Ich will heraus aus dieser Stadt
1921Ich weiß, daß Berge auf mich warten, Draußen – weit – Und Wald und Winterfeld und Wiesengarten Voll Gotteinsamkeit –
Weiß, daß für mich ein Wind durch Wälder dringt, So lange schon – Daß Schnee fällt, daß der Mond nachtleise singt Den Ewig-Ton –
Fühle, daß nachts Wolken schwellen, Bäume, Daß Ebenen, Gebirge wellen In meine Träume –
Die Winterberge, meine Berge tönen – Wälder sind verschneit – Ich will hinaus, mit Euch mich zu versöhnen Ich will heraus aus dieser Zeit,
Hinweg von Märkten, Zimmern, Treppenstufen, Straßenbraus – Die Waldberge, die Waldberge rufen, Locken mich hinaus!
Bald hab ich diese Straßenwochen, Bald diesen Stadtbann aufgebrochen Und ziehe hin, wo Ströme durch die Ewig-Erde pochen, Ziehe selig in die Welt!
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Interpretation
Das Gedicht "Ich will heraus aus dieser Stadt" von Gerrit Engelke ist ein kraftvolles Plädoyer für die Sehnsucht nach Freiheit und Natur. Der Sprecher drückt einen tiefen Wunsch aus, der Enge und Monotonie des städtischen Lebens zu entfliehen und sich in der Weite und Schönheit der Natur zu verlieren. Das Gedicht beginnt mit einer klaren Aussage: Der Sprecher weiß, dass Berge, Wälder und Felder auf ihn warten. Diese natürlichen Elemente werden als "Gotteinsamkeit" beschrieben, was eine tiefe spirituelle Verbindung zur Natur andeutet. Der Sprecher fühlt eine starke Anziehungskraft zu diesen Orten, die er als seine "Winterberge" bezeichnet, was eine persönliche und emotionale Bindung zu ihnen impliziert. Die Stadt wird als ein Ort der Gefangenschaft und des Lärms dargestellt, im Gegensatz zur Ruhe und Stille der Natur. Der Sprecher beschreibt die Stadt als einen "Stadtbann", aus dem er ausbrechen möchte. Die Straßen und Märkte werden als erdrückend und erstickend empfunden, während die Wälder und Berge als einladend und lockend beschrieben werden. Das Gedicht endet mit einer kraftvollen Aussage der Befreiung und des Neubeginns. Der Sprecher ist entschlossen, die Stadt zu verlassen und in die Welt hinauszuziehen, wo er sich mit der Natur versöhnen und ein neues Leben beginnen kann. Die letzten Zeilen, "Ziehe selig in die Welt!", drücken eine tiefe Freude und Zufriedenheit aus, die mit der Entscheidung einhergeht, die Stadt zu verlassen und sich auf die Reise in die Natur zu begeben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Waldberge, die Waldberge rufen
- Bildlichkeit
- Draußen – weit – Und Wald und Winterfeld und Wiesengarten Voll Gotteinsamkeit
- Hyperbel
- So lange schon
- Kontrast
- Hinweg von Märkten, Zimmern, Treppenstufen, Straßenbraus
- Metapher
- Ich will heraus aus dieser Stadt
- Personifikation
- Daß der Mond nachtleise singt
- Symbolik
- Schnee fällt