<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Poesie-Oase – Deutsche Gedichte entdecken</title><link>https://poesie-oase.de/</link><description>Recent content on Poesie-Oase – Deutsche Gedichte entdecken</description><generator>Hugo</generator><language>de</language><lastBuildDate>Thu, 27 Aug 2026 10:10:36 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://poesie-oase.de/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Abdallah</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abdallah/</link><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 10:10:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abdallah/</guid><description>&lt;p&gt;Abdallah, Hassans Sohn, der vor dem Großvizier,&#10;Wie vor dem Mahomet, sich bis zur Erde krümmte,&#10;Fleht um ein reiches Amt, das der dem Seraskier,&#10;Dem Pascha Bajazet, freundvetterlich bestimmte.&#10;Ihn hört der Großvizier, und sagt geschwinde: Nein.&#10;Er dankt. Wie? Dein Gesuch wird gänzlich abgeschlagen!&#10;Abdallah kniet, und spricht: Die Huld ist ungemein,&#10;Daß ich nicht harren darf, da sie mir′s gleich versagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschiedslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedslied-7317/</link><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 10:10:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedslied-7317/</guid><description>&lt;p&gt;Auf den 6. März 1823&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum letztenmal willkommen in dem Bund!&#10;Wir grüßen euch nach alter Burschensitte,&#10;Willkommen! ruft euch jeder frohe Mund,&#10;Wir schließen euch in unsre traute Mitte.&#10;Noch einmal, eh die ernste Stunde flieht,&#10;Laßt uns, ihr Brüder, hoch die Becher schwingen,&#10;In vollem Ton, aus warmer Brust soll laut erklingen&#10;Das Hochgefühl, das jedes Herz durchglüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit euch, mit euch ziehn in die Ferne hin&#10;Die Herzen alle, die dem Bund geschlagen;&#10;O möchte mit euch stets die Liebe ziehn,&#10;Die ihr für uns in treuem Sinn getragen! -&#10;Und trennte euch von uns so manches Land,&#10;Vergesset nimmer eurer Brüder Scharen,&#10;O möget ihr in treuer Brust die Flamme wahren,&#10;Die in uns webte an des Neckars Strand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung-3945/</link><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 10:10:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung-3945/</guid><description>&lt;p&gt;Es wird ein Tag erscheinen,—&#10;Und er ist nimmer weit -&#10;An dem wir uns vereinen&#10;Zu einer Seligkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An dem wir froh begehen&#10;Ein Fest in guter Rund:&#10;Der Freiheit Auferstehen,&#10;Des Geistes freien Bund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das wird ein Tag der Liebe&#10;Ein Tag der Freude sein.&#10;Und schon erstehn die Triebe&#10;Zu künftigem Gedeihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon will die Sonne sprengen&#10;Ihr Auferstehungsthor,&#10;Und lichte Stralen drängen&#10;Am Himmel schon hervor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Blut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-blut/</link><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 10:10:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-blut/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ein Kranker, den das Fieber&#10;Heiß gemacht und aufgeregt,&#10;Sich herüber und hinüber&#10;Auf die andre Seite legt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So die Welt. Vor Haß und Hader&#10;Hat sie niemals noch geruht.&#10;Immerfort durch jede Ader&#10;Tobt das alte Sünderblut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-fruehling-2336/</link><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 10:10:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-fruehling-2336/</guid><description>&lt;p&gt;Welch ein reizendes Bild! Der Baum, von ferne gesehen,&#10;Zeigt uns nicht Zweige und Laub, zeigt uns die Blüten allein,&#10;Die, zur Wolke geballt, ihn krönen, da scheint denn sein Wipfel&#10;Uns ein magischer Kreis, leicht in den Aether gehaucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schnee-5634/</link><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 10:10:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schnee-5634/</guid><description>&lt;p&gt;Träne des Himmels: der Regen fiel&#10;Tödlich wie Schwermut fällt&#10;Auf das geliebte zerbrochene Spiel&#10;Auf die verwesende Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herbst schon rollte sie schwelgend hinab,&#10;Purpurner Untergang,&#10;Sanft nun wiegt sie zu Grab&#10;Eigener Wehmut Gesang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da: im silbernen Blitz der Fröste&#10;Sieh, Erstarrung fällt,&#10;Selige Form; es tanzt im Kristall die erlöste&#10;Tanzt die gerettete Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwist/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:59:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwist/</guid><description>&lt;p&gt;Gallen foltern bäumen lösen&#10;Knirschen zürnen meiden Haß&#10;Zittern stampfen schäumen grämen&#10;Suchen beben forschen bang&#10;Wenden zagen schauen langen&#10;Stehen rühren seufzen gehn&#10;Streicheln klagen&#10;Kosen schelten&#10;Schämen schmäht&#10;Und&#10;Fliehen wirbt&#10;Schmiegen wehret&#10;Armen sträubet&#10;Quälen küßt&#10;Vergessen&#10;Lacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Wünsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-wuensche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:58:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-wuensche/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, zwei Wünsche wünscht′ ich immer&#10;Leider immer noch vergebens.&#10;Und doch sind′s die innig-frommsten,&#10;Schönsten meines ganzes Lebens!&#10;Daß ich alle, alle Menschen&#10;Könnt′ mit gleicher Lieb′ umfassen,&#10;Und daß Ein′ge ich von ihnen&#10;Morgen dürfte hängen lassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Tage, weil ich krankte...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-tage-weil-ich-krankte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:58:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-tage-weil-ich-krankte/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Tage, weil ich krankte,&#10;Sah ich euch, Blumen, nicht;&#10;Wie viel indeß erblicken&#10;Nicht mehr der Sonne Licht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Kind schon liebte, Blumen,&#10;Ich über alles euch:&#10;Selbst Edelsteine schätzte&#10;Ich nie euch, Holde, gleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lieb′ euch, und ihr liebet,&#10;Ob sprachlos gleich, auch mich;&#10;Jedwede von euch siehet&#10;Das Mädchen gern um sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Tag wird kommen, Blumen,&#10;Und ist vielleicht nicht fern,&#10;Wo sich der Sonne Lichte&#10;Schließt meines Auges Stern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Soldatenlieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-soldatenlieder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:57:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-soldatenlieder/</guid><description>&lt;p&gt;In einem totenstillen Lied&#10;vom Weh zum Wort die Frage zieht:&#10;Wer weiß wo.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer weiß, wo dieses stille Leid&#10;begraben liegt, es lärmt die Zeit&#10;vorüber so.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schweigt nicht vor der Ewigkeit&#10;und stirbt und ist doch nicht bereit&#10;zur letzten Ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In einem lebenslauten Lied&#10;vom Wahn zum Wort die Frage zieht:&#10;Wer weiß wozu!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Taufe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-taufe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-taufe/</guid><description>&lt;p&gt;Bedenk es wohl, eh du sie taufst!&#10;Bedeutsam sind die Namen;&#10;Und fasse mir dein liebes Bild&#10;Nun in den rechten Rahmen.&#10;Denn ob der Nam′ den Menschen macht,&#10;Ob sich der Mensch den Namen,&#10;Das ist, weshalb mir oft, mein Freund,&#10;Bescheidne Zweifel kamen;&#10;Eins aber weiß ich ganz gewiß:&#10;Bedeutsam sind die Namen!&#10;So schickt für Mädchen Lisbeth sich,&#10;Elisabeth für Damen;&#10;Auch fing sich oft ein Freier schon,&#10;Dem Fischlein gleich am Hamen,&#10;An einem ambraduftigen,&#10;Klanghaften Mädchennamen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Silber-Hochzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-silber-hochzeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:56:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-silber-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Nehmt hin, Ihr Theuren, diesen Myrthenkranz!&#10;Der Alte, der vor fünfundzwanzig Jahren&#10;Die Braut geschmückt, strahlt nun in Silber-Glanz.&#10;Und was will diese Wandlung offenbaren?&#10;Nur Traum und Wahn verblühen mit der Zeit,&#10;Nur flücht′ge Neigung welkt gleich grünem Laube,&#10;Doch wahre Liebe währt in Ewigkeit,&#10;Und zu den Sternen dringt sie aus dem Staube.&#10;Nichts ist zu wünschen Euch und Eurem Glück,&#10;Nur dauernd soll der Himmel es Euch wahren:&#10;Dann schaut Ihr froh auf diesen Tag zurück&#10;Im goldnen Kranz nach fünfundzwanzig Jahren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Physiognomik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-physiognomik/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:55:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-physiognomik/</guid><description>&lt;p&gt;Der weise Schopenhauer spricht –&#10;Und gern betret′ ich seine Spur:&#10;»Ein jedes Menschen Angesicht&#10;Ist ein Gedanke der Natur.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es folgt daraus das Eine nur,&#10;Wenn man dem Worte Glauben schenkt:&#10;Daß auch die ewige Natur&#10;Mehr Dummes als Gescheites denkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Mörike-Feier in Stuttgart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-moerike-feier-in-stuttgart/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:55:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-moerike-feier-in-stuttgart/</guid><description>&lt;p&gt;am 4. Mai 1876 gesprochen bei Bekränzung der Büste des Dichters.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wissen&amp;rsquo; s wohl: du würdest dich erwehren;&#10;Du liebtest nicht die öffentlichen Ehren,&#10;Nicht vorzuglänzen war dein keuscher Wille&#10;Und deine süße Freundin war die Stille.&#10;Wir aber hier in dunkeln Körperschranken, –&#10;Verzeih&amp;rsquo;, o sel&amp;rsquo;ger Geist, – um dir zu danken,&#10;So stille, wie du möchtest, nein!&#10;So stille können wir nicht sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch fürchte Nichts! Wir sind nicht allzulaut,&#10;Wir bitten nur ganz sachte, ganz vertraut:&#10;Auf deiner Stirne sanfte Geisterhügel,&#10;Umweht von fremder Lüfte weichem Flügel,&#10;Nimm, von Apollo&amp;rsquo;s dunklem Blatt belaubt,&#10;Den schlichten Kranz – du trägst ihn leicht,&#10;Den Kranz, dem doch kein andrer gleicht, –&#10;Es grünt dein Ruhm und wächst dir über&amp;rsquo;s Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit einer Offiziersbraut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-einer-offiziersbraut/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:54:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-einer-offiziersbraut/</guid><description>&lt;p&gt;Viel heit′re Worte wirst Du, heit′re Wünsche&#10;Vernehmen zu dem freudevollen Tag.&#10;Doch tiefer als der Lust gehört dem Ernst&#10;Dies hohe Fest: es sei der Scherz der Menge,&#10;Dem Dichter sei das ernste Wort vergönnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beklagt hab′ ich bei manchem Brautfest schon&#10;Die edle Myrthe, die geweihte Blume:&#10;Denn wenn ich Braut und Bräutigam beschaute,&#10;Empfand ich: ach, die Myrthe seh′ ich wohl,&#10;Jedoch nicht heilgen Bund, der Myrthe werth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit einer Gold-Blonden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-einer-gold-blonden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:54:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-einer-gold-blonden/</guid><description>&lt;p&gt;»Das goldne Kind«: - so hatt′ ich Dich genannt:&#10;Der schöne Name bleibe Dir für′s Leben:&#10;Wie heut′ der Ring den Finger Deiner Hand,&#10;Soll stets das Gold, das wahre, Dich umgeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das wahre Gold, das einzig glücklich macht,&#10;Vergoldend nicht von außen, nein: von innen:&#10;Es ruht zutiefst in unsrer Herzen Schacht: -&#10;Du und Dein Mann - dort sollt Ihr es gewinnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So, »Goldkind«, sollst Du heut′ in gold′nen Haren,&#10;Was gold′ne Hochzeit heißet. schon erfahren,&#10;Und feierst Du sie einst im Silberhar,&#10;Dann denke mein und sprich: »Sein Wort ward wahr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit des Senators Gildemeister zu Bremen mit der Jungfrau Stolz zu Zürich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-des-senators-gildemeister-zu-bremen-mit-der-jungfrau-stolz-zu-zuerich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:53:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-des-senators-gildemeister-zu-bremen-mit-der-jungfrau-stolz-zu-zuerich/</guid><description>&lt;ol start="1816"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Schön′res Bild wird nicht gefunden,&#10;Süße Ruhe, stilles Glück,&#10;Und kein Wandrer mag erkunden&#10;Einen hellern Himmelsblick,&#10;Als der Kranz der grünen Hügel,&#10;Die sich um die Limmat reihn,&#10;Zürchersee, in deinem Spiegel&#10;Deiner Alpen Rosenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mildes Schwimmen, süßes Schweben,&#10;Stille wunderbare Fahrt,&#10;Alles Lieben, alles Leben&#10;Hat in dir sich offenbart.&#10;Blick, du wirst hinabgezogen&#10;In die tiefe, grüne Flut,&#10;Und ein Bild entsteigt den Wogen,&#10;Freiheit, unser höchstes Gut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Geburt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-geburt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:52:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-geburt/</guid><description>&lt;p&gt;Wir wünschen euch und eurem Kinde&#10;an Glück, so viel das Herz nur fasst.&#10;Und ein Willkommensangebinde&#10;sei Gruß dem neuen Erdengast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er soll ein braver Junge werden&#10;und euch zur Freude gut gedeih′n.&#10;Ihm leuchte im Gestrüpp der Erden&#10;des Lebens schönster Sonnenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euch Eltern aber sei bechieden,&#10;was ihr nur wünscht für euch und ihn.&#10;Im kleinen Heim soll Lust und Frieden&#10;bestehen als des Daseins Sinn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Feier des 18. Junius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-feier-des-18-junius/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:52:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-feier-des-18-junius/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seid mir gegrüßt im grünen Lindenhain,&#10;Seid mir gegrüßt, ihr meine deutschen Brüder;&#10;Auf! sammelt euch in festlich frohen Reihn,&#10;Stimmt fröhlich an des Sieges Jubellieder;&#10;Daß heut der stolze Adler niedersank,&#10;Daß sich mein Volk einlöste mit dem Schwerte&#10;Sein Heldentum, der Freiheit Ruhm, die deutsche Erde,&#10;Trag′s zu den Wolken, donnernder Gesang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trübt auch die Wolke unsers Festes Glanz,&#10;Sind auch zerschlagen schon des Siegs Altäre,&#10;Die jüngst noch, in dem jungen Siegerkranz,&#10;Der Deutsche weihte seines Volkes Ehre;&#10;Mög Arglist auch und Trug mit finstrem Bann&#10;Dem Siegervolke noch die Zunge binden,&#10;Begeisterung, des Jünglings Dank soll′s laut verkünden&#10;»Wer dort gekämpft, fiel nicht für einen Wahn!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Beruhigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-beruhigung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:51:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-beruhigung/</guid><description>&lt;p&gt;Wir schlafen ganz, wie Brutus schlief -&#10;Doch jener erwachte und bohrte tief&#10;In Cäsars Brust das kalte Messer!&#10;Die Römer waren Tyrannenfresser.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind keine Römer, wir rauchen Tabak.&#10;Ein jedes Volk hat seinen Geschmack,&#10;Ein jedes Volk hat seine Größe;&#10;In Schwaben kocht man die besten Klöße.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind Germanen, gemütlich und brav,&#10;Wir schlafen gesunden Pflanzenschlaf,&#10;Und wenn wir erwachen, pflegt uns zu dürsten,&#10;Doch nicht nach dem Blute unserer Fürsten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum neuen Jahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-neuen-jahr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:51:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-neuen-jahr/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen dem Alten,&#10;Zwischen dem Neuen&#10;Hier uns zu freuen,&#10;Schenkt uns das Glück,&#10;Und das Vergangne&#10;Heißt mit Vertrauen&#10;Vorwärts zu schauen,&#10;Schauen zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stunden der Plage,&#10;Leider, sie scheiden&#10;Treue von Leiden,&#10;Liebe von Lust;&#10;Bessere Tage&#10;Sammlen uns wieder,&#10;Heitere Lieder&#10;Stärken die Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leiden und Freuden,&#10;Jener verschwundnen,&#10;Sind die Verbundnen&#10;Fröhlich gedenk.&#10;O des Geschickes&#10;Seltsamer Windung!&#10;Alte Verbindung,&#10;Neues Geschenk!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dankt es dem regen,&#10;Wogenden Glücke,&#10;Dankt dem Geschicke&#10;Männiglich Gut;&#10;Freut euch des Wechsels&#10;Heiterer Triebe,&#10;Offener Liebe,&#10;Heimlicher Glut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Kölner Domfest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-koelner-domfest/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:50:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-koelner-domfest/</guid><description>&lt;p&gt;(15. Oktober 1880)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ersehnter Tag! Inmitten lichten Glanzes&#10;Erhebt sich Pfeilerwald und Schiff und Chor,&#10;Aus der Umgrenzung eines Zinnenkranzes&#10;Ins Unbegrenzte steigt der Knauf empor;&#10;Aus Teil- und Stückwerk endlich ward ein Ganzes,&#10;Und Furcht erlag, und Zweifelsucht verlor,&#10;Und mit den Türmen schwingt sich auf nach oben&#10;Ein Lobgesang: Laßt uns den Herren loben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wer ihn hört, aufjubelnder erscholl er&#10;In keiner Stund′, an keiner Stelle wohl,&#10;Und alle Pulse schlagen freud′ger, voller:&#10;Ein Ideal, es ward uns zum Idol;&#10;Eins wurde Hohenstauf und Hohenzoller,&#10;Und dieser Dom ist dessen uns Symbol,&#10;Und wie nach Maß und Schönheit ohnegleichen,&#10;Ist er zugleich uns unsrer Einheit Zeichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Einschlafen zu sagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-einschlafen-zu-sagen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:49:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-einschlafen-zu-sagen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte jemanden einsingen,&#10;bei jemandem sitzen und sein.&#10;Ich möchte dich wiegen und kleinsingen&#10;und begleiten schlafaus und schlafein.&#10;Ich möchte der Einzige sein im Haus,&#10;der wüßte: die Nacht war kalt.&#10;Und möchte horchen herein und hinaus&#10;in dich, in die Welt, in den Wald.&#10;Die Uhren rufen sich schlagend an,&#10;und man sieht der Zeit auf den Grund.&#10;Und unten geht noch ein fremder Mann&#10;und stört einen fremden Hund.&#10;Dahinter wird Stille. Ich habe groß&#10;die Augen auf dich gelegt;&#10;und sie halten dich sanft und lassen dich los,&#10;wenn ein Ding sich im Dunkel bewegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu zweien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-zweien/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:49:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-zweien/</guid><description>&lt;p&gt;Schimmernde Flügel bewegen die dunkelnden Wasser,&#10;fliehen und suchen und sinken und heben sich wieder;&#10;leise verzittern die Wellen in schwingenden Kreisen,&#10;und an dem schwebenden Weidengefieder zuckt bläulich&#10;schmal die Libelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie es so fürstlich sich schweigt in den schwankenden Schatten&#10;tiefer Gedanken, gestaltender Träume zu zweien,&#10;wenn in der Feierlichkeit der gesegneten Stunde&#10;Fernes dem Geist sich enthüllt und die Seelen entzündet&#10;allem Geheimnis!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber derweilen, entrückt in olympische Zonen,&#10;wissen wir gar nicht, dass unsere zärtlichen Hände,&#10;müde der göttlichen Höhe, wie fröhliche Kinder,&#10;spielen das köstliche Spiel von Libelle und Wasser,&#10;suchend und fliehend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu viele Menschen, zu viele Straßen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-viele-menschen-zu-viele-strassen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:48:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-viele-menschen-zu-viele-strassen/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip; denke so - daß du mit vielen Leuten&#10;Durch die Straßen gehst -&#10;Vor diesem Laden da stehst -&#10;Unter vielen, fremden Leuten -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß du im Alltagseinerlei&#10;In Menschenrudeln&#10;Durch die Straßenstrudel&#10;Dahingetrieben - -&#10;Immer an mir vorbei - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip; denke so - daß zu viele Menschen&#10;Durch die Straßen gehn -&#10;Daß die Straßen alle auseinander zweigen -&#10;Daß&#10;Wir uns nie im Abendschweigen&#10;In Einer Gasse wiedersehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu spät</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-spaet/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:48:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-spaet/</guid><description>&lt;p&gt;Sie haben dich fortgetragen,&#10;Ich kann es dir nicht mehr sagen,&#10;Wie oft ich bei Tag und Nacht&#10;Dein gedacht,&#10;Dein und was ich dir angetan&#10;Auf dunkler Jugendbahn.&#10;Ich habe gezaudert, versäumet,&#10;Hab&amp;rsquo; immer von Frist geträumet!&#10;Über den Hügel der Wind nun weht:&#10;Es ist zu spät.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu Klaus Groths 70. Geburtstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-klaus-groths-70-geburtstag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:47:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-klaus-groths-70-geburtstag/</guid><description>&lt;p&gt;Modersprak, wo schön du büst -&#10;Keiner hett das ahnt und wüsst&#10;Bet Klaus Groth - dei fünn&amp;rsquo; den Ton -&#10;Geew&amp;rsquo; em Gott den richt&amp;rsquo;gen Lohn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, nun löppt dei niege Born&#10;Un is ümmer gröter word&amp;rsquo;n,&#10;As en Strom geht hei sin&amp;rsquo;n Gang&#10;Mit veel Grabenwater mang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Un so klor füng hei doch an:&#10;An den Quickborn willn wi gahn,&#10;Wo hei ut dei Heid&amp;rsquo; upspringt&#10;Und sin&amp;rsquo; säuten Leire singt:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zigeunerliedchen I</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zigeunerliedchen-i/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:46:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zigeunerliedchen-i/</guid><description>&lt;p&gt;Unter die Soldaten ist ein Zigeunerbub′ gegangen,&#10;Mit dem Handgeld ging er durch, und morgen muß er hangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holten mich aus meinem Kerker, setzten auf den Esel mich,&#10;Geißelten mir meine Schultern, daß das Blut floß auf den Weg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holten mich aus meinem Kerker, stießen mich ins Weite fort,&#10;Griff ich rasch nach meiner Büsche, tat auf sie den ersten Schuß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zeus zu Hercules</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zeus-zu-hercules/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:46:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zeus-zu-hercules/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht aus meinem Nektar hast du dir Gottheit getrunken;&#10;Deine Götterkraft war′s, die dir den Nektar errang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXIV. Vil süeziu senftiu toeterinne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiv-vil-sueeziu-senftiu-toeterinne/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:45:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiv-vil-sueeziu-senftiu-toeterinne/</guid><description>&lt;p&gt;Vil süeziu senftiu toeterinne,&#10;war umbe welt ir toeten mir den lîp,&#10;und ich iuch sô herzeclîchen minne,&#10;zwâre vrouwe, vür elliu wîp?&#10;Waenent ir, ob ir mich toetet,&#10;daz ich iuch iemer mêr beschouwe?&#10;nein, iuwer minne hât mich des ernoetet,&#10;daz iuwer sêle ist mîner sêle vrouwe.&#10;sol mir hie niht guot geschehen&#10;von iuwerm werden lîbe,&#10;sô muoz mîn sêle iu des verjehen,&#10;dazs iuwerre sêle dienet dort als einem reinen wîbe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXIV.   Vil süeziu senftiu toeterinne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiv-vil-sueeziu-senftiu-toeterinne-9154/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:45:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiv-vil-sueeziu-senftiu-toeterinne-9154/</guid><description>&lt;p&gt;Vil süeziu senftiu toeterinne,&#10;war umbe welt ir toeten mir den lîp,&#10;und ich iuch sô herzeclîchen minne,&#10;zwâre vrouwe, vür elliu wîp?&#10;Waenent ir, ob ir mich toetet,&#10;daz ich iuch iemer mêr beschouwe?&#10;nein, iuwer minne hât mich des ernoetet,&#10;daz iuwer sêle ist mîner sêle vrouwe.&#10;sol mir hie niht guot geschehen&#10;von iuwerm werden lîbe,&#10;sô muoz mîn sêle iu des verjehen,&#10;dazs iuwerre sêle dienet dort als einem reinen wîbe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXIII a. Ich wil ein reise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiii-a-ich-wil-ein-reise/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:44:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiii-a-ich-wil-ein-reise/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wil ein reise.&#10;wünschent, daz ich wol gevar.&#10;dâ wirt manic weise,&#10;diu lant wil ich brennen gar.&#10;Mîner vrowen rîche,&#10;swaz ich des bestrîche,&#10;daz muoz allez werden verlorn,&#10;sî enwende mînen zorn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Helfet singen alle,&#10;mîne vriunt, und zieht ir zuo&#10;mit&amp;hellip; schalle,&#10;daz si mir genâde tuo.&#10;Schrîet, daz mîn smerze&#10;mîner vrowen herze&#10;breche und in ir ôren gê.&#10;sî tuot mir ze lange wê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXI. Hât man mich gesehen in sorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxi-hat-man-mich-gesehen-in-sorgen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:43:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxi-hat-man-mich-gesehen-in-sorgen/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hât man mich gesehen in sorgen,&#10;des ensol niht mêr ergân.&#10;wol vröiwe ich mich alle morgen,&#10;daz ich die vil lieben hân&#10;Gesehen in ganzen vröiden gar.&#10;nu vliuch von mir hin, langez trûren!&#10;ich bin aber gesunt ein jâr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sî kan durch diu herzen brechen&#10;sam diu sunne dur daz glas.&#10;ich mac wol von schulden sprechen:&#10;&amp;ldquo;si ganzer tugende ein adamas!&amp;rdquo;&#10;Sô ist diu liebiu vrowe mîn&#10;ein wunnebernder süezer meije,&#10;ein wolkelôser sunnen schîn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXX.   Owê, sol aber mir iemer mê</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxx-owe-sol-aber-mir-iemer-me/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:43:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxx-owe-sol-aber-mir-iemer-me/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Owê, - sol aber mir iemer mê&#10;geliuhten dur die naht&#10;noch wîzer danne ein snê&#10;ir lîp vil wol geslaht?&#10;Der trouc diu ougen mîn.&#10;ich wânde, ez solde sîn&#10;des liehten mânen schîn.&#10;Dô tagte ez.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Owê - sol aber er iemer mê&#10;den morgen hie betagen?&#10;als uns diu naht engê,&#10;daz wir niht durfen klagen:&#10;&amp;lsquo;Owê, nu ist ez tac,&amp;rsquo;&#10;als er mit klage pflac,&#10;dô er jungest bî mir lac.&#10;Dô tagte ez.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXVIII.   Ich bin keiser âne krône</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxviii-ich-bin-keiser-ane-krone/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:42:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxviii-ich-bin-keiser-ane-krone/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin keiser âne krône,&#10;sunder lant: daz meinet mir der muot;&#10;der gestuont mir nie sô schône.&#10;danc ir liebes, diu mir sanfte tuot.&#10;Daz schaffet mir ein vrowe vruot.&#10;dur die sô wil ich staete sîn,&#10;wan in gesach nie wîp sô rehte guot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;lsquo;Gerne sol ein rîter ziehen&#10;sich ze guoten wîben. dêst mîn rât.&#10;boesiu wîp diu sol man vliehen.&#10;er ist tump, swer sich an sî verlât,&#10;Wan sîne gebent niht hohen muot.&#10;iedoch sô weiz ich einen man,&#10;den ouch die selben vrowen dunkent guot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXI.   Ob ich dir vor allen wîben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxi-ob-ich-dir-vor-allen-wiben-9140/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:42:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxi-ob-ich-dir-vor-allen-wiben-9140/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ich dir vor allen wîben guotes gan,&#10;sol ich des engelten, vrouwe, wider dich,&#10;stê daz dîner güete saeliclîchen an,&#10;sô lâz iemer in den ungenâden mich.&#10;Hab ich dar an missetân, die schulde rich,&#10;daz ich lieber liep zer werlte nie gewan:&#10;nâch der liebe sent ie mîn herze sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ich iemer âne hôchgemüete bin,&#10;waz ist ieman in der werlte deste baz?&#10;gênt mir mîne tage mit ungemüete hin,&#10;die nâch vröiden ringent, den gewirret daz.&#10;Jâ, wirt daz ir&#10;ungewin&#10;, der valschen haz.&#10;die verkêrent underwîlent mir den sin:&#10;nieman solde nîden, ern wiste waz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XX.   Vrowe, mîne swaere sich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xx-vrowe-mine-swaere-sich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:41:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xx-vrowe-mine-swaere-sich/</guid><description>&lt;p&gt;Vrowe, mîne swaere sich,&#10;ê ich verliese mînen lîp.&#10;ein wort du spraeche wider mich:&#10;verkêre daz, du saelic wîp!&#10;Du sprichest iemer neinâ neinâ nein,&#10;neinâ neinâ nein.&#10;daz brichet mir mîn herze enzwein.&#10;maht du doch eteswenne sprechen jâ,&#10;jâ jâ jâ jâ jâ jâ jâ?&#10;daz lît mir an dem herzen nâ.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XVIII.   Diu vil guote</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xviii-diu-vil-guote-9137/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:40:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xviii-diu-vil-guote-9137/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Diu vil guote,&#10;daz si saelic müeze sîn!&#10;wê der huote,&#10;diu der welte sô liehten schîn&#10;An ir hât benomen, daz man si niht wan selten sêt,&#10;sô diu sunne, diu des âbendes under gêt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich muoz sorgen,&#10;wen diu lange naht zergê&#10;gegen dem morgen,&#10;daz ichs einest an gesê,&#10;Mîn vil liebe sunnen, diu mir sô wunnenclîchen taget,&#10;daz mîn ouge ein trüebez wolken wol verklaget.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XV. Ez tuot vil wê</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xv-ez-tuot-vil-we/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:40:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xv-ez-tuot-vil-we/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ez tuot vil wê, swer herzeclîche minnet&#10;an sô hôher stat, dâ sîn dienst gar versmât.&#10;sîn tumber wân vil lützel dar ane gewinnet,&#10;swer sô vil geklaget, daz ze herzen niht engât.&#10;Er ist vil wîse, swer sich sô wol versinnet,&#10;daz er dient, dâ man sîn dienst wol enpfât,&#10;und sich dar lât, dâ man sîn genâde hât.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bedarf vil wol, daz ich genâde vinde,&#10;wan ich hab ein wîp ob der sunnen mir erkorn.&#10;dêst ein nôt, die ich niemer überwinde,&#10;sîn gesaehe mich ane, als si tet hie bevorn.&#10;Si ist mir liep gewest dâ her von kinde,&#10;wan ich wart dur sî und durch anders niht geborn.&#10;ist ir daz zorn, daz weiz got, sô bin ich verlorn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XV.   Ez tuot vil wê</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xv-ez-tuot-vil-we-9134/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:39:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xv-ez-tuot-vil-we-9134/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ez tuot vil wê, swer herzeclîche minnet&#10;an sô hôher stat, dâ sîn dienst gar versmât.&#10;sîn tumber wân vil lützel dar ane gewinnet,&#10;swer sô vil geklaget, daz ze herzen niht engât.&#10;Er ist vil wîse, swer sich sô wol versinnet,&#10;daz er dient, dâ man sîn dienst wol enpfât,&#10;und sich dar&#10;lât&#10;, dâ man sîn genâde hât.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bedarf vil wol, daz ich genâde vinde,&#10;wan ich hab ein wîp ob der sunnen mir erkorn.&#10;dêst ein nôt, die ich niemer überwinde,&#10;sîn gesaehe mich ane, als si tet hie bevorn.&#10;Si ist mir liep gewest dâ her von kinde,&#10;wan ich wart dur sî und durch anders niht geborn.&#10;ist ir daz&#10;zorn&#10;, daz weiz got, sô bin ich verlorn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XIV. Mîn herze, îr schoene und diu minne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xiv-min-herze-ir-schoene-und-diu-minne/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:39:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xiv-min-herze-ir-schoene-und-diu-minne/</guid><description>&lt;p&gt;Mîn herze, ir schoene und diu minne habent gesworn&#10;zuo ein ander, des ich waene, ûf mîner vröuden tôt.&#10;zwiu habent diu driu mich einen dar zuo erkorn?&#10;ôwê, minne, gebent ein teil der lieben mîner nôt,&#10;Teilent si ir sô mite, daz sî gedanke ouch machen rôt.&#10;wünsche ich ir senens nû? daz waere bezzer verborn.&#10;lîhte ist ez ir zorn,&#10;sît ir wort mir deheinen kumber gebôt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XI b.   Ich iemer der ander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xi-b-ich-iemer-der-ander-9130/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:38:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xi-b-ich-iemer-der-ander-9130/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin iemer der ander, niht der eine&#10;der grôzen liebe, der ich nie wart vrî.&#10;ôwê, waeren die huotaere algemeine&#10;toup unde blint, swenne ich ir waere bî,&#10;Sô möhte ich mîn leit&#10;eteswenne mit gelâze ir künden&#10;unde mich mit rede zuo ir gevründen,&#10;sô wurde ir wunder vil von mir geseit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mîner ougen tougenlîchez sehen,&#10;daz ich ze boten an si senden muoz,&#10;daz neme durch got von mir vür ein vlêhen,&#10;und obe si lache, daz sî mîn gruoz.&#10;Ich enweiz, wer dâ sanc:&#10;&amp;ldquo;ein sitich unde ein star âne sinne&#10;wol gelerneten, daz siu sprâchen &amp;lsquo;minne&amp;rsquo;.&amp;rdquo;&#10;wol, sprich daz unde habe des iemer danc.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunsch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:37:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunsch/</guid><description>&lt;p&gt;Wenig ist, was ich begehre,&#10;Und doch steht es mir so fern:&#10;Aus dem ganzen Sternenheere&#10;Einen einz&amp;rsquo;gen lieben Stern!&#10;Und was Himmel, Erd&amp;rsquo; und Meere&#10;Noch umfassen – ließ&amp;rsquo; ich gern! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunsch eines Verliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunsch-eines-verliebten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:37:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunsch-eines-verliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Bacchus! Vater froher Scherze!&#10;Lehre doch mein Mägdchen scherzen!&#10;Lehre sie die Sorgen hassen:&#10;Denn sie machen sie nur mürrisch!&#10;Lehre sie, den muntern Scherzen&#10;Geist und Anmuth zugesellen!&#10;Lehre sie, so oft zu trinken,&#10;Als ich ihr den Kelch will bringen,&#10;Daß sie recht die Lust empfindet,&#10;Die der Trauben Säfte geben.&#10;Hast du ihr den Scherz gelehret,&#10;Und trinkt sie dir, liebster Vater,&#10;Täglich frischen Most zu Ehren;&#10;O! so lehre sie auch lieben;&#10;Lehre sie recht feurig küssen,&#10;Und noch täglich mehr zu küssen:&#10;Dann hast du sie recht gelehret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunder (Ich)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunder-ich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:36:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunder-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Du steht! Du steht!&#10;Und ich&#10;Und ich&#10;Ich winge&#10;Raumlos zeitlos wäglos&#10;Du steht! Du steht!&#10;Und&#10;Rasen bäret mich&#10;Ich&#10;Bär mich selber!&#10;Du!&#10;Du!&#10;Du bannt die Zeit&#10;Du bogt der Kreis&#10;Du seelt der Geist&#10;Du blickt der Blick&#10;Du&#10;Kreist die Welt&#10;Die Welt&#10;Die Welt!&#10;Ich&#10;Kreis das All!&#10;Und du&#10;Und du&#10;Du&#10;Stehst&#10;Das&#10;Wunder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Worte trügen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/worte-truegen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:36:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/worte-truegen/</guid><description>&lt;p&gt;Worte trügen - worte fliehen -&#10;Nur das lied ergreift die seele -&#10;Wenn ich dennoch dich verfehle&#10;Sei mein mangel mir verziehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass mich wie das kind der weisen&#10;Wie das kind der dörfer singen&#10;Aus den sälen will ich dringen&#10;Aus dem fabelreich der riesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höhne meine sanfte plage !&#10;einmal muss ich doch gestehen&#10;Dass ich dich im traum gesehen&#10;Und seit dem im busen trage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wollte Gott</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wollte-gott/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:35:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wollte-gott/</guid><description>&lt;p&gt;Die dunkelgrünen Tannen&#10;Auf grünem Rasenland,&#10;Darüber Sonnenstrahlen&#10;Und Himmel ausgespannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne ist gesunken,&#10;Die Senner geh&amp;rsquo;n nach Haus,&#10;Zerlumpte, bleiche Leute,&#10;Sie sehn gespenstig aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr schönen grünen Tannen,&#10;Ihr glänzt im Abendrot,&#10;O wollte Gott, es hinge&#10;An euren Zweigen Brot!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wohl rief ich sanft dich an mein Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wohl-rief-ich-sanft-dich-an-mein-herz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:34:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wohl-rief-ich-sanft-dich-an-mein-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl rief ich sanft dich an mein Herz,&#10;Doch blieben meine Arme leer;&#10;Der Stimme Zauber, der du sonst&#10;Nie widerstandest, galt nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was jetzt dein Leben füllen wird,&#10;Wohin du gehst, wohin du irrst,&#10;Ich weiß es nicht; ich weiß allein,&#10;Daß du mir nie mehr lächeln wirst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch kommt erst jene stille Zeit,&#10;Wo uns das Leben läßt allein,&#10;Dann wird, wie in der Jugend einst,&#10;Nur meine Liebe bei dir sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wohin?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wohin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:34:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wohin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hört′ ein Bächlein rauschen&#10;Wohl aus dem Felsenquell,&#10;Hinab zum Tale rauschen&#10;So frisch und wunderhell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß nicht, wie mir wurde,&#10;Nicht, wer den Rat mir gab,&#10;Ich mußte auch hinunter&#10;Mit meinem Wanderstab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinunter und immer weiter&#10;Und immer dem Bache nach,&#10;Und immer frischer rauschte&#10;Und immer heller der Bach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist das denn meine Straße?&#10;O Bächlein, sprich, wohin?&#10;Du hast mit deinem Rauschen&#10;Mir ganz berauscht den Sinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Woher, wohin?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/woher-wohin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:33:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/woher-wohin/</guid><description>&lt;p&gt;Wo sich Ewigkeiten dehnen,&#10;Hören die Gedanken auf,&#10;Nur der Herzen frommes Sehnen&#10;Ahnt, was ohne Zeitenlauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo wir waren, wo wir bleiben,&#10;Sagt kein kluges Menschenwort;&#10;Doch die Grübelgeister schreiben:&#10;Bist du weg, so bleibe fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß dich nicht aufs neu gelüsten.&#10;Was geschah, es wird geschehn.&#10;Ewig an des Lebens Küsten&#10;Wirst du scheiternd untergehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wirst du ein Engel sein...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wirst-du-ein-engel-sein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:33:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wirst-du-ein-engel-sein/</guid><description>&lt;p&gt;Wirst du ein Engel sein,&#10;der mich begleitet?&#10;mein Unstern oder, der&#10;mich irreleitet?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Glück? mein Unglück? o!&#10;mein Fluch? mein Segen?&#10;ein dunkles Müssen treibt&#10;mich dir entgegen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühl, mein Leben liegt&#10;in deinen Händen &amp;hellip;&#10;wirst du zu Freude mir,&#10;zu Qual es wenden?!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wirrsal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wirrsal/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:32:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wirrsal/</guid><description>&lt;p&gt;Denn immer wieder steigt von Zeit zu Zeit&#10;Das Glück zu hoch und sackt das Leid zu tief.&#10;Und dann: erwacht,&#10;Was man gewaltsam totgemacht&#10;Oder was kraftlos dumpfe Unwahrscheinlichkeiten schlief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Kugeln müssen singen durch die Nacht;&#10;Und nichts in ihrer Bahn soll leben bleiben.&#10;Und was die Menschen sagen oder schreiben,&#10;Soll offenkundig Lüge sein.&#10;Und eine Zeitlang herrsche Nichts und Nein,&#10;Und beuge sich der Vater vor dem Sohn.&#10;Revolution!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir Verdrießlichen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-verdriesslichen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:32:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-verdriesslichen/</guid><description>&lt;p&gt;Hielten immer wir im Sinne,&#10;Was uns Gutes war beschieden,&#10;Mit dem reichlichen Gewinne&#10;Wären dauernd wir zufrieden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch das Gute wird vergessen,&#10;Und das Schlimme wird behalten:&#10;Und was jung sie einst besessen,&#10;Ärgert obendrein die Alten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wohl könnte noch uns munden,&#10;Gäb′ es keine Bitterkeiten?&#10;Still im Bunde sind die Stunden,&#10;Die uns Lust und Gram bereiten;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Heilkraft ist der Kummer,&#10;Daß wir dann so froher lachen:&#10;Und der Tod vielleicht ein Schlummer&#10;Vor dem frischesten Erwachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir sind, sagen die Lauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-sind-sagen-die-lauen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:31:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-sind-sagen-die-lauen/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sind, sagen die Lauen,&#10;Wir sind nicht objektiv.&#10;Wir sollten doch tiefer schauen,&#10;Doch schauen, ob nicht tief&#10;Am Nazitum was dran sei,&#10;Ob Hitler nicht doch ein Mann sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir haben alles erwogen,&#10;Wir wussten alles zuvor,&#10;Mal hat man uns nicht betrogen,&#10;Man machte uns nicht vor,&#10;Dass rechts links und gerade schief sei&#10;Und dass alles relativ sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unrelative Lumpen hausen bei uns zu Haus,&#10;Und hauen das Land in Klumpen.&#10;Ist relativ der Graus?&#10;Da sollen wir objektiv sein,&#10;Wir sollen so naiv sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir saßen am Fischerhause</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-sassen-am-fischerhause/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:30:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-sassen-am-fischerhause/</guid><description>&lt;p&gt;Wir saßen am Fischerhause,&#10;Und schauten nach der See;&#10;Die Abendnebel kamen,&#10;Und stiegen in die Höh'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Leuchtturm wurden die Lichter&#10;Allmählich angesteckt,&#10;Und in der weiten Ferne&#10;Ward noch ein Schiff entdeckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sprachen von Sturm und Schiffbruch,&#10;Vom Seemann, und wie er lebt&#10;Und zwischen Himmel und Wasser&#10;Und Angst und Freude schwebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sprachen von fernen Küsten,&#10;Vom Süden und vom Nord,&#10;Und von den seltsamen Völkern&#10;Und seltsamen Sitten dort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir Gespenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-gespenster/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:30:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-gespenster/</guid><description>&lt;p&gt;Wir haben all unsere Lüste vergessen,&#10;In Cinémas suchen wir Grauen zu fressen;&#10;Erleuchtete Tore locken uns sehr,&#10;Doch die Angst ist gering - wir brauchen viel mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Knaben sind wir ins Theater gegangen,&#10;Nach gelben Actricen ging unser Verlangen;&#10;Nur Herr Kerr geht noch hin, gegen Wunder geimpft,&#10;Der Bürger, der Nietzsche und Strindberg beschimpft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für Haeckel-Vergnügungen dankten wir bestens,&#10;Da flohen wir zitternd ins Café des Westens&#10;Zu heiligen Frauen. Es gibt auch Hyänen,&#10;Die scharren nach goldenen Löwenmähnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir bleiben alle Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-bleiben-alle-kinder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:29:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-bleiben-alle-kinder/</guid><description>&lt;p&gt;Und wird die Welt auch noch so alt,&#10;Der Mensch, er bleibt ein Kind!&#10;Zerschlägt sein Spielzeug mit Gewalt,&#10;Wie eben Kinder sind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann alles erst in klein zerstückt&#10;Und nichts mehr zu verderben,&#10;So stucht er wieder - neubeglückt -&#10;Und spielt dann mit den Scherben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winternacht-8982/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:29:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winternacht-8982/</guid><description>&lt;p&gt;Das war beredet und besprochen,&#10;Wie lange her, ich ahn&amp;rsquo; es nicht.&#10;Der Tag ist da, die Pulse pochen,&#10;Die Flocken fallen träg und dicht.&#10;Im fremden Dorf, im fremden Saale,&#10;Es kennt uns keiner, welche Lust,&#10;Wir drehn uns unter&amp;rsquo;m Kerzenstrahle,&#10;Wie schweißt die Liebe Brust an Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eng gedrängt im regen Schleifer,&#10;Entzünden wir uns mehr und mehr,&#10;Ich fühl&amp;rsquo;s, ich bin Besitzergreifer,&#10;Ich weiß auch, das ist dein Begehr.&#10;Geheimnisvoller Schatten breitet&#10;Sich über unser Stelldichein,&#10;O komm, ein Zimmer liegt bereitet,&#10;Ein traut Gemach, wir sind allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlied-3991/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:28:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlied-3991/</guid><description>&lt;p&gt;Warum so düster, Erdenraum?&#10;Warum so kalt, so fremd?&#10;Es deckt dich Schnee, du regst dich kaum&#10;In deinem Totenhemd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir glühts im Herzen immer licht —&#10;Ob Sturm, ob Sonnenschein,&#10;Wenn manchmal auch ein Bäumchen bricht,&#10;Bald ist der Himmel rein! —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sieh, da schmilzt das starre Eis,&#10;Und rings zerfließt der Schnee,&#10;Und auf den Fluren, erst noch weiß,&#10;Ich frisches Grün erseh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da rief ich laut in meinem Traum&#10;Vom Lenz zur Winterszeit:&#10;O Sonnengold, o Purpursaum —&#10;Wie seid ihr noch so weit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winter und Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-und-fruehling/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:27:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-und-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Ich danke Gott, daß diese Plage&#10;Gefallen in die kurzen Tage,&#10;Die schneller gehn mit nächt&amp;rsquo;gem Tritt,&#10;Und nehmen doch die Plage mit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir blieb in diesen kurzen Tagen&#10;Nur Zeit zu tragen, nicht zu klagen,&#10;Und kaum hielt die Besinnung Schritt,&#10;Wie es im Wirbel weiter glitt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst schön in sommerlangen Tagen&#10;Weich unter Blumen will ich klagen,&#10;Ich tröste mich schon jetzt damit,&#10;Was ich in diesen Tagen litt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-583/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:27:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-583/</guid><description>&lt;p&gt;Du lieber Frühling! Wohin bist du gegangen?&#10;Noch schlägt mein Herz, was deine Vögel sangen.&#10;Die ganze Welt war wie ein Blumenstrauß,&#10;längst ist das aus!&#10;Die ganze Welt ist jetzt, o weh,&#10;Barfüßle im Schnee.&#10;Die schwarzen Bäume stehn und frieren,&#10;im Ofen die Bratäpfel musizieren,&#10;das Dach hängt voll Eis.&#10;Und doch: bald kehrst du wieder, ich weiß, ich weiß!&#10;Bald kehrst du wieder,&#10;o nur ein Weilchen,&#10;und blaue Lieder&#10;duften die Veilchen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wingolf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wingolf/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:26:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wingolf/</guid><description>&lt;p&gt;Erstes Lied&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Gna im Fluge, jugendlich ungestüm,&#10;Und stolz, als reichten mir aus Iduna&amp;rsquo;s Gold&#10;Die Götter, sing&amp;rsquo; ich meine Freunde&#10;Feyrend in kühnerem Bardenliede.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du zu Strophen werden, o Haingesang?&#10;Willst du gesetzlos, Ossians Schwunge gleich,&#10;Gleich Ullers Tanz auf Meerkrystalle,&#10;Frey aus der Seele des Dichters schweben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wasser Hebrus wälzten mit Adlereil&#10;Des Zelten Leyer, welche die Wälder zwang,&#10;Dass sie ihr folgten, die den Felsen&#10;Taumeln, und wandeln aus Wolken lehrte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Will das Glück nach seinem Sinn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/will-das-glueck-nach-seinem-sinn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:26:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/will-das-glueck-nach-seinem-sinn/</guid><description>&lt;p&gt;Will das Glück nach seinem Sinn&#10;Dir was Gutes schenken,&#10;Sage Dank und nimm es hin&#10;Ohne viel Bedenken.&#10;Jede Gabe sei begrüßt,&#10;Doch vor allen Dingen:&#10;Das worum du dich bemühst,&#10;Möge dir gelingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiedersehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedersehn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:25:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedersehn/</guid><description>&lt;p&gt;Rings öde Fläche, und der Horizont&#10;Durch nichts begränzt! Kein Ort, kein Wald,&#10;Auf dem der müde Blick vermocht&amp;rsquo; zu ruhn! –&#10;Die sand&amp;rsquo;gen Hügel, die der Wind gehäuft,&#10;Vom Grase spärlich überwachsen, dehnen sich&#10;Wie eines Friedhofs alte Gräber aus,&#10;Unübersehbar, als ob drüberhin&#10;Der Pest grau&amp;rsquo;nvoller Todeshauch geweht&#10;Und die das Land bewohnt, sie lägen nun&#10;Gestorben und verwes&amp;rsquo;t in seinem Schooß,&#10;Gewürgt bis auf den Letzten! Trüber Anblick! –&#10;So liegst Du, Frist der Trennung, vor mir da,&#10;Wie diese Heide, leblos, wüst und leer,&#10;Und nichts, o Zeit, beschleunigt Deinen Gang,&#10;Und es beschwingt der Athem meiner Sehnsucht&#10;Dein träges Segel nicht durch&amp;rsquo;s todte Meer&#10;Einsamer Bangniß, thränenvollen Harms! –&#10;Dort glänzt ein Sonnenstrahl, ein einzelner,&#10;Und spielet golden auf dem Plätzchen Raum,&#10;Das er beleuchtet! – Wie es hellgrün lacht,&#10;Indeß der Nebel rings die Oede deckt! –&#10;O, traute Hoffnung, schönes Wiedersehn!&#10;Ich grüße Dich mit süßem Kuß der Sehnsucht,&#10;Mit aller Wehmuth, die mein Herz erfüllt!&#10;Sey mir gesegnet, wie Du fern auch liegst!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiedersehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedersehen-621/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:24:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedersehen-621/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Schreiten bebt&#10;In Schauen stirbt der Blick&#10;Der Wind&#10;Spielt&#10;Blasse Bänder.&#10;Du&#10;Wendest&#10;Fort!&#10;Den Raum umwirbt die Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie sich das Galgenkind die Monatsnamen merkt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-sich-das-galgenkind-die-monatsnamen-merkt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:24:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-sich-das-galgenkind-die-monatsnamen-merkt/</guid><description>&lt;p&gt;Jaguar&#10;Zebra&#10;Nerz&#10;Mandrill&#10;Maikäfer&#10;Pony&#10;Muli&#10;Auerochs&#10;Wespenbär&#10;Locktauber&#10;Robbenbär&#10;Zehenbär&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie es war und ist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-es-war-und-ist/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:23:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-es-war-und-ist/</guid><description>&lt;p&gt;Der Herzen gibts nicht mehr in unsern Tagen,&#10;Die voll Gefühl auf Erden weit und breit&#10;Mit keinem Wunsch als nach der Einen fragen,&#10;Der sie sich ganz und lebenslang geweiht;&#10;Gern jedem Glück, ists Ihr nicht Glück, entsagen;&#10;Unabgeschreckt von Haß, Verfolgung, Neid&#10;Wie im Triumf an Ihrem Siegeswagen&#10;Hervor sich blähn; was halb Ihr Blick verbeut,&#10;Nicht wollen; nur mit innigem Behagen&#10;Die Freude fühlen, die auch Sie erfreut;&#10;Zufriednes Muts an ihrem Grame nagen,&#10;Und Jahre durch, was Stolz und Grausamkeit&#10;Auflegen kann, und immer willig tragen;&#10;Zu leben und zu sterben gleich bereit,&#10;Gefahr und Tod um Ihretwillen wagen;&#10;Und wenn zuletzt Ihr harter Sinn Sie reut,&#10;Die Zweifel fliehn, die um den Busen lagen&#10;Und Sie erweicht Ihr Ohr den Seufzern leiht,&#10;Als wär es Traum, noch fürchten noch verzagen:&#10;Der Herzen gibts nicht mehr zu unsrer Zeit!&#10;Der Liebesgott ist nun kein Gott der Klagen:&#10;Er kömmt und glüht und lacht der Schüchternheit&#10;Und schleicht, will ihn ein stolzes Mädchen plagen,&#10;Gelaßen fort, und ist er glücklich heut,&#10;Sieht man ihn morgen schon die Flügel schlagen. -&#10;Warum bin ich noch von der alten Zeit?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie der Hund knurren und bellen wollte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-der-hund-knurren-und-bellen-wollte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:23:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-der-hund-knurren-und-bellen-wollte/</guid><description>&lt;p&gt;Solo. Ein Hund, der wollte bellen.&#10;Chor. Ein Hund, der wollte bellen.&#10;Solo. Bellen, knurren!&#10;Chor. Murren, blaffen!&#10;Ein Hund, der wollte bellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solo. Der Hausherr wollt′s nicht dulden.&#10;Chor. Der Hausherr wollt′s nicht dulden.&#10;Solo. Dulden, leiden!&#10;Chor. Wollen, wißen!&#10;Der Hausherr wollt′s nicht dulden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solo. Canaille, bell′ gen Andre!&#10;Chor. Nicht gegen mich, gen Andre!&#10;Solo. Belle, blaffe&#10;Chor. Gegen Andre!&#10;Sonst halte deine Schnauze!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solo. Er gab dem Hund den Maulkorb.&#10;Chor. Er gab dem Hund den Maulkorb.&#10;Solo. Maulkorb, Censur,&#10;Chor. Censur, Maulkorb,&#10;Er gab dem Hund den Maulkorb.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Widmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/widmung-7784/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:22:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/widmung-7784/</guid><description>&lt;p&gt;Klänge wachsen auf den Wegen,&#10;Im Gebüsch, im jungen Grün:&#10;Alle meine Melodien&#10;Möchte ich mit leisem Segen&#10;Abends auf dein Kissen legen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wilde Blumen, seltne Früchte:&#10;Was der reife Sommer bringt,&#10;Möcht&amp;rsquo; ich in dein Zimmer tragen;&#10;Sollst mir keine Antwort sagen.&#10;Still! - der Traum versinkt - verklingt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wider die falsche Ehrsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wider-die-falsche-ehrsucht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:21:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wider-die-falsche-ehrsucht/</guid><description>&lt;p&gt;»Mein Sohn, bist du wie ich, so geh den Weg der Ehren&#10;Und laß dir nichts den Mut zum Königsthrone stören,«&#10;Sprach ein bejahrter Greis, der an dem Tagus saß&#10;Und voller Majestät von Bettelbrocken aß.&#10;Sein Wahn klang hoch genug; doch waren seine Grillen&#10;Bei steter Hungersnot mit Brote noch zu stillen;&#10;Wer aber tilgt in uns das Fieber der Vernunft?&#10;Ein jeder Tag vermehrt die kluge Narrenzunft.&#10;Je mehr wir der Natur zum Untergange blasen,&#10;Je mehr sieht man die Welt vor Ehrbegierde rasen,&#10;Die dennoch, wenn sie sich in ihren Werken weist,&#10;Von rechter Ehre kaum ein halber Schatten heißt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wider den Geiz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wider-den-geiz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:21:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wider-den-geiz/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl dem, der beßre Schätze liebt,&#10;Als Schätze dieser Erden!&#10;Wohl dem, der sich mit Eifer übt,&#10;An Tugend reich zu werden;&#10;Und in dem Glauben, des er lebt,&#10;Sich über diese Welt erhebt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht,&#10;Hier Güter zu besitzen.&#10;Er gab sie uns, und auch die Pflicht,&#10;Mit Weisheit sie zu nützen.&#10;Sie dürfen unser Herz erfreun,&#10;Und unsers Fleißes Antrieb sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nach den Gütern dieser Zeit&#10;Mit ganzer Seele schmachten,&#10;Nicht erst nach der Gerechtigkeit&#10;Und Gottes Reiche trachten;&#10;Ist dieses eines Menschen Ruf,&#10;Den Gott zur Ewigkeit erschuf?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Werttod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/werttod/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:20:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/werttod/</guid><description>&lt;p&gt;Fluchen hüllt die Erde&#10;Wehe schellt den Stab&#10;Morde keimen Werde&#10;Liebe klaffen Grab&#10;Niemals bären Ende&#10;Immer zeugen Jetzt&#10;Wahnsinn wäscht die Hände&#10;Ewig&#10;Unverletzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Werbung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/werbung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:20:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/werbung/</guid><description>&lt;p&gt;Sie sprach:&#10;Hernach!&#10;Er flog -&#10;Sie trog.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sprach:&#10;Ich möchte!&#10;(O Schmach -&#10;Der Schlechte!)&#10;Sie lachte.&#10;Ich auch!&#10;(Der Achte&#10;Im Bauch!)&#10;Es passen&#10;Die beiden&#10;Sehr gut&#10;Zusammen!&#10;Was hassen&#10;Und neiden?&#10;Jung Blut&#10;Muß rammen!&#10;Denn los!&#10;Famos!&#10;Sie nicken&#10;Und neigen,&#10;Und ficken&#10;Und schweigen.&#10;Und krachen dir auch die Weichen:&#10;Geh hin und tue desgleichen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer will unter die Soldaten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-will-unter-die-soldaten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:19:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-will-unter-die-soldaten/</guid><description>&lt;p&gt;Wer will unter die Soldaten,&#10;Der muß haben ein Gewehr,&#10;Das muß er mit Pulver laden&#10;Und mit einer Kugel schwer.&#10;Büblein wirst du ein Rekrut,&#10;Merk dir dieses Liedchen gut,&#10;Hopp, hopp, hopp, hopp, hopp, hopp,&#10;Pferdchen lauf, lauf Galopp,&#10;Pferdchen munter,&#10;Immer munter,&#10;Lauf Galopp,&#10;Hopp, hopp, hopp, hopp, hopp&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer sleht den lewen?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-sleht-den-lewen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:18:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-sleht-den-lewen/</guid><description>&lt;p&gt;Wer sleht den lewen? wer sleht den risen?&#10;wer überwindet jenen unt disen?&#10;daz tuot einer der sich selber twinget&#10;und alliu sîniu lit in huote bringet&#10;ûz der wilde in stæter zühte habe.&#10;geligeniu zuht und schame vor gesten&#10;mugen wol eine wîle erglesten:&#10;der schîn nimt drâte ûf unt abe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer je gelebt in Liebesarmen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-je-gelebt-in-liebesarmen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:18:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-je-gelebt-in-liebesarmen/</guid><description>&lt;p&gt;Wer je gelebt in Liebesarmen,&#10;Der kann im Leben nie verarmen;&#10;Und müßt er sterben fern, allein,&#10;Er fühlte noch die selge Stunde,&#10;Wo er gelebt an ihrem Munde,&#10;Und noch im Tode ist sie sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich in deine Augen seh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-in-deine-augen-seh/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:17:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-in-deine-augen-seh/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich in deine Augen seh,&#10;So schwindet all mein Leid und Weh;&#10;Doch wenn ich küsse deinen Mund,&#10;So werd ich ganz und gar gesund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich mich lehn an deine Brust,&#10;Kommts über mich wie Himmelslust;&#10;Doch wenn du sprichst: Ich liebe dich!&#10;So muss ich weinen bitterlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Buch der Lieder, Lyrisches Intermezzo IV, 1827)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich heut nicht deinen leib berühre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-heut-nicht-deinen-leib-beruehre/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:17:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-heut-nicht-deinen-leib-beruehre/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich heut nicht deinen leib berühre&#10;Wird der faden meiner Seele reissen&#10;Wie zu sehr gespannte sehne.&#10;Liebe zeichen seien trauerflöre&#10;Mir der leidet seit ich dir gehöre.&#10;Richte ob mir solche qual gebühre&#10;Kühlung sprenge mir dem fieberheissen&#10;Der ich wankend draussen lehne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich ein Vöglein wär</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-ein-voeglein-waer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:16:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-ein-voeglein-waer/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich ein Vöglein wär&#10;und auch zwei Flügel hätt,&#10;flög ich zu dir.&#10;Weils aber nicht kann sein,&#10;bleib ich allhier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin ich gleich weit von dir,&#10;bin ich doch im Traum bei dir&#10;und red mit dir;&#10;wenn ich erwachen tu,&#10;bin ich allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es vergeht kein&amp;rsquo; Stund in der Nacht,&#10;da nicht mein Herz erwacht&#10;und an dich denkt,&#10;daß du mir viel tausendmal,&#10;dein Herz geschenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich ein Bettelmann wär...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-ein-bettelmann-waer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:15:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-ein-bettelmann-waer/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich ein Bettelmann wär&#10;Käm ich zu Dir,&#10;Säh Dich gar bittend an&#10;Was gäbst Du mir? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Pfennig hilft mir nicht&#10;Nimm ihn zurück,&#10;Goldner als golden glänzt&#10;Allen Dein Blick;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was Du allen gibst&#10;Gebe nicht mir&#10;Nur was mein Aug begehrt&#10;Will ich von Dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bettler wie helf ich Dir? -&#10;Sprächst Du nur so,&#10;Dann wär im Herzen ich&#10;Glücklich und froh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laufst auf Dein Kämmerlein&#10;Holst ein Paar Schuh&#10;Die sind mir viel zu klein,&#10;Sieh einmal zu. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich auf dem Lager</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-auf-dem-lager/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:15:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-auf-dem-lager/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich auf dem Lager liege,&#10;In Nacht und Kissen gehüllt,&#10;So schwebt mir vor ein süßes,&#10;Anmutig liebes Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn mir der stille Schlummer&#10;Geschlossen die Augen kaum,&#10;So schleicht das Bild sich leise&#10;Hinein in meinen Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch mit dem Traum des Morgens&#10;Zerinnt es nimmermehr;&#10;Dann trag ich es im Herzen&#10;Den ganzen Tag umher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltschwellendes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltschwellendes-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:14:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltschwellendes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Über grüßende Klüfte und Büsche zieht&#10;Und junge Vögel wiegende Wipfel&#10;Zwei gelbe Falter&amp;hellip;&#10;Ein Haschen, ein Fühlen,&#10;Vorüber&amp;hellip;&#10;Das währt, das währt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seliger Flug,&#10;Hier in den Himmel&#10;Die beiden es trug:&#10;Mit vier Blättern&#10;Zwei Blumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was so schwer in der Erde,&#10;So ganz schwer -&#10;Aller Frühling schweigt&#10;Und singt sein leuchtend schwellendes Reifen.&#10;Allmenschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Braunes Mühen,&#10;Perlen des Fleißes,&#10;Rosen auf greifenden Knäufen.&#10;Bilder rohrleichter Hütten.&#10;Hurtige Schultern des plaudernd&#10;Kindlich treibenden Wichtes&#10;Tragen über das Tal zu anderem Hofe&#10;Ziegen und Frucht -&#10;Grüne Weiten.&#10;Ziegenerstiegene.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltlauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltlauf-8303/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:14:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltlauf-8303/</guid><description>&lt;p&gt;Hat man viel, so wird man bald&#10;noch viel mehr dazubekommen.&#10;Wer nur wenig hat, dem wird&#10;auch das wenige genommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du aber gar nichts hast,&#10;ach, so lasse dich begraben -&#10;denn ein Recht zum Leben, Lump,&#10;haben nur, die etwas haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weißt du, ich will mich schleichen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weisst-du-ich-will-mich-schleichen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:13:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weisst-du-ich-will-mich-schleichen/</guid><description>&lt;p&gt;Weißt du, ich will mich schleichen&#10;leise aus lautem Kreis,&#10;wenn ich erst die bleichen&#10;Sterne über den Eichen&#10;blühen weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wege will ich erkiesen,&#10;die selten wer betritt&#10;in blassen Abendwiesen?&#10;und keinen Traum, als diesen:&#10;Du gehst mit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-6831/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:12:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-6831/</guid><description>&lt;p&gt;Noch ist der Herbst nicht ganz entflohn,&#10;aber als Knecht Ruprecht schon&#10;kommt der Winter hergeschritten,&#10;und alsbald aus Schnees Mitten&#10;klingt des Schlittenglöckleins Ton.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was jüngst noch, fern und nah,&#10;bunt auf uns herniedersah,&#10;weiß sind Türme, Dächer, Zweige,&#10;und das Jahr geht auf die Neige,&#10;und das schöne Fest ist da.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tag du der Geburt des Herrn,&#10;heute bist du uns noch fern,&#10;aber Tannen, Engel, Fahnen&#10;lassen uns den Tag schon ahnen,&#10;und wir sehen schon den Stern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnacht in Ajaccio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht-in-ajaccio/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:12:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht-in-ajaccio/</guid><description>&lt;p&gt;Reife Goldorangen fallen sahn wir heute, Myrte blühte,&#10;Eidechs glitt entlang der Mauer, die von Sonne glühte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns zu Häupten neben einem morschen Laube flog ein Falter -&#10;Keine herbe Grenze scheidet Jugend hier und Alter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eh das welke Blatt verweht ist, wird die Knospe neu geboren -&#10;Eine liebliche Verwirrung, schwebt der Zug der Horen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprich, was träumen deine Blicke? Fehlt ein Winter dir, ein bleicher?&#10;Teures Weib, du bist um einen lichten Frühling reicher!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht-8589/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:11:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht-8589/</guid><description>&lt;p&gt;Weihnachtsgeläute&#10;Im nächtigen Wind&amp;hellip;&#10;Wer weiß, wo heute&#10;Die Glocken sind,&#10;Die Töne von damals sind?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die lebenden Töne&#10;Verflogener Jahr'&#10;Mit kindischer Schöne&#10;Und duftendem Haar,&#10;Mit tannenduftigem Haar,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Lippen und Locken&#10;Von Träumen schwer?&amp;hellip;&#10;Und wo kommen die Glocken&#10;Von heute her,&#10;Die wandernden heute her?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die kommenden Tage,&#10;Die wehn da vorbei.&#10;Wer hörts, ob Klage,&#10;Ob lachender Mai,&#10;Ob blühender, glühender Mai?&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weibliches Urteil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weibliches-urteil/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:11:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weibliches-urteil/</guid><description>&lt;p&gt;Männer richten nach Gründen; des Weibes Urteil ist seine&#10;Liebe; wo es nicht liebt, hat schon gerichtet das Weib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weibertreue A. Abwesend hat man Unrecht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weibertreue-a-abwesend-hat-man-unrecht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:10:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weibertreue-a-abwesend-hat-man-unrecht/</guid><description>&lt;p&gt;Abwesend hat man Unrecht. Eine Reise&#10;Zwar von acht Tagen nur, riß aus Melissens Arm&#10;Die er schon lange Zeit auf nicht gemeine Weise&#10;Geliebt, den Kleon weg. Nichts gleichet ihrem Harm.&#10;Sie kann den ersten Tag nicht schlafen und nicht eßen.&#10;Am zweiten kömmt Philint, und - Kleon ist vergeßen.&#10;Doch er kömmt wieder. »Ungetreue!&#10;Spricht er, hast dus mit mir nur so gemeint?«&#10;»Mein Freund, antwortet sie, mein guter Freund!&#10;Was du mir sagen kannst, hab ich verdient, bereue,&#10;Beklag es sehr, nur - mach geschwinde fort,&#10;Denn unter uns - der andre wartet dort.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weib, gieb mir Dekkel, Spieß und Mantel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weib-gieb-mir-dekkel-spiess-und-mantel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:09:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weib-gieb-mir-dekkel-spiess-und-mantel/</guid><description>&lt;p&gt;Weib, gieb mir Dekkel, Spieß und Mantel,&#10;Der Dienst geht los, ich muß hinaus.&#10;Noch einen Schluck. . . . Adies, Mariandel!&#10;Ich hüt′ die Stadt, hüt′ du das Haus!&#10;Nun schrei′ ich wieder wie besessen,&#10;Was sie nicht zu verstehen wagen&#10;Und was sie alle Tag′ vergessen:&#10;Uht! Hört, ihr Herrn, und laßt Euch sagen!&#10;Schnarcht ruhig fort in Eu′ren Nestern&#10;Und habt auf mein Gekreisch nicht Acht!&#10;Die Welt ist akkurat wie gestern,&#10;Die Nacht so schwarz wie alle Nacht.&#10;Auch welche Zeit, will Niemand wissen,&#10;′s giebt keine Zeit in uns′ren Tagen,&#10;Duckt Euch nur in die warmen Kissen,&#10;Die Glokke die hat nichts geschlagen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weg im Nebel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weg-im-nebel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:09:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weg-im-nebel/</guid><description>&lt;p&gt;Nun wird die Spur der Füße langsam ungetan,&#10;Und aus der Tiefe, aus der tiefen Tiefe steigt&#10;Das Trübe, schwadengrauer Nebel himmelan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wird der Augen-Aufblick langsam leer,&#10;Und aus der Höhe, aus der hohen Höhe neigt&#10;Die Wolke sich, sinkt Nebel erdwärts schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun drängt zu dem verwandten Un-Gesicht&#10;Das Wesenlose aus den fahlen Gründen&#10;Und hebt sich sehnend ins versäumte Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun flieht, was war: es fliehen Busch und Baum,&#10;Flieh&amp;rsquo;n Berg und Tal, die sich zur Flucht verbünden,&#10;Es fliehst du, Herz. Es floh&amp;rsquo;n die Zeit, der Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was willst du von mir?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-willst-du-von-mir/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:08:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-willst-du-von-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Möchtest du meine Frau werden,&#10;Da meine Haare schon grau werden,&#10;Schon größtenteils sind?&#10;Möchtest du über mich lachen?&#10;Soll ich dir Freude machen?&#10;Oder ein Kind?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du die Peitsche spüren?&#10;Soll ich dich ausführen?&#10;Brauchst du Geld oder einen Rat?&#10;Willst du mit mir spielen?&#10;Oder gefielen oder mißfielen&#10;Dir Taten, die ich tat?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum bist du so still?&#10;Soll ich dich beklagen?&#10;Sag doch einmal: &amp;ldquo;Ich will&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;rdquo;&#10;Oder sonst ein deutliches Wort.&#10;Soll ich dich verjagen?&#10;Ja. Geh zu!&#10;Nein! - Du!&#10;Bitte, bitte, geh nicht fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was soll ich sagen?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-soll-ich-sagen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:08:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-soll-ich-sagen/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Aug&amp;rsquo; ist trüb,&#10;Mein Mund ist stumm,&#10;Du heißest mich reden,&#10;Es sei darum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Aug&amp;rsquo; ist klar,&#10;Dein Mund ist rot,&#10;Und was du nur wünschest,&#10;Das ist ein Gebot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Haar ist grau,&#10;Mein Herz ist wund,&#10;Du bist so jung&#10;Und bist so gesund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du heißest mich reden,&#10;Und machst mir&amp;rsquo;s so schwer.&#10;Ich seh&amp;rsquo; dich so an&#10;Und zittre so sehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was sind wir doch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-sind-wir-doch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:07:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-sind-wir-doch/</guid><description>&lt;p&gt;Was sind wir doch?&#10;Was haben wir auf dieser Erd´,&#10;das uns, o Vater,&#10;nicht von dir allein gegeben werd´?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was nur die Leute treiben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-nur-die-leute-treiben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:06:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-nur-die-leute-treiben/</guid><description>&lt;p&gt;Was nur die Leute treiben&#10;So emsig Tag und Nacht -&#10;Was nur die Leute denken,&#10;Die nicht an dich gedacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was nur die Leute reden,&#10;Wenn es von dir nicht ist,&#10;Wie sie nur leiden mögen&#10;Den Ort, wo du nicht bist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sie so eilig gehen,&#10;Und gehn doch nicht zu dir,&#10;Was kann denn sie wohl treiben? -&#10;Wie anders ist es mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kann nicht Ruhe finden,&#10;Wenn ich bei dir nicht bin,&#10;Ich kann nichts anders denken,&#10;Hab′ stets nur dich im Sinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was macht Deutschland?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-macht-deutschland/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:06:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-macht-deutschland/</guid><description>&lt;p&gt;Sonntag.Deutschland pflegt sich -&#10;Wohl zu besinnen.&#10;Montag.Deutschland regt sich -&#10;Was wird′s beginnen?&#10;Dienstag.Deutschland trägt sich -&#10;Mit großen Gedanken.&#10;Mittwoch.Deutschland bewegt sich -&#10;In gesetzlichen Schranken.&#10;Donnerstag.Deutschland frägt sich -&#10;Ob′s endlich soll?&#10;Freitag.Deutschland schlägt sich -&#10;Schlägt sich wie toll!&#10;Sonnabend.Deutschland legt sich -&#10;Zu Protokoll!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ist Satyre?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-satyre/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:05:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-satyre/</guid><description>&lt;p&gt;Auf einen Menschenrumpf den Kopf des Pferdes passen,&#10;Ist wie Horaz uns lehrt, dem Dichter nicht vergönnt.&#10;Doch hat Homer, den man dafür erkennt,&#10;Durch Cirzen seine Freund&amp;rsquo; in Bären wandeln lassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat er dabei gedacht? Hat er die edlen Rollen&#10;Der Helden am Ilyß dadurch verspotten wollen?&#10;Das ist undenkbar. Peinigen&#10;Der Sänger aus Mäonien&#10;Personen die er schätzt? Nein, und was wollt&amp;rsquo; er denn? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Frösch und Mäusekrieg ist ähnliche Satyre.&#10;Auf wen? Auf seine Freund&amp;rsquo;? Auf seine Feinde? Nein&#10;Mich deucht, es kann ein Fall, wo keines statt hat, seyn -&#10;Sonst wär er selbst das grösseste der Thiere.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ist die Liebe denn?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-die-liebe-denn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:05:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-die-liebe-denn/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;Frage&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;»Was ist die Liebe denn?« – »Was ist das Leben?«&#10;Mag es zurück als Gegenfrage hallen –&#10;So lang kein Liebesstrahl darauf gefallen,&#10;Ist&amp;rsquo;s eines Chaos nebelhaftes Weben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehst Du die Sonne leuchtend sich erheben&#10;Und alle Nebel schwindend niederwallen?&#10;Hörst Du der Lerche Morgensang erschallen&#10;Und siehst sie jubelvoll gen Himmel schweben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst Du ihr folgen in das Licht der Sonnen?&#10;Willst Dich mit ihr im blauen Aether wiegen,&#10;Bis Deinem Blick die Erde ganz zerronnen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was gestern noch als Wahrheit...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-gestern-noch-als-wahrheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:04:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-gestern-noch-als-wahrheit/</guid><description>&lt;p&gt;Was gestern noch als Wahrheit hat gegolten,&#10;Ein blinder Irrtum wird es heut gescholten.&#10;Fehl geht, wie oft! des Forschers mühvoll Streben,&#10;Und keine Lösung wird dem Rätsel: Leben.&#10;Der kühnlich ragen will ins Aetherblau,&#10;Wie häufig schwankt des Wissens stolzer Bau!&#10;Nur was der Mund der Poesie verkündet,&#10;Steht fest und sicher in sich selbst begründet&#10;Und bleibt für alle Zeit in voller Kraft -&#10;Sie ist die einz&amp;rsquo;ge wahre Wissenschaft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warum zwei Augen?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-zwei-augen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:04:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-zwei-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Dieweil uns die Natur zwei Augen wollte gönnen,&#10;Da man mit einem doch genugsam sehen können,&#10;So fragt′ Amyntas mich,&#10;Warum dies sei geschehen.&#10;Du sollst mit einem Aug′, antwortet′ ich, auf dich,&#10;Auf Andre mit dem andern sehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warum, ihr Poetenpack</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-ihr-poetenpack/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:03:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-ihr-poetenpack/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Warum, ihr Poetenpack,&#10;Quält ihr euch noch mit Gedichten?&#10;Praktisch füllt man heut den Sack&#10;Sich mit lohnendern Gewichten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum blüht der Fruchtbaum fort,&#10;Ohn′ um Gunst und Lohn zu werben?&#10;Warum, wenn sein Leben dorrt,&#10;Will er noch in Blüthen sterben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warte, wilder Schiffmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warte-wilder-schiffmann/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:02:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warte-wilder-schiffmann/</guid><description>&lt;p&gt;Warte, warte, wilder Schiffmann,&#10;gleich folg&amp;rsquo; ich zum Hafen dir;&#10;von zwei Jungfraun nehm&amp;rsquo; ich Abschied,&#10;von Europa und von ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blutquell, rinn&amp;rsquo; aus meinen Augen,&#10;Blutquell, brich aus meinem Leib,&#10;daß ich mit dem heißen Blute&#10;meine Schmerzen niederschreib'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ei, mein Lieb, warum just heute&#10;schauderst du, mein Blut zu sehn?&#10;Sahst mich bleich und herzeblutend&#10;lange Jahre vor dir stehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennst du noch das alte Liedchen&#10;von der Schlang&amp;rsquo; im Paradies,&#10;die durch schlimme Apfelgabe&#10;unsern Ahn ins Elend stieß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wann der Hahn kräht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wann-der-hahn-kraeht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:02:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wann-der-hahn-kraeht/</guid><description>&lt;p&gt;Wann der Hahn kräht auf dem Dache,&#10;Putzt der Mond die Lampe aus,&#10;Und die Stern ziehn von der Wache,&#10;Gott behüte Land und Haus!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wankelmut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wankelmut-9669/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:01:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wankelmut-9669/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Suchen sucht!&#10;Viel tausend wandeln Ich!&#10;Ich taste Ich&#10;Und fasse Du&#10;Und halte Dich!&#10;Versehne Ich!&#10;Und Du und Du und Du&#10;Viel tausend Du&#10;Und immer Du&#10;Allwege Du&#10;Wirr&#10;Wirren&#10;Wirrer&#10;Immer wirrer&#10;Durch&#10;Die Wirrnis&#10;Du&#10;Dich&#10;Ich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wandrers Nachtlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wandrers-nachtlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:01:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wandrers-nachtlied/</guid><description>&lt;p&gt;Der du von dem Himmel bist,&#10;Alles Leid und Schmerzen stillest,&#10;Den, der doppelt elend ist,&#10;Doppelt mit Erquickung füllest,&#10;Ach, ich bin des Treibens müde!&#10;Was soll all′ der Schmerz und Lust?&#10;Süßer Friede,&#10;Komm′, ach komm′ in meine Brust!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wand/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 22:00:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wand/</guid><description>&lt;p&gt;Fünf   Vier   Drei   Zwei   Eins&#10;Wand&#10;Wand&#10;WAND&#10;WAND   WAND   WAND&#10;WAND   WAND   WAND&#10;WAND         WAND         WAND         WAND&#10;wände&#10;wände&#10;Wände&#10;WÄNDE   WÄNDE   WÄNDE&#10;WÄNDE    WÄNDE    WÄNDE    WÄNDE&#10;WAND&#10;WAND   WAND   WAND&#10;WAND     WAND     WAND&#10;wand    wand    wand&#10;wand&#10;wand&#10;wand&#10;wand&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Walpurgisnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/walpurgisnacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:59:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/walpurgisnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe Mutter, heut′ Nacht heulte Regen und Wind.&#10;»Ist heute der erste Mai, liebes Kind.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe Mutter, es donnerte auf dem Brocken droben.&#10;»Liebes Kind, es waren die Hexen oben.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe Mutter, ich möcht keine Hexen sehn.&#10;»Liebes Kind, es ist wohl schon oft geschehn.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe Mutter, ob wohl im Dorf Hexen sind?&#10;»Sie sind dir wohl näher, mein liebes Kind.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe Mutter, worauf fliegen die Hexen zum Berg?&#10;»Liebes Kind, auf dem Rauche von heissem Werg.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldidyll</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldidyll/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:59:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldidyll/</guid><description>&lt;p&gt;Voll Haß und Unrast lief ich in den Wald:&#10;Mein Herz war heiß; die Welt war tot und kalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Bächlein bist so wild und kraus wie ich;&#10;Komm, schäumender Gesell, und lehre mich: -&#10;Du gleitest singend über Blum′ und Moos -&#10;was ist im großen Weltenspiel dein Los?&#10;Und sprühend, perlend klang es aus dem Schaum,&#10;ein Lied, die Welle sang es wie im Traum:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Im Schoß der Berge kurze Stunden träumen,&#10;ein froher Sprung vom steilen Hange her -&#10;an starren Felsenklippen sich zerschäumen -&#10;und seinem Selbst entsagen fern im Meer.« -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldeinsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldeinsamkeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:58:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldeinsamkeit/</guid><description>&lt;p&gt;O zaubergrüne Waldeseinsamkeit,&#10;Wo alte, dunkle Fichten stehn und träumen,&#10;Wo klare Bächlein über Kiesel schäumen&#10;In tief geheimer Abgeschiedenheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur Herdenglockenlaut von Zeit zu Zeit,&#10;Und leises Säuseln oben in den Bäumen,&#10;Dann wieder Schweigen wie in Tempelräumen,&#10;O zaubergrüne Waldeseinsamkeit! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier sinkt des Erdendaseins enge Schranke,&#10;Es fühlt das Herz sich göttlicher und reiner,&#10;Als könnt es tiefer schauen und verstehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da löst sich manch unsterblicher Gedanke;&#10;Woher das kommt, das ahnet selten einer, -&#10;Es ist des Weltengeistes nahes Wehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahl-4899/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:58:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahl-4899/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tanz, der ist zerstoben,&#10;Die Musik ist verhallt,&#10;Nun kreisen Sterne droben,&#10;Zum Reigen singt der Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind alle fortgezogen,&#10;Wie ists nun leer und tot!&#10;Du rufst vom Fensterbogen:&#10;&amp;ldquo;Wann kommt das Morgenrot!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz möcht mir zerspringen,&#10;Darum so wein ich nicht.&#10;Darum so muß ich singen,&#10;Bis daß der Tag anbricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eh es beginnt zu tagen:&#10;Der Strom geht still und breit,&#10;Die Nachtigallen schlagen,&#10;Mein Herz wird mir so weit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wär′s dunkel...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waers-dunkel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:57:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waers-dunkel/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′s dunkel, ich läg im Walde,&#10;im Walde rauscht′s so sacht,&#10;mit ihrem Sternenmantel&#10;bedeckt mich da die Nacht,&#10;da kommen die Bächlein gegangen:&#10;ob ich schon schlafen tu?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schlaf nicht, ich hör noch lange&#10;den Nachtigallen zu,&#10;wenn die Wipfel über mir schwanken,&#10;es klinget die ganze Nacht,&#10;das sind im Herzen die Gedanken,&#10;die singen, wenn niemand wacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wacher Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wacher-traum-4690/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:56:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wacher-traum-4690/</guid><description>&lt;p&gt;Ich trat in&amp;rsquo;s Zimmer, der letzte&#10;Von allen Gästen, herein,&#10;Da saßen die Frauen im Kreise&#10;Und strickten beim Kerzenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle waren Bekannte,&#10;Und nickten mir freundlich zu;&#10;Und mit dem Finger am Munde&#10;Winkt&amp;rsquo; eine mich zur Ruh'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn mitten im Kreis saß ein Dichter&#10;Und macht&amp;rsquo; ein ernstes Gesicht,&#10;Und focht dabei mit den Händen&#10;Und las ein schlechtes Gedicht. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch unter den Frauen im Saale&#10;War eine mir unbekannt,&#10;Mit lichtem Ringelhaare,&#10;Sie trug ein blau Gewand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wache/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:56:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wache/</guid><description>&lt;p&gt;Das Turmkreuz schrickt ein Stern&#10;Der Gaul schnappt Rauch&#10;Eisen klirrt verschlafen&#10;Nebel streichen&#10;Schauer&#10;Starren Frösteln&#10;Frösteln&#10;Streicheln&#10;Raunen&#10;Du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Votivtafeln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/votivtafeln/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:55:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/votivtafeln/</guid><description>&lt;p&gt;Was der Gott mich gelehrt, was mir durchs Leben geholfen,&#10;Häng′ ich, dankbar und fromm, hier in dem Heiligtum auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorwärts und Rückwärts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorwaerts-und-rueckwaerts/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:55:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorwaerts-und-rueckwaerts/</guid><description>&lt;p&gt;Vorwärts! rufen die Lichtbekenner,&#10;Laßt uns Fackeln der Wahrheit sein.&#10;Rückwärts! heulen die Dunkelmänner,&#10;Meidet jeglichen hellen Schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorwärts gehe stets unser Streben,&#10;Thatendrang ist in uns erwacht.&#10;Rückwärts sichert uns Gut und Leben,&#10;Haltet fest an der alten Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorwärts! rufen die Adler und eilen&#10;Stolzen Fluges zur Sonne hin.&#10;Rückwärts! winzelt die Schaar der Eulen,&#10;Die in die Löcher zurück sich zieh&amp;rsquo;n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorwärts! mühet euch aufzutischen&#10;Von dem Brode des Lebens nur.&#10;Rückwärts! laßt uns im Trüben fischen,&#10;Sagt, die Gaukelei sei Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorstellung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorstellung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:54:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorstellung/</guid><description>&lt;p&gt;Wir würden vor dem&#10;Glühwürmchen ebenso ehrfürchtig&#10;Stehen wie vor der Sonne,&#10;wenn wir nicht an unsere&#10;Vorstellungen von Gewicht und Maß&#10;so gebunden wären.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vormittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vormittag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:53:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vormittag/</guid><description>&lt;p&gt;Den grünen Rasen sprengt ein guter Mann.&#10;Der zeigt den Kindern seinen Regenbogen,&#10;Der in dem Strahle auftaucht dann und wann.&#10;Und die Elektrische ist fortgezogen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und rollt ganz ferne. Und die Sonne knallt&#10;Herunter auf den singenden Asphalt.&#10;Du gehst im Schatten, ernsthaft, für und für.&#10;Die Lindenbäume sind sehr gut zu dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Schatten setzt du dich auf eine Bank;&#10;Die ist schon morsch; - auch du bist etwas krank -&#10;Du tastest heiter, daß ihr nicht ein Bein birst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgefuehl-9296/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:53:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgefuehl-9296/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.&#10;Ich ahne die Winde, die kommen, und muss sie leben,&#10;während die Dinge unten sich noch nicht rühren:&#10;die Türen schließen noch sanft, und in den Kaminen ist Stille;&#10;die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.&#10;Und breite mich aus und falle in mich hinein&#10;und werfe mich ab und bin ganz allein&#10;in dem großen Sturm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor lauter Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-lauter-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:52:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-lauter-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Vor lauter Liebe sich nicht Liebe gönnen,&#10;vor lauter Liebe hassen können:&#10;Sie pflegen´s Eifersucht zu nennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor der Ernte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-der-ernte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:52:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-der-ernte/</guid><description>&lt;p&gt;An wolkenreinem Himmel geht&#10;Die blanke Sichel schön,&#10;Im Korne drunten wogt und weht&#10;Und rauscht und wühlt der Föhn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wandert voller Melodie&#10;Hochüber durch das Land,&#10;Frühmorgen schwingt die Schnittrin sie&#10;Mit sonnenbrauner Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor der Ernte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-der-ernte-5712/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:51:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-der-ernte-5712/</guid><description>&lt;p&gt;Nun störet die Ähren im Felde&#10;Ein leiser Hauch,&#10;Wenn eine sich beugt, so bebet&#10;Die andre auch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist, als ahnten sie alle&#10;Der Sichel Schnitt -&#10;Die Blumen und fremden Halme&#10;Erzittern mit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von Wahrheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-wahrheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:50:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-wahrheit/</guid><description>&lt;p&gt;Von Wahrheit will ich nimmer weichen,&#10;Das soll kein Mann bei mir erreichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:50:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Am Abend sprach das Meer und flüsterte:&#10;Ihr schönen Mägdelein, erzählt mir leise,&#10;Ich will die Liebe wissen! Redet mir&#10;So von der Liebe, gleich als sollte ich&#10;Dran sterben, so als müsst&amp;rsquo; in Ruhe ich&#10;Versinken dran, als könnte sie vorm Sturme&#10;Mich schützen, dass so wütend er nicht mehr&#10;Auf mich sich stürzte! - O! so sprachen da&#10;Die Mägdelein, - Wir wissen wahrlich nicht,&#10;Du armes Meer, ob wir erzählen dürfen;&#10;Denn nimmermehr würdst du in wilder Kraft&#10;Die Schiffe schleudern wollen, und der Felsen&#10;Sorgenumwölbte Stirn mit Schaume peitschen,&#10;Noch wälzen unter jähe, grüne Klippen&#10;Der Sterne Blicken. Glaub&amp;rsquo; uns Meer, Du wolltest&#10;So mächtig nimmer sein, so scheu und spröde,&#10;In deinen Schoß und in dein Herz nicht mehr&#10;Die schlafumfangnen Menschenherzen saugen.&#10;Du würdest dann gleich uns den Himmel ansehn,&#10;Und ihn nicht sehen, lächeln, wie der Wind&#10;Vorüberweht, und weinen, weil die Sonne&#10;Aufgeht! Nein! wir werden nichts erzählen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von der Maus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-maus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:49:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-maus/</guid><description>&lt;p&gt;Ride=bide=Bumstock fing ′ne Maus,&#10;Ride=bide=Bumstock ließ sie wieder raus,&#10;Ride=bide=Bumstock, du bist dumm,&#10;Die Mäuse sind′n Rackerpack, das bringt man um!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:49:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,&#10;Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,&#10;auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettertn kann&#10;wie der Nordwind den Garten verwüstetet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.&#10;So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.&#10;So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen&#10;und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,&#10;steigt sie hinab zu deinen Wurzeln&#10;und erschüttert sie in Ihrer Erdgebundenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von der Ehe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-ehe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:48:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-ehe/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr wurdet zusammen geboren,&#10;und ihr werdet auf immer zusammen sein.&#10;Ihr werdet zusammen sein,&#10;wenn die weissen Flügel des Todes eure Tage scheiden.&#10;Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.&#10;Aber lasst Raum zwischen euch.&#10;Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.&#10;Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:&#10;Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.&#10;Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.&#10;Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.&#10;Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,&#10;So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.&#10;Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderern Obhut.&#10;Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.&#10;Und steht zusammen, doch nicht zu nah:&#10;Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,&#10;Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Wolffesbrunnen bey Heidelberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-wolffesbrunnen-bey-heidelberg/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:47:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-wolffesbrunnen-bey-heidelberg/</guid><description>&lt;p&gt;Du edler Brunnen du, mit Rhu und Lust umbgeben,&#10;Mit Bergen hier und da als einer Burg umbringt,&#10;Printz aller schönen Quell′, auß welchen Wasser dringt,&#10;Anmutiger dann Milch, und köstlicher dann Reben,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da unsers Landes Kron′ und Häupt mit seinem Leben,&#10;Der werthen Nymph′, offt selbst die lange Zeit verbringt,&#10;Da das Geflügel ihr zu Ehren lieblich singt,&#10;Da nur Ergetzlichkeit und keusche Wollust schweben,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergeblich bist du nicht in dieses grüne Thal&#10;Beschlossen von Gebirg′ und Klippen überall:&#10;Die künstliche Natur hat darumb dich umbfangen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Tode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-tode-8033/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:47:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-tode-8033/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Lebenszeit verstreicht,&#10;Stündlich eil ich zu dem Grabe;&#10;Und was ist&amp;rsquo;s, das ich vielleicht,&#10;Das ich noch zu leben habe?&#10;Denk, o Mensch! an deinen Tod.&#10;Säume nicht; denn eins ist not.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lebe, wie du, wenn du stirbst,&#10;Wünschen wirst, gelebt zu haben.&#10;Güter, die du hier erwirbst,&#10;Würden, die dir Menschen gaben;&#10;Nichts wird dich im Tod erfreun;&#10;Diese Güter sind nicht dein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur ein Herz, das Gutes liebt,&#10;Nur ein ruhiges Gewissen,&#10;Das vor Gott dir Zeugnis gibt,&#10;Wird dir deinen Tod versüßen;&#10;Dieses Herz, von Gott erneut,&#10;Ist des Todes Freudigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Schweigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-schweigen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:46:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-schweigen/</guid><description>&lt;p&gt;Obwohl die Ströme der Worte&#10;uns unablässig überschwemmen,&#10;in den Tiefen unseres Ich&#10;herrscht das Schweigen auf immer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Abschiednehmen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-abschiednehmen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:46:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-abschiednehmen/</guid><description>&lt;p&gt;So lass uns Abschied nehmen wie zwei Sterne,&#10;durch jenes Übermaß von Nacht getrennt,&#10;das eine Nähe ist, die sich an Ferne&#10;erprobt und an dem Fernsten sich erkennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vollmond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vollmond/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:45:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vollmond/</guid><description>&lt;p&gt;Gelbes Eis&#10;Und grüne Nebel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kranke Kallablüten leuchten.&#10;Von den bleichen Bechern rinnet&#10;Goldnes Öl in sanften Strömen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warmer Moder,&#10;Nackte Schädel.&#10;Über weiße Marmorwüsten&#10;Fliehen lautlos&#10;Schwarze Schwäne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Voller Mond im Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/voller-mond-im-herbst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:44:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/voller-mond-im-herbst/</guid><description>&lt;p&gt;Voller Mond im Herbst!&#10;Um den Teich bin ich geirrt,&#10;eine ganze Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vitzlibutzli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vitzlibutzli/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:44:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vitzlibutzli/</guid><description>&lt;p&gt;Lieber ßöner Hampelmann,&#10;deine Detta sieht dich an!