langsam wieder zum Leben erwacht. Die Sperlinge sind frei und unbehelligt.

Im Zentrum des Gedichts steht die Beschreibung des aktiven und spielerischen Verhaltens der Sperlinge. Sie „wetzen“ ihre Schnäbel auf dem Zaun, toben „in hellen Haufen“ und führen „großes Kriegsgeschrei“ auf. Diese lebhaften Bilder vermitteln ein Gefühl von Ausgelassenheit und Lebensfreude. Die Zeilen „Durch die Hecken rauf und runter / In dem Baume vor der Tür“ zeigen, wie sie die Umgebung spielerisch erkunden.

Der letzte Teil des Gedichts deutet auf ein Motiv der Liebe und des Wettbewerbs hin. „Um die Liebste uns zu raufen, / Denn der Winter ist vorbei!“ Diese Zeilen implizieren, dass die Sperlinge nun bereit sind, um ihre Partner zu werben, da der Frühling die Zeit der Fortpflanzung ankündigt. Die Freude über das Ende des Winters und die Ankunft des Frühlings wird durch das lebhafte Verhalten der Sperlinge verkörpert, die das Erwachen der Natur auf ihre eigene spielerische und lebendige Weise feiern.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.