Ich möchte hundert Arme breiten
Ich möchte in dir hochwellen,
Grüner Baum!
Ich möchte treibfroh in deinen Markzellen
Aufschwellen
Bis in den Wipfeltraum
Lichtoben –
Ich möchte in die Lichtweiten
Hundert Arme breiten
Wie Zweige –
Armzweige mit Blätterfingern
Und dann fühlen wie Mittagsgluten,
Wie Lichtfluten
Durch sie schlingern –
Ich möchte aus deinem Wirbelkopf,
Lebensbaum,
Aus dem Laubtraum
Wie Lichtgetropf,
Wie Windsingen
Mich aufschwingen
In den Weltraum!
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Ich möchte hundert Arme breiten“ von Gerrit Engelke ist eine Ode an die Natur, ein Ausdruck des Wunsches nach Verschmelzung mit dem Lebensbaum und dem Kosmos. Es ist eine Liebeserklärung an das Leben, die Natur und die Sehnsucht nach Einheit und Erhebung. Der Sprecher drückt den Wunsch nach einer tiefen Verbundenheit mit dem Baum, der als Metapher für das Leben selbst steht, aus.
Die erste Strophe etabliert das zentrale Motiv: die Verschmelzung mit dem Baum. Der Sprecher möchte in den Baum hineinwachsen, sich in seinen Markzellen ausdehnen und bis in die höchsten Wipfel gelangen, um das Licht zu erleben. Die Verwendung von Wörtern wie „hochwellen“, „aufschwellen“ und „Wipfeltraum“ erzeugt ein Gefühl von Wachstum, Expansion und dem Streben nach Höherem. Das Bild des grünen Baumes repräsentiert die lebendige Natur und die Sehnsucht nach einer Verbindung mit diesem natürlichen Kreislauf.
In der zweiten Strophe wird dieser Wunsch nach Expansion und dem Erleben von Licht noch verstärkt. Der Sprecher möchte „hundert Arme breiten“ wie die Zweige eines Baumes und mit „Blätterfingern“ das Sonnenlicht und die Lichtfluten fühlen. Hier wird die Analogie zwischen dem Menschen und dem Baum vertieft, wobei die Arme und Finger die Zweige und Blätter des Baumes symbolisieren. Die Mittagsglut und die Lichtfluten stehen für die Lebensenergie und die Schönheit der Natur, die der Sprecher aufnehmen und erleben möchte.
Die letzte Strophe kulminiert in dem Wunsch nach dem Aufstieg in den Weltraum. Der Sprecher möchte sich wie „Lichtgetropf“ und „Windsingen“ aus dem „Wirbelkopf“ des Baumes in den Kosmos erheben. Hier wird die Metapher des Baumes erweitert, um auch den Kreislauf des Lebens und die Einheit von allem zu umfassen. Der Sprecher möchte sich von der irdischen Existenz lösen und in die Unendlichkeit des Weltraums eintauchen, um dort eine tiefere Erfahrung von Einheit und Schönheit zu erfahren. Die Verwendung von Worten wie „Lebensbaum“, „Laubtraum“ und „Weltraum“ unterstreicht die tiefe Verbindung zwischen dem Leben auf der Erde und dem unendlichen Kosmos.
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Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.