&#10;Ich bin dhoß, und Du bist tlein;&#10;willst du Fitzebutze sein?&#10;Tomm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tomm auf Haterns dhoßen Tuhl,&#10;Vitzlibutzki, Blitzepul!&#10;Hater sagt, man weiß es nicht,&#10;wie man deinen Namen sp′icht.&#10;Pst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pst, sagt Hater, Fitzebott&#10;war eimal ein lieber Dott,&#10;der auf einem Tuhle saß&#10;und sebratne Menßen aß.&#10;Huh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Huh, sei dut, ich bin so tlein&#10;und will immer a′tig sein.&#10;Fitzebutze, du bist dhoß;&#10;kleine Detta spaßt ja bloß.&#10;Ja?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vision</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vision-9793/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:43:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vision-9793/</guid><description>&lt;p&gt;Allein im weiten weißen Raum -&#10;Und ferne Klänge&#10;Einer stillen Musik -&#10;Am Rande winden sich krumme Gestalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Füße werden schwer wie Blei&#10;Und dehnen sich.&#10;Plötzlich rauscht, ein See,&#10;Das Blut rot im Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lichter ertrinken.&#10;Sturm weht.&#10;Dunkel wie Felsen stürzt -&#10;Gott schreit auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vil wol gelobter got...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vil-wol-gelobter-got/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:43:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vil-wol-gelobter-got/</guid><description>&lt;p&gt;Vil wol gelobter got, wie selten ich dich prîse,&#10;sît ich von dir beide wort hân unde wîse!&#10;wie getar ich sô gefreveln under dîme rîse?&#10;Ichn tuon diu rehten werc, ichn hân die wâren minne&#10;ze mînem ebenkristen, hêrre vater, noch ze dir:&#10;sô holt enwart ich ir dekeinem nie sô mir.&#10;Krist, vater unde sun, dîn geist berihte mîne sinne.&#10;Wie solt ich den geminnen der mir übele tuot?&#10;mir muoz der iemer lieber sîn der mir is guot&#10;vergib mir anders mîne schulde, ich wil noch haben den muot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>VIII. Sach ieman die vrouwen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/viii-sach-ieman-die-vrouwen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:42:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/viii-sach-ieman-die-vrouwen/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sach ieman die vrouwen,&#10;die man mac schouwen&#10;in dem venster stân?&#10;diu vil wolgetâne&#10;diu tuot mich âne&#10;sorgen, die ich hân.&#10;Si liuhtet sam der sunne tuot&#10;gegen dem liehten morgen.&#10;ê was si verborgen.&#10;dô muost ich sorgen.&#10;die wil ich nu lân.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist aber ieman hinne,&#10;der sîne sinne&#10;her behalten habe?&#10;der gê nach der schônen,&#10;diu mit ir krônen&#10;gie von hinnen abe;&#10;Daz si mir ze trôste kome,&#10;ê daz ich verscheide.&#10;diu liebe und diu leide&#10;diu wellen mich beide&#10;vürdern hin ze grabe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>VII.   Ez ist site der nahtegal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vii-ez-ist-site-der-nahtegal/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:41:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vii-ez-ist-site-der-nahtegal/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ez ist site der nahtegal,&#10;swanne sî ir liep volendet, sô geswîget sie.&#10;dur daz volge aber ich der swal,&#10;diu durch liebe noch dur leide ir singen nie verlie.&#10;Sît daz ich nu singen sol,&#10;sô mac ich von schulden sprechen wol:&#10;&amp;ldquo;ôwê,&#10;daz ich ie sô vil gebat&#10;und gevlêhte an eine stat,&#10;dâ ich genâden nienen sê.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Swîge ich unde singe niet,&#10;sô sprechent sî, daz mir mîn singen zaeme baz.&#10;sprich aber ich und singe ein liet,&#10;sô muoz ich dulden beide ir spot und ouch ir haz.&#10;Wie sol man den nû geleben,&#10;die dem man mit schoener rede vergeben?&#10;ôwê,&#10;daz in ie sô wol gelanc,&#10;und ich lie dur si mînen sanc!&#10;ich wil singen aber als ê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Viele Königreiche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/viele-koenigreiche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:41:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/viele-koenigreiche/</guid><description>&lt;p&gt;Die Menschen sind geteilt in verschiedene Sippen und Stämme,&#10;sie gehören vielen Ländern und Städten an.&#10;Ich aber fühle mich fremd in allen diesen Gemeinschaften&#10;und zähle mich zu keiner der Siedlungen.&#10;Das All ist meine Heimat und die ganze Menschheit meine Sippe.&#10;Die Menschen sind schwach, und es ist traurig, dass sie untereinander geteilt sind.&#10;Die Welt ist so eng, es ist unklug, sie in Königreiche, Imperien und Provinzen zu spalten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>VI a.   West ich, ob ez verswîget möhte sîn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vi-a-west-ich-ob-ez-verswiget-moehte-sin-9123/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:40:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vi-a-west-ich-ob-ez-verswiget-moehte-sin-9123/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;West ich, ob ez verswîget möhte sîn,&#10;ich lieze iuch sehen mîne schoene vrouwen,&#10;der enzwei braeche mir daz herze mîn,&#10;der möhte sî schône drinne schouwen.&#10;Si kam her dur diu ganzen ougen&#10;sunder tür gegangen.&#10;ôwê, solde ich von ir süezen minne sîn&#10;als minneclîch enpfangen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der sô lange rüeft in einen touben walt,&#10;ez antwürt im dar ûz eteswenne.&#10;nû ist diu klage vor ir dicke manicvalt&#10;gegen mîner nôt, swie sis niht erkenne.&#10;Doch klaget ir maniger mînen kumber&#10;vil dicke mit gesange.&#10;ôwê, jâ hât sî geslâfen allez her&#10;alder geswigen alze lange.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verzweifelt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verzweifelt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:40:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verzweifelt/</guid><description>&lt;p&gt;Droben schmettert ein greller Stein&#10;Nacht grant Glas&#10;Die Zeiten stehn&#10;Ich&#10;Steine.&#10;Weit&#10;Glast&#10;Du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verzeihlich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verzeihlich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:39:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verzeihlich/</guid><description>&lt;p&gt;Er ist ein Dichter; also eitel.&#10;Und, bitte, nehmt es ihm nicht krumm,&#10;Zieht er aus seinem Lügenbeutel&#10;So allerlei Brimborium.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Juwelen, Gold und stolze Namen,&#10;Ein hohes Schloß, im Mondenschein&#10;Und schöne, höchstverliebte Damen,&#10;Dies alles nennt der Dichter sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Indessen ist ein enges Stübchen&#10;Sein ungeheizter Aufenthalt.&#10;Er hat kein Geld, er hat kein Liebchen,&#10;Und seine Füße werden kalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwelkte Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwelkte-blume/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:39:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwelkte-blume/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Blume, ach sie kam von ihr!&#10;Auch verwelkt noch ist sie heilig mir.&#10;Längst sind ihre Farben hingeschwunden,&#10;Wie die Seligkeit vergangner Stunden;&#10;Aber dennoch bleibt sie heilig mir,&#10;Diese Blume, denn sie kam von ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tausend blühen schimmernd jetzt im Hain,&#10;Farb′ und Duft erfüllt ihr kurzes Seyn.&#10;Aber mich reizt ihre Schönheit nicht,&#10;Wenn nicht ihre Hand sie für mich bricht.&#10;Längst verblichne Blume, Du allein&#10;Sollst mir Weihgeschenk des Frühlings seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwahrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwahrung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:38:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwahrung/</guid><description>&lt;p&gt;Scheltet, ich bitte, mich nicht! Ich machte, beim delphischen Gotte,&#10;Nur die Verse; die Welt, nahm ich, ihr wißts, wie sie steht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verstehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verstehen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:37:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verstehen/</guid><description>&lt;p&gt;Sag es mir, und ich&#10;werde es vergessen.&#10;Zeige es mir, und ich&#10;werde mich daran erinnern.&#10;Beteilige mich, und ich&#10;werde es verstehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Versöhnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/versoehnung-8913/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:37:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/versoehnung-8913/</guid><description>&lt;p&gt;Es wird ein großer Stern in meinen Schoß fallen&amp;hellip;&#10;Wir wollen wachen die Nacht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;in den Sprachen beten,&#10;die wie Harfen eingeschnitten sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen uns versöhnen die Nacht -&#10;so viel Gott strömt über.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kinder sind unsere Herzen,&#10;die möchten ruhen müdesüß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und unsere Lippen wollen sich küssen;&#10;was zagst du?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grenzt nicht mein Herz an deins -&#10;immer färbt dein Blut meine Wangen rot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen uns versöhnen die Nacht,&#10;wenn wir uns herzen, sterben wir nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verse ohne Worte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verse-ohne-worte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:36:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verse-ohne-worte/</guid><description>&lt;p&gt;gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori&#10;gadjama gramma berida bimbala glandri galassassa laulitalomini&#10;gadji beri bin blassa glassala laula lonni cadorsu sassala bim&#10;gadjama tuffm i zimzalla binban gligla wowolimai bin beri ban&#10;o katalominai rhinozerossola hopsamen laulitalomini hoooo&#10;gadjama rhinozerossola hopsamen&#10;bluku terullala blaulala loooo&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;zimzim urullala zimzim urullala zimzim zanzibar zimzalla zam&#10;elifantolim brussala bulomen brussala bulomen tromtata&#10;velo da bang bang affalo purzamai affalo purzamai lengado tor&#10;gadjama bimbalo glandridi glassala zingtata pimpalo ögrögöööö&#10;viola laxato viola zimbrabim viola uli paluji malooo&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verschwiegenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwiegenheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:36:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwiegenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Liebste zum Erwidern&#10;Blick auf Liebesblicke beut,&#10;Singt ein Dichter gern in Liedern,&#10;Wie ein solches Glück erfreut!&#10;Aber Schweigen bringet Fülle&#10;Reicheres Vertraun zurück.&#10;Leise, leise! Stille, stille!&#10;Das ist erst das wahre Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verschiedener Stolz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verschiedener-stolz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:35:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verschiedener-stolz/</guid><description>&lt;p&gt;Still, ohne Pracht, doch sicher daß mans merke,&#10;So schreiten Prinz und Dogg einher in ihrer Stärke.&#10;In Seid und Schellen prunkt, und bellt und flucht mit Zeter&#10;Der Junker und sein Köter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verschiedener Kasus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verschiedener-kasus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:34:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verschiedener-kasus/</guid><description>&lt;p&gt;Deutsche zogen nach Rom, warum nicht Russen nach Deutschland?&#10;Jene waren ein Volk, tapfer und markig und frisch,&#10;Und als solches vom Himmel zum Erben der Römer berufen,&#10;Ja, sie blieben′s bis heut, diese sind nur noch Geschmeiß,&#10;Und das schlechtere Volk ward nie noch der Henker des edlern,&#10;Während der lauterste Mensch oft durch den niedrigsten fällt.&#10;Wenn der Russe den Tasso verbessert, der Deutsche die Knute,&#10;Will ich zittern für uns, aber ich warte es ab!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vernichtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vernichtung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:34:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vernichtung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Himmel wehen&#10;Blut marschiert&#10;Marschiert&#10;Auf&#10;Tausend Füßen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmel wehen&#10;Blut zerstürmt&#10;Zerstürmt&#10;Auf&#10;Tausend Schneiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmel wehen&#10;Blut zerrinnt&#10;Zerrinnt&#10;In&#10;Tausend Fäden&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmel wehen&#10;Blut zersiegt&#10;Zersiegt&#10;In&#10;Tausend Scharten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmel wehen&#10;Blut zerschläft&#10;Zerschläft&#10;Zu&#10;Tausend Toden&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmel wehen&#10;Tod zerwebt&#10;Zerwebt&#10;Zu&#10;Tausend Füßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verloren?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verloren/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:33:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verloren/</guid><description>&lt;p&gt;Nur die Sache ist verloren,&#10;die man aufgibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verlobungswunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verlobungswunsch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:33:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verlobungswunsch/</guid><description>&lt;p&gt;Daß nimmer trübe Ungemach,&#10;daß fern euch bleibe Not und Schmach,&#10;daß nie ihr eine Träne weint,&#10;daß stets in Liebe ihr vereint,&#10;daß stes ihr aller Sorgen bar,&#10;das wünsch′ ich dem verlobten Paar!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verhalten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verhalten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:32:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verhalten/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Augen schwingen in deinen Brüsten&#10;Dein Haupt beugt glutrot weichen Schatten&#10;Drauf!&#10;Der Atem schämigt hemmend&#10;Das Gewoge.&#10;Mich krallt die Gier&#10;Und herbe Dünste bluten&#10;In seinen Ketten&#10;Rüttelt&#10;Der Verstand.&#10;Fein&#10;Knifft die Scheu die Lippen lächelnd&#10;Kälter!&#10;Mein Arm nur&#10;Faßt&#10;Im Schwung&#10;Dich&#10;Heißer heiß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergebliche Delikatesse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergebliche-delikatesse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:31:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergebliche-delikatesse/</guid><description>&lt;p&gt;Richtig! Da gehen sie schon, so wahr ich lebe, und schlagen&#10;(Hätt ichs doch gleich nur gesagt) griechische Lexika nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vereinbar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vereinbar/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:31:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vereinbar/</guid><description>&lt;p&gt;»Man muß nicht müssen,« sagt ein deutscher Dichter,&#10;Ein andrer, und der größte unter allen:&#10;»Der Mensch ist nicht geboren, frei zu sein.«&#10;Hat Einer Unrecht und der Andre Recht?&#10;Und wer von Beiden dieses oder jenes?&#10;O schwierig! Aber halt, da fällt mir ein:&#10;Am Ende haben Recht und Unrecht Beide.&#10;Der Mensch ist frei, doch er bedarf ein Muß.&#10;Nun gut, so schaffe selbst dir einen Zwang,&#10;Ein Muß der Pflicht, dann dienst du, aber frei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vatican</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vatican/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:30:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vatican/</guid><description>&lt;p&gt;Ist′s denn wirklich so groß, das vatican′sche Museum,&#10;Wie viel hätte man denn nöthig, es ganz zu durchgehn?&#10;»Wohl drei Stunden, mein Herr, doch die Kunst -« Ich bin ein berühmter&#10;Läufer, basta, und so komm′ ich in anderthalb durch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vaterlandslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vaterlandslied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:30:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vaterlandslied/</guid><description>&lt;p&gt;Der Gott, der Eisen wachsen ließ,&#10;Der wollte keine Knechte,&#10;Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß&#10;Dem Mann in seine Rechte,&#10;Drum gab er ihm den kühnen Mut,&#10;Den Zorn der freien Rede,&#10;Dass er bestände bis aufs Blut,&#10;Bis in den Tod die Fehde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wollen wir, was Gott gewollt,&#10;Mit rechter Treue halten&#10;Und nimmer im Tyrannensold&#10;Die Menschenschädel spalten;&#10;Doch wer für Tand und Schande ficht,&#10;den hauen wir zu Scherben,&#10;Der soll im deutschen Lande nicht&#10;Mit deutschen Männern erben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vampyre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vampyre/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:29:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vampyre/</guid><description>&lt;p&gt;Bangen nicht könnt′ mir vor jenen Vampyren,&#10;Die, wie gespenstische Sagen wollen,&#10;Nächtens im Schlaf uns beschleichen sollen,&#10;Weil sie nach unserem Herzblut gieren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Munter führ′ ich aus Traumesbanden,&#10;Spürend den Anhauch der feindlichen Fratze -&#10;Und mit der immer bereiten Tatze&#10;Schlüg′ ich das Spukgezücht lachend zuschanden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber es wollen an unserem Blute&#10;Auch noch ganz andere Dürster sich letzen,&#10;Harmlos am Tag, die wir achten und schätzen,&#10;Wundervoll Freundliche, Liebe und Gute.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>V. Von den elben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/v-von-den-elben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:28:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/v-von-den-elben/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von den elben wirt entsehen vil manic man,&#10;sô bin ich von grôzer liebe entsên&#10;von der besten, die ie dehein man ze vriunt gewan.&#10;wil aber sî der umbe mich vên&#10;Und ze unstaten stên,&#10;mac si danne rechen sich&#10;und tuo, des ich si bite. sô vreut si sô sêre mich,&#10;daz mîn lîp vor wunnen muoz zergên.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sî gebiutet und ist in dem herzen mîn&#10;vrowe und hêrer, danne ich selbe sî.&#10;hei wan muoste ich ir alsô gewaltic sîn,&#10;daz si mir mit triuwen waere bî&#10;Ganzer tage drî&#10;unde eteslîche naht!&#10;sô verlür ich niht den lîp und al die maht.&#10;jâ ist si leider vor mir alze vrî.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Urtod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/urtod/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:28:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/urtod/</guid><description>&lt;p&gt;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Wegen&#10;Regen&#10;Richten&#10;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Dehnen&#10;Einen&#10;Mehren&#10;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Kehren&#10;Wehren&#10;Recken&#10;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Ringen&#10;Werfen&#10;Würgen&#10;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Fallen&#10;Sinken&#10;Stürzen&#10;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Wirbeln&#10;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Wirren&#10;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Flirren&#10;Raum&#10;Zeit&#10;Raum&#10;Irren&#10;Nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ursprünge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/urspruenge/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:27:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/urspruenge/</guid><description>&lt;p&gt;Heil diesem lachenden zug:&#10;Herrlichsten gutes verweser&#10;Maasslosen glückes erleser!&#10;Schaltend mit göttlichem fug&#10;Traget ihr kronen und psalter.&#10;Später gedenkt es euch kaum:&#10;Nie lag die welt so bezwungen -&#10;Eines geistes durchdrungen&#10;Wie im jugend-traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heil dir sonnenfroh gefild&#10;Wo nach sieg der heiligen rebe&#10;Nach gefälltem wald und wild&#10;Kam in kränzen Pan mit Hebe!&#10;Rauhe jäger zottige rüden&#10;Wichen weissem marmorbein.&#10;Hallen luden wie im süden&amp;hellip;&#10;Wir empfingen noch den schein.&#10;Aus den aufgewühlten gruben&#10;Dampfte odem von legion&#10;Und von trosses fraun und buben -&#10;Hier ihr gold ihr erz ihr thon!&#10;Auf dem bergweg seht die schar -&#10;Eine stampfende kohorte!&#10;Offen stehen brück und pforte&#10;Für des Caesarsohnes aar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uralt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uralt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:27:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uralt/</guid><description>&lt;p&gt;Schweig, mein Geliebter; Mund auf Mund&#10;Wurden wir groß, wurden wir alt&#10;In einem nie gestillten Bund,&#10;Alt wie der uralte Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alt wie der Mond, mein Lichtgesicht,&#10;Bist du am Himmel tausend Jahr&#10;O schmale Sichel aufgericht,&#10;Der ich die Ernte war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alt wie das Meer, die dunkle Saat,&#10;Nach dir gereift, sehnsüchtige Flut,&#10;Steigt zwischen uns den ewigen Pfad&#10;Dunkel das ewige Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unterwegs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unterwegs-8838/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:26:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unterwegs-8838/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wandre in der großen Stadt. Ein trüber&#10;Herbstnebelschleier flattert um die Zinnen,&#10;Das Tagwerk schwirrt und braust vor meinen Sinnen,&#10;Und tausend Menschen gehn an mir vorüber.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kenn sie nicht. Wer sind die Vielen? Tragen&#10;Sie in der Brust ein Los wie meins? Und blutet&#10;Ihr Herz vielleicht, von mir so unvermutet,&#10;Als ihnen fremd ist meines Herzens Schlagen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Nebel tropft. Wir alle wandern, wandern.&#10;Von dir zu mir erhellt kein Blitz die Tiefen.&#10;Und wenn wir uns das Wort entgegenriefen-&#10;Es stirbt im Wind und keiner weiß vom andern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Untergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/untergang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:25:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/untergang/</guid><description>&lt;p&gt;Über den weißen Weiher&#10;Sind die wilden Vögel fortgezogen.&#10;Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über unsere Gräber&#10;Beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht.&#10;Unter Eichen schaukeln wir auf einem silbernen Kahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer klingen die weißen Mauern der Stadt.&#10;Unter Dornenbogen&#10;O mein Bruder klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unter des lebenden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-des-lebenden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:25:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-des-lebenden/</guid><description>&lt;p&gt;Unter des lebenden&#10;Grünenden Tempels&#10;Flüsternde Hallen&#10;Komme ich irrend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sich die Eiche&#10;Himmelwärts türmet&#10;Wie in dem Gipfel&#10;Ruhet des Mächtigen&#10;Jupiters Fuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in dem Herzen&#10;Fühl ich die Nähe&#10;Heiliger Wesen,&#10;Die durch die Zweige&#10;Zu dem Olympos&#10;Wandeln empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Führt mich ihr friedlichen&#10;Geister des Haines,&#10;Die mich umschweben&#10;Lachend und rufend,&#10;Führt mich zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Irrende, flüchtige,&#10;Tönende Geister,&#10;Die ihr mit schäkernden&#10;Lispelnden Worten&#10;Irr mich geführt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsrer Königin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsrer-koenigin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:24:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsrer-koenigin/</guid><description>&lt;ol start="1807"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;In diesem Lande haust und waltet&#10;Ein fremder, kalter Schreckensgeist,&#10;Der Alles theilt und Alles spaltet&#10;Und jede schöne Form zerreißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verderben brütet auf der Erde,&#10;Am höchsten Leben zehrt der Tod,&#10;Der auch der Glut auf Vesta′s Herde&#10;Den Untergang im Sturme droht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll auch das Heil′ge von uns weichen?&#10;Wird unser Köstlichstes ein Raub?&#10;Kann nichts der Götter Ohr erreichen,&#10;Und sind sie jedem Flehen taub? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fühlt ein überirdisch Wehen&#10;Der frommen Beter kleine Schaar:&#10;Es naht, erzeugt in Aethers Höhen,&#10;Ein Götterbild sich dem Altar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsere Sprache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-sprache-9213/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:24:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-sprache-9213/</guid><description>&lt;p&gt;Deutsche Sprache! Zaubergarten&#10;Du, mit Blumen aller Arten&#10;Reich und wundersam bekränzt!&#10;Schacht, in dessen dunkeln Gängen&#10;Gold und Eisen sich vermengen&#10;Und der Lichtkarfunkel glänzt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meer, aus dessen Wogenfülle&#10;Ohne Schleier, ohne Hülle&#10;Sich die reinste Schönheit hebt!&#10;Luft aus klaren Aetherhöhen,&#10;Die mit ihrem frischen Wehen&#10;Wie des Morgens Hauch belebt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief ist deine Macht begründet,&#10;Einz&amp;rsquo;ges Band, das uns verbindet&#10;Und so fest zusammenhält,&#10;Daß von Deutschlands Ruhm und Leide&#10;Jenseits der Atlantis Scheide&#10;Deutsche Herzen noch geschwellt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unser Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unser-herz-8939/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:23:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unser-herz-8939/</guid><description>&lt;p&gt;Kleines Ding, um uns zu quälen,&#10;Hier in diese Brust gelegt,&#10;Wüßte mancher was er trägt,&#10;Würde wünschen, tätst ihm fehlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Schläge, wie so selten,&#10;Mischt sich Lust in sie hinein&#10;Und wie sind sie schnell, mit Pein&#10;Jede Lust ihm zu vergelten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dennoch, weder Lust noch Qualen&#10;Wär&amp;rsquo; weit schrecklicher als das.&#10;Lieber schmelzt mein Herz zu Glas!&#10;Meines Schicksals heiße Strahlen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieben, hassen, streben, zittern,&#10;Hoffen, zagen bis ins Mark.&#10;Ach, das Leben wär&amp;rsquo; ein Quark&#10;Tätest du es nicht verbittern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unschuld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unschuld/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:22:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unschuld/</guid><description>&lt;p&gt;Schönste Tugend einer Seele,&#10;Reinster Quell der Zärtlichkeit!&#10;Mehr als Byron, als Pamele,&#10;Ideal und Seltenheit!&#10;Wenn ein andres Feuer brennet,&#10;Flieht dein zärtlich schwaches Licht.&#10;Dich fühlt nur, wer dich nicht kennet;&#10;Wer dich kennt, der fühlt dich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Göttin, in dem Paradiese&#10;Lebtest du mit uns vereint;&#10;Noch erscheinst du mancher Wiese&#10;Morgens, eh′ die Sonne scheint.&#10;Nur der sanfte Dichter siehet&#10;Dich im Nebelkleide zieh′n:&#10;Phöbus kommt, der Nebel fliehet,&#10;Und im Nebel bist du hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unruhe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unruhe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:22:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unruhe/</guid><description>&lt;p&gt;Warten zwischen vielen auf den Arzt . .&#10;Zwischen weißen Blicken, Schmerzmusiken,&#10;Fremder Bilder grinsenden Mimiken,&#10;Den Gerüchen, dünner Wanduhr Pieken&amp;hellip;&#10;Aus den Ecken, Möbeln her starrt&amp;rsquo;s schwarz&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er sitzt noch&amp;hellip; bald gefasst, bald schwank,&#10;- Aber endlich - fort! - zu süßen Flüssen&#10;Wieder fort! - verbergenden Genüssen -&#10;Niemals wieder warten! - nichts mehr müssen!&#10;- Und vielleicht ist er nun immer krank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ungewisses Licht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ungewisses-licht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:21:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ungewisses-licht/</guid><description>&lt;p&gt;Bahnlos und pfadlos, Felsen hinan&#10;Stürmet der Mensch, ein Wandersmann:&#10;Stürzende Bäche, wogender Fluß,&#10;Brausender Wald, nichts hemmet den Fuß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkel im Kampfe über ihn hin,&#10;Jagend wie Heere, die Wolken ziehn;&#10;Rollende Donner, strömender Guß,&#10;Sternlose Nacht – nichts hemmet den Fuß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich, ha! endlich schimmert&amp;rsquo;s von fern!&#10;Ist es ein Irrlicht, ist es ein Stern?&#10;Ha, wie der Schimmer so freundlich blinkt,&#10;Wie er mich locket, wie er mir winkt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ungereimtes Sonnett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ungereimtes-sonnett/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:21:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ungereimtes-sonnett/</guid><description>&lt;p&gt;Ob gleich Cloridalis auf ihre Marmor-Kugeln,&#10;Die, wie ein ieder sagt, der Himmel selbst gewölbt,&#10;Und auf ihr Angesicht, das Sternen gleichet, trozt,&#10;Ob schon, wie sie vermeynt, des Paris goldner Apfel&#10;Vor sie allein gemacht, ob gleich viel altes Silber&#10;In ihrem Kasten ruht, doch ists ein eitler Wurf,&#10;Den sie nach mir gethan; ich bin gleichwie ein Felß,&#10;Und lieb ein kluges Buch mehr als der Venus Gürtel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unerhörte Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unerhoerte-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:20:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unerhoerte-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ist irgend zu erfragen&#10;Ein Schäfer um den Rhein,&#10;Der sehnlich sich beklagen&#10;Muß über Liebespein,&#10;Der wird mir müssen weichen,&#10;Ich weiß sie plagt mich mehr,&#10;Niemand ist mir zu gleichen,&#10;Und liebt er noch so sehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist vorbey gegangen&#10;Fast jetzt ein ganzes Jahr,&#10;Daß Eine mich gefangen&#10;Mit Liebe ganz und gar,&#10;Daß sie mir hat genommen&#10;Gedanken, Muth und Sinn,&#10;Ein Jahr ist′s, daß ich kommen&#10;In ihre Liebe bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unentschlossen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unentschlossen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:19:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unentschlossen/</guid><description>&lt;p&gt;Foltern&#10;Reuen&#10;Taumeln&#10;Trotzen&#10;Schreiten Schreiten&#10;Winken&#10;Wollen&#10;Sprechen spricht&#10;Ich spreche&#10;Und&#10;Du mußt da sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unendlicher Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unendlicher-fruehling/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:19:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unendlicher-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Ich seh dich wieder, Frühling, steigen ins Geäst.&#10;Ich seh den dürren Zweig, von deiner Faust umpreßt,&#10;Nun wieder glühn und blühn, ich seh den Wiesenpfad&#10;Bergauf dir unterm Fuß erstehn und wehn wie Saat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wirst du wieder um die Gipfel streichen -&#10;Schnee, der vergeht, o Weiß, das zum Verbleichen&#10;Sich wieder fügt, talüber quillt, o Einsamkeit,&#10;Gelöst, hinströmend zärtlich wild und weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Unvollendet)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und meine Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-meine-seele/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:18:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-meine-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Und meine Seele&#10;Trat vor mich hin&#10;In kothbesudeltem Purpurgewande&#10;Und sah mich an,&#10;Todestraurig,&#10;Mit schwimmenden Augen&amp;hellip;&#10;Und klagend klangen die Worte:&#10;Siegt die Gemeinheit?,&#10;Siegt die Noth des Daseins?&#10;Muss ich sterben?&#10;Und ich nickte,&#10;Langsam,&#10;Wortlos-ergeben,&#10;Dreimal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und bist du erst mein ehlich Weib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-bist-du-erst-mein-ehlich-weib/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:18:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-bist-du-erst-mein-ehlich-weib/</guid><description>&lt;p&gt;Und bist du erst mein ehlich Weib,&#10;Dann bist du zu beneiden,&#10;Dann lebst du in lauter Zeitvertreib,&#10;In lauter Pläsier und Freuden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn du schiltst und wenn du tobst,&#10;Ich werd es geduldig leiden;&#10;Doch wenn du meine Verse nicht lobst,&#10;Laß ich mich von dir scheiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unanjenehm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unanjenehm/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:17:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unanjenehm/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Volk&#10;die&#10;Bestie, die Mich füttert,&#10;staatsbefehlfeiert&#10;Meinen&#10;Geburtstag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von&#10;Turm zu Turm,&#10;durch&#10;Stadt und Land, von Gau zu Gau,&#10;in&#10;Meinen&#10;sämtlichen Provinzen,&#10;donnernd,&#10;hallten, dröhnten, tönten, schallten,&#10;läuteten&#10;die&#10;Glocken;&#10;als Musterbild, als Pflichtausbund, als&#10;Paradigma&#10;erhabenen Menschentums, getreuer Selbsthingabe&#10;und&#10;sorgend, tätig, rastlos,&#10;unermüdlich, sich aufopfernd&#10;vaterländischen&#10;Gemeinsinnes, Gemeinwirkens&#10;und&#10;Gemeinstrebens,&#10;in&#10;allen&#10;Aulen, den fleißigen Schülern, wie den faulen,&#10;lobhudelnd&#10;priesen, rühmten,&#10;würdigten,&#10;verherrlichten, beweihräucherten&#10;Mich&#10;die Arschpauker;&#10;zehntausend Pfaffen predigten von schwarzen Kanzeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Um Mitternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/um-mitternacht-9364/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:16:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/um-mitternacht-9364/</guid><description>&lt;p&gt;Um Mitternacht&#10;Hab&amp;rsquo; ich gewacht&#10;Und aufgeblickt zum Himmel;&#10;Kein Stern vom Sterngewimmel&#10;Hat mir gelacht&#10;Um Mitternacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um Mitternacht&#10;Hab&amp;rsquo; ich gedacht&#10;Hinaus in dunkle Schranken;&#10;Es hat kein Lichtgedanken&#10;Mir Trost gebracht&#10;Um Mitternacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um Mitternacht&#10;Nahm ich in Acht&#10;Die Schläge meines Herzens;&#10;Ein einz&amp;rsquo;ger Puls des Schmerzens&#10;War angefacht&#10;Um Mitternacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um Mitternacht&#10;Kämpft&amp;rsquo; ich die Schlacht&#10;O Menschheit deiner Leiden;&#10;Nicht konnt&amp;rsquo; ich sie entscheiden&#10;Mit meiner Macht&#10;Um Mitternacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uebersetzung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uebersetzung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:16:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uebersetzung/</guid><description>&lt;p&gt;Uebersetzest du gern, verwegener Deutscher, so wisse,&#10;Daß eine Ohrfeig′ in Rom wörtlich ein Messerstich heißt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Übermut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uebermut/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:15:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uebermut/</guid><description>&lt;p&gt;Ein′ Gems auf dem Stein,&#10;Ein′ Vogel im Flug,&#10;Ein Mädel, das klug,&#10;Kein Bursch holt die ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Übergewicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uebergewicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:15:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uebergewicht/</guid><description>&lt;p&gt;Es stand nach einem Schiffsuntergange&#10;Eine Briefwaage auf dem Meeresgrund.&#10;Ein Walfisch betrachtete sie bange,&#10;Beroch sie dann lange,&#10;Hielt sie für ungesund,&#10;Ließ alle Achtung und Luft aus dem Leibe,&#10;Senkte sich auf die Wiegescheibe&#10;Und sah - nach unten schielend - verwundert:&#10;Die Waage zeigte über Hundert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über seine Träume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-seine-traeume/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:14:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-seine-traeume/</guid><description>&lt;p&gt;Sind Träume lauter nichts / wie daß sie mich bewegen?&#10;sind sie denn Freud und Lust / wie daß ich traurig bin?&#10;sind sie voll Lieblichkeiten / wie daß mein toder Sinn&#10;sich / O Marnie / zu deinen Füßen legen.&#10;Ich sahe heint zur Nacht dich deiner Liebe pflegen.&#10;Du warst es ja gewiß / O schöne Halb-Göttin.&#10;Ein nacket Nymphen-Bild lief zu den Schwanen hin /&#10;zu Schwanen / die im Thal stets ihre Lieder heben /&#10;Und küßet eines Mund. Ich fühlte Süßigkeit.&#10;Die Liebe stieß alsbald nach meinem krancken Hertzen.&#10;Drauf ließ ich meinen Schlaff. Nichts blieb als tausend Schmertzen&#10;die ich noch klagen muß bey später Abends-Zeit.&#10;Sie sind nun was sie sind / so gläub in voller Sorgen /&#10;im Traume-Nebel liegt die Wahrheit doch verborgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über das Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-das-gebet/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:13:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-das-gebet/</guid><description>&lt;p&gt;Ach wie pfleg&amp;rsquo; ich mich zu freuen&#10;über GOttes Wort!&#10;herrlich pflegt mir zu verneuen&#10;seine Treu mein Hort.&#10;wann ich in der Schrifft will lesen&#10;pflegt mein Hoffnung zu genesen&#10;meint / sie sey im Port.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Gebet / des Himmels Leiter&#10;ist der Hoffnung Grund;&#10;GOttes Geist / ist des Bereiter;&#10;JEsus / dessen Mund.&#10;wann die Seuffzer aufwerts steigen&#10;Trost und Hülff&amp;rsquo; herab sich neigen:&#10;ach daß ichs empfund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uber ihre veränderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-ihre-veraenderung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:13:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-ihre-veraenderung/</guid><description>&lt;p&gt;Du hast/ o Sylvia! mein treues hertz besiegt/&#10;Und liessest neulich selbst mich deine neigung wissen:&#10;Doch da das arme ding in deinen ketten liegt/&#10;So jagest du mich fort/ und stössest mich mit füssen.&#10;Ach allzugrausame! was quälstu meine glieder?&#10;Behalt dir die person/ gieb mir das hertze wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Turner-Marsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/turner-marsch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:12:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/turner-marsch/</guid><description>&lt;p&gt;(Melodie: Leise flehen meine Lieder)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlagt die Pauken und Trompeten,&#10;Turner in die Bahn!&#10;Turnersprache laßt uns reden.&#10;Vivat Vater Felix Dahn!&#10;Laßt uns im Gleichschritt aufmarschieren,&#10;Ein stolzes Regiment.&#10;Laß die Fanfaren tremulieren!&#10;Faltet die Fahnen ent!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die harte Brust dem Wetter darzubieten,&#10;Reißt die germanische Lodenjoppe auf!&#10;Kommet zu Hauf!&#10;Wir wollen uns im friedlichen Wettkampf üben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Braust drei Hepp-hepps und drei Hurras&#10;Um die deutschen Eichenbäume!&#10;Trinkt auf das Wohl der deutschen Frauen ein Glas,&#10;Daß es das ganze Vaterland durchschäume.&#10;Heil! Umschlingt euch mit Herz und Hand,&#10;Ihr Brüder aus Nord-, Süd- und Mitteldeutschland!&#10;Daß einst um eure Urne&#10;Eine gleiche Generation turne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost und Erhebung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-und-erhebung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:12:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-und-erhebung/</guid><description>&lt;p&gt;Wo Pflanzen stehn zu dicht,&#10;Der Gärtner macht es licht,&#10;Eilt schonungslos vom Haufen&#10;Die schwächsten auszuraufen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War auch vielleicht ein Paar&#10;Zu viel in meiner Schaar,&#10;Daß nicht die kleine Menge&#10;Gedeihn konnt&amp;rsquo; in der Enge?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Paar, wie dauert mich&amp;rsquo;s!&#10;Nicht ausgerauft hätt&amp;rsquo; ich&amp;rsquo;s.&#10;Der Gärtner mag es wissen,&#10;Warum er&amp;rsquo;s ausgerissen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-7961/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:11:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-7961/</guid><description>&lt;p&gt;Tröste dich, die Stunden eilen,&#10;Und was all dich drücken mag,&#10;Auch die schlimmste kann nicht weilen,&#10;Und es kommt ein andrer Tag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem ew&amp;rsquo;gen Kommen, Schwinden,&#10;Wie der Schmerz liegt auch das Glück,&#10;Und auch heitre Bilder finden&#10;Ihren Weg zu dir zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Harre, hoffe. Nicht vergebens&#10;zählest du der Stunden Schlag:&#10;Wechsel ist das Los des Lebens,&#10;Und - es kommt ein andrer Tag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-2806/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:11:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-2806/</guid><description>&lt;p&gt;Wie bin ich sonst so straff geschritten,&#10;Noch als ich in die siebzig kam, –&#10;Ist mir der Nerv entzwei geschnitten?&#10;Wie schleich&amp;rsquo; ich jetzt so schlaff und lahm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O schlimm! Doch in des Unmuts Tiefen&#10;Bleibt etwas mir, das mich ergetzt:&#10;Als ich so rüstig lief, da liefen&#10;Die Verse nicht so gut wie jetzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-2144/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:10:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-2144/</guid><description>&lt;p&gt;Weißt du, was in dieser Welt&#10;Mir am meisten wohlgefällt?&#10;Daß die Zeit sich selbst verzehret&#10;Und die Welt nicht ewig währet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-2091/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:09:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-2091/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn alles eben käme, wie du gewollt es hast,&#10;und Gott dir gar nichts nähme und gäb′ dir keine Last,&#10;wie wär′s da um dein Sterben, du Menschenkind, bestellt?&#10;Du müßtest fast verderben, so lieb wär′ dir die Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun fällt - eins nach dem andern -manch süßes Band dir ab,&#10;und heiter kannst du wandern gen Himmel durch das Grab;&#10;dein Zagen ist gebrochen, und deine Seele hofft. -&#10;Dies ward schon oft gesprochen, doch spricht man′s nie zu oft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-1635/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:09:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-1635/</guid><description>&lt;p&gt;Du lachst des Klanges meiner Saiten,&#10;Und siehst herab auf mich mit Schmach?&#10;Wo ich hingeh′, wirst du nicht schreiten,&#10;Weit hinter mir laß′ ich dich nach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht immer, Stolze, wirst du leben,&#10;Und todt, denkt Niemand mehr an dich;&#10;Mich aber wird der Tod erheben,&#10;Zieht einen Strahlenkreis um mich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Leidende singt meine Lieder,&#10;Und findet Trost für seinen Schmerz;&#10;Und hallen sie beim Festmahl wieder,&#10;Mit Wonne füllen sie das Herz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trompeten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trompeten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:08:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trompeten/</guid><description>&lt;p&gt;Unter verschnittenen Weiden, wo braune Kinder spielen&#10;Und Blätter treiben, tönen Trompeten. Ein Kirchhofsschauer.&#10;Fahnen von Scharlach stürzen durch des Ahorns Trauer,&#10;Reiter entlang an Roggenfeldern, leeren Mühlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder Hirten singen nachts und Hirsche treten&#10;In den Kreis ihrer Feuer, des Hains uralte Trauer,&#10;Tanzende heben sich von einer schwarzen Mauer;&#10;Fahnen von Scharlach, Lachen, Wahnsinn, Trompeten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinkspruch auf das Brautpaar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinkspruch-auf-das-brautpaar/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:08:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinkspruch-auf-das-brautpaar/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr seid nun eins, ihr beide,&#10;und wir sind mit euch eins.&#10;Trinkt auf der Freude Dauer&#10;ein Glas des guten Weins!&#10;Und bleibt zu allen Zeiten&#10;einander zugekehrt,&#10;durch Streit und Zwietracht werde&#10;nie euer Bund gestört&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinker und Esser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinker-und-esser/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:07:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinker-und-esser/</guid><description>&lt;p&gt;Was ein Römer ißt, und ein Deutscher trinket, das, dünkt mir.&#10;Wär′ am Ende sogar Gullivers Riesen genug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trieb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trieb-9654/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:06:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trieb-9654/</guid><description>&lt;p&gt;Schrecken Sträuben&#10;Wehren Ringen&#10;Ächzen Schluchzen&#10;Stürzen&#10;Du!&#10;Grellen Gehren&#10;Winden Klammern&#10;Hitzen Schwächen&#10;Ich und Du!&#10;Lösen Gleiten&#10;Stöhnen Wellen&#10;Schwinden Finden&#10;Ich&#10;Dich&#10;Du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trennung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:06:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trennung/</guid><description>&lt;p&gt;Was wir gelitten und erduldet&#10;Durch meine Fehler, deine Schwächen,&#10;Was du geirrt, was ich verschuldet -&#10;Wir wollen nicht darüber sprechen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer an dem Zwiespalt unsrer Tage -&#10;Zu lösen nicht und nicht zu schlichten, -&#10;Die größ′re Schuld, die klein′re trage,&#10;Wir wollen nicht darüber richten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß nur Ein′s! nur Eines fühle&#10;Im Herzen ich, dem trauervollen:&#10;Wir hätten in dem Weltgewühle&#10;Uns nun und nimmer finden sollen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trennung-2078/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:05:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trennung-2078/</guid><description>&lt;p&gt;Romanze&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O bleicher Jüngling im Mondenschein,&#10;Tief dringt mir dein Leid in das Herz hinein;&#10;Du leidest so viel, du leidest so sehr -&#10;O weine, weine, weine nicht mehr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hing der Neumond vom Himmel her,&#10;Sanft wogt′ in Silberfunkeln das Meer,&#10;Und rings um der Wogen zitternden Glanz&#10;Stand duftender Hügel Blüthenkranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Mägdlein still auf dem Söller stand,&#10;Es wußte kaum, was das Herz empfand;&#10;Aus des Jünglings sanftumdämmertem Blick&#10;Strahlt ihm Himmel und Erd′ und Meer zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Treib’s, wie du willst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/treibs-wie-du-willst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:05:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/treibs-wie-du-willst/</guid><description>&lt;p&gt;Treib’s, wie du willst,&#10;es ist nicht recht!&#10;sei klug, sei dumm,&#10;sei brav, sei schlecht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein jedes Ding&#10;hat jeden Zweck!&#10;Wer immer fragt,&#10;kommt nie vom Fleck!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wer nicht selbst&#10;ein Urteil hat&#10;und was drauf wagt,&#10;sitzt immer &amp;hellip; patt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traurige Nachtklage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traurige-nachtklage/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:04:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traurige-nachtklage/</guid><description>&lt;p&gt;Hin ist der Tag, die Nacht bricht an,&#10;Man siehet schon die Sternlein schimmern;&#10;Itz schau′ ich, was die Venus kan&#10;Und wie der Mond beginnt zu glimmern;&#10;Die ganze Welt ligt in der Ruh,&#10;Es schläft der Mensche mit den Thieren,&#10;Kein Vogel hört man tireliren;&#10;Allein ich thu′ kein Auge zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich geh′ ins weite Feld hinein,&#10;Mit tausend Lichtern überstralet,&#10;Und sehe, wie des Monden Schein&#10;Den Erdenkreiß im Dunklen malet;&#10;Es ist doch alles trefflich stil,&#10;Ich höre nichts als Frösche schreien,&#10;Kan doch von Unmut nicht befreien&#10;Mein Herz, das ganz zerspringen wil.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum durch die Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-durch-die-daemmerung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:03:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-durch-die-daemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;Weite Wiesen im Dämmergrau;&#10;die Sonne verglomm, die Sterne ziehn,&#10;nun geh′ ich hin zu der schönsten Frau,&#10;weit über Wiesen im Dämmergrau,&#10;tief in den Busch von Jasmin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch Dämmergrau in der Liebe Land;&#10;ich gehe nicht schnell, ich eile nicht;&#10;mich zieht ein weiches samtenes Band&#10;durch Dämmergrau in der Liebe Land,&#10;in ein blaues mildes Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum des Bösen (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-des-boesen-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:03:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-des-boesen-2/</guid><description>&lt;p&gt;Verhallend eines Sterbeglöckchens Klänge -&#10;Ein Liebender erwacht in schwarzen Zimmern,&#10;Die Wang′ an Sternen, die im Fenster flimmern.&#10;Am Strome blitzen Segel, Masten, Stränge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Mönch, ein schwangres Weib dort im Gedränge.&#10;Guitarren klimpern, rote Kittel schimmern.&#10;Kastanien schwül in goldnem Glanz verkümmern;&#10;Schwarz ragt der Kirchen trauriges Gepränge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus bleichen Masken schaut der Geist des Bösen.&#10;Ein Platz verdämmert grauenvoll und düster;&#10;Am Abend regt auf Inseln sich Geflüster.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum des Bösen (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-des-boesen-1/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:02:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-des-boesen-1/</guid><description>&lt;p&gt;Verhallend eines Gongs braungoldne Klänge&#10;Ein Liebender erwacht in schwarzen Zimmern&#10;Die Wang′ an Flammen, die im Fenster flimmern.&#10;Am Strome blitzen Segel, Masten, Strange.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Mönch, ein schwangres Weib dort im Gedränge&#10;Guitarren klimpern, rote Kittel schimmern.&#10;Kastanien schwül in goldnem Glanz verkümmern;&#10;Schwarz ragt der Kirchen trauriges Gepränge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus bleichen Masken schaut der Geist des Bösen.&#10;Ein Platz verdämmert grauenvoll und düster;&#10;Am Abend regt auf Inseln sich Geflüster.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-4574/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:02:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-4574/</guid><description>&lt;p&gt;Damon! hier in diesen grünen Grotten,&#10;Wo die Zephyrs sich vertraulich küssen,&#10;Und verliebte Vögel zärtlich scherzen,&#10;Wünscht ich sehnlich, dich bey mir zu sehen:&#10;Und sogleich schloß mir der Schlaf die Augen;&#10;Und der süßen Träume listiges Schmeicheln&#10;Suchte mich von neuem zu vergnügen.&#10;Laß dir einen solchen Traum erzählen,&#10;Meinen besten Traum, so lang ich träume:&#10;Bacchus saß dort trunken in der Hecke;&#10;Sahe mich von ferne einsam sitzen;&#10;Wies mir lächelnd seinen vollen Becher;&#10;Und rief heiser, und mit schwerer Zunge:&#10;Höre, Mägdchen! was für schwarze Sorgen&#10;Schwärmen da, auf deiner jungen Stirne?&#10;Willst du nicht von diesem Safte trinken?&#10;Nimm und trink! Dann wirst du freudig lachen!&#10;Dann wird Kummer, Gram und Sorge weichen!&#10;Als mir Bacchus so den Becher reichte;&#10;Nahm ich ihn und wollte eben trinken:&#10;Doch ich sah gleich hinterm Vater Bacchus&#10;Venus Sohn, mit seinem schlimmen Bogen,&#10;Und er zielte schon nach meinem Herzen;&#10;Und er dräuete, mich zu verwunden.&#10;Schreckhaft ließ ich drauf den Becher sinken!&#10;Gleich verschwand mein Traum. Noch bin ich durstig.&#10;Hätt ich wenigstens nur erst getrunken.&#10;Hätt ich wenigstens nur drey und neunmal&#10;Den verwünschten Becher ausgetrunken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Träumerei in Hellblau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traeumerei-in-hellblau/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:01:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traeumerei-in-hellblau/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Landschaften haben&#10;Sich mit Blau gefüllt.&#10;Alle Büsche und Bäume des Stromes,&#10;Der weit in den Norden schwillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blaue Länder der Wolken,&#10;Weiße Segel dicht,&#10;Die Gestade des Himmels in Fernen&#10;Zergehen in Wind und Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Abende sinken&#10;Und wir schlafen ein,&#10;Gehen die Träume, die schönen,&#10;Mit leichten Füßen herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zymbeln lassen sie klingen&#10;In den Händen licht.&#10;Manche flüstern, und halten&#10;Kerzen vor ihr Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Träumerei am Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traeumerei-am-abend/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:00:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traeumerei-am-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Wo einer abends geht, ist nicht des Engels Schatten&#10;Und Schönes! Es wechseln Gram und sanfteres Vergessen;&#10;Des Fremdlings Hände tasten Kühles und Zypressen&#10;Und seine Seele faßt ein staunendes Ermatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Markt ist leer von roten Früchten und Gewinden.&#10;Einträchtig stimmt der Kirche schwärzliches Gepränge,&#10;In einem Garten tönen sanften Spieles Klänge,&#10;Wo Müde nach dem Mahle sich zusammenfinden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Wagen rauscht, ein Quell sehr fern durch grüne Pfühle.&#10;Da zeigt sich eine Kindheit traumhaft und verflossen,&#10;Angelens Sterne, fromm zum mystischen Bild geschlossen,&#10;Und ruhig rundet sich die abendliche Kühle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Träume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traeume-6951/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 21:00:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traeume-6951/</guid><description>&lt;p&gt;Träume sind nur Nachts erlaubt,&#10;daß man eine Bank ausraubt,&#10;daß man durch den Regen tanzt&#10;oder einfach Haschisch pflanzt!&#10;Das man durch die Wüste streift&#10;und dabei ein Liedchen pfeift,&#10;daß man Polizisten grillt&#10;und mit Hühneraugen schielt,&#10;daß man gute Freunde hat&#10;die man wirklich leiden mag,&#10;daß man lebt und das man lacht,&#10;das träumt an in der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tränen im Auge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traenen-im-auge/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:59:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traenen-im-auge/</guid><description>&lt;p&gt;Warum so bleich und blass,&#10;Geliebtes Angesicht?&#10;Warum von Tränen nass,&#10;O du mein Augenlicht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manch Leid will ich bestehn,&#10;Und ich verzage nicht —&#10;Dich aber weinen sehn,&#10;Ach, ich ertrag’ es nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Totentanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/totentanz-9294/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:59:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/totentanz-9294/</guid><description>&lt;p&gt;Sie brauchen kein Tanz-Orchester;&#10;sie hören in sich ein Geheule,&#10;als wären sie Eulennester.&#10;Ihr Ängsten näßt wie eine Beule,&#10;und der Vorgeruch ihrer Fäule&#10;ist noch ihr bester Geruch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie fassen den Tänzer fester,&#10;den rippenbetreßten Tänzer,&#10;den Galan, den echten Ergänzer&#10;zu einem ganzen Paar.&#10;Und er lockert der Ordensschwester&#10;über dem Haar das Tuch;&#10;sie tanzen ja unter Gleichen.&#10;Und er zieht der wachslichtbleichen&#10;leise die Lesezeichen&#10;aus ihrem Stunden-Buch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tote Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tote-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:58:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tote-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Was mir erwarb&#10;Ihr süßes Licht&#10;Was ihr verdarb&#10;Mein Angesicht&#10;Warum sie starb&#10;Ich weiß es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Märchenbraut&#10;Lag so im Tod&#10;Dem Blick vertraut;&#10;Der Wange Rot&#10;Wer es geschaut&#10;Fiel neu in Not.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als hübe sie&#10;Die er gewann&#10;Die wie der Früh-&#10;Tau ihm zerrann&#10;Als hübe sie&#10;Zu sprechen an:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was dich mir warb&#10;Damals im Licht&#10;Was mich verdarb&#10;Für dein Gesicht&#10;Warum ich starb&#10;Ich weiß es nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Toleranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/toleranz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:57:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/toleranz/</guid><description>&lt;p&gt;Der dicke Franz nahm eine Hur′ ins Haus.&#10;Sein Nachbar Melcher sprach:&#10;Ei Franz, jag doch das Mensch hinaus!&#10;Im ganzen Dorf spricht man dir Uebels nach.&#10;Hm, sprach der aufgeklärte Franz,&#10;′S ist dummes Volk, weiß nichts von Toleranz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze VI.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-vi/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:57:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-vi/</guid><description>&lt;ol start="54"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;So, fort in klaren Luftkrystallen schwebend&#10;Ziehn wir, das schöne Land zu unsern Füßen;&#10;Und tausend Städte können, nah′ und ferne,&#10;Auf einmal überschauend wir begrüßen.&#10;Links der Hallen sich erhebend,&#10;Und in der Ebne hingestreut wie Sterne&#10;Die Schlösser, wo so gerne&#10;Die alten Dichter Welschlands mochten weilen,&#10;Bei jenem lorbeerreichen Stamm von Este! –&#10;Und dort Veste!&#10;Und weiter hin, wo Arno′s Wellen eilen,&#10;Des Stadt, des kunstgeweihten,&#10;Des größten Geistes jener alten Zeiten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze IV.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-iv/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:56:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-iv/</guid><description>&lt;ol start="35"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;»Schließ′ Deine Augen!« rief der Geist. Und wieder&#10;Entrafft er mich, und trug mich durch die Lüfte&#10;Den weiten Weg zurück, den wir genommen;&#10;Tief unter mir die aufgeriss′nen Klüfte&#10;Der grauen Fluth! – Wie auf des Aars Gefieder&#10;War ich entlang dem Mittelmeer geschwommen&#10;Im Wolkenzug. – Gekommen&#10;War nun die Küste , bunt begränzet,&#10;Sie, die von Oele triefet, und im Laube&#10;Der Rebgewinde würzt die Moschustraube,&#10;Vom wolkenlosen Himmel stets beglänzet;&#10;Unfern der Mündung, wo der Wellen,&#10;Die berggebornen, sich dem Meer gesellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tizian</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tizian/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:56:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tizian/</guid><description>&lt;p&gt;Wäre nur sinnliche Wahrheit, und keine höhere geist′ge,&#10;Käme Correggio dir nicht, Raffael selbst dir nicht gleich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tiefernst!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tiefernst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:55:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tiefernst/</guid><description>&lt;p&gt;Mir ist, als ob der Friede&#10;Sich in meine Seele legt -&#10;So wundersam bewegt!&#10;Der Pappel Wipfel flüstern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sitzen still und schweigen.&#10;- - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen noch einmal trinken -&#10;Und dann - betrunken sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tief von fern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tief-von-fern/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:54:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tief-von-fern/</guid><description>&lt;p&gt;Aus des Abends weißen Wogen&#10;taucht ein Stern;&#10;tief von fern&#10;kommt der junge Mond gezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief von fern,&#10;aus des Morgens grauen Wogen,&#10;langt der große blasse Bogen&#10;nach dem Stern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thrax und Stax</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thrax-und-stax/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:54:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thrax-und-stax/</guid><description>&lt;p&gt;Stax. Thrax! eine taube Frau zu nehmen!&#10;O Thrax, das nenn′ ich dumm.&#10;Thrax. Ja freilich, Stax! ich muß mich schämen.&#10;Doch sieh, ich hielt sie auch für stumm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thränengrund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenengrund/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:53:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenengrund/</guid><description>&lt;p&gt;»Sangst Du immer nur von Thränen&#10;Und von unbeglücktem Herzen,&#10;Sind Dir denn nie Freuden worden,&#10;Immer Qualen nur und Schmerzen?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Hast Du nie ein Herz gefunden,&#10;Das geneigt, Dich zu verstehen?&#10;Ist Dir nie von schönen Frauen,&#10;Armer Sänger, Huld geschehen?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Oder hat ein andrer Kummer&#10;Dir getrübt die Jugendtage?&#10;Wie&amp;rsquo;s wohl oft sich sonst ereignet,&#10;Denn die Welt ist voller Plage!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»»Nichts von allem, liebe Brüder!&#10;Oben war der Himmel helle –&#10;Unten grün die Flur und, dürstend,&#10;Traf ich immer eine Quelle.««&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (8)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-8/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:53:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-8/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′ es möglich, versucht′ ich′s zu rühmen, was huldreich der Genius&#10;Deinem Gedanken, was er all′ deinem Meißel vertraut,&#10;Dann auch wüßt′ ich, wie möglich, daß nun der Genius der Vorzeit&#10;In der Mitwelt so reich, männlich und thätig sich zeigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (6)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-6/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:52:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-6/</guid><description>&lt;p&gt;Jubelnde Völker, sie ziehen dem Völkerbesieger entgegen,&#10;Um den Einzigen reiht sich zum Triumphe die Welt.&#10;Groß ist des Helden Triumph, und verewigt hat ihn die Geschichte,&#10;Einen größeren kaum feiert der Künstler in ihm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (5)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-5/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:51:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-5/</guid><description>&lt;p&gt;Nenn′ ich dich einen Hero′n? Hast du nicht den rohen Barbaren,&#10;Hast du das goldene Vließ ihnen der Kunst nicht geraubt?&#10;Wahrlich, du mußtest′s zuvor, und eine Zauberin half dir,&#10;Denn wie hättest du sonst Jason der Nachwelt geschenkt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Terzinen an ein Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/terzinen-an-ein-maedchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:51:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/terzinen-an-ein-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Seit deine Hände kühl an meinen ruhten,  Fühle ich traumhaft ihre weiße Schwinge  Tief in die Stille meiner Stunden fluten,&#10;Doch eingebannt im Bilde vieler Dinge:  Bald ruhen sie wie schöne weiße Schalen,  Bald knistern sie um eine blaue Klinge,&#10;Verblassen jetzt zu kränklichen Opalen  Und sind nun selbst wie schmachtend matte Frauen – Doch immer ist in ihren schmalen, fahlen&#10;Gelenken, die das Netz des bleichen blauen  Geäders zart und rätselhaft durchgittert,  Ein irres Leuchten und ein stummes Grauen.&#10;Ist dies mein Traumglanz nur, der so gewittert,  Oder ist Funkenspiel dies deiner Seele  Ein fahles Fieber, das in dir aufzittert&#10;Und das du niederringst mit stolzer Kehle? – O leih mir, Seltsame, die kühlen Hände,  Doch nicht, daß ich sie so mit Fragen quäle&#10;Und böser Stunden Spur in ihnen fände.  Ganz leise nur, ganz lieb will ich sie nehmen  Und wunschlos halten, deine blassen Hände,&#10;Als wären sie zwei weiße Chrysanthemen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Taufspruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/taufspruch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:50:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/taufspruch/</guid><description>&lt;p&gt;Als Mädchen ist das Kind geboren,&#10;Das mit dem ersten Lied ich grüße.&#10;Ein sanftes Los ist ihm gekoren: -&#10;Des Weibes Los voll Weh und Süße.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erspart sind ihr die rauhen Wege&#10;Des Mann′s im Frieden und im Kriege,&#10;Und in des Hauses Weihgehege&#10;Beschlossen sind all′ ihre Siege.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch auch in diese Friedensräume&#10;Bricht Kampf und Leid sich oft die Bahn,&#10;Und auch für Irmgard′s Mädchenträume&#10;Wird einstens das Erwachen nah′n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tastende Tage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tastende-tage/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:50:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tastende-tage/</guid><description>&lt;p&gt;Die Äste in Flammen, die Wipfel entlaubt&#10;Am Kreuze das friedenumsprühete Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Sehnen und Dehnen, wie Mädchen es haben,&#10;Renettenrot in die Lüfte gegraben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein streckendes Zittern, ein schwellendes Glühen,&#10;Des scheinenden Baumes Adern erblühen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In gereiztem Scheine Feier-Weh,&#10;Flammt Ziegelglut auf Erdenschnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die versteinerte Glut, ein Liebesgedicht,&#10;Fällt rosig warm auf der Kälte Gesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsamkeit der Einsamkeiten,&#10;Welt und ich: wir beide schreiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Haltende Hände leise schweben&#10;Zu der Sonne goldenem Geben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tadel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tadel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:49:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tadel/</guid><description>&lt;p&gt;Ich tadelte meine Seele siebenmal.&#10;Das erste Mal, als ich versuchte&#10;mich auf Kosten der Schwachen zu erhöhen.&#10;Das zweite Mal, als ich&#10;vor Verkrüppelten zu hinken vorgab.&#10;Das dritte Mal, als ich, vor die Wahl gestellt,&#10;das Leichte dem Schweren vorzog.&#10;Das vierte Mal, als ich einen Fehler beging und&#10;mich mit den Fehlern der anderen tröstete.&#10;Das fünfte Mal, als ich, aus Furcht gefügig geworden,&#10;behauptete, groß in der Geduld zu sein.&#10;Das sechste Mal, als ich meine Kleider hob&#10;um dem Schmutz des Lebens zu entgehen.&#10;Das siebte Mal, als ich Gott mit Hymnen pries&#10;und meinen Gesang für Tugend hielt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Summa Summarum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/summa-summarum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:48:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/summa-summarum/</guid><description>&lt;p&gt;Eine kleine Stellung, ein kleiner Orden&#10;[Fast wär ich auch mal Hofrat geworden],&#10;Ein bißchen Namen, ein bißchen Ehre,&#10;eine Tochter &amp;ldquo;geprüft&amp;rdquo;, ein Sohn im Heere,&#10;Mit siebzig ′ne Jubiläumsfeier,&#10;Artikel im Brockhaus und im Meyer&amp;hellip;&#10;Altpreußischer Durchschnitt, Summa Summarum,&#10;Es drehte sich immer um Lirum Larum&#10;Um Lirum Larum Löffelstiel.&#10;Alles in allem - es war nicht viel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stutzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stutzer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:48:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stutzer/</guid><description>&lt;p&gt;Sonntags bin ich im Staat und im Putz auf dem Corso zu sehen,&#10;Doch auf dem Capitol war ich am Carneval nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stunde des Grams</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stunde-des-grams/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:47:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stunde-des-grams/</guid><description>&lt;p&gt;Schwärzlich folgt im herbstlichen Garten der Schritt&#10;Dem glänzenden Mond,&#10;Sinkt an frierender Mauer die gewaltige Nacht.&#10;0, die dornige Stunde des Grams.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Silbern flackert im dämmernden Zimmer der Leuchter des Einsamen,&#10;Hinsterbend, da jener ein Dunkles denkt&#10;Und das steinerne Haupt über Vergängliches neigt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trunken von Wein und nächtigem Wohllaut.&#10;Immer folgt das Ohr&#10;Der sanften Klage der Amsel im Haselgebüsch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkle Rosenkranzstunde. Wer bist du&#10;Einsame Flöte,&#10;Stirne, frierend über finstere Zeiten geneigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stumm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stumm/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:47:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stumm/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Wurm hängt am Angelhaken.&#10;Ein Fisch beißt den Wurm.&#10;der Fisch beißt auch den Angelhaken.&#10;Die Angel zieht den Fisch.&#10;Nun hängt der Fisch an der Angel.&#10;Die Angel zieht ihn in die Luft.&#10;Der Fisch stirbt in der Luft.&#10;Die Angel stirbt den Fisch:&#10;Ein neuer Wurm hängt am Angelhaken.&#10;Ein neuer Fisch beißt den neuen Wurm.&#10;Und neues Leben blüht aus den Ruinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Studenten-Kriegslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/studenten-kriegslied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:46:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/studenten-kriegslied/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin Student gewesen,&#10;Nun heiß′ ich Lieutenant,&#10;Fahr wohl, gelahrtes Wesen,&#10;Ade, du Büchertand.&#10;Zum König will ich ziehen,&#10;Ins grüne Waffenfeld,&#10;Wo rothe Rosen blühen,&#10;Da schlaf ich ohne Zelt.&#10;Ihr guten Kameraden&#10;Bei Büchern und beim Mahl,&#10;Seid alle mitgeladen&#10;In diesem großen Saal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frisch auf, wem solche Stimme&#10;Zum Ohr und Herzen geht!&#10;Es rege sich im Grimme&#10;Nun jede Fakultät.&#10;Die ihr euch weise Meister&#10;Im stolzen Wahn genannt,&#10;Auf Regeln für die Geister,&#10;Für die Gedanken sannt, -&#10;Hier ist die hohe Schule,&#10;Die freie Künste lehrt,&#10;Und für die Federspule&#10;Schärf′ ich mein gutes Schwert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Struwwelpeter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/struwwelpeter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:46:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/struwwelpeter/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh einmal, hier steht er&#10;pfui, der Struwwelpeter!&#10;An den Händen beiden&#10;ließ er sich nicht schneiden&#10;seine Nägel fast ein Jahr;&#10;kämmen ließ er sich nicht sein Haar.&#10;Pfui, ruft da ein jeder:&#10;Garst’ger Struwwelpeter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stoßseufzerlein eines Ehemannes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stossseufzerlein-eines-ehemannes/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:45:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stossseufzerlein-eines-ehemannes/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Götter schenktet mir ein Weib&#10;Kraft eurer hohen Gnade&#10;Zu meines Lebens Zeitvertreib,&#10;Auch war es nicht mein Schade.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollt&amp;rsquo; eure hohe Gnad&amp;rsquo; indeß&#10;Für sie was beßers wißen,&#10;So will ich meiner Pflicht gemäß&#10;Sie gern noch heute missen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stille/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:44:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stille/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn alles still ist,&#10;geschieht am meisten&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stille Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-freude/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:44:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-freude/</guid><description>&lt;p&gt;Was weinst Du, Blümlein,&#10;Im Morgenschein?&#10;Das Blümlein lachte:&#10;Was fällt dir ein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin ja fröhlich,&#10;Ich weine nicht -&#10;Die Freudenthräne&#10;Durchs Aug mir bricht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich frug das Bächlein:&#10;Was rinnst du dahin&#10;Wie ein Thränenstrom&#10;Durchs Wiesengrün?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da klang es heraus&#10;Aus der Wellenbrust:&#10;Mein Strömen ist Freude,&#10;Ist Brausen der Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Morgenhimme&#10;Bist blutig rot,&#10;Als läg deine Sonne&#10;Im Meere tot?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da lacht der Himmel&#10;Und ruft mich an:&#10;Ich streue ja Rosen&#10;Auf ihre Bahn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stille Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-frage/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:43:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-frage/</guid><description>&lt;p&gt;Es quillt des Abendsterns&#10;Geheimnisvoller Schein,&#10;So nah und auch so fern,&#10;Mir in das Herz hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drin glüht ein andres Licht,&#10;So nah und auch so fern,&#10;Das Herz umschließt es dicht -&#10;Doch weit ists wie der Stern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du goldner Liebesstrahl,&#10;Geh, frage deinen Stern,&#10;Bleibt er zu deiner Qual,&#10;Dir ewig, ewig fern?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stammtisch der Vorgeschrittenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stammtisch-der-vorgeschrittenen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:43:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stammtisch-der-vorgeschrittenen/</guid><description>&lt;p&gt;(nach stefan george)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;die hölzer schwedens harren auf dem tische&#10;beflimmert von dem blendeglanz der birnen&#10;und säfte warten, schwül verführerische&#10;zu röten feuchte längst erblaßte stirnen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;die fahlen bärte formen sich bewußter&#10;die augen tränen in verborgnen träumen&#10;und durch das fenster zischelt der liguster&#10;und heisern regens trübes gossenschäumen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wir schaun uns fragend in die leeren höhlen&#10;und wissen nicht, was wir uns sagen sollen:&#10;es netzt uns heilig mit gesparten ölen&#10;ein weiheguß den wir nicht deuten wollen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stammbuchvers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchvers-4877/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:42:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchvers-4877/</guid><description>&lt;p&gt;Stammbuchvers, der, von links nach rechts und von oben nach&#10;unten gelesen, entgegengesetzte Rathschläge giebt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Habe nur deine Lust - mein Freund, an seltnen Gaben&#10;An eines Mädchens Brust - kannst du dich schwerlich laben.&#10;Der hat sich wohl gesellt - wer Kunst und Weisheit liebt,&#10;Der sich zu Mädchen hält - der ist nur stets betrübt.&#10;Das ist vortrefflich schön - bei seinen Büchern sitzen&#10;Den Jungfern nachzusehn - wird dir sehr wenig nützen.&#10;Drum rath ich dir allein - die Künste fortzutreiben&#10;Bei Schönen nur zu sein - das, rath ich dir, laß bleiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/staendchen-9550/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:41:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/staendchen-9550/</guid><description>&lt;p&gt;Dir, Holde, tief im Schlummer,&#10;Dir sei mein Sang geweiht!&#10;Doch nicht soll er dich wecken&#10;Aus Traumes Seligkeit.&#10;Die Töne, leise schwebend&#10;Ums Atmen deiner Brust,&#10;Sie sollen nur geleiten&#10;Des Schlummers süße Lust!&#10;Stille - Stille -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sanft träume - sanft erwache,&#10;Und wenn dein Aug erhellt,&#10;So finde sonnig strahlend&#10;Noch schöner dieseWelt.&#10;Stille - Stille -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ist der Sang verklungen,&#10;Verhallet Ton und Wort,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann zieht in aller Stille&#10;Der Sänger wieder fort.&#10;Er küßt nur noch die Blumen,&#10;Die an den Fenstern blühn,&#10;Und nimmt mit heim im Busen&#10;Noch heißres Liebesglühn!&#10;Stille - Stille -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/staendchen-5389/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:41:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/staendchen-5389/</guid><description>&lt;p&gt;Lieb um Liebe tauscht ich gern,&#10;Wäre Lieb entglommen;&#10;Aber Liebe steht so fern,&#10;Liebe will nicht kommen.&#10;Liebe, Liebe nur von dir,&#10;Liebste, wäre Liebe mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kannst du so zufrieden sein,&#10;Immer ohne Sorgen,&#10;Wie der Himmel, still und rein,&#10;Früh am Frühlingsmorgen,&#10;Kennst du nicht des Mittags Mühn,&#10;Nicht das süße Abendglühn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lerne Liebe, Lust und Leid&#10;Heißer Liebe lerne!&#10;Endlich auch im Feierkleid&#10;Zeige dich der Sterne!&#10;Träume selig, schmücke dich,&#10;Aber liebst du, liebe mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stadt am See (Konstanz)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stadt-am-see-konstanz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:40:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stadt-am-see-konstanz/</guid><description>&lt;p&gt;Schon fern, in dämmernder Verschönung  Die ernste Linie einer deutschen Stadt,  Geschmiegt in Wolken von so zarter Tönung,  Wie sie allein der Juniabend hat.&#10;Im Uferpark Musik aus dunklen Lauben,  Ein Lied: kennst du das alte Lied nicht mehr?  So lieb, so trüb wie Saft aus schweren Trauben  Ganz langsam quillt das Lied die Wellen her.&#10;Da klingt dein Herz, als ob es Heimweh hätte,  Und sieht doch diese Stadt zum erstenmal,  Zum erstenmal die dunkle Silhouette,  Die schleiernd tränt im fahlen Mondenstrahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Staatsereignis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/staatsereignis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:40:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/staatsereignis/</guid><description>&lt;p&gt;Hurrra, zum ersten Mal:&#10;Mutter, der Peter,&#10;hurra, jetzt geht er!&#10;Kuck, ganz alleinechen&#10;setzt er die Beinechen,&#10;ganz wie zur Reichstagswahl,&#10;wie Onkel Wackelpfahl!&#10;Aua, Geschrei:&#10;bautz, vorbei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>St. Onofrio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/st-onofrio/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:39:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/st-onofrio/</guid><description>&lt;p&gt;Wahrlich, o Roma, du bist an bezauberndem Wechsel ein Wunder,&#10;Nur wer dich siehet, erkennt, was du dem Glücklichen bist.&#10;Selbst der schweigende Gott, wenn der staunende Wandrer ihn fraget,&#10;Deutet aufs ewige Buch, das die Geschichte sich nennt,&#10;Denn, was der Schöpfung er ist, das ist Roma der Welt, und ihr Schicksal&#10;Fiel aus der Urne, wie nur Einer Kronion es gab.&#10;Schaue die Tempel nur an, und die mächtigen Säulen, die herrlich&#10;Unterm erhabenen Schutt zweier Jahrtausende stehn!&#10;Tritt nur ins Pantheon ein, da lächelt′s ins heilige Dunkel,&#10;Oben voll heiterem Licht, schön wie der Himmel herab.&#10;Und kein verwegenes Wort, das empfindende Herz nur erreicht es;&#10;Aber das schönste ist Rom, was mir in Rom noch gefiel.&#10;Darum erwählet mein Herz mit deiner Pinienhügel&#10;Blühenden Gärten so gern, süßer Gianicolo, dich!&#10;Und ich entwandle dem Schwarm der rauschenden Straßen am Abend,&#10;Bis dein erquickendes Bild über dem Tiber erscheint.&#10;Dann erglüht mir das stumme Gemüth, und ich fliege dir sehnend,&#10;Wie der Mutter das Kind, heil′ger Onofrio, zu.&#10;Und du labst mich mit friedlichem Grün und einsamen Schatten,&#10;Wo ich so selig dich einst, Kloster und Kirche, begrüßt.&#10;Da ist Ruhe, da lispelt es kaum im zitternden Laube,&#10;Still, wie des Dichters Grab breitet das Plätzchen sich aus.&#10;Da mit unendlicher Lust eil′ ich ans moos′ge Gemäuer,&#10;Feuer und Nebel im Blick - Himmel und Roma vor mir!&#10;Und ich knie auf die steinerne Bank, und hinunter, hinunter&#10;Schau′ ich wie Zeus im Olymp, über die Herrliche hin.&#10;O weß Auge das Meer nie erblickt, weß Auge nicht Rom sah,&#10;Der hat die Welt und in ihr auch nicht den Schöpfer gesehen.&#10;Schweiget, ihr Worte, mir ist als erständen die Geister vom Grabe,&#10;Die ihr erhabenes Werk hier für die Nachwelt gebaut,&#10;Als erbraust′ ihr rauschendes Lied hoch über den Trümmern,&#10;Als erhübe die Zeit selber den Schicksalsgesang!&#10;Und doch lächelt der Himmel so voll unaussprechlicher Liebe,&#10;Ueber dem blühenden Kind, über der süßen Natur,&#10;Wie er′s, das blaue Auge voll tief wollüstigem Lichte&#10;Selig am Schöpfungstag einst auf die Stirne geküßt.&#10;Sieh nur hinunter, wie hold aus dem Laub die Limonien lachen,&#10;Wie aus dem Lorbeergesträuch marmorne Bilder erstehn!&#10;Wie mit unsäglicher Pracht die Villen Zypressen beschatten,&#10;Wie die Pinie so stolz über dem Kloster sich wölbt,&#10;Wie der Tiber am Schattengewölb von Adrians Grabe&#10;Trauernd sich schlängelt und dort Berge von Häusern durchirrt!&#10;Ueber der Rebe St. Peter sich thürmt in den glühenden Himmel,&#10;Ueber Palästen sich dort Reihen von Kuppeln erhöhn,&#10;Wie die gewaltigen Säulen und Obelisken sich heben&#10;Fern bis zu Cestius Grab, über der flammenden Stadt,&#10;Fremd in der fremden Welt Agrippa′s ernste Rotunda,&#10;Nero′s düsterer Thurm, Jupiter, dein Capitol,&#10;Romulus Hügel und grausig die Trümmer der stolzen Cäsare,&#10;Furchtbar, wie Felsen, die Gott strafend mit Blitzen zerschellt;&#10;Ueberall Tempel im Grün und entlang die unendlichen Gründe&#10;Bögen, in rosige Fluth himmlisch vom Abend getaucht.&#10;Götter, was all′? und das duft′ge Gebirg in verschämtem Erröthen,&#10;Zart und herrlich, wie nur Claud′ und der Schöpfer gemalt!&#10;O wie ein glühender Seufzer der liebenden seligen Schöpfung&#10;Dieser unsägliche Hauch über dem schmachtenden Bild.&#10;Blendend die glänzenden Höhen, vom bläulichen Haupt des Sorakte,&#10;Dünn, wie ein schwellend Gewand, dem sich ein Busen vertraut,&#10;Immer reiner und zärter hinab zum elysischen Tibur&#10;Bis wo der Cavo sich hold über Albano verklärt&#10;Auf in die Lüfte! welch strahlendes Meer von fluthendem Golde,&#10;Alles unendliche Licht, Himmel, mit dem du entzückst!&#10;Auf in die Lüfte! da fällt′s mir aufs Haupt wie heiliger Wahnsinn,&#10;Und ich drücke das Aug′ stumm mit den Händen mir zu,&#10;Und ich lege die brennende Stirn ans kalte Gemäuer,&#10;Und der entfesselte Geist ringt im vergehenden All,&#10;Und mir ist, als sänk′ ich hinab in den ewigen Abgrund,&#10;Ueber mir brauste das Meer, und mich verschlänge die Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sprüche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sprueche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:38:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sprueche/</guid><description>&lt;p&gt;Freue dich au Formen, Tönen,&#10;Lausche, wenn ein Dichter spricht,&#10;Labe deinen Geist am Schönen,&#10;Aber Schöngeist werde nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Leben ist schwer, das will Bedacht;&#10;Vor dir besonders nimm dich in Acht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was schützt vor ungerader Bahn,&#10;Bewahrt vor Lügen und Trügen?&#10;Lüg&amp;rsquo; allererst dich selbst nicht an,&#10;Wirst Andre nicht belügen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jung sein ist Glück und vergeht wie Dunst,&#10;Jung bleiben ist mehr und ist eine Kunst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn Gift und Galle die Welt dir beut&#10;Und du möchtest das Herz dir gesund bewahren:&#10;Mach&amp;rsquo; Andern Freude! Du wirst erfahren,&#10;Daß Freude freut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sprüche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sprueche-9599/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:38:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sprueche-9599/</guid><description>&lt;p&gt;1&#10;Der eine fragt: Was kommt danach?&#10;Der andre fragt nur: Ist es recht?&#10;Und also unterscheidet sich&#10;Der Freie von dem Knecht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&#10;Vom Unglück erst&#10;Zieh ab die Schuld;&#10;Was übrig ist,&#10;Trag in Geduld!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spruch des Konfuzius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spruch-des-konfuzius/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:37:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spruch-des-konfuzius/</guid><description>&lt;p&gt;Dreifach ist der Schritt der Zeit:&#10;Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,&#10;Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,&#10;Ewig still steht die Vergangenheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keine Ungeduld beflügelt&#10;Ihren Schritt, wenn sie verweilt.&#10;Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt&#10;Ihren Lauf, wenn sie enteilt.&#10;Keine Reu, kein Zaubersegen&#10;Kann die Stehende bewegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Möchtest du beglückt und weise&#10;Endigen des Lebens Reise,&#10;Nimm die Zögernde zum Rat,&#10;Nicht zum Werkzeug deiner Tat.&#10;Wähle nicht die Fliehende zum Freund,&#10;Nicht die Bleibende zum Feind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sprich nicht immer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sprich-nicht-immer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:37:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sprich-nicht-immer/</guid><description>&lt;p&gt;Sprich nicht immer&#10;Von dem laub&#10;Windes raub&#10;Vom zerschellen&#10;Reifer quitten&#10;Von den tritten&#10;Der vernichter&#10;Spät im jahr.&#10;Von dem zittern&#10;Der libellen&#10;In gewittern&#10;Und der lichter&#10;Deren flimmer&#10;Wandelbar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spottsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spottsucht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:36:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spottsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Spottsucht ist oft Armut&#10;an Geist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spätherbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetherbst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:35:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetherbst/</guid><description>&lt;p&gt;Seinen Einzug hält&#10;Wieder der Tod in die Welt:&#10;Aus Niflheim der finstere Held!&#10;Siegte noch immer zuletzt,&#10;Siegte auch jetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Bäume, die kampfmüden Recken,&#10;Eilen, den Weg ihm würdig zu decken -&#10;All ihre bunte Pracht&#10;Streuen sie her vor dem Sohn der Nacht,&#10;Daß er zermalmend mit seinem Geleite&#10;Darüber reite!&#10;Nun stehen sie arm und kahl,&#10;Gramverstummt im Tal,&#10;Harrend, daß der Sieger nun käme,&#10;Seinen Triumph sich nähme.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spät</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaet/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:35:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaet/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mittag ist so karg erhellt.&#10;Ein dunkler See sinkt in sein Grab.&#10;Dies ist das letzte Licht der Welt,&#10;Das bleichste Glimmen, das es gab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus Sümpfen schwankt Gestrüpp und Baum.&#10;Die Birken-Nerven ästeln weh.&#10;Die Zeit erblasst, es krankt der Raum.&#10;Es gilbt das Schilf im toten See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Luft strömt grau ins Mündungs-All.&#10;Der Rabe schreit. Der Wald schläft ein.&#10;Mich trennt ein rascher Tränenfall&#10;Vom Ende und der Flammenpein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sorge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sorge/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:34:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sorge/</guid><description>&lt;p&gt;Kehre nicht in diesem Kreise&#10;Neu und immer neu zurück!&#10;Laß, o laß mir meine Weise,&#10;Gönn′, o gönne mir mein Glück!&#10;Soll ich fliehen? Soll ich′s fassen?&#10;Nun, gezweifelt ist genug.&#10;Willst du mich nicht glücklich lassen,&#10;Sorge, nun so mach′ mich klug!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnuntergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnuntergang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:34:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnuntergang/</guid><description>&lt;p&gt;Nun steh ich vor gewaltigem Schein&#10;Und staune in′s Abendrot hinein.&#10;Am Walde lehnt mein Rücken an:&#10;Der Wald raunt nur noch dann und wann,&#10;Ob alle die Stämme beisammen sind&#10;Und ängstlich geht der Wächter Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vor mir sinkt die Stadt hinunter&#10;Wie ein unglaubhaft Traumeswunder.&#10;Von Dörfern Rauch zieht dicht und schwer&#10;Wie über Kohlenmeiler her.&#10;Mich aber flügelt gewaltiger Schein&#10;In die gleißenden Abendrotwirbel hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnet und Rätzel in ein Stambuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnet-und-raetzel-in-ein-stambuch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:33:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnet-und-raetzel-in-ein-stambuch/</guid><description>&lt;p&gt;Ich diene jedermann, dem Bürger und dem Bauer,&#10;Ich diene groß und klein, früh, mittags und bey Nacht,&#10;Ich werd auf jedem Schmauß sehr reichlich dargebracht:&#10;Ich gleich der Bayren Tracht, und schicke mich zur Trauer,&#10;Ich glänz und bin so fest wie Steine an der Mauer.&#10;Mich liebt das Frauen-Volk; man ist zugleich bedacht,&#10;Daß man mich vor der Hand der Diebe wohl bewacht,&#10;Das Fleisch verfaulet bald; ich bin von beßrer Dauer.&#10;Es ist mein Vaterland den wenigsten bewust.&#10;Ich reise weit herum, und komm in viele Länder,&#10;Ich bin ein guter Arzt, darneben ein Verschwender.&#10;Auf! hohlt zum Zeitvertreib, und zur beliebten Lust&#10;Dergleichen jetzt herbey; ja wer mich wird ergründen,&#10;Soll einen Zucker-Hut davor zur Gabe finden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnenwende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenwende/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:32:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenwende/</guid><description>&lt;p&gt;Nun die Sonne soll vollenden&#10;Ihre längste, schönste Bahn,&#10;Wie sie zögert, sich zu wenden&#10;Nach dem stillen Ozean!&#10;Ihrer Göttin Jugendneige&#10;Fühlt die ahnende Natur,&#10;Und mir dünkt, bedeutsam schweige&#10;Rings die abendliche Flur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur die Wachtel, die sonst immer&#10;Frühe schmälend weckt den Tag,&#10;Schlägt dem überwachten Schimmer&#10;Jetzt noch einen Weckeschlag;&#10;Und die Lerche steigt im Singen&#10;Hochauf aus dem duft′gen Tal,&#10;Einen Blick noch zu erschwingen&#10;In den schon versunknen Strahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnenblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenblick/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:32:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenblick/</guid><description>&lt;p&gt;Du streiftest meine Bahn mit goldner Spur;&#10;Es liegt ein Schimmer über jenen Tagen!&#10;So hebt ein Sonnenstreif aus schatt′ger Flur&#10;Ein goldnes Grün und lässt es schimmernd sagen&#10;Das schöne Glück, ein Lichtblick ist es nur -&#10;Viel Schatten musst Du seinetwegen tragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett auf sich selbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-auf-sich-selbst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:31:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-auf-sich-selbst/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Sturm und Traum auffahrend, wo ich saß,&#10;in einen Spiegel blickt ich heut hinein&#10;und wusste nicht von mir, und sah mit Pein&#10;das Antlitz meines Feindes aus dem Glas&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;empor gesandt: von fleckiger Schatten Schein&#10;die Lippe überwildert, schien etwas&#10;dumpf hinzuknirschen zwischen Angst und Hass:&#10;Ich sollt es sein; und möchte dies nicht sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind nicht, was wir sind; der Himmel, kaum&#10;vom Meer zu kennen, schleift mit Dunst beschwert&#10;und brütet Auswurf: aber gieße Traum&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-637/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:31:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-637/</guid><description>&lt;p&gt;Wer wußte je das Leben recht zu fassen,&#10;Wer hat die Hälfte nicht davon verloren&#10;Im Traum, im Fieber, im Gespräch mit Toren,&#10;In Liebesqual, im leeren Zeitverprassen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, der sogar, der ruhig und gelassen,&#10;Mit dem Bewußtsein, was er soll, geboren,&#10;Frühzeitig einen Lebensgang erkoren,&#10;Muß vor des Lebens Widerspruch erblassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn jeder hofft doch, daß das Glück ihm lache,&#10;Allein das Glück, wenn′s wirklich kommt, ertragen,&#10;Ist keines Menschen, wäre Gottes Sache.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-5727/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:30:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-5727/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem Italienischen Petrarchae.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist Liebe lauter nichts, wie daß sie mich entzündet?&#10;Ist sie dann gleichwohl was, wem ist ihr Tun bewußt?&#10;Ist sie auch recht und gut, wie bringt sie böse Lust?&#10;Ist sie nicht gut, wie daß man Freud aus ihr empfindet?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieb ich gar williglich, wie daß ich Schmerzen trage?&#10;Muß ich es tun, was hilfts, daß ich solch Trauren führ?&#10;Tu ichs nicht gern, wer ists, der es befiehlet mir?&#10;Tu ich es gern, warum, daß ich mich dann beklage?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-5638/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:29:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-5638/</guid><description>&lt;p&gt;So bin ich nun verführt von jedem Schatten,&#10;Der niederglitt aus eines Vogels Flug,&#10;Als träfe mich mit tödlichem Ermatten&#10;Dein Wimpernaufschlag. In dem wilden Zug&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Windes rührt mich deine harte Hand&#10;Sehnsüchtig an, im Schilfe rauscht dein Haar,&#10;Dem Stundenschlag, wie er verzitternd schwand,&#10;Glich oft dein Lächeln, fern und unhaltbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch, wenn du weintest, wär im Niederregnen&#10;Noch deine Träne - ach ich müßte dir&#10;Selbst wo du niemals gingest, noch begegnen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-2706/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:29:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-2706/</guid><description>&lt;p&gt;Was will das bunte Tageslicht mir geben?&#10;Den trüben Blick verwunden seine Farben;&#10;Nur denen blühend, so im Herzen starben,&#10;Den muntern Augen, die dem Leben leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis mich die Zeit zum Tode wird erheben,&#10;Lieb′ ich im Leben nichts, als seine Narben,&#10;Weil sie die Lust zum Leben mir verdarben&#10;Und ewig wehren nach dem Nichts zu streben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Dunkel nur, das alles zart verkleidet,&#10;Ergetzt mein Auge sich, und mein Verlangen&#10;Entzünden schöner Liebe goldne Fernen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommerelegie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerelegie/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:28:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerelegie/</guid><description>&lt;p&gt;Sommer. Ich bin so müde.&#10;Alles noch braun und leer.&#10;Förster mit Büchse und Rüde.&#10;Jagd über Moore und Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Möwen in silbernen Binsen.&#10;Alpen gezahnt und gezackt.&#10;Sterbende Hasen linsen&#10;In den Mondkatarakt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schöner Falter im Himmel,&#10;Sieh, mir versagt der Blick,&#10;Deiner Flüge Gewimmel&#10;Fällt in sich selber zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kühe, die niemand melkte,&#10;Mit dem Euter so fahl,&#10;Und das verwölkte, verwelkte,&#10;Göttliche Bacchanal -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deutschland ist untergegangen&#10;In einem Bad von Stahl.&#10;Heraldische Drachen und Schlangen&#10;Beten zum biblischen Baal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Soldatentraum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/soldatentraum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:28:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/soldatentraum/</guid><description>&lt;p&gt;In einem Russendorfe zog&#10;ich nachts die Reiterstiefel aus&#10;und fiel in einen Traum und flog&#10;auf Kinderschuhn ins Elternhaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Türen gingen auf und zu,&#10;von Kinderhänden leicht bewegt,&#10;als atmete in süßer Ruh&#10;das Haus, vom Leben frisch durchregt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich war in meines Vaters Haus&#10;von Dämmerung zu Dämmerung&#10;und lief im Spiel türein - türaus,&#10;an Blut und Gliedern knabenjung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich war daheim und ein war Kind,&#10;doch als das Feld sich kaum bereift,&#10;hat mir der kühle Morgenwind&#10;die Kinderschuhe abgestreift.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sobald ein stolzer Mensch zur Erde kehrt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sobald-ein-stolzer-mensch-zur-erde-kehrt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:27:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sobald-ein-stolzer-mensch-zur-erde-kehrt/</guid><description>&lt;p&gt;Sobald ein stolzer Mensch zur Erde kehrt,&#10;Erhaben durch Geburt, sonst arm an Wert,&#10;Erschöpft des Bildners Kunst den Pomp der Trauer&#10;Die Urne leiht dem Namen ihre Dauer,&#10;Und auf dem Leichensteine steht zu lesen,&#10;Was einer sein soll, nicht was er gewesen.&#10;Der Arme Hund, der beste Freund der Welt,&#10;Beim Willkommen zärtlich umd beim Kampf ein Held,&#10;Dess treues Herz, von keiner Not gedämpft,&#10;Nur für den Herrn lebt, atmet, keucht und kämpft,&#10;Sinkt ungeehrt ins Grab, - ein Himmel fehlt&#10;Der Seele, die auf Erden ihn beseelt,&#10;Weil ja der Mensch, der eitle Wurm, die Welt&#10;Der Spähren sich ausschliesslich vorbehält.&#10;Oh Mensch! Du Schwächling mit der Stundenpracht,&#10;Entehrt durch Knechtschaft und verderbt durch Macht,&#10;Wer recht dich kennt, der flieht vor Ekels schon,&#10;Missratner Klumpen von belebtem Thon!&#10;Wollust ist deine Liebe, Freundschaft Lug,&#10;Dein Lächeln Heuchlei, dein Wort Betrug!&#10;Gemeine Art, mit Namen stolz verbrämt, -&#10;Erröte, vom verwandten Vieh beschämt!&#10;Ihr, die ihr diese schlichte Urne seht,&#10;Sie ehret nicht was ihr betrauert, - geht!&#10;Von einem Freund erzählt dies Denkmal mir;&#10;Ich kenne einen bloss, - und der liegt hier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Skizze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/skizze/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:26:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/skizze/</guid><description>&lt;p&gt;Am schwarzverhängten Himmelstor&#10;Steht breit der helle Mond&#10;Und sorgt für Gottes-Ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wolken ungeheuer, tauchen auf.