Die Liebe lehrt…
Die Liebe lehrt
Mich lieblich reden,
Da Lieblichkeit
Mich lieben lehrte.
Arm bin ich nicht
In Deinen Armen,
Umarmst du mich
Du süße Armut.
Wie reich bin ich
In Deinem Reiche,
Der Liebe Reichtum
Reichst du mir.
O Lieblichkeit!
O reiche Armut!
Umarme mich
In Liebesarmen.
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Die Liebe lehrt…“ von Clemens Brentano ist eine kurze, lyrische Reflexion über die Natur der Liebe und ihre paradoxen Eigenschaften. Es besteht aus vier Strophen, die jeweils vier Zeilen umfassen und in denen die Liebe sowohl als Quelle der Sprache und des Ausdrucks als auch als Zustand der Fülle und des Mangels dargestellt wird. Der Dichter nutzt einfache, klare Worte und eine strukturierte Reimform, um die wesentlichen Aspekte der Liebe zu erfassen.
Die erste Strophe etabliert die Liebe als eine Kraft, die das Reden und die Ausdrucksfähigkeit des Dichters lehrt. Der Begriff „Lieblichkeit“ wird als zentrales Element hervorgehoben, das die Liebe selbst lehrt und lehrt, geliebt zu werden. Dieser Kreislauf der Liebe, der durch das Wortspiel mit „lieblich“ und „lieben“ betont wird, deutet auf die transformative Kraft der Liebe hin, die den Einzelnen in die Lage versetzt, die Welt um ihn herum auf eine neue Weise zu erfahren und auszudrücken.
Die zweite und dritte Strophe führen die scheinbaren Gegensätze der Liebe ein: Armut und Reichtum. In den Armen des Geliebten oder der Geliebten fühlt sich der Dichter reich, trotz scheinbarer Armut. Gleichzeitig empfindet er sich in dem „Reich“ der Liebe als reich, da die Liebe ihm ihren Reichtum schenkt. Diese Paradoxie unterstreicht die Idee, dass die materielle Welt in der Liebe an Bedeutung verliert. Wahre Fülle existiert nicht im Besitz, sondern in der emotionalen Verbundenheit und gegenseitigen Hingabe.
Die letzte Strophe, eine Art Zusammenfassung des Gedichts, ruft die „Lieblichkeit“ und „reiche Armut“ als zentrale Aspekte der Liebe auf. Die Wiederholung des Imperativs „Umarme mich / In Liebesarmen“ verstärkt den Wunsch nach Vereinigung und Geborgenheit. Das Gedicht endet mit dem Aufruf zur Umarmung, wodurch die Hingabe an die Liebe und die Sehnsucht nach ihrer sinnlichen und emotionalen Erfüllung zum Ausdruck gebracht werden. Es ist ein Lobgesang auf die Liebe, der ihre Widersprüchlichkeiten als wesentliche Bestandteile ihrer Schönheit und Kraft feiert.
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Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.