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Durcheinander

Von

Spatzen schrein und Nachtigallen,
Nelke glüht und Distel sticht,
Rose schön durch Nesseln bricht.
Besser noch hat mir gefallen
Liebchens spielendes Augenlicht;
Aber fehlte auch nur eins von allen,
′s wär eben der närrische Frühling nicht.

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Gedicht: Durcheinander von Joseph von Eichendorff

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Durcheinander“ von Joseph von Eichendorff feiert auf humorvolle Weise die Vielfalt und das scheinbare Chaos des Frühlings. Es präsentiert eine lebendige Szenerie, in der Gegensätze scheinbar harmonisch nebeneinander existieren. Der Titel des Gedichts deutet bereits auf diese Vermischung verschiedener Elemente hin. Der Dichter scheint die Unvollkommenheit und das Durcheinander des Frühlings zu schätzen, anstatt nach Perfektion zu streben.

Eichendorff verwendet eine Reihe von widersprüchlichen Bildern, um das Wesen des Frühlings einzufangen. „Spatzen schrein und Nachtigallen“ verweben das scheinbar einfache und laute Zwitschern der Spatzen mit dem melodischen Gesang der Nachtigallen. Die „Nelke glüht“ kontrastiert mit der „Distel“, die „sticht“, was die raue Natur und die Schönheit des Frühlings gleichermaßen darstellt. Die „Rose“, die „schön durch Nesseln bricht“, symbolisiert die Schönheit, die aus scheinbar widrigen Umständen hervorgeht. Durch diese Gegensätze entsteht ein lebendiges Bild, das die Vielschichtigkeit des Frühlings betont.

Der Dichter schätzt jedoch nicht nur die Natur. Er erwähnt auch das „spielende Augenlicht“ seiner Liebsten. Dies deutet darauf hin, dass die menschliche Liebe und die Freude an einer geliebten Person ebenso wichtig sind wie die Schönheit der Natur. Der Übergang von der Beschreibung der Natur zur Erwähnung seiner Liebsten zeigt, dass beide Aspekte des Lebens – die Natur und die Liebe – für ihn untrennbar miteinander verbunden sind.

Der letzte Vers, „′s wär eben der närrische Frühling nicht“, offenbart die zentrale Botschaft des Gedichts. Eichendorff akzeptiert und feiert das Durcheinander und die scheinbare Unvollkommenheit des Frühlings. Er deutet an, dass die Mischung aus Gegensätzen, die Unvorhersehbarkeit und das Chaos das Wesen des Frühlings ausmachen. Nur durch die Akzeptanz dieser „Närrischkeit“ wird die wahre Schönheit und Freude des Frühlings erfahren.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.