&#10;Perlmutterschuppig. Sie glotzen&#10;Den Wächter dumm an und schleichen&#10;Sich heimtückisch an ihm vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erdunten, wo die Menschen schlafen&#10;In dunklen Hütten, jagt Frau Nacht&#10;Mit Silberlanzen auf Schattenwild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Simphonie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/simphonie/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:26:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/simphonie/</guid><description>&lt;p&gt;Ruhe! - die Gräber erbeben;&#10;Ruhe! - und heftig hervor&#10;Stürzt aus der Ruhe das Leben,&#10;Strömt aus sich selbsten empor&#10;Die Menge, vereinzelt im Chor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schaffend eröffnet der Meister&#10;Gräber - Geborener Tanz&#10;Schweben die tönenden Geister;&#10;Schimmert im eigenen Glanz&#10;Der Töne bunt wechselnder Kranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle in einem verschlungen,&#10;Jeder im eigenen Klang,&#10;Mächtig durchs Ganze geschwungen,&#10;Eilet der Geister Gesang&#10;Gestaltet die Bühne entlang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heilige brausende Wogen,&#10;Ernst und wollüstige Glut&#10;Strömet in schimmernden Bogen,&#10;Sprühet in klingender Wut&#10;Des Geistertanz silberne Flut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Silvester bei den Kannibalen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/silvester-bei-den-kannibalen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:25:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/silvester-bei-den-kannibalen/</guid><description>&lt;p&gt;Am Silvesterabend setzen&#10;Sich die nackten Menschenfresser&#10;Um ein Feuer, und sie wetzen&#10;Zähneklappernd lange Messer.&#10;Trinken dabei - das schmeckt sehr gut -&#10;Bambus-Soda mit Menschenblut.&#10;Dann werden aus einem tiefen Schacht&#10;Die eingefangenen Kinder gebracht&#10;Und kaltgemacht.&#10;Das Rückgrat geknickt,&#10;Die Knochen zerknackt,&#10;Die Schenkel gespickt,&#10;Die Lebern zerhackt,&#10;Die Bäuchlein gewalzt,&#10;Die Bäckchen paniert,&#10;Die Zehen gefalzt&#10;Und die Äuglein garniert.&#10;Man trinkt eine Runde und noch eine Runde.&#10;Und allen läuft das Wasser im Munde&#10;Zusammen, ausnander und wieder zusammen.&#10;Bis über den feierlichen Flammen&#10;Die kleinen Kinder mit Zutaten&#10;Kochen, rösten, schmoren und braten.&#10;Nur dem Häuptling wird eine steinalte Frau&#10;Zubereitet als Karpfen blau.&#10;Riecht beinah wie Borchardt-Küche, Berlin,&#10;Nur mehr nach Kokosfett und Palmin.&#10;Dann Höhepunkt: Zeiger der Monduhr weist&#10;Auf Zwölf. Es entschwindet das alte Jahr.&#10;Die Kinder und der Karpfen sind gar.&#10;Es wird gespeist.&#10;Und wenn die Kannibalen dann satt sind,&#10;Besoffen und überfressen, ganz matt sind,&#10;Dann denken sie der geschlachteten Kleinen&#10;Mit Wehmut und fangen dann an zu weinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Silvester</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/silvester-5259/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:25:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/silvester-5259/</guid><description>&lt;p&gt;Was fange ich Silvester an?Geh ich in Frack und meinen kessenBlausanen Strümpfen zu dem Essen,Das Herrn Generaldirektor gibt?Wo man heut nur beim Tanzen schiebt?Die Hausfrau dehnt sich wild im Sessel -Der Hausherr tut das sonst bei Dressel -,Das junge Volk verdrückt sich bald.Der Sekt ist warm. Der Kaffee kalt -Prost Neujahr!Ach, ich armer Mann!Was fange ich Silvester an?Wälz ich mich im Familienschoße?Erst gibt es Hecht mit süßer Sauce,Dann gibt′s Gelee. Dann gibt es Krach.Der greise Männe selbst wird schwach.Aufsteigen üble Knatschgerüche.Der Hans knutscht Minna in der Küche.Um zwölf steht Rührung auf der Uhr.Die Bowle -? (&lt;Leichter Mosel&gt; nur - )Prost Neujahr!Ach, ich armer Mann!Was fange ich Silvester an?Mach ich ins Amüsiervergnügen?Drück ich mich in den Stadtbahnzügen?Schrei ich in einer schwulen Bar:&amp;ldquo;Huch, Schneeballblüte! Prost Neujahr -!&amp;ldquo;Geh ich zur Firma Sklarz Geschwister -Bleigießen? Ists ein Fladen klein:Dies wird wohl Deutschlands Zukunft sein&amp;hellip;Prost Neujahr!Helft mir armem Mann!Was fang ich blos Silvester an _ ?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Silberweiss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/silberweiss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:24:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/silberweiss/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;Der Himmel ist so blau - von meinen blauen Träumen &amp;hellip;&#10;Mein Stöhnen schauert tief in blassen Birkenbäumen&#10;Und meine weissen, wirren Phantasien&#10;Entbrennen licht im bebenden Jasmin &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ das kühle Silberlicht so gerne&#10;Und alles Blonde, Helle, Ewigferne,&#10;Und wenn durch feuchte, blaugeträumte Weiten&#10;Die weissen Wolken und die weissen Verse gleiten &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Siede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/siede/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:23:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/siede/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Schwäche hält sich mühsam&#10;An den eigenen Händen&#10;Mit meinen Kräften&#10;Spielen deine Knöchel&#10;Fangeball!&#10;In deinem Schreiten knistert&#10;Hin&#10;Mein Denken&#10;Und&#10;Dir im Auggrund&#10;Stirbt&#10;Mein letztes Will!&#10;Dein Hauch zerweht mich&#10;Schreivoll in Verlangen&#10;Kühl&#10;Kränzt dein Tändeln&#10;In das Haar&#10;Sich&#10;Lächelnd&#10;Meine Qual!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Siebenschläfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/siebenschlaefer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:23:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/siebenschlaefer/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Siebenschläfer in den Höhlen,&#10;Reckt euch, streckt euch, aufgewacht!&#10;Der Frühling leuchtet in den Himmel&#10;Nach dieser ersten warmen Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, schüttelt nur die dicken Zotteln&#10;Und blinzelt in das blaue Licht;&#10;Herr Gott, wer wird so langsam trotteln,&#10;Ich lauf voraus, ich warte nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Amsel übt schon ihre Lieder,&#10;Ich sing sie mit, ich kann sie auch;&#10;Und denkt euch nur, der blaue Flieder&#10;Hat Knospen, und der Haselstrauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sieben Gedichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sieben-gedichte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:22:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sieben-gedichte/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einmal fasst die Rosenpflückerin&#10;die volle Knospe seines Lebensgliedes,&#10;und an dem Schreck des Unterschiedes&#10;schwinden die [linden] Gärten in ihr hin&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast mir, Sommer, der du plötzlich bist,&#10;zum jähen Baum den Samen aufgezogen.&#10;(Innen Geräumige, fühl in dir den Bogen&#10;der Nacht, in der er mündig ist.)&#10;Nun hob er sich und wächst zum Firmament,&#10;ein Spiegelbild das neben Bäumen steht.&#10;O stürz ihn, dass er, umgedreht&#10;in deinen Schoß, den Gegen-Himmel kennt,&#10;in den er wirklich bäumt und wirklich ragt.&#10;Gewagte Landschaft, wie sie Seherinnen&#10;in Kugeln schauen. Jenes Innen&#10;in das das Draußensein der Sterne jagt.&#10;[Dort tagt der Tod, der draußen nächtig scheint.&#10;Und dort sind alle, welche waren,&#10;mit allen Künftigen vereint&#10;und Scharen scharen sich um Scharen&#10;wie es der Engel meint.]&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie war</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-war/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:22:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-war/</guid><description>&lt;p&gt;Ein unerwünschtes Kind, verstoßen&#10;auch aus der Mutter Nachtgebet,&#10;und ewig fern von jenem Großen,&#10;das gebend durch die Zeiten geht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wünschte wenig - und nur selten&#10;kam wie ein Weinen über sie&#10;nach einem Land mit Purpurzelten,&#10;nach einer fremden Melodie,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;nach weißen Wegen, die nicht stauben -&#10;dann bog sie Rosen sich ins Haar,&#10;und konnte doch nie Liebe glauben,&#10;auch wenn es tief im Frühling war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie sehn sich nicht wieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sehn-sich-nicht-wieder-2380/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:21:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sehn-sich-nicht-wieder-2380/</guid><description>&lt;p&gt;Von dunkelnden Wogen&#10;Hinuntergezogen,&#10;Zwei schimmernde Schwäne, sie schiffen daher,&#10;Die Winde, sie schwellen&#10;Allmählich die Wellen,&#10;Die Nebel, sie senken sich finster und schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schwäne, sie meiden&#10;Einander und leiden,&#10;Nun tun sie es nicht mehr, sie können die Glut&#10;Nicht länger verschließen,&#10;Sie wollen genießen,&#10;Verhüllt von den Nebeln, gewiegt von der Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schmeicheln, sie kosen,&#10;Sie trotzen dem Tosen&#10;Der Wellen, die zweie in eines verschränkt,&#10;Wie die sich auch bäumen,&#10;Sie glühen und träumen,&#10;In Liebe und Wonne zum Sterben versenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie saßen und tranken am Teetisch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sassen-und-tranken-am-teetisch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:20:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sassen-und-tranken-am-teetisch/</guid><description>&lt;p&gt;Sie saßen und tranken am Teetisch&#10;und sprachen von Liebe viel.&#10;Die Herren, die waren ästhetisch,&#10;die Damen von zartem Gefühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die Liebe muß sein platonisch&amp;rdquo;,&#10;der dürre Hofrat sprach.&#10;Die Hofrätin lächelt ironisch.&#10;Und dennoch seufzet sie: &amp;ldquo;Ach!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Domherr öffnet den Mund weit:&#10;&amp;ldquo;Die Liebe sei nicht zu roh,&#10;sie schadet sonst der Gesundheit.&amp;rdquo;&#10;Das Fräulein lispelt: &amp;ldquo;Wieso?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gräfin spricht wehmütig:&#10;&amp;ldquo;Die Liebe ist eine Passion!&amp;rdquo;&#10;Und präsentieret gütig&#10;die Tasse dem Herren Baron.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie haben ihren Lohn dahin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-haben-ihren-lohn-dahin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:20:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-haben-ihren-lohn-dahin/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Spilling ist so klug und tief:&#10;Die ganze Welt scheint ihm naiv.&#10;Sein Augengläschen eingriffen,&#10;Das wie ein Mikroskop geschliffen,&#10;Durchschaut er jeglich Ding auf&amp;rsquo;s Haar&#10;Und Alles, Alles ist ihm klar.&#10;Ein Lächeln weilt auf seinen Zügen,&#10;Die Ironie ist sein Vergnügen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ist zwar der Ironiker&#10;Natürlich kein Platoniker,&#10;Doch nebenher sentimental,&#10;Er seufzt um das Ideal&#10;Und immer sagt sein müder Blick:&#10;Die Welt ist schlecht, es gibt kein Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (3) - Religionen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-3-religionen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:19:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-3-religionen/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt mich schwärmen und quälet mich nicht; im Lande der Fabel&#10;Leb′ ich, so sei auch mein Herz, sei auch mein Lied ihr geweiht.&#10;Bleibt in den Fesseln und glaubt was euch die Amme gelehret;&#10;Anderes aber bewegt mir den entbundenen Geist.&#10;Dieser Boden, er trug der Offenbarungen jede;&#10;Jupiter, Mahom und Christ glaubt′ und verehrte man hier.&#10;Drum verarget mir nicht, wenn mir der Tempel Girgenti&#10;Mehr als der maurische Dom Opfer und Andacht verdient;&#10;Wenn dein uranisches Wundergebild, Syrakus, wenn die Göttin&#10;Mehr als das heilige Holz heute dem Auge gefällt.&#10;Dir gestatt′ ich dafür, daß du deutschthümlicher Salbung&#10;Lebest für gothische Kunst, gothischen Glaubens erstirbst.&#10;Erst ein Jude, dann Christ, erst Protestant, dann katholisch,&#10;Wahrlich ein Heiland, doch erst will ich am Kreuze dich sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (2) - Die Felsen der Cyklopen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-2-die-felsen-der-cyklopen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:19:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-2-die-felsen-der-cyklopen/</guid><description>&lt;p&gt;Wandle die Gärten, die blühenden, hin am Fuße des Aetna,&#10;Purpurn bietet dir noch Indiens Feige die Frucht.&#10;Schwellend drängt sich zur Erde die Traub′ und rankt um die Säule,&#10;Ueber dem niedrigen Dach lacht die Orange dir zu.&#10;Haus und Garten umschließt das düstere Lavagemäuer,&#10;Ueber vulkanisch Gestein führet die Straße dich selbst.&#10;Da ermangelt das liebliche Grün, du wandelst in Felsen;&#10;Eine Wildniß erschließt sich dem befremdeten Blick.&#10;Unten rauscht um das Felsengestad die krystallene Woge,&#10;Die das mildeste Licht südlichen Himmels durchglänzt.&#10;Kaum entdeckst du das Dörfchen am öden Ufer des Meeres,&#10;Fischer nähret in ihm, ärmliche, Vater Neptun.&#10;Doch gewaltig entsteigen der Fluth die cyklopischen Klippen,&#10;Schwarzen Thürmen vergleichst du ihr gigantisches Bild.&#10;Hier, o Muse Homers, naht′ einst der troische Wandrer&#10;In zehnjähriger Fahrt irrend Trinakriens Strand.&#10;Und des Ithakers denk′ ich, des schlaun, dem in mächtiger Höhle&#10;Der gefräß′ge Cyklop Freund′ und Gefährten verschlang.&#10;Doch er blendete tapfer den Feind und mit blöckender Heerde&#10;Stahl sich der griechische Held muthig die Grotte heraus.&#10;Aber die Felsen, wo oft in der Barke der Fischer mich rudert,&#10;Warf der ergrimmte Cyklop nach dem entflohenen Feind.&#10;Dank, o Vater Homer, am Strande des waldigen Aetna&#10;Irrend, wie Dulder Ulyß, hab′ ich dein Märchen gefühlt.&#10;Doch gern denk′ ich den Sohn der Erde mir auch, da der Liebe&#10;Schelmischer Gott ihm ins Herz blutige Pfeile gesandt,&#10;Da er gelagert am felsigen Strand der Nymphe des Meeres,&#10;Ein Verschmähter, den Schmerz brennender Liebe geklagt.&#10;Und wie gerne der Mensch in Anderer Leiden und Freuden&#10;Seines Herzens Geschick thätig genießt und beweint,&#10;Wie der griechische Wandrer mir oft die eigene Irrfahrt&#10;Auf der flüchtigen Welt täuschenden Bahnen gezeigt:&#10;Kehrt mir vergangene Liebe zurück und vergangener Kummer,&#10;Und am Ufer erschleicht manche Erinnerung mich.&#10;Nymphe der blauen Wellen, so noch den krystallenen Abgrund&#10;Deine Gottheit bewohnt, höre den Flehenden an.&#10;Dünke mein Wort dir albern wie einst das Liebesgeplauder&#10;Des Cyklopen, es sei doch mein Gedanke dir kund:&#10;Viel einst hab′ ich geliebt und Alles hab′ ich verloren,&#10;Was ich mir treu, was ich einst mein bis zum Grabe geglaubt.&#10;Unaussprechlicher Schmerz erfüllte da mir die Seele;&#10;Denn an ein fremdes Sein hatt′ ich das eigne geknüpft.&#10;Einem Baum verglich ich mein Herz, den die Wetter geschlagen,&#10;Dem schon im Frühling der Sturm Blüthen und Blätter geraubt.&#10;Doch nun seh′ ich ihn männlich gereift im heiteren Sommer&#10;Kräftigen Stammes und tief wurzelnd im fruchtbaren Grund.&#10;Früchte trägt er, und glücklich enttäuscht auf die Träume der Jugend&#10;Blick′ ich zurück und es ist nun auch die Ernte nicht fern.&#10;Drum verarge mir nicht, o verschmähende Göttin des Meeres,&#10;Such′ ich mein höchstes Glück jetzt in der Liebe nicht mehr&#10;Sei ihm offen das frische Gemüth, doch begnüge sich Amor,&#10;Freund und Gespiele, doch nicht Herr und Gebieter zu sein.&#10;Noch, Galathea, hat mich kein sprödes Mädchen verschmähet,&#10;Aber trifft mich das Loos, bin ich zu dulden bereit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicherheit im Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicherheit-im-glueck/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:18:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicherheit-im-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Sag′ einem, der erfreut dem Glück im Schooße lieget,&#10;Daß dessen Stille stets die Sicherheit betrüget,&#10;Daß es uns, ehe wir es recht erkannt, verläßt;&#10;Er höret dich nicht mehr, denn junge Hochzeitgäst′&#10;Den Wächter, der des Nachts die Stunden rufet, hören;&#10;Er spottet deiner Gunst und lachet deiner Lehren,&#10;Und alle deine Wort′ entführt der schnelle Wind.&#10;Ein Glücklicher ist taub, sowie das Glück ist blind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicherer Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicherer-trost/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:18:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicherer-trost/</guid><description>&lt;p&gt;Traurig hängst Du das Köpfchen,&#10;Weil muß geschieden seyn:&#10;Meintest Du, närrisches Mädchen,&#10;Ich sey für ewig Dein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Blume hab&amp;rsquo; ich nicht gebrochen,&#10;Dein Kränzchen Dir nicht geraubt;&#10;Die Luft hat mit Dir gesprochen,&#10;Dem Winde hast Du geglaubt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weil ich Dich eben genommen,&#10;So wie ich Dich eben fand,&#10;So meinst Du, mich hätte geschlungen&#10;An Dich ein ewiges Band?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weil ich gelegen im Fieber,&#10;Und hab&amp;rsquo; Dich im Traume geküßt,&#10;So meinst Du, ich hätte für&amp;rsquo;s Leben&#10;Als meine Braut Dich gegrüßt? –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seufzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seufzer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:17:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seufzer/</guid><description>&lt;p&gt;Es blühen die Blümlein im Thal und auf Höhn′;&#10;Sie kleiden sich alle in Farben so schön,&#10;Ein jedes nach seiner Weise.&#10;Sie duften so lieblich, sie duften so fein:&#10;Was kann denn so hold wie die Blumen noch sein?&#10;Ich singe den Blumen zum Preise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Vögelein fliegen von Zweig zu Zweig;&#10;Sie haben ein freies und glückliches Reich&#10;Und singen zu Gottes Ehre.&#10;Die Lerche, sie jubelt, die Nachtigall klagt,&#10;Kein Vogel, wie er zu singen hat, fragt.&#10;O, daß ich ein Vögelein wäre! ′&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selmar an seinen Bruder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selmar-an-seinen-bruder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:16:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selmar-an-seinen-bruder/</guid><description>&lt;p&gt;O du - wie soll ich dich in meinen Qualen nennen?&#10;Kann ich dich Bruder nennen? - Nein!&#10;Du würdest sonst nicht Bruderblut verkennen&#10;Und gegen mich ein Tiger sey!&#10;Und doch beschwör′ ich dich beim süßen Brudernamen!&#10;Sey einmal Mensch, und höre mich!&#10;Sind wir nicht aufgezeugt von Eines Vaters Saamen?&#10;Trug meine Mutter nicht auch dich?&#10;Ach denke dran, und blick in meine Kerkerhöhle,&#10;Entzieh dich meinem Jammer nicht!&#10;Und sieh einmal die Leiden meiner Seele&#10;Im abgezehrten Angesicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seliger Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seliger-tod/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:16:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seliger-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Gestorben war ich&#10;Vor Liebeswonne:&#10;Begraben lag ich&#10;In ihren Armen;&#10;Erwecket ward ich&#10;Von ihren Küssen;&#10;Den Himmel sah ich&#10;In ihren Augen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selige Grüße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selige-gruesse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:15:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selige-gruesse/</guid><description>&lt;p&gt;Bläulicher Flieder.&#10;Ist das ein Grüßen!&#10;Wirbelnde Lieder&#10;Wehen herüber, -&#10;Stürben lieber.&#10;Seligsein - und das heißt büßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstlob</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstlob/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:15:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstlob/</guid><description>&lt;p&gt;Wie? mich selbst je hätt ich gelobt? Wo? Wann? Es entdeckte&#10;Irgend ein Mensch jemals eitle Gedanken in mir?&#10;Nicht mich selber, ich rühmte den Genius, welcher besucht mich,&#10;Nicht mein sterbliches, mein flüchtiges, irdisches Nichts!&#10;Weil ich bescheiden und still mich selbst für viel zu gering hielt,&#10;Staunt ich in meinem Gemüt über den göttlichen Gast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstliebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:14:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Je mehr du dich selbst liebst,&#10;je mehr bist du dein eigener Feind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstbetrug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstbetrug/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:13:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstbetrug/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vorhang schwebet hin und her&#10;Bei meiner Nachbarin.&#10;Gewiß, sie lauschet überquer,&#10;Ob ich zu Hause bin,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob der eifersücht′ge Groll,&#10;Den ich am Tag gehegt,&#10;Sich, wie er nun auf immer soll,&#10;Im tiefen Herzen regt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch leider hat das schöne Kind&#10;Dergleichen nicht gefühlt.&#10;Ich seh′, es ist der Abendwind,&#10;Der mit dem Vorhang spielt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seit ich ihn gesehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seit-ich-ihn-gesehen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:13:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seit-ich-ihn-gesehen/</guid><description>&lt;p&gt;Seit ich ihn gesehen,&#10;Glaub ich blind zu sein;&#10;Wo ich hin nur blicke,&#10;Seh ich ihn allein;&#10;Wie im wachen Traume&#10;Schwebt sein Bild mir vor,&#10;Taucht aus tiefstem Dunkel,&#10;Heller nur empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst ist licht - und farblos&#10;Alles um mich her,&#10;Nach der Schwestern Spiele&#10;Nicht begehr ich mehr,&#10;Möchte lieber weinen,&#10;Still im Kämmerlein;&#10;Seit ich ihn gesehen,&#10;Glaub ich blind zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht nach den Bergen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-den-bergen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:12:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-den-bergen/</guid><description>&lt;p&gt;Auf den Gipfeln erhabener Berge&#10;Dünken die Sorgen der Erde mir Zwerge,&#10;Wenn sie im Thale als Riesen mir drohn.&#10;Dort erheben die ernsten Gedanken&#10;Sich über des Schicksals drückende Schranken,&#10;Muthig dem Dunstkreis der Tiefe entflohn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Ihr geliebten, Ihr herrlichen Höhen,&#10;Werd′ ich im Schmerz des Verlangens vergehen,&#10;Ehe mein Auge Euch wieder begrüsst? -&#10;Wenn ich auf öder und formloser Haide&#10;Einsam die Qualen der Sehnsucht erleide,&#10;Wird es mir nimmer durch Hoffnung versüsst?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht nach dem Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-dem-fruehling/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:12:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-dem-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;O wie ist es kalt geworden&#10;Und so traurig, öd&amp;rsquo; und leer!&#10;Rauhe Winde weh&amp;rsquo;n von Norden&#10;Und die Sonne scheint nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf die Berge möcht&amp;rsquo; ich fliegen,&#10;Möchte seh&amp;rsquo;n ein grünes Thal,&#10;Möcht&amp;rsquo; in Gras und Blumen liegen&#10;Und mich freu&amp;rsquo;n am Sonnenstrahl;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Möchte hören die Schalmeien&#10;Und der Heerden Glockenklang,&#10;Möchte freuen mich im Freien&#10;An der Vögel süßem Sang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schöner Frühling, komm doch wieder,&#10;Lieber Frühling, komm doch bald,&#10;Bring&amp;rsquo; uns Blumen, Laub und Lieder,&#10;Schmücke wieder Feld und Wald!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4990/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:11:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4990/</guid><description>&lt;p&gt;Es war einmal.&#10;Ich leb′ am Tage vom Gedanken,&#10;nachts von der Qual;&#10;oft träum′ ich nur vom Traum.&#10;Du gehst dahin und bist dir selbst es kaum.&#10;Im meinem Wahn jedoch, dem fieberkranken,&#10;sind deine Wesen ohne Zahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:10:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Hände strecken&#10;Starre bebt&#10;Erde wächst an Erde&#10;Dein Nahen fernt&#10;Der Schritt ertrinkt&#10;Das Stehen jagt vorüber&#10;Ein Blick&#10;Hat&#10;Ist!&#10;Wahnnichtig&#10;Icht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seenot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seenot/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:10:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seenot/</guid><description>&lt;p&gt;Der Kapitän, der Steuermann,&#10;vom Deck die Offiziere&#10;schaun sorgenvoll den Himmel an.&#10;Ein rascher Blick fällt dann und wann&#10;auch auf die Passagiere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das räkelt faul den Bauch an Bord,&#10;schlemmt in der Luxusmesse,&#10;das lacht und prahlt und flucht: Potz Mord!&#10;und karessiert, Bankier wie Lord,&#10;die blonde Stewardesse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das führt Devisen mit und bar,&#10;gab Gold in erznen Urnen&#10;den sich′ren Kojen in Verwahr-&#10;und droht dem Dampfer Sturmgefahr,&#10;dann mag die Mannschaft turnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seelied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seelied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:09:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seelied/</guid><description>&lt;p&gt;Es schien der Mond gar helle,&#10;Die Sterne blinkten klar,&#10;Es schliefen tief die Wellen,&#10;Das Meer ganz stille war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Schifflein lag vor Anker,&#10;Ein Schiffer trat herfür:&#10;Ach wenn doch all mein Leiden&#10;Hier tief versunken wär.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Schifflein liegt vor Anker,&#10;Hat keine Ladung drin,&#10;Ich lad ihm auf mein Leiden&#10;Und laß es fahren hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er sich entrissen&#10;Die Schmerzen mit Gewalt,&#10;Da war sein Herz zerrissen,&#10;Sein Leben war erkalt'.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwermut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwermut/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:09:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwermut/</guid><description>&lt;p&gt;Mir ist, wie wenn in einer Sommernacht&#10;Die Menschen schweigsam in den Lauben sitzen.&#10;Die Luft ist schwer. Ein Wolkenhimmel dacht&#10;Sich über ihnen. Und die Fernen blitzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie fragen in die Höh: Kommt wohl ein Sturm?&#10;Und legen spät sich und bekümmert schlafen.&#10;Und lauschen oft gepresst, ob nicht vom Turm&#10;Ihr Ohr im Halbschlaf Glockenklänge trafen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwermut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwermut-9645/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:08:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwermut-9645/</guid><description>&lt;p&gt;Schreiten Streben&#10;Leben sehnt&#10;Schauern Stehen&#10;Blicke suchen&#10;Sterben wächst&#10;Das Kommen&#10;Schreit!&#10;Tief&#10;Stummen&#10;Wir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwere Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwere-trennung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:07:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwere-trennung/</guid><description>&lt;p&gt;Du gingst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die&#10;Blätter &amp;hellip; fallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In blaue &amp;hellip; Dämmerung &amp;hellip; sinkt das Tal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich&#10;starre in &amp;hellip; die &amp;hellip; steigenden&#10;Nebel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da,&#10;einmal noch, aus der&#10;Ferne,&#10;weht &amp;hellip; dein &amp;hellip; Tuch.&#10;Grüße!! Grüße!!&#10;Ich strecke, sehnsüchtig, die Arme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;..&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den&#10;hohen, steilen,&#10;stumm wie versteint dastehenden&#10;Silberpappeln&#10;schreien die Stare &amp;hellip; in den &amp;hellip; Sonnenuntergang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schweigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:07:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigen/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt Begriffe, Dinge körperlos,&#10;Urbilder jener Zwillingswesenheit,&#10;Welcher der urzeitliche Schöpferschoß&#10;Von Stoff und Geist Gestalt und Leben leiht.&#10;Es gibt ein zwiefach Schweigen - Meer und Strand -&#10;Seele und Leib. Das eine wohnt fernab&#10;An einem Orte, den die ernste Hand&#10;Gütiger Huldinnen mit Grün umgab.&#10;Ein treu Gedenken waltet darum her&#10;Und mildert seinen Ernst, nimmt ihm das Graun.&#10;Es trägt den dunklen Namen: »Nimmermehr!«&#10;Oh, furcht′ es nicht, du kannst dich ihm vertraun.&#10;Doch wenn sein Schatten, der im Reich der Lethe&#10;Als finstrer, namenloser Elfe weilt,&#10;Dich unvermutet vor der Zeit ereilt -&#10;Dann bete!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schuldner oder Gläubiger?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schuldner-oder-glaeubiger/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:06:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schuldner-oder-glaeubiger/</guid><description>&lt;p&gt;Manch ungehobelt Holz wird zum Merkur gemacht,&#10;Weil mancher theure Mann, aus aller Höfling′ Acht,&#10;Sich sonst bei keinem Maaß, als seinem Schatten mißt.&#10;Viel hebt das Glück empor, Viel′ hält es auch zurück;&#10;Doch wer die Welt recht kennt, der findet, daß das Glück&#10;Mehr Schulden ausstehn hat, als es selbst schuldig ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schüttelreim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schuettelreim/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:06:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schuettelreim/</guid><description>&lt;p&gt;An der Liebe Niederlagen&#10;lässt der Dichter Lieder nagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schriftsteller</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schriftsteller/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:05:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schriftsteller/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist kein Autor so gering und klein,&#10;Der nicht dächt etwas Rechts zu sein;&#10;Und wär er noch so ein armer Wicht,&#10;Geht er doch stolz und aufgericht′t,&#10;Daß man glaubt der leere Hut&#10;Noch zu dem Kleinen gehören tut.&#10;Auch kein Autor auf den andern baut;&#10;Denn sei ein Paar noch so vertraut,&#10;Darfst heut den einen heruntersetzen&#10;Willst du den andern höher schätzen,&#10;Und morgen, auf des zweiten Kösten,&#10;Läßt sich der erste nennen den Besten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schrapnell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schrapnell/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:04:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schrapnell/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel wirft Wolken&#10;Und knattert zu Rauch.&#10;Spitzen blitzen.&#10;Füße wippen stiebig Kiesel.&#10;Augen kichern in die Wirre&#10;Und&#10;Zergehren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoenheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:04:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Schönheit ist ewig nur Eine, doch mannigfach wechselt das Schöne,&#10;Daß es wechselt, das macht eben das Eine nur schön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoenheit-5108/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:03:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoenheit-5108/</guid><description>&lt;p&gt;Gesichtszüge, welche die Geheimnisse unserer Seele enthüllen,&#10;verleihen dem Gesicht Schönheit und Anmut,&#10;selbst wenn diese seelischen Geheimnisse schmerzlich und leidvoll sind.&#10;Gesichter hingegen, die - Masken gleich - verschweigen, was in ihrem Innern vorgeht,&#10;entbehren jeglicher Schönheit, selbst wenn ihre äußeren Formen vollkommen symmetrisch und harmonisch sind.&#10;Ebenso wie Gläser unsere Lippen nur anziehen,&#10;wenn durch das kostbare Kristall die Farbe des Weines hindurchschimmert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schön</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:03:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoen/</guid><description>&lt;p&gt;Wissen Tören&#10;Wahr und Trügen&#10;Mord Gebären&#10;Sterben Sein&#10;Weinen Jubeln&#10;Haß Vergehen&#10;Stark und Schwach&#10;Unmöglich&#10;Kann!&#10;Dein Körper flammt!&#10;Die Welt&#10;Erlischt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneeglöckchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneegloeckchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:02:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneegloeckchen/</guid><description>&lt;p&gt;Horch, liebliches Läuten!&#10;Was will es doch sein?&#10;O selig Bedeuten,&#10;Ei, Frühling soll`s sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hast du im Herzen&#10;Noch Eis und noch Schnee,&#10;Noch Sorgen und Schmerzen,&#10;Nun fort mit dem Weh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schneeglöckchen rührt helle&#10;Die Glöcklein so fein —&#10;Wie ist`s, du Geselle,&#10;Du stimmst doch mit ein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneeflocke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneeflocke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:01:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneeflocke/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist eine weiße Flocke,&#10;Ein himmelentsprungenes Kind&#10;Und wirbelst - licht und selig&#10;Dahin durch Wolken und Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist eine weiße Flocke -&#10;Du stirbst der Flocken Tod:&#10;Nach kurzem Sonnengruße&#10;In Straßenstaub und Kot&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schnee/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:01:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schnee/</guid><description>&lt;p&gt;Fällt um dunkle Bäume weich der Schnee,&#10;Lange sacht, dann aufgewirbelt, jäh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hüllt den Tag in dämmerndes Gewühl,&#10;Breitet auf die Erde Pfühl um Pfühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wandert einer, und er sieht den Flaum;&#10;Denkt er: weiches Bette, weiter Raum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wandert einer und er weiss kein Dach,&#10;Denkt: hier fände ich ein Wohngemach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist wie zugehangen rings die Welt,&#10;Schiebt sich eng zusammen wie ein Zelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Busch und Bäume stehen unbewegt&#10;Und von Einsamkeit wie eingehegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schnee-9574/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:00:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schnee-9574/</guid><description>&lt;p&gt;Schnee, zärtliches Grüßen&#10;der Engel,&#10;schwebe, sinke -&#10;breit alles in Schweigen&#10;und Vergessenheit!&#10;Gibt es noch Böses,&#10;wo Schnee liegt?&#10;Verhüllt, verfernt er nicht&#10;alles zu Nahe und Harte&#10;mit seiner beschwichtigenden&#10;Weichheit, und dämpft selbst&#10;die Schritte des Lautesten&#10;in Leise?&#10;Schnee, zärtliches Grüßen&#10;der Engel,&#10;den Menschen, den Tieren! -&#10;Weißeste Feier&#10;der Abgeschiedenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlußstück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlussstueck/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 20:00:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlussstueck/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tod ist groß.&#10;Wir sind die Seinen&#10;lachenden Munds.&#10;Wenn wir uns mitten im Leben meinen,&#10;wagt er zu weinen&#10;mitten in uns.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlußergebniß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlussergebniss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:59:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlussergebniss/</guid><description>&lt;p&gt;»Sage, was ist am Ende der Bahn&#10;Als das Wahre, das Beste dir erschienen?«&#10;Nachdem verblichen so mancher Wahn,&#10;Das Leben durch Arbeit abverdienen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Traurig.« – Ich weiß nicht, mir ist dabei&#10;So heiter zu Muth wie in Jugendzeiten,&#10;Die Seele befindet sich hell und frei&#10;Im Dienste des Ganzen, im Meer, im weiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlaraffenland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaraffenland/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:58:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaraffenland/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Gegend heißt Schlaraffenland,&#10;den faulen Leuten wohlbekannt;&#10;die liegt drei Meilen hinter Weihnachten.&#10;Ein Mensch, der dahinein will trachten,&#10;muß sich des großen Dings vermessen&#10;und durch einen Berg von Hirsebrei essen;&#10;der ist wohl dreier Meilen dick;&#10;alsdann ist er im Augenblick&#10;im selbigen Schlaraffenland.&#10;Da hat er Speis und Trank zur Hand;&#10;da sind die Häuser gedeckt mit Fladen,&#10;mit Lebkuchen Tür und Fensterladen.&#10;Um jedes Haus geht rings ein Zaun,&#10;geflochten aus Bratwürsten braun;&#10;vom besten Weine sind die Bronnen,&#10;kommen einem selbst ins Maul geronnen.&#10;An den Tannen hängen süße Krapfen&#10;wie hierzulande die Tannenzapfen;&#10;auf Weidenbäumen Semmeln stehn,&#10;unten Bäche von Milch hergehn;&#10;in diese fallen sie hinab,&#10;daß jedermann zu essen hab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlaflied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaflied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:58:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaflied/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal wenn ich dich verlier,&#10;wirst du schlafen können, ohne&#10;daß ich wie eine Lindenkrone&#10;mich verflüstre über dir?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ohne daß ich hier wache und&#10;Worte, beinah wie Augenlider,&#10;auf deine Brüste, auf deine Glieder&#10;niederlege, auf deinen Mund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ohne daß ich dich verschließ&#10;und dich allein mit Deinem lasse&#10;wie einen Garten mit einer Masse&#10;von Melissen und Stern-Anis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schläfst du noch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaefst-du-noch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:57:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaefst-du-noch/</guid><description>&lt;p&gt;Schläfst du noch, mein schöner Geliebter?&#10;Man weckt uns leider bald.&#10;Ein hübscher kleiner Vogel&#10;hat sich bereits auf den Zweig der Linde gesetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich war sanft eingeschlafen,&#10;nun rufst du, Kind,&#10;auf, auf!&#10;Liebe ohne Leid kann es nicht geben.&#10;Was immer du befiehlst,&#10;das tue ich, meine Freundin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Dame begann zu weinen:&#10;Du reitest for und läßt mich allein zurück.&#10;Wann wirst du wieder zu mir kommen?&#10;Ach, du nimmst mein Glück mit dir fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlachtfeld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtfeld/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:57:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtfeld/</guid><description>&lt;p&gt;Schollenmürbe schläfert ein das Eisen&#10;Blute filzen Sickerflecke&#10;Roste krumen&#10;Fleische schleimen&#10;Saugen brünstet um Zerfallen.&#10;Mordesmorde&#10;Blinzen&#10;Kinderblicke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlacht bey Leipzig, 2.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlacht-bey-leipzig-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:56:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlacht-bey-leipzig-2/</guid><description>&lt;p&gt;(Parodie des vorigen S. 90 aus einem alten fliegenden Blatte.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeuch Fahler zeuch,&#10;Balde wolln wirn Tylli dreschen,&#10;Wolln ihn gebn â€™n Kraut zu fressen.&#10;Zeuch Fahler zeuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fleuch Tilly fleuch,&#10;Aus Untersachsâ€™n nach Halle zu,&#10;Zum neuen Krieg kauf neue Schuh,&#10;Fleuch Tilly fleuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fleuch Tylli fleuch,&#10;Das Confeckt ist vergiftet worden,&#10;Du bist nun in der Hasen Orden,&#10;Fleuch Tylli fleuch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schillers Bestattung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schillers-bestattung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:55:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schillers-bestattung/</guid><description>&lt;p&gt;Ein ärmlich düster brennend Fackelpaar, das Sturm&#10;Und Regen jeden Augenblick zu löschen droht.&#10;Ein flatternd Bahrtuch. Ein gemeiner Tannensarg&#10;Mit keinem Kranz, dem kargsten nicht, und kein Geleit!&#10;Als brächte eilig einen Frevel man zu Grab.&#10;Die Träger hasteten. Ein Unbekannter nur&#10;Von eines weiten Mantels kühnem Schwung umgeht,&#10;Schritt dieser Bahre nach. Der Menschheit Genius wars.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schenken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schenken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:55:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schenken/</guid><description>&lt;p&gt;Schenke groß oder klein,&#10;Aber immer gediegen.&#10;Wenn die Bedachten&#10;Die Gaben wiegen,&#10;sei dein Gewissen rein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schenke herzlich und frei.&#10;Schenke dabei, Was in dir wohnt&#10;An Meinung, Geschmack und Humor,&#10;So dass die eigene Freude zuvor&#10;Dich reichlich belohnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schenke mit Geist ohne List.&#10;Sei eingedenk,&#10;Dass dein Geschenk Du selber bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schein und Sein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schein-und-sein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:54:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schein-und-sein/</guid><description>&lt;p&gt;Was heißt denn Schein?&#10;Was heißt denn Sein?&#10;Das Räthsel, dacht&amp;rsquo; ich, ist nicht klein.&#10;Da fiel mir eine Probe ein:&#10;Das, was der Menge scheint nur Schein,&#10;Ist Sein,&#10;Und was ihr scheint das wahre Sein,&#10;Ist Schein. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Schein&#10;Sag&amp;rsquo; Nein!&#10;Zum Sein&#10;Schlag&amp;rsquo; ein,&#10;So kannst du glücklich sein.&#10;Freundlicher Sterne Schein&#10;Obendrein&#10;Wird dir zu wünschen sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schauder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schauder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:54:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schauder/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt bist du da, dann bist du dort.&#10;Jetzt bist du nah, dann bist du fort.&#10;Kannst du′s fassen? Und über eine Zeit&#10;gehen wir beide die Ewigkeit&#10;dahin - dorthin. Und was blieb?&amp;hellip;&#10;Komm, schließ die Augen, und hab mich lieb!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schatten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:53:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schatten/</guid><description>&lt;p&gt;Hüte dich, wider den Tag&#10;die suchende Seele zu kehren,&#10;weil es geschehen mag,&#10;dass sich die Schatten empören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All dein Dunkles gewinnt&#10;Form und Leben in ihnen,&#10;deine Geheimnisse sind&#10;dann nicht mehr treu, dir zu dienen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Geheimnisse stehn&#10;gegen dich, riesige Recken,&#10;und dann kann es geschehn,&#10;dass ihre Schilde dich decken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schäffer-gedichte. Sylvia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schaeffer-gedichte-sylvia/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:53:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schaeffer-gedichte-sylvia/</guid><description>&lt;p&gt;Der arme Thyrsis lag nechst unter einer eichen/&#10;Bey quellen/ die an glantz dem hellen silber gleichen/&#10;Und dachte lange zeit dem herben ungemach&#10;Und den verkehrungen in seiner liebe nach.&#10;Doch endlich lößte sich die stimme seiner zungen/&#10;Und sang/ daß berg und thal von diesen worten klungen:&#10;Ach strenge Sylvia! Warumb verachtst du mich?&#10;Die sonne brennt und wirfft die strahlen unter sich.&#10;Lufft/ feld und erde brennt/ die kühlen ströhme brennen&#10;Von flammen/ die auch schon die jungen lämmer kennen:&#10;Dein Thyrsis aber fühlt mehr/ weder alle pein/&#10;Und du alleine nur wilst schnee und kälte seyn.&#10;So bald ich neulich dich/ (du wirst es noch wohl wissen)&#10;Mit auffgeschürtztem rock und halb entblößten füssen/&#10;Als eine jägerin/ durch wald und püsche ziehn/&#10;Und jene hindin sah für deinen waffen fliehn;&#10;So dacht ich bey mir selbst: Was fliehstu für den wunden/&#10;O hindin/ die du doch in solchen händen funden?&#10;Und gleich den augenblick entbrannte blut und hertz/&#10;Ich fühlt/ ich weiß nicht was für einen seelen-schmertz:&#10;Die mutter aber sprach: es wäre brunst und liebe.&#10;Was solt ich ärmster thun/ daß ich verschonet bliebe?&#10;Ich riß den engen rock biß an den gürtel auff/&#10;Ließ meine schafe stehn/ und sprang in vollem lauff&#10;Dir auff dem fusse nach: Allein du warffst die hände&#10;Und deinen weissen schleyr (o allzustrenge hände!&#10;O allzuharter schleyr!) vor mund und brüste für/&#10;Und flohest ärger noch als wild und hirsch vor mir.&#10;Drauff stund ich gantz erstarrt/ gleich wie die matten tauben/&#10;Wenn ihnen pfeil und blitz den süssen buhlen rauben/&#10;Und rieff wohl tausendmahl dir deinen namen nach;&#10;Gleich legte sich der wind und wehte gantz gemach.&#10;Du aber lieffst mir nach/ indem ich rieff/ zum possen/&#10;Und hattest ohr und hertz/ wie deine brust/ verschlossen.&#10;Wer hilfft mir ärmsten nun in meiner schweren pein?&#10;Ich lauffe hügel an/ ich steig ins thal hinein;&#10;Doch thal und hügel hört mein weinen und mein klagen:&#10;Ja Echo will mich gar mit wieder heulen plagen/&#10;Und ist zugleich betrübt. Jedoch ich wünsch allein&#10;Verliebt/ und auch allein bey mir betrübt zu seyn.&#10;Sonst möchte/ wenn allhier sich falsch und wahr gesellten/&#10;Die Nymphe meinen schmertz auch für erdichtet schelten.&#10;Wiewol es ist umsonst mein weinen und mein schmertz:&#10;Denn du/ o Nymphe! treibst mit allen beyden schertz.&#10;So sehr verachtet mich nicht Phyllis und die Dore:&#10;Dann Phyllis band mich nechst mit einem haber-rohre/&#10;Das ihr corallen-mund mit freuden offt geküst/&#10;Und Dore hat mich gar erst heute noch gegrüst.&#10;Allein nicht Phyllis mund/ nicht Dorens purpur-wangen&#10;Sind mächtig so wie du/ mein treues hertz zu fangen:&#10;Der wald wird zeuge seyn/ die oder und der strand/&#10;Und jener erlen-baum/ auff dessen rinden-wand&#10;Ich unsre nahmen nächst mit thränen angeschrieben.&#10;Ich hab es selbst gesehn/ wie ihre schrifft beklieben.&#10;Des abends stunden sie noch weit und unvermengt:&#10;Des morgens waren sie wie ketten eingeschrenckt.&#10;Dreymal hab ich mit lust diß wunderwerck gelesen/&#10;Und dreymahl bin ich fast für küssen todt gewesen/&#10;O küsse! die nach thau – Was aber hilfft es mich?&#10;Die nahmen sind vermählt/ die leiber scheiden sich.&#10;Der helle Lucifer bringt schon den dritten morgen;&#10;Und dennoch sieht man mich nicht für die schafe sorgen.&#10;Die ziegen haben noch kein frisches graß geschmeckt;&#10;Die jungen böcke nur die dürre brust geleckt:&#10;Ich selber habe noch vom weine nichts genossen/&#10;Kein stücke brod gesehn/ kein auge zugeschlossen.&#10;Denn ohne dich vergeht mir alle schäfer-lust/&#10;Und ohne dich ist mir auch kein geschmack bewust.&#10;Doch gönnstu einmahl uns nur einen süssen morgen;&#10;So will ich wiederumb für meine schafe sorgen.&#10;Die ziegen sollen fort und in die weide gehn;&#10;Die eyter voller milch/ die böcke truncken stehn:&#10;Ich selber aber will den Bachus wieder grüssen/&#10;Nach frischem brodte sehn und neuer ruh geniessen.&#10;Und stürbe gleich mein vieh/ mein väterliches gut/&#10;Und aller wiesen-wachs durch feur- und wassers-flut/&#10;So will ich/ wann sie mich nur deiner nicht berauben/&#10;Mich dennoch in der welt am allerreichsten glauben.&#10;Wann der beperlte thau des morgens nieder fällt/&#10;Und sich das erste licht der sonnen eingestellt/&#10;Schau ich den tropffen zu/ indem sie sich verbinden/&#10;Ob ich dein bildniß kan in ihren farben finden.&#10;Ich sehe vielerley: Nichts aber ist wie du.&#10;Das gold schleust seinen glantz für deinen haaren zu.&#10;Der reiff muß deiner haut/ der stirne liljen weichen/&#10;Den wangen ist nicht blut und frische milch zu gleichen/&#10;Der mund beschämt rubin/ die zähne helffenbein/&#10;Die augen Phöbus licht und aller sterne schein.&#10;Vom andern weiß ich nicht/ wie einem muß geschehen;&#10;Weil ich es/ schönste/ nur kan in gedancken sehen.&#10;Wenn denn Aurorens schooß die rosen auffgethan/&#10;So schau ich ihre pracht mit steiffen augen an/&#10;Und suche deinen mund in ihren purpur-strahlen:&#10;Doch bleib ich zweiffelhafft/ was schwerer sey zu mahlen/&#10;Du/ oder aber sie. Ja/ wenn ich endlich dich&#10;Im felde nirgends seh/ so übereil ich mich/&#10;Und denck: Ist nun ihr geist in himmel gar gestiegen?&#10;Und kan sie denn zugleich bey sternen und bey ziegen/&#10;Des abends Sylvia/ und früh Aurora/ seyn?&#10;So denck ich/ trifft es gleich nicht mit der warheit ein.&#10;Ach Sylvia! du wirst nicht ewig so verbleiben.&#10;Der tod kan seine lust mit blum und schönheit treiben/&#10;Und du möchtst endlich wohl im alter in dich gehn/&#10;Ich aber weiß mir nicht die schmertzen auszustehn.&#10;Schau! Bachus liebt den wein. Weil Bachus wein wird lieben/&#10;Soll sich dein Thyrsis auch in steten flammen üben.&#10;Je mehr du für ihm weichst/ je weiter folgt er nach.&#10;Denn dir zu g&amp;rsquo;ringe seyn/ ist weder schimpff noch schmach.&#10;Ja solte gleich die zeit den spiegel dir verderben/&#10;Und dein gesichte so wie deine jahre sterben/&#10;So soll mir/ schönste/ doch noch deiner rosen schein/&#10;Und deiner glieder schnee stets für den augen seyn.&#10;Ach stoltze Sylvia! Laß deinen zorn sich wenden/&#10;Ich will dir/ wo du willst/ auch wohl geschencke senden.&#10;Nicht etwa die der wald und unser garten trägt;&#10;Nicht die das reiffe feld uns in die scheuren legt;&#10;Nein: Sondern einen putz mit puder überschlagen/&#10;Wie in der stadt itzund die bürger-töchter tragen/&#10;Und einen bunten korb/ den neulich erst Serran&#10;Mit grosser kunst gemacht/ Serran/ der kluge mann.&#10;Der hirten gröste lust und zierrath unsers landes/&#10;Der alle bürger so an gaben des verstandes&#10;Gleich wie die nachtigal die raben übertrifft;&#10;Der mich zuerst gelehrt/ wer diese welt gestifft/&#10;Woher ihr roher teig und ihre forme kommen;&#10;Wie städte sich gemehrt und wieder abgenommen;&#10;Was sonn und monde seyn/ und wie ihr licht die welt&#10;Durch seinen steten lauff in der bewegung hält:&#10;Der sag ich/ alles mir/ nur dieses nicht gezeiget/&#10;Wie man/ o Sylvia! dein steinern hertze beuget.&#10;Doch wo du hierdurch auch nicht zu bewegen bist;&#10;So weiß ich ärmster nicht/ was weiter übrig ist/&#10;Als daß ich meinen rumpff an diesen eichbaum hencke.&#10;Vielleicht liebst du mich todt/ weil ich dich lebend kräncke.&#10;Schreib aber auff mein grab nur noch zu guter nacht:&#10;Allhier hat Sylvia den Thyrsis umgebracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schäferlehren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schaeferlehren/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:52:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schaeferlehren/</guid><description>&lt;p&gt;An Bürger. 1772.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du hier in diesen Gründen&#10;Freude sonder Ekel finden,&#10;Freude sanft und wonniglich,&#10;Süßer Freund! so höre mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem saatbekränzten Hügel,&#10;An des Teiches klarem Spiegel,&#10;Auf der Au, im Buchenwald&#10;Ist ihr liebster Aufenthalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In des Frühlings Blumenkleide&#10;Schwebet leisen Tritts die Freude,&#10;Schwebt sie selbst auf dieser Flur,&#10;In der Stadt ihr Schatten nur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühlst du in der lauten Irre&#10;Dieses Baches, im Geschwirre&#10;Dieser Vögel, in dem Kuss&#10;Dieses Wests, nicht ihren Gruß?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schadenfreude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schadenfreude/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:51:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schadenfreude/</guid><description>&lt;p&gt;In des Papillons Gestalt&#10;Flattr′ ich, nach den letzten Zügen,&#10;Zu den vielgeliebten Stellen,&#10;Zeugen himmlischer Vergnügen,&#10;Ober Wiesen, an die Quellen,&#10;Um den Hügel, durch den Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich belausch′ ein zärtlich Paar.&#10;Von des schönen Mädchens Haupte&#10;Aus den Kränzen schau′ ich nieder;&#10;Alles, was der Tod mir raubte,&#10;Seh′ ich hier im Bilde wieder,&#10;Bin so glücklich, wie ich war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie umarmt ihn lächelnd stumm,&#10;Und sein Mund genießt der Stunde,&#10;Die ihm güt′ge Götter senden,&#10;Hüpft vom Busen zu dem Munde,&#10;Von dem Munde zu den Händen,&#10;Und ich hüpf′ um ihn herum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sappho</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sappho-9187/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:51:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sappho-9187/</guid><description>&lt;p&gt;Ist&amp;rsquo;s auch nur dein Name allein, der glorreich&#10;Weithin durch Jahrtausende herrlich leuchtet,&#10;Mit der Menschheit schaffenden Geistes-Helden&#10;Ewig verbunden,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat das immergrüne Gerank der Sage&#10;Auch so reich umschlungen dein Erdendasein,&#10;Daß des Antheils forschender Blick es niemals&#10;Könnte durchdringen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dennoch sei begeistert und freudig dankbar&#10;Hoch gepriesen, du, deren edle Stirne&#10;Schmückt der einz&amp;rsquo;ge Kranz, der uns hebt zu Göttern,&#10;Jener des Genius!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja - du schufst das Lied! an die ersten Töne&#10;Feurig - zart, da inneres Leben kündet&#10;Auf des Wohllauts Schwingen die gold&amp;rsquo;ne Lyra -&#10;Knüpft sich dein Name!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>San Giovanni</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/san-giovanni/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:50:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/san-giovanni/</guid><description>&lt;p&gt;Die letzte Sichel des verfallnen Mondes&#10;am Himmel Roms in der Johannisnacht&#10;hab ich erlebt und früher nicht geruht,&#10;bis ich für mich den Sinn erdeuten konnte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe neue Menschen liebgewonnen –&#10;und silbern zum Gedenken steht nun da&#10;die letzte Sichel des verfallnen Mondes&#10;am Himmel Roms in der Johannisnacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Leben denk ich auch. – Es ruht der Blick&#10;auf den Gesimsen schweigender Paläste.&#10;Da färbt sich die Colonna morgenrot,&#10;die Schwalben werden wach – und schon verblasst&#10;die letzte Sichel des verfallnen Mondes.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Samstag-Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/samstag-abend/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:50:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/samstag-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Wozu würden wir denn leben,&#10;Wenn nach dem verdammten Streben&#10;Nicht der Samstag Abend wär′&#10;Mit dem Sonntag hinterher?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fehlt′ es uns an diesem Ziele,&#10;Möcht′ ich wirklich sehn, wie viele&#10;Noch bereit beim Hahnenschrei&#10;Wären zu der Rackerei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So hingegen läßt sich′s tragen -&#10;Tröstet′s doch, schon nach sechs Tagen&#10;Arbeitsamer Höllenpein&#10;Immer wieder faul zu sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit dem Batzen in der Tasche&#10;Hockt man dann bei Krug und Flasche,&#10;Hört als kunstgeneigter Mann&#10;Einen Widihupfauf an;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Salas y Gomez</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/salas-y-gomez/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:49:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/salas-y-gomez/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Salas y Gomez raget aus den Fluten&#10;Des stillen Meers, ein Felsen kahl und bloß,&#10;Verbrannt von scheitelrechter Sonne Gluten,&#10;Ein Steingestell ohn alles Gras und Moos,&#10;Das sich das Volk der Vögel auserkor&#10;Zur Ruhstatt im bewegten Meeresschoß.&#10;So stieg vor unsern Blicken sie empor,&#10;Als auf dem &amp;ldquo;Rurik&amp;rdquo;: &amp;ldquo;Land im Westen! Land!&amp;rdquo;&#10;Der Ruf vom Mastkorb drang zu unserm Ohr.&#10;Als uns die Klippe nah vor Augen stand,&#10;Gewahrten wir der Meeresvögel Scharen&#10;Und ihre Brüteplätze längs dem Strand.&#10;Da frischer Nahrung wir bedürftig waren,&#10;So ward beschlossen den Versuch zu wagen,&#10;In zweien Booten an das Land zu fahren.&#10;Es ward dabei zu sein mir angetragen.&#10;Das Schrecknis, das der Ort mir offenbart,&#10;Ich werd es jetzt mit schlichten Worten sagen.&#10;Wir legten bei, bestiegen wohlbewahrt&#10;Die ausgesetzten Boote, stießen ab,&#10;Und längs der Brandung rudernd ging die Fahrt.&#10;Wo unterm Wind das Ufer Schutz uns gab,&#10;Ward angelegt bei einer Felsengruppe,&#10;Wir setzten auf das Trockne unsern Stab.&#10;Und eine rechts, und links die andre Truppe,&#10;Verteilten sich den Strand entlang die Mannen,&#10;Ich aber stieg hinan die Felsenkuppe.&#10;Vor meinen Füßen wichen kaum von dannen&#10;Die Vögel, welche die Gefahr nicht kannten,&#10;Und mit gestreckten Hälsen sich besannen.&#10;Der Gipfel war erreicht, die Sohlen brannten&#10;Mir auf dem heißen Schieferstein, indessen&#10;Die Blicke den Gesichtskreis rings umspannten.&#10;Und wie die Wüstenei sie erst ermessen,&#10;Und wieder erdwärts sich gesenket haben,&#10;Läßt eines alles andre mich vergessen.&#10;Es hat die Hand des Menschen eingegraben&#10;Das Siegel seines Geistes in den Stein,&#10;Worauf ich steh, - Schriftzeichen sind&amp;rsquo;s, Buchstaben.&#10;Der Kreuze fünfmal zehn in gleichen Reihn,&#10;Es will mich dünken, daß sie lang bestehen,&#10;Doch muß die flücht&amp;rsquo;ge Schrift hier jünger sein.&#10;Und nicht zu lesen! - deutlich noch zu sehen&#10;Der Tritte Spur, die sie verlöschet fast;&#10;Es scheint ein Pfad darüber hin zu gehen.&#10;Und dort am Abhang war ein Ort der Rast,&#10;Dort nahm er Nahrung ein, dort Eierschalen!&#10;Wer war, wer ist der grausen Wildnis Gast?&#10;Und spähend, lauschend schritt ich auf dem kahlen&#10;Gesims einher zum andern Felsenhaupte,&#10;Das zugewendet liegt den Morgenstrahlen.&#10;Und wie ich, der ich ganz mich einsam glaubte,&#10;Erklomm die letzte von den Schieferstiegen,&#10;Die mir die Ansicht von dem Abhang raubte;&#10;Da sah ich einen Greisen vor mir liegen,&#10;Wohl hundert Jahre, mocht ich schätzen, alt,&#10;Des Züge, schien es, wie im Tode schwiegen.&#10;Nackt, langgestreckt die riesige Gestalt,&#10;Von Bart und Haupthaar abwärts zu den Lenden&#10;Den hagern Leib mit Silberglanz umwallt.&#10;Das Haupt getragen von des Felsen Wänden,&#10;Im starren Antlitz Ruh, die breite Brust&#10;Bedeckt mit übers Kreuz gelegten Händen.&#10;Und wie entsetzt, mit schauerlicher Lust&#10;Ich unverwandt das große Bild betrachte,&#10;Entflossen mir die Tränen unbewußt.&#10;Als endlich, wie aus Starrkrampf, ich erwachte,&#10;Entbot ich zu der Stelle die Gefährten,&#10;Die bald mein lauter Ruf zusammen brachte.&#10;Sie lärmend herwärts ihre Schritte kehrten,&#10;Und stellten, bald verstummend, sich zum Kreis,&#10;Die fromm die Feier solchen Anblicks ehrten.&#10;Und seht, noch reget sich, noch atmet leis,&#10;Noch schlägt die müden Augen auf und hebt&#10;Das Haupt empor der wundersame Greis.&#10;Er schaut uns zweifelnd, staunend an, bestrebt&#10;Sich noch zu sprechen mit erstorbnem Munde, -&#10;Umsonst! er sinkt zurück, er hat gelebt.&#10;Es sprach der Arzt, bemühnd in dieser Stunde&#10;Sich um den Leichnam noch: &amp;ldquo;Es ist vorbei.&amp;rdquo;&#10;Wir aber standen betend in der Runde.&#10;Es lagen da der Schiefertafeln drei&#10;Mit eingeritzter Schrift; mir ward zu Teile&#10;Der Nachlaß von dem Sohn der Wüstenei.&#10;Und wie ich bei den Schriften mich verweile,&#10;Die rein in span&amp;rsquo;scher Zunge sind geschrieben,&#10;Gebot ein Schuß vom Schiffe her uns Eile.&#10;Ein zweiter Schuß und bald ein dritter trieben&#10;Von dannen uns mit Hast zu unsern Booten;&#10;Wie dort er lag, ist liegen er geblieben.&#10;Es dient der Stein, worauf er litt, dem Toten&#10;Zur Ruhestätte wie zum Monumente,&#10;Und Friede sei dir, Schmerzenssohn, entboten!&#10;Die Hülle gibst du hin dem Elemente,&#10;Allnächtlich strahlend über dir entzünden&#10;Des Kreuzes Sterne sich am Firmamente,&#10;Und, was du littest, wird dein Lied verkünden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Saget mir ieman, waz ist minne?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/saget-mir-ieman-waz-ist-minne/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:48:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/saget-mir-ieman-waz-ist-minne/</guid><description>&lt;p&gt;Saget mir ieman, waz ist minne?&#10;weiz ich des ein teil, sô wist ichs gerne mê.&#10;der sich baz denn ich versinne,&#10;der berihte mich durch waz si tuot sô wê.&#10;minne ist minne, tuot si wol:&#10;tuot si wê, so enheizet si niht rehte minne.&#10;sus enweiz ich wie si danne heizen sol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Obe ich rehte râten künne&#10;waz diu minne sî, sô sprechet denne jâ.&#10;minne ist zweier herzen wünne:&#10;teilent sie gelîche, sost diu minne dâ:&#10;sol abe ungeteilet sîn,&#10;sô enkans ein herze alleine niht enthalten.&#10;owê woldest dû mir helfen, frowe mîn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sag an: »Es fällt von deinem Haupte«</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sag-an-es-faellt-von-deinem-haupte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:48:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sag-an-es-faellt-von-deinem-haupte/</guid><description>&lt;p&gt;Sag an: »Es fällt von deinem Haupte&#10;Kein Haar, von welchem Gott nicht weiß« -&#10;Und was der Tag uns Größres raubte,&#10;Das fiele nicht auf Sein Geheiß?!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trag es, wenn seinen Schnee der Winter&#10;In unser Hoffen niederstiebt,&#10;Ein ganzer Frühling lacht dahinter:&#10;Gott züchtigt immer, wen Er liebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß in dem Leid, das Er beschieden,&#10;Den Keim uns künft′gen Glückes schaun,&#10;Dann kam der Tag, wo Freud′ und Frieden,&#10;In unsrem Herzen Hütten baun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sängers Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/saengers-trost/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:47:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/saengers-trost/</guid><description>&lt;p&gt;Weint auch einst kein Liebchen&#10;Tränen auf mein Grab,&#10;Träufeln doch die Blumen&#10;Milden Tau hinab;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weilt an ihm kein Wandrer&#10;Im Vorüberlauf,&#10;Blickt auf seiner Reise&#10;Doch der Mond darauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denkt auf diesen Fluren&#10;Bald kein Erdner mein,&#10;Denkt doch mein die Aue&#10;Und der stille Hain.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blumen, Hain und Aue,&#10;Stern und Mondenlicht,&#10;Die ich sang, vergessen&#10;Ihres Sängers nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sängerin B—r</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/saengerin-br/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:47:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/saengerin-br/</guid><description>&lt;p&gt;Wer glücklich der Sirenentöne&#10;Bezaubernder Gefahr entgeht,&#10;Den fesselt die bescheid′ne Schöne.&#10;Wer ihrem Liebreiz widersteht,&#10;Den fesseln ihre Zaubertöne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sängerfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/saengerfahrt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:46:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/saengerfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Kühlrauschend unterm hellen&#10;Tiefblauen Himmelsdom&#10;Treibt seine klaren Wellen&#10;Der ewgen Jugend Strom.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel rüstige Gesellen,&#10;Den Argonauten gleich,&#10;Sie fahren auf den Wellen&#10;Ins duftge Frühlingsreich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber faß den Becher,&#10;Daß es durchs Schiff erklingt,&#10;Am Mast steh ich als Sprecher,&#10;Der für euch alle singt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie stehn wir hier so helle!&#10;Wird mancher bald schlafen gehn,&#10;O Leben, wie bist du schnelle,&#10;O Leben, wie bist du schön!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Säcksche Festspiele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/saecksche-festspiele/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:45:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/saecksche-festspiele/</guid><description>&lt;p&gt;In jeder Stadt streicht ein Nabolium sich die schwarze Locke&#10;aus seiner Stirn –&#10;jedweder Bürger prangt in prallem Waffenrocke&#10;und einem blanken Pappmaché-Theaterhirn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zweihundert Pferde machen Staub und andre Sachen –&#10;ein Böller kracht &amp;hellip;&#10;Handlungsgehilfen, Handwerksmeister wachen&#10;lang hingestreckt, auf Posten, in der Sommernacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Orden winkt; laut klopfen aller Herzen –&#10;bengalisch Feuer flammt &amp;hellip;&#10;Ein Sängerchor greift tief erregt in falsche Terzen,&#10;Nabolium schwitzt, und Yorckn rutscht die Hose – au verdammt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>′s Gewandhaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/s-gewandhaus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:45:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/s-gewandhaus/</guid><description>&lt;p&gt;Res severa verum gaudium&#10;(Inschrift am Gewandhaus)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Zu diesen Gaudjum gommt mer sehre schwere« -&#10;So gennde mr de Inschrift iewerdragen,&#10;Die uff ladeinisch an Giebel angeschlagen:&#10;Ja heernse, wenn - ′s Abonnemang nich wäre!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat mr dann awer mal de seltne Ehre&#10;An een von dän beriehmden Donnerschdagen,&#10;Ich sage Sie, da muß mr werklich fragen:&#10;Sein Sie das Leibzger oder Engel-Cheere?!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Berauscht von Vortrag änner Brachtsonade&#10;Schwelgt hier de Hautvolée in heechsten Staade&#10;Un meischenstill, als lägk ä Schlaf auf allen -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Russisch!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/russisch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:44:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/russisch/</guid><description>&lt;p&gt;Sei doch kein Tropf, mein süsses Söhnchen!&#10;Steck ein das lumpige Milliönchen!&#10;Du kennst ja die Moral der Zeit:&#10;Der Himmel ist hoch und der Czar ist weit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruh und Schweigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruh-und-schweigen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:44:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruh-und-schweigen/</guid><description>&lt;p&gt;Hirten begruben die Sonne im kahlen Wald.&#10;Ein Fischer zog&#10;In härenem Netz den Mond aus frierendem Weiher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In blauem Kristall&#10;Wohnt der bleiche Mensch, die Wang′ an seine Sterne gelehnt;&#10;Oder er neigt das Haupt in purpurnem Schlaf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch immer rührt der schwarze Flug der Vogel&#10;Den Schauenden, das Heilige blauer Blumen,&#10;Denkt die nahe Stille Vergessenes, erloschene Engel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wieder nachtet die Stirne in mondenem Gestein;&#10;Ein strahlender Jüngling&#10;Erscheint die Schwester in Herbst und schwarzer Verwesung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rossini</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rossini/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:43:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rossini/</guid><description>&lt;p&gt;Wahrlich, es ist zuweilen, als hätte der Schöpfer vor Unmuth&#10;Ueber das Menschengeschlecht und seine Frechheit gesagt:&#10;Nun denn, weil so vernünftig ihr sein wollt, geb′ ich dem Hohlkopf&#10;Großes Talent, laß uns sehen, was er für Dinge draus macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rosette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rosette/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:42:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rosette/</guid><description>&lt;p&gt;An Rosettens Blicken hangend,&#10;Schmachtend, seufzend und verlangend&#10;Fleh ich mit vergebner Müh:&#10;Kannst du ewig meinen Klagen,&#10;Meinen Thränen dich versagen?&#10;Lohnst du meine Treue nie?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber immer unbeweglich&#10;Hört das kalte Mädchen täglich&#10;Meine Seufzer an und spricht:&#10;»Hoffnung nährt allein die Liebe.&#10;Glaub&amp;rsquo;, ich theilte deine Triebe,&#10;Wünscht&amp;rsquo; ich ihre Dauer nicht.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rosenmontag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rosenmontag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:42:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rosenmontag/</guid><description>&lt;p&gt;Am Rosenmontag liegen zwei,&#10;die kalten Hände noch verschlungen -&#10;das Leben strömte rauh vorbei,&#10;die beiden haben′s nicht bezwungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als überwunden grüssen sie&#10;den Sieger, dem das Glück begegnet -&#10;im Tod verbunden, segnen sie&#10;all jene, die das Leben segnet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rosen auf den Weg gestreut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rosen-auf-den-weg-gestreut/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:41:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rosen-auf-den-weg-gestreut/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr müsst sie lieb und nett behandeln,&#10;erschreckt sie nicht - sie sind so zart!&#10;Ihr müsst sie Palmen sie umwandeln,&#10;getreulich ihrer Eigenart!&#10;Pfeift eierm Hunde, wenn er sie ankläfft:&#10;küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn sie in ihren Sälen hetzen,&#10;sagt, &amp;ldquo;Ja und Amen - aber gern!&#10;Hier habt ihr mich - schlagt mich in Fetzen!&amp;rdquo;&#10;Und prügeln sie, so lobt den Herrn.&#10;Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!&#10;Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rosa Hortensie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rosa-hortensie/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:41:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rosa-hortensie/</guid><description>&lt;p&gt;Wer nahm das Rosa an?&#10;Wer wusste auch, dass es sich sammelte in diesen Dolden?&#10;Wie Dinge unter Gold, die sich entgolden,&#10;entröten sie sich sanft, wie im Gebrauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass sie für solches Rosa nichts verlangen.&#10;Bleibt es für sie und lächelt aus der Luft?&#10;Sind Engel da, es zärtlich zu empfangen,&#10;wenn es vergeht, großmütig wie ein Duft?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder vielleicht auch geben sie es preis,&#10;damit es nie erführe vom Verblühn.&#10;Doch unter diesem Rosa hat ein Grün&#10;gehorcht, das jetzt verwelkt und alles weiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rondel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rondel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:40:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rondel/</guid><description>&lt;p&gt;Verflossen ist das Gold der Tage,&#10;Des Abends braun und blaue Farben:&#10;Des Hirten sanfte Flöten starben&#10;Des Abends blau und braune Farben&#10;Verflossen ist das Gold der Tage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Römische Sarkophage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-sarkophage/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:39:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-sarkophage/</guid><description>&lt;p&gt;Was aber hindert uns zu glauben, daß&#10;(so wie wir hingestellt sind und verteilt)&#10;nicht eine kleine Zeit nur Drang und Haß&#10;und dies Verwirrende in uns verweilt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wie einst in dem verzierten Sarkophag&#10;bei Ringen, Götterbildern, Gläsern, Bändern,&#10;in langsam sich verzehrenden Gewändern&#10;ein langsam Aufgelöstes lag&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bis es die unbekannten Munde schluckten,&#10;die niemals reden. (Wo besteht und denkt&#10;ein Hirn, um ihrer einst sich zu bedienen?)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wurde von den alten Aquädukten&#10;Ewiges Wasser in sie eingelenkt;&#10;Das spiegelt jetzt und geht und glänzt in ihnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Römische Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-frauen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:39:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Alte Sitt′ ist heilig: die Frau gab dem Manne den Schlachthelm&#10;Einst auf das Haupt, und noch jetzt reicht sie den Kopfputz ihm dar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Römer und Deutscher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roemer-und-deutscher/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:38:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roemer-und-deutscher/</guid><description>&lt;p&gt;Was für ein Unterschied ist zwischen Römer und Deutscher?&#10;Jener schafft nicht und lebt, dieser, er lebt nicht und schafft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson tanzt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-tanzt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:38:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-tanzt/</guid><description>&lt;p&gt;Heut aber grüß ich dich, o Gott, im Brand&#10;Des frühen Morgens, da ich mich befreit&#10;Aufschwang im Tanz wie eine Welt, verwandt&#10;Dir Gleichgewicht; da, ein vermorschtes Kleid,&#10;Hinsanken Trauer, Lust. Nichts war, das blieb&#10;Aus dem gebundnen Sein; wie fiel Gewicht&#10;Von Arm und Fuß: ein leerer Raum, so trieb&#10;Ich hin im Raum, ins Leere, es durchbricht&#10;Mich Luft, mich Licht, mich ungeheurer Glanz,&#10;In den ich barst, Gott; bin ich, bin ich nicht?!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson schreitet den Zaun eines Geheges ab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-schreitet-den-zaun-eines-geheges-ab/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:37:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-schreitet-den-zaun-eines-geheges-ab/</guid><description>&lt;p&gt;Weiß einer sonst, wohin die Zeit ihm schwand?&#10;Fand er wie ich sie je versammelt wieder?&#10;Dies ist der Zaun um ein betreutes Land.&#10;Wie eine Schar von Vögeln ließ sich nieder&#10;Mein Leben hier: ein Tag auf jedem Pfahl,&#10;Und sie sind aufgereiht zu langen Jahren&amp;hellip;&#10;O seltsame Verwandlung! Aus der Qual&#10;Sinnloser Fron muß ich zuletzt erfahren&#10;Ein Glück. Verständlicher um wenig zwar&#10;Als jene Last. Jedoch ein Glück. Als zeugte&#10;Einst einem Fragenden der Zaun: Er war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson füttert sein Lamm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-fuettert-sein-lamm/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:36:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-fuettert-sein-lamm/</guid><description>&lt;p&gt;Hier sind nicht Städte mehr, die rufen: bau!&#10;Nicht Wein auch, der betörte: komm und schlürfe!&#10;Kein Trug der Sehnsucht um die fremde Frau&#10;Und keiner Tat, daß sie mein Tun bedürfe.&#10;Hier fand sich wieder weit versprengtes Sein&#10;Kristallen, inselhaft, ein klar Gefüge&#10;Aus mir und mir, ersehnt. Und doch zu rein,&#10;Daß es der Ungeweihte reinlich trüge:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er fing ein Lamm im Weidenkäfig ein&#10;Und pflegt es, zärtliche, geliebte Lüge.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson - Freitag findet seinen Vater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-freitag-findet-seinen-vater/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:36:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-freitag-findet-seinen-vater/</guid><description>&lt;p&gt;Doch war es frühe, daß dies Ich entglitt,&#10;Das Spiegelbild sich wandelte zum Du:&#10;Da war ein alter Mann, und Freitag litt&#10;Angst und ertrug Gefahr und fand nicht Ruh&#10;Um diesen Greis.&#10;Mir war er fremd. Ich ließ&#10;Ihm den Geliebten und brach auf zu jagen,&#10;Ein böser Geist; Ich tötete. Ich stieß&#10;Die Lämmer von der Mutter. Einmal lag&#10;Mir Freitag jäh im Wurf, rief: &amp;ldquo;Töte mich,&#10;O Herr, du zürnst!&amp;rdquo;&#10;Mich überfiel die Scham.&#10;Ich rief ihn an. Er blieb und weihte sich&#10;Dem Tod in Anmut. Als ich näher kam,&#10;Lächelte er nach meinem Kuß. Ich hob&#10;Ihn sühnend auf, zum reineren Geschick&#10;Des Bruders. Er nahms hin. Doch es verwob&#10;Seither sich Trauer seinem fremdern Blick.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson findet Spuren der Kannibalen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-findet-spuren-der-kannibalen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:35:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-findet-spuren-der-kannibalen/</guid><description>&lt;p&gt;O Insel: faß ich dich zum ersten Mal?!&#10;Eiland mit Fluß, mit Bergen, einem Tal&#10;Und Wasser ringsum, Wasser ringsumher.&#10;Mein Schritt versinkt, mein armer Schritt wird schwer,&#10;Mein Schritt bricht noch durch Grund in lauter Wasser ein.&#10;Wie pries ich Land: die Steppe, Wüstenein!&#10;Ich lief und liefe. Daß die Horizonte&#10;Sich türmten hinter mir. Ich lief durch Monde,&#10;Durch Jahre lief ich so&amp;hellip; Hier steh ich, Stein.&#10;Wem eine Insel wurde, da zu sein,&#10;Der wird nicht weit vor dem Entsetzen weichen,&#10;Es wird zuletzt ihn irgendwo erreichen&#10;Im schmalen Rund: Er muß benachbart stehn&#10;Jedweder Tat. Ihr nahes Antlitz sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson findet Freitag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-findet-freitag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:35:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-findet-freitag/</guid><description>&lt;p&gt;Er blieb, da er mich sah, erschrocken stehn,&#10;Ich stand, der ihn erblickte, Stein, verblieben&#10;In der Gebärde: himmlischem Vergehn.&#10;O Menschen-Wohlgestalt! O Glück, zu lieben&#10;Im Blick Verwandtes: Auge, Lippe, Knie,&#10;Ein Ohr wie meines, Füße, fünfgespalten,&#10;Und Hände, ganz vertraute Form, wie die&#10;Sich breitend jetzt, der Schritt, nun aufzuhalten&#10;Länger nicht mehr und dort erwidert, scheu&amp;hellip;&#10;Antwort jetzt meinem Ruf. O süß Getön&#10;Von Stimme! Schuf mir zum Gespielen neu&#10;Spiegelnd mich Einsamkeit?&#10;Bin ich so schön?!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson - Ein Leichnam ist ans Land gespült</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-ein-leichnam-ist-ans-land-gespuelt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:34:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-ein-leichnam-ist-ans-land-gespuelt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich grüßte ihn vertraut. Und seinen Namen&#10;&amp;ldquo;Tod&amp;rdquo; sprach ich brüderlich. Da hob er sich,&#10;Da fing er mich am tödlicheren Hamen,&#10;Da warf er Diesen hin, da bog er mich&#10;An das erstarrte Herz, den Schlag zu suchen,&#10;Schloß Mund auf Mund, ob er nicht Atem fand,&#10;Da hieß er mich mir rasender zu fluchen&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich grub ihn ein, der mir der Freund gewesen,&#10;Das liebste Du ward Feind: der Teure trug&#10;Sich Jenem an, von dem ich fast genesen;&#10;Er stand beim Tod.&#10;O, Stärke, die mich schlug!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson - Das Erdbeben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-das-erdbeben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:33:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-das-erdbeben/</guid><description>&lt;p&gt;Erkenne nun: du konntest ärmer sein&#10;Stets noch um vieles. Nicht das Moos zur Nacht,&#10;Der Quelle Trunk, ein Schatten, die allein&#10;Verlierbar noch; o hier ward mehr vollbracht&#10;An Aufzugebendem: daß, jäh beraubt&#10;Ums Ziel, Gedanken stehn, die sonst dich brachten&#10;Schnell ins Gerettete: bedrohte dich&#10;Gewässer, riefst du &amp;ldquo;Land&amp;rdquo;; und als entfachten&#10;Nach dir sich Flammen, o wie stürzte sich&#10;Ins Kühle deine Sehnsucht. Was geschah&#10;An schmerzlich Spürbarem, vertrieb&#10;Zum Gegensatz dich hoffend: Heil war nah.&#10;Wohin nun denkst du rettend? Was verblieb?&#10;Nicht Erde, die sich öffnet; Meer, das steigt,&#10;Tödliches Wasser; Himmel nicht, in Brand;&#10;Tal nicht, aufberstend; Berg nicht, der sich neigt:&#10;Kein Ausweg mehr ins Andre:&#10;O halt stand!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ritt zum Tajo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ritt-zum-tajo/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:33:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ritt-zum-tajo/</guid><description>&lt;p&gt;Kann Sennora mit uns reiten?&#10;Sprach der Treiber früh,&#10;Wo wir Abends überschreiten,&#10;Wohnt am Tajo sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf das Maulthier schwangen Beide&#10;Leicht die schönste Frau,&#10;Kahl und brandig war die Haide,&#10;Doch der Himmel blau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiter ging die lange Reise&#10;Fort den ganzen Tag,&#10;Schweigsam war ich, bis ich leise&#10;Abends zu ihr sprach:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;War′ im Lande ich geboren,&#10;Das der Tajo trankt,&#10;Hätt′ ich Euer Herz beschworen,&#10;Bis Ihr mir′s geschenkt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rippurr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rippurr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:32:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rippurr/</guid><description>&lt;p&gt;Liebes Kirchlein an der Straßen,&#10;Wer dich einsam hier erbaut,&#10;Hat in Sehnsucht ohne Maßen,&#10;Hat, wie ich, hinausgeschaut&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach den Bergen, nach dem düstern&#10;Schauerlichen Waldesgrün,&#10;Wo die hohen Bäume flüstern,&#10;Wo die tiefen Schatten ziehn:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In die Fernen, in die Weiten,&#10;In ein unbekanntes Land,&#10;Wo die Nebelgeister schreiten&#10;Auf der alten Berge Rand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommst so fröhlich hergezogen,&#10;Bächlein, lieber Felsensohn,&#10;Rinnet langsam fort, ihr Wogen,&#10;Rauschet wie mit leiserm Ton,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ring der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ring-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:32:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ring-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Verstohlen schielt man nach den kleinen Schönen&#10;Als junges Blut, dem fremd und wundergleich&#10;Der Aphrodite früherschloßnes Reich,&#10;Und schwärmt in erdentrückten Andachtstönen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann steigt die Sonne höher, hell und heiß,&#10;Und scheucht des Morgens zarte Nebelschleier -&#10;Und irdisch derb wird unsre Liebesfeier,&#10;Die nichts mehr ahnt, und alles will und weiß;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis wir vergeblich suchten unser Glück&#10;Im Nahen, das als fern sich doch enthüllte:&#10;Bis uns die Liebe, die sich nie erfüllte,&#10;Zur Wundersehnsucht wieder führt zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rhythmen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rhythmen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:31:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rhythmen/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′s nicht besser,&#10;Tausendmal besser,&#10;Statt langsam hinzusiechen,&#10;Abzusterben Glied für Glied -&#10;Dieses verschleuderte,&#10;Sündenbesudelte,&#10;Elende Dasein&#10;Schnell zu enden?&#10;Ich bin nichts und weiß nichts und kann nichts!&#10;Mein Leben war Wollust&#10;Oder hie und da&#10;Halbersticktes Geflacker&#10;Kaum empfundner,&#10;Schnell verrauchter Liebe.&#10;Wem zu Gefallen&#10;Weiterschleppen&#10;Mein verkommenes,&#10;Verfehltes Dasein?&#10;Ja, wenn mein Herz und mein Hirn&#10;Zu schweigen lernten,&#10;Oder vergessen könnten,&#10;Wenn das ungestüme Wollen&#10;Meiner Seele&#10;Zu nichts verflöge,&#10;Wenn ich vermöchte&#10;Still, genügsam, bescheiden zu werden,&#10;Ja, dann vielleicht! -&#10;Aber so -&#10;Mit Riesenwollen&#10;Und Zwergenkönnen,&#10;Mit lächelnden Lippen&#10;Und brechendem Herzen.&#10;Nein, o nein!&#10;Hinaus mit mir,&#10;Schnell, schnell dorthin,&#10;Wo die gefallenen Äser&#10;Still vergraben werden&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rhapsodie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rhapsodie/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:30:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rhapsodie/</guid><description>&lt;p&gt;Der Herrn Poeten gibt es viel;&#10;Zehn fehlen, einer trifft das Ziel.&#10;Mein liebes Deutschland hast du denn&#10;Drei Dichter auf einmal gesehn?&#10;Es trägt in funfzig Jahren kaum&#10;Ein Sprößchen unser Lorbeerbaum.&#10;Doch greift darnach ein jeder Tor&#10;Als käm′s auf allen Hecken vor.&#10;Man sagt, was mag die Ursach sein&#10;Von diesem wunderlichen Schrein?&#10;Der Bär ja doch nicht fliegen will,&#10;Das Pferd nicht will die Wand hinauf,&#10;Der Hund ja gerne stehet still&#10;Beim breiten Fluß in vollem Lauf.&#10;Allein das arme Menschentier&#10;Zankt sich mit der Natur herum,&#10;Und wenn sie ruft: &amp;ldquo;Nicht weiter hier!&amp;rdquo;&#10;So kehrt es darum doch nicht um.&#10;Wo sein Genie nicht will, just dort&#10;Will es, allein es kann nicht fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reue/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:30:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reue/</guid><description>&lt;p&gt;Daß mir der Vater gar so früh gestorben,&#10;Das war für mich der allerärgste Schlag;&#10;Das ist′s, was ich beweine Tag für Tag,&#10;Das ist der Grund, warum ich ganz verdorben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, ungestüm und liebelechzend rollen&#10;Die Flammenbäche meines wilden Bluts,&#10;Und jene Gabe dann des Wankelmuts&#10;Und jenes sieche, trotzig-scheue Wollen&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O hätte meinem ersten Wollustlallen&#10;Des Vaters gütig starke Hand gewehrt,&#10;So wäre meine Stirn nicht lustentehrt,&#10;Und nimmer wär ich gar so tief gefallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reue-5435/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:29:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reue-5435/</guid><description>&lt;p&gt;Könnten Thränen dich versöhnen,&#10;Möchte Reue dich vermögen:&#10;Daß sie zu mir niederzögen&#10;Alles Glück, die vor′gen Gaben,&#10;Nimmer wollt′ ich sie verhöhnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber nie wird Kühlung laben&#10;Den, der seine Bäume fällt;&#10;Ihm erstirbt das grüne Zelt:&#10;Wer sein Haus sich selbst verwüstet,&#10;Nie kann der sich wohl gehaben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Resignation</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/resignation-5205/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:29:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/resignation-5205/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, so geht es in der Welt,&#10;Alles fühlt man sich entgleiten,&#10;Jahre, Haare, Liebe, Geld&#10;Und die großen Trunkenheiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, bald ist man Doktor Juris&#10;Und Assessor und verehlicht,&#10;Und was eine rechte Hur is,&#10;Das verlernt man so allmählicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nüchtern wurde man und schlecht.&#10;Herz, du stumpfer, dumpfer Hammer!&#10;Ist man jetzt einmal bezecht,&#10;Hat man gleich den Katzenjammer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rendezvous</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rendezvous/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:28:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rendezvous/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin verdammt zu warten&#10;in einem Bürgergarten&#10;auf das geliebte Weib.&#10;Nun sitz ich hier als Beute&#10;gewissenloser Leute&#10;mit breitem Unterleib.&#10;Sie sind so froh beim Biere,&#10;bald zwei, bald drei, bald viere -&#10;und reden vom Geschäft.&#10;Die Gattin spricht vom Hause,&#10;die Töchter trinken Brause,&#10;und Flock, das Hündchen, kläfft.&#10;Die Kellnerinnen schwirren.&#10;Die Tischgeschirre klirren.&#10;Der Himmel scheint so blau.&#10;Wie süß ist&amp;rsquo;s doch, zu warten&#10;in einem Bürgergarten&#10;auf die geliebte Frau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reiters Morgengesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reiters-morgengesang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:27:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reiters-morgengesang/</guid><description>&lt;p&gt;Morgenrot,&#10;Leuchtest mir zum frühen Tod?&#10;Bald wird die Trompete blasen,&#10;Dann muss ich mein Leben lassen,&#10;Ich und mancher Kamerad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum gedacht,&#10;War der Lust ein End gemacht!&#10;Gestern noch auf stolzen Rossen,&#10;Heute durch die Brust geschossen,&#10;Morgen in das kühle Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wie bald&#10;Schwindet Schönheit und Gestalt!&#10;Tust du stolz mit deinen Wangen,&#10;Die wie Milch und Purpur prangen?&#10;Ach, die Rosen welken all!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darum still&#10;Füg ich mich, wie Gott es will.&#10;Nun, so will ich wacker streiten,&#10;Und sollt ich den Tod erleiden,&#10;Stirbt ein braver Reitersmann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reiterlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reiterlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:27:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reiterlied/</guid><description>&lt;p&gt;Die bange Nacht ist nun herum,&#10;Wir reiten still, wir reiten stumm&#10;Und reiten ins Verderben.&#10;Wie weht so scharf der Morgenwind!&#10;Frau Wirtin, noch ein Glas geschwind&#10;Vorm Sterben, vorm Sterben.&#10;Du junges Gras, was stehst so grün?&#10;Musst bald wie lauter Röslein blühn,&#10;Mein Blut ja soll dich färben.&#10;Den ersten Schluck, ans Schwert die Hand,&#10;Den trink ich, für das Vaterland&#10;Zu sterben, zu sterben.&#10;Und schnell den zweiten hinterdrein,&#10;Und der soll für die Freiheit sein,&#10;Der zweite Schluck vom Herben!&#10;Dies Restchen - nun, wem bring ich&amp;rsquo;s gleich?&#10;Dies Restchen dir, o Römisch Reich,&#10;Zum Sterben, zum Sterben!&#10;Dem Liebchen - doch das Glas ist leer,&#10;Die Kugel saust, es blitzt der Speer;&#10;Bringt meinem Kind die Scherben!&#10;Auf! in den Feind wie Wetterschlag!&#10;O Reiterlust, am frühen Tag&#10;Zu sterben, zu sterben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reinheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reinheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:26:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reinheit/</guid><description>&lt;p&gt;Schelte man doch nicht den Dichter,&#10;Wenn auch er zuweilen sinkt,&#10;Und wie anderes Gelichter&#10;Aus des Lebens Pfütze trinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reiner nur in Gegensätzen,&#10;Heller tönt empor sein Lied;&#10;Nimmer weiß das Licht zu schätzen,&#10;Wer das Dunkel stets vermied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ihn auch sein Wipfel kröne,&#10;Wurzelt doch in Nacht der Stamm-&#10;Und der Lilie keusche Schöne&#10;Blühet aus des Teiches Schlamm!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regenstimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regenstimmung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:26:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regenstimmung/</guid><description>&lt;p&gt;Papa sitzt in der kurzen Hos&#10;Mit blau gefrornem Knie.&#10;Gott, ist denn hier auch gar nischt los?&#10;Nicht eine Skatpartie?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mama hat zehn Pfund Schwabbelherz&#10;Im Mieder eingeschnürt,&#10;Wodurch sie einen leisen Schmerz&#10;Bis an den Nabel spürt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was soll sie tun? Nu Gott, sie nimmt&#10;Was Süßes zu sich ein,&#10;Und was ihr auch nicht gut bekimmt,&#10;Sie fühlt sich so allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tochter sitzt auf der Altan′&#10;In Alpenmädchentracht,&#10;Wodurch ihr gleich ein junger Mann&#10;Die Courbeschneidung macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:25:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regen/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Regen rinnt schon tausend Jahr,&#10;Die Häuser sind voll Wasserspinnen,&#10;Seekrebse nisten mir im Haar&#10;Und Austern auf des Domes Zinnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Pfaff hier wurde eine Qualle,&#10;Seepferdchen meine Nachbarin.&#10;Der blonde Seestern streckt mir alle&#10;Fünfhundert Fühler zärtlich hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist so dunkel, kalt und feucht.&#10;Das Wasser hat uns schon begraben.&#10;Gib deinen warmen Mund - mich deucht,&#10;Nichts bleibt uns als uns lieb zu haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regel für Kranke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regel-fuer-kranke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:25:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regel-fuer-kranke/</guid><description>&lt;p&gt;Hast du mit dem Apotheker Streit,&#10;Es dem Arzt zu klagen vermeid;&#10;Hast du über den Arzt zu klagen,&#10;Sollst du′s nicht dem Apotheker sagen;&#10;Denn sind sie auch Feinde immerdar,&#10;So werden sie Freund am neuen Jahr,&#10;Verkünden: der hat dies gesagt,&#10;Und mir hat er von dir geklagt.&#10;Wirst du nun krank in den ersten Wochen,&#10;Die Arznei sie zusammen kochen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Recipe: Was er uns getan,&#10;Rühren wir ihm jetzt doppelt an;&#10;Zwanzig Drachmen von seinen Klagen&#10;Mit asa foetida für den Magen.&#10;Misceatur, detur, nebst unsrem Groll,&#10;Alle Stunden zwei Löffel voll.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rechtfertigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rechtfertigung-6594/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:24:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rechtfertigung-6594/</guid><description>&lt;p&gt;Man hat die Poesie verklagt,&#10;Man zürnt mit uns Poeten,&#10;Daß wir mit stolzem Mut gewagt,&#10;Vor unser Volk zu treten:&#10;Daß wir gewagt, mit lautem Ton&#10;Die Schlummernden zu wecken,&#10;Daß wir gewagt, auf ihrem Thron&#10;Selbst Könige zu schrecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schaut um euch, sagt man: alles still!&#10;Die Lämmer gehn und grasen,&#10;Die ganze Welt ist ein Idyll,&#10;Was nützt es, Lärm zu blasen?&#10;Ihr ruft zur Schlacht tagaus, tagein,&#10;Wer soll die Schlachten schlagen?&#10;So laßt doch das Trompeten sein,&#10;Es will ja doch nichts sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rastlose Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rastlose-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:23:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rastlose-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Schnee, dem Regen,&#10;Dem Wind entgegen,&#10;Im Dampf der Klüfte,&#10;Durch Nebeldüfte,&#10;Immer zu! Immer!&#10;Ohne Rast und Ruh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieber durch Leiden&#10;Möcht′ ich mich schlagen,&#10;Als so viel Freuden&#10;Des Lebens ertragen&#10;Alle das Neigen&#10;Von Herzens zu Herzen,&#10;Ach wie so eigen&#10;Schaffet das Schmerzen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie soll ich fliehen?&#10;Wälderwärts ziehen?&#10;Alles vergebens!&#10;Krone des Lebens,&#10;Glück ohne Ruh,&#10;Liebe, bist du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raffael (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:23:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-2/</guid><description>&lt;p&gt;In die glänzenden Himmel in überschwänglicher Glorie&#10;Hebt sich der Heiland der Welt über den Tabor empor.&#10;Wie er im Lichte zumal der enthüllten Herrlichkeit Gottes,&#10;Nicht als den Menschen, wie er Menschen erschienen, sich zeigt,&#10;Also dünkt mich, hat auch in seiner vollendeten Hoheit&#10;Raffaels Genius sich unseren Augen verklärt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rätsel 2</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-2-7345/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:22:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-2-7345/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Wort, dreideutig dem Germanen;&#10;Einst war das erste furchtbar seinen Ahnen;&#10;Der schwere Zeiger der Geschichte rückt,&#10;Der Deutsche erbt das Szepter; ihr erblickt,&#10;Wie dem erwählten deutschen Sohne&#10;Im zweiten die gewicht′ge Krone&#10;Der Bischof auf die Stirne drückt.&#10;Es kreist im hochgewölbten Saale&#10;Das dritte bei dem Krönungsmahle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auflösung:[Römer]&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Räthsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raethsel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:22:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raethsel/</guid><description>&lt;p&gt;Verfertigt ist′s vor langer Zeit,&#10;Doch mehrentheils gemacht erst heut.&#10;Höchst schätzbar ist es seinem Herrn,&#10;Und dennoch hütet′s Niemand gern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Quecksilber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/quecksilber/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:21:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/quecksilber/</guid><description>&lt;p&gt;So zierlich wie Keine&#10;Kann Trudchen alleine&#10;Sich wenden und drehn, -&#10;Hübsch ist es zu sehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im schwingenden Seile&#10;Da hüpft sie mit Eile,&#10;Mit eins, zwei und drei,&#10;Springt niemals vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie tanzt so manierlich,&#10;Behende und zierlich,&#10;Und läuft so geschwind&#10;Einher wie der Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fast scheint sie zu fliegen,&#10;Kann Keiner sie kriegen!&#10;Fast hat man sie schon, -&#10;Husch! ist sie davon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja tanzen und springen,&#10;Das will ihr gelingen,&#10;Ach, wenn nur so schwer&#10;Das Sitzen nicht wär!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Punschlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/punschlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:20:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/punschlied/</guid><description>&lt;p&gt;Vier Elemente&#10;Innig gesellt&#10;Bilden das Leben,&#10;Bauen die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Preßt der Zitrone&#10;Saftigen Stern,&#10;Herb ist des Lebens&#10;Innerster Kern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt mit des Zuckers&#10;Linderndem Saft&#10;Zähmet die herbe&#10;Brennende Kraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gießet des Wassers&#10;Sprudelnden Schwall,&#10;Wasser umfänget&#10;Ruhig das All.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tropfen des Geistes&#10;Gießet hinein,&#10;Leben dem Leben&#10;Gibt er allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eh es verdüftet&#10;Schöpfet es schnell,&#10;Nur wenn er glühet,&#10;Labet der Quell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Psalm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/psalm/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:20:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/psalm/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Licht, das der Wind ausgelöscht hat.&#10;Es ist ein Heidekrug, den am Nachmittag ein Betrunkener verläßt.&#10;Es ist ein Weinberg, verbrannt und schwarz mit Löchern voll Spinnen.&#10;Es ist ein Raum, den sie mit Milch getüncht haben.&#10;Der Wahnsinnige ist gestorben. Es ist eine Insel der Südsee,&#10;Den Sonnengott zu empfangen. Man rührt die Trommeln.&#10;Die Männer führen kriegerische Tänze auf.&#10;Die Frauen wiegen die Hüften in Schlinggewächsen und Feuerblumen,&#10;Wenn das Meer singt. O unser verlorenes Paradies.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Problem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/problem/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:19:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/problem/</guid><description>&lt;p&gt;Warum ist alles so rätselhaft?&#10;Hier ist das Wollen, hier ist die Kraft;&#10;Das Wollen will, die Kraft ist bereit,&#10;Und daneben die schöne lange Zeit.&#10;So seht doch hin, wo die gute Welt&#10;Zusammenhält!&#10;Seht hin, wo sie auseinanderfällt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prioritäten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prioritaeten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:19:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prioritaeten/</guid><description>&lt;p&gt;Die wichtigste Stunde ist&#10;immer die Gegenwart,&#10;der wichtigste Mensch&#10;immer der,&#10;der mir gegenübersteht&#10;und das wichtigste Werk&#10;ist immer die Liebe&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pottkieker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pottkieker/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:18:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pottkieker/</guid><description>&lt;p&gt;Mutti, Mutti, was ist denn da drin?&#10;&amp;ldquo;Hoppel, poppel, Appelreis,&#10;Mach dich fort, Naseweis,&#10;Kann dich hier nicht brauchen,&#10;Der Ofen tut rauchen,&#10;Muß Späne suchen,&#10;Sonst brennt der Kuchen,&#10;Muß Gänse schlachten,&#10;In drei Tagen ist Weihnachten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mutti, Mutti, wo soll ich denn hin?&#10;&amp;ldquo;Ei, tanz mit dem Schimmel,&#10;Bohr Löcher in den Himmel,&#10;Lehr die Katz das Alphabet,&#10;Sieh nach, ob sich der Kirchturm dreht,&#10;Oder lauf ans End der Welt,&#10;Paß auf, daß keiner runterfällt,&#10;Marsch!!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Portrait Rudolf Blümner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/portrait-rudolf-bluemner/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:17:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/portrait-rudolf-bluemner/</guid><description>&lt;p&gt;Der Stimme schwendet Kopf verquer die Beine.&#10;Greizt Arme quälte schlingern Knall um Knall.&#10;Unstrahlend ezen Kriesche quäke Dreiz.&#10;Und Knall um Knall.&#10;Verquer den Knall zerasen Fetzen Strammcher quill.&#10;Und Knall um Knall.&#10;Und Knall um Knall.&#10;Kreuzt Arme beinen quillt den Stuhl.&#10;Der Stuhl ist eine Schraube, klammerwin den Stramm.&#10;Und Knall um Knall der Stimme köpft.&#10;Die Beine schrauben Arme würgend liss.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pompils Landgut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pompils-landgut/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:17:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pompils-landgut/</guid><description>&lt;p&gt;Auf diesem Gute läßt Pompil&#10;Nun seine sechste Frau begraben.&#10;Wem trug jemals ein Gut so viel?