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Ich will heraus aus dieser Stadt

Von

Ich weiß, daß Berge auf mich warten,
Draußen – weit –
Und Wald und Winterfeld und Wiesengarten
Voll Gotteinsamkeit –

Weiß, daß für mich ein Wind durch Wälder dringt,
So lange schon –
Daß Schnee fällt, daß der Mond nachtleise singt
Den Ewig-Ton –

Fühle, daß nachts Wolken schwellen,
Bäume,
Daß Ebenen, Gebirge wellen
In meine Träume –

Die Winterberge, meine Berge tönen –
Wälder sind verschneit –
Ich will hinaus, mit Euch mich zu versöhnen
Ich will heraus aus dieser Zeit,

Hinweg von Märkten, Zimmern, Treppenstufen,
Straßenbraus –
Die Waldberge, die Waldberge rufen,
Locken mich hinaus!

Bald hab ich diese Straßenwochen,
Bald diesen Stadtbann aufgebrochen
Und ziehe hin, wo Ströme durch die Ewig-Erde pochen,
Ziehe selig in die Welt!

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Gedicht: Ich will heraus aus dieser Stadt von Gerrit Engelke

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Ich will heraus aus dieser Stadt“ von Gerrit Engelke drückt eine tiefe Sehnsucht nach Freiheit und Natur aus, die als Kontrast zur Enge und Hektik des städtischen Lebens dargestellt wird. Das lyrische Ich fühlt eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf die Natur, insbesondere auf die Berge, Wälder und weiten Felder, die als Orte der Ruhe und der „Gotteinsamkeit“ beschrieben werden. Diese Sehnsucht manifestiert sich in einem klaren Wunsch nach Veränderung, nach dem Ausbruch aus der Begrenzung des Stadtlebens.

Die erste Strophe etabliert die Erwartung und das Wissen des lyrischen Ichs über die Natur. Die Berge, der Wald und der Wiesengarten, Orte der Stille und der göttlichen Einsamkeit, werden als etwas Vertrautes beschrieben, das auf den Sprecher wartet. Die Wiederholung des Wortes „Weiß“ unterstreicht die Gewissheit und die tiefe Verbundenheit mit der Natur. Die folgenden Strophen vertiefen diese Verbindung, indem sie die sinnliche Wahrnehmung der Natur hervorheben, wie den Wind, der durch die Wälder dringt, den fallenden Schnee und den Mond, der „nachtleise singt“. Diese Elemente schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und des Friedens, die im starken Kontrast zur Hektik der Stadt steht.

Das Gedicht verwendet eine Reihe von Bildern und Metaphern, um die Sehnsucht des lyrischen Ichs zu vermitteln. Die „Winterberge“ und „Waldberge“ werden personifiziert und beschwören den Sprecher auf, was die tiefe emotionale Verbindung zur Natur unterstreicht. Die Stadt wird als Ort der „Märkte, Zimmern, Treppenstufen, Straßenbraus“ dargestellt – als ein Gefängnis, das durchbrochen werden muss. Der Wunsch nach „Versöhnung“ mit den Elementen der Natur deutet auf ein tiefes Bedürfnis nach Ganzheit und Harmonie hin, nach einer Rückkehr zu den Wurzeln und der Ursprünglichkeit.

Im letzten Teil des Gedichts verstärkt sich der Wunsch nach Freiheit und Ausbruch. Die Verwendung von Wörtern wie „aufgebrochen“ und „ziehe selig in die Welt“ verdeutlicht die Entschlossenheit des Sprechers, die städtischen Fesseln zu verlassen. Die Metapher der „Ströme, die durch die Ewig-Erde pochen“ symbolisiert die tiefe, beständige Kraft der Natur und die Sehnsucht nach einem Leben im Einklang mit dieser Kraft. Engelkes Gedicht ist somit ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem Einfachen, Natürlichen und Unendlichen, ein Aufruf zur Flucht aus der Zivilisation und zur Rückkehr zur ursprünglichen Welt.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.