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Der Vögel Abschied

Von

Ade, ihr Felsenhallen,
Du schönes Waldrevier,
Die falben Blätter fallen,
Wir ziehen weit von hier.

Träumt fort im stillen Grunde!
Die Berg stehn auf der Wacht,
Die Sterne machen Runde
Die lange Winternacht.

Und ob sie all verglommen,
Die Täler und die Höhn –
Lenz muß doch wiederkommen
Und alles auferstehn!

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Gedicht: Der Vögel Abschied von Joseph von Eichendorff

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Der Vögel Abschied“ von Joseph von Eichendorff beschreibt den Aufbruch der Vögel in den Winter. Es ist ein Abschied, der jedoch nicht nur Trauer, sondern auch die Hoffnung auf eine Wiederkehr des Frühlings beinhaltet. Die Strophen sind durch einen einfachen, klaren Reim aufgebaut, was die Botschaft für den Leser leicht zugänglich macht. Die verwendeten Bilder, wie „Felsenhallen“ und „Waldrevier“, vermitteln eine romantische Vorstellung der Natur, die im Herbst ihre Pracht verliert.

Die erste Strophe kennzeichnet den Abschiedsort. Die Vögel verlassen ihre vertraute Umgebung, die durch die beschriebenen Naturbilder veranschaulicht wird. Der Fall der „falben Blätter“ deutet auf den herannahenden Winter hin, der die Vögel zur Flucht zwingt. Die zweite Strophe konzentriert sich auf die Sehnsucht nach der Jahreszeit, die nun vorüber ist. Die Natur scheint in einen tiefen Schlaf zu versinken, die „Berge“ stehen als Wächter der winterlichen Stille. Der letzte Vers dieser Strophe deutet auf die Zeit der Wiederkehr hin.

In der dritten Strophe schwingt trotz des Abschieds ein Gefühl der Hoffnung mit. Die Gewissheit, dass der Frühling zurückkehren wird, tröstet über den Verlust der warmen Jahreszeit hinweg. Das Vergehen der Natur, die in den ersten beiden Strophen beschreiben wird, wird mit der Erwartung der Wiedergeburt kontrastiert. Das Bild der „Täler“ und „Höhen“ symbolisiert die gesamte Natur, die im Frühling wieder zum Leben erwacht.

Eichendorff verwendet hier ein typisch romantisches Motiv: den Kreislauf der Natur, verbunden mit der Hoffnung auf Erneuerung. Der Abschied wird somit nicht als endgültig, sondern als eine vorübergehende Trennung interpretiert. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Verbundenheit mit der Natur, die in ihrer Vergänglichkeit eine gewisse Schönheit birgt. Es drückt ein Gefühl von Trost und Zuversicht aus, das für die Romantik charakteristisch ist.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.