&#10;Wer möchte so ein Gut nicht haben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Politisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/politisch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:16:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/politisch/</guid><description>&lt;p&gt;Mit wem soll sich verbünden der Hase!&#10;Der Fuchs schleicht ihm nach im Grase,&#10;Von oben rauschen des Geiers Schwingen,&#10;Der Bauer im Kohlfeld legt ihm Schlingen,&#10;Und macht er sich endlich auf die Füße,&#10;Treffen ihn des Jägers Schüsse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Poeterey</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/poeterey/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:16:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/poeterey/</guid><description>&lt;p&gt;Es bringt Poeterey zwar nicht viel Brot ins Haus;&#10;Das drinnen aber ist, das wirfft sie auch nicht auß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Plappermündchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/plappermuendchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:15:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/plappermuendchen/</guid><description>&lt;p&gt;In Leipzig wohnt ein Bäckermeister,&#10;Hans=back=die=Semmeln=größer heißt er;&#10;Seine Mutter, die Frau Meisterin,&#10;Zieht den Teig wer weiß wie dünn,&#10;Rollt ihn mit der Mangel aus,&#10;Macht sieben bucklige Bretzeln draus,&#10;Drei für den Vater,&#10;Drei für die Mutter,&#10;Eine für unser Plappermündchen;&#10;Dann schweigt′s vielleicht ein Viertelstündchen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Piedro</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/piedro/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:14:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/piedro/</guid><description>&lt;p&gt;Dunkel ruhet auf den Wassern,&#10;Tiefe Stille weit umher,&#10;Piedro&amp;rsquo;s Schiff nur theilt die Wellen,&#10;Seine Ruder schlägt das Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber Piedro steht am Maste&#10;Und sein Aug&amp;rsquo; in trüber Glut,&#10;Sucht den Räuber der Geliebten,&#10;Sucht sie durch des Meeres Fluth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich naht er ihrem Segel,&#10;Endlich geht die lange Nacht,&#10;Und mit ungedult&amp;rsquo;ger Eile&#10;Ordnet er der Schiffe Schlacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viele fallen, Viele siegen,&#10;Einer kämpft mit Löwenmuth,&#10;Naht sich Piedron durch die Menge&#10;Kühnlich mit bescheidnem Muth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pidder Lüng</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pidder-lueng/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:14:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pidder-lueng/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Frii es de Feskfang,&#10;frii es de Jaght,&#10;frii es de Strönthgang,&#10;frii es de Naght,&#10;frii es de See, de wilde See&#10;en de Hörnemmer Rhee.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Amtmann von Tondern, Henning Pogwisch,&#10;schlägt mit der Faust auf den Eichentisch:&#10;&amp;ldquo;Heut fahr&amp;rsquo; ich selbst hinüber nach Sylt&#10;und hol&amp;rsquo; mir mit eigner Hand Zins und Gült.&#10;Und kann ich die Abgaben der Fischer nicht fassen,&#10;sollen sie Nasen und Ohren lassen,&#10;und ich höhn&amp;rsquo; ihrem Wort:&#10;&amp;ldquo;Lewwer duad üs Slaav.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phöbus im Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phoebus-im-wein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:13:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phoebus-im-wein/</guid><description>&lt;p&gt;Der Gott des Lichts, der seinen Lauf&#10;Im Schooß der Fluten täglich endet,&#10;Steht immer, wenn die Nacht sich wendet,&#10;Aus feuchtem Bette wieder auf.&#10;Ging er im Weine nur wie jezt im Waßer unter,&#10;Er würde traun! so früh nicht munter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pendellied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pendellied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:13:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pendellied/</guid><description>&lt;p&gt;Der zweyte Gesang der Dichterschule&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stunden fliehen,&#10;Ziehen Tage,&#10;Jagen Jahre;&#10;Bahre, Trauer,&#10;Trauerjahre&#10;Fahren über;&#10;Trüber schwebet;&#10;Bebet winkend,&#10;Sinket Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der erste Gesang der Dichterschule&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebegluthen&#10;Fluthen immer,&#10;Immer strebe,&#10;Bebe nimmer;&#10;Immer wendet,&#10;Endet Wähnen&#10;Thränen Schmerzen,&#10;Herzenssehnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Passion</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/passion/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:12:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/passion/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Orpheus silbern die Laute rührt,&#10;Beklagend ein Totes im Abendgarten,&#10;Wer bist du Ruhendes unter hohen Bäumen?&#10;Es rauscht die Klage das herbstliche Rohr,&#10;Der blaue Teich,&#10;Hinsterbend unter grünenden Bäumen&#10;Und folgend dem Schatten der Schwester;&#10;Dunkle Liebe&#10;Eines wilden Geschlechts,&#10;Dem auf goldenen Rädern der Tag davonrauscht.&#10;Stille Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter finsteren Tannen&#10;Mischten zwei Wölfe ihr Blut&#10;In steinerner Umarmung; ein Goldnes&#10;Verlor sich die Wolke über dem Steg,&#10;Geduld und Schweigen der Kindheit.&#10;Wieder begegnet der zarte Leichnam&#10;Am Tritonsteich&#10;Schlummernd in seinem hyazinthenen Haar.&#10;Daß endlich zerbräche das kühle Haupt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Parole</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/parole/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:11:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/parole/</guid><description>&lt;p&gt;Sie stand wohl am Fensterbogen&#10;Und flocht sich traurig das Haar,&#10;Der Jäger war fortgezogen,&#10;Der Jäger ihr Liebster war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als der Frühling gekommen,&#10;Die Welt war von Blüten verschneit,&#10;Da hat sie ein Herz sich genommen&#10;Und ging in die grüne Heid′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie legt das Ohr an den Rasen,&#10;Hört ferner Hufe Klang -&#10;Das sind die Rehe, die grasen&#10;Am schattigen Bergeshang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und abends die Wälder rauschen,&#10;Von fern nur fällt noch ein Schuß,&#10;Da steht sie stille zu lauschen:&#10;»Das war meines Liebsten Gruß!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Para pacem si vis bellum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/para-pacem-si-vis-bellum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:11:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/para-pacem-si-vis-bellum/</guid><description>&lt;p&gt;′s ist nur umgedrehte Wortung!&#10;Sattle ab dein Streiterroß,&#10;Bring nur alles hübsch in Ordnung,&#10;Geht gewiß der Teufel los.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pantheon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pantheon/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:10:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pantheon/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei mir gegrüßt, ehrwürdiges Haus des alten Olympus,&#10;Götter und Menschen, umsonst such′ ich sie wieder, du bliebst!&#10;Aber warum? Man hat dich mit Eselsohren geheiligt,&#10;Und nach dem Sprichwort hast selbst du mit den Wölfen geheult.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch erschrecklich Gesicht, es hat der Tiber die Wasser&#10;Ueber die Ufer geschwellt, weit in die Stadt sie geführt.&#10;Und der zürnende Strom ist bis zum Corso gedrungen,&#10;An der Rotunda hinauf spielet die wachsende Fluth.&#10;Einst, so liest man in heiliger Schrift, hat die strafende Sündfluth&#10;Auch die große Natur rein von Bewohnern gefegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Panard und Galet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/panard-und-galet/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:10:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/panard-und-galet/</guid><description>&lt;p&gt;1&#10;Sie kamen von der Tränke,&#10;Sie wankten aus der Schenke&#10;Mit einer Zecherschar,&#10;Als es Karfreitag morgen&#10;Und grabesstille war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von heissen Stirnen nicken&#10;Und stäuben die Perücken&#10;Wie Wolke birgt den Blitz;&#10;Die spitze Kling′ am Degen&#10;Zuckt wie geschliffner Witz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie taumelten und sangen,&#10;Vom Mund wie Stöpsel sprangen&#10;Die Verse, Schlag auf Schlag;&#10;Da schrie Panard: »O fühlet&#10;Den furchtbar grossen Tag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Universum trauert,&#10;Die dunkle Sonne schauert,&#10;Die Erde wankt und bebt,&#10;Dass unter unsern Füssen&#10;Der hohle Boden schwebt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Paar urnische Männlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/paar-urnische-maennlein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:09:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/paar-urnische-maennlein/</guid><description>&lt;p&gt;Paar urnische Männlein,&#10;paar lesbische Weiber,&#10;paar Reimer, paar Zoten, paar Schnüffler, paar Schreiber,&#10;Kaffee, Zigaretten, Gefasel, Gegrein -&#10;in summa: ein Literaturverein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ostern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern-4858/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:08:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern-4858/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Münster Trauerglocken klingen,&#10;Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.&#10;Zur Ruh sie dort dem Toten singen,&#10;Die Lerchen jubeln: Wache auf!&#10;Mit Erde sie ihn still bedecken,&#10;Das Grün aus allen Gräbern bricht,&#10;Die Ströme hell durchs Land sich strecken,&#10;Der Wald ernst wie in Träumen spricht,&#10;Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,&#10;Soweit ins Land man schauen mag,&#10;Es ist ein tiefes Frühlingsschauern&#10;Als wie ein Auferstehungstag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Osterhäslein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/osterhaeslein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:08:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/osterhaeslein/</guid><description>&lt;p&gt;Drunten an der Gartenmauern&#10;hab′ ich sehn das Häslein lauern.&#10;Eins, zwei, drei -&#10;legt′s ein Ei,&#10;lang wird′s nimmer dauern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kinder, laßt uns niederducken!&#10;Seht ihr′s ängstlich um sich gucken?&#10;Ei, da hüpft′s,&#10;hei, da schlüpft′s&#10;durch die Mauerlucken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nun sucht in allen Ecken,&#10;wo die schönen Eier stecken,&#10;rot und blau,&#10;grün und grau&#10;und mit Marmelflecken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oligarchengift</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oligarchengift/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:07:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oligarchengift/</guid><description>&lt;p&gt;Schwer ist Tyrannenfaust; doch, weil sie rasend trifft,&#10;Und plötzlich unsre Qualen endet,&#10;Nicht halb so schwer, als Oligarchengift,&#10;Das langsam uns zu todten Schatten sendet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oft in der stillen Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-in-der-stillen-nacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:07:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-in-der-stillen-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Oft in der stillen Nacht,&#10;wenn zag der Atem geht&#10;und sichelblank der Mond&#10;am schwarzen Himmel steht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wenn alles ruhig ist&#10;und kein Begehren schreit,&#10;führt meine Seele mich&#10;in Kindeslande weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann seh′ ich, wie ich schritt&#10;unfest mit Füßen klein,&#10;und seh′ mein Kindesaug′&#10;und seh′ die Hände mein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und höre meinen Mund,&#10;wie lauter klar er sprach&#10;und senke meinen Kopf&#10;und denk′ mein Leben nach:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oft große Flam</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-grosse-flam/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:06:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-grosse-flam/</guid><description>&lt;p&gt;Oft große Flam&#10;von Fünklin kam.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Officiosus Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/officiosus-amor/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:05:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/officiosus-amor/</guid><description>&lt;p&gt;Nimfe, gieb mir selbst den Mund,&#10;So wird mir dein Hertze kundt,&#10;Reich mir deiner Armen Band,&#10;Der gewünschten Liebe Pfand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, so lange du noch nicht&#10;Mir gehorchen wirst, mein Liecht,&#10;Wird dein Lieben nur ein Schein&#10;Vnd vor nichts zu achten seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trewe Lieb&amp;rsquo; ist jederzeit&#10;Zu gehorsamen bereit,&#10;Hat Ihr Thun gerichtet hinn&#10;Auff des Liebsten Hertz vnd Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glut bricht von sich selbst hervor&#10;Vnd stösst jhre Flamm empor,&#10;Wo sich Rauch vnd Dampff nur findt,&#10;Muß vergehn durch Lufft vnd Wind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Offenes Geständniß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/offenes-gestaendniss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:05:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/offenes-gestaendniss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab&amp;rsquo; ein feines Liebchen,&#10;Ein junges, heißes Blut;&#10;Ich lieb&amp;rsquo; es nicht zum rasen,&#10;Doch bin ich dem Mädchen gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ist nicht schlimmer als Andre,&#10;Und meint es ehrlich mit mir;&#10;Und doch, ich sag&amp;rsquo; es offen,&#10;Doch wünsch&amp;rsquo; ich mich von ihr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oberammergau in Amerika</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oberammergau-in-amerika/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:04:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oberammergau-in-amerika/</guid><description>&lt;p&gt;Was unsern Christus Lang betrifft,&#10;So hatte er sich eingeschifft,&#10;Um in atlantischen Bezirken&#10;Fürs heilige Christentum zu wirken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Boston war er hinterm Zaun&#10;Wie′n Gnu für′n Dollar anzuschaun,&#10;Mit ihm im feschen Dirndlkleid&#10;Maria Magdala. All right.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wußten Mister, Miss und Missis&#10;Bisher von Christus nichts Gewisses,&#10;Bis salbungsvoll und blondbehaart&#10;Er sich leibhaftig offenbart.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er kommt aus Bayerns Urwaldwildnis,&#10;Verkauft für zwanzig Cents sein Bildnis&#10;Mit Palme, Kreuz und Ölbaumreis.&#10;(In Holz geschnitzt ein höherer Preis.)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ob Ludewig grösser sey als Alexander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ob-ludewig-groesser-sey-als-alexander/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:04:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ob-ludewig-groesser-sey-als-alexander/</guid><description>&lt;p&gt;Man spricht/ daß du so groß als Alexander bist/&#10;Und manche meynen gar daß dieser kleiner ist.&#10;Nun ist es zwar gewiß. Ihr habet gleiche gaben/&#10;Die ehrsucht trifft bey dir wie bey den Griechen ein;&#10;Doch Alexander muß nothwendig grösser seyn:&#10;Denn jener hatte schon/ was du noch erst wilst haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun ist das Licht im Steigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-ist-das-licht-im-steigen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:03:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-ist-das-licht-im-steigen/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist das Licht im Steigen,&#10;Es geht ins neue Jahr.&#10;Laß deinen Muth nicht neigen,&#10;Es bleibt nicht, wie es war.&#10;So schwer zu sein, ist eigen&#10;Im Anfang immerdar,&#10;Am Ende wird sich′s zeigen,&#10;Wozu das Ganze war.&#10;Nicht zage gleich dem Feigen&#10;Und klag′ in der Gefahr!&#10;Schwing auf zum Sonnenreigen&#10;Dich schweigend wie der Aar!&#10;Und wenn du kannst nicht schweigen,&#10;So klage schön und klar!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun ist auch erloschen der letzte Schein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-ist-auch-erloschen-der-letzte-schein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:02:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-ist-auch-erloschen-der-letzte-schein/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist auch erloschen der letzte Schein&#10;Im Kämmerlein des Poeten,&#10;Und lokkerer Vögel Nachtverein&#10;Kommt stolpernd heimgetreten.&#10;Es träufelt leiser Schnee vom Dach,&#10;Die Fahne kreischt am Thurme,&#10;Die Laternen schwanken und glimmen schwach&#10;Und schaukeln sich lustig im Sturme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Häuser stehen schwarz und still,&#10;Die Kirchen leer und die Schenken,&#10;Nun mag eine Seele wie sie will&#10;Gehen und träumen und denken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blinzt kein Auge scheel und schief,&#10;Kein Lästermaul reißt sich offen,&#10;Nun mag ein Herz, das am Tage schlief,&#10;Lieben und bangen und hoffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun danket all</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-danket-all/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:02:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-danket-all/</guid><description>&lt;p&gt;Nun danket all und bringet Ehr,&#10;ihr Menschen in der Welt,&#10;dem, dessen Lob der Engel Heer&#10;im Himmel stehts vermeld’t&#10;Ermuntert euch und singt mit Schall,&#10;Gott, unserm höchsten Gut,&#10;der seine Wunder überall&#10;und große Dinge tut;&#10;Der uns von Mutterleibe an&#10;frisch und gesund erhält&#10;und, wo kein Mensch nicht helfen kann,&#10;sich selbst zum Helfer stellt;&#10;Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt,&#10;doch bleibet guten Muts,&#10;die Straf erläßt, die Schuld vergibt&#10;und tut uns alles Guts.&#10;Er gebe uns ein fröhlich Herz,&#10;erfrische Geist und Sinn&#10;und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz&#10;ins Meeres Tiefe hin.&#10;Er lasse seinen Frieden ruhn&#10;auf unserm Volk und Land;&#10;er gebe Glück zu unserm Tun&#10;und Heil zu allem Stand.&#10;Er lasse seine Lieb und Güt&#10;um, bei und mit uns gehn,&#10;was aber ängstet und bemüht,&#10;gar ferne von uns stehn.&#10;Solange dieses Leben währt,&#10;sei er stets unser Heil,&#10;und wenn wir scheiden von der Erd,&#10;verbleib er unser Teil.&#10;Er drücke, wenn das Herze bricht,&#10;uns unsre Augen zu&#10;und zeig uns drauf sein Angesicht&#10;dort in der ewgen Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noth/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:01:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noth/</guid><description>&lt;p&gt;All euer girrendes Herzeleid&#10;Tut lang nicht so weh,&#10;Wie Winterkälte im dünnen Kleid,&#10;Die bloßen Füße im Schnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All eure romantische Seelennot&#10;Schafft nicht so herbe Pein,&#10;Wie ohne Dach und ohne Brot&#10;Sich betten auf einen Stein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Notgedrungener Prolog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/notgedrungener-prolog/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:01:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/notgedrungener-prolog/</guid><description>&lt;p&gt;Der Pickelhering tritt auf&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier mach ich euch mein Kompliment!&#10;Der Pickelhering bin ich genennt.&#10;War einst bei deutscher Nation&#10;Eine wohlansehnliche Person;&#10;Hatt mich in Schlössern und auf Gassen&#10;Nicht Schimpf noch Sprung verdrießen lassen&#10;Und mit manch ungefügem Stoß&#10;Mein′ sauren Ruhm gezogen groß.&#10;Doch, Undank ist der Welt ihr Lohn!&#10;Seit war ich lang vergessen schon;&#10;Verschlief nun in der Rumpelkammer&#10;All Lebensnot und Erdenjammer;&#10;Da haben sie mich über Nacht&#10;Plötzlich wieder ans Licht gebracht.&#10;Wollen ein alt brav Stück tragieren,&#10;Drin meine Kunnst noch tut florieren,&#10;Ein Stück, darinnen sich von zwei&#10;Nationen zeiget die Poesei!&#10;Ein Engländer Shakespeare hat es ersonnen&#10;- Hab sonst just nichts von ihm vernommen -,&#10;Dann aber hat es Herr Gryphius,&#10;Der gelahrte Poete und Syndikus,&#10;In rechten Schick und Schlag gebracht&#10;Und den deutschen Witz hineingemacht.&#10;Da hört ihr, wie ein ernster Mann&#10;Auch einmal feste spaßen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Not</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/not/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:00:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/not/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ada Christen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Not&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All euer girrendes Herzeleid&#10;Tut lang nicht so weh,&#10;Wie Winterkälte im dünnen Kleid,&#10;Die bloßen Füße im Schnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All eure romantische Seelennot&#10;Schafft nicht so herbe Pein,&#10;Wie ohne Dach und ohne Brot&#10;Sich betten auf einen Stein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noch ein Mal!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-ein-mal/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 19:00:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-ein-mal/</guid><description>&lt;p&gt;Laß dich noch ein Mal&#10;im tollsten Rausche&#10;Verzückt umfangen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß dir noch ein Mal&#10;So selig küssen&#10;Auf Hals und Wangen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß mich noch ein Mal,&#10;Ach nur noch ein Mal&#10;Zu dir gelangen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hurrah!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Niobe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/niobe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:59:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/niobe/</guid><description>&lt;p&gt;O so lang′ eine Mutter noch heilig ist, und nur Eine&#10;Mutterbrust noch fürs Kind ihrer Umarmungen glüht;&#10;Eine Seele noch leidet, und Eine den Schmerz noch der Liebe&#10;Den unsäglichen fühlt, Eine für andre noch seufzt,&#10;Eine mit menschlicher Kraft noch gefüllt ist, Eine mit Treue,&#10;Eine das klopfende Herz liebend dem Tode noch weiht,&#10;Bleibst du das heiligste rührendste Bild; denn es schuf dich die Liebe,&#10;Sanft wie ein Muttergemüth, stark wie Olympische sind.&#10;Reiche dem Tod nur den Busen, empfange den Pfeil nur und drücke&#10;Sterbend dein furchtsames Kind schirmend und zärtlich an dich.&#10;Dein erbarmen die Götter sich schon, ja die himmlische Schönheit&#10;Zaubert ihr süßestes Licht schon auf die Stirne dir hin.&#10;Kaum noch gewahr′ ich den menschlichen Schmerz, dein erhabenes Antlitz&#10;Ist mir verklärt, und du sinkst eben dem Himmel in Arm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Niklas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/niklas/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:58:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/niklas/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Esel sicherlich&#10;Muß klüger sein, als ich.&#10;Ja, klüger muß er sein!&#10;Er fand sich selbst in Stall hinein,&#10;Und kam doch von der Tränke.&#10;Man denke!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Niederländische Schule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/niederlaendische-schule/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:58:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/niederlaendische-schule/</guid><description>&lt;p&gt;Siehst du den Meister? Er spuckt! Nun hat er, was ihn begeistert,&#10;Wenn er den Auswurf kopiert, tut er der Schule genug.&#10;Greift dann gar der Beschauer mit einem Pfui! zum Schnupftuch,&#10;Weil er für wirklichen Schmutz diesen artistischen hält:&#10;O, dann feiert die Richtung den höchsten ihrer Triumphe,&#10;Und der Künstler verlangt, daß man, wie Zeuxis, ihn ehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nie erzielet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-erzielet/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:57:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-erzielet/</guid><description>&lt;p&gt;Nie erzielet,&#10;Nie verspielet!&#10;Aufgeräumtes,&#10;Schwer durchträumtes&#10;Laufgezäumtes&#10;Blutgeschäumtes&#10;Mutgebäumtes&#10;Glutgesäumtes&#10;SitzzuPferdchen&#10;Blitzgebärdchen&#10;Spitzgelehrtchen&#10;Witzbeschwertchen&#10;Treu Gefährtchen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichtstun</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nichtstun/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nichtstun/</guid><description>&lt;p&gt;Nichtstun ist besser,&#10;als mit viel Mühe&#10;nichts schaffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nicht Glückes bar sind deine Lenze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-glueckes-bar-sind-deine-lenze/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:56:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-glueckes-bar-sind-deine-lenze/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht Glückes bar sind deine Lenze,&#10;Du forderst nur des Glücks zu viel;&#10;Gib deinem Wunsche Maß und Grenze,&#10;Und dir entgegen kommt das Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie dumpfes Unkraut laß vermodern,&#10;Was in dir noch des Glaubens ist:&#10;Du hättest doppelt einzufodern&#10;Des Lebens Glück, weil du es bist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Glück, kein Reiter wird′s erjagen,&#10;Es ist nicht dort, es ist nicht hier;&#10;Lern′ überwinden, lern′ entsagen,&#10;Und ungeahnt erblüht es dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nicht für Einen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-fuer-einen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:55:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-fuer-einen/</guid><description>&lt;p&gt;Jung und hold und sanft und fröhlich&#10;Tanzte, spielte sie und selig&#10;Pries sich jeder, der sie sah,&#10;Jeder stand voll Liebe da.&#10;Aber keine Hoffnung scheinen&#10;Sah ich mir und irrt&amp;rsquo; in Nacht,&#10;Immer seufzend: ist für Einen&#10;Solcher Liebesreiz gemacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich fing ich an zu wagen&#10;Und sie hörte meine Klagen,&#10;Lächelte, ward roth und schien&#10;Gleichen Triebs für mich zu glühn.&#10;Welche Wonne! Wonne, feinen&#10;Edlen Seelen nur gedacht! -&#10;Wär&amp;rsquo;, o wäre doch für Einen&#10;Solcher Liebesreiz gemacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:55:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr/</guid><description>&lt;p&gt;Altes Jahr, du ruhst in Frieden,&#10;Deine Augen sind geschlossen;&#10;Bist von uns so still geschieden&#10;Hin zu himmlischen Genossen,&#10;Und die neuen Jahre kommen,&#10;Werden auch wie du vergehen,&#10;Bis wir alle aufgenommen&#10;Uns im letzten wiedersehen.&#10;Wenn dies letzte angefangen,&#10;Deutet sich dies Neujahrgrüßen,&#10;Denn erkannt ist dies Verlangen,&#10;Nach dem Wiedersehn und Küssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahr bei Pastors</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr-bei-pastors/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:54:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr-bei-pastors/</guid><description>&lt;p&gt;Mama schöpft aus dem Punschgefäße,&#10;Der Vater lüftet das Gesäße&#10;Und spricht: »Jetzt sind es vier Minuten&#10;Nur mehr bis zwölfe, meine Guten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß, daß ihr mit mir empfindet,&#10;Wie dieses alte Jahr entschwindet,&#10;Und daß ihr Gott in seinen Werken&#10;– Mama, den Punsch noch was verstärken! –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und daß ihr Gott von Herzen danket,&#10;Auch in der Liebe nimmer wanket,&#10;Weil alles, was uns widerfahren&#10;– Mama, nicht mit dem Arrak sparen! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neueste Behauptung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neueste-behauptung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:54:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neueste-behauptung/</guid><description>&lt;p&gt;Völlig charakterlos ist die Poesie der Modernen,&#10;Denn sie verstehen bloß, charakteristisch zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:53:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Kann auch ein Mensch des andern auf der Erde&#10;Ganz, wie er möchte, sein? -&#10;In langer Nacht bedacht′ ich mir′s und mußte sagen: Nein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So kann ich niemands heißen auf der Erde,&#10;Und niemand wäre mein? -&#10;Aus Finsternissen hell in mir aufzückt ein Freudenschein:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollt′ ich mit Gott nicht können sein,&#10;So wie ich möchte, mein und dein?&#10;Was hielte mich, daß ich′s nicht heute werde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein süßes Schrecken geht durch mein Gebein:&#10;Mich wundert, daß es mir ein Wunder wollte sein,&#10;Gott selbst zu eigen haben auf der Erde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-liebe-2374/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:52:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-liebe-2374/</guid><description>&lt;p&gt;O Blitz, der aus dem Tiefsten springt&#10;Und mir durch jede Faser zuckt,&#10;Der mich mit neuer Glut durchdringt,&#10;Die sonst mein Innres still verschluckt;&#10;Ich grüße dich viel tausendmal&#10;Und frag′ nicht: bringst du mir Genuß?&#10;Denn du befreist mich von der Qual,&#10;Daß ich mich selber lieben muß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Bildungen, der Natur vorgeschlagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-bildungen-der-natur-vorgeschlagen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:52:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-bildungen-der-natur-vorgeschlagen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Ochsenspatz&#10;Die Kamelente&#10;Der Regenlöwe&#10;Die Turtelunke&#10;Die Schoßeule&#10;Der Walfischvogel&#10;Die Quallenwanze&#10;Der Gürtelstier&#10;Der Pfauenochs&#10;Der Werfuchs&#10;Die Tagtigall&#10;Der Sägeschwan&#10;Der Süßwassermops&#10;Der Weinpintscher&#10;Das Sturmspiel&#10;Der Eulenwurm&#10;Der Giraffenigel&#10;Das Rhinozepony&#10;Die Gänseschmalzblume&#10;Der Menschenbrotbaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neid/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:51:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neid/</guid><description>&lt;p&gt;Mein kleinster Fehler ist der Neid. -&#10;Aufrichtigkeit, Bescheidenheit,&#10;Dienstfertigkeit und Frömmigkeit,&#10;Obschon es herrlich schöne Gaben,&#10;Die gönn ich allen, die sie haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur wenn ich sehe, daß der Schlechte&#10;Das kriegt, was ich gern selber möchte;&#10;Nur wenn ich leider in der Nähe&#10;So viele böse Menschen sehe,&#10;Und wenn ich dann so oft bemerke,&#10;Wie sie durch sittenlose Werke&#10;Den lasterhaften Leib ergötzen,&#10;Das freilich tut mich tief verletzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nebenan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nebenan/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:51:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nebenan/</guid><description>&lt;p&gt;Es raschelt so im Nebenzimmer&#10;im zweiten Stock, 310 -&#10;ich sehe einen gelben Schimmer,&#10;ich höre, doch ich kann nichts sehn.&#10;Lacht eine Frau? spricht da ein Mann?&#10;ich halte meinen Atem an -&#10;Sind das da zwei? was die wohl sagen?&#10;ich spüre Uhrgetick und Pulse schlagen&amp;hellip;&#10;Ohr an die Wand. Was hör ich dann&#10;von nebenan -?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Knackt da ein Bett? Rauscht da ein Kissen?&#10;Ist das mein Atem oder der&#10;von jenen&amp;hellip; alles will ich wissen!&#10;Gib, Gott, den Lautverstärker her -!&#10;Ein Stöhnen; hab ich&amp;rsquo;s nicht gewusst&amp;hellip;&#10;Ich zecke an der fremden Lust;&#10;ich will sie voller Graun beneiden&#10;um jenes Dritte, über beiden,&#10;das weder sie noch er empfinden kann&amp;hellip;&#10;&amp;ldquo;Marie -!&amp;rdquo;&#10;Zerplatzt.&#10;Ein Stubenmädchen war nur nebenan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nebel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-9201/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:50:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-9201/</guid><description>&lt;p&gt;Es lagert rings umher ein grauer Flor -&#10;Ich weiß es nicht: bricht noch die Sonn&amp;rsquo; hervor?&#10;Wird dieser Nebel heut sie ganz verhüllen?&#10;Und ob er steigt, und ob er niederfällt?&#10;So frag&amp;rsquo; ich wohl - doch schweigend ruht die Welt&#10;Und Flur und Thal mit Dunst sich füllen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es dampft der Wald, ein rauchender Altar,&#10;Einsam darüber kreist ein scheuer Aar,&#10;Er möchte gern empor zur Sonne steigen -&#10;Doch nur ein matter Punkt im Aethermeer&#10;Erscheint sie heut, sonst alles grau umher -&#10;Unheimlich bang ist dieses Schweigen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/natur/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:49:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/natur/</guid><description>&lt;p&gt;Natur, du seltsam Ding!&#10;Am einen Ende gemein,&#10;Am anderen seelisch fein&#10;Und doch geschlossner Ring.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Natur und Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-und-mensch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:49:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-und-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Oft schon kam es mir vor, Natur, als hättst du zu zeitig&#10;In dein Werk dich verliebt und die Vollendung versäumt.&#10;Weil der Mensch dir gefiel, so bliebst du stehen beim Menschen,&#10;Und erwecktest in ihm nicht noch den schlummernden Gott.&#10;Aber nun träumt er von dem, und weil er erwachend sich wieder&#10;Findet, wie eben vorher, fällt er zurück in das Tier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Napoleon und Staps</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/napoleon-und-staps/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:48:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/napoleon-und-staps/</guid><description>&lt;p&gt;Wie vor Varus, den Römer, so trat im geknechteten Deutschland&#10;Vor Napoleon auch mahnend die Nemesis hin.&#10;Hätt′ er den Jüngling verstanden, der, ohne zu zittern, das Leben&#10;Vor die Füße im warf, als er′s ihm wieder geschenkt:&#10;Nimmer hätt′ es der Völker bedurft, ihm die Lehre zu geben,&#10;Daß der germanische Geist immer den sittlichen rächt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nantchens Unbussertigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nantchens-unbussertigkeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:48:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nantchens-unbussertigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Ihn lieben wäre Sünde! Nein!&#10;Das glaub&amp;rsquo; ich nimmermehr!&#10;Doch wenn es wirklich Sünde wär&amp;rsquo;,&#10;Die Sünde könnt&amp;rsquo; ich selbst im Tode nicht bereun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nähe des Geliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naehe-des-geliebten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:47:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naehe-des-geliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer&#10;Vom Meere strahlt;&#10;Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer&#10;In Quellen malt.&#10;Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege&#10;Der Staub sich hebt;&#10;In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege&#10;Der Wandrer bebt.&#10;Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen&#10;Die Welle steigt.&#10;Im stillen Hain da geh ich oft zu lauschen,&#10;Wenn alles schweigt.&#10;Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne.&#10;Du bist mir nah!&#10;Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.&#10;O wärst du da!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtzauber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtzauber/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:46:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtzauber/</guid><description>&lt;p&gt;Hörst du nicht die Quellen gehen&#10;Zwischen Stein und Blumen weit&#10;Nach den stillen Waldesseen,&#10;Wo die Marmorbilder stehen&#10;In der schönen Einsamkeit?&#10;Von den Bergen sacht hernieder,&#10;Weckend die uralten Lieder,&#10;Steigt die wunderbare Nacht,&#10;Und die Gründe glänzen wieder,&#10;Wie dus oft im Traum gedacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennst die Blume du, entsprossen&#10;In dem mondbeglänzten Grund?&#10;Aus der Knospe, halb erschlossen,&#10;Junge Glieder blühend sprossen,&#10;Weiße Arme, roter Mund,&#10;Und die Nachtigallen schlagen,&#10;Und rings hebt es an zu klagen,&#10;Ach, vor Liebe todeswund,&#10;Von versunknen schönen Tagen -&#10;Komm, o komm zum stillen Grund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts und Morgens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-und-morgens/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:46:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-und-morgens/</guid><description>&lt;p&gt;Nachts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Armer Laternenschein!&#10;Suchst in den Nebel hinein,&#10;Möchtest und kannst doch nicht,&#10;Dumpf, dicht,&#10;Breit, schwer&#10;Liegt er umher. –&#10;So trübe bricht&#10;Am alten Räthsel sich das Geisteslicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Morgens.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonne, wie scheinst du rein&#10;Heut in die Welt herein!&#10;Jegliches, was da lebt,&#10;Wie es so klar sich hebt&#10;Und doch im Ganzen webt!&#10;Und hinter all dem vollen Schein,&#10;Was mag da wohl verborgen sein?&#10;»Noch immer suchen, Grübler, der du bist?&#10;Frei dich an dem, was vornen ist.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-4588/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:45:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-4588/</guid><description>&lt;p&gt;Alles ruht - nur meine Seele&#10;Ist noch ihrem Kummer wach;&#10;Schmerzlicher, weil ichs verhehle,&#10;Drückt sie ihr gepreßtes: Ach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwüle liegt auf meinem Herzen,&#10;Schwerer Ahndung bange Last -&#10;Nie verschwinden diese Schmerzen,&#10;Nur im Grabe wohnet Rast -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott! mein Gott! o gieb mir Stille,&#10;Sprich zu meinem Geiste: Ruh!&#10;Bey dir ist des Friedens Fülle,&#10;Wink mir süßen Schlummer zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachthimmel und Sternenfall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachthimmel-und-sternenfall/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:45:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachthimmel-und-sternenfall/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,&#10;ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.&#10;Und wir, zu ferne für die Angestaltung,&#10;zu nahe für die Abkehr hingestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,&#10;bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:&#10;Was ist begonnen, und was ist verflossen?&#10;Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgesang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:44:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Das Abendrot zerriss die blauen Himmel.&#10;Blut fiel aufs Meer. Und Fieber flammten auf.&#10;Die Lampen stachen durch die junge Nacht.&#10;Auf Straßen und in weißen Zimmern hell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Menschen winden sich vom Lichte wund.&#10;Die Strolche schreien. Kleine Kinder schluchzen,&#10;Von Wäldern träumend, ängstlich. Ein Verrückter&#10;Hockt lauernd auf im Bette: Soll ich fliehen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Was sind wir aus dem Mutterleib gekrochen&#10;Denn jeder möchte doch ein andrer sein.&#10;Und jeder bohrt dir seine Augen ein&#10;Und drängt sich schamlos ein in deinen Traum&#10;Und seine Glieder sind an deinen Knochen&#10;Als gäb es keinen Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:43:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgang/</guid><description>&lt;p&gt;Wir gingen durch die stille milde Nacht,&#10;dein Arm in meinem, dein Auge in meinem.&#10;Der Mond goß silbernes Licht über dein Angesicht,&#10;wie auf Goldgrund ruhte dein schönes Haupt.&#10;Und du erschienst mir wie eine Heilige,&#10;mild, mild und groß und seelenübervoll,&#10;heilig und rein wie die liebe Sonne.&#10;Und in die Augen schwoll mir ein warmer Drang,&#10;wie Tränenahnung.&#10;Fester faßt′ ich dich und küßte, küßte dich ganz leise.&#10;Meine Seele weinte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtduftende Orchis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtduftende-orchis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:43:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtduftende-orchis/</guid><description>&lt;p&gt;Waren′s Blumen mit den wunderbaren&#10;Silberhellen kleinen Flügelpaaren?&#10;Oder waren′s fragt ich Blumenengel,&#10;Hingeheftet an die Blütenstengel?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Waren′s Blumen die beim Mondenschimmer&#10;Mir mit Dugt erfüllt mein kleines Zimmer?&#10;Oder hatten durch die Nacht geklungen&#10;Traumhaft süße Überlieferungen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-7549/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:42:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-7549/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder leb&amp;rsquo; ich eine jener Nächte,&#10;wo die Seele lachend Stern an Stern&#10;in die Ewigkeiten tropfen möchte,&#10;und mein Leib fühlt seine Schwere kaum&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in dieser Nacht - denn du bist fern -&#10;muss ich in gestaltendunklen, feuchten&#10;Waldesgründen wie in Rausch und Traum&#10;meine ganze Seligkeit zerleuchten&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-6303/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:42:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-6303/</guid><description>&lt;p&gt;Dunkel&#10;Vor Gefunkel.&#10;Ihr loses Haar.&#10;So müde&#10;So Friede&#10;Und wunder- wunderklar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-4980/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:41:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-4980/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder eine Nacht herabgestiegen&#10;Auf das alte ew′ge Erdenrund,&#10;Wieder eine Finsternis geworden&#10;In dem qualmerfüllten Kerkerschlund&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachmittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachmittag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:40:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachmittag/</guid><description>&lt;p&gt;Durch die kirchenstillen Zimmer&#10;Spielt ein goldigkühler Schimmer,&#10;Streift mit lichten Feenhänden&#10;Schmeichelnd an den stummen Wänden &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Ecken, aus den Falten&#10;Bebt es, wie von Luftgestalten,&#10;Bebt es &amp;hellip; wie vom Märchenlande &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Elfenzarte Schaumgewande,&#10;Lichte Zauberschleier - schweben&#10;Zärtlich über all mein Leben,&#10;Das unendlich graue, hin &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da erwacht der weite Sinn,&#10;Der durch alle Schöpfung klingt &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die stillen Zimmer singt&#10;Aller Linien tiefes Sagen,&#10;Aller Düfte scheues Fragen &amp;hellip;&#10;Aus den schweigenden Tapeten&#10;Seh′ ich Blumenkelche treten,&#10;Die im Goldlicht leise nicken&#10;Und mit klugen Blumenblicken&#10;Starren sie so lang auf mich &amp;hellip;&#10;Und ich weine - - bitterlich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachklänge (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachklaenge-1/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:40:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachklaenge-1/</guid><description>&lt;p&gt;Mir träumtâ€˜, ich ruhte wieder&#10;Vor meines Vaters Haus&#10;Und schaute fröhlich nieder&#10;Ins alte Tal hinaus.&#10;Die Luft mit linden Spielen&#10;Ging durch das Frühlingslaub,&#10;Und Blütenflocken fielen&#10;Mir über Brust und Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich erwachtâ€˜, da schimmertâ€˜&#10;Der Mond am Waldesrand;&#10;Im falben Scheine flimmertâ€˜&#10;Um mich ein fremdes Land,&#10;Und wie ich ringsher sehe:&#10;Die Flocken waren Eis,&#10;Die Gegend war vom Schnee,&#10;Mein Haar vom Alter weiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach dem Kabarett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-kabarett/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:39:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-kabarett/</guid><description>&lt;p&gt;Ich gehe morgens früh nach Haus.&#10;Die Uhr schlägt fünf, es wird schon hell,&#10;Doch brennt das Licht noch im Hotel.&#10;Das Kabarett ist endlich aus.&#10;In einer Ecke Kinder kauern,&#10;Zum Markte fahren schon die Bauern,&#10;Zur Kirche geht man still und alt.&#10;Vom Turme läuten ernst die Glocken,&#10;Und eine Dirne mit wilden Locken&#10;Irrt noch umher, übernächtigt und kalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mystik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mystik/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:39:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mystik/</guid><description>&lt;p&gt;Ich gehe langsam durch die Stadt&#10;Zum Ein- bis Zweifamilienbad.&#10;Schon hebt sich aus der weißen Flut&#10;Ein brauner Bauch, der trübe tut.&#10;Der Bauch tut nichts. Je nun: ich weiß:&#10;Die andre Seite ist der Steiß.&#10;Ein jedes erntet hier sein Heil&#10;Vom Gegen-Teil. Im Gegen-Teil.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musik/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:38:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musik/</guid><description>&lt;p&gt;Im Wasgenwald tönte der Abendwind.&#10;Ich ging in Straßburgs Sommerstraßen.&#10;Vom Wasgenwald wehte Musik über Dächern,&#10;daß alle die Giebel und blanken Zinken&#10;erglühend zitterten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ums Münster aber war die Luft von Purpur.&#10;Hier, auf den Flügeln des Westes herübergekommen,&#10;hier sank das Lied der rot erstaunten Wälder&#10;herab, hier wo Musik in Steinen wohnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr großen Wälder mit den alten Stämmen&#10;und Felsen, rauh gezackt, dämmernde Dörfer,&#10;so tief versenkt in roter Nebel Flut,&#10;und Wohlgerüche, die der Abend atmet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musik nicht will ich machen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-nicht-will-ich-machen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:37:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-nicht-will-ich-machen/</guid><description>&lt;p&gt;Musik nicht will ich machen sondern schreiten&#10;Und zeigen meine Schritte.&#10;Musik nicht gibt das hart geballte Reiten&#10;Der Heere von Seelen, die streiten&#10;Um meine Mitte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ist kein Boden mehr, kein Traum zu schreiten,&#10;So sollt ihr noch mein Stehn verspüren!&#10;Ich lass wie ein Gebirge mich nicht gleiten.&#10;So gut befreundet immer noch mit Möglichkeiten,&#10;- Kein Schicksal soll mir meine Stirn entführen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am scharfen Rande ausgesogner Weiten,&#10;Auf nichts als meinen zitternd spitzen Zehen,&#10;Erwachsen, sehend nur mein Sehen,&#10;Entstürzt dem ersten Garten und mit keiner zweiten&#10;Musik als meinem Warten -: spürt mich stehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musen und Grazien in der Mark</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musen-und-grazien-in-der-mark/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:37:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musen-und-grazien-in-der-mark/</guid><description>&lt;p&gt;O wie ist die Stadt so wenig;&#10;Laßt die Maurer künftig ruh′n!&#10;Unsre Bürger, unser König&#10;Könnten wohl was Bessers tun.&#10;Ball und Oper wird uns töten;&#10;Liebchen, komm auf meine Flur!&#10;Denn besonders die Poeten,&#10;Die verderben die Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie freut es mich, mein Liebchen,&#10;Daß du so natürlich bist!&#10;Unsre Mädchen, unsre Bübchen&#10;Spielen künftig auf dem Mist.&#10;Und auf unsern Promenaden&#10;Zeigt sich erst die Neigung stark.&#10;Liebes Mädchen! laß uns waten,&#10;Waten noch durch diesen Quark.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mülerad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muelerad/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:36:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muelerad/</guid><description>&lt;p&gt;Dört hoch auf jenem berge&#10;da get ein mülerad,&#10;Das malet nichts denn liebe&#10;die nacht biß an den tag;&#10;die müle ist zerbrochen,&#10;die liebe hat ein end,&#10;so gsegen dich got, mein feines lieb!&#10;iez fahr ich ins ellend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Muckerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muckerlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:36:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muckerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Tagtäglich zehn Mal beten,&#10;Und Bibelsprüch′ im Maul,&#10;Sonst hab′ ich Nichts vonnöthen,&#10;Bin ganz erschrecklich faul.&#10;Ich war ein armer Schlucker,&#10;Hatt′ kaum das liebe Brot,&#10;Da wurde ich ein Mucker:&#10;Nun hat es keine Noth!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei jeder neuen Sitzung,&#10;Die unsre Bande hält,&#10;Da wird mir Unterstützung&#10;Durch baares, blankes Geld.&#10;Daß ich bin fromm geworden,&#10;Hat mir doch sehr gefrommt!&#10;Vielleicht daß noch ein Orden&#10;Mir in das Knopfloch kommt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenstimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenstimmung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:35:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenstimmung/</guid><description>&lt;p&gt;Leise schleich ich wie auf Eiern&#10;Mich aus Liebchens Paradies,&#10;Wo ich hinter dichten Schleiern&#10;Meine besten Kräfte ließ.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traurig spiegelt sich der bleiche&#10;Mond in meinem alten Frack;&#10;Ach die Wirkung bleibt die gleiche,&#10;Wie das Kind auch heißen mag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wilhelmine, Karoline,&#10;&amp;rsquo;s ist gesprungen wie gehupft,&#10;Nur daß hier die Unschuldsmiene,&#10;Dort dich die Routine rupft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-6614/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:34:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-6614/</guid><description>&lt;p&gt;Willkommen, fryhe Morgen-Sonn;&#10;Willkommen, junger Tag!&#10;Dort aus des Berges dunkelm Wald&#10;Blizt schon dein Stral hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon blinket er im Wasser-Fall,&#10;Im Thau auf jedem Laub;&#10;Und Munterkeit und Wonne koemmt&#10;Mit deinem Glanz daher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zephir, der in Blumen schlief,&#10;Verlæßt sein Beth, und schwermt&#10;Von Blum zu Blum, und schyttelt die,&#10;Die izt noch schlafen, wach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der bunt-gemengten Træume Schaar&#10;Entflieht izt jeder Stirn;&#10;Wie Liebes-Goetter schwermten sie&#10;Um Chloens Wangen her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgengruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengruss-7415/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:34:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengruss-7415/</guid><description>&lt;p&gt;Guten Morgen, schöne Müllerin!&#10;Wo steckst du gleich das Köpfchen hin,&#10;Als wär dir was geschehen?&#10;Verdrießt dich denn mein Gruß so schwer?&#10;Verstört dich denn mein Blick so sehr?&#10;So muß ich wieder gehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O laß mich nur von ferne stehn,&#10;Nach deinem lieben Fenster sehn,&#10;Von ferne, ganz von ferne!&#10;Du blondes Köpfchen, komm hervor!&#10;Hervor aus eurem runden Tor,&#10;Ihr blauen Morgensterne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr schlummertrunknen Äugelein,&#10;Ihr taubetrübten Blümelein,&#10;Was scheuet ihr die Sonne?&#10;Hat es die Nacht so gut gemeint,&#10;Daß ihr euch schließt und bückt und weint&#10;Nach ihrer stillen Wonne?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgen und Mittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen-und-mittag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:33:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen-und-mittag/</guid><description>&lt;p&gt;In erster Dämmrung aufgegangen&#10;Sah ich an deinen zarten Wangen&#10;Der Schönheit Morgenroth;&#10;Und sank allmächtig hingerißen&#10;Und zitternd schon zu deinen Füßen&#10;Und ehrte dein Gebot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ganz in deinen Blick verloren&#10;Sah ich dich damals schon erkoren&#10;Der Liebe Königin.&#10;Und ehe du Verehrer fandest&#10;Und eines Herzen Werth verstandest,&#10;Gab ich mein Herz dir hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedweden Reiz sah ich entstehen&#10;Und konnte nur dein Auge sehen,&#10;Weil sehn noch sicher war;&#10;Und dachte nicht die süße, frohe&#10;Bescheidne, sanfte Minne drohe&#10;Der halben Welt Gefahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgen und Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen-und-abend/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:33:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen-und-abend/</guid><description>&lt;p&gt;O Morgenzeit, du frische Zeit!&#10;Des Lebens reichste Quelle!&#10;Du machst die enge Brust mir weit,&#10;Das trübe Aug′ mir helle!&#10;Mir ist, als dürft′ ich auferstehn&#10;Aus einem dumpfen Grabe,&#10;Wenn ich das erste Licht gesehn,&#10;Den Hauch getrunken habe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Teich Bethesda gleicht mein Herz&#10;Mit seinen frischen Säften,&#10;Die schwellen es zu Lust und Schmerz&#10;Mit tausend neuen Kräften:&#10;Ihr trunknes Durcheinanderspiel&#10;Erfüllt mich mit Entzücken;&#10;Ich weiß nicht was, doch will ich viel,&#10;Und alles muß mir glücken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Moralische Differenz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/moralische-differenz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:32:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/moralische-differenz/</guid><description>&lt;p&gt;Zucht und Sittlichkeit wohnt in Deutschland, aber Italien&#10;Ist der Freude, der Lust, üppiger Sinnlichkeit Land.&#10;O welch ein Unterschied, ein moralischer! Dort sind die H&amp;hellip;&#10;Jungfern und Mädchen, in Rom haben sie gar einen Mann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Monolog eines Modelljägers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/monolog-eines-modelljaegers/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:32:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/monolog-eines-modelljaegers/</guid><description>&lt;p&gt;Welch ein herrlicher Kopf! Und einer der vielen des Pöbels!&#10;Macht sie nicht heut das Modell, macht sie es morgen gewiß,&#10;Wenn sie des Hutes bedarf, ihn gegen die Sonne zu schützen;&#10;Welchem Rumpfe jedoch setzt man am besten ihn auf?&#10;Ei, durchmustern wir schnell die Ilias oder die Bibel,&#10;Welche Göttin beliebt? Welche der Heiligen paßt?&#10;Juno? Da wär′ erst die Stirn zu renken, die römisch und kurz ist;&#10;Venus? Du stehst mir im Weg, griechisches Mensch in Florenz!&#10;Heidinnen, packt euch zum Teufel! Ich schenkt′ ihn flugs der Madonna,&#10;Doch die Sixtinische ist leider bis jetzt nicht geköpft.&#10;Vasen werden zerbrochen und Trauerspiele vergiftet,&#10;Aber der Maler erharrt seinen Salvator umsonst.&#10;Sei der Seufzer verziehn! Und nun? Was quäl′ ich mich länger!&#10;Ist nur der Kopf erst gemalt, hängt sich ein Leib wohl daran.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondblick/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:31:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondblick/</guid><description>&lt;p&gt;An meine Augen spannt der Schein.&#10;Das Schläfern glimmt in deine Kammer&#10;Gelbt hoch hinauf&#10;Und&#10;Schwület mich!&#10;Matt&#10;Bleicht das Bett&#10;Und&#10;Streift die Hüllen&#10;Stülpt frech das Hemd&#10;Verfröstelt&#10;Auf den Mond.&#10;Jetzt&#10;Leuchtest du&#10;Du&#10;Leuchtest leuchtest!&#10;Glast&#10;Blaut die Hand&#10;In glühewehe Leere&#10;Reißt nach den Himmel&#10;Mond und Sterne&#10;Stürzen&#10;Schlagen um mich&#10;Wirbeln&#10;Tasten&#10;Halt Halt Halt!&#10;Und&#10;Zittern aus zu Ruh&#10;Am alten Platz!&#10;In&#10;Deinem Fenster droben&#10;Gähnmüd&#10;Blinzt&#10;Die Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Möwenflug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/moewenflug/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:30:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/moewenflug/</guid><description>&lt;p&gt;Möwen sah um einen Felsen kreisen&#10;Ich in unermüdlich gleichen Gleisen,&#10;Auf gespannter Schwinge schweben bleibend,&#10;Eine schimmernd weiße Bahn beschreibend,&#10;Und zugleich in grünem Meeresspiegel&#10;Sah ich um dieselben Felsenspitzen&#10;Eine helle Jagd gestreckter Flügel&#10;Unermüdlich durch die Tiefe blitzen.&#10;Und der Spiegel hatte solche Klarheit,&#10;Daß sich anders nicht die Flügel hoben&#10;Tief im Meer, als hoch in Lüften oben,&#10;Daß sich völlig glichen Trug und Wahrheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allgemach beschlich es mich wie Grauen,&#10;Schein und Wesen so verwandt zu schauen,&#10;Und ich fragte mich, am Strand verharrend,&#10;Ins gespenstische Geflatter starrend:&#10;Und du selber? Bist du echt beflügelt?&#10;Oder nur gemalt und abgespiegelt?&#10;Gaukelst du im Kreis mit Fabeldingen?&#10;Oder hast du Blut in deinen Schwingen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Moderner Gassenhauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/moderner-gassenhauer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:30:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/moderner-gassenhauer/</guid><description>&lt;p&gt;Der Eremit ist dick und groß;&#10;Er haßt die Nebenmenschen bloß.&#10;Er liebt nur seine Klause&#10;Und bleibt daher zu Hause.&#10;Die ganze Welt ist ihm Pomade.&#10;Die Nebenmenschen sagen: schade!&#10;Das aber rührt den Teufel nicht.&#10;Hat er nur stets sein Leibgericht,&#10;So ist ihm alles piepe -&#10;Der Haß und auch die Liepe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mittagszauber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mittagszauber/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:29:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mittagszauber/</guid><description>&lt;p&gt;Im Garten wandelt hohe Mittagszeit,&#10;der Rasen glänzt, die Wipfel schatten breit;&#10;von oben sieht, getaucht in Sonnenschein&#10;und leuchtend Blau, der alte Dom herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Birnbaum sitzt mein Töchterchen im Gras;&#10;die Märchen liest sie, die als Kind ich las;&#10;ihr Antlitz glüht, es ziehn durch ihren Sinn&#10;Schneewittchen, Däumling, Schlangenkönigin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Laut von außen stört; ′s ist Feiertag -&#10;nur dann und wann vom Turm ein Glockenschlag!&#10;Nur dann und wann der mattgedämpfte Schall&#10;im hohen Gras von eines Apfels Fall!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mittag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:29:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mittag/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sommermittag lastet auf den weißen&#10;Terrassen und den schlanken Marmortreppen&#10;die Gitter und die goldnen Kuppeln gleißen&#10;leis knirscht der Kies. Vom müden Garten schleppen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;sich Rosendüfte her, wo längs der Hecken&#10;der schlaffe Wind entschlief in roten Matten&#10;und geisternd strahlen zwischen Laubverstecken&#10;die Götterbilder über laue Schatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Efeulauben flimmern. Schwäne wiegen&#10;und spiegeln sich in grundlos grünen Weihern&#10;und große fremde Sonnenfalter fliegen&#10;traumhaft und schillernd zwischen Düfteschleiern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mittag-7959/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:28:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mittag-7959/</guid><description>&lt;p&gt;Am Waldessaume träumt die Föhre,&#10;Am Himmel weiße Wölkchen nur;&#10;Es ist so still, daß ich sie höre,&#10;Die tiefe Stille der Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings Sonnenschein auf Wies&amp;rsquo; und Wegen,&#10;Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,&#10;Und doch, es klingt, als ström&amp;rsquo; ein Regen&#10;Leis tönend auf das Blätterdach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit Trommel und Trab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-trommel-und-trab/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:27:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-trommel-und-trab/</guid><description>&lt;p&gt;Sitzen zwei alte Weiber im Sand,&#10;Spinnen viel feine Fäden über Land,&#10;Über Bäume,&#10;Über Zäune,&#10;Um Stoppel und Dorn,&#10;Immer von vorn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für wen sitzen die alten Weiber im Sand,&#10;Spinnen viel feine Fäden über Land?&#10;Für Wildbub Kraushaar,&#10;Kommt alle hundert Jahr′&#10;Mit Trommel und Trab&#10;Vom Himmel herab,&#10;Reißt alle Fäden auf einmal ab,&#10;Macht sich ein′n Mützenpuschel draus&#10;Und lacht die alten Weiber aus!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit einer Uhr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einer-uhr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:27:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einer-uhr/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wollt′ sie erst mit diesem Wunsch geleiten,&#10;Ich wollte sagen: &amp;ldquo;Liebster, laß Dir scheinen&#10;Bittere Stunden jene, die uns scheiden,&#10;Und süße Stunden, solche, die uns einen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum war der Wunsch gedacht, als ich ihn bat&#10;&amp;ldquo;Sei ungetan!&amp;rdquo; Ach, der mich inbegriff,&#10;Kein Wunsch, der Dir nicht einmal Böses tat&#10;Im Meer der Zukunft, untergründig Riff&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie leicht mag sein, daß die Vergänglichkeit&#10;Mich nimmt, ihr Teil - &amp;ldquo;una ex hisce&amp;rdquo; rief&#10;Die Inschrift stumm. Dich träf in dieser Zeit&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit den fahrenden Schiffen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-den-fahrenden-schiffen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:26:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-den-fahrenden-schiffen/</guid><description>&lt;p&gt;Mit den fahrenden Schiffen&#10;Sind wir vorübergeschweift,&#10;Die wir ewig herunter&#10;Durch glänzende Winter gestreift.&#10;Ferner kamen wir immer&#10;Und tanzten im insligen Meer,&#10;Weit ging die Flut uns vorbei,&#10;Und Himmel war schallend und leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sage die Stadt,&#10;Wo ich nicht saß im Tor,&#10;Ging dein Fuß da hindurch,&#10;Der die Locke ich schor?&#10;Unter dem sterbenden Abend&#10;Das suchende Licht&#10;Hielt ich, wer kam da hinab,&#10;Ach, ewig in fremdes Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit dem Duft der Pflaumenblüte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-dem-duft-der-pflaumenbluete/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:26:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-dem-duft-der-pflaumenbluete/</guid><description>&lt;p&gt;Mit dem Duft der Pflaumenblüte&#10;Geht plötzlich die Sonne auf&#10;Über den Bergpfad&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mißschweren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/missschweren/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:25:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/missschweren/</guid><description>&lt;p&gt;Es braucht ein böser Mensch das schweren wie ein Tuch,&#10;Damit zu flicken auß Zucht- Ehr- und Tugend-Bruch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Minnesänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/minnesaenger/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:24:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/minnesaenger/</guid><description>&lt;p&gt;Das Laub beginnet fallen,&#10;Und Winter naht mit Macht.&#10;Ergeht an dich die Frage:&#10;Was hast du für dich bracht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast du der rothen Äpfel?&#10;Hast du der süßen Birn?&#10;Hast du voll goldner Halme&#10;Die Scheuern bis zur Firn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast Hölzer auf dem Boden?&#10;Im Keller süßen Trunk?&#10;Dann fürcht dich nicht zu sehre,&#10;Fürrath hast du genung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah die Liljen blühen,&#10;Dazu die Heideblum,&#10;Die Nachtigall im Walde&#10;Die sang des Maien Ruhm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Minente</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/minente/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:24:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/minente/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Vergnügen ist Spiel, Burratini, ein Pranzo, der Stierkampf,&#10;Hab′ ich kein Geld mehr, so pflanz′ ich an die Ecke mich auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Michelangelo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/michelangelo/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:23:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/michelangelo/</guid><description>&lt;p&gt;Einst malet Angelo, das Wunder seiner Zeiten,&#10;Das Weltgericht, des Himmels off´ne Freuden&#10;Und auch der Hölle off´ne Qual,&#10;Und die Hölle setzt er nebst Prälaten&#10;Und vielen bischöflichen Gnaden&#10;Auch einen großen Kardinal.&#10;Und ungelobt und unbezahlt&#10;Ist das Porträt daran so trefflich ausgemalt,&#10;Daß jeder, der ihn sah und kannte,&#10;Ihn glich bei seinem Namen nannte.&#10;Der Kardinal erfährts. O wüßt´er´s niemals nicht!&#10;Wie wird´s dem armen Künstler gehen?&#10;Der Kardinal will das Gemälde sehen.&#10;Er kommt und sieht und spricht:&#10;&amp;ldquo;Wie sehr bewund´re ich die wahre Meisterhand!&#10;Da mich doch Angelo von weitem nur gekannt.&#10;Wie groß ist nicht des Künstlers Gabe,&#10;Er trifft mich, da ich ihm doch nie gesessen habe.&amp;rdquo;&#10;Bewundernd sieht er es noch einmal :&#10;Dankt ihm und geht. Der große Mann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mexiko</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mexiko/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:23:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mexiko/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Tempeln Mexikos glüht im Versinken&#10;Die Sonne noch, was zaudert sie so lange?&#10;Sie lauscht der Priester blutigem Gesange,&#10;Zum Opferfest beim Schall der hellen Zinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf die Gefangnen scheint sie. Federn winken&#10;Von ihrem Haupt, man hat mit goldner Spange,&#10;Mit Blumen sie geschmückt zum letzten Gange;&#10;Jetzt nahn sie, wo die Todesmesser blinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wild jauchzt das Volk; des Opferaltars Kerzen&#10;Glühn höher auf, man hält die blut′gen Herzen&#10;Der Sonne hin, was zaudert sie noch immer?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Merseburger Zaubersprüche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/merseburger-zaubersprueche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:22:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/merseburger-zaubersprueche/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eiris sâzun idisi, sâzun hêra duoder.&#10;Suma hapt heptidum, suma heri lezidun,&#10;suma clûbôdun umbi cuoniouuidi:&#10;insprinc haptbandum, inuar uîgandun!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dû uuart demo Balderes uolon sîn uuoz birenkit.&#10;Thû biguol en Sinthgunt, Sunna era suister,&#10;thû biguol en Frîia, Uolla era suister;&#10;thû biguol en Uuôdan sô hê uuola conda:&#10;sôse bênrenkî, sôse blutrenkî,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;sôse lidirenkî:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bên zi bêna, bluot zi bluoda,&#10;lid zi geliden, sôse gelimida sin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschenmaßstab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenmassstab/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:21:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenmassstab/</guid><description>&lt;p&gt;Man soll nicht unbescheiden sein&#10;Und soll die Menschen nicht herrlich wollen&#10;Gleich im ganzen, vom Kopf zur Zeh′,&#10;Fürs Halleluja und Evoë!&#10;Ein jeder hat doch Teil am Vollen,&#10;Ein jeder, und wär′ er noch so klein:&#10;So dann und wann,&#10;Wie′s jeder kann,&#10;Ein schöner Zug&#10;Ist auch genug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschenbeifall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenbeifall/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:21:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenbeifall/</guid><description>&lt;p&gt;Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll&#10;Seit ich liebe? Warum achtetet ihr mich mehr, da ich&#10;Stolzer und wilder&#10;Wortereicher und leerer war?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt&#10;Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen,&#10;An das Göttliche glauben,&#10;Die allein sie selber sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mensch zu Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mensch-zu-mensch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:20:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mensch-zu-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Menschen, Menschen alle, streckt die Hände&#10;Ueber Meere, Wälder in die Welt zur Einigkeit!&#10;Daß sich Herz zu Herzen sende:&#10;Neue Zeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Starke Rührung soll aus euren Aufenthalten&#10;Flutgleich wellen um den Erdeball,&#10;Mensch-zu-Menschen-Liebe glühe, froh verhalten,&#10;Ueberall!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gilt Westen, Süden, Nähe, Weitsein,&#10;Wenn Euch Eine weltentkreiste Seele millionenfältigt!&#10;Euer Mutter-Erde-Blut strömend Ich- und Zeitsein&#10;Ueberwältigt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Menschen! Alle Ihr aus einem Grunde,&#10;Alle, Alle aus dem Ewig-Erde-Schoß,&#10;Reißt euch fort aus Geldkampf, Krieg, der Steinstadt-Runde:&#10;Werdet wieder kindergroß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Memento vivere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/memento-vivere/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:20:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/memento-vivere/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ritt einmal im Dunkeln&#10;Spät durch ein enges Tal;&#10;Die Nacht war still und traurig,&#10;Ich still und traurig zumal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich dachte der wenigen Freunde,&#10;Die ich auf Erden fand,&#10;Ich dachte derer vor allen,&#10;Die schon bedeckt der Sand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da scholl′s, wie Geisterstimme,&#10;Vom düstern Berg herab:&#10;Mensch, freu′ dich heut des Lebens,&#10;Denn morgen geht′s ins Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War es ein Hirtenknabe,&#10;Der jene Worte sang -&#10;Ich weiß es nicht, sie gingen&#10;Mir durch die Seele bang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melusine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melusine-4112/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:19:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melusine-4112/</guid><description>&lt;p&gt;Im Grünen geboren,&#10;Am Bache gefreit,&#10;Wie ist mir das Leben,&#10;Das liebe, so weit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heut hab ich geträumt&#10;Von dem Wasser tief,&#10;Wo ich im Dunkel&#10;Nicht schlief, nicht schlief!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sich im Weiher&#10;Spiegeln ging,&#10;In meinen wachen&#10;Augen sich fing:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die traurigen Bäume,&#10;Durch die es blinkt,&#10;Wenn der Ball, der große,&#10;Rot-atmend sinkt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die blassen Mädchen,&#10;Die lautlos gehn,&#10;Mit weißen Augen&#10;Ins Dunkel sehn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Waldfrauen&#10;Flüsternde Schar,&#10;Mit Laub und Kronen&#10;Im offenen Haar &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melancholie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:18:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie/</guid><description>&lt;p&gt;Bläuliche Schatten. O ihr dunklen Augen,&#10;Die lang mich anschaun in Vorübergleiten.&#10;Guitarrenklänge sanft den Herbst begleiten&#10;Im Garten, aufgelöst in braunen Laugen.&#10;Des Todes ernste Düsternis bereiten&#10;Nymphische Hände, an roten Brüsten saugen&#10;Verfallne Lippen und in schwarzen Laugen&#10;Des Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meiner Liebsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-liebsten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:18:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-liebsten/</guid><description>&lt;p&gt;Zum 15. December 1815.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie soll mich die Wahl gereuen,&#10;Und ich sage feierlich,&#10;Könnt′ ich auch noch zehnmal freien,&#10;Zehnmal frei′t ich, Liebste, dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Führt mich abwärts auch die Straße,&#10;Stundenweit und meilenweit,&#10;Kenn′ ich dennoch keine Maße&#10;Für die Treu′ und Zärtlichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Muß ich wieder einsam feiern&#10;Unser schönes Hochzeitfest,&#10;Will ich doch den Bund erneuern,&#10;Der sich nicht zerreißen läßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß uns wie zwei Bund′sgenossen&#10;Unsre Pilgerpfade gehn,&#10;Unsre Ehe ward geschlossen&#10;Wo vor Gott die Engel stehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meinem Kleinen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meinem-kleinen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:17:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meinem-kleinen/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen Not und Schuld,&#10;Zwischen Nochnicht und Nimmer,&#10;Mitten in vierfach drohender Nacht&#10;Hat das Glück mit leuchtendem Strahl&#10;Sich eine Bahn gemacht,&#10;Kurz und schmal.&#10;Tritt in den Schimmer,&#10;Lieber, herein -&#10;Diese Bahn ist auch dein!&#10;Mög&amp;rsquo; es dich nie ins Grau&amp;rsquo;n&#10;Drängen nach rechts oder links -&#10;Nie ins schwarze Auge der Sphinr&#10;Mögest du hinter dich schau&amp;rsquo;n&#10;Oder zu weit voraus!&#10;Frei von dem Graus&#10;Schreite du freudig und leicht!&#10;Und hast du den Rand erreicht,&#10;Wo der Weg wieder ins Dunkel bricht,&#10;Wo sich erfüllt dein Geschick:&#10;Sei noch dein letzter Blick&#10;Voll von Licht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-seele/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:17:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Golo Gangi gewidmet&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Seele ist eine Schlange,&#10;Die ist schon lange tot,&#10;Nur manchmal in Herbstesmorgen,&#10;Entblättertem Abendrot&#10;Wachse ich steil aus dem Fenster,&#10;Wo fallende Sterne sind,&#10;Über den Blumen und Kressen&#10;Meine Stirne spiegelt&#10;Im stöhnenden Nächte-Wind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Nächte sind heiser zerschrien...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-naechte-sind-heiser-zerschrien/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:16:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-naechte-sind-heiser-zerschrien/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Nächte sind heiser zerschrien.&#10;Eine Wunde, die riß. Ein Mund&#10;zerschneidet gläsernes Weh.&#10;Zum Fenster flackerte ein Schrei herein&#10;voll Sommer, Laub und Herz.&#10;Ein Weinen kam. Und starke Adern drohten.&#10;Ein Gram schwebt immer über unsern Nächten.&#10;Wir zerren an den Decken&#10;und rufen Schlaf. Ein Strom von Blut wellt auf.&#10;Und spült uns hoch, wenn spät der Morgen grünt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Erde -1. Boden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-erde-1-boden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:15:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-erde-1-boden/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Erde -&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;Boden&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehe ich bin eine traurige Erde,&#10;Größemüde sinnende Landschaft,&#10;Tuend ruhende Schwere!&#10;Wie von Werken&#10;Trauriger Wein.&#10;So verlorenes Stärken:&#10;Was?&#10;Schwarze Vögel,&#10;Wie ein Trauerband gezogen&#10;Um leisblaue zarte Schultern&#10;Sehnenden Himmels,&#10;Mit so nahen spähenden Augen,&#10;Die was Schnelles sagen,&#10;Kommt mir geflogen,&#10;Die fragend, kündend.&#10;Fichtenzweige sind getüpfelt.&#10;Wie taubes Gold in welker Hand,&#10;Das bietend keinen Nehmer fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Urenkel hat mich verstoßen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-urenkel-hat-mich-verstossen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:15:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-urenkel-hat-mich-verstossen/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Urenkel hat mich verstoßen,&#10;Mein Vater sich geweigert,&#10;Mich zu zeugen.&#10;Es ist&#10;Um&#10;Süßwasserpolyp zu werden&#10;Sein Innerstes&#10;Nach außen zu stülpen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit den Herzen - zu verdauen&#10;Mit der Galle - zu träumen&#10;Mit dem Magensafte&#10;Seele zu sabbern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Stübchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-stuebchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:14:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-stuebchen/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht die kleinste Freude noch auf Erden&#10;Ist mir mein Stübchen spät bei Nacht;&#10;Des Tages Mühsal und Beschwerden&#10;Bei Lesen mich vergessen macht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wohl besser, in geselligen Kreisen&#10;Froh auszutauschen, was erhebt;&#10;Du wähnst wohl gar dich einen Weisen,&#10;Der selber schon genug gelebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer doch bei solch Schartekenhocken&#10;Einseitig, tot nicht werden müßt′?!&#10;Kann dich kein Freundeszirkel locken,&#10;Wo ein lebendig Du dich grüßt?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzeih, wenn ich so minder Nutzen,&#10;Belehrung minder finden kann! -&#10;Und wenn dort andere sich lernen duzen,&#10;Red′ ich mich auch mit Sie nicht an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Schatz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-schatz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:14:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-schatz/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Schatz ist wie a Röserl!&#10;Grad so schön lachts oan on,&#10;Mi verdrießt nur, daß i′s net&#10;Aufn Hut stecka kon!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Schatz is wie a Nagerl!&#10;O du herzige Maus!&#10;Gern nahm i′s beim Kragerl&#10;Und ließ′s nimmer aus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Schatz is a Engel,&#10;Tragt a hohe Frisur,&#10;Und wenns mi net liebt sie,&#10;Nachher irr i mir nur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieb is s′ wie koani,&#10;A guts Herzl ja hats,&#10;Singt wie Caltanani:&#10;Drum is s′ a mein Schatz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Ruhm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-ruhm/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:13:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-ruhm/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist mein Stolz, daß ich in diesen Tagen,&#10;Wo feige Rücksicht so viel Zungen bindet,&#10;Und fester stets das Reich des Trugs begründet,&#10;Der Wahrheit leuchtend Banner kühn getragen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß treu mein Herz für Recht und Pflicht geschlagen,&#10;Dem folgend, was sich göttlich ihm verkündet,&#10;Und nicht, ob es in Pactols Wellen mündet?&#10;Mit schnödem Wuchersinn je mochte fragen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß ich, gehaßt von Jenen, deren Streben&#10;In meinem Innersten ich muß verdammen,&#10;Weil sie der freien Psyche Fesseln weben;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Jahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-jahr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:12:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-jahr/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht vom letzten Schlittengleise&#10;bis zum neuen Flockentraum&#10;zähl ich auf der Lebensreise&#10;den erfüllten Jahresraum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht vom ersten frischen Singen,&#10;das im Wald geboren ist,&#10;bis die Zweige wieder klingen,&#10;dauert mir die Jahresfrist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von der Kelter nicht zur Kelter&#10;dreht sich mir des Jahres Schwung,&#10;nein, in Flammen werd′ ich älter&#10;und in Flammen wieder jung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von dem ersten Blitze heuer,&#10;der aus dunkler Wolke sprang,&#10;bis zu neuem Himmelsfeuer&#10;rechn′ ich meinen Jahresgang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Herz ist zerrissen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ist-zerrissen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:12:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ist-zerrissen/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz ist zerrissen, du liebst mich nicht!&#10;Du ließest mich′s wissen, du liebst mich nicht!&#10;Wiewohl ich dir flehend und werbend erschien,&#10;Und liebesbeflissen, du liebst mich nicht!&#10;Du hast es gesprochen, mit Worten gesagt,&#10;Mit allzugewissen, du liebst mich nicht!&#10;So soll ich die Sterne, so soll ich den Mond,&#10;Die Sonne vermissen? du liebst mich nicht!&#10;Was blüht mir die Rose? was blüht der Jasmin?&#10;Was blühn die Narzissen? du liebst mich nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meier/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:11:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meier/</guid><description>&lt;p&gt;Ein junger Mann mit Namen Meier&#10;Lief täglich vor ihr auf und ab.&#10;Er gab ihr fünfundzwanzig Dreier,&#10;Daß sie ihm ihre Liebe gab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie zählte sehr besorgt die Pfennige&#10;Und legte sie in einen Schrank.&#10;Allein es schienen ihr zu wenige,&#10;Sie wünschte etwas Silber mang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er dachte an die Ladenkasse.&#10;Und eines Tages ward bekannt,&#10;Daß Rosa sich betreffs befasse,&#10;Doch Meier sich in Haft befand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So geht es in der Welt zuweilen:&#10;Der erste mußt′ die Klinke ziehen -&#10;Der zweite soll sich nur beeilen,&#10;Das Fräulein wartet schon auf ihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Martje Flors Trinkspruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/martje-flors-trinkspruch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:11:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/martje-flors-trinkspruch/</guid><description>&lt;p&gt;Vor Tönning, auf Katharinenherd,&#10;Zechen Steenbocks Offiziere.&#10;Sie haben fleißig die Humpen geleert,&#10;Der Weiser zeigt auf früh viere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durchs Fenster glüht das Morgenrot&#10;Auf die trunknen Cavaliere,&#10;Auf ihre Sturmhauben á la Don Quixote,&#10;Die verschobnen Bandeliere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf im Nacken schwankenden Federhut,&#10;Auf Koller und spiegelnde Sporen,&#10;Auf ihr in Hitze geratnes Blut,&#10;Auf manchen &amp;ldquo;hochedelgeboren&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der eine hat&amp;rsquo;s Elend, der andere lacht,&#10;Zwei haben den Pallasch gezogen,&#10;Der stiert vor sich hin wie in Geistesnacht,&#10;Der äfft nach den Fidelbogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Marschland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/marschland/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:10:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/marschland/</guid><description>&lt;p&gt;Draußen brausen die großen Winde.&#10;Sie brausen wild&#10;um mein einsam Haus&#10;in flachem Lande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie füllen das Meer mit Wasser.&#10;Jede Farbe ist grau,&#10;auch die Augen der Frauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Marie, so frisch im Rot leuchten dir beide Wangen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/marie-so-frisch-im-rot-leuchten-dir-beide-wangen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:09:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/marie-so-frisch-im-rot-leuchten-dir-beide-wangen/</guid><description>&lt;p&gt;Marie, so frisch im Rot leuchten dir beide Wangen,Einer Mairose gleich; kastanienbraun dein Haar,Oder auch dunkler, spielt in tausend Locken zart,Davon die schönsten dir zierlich das Ohr umfangen.Als du noch Kind warst, hat einst eine kleine BieneVon deinen Lippen reinen Nektar aufgelesen;In deinem Auge hat Amor den Pfei1 vergessen;Es schenkte Pitho selbst dir deine schöne Stimme.Und deiner kleinen Brüste milchweißes Hügelpaar:Sie runden, heben sich, so wie im jungen JahrZwei runde Knospen sich aus ihrem Blattwerk heben.Von Grazien kommt dein Reiz, und Juno lieh den Arm,Aurora selbst schenkte die Stirne dir und Hand, -Dein Herz jedoch, Marie, stammt von grausamen Löwen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Margot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/margot/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:09:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/margot/</guid><description>&lt;p&gt;Obwohl du Margot heißt, muß ich dich preisen.&#10;Gewöhnlich sind die Margot, Gerda, Ellen&#10;Mir allzu linienhaft zum Beigesellen&#10;und zu empfindsam, um damit zu reisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verlieb ich mich schon in ein Mädchen sterblich,&#10;So heiß′ es Trude, Miezl, Käthi, Annchen.&#10;Die Namen Margot, Ingrid und noch manchen&#10;Find zu ästhetisch ich, zu kunstgewerblich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man edet Liebe, küßt sich mit den Psychen&#10;bei Helga, Irmgard, Edith und Elfriede.&#10;Du bist, mein Schatz, fürs Körperlich-Solide,&#10;und darum, Margot, nenn′ ich dich Mariechen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mannesbangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mannesbangen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:08:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mannesbangen/</guid><description>&lt;p&gt;Du mußt nicht meinen,&#10;ich hätte Furcht vor dir.&#10;Nur wenn du mit deinen&#10;scheuen Augen Glück begehrst&#10;und mir mit solchen&#10;zuckenden Händen&#10;wie mit Dolchen&#10;durch die Haare fährst,&#10;und mein Kopf liegt an deinen Lenden:&#10;dann, du Wehrlose,&#10;beb ich vor dir&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mann und Weib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mann-und-weib/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:08:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mann-und-weib/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Weibe ist ein schönes Los beschieden,&#10;Was sie auch hat, sie hat es ganz und immer,&#10;Sie freut sich an des fernsten Sternes Schimmer,&#10;Allein sie schließt sich ab in klarem Frieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mann wird nie so sehr vom Glück gemieden,&#10;Als er es meidet, denn er faßt es nimmer,&#10;Gleichgültig, wird es besser, wird es schlimmer,&#10;Er hört nicht auf, das Dasein umzuschmieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr ist es, wie ein zugeworfner Faden,&#10;Sie hält sich dran, und schaudert vor den Wogen,&#10;Die unten dräun, und trinkt des Himmels Lüfte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mann und Weib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mann-und-weib-2778/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:07:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mann-und-weib-2778/</guid><description>&lt;p&gt;Nach Freiheit strebt das Weib, der Mann nach Regel.&#10;Gebieten mag die Laune, spricht das Weib;&#10;Gesetz und Rhythmus herrsche, spricht der Mann.&#10;So kann es kommen, daß er Sklaven zieht,&#10;Und kann auch kommen, daß er Sklave wird,&#10;Vielleicht auch Beides: herrisch und servil,&#10;Im Kleinen selbst nicht läßlich, ein Pedant.&#10;Drum ist ihm die Genossin beigegeben,&#10;Daß seines Lebens hartem Winkelmaß&#10;Das Spiel der freien Linie nicht fehle.&#10;Drum ist ihr der Genosse beigegeben,&#10;Damit der Ranke nicht der Stab gebreche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Manchem ward ein schöner Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/manchem-ward-ein-schoener-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:06:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/manchem-ward-ein-schoener-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Manchem ward ein schöner Lied&#10;Aber dies ist meines&#10;Wenn auch kargen Scheines&#10;Ohne Stolz und Unterschied&#10;Du vernimmst es kaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Raum den selbst ich rüste&#10;So wie mirs genehm&#10;Wie ein Mund den oft ich küsste&#10;Meinem Mund bequem -&#10;Ob ich auch so Mund als Raum&#10;Reicher noch und schöner wüsste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach in jenen kleinen Falten&#10;Die sie schalten&#10;Hat mein Leid sich eingedrückt&#10;Und in jenem holden Stocken&#10;Halb erschrocken&#10;Schrak ich selbst - wie tief beglückt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Manche freilich...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/manche-freilich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:06:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/manche-freilich/</guid><description>&lt;p&gt;Manche freilich müssen drunten sterben&#10;wo die schweren Ruder der Schiffe streifen,&#10;andere wohnen bei dem Steuer droben,&#10;kennen Vogelflug und die Länder der Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manche liegen mit immer schweren Gliedern&#10;bei den Wurzeln des verworrenen Lebens,&#10;anderen sind die Stühle gerichtet&#10;bei den Sibyllen, den Königinnen,&#10;und da sitzen sie wie zu Hause,&#10;leichten Hauptes und leichter Hände.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ein Schatten fällt von jenen Leben&#10;in die anderen Leben hinüber,&#10;und die leichten sind an die schweren&#10;wie an Luft und Erde gebunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man schreit und lärmt und ereifert sich...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-schreit-und-laermt-und-ereifert-sich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:05:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-schreit-und-laermt-und-ereifert-sich/</guid><description>&lt;p&gt;Man schreit und lärmt und ereifert sich,&#10;man findet es dumm und lächerlich&#10;und gegen allen Anstand und Brauch,&#10;man ruft die Polizei zu Hilfe,&#10;und diese kommt und verbietet es auch&#10;und sperrt die Straßen und rasselt mit Ketten&#10;und tut, soviel sie irgend kann,&#10;die bedrohte Bürgerruhe zu retten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein paar Jahre später, gib acht,&#10;ist alles, worob man den Lärm gemacht,&#10;wofür man ereifert sich und erregt,&#10;wogegen man Himmel und Hölle bewegt &amp;hellip;&#10;kein Mensch weiß, wie es eigentlich kam:&#10;so selbstverständlich, so alltäglich,&#10;so eingefügt in den ganzen Lauf&#10;und mit Sitte und Anstand so wohl verträglich,&#10;als wär man′s gewöhnt so von Jugend auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mailieder -3. Selige Grüße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mailieder-3-selige-gruesse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:05:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mailieder-3-selige-gruesse/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mailieder -&#10;3. Selige Grüße&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bläulicher Flieder.&#10;Ist das ein Grüßen!&#10;Wirbelnde Lieder&#10;Wehen herüber, -&#10;Stürben lieber.&#10;Seligsein - und das heißt büßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mailied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mailied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:04:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mailied/</guid><description>&lt;p&gt;Pflücket Rosen, um das Haar&#10;Schön damit zu kränzen,&#10;Reihe dich, o junge Schaar,&#10;Dann zu frohen Tänzen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nehmt die Leier von der Wand,&#10;Kränzet sie und gebet&#10;Sie dem Sänger in die Hand,&#10;Der sie uns belebet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freuet euch, so lang der Mai&#10;Und der Sommer währet;&#10;Nur zu bald sind sie vorbei,&#10;Und der Winter kehret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lange müßt ihr dann auf′s neu&#10;Bei der Lampe sitzen,&#10;Und bei ew′gem Einerlei&#10;Saurer Arbeit schwitzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Märzveilchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerzveilchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:04:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerzveilchen/</guid><description>&lt;p&gt;Im März dieses Jahres da ist über Nacht&#10;Ein herrliches Veilchen zum Leben erwacht,&#10;Verbreitet den Balsam all&amp;rsquo; Enden und Orten,&#10;Ganz Deutschland das ist bald berauscht davon worden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Veilchen heißt Freiheit, die lang unterdrückt,&#10;Sich schüchtern ins Gras unter Blätter gebückt,&#10;Die oft von gewaltigen Füßen getreten,&#10;Nicht wagte zu handeln, nicht wagte zu reden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als nun die Blume die Knospe gesprengt,&#10;Als sie sich voll Leben zur Sonne gedrängt,&#10;Wie sind da die Düfte im Länderdurchwallen,&#10;Den fürstlichen Herrn auf die Nerven gefallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchenklage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchenklage/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:03:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchenklage/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Neigung, in den Jahren,&#10;da wir alle Kinder waren,&#10;viel allein zu sein, war mild;&#10;andern ging die Zeit im Streite,&#10;und man hatte seine Seite,&#10;seine Nähe, seine Weite,&#10;einen Weg, ein Tier, ein Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich dachte noch, das Leben&#10;hörte niemals auf zu geben,&#10;daß man sich in sich besinnt.&#10;Bin ich in mir nicht im Größten?&#10;Will mich meines nicht mehr trösten&#10;und verstehen wie als Kind?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchengedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchengedanken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:02:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchengedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Irgendwo auf Erden&#10;ist einer,&#10;der wartet auf mich:&#10;Leib - Seele -&#10;entfalte dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er geht durch die Wälder&#10;und wird schon mein.&#10;O wäre ich älter!&#10;o wäre ich sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin sehr einsam.&#10;Mein Jugendland&#10;ist Wasser und Himmel&#10;und flacher Strand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht trennt uns Meer,&#10;vielleicht eine Welt,&#10;und ich weiß nicht,&#10;was unsren Weg erhellt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchen-Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchen-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:02:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchen-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern, Mädchen, ward ich weise,&#10;gestern ward ich siebzehn Jahr:-&#10;und dem gräulichsten der Greise&#10;gleich&amp;rsquo; ich nun - doch nicht auf&amp;rsquo;s Haar!&#10;Gestern kam mir ein Gedanke,&#10;- ein Gedanke? Spott und Hohn!&#10;Kam euch jemals ein Gedanke?&#10;Ein Gefühlchen eher schon!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selten, dass ein Weib zu denken wagt,&#10;denn alte Weisheit spricht:&#10;&amp;ldquo;Folgen soll das Weib, nicht lenken;&#10;denkt sie, nun, dann folgt sie nicht.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sie noch sagt, glaubt&amp;rsquo; ich nimmer;&#10;wie ein Floh, so springt&amp;rsquo;s, so sticht&amp;rsquo;s!&#10;&amp;ldquo;Selten denkt das Frauenzimmer,&#10;denkt es aber, taugt es nichts!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mach, was du willst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mach-was-du-willst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:01:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mach-was-du-willst/</guid><description>&lt;p&gt;Mach, was du willst, mach′s wie du willst,&#10;nur sorg, daß es in deinem Sinn&#10;als Ganzes, Volles dir gelingt,&#10;und daß nichts Fremdes dazwischen klingt!&#10;Man nenn′s dann gut, man nenn es schlecht&amp;hellip;&#10;es habe ruhig jeder recht,&#10;und wer da lachen will, soll lachen&amp;hellip;&#10;Witze sind über alles zu machen!&#10;Die einzige Frage, die da gilt,&#10;ob einer lobt nun oder schilt,&#10;die einzige Frage ist: gabst du ein Eig′nes!?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lütt Jan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/luett-jan/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:01:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/luett-jan/</guid><description>&lt;p&gt;Jan Boje wünscht sich lange schon&#10;ein Schiff - ach Gott, wie lange schon!&#10;Ein Schiff so groß - ein Schiff - hurra:&#10;von hier bis nach Amerika.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die höchsten Tannen sind zu klein,&#10;die Masten müßten Türme sein,&#10;die stießen - hei, was ist dabei? -&#10;klingling das Himmelsdach entzwei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wolken wären Segel gut,&#10;die knallen wild im Wind vor Wut;&#10;Jan Boje hängt am Klüverbaum&#10;und strampelt nackt im Wellenschaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lose/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 18:00:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lose/</guid><description>&lt;p&gt;Der einst er seine junge&#10;Sonnige Liebe gebracht,&#10;Die hat ihn gehen heißen,&#10;Nicht weiter sein gedacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drauf hat er heimgeführet&#10;Ein Mädchen still und hold;&#10;Die hat aus allen Menschen&#10;Nur einzig ihn gewollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob sein Herz in Liebe&#10;Niemals für sie gebebt,&#10;Sie hat um ihn gelitten&#10;Und nur für ihn gelebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Logik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/logik/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:59:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/logik/</guid><description>&lt;p&gt;Es liegt voll seichter Logik&#10;Dein Brief in meinen Händen;&#10;Du meinst, was einen Anfang gehabt,&#10;Das müss′ auch wieder enden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kann mit solcher Weisheit&#10;Mich heute nimmer raufen;&#10;Doch meine beste Logik wär′,&#10;Mir einen Strick zu kaufen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Nazarena - Fünftes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-nazarena-fuenftes-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:59:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-nazarena-fuenftes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Horch! es läutet, gehst du heute&#10;Nicht zur Messe, willst du immer&#10;Bei mir bleiben? Traun es wäre&#10;Hohe Zeit, die Mutter mahnte,&#10;Noch hab′ ich mich nicht gewaschen,&#10;Meine Haare nicht gerichtet,&#10;Meine Kleider für die Kirche&#10;Nicht gerüstet hab′ ich sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun so laß mich gehn; ich fühle&#10;Kopfweh heut; die Luft ist heiter,&#10;Und ich bin in übler Laune,&#10;Besser ist′s, daß ich im Freien&#10;Mich erfrische, mich erquicke,&#10;Drum zur Vigne will ich gehen,&#10;Reife Feigen mir zu suchen,&#10;In die Messe geh′ ich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Sorrent (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-sorrent-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:58:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-sorrent-2/</guid><description>&lt;p&gt;Wähle, Göttin der Liebe, mit den Grazien&#10;Heute Paphos zum Sitz und morgen Knidos,&#10;Ich beneide dich nicht; denn bald lockt Capri′s&#10;Morgenländischer Fels in seine Stille;&#10;Bald zu Ischia′s duft′gen Bergen rudr′ ich;&#10;Bald aus Reben- und heitern Säulentempeln&#10;In Pompeji die See und Thal und Ufer&#10;Und blauschattig Gebirg und Insel seh′ ich,&#10;Bald aus wildem Getöse des Toledo&#10;Flücht′ ich mich in Sorrent′s Orangenhaine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, geliebt ist der Berg dir wohl, der schöne,&#10;Jener Stammberg im eb′nen Schwaben mein′ ich,&#10;Der dir Eigenthum fast geworden, dessen&#10;Wolkenscheitel den Schmetterling dir sandte,&#10;Und der Zeuge des Becherklangs gewesen,&#10;Als großsinnige Freunde mein gedachten&#10;Sei er beiden gelobt, der Hohenstaufe,&#10;Paladin des gewalt′gen Schwabens sei er,&#10;Capitol uns genannt des Heldenhauses!&#10;Aber schöner noch ist des Deutschen Erbland.&#10;Frage Friedrich den Kaiser, frage Manfred!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (4)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-4/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:58:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-4/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe dich geliebt,&#10;Und Treue bis zum Grabe dir geschworen,&#10;Und doch hab′ ich dein Herz so schwer betrübt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So oft vergaß ich dein,&#10;Denn andre Länder bringen andre Freuden,&#10;Doch immer bliebst du in der Ferne mein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein hab′ ich mich genannt,&#10;Mich dir geweiht zu ewigen Gefühlen,&#10;Und dennoch hast du mich so tief verkannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du kennst mein falsches Herz,&#10;Und doch hab′ ich dich nie, o süße Seele,&#10;So wahr geliebt, als in der Trennung Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (3)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-3/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:57:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-3/</guid><description>&lt;p&gt;Besteig′ ich nach des Sommertages Schwühle&#10;Mein südlich Dach, auf traulichem Gesteine&#10;Mich dein zu freuen, holde Abendkühle,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Betracht′ ich so in wohlgefäll′gen Träumen&#10;Die Stadt, am grauen Felsen des Solaro,&#10;Umblüht von Gärten und zerstreuten Bäumen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erhebt sich an begrünter Rebenmauer&#10;Des Ostens halbverwaistes Kind, die Palme,&#10;So einsam, und so stolz in ihrer Trauer,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und seh′ ich bis in ungemessne Weiten&#10;Voll Sonnenglanz, sich zwischen rauhen Felsen,&#10;Mit manchem fernen Schiff das Meer verbreiten,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied des Harfenmädchens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-harfenmaedchens/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:56:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-harfenmaedchens/</guid><description>&lt;p&gt;Heute, nur heute&#10;Bin ich so schön;&#10;Morgen, ach morgen&#10;Muß alles vergehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur diese Stunde&#10;Bist du noch mein;&#10;Sterben, ach sterben&#10;Soll ich allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Zeitfreiwilligen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-zeitfreiwilligen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:56:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-zeitfreiwilligen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein Zeitfreiwilliger&#10;Und stehle dem lieben Gott die Zeit.&#10;Es lebt sich billiger, wenn man:&#10;Nieder mit den Spartakisten schreit.&#10;Fuffzehn Märker den Tag.&#10;Daneben allens frei.&#10;Es ist ein herrliches Leben.&#10;Juchhei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich verdiente mir meine Sporen&#10;Bei Kapp.&#10;Als dessen Sache verloren,&#10;Zog ich ab.&#10;Ich gehöre wieder zu den Regierungstreun&#10;Und habe den Schutz der Verfassung erkoren.&#10;Ich breche alle Eide von acht bis neun,&#10;Die ich von sieben bis acht geschworen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Sehnsucht des Kuno Kohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-sehnsucht-des-kuno-kohn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:55:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-sehnsucht-des-kuno-kohn/</guid><description>&lt;p&gt;Die Falten des Meeres platzen wie Peitschen auf meiner Haut.&#10;Und die Sterne des Meeres reißen mich auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von schreienden Wunden ist der Abend des Meeres Einsamen.&#10;Aber die Liebenden finden den guten verträumten Tod &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei bald da, Schmerzäugige, das Meer tut so weh.&#10;Sei bald da, Liebleidende, das Meer erschlägt mich so.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Hände sind kühle Heilige. Hüll mich mit ihnen, das Meer brennt auf mir.&#10;Hilf doch! Hilf doch! &amp;hellip; Deck mich. Rette mich. Heil mich, Freundin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-6436/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:55:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-6436/</guid><description>&lt;p&gt;Du, der ichs nicht sage, daß ich bei Nacht&#10;weinend liege,&#10;deren Wesen mich müde macht&#10;wie eine Wiege.&#10;Du, die mir nicht sagt, wenn sie wacht&#10;meinetwillen:&#10;wie, wenn wir diese Pracht&#10;ohne zu stillen&#10;in uns ertrügen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh dir die Liebenden an,&#10;wenn erst das Bekennen begann,&#10;wie bald sie lügen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du machst mich allein. Dich einzig kann ich vertauschen.&#10;Eine Weile bist dus, dann wieder ist es das Rauschen,&#10;oder es ist ein Duft ohne Rest.&#10;Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,&#10;du nur, du wirst immer wieder geboren:&#10;weil ich niemals dich anhielt, halt ich dich fest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-3603/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:54:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-3603/</guid><description>&lt;p&gt;Des Morgens wache Königin&#10;Hört schon mein frühes Lied;&#10;Sie weiß wie liebevoll ich bin&#10;Und wie die Spröde flieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Phoebus von dem ersten Strahl&#10;Bis er zur Ruhe geht&#10;Sieht nichts als Thränen ohne Zahl,&#10;Die doch ihr Stolz verschmäht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! werd ich keinen Morgen sehn,&#10;Der mir gequältem lacht?&#10;Ist mir kein Tag, kein Abend schön,&#10;Und heiter keine Nacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ruft in meinen Trauerklang&#10;Der Wiederhall betrübt.&#10;Wann sagt mein freudiger Gesang,&#10;Daß Lalage mich liebt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-3238/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:53:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-3238/</guid><description>&lt;p&gt;Du mit dem Frühlingsangesichte,&#10;Du schönes, blondes Himmelskind,&#10;An deiner Anmut Rosenlichte&#10;Sieht sich mein Auge noch halb blind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach etwas durst ich lang im stillen,&#10;Nach einem Labekuß von dir,&#10;Den gib mir nur mit gutem Willen,&#10;Sonst nehm ich rasch ihn selber mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sollte dich der Raub verdrießen,&#10;So geb ich gern den Augenblick,&#10;Die Schuld des Frevels abzubüßen,&#10;Ihn hundertfältig dir zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-2074/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:53:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-2074/</guid><description>&lt;p&gt;Süße Stille, meines Herzens Frieden,&#10;Ach wohin, wohin bist du entfloh′n?&#10;Bist auf immer du von mir geschieden,&#10;Schwangst in ferne Himmel du dich schon?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steig′ empor aus dunkeln Schattenthalen,&#10;Von dem grünen Wipfel sink herab!&#10;Lind′re meine tiefen Seelenqualen,&#10;Oder senke mich ins frühe Grab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier an dieser tiefversenkten Welle&#10;Fühl′ ich deines Athems leises Weh′n;&#10;Hier an dieser kühlen Schattenstelle,&#10;Trauter Freund, werd′ ich dich wiederseh′n!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach du kömmst - durch leises Blattgekräusel&#10;Folg′ ich deiner leichtverwehten Spur -&#10;Und mir tönts im luftigen Gesäusel:&#10;»Suche mich im Schooße der Natur!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebst du das Dunkel...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebst-du-das-dunkel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:52:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebst-du-das-dunkel/</guid><description>&lt;p&gt;Liebst du das Dunkel&#10;Tauigter Nächte?&#10;Graut dir der Morgen,&#10;Starrst du ins Spätrot,&#10;Seufzest beim Mahle&#10;Stößest den Becher&#10;Weg von den Lippen?&#10;Liebst du nicht Jagdlust&#10;Reizet dich Ruhm nicht&#10;Schlachtgetümmel?&#10;Welken dir Blumen&#10;Schneller am Busen&#10;Als sie sonst welkten&#10;Drängt sich das Blut dir&#10;Pochend zum Herzen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieblingsplätzchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieblingsplaetzchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:52:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieblingsplaetzchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wißt ihr, wo ich gerne weil&#10;In der Abendkühle?&#10;In dem Beurertal da ist&#10;Eine kleine Mühle;&#10;Und ein kleiner Bach davor,&#10;Ringsherum steh′n Bäume;&#10;Oft sitz ich da stundenlang,&#10;Schau umher und träume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zweiglein gucken in den Bach,&#10;Die Insekten schwirren,&#10;Vöglein singen freudig drein,&#10;Turteltäubchen girren;&#10;Freundlich nicken Gras und Laub,&#10;Leise sich bewegend,&#10;Und die Mühle plappert laut&#10;Von der schönen Gegend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Blümlein in dem Grün&#10;Sprechen unbefangen,&#10;Und das blaue Blümlein sagt:&#10;Sieh mein Köpfchen hangen!&#10;Röslein mit dem Dornenkuß&#10;Hat mich so gestochen,&#10;Ach! das macht mich gar betrübt,&#10;Hat mein Herz gebrochen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesweh/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:51:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesweh/</guid><description>&lt;p&gt;Zähre rieselt mir um Zähre&#10;in des Betts zerwühltes Laken.&#10;Bange Angstgedanken haken&#10;sich in meiner Seele Schwere.&#10;Schmerzgekrümmt sind meine Beine;&#10;traurig triefend hängt der Bart&#10;von den Tränen, die ich weine -&#10;und die Nase trieft apart&amp;hellip;&#10;Ach, es ist der Traum der Liebe,&#10;den ich durch die Seele siebe.&#10;Ach, es ist der Liebe Weh,&#10;die mich zwickt vom Kopf zum Zeh. -&#10;Armes Herz! Die Träume wittern&#10;fernen Trost. Ich spann′ die Ohren -&#10;und durch meiner Seele Zittern,&#10;fernherflüsternd, traumverloren,&#10;murmelt ein geliebter Mund:&#10;Schlapper Hund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebestat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebestat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:50:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebestat/</guid><description>&lt;p&gt;Was aus Liebe getan&#10;wird, geschieht immer&#10;jenseits von Gut und Böse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesschauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesschauer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:50:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesschauer/</guid><description>&lt;p&gt;Liebesschauer mir im Herzen wühlen,&#10;Deiner Schönheit blutigem Altar,&#10;Sturmgewaltig wettert durch mein Fühlen,&#10;Atemloser Wonnen wilde Schar.&#10;Aus des Herzens abgrundtiefen Schachten,&#10;Wo Gedankenfluten hoch gerollt,&#10;Die den Weltenbau ins Wanken brachten,&#10;Wenn empor zum Lichte sie getollt,&#10;Quellen Lieder, Deiner Schönheit trunken,&#10;Sausen Flammen irrer Liebesglut,&#10;Meine großen Ziele sind versunken,&#10;Bleich und todesstarr mein Wille ruht; -&#10;Wehr und Waffen hat der Rost zerfressen,&#10;Daß ich einstmals stritt, - ich weiß es kaum;&#10;Meine Sendung hab′ ich längst vergessen -&#10;Nur für Dich hat meine Seele Raum!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesprobe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesprobe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:49:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesprobe/</guid><description>&lt;p&gt;Laß den Jüngling, der dich liebt,&#10;Eine Lilie pflücken,&#10;Eh dein Herz sich ihm ergibt,&#10;Um ihn zu beglücken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird kein Tropfen von dem Tau&#10;Dann durch ihn vergossen,&#10;Der sie tränkt auf der Au,&#10;Sei der Bund geschlossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer so zart die Blume bricht,&#10;Daß sie nicht entwallen,&#10;Sorgt auch, daß Tränen nicht&#10;Deinem Aug entfallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeslied für Euphemia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied-fuer-euphemia/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:49:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied-fuer-euphemia/</guid><description>&lt;p&gt;O Phemie: uns ist der Mond ein großes gelbes Tulpenbeet&#10;(Es wälzen keuchend sich vom Horizonte Hollands taube Strahlen).&#10;Vermischt sich Apfelmusgehirn mit Loderherz: kommt Eros viel zu spät&#10;Und wir befinden uns weitaus am wohlsten in der Vertikalen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kioske öffneten sich rasch und Illustrierte schrillen.&#10;Wir treiben Wucher mit dem Kinofilmband!&#10;Wir liebten kilometerweise! Nach des Regisseures Willen!&#10;Und jedes Pfundstück war uns neuer Akte Unterpfand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Euphemie, wenn sentiment nicht mehr aktuell ist&amp;hellip;&#10;Dann fliehen wir nach Monte, Phemie: ich habe drei Systeme!&#10;Du hast nur eins: du bringst die Kavaliere heeme.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied-7546/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:48:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied-7546/</guid><description>&lt;p&gt;Potz, Deubelsdreck und Schwerebrett,&#10;ick jeh mit Jette Lück zu Bett.&#10;Jette, komm int Heu mit mich;&#10;sieben Kinder mach ick dich;&#10;willstu nich, denn willstu nich,&#10;aber haben muss ick dich,&#10;denn mir puderts fürchterlich.&#10;Jette, komm int Heu zu mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesgroßmuth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesgrossmuth/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:47:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesgrossmuth/</guid><description>&lt;p&gt;Fragen möcht′ ich dich mit süßem Bangen,&#10;Wie sich deine Lieb′ zu mir verloren?&#10;Nach dem Höchsten durftest kühn du langen&#10;Und statt seiner hast du mich erkoren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O ich ahne, was dich an mich bindet:&#10;In den Liebesketten, die dich halten,&#10;Sieht mein Auge und mein Herz empfindet&#10;Deiner Großmuth königliches Walten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil von Sturmesgrimm und Wetterstrahle&#10;All mein Sein versengt, versehrt, verschüttet,&#10;Hast du auf das blüthenlose, fahle,&#10;Deiner Seele Frühlingshort geschüttet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebes-Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebes-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:47:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Wie soll ich meine Seele halten, daß&#10;sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie&#10;hinheben über dich zu andern Dingen?&#10;Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas&#10;Verlorenem im Dunkel unterbringen&#10;an einer fremden stillen Stelle, die&#10;nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.&#10;Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,&#10;nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,&#10;der aus zwei Saiten Stimme zieht.&#10;Auf welches Instrument sind wir gespannt?&#10;Und welcher Geiger hat uns in der Hand?&#10;O süßes Lied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe und Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-freundschaft-5672/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:46:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-freundschaft-5672/</guid><description>&lt;p&gt;Treue Liebe&#10;kann zwischen Menschen von sehr verschiedenen,&#10;dauernde Freundschaft&#10;nur zwischen Menschen von gleichem Werte&#10;bestehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus diesem Grund&#10;ist die zweite viel seltener&#10;als die erste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe im Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-im-winter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:46:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-im-winter/</guid><description>&lt;p&gt;Wir küßten uns wild, wir zankten uns aus,&#10;Wir tollten und tanzten zum Hause hinaus!&#10;Nun hältst du wie erschrocken&#10;Im stummen Tanz der Flocken&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über die glühenden Wangen,&#10;Zagen und Verlangen,&#10;Zitternde Lust und Weh&#10;Fällt der friedliche Schnee.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-5039/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:45:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-5039/</guid><description>&lt;p&gt;O reiche Armuth! Gebend, seliges Empfangen!&#10;In Zagheit Muth! in Freiheit doch gefangen.&#10;In Stummheit Sprache,&#10;Schüchtern bei Tage,&#10;Siegend mit zaghaftem Bangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lebendiger Tod, im Einen sel′ges Leben&#10;Schwelgend in Noth, im Widerstand ergeben,&#10;Genießend schmachten,&#10;Nie satt betrachten&#10;Leben im Traum und doppelt Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-4240/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:44:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-4240/</guid><description>&lt;p&gt;O weh und aber weh dem Mann,&#10;Der Schönes nicht auf Erden liebt,&#10;Sich keines Dings erfreuen kann,&#10;Sein volles Herz an keins ergiebt!&#10;O wehe, wer sich nie vereint&#10;Mit Wies′ und Quell und Blüthenast,&#10;Sein Mädchen auch und seinen Freund&#10;Mit halber Seele nur umfaßt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder wehe, weh dem Mann,&#10;Den Liebe zieht, den Liebe drängt!&#10;Der Schönes sucht, und fest daran&#10;Sein ganzes Herz auf immer hängt!&#10;Wenn Erd′ es trägt, verschwindets bald.&#10;Der Blüthenast am Quell verdirbt:&#10;Im Freundesbusen wird es kalt;&#10;Und ach! das treue Mädchen stirbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieb ohne Worte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieb-ohne-worte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:44:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieb-ohne-worte/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Mich erfüllt Liebestoben zu dir!&#10;Ich bin deinst&#10;als ob einst&#10;wir vereinigst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei du meinst!&#10;Komm Liebchenstche zu mir -&#10;ich vergehste sonst&#10;sehnsuchstgepeinigst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Achst, achst, schwachst schwachst arms Wortleinstche, was? &amp;ndash;&#10;Genug denn, auch du, auch du liebsest.&#10;Fühls, fühls ganzst ohne Worte: sei Meinstlein!&#10;Ich sehne dich sprachlosestest.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Licht und Schatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/licht-und-schatten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:43:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/licht-und-schatten/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarz ihre Brauen,&#10;Weiß ihre Brust,&#10;Klein mein Vertrauen,&#10;Groß doch die Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwatzhaft mit Blicken,&#10;Schweigend den Zung,&#10;Alt das Mißglücken,&#10;Wunsch immer jung;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arm, was ich brachte,&#10;Reich meine Lieb;&#10;Warm, was ich dachte,&#10;Kalt, was ich schrieb.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leuchten durchs Laub</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leuchten-durchs-laub/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:43:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leuchten-durchs-laub/</guid><description>&lt;p&gt;O ihr dichtbelaubten Sommerbäume,&#10;Was nur gibt euch euern großen Zauber?&#10;Daß ihr wurzelt in der dunklen Erde,&#10;Daß ihr aufragt in den hellen Himmel,&#10;Daß ihr zwischen Erd&amp;rsquo; und Himmel haltet&#10;Viele hundert grünkristallne Teller,&#10;Die des Lichtes blendend strenges Strömen&#10;Hoch im Blau empfangen, und behutsam&#10;Teilend auf einander niedergießen,&#10;Bis die Feuerflut gelinder leuchtet,&#10;Aller Ahnung voll, doch freundlich nahe&#10;Menschenaugen tränkt und Menschenherzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzter Gruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-gruss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:42:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-gruss/</guid><description>&lt;p&gt;Jungfraunbilder, früh erblichen,&#10;In dem Haar den Myrtenkranz,&#10;Dämmernd-schwebende Gestalten,&#10;Steigen auf bei Mondenglanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt ihr mit den weißen Händen,&#10;Die den Knaben nie gedrückt,&#10;Halb verwelkte Rosen brechen,&#10;Weil kein Fröhlicher sie pflückt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt ihr mit den kalten Lippen,&#10;Die kein Jüngling warm geküßt,&#10;Aus den Blütenkelchen trinken,&#10;Die der Schmetterling vergißt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder wollt ihr still erkunden,&#10;Wenn ihr, wie im Traum, euch zeigt,&#10;Ob euch aus dem treusten Herzen&#10;Noch ein leerer Seufzer steigt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzte Wache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-wache/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:41:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-wache/</guid><description>&lt;p&gt;Wie dunkel sind deine Schläfen.&#10;Und deine Hände so schwer.&#10;Bist du schon weit von dannen,&#10;Und hörst mich nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter dem flackenden Lichte&#10;Bist du so traurig und alt,&#10;Und deine Lippen sind grausam&#10;In ewiger Starre gekrallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Morgen schon ist hier das Schweigen&#10;Und vielleicht in der Luft&#10;Noch das Rascheln von Kränzen&#10;Und ein verwesender Duft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber die Nächte werden&#10;Leerer nun, Jahr um Jahr.&#10;Hier wo dein Haupt lag, und leise&#10;Immer dein Atem war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leise, Peterle, leise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leise-peterle-leise/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:41:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leise-peterle-leise/</guid><description>&lt;p&gt;Leise, Peterle, leise,&#10;der Mond geht auf die Reise.&#10;Er hat ein weißes Pferd gezäumt,&#10;das geht so still, als ob es träumt.&#10;Leise, Peterle, leise!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stille, Peterle, stille,&#10;der Mond hat eine Brille.&#10;Ein graues Wölkchen schob sich vor,&#10;das sitzt ihm grad auf Nas und Ohr.&#10;Stille, Peterle, stille!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träume, Peterle, träume,&#10;der Mond guckt durch die Bäume.&#10;Ich glaube gar, nun bleibt er stehn,&#10;um Peterle im Schlaf zu sehen.&#10;Träume, Peterle, träume!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leise hinter Nachtgewölke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leise-hinter-nachtgewoelke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:40:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leise-hinter-nachtgewoelke/</guid><description>&lt;p&gt;Leise hinter düstrem Nachtgewölbe&#10;Tritt des Mondes Silberbild hervor,&#10;Aus des Wiesentales feuchtem Grunde&#10;Steigt der Abendnebel leicht empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhig schlummernd liegen alle Wesen,&#10;Feiernd schweigt des Waldes Sängerchor,&#10;Nur aus stillem Hain, einsam klagend,&#10;Tönet Philomenes Lied hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schweigend steht des Waldes düstre Fichte,&#10;Süß entströmt der Nachtviole Luft,&#10;Um die Blumen spielt des Westwinds Flügel,&#10;Leis hinstreichend durch die Abendluft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leidenschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leidenschaft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:40:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leidenschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Es kommt manchmal vor,&#10;dass eine Frau einem Mann&#10;die volle Leidenschaft,&#10;die sie für Ihn fühlt, verheimlicht,&#10;während er selber die ganze Leidenschaft&#10;für sie, die er nicht empfindet, heuchelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leid und Lust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leid-und-lust/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:39:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leid-und-lust/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl schaut ihr die Sterne&#10;Weit, ohne Zahl&#10;Doch bleiben sie ferne&#10;Euch allzumal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir leuchten zwei Sterne&#10;Mit süßem Strahl,&#10;Die küss ich so gerne&#10;Vieltausendmal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leichte Trübung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leichte-truebung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:39:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leichte-truebung/</guid><description>&lt;p&gt;Woher dies plötzliche Verstummen?&#10;Und diese Wolken kummerschwer,&#10;Die mir dein Angesicht vermummen,&#10;Das erst so froh gestrahlt, woher?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Siehst du den blauen Berg dort ragen,&#10;Der Felsen in die Lüfte hebt,&#10;An welchen selbst die Gemsen zagen&#10;Und der erschrockne Jäger bebt? -&#10;Von seinem Gipfel schleudre du&#10;Ein Steinchen spielend in die Tiefen:&#10;Du störst der Lüfte schwanke Ruh,&#10;Und Nebel steigen, die dort schliefen.&#10;So warfst du, seine Kraft nicht ahnend,&#10;Ein Wörtchen mir in meine Brust,&#10;Ein Wörtchen, leise, aber mahnend,&#10;Und sieh, nun stieg der trübe Wust&#10;Von Nebelbildern alter Kränkung&#10;Aus ihrer stillen Nachtversenkung.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leichte Luft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leichte-luft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:38:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leichte-luft/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Frühling wiederkehrt,&#10;Kehr ich wieder auch ins Thal,&#10;Und ich blicke wie verklärt&#10;Auf zum jungen Sonnenstral.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ich so einsam schreite,&#10;Kommen lachend, frisch und jung&#10;Die Gedanken als Geleite&#10;Auf der Frühlingswanderung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einer spricht von Rosenauen,&#10;Der von heißer Liebesglut,&#10;Der vom Himmel, von dem blauen,&#10;Und von kühler Wellenflut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie halten mich gefangen,&#10;Aber liebend, leicht und lind&#10;Kühlen sie mir nur die Wangen&#10;Wie ein leiser Abendwind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lehrsatz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lehrsatz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:37:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lehrsatz/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne scheint; laß ab von Liebeswerben!&#10;Denn Liebe gleicht der scheuesten der Frauen;&#10;Ihr eigen Antlitz schämt sie sich zu schauen,&#10;Ein Rätsel will sie bleiben, oder sterben.&#10;Doch wenn der Abend still herniedergleitet,&#10;Dann naht das Reich der zärtlichen Gedanken;&#10;Wenn Dämmrung süß verwirrend sich verbreitet&#10;Und alle Formen ineinander schwanken,&#10;Dann irrt die Hand, dann irrt der Mund gar leicht,&#10;Und halb gewagt, wird alles ganz erreicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lehnen im Abendgarten beide...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lehnen-im-abendgarten-beide/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:37:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lehnen-im-abendgarten-beide/</guid><description>&lt;p&gt;Lehnen im Abendgarten beide,&#10;lauschen lange nach irgendwo.&#10;&amp;ldquo;Du hast Hände wie weiße Seide&amp;hellip;&amp;rdquo;&#10;Und da staunt sie: &amp;ldquo;Du sagst das so&amp;hellip;&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Etwas ist in den Garten getreten.&#10;und das Gitter hat nicht geknarrt,&#10;und die Rosen in allen Beeten&#10;beben vor seiner Gegenwart.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Legende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/legende/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:36:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/legende/</guid><description>&lt;p&gt;Vor einem hellen Marienbild&#10;Spielte ein Bettler die Geige.&#10;Die Vögel sangen im Herbstgefild,&#10;Der Tag ging schon zur Neige.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er spielte der Reben süße Last,&#10;Die hingen ihm bis zur Stirne,&#10;Er spielte den reifen Apfelast&#10;Und der Berge schneeige Firne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er spielte der blauen Seen Licht,&#10;Die leuchteten ihm aus den Augen.&#10;Er sang zu der Geige und immer noch nicht&#10;Wollte das Lied ihm taugen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sang er den Mond und die Sterne dazu&#10;Die konnte er alle verschenken&#10;Und weinte des Waldes einsame Ruh,&#10;Die tät seine Geige tränken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Legende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/legende-8488/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:36:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/legende-8488/</guid><description>&lt;p&gt;In Indien - sagt man - weint der Mond Kristalle,&#10;Den schattenloser schwerer Traum umwand.&#10;Und wer des Mondes Träne drunten fand,&#10;Der geht gefeit vor Tod und jähem Falle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun mag die Pest der Völker Leiber fretzen&#10;Und Hunger sie auf Wegen müde hetzen.&#10;Er aber quert die Nacht und die Gewimmer,&#10;In Händen haltend nie versiegten Schimmer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebensweg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensweg/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:35:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensweg/</guid><description>&lt;p&gt;Wir gehen den Weg,&#10;einen Weg, manchmal steil,&#10;manchmal mühsam und beschwerlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Weg, manchmal eben,&#10;manchmal breit und bequem.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist unser Weg voll von Überraschungen,&#10;voll von guten und schlechten Erfahrungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manchmal sind wir müde, traurig und lustlos,&#10;manchmal voll von Freude und Begeisterung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kreuzungen zwingen zur Entscheidung,&#10;Irrwege zur Umkehr,&#10;Durststrecken zum Durchhalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist gut, dass es Weggefährten gibt,&#10;Plätze zum Ausruhen,&#10;Wegweiser, die uns die Richtung zeigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebenslauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenslauf/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:34:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenslauf/</guid><description>&lt;p&gt;Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt&#10;All uns nieder, das Leid beuget gewaltiger,&#10;Doch es kehret umsonst nicht&#10;Unser Bogen, woher er kommt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufwärts oder hinab! herrschet in heil′ger Nacht,&#10;Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt,&#10;Herrscht im schiefesten Orkus&#10;Nicht ein Grades, ein Recht noch auch?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich,&#10;Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden,&#10;Daß ich wüßte, mit Vorsicht&#10;Mich des ebenen Pfads geführt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:34:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leben/</guid><description>&lt;p&gt;Seele, die du, unergründlich&#10;Tief versenkt, dich ätherwärts&#10;Schwingen möchtest und allstündlich&#10;Dich gehemmt wähnst durch den Schmerz -&#10;An den Taucher, an den stillen,&#10;Denke, der in finstrer See&#10;Fischt nach eines Höhern Willen:&#10;Nur vom Atmen kommt sein Weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist die Perle erst gefunden&#10;In der öden Wellengruft,&#10;Wird er schnell emporgewunden,&#10;Daß ihn heilen Licht und Luft;&#10;Was sich lange ihm verhehlte,&#10;Wird ihm dann auf einmal klar:&#10;Daß, was ihn im Abgrund quälte,&#10;Eben nur sein Leben war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leben und Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-und-tod/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:33:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-und-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Sucht das Leben wohl den Tod?&#10;Oder sucht der Tod das Leben?&#10;Können Morgenröte und das Abendrot&#10;Sich auf halbem Weg die Hände geben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die stille Nacht tritt mitten ein,&#10;Die sich der Liebenden erbarme!&#10;Sie winkt: es flüstert: &amp;ldquo;Amen!&amp;rdquo; - Mein und dein!&#10;Da fallen sie sich zitternd in die Arme.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-4262/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:33:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-4262/</guid><description>&lt;p&gt;Nur ein Leben leben wir aus in manchen Gestalten;&#10;Unser Schauspiel, es ruft Scene nach Scenen hervor.&#10;Und doch binden so selten in uns sich Alter und Scenen;&#10;Neulinge sind wir als Kind, Neulinge gehn wir ins Grab.&#10;Auch die uns hören und sehn, Neulinge gehn sie vorüber;&#10;Also spiele Dein Spiel, nicht für die Menge, für Dich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lass ruh′n die Toten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-ruhn-die-toten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:32:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-ruhn-die-toten/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht ein altes Gemäuer&#10;Hervor aus Waldes Nacht,&#10;Wohl standen Klöster und Burgen&#10;Einst dort in herrlicher Pracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es liegen im kühlen Grunde&#10;Behauene Steine gereiht;&#10;Dort schlummern die Frauen, die Starken,&#10;Die Mächt′gen der alten Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was kommst du nächtlicher Weile&#10;Durchwühlen das alte Gestein?&#10;Und förderst hervor aus den Gräbern&#10;Nur Staub und Totengebein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unmächtger Sohn der Stunde,&#10;Das ist der Zeiten Lauf,&#10;Lass ruh′n, laß ruh′n die Toten,&#10;Du weckst sie mit Klagen nicht auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lapidarstil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lapidarstil/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:31:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lapidarstil/</guid><description>&lt;p&gt;Ist das Deutsch schon so verdorben,&#10;Daß man&amp;rsquo;s kaum noch schreiben kann?&#10;Oder ist es ausgestorben,&#10;Daß man&amp;rsquo;s spricht nur dann und wann?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder habet ihr vernommen,&#10;Daß es bald zu Ende geht?&#10;Daß die Zeiten nächstens kommen,&#10;Wo kein Mensch mehr deutsch versteht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedes Denkmal wird frisieret&#10;Von der Philologen Hand,&#10;Und so haben sie beschmieret&#10;Erz und Stein und Tisch und Wand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo man hinschaut, strotzt und glotzet&#10;Eine Inschrift in Latein,&#10;Die sich trotzig hat schmarotzet&#10;In das Denkmal mit hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaftmalerische Hyperbel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftmalerische-hyperbel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:31:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftmalerische-hyperbel/</guid><description>&lt;p&gt;Hast du den Himmel gesehn heut&amp;rsquo; Abend? â€“ »Nein, und wie war er?« â€“&#10;O welch herrlicher Claud, ach welch ein himmlischer Ton!&#10;»Und die Campagna, wie war sie?« â€“ Nur Claud in Himmel und Erde,&#10;Jeglichen Pinselstrich hab&amp;rsquo; in der Luft ich gesehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:30:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Wie alte Knochen liegen in dem Topf&#10;Des Mittags die verfluchten Straßen da.&#10;Schon lange ist es her, daß ich dich sah.&#10;Ein Junge zupft ein Mädchen an dem Zopf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein paar Hunde sielen sich im Dreck.&#10;Ich ginge gerne Arm in Arm mit dir.&#10;Der Himmel ist ein graues Packpapier,&#10;Auf dem die Sonne klebt - ein Butterfleck.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lamentationen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lamentationen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:30:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lamentationen/</guid><description>&lt;p&gt;Das Glück ist eine leichte Dirne&#10;Und weilt nicht gern am selben Ort;&#10;Sie streicht das Haar dir von der Stirne,&#10;Und küßt dich rasch und flattert fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frau Unglück hat im Gegenteile&#10;Dich liebefest ans Herz gedrückt;&#10;Sie sagt, sie habe keine Eile,&#10;Setzt sich zu dir ans Bett und strickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>La Vierge aux Rochers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/la-vierge-aux-rochers/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:29:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/la-vierge-aux-rochers/</guid><description>&lt;p&gt;Dicht von Felsen eingeschlossen,&#10;Wo die Jordansquellen gehn,&#10;Wo die stillen Blumen sprossen,&#10;Ist Johannes hier zu sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sinnend, in die Ferne zeigend&#10;Sitzt er an der Quelle Rand&#10;Und sein Engel lenket schweigend&#10;Nach demselben Ziel die Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wir sehen bei ihm knien,&#10;Die er nur prophetisch schaut,&#10;Jesum Christum und Marien,&#10;Kirche, Bräutigam und Braut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jesus beugt sich schon entgegen&#10;Händefaltend jener Flut,&#10;Die auf unbereiten Wegen&#10;Jetzt noch Sklavendienste tut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>La chiesa sotterranea die Capucini a Roma</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/la-chiesa-sotterranea-die-capucini-a-roma/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:28:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/la-chiesa-sotterranea-die-capucini-a-roma/</guid><description>&lt;p&gt;Menschengebeine hat man zu Sternen und Blumen verflochten,&#10;Von der farbigen Wand grinsen sie zierlich herab;&#10;Aufgestapelte Schädel umstehn in geordneten Reihen&#10;Dämmernde Nischen, worin manches Gerippe sich streckt,&#10;Wie im Leben, bekleidet mit bräunlicher Kutte, ein Täflein&#10;In der knöchernen Hand, welches das Sterbejahr nennt,&#10;Und dein Führer, ein Mönch, wie diese Toten es waren,&#10;Sagt dir lächelnd: dereinst werde ich ruhen, wie sie!&#10;Aber Italiens Sonne bestrahlt durch niedrige Fenster&#10;All den Moder, und sanft plätschert ein Springbrunn im Hof.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kunst und Afterkunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kunst-und-afterkunst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:28:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kunst-und-afterkunst/</guid><description>&lt;p&gt;(Bei Gelegenheit eines Gastspiels der Rachel.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit der Mutter Natur, die leise vom Sommer zum Winter&#10;Schreitet und wieder zurück, rechtet das russische Bad.&#10;Matt sind Frühling und Herbst, so ruft es, ich werde dir zeigen,&#10;Daß auch ein einziger Schritt führt von der Hitze zum Frost.&#10;Jene erwidert mit Lächeln: ich weiß es, doch frommt′s nur dem Kranken,&#10;Aber ich sorge für die, welche gesund sind, wie ich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Küßte ich zur Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuesste-ich-zur-nacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:27:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuesste-ich-zur-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wie fröhlich und gesund&#10;Mich die Liebe macht!&#10;Bin der beste Mensch am Tag,&#10;Küßte ich zur Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arbeit tut von selber gehn,&#10;Jeder Schritt ist Dank,&#10;Reden, die ich reden muß,&#10;Red′ ich frei und frank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heller wird mir jeder Tag,&#10;Weiß, wohin man sieht,&#10;Weiß, wenn′s Abend werden will,&#10;Wozu das geschieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herrlich kommt die dunkle Nacht,&#10;Die den Mund mir gibt,&#10;Der mich bis zum hellen Tag&#10;Unter Küssen liebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kuckuckruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuckuckruf/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:27:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuckuckruf/</guid><description>&lt;p&gt;Braune Blätter spülen auf dem Schlamme.&#10;Aus den Schattenschluchten&#10;Mondnachtaugen einer Hindin.&#10;Scharlach, schwül, von kalten Schwämmen.&#10;Zwischen schwarzen Wurzeldämmen&#10;Eine blaue Erdgasflamme&#10;Wankt&#10;Und&#10;Löscht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kronprätendenten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kronpraetendenten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:26:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kronpraetendenten/</guid><description>&lt;p&gt;- &amp;ldquo;Ich bin der Graf von Réaumur&#10;und haß euch wie die Schande!&#10;Dient nur dem Celsio für und für,&#10;ihr Apostatenbande!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Winkel König Fahrenheit&#10;hat still sein Mus gegessen.&#10;- &amp;ldquo;Ach Gott, sie war doch schön, die Zeit,&#10;da man nach mir gemessen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kriegsgrab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegsgrab/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:25:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegsgrab/</guid><description>&lt;p&gt;Stäbe flehen kreuze Arme&#10;Schrift zagt blasses Unbekannt&#10;Blumen frechen&#10;Staube schüchtern.&#10;Flimmer&#10;Tränet&#10;Glast&#10;Vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krankenbesuche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/krankenbesuche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:25:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/krankenbesuche/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Ähnlichkeit, die ich mit Christus habe:&#10;Nur die Weiber kommen zu meinem Grabe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krähen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kraehen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:24:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kraehen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will den Tag verbringen in den Feldern,&#10;Will lächerlich wie jene Scheuche stehn;&#10;Die großen Vögel möchten aus den Wäldern&#10;Auch so auf mein Gewand herniederwehn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um Schultern krallen, flüstern in mein Ohr&#10;Aus Mären, die im grünen Buch sie lasen,&#10;Von Hugin und von Munin, Tyr und Thor,&#10;Von Yggrasill dem Weltenbaum der Asen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und von der Väter Dienstwerk beim Adepten,&#10;Des Roten Leuen Sud, dem Blumengift,&#10;Der Mauerspalte, drein sie bergend schleppten&#10;Des siechen Herrn geheim erfundne Schrift,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kosmos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kosmos/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:24:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kosmos/</guid><description>&lt;p&gt;Der Fehler der Deutschen ist immer gewesen,&#10;Wie rühmlich man sie sonst auch nennt,&#10;Daß sie versuchen da zu lesen,&#10;Wo man noch kaum den Buchstab kennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kornrauschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kornrauschen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:23:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kornrauschen/</guid><description>&lt;p&gt;Bist du wohl im Kornfeld schon gegangen,&#10;wenn die vollen Ähren überhangen,&#10;durch die schmale Gasse dann inmitten&#10;schlanker Flüsterhalme hingeschritten?&#10;Zwang dich nicht das heimelige Rauschen,&#10;stehn zu bleiben und darein zu lauschen?&#10;Hörtest du nicht aus den Ähren allen&#10;wie aus weiten Fernen Stimmen hallen?&#10;Klang es drinnen nicht wie Sichelklang?&#10;Sang es drinnen nicht wie Schnittersang?&#10;Hörtest nicht den Wind du aus den Höhn&#10;lustig sausend da sie Flügel drehn?&#10;Hörtest nicht die Wasser aus den kühlen&#10;Tälern singen du von Rädermühlen?&#10;Leis, ganz leis nur hallt das und verschwebt,&#10;wie im Korn sich Traum mit Traum verwebt,&#10;in ein Summen wie von Orgelklingen,&#10;drein ihr Danklied die Gemeinden singen.&#10;Rückt die Sonne dann der Erde zu,&#10;wird im Korne immer tiefre Ruh′,&#10;und der liebe Wind hat′s eingewiegt,&#10;wenn die Mondnacht schimmernd drüber liegt.&#10;Wie von warmem Brot ein lauer Duft&#10;zieht mit würz′gen Wellen durch die Luft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Konfessionen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/konfessionen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:22:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/konfessionen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sage gänzlich ab&#10;Luthero bis ins Grab&#10;Ich lache und verspott'&#10;Lutheri sein Gebot&#10;Ich hasse mehr und mehr&#10;Der Lutheraner Lehr&#10;Bei mir hat kein Bestand&#10;Was Luther ist verwandt&#10;Wer Lutherisch verstirbt&#10;In Ewigkeit verdirbt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;der Römer Lehr und Leben&#10;will ich mich ganz ergeben&#10;die Mess&amp;rsquo; und Ohrenbeicht&#10;ist mir ganz sanft und leicht&#10;all, die das Papsttum lieben&#10;hab&amp;rsquo; ich ins Herz geschrieben&#10;ein&amp;rsquo; römisch Priesterschaft&#10;lob ich mit aller Kraft&#10;das Himmelreich soll erben&#10;wer römisch bleibt im Sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Komödienzettel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/komoedienzettel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:22:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/komoedienzettel/</guid><description>&lt;p&gt;Heute zum ersten Mal mit Vergunst: die Penthesilea,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hundekomödie; Akteurs: Helden und Köter und Fraun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Komm in den totgesagten park</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-in-den-totgesagten-park/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:21:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-in-den-totgesagten-park/</guid><description>&lt;p&gt;Komm in den totgesagten park und schau:&#10;Der schimmer ferner lächelnder gestade.&#10;Der reinen wolken unverhofftes blau&#10;Erhellt die weiher und die bunten pfade.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort nimm das tiefe gelb. das weiche grau&#10;Von birken und von buchs. der wind ist lau.&#10;die späten rosen welkten noch nicht ganz.&#10;Erlese küsse sie und flicht den kranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergiss auch diese letzten astern nicht.&#10;Den purpur um die ranken wilder reben.&#10;Und auch was übrig blieb von grünem leben&#10;Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Komm heraus, o Herr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-heraus-o-herr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:21:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-heraus-o-herr/</guid><description>&lt;p&gt;Komm heraus, o Herr, komm heraus, o Herr,&#10;Und tanz mit meiner Seel.&#10;Sie ist so rein und wohlgebaut.&#10;Du hast sie auch schon angeschaut,&#10;Drum ist sie ohne Fehl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stehe auf, o Herr, stehe auf, o Herr.&#10;Und führe mich zum Tanz.&#10;Durch die Lichterflut&#10;Über Grab und Schutt.&#10;O, du überirdischer Glanz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm herab, o Herr, komm herab, o Herr,&#10;Wir sehnen uns nach dir.&#10;Das Herze überzückt sich fast.&#10;Dein Wirbel hat uns angefaßt.&#10;Nun sind wir nicht mehr hier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Könnte man für Liebe sterben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koennte-man-fuer-liebe-sterben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:20:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koennte-man-fuer-liebe-sterben/</guid><description>&lt;p&gt;Könnte man für Liebe sterben&#10;wär ich längstens kalt und todt&#10;Sollte sie ein Feuer heissen&#10;wär ich längstens Asch und Koth:&#10;Doch ist sie kein Tod zu nennen&#10;woher fühl ich solche Schmerzen?&#10;Und ist sie kein brennend Feuer&#10;was kocht so in meinem Herzen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>König Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-sommer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:19:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-sommer/</guid><description>&lt;p&gt;Nun fallen leise die Blüten ab,&#10;Und die jungen Früchte schwellen.&#10;Lächelnd steigt der Frühling ins Grab&#10;Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,&#10;Dem starken, braunen Gesellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;König Sommer bereist sein Land&#10;Bis an die fernsten Grenzen,&#10;Die Ähren küssen ihm das Gewand,&#10;Er segnet sie alle mit reicher Hand,&#10;Wie stolz sie nun stehen und glänzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,&#10;Ein sattes Genügen, Genießen,&#10;Und jedes fühlt sich im innersten Kern&#10;So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,&#10;Und des Lebens Quellen fließen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>König Etzels Schwert</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-etzels-schwert/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:19:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-etzels-schwert/</guid><description>&lt;p&gt;Der Kaiser spricht zu Ritter Hug:&#10;&amp;ldquo;Du hast für mich dein Schwert verspellt,&#10;Des Eisens ist bei mir genug,&#10;Geh, wähl dir eins, das dir gefällt!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hug schreitet durch den Waffensaal,&#10;Wo stets der graue Schaffner sitzt.&#10;&amp;ldquo;Der Kaiser gibt mir freie Wahl&#10;Aus allem, was da hangt und blitzt!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er prüft und wägt. Von ihrem Ort&#10;Langt er die Schwerter mannigfalt -&#10;&amp;ldquo;Sprich, wessen ist das große dort,&#10;Gewaltig, heidnisch, ungestalt?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>König David</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-david/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:18:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-david/</guid><description>&lt;p&gt;Lächelnd scheidet der Despot,&#10;denn er weiß, nach seinem Tod&#10;wechselt Willkür nur die Hände,&#10;und die Knechtschaft hat kein Ende.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Armes Volk! wie Pferd und Farrn&#10;bleibt es angeschirrt am Karrn&#10;und der Nacken wird gebrochen,&#10;der sich nicht bequemt den Jochen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sterbend spricht zu Salomo&#10;König David: Apropos&#10;das ich Joab dir empfehle&#10;einer meiner Generäle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieser tapfre General&#10;ist seit Jahren mir fatal&#10;doch ich wagte den Verhassten&#10;niemals ernstlich anzutasten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>König Alfred</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-alfred/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:18:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-alfred/</guid><description>&lt;p&gt;Der Däne haust mit Mord und Brand&#10;In Wessex und Northumberland:&#10;Held Alfred irrt im eignen Reich&#10;Umher, dem flüchtgen Hirsche gleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Wolf und Elen tief im Wald,&#10;Da nimmt er seinen Aufenthalt,&#10;Da sammelt er, im Schutz der Nacht,&#10;Ein neues Heer zu neuer Schlacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als die Seinen kampfbereit,&#10;Da legt er an ein Harfnerkleid:&#10;In&amp;rsquo;s Dänenlager will er gehn&#10;Des Feindes Schwächen auszuspähn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon tritt er kühn, die Harf&amp;rsquo; im Arm,&#10;Vor König Guthrums Zecherschwarm,&#10;Bald in der Becher Kling und Klang&#10;Tönt Konig Alfreds Schlachtgesang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Knabentod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/knabentod/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:17:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/knabentod/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Berg der Knab′,&#10;Der zieht hinab&#10;In heißen Sommertagen;&#10;Im Tannenwald,&#10;Da macht er Halt,&#10;Er kann sich kaum noch tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den wilden Bach,&#10;Er sieht ihn jach&#10;Ins Tal herunter schäumen;&#10;Ihn dürstet sehr,&#10;Nun noch viel mehr:&#10;Nur hin! Wer würde säumen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ist die Flut!&#10;O in der Glut,&#10;Was kann so köstlich blinken!&#10;Er schöpft und trinkt,&#10;Er stürzt und sinkt&#10;Und trinkt noch im Versinken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klimps</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klimps/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:16:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klimps/</guid><description>&lt;p&gt;Der alte fromme Klimps, bei jedem Bissen Brot,&#10;Den er genoß, sprach: Segne Gott!&#10;Den schönen Spruch nicht halb zu lassen, sprach&#10;Und stirb! sein frommes Weib mit Hiobs Weib′ ihm nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleiner Rat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleiner-rat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:16:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleiner-rat/</guid><description>&lt;p&gt;Du wirst im Ehstand viel erfahren,&#10;Was dir ein halbes Rätsel war;&#10;Bald wirst du aus Erfahrung wissen,&#10;Wie Eva einst hat handeln müssen,&#10;Daß sie hernach den Kain gebar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, Schwester, diese Ehstandspflichten&#10;Wirst du von Herzen gern verrichten,&#10;Denn glaube mir, sie sind nicht schwer.&#10;Doch jede Sache hat zwo Seiten:&#10;Der Ehstand bringt zwar viele Freuden,&#10;Allein auch Kummer bringet er.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum, wenn dein Mann dir finstre Mienen,&#10;Die du nicht glaubest zu verdienen,&#10;In seiner übeln Laune macht,&#10;So denke, das ist Männergrille,&#10;Und sag: Herr, es gescheh dein Wille&#10;Bei Tag, und meiner in der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleine Dorfgeschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-dorfgeschichte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:15:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-dorfgeschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sitze vor der Thüre, mir thut die Sonne gut,&#10;Bin gar ein altes Wesen, doch hab′ ich frischen Muth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh die Wolken glühen beim Sonnenuntergang&#10;Und von der Linde drüben schallt fröhlicher Gesang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am andern End′ des Dorfes, da sitzt ein alter Mann,&#10;Der schaut auch nur von ferne das muntre Treiben an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war der flinkste Tänzer wohl aus der Burschen Schaar,&#10;Wie ich das flinkste Mädchen im ganzen Dorfe war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klagen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:15:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klagen/</guid><description>&lt;p&gt;Deines Haines Finsternisse,&#10;Oede Wildniss, sucht mein Schmerz.&#10;Lindrung, ach! und Ruhe gieße&#10;Dieses grauen mir ins Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder Freude bin ich müde,&#10;Jedes Glück ist mir verhaßt;&#10;Hin ist meines Lebens Friede&#10;Und ich bin mir eine Last.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Berget ihr vielleicht, ihr Bäume,&#10;Meine Rosilis? ich Thor!&#10;Der ich stets zu sehn sie träumte,&#10;Die ich ewig doch verlor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst in diesen süßen Schatten&#10;Sah ich sie an diesem Quell -&#10;Stunden, wie nur wir sie hatten,&#10;O wie flohet ihr so schnell!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kirchgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kirchgang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:14:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kirchgang/</guid><description>&lt;p&gt;Die Berge läuten&#10;Dein Gang wippt Sonnen&#10;Die Hände funkeln&#10;Lichten&#10;Sternen&#10;Der Kirchturm sonntagt&#10;Raunt&#10;Wo bist Du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kirchenumbau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kirchenumbau/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:13:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kirchenumbau/</guid><description>&lt;p&gt;(Bei modernem Gutswechsel)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spricht der Polier: »Nu bloß noch das eine:&#10;Herr Schultze, wohin mit die Leichensteine?&#10;Die meisten, wenn recht ich gelesen habe,&#10;Waren alte Nonnen aus ›Heiligen Grabe‹.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Und Ritter?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Nu Ritter, ein Stücker sieben,&#10;Ich hab ihre Namens aufgeschrieben,&#10;Bloß, wo sie gestanden, da sind ja nu Löcher:&#10;1 Bredow, 1 Ribbeck, 2 Rohr, 3 Kröcher,&#10;Wo soll′n wir mit hin? wo soll ich sie stell′n? «&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Stellen? Nu gar nich. Das gibt gute Schwelln,&#10;Schwellen für Stall und Stuterei,&#10;Da freun sich die Junkers noch dabei.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kindlicher Feyertags-Wunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kindlicher-feyertags-wunsch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:13:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kindlicher-feyertags-wunsch/</guid><description>&lt;p&gt;Geliebtes Eltern-Paar! Wem gleichet wohl die Zeit,&#10;Die jenen traurig macht, und diesen hoch erfreut?&#10;Den Nebel, Rauch und Wind und Schatten kan auf Erden&#10;Die Zeit an Nichtigkeit und Lauf verglichen werden.&#10;Ich weiß Ihr wehrtesten! Ihr denckt in eurem Sinn&#10;Mit mir: wie fliegt die Zeit so schnell, so bald dahin!&#10;Ein Jahr ist wiederum nun bald zu End gegangen,&#10;Gott sey gelobt vor das, was wir darin empfangen.&#10;Ein Jahr des Elends wird zugleich zurück gelegt.&#10;Die Christ-Lust, die der Herr in euer Hertz geprägt,&#10;Die wird Geliebteste! Euch stärcken, trösten, gründen,&#10;Daß Ihr in dieser Zeit werdt süsse Freude finden.&#10;So feyret denn vergnügt in Gott dieß heilge Fest,&#10;Das uns der Herr zum Heil und Glück erscheinen läßt,&#10;Legt es gesund zurück, und tretet mit Vergnügen&#10;Das Neue Jahr auch an. Der Höchste wolle fügen,&#10;Daß, Hochgeliebteste! sein Seegen aus der Höh,&#10;Und seine Lieb und Gnad stets um, und mit Euch geh.&#10;Es woll die Allmachtshand Euch schützen und begleiten,&#10;Und wieder eure Feind und alles Unglück streiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kinderreim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderreim/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:12:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderreim/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Hahn,&#10;zwei Hühner,&#10;drei Gänse,&#10;vier Schweine,&#10;fünf Kühe,&#10;sechs milchweiße Mäuschen,&#10;sieben rururote Rattenschwänze,&#10;acht wimmelnde wammelnde Waschweiber,&#10;neun pinkende paukende Beckenschläger,&#10;zehn knisternde knasternde Feuerknäste,&#10;zwölf konstantinopolitanische Dudelsackpfeifenmachergesellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kinder am Ufer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kinder-am-ufer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:12:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kinder-am-ufer/</guid><description>&lt;p&gt;O sieh doch! siehst du nicht die Blumenwolke&#10;Da drüben in dem tiefsten Weiherkolke?&#10;O! das ist schön! hätt′ ich nur einen Stecken,&#10;Schmalzweiße Kelch′ mit dunkelrothen Flecken,&#10;Und jede Glocke ist frisirt so fein&#10;Wie unser wächsern Engelchen im Schrein.&#10;Was meinst du, schneid′ ich einen Haselstab,&#10;Und wat′ ein wenig in die Furth hinab?&#10;Pah! Frösch′ und Hechte können mich nicht schrecken. -&#10;Allein, ob nicht vielleicht der Wassermann&#10;Dort in den langen Kräutern hocken kann?&#10;Ich geh, ich gehe schon - ich gehe nicht -&#10;Mich dünke, ich sah am Grunde ein Gesicht -&#10;Komm lass′ uns lieber heim, die Sonne sticht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kientoppbildchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kientoppbildchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:11:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kientoppbildchen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Städtchen liegt da wo im Land,&#10;Wie üblich: altertümlich.&#10;Und Bäume stehn am Straßenrand,&#10;Die wackeln manchmal ziemlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Kinder laufen ungekämmt.&#10;Sie haben nackte Beine.&#10;Zufrieden schaut ein schmutzges Hemd&#10;Von einer Wäscheleine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Abend bringt den Zeitvertreib,&#10;Laternen, Mond, Gespenster.&#10;Recht häufig hängt ein altes Weib&#10;In einem kleinen Fenster.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Keiner macht es besser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/keiner-macht-es-besser/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:11:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/keiner-macht-es-besser/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht fluch auf ihn, du thust, was Adam hat gethan,&#10;Der Apffel ist in dir, und beissest täglich an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kehr ein bei mir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kehr-ein-bei-mir/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:10:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kehr-ein-bei-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist die Ruh,&#10;Der Friede mild,&#10;Die Sehnsucht du,&#10;Und was sie stillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weihe dir&#10;Voll Lust und Schmerz&#10;Zur Wohnung hier&#10;Mein Aug und Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kehr ein bei mir&#10;Und schließe du&#10;Still hinter dir&#10;Die Pforten zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Treib andern Schmerz&#10;Aus dieser Brust!&#10;Voll sei dies Herz&#10;Von deiner Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Augenzelt&#10;Von deinem Glanz&#10;Allein erhellt,&#10;O füll es ganz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kaspar Hauser Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kaspar-hauser-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:09:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kaspar-hauser-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Er wahrlich liebte die Sonne, die purpurn den Hügel hinabstieg,&#10;Die Wege des Walds, den singenden Schwarzvogel&#10;Und die Freude des Grüns.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ernsthaft war sein Wohnen im Schatten des Baums&#10;Und rein sein Antlitz.&#10;Gott sprach eine sanfte Flamme zu seinem Herzen:&#10;O Mensch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stille fand sein Schritt die Stadt am Abend;&#10;Die dunkle Klage seines Munds:&#10;Ich will ein Reiter werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihm aber folgte Busch und Tier,&#10;Haus und Dämmergarten weißer Menschen&#10;Und sein Mörder suchte nach ihm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karthago</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karthago/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:09:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karthago/</guid><description>&lt;p&gt;Ausgeartetes Kind der bessern menschlichen Mutter,&#10;Das mit des Römers Gewalt paaret des Tyriers List!&#10;Aber jener beherrschte mit Kraft die eroberte Erde,&#10;Dieser belehrte die Welt, die er mit Klugheit bestahl.&#10;Sprich! Was rühmt die Geschichte von dir? Wie der Römer erwirbst du&#10;Mit dem Eisen, was du tyrisch mit Golde regierst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karneval</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karneval/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:08:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karneval/</guid><description>&lt;p&gt;Väter, hört mich, Mütter, hört die Mahnung,&#10;Jetzt kommt wieder jene Zeit - versteht! -,&#10;Wo so manche Tugend ohne Ahnung&#10;Der Besitzerin abhanden geht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beutesuchend schleicht umher das Laster;&#10;Wer ist sicher, daß ihm nichts geschieht,&#10;Wenn man jetzt der Busen Alabaster&#10;Und beim Hofball auch die Nabel sieht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von den Blicken kommt es zur Berührung,&#10;Irgendwo zu einem Druck der Hand,&#10;Und so manches Mittel der Verführung&#10;Sei aus Scham hier lieber nicht genannt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kampfflur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kampfflur/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:08:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kampfflur/</guid><description>&lt;p&gt;Glotzenschrecke Augen brocken wühles Feld&#10;Auf und nieder&#10;Nieder auf&#10;Brandet&#10;Sonne&#10;Steinet Sonne&#10;Und&#10;Verbrandet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kam die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kam-die-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:07:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kam-die-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Kam die Liebe in mein Herz gezogen,&#10;Kam nicht wie ein heitrer Sommertag,&#10;Kam nicht wie das junge Grün im Walde,&#10;Wie die duftge Blume auf der Halde,&#10;Kam wie Not und bittres Ungemach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl ist wie ein Sommertag sie kommen,&#10;Aber ganz von Staub und Glut erfüllt;&#10;Wie das Grün vom nächtgen Frost verheeret,&#10;Wie die Blume, die der Wurm verzehret,&#10;Eh die Knospe sich noch ganz enthüllt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Anders, anders ahnte sie die Seele,&#10;Anders hoffte sie mein pochend Herz;&#10;Aber, ob sie mir im Festgeschmeide&#10;Sei erschienen, ob im Trauerkleide,&#10;Nimmer tausch ich meinen süßen Schmerz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kalifornien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kalifornien/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:06:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kalifornien/</guid><description>&lt;p&gt;Auf sein Lager wirft sich lachend der Gnom:&#10;»Sakrament, ja, der Sakramentostrom!&#10;Ha ha ha, und die Menschheit, die gecke!&#10;Kaum, daß ihrer einer den Bettel entdeckt,&#10;Als gleich Tausende rufen: Hui, das schmeckt!&#10;Und aber Tausende: Fort, daß es kleckt!&#10;Und nun stehn sie alle, vergnügt und bedreckt,&#10;Und wühlen im Dreck nach dem Drecke!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Und alle Tag´ neue! Ja, das ist ein Sporn!&#10;Über Panama, übers Gebirg, um Kap Horn –&#10;Sie kommen von hinten, sie kommen von vorn,&#10;Sie kommen und wollen waschen!&#10;Ich höre sie rutschen, ich höre sie zieh´n –&#10;Gold, Gold, Gold! – Auf Händen und Knien!&#10;Ja, auf allen Vieren! – Und wär´ es bespien,&#10;Sie steckten es froh in die Taschen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kaiser Friedrich der Zweite</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiser-friedrich-der-zweite/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:06:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiser-friedrich-der-zweite/</guid><description>&lt;p&gt;In den Armen seines Jüngsten&#10;Phantasiert der sieche Kaiser,&#10;An dem treuen Herzen Manfreds&#10;Kämpft er seinen Todeskampf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit den geisterhaften blauen&#10;Augen starrt er in die Weite,&#10;Während seine fieberheisse&#10;Rechte presst des Sohnes Hand:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Manfred, lausche meinen Worten!&#10;Drüben auf dem Marmortische&#10;Mit den Greifen liegt mein gültig&#10;Unterschrieben Testament.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Kutte, drin zu sterben,&#10;Schenkten mir die braven Mönche,&#10;Dass ich meine Seele rette&#10;Trotz dem Bann des heilgen Stuhls.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kahnfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kahnfahrt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:05:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kahnfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Es sinkt der Tag; still wird es weit und breit. –&#10;Auf flüsternder, auf kühler Wasserbahn&#10;Trägt leis zwei Menschen hin ein leichter Kahn,&#10;Zwei stille Menschen, still vor Seligkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mann ergreift des Weibes zarte Hand&#10;Und spricht, indem er nah&amp;rsquo; zu ihr sich bückt,&#10;Der Stimme Zittern mühsam unterdrückt,&#10;Mühsam die Thräne, die im Aug&amp;rsquo; ihm stand:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»O möge keines von uns Zweien doch&#10;Je wiedersehn dieß Land und diesen See,&#10;Das Herz zerrissen von der Trennung Weh!«&#10;Schon war es Nacht. Wir schwiegen. Weißt du&amp;rsquo;s noch?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Juni – 24. November</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juni-24-november/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:05:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juni-24-november/</guid><description>&lt;p&gt;So sei´s! Vor Gott, vor Gott will ich, ich ihn verklagen!&#10;Weib, Törin, Muse nur – dennoch will ich es wagen!&#10;Denn mein französisch Herz hat schaudernd sich empört;&#10;Der Wahrheit hehrer Geist ist in mir eingekehrt;&#10;Begeisternd Fieber fühl´ ich quälend heim mich suchen –&#10;Ich hör´ in meinem Schlaf die Mütter ihn verfluchen,&#10;Und was in Demut auch beschloß die Schmeichlerbrut –&#10;Ich seh´ es: über ihn allein kommt all´ dies Blut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Juli 1870</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juli-1870/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:04:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juli-1870/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Untersberg, dem alten,&#10;Wohl auf der Walser Haid′&#10;Nachts Kampfesrufe schallten&#10;Über deutsche Lande weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer hat den Ruf vernommen? -&#10;»Zum Streit! Genossen, auf!&#10;Nun ist die Zeit gekommen,&#10;Ihr Helden all′, wacht auf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr saßt viel tausend Stunden&#10;Im dunklen Bergessal:&#10;Ihr träumtet tiefe Wunden&#10;Und schliefet all′ zumal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun greift zu Schwert und Schilden,&#10;Rückt Helm und Beil zurecht,&#10;Und fort zum grimmig wilden,&#10;Zum tödtlichen Gefecht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugendliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendliebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:03:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Auge glüht und funkelt&#10;Wie Morgensonnenlicht,&#10;Und meines, qualenverdunkelt,&#10;Von fressendem Elend spricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was treibt den asketischen Schwärmer&#10;Zu Deines Daseins Pracht?&#10;Er kehrt ja nur schroffer und ärmer&#10;Zurück in die heimische Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Johanniskäfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/johanniskaefer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:03:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/johanniskaefer/</guid><description>&lt;p&gt;Was liegt im Gras?&#10;Ein Sternlein.&#10;Wie leuchtet das,&#10;Gibt grünen Schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Himmel blau,&#10;Da war es gold.&#10;Auf grüne Au&#10;Ists hingerollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Leuchten blieb,&#10;Nun ward es grün,&#10;Der Erd zulieb&#10;Will Sternlein blühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Johann der Seifensieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/johann-der-seifensieder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:02:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/johann-der-seifensieder/</guid><description>&lt;p&gt;Johannes war ein Seifensieder;&#10;Der wußte viele schöne Lieder,&#10;Und sang, mit unbesorgtem Sinn,&#10;Vom Morgen bis zum Abend hin.&#10;Sein Tagwerk konnt′ ihm Nahrung bringen,&#10;Und wann er aß, so mußt er singen,&#10;Und wann er sang, so war′s mit Lust,&#10;Aus vollem Hals und freier Brust.&#10;Beim Morgenbrot, beim Abendessen&#10;Blieb Ton und Triller unvergessen;&#10;Der schallte recht, und seine Kraft&#10;Durchdrang die halbe Nachbarschaft.&#10;Man horcht, man fragt: Wer singt schon wieder?&#10;Wer ist′s ? Der muntre Seifensieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jetzt und immer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jetzt-und-immer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:02:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jetzt-und-immer/</guid><description>&lt;p&gt;Seit wann du mein - ich weiß es nicht;&#10;was weiß das Herz von Zeit und Raum!&#10;Mir ist, als wär′s seit gestern erst,&#10;daß du erfülltest meinen Traum,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;mir ist, als wär′s seit immer schon,&#10;so eigen bist du mir vertraut:&#10;so ewig lange schon mein Weib,&#10;so immer wieder meine Braut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jerusalem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jerusalem/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:01:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jerusalem/</guid><description>&lt;p&gt;Gott baute aus Seinem Rückgrat: Palästina,&#10;aus einem einzigen Knochen: Jerusalem.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wandele wie durch Mausoleen -&#10;versteint ist unsere Heilige Stadt.&#10;Es ruhen Steine in den Betten ihrer toten Seen&#10;statt Wasserseiden, die da spielten: kommen und vergehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es starren Gründe hart den Wanderer an -&#10;und er versinkt in ihre starren Nächte.&#10;Ich habe Angst, die ich nicht überwältigen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du doch kämest&amp;hellip;&#10;im lichten Alpenmantel eingehüllt.&#10;und meines Tages Dämmerstunde nähmest -&#10;mein Arm umrahmte dich, ein hilfreich Heiligenbild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jedermann ins Album</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jedermann-ins-album/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:00:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jedermann-ins-album/</guid><description>&lt;p&gt;Was ich dir wünsche, mein Freund? Ich wünsche allen dasselbe:&#10;Finde jeglicher den, der ihm im Innersten gleicht!&#10;Bist du ein Guter, so kann dich der Himmel nicht besser belohnen,&#10;Bist du ein Schlimmer, so straft ärger die Hölle dich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jedem werke bin ich fürder tot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jedem-werke-bin-ich-fuerder-tot/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 17:00:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jedem-werke-bin-ich-fuerder-tot/</guid><description>&lt;p&gt;Jedem werke bin ich fürder tot.&#10;Dich mir nahzurufen mit den sinnen,&#10;Neue reden mit dir auszuspinnen,&#10;Dienst und lohn, gewährung und verbot,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von allen dingen ist nur dieses rot&#10;Und weinen, daß die bilder immer fliehen,&#10;Die in schöner finsternis gediehen -&#10;Wann der kalte klare morgen droht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jedem das Seine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jedem-das-seine/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:59:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jedem-das-seine/</guid><description>&lt;p&gt;Ich mag eure dunkle Kirche nicht!&#10;Ich liebe die helle Sonne!&#10;Und tausendmal lieber ist mir mein Weib&#10;Als eure gemalte Madonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und tausendmal lieber ist mir der Sohn,&#10;Den mir meine Fraue geschenkt hat,&#10;Als euer vergoldetes Kruzifix,&#10;Das Arme und Beine verrenkt hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich mag überhaupt das Weltfremde nicht,&#10;Was frostig, vergilbt oder tot ist.&#10;Ich liebe das Leben, die Freude, das Licht&#10;Und das Blut, wenn es sprudelt und rot ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Januar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/januar/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:59:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/januar/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bringe dir in weißen kalten Händen&#10;Ein warmes Haus, erhellt von tausend Kerzen,&#10;Bewohnt von bunten Spielen, Tänzen, Scherzen,&#10;Von Amoretten auch, die Pfeile senden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie flattern auf und ab an allen Enden,&#10;Die Jungfrau schaut besorgt nach ihrem Herzen,&#10;Die Andre schon nach Einem, der den Schmerzen&#10;Der Wunde möchte süßen Balsam spenden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als hülfreich hab′ ich immer dich erfunden,&#10;Vor Allem, wo es gilt den schwachen Schönen,&#10;Drum, denk′ ich, wird sie nicht bis morgen klagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jähes Erwachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jaehes-erwachen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:58:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jaehes-erwachen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Tag &amp;hellip; ohne dich ist &amp;hellip; kein Tag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die&#10;Stunden &amp;hellip; kriechen.&#10;Alles &amp;hellip; öde &amp;hellip; alles&#10;leer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch &amp;hellip; nachts,&#10;mitten zwischen zwei Träumen, die mich in deine Arme&#10;wiegen, plötzlich:&#10;Ich&#10;schrecke auf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit&#10;&amp;hellip; zitterndem &amp;hellip;&#10;Herzen!&#10;Liegst du &amp;hellip; jetzt wach?&#10;Sehnst du &amp;hellip; dich &amp;hellip; nach mir?&#10;Riefst&#10;du &amp;hellip; mich ?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwarze, schwere, regungslose,&#10;nur&#10;durch das&#10;jagende, fiebernde, pochende&#10;Pulsen meines&#10;Bluts&#10;durchhämmerte&#10;Stille!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ist Lieben keusch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-lieben-keusch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:57:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-lieben-keusch/</guid><description>&lt;p&gt;Ist Lieben keusch? wo kompt denn Ehbruch her?&#10;Ist Lieben guht / nichts böses drinn zu finden /&#10;wie kann sein Feur dan so gahr viel entzünden?&#10;Ist Lieben Lust / wer bringt dan das Beschwär?&#10;Wer Lieben liebt / fährt auff der Wollust Meer /&#10;und lässet sich ins Todes Netze binden /&#10;das nicht zerreist / er lebet nuhr den Sünden /&#10;liebt Eitelkeit / und ist der Tugend leer.&#10;Das ewig lebt / dem stirbt er gäntzlich ab /&#10;sieht seine Noht erst / wan er siht sein Grab.&#10;Wer dan nuhn wird in Liebes Brunst gefunden /&#10;der fliehe bald / und hasse / die er liebt;&#10;ist Lieb ihm süß? so werd er drümb betrübt;&#10;ist sie sein Brodt? so geb er sie den Hunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Israfel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/israfel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:57:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/israfel/</guid><description>&lt;p&gt;und der die süßeste Stimme von allen Kreaturen&#10;Gottes hat.&#10;Koran&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Himmel wohnt ein Geist,&#10;Sein Herz ein Saitenspiel.&#10;Keiner singt so wild und schön&#10;Wie Israfel. Am fernsten Ziel&#10;Bleiben die Sterne stehn (wie es heißt),&#10;Gebannt vom Getön.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf seinen Pfaden&#10;Zur höchsten Mitternacht&#10;Taumelt der Mond liebe-entfacht.&#10;Ja, der Blitz und die raschen Plejaden&#10;Halten inne im Lauf&#10;Und horchen auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Engelschar, die ihn umringt,&#10;Und das lauschende Sternengedränge&#10;Sie sagen, daß Israfels Glut&#10;Allein in der Harfe ruht,&#10;Deren zitternde, lebende Stränge&#10;Er berührt, wenn er singt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Irrlicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/irrlicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:56:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/irrlicht/</guid><description>&lt;p&gt;In die tiefsten Felsengründe&#10;Lockte mich ein Irrlicht hin:&#10;Wie ich einen Ausgang finde,&#10;Liegt nicht schwer mir in dem Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin gewohnt das Irregehen,&#10;′s führt ja jeder Weg zum Ziel:&#10;Uns′re Freuden, uns′re Leiden,&#10;Alles eines Irrlichts Spiel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch des Bergstroms trock′ne Rinnen&#10;Wind′ ich ruhig mich hinab,&#10;Jeder Strom wird′s Meer gewinnen,&#10;Jedes Leiden auch sein Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Irischer Bull</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/irischer-bull/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:56:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/irischer-bull/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngst glaubt′ ich einen Fremdling wohl zu kennen,&#10;Und auch der Fremdling wähnt′, er kenne mich.&#10;Wir sprachen lang, doch mußten wir uns trennen,&#10;Denn wirklich waren′s weder Er noch ich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ir sult sprechen willekomen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ir-sult-sprechen-willekomen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:55:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ir-sult-sprechen-willekomen/</guid><description>&lt;p&gt;Ir sult sprechen willekomen:&#10;der iu mære bringet, daz bin ich.&#10;allez daz ir habt vernomen,&#10;daz ist gar ein wint: nû frâget mich.&#10;ich wil aber miete:&#10;wirt mîn lôn iht guot,&#10;ich gesage iu lîhte daz iu sanfte tuot.&#10;seht waz man mir êren biete.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wil tiuschen frouwen sagen&#10;slhiu mære daz si deste baz&#10;al der werlte suln behagen:&#10;âne grôze miete tuon ich daz.&#10;waz wold ich ze lône?&#10;si sint mir ze hêr.&#10;sô bin ich gefüege und bite si nihtes mêr&#10;wan daz si mich grüezen schône.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Inspiration</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/inspiration/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:54:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/inspiration/</guid><description>&lt;p&gt;Sieben Watschewackelenten&#10;Stapfeplatschen durch das Gras,&#10;Mit verschiedenen Talenten&#10;Finden sie bald dies, bald das.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seh′ ich so die sieben ziehen&#10;Schlapperschlingernd auf der Wies′:&#10;Mit verschiedenen Genieen&#10;Find′ auch ich bald das, bald dies.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Insekten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/insekten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:54:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/insekten/</guid><description>&lt;p&gt;Tagsüber bargen die Blätter,&#10;Bäume und Blum ihr Gesicht.&#10;Schatten war ihnen und Retter&#10;Wieder ein flatterndes Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber im Abend fiel fahle&#10;Blässe durchsichtig zu Tal.&#10;Mond, die geneigte Schale,&#10;Goß den Strahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welt war drunter die bleiche&#10;Alles Verbergens bloß.&#10;Sie auch zogen vorüber&#10;Einsam und gläubig und groß:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;. . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ingenieurlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ingenieurlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:53:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ingenieurlied/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Ingenieur ist nichts zu schwere:&#10;Er lacht und spricht: Wenn dieses nicht, so geht doch das!&#10;Er überbrückt die Flüsse und die Meere,&#10;Die Berge unverfroren zu durchbohren ist ihm Spaß.&#10;Er türmt die Bögen in die Luft,&#10;Er wühlt als Maulwurf in der Gruft!&#10;Kein Hindernis ist ihm zu groß -&#10;Er geht drauf los! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er macht den Riesen sich zum Knechte,&#10;Des wilder Mut, durch Feuersglut aus Wasserflut befreit,&#10;Zum Segen wird dem menschlichen Geschlechte, -&#10;Und ruhlos schafft mit Riesenkraft am Werk der neuen Zeit.&#10;Er fängt den Blitz und schickt ihn fort&#10;Mit schnellem Wort von Ort zu Ort,&#10;Von Pol zu Pol am Eisenstrick&#10;Im Augenblick!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In stiller Sommernacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-stiller-sommernacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:53:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-stiller-sommernacht/</guid><description>&lt;p&gt;Von Weiberblicken geil begriffen.&#10;Ein Turnverein. Frisch, fröhlich, fromm und frei.&#10;In stiller Sommernacht. Es hat gepfiffen -&#10;Das war die Polizei.&#10;Die fahndet auf Verbrecher.&#10;Der dicke Mond beschmiert die Häuserdächer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Politik zwei wichtge kleine Dinger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-politik-zwei-wichtge-kleine-dinger/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:52:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-politik-zwei-wichtge-kleine-dinger/</guid><description>&lt;p&gt;In Politik zwei wichtge kleine Dinger&#10;Sind Daumen eben und Zeigefinger,&#10;Sie halten die Feder,&#10;Das weiß ein jeder.&#10;Doch Wichtgres noch wird oft durch sie betrieben,&#10;Wenn sie sich übereinander schieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In einem verlassenen Zimmer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-einem-verlassenen-zimmer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:51:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-einem-verlassenen-zimmer/</guid><description>&lt;p&gt;Fenster, bunte Blumenbeeten,&#10;eine Ogel spielt herein.&#10;Schatten tanzen an Tapeten,&#10;Wunderlich ein toller Reihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lichterloh die Büsche wehen&#10;Und ein Schwarm von Mücken schwingt&#10;Fern im Acker Sensen mähen&#10;Und ein altes Wasser singt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wessen Atem kommt mich kosen?&#10;Schwalben irre Zeichen ziehn.&#10;Leise fließt im Grenzenlosen&#10;Dort das goldne Waldland hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flammen flackern in den Beeten.&#10;Wirr verzuckt der tolle Reihn&#10;An den gelblichen Tapeten.&#10;Jemand schaut zur Tür herein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Welt fährst du am besten...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-welt-faehrst-du-am-besten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:51:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-welt-faehrst-du-am-besten/</guid><description>&lt;p&gt;In der Welt fährst du am besten,&#10;Sprichst du stolz mit stolzen Gästen,&#10;Mit bescheidenen bescheiden,&#10;Aber wahr und klar mit beiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Sternennacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-sternennacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:50:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-sternennacht/</guid><description>&lt;p&gt;Es glänzen golden die Welten, so viele Millionen!&#10;Unnennbar die Zahl der Wesen, die auf den Sternen wohnen!&#10;Kein menschlich Sinnen wagt es, das All zu überdenken,&#10;Noch des Allmächt&amp;rsquo;gen Größe, der&amp;rsquo;s schaffen konnt und lenken!&#10;Und hier auf diesem Staubkorn, so jämmerlich, so klein!&#10;Auf diesem Königsneste so viele Noth und Pein!!&#10;Zertrümm&amp;rsquo;re, Herr des Himmels, den einen kleinen Stern!&#10;Dein Sohn konnt&amp;rsquo; ihn nicht retten! verdorben ist sein Kern.&#10;Gib Deinen guten Engeln, Allmächtiger, ein Fest,&#10;Und stürz&amp;rsquo; vom Bau der Schöpfung dies alte Königsnest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Frühe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fruehe-6891/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:50:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fruehe-6891/</guid><description>&lt;p&gt;Goldstrahlen schießen übers Dach,&#10;Die Hähne krähn den Morgen wach;&#10;Nun einer hier, nun einer dort,&#10;So kräht es nun von Ort zu Ort.&#10;Und in der Ferne stirbt der Klang -&#10;Ich höre nichts, ich horche lang.&#10;Ihr wackern Hähne, krähet doch!&#10;Sie schlafen immer, immer noch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In das Folio-Stammbuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-das-folio-stammbuch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:49:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-das-folio-stammbuch/</guid><description>&lt;p&gt;Die Weisheit wohnte sonst auf großen Foliobogen,&#10;Der Freundschaft war ein Taschenbuch bestimmt;&#10;Jetzt, da die Wissenschaft ins Kleien sich gezogen,&#10;Und leicht, wie Kork, in Almanachen schwimmt,&#10;Hast du, ein hoch beherzter Mann,&#10;Dies ungeheure Haus den Freunden aufgetan.&#10;Wie, fürchtest du denn nicht, ich muss dich ernstlich fragen,&#10;An so viel Freunden allzu schwer zu tragen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In das Album meiner Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-das-album-meiner-frau/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:48:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-das-album-meiner-frau/</guid><description>&lt;p&gt;In deiner Seele unbefleckten Adel,&#10;In ihrer Unschuld, wurzeln deine Schwächen,&#10;Und was die meisten vor gemeinem Tadel&#10;Bewahrt, das ist ihr innerstes Gebrechen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es könnte einer dir das Leben rauben,&#10;Und wäre dir schon halb dein Blut entquollen,&#10;So würdest du ihm noch im Sterben glauben,&#10;Er hätt′ dir bloß die Ader öffnen wollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will die Natur die Schönheit rein entfalten,&#10;So darf sie nichts von ihrem Feind ihr sagen,&#10;Sie kann nur dann das Herrlichste gestalten,&#10;Doch muß sie seinen Untergang auch wagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Immer zu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-zu/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:48:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-zu/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern, ah! das war ein Schweben,&#10;Als zum Tanz die Hand sie gab!&#10;Ueber Stock und Steine streben&#10;Muß ich heut am Wanderstab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gestern glänzten weiße Brüste,&#10;Die ein tiefes Athmen hob,&#10;Heute starren in der Wüste&#10;Felsenblöcke rauh und grob.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gestern noch mit heißen Küssen&#10;Deckte mich ihr weicher Mund,&#10;Heut von scharfer Dorne Rissen&#10;Trag&amp;rsquo; ich Hand und Wange wund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gestern löste mir die Glieder&#10;Süßer Liebe Feuertrank,&#10;Heute lieg&amp;rsquo; ich frierend nieder&#10;Auf des Erdgrunds harte Bank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Immer wieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-wieder-7681/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:47:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-wieder-7681/</guid><description>&lt;p&gt;Der Winter ging, der Sommer kam.&#10;Er bringt aufs neue wieder&#10;Den vielbeliebten Wunderkram&#10;Der Blumen und der Lieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie das so wechselt Jahr um Jahr,&#10;Betracht&amp;rsquo; ich fast mit Sorgen.&#10;Was lebte, starb, was ist, es war,&#10;Und heute wird zu morgen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stets muss die Bildnerin Natur&#10;Den alten Ton benützen&#10;In Haus und Garten, Wald und Flur&#10;Zu ihren neuen Skizzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Immer neue Küsse gib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-neue-kuesse-gib/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:47:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-neue-kuesse-gib/</guid><description>&lt;p&gt;Küß mich auf den Mund, mein Lieb,&#10;Immer neue Küsse gib.&#10;Welkt am Weinstock Blatt um Blatt,&#10;Man den Most im Keller hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, das Leben ist versüßt&#10;Dem, der sich durchs Leben küßt.&#10;Wer verkennt des Jahres Zweck,&#10;Dem nur schenkt der Herbst den Dreck.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebste, drück mir auf den Mund&#10;Küsse wie die Blätter bunt,&#10;Küsse wie der junge Most,&#10;Und berauscht leb′ ich getrost.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Imaginärer Lebenslauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/imaginaerer-lebenslauf/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:46:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/imaginaerer-lebenslauf/</guid><description>&lt;p&gt;Erst eine Kindheit, grenzenlos und ohne&#10;Verzicht und Ziel. O unbewußte Lust.&#10;Auf einmal Schrecken, Schranke, Schule, Frohne&#10;und Absturz in Versuchung und Verlust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trotz. Der Gebogene wird selber Bieger&#10;und rächt an anderen, daß er erlag.&#10;Geliebt, gefürchtet, Retter, Ringer, Sieger&#10;und Überwinder, Schlag auf Schlag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dann allein im Weiten, Leichten, Kalten.&#10;Doch tief in der errichteten Gestalt&#10;ein Atemholen nach dem Ersten, Alten&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da stürzte Gott aus seinem Hinterhalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-winter-3122/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:46:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-winter-3122/</guid><description>&lt;p&gt;Der Acker leuchtet weiß und kalt.&#10;Der Himmel ist einsam und ungeheuer.&#10;Dohlen kreisen über dem Weiher&#10;Und Jäger steigen nieder vom Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.&#10;Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.&#10;Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten&#10;Und langsam steigt der graue Mond.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Wild verblutet sanft am Rain&#10;Und Raben plätschern in blutigen Gossen.&#10;Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.&#10;Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-5705/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:45:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-5705/</guid><description>&lt;p&gt;So einsam ist es um mich her,&#10;so friedlich und so still,&#10;wenn nicht das Leid im Herzen wär′,&#10;das nimmer schweigen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Vöglein singen dort und hier,&#10;im Wipfel lind es bebt,&#10;es steht ein fernes Grab vor mir,&#10;ist′s wahr, daß ich′s erlebt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Falter fliegen ab und zu,&#10;wo eine Knospe sprang:&#10;So schwärmten wir einst,&#10;ich und du, den grünen Wald entlang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-1152/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:44:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-1152/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich im Wald mich erging,&#10;Rosengeschling&#10;Sich mir an die Kleider hing.&#10;O schlängest auch du&#10;Zu meiner Ruh&#10;Um mich die Arme fester,&#10;Du Rosenschwester!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Strudel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-strudel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:44:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-strudel/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wußte nicht ein, ich wußte nicht aus –&#10;Da ging ich verzweiflungszermalmt nach Haus . . .&#10;Ich wußte nicht aus, ich wußte nicht ein –&#10;Da ließ ich die Sünde – Sünde sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Saal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-saal/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:43:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-saal/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sind sie alle um uns, diese Herrn&#10;in Kammerherrentrachten und Jabots,&#10;wie eine Nacht um ihren Ordensstern&#10;sich immer mehr verdunkelnd, rücksichtslos,&#10;und diese Damen, zart, fragile, doch groß&#10;von ihren Kleidern, eine Hand im Schoß,&#10;klein wie ein Halsband für den Bologneser;&#10;wie sind sie da um jeden: um den Leser,&#10;um den Betrachter dieser Bibelots,&#10;darunter manches ihnen noch gehört.&#10;Sie lassen voller Takt, uns ungestört&#10;das Leben leben wie wir es begreifen&#10;und wie sie′s nicht verstehn. Sie wollten blühn,&#10;und blühn ist schön sein; doch wir wollen reifen,&#10;und das heißt dunkel sein und sich bemühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Johannisheu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-johannisheu/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:43:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-johannisheu/</guid><description>&lt;p&gt;Müßige Gedanken steuern&#10;In die Sümpfe zu den Mummeln,&#10;In die Wiesen zu den Hummeln,&#10;Braten auf heißen Meilensteinen,&#10;Wimmeln wie mit Käferbeinen&#10;Über Borke, Kraut und Farren,&#10;Knarren mit im Rabenknarren&#10;Aus dem Pflaumbaum hinter Scheuern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieben Freunde, lasst mich liegen,&#10;Denn ich weiß nicht in der Eile,&#10;Wo in aller Welt ich weile,&#10;Bin auf einen Baum geraten,&#10;Werd am Meilenstein gebraten;&#10;Kann ich, bei Mummeln ertrunken, wissen,&#10;Dass ich lieg auf Jungheukissen?&#10;Lieben Leute, lasst mich liegen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-3754/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:42:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-3754/</guid><description>&lt;p&gt;Was rauscht zu meinen Füssen so?&#10;Es ist das falbe Laub vom Baum!&#10;Wie stand er jüngst so blüthenfroh&#10;Am Waldessaum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ruft zu meinen Häuptern so?&#10;Der Vogel ist′s im Wanderflug,&#10;Der noch vor kurzem sangesfroh&#10;Zu Neste trug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein ahnend Herz, was pochst du so?&#10;Du fühlst den Pulsschlag der Natur,&#10;Und dass verwehen wird also&#10;Auch deine Spur!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Grund deiner Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-grund-deiner-augen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:41:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-grund-deiner-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Im Grund deiner Augen steht meine Welt auf dem Kopf,&#10;Dort lächle ich meinen Feinden zu und küsse dem Tod die Finger.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Klopfe an mit dem warmen Hammer in deiner Brust,&#10;Es ist ein Schatz in meinem Meer. Täglich ging ich hinter dir her,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sammelte deine Worte und deine Gebärde, zog Gold darum&#10;Und versteckte sie unter roter Erde in einem roten Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Aus: Die ewige Hochzeit. Liebeslieder)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Fluge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-fluge/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:41:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-fluge/</guid><description>&lt;p&gt;Ganz in Eines flocht, o Gott, der Tanz&#10;unsre bang beseligten Gestalten;&#10;und ich sah, ihr schweres Haar war ganz&#10;von dem einen Silberpfeil gehalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und da hob sich schon ihr Mund und bog&#10;sich mir dar mit bittendem Gefühle;&#10;willenlos ein Blick, und im Gewühle&#10;blitzt der Pfeil auf, der zu Boden flog.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie senkte tief ihr heiß Genick,&#10;plötzlich ganz von ihrem Haar umflossen;&#10;und ich habe diesen Augenblick,&#10;den mir Gott gegeben hat, genossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im dunklen Erdteil Afrika</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-dunklen-erdteil-afrika/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:40:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-dunklen-erdteil-afrika/</guid><description>&lt;p&gt;Im dunklen Erdteil Afrika&#10;Starb eine Ziehharmonika.&#10;Sie wurde mit Musik begraben.&#10;Am Grabe saßen zwanzig Raben.&#10;Der Rabe Num′ro einundzwanzig&#10;Fuhr mit dem Segelschiff nach Danzig&#10;Und gründete dort etwas später&#10;Ein Heim für kinderlose Väter.&#10;Und die Moral von der Geschicht? -&#10;Die weiss ich leider selber nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Buchenwald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-buchenwald/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:40:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-buchenwald/</guid><description>&lt;p&gt;Du gehst tief auf dem goldenen Grunde der Seen.&#10;Lautlos steigen in Strahlen graue Korallen,&#10;Fließen Phosphorfeuer von grünen Kristallen,&#10;Sinken Perlen auf den braunwelken Grund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Draußen von silbernen Sonnenufern&#10;Neigen sich Glocken&#10;Und locken mit blauen Kelchen&#10;Die smaragdene Tiefe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Abendrot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-abendrot/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:39:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-abendrot/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sind durch Not und Freude&#10;Gegangen Hand in Hand:&#10;Vom Wandern ruhen wir beide&#10;Nun überm stillen Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings sich die Täler neigen,&#10;Es dunkelt schon die Luft,&#10;Zwei Lerchen nur noch steigen&#10;Nachträumend in den Duft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tritt her und laß sie schwirren,&#10;Bald ist es Schlafenszeit,&#10;Daß wir uns nicht verirren&#10;In dieser Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O weiter, stiller Friede!&#10;So tief im Abendrot,&#10;Wie sind wir wandermüde -&#10;Is dies etwa der Tod?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr sollt nicht...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-sollt-nicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:38:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-sollt-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr sollt nicht eure Flügel falten,&#10;damit ihr durch Türen kommt,&#10;noch eure Köpfe beugen,&#10;damit sie nicht gegen eine Decke stoßen,&#10;noch Angst haben zu atmen,&#10;damit die Mauern nicht bersten und einstürzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr sollt nicht in Gräbern wohnen,&#10;die von den Toten für die Lebenden gemacht sind.&#10;Und obwohl von Pracht und Glanz,&#10;sollte euer Haus weder euer Geheimnis hüten,&#10;noch eure Sehnsucht beherbergen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn was grenzenlos in euch ist,&#10;wohnt im Palast des Himmels,&#10;dessen Tor der Morgennebel ist und dessen&#10;Fenster die Lieder und die Stille der Nacht sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr nennt mich stolz?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-nennt-mich-stolz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:38:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-nennt-mich-stolz/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr nennt mich stolz? Wer hat mich so gemacht?&#10;Ihr selbst, die mich betrogen und verrathen!&#10;Die Regung, die ihr schmäht, ist erst erwacht,&#10;Als ich mein Thun verglich mit euern Thaten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr nennt mich stolz? O wüßtet ihr wie gern&#10;Und freudenvoll der starre Stolz verschwände,&#10;Vor einem Menschen, der, ein lichter Stern,&#10;Hoch über mir und meinem Wesen stände. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr Auge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-auge/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:37:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-auge/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß wo einen Bronnen&#10;Voll hellem Himmelstau,&#10;Es glänzt der Strahl der Sonnen&#10;Aus seines Spiegels Blau;&#10;Er ladet klar und helle&#10;Zu süßer Wonne ein,&#10;Es winkt aus seiner Quelle&#10;Der Sonne milder Schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir war als sollte drunten&#10;In seiner klaren Flut&#10;Das arme Herz gesunden&#10;Von seinem bangen Mut.&#10;Ich tauchte freudig nieder,&#10;Ins klare Blau hinab,&#10;Mein Herz das kam nicht wieder,&#10;Fand in dem Quell sein Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Igel und Agel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/igel-und-agel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:37:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/igel-und-agel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Igel saß auf einem Stein&#10;und blies auf einem Stachel sein.&#10;Schalmeiala, schalmeialü!&#10;Da kam sein Feinslieb Agel&#10;und tat ihm schnigel schnagel&#10;zu seinen Melodein.&#10;Schnigula schnagula&#10;schnaguleia lü!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Tier verblies sein Flötenhemd . . .&#10;&amp;ldquo;Wie siehst du aus so furchtbar fremd!?&amp;rdquo;&#10;Schalmeiala, schalmeialü -.&#10;Feins-Agel ging zum Nachbar, ach!&#10;Den Igel aber hat der Bach&#10;zum Weiher fortgeschwemmt.&#10;Wigula wagula&#10;waguleia wü&#10;tü tü . . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Idyll</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/idyll/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:36:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/idyll/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Kellner sprach die Kellnerin:&#10;Mir wird so sonderbar zu Sinn,&#10;Ich finde mich ganz verändert.&#10;Wie bin ich Ärmste doch bisher&#10;Empfindungsbar, gedankenleer&#10;Durchs Gastlokal geschlendert!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun möcht′ ich jauchzen und möchte schrein,&#10;Möcht′ leise wimmern und selig sein&#10;Und sehne mich fort ins Weite;&#10;Ich sehne mich tief in die Einsamkeit,&#10;Und trotzdem wird mir so weich, so weit&#10;So wohlig an deiner Seite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Kellnerknabe, sag an, sag an,&#10;Was hast du Böser mir angetan?&#10;Mein Friede liegt in Scherben.&#10;Mir ahnt ein Glück, ich ermess′ es nicht,&#10;Ich fluche sein, ich vergess′ es nicht,&#10;Ich möchte am liebsten sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Icke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/icke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:35:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/icke/</guid><description>&lt;p&gt;Ick sitze da un esse Klops.&#10;Uff eenmal klopps.&#10;Ick kieke, staune, wundre mir,&#10;Uff eemal jeht se uff, de Tür.&#10;Nanu denk ick, ick denk nanu,&#10;Jetzt is se uff, erst war se zu?&#10;Un ick jeh raus un blicke&#10;Un wer steht draußen? - Icke!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viele verschiedene Versionen,&#10;Original von Jean de Bourgeois (Pseudonym).&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ick bin in Tempelhof jeboren...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ick-bin-in-tempelhof-jeboren/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:35:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ick-bin-in-tempelhof-jeboren/</guid><description>&lt;p&gt;Ick bin in Tempelhof jeboren&#10;Der Flieder wächst mich aus die Ohren.&#10;In meinem Maule grast die Kuh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ick geh zuweilen sehr und schwanger&#10;Auf einem Blumen-i-o-anger&#10;Mein Vater, was sagst Du dazu?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir gleichen sehr den Baletteusen,&#10;Pleureusen - Dösen - Schnösen - lösen.&#10;Gewollt zu haben - selig sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verehrte Herrn, verehrte Damen,&#10;Die um mich hören herzu kamen&#10;Dies widmet der Gesangverein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Jungfraun kamen wunderbar&#10;Geschmeide scheidegelb im Haar&#10;Mit schlankgestielten Lilien.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich wollt ein Sträußlein binden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wollt-ein-straeusslein-binden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:34:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wollt-ein-straeusslein-binden/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wollt ein Sträußlein binden,&#10;Da kam die dunkle Nacht,&#10;Kein Blümlein war zu finden,&#10;Sonst hätt ich dir′s gebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da flossen von den Wangen&#10;Mir Tränen in den Klee,&#10;Ein Blümlein aufgegangen&#10;Ich nun im Garten seh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das wollte ich dir brechen&#10;Wohl in dem dunklen Klee,&#10;Doch fing es an zu sprechen:&#10;»Ach tue mir nicht weh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei freundlich in dem Herzen,&#10;Betracht dein eigen Leid,&#10;Und lasse mich in Schmerzen&#10;Nicht sterben vor der Zeit.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich will heraus aus dieser Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-will-heraus-aus-dieser-stadt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:34:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-will-heraus-aus-dieser-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß, daß Berge auf mich warten,&#10;Draußen – weit –&#10;Und Wald und Winterfeld und Wiesengarten&#10;Voll Gotteinsamkeit –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiß, daß für mich ein Wind durch Wälder dringt,&#10;So lange schon –&#10;Daß Schnee fällt, daß der Mond nachtleise singt&#10;Den Ewig-Ton –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühle, daß nachts Wolken schwellen,&#10;Bäume,&#10;Daß Ebenen, Gebirge wellen&#10;In meine Träume –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Winterberge, meine Berge tönen –&#10;Wälder sind verschneit –&#10;Ich will hinaus, mit Euch mich zu versöhnen&#10;Ich will heraus aus dieser Zeit,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich werde gegangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-werde-gegangen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:33:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-werde-gegangen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich taumeltürme&#10;Welkes windes Blatt&#10;Häuser augen Menschen Klippen&#10;Schmiege Taumel Wind&#10;Menschen steinen Häuser Klippen&#10;Taumeltürme blutes Blatt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich weiß von allem Leid...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-von-allem-leid/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:32:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-von-allem-leid/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß von allem Leid, fühl alle Scham&#10;und möchte helfen aller Kreatur.&#10;Der Liebe such ich aus dem Haß die Spur,&#10;dem Menschenglück den Weg aus Not und Gram.&#10;Den Trostbedürftigen geb ich Wort und Rat,&#10;den Haltbedürftigen reich ich meine Hand.&#10;Doch keiner war noch, der mein Wort verstand,&#10;und keiner, der die Hand ergriffen hat.&#10;Ich weiß vom Leide nur, fühl nur die Scham -&#10;und kann doch selber nicht Erlöser sein,&#10;wie jener Jesus, der die ganze Pein&#10;der Welt auf seine schwachen Schultern nahm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich weiß, -</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-7796/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:32:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-7796/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß, Du bist entstiegen&#10;Des Mondes eisigem Pfühl,&#10;Durch Deine Adern fliegen&#10;Und wiegen&#10;Lichtwellen bleich und kühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab&amp;rsquo; mit Dir Erbarmen,&#10;Erbarmen auch mit mir.&#10;Du wirst in meinen Armen&#10;Erwarmen, -&#10;Ich werde kalt bei Dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich und du</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-und-du/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:31:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-und-du/</guid><description>&lt;p&gt;Wir träumten voneinander&#10;und sind davon erwacht.&#10;Wir leben, um uns zu lieben,&#10;und sinken zurück in die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du tratst aus meinem Traume,&#10;aus deinem trat ich hervor.&#10;Wir sterben, wenn sich eines&#10;im andern ganz verlor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einer Lilie zittern&#10;zwei Tropfen, rein und rund,&#10;zerfliessen in eins und rollen&#10;hinab in des Kelches Grund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich träumte schön</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-traeumte-schoen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:31:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-traeumte-schoen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich träumte schön und träumte viel,&#10;Das Leben schien ein Kinderspiel,&#10;Das Gute schien so federleicht,&#10;Als hätte man es bald erreicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Leben ist ein Kampfesspiel,&#10;Und bot der Wunden schwer und viel,&#10;Das Gute ach, ein goldner Traum,&#10;Erreichbar selten oder kaum!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich sing mein Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sing-mein-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:30:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sing-mein-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sing mein Lied in tiefen Raum,&#10;Es dringt hervor aus tiefer Brust,&#10;Es singt Dir eine Melodie,&#10;Hast Du mich nun noch nicht erhört,&#10;Und trinke Lindenblütentee,&#10;Und frage mich: &amp;ldquo;Was bist denn Du,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;man hört es kaum.&#10;mir unbewusst.&#10;jetzt oder nie.&#10;bin ich empört&#10;der mildert Weh,&#10;Du alte Kuh?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich seh die Welt, du siehst die Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-seh-die-welt-du-siehst-die-welt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:29:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-seh-die-welt-du-siehst-die-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich seh die Welt, du siehst die Welt,&#10;du nennst es Prosa, ich Gedicht,&#10;was mir gefällt,&#10;gefällt dir nicht,&#10;und aus dem nämlichen Gesicht&#10;errätst du Freude und ich Trauer,&#10;du nennst es süß, ich nenn es sauer &amp;hellip;&#10;wir fangen nun an, uns drüber zu streiten&#10;und alles uns gründlich zu verleiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Dritter kommt dazu und lacht:&#10;Mein Gott, gehabt euch nicht so töricht!&#10;im Winter, Kinder, ist es Winter,&#10;und wenn der Mai kommt, wird es Frühling,&#10;und im Oktober nennt man’s Herbst &amp;hellip;&#10;ich meinerseits freu mich nicht minder&#10;an Winter, als an Mai und Herbst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich möchte...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:29:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte, wenn ich sterbe, wie die lichten&#10;Gestirne schnell und unbewußt erbleichen,&#10;Erliegen möcht&amp;rsquo; ich einst des Todes Streichen,&#10;Wie Sagen uns vom Pindaros berichten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will ja nicht im Leben oder Dichten&#10;Den großen Unerreichlichen erreichen,&#10;Ich möcht&amp;rsquo;, o Freund, ihm nur im Tode gleichen;&#10;Doch höre nun die schönste der Geschichten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er saß im Schauspiel, vom Gesang beweget,&#10;Und hatte, der ermüdet war, die Wangen&#10;Auf seines Lieblings schönes Knie geleget:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich möchte Purpurstreifen spannen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-purpurstreifen-spannen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:28:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-purpurstreifen-spannen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte Purpurstreifen spannen&#10;und möchte füllen bis zum Rand&#10;mit Balsamöl aus Onyxkannen&#10;die Blumenlampe, die entbrannt&#10;im Mittag flammen, und verbrennen&#10;bis wir uns mit dem Namen nennen,&#10;der Sterne ruft und Tage bricht;&#10;die Täler taun, die Winde fallen&#10;den Dingen in den Schoß und allen&#10;ist bang nach deinem Angesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich möchte dir ein Liebes schenken...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-dir-ein-liebes-schenken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:28:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-dir-ein-liebes-schenken/</guid><description>&lt;p&gt;ich möchte dir ein Liebes schenken,&#10;das dich mir zur Vertrauten macht:&#10;aus meinem Tag ein Deingedenken&#10;und einen Traum aus meiner Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist, daß wir uns selig fänden&#10;und daß du dann wie ein Geschmeid&#10;mir lösest aus den müden Händen&#10;die niebegehrte Zärtlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich liebte nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebte-nicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:27:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebte-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebte nicht die Totenkopfhusaren&#10;Und nicht die Mörser mit den Mädchennamen&#10;Und als am End die großen Tage kamen,&#10;Da bin ich unauffällig weggefahren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott sei′s geklagt und ihnen, meine Damen:&#10;Gleich Absalom blieb ich an langen Haaren,&#10;Dieweil sie schluchzten über Totenbahren&#10;Im Wehbaum hängen aller ihrer Dramen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie werden auch in diesen Versen finden&#10;Manch Marterspiel und stürzend Abenteuer.&#10;Man stirbt nicht nur durch Minen und durch Flinten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich liebe dich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe-dich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:26:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe-dich/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe dich&#10;und finde dich,&#10;wenn auch der Tag ganz dunkel wird.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Lebelang&#10;und immer noch&#10;bin suchend ich umhergeirrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich liebe dich!&#10;Ich liebe dich!&#10;Ich liebe dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es öffnen deine Lippen sich&amp;hellip;&#10;Die Welt ist taub,&#10;die Welt ist blind&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und auch die Wolke&#10;und das Laub -&#10;- nur wir, der goldene Staub,&#10;aus dem wir zwei bereitet:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Sind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich leb und waiß nit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-leb-und-waiss-nit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:26:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-leb-und-waiss-nit/</guid><description>&lt;p&gt;Ich leb und waiß nit wie lang,&#10;Ich stirb und waiß nit wann,&#10;Ich far und waiß nit wohin,&#10;Mich wundert, das ich froelich bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich lausche lange oft in einer Ecke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-lausche-lange-oft-in-einer-ecke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:25:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-lausche-lange-oft-in-einer-ecke/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lausche lange oft in einer Ecke,&#10;Bis ich auf der Terrasse Dich erspähe;&#10;Du aber ahnest nimmer meine Nähe,&#10;Ahn′st nicht die Qualen, die ich mir erwecke.&#10;Du hüllest Dich in Deine weichen Tücher&#10;Und trällerst leichthin Deine weichen Lieder,&#10;O komm′ zu mir, - komm′ wieder, - komme wieder! -&#10;Ich schaffe Gold - ich denke große Bücher;&#10;Verlaß′ dies Haus, ich will ein Neues bauen,&#10;Ich will für Deinen Putz mich stündlich mühen,&#10;Von Dir begeistert soll mein Lied erglühen,&#10;Ich kann nicht dichten, ohne Dich zu schauen! -&#10;Was ruhelos zu Dir mich hingetrieben,&#10;Was ich ersticken wollt′ mit eitlem Lachen, -&#10;Nur Deine Nähe konnt′ es klar mir machen:&#10;Es ist mein tiefes, wahres, bestes Lieben &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich kenn ein Haus, ein Freudenhaus...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kenn-ein-haus-ein-freudenhaus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:25:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kenn-ein-haus-ein-freudenhaus/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kenn ein Haus, ein Freudenhaus,&#10;Es hat geschminkte Wangen,&#10;Es hängt ein bunter Kranz heraus,&#10;Drin liegt der Tod gefangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meinem Mantel trag ich hin&#10;Biskuit und süße Weine,&#10;Der Himmel weiß wohl, wer ich bin,&#10;Die Welt schimpft, was ich scheine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die eine liest mir in der Hand&#10;Sie will mein Unglück lesen,&#10;Die andre malt mich an die Wand,&#10;Und nennt mich holdes Wesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die dritte weiß sich flink zu drehn&#10;Es schwindeln mir die Sinne&#10;Und jede dieser bösen Feen&#10;Sucht, wie sie mich umspinne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich hab ein Auge...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-ein-auge/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:24:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-ein-auge/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab ein Auge, das ist blau&#10;Mir gestern Abend geschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schrie fünfhundertmal »Au! Au!«&#10;Was wollt ich damit sagen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß es heute selber nicht;&#10;Ich hab ein Heldenangesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich grolle nicht...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-grolle-nicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:23:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-grolle-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,&#10;Ewig verlornes Lieb! Ich grolle nicht.&#10;Wie du auch strahlst in Diamantenpracht,&#10;Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das weiß ich längst. Ich sah dich ja im Traum,&#10;Und sah die Nacht in deines Herzens Raum,&#10;Und sah die Schlange, die dir am Herzen frisst,&#10;Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich danke Gott</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-danke-gott/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:23:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-danke-gott/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich danke Gott und freue mich&#10;Wie′s Kind zur Weihnachtsgabe,&#10;Daß ich hier bin! Und daß ich dich&#10;Schön menschlich Antlitz habe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß ich die Sonne, Berg und Meer,&#10;Und Laub und Gras kann sehen&#10;Und abends unterm Sternenheer&#10;Und lieben Monde gehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott gebe mir nur jeden Tag.&#10;So viel ich darf zum Leben,&#10;Er gibt′s dem Sperling auf dem Dach;&#10;Wie sollt′ er′s mir nicht geben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;</description></item><item><title>Ich bin wie Leib dem Geist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-wie-leib-dem-geist/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:22:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-wie-leib-dem-geist/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin wie Leib dem Geist, wie Geist dem Leibe dir;&#10;Ich bin wie Weib dem Mann, wie Mann dem Weibe dir,&#10;Wen darfst du lieben sonst, da von der Lippe weg&#10;Mit ew′gen Küssen ich den Tod vertreibe dir?&#10;Ich bin dir Rosenduft, dir Nachtigallgesang,&#10;Ich bin der Sonne Pfeil, des Mondes Scheibe dir;&#10;Was willst du noch? Was blickt die Sehnsucht noch umher?&#10;Wirf alles, alles hin: du weißt, ich bleibe dir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin sehr müde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-sehr-muede/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:22:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-sehr-muede/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Fenster lehnt sich weit in den Abend hinaus,&#10;Die Wolken stehen über den Dächern, ein Blumenstrauß,&#10;Die Luft streichelt mich und ist sanft und voll großer Güte.&#10;Ich aber halte die Hände gefaltet, denn ich bin müde,&#10;Und höre verwundert auf das beschwingte Schreiten&#10;Der Menschen, die auf der Straße vorübergleiten,&#10;So sehr sind ihnen heute die Glieder leicht.&#10;Nur ich liege, schwergebettet in meine Müde.&#10;Manchmal höre ich einen Schritt, der Deinem gleicht,&#10;Dann bin ich, Geliebter, wie die Musik der Schritte leicht&#10;Und wie die Wolken über den Dächern silberne Blüte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin der Juli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-der-juli/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:21:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-der-juli/</guid><description>&lt;p&gt;Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze.&#10;Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?&#10;Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,&#10;die Ähren sind zum Bersten voll;&#10;reif sind die Beeren, die blauen und roten,&#10;saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So habe ich ziemlich wenig zu tun,&#10;darf nun ein bisschen im Schatten ruhn.&#10;Duftender Lindenbaum,&#10;rausche den Sommertraum!&#10;Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle?&#10;Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin der Eine und bin Beide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-der-eine-und-bin-beide/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:20:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-der-eine-und-bin-beide/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin der Eine und bin Beide&#10;Ich bin der zeuger bin der schooss&#10;Ich bin der degen und die scheide&#10;Ich bin das opfer bin der stoss&#10;Ich bin die sicht und bin der seher&#10;Ich bin der bogen bin der bolz&#10;Ich bin der altar und der fleher&#10;Ich bin das feuer und das holz&#10;Ich bin der reiche und bin der bare&#10;Ich bin das zeichen bin der sinn&#10;Ich bin der schatten bin der wahre&#10;Ich bin ein end und ein beginn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-3336/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:20:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-3336/</guid><description>&lt;p&gt;Die Ehre hat mich nie gesucht;&#10;sie hätte mich auch nie gefunden.&#10;Wählt man, in zugezählten Stunden,&#10;ein prächtig Feierkleid zur Flucht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch Schätze hab ich nie begehrt.&#10;Was hilft es sie auf kurzen Wegen&#10;für Diebe mehr als sich zu hegen,&#10;wo man das wenigste verzehrt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie lange währt′s, so bin ich hin,&#10;und einer Nachwelt untern Füßen?&#10;Was braucht sie wen sie tritt zu wissen?&#10;Weiß ich nur, wer ich bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymnen an die Macht, 2.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymnen-an-die-macht-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:19:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymnen-an-die-macht-2/</guid><description>&lt;p&gt;Muß immer der Morgen wiederkommen?&#10;Endet nie des Irdischen Gewalt?&#10;Unselige Geschäftigkeit verzehrt&#10;Den himmlischen Anflug der Nacht.&#10;Wird nie der Liebe geheimes Opfer&#10;Ewig brennen?&#10;Zugemessen ward&#10;Dem Lichte seine Zeit&#10;Und dem Wachen -&#10;Aber zeitlos ist der Nacht Herrschaft,&#10;Ewig ist die Dauer des Schlafs.&#10;Heiliger Schlaf!&#10;Beglücke zu selten nicht&#10;Der Nacht Geweihte -&#10;In diesem irdischen Tagwerk.&#10;Nur die Toren verkennen dich&#10;Und wissen von keinem Schlafe&#10;Als den Schatten&#10;Den du mitleidig auf uns wirfst&#10;In jener Dämmrung&#10;Der wahrhaften Nacht.&#10;Sie fühlen dich nicht&#10;In der goldnen Flut der Trauben&#10;In des Mandelbaums Wunderöl&#10;Und dem braunen Safte des Mohns.&#10;Sie wissen nicht&#10;Daß du es bist&#10;Der des zarten Mädchens&#10;Busen umschwebt&#10;Und zum Himmel den Schoß macht -&#10;Ahnden nicht&#10;Daß aus alten Geschichten&#10;Du himmelöffnend entgegentrittst&#10;Und den Schlüssel trägst&#10;Zu den Wohnungen der Seligen,&#10;Unendlicher Geheimnisse&#10;Schweigender Bote.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymne des Maropampa</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-des-maropampa/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:19:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-des-maropampa/</guid><description>&lt;p&gt;Für Mira&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin von den Niemandsinseln. In meinem Blut sind noch Ödlande.&#10;Meine Kindheit haben die dunkelblauen Einsamkeiten liebkost unter blühenden Weißdornbüschen.&#10;Nächte sprangen mich an: Tiger blutdürstig auf Tatzen lautlos.&#10;Aber als ich emporwuchs, hub ich die Sternnester aus.&#10;Im Geäst des Weltbaums besaß ich Lemurenmädchen, zierlich um eine Schale Mondschein weinend.&#10;Von unheilvollen Schiffen verschlagen hab ich auf Kuba&#10;Den Bauch der Häuptlingsweiber mit den fressenden Sonnen Astartes bemalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-6006/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:18:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-6006/</guid><description>&lt;p&gt;Wenige wissen&#10;Das Geheimnis der Liebe,&#10;Fühlen Unersättlichkeit&#10;Und ewigen Durst.&#10;Des Abendmahls&#10;Göttliche Bedeutung&#10;Ist den irdischen Sinnen Rätsel;&#10;Aber wer jemals&#10;Von heißen, geliebten Lippen&#10;Atem des Lebens sog,&#10;Wem heilige Glut&#10;In zitternde Wellen das Herz schmolz,&#10;Wem das Auge aufging,&#10;Daß er des Himmels&#10;Unergründliche Tiefe maß,&#10;Wird essen von seinem Leibe&#10;Und trinken von seinem Blute&#10;Ewiglich.&#10;Wer hat des irdischen Leibes&#10;Hohen Sinn erraten?&#10;Wer kann sagen,&#10;Daß er das Blut versteht?&#10;Einst ist alles Leib,&#10;Ein Leib,&#10;In himmlischem Blute&#10;Schwimmt das selige Paar. -&#10;O! daß das Weltmeer&#10;Schon errötete,&#10;Und in duftiges Fleisch&#10;Aufquölle der Fels!&#10;Nie endet das süße Mahl,&#10;Nie sättigt die Liebe sich.&#10;Nicht innig, nicht eigen genug&#10;Kann sie haben den Geliebten.&#10;Von immer zärteren Lippen&#10;Verwandelt wird das Genossene&#10;Inniglicher und näher.&#10;Heißere Wollust&#10;Durchbebt die Seele.&#10;Durstiger und hungriger&#10;Wird das Herz:&#10;Und so währet der Liebe Genuß&#10;Von Ewigkeit zu Ewigkeit.&#10;Hätten die Nüchternen&#10;Einmal gekostet,&#10;Alles verließen sie,&#10;Und setzten sich zu uns&#10;An den Tisch der Sehnsucht,&#10;Der nie leer wird.&#10;Sie erkennten der Liebe&#10;Unendliche Fülle,&#10;Und priesen die Nahrung&#10;Von Leib und Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Husten Scherzo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/husten-scherzo/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:18:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/husten-scherzo/</guid><description>&lt;p&gt;Das Ganze husten&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;kraff&#10;püsch&#10;kraff&#10;püsch püü uu&#10;kraff&#10;püsümüsüür&#10;kraff&#10;püsümüsoff&#10;kraff&#10;püsemüse&#10;kraff&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;püsümüsoff püsümüsüür püsümüsaisch&#10;püsümüsaisch püsümüsoff püsümüsüür&#10;püsümüsüür püsümüsaisch püsümüsoff&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;kraff&#10;püsch&#10;kraff&#10;püsch püü uu&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;kraff&#10;püsümüsüür&#10;kraff&#10;püsümüsoff&#10;kraff&#10;püsemüse&#10;kraff&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;püü uu püü aa püü oo&#10;püü uu püü oo püü aa&#10;püü uu püü oo püü aa&#10;püü oo püü aa püü uu&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;kraff&#10;püsch&#10;kraff&#10;püsch püü uu&#10;kraff&#10;püsümüsüür&#10;kraff&#10;püsümüsoff&#10;kraff&#10;püsemüse&#10;kraff&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Horn und Flöte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/horn-und-floete/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:17:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/horn-und-floete/</guid><description>&lt;p&gt;Tief in des Berges Grunde,&#10;Da ruhte das Metall,&#10;In ödem Steingeklüfte,&#10;Taub, ohne Glanz und Schall.&#10;Oft um des Berges Gipfel&#10;Hat dumpf der Sturm gerauscht,&#10;Man hat in seinen Tiefen&#10;Gewässersturz erlauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern an des Ganges Ufer,&#10;Da stand der Sandelbaum;&#10;Die Sonne einsam drüber&#10;Im weiten Himmelsraum.&#10;Goß die auf ihn hernieder&#10;Der Strahlen heiße Glut,&#10;So kühlte ihn der Lotos&#10;Durch seiner Düfte Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man wagte sich hinunter&#10;Bis zu des Berges Herz&#10;Und stahl mit keckem Finger&#10;Sein treu bewahrtes Erz.&#10;Durch Feuer und durch Wasser&#10;Hat das den Weg gemacht,&#10;Draus haben Menschenhände&#10;Ein Horn hervorgebracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung ins Geleite</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-ins-geleite/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:16:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-ins-geleite/</guid><description>&lt;p&gt;Mit der Freude zieht der Schmerz&#10;Traulich durch die Zeiten.&#10;Schwere Stürme, milde Weste,&#10;Bange Sorgen, frohe Feste&#10;Wandeln sich zur Seiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wo eine Träne fällt,&#10;Blüht auch eine Rose.&#10;Schon gemischt, noch eh′ wir′s bitten&#10;Ist für Thronen und für Hütten&#10;Schmerz und Lust im Lose.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War′s nicht so im alten Jahr?&#10;Wird′s im neuen enden?&#10;Sonnen wallen auf und nieder,&#10;Wolken gehn und kommen wieder&#10;Und kein Wunsch wird′s wenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung in Zukunft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-in-zukunft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:16:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-in-zukunft/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wenn wird die echte Weisheit einst geboren?&amp;rdquo;&#10;Die erste Stunde nach dem letzten Thoren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Höheres Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoeheres-leben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:15:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoeheres-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch erwählt sein Leben, sein Beschließen,&#10;Von Irrtum frei kennt Weisheit er, Gedanken,&#10;Erinnrungen, die in der Welt versanken,&#10;Und nichts kann ihm der innern Wert verdrießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die prächtige Natur verschönet seine Tage,&#10;Der Geist in ihm gewährt ihm neues Trachten&#10;In seinem Innern oft, und das, die Wahrheit achten,&#10;Und höhern Sinn, und manche seltne Frage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann kann der Mensch des Lebens Sinn auch kennen,&#10;Das Höchste seinem Zweck, das Herrlichste benennen,&#10;Gemäß der Menschheit so des Lebens Welt betrachten,&#10;Und hohen Sinn als höhres Leben achten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochzeitlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitlied-4472/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:15:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitlied-4472/</guid><description>&lt;p&gt;Wir singen und sagen vom Grafen so gern,&#10;Der hier in dem Schlosse gehauset,&#10;Da, wo ihr den Enkel des seligen Herrn,&#10;Den heute vermählten, beschmauset.&#10;Nun hatte sich jener im heiligen Krieg&#10;Zu Ehren gestritten durch mannigen Sieg,&#10;Und als er zu Hause vom Rösselein stieg,&#10;Da fand er sein Schlösselein oben;&#10;Doch Diener und Habe zerstoben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da bist du nun, Gräflein, da bist du zu Haus:&#10;Das Heimische findest du schlimmer!&#10;Zum Fenster, da ziehen die Winde hinaus,&#10;Sie kommen durch alle die Zimmer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochzeit-Wuntsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeit-wuntsch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:14:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeit-wuntsch/</guid><description>&lt;p&gt;So lebt nun, liebes Paar, lebt zwischen Krieg und morden&#10;In dennoch süsser Ruh und in dem schönen Orden&#10;Der lieben Einigkeit; lebt, daß deß Glückes neiden&#10;Muß Euch und euer Thun stets fliehen und vermeiden!&#10;So wüntschen etwas gilt, so woll auch diß Gott geben,&#10;Daß ihr, wenn ihr seid tod, noch lange möget leben,&#10;Viel Söhne, daß man denn nach euch, dem Vater, nennet,&#10;So viel der Töchter auch nach euch, der Mutter, kennet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochsommernacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochsommernacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:13:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochsommernacht/</guid><description>&lt;p&gt;Stille ruht die weite Welt,&#10;Schlummer füllt des Mondes Horn,&#10;Das der Herr in Händen hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur am Berge rauscht der Born&#10;Zu der Ernte Hut bestellt&#10;Wallen Engel durch das Korn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Historienmaler - Deutscher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/historienmaler-deutscher/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:13:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/historienmaler-deutscher/</guid><description>&lt;p&gt;Religion ist die Seele der Kunst und heil′ge Geschichte,&#10;Und die Bibel allein bringt ihr Gedeihen und Heil.&#10;Glauben und Frömmigkeit sei′s und stille christliche Demuth,&#10;Und der heilige Geist, der dich beseele zum Werk.&#10;Fliehe vor allem den Reiz der Sinnlichkeit, denn der Aesthetik&#10;Ist sie Sünd′, ist sie Tod, wie der Moral sie es ist.&#10;Geist, unsichtbares Wesen, geheimnißvolles und tiefes&#10;Hast du zu malen, und nicht irdische niedre Natur.&#10;Denn nach ihrem Gesetz, nach ihren lieblichen Formen&#10;Schaue du nicht, das genügt einzig dem heidnischen Sinn.&#10;Aus der eigenen Tiefe, dem innern Schauen und Fühlen&#10;So empfange dein Bild, schaff′ es von innen heraus;&#10;Und weil wir unsichtbar Unsichtbares bilden nicht können,&#10;Sei′s von der groben Natur wenigstens gänzlich entfernt.&#10;Drum mit wenigem Fleisch und himmlischer Magerkeit kleide&#10;Deine Heil′gen, so daß fast ihre Seelen man sieht.&#10;Alte Meister, sie lehren es dich, mit frommer Verehrung&#10;Schaue sie an, und es wird dir das Geheimniß enthüllt.&#10;Besser sind ihre Fehler, als selbst die Tugenden Neu′rer,&#10;Bete Fiesole an, Guido verachte mir brav.&#10;Bleibst du in Armuth auch, und schätzt man hienieden dich wenig,&#10;Ist dir die Gnade dafür, jene von oben, gewiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hirtenfeuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hirtenfeuer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:12:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hirtenfeuer/</guid><description>&lt;p&gt;Liessest unter uns dich nieder,&#10;Liebe, liebenswerte Frau,&#10;Aber heute ziehst du wieder,&#10;Wie die Sterne ziehn im Blau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehst den Abendstern du blinken&#10;Dort vor seinem Untergang?&#10;Einen Augenblick im Sinken&#10;Ruht er auf dem Bergeshang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der flüchtigen Minute,&#10;In dem eilenden Moment&#10;Ists, als ob er gastlich ruhte,&#10;Wie ein Hirtenfeuer brennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber nur die kleinste Weile&#10;Bringt er auf der Erde zu,&#10;Sieh - er zittert ja vor Eile&#10;Und verschwindet, Frau, wie du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hirtenbrief an die Kölner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hirtenbrief-an-die-koelner/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:12:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hirtenbrief-an-die-koelner/</guid><description>&lt;p&gt;Das Carnaval kommt.&#10;Wozu es euch frommt,&#10;Ihr Tausendsasa′s?&#10;Zum plattesten Spaß,&#10;Zum Freßen und Saufen,&#10;Nach Huren zu laufen. -&#10;Ihr knickrigen Kerle!&#10;Gebt Geld für den Dom:&#10;Der ist ja Kölns Perle.&#10;Sonst schreib′ ich nach Rom,&#10;Ich müße hier streuen&#10;Die Perlen den Säuen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hinter den Tannen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hinter-den-tannen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:11:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hinter-den-tannen/</guid><description>&lt;p&gt;Sonnenschein auf grünem Rasen,&#10;Krokus drinnen blau und blaß;&#10;Und zwei Mädchenhände tauchen&#10;Blumen pflückend in das Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein Junge kniet daneben,&#10;Gar ein übermütig Blut,&#10;Und sie schaun sich an und lachen -&#10;O wie kenn ich sie so gut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinter jenen Tannen war es,&#10;Jene Wiese schließt es ein -&#10;Schöne Zeit der Blumensträuße,&#10;Stiller Sommersonnenschein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Himmelsnähe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/himmelsnaehe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:10:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/himmelsnaehe/</guid><description>&lt;p&gt;In meiner Firne feierlichem Kreis&#10;Lagr ich an schmalem Felsengrate hier,&#10;Aus einem grünerstarrten Meer von Eis&#10;Erhebt die Silberzacke sich vor mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schnee, der am Geklüfte hing zerstreut,&#10;In hundert Rinnen rieselt er davon&#10;Und aus der schwarzen Feuchte schimmert heut&#10;Der Soldanelle zarte Glocke schon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald nahe tost, bald fern der Wasserfall,&#10;Er stäubt und stürzt, nun rechts, nun links verweht,&#10;Ein tiefes Schweigen und ein steter Schall,&#10;Ein Wind, ein Strom, ein Atem, ein Gebet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Himmel und Erde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/himmel-und-erde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:10:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/himmel-und-erde/</guid><description>&lt;p&gt;Der Nachtwindhund weint wie ein Kind,&#10;dieweil sein Fell von Regen rinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt jagt er wild das Neumondweib,&#10;das hinflicht mit gebognem Leib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief unten geht, ein dunkler Punkt,&#10;querüberfeld ein Forstadjunkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hier ist Einkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hier-ist-einkehr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:09:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hier-ist-einkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Hier ist Einkehr. Hier ist Stille, den Tagen und Nächten zu lauschen, die aufstehen undversinken.&#10;Hier beginnen die Hügel. Hier hebt sich, tiefer landwärts, Gebirge, Kiefernwälderund durchrauschte Täler.&#10;Hier gießt sich Wiesengrund ins Freie. Bäche spiegeln gesänftigt reine Wolken.&#10;Hier ist Ebene, breitschultrig, heftig blühend, Acker, streifenweis geordnet,&#10;Braunschollig, grün, goldgelb von Korn, das in der Julisonne reift.&#10;Tag kommt mit aufgefrischtem Himmel, blitzend in den Halmen; Morgen mit den harten, kühlenFarben,&#10;Die betäubt in einen brennendgelben Mittag sinken – grenzenlose Julisonne über allenFeldern,&#10;In alle Krumen sickernd, schwer ins Mark versenkt, bewegungslos,&#10;In langen Stunden weilend, nur von Schatten überwölbt, die langsam weiter laufen,&#10;Sich strecken und entzündet in das violette Farbenspiel des Abends wachsen,&#10;Das nicht mehr enden will. Schon ist es Nacht, doch trägt die Luft&#10;Mit Dämmerung vollgesogen noch den lichten Schein,&#10;Der tiefer blühend auf der Schwingung der gewellten Hügelränderläuft –&#10;Schon reicht unmerklich Frühe an die Nacht der weißen Sterne.&#10;Bald weht aus Büschen wieder aufgewirbelt junges Licht.&#10;Und viele Tag und Nächte werden in der Bläue auf- und niedersteigen,&#10;Eintönig, tief gesättigt, wunschlos in der großen Sommerseligkeit –&#10;Sie tragen auf den schweren sonngebräunten Schultern Sänftigung und Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heute morgen fuhr ich nach Düsseldorf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heute-morgen-fuhr-ich-nach-duesseldorf/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:09:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heute-morgen-fuhr-ich-nach-duesseldorf/</guid><description>&lt;p&gt;Heute morgen fuhr ich nach Düsseldorf&#10;In sehr honetter Begleitung:&#10;Ein Regierungsrat - er schimpfte sehr&#10;Auf die Neue Rheinische Zeitung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die Redakteure dieses Blatts&amp;rdquo;,&#10;So sprach er, &amp;ldquo;sind sämtlich Teufel;&#10;Sie fürchten weder den lieben Gott&#10;Noch den Ober-Prokurator Zweiffel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für alles irdische Mißgeschick&#10;Sehn sie die einzige Heilung&#10;In der rosenrötlichen Republik&#10;Und vollkommener Güterteilung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ganze Welt wird eingeteilt&#10;In tausend Millionen Parzellen;&#10;In so viel Land, in so viel Sand&#10;Und in so viel Meereswellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herzeliebez frowelîn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herzeliebez-frowelin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:08:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herzeliebez-frowelin/</guid><description>&lt;p&gt;Herzeliebez frowelîn,&#10;got gebe dir hiute und iemer guot!&#10;kund ich baz gedenken dîn,&#10;des hete ich williclîchen muot.&#10;waz mac ich dir sagen mê,&#10;wan daz dir nieman holder ist? dâ von ist mir vil wê.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie verwîzent mir daz ich&#10;ze nidere wende mînen sanc.&#10;Daz si niht versinnent sich&#10;waz liebe sî, des haben undanc!&#10;sie getraf diu liebe nie,&#10;die nâch dem guote und nâch der schœne minnent; wê wie minnent die?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:07:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herz/</guid><description>&lt;p&gt;Das seltsame, thörichte, fragende Herz,&#10;Im Glücke so bang, so glückselig im Schmerz -&#10;Was mag es nur ewig so klopfen?&#10;Es klopft, ach! nicht ewig; es bebet, es harrt,&#10;Bis das Blut in den Gängen des Lebens erstarrt,&#10;Allmählich, von Tropfen zu Tropfen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann schweigt es; dann ruht es; Dämonen der Welt&#10;Sie tragen′s ins Haus, das nicht Helios hellt,&#10;Das die Schatten Persephone′s schwärzen;&#10;Doch die darin pochte, die selige Kraft,&#10;(Die Hülse zerstiebte) - sie hat sich entrafft,&#10;Und fliegt an das Herz aller Herzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herz und Verstand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herz-und-verstand/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:07:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herz-und-verstand/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn mein Herz nicht spricht,&#10;dann schweigt auch mein Verstand,&#10;sagt die Frau -&#10;Schweige, Herz,&#10;damit der Verstand zu Wort kommt,&#10;sagt der Mann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr, mein Hirt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-mein-hirt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:06:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-mein-hirt/</guid><description>&lt;p&gt;Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,&#10;ich bin dein, niemand kann uns scheiden,&#10;ich bin dein, weil du dein Leben&#10;und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herein von draußen in verworrnem Schwalle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herein-von-draussen-in-verworrnem-schwalle/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:06:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herein-von-draussen-in-verworrnem-schwalle/</guid><description>&lt;p&gt;Herein von draußen in verworrnem Schwalle&#10;Verletzt mein Ohr ein Schwirren und ein Summen,&#10;Ein Flattern, Schnattern, Krächzen, Blöken, Brummen,&#10;Geflügel in dem Hofe, Vieh im Stalle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und innen hier die Tisch′ und Bänke alle&#10;Besetzt mit viel Gesichtern, matten, dummen,&#10;Bepflanzt mit viel Gestalten, trägen, krummen;&#10;Das Aug′ ist mit dem Ohr im gleichen Falle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da tritt herein im schlankgeschnürten Mieder&#10;Ein Mädchen, das mit einem Gruß mich kirret,&#10;Von allen Sinnen fällt es mir wie Schuppen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbsttag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbsttag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:05:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbsttag/</guid><description>&lt;p&gt;Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.&#10;Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,&#10;und auf den Fluren laß die Winde los.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;&#10;gib ihnen noch zwei südlichere Tage,&#10;dränge sie zur Vollendung hin, und jage&#10;die letzte Süße in den schweren Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.&#10;Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,&#10;wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben&#10;und wird in den Alleen hin und her&#10;unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied-9908/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:04:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied-9908/</guid><description>&lt;p&gt;Der Herbstwind weht; die dürren Blätter fallen&#10;Ins Wintergrab;&#10;Der Raben dumpfen Klaglaut hör&amp;rsquo; ich schallen&#10;Vom Turm herab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verwelkt und dürr hängt noch an Gartenmauern&#10;Der Blumen Rest;&#10;Und flugesmüde Vögel bange kauern&#10;Im engen Nest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wo geschwebt auf maienhaften Bahnen&#10;Der Rose Duft,&#10;Weht traurig wie ein unheimliches Ahnen&#10;Oktoberluft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn der Sturm die grauen Nebel dränget&#10;Das Meer entlang,&#10;Und wenn mit Weheruf die Möwe hänget&#10;Am Felsenhang:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied-4219/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:04:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied-4219/</guid><description>&lt;p&gt;Bunt sind schon die Wälder,&#10;Gelb die Stoppelfelder,&#10;Und der Herbst beginnt.&#10;Rote Blätter fallen,&#10;Graue Nebel wallen,&#10;Kühler weht der Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die volle Traube,&#10;Aus dem Rebenlaube,&#10;Purpurfarbig strahlt!&#10;Am Geländer reifen&#10;Pfirsiche mit Streifen&#10;Rot und weiß bemalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh! Wie hier die Dirne&#10;Emsig Pflaum′ und Birne&#10;In ihr Körbchen legt!&#10;Dort, mit leichten Schritten,&#10;Jene goldne Quitten&#10;In den Landhof trägt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flinke Träger springen,&#10;Und die Mädchen singen,&#10;Alles jubelt froh!&#10;Bunte Bänder schweben,&#10;Zwischen hohen Reben,&#10;Auf dem Hut von Stroh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-6415/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:03:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-6415/</guid><description>&lt;p&gt;Die Blätter fallen, fallen wie von weit,&#10;als welkten in den Himmeln ferne Gärten;&#10;sie fallen mit verneinender Gebärde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in den Nächten fällt die schwere Erde&#10;aus allen Sternen in die Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.&#10;Und sieh dir andre an: es ist in allen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen&#10;unendlich sanft in seinen Händen hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Helian</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/helian/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:03:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/helian/</guid><description>&lt;p&gt;In den einsamen Stunden des Geistes&#10;Ist es schön′ in der Sonne zu gehn&#10;An den gelben Mauern des Sommers hin.&#10;Leise klingen die Schritte im Gras; doch immer schläft&#10;Der Sohn des Pan im grauen Marmor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abends auf der Terrasse betranken wir uns mit braunem Wein.&#10;Rötlich glüht der Pfirsich im Laub;&#10;Sanfte Sonate′ frohes Lachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schön ist die Stille der Nacht.&#10;Auf dunklem Plan&#10;Begegnen wir uns mit Hirten und weißen Sternen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:02:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh/</guid><description>&lt;p&gt;Was zieht uns aus der Fremde bunten Kreisen&#10;Zur Heimath hin mit stürmischer Gewalt,&#10;Als ginge ewig dort in sanften Gleisen&#10;Der Strom des Glücks, der sonst uns nirgends wallt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was löschet in verborgnen, heissen Thränen&#10;Des Lebens Glanz, der düster uns verbleicht,&#10;Wenn still herbei geführt von zartem Sehnen&#10;Das Bild des Vaterlandes uns beschleicht? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist das , das mit bangen Schmerzen&#10;In fremden Ländern schauernd uns ergreift,&#10;Das nach und nach von dem erkrankten Herzen&#10;Den Blüthenschimmer jedes Frohsinns streift.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimatlose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimatlose/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:01:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimatlose/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin fast&#10;Gestorben vor Schreck:&#10;In dem Haus, wo ich zu Gast&#10;War, im Versteck,&#10;Bewegte sich,&#10;Regte sich&#10;Plötzlich hinter einem Brett&#10;In einem Kasten neben dem Klosett,&#10;Ohne Beinchen,&#10;Stumm, fremd und nett&#10;Ein Meerschweinchen.&#10;Sah mich bange an,&#10;Sah mich lange an,&#10;Sann wohl hin und sann her,&#10;Wagte sich&#10;Dann heran&#10;Und fragte mich:&#10;&amp;ldquo;Wo ist das Meer?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:01:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimat/</guid><description>&lt;p&gt;Und niemand weiß&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Indessen laß mich wandeln&#10;Und wilde Beeren pflücken&#10;Zu löschen die Liebe zu dir&#10;An deinen Pfaden, o Erd′&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier wo &amp;mdash;&#10;und Rosendornen&#10;Und süße Linden duften neben&#10;Den Buchen, des Mittags, wenn im falben Kornfeld&#10;Das Wachstum rauscht, an geradem Halm,&#10;Und den Nacken die Ähre seitwärts beugt&#10;Dem Herbste gleich, jetzt aber unter hohem&#10;Gewölbe der Eichen, da ich sinn&#10;Und aufwärts frage, der Glockenschlag&#10;Mir wohlbekannt&#10;Fernher tönt, goldenklingend, um die Stunde, wenn&#10;Der Vogel wieder wacht. So gehet es wohl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimat-6946/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:00:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimat-6946/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;ist da,&#10;wo man sich aufhängt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;-Lautet eine afrikanische Volksweisheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gestern erhängte sich&#10;ein Afrikaner&#10;auf dem Frankfurter Flughafen&#10;kurz vor seiner geplanten Abschiebung&#10;aus Deutschland&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hartnäckige Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hartnaeckige-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 16:00:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hartnaeckige-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Jan Reimers hatte vor gar nichts Furcht.&#10;Er rettete damals die beiden Dänen,&#10;Ihr wißt wohl - es wollte keiner dran&#10;Er riß sie dem blanken Hans aus den Zähnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun war da die Antje Nissen - ei ja,&#10;Die mochte dem starken Jan wohl taugen!&#10;Schmuck war sie, alles was recht ist - man bloß:&#10;Ihr guckte der Deubel aus beiden Augen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber Jan, wie gesagt, war bange vor nichts.&#10;Und so freit′ er um Antje. Sie ziert′ sich nicht lange&#10;Und sagte Ja und ward seine Braut.&#10;Aber als sie′s war, da ward ihm doch bange.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Harmonie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/harmonie/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:59:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/harmonie/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist der Tag, der leuchtend aufgegangen!&#10;Nicht mehr verworr′ner Traum hält mich umfangen!&#10;Die Schattenbilder seh′ ich rings zerfließen,&#10;In′s weite Meer des Lichtes sich ergießen,&#10;Klangvoll hat Harmonie mein Herz durchdrungen;&#10;Mich hat ein echt′ und groß′ Gefühl bezwungen!&#10;Ihm gönne freudig ich des Sieges Recht,&#10;Es soll mein Herr für ew′ge Zeiten bleiben,&#10;Ein jeder Pulsschlag sei des Siegers Knecht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O süßer Schmerz, so um die Freiheit klagen!&#10;O süße Knechtschaft, solche Fesseln tragen!&#10;Die kühn die Welt gefordert vor die Schranken,&#10;Kampflustige Gefühle und Gedanken,&#10;Des freien Geistes trotzige Vasallen,&#10;Sind machtlos jetzt dem neuen Bann verfallen!&#10;Unglücklich war ich, als ich Herrin war,&#10;Und spielte stolz mit Wünschen und mit Trieben;&#10;Doch Glück umfängt mich süß und wunderbar,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hansel und Gretel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hansel-und-gretel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:58:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hansel-und-gretel/</guid><description>&lt;p&gt;Hansel und Gretel stehen zu zwei′n,&#10;Der Hansel ist grob,&#10;Und die Gretel ist fein,&#10;Der Hansel ist dick,&#10;Und die Gretel ist dünn,&#10;Der Hansel ist aus Birkenholz,&#10;Die Gretel ist aus Zinn.&#10;Heißa, juchheißa, wer wird nun König?&#10;Was einer zuviel hat, hat der andre zuwenig!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Handeln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/handeln/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:58:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/handeln/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.&#10;Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.&#10;Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste.&#10;Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hamlet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hamlet/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:57:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hamlet/</guid><description>&lt;p&gt;Deutschland ist Hamlet! Ernst und stumm&#10;In seinen Toren jede Nacht&#10;Geht die begrabne Freiheit um&#10;Und winkt den Männern auf der Wacht.&#10;Dasteht die Hohe, blank bewehrt,&#10;Und sagt dem zaudrer, der noch zweifelt:&#10;&amp;ldquo;Sei mir ein Rächer, zieh dein Schwert!&#10;Man hat mir Gift ins Ohr geträufelt!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er horcht mit zitterndem Gebein,&#10;Bis ihm die Wahrheit schrecklich tagt;&#10;Von Stund&amp;rsquo; an will er Rächer sein -&#10;Ob er es wirklich endlich wagt?&#10;Er sinnt und träumt und weiß nicht Rat;&#10;Kein Mittel, das die Brust ihm stähle!&#10;Zu einer frischen, mut&amp;rsquo;gen Tat&#10;Fehlt ihm die frische, mut&amp;rsquo;ge Seele!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hamlet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hamlet-9726/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:57:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hamlet-9726/</guid><description>&lt;p&gt;Als Hamlet hat sich unser großer Mime&#10;photographieren lassen, einen Schädel&#10;hält in den Händen er, und düster blickt er,&#10;unsäglich düster in die Welt hinein.&#10;So ist er in der Kunst- und Bilderhändler&#10;Schaufenstern überall bei uns zu sehn,&#10;und wer des Weges kommt, der bleibt bewundernd&#10;vor diesem Bildnis stehn und sagt zu sich:&#10;&amp;ldquo;Das ist er! O wie tief doch in die Rolle&#10;des Dänenprinzen hat sich unser Künstler&#10;hineingedacht! Das ist er wahrlich, wie&#10;er leibt&amp;rsquo; und lebte. So sah Hamlet aus!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Halt nicht zu fest...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/halt-nicht-zu-fest/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:56:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/halt-nicht-zu-fest/</guid><description>&lt;p&gt;Halt nicht zu fest, was du gewannst,&#10;Und schlag&amp;rsquo;s dir aus dem Sinn,&#10;Denn eh&amp;rsquo; du&amp;rsquo;s recht beweinen kannst,&#10;Bist du schon selbst dahin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Haidekampf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/haidekampf/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:55:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/haidekampf/</guid><description>&lt;p&gt;Sonne Halde stampfen keuche Bange&#10;Sonne Halde glimmet stumpfe Wut&#10;Sonne Halde sprenkeln irre Stahle&#10;Sonne Halde flirret faches Blut&#10;Blut&#10;Und&#10;Bluten&#10;Blut&#10;Und&#10;Bluten Bluten&#10;Dumpfen tropft&#10;Und&#10;Dumpfen&#10;Siegt und krustet&#10;Sonne Halde flackt und fleckt und flackert&#10;Sonne Halde blumet knosper Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hagens Sterbelied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hagens-sterbelied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:55:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hagens-sterbelied/</guid><description>&lt;p&gt;Nun werd ich sehr alleine!&#10;Die Fürsten liegen tot -&#10;Wie glänzt im Mondenscheine&#10;der Estrich blutig rot!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die fröhlichen Burgunden,&#10;wie sie nun stille sind!&#10;Ich höre, wie aus Wunden&#10;das Blut in Tropfen rinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es steiget aus dem Hause&#10;ein Dunst von Blute schwer,&#10;Schon kreischen nach dem Schmause&#10;die Geier rings umher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schläft der König Gunter&#10;in fieberwirrem Schlaf,&#10;Seit ihn vom Turm herunter&#10;ein spitzer Bolzen traf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Häslein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/haeslein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:54:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/haeslein/</guid><description>&lt;p&gt;Unterm Tannenbaum im Gras&#10;Gravitätisch sitzt der Has,&#10;Wichst den Bart und spitzt das Ohr,&#10;Duckt sich nieder, guckt hervor,&#10;Zupft&#10;Und leckt sich,&#10;Rupft&#10;Und reckt sich.&#10;Endlich macht er einen Sprung:&#10;&amp;ldquo;Hei, was bin ich für ein Jung′!&#10;Schneller noch als Hirsch und Reh&#10;Spring ich auf und ab die Höh′.&#10;Wer ist′s, der mich fangen kann?&#10;Tausend Hund′ und hundert Mann,&#10;Gleich will ich′s mit ihnen wagen,&#10;Soll mich keiner doch erjagen.&#10;Und der Graf auf seinem Schloß&#10;Hat im ganzen Stall kein Roß&#10;Und auch keinen Reitersknecht,&#10;Der mir nachgaloppen möcht′!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Guter Rat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guter-rat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:54:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guter-rat/</guid><description>&lt;p&gt;Laß dein Grämen und dein Schämen!&#10;Werbe keck und fordre laut,&#10;und man wird sich dir bequemen,&#10;und du führest heim die Braut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wirf dein Geld den Musikanten,&#10;denn die Fiedel macht das Fest;&#10;küsse deine Schwiegertanten,&#10;denkst du gleich: Hol euch die Pest!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rede gut von einem Fürsten,&#10;und nicht schlecht von einer Frau;&#10;knickre nicht mit deinen Würsten,&#10;wenn du schlachtest eine Sau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist die Kirche dir verhaßt, Tor,&#10;desto öfter geh hinein;&#10;zieh den Hut ab vor dem Pastor,&#10;schick ihm auch ein Fläschchen Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Guter Rat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guter-rat-6025/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:53:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guter-rat-6025/</guid><description>&lt;p&gt;Einen guten Rat gebe ich immer weiter.&#10;Es ist das einzige, was man damit machen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Guten Willens Ungeschick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guten-willens-ungeschick/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:53:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guten-willens-ungeschick/</guid><description>&lt;p&gt;Du scheuchst den frommen Freund von mir,&#10;Weil krank ich sei und sehr bewegt,&#10;Mein hell und blühend Lustrevier&#10;Hast du mit Dornen mir umhegt;&#10;Wohl weiß ich, daß der Wille rein,&#10;Daß eure Sorge immer wach,&#10;Doch, was ihn labt, was hindert, ach,&#10;Ein jeder weiß es nur allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denke, wie ich einstens saß&#10;An eines Hügels schroffem Rain,&#10;Und sah ein schönes Kind, das las&#10;Sich Schneckenhäuschen im Gestein;&#10;Dann glitt es aus, ich sprang hinzu,&#10;Es hatte sich am Strauch gedrückt;&#10;Ich griff es an gar ungeschickt,&#10;Und abwärts rollte es im Nu;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gut und klug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gut-und-klug/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:52:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gut-und-klug/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist mir ein Trost in Zweifel und Leid:&#10;Wer wirklich gut ist, der ist auch gescheit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch auch dies andere macht mir Mut:&#10;Wer ganz gescheit ist, der ist auch gut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schlauen Schufte, die Herzensschlechten,&#10;Die gern so klug sich dünken möchten:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sind im Grunde nur schwache Köpfe,&#10;Arme Schlucker und traurige Tröpfe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und jene Guten, jene Bequemen,&#10;Die ihre Beschränktheit für heilig nehmen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So oft sie richten nach ihrem Recht,&#10;Sind sie gar nicht gut, sind sie herzlich schlecht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gut Holz!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gut-holz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:51:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gut-holz/</guid><description>&lt;p&gt;des Verbandes deutscher Kegelsportvereine&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer hat dich so hoch da droben -&#10;Das Kegelspiel ist schon seit ewigen Zeiten eine kulturelle Macht.&#10;Ursprünglich haben die Götter mit dem Mond nach den Sternen geschoben,&#10;Und erst später haben sie die Erfindung der Holzkugel gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nämlich das kam so: Mit dem Holzkopf der Gott -&#10;Wie hieß er doch gleich? jedenfalls war′s kein christlicher -&#10;Der Heilige Geist trieb wieder einmal mit den heiligsten Dingen seinen&#10;unwürdigen Spott,&#10;Bezweifelte sich selbst, die unbefleckte Empfängnis - kurz und gut,&#10;Der betreffende Gott war sprachlos und verlor seinen Kopf.&#10;Aus Versehen schob Zeus mit ihm, und der Holzkopf erwies sich als unverwüstlicher&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Guete</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guete/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:51:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guete/</guid><description>&lt;p&gt;Guete in den Worten&#10;erzeugt Vertrauen,&#10;Guete beim Denken&#10;erzeugt Tiefe,&#10;Guete beim Verschenken&#10;erzeugt Liebe&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Güte und Größe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guete-und-groesse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:50:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guete-und-groesse/</guid><description>&lt;p&gt;Nur zwei Tugenden gibt′s. O wären sie immer vereint,&#10;Immer die Güte auch groß, immer die Größe auch gut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss-5429/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:50:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss-5429/</guid><description>&lt;p&gt;Als die Rosen lieblich lachten&#10;Und die Sommerlauben blühten,&#10;Purpurn die Granaten glühten,&#10;Deine Augen hold erwachten;&#10;Alles sprach nur Liebesschmachten,&#10;Es verkündete die süssen&#10;Träume Nachtigallengrüßen,&#10;Und dein Blick, dein Ton ward Wonne,&#10;Lebe dann der Liebessonne,&#10;Weihe diesen Tag mit Küssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gruppe aus dem Tartarus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gruppe-aus-dem-tartarus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:49:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gruppe-aus-dem-tartarus/</guid><description>&lt;p&gt;Horch - wie Murmeln des empörten Meeres,&#10;Wie durch hohler Felsen Becken weint ein Bach,&#10;Stöhnt dort dumpfigtief ein schweres, leeres,&#10;Qualerpresstes Ach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schmerz verzerrt&#10;Ihr Gesicht; Verzweiflung sperret&#10;Ihren Rachen fluchend auf.&#10;Hohl sind ihre Augen, ihre Blicke&#10;Spähen bang nach des Cocytus Brücke,&#10;Folgen tränend seinem Trauerlauf,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fragen sich einander ängstlich leise,&#10;Ob noch nicht Vollendung sei? -&#10;Ewigkeit schwingt über ihnen Kreise,&#10;Bricht die Sense des Saturns entzwei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grosse Wirkungen aus kleinen Ursachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grosse-wirkungen-aus-kleinen-ursachen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:48:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grosse-wirkungen-aus-kleinen-ursachen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie klein muss nicht ein Wassertropfen scheinen!&#10;Doch grosse Ding&amp;rsquo; entstehen oft aus kleinen.&#10;Füllt ebenvoll ein Glas! es steht noch: aber giesst&#10;Nur einen Tropfen dran, so läuft es plötzlich über.&#10;Nicht anders wirkt aufs Herz ein Küsschen, das ein lieber,&#10;Ein feuervoller Jüngling küsst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grenze des Denkens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grenze-des-denkens/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:48:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grenze-des-denkens/</guid><description>&lt;p&gt;Rein zu denken, vermeinst du? Wie sehr du die Bilder auch sichtest,&#10;Bilder bleiben es doch, wenn auch zu Worten verdünnt,&#10;Und sie borgen sich bloß im ewigen Wechsel die Lichter,&#10;Denn das erste erlischt, wenn sich das zweite erhellt.&#10;Aber ein anderes ist′s, in Blei Figuren zu gießen,&#10;Wie es die Mägde tun, oder zu zeichnen, wie Kant.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Graues Land</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/graues-land/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:47:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/graues-land/</guid><description>&lt;p&gt;Wolken in dämmernder Röte  Drohn über dem einsamen Feld.  Wie ein Mann mit trauriger Flöte  Geht der Herbst durch die Welt.&#10;Du kannst seine Nähe nicht fassen,  Nicht lauschen der Melodie.  Und doch: in dem fahlen Verblassen  Der Felder fühlst du sie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Granaten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/granaten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:47:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/granaten/</guid><description>&lt;p&gt;Das Wissen stockt&#10;Nur Ahnen webt und trügt&#10;Taube täubet schrecke Wunden&#10;Klappen Tappen Wühlen Kreischen&#10;Schrillen Pfeifen Fauchen Schwirren&#10;Splittern Klatschen Knarren Knirschen&#10;Stumpfen Stampfen&#10;Der Himmel tapft&#10;Die Sterne schlacken&#10;Zeit entgraust&#10;Sture weltet blöden Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grammatische Deutschheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grammatische-deutschheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:46:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grammatische-deutschheit/</guid><description>&lt;p&gt;Neulich deutschten auf Deutsch vier deutsche Deutschlinge deutschend,&#10;Sich überdeutschend am Deutsch, welcher der Deutscheste sey.&#10;Vier deutschnamig benannt: Deutsch, Deutscherig, Deutscherling, Deutschdich;&#10;Selbst so hatten zu deutsch sie sich die Namen gedeutscht.&#10;Jetzt wettdeuschten sie, deutschend in grammatikalischer Deutschheit,&#10;Deutscheren Comparativ, deutschesten Superlativ.&#10;&amp;ldquo;Ich bin deutscher als deutsch&amp;rdquo;.&#10;&amp;ldquo;Ich deutscherer&amp;rdquo;.&#10;&amp;ldquo;Deutschester bin ich.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich bin der Deutschereste, oder der Deutschestere.&amp;rdquo;&#10;Drauf durch Comparativ und Superlativ fortdeutschend,&#10;Deutschten sie auf bis zum - Deutschesteresteresten;&#10;Bis sie vor comparativisch- und superlativischer Deutschung&#10;Den Positiv von Deutsch hatten vergessen zuletzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gott im Mittelalter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-im-mittelalter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:45:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-im-mittelalter/</guid><description>&lt;p&gt;Und sie hatten Ihn in sich erspart&#10;und sie wollten, daß er sei und richte,&#10;und sie hängten schließlich wie Gewichte&#10;(zu verhindern seine Himmelfahrt)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;an ihn ihrer großen Kathedralen&#10;Last und Masse. Und er sollte nur&#10;über seine grenzenlosen Zahlen&#10;zeigend kreisen und wie eine Uhr&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeichen geben ihrem Tun und Tagwerk.&#10;Aber plötzlich kam er ganz in Gang,&#10;und die Leute der entsetzten Stadt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ließen ihn, vor seiner Stimme bang,&#10;weitergehn mit ausgehängtem Schlagwerk&#10;und entflohn vor seinem Zifferblatt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gott gab uns nur einen Mund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-gab-uns-nur-einen-mund/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:45:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-gab-uns-nur-einen-mund/</guid><description>&lt;p&gt;Beine hat uns zwei gegeben&#10;Gott der Herr, um fortzustreben,&#10;wollte nicht, dass an der Scholle&#10;unsre Menschheit kleben solle.&#10;Um ein Stillstandsknecht zu sein,&#10;genügte uns ein einzges Bein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Augen gab uns Gott ein Paar,&#10;daß wir schauen rein und klar;&#10;um zu glauben, was wir lesen,&#10;wär ein Aug genug gewesen.&#10;Gott gab uns die Augen beide,&#10;daß wir schauen und begaffen&#10;wie er hübsch die Welt erschaffen&#10;zu des Menschen Augenweide;&#10;doch beim Gaffen in den Gassen&#10;sollen wir die Augen brauchen&#10;und uns dort nicht treten lassen&#10;auf die armen Hühneraugen,&#10;die uns ganz besonders plagen,&#10;wenn wir enge Stiefel tragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gothischer Architekt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gothischer-architekt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:44:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gothischer-architekt/</guid><description>&lt;p&gt;Nun auch vom Friedenstempel, was ist Ihr Urtheil von diesem?&#10;Ei, er gefiele mir wohl, wär′ er nur gothisch gebaut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Goldoni</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/goldoni/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:44:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/goldoni/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Spendet der Gott der Freude dir einen Becher voll Weines,&#10;Halt ihn beisammen und wirf nicht in den Ocean ihn.&#10;So auch wäre Goldoni mir viel, doch Talent und Gedanken&#10;Seh′ ich nun leider im Meer seiner Komödien verschwemmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir wohl reicht′s zur Komödie, tritt eine Dame der andern&#10;Nur auf den Fuß, auf das Kleid, - aber nicht mir, mit Verlaub.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Komödie scheint nur das Kind politischer Freiheit,&#10;Drum bei den Griechen auch nur sahen politisch wir sie.&#10;Wir sind allzu politisch, um die Verkehrtheit zu geißeln,&#10;Und die Komödie hilft äußerst politisch sich durch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Göttliche Schauung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/goettliche-schauung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:43:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/goettliche-schauung/</guid><description>&lt;p&gt;Der Gott sieht, sieht ein Nicht.&#10;Daß er nicht sagen kann,&#10;Dasselbe nicht sieht er,&#10;und ihn sieht alles an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückliche Rettung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckliche-rettung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:42:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckliche-rettung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Liebe fiel ins Grübchen am Kinn&#10;Und war unendlich erschrocken.&#10;Sie langte mit entschlossenem Sinn&#10;Nach einer der flatternden Locken&#10;Und zog sich mit Geschicke&#10;Heraus am artigen Stricke,&#10;Sonst läge sie, glaub′ ich, noch darin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückliche Fahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckliche-fahrt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:42:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckliche-fahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nebel zerreißen,&#10;Der Himmel ist helle,&#10;Und Äolus löset&#10;Das ängstliche Band.&#10;Es säuseln die Winde,&#10;Es rührt sich der Schiffer.&#10;Geschwinde! Geschwinde!&#10;Es teilt sich die Welle,&#10;Es naht sich die Ferne;&#10;Schon seh′ ich das Land!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückes genug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckes-genug/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:41:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckes-genug/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn sanft du mir im Arme schliefst,&#10;Ich deinen Atem hören konnte,&#10;Im Traum du meinen Namen riefst,&#10;Um deinen Mund ein Lächeln sonnte -&#10;Glückes genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn nach heißem, ernstem Tag&#10;Du mir verscheuchtest schwere Sorgen,&#10;Wenn ich an deinem Herzen lag,&#10;Und nicht mehr dachte an ein Morgen -&#10;Glückes genug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gleichnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gleichnis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:41:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gleichnis/</guid><description>&lt;p&gt;Der Flieder neigt sich welk in zarter Trauer;&#10;Stolz glüht der Rotdorn im Gewitterschauer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er lächelt unter tausend blut&amp;rsquo;gen Wunden.&#10;So ist die Lieb&amp;rsquo;, die du bei mir gefunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie beugte sanft sich dir wie weißer Flieder,&#10;Schaut jetzt wie Rotdorn flammend auf dich nieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gingo Biloba</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gingo-biloba/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:40:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gingo-biloba/</guid><description>&lt;p&gt;Dieses Baums Blatt, der von Osten&#10;Meinem Garten anvertraut,&#10;Gibt geheimen Sinn zu kosten,&#10;Wie′s den Wissenden erbaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist es Ein lebendig Wesen,&#10;Das sich in sich selbst getrennt?&#10;Sind es zwei, die sich erlesen,&#10;Dass man sie als eines kennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solche Frage zu erwidern,&#10;Fand ich wohl den rechten Sinn.&#10;Fühlst du nicht in meinen Liedern,&#10;Dass ich Eins und doppelt bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gigerlette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gigerlette/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:39:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gigerlette/</guid><description>&lt;p&gt;Fräulein Gigerlette&#10;Lud mich ein zum Thee.&#10;Ihre Toilette&#10;War gestimmt auf Schnee;&#10;Ganz wie Pierrette&#10;War sie angethan.&#10;Selbst ein Mönch, ich wette,&#10;Sähe Gigerlette&#10;Wohlgefällig an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War ein rotes Zimmer,&#10;Drin sie mich empfing,&#10;Gelber Kerzenschimmer&#10;In dem Raume hing.&#10;Und sie war wie immer&#10;Leben und Esprit.&#10;Nie vergeß ichs, nimmer:&#10;Weinrot war das Zimmer,&#10;Blütenweiß war sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und im Trab mit Vieren&#10;Fuhren wir zu zweit&#10;In das Land spazieren,&#10;Das heißt Heiterkeit.&#10;Daß wir nicht verlieren&#10;Zügel, Ziel und Lauf,&#10;Saß bei dem Kutschieren&#10;Mit den heißen Vieren&#10;Amor hinten auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gewinn ist Verlust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gewinn-ist-verlust/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:39:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gewinn-ist-verlust/</guid><description>&lt;p&gt;Der Reiche dieser Welt, was hat er für Gewinn?&#10;Daß er muß mit Verlust von seinem Reichtum ziehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesellschaftslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesellschaftslied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:38:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesellschaftslied/</guid><description>&lt;p&gt;Es kann ja nicht immer so bleiben&#10;Hier unter dem wechselnden Mond;&#10;Es blüht eine Zeit und verwelket,&#10;Was mit uns die Erde bewohnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es haben viel fröhliche Menschen&#10;Lang vor uns gelebt und gelacht;&#10;Den Ruhenden unter dem Rasen&#10;Sei fröhlich dies Gläschen gebracht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es werden viel fröhliche Menschen&#10;Lang nach uns des Lebens sich freun,&#10;Uns Ruhenden unter dem Rasen&#10;Den Becher der Fröhlichkeit weihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sitzen so traulich beisammen&#10;Wir haben einander so lieb,&#10;Erheitern einander das Leben;&#10;Ach, wenn es doch immer so blieb'!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesellschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesellschaft-4107/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:38:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesellschaft-4107/</guid><description>&lt;p&gt;Sind wir jung und sind nicht alt,&#10;Lieder haben viel Gewalt,&#10;Machen leicht und machen schwer,&#10;Ziehen deine Seele her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leben gibt es nah und fern,&#10;Was ich zeige, seht ihr gern -&#10;Nicht die Schwere vieler Erden,&#10;Nur die spielenden Gebärden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vieles, was mir Freude schafft,&#10;Fühl ich hier herangeflogen,&#10;Aber gar so geisterhaft:&#10;Glücklich - bin ich wie betrogen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen hellen Widerschein&#10;Sehe ich im Kreise wandern-.&#10;Spürt auch jeder sich allein,&#10;Spürt sich doch in allen andern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesellschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesellschaft-3445/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:37:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesellschaft-3445/</guid><description>&lt;p&gt;Rück her, es soll uns nicht reuen!&#10;Ein jeder treibt ja im Wind -&#10;Wir wollen uns heute freuen,&#10;Daß wir beisammen sind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und gibt es kein Verstehen,&#10;Wir tuen, als gäb&amp;rsquo; es eins -&#10;Ein Licht, im Traume gesehen,&#10;Ist immer noch besser als keins!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eine Wahrheit verbindet&#10;Uns beide jedenfalls:&#10;Daß jeder sucht und nicht findet&#10;Im armen Reichtum des Alls.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesegnete Mahlzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesegnete-mahlzeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:36:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesegnete-mahlzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Sie haben wundervoll diniert;&#10;Warm und behaglich rollt ihr Blut,&#10;Voll Menschenliebe ist ihr Herz,&#10;Sie sind der ganzen Welt so gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schütteln zärtlich sich die Hand,&#10;Umwandelnd den geleerten Tisch,&#10;Und wünschen, daß gesegnet sei&#10;Der Wein, der Braten und der Fisch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geistlichkeit, die Weltlichkeit,&#10;Wie sie so ganz verstehen sich!&#10;Ich glaube, Gott verzeihe mir,&#10;Sie lieben sich herzinniglich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geschlossener Kreis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geschlossener-kreis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:36:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geschlossener-kreis/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht vermochte die Traube den Wein noch länger zu halten,&#10;Als man sie kelterte, war sie dem Zerspringen schon nah;&#10;Auch nicht konnte das Faß, das starke, den feurigen fesseln,&#10;Wenn man nicht schnell ihn gezapft, hätt′ er sich selber befreit;&#10;Noch viel weniger hält ihn der Dichter, der ihn getrunken,&#10;Jetzt zurück, als Gedicht fliegt er schon wieder davon;&#10;Mög′ es den Hörer berauschen, und mög′ er nicht eher ernüchtern,&#10;Bis er Reben gepflanzt, daß sich vollende der Kreis!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesanges Erwachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesanges-erwachen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:35:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesanges-erwachen/</guid><description>&lt;p&gt;Könnt′ ich einmal wieder singen,&#10;Wär′ ich wiederum gesund,&#10;Aber noch will′s Herz zerspringen,&#10;Und im Trauern schweigt der Mund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum, daß die so leise Klage&#10;Aus dem vollen Busen drang,&#10;Wie an einem Wintertage&#10;Oft schon halb ein Vogel sang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie aus Wolken eng verschlossen&#10;Halb oft dringt ein Sonnenblick,&#10;Bald von Regen übergossen,&#10;Wiederkehrt in sich zurück,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also hellte mein Gemüte&#10;Ach nur kurz ein lichter Traum,&#10;Und vom aufgeweckten Liede&#10;Hallten diese Töne kaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang der Ungeborenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-ungeborenen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:35:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-ungeborenen/</guid><description>&lt;p&gt;Vater, dir drohet nichts,&#10;Siehe, es schwindet schon,&#10;Mutter, das Ängstliche,&#10;Das dich beirrte!&#10;Wäre denn je ein Fest,&#10;Wären nicht insgeheim&#10;Wir die Geladenen,&#10;Wir auch die Wirte?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Genug oft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/genug-oft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:34:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/genug-oft/</guid><description>&lt;p&gt;Genug oft, daß zwei Menschen sich berühren,&#10;- nicht leiblich, geistig nur - daß sie sich»sehn«,&#10;daß sie sich einmal gegenüberstehn -&#10;um sich danach vielleicht auf immer zu verlieren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genug oft, daß ein Lächeln Zweier Seelen&#10;vermählt - oh nicht vermählt! nur dies: sie führt,&#10;so vor einander schweigend und erschüttert,&#10;daß ihnen alle Wort′ und Wünsche fehlen,&#10;und jede, unaussprechlich angerührt,&#10;nur tief vom Zittern der verwandten zittert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gellert′s Grabschrift</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gellerts-grabschrift/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:33:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gellerts-grabschrift/</guid><description>&lt;p&gt;Hier liegt - steh Wanderer, und schau!&#10;Die Wahrheit schreibt:&#10;&amp;quot; Der beste Mann für eine Frau -&#10;Und unbeweibt.&#10;»Der beste Vater eines Sohns -&#10;Und ohne Sohn.&#10;&amp;ldquo;Der Würdigste des größten Lohns -&#10;Und ohne Lohn.&#10;»Der erste Weise seiner Zeit&#10;Und ohne Rang.&#10;»Es lauschten alle Söhne Teut′s,&#10;Wenn Gellert sang.&#10;»Sein Lohn ist dieser schlechte Stein. - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wandrer geht,&#10;Wünscht alles in der Welt zu seyn,&#10;Nur kein Poet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geliebte, kleine Braut!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geliebte-kleine-braut/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:33:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geliebte-kleine-braut/</guid><description>&lt;p&gt;Schling&amp;rsquo; Deines Haares Strähne&#10;Ums Haupt mir, kleine Braut,&#10;Zerküsse die funkelnde Träne,&#10;Die mir von den Wimpern getaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Elend hier auf Erden&#10;Hab&amp;rsquo; ich genug erschaut,&#10;Genügsam will ich werden,&#10;Geliebte, kleine Braut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will mein Sehnen begraben,&#10;Die Wünsche, so brennend und laut,&#10;Du sollst allein mich haben,&#10;Geliebte, kleine Braut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geleitspruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geleitspruch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:32:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geleitspruch/</guid><description>&lt;p&gt;Die verschütteten Gräber der Könige&#10;bergen noch köstliche Schätze.&#10;Aber wetze&#10;die Schneiden scharf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viele zogen auf Abenteuer:&#10;Helden,&#10;und kamen nach haus:&#10;Schwätzer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwör keinen Meineid!&#10;Schmiede deine Hand&#10;schweigend&#10;an den Knauf des Schwertes.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gelassenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gelassenheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:32:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gelassenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Gelassenheit&#10;ist eine anmutige Form&#10;des Selbstbewusstseins.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geht leise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geht-leise/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:31:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geht-leise/</guid><description>&lt;p&gt;Geht leise&#10;Es ist müd von der Reise!&#10;Es kommt weit her:&#10;Vom Himmel übers Meer,&#10;Vom Meer den dunklen Weg ins Land,&#10;Bis es die kleine Wiege fand -&#10;Geht leise!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geh′ du nur hin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-du-nur-hin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:30:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-du-nur-hin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war auch jung und bin jetzt alt,&#10;Der Tag ist heiß, der Abend kalt,&#10;Geh′ du nur hin, geh du nur hin,&#10;Und schlag dir solches aus dem Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du steigest hinauf, ich steige hinab,&#10;Wer geht im Schritt, wer geht im Trab?&#10;Sind dir die Blumen eben recht,&#10;Sind doch sechs Bretter auch nicht schlecht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gegensatz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gegensatz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:30:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gegensatz/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Italiäner und Deutscher sind nie vereinbare Pole,&#10;Jener ist immer ein Kind, dieser dagegen es nie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;In Hesperien preist der Greis noch die glückliche Jugend,&#10;Aber die Jugend bei uns rühmet sich altklug zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gegenliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenliebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:29:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Das Verlangen nach Gegenliebe&#10;ist nicht das Verlangen der Liebe,&#10;sondern der Eitelkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geführt vom sang...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefuehrt-vom-sang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:29:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefuehrt-vom-sang/</guid><description>&lt;p&gt;Geführt vom sang der leis sich schlang&#10;Dir ward er leicht der ufergang.&#10;Ich sah der höhen dichten rauch&#10;Verjährtes laub und distelstrauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein auge schweift schon träumerisch&#10;Auf eine erde gabenfrisch&#10;Denn dein gedanke flattert fort&#10;Voraus zu einem sichern hort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich frage noch: wer kommt wenn sanft&#10;Die gelbe primel nickt am ranft&#10;Und sich das wasser grün umschilft&#10;Der mir den mai beginnen hilft?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefühle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefuehle/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:28:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefuehle/</guid><description>&lt;p&gt;Kennen Sie das Gefühl: &amp;lsquo;déjà vu&amp;rsquo; -?&#10;Sie gehen zum Beispiel morgens früh,&#10;auf der Reise, in einem fremden Ort&#10;von der kleinen Hotelterrasse fort,&#10;wo die andern alle noch Zeitungen lesen.&#10;Sie sind niemals in dem Dorf gewesen.&#10;Da gackert ein Huhn, da steht eine Leiter,&#10;und Sie fragen - denn Sie wissen nicht weiter -&#10;eine Bauersfrau mit riesiger Schute&amp;hellip;&#10;Und plötzlich ist Ihnen so zumute&#10;- wie Erinnerung, die leise entschwebt -:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedicht in Bi-Sprache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedicht-in-bi-sprache/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:27:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedicht-in-bi-sprache/</guid><description>&lt;p&gt;Ibich habibebi dibich&#10;Lobittebi, sobi liebib.&#10;Habist aubich dubi mibich&#10;Liebib? Neibin, vebirgibib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nabih obidebir febirn,&#10;Gobitt seibi dibir gubit.&#10;Meibin Hebirz habit gebirn&#10;Abin dibir gebirubiht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedenkzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedenkzeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:27:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedenkzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Auf meinem Grabe halte nichts die Wacht,&#10;Kein Stein, kein Erz. Die zählen falsche Stunden.&#10;Denn ehern, steinern hab ich nie gedacht.&#10;Was ich empfand wie Hauch, ist ausempfunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von einer bitteren Orangenschale&#10;Ein wenig auf die Fingerkuppen reiben,&#10;Man mags, mein eingedenk.&#10;Wie man mich rief, kann man zu einem andern Male&#10;Verlöschlich auf die Schiefertafel schreiben:&#10;Für mich ein kleines Weihgeschenk.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedenkst du noch?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedenkst-du-noch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:26:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedenkst-du-noch/</guid><description>&lt;p&gt;Gedenkst du noch, wenn in der Frühlingsnacht&#10;Aus unserm Kammerfenster wir hernieder&#10;Zum Garten schauten, wo geheimnisvoll&#10;Im Dunkel dufteten Jasmin und Flieder?&#10;Der Sternenhimmel über uns so weit,&#10;Und du so jung; unmerklich geht die Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie still die Luft! Des Regenpfeifers Schrei&#10;Scholl klar herüber von dem Meeresstrande;&#10;Und über unsrer Bäume Wipfel sahn&#10;Wir schweigend in die dämmerigen Lande.&#10;Nun wird es wieder Frühling um uns her,&#10;Nur eine Heimat haben wir nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedanken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:26:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich in des Himmels Bläue&#10;Stillerhoben aufwärts schaue,&#10;Denke ich an blaue Augen,&#10;Und ich denk an Lieb und Treu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn ich im trüben&#10;In dein blaues Auge schaue,&#10;Denke ich an blauen Himmel,&#10;Und an blütenvollen Mai.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedanken über der Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedanken-ueber-der-zeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:25:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedanken-ueber-der-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr lebet in der Zeit und kennt doch keine Zeit;&#10;so wißt, ihr Menschen, nicht von und in was ihr seid.&#10;Diß wißt ihr, daß ihr seid in einer Zeit geboren&#10;und daß ihr werdet auch in einer Zeit verloren.&#10;Was aber war die Zeit, die euch in sich gebracht?&#10;Und was wird diese sein, die euch zu nichts mehr macht?&#10;Die Zeit ist was und nichts, der Mensch in gleichem Falle,&#10;doch was dasselbe was und nichts sei, zweifeln alle.&#10;Die Zeit, die stirbt in sich und zeugt sich auch aus sich.&#10;Diß kömmt aus mir und dir, von dem du bist und ich.&#10;Der Mensch ist in der Zeit; sie ist in ihm ingleichen,&#10;doch aber muß der Mensch, wenn sie noch bleibet, weichen.&#10;Die Zeit ist, was ihr seid, und ihr seid, was die Zeit,&#10;nur daß ihr wenger noch, als was die Zeit ist, seid.&#10;Ach daß doch jene Zeit, die ohne Zeit ist, käme&#10;und uns aus dieser Zeit in ihre Zeiten nähme,&#10;und aus uns selbsten uns, daß wir gleich könten sein,&#10;wie der itzt jener Zeit, die keine Zeit geht ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-8876/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:25:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-8876/</guid><description>&lt;p&gt;Ich suche allerlanden eine Stadt,&#10;die einen Engel vor der Pforte hat.&#10;Ich trage seinen großen Flügel&#10;gebrochen schwer am Schulterblatt&#10;und in der Stirne seinen Stern als Siegel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wandle immer in die Nacht&amp;hellip;&#10;Ich habe Liebe in die Welt gebracht, -&#10;dass blau zu blühen jedes Herz vermag,&#10;und hab ein Leben müde mich gewacht,&#10;in Gott gehüllt den dunklen Atemschlag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Gott, schließ um mich deinen Mantel fest;&#10;ich weiß, ich bin im Kugelglas der Rest,&#10;und wenn der letzte Mensch die Welt vergießt,&#10;du mich nicht wieder aus der Allmacht läßt&#10;und sich ein neuer Erdball um mich schließt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-1897/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:24:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-1897/</guid><description>&lt;p&gt;Ertrage du′s, laß schneiden dir den Schmerz&#10;scharf durchs Gehirn und wühlen hart durchs Herz -&#10;das ist der Pflug, nach dem der Sämann sät,&#10;daß aus der Erde Wunden Korn entsteht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Korn, das der armen Seele Hunger stillt -&#10;mit Korn, o Vater, segne mein Gefild:&#10;Reiß deinen Pflug erbarmungslos den Pfad,&#10;doch wirf auch ein in seine Furchen Saat!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-1554/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:23:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-1554/</guid><description>&lt;p&gt;Herr! schicke was du willt,&#10;Ein Liebes oder Leides;&#10;Ich bin vergnügt, daß beides&#10;Aus Deinen Händen quillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollest mit Freuden&#10;Und wollest mit Leiden&#10;Mich nicht überschütten!&#10;Doch in der Mitten&#10;Liegt holdes Bescheiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gaspard Poussin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gaspard-poussin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:23:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gaspard-poussin/</guid><description>&lt;p&gt;Du erkanntest sie nicht, die Natur, wie in seliger Ruhe&#10;Lächelnd ihr Kind sie im Schoß lieblicher Frühlinge wiegt,&#10;Aber sie hat dir dafür gewaltige Wunder verliehen,&#10;Auch in der Schwermuth, im Zorn, ist sie noch göttlich und schön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gartennachricht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gartennachricht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:22:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gartennachricht/</guid><description>&lt;p&gt;Am sechsten März ging in Schönbrunn&#10;Ein Sturm wie sonst noch nie,&#10;Der bracht in höchste Konfusion&#10;Parterr und Menagerie.&#10;Die Wipfel aber, die zuhöchst,&#10;Sie säuselten darein.&#10;Es muß den Starren gar so schwer,&#10;Sich mal zu beugen, sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ganymed</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ganymed-4450/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:22:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ganymed-4450/</guid><description>&lt;p&gt;Wie im Morgenglanze&#10;Du rings mich anglühst,&#10;Frühling, Geliebter!&#10;Mit tausendfacher Liebeswonne&#10;Sich an mein Herz drängt&#10;Deiner ewigen Wärme Heilig Gefühl,&#10;Unendliche Schöne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß ich dich fassen möcht&#10;In diesen Arm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, an deinem Busen&#10;Lieg ich, schmachte,&#10;Und deine Blumen, dein Gras&#10;Drängen sich an mein Herz.&#10;Du kühlst den brennenden&#10;Durst meines Busens,&#10;Lieblicher Morgenwind!&#10;Ruft drein die Nachtigall&#10;Liebend nach mir aus dem Nebeltal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich komm, ich komme!&#10;Wohin? Ach, wohin?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gänsezug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gaensezug/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:21:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gaensezug/</guid><description>&lt;p&gt;Die erste Gans im Gänsezug,&#10;Sie schnattert: »Seht, ich führe!«&#10;Die letzte Gans im Gänsezug,&#10;Sie schnattert: Seht, ich leite!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und jede Gans im Gänsezug,&#10;Sie denkt: »- Daß ich mich breite&#10;So selbstbewußt, das kommt daher,&#10;Weil ich, ein unumschränkter Herr,&#10;Denn Weg mir wähl nach eignem Sinn,&#10;All meiner Schritte Schreiter bin&#10;Und meine Freiheit spüre!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gadji beri bimba</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gadji-beri-bimba/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:20:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gadji-beri-bimba/</guid><description>&lt;p&gt;gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori&#10;gadjama gramma berida bimbala glandri galassassa laulitalomini&#10;gadji beri bin blassa glassala laula lonni cadorsu sassala bim&#10;gadjama tuffm i zimzalla binban gligla wowolimai bin beri ban&#10;o katalominai rhinozerossola hopsamen laulitalomini hoooo&#10;gadjama rhinozerossola hopsamen&#10;bluku terullala blaulala loooo&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;zimzim urullala zimzim urullala zimzim zanzibar zimzalla zam&#10;elifantolim brussala bulomen brussala bulomen tromtata&#10;velo da bang band affalo purzamai affalo purzamai lengado tor&#10;gadjama bimbalo glandridi glassala zingtata pimpalo ögrögöööö&#10;viola laxato viola zimbrabim viola uli paluji malooo&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gaben mir Rat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gaben-mir-rat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:20:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gaben-mir-rat/</guid><description>&lt;p&gt;Gaben mir Rat und gute Lehren,&#10;Überschütteten mich mit Ehren,&#10;Sagten, daß ich nur warten sollt,&#10;Haben mich protegieren gewollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber bei all ihrem Protegieren&#10;Hätte ich können vor Hunger krepieren,&#10;Wär nicht gekommen ein braver Mann,&#10;Wacker nahm er sich meiner an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Braver Mann! Er schafft mir zu essen!&#10;Will es ihm nie und nimmer vergessen!&#10;Schade, daß ich ihn nicht küssen kann!&#10;Denn ich bin selbst dieser brave Mann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Futuristischer Schleifenschüttelreim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/futuristischer-schleifenschuettelreim/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:19:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/futuristischer-schleifenschuettelreim/</guid><description>&lt;p&gt;Der Nitter splackt.&#10;Das Splatter nickt,&#10;wenn splitternackt&#10;die Natter splickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Furcht und Glaube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/furcht-und-glaube/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:19:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/furcht-und-glaube/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn zwischen uns sich weite Fernen dehnen,&#10;Kein milder Strahl des Wiedersehens glimmt,&#10;Und in des Busens tief verschlossnem Sehnen&#10;Mein Herz der Hoffnung Stimme nicht vernimmt;&#10;Dann hüllt die Furcht, die leis′ in mir erwacht,&#10;Die ganze Welt mir in der Schwermuth Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, wenn ich still mein liebend Herz befrage,&#10;Dann flieht der Zweifel, ob Du mein gedenkst.&#10;Wie Geisterhauch umweht mich Deine Klage&#10;In Seufzern, die Du meinem Schicksal schenkst,&#10;Und schnell verscheucht mein Glaube, ohne Wanken,&#10;Des Argwohns bange, zagende Gedanken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Adolfine Henriette Vogel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-adolfine-henriette-vogel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:18:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-adolfine-henriette-vogel/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Jettchen, mein Herzchen, mein Liebes, mein&#10;Täubchen, mein Leben, mein liebes süßes Leben,&#10;mein Lebenslicht, mein Alles, mein Hab und Gut,&#10;meine Schlösser, Äcker, Wiesen und Weinberge, o&#10;Sonne meines Lebens, Sonne, Mond und Sterne, Him-&#10;mel und Erde, meine Vergangenheit und Zukunft,&#10;meine Braut, mein Mädchen, meine liebe Freundin,&#10;mein Innerstes, mein Herzblut, meine Eingeweide,&#10;mein Augenstern, o, Liebste, wie nenn ich Dich?&#10;Mein Goldkind, meine Perle, mein Edelstein, meine&#10;Krone, meine Königin und Kaiserin. Du lieber Lieb-&#10;ling, meines Herzens, mein Höchstes und Teuerstes,&#10;mein Alles und Jedes, mein Weib, meine Hochzeit,&#10;die Taufe meiner Kinder, mein Trauerspiel, mein&#10;Nachruhm. Ach Du bist mein zweites besseres Ich,&#10;meine Tugenden, meine Verdienste, meine Hoffnung,&#10;die Vergebung meiner Sünden, meine Zukunft und&#10;Seligkeit, o, Himmelstöchterchen, mein Gotteskind,&#10;meine Fürsprecherin und Fürbitterin, mein Schutzen-&#10;gel, mein Cherubim und Seraph, wie lieb ich Dich! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühzeitiger Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehzeitiger-fruehling/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:17:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehzeitiger-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Tage der Wonne,&#10;Kommt ihr so bald?&#10;Schenkt mir die Sonne,&#10;Hügel und Wald?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reichlicher fließen&#10;Bächlein zumal.&#10;Sind, es die Wiesen?&#10;Ist es das Tal?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blauliche Frische!&#10;Himmel und Höh′!&#10;Goldene Fische&#10;Wimmeln im See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Buntes Gefieder&#10;Rauschet im Hain;&#10;Himmlische Lieder&#10;Schallen darein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter des Grünen&#10;Blühender Kraft&#10;Naschen die Bienen&#10;Summend am Saft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise Bewegung&#10;Bebt in der Luft,&#10;Reizende Regung,&#10;Schläfernder Duft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mächtiger rühret&#10;Bald sich ein Hauch,&#10;Doch et verlieret&#10;Gleich sich im Strauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingstrunk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingstrunk/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:17:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingstrunk/</guid><description>&lt;p&gt;Seht, o seht, geliebte Brüder,&#10;Lenz und Blumen kehren wieder,&#10;Jauchzeit ihrer Wiederkehr!&#10;Gebt mir gleich aus diesem Fasse&#10;Von dem honigsüßen Nasse.&#10;Hurtig! einen Becher her!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingstraum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingstraum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:16:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingstraum/</guid><description>&lt;p&gt;Ich träumte von bunten Blumen,&#10;So wie sie wohl blühen im Mai;&#10;Ich träumte von grünen Wiesen,&#10;Von lustigem Vogelgeschrei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als die Hähne krähten,&#10;Da ward mein Auge wach;&#10;Da war es kalt und finster,&#10;Es schrien die Raben vom Dach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch an den Fensterscheiben,&#10;Wer malte die Blätter da?&#10;Ihr lacht wohl über den Träumer,&#10;Der Blumen im Winter sah?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich träumte von Lieb′ und Liebe,&#10;Von einer schönen Maid,&#10;Von Herzen und von Küssen,&#10;Von Wonne und Seligkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsliebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:16:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ostern 1783&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lerche sang, die Sonne schien,&#10;Es färbte sich die Wiese grün,&#10;Und braungeschwollne Keime&#10;Verschönten Büsch′ und Bäume:&#10;Da pflückt′ ich am bedornten See&#10;Zum Strauß ihr, unter spätem Schnee,&#10;Blau, rot und weißen Güldenklee.&#10;Das Mägdlein nahm des Busens Zier,&#10;Und nickte freundlich Dank dafür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur einzeln grünten noch im Hain&#10;Die Buchen und die jungen Mai′n;&#10;Und Kresse wankt′ in hellen&#10;Umblümten Wiesenquellen:&#10;Auf kühlem Moose, weich und prall,&#10;Am Buchbaum, horchten wir dem Schall&#10;Des Quelles und der Nachtigall.&#10;Sie pflückte Moos, wo wir geruht,&#10;Und kränzte sich den Schäferhut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgestirn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgestirn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:15:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgestirn/</guid><description>&lt;p&gt;Wie flammst du heut so mächtig wieder,&#10;Als zöge dich zur Erde nieder&#10;Die Sehnsucht einer ew′gen Macht.&#10;So herrlich sehn wir dich entbrennen,&#10;Daß wir dich Stern der Liebe nennen,&#10;Du hellster in der Frühlingsnacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist du des Himmels gold′ne Zähre -&#10;Die über uns und unsere Sphäre&#10;Ein Engel der Erbarmung weint?&#10;Sind wohl auf dir die Friedensauen,&#10;Wo Seelen einst sich wiederschauen&#10;Nach Leid′ und Todesschmerz vereint?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgesang an Sulamith</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgesang-an-sulamith/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:14:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgesang-an-sulamith/</guid><description>&lt;p&gt;Den Bäumen wachsen Augen&#10;Im Garten und im Hain&#10;Und tausend Leben saugen&#10;Des Gottes Athem ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe fließt in Bächen,&#10;Sie weht im Blütenduft,&#10;Verborgne Stimmen sprechen&#10;Im Bach und in der Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm Freundin, süße Taube,&#10;Verborgne, Liebliche,&#10;Komm zur geheimen Laube,&#10;Umwölkt vom Blütenschnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß fühlen mich der Rede&#10;Bezaubernde Gewalt,&#10;Enthüll′, o Süße, Blöde,&#10;Die herrliche Gestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Lilien bekleidet,&#10;Gab ihr den Frühlingsschein,&#10;Der unter Rosen weidet,&#10;Dein Freund ist dein, du sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling und Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-und-herbst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:14:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-und-herbst/</guid><description>&lt;p&gt;Der Frühling ist zwar schön;&#10;doch wann der Herbst nicht wär,&#10;Wär zwar das Auge satt, der Magen aber leer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling der Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-der-seele/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:13:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-der-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Aufschrei im Schlaf; durch schwarze Gassen stürzt der Wind,&#10;Das Blau des Früblings winkt durch brechendes Geäst,&#10;Purpurner Nachttau und es erlöschen rings die Sterne.&#10;Grünlich dämmert der Fluß, silbern die alten Alleen&#10;Und die Türme der Stadt. O sanfte Trunkenheit&#10;Im gleitenden Kahn und die dunklen Rufe der Amsel&#10;In kindlichen Gärten. Schon lichtet sich der rosige Flor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feierlich rauschen die Wasser. O die feuchten Schatten der Au,&#10;Das schreitende Tier; Grünendes, Blütengezweig&#10;Rührt die kristallene Stirne; schimmernder Schaukelkahn.&#10;Leise tönt die Sonne im Rosengewölk am Hügel.&#10;Groß ist die Stille des Tannenwalds, die ernsten Schatten am Fluß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Friedenslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/friedenslied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:13:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/friedenslied/</guid><description>&lt;p&gt;Nun, so bist du endlich kommen,&#10;O du langgewünschter Tag,&#10;Der uns alles Leid benommen&#10;Und geendet unsre Plag′!&#10;Tausend Seelen mit Verlangen&#10;Hofften tausend Tag′ auf dich.&#10;Nun du uns bist aufgegangen,&#10;Enden alle Nächte sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Theurer Tag, der Tage Sonne,&#10;Zeitenkrone, Freund der Welt,&#10;Feind der Unruh′, Länderwonne,&#10;Du durchstrahlst der Erden Zelt!&#10;Und es werden treue Seelen&#10;Von dir heute fangen an&#10;Jahre neuer Ruh′ zu zählen,&#10;Die uns hoch beglücken kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Friede der Kreatur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/friede-der-kreatur/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:12:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/friede-der-kreatur/</guid><description>&lt;p&gt;Spinnen waren mir auch zuwider&#10;All meine jungen Jahre,&#10;Ließen sich von der Decke nieder&#10;In die Scheitelhaare,&#10;Saßen verdächtig in den Ecken&#10;Oder rannten, mich zu erschrecken,&#10;Über Tischgefild und Hände,&#10;Und das Töten nahm kein Ende.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst als schon die Haare grauten,&#10;Begann ich sie zu schonen&#10;Mit den ruhiger Angeschauten&#10;Brüderlich zu wohnen;&#10;Jetzt mit ihren kleinen Sorgen&#10;Halten sie sich still geborgen,&#10;Lässt sich einmal eine sehen,&#10;Lassen wir uns weislich gehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fremd in der Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fremd-in-der-fremde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:11:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fremd-in-der-fremde/</guid><description>&lt;p&gt;Nirgend kann ich lange bleiben,&#10;Ruhelos ist mir der Sinn,&#10;Wolken, Wind und Wellen treiben&#10;Ohne viel Erinnrung hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn im Herbst die letzten Schwalben&#10;Fliehen, wird das Herz mir schwer,&#10;Stimmen rufen allenthalben,&#10;Allenthalben um mich her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ordnen sich die Wanderzüge,&#10;Folgt mein Auge sehnsuchtsvoll,&#10;Wenn ich mich an Menschen schmiege,&#10;Fühl′ ich, daß ich weiter soll &amp;ndash;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wieder weiter von der Stätte,&#10;Die ich wandermüd ersehnt,&#10;An der Liebe goldne Kette&#10;Hat sich nie mein Herz gewöhnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-5665/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:11:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-5665/</guid><description>&lt;p&gt;Die glücklichsten Sklaven&#10;Sind die erbittersten Feinde der Freiheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauensegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauensegen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:10:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauensegen/</guid><description>&lt;p&gt;Schreitest unter deinen Frau′n&#10;Und du lächelst oft beklommen:&#10;Sind so bange Tage kommen.&#10;Weiß verblüht der Mohn am Zaun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie dein Leib so schön geschwellt&#10;Golden reift der Wein am Hügel.&#10;Ferne glänzt des Weihers Spiegel&#10;Und die Sense klirrt im Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Büschen rollt der Tau,&#10;Rot die Blätter niederfließen.&#10;Seine liebe Frau zu grüßen&#10;Naht ein Mohr dir braun und rauh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauenmantel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenmantel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:10:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenmantel/</guid><description>&lt;p&gt;Das Kräutlein treibt ein rundes Blatt&#10;Wie keines ringsherum es hat.&#10;Mit zierlich eingekerbtem Rand&#10;Ist für den Tau es angespannt,&#10;Recht als ein Schälchen hingestellt,&#10;in welches Perl&amp;rsquo; auf Perle fällt.&#10;So hebt es auf des Himmels tau,&#10;der niedersinkt auf Flur und Au&amp;rsquo;,&#10;Manch Elflein gegen Morgen kommt,&#10;das dürstet, dem zu trinken frommt,&#10;Schöpft aus dem Schüsselchen und spricht:&#10;Ein bessres Labsal gibt es nicht&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:09:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Frauen sind da,&#10;um geliebt,&#10;nicht um verstanden zu werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauen-6780/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:08:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauen-6780/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich im Dämmern liege,  Drückt mich das Dunkel kaum.  Wie eine weiche Wiege  Wiegt mich der alte Traum,  Der Traum der schönen Frauen,  Wen tröstete der nicht?&#10;Kaum fühl ich seine Hände,  So neigen sich die Wände,  Die nahe Nacht zerbricht,  Und helle Bilder tauen  Sanft nieder aus dem lauen  Flutenden Rosenlicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frankfurt am Main</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frankfurt-am-main/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:08:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frankfurt-am-main/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ich mich auf dich freue!&#10;Nur noch fünf Tage weit!&#10;Wird!&#10;Was ich auch scheue,&#10;Niemals die Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sitze wo und esse.&#10;Um mich die Herrn von der Messe&#10;Sind alle wichtig im Gefecht.&#10;Ich wollte, ich wäre bezecht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nahbei, vor einem stolzen Hotel&#10;(Wo man noch echten Whisky hat),&#10;Schwemmt sich aus schöner Schale ein Quell,&#10;Als weinte eine ganze Stadt&#10;Ihre Zeitnot über den Rand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Renée, ich küsse deine Hand.&#10;Auf Wiedersehn!&#10;Ich denke: Wenn nächstens vieles fällt,&#10;Wir zwei bleiben stehn,&#10;Solange wir wissen, was uns hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fragment</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fragment-9278/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:07:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fragment-9278/</guid><description>&lt;p&gt;Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens. Siehe, wie klein dort,&#10;siehe: die letzte Ortschaft der Worte, und höher,&#10;aber wie klein auch, noch ein letztes&#10;Gehöft von Gefühl. Erkennst du&amp;rsquo;s?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens. Steingrund&#10;unter den Händen. Hier blüht wohl&#10;einiges auf; aus stummem Absturz&#10;blüht ein unwissendes Kraut singend hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber der Wissende? Ach, der zu wissen begann&#10;und schweigt nun, ausgesetzt auf den Bergen des Herzens.&#10;Da geht wohl, heilen Bewusstseins,&#10;manches umher, manches gesicherte Bergtier,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fragen an mein Schicksal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fragen-an-mein-schicksal/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:07:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fragen-an-mein-schicksal/</guid><description>&lt;p&gt;O Schicksal! musstest du mein Herz mit Lieb&amp;rsquo; erfüllen,&#10;Mit Liebe für den Mann, der nie die Seufzer stillen,&#10;Nie Thränen trocknen wird, die er mir ausgepresst?&#10;Und bin ich nie ein Gast bey Amors Wonnefest?&#10;Lernt&amp;rsquo; ich den edelsten der Männer darum kennen,&#10;Um stets von ihm verkannt, im Stillen nur zu brennen?&#10;Soll dieses arme Herz der Jugend beste Kraft&#10;Verschwenden in dem Streit mit Pflicht und Leidenschaft?&#10;Und soll ein Mann, wie Er, versehn mit tausend Gaben,&#10;Von tausend Fehlern frey, den Einen Fehler haben:&#10;Dass er mich Liebe lehrt, die Schülerinn nicht liebt,&#10;Und durch Entfernung nur die Ruh&amp;rsquo; ihr wieder giebt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-9622/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:06:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-9622/</guid><description>&lt;p&gt;Und&#10;Stämme schlanken weiten Himmel&#10;Und&#10;Herzen schwanken brüten Schmerz&#10;Und&#10;Halme hauchen welle Stürme&#10;Und&#10;Schweigen schrickt&#10;Und&#10;Beugt und geht&#10;Und&#10;Gehen Gehen&#10;Wege Ziele Richtung&#10;Und&#10;Gehen Gehen&#10;Lieben Leben Tod&#10;Und&#10;Gehen Gehen&#10;Endlos wellen Stürme&#10;Und&#10;Gehen Gehen&#10;Endlos halmt&#10;Das&#10;Nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-6205/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:05:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-6205/</guid><description>&lt;p&gt;Meine ganze Welt ist kantig,&#10;Und die Bäume sind verrückt.&#10;Sage, Wilhelm, sage, Sauhirt,&#10;Warum gehst du so gebückt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-5983/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:05:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-5983/</guid><description>&lt;p&gt;O Menschenherz, was ist dein Glück?&#10;Ein rätselhaft geborner,&#10;Und, kaum gegrüßt, verlorner,&#10;Unwiederholter Augenblick!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Form ist Wollust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/form-ist-wollust/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:04:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/form-ist-wollust/</guid><description>&lt;p&gt;Form und Riegel mußten erst zerspringen,&#10;Welt durch aufgeschlossne Röhren dringen:&#10;Form ist Wollust, Friede, himmlisches Genügen,&#10;Doch mich reißt es, Ackerschollen umzupflügen.&#10;Form will mich verschnüren und verengen,&#10;Doch ich will mein Sein in alle Weiten drängen -&#10;Form ist klare Härte ohn′ Erbarmen,&#10;Doch mich treibt es zu den Dumpfen, zu den Armen,&#10;Und in grenzenlosem Michverschenken&#10;Will mich Leben mit Erfüllung tränken&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Forderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/forderung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:04:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/forderung/</guid><description>&lt;p&gt;Gläubt ihr, so bin ich euch, was ihr nur wollt; recht nach der Lust Gottes,&#10;Schrecklich und lustig und weich: Zweiflern versink ich zu nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fordere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fordere/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:03:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fordere/</guid><description>&lt;p&gt;Fordere viel von dir selbst&#10;und erwarte wenig von anderen.&#10;So wird dir viel Ärger&#10;erspart bleiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fluch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fluch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:02:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fluch/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn es Dich aufreißt, denk daran.&#10;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;.&#10;Wie so das Herz zum Herzen schwoll&#10;So ohne Maß, so übervoll.&#10;Wo Du auch stehst, gedenk daran.&#10;Vergiß es nicht, wo Du auch ruhst,&#10;Wo müd Dein Haupt sich hingeneigt&#10;In Heimat fremd, Verlangen schweigt -&#10;Wie Stillung einst auf Lider sank,&#10;So blau behaucht, so liebekrank.&#10;Wo Du verweilst, vergiß es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei eingedenk, wie Du auch hoffst&#10;Auf Irrfahrt gehst, spät oder früh,&#10;zuviel der Müh&#10;Wo aller Weg einst einer war&#10;So voller Ziel, so sonnenklar -&#10;Sei eingedenk, wohin Du gehst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fluch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fluch-9621/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:02:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fluch-9621/</guid><description>&lt;p&gt;Du sträubst und wehrst!&#10;Die Brände heulen&#10;Flammen&#10;Sengen!&#10;Nicht Ich&#10;Nicht Du&#10;Nicht Dich!&#10;Mich!&#10;Mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fliegenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fliegenlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:01:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fliegenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Fliege, fliege, kleine Fliege!&#10;Fliege, fliege in die Wiege!&#10;Siege! Siege!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Flammen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/flammen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:01:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/flammen/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wollen sie ihr nicht vorgestellt sein?&amp;rdquo;&#10;flüsterte mir die Herzogin.-&#10;&amp;ldquo;Beileibe nicht, ich müßt ein Held sein&#10;ihr Anblick schon wirrt mir den Sinn.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das schöne Weib macht mich erbeben!&#10;Es ahnet mit, in ihrer Näh&#10;beginnt für mich ein neues Leben,&#10;mit neuer Lust, mit neuem Weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hält wie Angst mich von ihr ferne,&#10;es treibt mich Sehnsucht hin zu ihr!&#10;Wie meine Schicksals wilden Sterne&#10;erscheinen diese Augen mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fiumiccino</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fiumiccino/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:00:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fiumiccino/</guid><description>&lt;p&gt;Freude gewährt dir die Ebne des weiten unendlichen Meeres,&#10;Trauernd blickst du von hier in die Campagna zurück,&#10;Bettler und Fischer umgeben, Matrosen, Verbrecher,&#10;Mönche, Soldaten, und kurz, Bilder des Jammers dich nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fitzebutze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fitzebutze/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 15:00:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fitzebutze/</guid><description>&lt;p&gt;Lieber ßöner Hampelmann,&#10;deine Detta sieht dich an!&#10;Ich bin dhoß, und Du bist dein;&#10;willst du Fitzebutze sein?&#10;Tomm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tomm auf Hatems dhoßen Tuhl,&#10;Vitzlibutzki, Blitzepul!&#10;Hater sagt, man weiß es nicht,&#10;wie man deinen Namen sp′icht.&#10;Pst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pst, sagt Hater, Fitzebott&#10;war eimal ein lieber Dott,&#10;der auf einem Tuhle saß&#10;und sebrame Menßen aß.&#10;Huh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Huh, sei dut, ich bin so dein&#10;und will immer a′tig sein.&#10;Fitzebutze, du bist dhoß;&#10;kleine Detta spaßt ja bloß.&#10;Ja?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Firnelicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/firnelicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:59:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/firnelicht/</guid><description>&lt;p&gt;Wie pocht′ das Herz mir in der Brust&#10;Trotz meiner jungen Wanderlust,&#10;Wann, heimgewendet, ich erschaut&#10;Die Schneegebirge, süss umblaut,&#10;Das grosse stille Leuchten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich atmet eilig, wie auf Raub,&#10;Der Märkte Dunst, der Städte Staub.&#10;Ich sah den Kampf. Was sagest du,&#10;Mein reines Firnelicht, dazu,&#10;Du grosses stilles Leuchten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie prahlt ich mit der Heimat noch&#10;Und liebe sie von Herzen doch!&#10;In meinem Wesen und Gedicht&#10;Allüberall ist Firnelicht,&#10;Das grosse stille Leuchten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Finkenfütterung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/finkenfuetterung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:58:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/finkenfuetterung/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ihr lieben Finken, frisch herzu,&#10;Und sättigt euch zum Platzen!&amp;rdquo;&#10;Da flattert&amp;rsquo;s auch schon her im Nu:&#10;Ein Fink - und dreizehn Spatzen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Spatzen sind gar frech und flink,&#10;Sie picken ohne Pausen -&#10;Der feine Fink, der arme Fink,&#10;Geht leer aus bei dem Schmausen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er flieht hinauf ins Laubgeäst,&#10;Will nichts mehr sehn und hören:&#10;Und träumt von einem Finkenfest,&#10;Das keine Spatzen stören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fink und Frosch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fink-und-frosch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:58:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fink-und-frosch/</guid><description>&lt;p&gt;Im Apfelbaume pfeift der Fink&#10;Sein: pinkepink!&#10;Ein Laubfrosch klettert mühsam nach&#10;Bis auf des Baumes Blätterdach&#10;Und bläht sich auf und quackt: »Ja, ja!&#10;Herr Nachbar, ick bin och noch da!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie der Vogel frisch und süß&#10;Sein Frühlingslied erklingen ließ,&#10;Gleich muß der Frosch in rauhen Tönen&#10;Den Schusterbaß dazwischen dröhnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Juchheija, heija!« spricht der Fink.&#10;»Fort flieg ich flink!«&#10;Und schwingt sich in die Lüfte hoch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fern und nahe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fern-und-nahe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:57:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fern-und-nahe/</guid><description>&lt;p&gt;Weste säuseln deinen Namen,&#10;Rosen zeigen mir dein Bild,&#10;Und die Quelle, süß und mild,&#10;Spiegelt es im Blütenrahmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in deinen Namen schlingen&#10;Perlen sich im Wiesengrün;&#10;In den Sternen les′ ich ihn,&#10;Hör′ ihn, wenn die Wellen klingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also, bin ich dir auch ferne,&#10;Bleibst du doch mir ewig nah; -&#10;Doch warum, wenn ich dir nah,&#10;Bleibst du mir, ach! ewig ferne?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Feierlicher Protest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/feierlicher-protest/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/feierlicher-protest/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr schwatzt mir viel von Lebenszwecken,&#10;Von Lebensziel und Ruhetag,&#10;Und quält euch mühsam auszuhecken,&#10;Was wohl aus mir noch werden mag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des stillen Glückes Seligkeiten&#10;Erzählt ihr alle groß und breit,&#10;Ihr sucht mich in den Pfad zu leiten&#10;Philisterhafter Häuslichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da soll ich von den Lenzgewittern&#10;Der frischen Jugend endlich ruhn,&#10;Ein Weib mir nehmen, Kinder füttern&#10;Und still und fromm und häuslich tun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da soll ich Flachs und Wolle schlichten&#10;Und Graben zählen nach dem Schick,&#10;Soll Gänse mästen, Hengste züchten&#10;Und Ochs und Schaf und Ziegenbock.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Februar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/februar-6872/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:56:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/februar-6872/</guid><description>&lt;p&gt;Im Winde wehn die Lindenzweige,&#10;Von roten Knospen übersäumt;&#10;Die Wiegen sinds, worin der Frühling&#10;Die schlimme Winterzeit verträumt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fúnf ding sont die lutern megde hân</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/faonf-ding-sont-die-lutern-megde-han/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:55:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/faonf-ding-sont-die-lutern-megde-han/</guid><description>&lt;p&gt;Wilt du den magetum zieren,&#10;Den got also sere geheret hat,&#10;Das er dur dine liebi einer megde sun wart;&#10;(Eya gedenke we sprichet das!)&#10;So solt du diemúteklich swigen&#10;Und mineclich kumber liden&#10;Und in allen stetten&#10;Alle din tage megdlicher schemede pflegen,&#10;So maht du an der kúscheit genesen.&#10;O maget, was dir dene got wil geben,&#10;Er wil dir ein schoener jungling wesen,&#10;Und wil den himelreigen mit dir treten.&#10;O ich vnselig lamer hunt!&#10;Ich húlze och mit dir.&#10;Prúve wie ich dis meine,&#10;Der luteren megde zal ist kleine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Familiengemälde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/familiengemaelde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:55:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/familiengemaelde/</guid><description>&lt;p&gt;Großvater und Großmutter,&#10;Die saßen im Gartenhag,&#10;Es lächelte still ihr Antlitz&#10;Wie sonniger Wintertag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Arme verschlungen, ruhten&#10;Ich und die Geliebte dabei,&#10;Uns blühten und klangen die Herzen&#10;Wie Blumenhaine im Mai.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Bächlein rauschte vorüber&#10;Mit plätscherndem Wanderlied&#10;Stumm zog das Gewölk am Himmel,&#10;Bis unseren Blicken es schied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es raschelte von den Bäumen&#10;Das Laub, verwelkt und zerstreut,&#10;Und schweigend an uns vorüber&#10;Zog leisen Schrittes die Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fährte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/faehrte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:54:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/faehrte/</guid><description>&lt;p&gt;Durch allen Tag muß ich Dich suchend gehn&#10;Und ist so viel, was rings Dich mir verheißt,&#10;Mich mit Gewißheit Deiner schimmernd speist:&#10;Ein Vogelrufen, Glanz des Golds, Kakteen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnee, ach, und Geige, die gesehn Dich haben,&#10;Fahnen der blanken Städte, Windeswehn -&#10;Starbst Du in einer Sonne Untergehn?&#10;War dies Dein Schrei in wehem Spiel der Knaben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wandre durch Taifun, kristallnen Strahl der Seen,&#10;- Vielleicht, daß Dich ein Duft gefunden macht? -&#10;Durch schwarze und die silbernen Alleen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Euridyke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/euridyke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:54:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/euridyke/</guid><description>&lt;p&gt;Orpheus! Orpheus! zerstrahle die Schatten,&#10;Brich leuchtend zu mir!&#10;Orpheus! mein Herz will ermatten -&#10;Mein Herz schreit nach dir!&#10;Orpheus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geliebter! Strahlender! die Nacht, die Nacht&#10;Droht; finsteres Wehen!&#10;Geliebter, ich sinke! ich sinke in Nacht&#10;Ich kann dich nicht sehen -&#10;Orpheus?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geliebter - hörst Du mich rufen?&#10;Die Nacht wühlt mich zu -&#10;O, ich kann nicht - mehr rufen -&#10;Orpheus, wo - bist -du?&#10;Wo - bist &amp;ndash;?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eure Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eure-kinder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:53:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eure-kinder/</guid><description>&lt;p&gt;Eure Kinder sind nicht eure Kinder.&#10;Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht&#10;des Lebens nach sich selber.&#10;Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,&#10;Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,&#10;aber nicht eure Gedanken,&#10;Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.&#10;Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,&#10;aber nicht ihren Seelen,&#10;Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,&#10;das ihr nicht besuchen könnt,&#10;nicht einmal in euren Träumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eulenkind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eulenkind/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:52:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eulenkind/</guid><description>&lt;p&gt;Eulenkind&#10;Fräulen Lind&#10;Eingeschneckt&#10;Zugedeckt&#10;Ganz versteckt&#10;Ausgeheckt.&#10;Schwarzgelockt&#10;Leicht gesockt&#10;Heiß geminnt&#10;Gleich gesinnt&#10;Leicht zu Pferd&#10;Reich gelehrt&#10;Schmetterling&#10;Zauberring&#10;Wunderding&#10;Bunt verbrieft&#10;Und vertieft&#10;Schwalbenzug,&#10;Halber klug. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eulalie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eulalie/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:52:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eulalie/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lebte allein&#10;In Kummer und Pein&#10;Und krank an Seele und Leib,&#10;Da ward die liebliche Eulalie&#10;Mein sanftes, lächelndes Weib,&#10;Da ward die blondhaarige Eulalie&#10;Mein jung, errötendes Weib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ha, weniger hell&#10;Ist der silberne Quell&#10;Als die Augen der lieben Dirn,&#10;Und kein Wölkchen der Höh′n&#10;Ist so duftig und schön&#10;Wie die Löckchen auf Eulalies Stirn&#10;War′s beglänzt vom Mond&#10;Oder war′ es besonnt -&#10;Als die Löckchen auf Eulalies Stirn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Esthnisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/esthnisch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:51:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/esthnisch/</guid><description>&lt;p&gt;Sommer ist es, sonnig ist es,&#10;In der Welt wie wonnig ist es,&#10;Trägt die Erd′ ihr Feierkleid!&#10;Grün ist Alles weit und breit;&#10;Mit Gezwitscher und Gejubel&#10;Schwingt sich in die Luft die Lerche;&#10;Fichte schwankt und Birke wiegt sich,&#10;Auf der Wiese duften Kräuter,&#10;Früchte prangen im Gezweige,&#10;Kernige, gebräunte Nüsse,&#10;Goldner Äpfel Lieblichkeit.&#10;Und im Hause reifen Küsse,&#10;In der Klause blüht die Maid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es weiß und rät es doch keiner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-weiss-und-raet-es-doch-keiner/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:51:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-weiss-und-raet-es-doch-keiner/</guid><description>&lt;p&gt;Es weiß und rät es doch keiner,&#10;Wie mir so wohl ist, so wohl!&#10;Ach, wüßt es nur einer, nur einer,&#10;Kein Mensch es sonst wissen soll!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So still ist′s nicht draußen im Schnee,&#10;So stumm und verschwiegen sind&#10;Die Sterne nicht in der Höh,&#10;Als meine Gedanken sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wünscht′, es wäre schon Morgen,&#10;Da fliegen zwei Lerchen auf,&#10;Die überfliegen einander,&#10;Mein Herz folgt ihrem Lauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wünscht′, ich wäre ein Vöglein&#10;Und zöge über das Meer,&#10;Wohl über das Meer und weiter,&#10;Bis daß ich im Himmel wär!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es schaute in die Wogen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-schaute-in-die-wogen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:50:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-schaute-in-die-wogen/</guid><description>&lt;p&gt;Es schaute in die Wogen&#10;Die Maid im Abendschein,&#10;Da hat der Neck gezogen&#10;Sie in die Flut hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sitzt in klaren Hallen,&#10;Auf goldigem Bernsteinthron&#10;Und trägt von roten Korallen&#10;Eine steinerne Dornenkron′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wasser wogen und rauschen&#10;Um all die tote Pracht:&#10;&amp;ldquo;Ach, könnt′ ich noch einmal lauschen,&#10;Wann Morgens der Hain erwacht!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond scheint in die blauen&#10;Wellen mit sanftem Licht:&#10;&amp;ldquo;Ach, könnt′ ich noch einmal schauen&#10;meiner Mutter Angesicht!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es möchte gerne...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-moechte-gerne/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:49:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-moechte-gerne/</guid><description>&lt;p&gt;Es möchte gerne&#10;auf sel′gem Sterne,&#10;befreit von Leibes Banden,&#10;die Seele landen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es lohnt sich doch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-lohnt-sich-doch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:49:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-lohnt-sich-doch/</guid><description>&lt;p&gt;Es lohnt sich doch, ein wenig lieb zu sein&#10;Und alles auf das Einfachste zu schrauben,&#10;Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn,&#10;Daß andere ganz anders als wir glauben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und stimmte es, daß Leidenschaft Natur&#10;Bedeutete im guten und im bösen,&#10;Ist doch ein Knoten in dem Schuhband nur&#10;Mit Ruhe und mit Liebe aufzulösen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es liegt an eines Menschen Schmerz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-liegt-an-eines-menschen-schmerz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:48:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-liegt-an-eines-menschen-schmerz/</guid><description>&lt;p&gt;Es liegt an eines Menschen Schmerz, an eines Menschen Wunde nichts,&#10;Es kehrt an das, was Kranke quält, sich ewig der Gesunde nichts!&#10;Und wäre nicht das Leben kurz, das stets der Mensch vom Menschen erbt,&#10;So gäb′s Beklagenswerteres auf diesem weiten Runde nichts!&#10;Einförmig stellt Natur sich her, doch tausendförmig ist ihr Tod,&#10;Es fragt die Welt nach meinem Ziel, nach deiner letzten Stunde nichts;&#10;Und wer sich willig nicht ergiebt dem ehrnen Lose, das ihm dräut,&#10;Der zürnt ins Grab sich rettungslos und fühlt in dessen Schlunde nichts;&#10;Dies wissen Alle, doch vergißt es Jeder gerne jeden Tag,&#10;So komme denn, in diesem Sinn, hinfort aus meinem Munde nichts!&#10;Vergeßt, daß euch die Welt betrügt, und daß ihr Wunsch nur Wünsche zeugt,&#10;Laßt eurer Liebe nichts entgehn, entschlüpfen eurer Kunde nichts!&#10;Es hoffe Jeder, daß die Zeit ihm gebe, was sie Keinem gab,&#10;Denn Jeder sucht ein All zu sein und Jeder ist im Grunde nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es leben die Soldaten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-leben-die-soldaten-7613/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:48:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-leben-die-soldaten-7613/</guid><description>&lt;p&gt;Es leben die Soldaten&#10;So recht vor Gottes Gnaden:&#10;Der Himmel ist ihr Zelt,&#10;Ihr Tisch das grüne Feld.&#10;Tralala, tralala, tralala,&#10;Ihr Tisch das grüne Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Bette ist der Rasen;&#10;Trompeter müssen blasen:&#10;Guten Morgen, gute Nacht,&#10;Dass man mit Lust erwacht.&#10;Tralala, tralala, tralala,&#10;Daß man mit Lust erwacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Wirtsschild ist die Sonne,&#10;Ihr Freund die volle Tonne,&#10;Ihr Schlafbuhl ist der Mond,&#10;Der in der Sternschanz wohnt.&#10;Tralala, tralala, tralala,&#10;Der in der Sternschanz wohnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es kann ja nicht immer so bleiben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-kann-ja-nicht-immer-so-bleiben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:47:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-kann-ja-nicht-immer-so-bleiben/</guid><description>&lt;p&gt;Vorüber wir einst so herzlich gelacht,&#10;Dazu lacht bald niemand mehr,&#10;Die Späße, die Witze, die wir gemacht,&#10;Wer weiß und versteht sie noch, wer?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der ganze kreuzlustige Sagenkreis,&#10;Der Geschichtlein scheckiger Kranz,&#10;Die Leutlein, die er zu melden weiß,&#10;Bald sind sie vergessen ganz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steht Manches geschrieben in Lederband,&#10;Soll vererben auf Enkelein,&#10;Bald wird es ein unbekanntes Land,&#10;Versiegelter Codex sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie schade, wie schad&amp;rsquo; um die Herrlichkeit,&#10;Daß sie so verrauscht und verweht!&#10;Da fällt&amp;rsquo;s auf die Seele schwer und breit,&#10;Daß eben doch Alles vergeht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es ist alles eitel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-alles-eitel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:46:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-alles-eitel/</guid><description>&lt;p&gt;Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.&#10;Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein;&#10;Wo jetzund Städte stehn, wird eine Wiese sein,&#10;Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was jetzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden;&#10;Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein;&#10;Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.&#10;Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es hebt sich ein rosa Gesicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-hebt-sich-ein-rosa-gesicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:46:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-hebt-sich-ein-rosa-gesicht/</guid><description>&lt;p&gt;Es hebt sich ein rosa Gesicht&#10;Von der Wand.&#10;Es strahlt ein verwegenes Licht&#10;Von der Wand.&#10;Es kracht mir der Schädel&#10;Beim Anblick der Wand.&#10;Es träumt mir ein Mädel&#10;Beim Anblick der Wand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Wand, die in meine leblosen Stunden starrt&#10;Wand, Wand, die meine Seele mit Wundern genarrt&#10;Mit Langeweile und grünlichem Kalk&#10;Mein Freund. Meiner Wünsche Dreckkatafalk.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soeben erscheint mir der Mond&#10;An der Wand.&#10;Es zeigt mir Herr Cohn seine Hand&#10;An der Wand.&#10;Es schnattert wie Schatten&#10;Pretiös an der Wand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwartung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwartung-6519/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:45:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwartung-6519/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem meergrünen Teiche&#10;neben der roten Villa&#10;unter der toten Eiche&#10;scheint der Mond.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ihr dunkles Abbild&#10;durch das Wasser greift,&#10;steht ein Mann und streift&#10;einen Ring von seiner Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei Opale blinken;&#10;durch die bleichen Steine&#10;schwimmen rot und grüne&#10;Funken und versinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er küßt sie, und&#10;seine Augen leuchten&#10;wie der meergrüne Grund:&#10;ein Fenster tut sich auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus der roten Villa&#10;neben der toten Eiche&#10;winkt ihm eine bleiche&#10;Frauenhand&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwachen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:45:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwachen/</guid><description>&lt;p&gt;Einen weißen Federflaum&#10;Fand am Fenster ich den Morgen,&#10;Als der Tag aus wirrem Traum&#10;Mich erweckt zu süßen Sorgen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich blick′ erstaunt hinauf&#10;An den frischen Morgenhimmel,&#10;Sehe dort in leisem Lauf&#10;Ziehn der Wolken leicht Gewimmel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, sie ziehn in breitem Zug&#10;Zwischen mir und jener Gegend. -&#10;Ist es Wahrheit? Ist es Trug?&#10;Sind′s nicht Schwäne flügelregend?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist mein Liebchen gar vielleicht&#10;Solch ein heimlich Zauberwesen,&#10;Das als Schwan die Luft durchstreicht,&#10;Wie in Märchen ich gelesen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwachen bei der Geliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwachen-bei-der-geliebten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:44:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwachen-bei-der-geliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Holde schläft: zu früh bin ich erwacht:&#10;Ein Wort ist süß und gelte diese Nacht.&#10;Ich wird&amp;rsquo; es heute nicht, nicht morgen tun&#10;Doch irgendwann und selig kann ich ruhn.&#10;Ich töte dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwachen-9054/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:43:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwachen-9054/</guid><description>&lt;p&gt;Bricht dein strahlendes Auge&#10;Entzückt und bebend,&#10;Wie wallender Saitenton,&#10;Der gebannt an der Lyra&#10;Sinnend geschlummert,&#10;Empor durch den Schleier&#10;Urheiliger Nacht,&#10;Dann blitzen von oben&#10;Ewige Sterne&#10;Liebend hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du versinkest bebend,&#10;Es klopft dein Busen,&#10;Du schaust unendliche&#10;Ewige Welten,&#10;Über dir, unter dir,&#10;Unerfassbar, unendbar,&#10;Schwebend im Reihentanz&#10;Rastloser Ewigkeit,&#10;Und ein Atom&#10;Versinkst du im Weltall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Erwachen&#10;Ist unendliches Aufgehn,&#10;Dein Aufgehn&#10;Ewiger Fall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erste Silbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-silbe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:43:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-silbe/</guid><description>&lt;p&gt;Der Erde schenk′ ich tiefen Frieden,&#10;Breit′ ich den weiten Mantel aus.&#10;Ein luftig Haus steht mir im Süden,&#10;Im Norden steht mein festes Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ergreifend ist mein stilles Schweigen,&#10;Entzückend ist mein stilles Licht,&#10;Ein falscher Schein soll mich verscheuchen,&#10;Vertreiben kann er doch mich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft flieht der Schlaf in meiner Nähe,&#10;Oft bring′ ich Müden Trost und Ruh′,&#10;Oft schärf′ ich peinlich Leid und Wehe,&#10;Oft drück′ ich wunde Augen zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erste Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:42:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bist du, Zeit der Plage,&#10;Der ungestillten Lust?&#10;Ruhst du, o Glut und Klage?&#10;Wirst du so mild, Verlust?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne schon im Sinken&#10;Verkläret ihren Schein,&#10;Die Bäum′ und Büsche winken&#10;Die Quellen flüstern drein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schon erwachst du wieder,&#10;Du erstes Lieb′sgefühl,&#10;Ihr reinen Jugendlieder,&#10;Du frommes Bilderspiel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Hoffnung, nicht Verlangen!&#10;O Sehnsucht, nicht Begier!&#10;Ein Beten und ein Bangen&#10;Scheu vor der Himmelstür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Ja aus allen Trieben,&#10;Und wieder keusches Nein;&#10;Das ist das erste Lieben,&#10;Das erste muss es sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erneuter Schwur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erneuter-schwur/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:42:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erneuter-schwur/</guid><description>&lt;p&gt;An Friedrich Ludwig Jahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Juni 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn alle untreu werden,&#10;So bleib′ ich euch doch treu,&#10;Daß immer noch auf Erden&#10;Für euch ein Streiter sei.&#10;Gefährten meiner Jugend,&#10;Ihr Bilder beßrer Zeit,&#10;Die mich zu Männertugend&#10;Und Liebestod geweiht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt nimmer von mir weichen,&#10;Mir immer nahe sein,&#10;Treu wie die deutschen Eichen,&#10;Wie Mond- und Sonnenschein.&#10;Einst wird es wieder helle&#10;In aller Brüder Sinn,&#10;Sie kehren zu der Quelle&#10;In Lieb′ und Reue hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erlebnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erlebnis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:41:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erlebnis/</guid><description>&lt;p&gt;Mit silbergrauem Dufte war das Tal&#10;Der Dämmerung erfüllt, wie wenn der Mond&#10;Durch Wolken sickert. Doch es war nicht Nacht.&#10;Mit silbergrauem Duft des dunklen Tales&#10;Verschwammen meine dämmernden Gedanken,&#10;Und still versank ich in dem wehenden,&#10;Durchsichtigen Meere und verließ das Leben.&#10;Wie wunderbare Blumen waren da,&#10;Mit Kelchen dunkelglühend! Pflanzendickicht,&#10;Durch das ein gelbrot Licht wie von Topasen&#10;In warmen Strömen drang und glomm. Das Ganze&#10;War angefüllt mit einem tiefen Schwellen&#10;Schwermütiger Musik. Und dieses wußt ich,&#10;Obgleich ichs nicht begreife, doch ich wußt es:&#10;Das ist der Tod. Der ist Musik geworden,&#10;Gewaltig sehnend, süß und dunkelglühend,&#10;Verwandt der tiefsten Schwermut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erklärung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erklaerung-7992/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:40:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erklaerung-7992/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, ich bin fremd unter den Menschen.&#10;Ungeschickt greife ich Hände&#10;und lasse sie wieder los,&#10;wenn sie kalt sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin gewohnt, mit Wind&#10;um die Wette zu laufen,&#10;und raue Lieder zu dichten,&#10;die nichts sind für den Haufen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wolle du mich nicht richten.&#10;Ich bin unbedacht in Worten und Werken,&#10;weil ich stark bin&#10;und Vorsicht verachte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du mein Herz wüsstest,&#10;das blieb, wie Gott es machte,&#10;du hättest mich lieb. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erkenntnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erkenntnis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:40:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erkenntnis/</guid><description>&lt;p&gt;Wüßt ich genau, wie dies Blatt aus seinem Zweige herauskam,&#10;Schwieg ich auf ewige Zeit still: denn ich wüßte genug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erkenntnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erkenntnis-6944/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:39:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erkenntnis-6944/</guid><description>&lt;p&gt;In der Realität&#10;sieht die Wirklichkeit&#10;ganz anders aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-4789/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:39:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-4789/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lindes Rauschen in den Wipfeln,&#10;Vöglein, die ihr fernab fliegt,&#10;Bronnen von den stillen Gipfeln,&#10;Sagt, wo meine Heimat liegt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heut im Traum sah ich sie wieder,&#10;Und von allen Bergen ging&#10;Solches Grüßen zu mir nieder,&#10;Daß ich an zu weinen fing.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, hier auf den fremden Gipfeln:&#10;Menschen, Quellen, Fels und Baum,&#10;Wirres Rauschen in den Wipfeln, -&#10;Alles ist mir wie ein Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die fernen Heimathöhen,&#10;Das stille, hohe Haus,&#10;Der Berg, von dem ich gesehen&#10;Jeden Frühling ins Land hinaus,&#10;Mutter, Freunde und Brüder,&#10;An die ich so oft gedacht,&#10;Es grüßt mich alles wieder&#10;In stiller Mondesnacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erhört</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erhoert/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:38:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erhoert/</guid><description>&lt;p&gt;Das Hauchen weht&#10;Und&#10;Wirft die Widerstände&#10;Das Wehen bebt&#10;Und&#10;Schüttelt Halt zu Boden&#10;Das Hauchen braust&#10;Und&#10;Wirrt die wühle Tiefe&#10;Das Brausen schwirrt&#10;Und&#10;Schluchzt das Herzblut auf.&#10;Das Hauchen stürmt&#10;Und&#10;Reißt die Zeit in Ewig&#10;Das Stürmen stürzt&#10;Und&#10;Wirbelt in das Nichtsein!&#10;Du&#10;Haucht&#10;Das&#10;Du!&#10;Und&#10;Hauchen Hauchen&#10;Hauchen&#10;Stürmet&#10;Du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erhebe dein Gemüte...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erhebe-dein-gemuete/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:37:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erhebe-dein-gemuete/</guid><description>&lt;p&gt;Erhebe dein Gemüte&#10;zu deinem Gott und sprich:&#10;Herr, deine Gnad´und Güte&#10;bleibt dennoch ewiglich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ergebung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ergebung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:37:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ergebung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Baumgerippe stehen winters alt&#10;Im Park. Grau hängt die Luft dazwischen.&#10;Am trüben Horizont verwischen&#10;Sich in der Ferne Umriss und Gestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Feiertag verdämmert ohne Kampf&#10;Und Glocken tönen in der Stille.&#10;Du! klage nicht, es war dein Wille!&#10;Die Welt versinkt in weichem Nebeldampf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erfüllung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erfuellung-3879/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:36:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erfuellung-3879/</guid><description>&lt;p&gt;Verhaltenes Geigengeriesel&#10;Zittert in mein Gemach&#10;Ich horche auf &amp;hellip; und denke&#10;Den stillen Tönen nach &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie betasten meine Seele&#10;Liebkosend, scheu und mild&#10;Es kommt in werbender Schöne&#10;Zu mir dein liebes Bild &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist eine alte Geschichte&#10;Man sieht′s auf den ersten Blick:&#10;Ein lyrischer Dichter wird immer&#10;Das Opfer diskreter Musik &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie flockt so krauses Getändel,&#10;Sie plaudert entzückendes Zeug&#10;Sie stöbert aus Seelengründen&#10;Vergeßner Gefühle Gesträuch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erfolganbeter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erfolganbeter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:36:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erfolganbeter/</guid><description>&lt;p&gt;Nie hab′ ich ein dummeres Stück gelesen.&#10;»Das Haus ist ausverkauft gewesen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Farbe, Linien, alles verschwommen.&#10;»Die Jury hat es angenommen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Skandal ist seine Art zu leben.&#10;»Der Botschafter hat ihm ein Fest gegeben.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glauben Sie mir: er ist ein Kujon.&#10;»Hat aber eine Taler-Million.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er ist's</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-ist-s/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:35:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-ist-s/</guid><description>&lt;p&gt;Frühling läßt sein blaues Band&#10;Wieder flattern durch die Lüfte;&#10;Süße, wohlbekannte Düfte&#10;Streifen ahnungsvoll das Land.&#10;Veilchen träumen schon,&#10;Wollen balde kommen.&#10;- Horch, von fern ein leiser Harfenton!&#10;Frühling, ja du bist&amp;rsquo;s!&#10;Dich hab ich vernommen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er gebe uns ein fröhlich Herz...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-gebe-uns-ein-froehlich-herz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:34:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-gebe-uns-ein-froehlich-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Er gebe uns ein fröhlich Herz,&#10;erfrische Geist und Sinn.&#10;Und werf´all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz&#10;in Meeres Tiefe hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eppich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eppich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:34:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eppich/</guid><description>&lt;p&gt;Eppich, mein alter Hausgesell&#10;Du bist von jungen Blättern hell&#10;Dein Wintergrün, so still und streng&#10;Verträgt sichs mit dem Lenzgedräng?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- &amp;ldquo;Warum denn nicht? Wie meines hat&#10;Dein Leben alt und junges Blatt&#10;Eins streng und dunkel, eines licht&#10;Von Lenz und Lust! Warum denn nicht?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epilog zu Uhlands »Ernst von Schwaben.«</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-zu-uhlands-ernst-von-schwaben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:33:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-zu-uhlands-ernst-von-schwaben/</guid><description>&lt;p&gt;Gesprochen von Regisseur Koch auf dem k. k. Hofburgtheater zu Wien.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein halb Jahrhundert sah ich fast entfliehn,&#10;Seit ich, ach, der vergänglichsten von allen,&#10;Der Mimen Kunst so Herz als Kraft geweiht,&#10;Und Manches hab′ ich kommen sehn und schwinden&#10;Im Laufe dieser wechselvollen Zeit,&#10;Und wenig nur stand in dem Wechsel fest.&#10;Doch Eines blieb sich unverändert gleich:&#10;Die Güte, die Ihr freundlich manches Jahr&#10;Dem Streben schenktet so wie dem Gelingen.&#10;Laßt mich in unsrer Aller Namen heut′&#10;Euch danken, mich, dem Dank am meisten ziemt,&#10;Da er am längsten Eurer Huld sich freut,&#10;Und den – wie leicht, Ihr Guten, kann′s geschehn, –&#10;Die nächste Stunde ruft zu weitem Weg! –&#10;Und heut auf′s neue sind wir Euch verpflichtet,&#10;Und heut besonders zeigt Ihr Euch geneigt;&#10;Denn was mißlang, mißlang nur uns allein!&#10;Der Dichter nicht, und nicht sein edles Werk&#10;Darf Eurer Nachsicht heut empfohlen seyn;&#10;Denn, ein bewährter Meister deutschen Sangs,&#10;Gebührt ihm Euer Lob, indeß für uns&#10;Die oft erprobte Milde wir erbitten,&#10;Wenn unsre Kraft nicht bis an′s Ziel gereicht. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epilog (Erfahrung)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-erfahrung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:33:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-erfahrung/</guid><description>&lt;p&gt;Ehmals glaubt ich, alle Küsse,&#10;die ein Weib uns gibt und nimmt,&#10;seien uns, durch Schicksalschlüsse,&#10;schon urzeitlich vorbestimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Küsse nahm ich und ich küßte&#10;so mit Ernst in jener Zeit,&#10;als ob ich erfüllen müßte&#10;Taten der Notwendigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzo weiß ich, überflüssig,&#10;wie so manches, ist der Kuß,&#10;und mit leichtern Sinnen küß ich,&#10;glaubenlos im Überfluß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epilog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-3814/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:32:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-3814/</guid><description>&lt;p&gt;Ruhig! Ruhig! Nur sacht! Das saust ja, Kronion, als wollten&#10;Lenker und Wagen und Roß, stürzend einschmettern zu Staub!&#10;Niemand, ersuch ich, übergeprescht! Wir lieben die Fahrt schon,&#10;Munter gestellt, doch es sind Häls uns und Beine uns lieb.&#10;Dir fehlt nichts, als hinten der Schweif; auf der Warte zum mindsten&#10;Weiß noch versammelt die Zunft, nicht wo das aus will, wo ein.&#10;Führ in die Ställ, ich bitte dich sehr, und laß jetzt verschnaufen,&#10;Daß wir erwägen zu Nacht, was wir gehört und gesehn.&#10;Weit noch ist, die vorliegt, die Bahn, und mit Wasser, o Phöbus,&#10;Was du den Rossen auch gibst, kochst du zuletzt doch, wie wir.&#10;Dich auch seh ich noch schrittweis einher die prustenden führen,&#10;Und nicht immer, beim Zeus, sticht sie der Haber, wie heut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epilog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-1989/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:32:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-1989/</guid><description>&lt;p&gt;Oft denke ich alt den Tod, den herben,&#10;Und wie am End′ ich′s ausmach′:&#10;Ganz sanft im Schlafe möcht′ ich sterben -&#10;Und tot sein, wenn ich aufwach′!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Enthüllung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/enthuellung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:31:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/enthuellung/</guid><description>&lt;p&gt;Du sollst nicht dulden, daß dein Schmerz dich knechte;&#10;du bist so gern vor Freude wild.&#10;Komm vor den Spiegel! - Oh, wie schwillt&#10;dein düstres Haar, wie lebt dein Bild,&#10;wie blüht dein Mund -: als wenn durch Nächte&#10;der Blitze bläuliches Geflechte,&#10;der Honigduft der roten Disteln quillt!&#10;Dein weißes Kleid ist wie zum Hohne&#10;mit türkischen Märchenblumen toll durchzackt.&#10;Ich träume dich auf schwarzem Throne.&#10;Du bis verschleiert bis zur Krone.&#10;Doch wärst du keusch wie Magelone,&#10;wir Träumer sehen alles nackt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Engel, die Gott zugesehn...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/engel-die-gott-zugesehn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:30:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/engel-die-gott-zugesehn/</guid><description>&lt;p&gt;Engel, die Gott zugesehn&#10;Sonn und Mond und Sterne bauen,&#10;Sprachen: Herr, es ist auch schön,&#10;Mit dem Kind ins Nest zu schauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ende-8736/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:30:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ende-8736/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich ernstlich traurig bin,&#10;kann ich keinen Vers mehr schreiben;&#10;Ich sitze schweigend im Kahn&#10;Und laß mich stromabwärts treiben.&#10;Ich werde kein Ruder finden,&#10;Ich werde kein Steuer brauchen;&#10;Wenn meine Liebe, mein Leid es will,&#10;Mag ich kentern und tauchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich ganz verzweifelt bin,&#10;Kann ich nicht bemessend klügeln;&#10;Mein Schrei ist Schrill und gehetzt ?&#10;Soll ich ihn greifen und zügeln?&#10;Nie werden zerlumpte Gedanken mehr&#10;Glatte, glänzende Zeilen;&#10;Mein Herz ist ein blutiger Klump,&#10;Da kann ich nichts formen noch feilen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ende-1747/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:29:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ende-1747/</guid><description>&lt;p&gt;Nur eines noch: viel Stille um sich her wie weiche Decken schlagen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Irgendwo im Alltag versinken, in Gewöhnlichkeit, seine Sehnsucht in die Enge bürgerlicherStuben tragen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hingebückt, ins Dunkel gekniet, nicht anders sein wollen, geschränkt und gestillt, vonTag und Nacht überblüht, heimgekehrt von Reisen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins Metaphysische – Licht sanfter Augen über sich, weit, tief ins Herz geglänzt, denRest von irrem Himmelsdurst zu speisen –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kühlung Wehendes, Musik vieler gewöhnlicher Stimmen, die sich so wie Wurzeln stillerBirken stark ins Blut dir schlagen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Empfangen - Verlieren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/empfangen-verlieren/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:29:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/empfangen-verlieren/</guid><description>&lt;p&gt;Wer Gott empfängt, verliert auch Gott.&#10;Sie Gott ganz lassen,&#10;Kann Gott, und sonsten nichts,&#10;als weil Gott Gott ist, fassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Empfängnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/empfaengnis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:28:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/empfaengnis/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben und alles was lebt,&#10;wird empfangen im Nebel und nicht im Kristall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Emma, sage mir die Wahrheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/emma-sage-mir-die-wahrheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:27:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/emma-sage-mir-die-wahrheit/</guid><description>&lt;p&gt;Emma, sage mir die Wahrheit:&#10;Ward ich närrisch durch die Liebe?&#10;Oder ist die Liebe selber&#10;Nur die Folge meiner Narrheit?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, mich quälet, teure Emma,&#10;Außer meiner tollen Liebe,&#10;Außer meiner Liebestollheit,&#10;Obendrein noch dies Dilemma.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eltern verzeihen ihren Kindern ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eltern-verzeihen-ihren-kindern/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:27:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eltern-verzeihen-ihren-kindern/</guid><description>&lt;p&gt;Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten,&#10;die sie ihnen selbst anerzogen haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elisabeth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elisabeth/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:26:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elisabeth/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Mutter hat′s gewollt,&#10;Den andern ich nehmen sollt;&#10;Was ich zuvor besessen,&#10;Mein Herz sollt es vergessen;&#10;Das hat es nicht gewollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Mutter klag ich an,&#10;Sie hat nicht wohlgetan;&#10;Was sonst in Ehren stünde,&#10;Nun ist es worden Sünde.&#10;Was fang ich an?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für all mein Stolz und Freud&#10;Gewonnen hab ich Leid.&#10;Ach, wär das nicht geschehen,&#10;Ach, könnt ich betteln gehen&#10;Über die braune Heid!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elfenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elfenlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:26:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elfenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Bei Nacht im Dorf der Wächter rief:&#10;&amp;ldquo;Elfe!&amp;rdquo;&#10;Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief -&#10;Wohl um die Elfe -&#10;Und meint′, es rief′ ihm aus dem Tal&#10;Bei seinem Namen die Nachtigall,&#10;Oder Silpelit hätt′ ihm gerufen.&#10;Reibt sich der Elf die Augen aus,&#10;Begibt sich vor sein Schneckenhaus&#10;Und ist als wie ein trunken Mann,&#10;Sein Schläflein war nicht voll getan,&#10;Und humpelt also tippe tapp&#10;Durchs Haselholz ins Tal hinab,&#10;Schlupft an der Mauer hin so dicht,&#10;Da sitzt der Glühwurm, Licht an Licht.&#10;&amp;ldquo;Was sind das helle Fensterlein?&#10;Da drin wird eine Hochzeit sein:&#10;Die Kleinen sitzen beim Mahle&#10;Und treiben′s in dem Saale;&#10;Da guck′ ich wohl ein wenig ′nein.&amp;rdquo; -&#10;Pfui, stößt den Kopf an harten Stein!&#10;Elfe, gelt, du hast genug?&#10;Guckuck! Guckuck!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elendes Reichthum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elendes-reichthum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:25:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elendes-reichthum/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Reicher hat es arg, ist keine Zeit nicht frey,&#10;Daß morgen er vielleicht der Allerärmste sey.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsprache aus München</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsprache-aus-muenchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:24:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsprache-aus-muenchen/</guid><description>&lt;p&gt;Faselst du? Dies Pasquill verleumdet die nobelsten Helden,&#10;Wie es der rohste Poet nie noch vermeßner gewagt,&#10;Äschylos nicht einmal, der doch der Prinzessin von Troja&#10;Bilder vom Stier und der Kuh legt in den sittigen Mund.&#10;Nein, wir kennen sie besser, die edlen Burgunder, und willst du&#10;Reine Geschichte, so leih unserm Tragöden das Ohr.&#10;Wie er den Lindwurm gänzlich beseitigt, weil Raff ihn nicht kannte&#10;Und auch Cuvier nicht seine Gebeine entdeckt,&#10;Also hat er zugleich die Recken des Eisens entkleidet,&#10;Und sie zu Menschen gemacht, wie wir sie lieben bei uns.&#10;Hagen wütet nicht blind, er ist ein besonnener Hofmann,&#10;Der den Rivalen ersticht, weil er die Gnade ihm stiehlt,&#10;Siegfried selber ist nichts, doch büßt er das schwere Verbrechen,&#10;Daß er sich doppelt verlobt, was die Moral nicht erlaubt,&#10;Kriemhild verbessert die Reden der Thekla und macht sie prosodisch,&#10;Denn im Metrischen war Schiller bekanntlich ein Kind;&#10;Brunhild allein blieb wild, und Gunther muß ringen und springen,&#10;Aber es wird uns erklärt: weil sie die Mutter verlor!&#10;Dennoch stört es ein wenig, und wenn der Dichter auch glücklich&#10;Sich der Kappe des Zwergs, welche den Helfer verbarg,&#10;Durch das natürliche Mittel der simplen Verkleidung erledigt,&#10;Menschlicher wär′ es vielleicht, spielten die beiden nur Schach!&#10;Tilg′ er denn unverweilt in souveräner Verachtung,&#10;Wie das übrige, auch diesen barbarischen Rest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-408/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:24:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-408/</guid><description>&lt;p&gt;In dieser Einsamkeit, der mehr denn öden Wüsten,&#10;Gestreckt auf wildes Kraut, an die bemooste See:&#10;Beschau ich jenes Tal und dieser Felsen Höh′,&#10;Auf welchem Eulen nur und stille Vögel nisten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier, fern von dem Palast; weit von des Pöbels Lüsten,&#10;Betracht′ ich: wie der Mensch in Eitelkeit vergeh′,&#10;Wie, auf nicht festem Grund all unser Hoffen steh′,&#10;Wie die vor Abend schmähn, die vor dem Tag uns grüßten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eins und alles</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eins-und-alles/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:23:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eins-und-alles/</guid><description>&lt;p&gt;Im Grenzenlosen sich zu finden,&#10;Wird gern der Einzelne verschwinden,&#10;Da löst sich aller Überdruss;&#10;Statt heißem Wünschen, wildem Wollen,&#10;Statt läst′gem Fordern, strengem Sollen,&#10;Sich aufzugeben ist Genuss.&#10;Weltseele, komm, uns zu durchdringen!&#10;Dann mit dem Weltgeist Selbst zu&#10;Ringen wird unsrer Kräfte Hochberuf.&#10;Teilnehmend führen gute Geister,&#10;Gelinde leitend, höchste Meister,&#10;Zu dem, der alles schafft und schuf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und umzuschaffen das Geschaffne,&#10;Damit sich′s nicht zum Starren&#10;Waffne, wirkt ewiges lebendiges Tun.&#10;Und was nicht war, nun will es werden,&#10;Zu reinen Sonnen, farbigen Erden,&#10;In keinem Falle darf es ruhn.&#10;Es soll sich regen, schaffend handeln,&#10;Erst sich gestalten, dann verwandeln;&#10;Nur scheinbar steht′s Momente still.&#10;Das Ewige regt sich fort in allen,&#10;Denn es muss in Nichts zerfallen,&#10;Wenn es im Sein beharren will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer weiß um mich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-weiss-um-mich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:23:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-weiss-um-mich/</guid><description>&lt;p&gt;Einer weiß um mich.&#10;Er ist in meinem Herzen gewesen&#10;Und hat die Inschriften&#10;Seiner Wände gelesen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er deutete mir&#10;Die Hieroglyphen:&#10;Waage und Fisch und Dreieck und Baum.&#10;Er sagte: mein Herz wäre seine Pyramide&#10;Und er schliefe in ihr&#10;Seinen Pharaonentraum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer Verdammten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-verdammten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:22:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-verdammten/</guid><description>&lt;p&gt;Ha, wie sie heuchlerisch entrüstet,&#10;Sich hüllen in die Kutten der Moral&#10;Und wie Papa vertraulich flüstert:&#10;»Mama, dies ist ein offener Skandal«.&#10;Die hohe Gattin nickt verständlich&#10;Und vor »Empörung« brennend rot&#10;Ruft sie: »Von Denen ist es schändlich&#10;Uns schützt vor Kindersegen doch der liebe Gott.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einen Sommer lang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einen-sommer-lang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:21:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einen-sommer-lang/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen Roggenfeld und Hecken&#10;Führt ein schmaler Gang;&#10;Süßes, seliges Verstecken&#10;Einen Sommer lang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn wir uns von ferne sehen,&#10;Zögert sie den Schritt,&#10;Rupft ein Hälmchen sich im Gehen,&#10;Nimmt ein Blättchen mit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat mit Ähren sich das Mieder&#10;Unschuldig geschmückt,&#10;Sich den Hut verlegen nieder&#10;In die Stirn gerückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Finster kommt sie langsam näher,&#10;Färbt sich rot wie Mohn;&#10;Doch ich bin feiner Späher,&#10;Kenn die Schelmin schon.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem Studenten ins Stammbuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-studenten-ins-stammbuch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:21:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-studenten-ins-stammbuch/</guid><description>&lt;p&gt;Fürbaß&#10;Ohn Unterlaß!&#10;Nicht im blut&amp;rsquo;gen Feld allein&#10;Kann man Marschall Vorwärts sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem jungen Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-jungen-freunde-2630/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:20:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-jungen-freunde-2630/</guid><description>&lt;p&gt;Schwere Prüfungen musste der griechische Jüngling bestehen,&#10;Eh das eleusische Haus nun den Bewährten empfing;&#10;Bist du bereitet und reif, das Heiligtum zu betreten,&#10;Wo den verdächtigen Schatz Pallas Athene verwahrt?&#10;Weißt du schon, was deiner dort harrt? Wie teuer du kaufest?&#10;Dass du ein ungewiss Gut mit dem gewissen bezahlst?&#10;Fühlst du dir Stärke genug, der Kämpfe schwersten zu kämpfen,&#10;Wenn sich Verstand und Herz, Sinn und Gedanken entzwein?&#10;Mut genug, mit des Zweifels unsterblicher Hydra zu ringen,&#10;Und dem Feind in dir selbst männlich entgegen zu gehn?&#10;Mit des Auges Gesundheit, des Herzens heiliger Unschuld&#10;Zu entlarven den Trug, der dich als Wahrheit versucht?&#10;Fliehe, bist du des Führers im eigenen Busen nicht sicher,&#10;Fliehe den lockenden Rand, ehe der Schlund dich verschlingt!&#10;Manche gingen nach Licht und stürzten in tiefere Nacht nur;&#10;Sicher im Dämmerschein wandelt die Kindheit dahin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem auswandernden Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-auswandernden-freunde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:20:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-auswandernden-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Lebewohl, du lieber Pilger, grüße mir den fernen Strand,&#10;Wo einst Franklin Weisheit säte, Washington einst fechtend stand;&#10;Deine Seele, rein und edel, bleibe drüben so wie hier,&#10;Nur der Blick, der trübe, werde heitrer über’m Meere dir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lebewohl! – Dein schönes Auge, ach, nie sah ich’s freudenhell,&#10;Nur, gleich schwarzer Wolke, schüttelnd einzle Blitze lustiggrell;&#10;Doch gesenkt sonst immer neigte wehmutvoll und feierlich,&#10;Eine schwarze Trauerfahne, übers Vaterland es sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine zärtliche Ode!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-zaertliche-ode/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:19:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-zaertliche-ode/</guid><description>&lt;p&gt;Dein süsses Bild, O Bäschen,&#10;schwebt stets um meinen Blick&#10;allein in trüben Zähren&#10;daß due - es selbst nicht bist.&#10;Ich sehe es wenn der abend&#10;mir dämmert, wen der Mond&#10;mir glänzt, seh ichs und - weine&#10;daß du - es selbst nicht bist.&#10;Bey Jenen Tahles Blumen&#10;die ich ihr lesen will,&#10;bey Jenen Myrtenzweigen&#10;die ich ihr flechten will&#10;beschwör ich dich Erscheinung&#10;auf, und verwandle dich&#10;Verwandle dich, Erscheinung S: V:&#10;und werd - O Bäschen selbst P: T:&#10;finis coronat opus, Edler v: Sauschwanz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Stimmung aus dem vierten Kreis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-stimmung-aus-dem-vierten-kreis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:18:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-stimmung-aus-dem-vierten-kreis/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Hände, die so weiß, so weiß&#10;als wie ein schlohweiß Laken,&#10;vereinten sich im vierten Kreis,&#10;während sie sonst gewohnterweis&#10;in zwei verschiednen Taschen staken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie zitterten, jedoch nur leis,&#10;als ob sie vor sich selbst erschraken,&#10;sie fühlten sich auf fremdem Gleis,&#10;und dennoch taten sie mit Fleiß&#10;sich ineinander haken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine schlagfertige Antwort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-schlagfertige-antwort/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:18:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-schlagfertige-antwort/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Bot ging einmal mit seinem Spieß durch ein Dorf, allwo ihn ein bissiger Hund angefallen. Der Bot aber wehrete sich tapfer mit dem Spieß, also zwar, daß der Hund auf dem Platz liegengeblieben. Der Herr dieses Hundes wollte in alleweg ihn bezahlter haben, schlug ihn auch in hohen Preis an wegen seiner bekannten Treu und Wachtsamkeit. Der Bot entschuldiget sich, es wäre aus keinem Vorsatz geschehen, sondern er habe seinen Leib müssen schützen. Darüber kamen sie vor den Richter, welcher zu dem Boten als Beklagten gesaget: »Du hättest fein den Spieß sollen umwenden und nicht die Spitz vorhalten.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine ganz neue Katzengeschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-ganz-neue-katzengeschichte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:17:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-ganz-neue-katzengeschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Es hatten einst drei Katzen&#10;ein neues Mäuschen erwischt,&#10;und haben sich&amp;rsquo;s gegenseitig&#10;zum Schmause aufgetischt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie sie&amp;rsquo;s fein zerstückelt,&#10;gefressen mit Haut und Haar,&#10;da fiel&amp;rsquo;s ihnen ein, wie niedlich&#10;und artig das Mäuslein war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das arme gefressene Mäuslein!&#10;Sie hatten&amp;rsquo;s gar nicht bedacht,&#10;dass es klein war und nett, und nun hätten&#10;sie gern es lebendig gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie haben mit Flötenstimme&#10;Darüber geweint und miaut,&#10;gezankt und gestritten und endlich&#10;es recht behaglich verdaut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-frage-9743/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:17:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-frage-9743/</guid><description>&lt;p&gt;Da stehn die Werkmeister - Mann für Mann.&#10;Der Direktor spricht und sieht sie an:&#10;&amp;ldquo;Was heißt hier Gewerkschaft! Was heißt hier Beschwerden!&#10;Es muss viel mehr gearbeitet werden!&#10;Produktionssteigerung! Dass die Räder sich drehn!&amp;rdquo;&#10;Eine einzige kleine Frage:&#10;Für wen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr sagt: die Maschinen müssen laufen.&#10;Wer soll sich eure Waren denn kaufen?&#10;Eure Angestellten? Denen habt ihr bis jetzt&#10;das Gehalt, wo ihr konntet, heruntergesetzt.&#10;Und die Waren sind im Süden und Norden&#10;deshalb auch nicht billiger geworden.&#10;Und immer noch sollen die Räder sich drehn -&#10;Für wen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Bitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-bitte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:16:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-bitte/</guid><description>&lt;p&gt;Es ruft mich aus der Herbstesnacht ein Ton,&#10;Die Sterne flammen, Gärten leuchten weit –&#10;Mein Schlaf ging fort, – und auf den Kissen breit&#10;Zerrissen liegt der Kranz von dunklem Mohn &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer weckt so früh mich? kommt der Morgen schon?&#10;– Da trittst du her in einem Schattenkleid.&#10;Dein Blick ist tief von einem heilgen Leid –&#10;Du bist so licht, – kommst du von einem Thron?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ists, als ob ich Tränenworte höre:&#10;?Sei mir nicht bös, daß ich dein Schlafen störe!&#10;Petrus entriegelt mir kein Paradies –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine alltägliche Verwirrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-alltaegliche-verwirrung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:15:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-alltaegliche-verwirrung/</guid><description>&lt;p&gt;Ein alltäglicher Vorfall: sein Ertragen eine alltägliche Verwirrung. A hat mit B aus H ein wichtiges Geschäft abzuschließen. Er geht zur Vorbesprechung nach H, legt den Hin- und Herweg in je zehn Minuten zurück und rühmt sich zu Hause dieser besonderen Schnelligkeit. Am nächsten Tag geht er wieder nach H, diesmal zum endgültigen Geschäftsabschluß. Da dieser voraussichtlich mehrere Stunden erfordern wird, geht A sehr früh morgens fort. Obwohl aber alle Nebenumstände, wenigstens nach As Meinung, völlig die gleichen sind wie im Vortag, braucht er diesmal zum Weg nach H zehn Stunden. Als er dort ermüdet abends ankommt, sagt man ihm, daß B, ärgerlich wegen As Ausbleiben, vor einer halben Stunden zu A in sein Dorf gegangen sei und sie sich eigentlich unterwegs hätten treffen müssen. Man rät A zu warten. A aber, in Angst wegen des Geschäftes, macht sich sofort auf und eilt nach Hause.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Winterabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-winterabend/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:15:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-winterabend/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Schnee ans Fenster fällt,&#10;lang die Abendglocken läutet,&#10;vielen ist der Tisch bereitet&#10;und das Haus ist wohlbestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mancher auf der Wanderschaft&#10;kommt ans Tor auf dunklen Pfaden.&#10;Golden blüht der Baum der Gnaden&#10;Aus der Erde kühlem Saft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wanderer tritt still herein;&#10;Schmerz versteinerte die Schwelle.&#10;Da erglänzt in reiner Helle&#10;Auf dem Tische Brot und Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein und kein Frühlingsgedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-und-kein-fruehlingsgedicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:14:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-und-kein-fruehlingsgedicht/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Doppeldecker steigt aus jeder Flasche&#10;Und stößt sich heulend seinen Kopf kaputt.&#10;Der Übermensch verzehrt die Paprikagoulasche,&#10;Zerbröselnd Semmeln, rülpsend in den Kälberschutt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Gästen hängt der Kiefer bis zur Treppe,&#10;Dort hinterlist′ge Fallen tätlich legend.&#10;Aus dem Aburte schlitzt Lolô die Tangoschneppe,&#10;Verpestend mit dem Lockendampf die Absinthgegend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn siehe, ich bin bei euch alle Tage&#10;Und meine schmettergelbe Lusttrompete packt euch an.&#10;Der umgekippten Erektionen Frühlingsklage&#10;Buhlt veilchenblau im Bidet mit dem Schwan(n).&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-1493/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:14:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-1493/</guid><description>&lt;p&gt;Oft fand ich mein entschwundnes Glück&#10;In einem nächtlichen Gesicht,&#10;Doch ließ mich hoffnungslos zurück&#10;Ein wacher Traum im Tageslicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, was ist nicht ein solcher Traum&#10;Für ihn, der mitten in der Flucht&#10;Der Dinge über Zeit und Raum&#10;Der Seele einen Stützpunkt sucht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O dieser Traum - dieweil in Qual&#10;Und Wirrnis um mich lag die Welt -&#10;Hat wie ein Schutzgeist manches Mal&#10;Sich zu mir Einsamen gesellt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Tischzucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-tischzucht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:13:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-tischzucht/</guid><description>&lt;p&gt;Hör, Mensch! wenn du zu Tisch willt gahn,&#10;dein Händ sollt du gewaschen han.&#10;Lang Nägel ziemen gar nit wohl,&#10;die man heimlich abschneiden soll.&#10;Am Tisch setz dich nit oben an,&#10;der Hausherr wölls dan selber han!&#10;Der Benedeiung nit vergiß!&#10;In Gottes Nam heb an und iß!&#10;Den Ältesten anfahen laß!&#10;Nach dem iß züchtiglichermaß!&#10;Nit schnaufe oder säuisch schmatz!&#10;Nit ungestüm nach dem Brot platz,&#10;daß du kein Geschirr umstoßen tust!&#10;Das Brot schneid nit an deiner Brust!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Stern und sieben kazamogipuffel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-stern-und-sieben-kazamogipuffel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:12:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-stern-und-sieben-kazamogipuffel/</guid><description>&lt;p&gt;1 Stern und 7 kazamogipuffel&#10;macht 13 zakopaddogei&#10;zubtrahiere 5 franschöse Männlin&#10;macht 1 Libanotterbett&#10;nehme 3 Quentlin Klotzpulfer&#10;legs in himmelsdeifelsnamen&#10;dabei, wirst sehen wohinst&#10;kommst wnr bällt wnr heult&#10;wnr pfaucht wnre Daugen däht&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein schönes Wort...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-schoenes-wort/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:12:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-schoenes-wort/</guid><description>&lt;p&gt;Ein schönes Wort&#10;gilt hier und dort;&#10;ein gutes Wort&#10;an jedem Ort;&#10;ein wahres Wort&#10;planzt sich allmählich fort und fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Schloß in Böhmen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-schloss-in-boehmen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:11:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-schloss-in-boehmen/</guid><description>&lt;p&gt;In Böhmens Bergen hocheinsam liegt&#10;In Trümmern eine Veste,&#10;Dran Epheu sich statt des Mörtels schmiegt,&#10;Drin Geier die schmausenden Gäste.&#10;Der Feind zerbrach einst Wall und Thurm,&#10;Gebälk und Getäfel fraß der Wurm,&#10;Die Zeit zerrieb die Reste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»O Wunderblick ins Thal hinein&#10;Und über die Berg’ und Lande!&#10;Raff’ auf die Knochen, dein morsch Gestein,&#10;Steig auf im alten Gewande,&#10;Du Leiche jetzt, o Väterschloß,&#10;Ersteh’ zum Leben neu und groß,&#10;Ein Schmuck und Stolz dem Lande!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein neues Buch, ein neues Jahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-neues-buch-ein-neues-jahr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:11:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-neues-buch-ein-neues-jahr/</guid><description>&lt;p&gt;Ein neues Buch, ein neues Jahr&#10;Was werden die Tage bringen?!&#10;Wird′s werden, wie es immer war,&#10;Halb scheitern, halb gelingen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte leben, bis all dies Glühn&#10;Rücklässt einen leuchtenden Funken.&#10;Und nicht vergeht, wie die Flamm′ im Kamin,&#10;Die eben zu Asche gesunken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein nett honett Sonett...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-nett-honett-sonett/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:10:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-nett-honett-sonett/</guid><description>&lt;p&gt;Ein nett honett Sonett so nett zu drechseln&#10;Ist nicht so leicht, ihr Kinderchen, das wett′ ich,&#10;Ihr nennt′s Sonett, doch klingt es nicht sonettig,&#10;Statt Haber füttert ihr den Gaul mit Hexeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dergleichen Dinge muß man nicht verwechseln;&#10;Ein Unterschied ist zwischen einen Rettig,&#10;Und ritt′ ich, rutsch′ ich, rumpl′ ich, oder rett′ ich,&#10;Auch Dichten, Dünnen, Singen, Krähen, Krächzeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum liegt im Hafen stille doch ein Weilchen,&#10;Und lasset hier das kranke Schiff ausbessern,&#10;Es zeigt mehr Leck′ als Schiff in seiner Fläche:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein milder Wintertag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-milder-wintertag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:09:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-milder-wintertag/</guid><description>&lt;p&gt;An jenes Waldes Enden,&#10;Wo still der Weiher liegt&#10;Und längs den Fichtenwänden&#10;Sich lind Gemurmel wiegt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo in der Sonnenhelle,&#10;So matt und kalt sie ist,&#10;Doch immerfort die Welle&#10;Das Ufer flimmernd küßt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da weiß ich, schön zum Malen,&#10;Noch eine schmale Schlucht,&#10;Wo all die kleinen Strahlen&#10;Sich fangen in der Bucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein trocken, windstill Eckchen&#10;Und so an Grüne reich,&#10;Daß auf dem ganzen Fleckchen&#10;Mich kränkt kein dürrer Zweig.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Mann sprach zu einem anderen:</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-mann-sprach-zu-einem-anderen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:09:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-mann-sprach-zu-einem-anderen/</guid><description>&lt;p&gt;Vor langer Zeit schrieb ich mit der Spitze meines Stabs&#10;eine Zeile in den Sand - als die Flut kam;&#10;und die Menschen bleiben immer noch stehen,&#10;um die Worte zu lesen, und sie achten darauf,&#10;daß sie nicht verwischt werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der andere Mann sprach:&#10;Auch ich schrieb eine Zeile in den Sand,&#10;doch zur Zeit der Ebbe; und eine Woge der rauhen See&#10;spülte sie fort. Aber sage mir, was hast Du geschrieben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Lied vom Tode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied-vom-tode/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:08:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied-vom-tode/</guid><description>&lt;p&gt;Auf den Hügeln steht er im Morgenrot,&#10;Das gezückte Schwert in der sehn′gen Hand.&#10;»Wer ich bin? ich bin der Befreiertod!&#10;Bin der Tod für die Menschheit, das Vaterland!&#10;Nicht der Leisetreter am Krankenpfühl,&#10;Der den Greis und das Kind auf die Bahre legt –&#10;Nein, der eiserne Stürmer im Kampfgewühl,&#10;Der den Mann und den trotzigen Jüngling erschlägt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Unterm blauen lustigen Himmelszelt,&#10;Da durchflieg′ ich, da licht′ ich die jauchzenden Reih′n;&#10;Da werf′ ich sie hin auf das Ackerfeld,&#10;Auf die Blumenflur, auf den Pflasterstein!&#10;O, wie stirbt es sich schön in der Kraft, im Zorn:&#10;Sie liegen, emporgewandt den Blick;&#10;Sie liegen, die Todeswunde vorn&#10;Und das bleiche blutige Haupt im Genick!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Liebesbote</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-liebesbote/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:08:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-liebesbote/</guid><description>&lt;p&gt;Wie du fliegst auf meine Hand,&#10;Bunter Schmetterling,&#10;Bist du wohl ein Gruß von ihr,&#10;Eh sie weiter ging?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süßer Gruß, und doch so herb,&#10;Dass es überquillt,&#10;Dieses Aug, das ahnend sieht&#10;Drin der Liebsten Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn nun, gleich dem Schmetterling,&#10;Heute sie mir naht,&#10;Morgen flieht - o, armes Herz,&#10;Weißt du dir dann Rath?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein kleines Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-kleines-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:07:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-kleines-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Ein kleines Lied, wie geht′s nur an,&#10;daß man so lieb es haben kann?&#10;Was liegt darin? Erzähle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es liegt darin ein wenig Klang,&#10;ein wenig Wohllaut und Gesang&#10;und eine ganze Seele.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein griechischer Kaiser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-griechischer-kaiser/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:06:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-griechischer-kaiser/</guid><description>&lt;p&gt;Ist′s ein Narr bloß? Ist′s ein Weiser?&#10;Dreißig Jahre eingeschlossen,&#10;Sitzt er schon in dunkler Klause.&#10;Selbst erforschen will′s der Kaiser,&#10;Und, vom höchsten Glanz umflossen,&#10;Naht er sich dem öden Hause.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Erde hingekauert&#10;Liegt der Blöde und betrachtet&#10;Sich den Gast mit stolzen Mienen.&#10;Alles fühlt sich fremd durchschauert,&#10;Daß ein Bettler den verachtet,&#10;Dem der Erde Völker dienen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollte mich der Greis nicht kennen? -&#10;Ruft der Kaiser - Doch ich staune,&#10;Drüben steht ja meine Büste!&#10;Nein, ich brauch′ mich nicht zu nennen,&#10;Denn ihm wehrt nur tück′sche Laune,&#10;Mich zu ehren, wie er müßte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Glaß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-glass/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:06:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-glass/</guid><description>&lt;p&gt;Man lösche/ weil es geht/ des Durstes strenge Flammen/&#10;Wir kommen doch so jung nicht wiederum zusammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein frühes Liebesleben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fruehes-liebesleben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:05:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fruehes-liebesleben/</guid><description>&lt;p&gt;O süßes, süßes Jungfraunbild!&#10;In Engelfrieden hingegossen!&#10;Noch Kind, und doch so göttlich abgeschlossen!&#10;Demütig, sicher, stolz und mild!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Jungfraunbild, dich möcht′ ich nicht -&#10;Es wär′ mir, wie ein Raub - umfangen,&#10;Ich möchte vor dir niederknien und hangen&#10;An deinem Himmelsangesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann läg′ ich stumm in heil′ger Scheu,&#10;Du aber würdest fromm erglühen,&#10;Und still und kindlich bei mir niederknieen&#10;Und sinnen, wo die Heil′ge sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft, wenn sie still an mir vorüberschwebt&#10;Und lächelnd beut des holden Grußes Segen&#10;Und mild und treu den frommen Blick erhebt,&#10;Da träume ich, beseligt und verwegen,&#10;Die Liebe sei′s, die Gruß und Blick durchwebt,&#10;Und auch die kühnste Hoffnung will sich regen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Fetzen Weh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fetzen-weh/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:05:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fetzen-weh/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Fetzen Weh, vom Wind daher gefegt&#10;Das war er nun.&#10;Ich hab ihn still ins heil&amp;rsquo;ge Buch gelegt,&#10;Zu ruhn - zu ruhn - - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die vergilbten Blätter schlossen ihn&#10;So linde ein,&#10;Die Totenhülle, weißer denn Jasmin,&#10;Der braune Schrein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So fern der Unrast, die da draußen tost,&#10;Hat er geruht.&#10;Und war der Klage voll und gab mir Trost -&#10;Er war so gut - - -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein eckiges Etwas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-eckiges-etwas/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:04:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-eckiges-etwas/</guid><description>&lt;p&gt;Jedenfalls ist es besser,&#10;ein eckiges Etwas zu sein&#10;als ein rundes Nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Dithmarsischer Bauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-dithmarsischer-bauer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:04:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-dithmarsischer-bauer/</guid><description>&lt;p&gt;Der warme Sommer scheidet&#10;Mit seinem letzten Strahl;&#10;Der Sohn des Südens schneidet&#10;Das Korn zum zweiten Mal;&#10;Man bäckt′s am Donaustrande,&#10;Man mahlt′s am Rhein und Main,&#10;Und führt′s am fernsten Rande&#10;Des Reichs zum Dreschen ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier liegt nun, rings umflossen&#10;Vom Elb- und Eiderfluß,&#10;Ein Freiland, wohl verschlossen,&#10;Dem Kaiser zum Verdruß,&#10;Der′s längst dem Kronenträger&#10;Von Dänemark verliehn,&#10;Doch, wie den Leu dem Jäger:&#10;Fang ihn, so hast du ihn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Denkmal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-denkmal/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:03:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-denkmal/</guid><description>&lt;p&gt;Jan Willem vorm alten Schlosse&#10;Im Markte sonnig blank,&#10;Auf Cinquecentorosse&#10;Ein Medicäergenosse,&#10;Zu Füßen, Preis des Volkes,&#10;Der Grünfrau Kranz als Dank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Buß=Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-buss-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:02:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-buss-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Im Thon: In deinem grossen Zoren / etc.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach daß mein Haupt von Thränen /&#10;Mein Geist von Ach und Sehnen /&#10;Doch überladen wer!&#10;Ach daß ich doch die Sünde /&#10;So ich in mir befinde /&#10;Beweinen künte mehr!&#10;Zu wem sol ich mich wenden /&#10;Weil ja an allen Enden&#10;Die Missethat erscheint?&#10;Zu GOTT komm ich geschritten /&#10;Ach laß dich doch erbitten /&#10;Du thewrer Menschen Freund!&#10;Den Todt hab ich verdienet /&#10;Dein Sohn hat mich versöhnet /&#10;Gestillet deinen Zorn /&#10;Der ist für mich gestorben /&#10;Hat mir das Heyl erworben /&#10;Sonst wer ich gantz verlohrn.&#10;Auff Ihn setz ich mein Hoffen /&#10;Drumb lest er mir auch offen&#10;Die tieffe Gnadenquell /&#10;In seinen rohten Wunden&#10;Hab ich mir Ruh gefunden /&#10;Trotz Teuffel / Welt und Hell.&#10;Du trewer Samariter /&#10;Du Gnad= und Trost=Anbieter /&#10;Dich bitt ich inniglich:&#10;Du wollest mir doch geben&#10;Ein gantz gebesserts Leben /&#10;So will ich preisen dich.&#10;Dein Lob sol bey mir klingen /&#10;Ich wil dir Opfer bringen;&#10;Bey dir wird nur verlacht&#10;Der hohen Wörter Prangen /&#10;Du trägst allein Verlangen&#10;Nach fewriger Andacht.&#10;Drumb laß dir doch belieben&#10;Was ich allhier geschrieben /&#10;Behüte mich hinfort /&#10;Laß mich in Sünd nicht stecken /&#10;Sonst würde mich erschrecken&#10;Der Hellen weite Pfort!&#10;Und wenn nun meine Seele&#10;Auß diser finstern Höle&#10;Des Leibes weichen sol /&#10;So wolst du bey mir stehen /&#10;Und nimmer von mir gehen /&#10;So ist mir ewig wol.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein anders</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-anders/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:02:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-anders/</guid><description>&lt;p&gt;Schaut/ bürger! dieses ist der treue Danckelmann.&#10;Diß bild zeigt sein gesicht und seine minen an;&#10;Das wapen seine treu und unverdroßnes wachen.&#10;Wer aber mahlet uns den wunder-grossen geist?&#10;Das kanst du/ Friederich; dann du alleine weist/&#10;Wie man der tugend soll ihr wahres bildniß machen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eifersucht und Stolz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eifersucht-und-stolz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:01:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eifersucht-und-stolz/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin so schnell, so kraus und wild, mein lieber Bach?&#10;Eilst du voll Zorn dem frechen Bruder Jäger nach?&#10;Kehr um, kehr um, und schilt erst deine Müllerin&#10;Für ihren leichten, losen, kleinen Flattersinn.&#10;Sahst du sie gestern abend nicht am Tore stehn,&#10;Mit langem Halse nach der großen Straße sehn?&#10;Wenn vom den Fang der Jäger lustig zieht nach Haus,&#10;Da steckt kein sittsam Kind den Kopf zum Fenster ′naus.&#10;Geh, Bächlein, hin und sag ihr das; doch sag ihr nicht,&#10;Hörst du, kein Wort von meinem traurigen Gesicht.&#10;Sag ihr: Er schnitzt bei mir sich eine Pfeif′ aus Rohr&#10;Und bläst den Kindern schöne Tänz′ und Lieder vor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ehrlicher Protest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ehrlicher-protest/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:01:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ehrlicher-protest/</guid><description>&lt;p&gt;Protektion im Diplomaten-&#10;Dienste!! Nein, wer so was sagt.&#10;Man betrachte doch die Taten&#10;Der Regierung, vor man klagt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freilich sind es nur Barone&#10;Oder Grafen, die man nimmt, –&#10;Aber das geschieht doch ohne&#10;Absicht! Nein! Die Wahl bestimmt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur die Qualität des Geistes&#10;Und Bewußtsein strenger Pflicht.&#10;Das Verzeichnis nun beweist es,&#10;Huber – Lehmann hat es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ein Sohn der Itzenplitze,&#10;Wenn ein Rindvieh auch obschon,&#10;Er kommt immer an die Spitze, –&#10;Aber ohne Protektion.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ehrgeiz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ehrgeiz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:00:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ehrgeiz/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe meinen Soldaten aus Blei&#10;Als Kind Verdienstkreuzchen eingeritzt.&#10;Mir selber ging alle Ehre vorbei,&#10;Bis auf zwei Orden, die jeder besitzt.&#10;Und ich pfeife durchaus nicht auf Ehre.&#10;Im Gegenteil. Mein Ideal wäre,&#10;Dass man nach meinem Tod (grano salis)&#10;Ein Gässchen nach mir benennt, ein ganz schmales&#10;Und krummes Gässchen, mit niedrigen Türchen,&#10;Mit steilen Treppchen und feilen Hürchen,&#10;Mit Schatten und schiefen Fensterluken.&#10;Dort würde ich spuken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ehesymbol</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ehesymbol/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:59:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ehesymbol/</guid><description>&lt;p&gt;Immer spricht man vom Joch des Ehstands, wann denn vertauscht man&#10;Endlich das Bild und setzt Hörner des Ehstands dafür?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ecce homo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ecce-homo/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:59:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ecce-homo/</guid><description>&lt;p&gt;Ja! Ich weiß, woher ich stamme!&#10;Ungesättigt gleich der Flamme&#10;Glühe und verzehr′ ich mich.&#10;Licht wird alles, was ich fasse,&#10;Kohle alles, was ich lasse:&#10;Flamme bin ich sicherlich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ebendieselben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ebendieselben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:58:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ebendieselben/</guid><description>&lt;p&gt;Wir möchten gern dem Kritikus gefallen:&#10;Nur nicht dem Kritikus vor allen.&#10;Warum? Dem Kritikus vor allen&#10;Wird auch kein Sinngedicht gefallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Durch mich gelangt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-mich-gelangt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:58:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-mich-gelangt/</guid><description>&lt;p&gt;Durch mich gelangt man in die Stadt der Schmerzen,&#10;Durch mich zu wandellosen Bitternissen,&#10;Durch mich erreicht man die verlorenen Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gerechtigkeit hat mich dem Nichts entrissen;&#10;Mich schuf die Kraft, die sich durch alles breitet,&#10;Die erste Liebe und das höchste Wissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor mir ward nichts Geschaffenes breitet,&#10;Nur ew′ges Sein, so wie ich ewig bin:&#10;Laßt jede Hoffnung, die ihr mich durchschreitet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Durch! (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:57:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-2/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Adler saß am Felsenbogen,&#10;Den lockt′ der Sturm weit übers Meer,&#10;Da hatt er droben sich verflogen,&#10;Er fand sein Felsennest nicht mehr,&#10;Tief unten sah er kaum noch liegen&#10;Verdämmernd Wald und Land und Meer,&#10;Mußt höher, immer höher fliegen,&#10;Ob nicht der Himmel offen wär.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dunkel war′s, der Mond schien helle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dunkel-wars-der-mond-schien-helle/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:56:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dunkel-wars-der-mond-schien-helle/</guid><description>&lt;p&gt;Dunkel war′s, der Mond schien helle,&#10;schneebedeckt die grüne Flur,&#10;als ein Wagen blitzesschnelle&#10;langsam um die Ecke fuhr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drinnen saßen stehend Leute&#10;schweigend ins Gespräch vertieft&#10;als ein totgeschossner Hase&#10;auf der Sandbank Schlittschuh lief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Wagen fuhr im Trabe&#10;rückwärts einen Berg hinauf.&#10;Droben zog ein alter Rabe&#10;grade eine Turmuhr auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ringsumher herrscht tiefes Schweigen&#10;und mit fürchterlichem Krach&#10;spielen in des Grases Zweigen&#10;zwei Kamele lautlos Schach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dunkel wars, der Mond schien helle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dunkel-wars-der-mond-schien-helle-7448/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:56:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dunkel-wars-der-mond-schien-helle-7448/</guid><description>&lt;p&gt;(sp. 19. Jh.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkel wars, der Mond schien helle,&#10;schneebedeckt die grüne Flur,&#10;als ein Wagen blitzeschnelle&#10;langsam um die Ecke fuhr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drinnen saßen stehend Leute,&#10;schweigend ins Gespräch vertieft,&#10;als ein totgeschoss&amp;rsquo;ner Hase&#10;auf der Sandbank Schlittschuh lief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein blondgelockter Jüngling&#10;mit kohlrabenschwarzem Haar&#10;saß auf einer blauen Kiste,&#10;die rot angestrichen war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neben ihm &amp;rsquo;ne alte Schachtel,&#10;die kaum zählte sechzehn Jahr.&#10;Und sie aß ein Butterbrot,&#10;das mit Schmalz bestrichen war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dummheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dummheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:55:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dummheit/</guid><description>&lt;p&gt;Die menschliche Dummheit&#10;ist international.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:55:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien/</guid><description>&lt;p&gt;{1912-1922}&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Wer, wenn ich schriee&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Jeder Engel ist schrecklich&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Eines ist, die Geliebte zu singen&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;O Bäume Lebens&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Wer aber&#10;sind&#10;sie&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Feigenbaum, seit wie lange&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Werbung nicht mehr&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Mit allen Augen&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Warum, wenn es angeht&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Elegie&#10;Dass ich dereinst, an dem Ausgang&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 2</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:54:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-2/</guid><description>&lt;p&gt;Jeder Engel ist schrecklich. Und dennoch, weh mir,&#10;ansing ich euch, fast tödliche Vögel der Seele,&#10;wissend um euch. Wohin sind die Tage Tobiae,&#10;da der Strahlendsten einer stand an der einfachen Haustür,&#10;zur Reise ein wenig verkleidet und schon nicht mehr furchtbar;&#10;(Jüngling dem Jüngling, wie er neugierig hinaussah).&#10;Träte der Erzengel jetzt, der gefährliche, hinter den Sternen&#10;eines Schrittes nur nieder und herwärts: hochauf-&#10;schlagend erschlüg uns das eigene Herz. Wer seid ihr?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du sprichst: Ich liebe nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-sprichst-ich-liebe-nicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:53:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-sprichst-ich-liebe-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Du sprichst: Ich liebe nicht/&#10;und dein hoffertiges Gesicht&#10;hat bald den Spiegel durchgebohret.&#10;Du gehst durch alle Gassen schwänzen&#10;und findst dich gern bey Hochzeit-tänzen.&#10;Sonst stehstu an der Tühr&#10;und liegst am Fenster für und für.&#10;Florille/ Mein! sind diß der keuschheit Werke/&#10;die Buhler durch die Augen anzulokken?&#10;Mein! bleibe bey dem Rokken.&#10;Doch nein. Solltstu dich nicht den Leuten weisen/&#10;wer kennt′ und würde dich vor eine Keusche preisen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du schickst mir, Herr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-schickst-mir-herr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:53:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-schickst-mir-herr/</guid><description>&lt;p&gt;den 20. Junii 1653.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schickst mir, Herr, ein Thönchen Bier,&#10;Ich nehm es an für eine Thonne;&#10;Waß macht der schöne Landtrunck mir&#10;In meinem Hertzen nicht für Wonne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der heisse Hewmond ist nicht fern,&#10;Sie räuffen schon die lieben Saten,&#10;Wie werden an dem Hundes Stern&#10;Wir so erbärmlich müssen brahten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wol dem, der Raht weiß in der Zeit,&#10;Der darff darnach nicht sorglich lauffen&#10;Vnd durch das sawer Bier nicht Leid,&#10;Verdruß vnd Vnmuht in sich sauffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du musst das Leben nicht verstehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-musst-das-leben-nicht-verstehen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:52:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-musst-das-leben-nicht-verstehen/</guid><description>&lt;p&gt;Berlin-Wilmersdorf&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du musst das Leben nicht verstehen,&#10;dann wird es werden wie ein Fest.&#10;Und lass dir jeden Tag geschehen&#10;so wie ein Kind im Weitergehen&#10;von jedem Wehen&#10;sich viele Blüten schenken lässt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie aufzusammeln und zu sparen,&#10;das kommt dem Kind nicht in den Sinn.&#10;Es löst sie leise aus den Haaren,&#10;drin sie so gern gefangen waren,&#10;und hält den lieben jungen Jahren&#10;nach neuen seine Hände hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du meine Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-meine-seele/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:52:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-meine-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Du meine Seele, du mein Herz,&#10;Du meine Wonn, O du mein Schmerz,&#10;Du meine Welt, in der ich lebe,&#10;Mein Himmel du, darein ich schwebe,&#10;O du mein Grab, in das hinab&#10;Ich ewig meinen Kummer gab!&#10;Du bist die Ruh, du bist der Frieden,&#10;Du bist der Himmel mir beschieden.&#10;Daß du mich liebst, macht mich mir wert,&#10;Dein Blick hat mich vor mir verklärt,&#10;Du hebst mich liebend über mich,&#10;Mein guter Geist, mein bessres Ich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du feuchter Frühlingsabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-feuchter-fruehlingsabend/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:51:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-feuchter-fruehlingsabend/</guid><description>&lt;p&gt;Du feuchter Frühlingsabend,&#10;wie hab′ ich dich so gern!&#10;Der Himmel wolkenverhangen,&#10;nur hie und da ein Stern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein leiser Liebesodem&#10;hauchet so lau die Luft,&#10;es steigt aus allen Talen&#10;ein warmer Frühlingsduft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möcht′ ein Lied ersinnen,&#10;das diesem Abend gleich,&#10;und kann den Klang nicht finden,&#10;so dunkel, mild und weich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du Dunkelheit, aus der ich stamme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-dunkelheit-aus-der-ich-stamme/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:50:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-dunkelheit-aus-der-ich-stamme/</guid><description>&lt;p&gt;1919&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Dunkelheit, aus der ich stamme&#10;ich liebe dich mehr als die Flamme,&#10;welche die Welt begrenzt,&#10;indem sie glänzt&#10;mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -:&#10;für irgend einen Kreis,&#10;aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber die Dunkelheit hält alles an sich:&#10;Gestalten und Flammen, Tiere und mich, wie sie′s errafft,&#10;Menschen und Mächte -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es kann sein: eine große Kraft&#10;rührt sich in meiner Nachbarschaft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du bist wie eine Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-bist-wie-eine-blume/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:50:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-bist-wie-eine-blume/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist wie eine Blume,&#10;So hold und schön und rein;&#10;Ich schau dich an, und Wehmut&#10;Schleicht mir ins Herz hinein.&#10;Mir ist, als ob ich die Hände&#10;Aufs Haupt dir legen sollt,&#10;Betend, daß Gott dich erhalte&#10;So rein und schön und hold.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dû bist mîn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-bist-min/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:49:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-bist-min/</guid><description>&lt;p&gt;Dû bist mîn, ich bin dîn:&#10;des solt dû gewis sîn.&#10;dû bist beslozzen&#10;in mînem herzen:&#10;verlorn ist das slüzzelîn:&#10;dû muost immer drinne sîn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drosselsang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drosselsang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:49:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drosselsang/</guid><description>&lt;p&gt;Die Drossel singt, die Drossel singt&#10;Dort drüben im Vogelbauer,&#10;Sie kann ein Stückchen, das munter klingt,&#10;Warum denn faßt mich ein Schauer?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Drossel sang, eine Drossel sang&#10;Ein Stückchen, genau das gleiche,&#10;Zur Zeit, da ich so todesbang&#10;Umging wie im Schattenreiche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verschlossen der Geliebten Haus,&#10;Verstoßen aus meinem Himmel,&#10;Gestoßen hinab in der Nachtwelt Graus,&#10;In grinsender Larven Gewimmel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;rsquo;s ist lange her, &amp;rsquo;s ist lange her,&#10;Doch zuckt mir&amp;rsquo;s durch die Glieder,&#10;Doch wird die Seele mir so schwer,&#10;Als erlebt&amp;rsquo; ich es eben wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dr. Stauz als er Steinbarten las.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dr-stauz-als-er-steinbarten-las/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:48:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dr-stauz-als-er-steinbarten-las/</guid><description>&lt;p&gt;Was rast der Mann? Wo bleibt denn das Verderben&#10;Das wir von Adam erben?&#10;Wohlwollen, Menschenliebe,&#10;Geselligkeit und andre gute Triebe&#10;Im Menschen von Natur?&#10;Wie kann der Kerl auf solches Zeug verfallen?&#10;Ich für mein Theil, ich merke von dem allen&#10;In mir nicht die geringste Spur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dort Saaleck, hier die Rudelsburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dort-saaleck-hier-die-rudelsburg/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:47:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dort-saaleck-hier-die-rudelsburg/</guid><description>&lt;p&gt;Dort Saaleck, hier die Rudelsburg,&#10;Und unten tief im Tale&#10;Da rauschet zwischen Felsen durch&#10;Die alte liebe Saale;&#10;Und Berge hier und Berge dort&#10;Zur Rechten und zur Linken -&#10;Die Rudelsburg, das ist ein Ort&#10;Zum Schwärmen und zum Trinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das wissen die Studenten auch&#10;In Jena und in Halle&#10;Und trinken dort nach altem Brauch&#10;Im Hof und auf dem Walle.&#10;Umringt von moosigem Gestein,&#10;Wie klingen da die Lieder!&#10;Die Saale rauscht so freudig drein,&#10;Die Berge hallen wider.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Don Fadrique</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/don-fadrique/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:47:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/don-fadrique/</guid><description>&lt;p&gt;Don Fadrique bringt ein Ständchen&#10;Der possierlichen Pepita:&#10;&amp;ldquo;Liebchen, strecke durch die Türe&#10;Deines Füsschen Spitze nur!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die drollige Pepita&#10;Streckt durch eine schmale Spalte&#10;Eines allerliebsten Fusses&#10;Weisses Spitzchen in die Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Don Fadrique krümmt den Rücken,&#10;Will das weisse Spitzchen küssen,&#10;Knabe Amor steht beiseite,&#10;Der den Bogen lachend spannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach dem ewigjungen Herzen&#10;Zielt er; doch wer lacht, der zielt schlecht:&#10;In des Ritters alten Rücken&#10;Schiesst er einen Hexenschuss.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Diese schönen Gliedermassen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/diese-schoenen-gliedermassen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:46:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/diese-schoenen-gliedermassen/</guid><description>&lt;p&gt;Diese schönen Gliedermassen&#10;Kolossaler Weiblichkeit&#10;Sind jetzt, ohne Widerstreit,&#10;Meinen Wünschen überlassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär ich, leidenschaftentzügelt,&#10;Eigenkräftig ihr genaht,&#10;Ich bereute solche Tat!&#10;Ja, sie hätte mich geprügelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welcher Busen, Hals und Kehle!&#10;(Höher seh ich nicht genau.)&#10;Eh ich ihr mich anvertrau,&#10;Gott empfehl ich meine Seele.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dies:</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dies/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:46:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dies/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen seine Augen stumm den Mund,&#10;Einen wunderoten Falter setzen,&#10;Seines Kindes kleine Krokushände&#10;Mit dem Tau des blauen Kruges netzen:&#10;Das wär Erde mit den tiefsten Schätzen,&#10;Himmel mit dem höchsten Rund,&#10;Hölle, wenn ich nie es fände.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zerstreuten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zerstreuten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:45:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zerstreuten/</guid><description>&lt;p&gt;Zween tiefsinnige Freunde besprechen sich, Peter und Otto,&#10;Und in Gedanken krazt Otto den Peter am Arm.&#10;Peter fragt in Gedanken: »Was kratzest Du?« Kratzend erwidert&#10;Otto: Mir juckte der Arm. Peter versezte »Je so!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wut der Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wut-der-frauen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:44:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wut-der-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Bänkelballade über eine wahre Begebenheit,&#10;die sich im Januar 1759 in Hamburg ereignete&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! hört mit Furcht und Grauen&#10;ihr guten Männer an,&#10;wozu die Wut der Frauen&#10;euch alle reizen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glaubt nicht, daß ihr auf Erden&#10;stets euren Himmel habt,&#10;wenn euch bei viel Beschwerden&#10;der Kuß der Schönen labt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Quält in dem Weltgetümmel&#10;den Mann des Ehstands Pflicht:&#10;so glaubt, der gute Himmel&#10;schloß seine Ehe nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wildniß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wildniss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:44:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wildniss/</guid><description>&lt;p&gt;Soll Euch Eure Liebe bleiben,&#10;Müßt Ihr in die Wüste fliehn,&#10;Dort, wohin nicht Weg noch Bahnen,&#10;Fern von Menschen müßt Ihr ziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Höhle wählt zum Hause,&#10;In der Oede tiefstem Grund;&#10;Wollt Ihr Euern Himmel retten,&#10;Bergt Euch in der Felsen Schlund!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zum Pförtner nehmt den Tiger,&#10;Daß die Nahenden er gleich&#10;Würge! Die er nicht zerreißet,&#10;Wahrlich, sie zerreißen Euch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, daß Zwei sich eigen leben,&#10;Können nicht die Menschen sehn;&#10;Wo sich Liebende beglücken,&#10;Möchten sie vor Neid vergehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Warheit im Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-warheit-im-wein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:43:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-warheit-im-wein/</guid><description>&lt;p&gt;Warheit steckt in dir, o Wein!&#10;Wie wil der denn scheltbar seyn,&#10;Der die Warheit zu ergründen&#10;Sich beim Bacchus viel läst finden?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Verliebte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verliebte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:43:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verliebte/</guid><description>&lt;p&gt;Doris ach! du willst nicht fühlen,&#10;Wie die Zephyrs lispelnd spielen?&#10;Diese Gärten, diese Wiesen,&#10;Werden dir umsonst gepriesen?&#10;Die Natur, mit ihren Schätzen,&#10;Kann dich nicht einmal ergetzen?&#10;Vermuthlich bist du verliebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In das Kloster willst du ziehen?&#10;Vor den Menschen willst du fliehen?&#10;Finstre, räthselvolle Schriften,&#10;Sollen deine Ruhe stiften?&#10;Und das Glück, vergnügt zu leben,&#10;Soll die Einsamkeit dir geben?&#10;Ohnfehlbar bist du verliebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Jugend hinzubringen,&#10;Willst du bethen oder singen?&#10;Um dein Leben wohl zu enden,&#10;Läßt du dir den Cubach senden?&#10;Und, um unbeklagt zu sterben&#10;Soll dein Kloster von dir erben?&#10;Wahrhaftig bist du verliebt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Verlassene klagt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verlassene-klagt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:42:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verlassene-klagt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liege ausgehöhlt und leer,&#10;Man hat mich weggeworfen,&#10;Die Erde ist so hart und schwer,&#10;Ich habe keine Tränen mehr.&#10;Doch einstmals liebte ich dich sehr,&#10;Da konnte ich noch weinen,&#10;Da glich ich nicht den Steinen.&#10;Will keine Sonne scheinen&#10;In meine Dunkelheit?&#10;Einst war es mir, als rief er,&#10;Doch klang es viel zu weit,&#10;Und niemand kann mich halten.&#10;Jetzt fall ich immer tiefer&#10;Aus der Zeit&#10;In die Falten&#10;Der Unendlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Türken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tuerken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:41:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tuerken/</guid><description>&lt;p&gt;Die Türken haben schöne Töchter,&#10;Und diese scharfe Keuschheitswächter;&#10;Wer will, kann mehr als Eine frein:&#10;Ich möchte schon ein Türke sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie wollt′ ich mich der Lieb′ ergeben!&#10;Wie wollt′ ich liebend ruhig leben,&#10;Und – – Doch sie trinken keinen Wein;&#10;Nein, nein, ich mag kein Türke sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Trommel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trommel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:41:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trommel/</guid><description>&lt;p&gt;Der einst dem Feind die Hosen klopfte&#10;Der hieß wohl Gustav der Verstopfte.&#10;Die Soldaten,&#10;Ja, die taten&#10;für den Fürsten alles ganz umsonst.&#10;Und sie trugen bunte Fahnen und Gewehre,&#10;Aber vorneweg marschiert vorm ganzen Heere&#10;Eine Trommel, eine Trommel, eine Trommel,&#10;Radibimmel, radibammel, radibommel,&#10;Vom Leibregiment,&#10;Vom Leibregiment,&#10;Das sich nach König Gustav nennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der brave Landsknecht braucht nichts tragen,&#10;denn dazu hat er seinen Wagen:&#10;Hinterm Rosse,&#10;Im Trosse&#10;Marschiert die Marketenderin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Triebfedern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-triebfedern/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:40:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-triebfedern/</guid><description>&lt;p&gt;Immer treibe die Furcht den Sklaven mit eisernem Stabe;&#10;Freude, führe du mich immer an rosigtem Band!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Trichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trichter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:40:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trichter/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Trichter wandeln durch die Nacht.&#10;Durch ihres Rumpfs verengten Schacht&#10;fließt weißes Mondlicht&#10;still und heiter&#10;auf ihren&#10;Waldweg&#10;u. s.&#10;w.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trennung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:39:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trennung/</guid><description>&lt;p&gt;Du wurdest ja so ernst, da sie die Leiche&#10;Vorübertrugen;&#10;Fürchtest du den Tod? &amp;ldquo;Ihn nicht!&amp;rdquo;&#10;Was fürchtest du denn? &amp;ldquo;Das Sterben!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich selbst dieses nicht. &amp;ldquo;Du fürchtest also nichts?&amp;rdquo;&#10;Weh mir, ich fürcht′, ich fürchte. &amp;ldquo;Beym Himmel! was?&amp;rdquo;&#10;Den Abschied von den Freunden!&#10;Und meinen nicht nur, ihren Abschied auch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war′s, dass ich noch ernster als du;&#10;Und tiefer in der Seel′ es wurde,&#10;Da sie die Leiche&#10;Vorübertrugen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Trennung vom Geliebten...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trennung-vom-geliebten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:39:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trennung-vom-geliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Trennung vom Geliebten soll von Höllenpein&#10;Die Probe sein?&#10;Dass Höllenpein die Probe sei von Trennungspein,&#10;Hat größern Schein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trennung-7556/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:38:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trennung-7556/</guid><description>&lt;p&gt;Als wir uns trennten, fingst du an zu weinen.&#10;Du süßes Mädchen! Tränen und Geleit &amp;hellip;&#10;Ich schwenkte aus dem Zuge langsam meinen&#10;Strohhut nach dir, die blieb, in rotem Kleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wird schon dunkel. Dörfer, Wälder, Reise &amp;hellip;&#10;Schmerzlich und klanglos ging die Zeit vorbei.&#10;Liebte ich dich? Du warst mir einerlei.&#10;Beim Kaffeetrinken weinte ich noch leise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Stunden kann noch unser Leben währen&#10;Mit Krampf, Musike, mancher Einsamkeit.&#10;Meist aber füllen einen die Miseren&#10;Und Späße aus, und so vergeht die Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die tragische Kunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tragische-kunst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:37:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tragische-kunst/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl soll die Kunst euch stets erfreun,&#10;Selbst durch das blut′ge Trauerspiel,&#10;Nur müßt ihr nicht das Mittel scheun,&#10;Durch das sie′s hier erreicht, dies Ziel.&#10;Die Sonne lacht euch ohne sie,&#10;Euch ohne sie das Morgenrot,&#10;Allein der Schmerz erquickt euch nie,&#10;Und nie der Tod, der bittre Tod.&#10;Sie nötigt beide, es zu tun,&#10;Sie führt sie nah genug heran,&#10;Daß keine Kraft in euch mehr ruhn,&#10;Daß jede sich nur steigern kann;&#10;Sie hält sie dennoch fern genug,&#10;Daß euch ihr Stacheln nicht verletzt,&#10;Und daß nur, wer schon selbst dem Fluch&#10;Verfallen ist, sich noch entsetzt.&#10;Verkehrt sie denn mit Tod und Schmerz,&#10;So tut sie′s, stiller Hoffnung voll,&#10;Daß eben dadurch euern Herz,&#10;Wie nie, von Leben schwellen soll,&#10;Und daß ein einziger Genuß,&#10;Wie keine Lust ihn euch gewährt,&#10;Euch Seel′ und Sinn erfrischen muß,&#10;Wenn sie das Grauen selbst verklärt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Toten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:37:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Toten starben nicht. Es starb ihr Kleid.&#10;Ihr Leib zerfiel, es lebt ihr Geist und Wille.&#10;Vereinigt sind sie dir zu jeder Zeit&#10;in deiner Seele tiefer Tempelstille.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dir und ihnen ruht ein einiges Reich,&#10;wo Tod und Leben Wechselworte tauschen.&#10;In ihm kannst du, dem eigenen Denken gleich,&#10;den stillen Stimmen deiner Toten lauschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und reden kannst du, wie du einst getan,&#10;zu deinen Toten lautlos deine Worte.&#10;Unwandelbar ist unsres Geistes Bahn&#10;und ewig offen steht des Todes Pforte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Teilung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-teilung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:36:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-teilung/</guid><description>&lt;p&gt;Es hat einmal, so wird gesagt,&#10;Der Löwe mit dem Wolf gejagt.&#10;Da haben sie vereint erlegt&#10;Ein Wildschwein, stark und gut gepflegt.&#10;Doch als es ans Verteilen ging,&#10;Dünkt das dem Wolf ein mißlich Ding.&#10;Der Löwe sprach, &amp;ldquo;Was grübelst Du?&#10;Glaubst Du, es geht nicht redlich zu?&#10;Dort kommt der Fuchs, er mag entscheiden,&#10;Was jedem zukommt von uns beiden.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Gut′, sagt der Wolf, dem solch ein Freund&#10;Als Richter gar nicht übel scheint.&#10;Der Löwe winkt dem Fuchs sogleich:&#10;&amp;ldquo;Herr Doktor, da ist was für Euch.&#10;Hier dieses jüngst erlegte Schwein,&#10;Bedenkt es wohl, ist mein und sein.&#10;Ich faßt es vorn, er griff es hinten;&#10;jetzt teilt es uns, doch ohne Finten.&amp;rdquo;&#10;Der Fuchs war ein Jurist von Fach.&#10;&amp;ldquo;Sehr einfach&amp;rdquo;, sprach er, &amp;ldquo;liegt die Sach.&#10;Das Vorderteil, ob viel ob wenig,&#10;Erhält mit Fug und Recht der König.&#10;Dir aber, Vetter Isegrimm,&#10;Gebührt das Hinterteil. Da nimm!&amp;rdquo;&#10;Bei diesem Wort trennt er genau&#10;Das Schwänzlein hinten von der Sau.&#10;Indes: der Wolf verschmäht die Beute,&#10;Verneigt sich kurz und geht beiseite.&#10;&amp;ldquo;Fuchs&amp;rdquo;, sprach der Löwe, &amp;ldquo;bleibt bei mir.&#10;Von heute ab seid Ihr Großvezier.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Studenten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-studenten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:36:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-studenten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Jäger ziehn in grünen Wald&#10;Und Reiter blitzend übers Feld,&#10;Studenten durch die ganze Welt,&#10;So weit der blaue Himmel wallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Frühling ist der Freudensaal,&#10;Viel tausend Vöglein spielen auf,&#10;Da schallts im Wald bergab, bergauf:&#10;Grüß dich, mein Schatz, viel tausendmal!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel rüstige Bursche ritterlich,&#10;Die fahren hier in Stromes Mitt,&#10;Wie wilde sie auch stellen sich,&#10;Trau mir, mein Kind, und fürcht dich nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Querüber übers Wasser glatt&#10;Laß werben deine Äugelein,&#10;Und der dir wohlgefallen hat,&#10;Der soll dein lieber Buhle sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die stolze Fliege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stolze-fliege/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:35:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stolze-fliege/</guid><description>&lt;p&gt;Mach′ dich mit leerem Stolz nicht breit,&#10;Man lacht nur deiner Eitelkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vier Pferde zogen einen Wagen,&#10;Und ließen in dem schnellen Jagen&#10;Gar einen großen Staub zurück.&#10;Es schwang sich in dem Augenblick&#10;Auch eine Fliege mit hinauf,&#10;Und rufte bei des Wagens Lauf:&#10;Ihr guten Leute, gebt doch Acht,&#10;Den großen Staub hab′ ich gemacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die stille Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stille-stadt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:34:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stille-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Liegt eine Stadt im Tale,&#10;ein blasser Tag vergeht;&#10;es wird nicht lange dauern mehr,&#10;bis weder Mond noch Sterne,&#10;nur Nacht am Himmel steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von allen Bergen drücken&#10;Nebel auf die Stadt;&#10;es dringt kein Dach, nicht Hof noch Haus,&#10;kein Laut aus ihrem Rauch heraus,&#10;kaum Türme noch und Brücken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als den Wandrer graute,&#10;da ging ein Lichtlein auf im Grund;&#10;und durch den Rauch und Nebel&#10;begann ein leiser Lobgesang,&#10;aus Kindermund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stärke des Weins</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-staerke-des-weins/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:34:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-staerke-des-weins/</guid><description>&lt;p&gt;Wein ist stärker als das Wasser:&#10;Dies gestehn auch seine Hasser.&#10;Wasser reißt wohl Eichen um,&#10;Und hat Häuser umgerissen:&#10;Und ihr wundert euch darum,&#10;Daß der Wein mich umgerissen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Spiegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spiegel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:33:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spiegel/</guid><description>&lt;p&gt;Warum werden Spiegel im Alter matt?&#10;Weil jeder maßlos genossen hat.&#10;Denn sind sie glücklich, die schönen Frauen,&#10;Tun sie geschwind zu dem Spiegel schauen.&#10;Und mussten zarte Frauen mal weinen,&#10;Trocknen am Spiegel die Tränen, die feinen.&#10;Immer müssen die heimlichsten Frauen&#10;Herzenswünsche dem Spiegel vertrauen.&#10;Wie oft habe ich einen Spiegel beneidet,&#10;Weil meine Liebste sich an ihm weidet!&#10;Wie oft habe ich ihren Spiegel verflucht,&#10;Da ich warten musste, wenn sie ihn besucht.&#10;Gar manche hat alle Männer verhöhnt&#10;Und lächelnd nur ihren Spiegel verwöhnt.&#10;Ich schlüge gern all′ die Spiegel ein,&#10;Sie verführen die Frau′n durch Schmeichelein.&#10;O Gott, wenn ich selbst doch ein Spiegel wär!&#10;Denn jede trennt sich von ihm so schwer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die späte Hochzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spaete-hochzeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:33:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spaete-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond ging unter - jetzt ist′s Zeit. -&#10;Der Bräutgam steigt vom Roß,&#10;Er hat so lange schon gefreit -&#10;Da tut sich auf das Schloß,&#10;Und in der Halle sitzt die Braut&#10;Auf diamantnem Sitz,&#10;Von ihrem Schmuck tut′s durch den Bau&#10;Ein′n langen roten Blitz. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blass′ Knaben warten schweigend auf,&#10;Still′ Gäste stehn herum,&#10;Da richt′t die Braut sich langsam auf,&#10;So hoch und bleich und stumm.&#10;Sie schlägt zurück ihr Goldgewand,&#10;Da schauert ihn vor Lust,&#10;Sie langt mit kalter, weißer Hand&#10;Das Herz ihm aus der Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sonnenuhr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonnenuhr-6387/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:32:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonnenuhr-6387/</guid><description>&lt;p&gt;Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule&#10;aus dem Gartenschatten, wo einander&#10;Tropfen fallen hören und ein Wander-&#10;vogel lautet, zu der Säule,&#10;die in Majoran und Koriander&#10;steht und Sommerstunden zeigt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;nur sobald die Dame (der ein Diener&#10;nachfolgt) in dem hellen Florentiner&#10;über ihren Rand sich neigt,&#10;wird sie schattig und verschweigt -.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder wenn ein sommerlicher Regen&#10;aufkommt aus dem wogenden Bewegen&#10;hoher Kronen, hat sie eine Pause;&#10;denn sie weiß die Zeit nicht auszudrücken,&#10;die dann in den Frucht- und Blumenstücken&#10;plötzlich glüht im weißen Gartenhause.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sonne bringt es an den Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonne-bringt-es-an-den-tag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:31:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonne-bringt-es-an-den-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Gemächlich in der Werkstatt saß&#10;Zum Frühtrunk Meister Nikolas,&#10;Die junge Hausfrau schenkt&amp;rsquo; ihm ein,&#10;Es war im heitern Sonnenschein. -&#10;Die Sonne bringt es an den Tag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne blinkt von der Schale Rand,&#10;Malt zitternde Kringeln an die Wand,&#10;Und wie den Schein er ins Auge faßt,&#10;So spricht er für sich, indem er erblaßt :&#10;&amp;ldquo;Du bringst es doch nicht an den Tag&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wer nicht? was nicht?&amp;rsquo;. die Frau fragt gleich,&#10;&amp;ldquo;Was stierst du so an? was wirst du so bleich?&amp;rdquo;&#10;Und er darauf: &amp;ldquo;Sei still, nur still !&#10;Ich&amp;rsquo;s doch nicht sagen kann noch will.&#10;Die Sonne bringt&amp;rsquo;s nicht an den Tag.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Seufzer des Abendwinds wehen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seufzer-des-abendwinds-wehen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:31:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seufzer-des-abendwinds-wehen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Seufzer des Abendwinds wehen&#10;So jammernd und bittend im Turm;&#10;Wohl hör ich um Rettung dich flehen,&#10;Du ringst mit den Wogen, versinkest im Sturm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh dich am Ufer; es wallet&#10;Ein traurendes Irrlicht einher.&#10;Mein liebendes Rufen erschallet,&#10;Du hörest, du liebest, du stürzest ins Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lieb und ich stürze verwegen&#10;Dir nach in die Wogen hinab,&#10;Ich komme dir sterbend entgegen,&#10;Ich ringe, du sinkest, ich teile dein Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Selbstkritik hat viel für sich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-selbstkritik-hat-viel-fuer-sich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:30:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-selbstkritik-hat-viel-fuer-sich/</guid><description>&lt;p&gt;Die Selbstkritik hat viel für sich.&#10;Gesetzt den Fall, ich tadle mich:&#10;So hab ich erstens den Gewinn,&#10;Dass ich so hübsch bescheiden bin;&#10;Zum zweiten denken sich die Leut,&#10;Der Mann ist lauter Redlichkeit;&#10;Auch schnapp ich drittens diesen Bissen&#10;Vorweg den andern Kritiküssen;&#10;Und viertens hoff ich außerdem&#10;Auf Widerspruch, der mir genehm.&#10;So kommt es denn zuletzt heraus,&#10;Dass ich ein ganz famoses Haus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sekunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sekunde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:30:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sekunde/</guid><description>&lt;p&gt;Ich meß nach der Dauer das Leben,&#10;Berechnet nach Jahren die Zeit,&#10;Ich zähle nicht Tag und nicht Stunde,&#10;Ich hab&amp;rsquo; in einer Sekunde&#10;Durchlebt die Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Jahre zogen vorüber&#10;Und ließen die Seele mir leer,&#10;Es blieb von keinem mir Kunde.&#10;Die eine, die eine Sekunde,&#10;Vergess&amp;rsquo; ich nimmermehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sclaven-Emancipation</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sclaven-emancipation/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:29:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sclaven-emancipation/</guid><description>&lt;p&gt;Lob und Heil, ihr großen Mächte,&#10;Jubelnd euch gesungen sei,&#10;Daß ihr ehrtet Menschenrechte,&#10;Und die Sclaven machtet frei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und warum sie&amp;rsquo;s nicht schon waren&#10;Lange, das ist Einerlei!&#10;Jetzt, nach wen&amp;rsquo;gen hundert Jahren,&#10;Sind die schwarzen Sclaven frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie glücklich ist&amp;rsquo;s auf Erden!&#10;Völker, singt Juchhei, Juchhei!&#10;Wenn&amp;rsquo;s die weißen nun noch werden,&#10;Dann sind alle Sclaven frei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schwimmer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwimmer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:28:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwimmer/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben ist ein stürmisch Meer;&#10;Wir schweben hin, wir schweben her,&#10;Wir streben schwer durchs Leben!&#10;O Thor, so wirf die Bürden schwer,&#10;Die Sorgenbürden wirf ins Meer!&#10;Wie leichter, nacket sterben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schwestern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwestern/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:28:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwestern/</guid><description>&lt;p&gt;Sacht pochet der Käfer im morschen Schrein,&#10;Der Mond steht über den Fichten.&#10;»Jesus Maria, wo mag sie sein!&#10;Hin will meine Angst mich richten.&#10;Helene, Helene, was ließ ich dich gehn&#10;Allein zur Stadt mit den Hunden,&#10;Du armes Kind, das sterbend mir&#10;Auf die Seele die Mutter gebunden!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder rennt Gertrude den Weg&#10;Hinauf bis über die Steige.&#10;Hier ist ein Tobel - sie lauscht am Steg,&#10;Ein Strauch - sie rüttelt am Zweige.&#10;Da drunten summet es elf im Turm,&#10;Gertrude kniet an der Halde:&#10;»Du armes Blut, du verlassener Wurm!&#10;Wo magst du irren im Walde!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schwestern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwestern-6386/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:27:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwestern-6386/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, wie sie dieselben Möglichkeiten&#10;anders an sich tragen und verstehn,&#10;so als sähe man verschiedne Zeiten&#10;durch zwei gleiche Zimmer gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jede meint die andere zu stützen,&#10;während sie doch müde an ihr ruht;&#10;und sie können nicht einander nützen,&#10;denn sie legen Blut auf Blut,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wenn sie sich wie früher sanft berühren&#10;und versuchen, die Allee entlang&#10;sich geführt zu fühlen und zu führen:&#10;Ach, sie haben nicht denselben Gang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schwalbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwalbe-1624/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:27:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwalbe-1624/</guid><description>&lt;p&gt;Weshalben ist, o Vogel,&#10;So traurig dein Gesang?&#10;Weshalben fliegst so ängstlich&#10;Du hier den Weg entlang? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich flog für meine Jungen&#10;Nach Nahrung etwas weit,&#10;Da stahl man Nest und Jungen&#10;Mir in der Zwischenzeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deshalben ist, o Mädchen,&#10;So traurig mein Gesang!&#10;Deshalben flieg′ so ängstlich&#10;Ich hier den Weg entlang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schöne Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoene-nacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:26:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoene-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Nun verlaß′ ich diese Hütte,&#10;Meiner Liebsten Aufenthalt,&#10;Wandle mit verhülltem Schritte&#10;Durch den öden, finstern Wald:&#10;Luna bricht durch Busch und Eichen,&#10;Zephyr meldet ihren Lauf,&#10;Und die Birken streun′ mit Neigen&#10;Ihr den süßten Weihrauch auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ergötz′ ich mich im Kühlen&#10;Dieser schönen Sommernacht!&#10;O wie still ist hier zu fühlen,&#10;Was die Seele glücklich macht!&#10;Läßt sich kaum die Wonne fassen,&#10;Und doch wollt ich, Himmel, dir&#10;Tausend solcher Nächte lassen,&#10;Gäb mein Mädchen eine mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schlummernde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlummernde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:25:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlummernde/</guid><description>&lt;p&gt;Im Gelispel athmet Flöten!&#10;Leis entschlummert sinkt das Haupt&#10;Meiner Freundin, das zu röthen&#10;Sich ein süßer Traum erlaubt,&#10;Und von Maienkühl&amp;rsquo; umfächelt&#10;Liebe hauchet, Liebe lächelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blumen sind dem prallen Moose,&#10;Das sie wieget, eingestickt;&#10;Ueber ihr hängt eine Rose,&#10;Die verschämt am Stocke nickt;&#10;Und den Balsam rings ergießen&#10;Lüfte, die sie sanft umschließen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr gelagert gegenüber&#10;Wagt mein Odem keinen Zug.&#10;Kalt und glühend als im Fieber&#10;Hemm ich meines Seufzers Flug.&#10;Wenn der Traum, der sie umschwebet,&#10;Nur kein fremdes Bild belebet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schlafende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlafende/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:25:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlafende/</guid><description>&lt;p&gt;In tiefe Junimitternacht&#10;Der mystische Mond herniederwacht.&#10;Einschläfernde Nebel dunsten leise&#10;Heraus aus seinem goldnen Kreise&#10;Und triefen sanft wie Schlummerlieder&#10;Tropfen um Tropfen sachte nieder&#10;Auf Höhen, schimmernd wie Opal,&#10;Und in das allumfassende Tal.&#10;Auf einem Grab nickt Rosmarin,&#10;Träg lehnt die Lilie drüber hin.&#10;Von leerem Nebel überdacht&#10;Fault die Ruine hinein in Nacht.&#10;Wie Lethe sieh den Weiher ruhn,&#10;Scheint tiefen, tiefen Schlaf zu tun,&#10;Nicht um die Welt erwachte er nun.&#10;Alle Schönheit schläft! - und ach! wo liegt&#10;(Ihr Fenster den Himmeln geöffnet) - wo liegt&#10;Irene, vom Schicksal eingewiegt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schläferin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlaeferin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:24:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlaeferin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich steh um Mitternacht allein&#10;Im mystisch weißen Mondenschein.&#10;Dem vollen goldenen Gestirne&#10;Entströmen feuchte Nebeldünste&#10;Und fallen auf die blauen Firne&#10;Wie silberweiße Lichtgespinste,&#10;Um sich von dort melodisch leise&#10;Und schläfrig langsam tropfenweise&#10;Wie bunte, schimmernde Juwelen&#10;In das entschlafne Tal zu stehlen.&#10;Vom Grabe winkt der Rosmarin&#10;Zu den schlaftrunknen Lilien hin.&#10;Die wankenden Ruinen raffen&#10;Erschauernd um die morschen Glieder&#10;Ihr Nebelkleid und sinken nieder,&#10;In alle Ewigkeit zu schlafen.&#10;Der See dort - Lethe ist nicht stummer&#10;Als er in seinem tiefen Schlummer.&#10;Es ruht das All. Die Zweige nicken&#10;Süß eingewiegt - wo aber liegt&#10;Irene mit ihren Geschicken?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schiffahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schiffahrt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:24:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schiffahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Es flieht, das Schiff, das Daphnen weg&#10;Zu fernem Ufer führt!&#10;Zwar dich umflattre Zephir nur,&#10;Nur Liebesgötter dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Wellen, hüpfet sanft ums Schiff!&#10;Wenn nun ihr süsser Blick&#10;Auf euern sanften Spielen ruht,&#10;Ach, dann denkt sie an mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins Ufers Schatten singe dir&#10;Jetzt jeder Vogel zu;&#10;Und Schilf und Sträuche winket ihr&#10;Von sanftem Wind bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du glatte See bleib immer sanft!&#10;Du trägst das schönste Kind&#10;Das je den Fluten sich vertraut;&#10;Rein, wie der Sonne Bild&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schatzgräber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schatzgraeber/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:23:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schatzgraeber/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Winzer,der am Tode lag,&#10;rief seine Kinder an und sprach:&#10;&amp;ldquo;In unserm Weinberg liegt ein Schatz,&#10;grabt nur danach!&amp;rdquo;-&amp;ldquo;An welchem Platz?&amp;rdquo;&#10;schrie alles laut den Vater an.&#10;&amp;ldquo;Grabt nur!&amp;rdquo; O weh! da starb der Mann.&#10;Kaum war der Alte beigeschafft,&#10;so grub man nach aus Leibeskraft.&#10;Mit Hacke, Karst und Sparten ward&#10;der Weinberg um und um geschart.&#10;Da war kein Kloß,der ruhig blieb;&#10;man warf die Erde gar durchs Sieb&#10;und zog die Harken kreuz und quer&#10;nach jedem Steinchen hin und her&#10;Allein, da ward kein Schatz verspürt,&#10;und jeder hielt sich angeführt.&#10;Doch kaum erschien das nächste Jahr,&#10;so nahm man mit Erstaunen war,&#10;daß jede Rebe dreifach trug.&#10;Da wurden erst die Söhne klug&#10;und gruben nun jahrein, jahraus&#10;des Schatzes immer mehr heraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schalen der Waage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schalen-der-waage/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:22:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schalen-der-waage/</guid><description>&lt;p&gt;Ein starker Arm schwang mich hinaus,&#10;Zu schlafen über Wolken.&#10;Dort senkt sich keines Fischers Angel&#10;Von Blumenufern zu den Teichen;&#10;Es ist an süßen Wassern Mangel,&#10;Nur Nebelwogen streichen.&#10;Und auch kein Mohn will da gedeihen&#10;In Einzelstauden und in Reihen. -&#10;Ein schwacher Arm stützt mich nach Haus,&#10;Zu schlafen unter Wolken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Reise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-reise-6504/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:22:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-reise-6504/</guid><description>&lt;p&gt;Tipp, tapp, Stuhlbein,&#10;hüh, du sollst mein Pferdchen sein!&#10;Klipp, klapp, Hutsche,&#10;du bist meine Kutsche,&#10;wutsch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wipp, wapp, zu langsam;&#10;hott, wir fahren Eisenbahn!&#10;Alle meine Pferde,&#10;um die ganze Erde,&#10;rrrutsch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tipp, tapp; zipp, zapp;&#10;halt, wann geht das Luftschiff ab?&#10;Fertig, Kinder, eingestiegen!&#10;wollen in den Himmel fliegen!&#10;futsch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die poetische Lizenz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-poetische-lizenz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:21:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-poetische-lizenz/</guid><description>&lt;p&gt;Es tanzt ein Mann auf einem Seil&#10;Mit der Lizenz, den Hals zu brechen,&#10;Doch der Poet an seinem Teil&#10;Muß mir nicht von Lizenzen sprechen;&#10;Je schwerer, was er vor sich sieht,&#10;Je leichter muß er es vollbringen,&#10;Ein schlechter Reim passiert im Lied,&#10;Doch das Sonett muß rein erklingen:&#10;Es könnt′ ihn ja ein Schüler dort&#10;Vermeiden, warum mit ihm rechten?&#10;Allein den Meister braucht′s, das Wort&#10;Vierfach und dreifach zu verflechten.&#10;Nicht, daß ihm dies und das gelang,&#10;Wird der Gebildete ihm danken,&#10;Nur, daß sein Geist zur Höhe drang,&#10;Wo man nicht kämpft, nur spielt mit Schranken;&#10;Nur, daß er ihm die ganze Kunst,&#10;Und wär′s im kleinsten Bilde, zeigte,&#10;Der Musen wunderbare Gunst,&#10;Der auch das Sprödeste sich neigte.&#10;Drum geb′ ich denn mit Goethe nicht&#10;Für den Gedanken alle Reime,&#10;Ich fordre beides vom Gedicht,&#10;Denn beides wächst aus einem Keime.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Pest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-pest-9430/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:21:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-pest-9430/</guid><description>&lt;p&gt;Gräßlich preisen Gottes Kraft&#10;Pestilenzen, würgende Seuchen,&#10;Die mit der grausen Brüderschaft&#10;Durchs öde Tal der Grabnacht schleichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bang ergreifts das klopfende Herz,&#10;Gichtrisch zuckt die starre Sehne,&#10;Gräßlich lacht der Wahnsinn in das Angstgestöhne,&#10;In heulende Triller ergeußt sich der Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Raserei wälzt tobend sich im Bette -&#10;Giftger Nebel wallt um ausgestorbne Städte,&#10;Menschen - hager - hohl und bleich -&#10;Wimmeln in das finstre Reich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brütend liegt der Tod auf dumpfen Lüften,&#10;Häuft sich Schätze in gestopften Grüften -&#10;Pestilenz sein Jubelfest.&#10;Leichenschweigen - Kirchhofstille&#10;Wechseln mit dem Lustgebrülle,&#10;Schröcklich preiset Gott die Pest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nixe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nixe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:20:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nixe/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, lieber schöner Knabe,&#10;Komm näher an′s Gestad!&#10;Und willst du, so bereite&#10;Ich dir ein lieblich Bad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du siehst, die See verbreitet&#10;Sich spiegelhell vor dir;&#10;Kein Wellchen soll sich regen,&#10;Die See gehorchet mir,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genieß des Bades Freuden&#10;In blauer Fluthen Schooß,&#10;Und schau von fern mein schönes&#10;Krystallnes Sommerschloß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit klaren Ambrafenstern,&#10;Mit Perlenmutter-Thor:&#10;Du kommst bei seinem Anblick&#10;Dir wie im Himmel vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vollends meine Gärten,&#10;Wo Baum sich reiht an Baum&#10;Mit Obst so vieler Arten,&#10;Du kennst die Namen kaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die neue freie Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-neue-freie-zeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:19:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-neue-freie-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Nun freuet euch, ihr Frommen,&#10;nun ist der Tag gekommen,&#10;den ihr so lange erharrt:&#10;Durch Beten und durch Glauben,&#10;nun wird man rückwärts schrauben&#10;die schnöde Gegenwart.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trotz Widerspruch und Schnarchen,&#10;die Zeit der Patriarchen,&#10;schon kehrt sie uns zurück:&#10;Modern sind wir gewesen,&#10;nun werden wir Chinesen -&#10;Chinesen, welch ein Glück!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O China, Reich der Sitte,&#10;Reich der gerechten Mitte,&#10;du Reich der Majestät:&#10;Wo niemand braucht zu sorgen,&#10;wo alles heut wie morgen,&#10;in ew′gen Gleisen geht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Namen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-namen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:19:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-namen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich fragte meine Schöne:&#10;Wie soll mein Lied dich nennen?&#10;Soll dich als Dorimene,&#10;Als Galathee, als Chloris,&#10;Als Lesbia, als Doris,&#10;Die Welt der Enkel kennen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! Namen sind nur Töne:&#10;Sprach meine holde Schöne.&#10;Wähl′ selbst. Du kannst mich Doris,&#10;Und Galathee und Chloris,&#10;Und – wie du willst mich nennen;&#10;Nur nenne mich die Deine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachtblume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtblume/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:18:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtblume/</guid><description>&lt;p&gt;Nacht ist wie ein stilles Meer,&#10;Lust und Leid und Liebesklagen&#10;Kommen so verworren her&#10;In dem linden Wellenschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wünsche wie die Wolken sind,&#10;Schiffen durch die stillen Räume,&#10;Wer erkennt im lauen Wind,&#10;Ob′s Gedanken oder Träume? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schließ ich nun auch Herz und Mund,&#10;Die so gern den Sternen klagen:&#10;Leise doch im Herzensgrund&#10;Bleibt das linde Wellenschlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht fällt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-faellt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:18:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-faellt/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nacht fällt scherbenlos ins Unbewusste;&#10;Erlebnis bröckelt von dir ab wie Kruste.&#10;Schon schirrt der Tag mit Fass, Laterne, Karren&#10;Einäugige Pferde, die auf Futter harren.&#10;Geliebte Fraun! Wo mögt ihr heute träumen!&#10;In was für Betten dunkel euch verschäumen.&#10;Lösch aus, du letzte Kerze, die noch brennt!&#10;Mit froher Güte will ich mich umsäumen.&#10;Wer treu ist, kehrt zurück aus Zwischenräumen&#10;Zu einem gleichen Schicksal, das er kennt.&#10;Ihn wird der eitle Schmerz nicht mehr betören&#10;Dessen, der nichts verliert und nichts behält.&#10;Wer treu ist. wird dem Menschlichsten gehören -&#10;Und so erfüllt er sich in ewiger Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-1618/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:17:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-1618/</guid><description>&lt;p&gt;Es spannen unsichtbare&#10;Erbauer ein azurnes,&#10;Unendliches Gezelte&#10;Von einem Himmelsrande&#10;Zum andern aus. Es pranget&#10;Die Decke des Gezeltes&#10;Mit vielen wundersamen&#10;Hellstrahlenden Gestalten.&#10;Hier tönet eine Leier&#10;Mit goldnen Zaubersaiten,&#10;Dort regt ein Schwan melodisch&#10;Die diamantnen Schwingen;&#10;Hier zischt ein Pfeil, dort drohet&#10;Ein riesenförm′ger Löwe;&#10;Hier stürmt ein mächt′ger Adler,&#10;Dort spielt ein sorgenloser&#10;Delphin, und schaut zuweilen&#10;Nach einem Flügelpferde,&#10;Das, von dem weiten Wege&#10;Erschöpft, im Perlenstaube&#10;Der Himmelsflur sich wälzet.&#10;Ein Engel Gottes schwebet&#10;Umher, und hält auf Ordnung.&#10;Es drängen sich die Federn&#10;Der majestät′schen Flügel,&#10;Stets sich erneuernd, eine&#10;Die andere. Mitleidig&#10;Läßt manche er auf Erden,&#10;In der Gestalt von Schuppen,&#10;Herniederfallen. Irrig&#10;Hält sie der Mensch für eine&#10;Unsel′ge Vorbedeutung.&#10;Im Gegentheile bringen&#10;Sie Wohlfahrt und Gedeihen&#10;Dem Orte, wo sie fallen:&#10;Es kann uns ja vom Himmel&#10;Nur Glück und Segen kommen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Mutter am Christabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mutter-am-christabend/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:16:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mutter-am-christabend/</guid><description>&lt;p&gt;Er schlost, er schlost! Do lit er, wie ne Grof!&#10;Du lieben Engel, was i bitt,&#10;By Lib und Leb verwach mer nit,&#10;Gott gunnt’s mi’m Chind im Schlof!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verwach mer nit, verwach mer nit!&#10;Di Muetter goht mit stillem Tritt,&#10;Sie goht mit zartem Muttersinn,&#10;Und holt’e Baum im Chämmerli d’inn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was henki der denn dra?&#10;Ne schöne Lebkueche-Ma,&#10;Ne Gitzeli, ne Mummerli&#10;Ud Blüemli wüß und rot und gel,&#10;Vom allerfinste Zuckermehl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Muthmassung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-muthmassung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:16:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-muthmassung/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bin ich? wie! wo schlief ich dann,&#10;Die dunkle Nacht hindurch?&#10;Hier lieg ich unter diesem Baum,&#10;Hier ich, mein Becher - - dort im Gras,&#10;Dort liegt mein Kranz, die Flöte da,&#10;Bald glaub ich, daß ich gestern hier,&#10;Im starken Rausche sank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Musik kommt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-musik-kommt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:15:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-musik-kommt/</guid><description>&lt;p&gt;Klingkling, bumbum und tschingdada,&#10;zieht im Triumph der Perserschah?&#10;Und um die Ecke brausend bricht′s&#10;wie Tubaton des Weltgerichts,&#10;voran der Schellenträger.&#10;Brumbrum, das große Bombardon,&#10;der Beckenschlag, das Helikon,&#10;die Pikkolo, der Zinkenist,&#10;die Türkentrommel, der Flötist,&#10;und dann der Herre Hauptmann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Hauptmann naht mit stolzem Sinn,&#10;die Schuppenketten unterm Kinn,&#10;die Schärpe schnürt den schlanken Leib,&#10;beim Zeus! das ist kein Zeitvertreib,&#10;und dann die Herren Leutnants.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Morgue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-morgue/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:15:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-morgue/</guid><description>&lt;p&gt;Die Wärter schleichen auf den Sohlen leise,&#10;Wo durch das Tuch es weiß von Schädeln blinkt.&#10;Wir, Tote, sammeln uns zur letzten Reise&#10;Durch Wüsten weit und Meer und Winterwind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir thronen hoch auf kahlen Katafalken,&#10;Mit schwarzen Lappen garstig überdeckt.&#10;Der Mörtel fällt. Und aus der Decke Balken&#10;Auf uns ein Christus große Hände streckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorbei ist unsre Zeit. Es ist vollbracht.&#10;Wir sind herunter. Seht, wir sind nun tot.&#10;In weißen Augen wohnt uns schon die Nacht,&#10;Wir schauen nimmermehr ein Morgenrot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Menschheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-menschheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:14:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-menschheit/</guid><description>&lt;p&gt;Tränen kreist der Raum!&#10;Tränen Tränen&#10;Dunkle Tränen&#10;Goldne Tränen&#10;Lichte Tränen&#10;Wellen krieseln&#10;Glasten stumpfen&#10;Tränen Tränen&#10;Tränen&#10;Funken&#10;Springen auf und quirlen&#10;Quirlen quirlen&#10;Wirbeln glitzen&#10;Wirbeln sinken&#10;Wirbeln springen&#10;Zeugen&#10;Neu und neu und neu&#10;Vertausendfacht&#10;Zermilliont&#10;Im Licht!&#10;Tränen Tränen&#10;Tränen Funken&#10;Augen schimmern&#10;Augen Augen&#10;Nebeln schweben&#10;Tauchen blinzeln&#10;Saugen&#10;Schwere schwere&#10;Blinde&#10;Tief&#10;Hinunter&#10;In die Nächte&#10;Reißen&#10;Schaun!&#10;Schatten dampfen&#10;Weiche blasse&#10;Fließen fließen&#10;Wallen wogen&#10;Hart und härter&#10;Runden Formen&#10;Ungetüme&#10;Ungestüme&#10;Ungefüge&#10;Leiber&#10;Leiber&#10;Walzen wälzen&#10;Stalten sondern&#10;Einen fliehen&#10;Zeugen schwellen&#10;Tummeln starren&#10;Fliegen stürzen&#10;Stürzen stürzen&#10;Stürzen stürzen&#10;In&#10;Den&#10;Schrei!&#10;Mäuler&#10;Gähnen&#10;Gähnen klappen&#10;Klappen schnappen&#10;Schnappen&#10;Laute&#10;Laute Laute&#10;Schüttern Ohren&#10;Horchen Horchen&#10;Schärfen Horchen&#10;Schwingen Schreie&#10;Töne Töne&#10;Rufe Rufe&#10;Klappen Klarren&#10;Klirren Klingen&#10;Surren Summen&#10;Brummen Schnurren&#10;Gurren Gnurren&#10;Gurgeln Grurgeln&#10;Pstn Pstn&#10;Hsstn Hsstn&#10;Rurren Rurren&#10;Rurren Rurren&#10;Sammeln Sammeln&#10;Sammeln Stammeln&#10;Worte Worte Worte&#10;Wort&#10;Das Wort!&#10;Worte Worte&#10;Worte Worte&#10;Binden&#10;Schauen&#10;Fühlen&#10;Tasten&#10;Bauen&#10;Worte Worte Worte&#10;Sinnen&#10;Schrecken Grausen Furcht&#10;Bringen&#10;Hilfe Stütze Nahrung&#10;Schlingen&#10;Bänder Fesseln Ketten&#10;Schüttern&#10;Freuen Fluchen Weh&#10;Bilden&#10;Bilder&#10;Bilder Formen&#10;Wecken nähren&#10;Nähren mehren&#10;Stützen gängeln&#10;Lehren&#10;Stehen&#10;Lehren lehren&#10;Aufrecht stehn&#10;Den&#10;Menschengeist!&#10;Taumeln Taumeln&#10;Irren Wirren&#10;Wippeln Kanten&#10;Fallen Heben&#10;Tappen Halten&#10;Zagen Leben&#10;Gehen&#10;Vorwärts rückwärts&#10;Seitwärts seitwärts&#10;Aufwärts&#10;Abwärts&#10;Tasten Schwanken&#10;In das Dunkel&#10;Bauet&#10;Krücken&#10;Krücken Krücken&#10;Brücken Brücken&#10;Wahne Wahne&#10;Wahne Tiefen&#10;Wahne Höhen&#10;Wahne Schrecken&#10;Wahne Hoffen&#10;Wahne Strafen&#10;Wahne Löhne&#10;Aus&#10;Dem&#10;Eigenen&#10;Blute Blute&#10;Stückt den Raum&#10;In&#10;Wahne Wahne&#10;Reißet aus dem Raum&#10;Das&#10;Ich!&#10;Reißt aus Ich&#10;Das&#10;Um ihn Um ihn&#10;Reißt&#10;Das&#10;Um ihn Um ihn&#10;Reißt&#10;Sich&#10;Selber Selber Selber&#10;Reißt&#10;Die Formen&#10;Reckt&#10;Die Formen&#10;Reckt&#10;Das&#10;Um ihn&#10;Reckt&#10;Das&#10;Um sich&#10;Reckt&#10;Sich&#10;Selber Selber Selber&#10;Reckt&#10;Die&#10;Hand!&#10;Hände&#10;Kampfen&#10;Krampfen kämpfen&#10;Bluten Beten&#10;Holen Leben&#10;Schmettern würgen&#10;Morden morden&#10;Streicheln schmeicheln&#10;Rächen rächen&#10;Hüten wehren&#10;Treiben stoßen&#10;Jagen&#10;Füße&#10;Über&#10;Felder&#10;Felder Felder&#10;Wüsten Wälder&#10;Spreiten Schenkel&#10;Schmettern Hirne&#10;Stopfen Mäuler&#10;Sticken Worte&#10;Würgen Leiber&#10;Trümmern Formen&#10;Wehren Schatten&#10;Pressen Tränen&#10;Tränen Tränen&#10;Schwarze Tränen&#10;Tränen Tränen&#10;Blutige Tränen&#10;Tränen Tränen&#10;Greuel Greuel&#10;Unerhörte Greuel&#10;Ziehen&#10;Ziehen wachsen&#10;Wachsen deihen&#10;Reifen reifen&#10;Reifen Früchte&#10;Stählen Kräfte&#10;Spannen&#10;Zeit&#10;Spannen&#10;Zeit&#10;Spannen&#10;Zeit&#10;Spannen Zeit&#10;Die wesensbare&#10;Spannen Zeit&#10;Die grauenbäre&#10;Spannen Zeit&#10;Die fassenstrotze&#10;Spannen Zeit&#10;In&#10;Feste Schirre&#10;Ungeheure&#10;Winzge&#10;Schirre&#10;Knechten Zeit&#10;In&#10;Starre Masse&#10;Knechten Zeit&#10;Um&#10;Sterne Sterne&#10;Knechten&#10;Sterne&#10;Aus dem Raume&#10;Sterne Sterne&#10;Sterne Sterne&#10;Krammen Sterne&#10;In&#10;Die Arme&#10;Sterne Welten&#10;Welten&#10;Und&#10;Umpranken&#10;Ihr&#10;Geheimnis&#10;Ihr Geheimnis&#10;Ihr Geheimnis&#10;Grauenrund&#10;Und&#10;Richtespurvag&#10;Raum und Raum&#10;Und&#10;Raum und Raum&#10;Raum und Raum&#10;Ringsum um um&#10;Höhe Tiefe&#10;Länge Breite&#10;Raum&#10;Nur Raum&#10;Nur Raum nur Raum&#10;Schwingen Rasen&#10;Rasen Schwingen&#10;Um&#10;Im Raum&#10;Im Raum&#10;Im Raume&#10;Klammern Krallen&#10;Feste fester&#10;Zittern Beben&#10;Klammern Krallen&#10;Aneinander&#10;Durcheinander&#10;Oben unten&#10;Unten oben&#10;Raum und Schwingen&#10;Raum und Wirbeln&#10;Schwingen Prellen&#10;Prellen Schleudern&#10;Klammern Klammern&#10;Klammern Klammern&#10;Menschen Menschen&#10;Menschen Menschen&#10;Über&#10;Menschen&#10;Knochen Knochen&#10;Über&#10;Knochen&#10;Beine Beine&#10;Köpfe Köpfe&#10;Hände Hände&#10;Hirne Hirne&#10;Herzen Herzen&#10;Leiber Leiber&#10;Dicht gedrängt&#10;Gehäuft gemasset&#10;Wirr verschlungen&#10;Hinter Zeichen&#10;Fahnen Fahnen&#10;Trommeln brechend&#10;Fluchend betend&#10;Mordend sengend&#10;Heilend lindernd&#10;Tröstend löschend&#10;Mütter Kinder&#10;Väter Gatten&#10;Freunde Fremde&#10;Feinde Brüder&#10;Schwestern Huren&#10;Bräute Krieger&#10;Mörder Beter&#10;Fallen fallen&#10;Schlichten Wege&#10;Fallen fallen&#10;Schütten Wege&#10;Fallen fallen&#10;Wege Wege&#10;Wegeschotter&#10;Wege Wege&#10;Neue Wege&#10;Wege&#10;Wege&#10;Durch das Elend&#10;Durch das Grausen&#10;Durch das Leiden&#10;Durch den Atem&#10;Voll von Keimen&#10;Durch den Atem&#10;Voll von Toden&#10;Durch den Atem&#10;Voll von Leben&#10;Durch die Tränen&#10;Tränen Tränen&#10;Durch&#10;Die&#10;Nächte Nächte&#10;Nächte&#10;Voran Voran&#10;Horch die Zeichen&#10;Voran Voran&#10;Schauer Zucken&#10;Voran Voran&#10;Schrei und Täuben&#10;Voran Voran&#10;In die Gähne&#10;Voran Voran&#10;In die Leere&#10;Voran Voran&#10;In die Wiege&#10;Voran Voran&#10;In die Gruft&#10;Kreis im Kreise&#10;Kreis im Kreise&#10;Voran Voran&#10;In den Anfang&#10;Voran Voran&#10;In das Ende&#10;Voran Voran&#10;In den Abgrund&#10;Voran Voran&#10;In die Höhe&#10;Voran Voran&#10;In das Sterben&#10;Voran Voran&#10;In das Werden&#10;Kreis im Kreise&#10;In das Werden&#10;Kreis im Kreise&#10;In das Werden&#10;In&#10;Das&#10;Werden Werden Werden&#10;In&#10;Das&#10;Kreisen Kreisen Kreisen&#10;In&#10;Die&#10;Tränen Tränen Tränen&#10;In die&#10;Tränen&#10;In den Raum&#10;In den Raum&#10;In den Raum!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Marquise von O ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-marquise-von-o/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:13:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-marquise-von-o/</guid><description>&lt;p&gt;Dieser Roman ist nicht für dich, meine Tochter. In Ohnmacht!&#10;Schamlose Posse! Sie hielt, weiß ich, die Augen bloß zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Luft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-luft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:13:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-luft/</guid><description>&lt;p&gt;Die Luft war einst dem Sterben nah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Hilf mir, mein himmlischer Papa,&amp;rdquo;&#10;so rief sie mit sehr trübem Blick,&#10;&amp;ldquo;ich werde dumm, ich werde dick;&#10;du weißt ja sonst für alles Rat -&#10;schick mich auf Reisen, in ein Bad,&#10;auch saure Milch wird gern empfohlen; -&#10;wenn nicht - laß ich den Teufel holen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Herr, sich scheuend vor Blamage,&#10;erfand für sie die - Tonmassage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es gibt seitdem die Welt, die - schreit.&#10;Wobei die Luft famos gedeiht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die lügenhafte Phyllis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-luegenhafte-phyllis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:12:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-luegenhafte-phyllis/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Dämon spricht:&#10;Kind, lüge nicht!&#10;Sonst werd′ ich strafen müssen,&#10;Und dich zur Strafe küssen.&#10;Er droht mir, sieht verdrüßlich aus,&#10;Und strafet mich schon im voraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst log ich nicht.&#10;Nun seit er spricht:&#10;Du sollst mir fein mit Küssen&#10;Die losen Lügen büßen,&#10;Red′ ich kein wahres Wörtchen mehr.&#10;Nun, Schwestern, sagt, wo kömmt das her?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebende (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebende-1/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:12:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebende-1/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist mein Fenster. Eben&#10;bin ich so sanft erwacht.&#10;Ich dachte, ich würde schweben.&#10;Bis wohin reicht mein Leben,&#10;und wo beginnt die Nacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich könnte meinen, alles&#10;wäre noch Ich ringsum;&#10;durchsichtig wie eines Kristalles&#10;Tiefe, verdunkelt, stumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich könnte auch noch die Sterne&#10;fassen in mir; so groß&#10;scheint mir mein Herz; so gerne&#10;ließ es ihn wieder los&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;den ich vielleicht zu lieben,&#10;vielleicht zu halten begann.&#10;Fremd, wie niebeschrieben&#10;sieht mich mein Schicksal an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe saß als Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-sass-als-nachtigall/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:11:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-sass-als-nachtigall/</guid><description>&lt;p&gt;Die Liebe saß als Nachtigall&#10;im Rosenbusch und sang;&#10;es flog der wundersüße Schall&#10;den grünen Wald entlang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie er klang, da stieg im Kreis&#10;aus tausend Kelchen Duft,&#10;und alle Wipfel rauschten leis′,&#10;und leiser ging die Luft;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;die Bäche schwiegen, die noch kaum&#10;geplätschert von den Höh′n,&#10;die Rehlein standen wie im Traum&#10;und lauschten dem Getön.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hell und immer heller floß&#10;der Sonne Glanz herein,&#10;um Blumen, Wald und Schlucht ergoß&#10;sich goldig roter Schein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe lehrt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-lehrt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:11:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-lehrt/</guid><description>&lt;p&gt;Die Liebe lehrt&#10;Mich lieblich reden,&#10;Da Lieblichkeit&#10;Mich lieben lehrte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arm bin ich nicht&#10;In Deinen Armen,&#10;Umarmst du mich&#10;Du süße Armut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie reich bin ich&#10;In Deinem Reiche,&#10;Der Liebe Reichtum&#10;Reichst du mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Lieblichkeit!&#10;O reiche Armut!&#10;Umarme mich&#10;In Liebesarmen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die liebe Arbeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-arbeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:10:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-arbeit/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du liebst,&#10;was du tust,&#10;wirst du nie mehr&#10;in deinem Leben arbeiten&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lieb ist Leben und Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lieb-ist-leben-und-tod/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:09:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lieb-ist-leben-und-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben so ich führ ist wie der wahre Tod,&#10;Ja über den Tod selbs ist mein trostloses Leben:&#10;Es endet ja der Tod des menschen pein und Leben,&#10;Mein Leben aber kan nicht enden diser Tod.&#10;Bald kan ein anblick mich verlötzen auf den Tod,&#10;Ein andrer anblick bald kan mich widrumb beleben,&#10;Daß ich von blicken muß dan sterben und dan leben,&#10;Und bin in einer stund bald lebendig bald tod.&#10;Ach Lieb! verleyh mir doch numehr ein anders Leben,&#10;Wan ich ja leben soll, oder den andern tod,&#10;Dan weder disen Tod lieb ich, noch dises Leben.&#10;Lieb, ich bin dein lebendig und tod,&#10;Und ist der Tod mit dir ein köstlich-süsses Leben,&#10;Und leben von dir fern ist ein gantz bittrer Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lerche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lerche-2297/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:09:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lerche-2297/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kam in Ungarn durch ein Tal gefahren,&#10;Von leichten Rossen schnell dahingetragen,&#10;Und hörte über mir die Lerche schlagen,&#10;Die durch den Äther zog, den bläulich-klaren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald aber mußte ich erstaunt gewahren,&#10;Daß sie zu mir hinabschoß in den Wagen,&#10;Doch schien mir dies Vertraun zugleich ein Zagen&#10;Vor einem andern Feind zu offenbaren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schaute auf und sah den Habicht hangen,&#10;Der nicht gewohnt ist, Schwache zu verschonen,&#10;Sie hatte Schutz gesucht auf meinen Knieen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die lebendigen Pflanzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lebendigen-pflanzen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:08:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lebendigen-pflanzen/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Mütze, gewaltig und groß, über mehrere Häupter&#10;Zerrst du, und zeigst dann, sie gehn unter denselbigen Hut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Launen der Verliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-launen-der-verliebten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:08:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-launen-der-verliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Der Käfer saß auf dem Zaun, betrübt;&#10;Er hat sich in eine Fliege verliebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Du bist, o Fliege meiner Seele,&#10;Die Gattin, die ich auserwähle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heirate mich und sei mir hold!&#10;Ich hab einen Bauch von eitel Gold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Rücken ist eine wahre Pracht;&#10;Da flammt der Rubin, da glänzt der Smaragd.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;O daß ich eine Närrin wär!&#10;Ein&amp;rsquo;n Käfer nehm ich nimmermehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich lockt nicht Gold, Rubin und Smaragd;&#10;Ich weiß, daß Reichtum nicht glücklich macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kurtisane</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kurtisane/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:07:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kurtisane/</guid><description>&lt;p&gt;Venedigs Sonne wird in meinem Haar&#10;ein Gold bereiten: aller Alchemie&#10;erlauchten Ausgang. Meine Brauen, die&#10;den Brücken gleichen, siehst du sie&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;hinführen ob der lautlosen Gefahr&#10;der Augen, die ein heimlicher Verkehr&#10;an die Kanäle schließt, so daß das Meer&#10;in ihnen steigt und fällt und wechselt. Wer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;mich einmal sah, beneidet meinen Hund,&#10;weil sich auf ihm oft in zerstreuter Pause&#10;die Hand, die nie an keiner Glut verkohlt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Küsse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuesse-8944/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:06:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuesse-8944/</guid><description>&lt;p&gt;Der Neid, o Kind,&#10;Zählt unsre Küsse:&#10;Drum küß geschwind&#10;Ein Tausend Küsse;&#10;Geschwind du mich,&#10;Geschwind ich dich!&#10;Geschwind, geschwind,&#10;O Laura, küsse&#10;Manch Tausend Küsse:&#10;Damit er sich&#10;Verzählen müsse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kürze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuerze/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:06:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuerze/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Warum bist du so kurz? liebst du, wie vormals, denn&#10;Nun nicht mehr den Gesang? fandst du, als Jüngling, doch,&#10;In den Tagen der Hoffnung,&#10;Wenn du sangest, das Ende nie!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie mein Glück, ist mein Lied. - Willst du im Abendrot&#10;Froh dich baden? hinweg ists! und die Erd ist kalt,&#10;Und der Vogel der Nacht schwirrt&#10;Unbequem vor das Auge dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Krähe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kraehe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:05:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kraehe/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Krähe war mit mir&#10;Aus der Stadt gezogen,&#10;Ist bis heute für und für&#10;Um mein Haupt geflogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Krähe, wunderliches Tier,&#10;Willst mich nicht verlassen?&#10;Meinst wohl, bald als Beute hier&#10;Meinen Leib zu fassen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun, es wird nicht weit mehr geh′n&#10;An dem Wanderstabe.&#10;Krähe, laß mich endlich seh′n,&#10;Treue bis zum Grabe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Königin von Samarkand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-koenigin-von-samarkand/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:05:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-koenigin-von-samarkand/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz ist rot, mein Blick ist blau.&#10;Ich bin die schönste von allen Fraun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Haar ist schwarz wie Pantherfell.&#10;Ein Riese ist mein liebster Gesell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schneeweiß ist meine Kinderhand.&#10;Ich bin die Fürstin von Samarkand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Neger sind die Sklaven mir,&#10;Auch Elefant und Gürteltier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du mir dienen stark und treu,&#10;So sollst du mir willkommen sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zehn Jahre Fron - als Lohn dir winkt&#10;Ein Lächeln von einer Königin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:04:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinder/</guid><description>&lt;p&gt;Die Kinder&#10;kennen weder&#10;Vergangenheit noch Zukunft,&#10;und - was uns Erwachsenen&#10;kaum passieren kann -&#10;sie genießen die Gegenwart.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kapelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kapelle/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:03:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kapelle/</guid><description>&lt;p&gt;Droben stehet die Kapelle,&#10;Schauet still ins Tal hinab.&#10;Drunten singt bei Wies′ und Quelle&#10;Froh und hell der Hirtenknab′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traurig tönt das Glöcklein nieder,&#10;Schauerlich der Leichenchor,&#10;Stille sind die frohen Lieder,&#10;Und der Knabe lauscht empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Droben bringt man sie zu Grabe,&#10;Die sich freuten in dem Tal.&#10;Hirtenknabe, Hirtenknabe!&#10;Dir auch singt man dort einmal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Jungfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jungfrau/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:03:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jungfrau/</guid><description>&lt;p&gt;Halbdunkel schon über den Thälern;&#10;Wolken, in schwerem Zuge&#10;Von Klippe zu Klippe sich wälzend;&#10;Um mich zerrissene Schluchten&#10;Und Meere von Stein, deren Wogen&#10;Seit dem letzten Weltorkan nicht mehr branden;&#10;Hin schweift mein Blick&#10;Ueber Oeden, nur von Adlern bewohnt,&#10;Empor zu den Felsensteilen,&#10;Wo die Riesentannen,&#10;Gleich Giganten der Vorzeit&#10;Hoch und höher im Himmelssturme klimmend,&#10;Sich im wallenden Dunste verlieren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sieh! zu wirbeln, zu wogen&#10;Beginnt das Gewölk;&#10;Die Nebeldecke zerreißt,&#10;Und durch die stäubenden Flocken&#10;Fern in der blauen Unendlichkeit -&#10;Welcher Silberglanz,&#10;Das Auge mit Strahlenschimmer blendend!&#10;Sie ist es, sie ist′s, der Berge hohe Königin,&#10;Auf ihrem Gletscherthrone,&#10;Hoch über die Erde den mächtigen Scheitel erhebend,&#10;Die riesigen Glieder&#10;Von Schneegewanden umwallt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Johanniter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-johanniter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:02:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-johanniter/</guid><description>&lt;p&gt;Herrlich kleidet sie euch, des Kreuzes furchtbare Rüstung,&#10;Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Akkon und Rhodus beschützt,&#10;Durch die syrische Wüste den bangen Pilgrim geleitet,&#10;Und mit der Cherubim Schwert steht vor dem heiligen Grab.&#10;Aber ein schönerer Schmuck umgibt euch, die Schürze des Wärters,&#10;Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Söhne des edelsten Stamms,&#10;Dient an des Kranken Bett, dem Lechzenden Labung bereitet,&#10;Und die niedrige Pflicht christlicher Milde vollbringt.&#10;Religion des Kreuzes, nur du verknüpftest, in einem&#10;Kranze, der Demut und Kraft doppelte Palme zugleich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Holznoth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-holznoth/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:02:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-holznoth/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr habt, ihr chinesischen Armen,&#10;An Holz so große Noth;&#10;Euch klappern noch die Zähne&#10;Bei Reis und trocknem Brot!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hab&amp;rsquo; ich, euch, Chinesen!&#10;Gesonnen hin und her,&#10;Wie euch aus solchen Nöthen&#10;Am besten zu helfen wär'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und seht, ich hab&amp;rsquo;s gefunden,&#10;Ich schwör&amp;rsquo;s beim Yiu und Yang!&#10;Mein Rath, der soll euch frommen,&#10;Euch wärmen lebenslang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fällt jeden Stammbaum nieder&#10;In eurem himmlischen Land!&#10;Ein bess&amp;rsquo;res Mittel ist mir&#10;Beim Tao! nicht bekannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heinzelmännchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heinzelmaennchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:01:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heinzelmaennchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie war zu Köln es doch vordem&#10;Mit Heinzelmännchen so bequem!&#10;Denn, war man faul &amp;hellip; man legte sich&#10;hin auf die Bank und pflegte sich:&#10;Da kamen bei Nacht,&#10;ehe man′s gedacht,&#10;die Männlein und schwärmten&#10;und klappten und lärmten,&#10;und rupften&#10;und zupften,&#10;und hüpften und trabten&#10;und putzten und schabten&amp;hellip;&#10;Und eh ein Faulpelz noch erwacht,&amp;hellip;&#10;War all sein Tagewerk&amp;hellip; bereits gemacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zimmerleute streckten sich&#10;hin auf die Spän′ und reckten sich.&#10;Indessen kam die Geisterschar&#10;und sah was da zu zimmern war.&#10;Nahm Meißel und Beil&#10;und die Säg′ in Eil;&#10;sie sägten und stachen&#10;und hieben und brachen,&#10;berappten&#10;und kappten,&#10;visierten wie Falken&#10;und setzten die Balken&amp;hellip;&#10;Eh sich′s der Zimmermann versah&amp;hellip;&#10;Klapp, stand das ganze Haus&amp;hellip; schon fertig da!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heimkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heimkehr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:00:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heimkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz, mein Herz ist traurig,&#10;doch lustig leuchtet der Mai;&#10;ich stehe, gelehnt an der Linde,&#10;hoch auf der alten Bastei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da drunten fließt der blaue&#10;Stadtgraben in stiller Ruh;&#10;ein Knabe fährt im Kahne,&#10;und angelt und pfeift dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jenseits erheben sich freundlich,&#10;in winziger, bunter Gestalt&#10;Lusthäuser, und Gärten, und Menschen,&#10;und Ochsen, und Wiesen, und Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mägde bleichen Wäsche,&#10;und springen im Gras herum:&#10;das Mühlrad stäubt Diamanten,&#10;ich höre sein fernes Gesumm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heimat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heimat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 13:00:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heimat/</guid><description>&lt;p&gt;An meinen Bruder&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denkst du des Schlosses noch auf stiller Höh?&#10;Das Horn lockt nächtlich dort, als obs dich riefe,&#10;Am Abgrund grast das Reh,&#10;Es rauscht der Wald verwirrend aus der Tiefe -&#10;O stille, wecke nicht, es war als schliefe&#10;Da drunten ein unnennbar Weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennst du den Garten? - Wenn sich Lenz erneut,&#10;Geht dort ein Mädchen auf den kühlen Gängen&#10;Still durch die Einsamkeit,&#10;Und weckt den leisen Strom von Zauberklängen,&#10;Als ob die Blumen und die Bäume sängen&#10;Rings von der alten schönen Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heide/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:59:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heide/</guid><description>&lt;p&gt;Währt ewig denn die lange Heide,&#10;Liegt sie denn niemals hinter mir,&#10;Wohl ziehen Heerden auf der Weide,&#10;Doch keine Menschen seh&amp;rsquo; ich hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Hirt nur liegt hier ausgestreckt,&#10;Und senkrecht brennt der Sonne Licht&#10;Ihm auf das Haupt, das unbedecket; –&#10;Er aber schläft und fühlt es nicht! –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll ich ihn neiden, ihn beklagen,&#10;Dem, wenn die Zeit vorüberstreift,&#10;Sie nichts gebracht, nichts fortgetragen,&#10;Dem auswärts nie ein Wunsch geschweift?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Haushaltung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-haushaltung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:59:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-haushaltung/</guid><description>&lt;p&gt;Zankst du schon wieder? sprach Hans Lau&#10;Zu seiner lieben Ehefrau.&#10;»Versoffner, unverschämter Mann« – – –&#10;Geduld, mein Kind, ich zieh′ mich an – –&#10;»Wo nun schon wieder hin?«&#10;Zu Weine. Zank′ du alleine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Du gehst? – – Verdammtes Kaffeehaus!&#10;Ja! blieb′ er nur die Nacht nicht aus.&#10;Gott! ich soll so verlassen sein? –&#10;Wer pocht? – – Herr Nachbar? – – nur herein!&#10;Mein böser Teufel ist zu Weine:&#10;Wir sind alleine.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hände</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-haende/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:58:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-haende/</guid><description>&lt;p&gt;Eine stille große Güte  Wacht nun zärtlich um mein Leben.  Zweier Hände weiße Blüte  Fühl ich durch mein Dunkel schweben.&#10;Meine Seele klingt von Lachen,  Doch sie wagt sich kaum zu rühren,  Denn sie fürchtet, ein Erwachen  Könnte ihren Traum entführen.&#10;Und sie läßt die schlanken Hände  Wortlos zu sich niederneigen,  Aber wundersame Spende  Wacht und wartet in dem Schweigen.&#10;Denn im Schweigen dämmern Reime,  Die sich sacht zu Versen bauen,  Und aus halberschloßnem Keime  Hebt sich leuchtend das Vertrauen,&#10;Dieses selige Erleben  Als ein Lied den schmalen, weichen  Händen, die es mir gegeben,  Tiefbeseligt darzureichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Haarlocke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-haarlocke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:57:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-haarlocke/</guid><description>&lt;p&gt;Kleinod, das als blondes Wölkchen&#10;Einst an meinem Himmel stand,&#10;Einst ein Ring der goldnen Krone,&#10;Die ums Haupt ihr Schönheit wand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deucht mir nur ein welkes Blättlein,&#10;Im verfloßnen Lenz gepflückt,&#10;Das in bangen Winterstunden&#10;Mir den Lenz vors Auge rückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so wird gar oft im Leben,&#10;Was uns längst die Zeit entrafft,&#10;Neu im kleinen uns gegeben,&#10;Fesselnd mit verjüngter Kraft;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ein Blatt nur von dem Baume,&#10;Der einst Liebende umwallt!&#10;So ein Bild nur aus dem Traume,&#10;Welcher der Geliebten galt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die grossen Flammen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grossen-flammen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:57:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grossen-flammen/</guid><description>&lt;p&gt;So nehm′ ich denn die Finsternis&#10;Und balle sie zusammen&#10;Und werfe sie, so weit ich kann,&#10;Bis in die großen Flammen,&#10;Die ich noch nicht gesehen habe&#10;Und die doch da sind — irgendwo&#10;Lichterloh&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die gröste Beschwerlichkeit, die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-groeste-beschwerlichkeit-die-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:56:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-groeste-beschwerlichkeit-die-liebe/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Lieben ist es so beschaffen:&#10;du must dich offters lassen straffen,&#10;dein Ernst muß Spott und Tohrheit sein.&#10;Du must dich so, bald anders stellen.&#10;Redtstu vom Himmel, sie spricht: Nein,&#10;so muß es sein der Schlund der Höllen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein ruhig Leben kanstu führen,&#10;du must dich selbst in dir verlieren,&#10;must lebend-todt, todt-lebend sein.&#10;Du darffst nicht, was dir gut dünkt, sagen,&#10;bewährstu daß und sie spricht Nein,&#10;so mustu bald dein Wort verschlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die goldne Hochzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-goldne-hochzeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:56:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-goldne-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Brechet auf den Felsenschacht,&#10;Der geruht hat lang;&#10;Zieht hervor aus seiner Nacht&#10;Goldnen Überschwang!&#10;Sprenget auf den Grubengang,&#10;Daß die Wunderpracht,&#10;Die er längst in sich verschlang&#10;Sei an′s Licht gebracht!&amp;rdquo;&#10;Höret ihr, wie auf den Höhn&#10;Zither spielt der Geist,&#10;Wie uns lockend sein Getön&#10;Hier zur Bergwand weist?&#10;Rühret Arm′ und Waffen dreist,&#10;Wühlet mit Gedröhn,&#10;Bis der Fund, den er verheißt,&#10;Daliegt goldenschön! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Schar der Knappen bringt,&#10;Sonder Zeitverlust,&#10;Schaufel, Karst und Hack′, und schwingt&#10;Sie mit Macht und Lust,&#10;Bis ihr Fleiß den tauben Wust&#10;Des Gesteins bezwingt,&#10;Und entgegen Erzgekrust&#10;Ihren Streichen springt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die glückselige zahl sieben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glueckselige-zahl-sieben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:55:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glueckselige-zahl-sieben/</guid><description>&lt;p&gt;Geitz und verschwendung hat der kühnen welt entdeckt/&#10;Wie man durch künste soll den stein der Weisen finden.&#10;Witz aber und vernunfft sind mühsam zu ergründen/&#10;Was vor geheimniß auch in einer ziffer steckt.&#10;Warum ein hirten-kind auff käyser-thröne steiget;&#10;Ein käyser aber gar durch seine kinder fällt:&#10;Gewalt und glücke sich in enckeln abwärts neiget/&#10;Ein fauler Commodus des vatern ruhm verstellt/&#10;Und uns die jahre maaß/ die zahlen grentzen setzen;&#10;Wie tieff ein ieder ihm soll sein gedächtniß etzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Glockenstimmen erschallen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glockenstimmen-erschallen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:54:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glockenstimmen-erschallen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Glockenstimmen erschallen,&#10;Mild leuchtet der Abendstern,&#10;Und feierlich kündet ihr Hallen&#10;Die Auferstehung des Herrn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr hellen Osterglocken,&#10;Ich hört′ euch schon manches Jahr,&#10;Bald unter Scherz und Frohlocken,&#10;Bald wenn ich in Thränen war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heut′ tönt mir euer Läuten&#10;So trüb′ und so ahnungsvoll,&#10;Nicht weiß ich, was mir bedeuten&#10;Das ernste Hallen soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie mög′t ihr mir wohl erklingen,&#10;Wenn wieder ein Jahr hinab?&#10;Wie Weinen, wie fröhlich Singen,&#10;Oder auf meinem Grab?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Glocken des Campanile</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glocken-des-campanile/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:54:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glocken-des-campanile/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Kuppel und auf Mauerkranz&#10;San Marcos ruht noch Sonnenglanz;&#10;Doch zu der Marmorbilder Fuß&#10;Und auf des Platzes weiße Platten&#10;Hinbreitet sich der Abendschatten,&#10;Indessen sanft der Engelgruß&#10;Vom Campanile niederwallt&#10;Und auf und nieder flügelleicht&#10;Der Taubenschwarm die Luft durchstreicht.&#10;Empor zum Kuppelkreuze bald&#10;Sich schwingen sie im zack′gen Flug,&#10;Bald daß aufs Evangelienbuch&#10;Des Heiligen sie niedersinken,&#10;Daß, in des Abends letztem Strahle&#10;Sich sonnend, aus der Weiheschale,&#10;Die seine Rechte hält, sie trinken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gleichheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gleichheit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:53:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gleichheit/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß nicht, was ich soll; es ist mir alles ein:&#10;Ort, Unort, Ewigkeit, Zeit, Nacht, Tag, Freud und Pein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gewalt der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewalt-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:53:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewalt-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ein finstrer Algebraicus,&#10;Ein Feind des keuschen Scherzens,&#10;Bewies, durch einen strengen Schluß,&#10;Die Kälte seines Herzens.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer meditirt, verliebt sich nicht;&#10;Nun meditir ich immer:&#10;Daher lieb ich kein schön Gesicht,&#10;Und hasse Frauenzimmer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum hat er den Beweis geführt;&#10;So läßt sich Phillis schauen:&#10;Er sieht sie, liebt sie, meditirt,&#10;Hält an und läßt sich trauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geschichte vom fliegenden Robert</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-fliegenden-robert/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:52:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-fliegenden-robert/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Regen niederbraust,&#10;wenn der Sturm das Feld durchsaust,&#10;bleiben Mädchen oder Buben&#10;hübsch daheim in ihren Stuben.&#10;Robert aber dachte: Nein!&#10;Das muß draußen herrlich sein!&#10;Und im Felde patschet er&#10;mit dem Regenschirm umher.&#10;Hui, wie pfeift der Sturm und keucht,&#10;daß der Baum sich niederbeugt!&#10;Seht! den Schirm erfaßt der Wind,&#10;und der Robert fliegt geschwind&#10;durch die Luft so hoch, so weit.&#10;Niemand hört ihn, wenn er schreit.&#10;An die Wolken stößt er schon,&#10;und der Hut fliegt auch davon.&#10;Schirm und Robert fliegen dort&#10;durch die Wolken immerfort.&#10;Und der Hut fliegt weit voran,&#10;stößt zuletzt am Himmel an.&#10;Wo der Wind sie hingetragen,&#10;ja, das weiß kein Mensch zu sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die gelben Blätter schaukeln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gelben-blaetter-schaukeln/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:51:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gelben-blaetter-schaukeln/</guid><description>&lt;p&gt;Die gelben Blätter schaukeln&#10;Im Sonnenstrahl, dem fahlen,&#10;Nicht Amoretten gaukeln&#10;Wie Anno dazumalen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In warmer Ofennähe,&#10;Filzschuhe an den Füßen,&#10;Erwart′ ich still und spähe,&#10;Was bald wird kommen müssen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch will getrost ich wandern,&#10;Und wird der Vorhang fallen,&#10;So gönn′ ich gerne andern,&#10;Den Frühling neu zu malen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die gefangenen Sänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gefangenen-saenger/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:51:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gefangenen-saenger/</guid><description>&lt;ol start="1816"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Vöglein, einsam in dem Bauer,&#10;Herzchen, einsam in der Brust,&#10;Beide haben große Trauer&#10;Um die süße Frühlingslust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um das Wandern, um das Fliegen&#10;In dem Thal von Zweig zu Zweig,&#10;Um das Wiegen, um das Schmiegen&#10;An die Liebste warm und weich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vöglein, singe deine Klagen,&#10;Bis die kleine Brust zerspringt;&#10;Herz, mein Herz, auch du wirst schlagen&#10;Bis dein letzter Ton verklingt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die frühen Gräber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fruehen-graeber/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:50:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fruehen-graeber/</guid><description>&lt;p&gt;Willkommen, o silberner Mond,&#10;Schöner, stiller Gefährt der Nacht!&#10;Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund!&#10;Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Mayes Erwachen ist nur&#10;Schöner noch, wie die Sommernacht,&#10;Wenn ihm Thau, hell wie Licht, aus der Locke träuft,&#10;Und zu dem Hügel herauf röthlich er kömt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Edleren, ach es bewächst&#10;Eure Maale schon ernstes Moos!&#10;O wie war glücklich ich, als ich noch mit euch&#10;Sahe sich röthen den Tag, schimmern die Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Freundinnen an der Freundin Hochzeittage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freundinnen-an-der-freundin-hochzeittage/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:50:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freundinnen-an-der-freundin-hochzeittage/</guid><description>&lt;p&gt;In Deines Festes fröhliche Gesänge&#10;Mischt sich ein trauter Ton aus alter Zeit,&#10;Es lockt Dich aus dem jubelnden Gedränge&#10;Zurück noch einmal zur Vergangenheit;&#10;Die Freundschaft ist′s, es sind der Schwestern Tritte,&#10;Sie pochen schüchtern an der Pforte an,&#10;Sie nahen Dir, sie flüstern ihre Bitte&#10;Und fragen freundlich: »Denkst Du noch daran?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denkst Du daran, wie wir uns einst gefunden&#10;In unsrer Kindheit holder Blumenwelt?&#10;Es waren unsres Lebens Morgenstunden,&#10;Vom Frührot reiner Freuden schon erhellt;&#10;Der Schule Mühen, alle frohen Spiele&#10;Und aller Jubel von der Kindheit Bahn,&#10;Sie steigen auf in freudigem Gewühle&#10;Und fragen mit uns: »Denkst Du noch daran?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Freuden, die rosigen Tänzerinnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freuden-die-rosigen-taenzerinnen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:49:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freuden-die-rosigen-taenzerinnen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Freuden, die rosigen Tänzerinnen,&#10;Mit Kränzen und Fackeln, mit Spiel und Gesang,&#10;Wie fliehn sie auf schimmernden Sohlen von hinnen!&#10;Aber der Kummer hat schleichenden Gang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verhallt ist das Fest und das süße Gelächter&#10;Der schwärmenden Dirnen, ach, eh′ ich′s gedacht;&#10;Nun tappt er ums Haus mir, ein grimmiger Wächter,&#10;Und ruft mir die langsamen Stunden der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die freie Wirtschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freie-wirtschaft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:48:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freie-wirtschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen.&#10;Ihr sollt auf euern Direktor vertrauen.&#10;Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen.&#10;Ihr sollt alles Weitere dem Chef überlassen.&#10;Kein Betriebsrat quatsche uns mehr herein,&#10;wir wollen freie Wirtschaftler sein!&#10;Fort die Gruppen - sei unser Panier!&#10;Na, ihr nicht.&#10;Aber wir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr braucht keine Heime für eure Lungen,&#10;keine Renten und keine Versicherungen.&#10;Ihr solltet euch allesamt was schämen,&#10;von dem armen Staat noch Geld zu nehmen!&#10;Ihr sollt nicht mehr zusammen stehn -&#10;wollt ihr wohl auseinander gehn!&#10;Keine Kartelle in unserm Revier!&#10;Ihr nicht.&#10;Aber wir.&#10;Wir bilden bis in die weiteste Ferne&#10;Trusts, Kartelle, Verbände, Konzerne.&#10;Wir stehen neben den Hochofenflammen&#10;in Interessengemeinschaften fest zusammen.&#10;Wir diktieren die Preise und die Verträge -&#10;kein Schutzgesetz sei uns im Wege.&#10;Gut organisiert sitzen wir hier -&#10;Ihr nicht.&#10;Aber wir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Fingur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fingur/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:48:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fingur/</guid><description>&lt;p&gt;Es lacht die Nachtalp-Henne,&#10;es weint die Windhorn-Gans,&#10;os bläst der schwarze Senne&#10;zum Tanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Uhu-Tauber turtelt&#10;nach seiner Uhuin.&#10;Ein kleiner Sechs-Elf hurtelt&#10;von Busch zu Busch dahin . . .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Wiedergänger gehen,&#10;und Raben rufen kolk,&#10;und aus den Teichen sehen&#10;die Fingur und ihr Volk . . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Falsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-falsche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:47:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-falsche/</guid><description>&lt;p&gt;Den ersten Tag, als ich sie sah,&#10;Sagt’ ich, sie wäre schön;&#10;Den andern Tag, als ich sie sah,&#10;Sprach ich, ich habe so kein Mädchen noch gesehn! –&#10;Die Falsche! wär’ ich doch weit weg von ihr geblieben,&#10;Seit diesem hat sie mich betrübt!&#10;Hätt’ ich gewußt, daß ich so treu sie würde lieben,&#10;Ich hätte nimmer sie geliebt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Fabel ohne Moral</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fabel-ohne-moral/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:47:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fabel-ohne-moral/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich dich nur hätte, sagte der Mensch zu einem Pferde, das mit Sattel und Gebiß vor ihm stand, und ihn nicht aufsitzen lassen wollte; wenn ich dich nur hätte, wie du zuerst, das unerzogene Kind der Natur, aus den Wäldern kamst! Ich wollte dich schon führen, leicht, wie ein Vogel, dahin, über Berg und Tal, wie es mich gut dünkte; und dir und mir sollte dabei wohl sein. Aber da haben sie dir Künste gelehrt, Künste, von welchen ich, nackt, wie ich vor dir stehe, nichts weiß; und ich müßte zu dir in die Reitbahn hinein (wovor mich doch Gott bewahre) wenn wir uns verständigen wollten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erwachsene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erwachsene/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:46:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erwachsene/</guid><description>&lt;p&gt;Das alles stand auf ihr und war die Welt&#10;und stand auf ihr mit allem, Angst und Gnade,&#10;wie Bäume stehen, wachsend und gerade,&#10;ganz Bild und bildlos wie die Bundeslade&#10;und feierlich, wie auf ein Volk gestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie ertrug es; trug bis obenhin&#10;das Fliegende, Entfliehende, Entfernte,&#10;das Ungeheuere, noch Unerlernte&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;gelassen wie die Wasserträgerin&#10;den vollen Krug. Bis mitten unterm Spiel,&#10;verwandelnd und auf andres vorbereitend,&#10;der erste weiße Schleier, leise gleitend,&#10;über das aufgetane Antlitz fiel&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erscheinung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erscheinung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:46:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erscheinung/</guid><description>&lt;p&gt;Ist′s Dein Schatten, der mit lindem Wehen&#10;Leise oft, und flüsternd um mich schwebt,&#10;Dass mir ahnungsvoll das Herz erbebt&#10;Und mir Thränen in den Augen stehen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deinen Körper birgt das dunkle Grab;&#10;Doch in lichte, höh′re Regionen,&#10;Unter Engeln schwesterlich zu wohnen,&#10;Schwang der Geist sich, welchen Gott Dir gab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollt′ er liebevoll mir wiederkehren,&#10;Weil er weiss, wie bang ich Dich entbehrt?&#10;Weil mein Herz, von Sehnsucht still verzehrt,&#10;Sich des bittern Grams nicht kann erwehren?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erinnerung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:45:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erinnerung/</guid><description>&lt;p&gt;Graun der Mitternacht schliefst mich nicht ein,&#10;Ihr Verstummen nicht; auch ist, in dem Namen der heiligen,&#10;Freyheit, jüngst kein Mord geschehn; dennoch ist mir&#10;Ernst die ganze Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebliches Wehn unsäuselt mich;&#10;Wenig ist nur des Laubes, das fiel, noch blühn der Blumen;&#10;Dem Herbste gelingt Nachbildung des Sommers:&#10;Aber meine ganze Seel′ ist ernst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach mich reisst die Erinnerung fort, ich kann nicht widerstehn!&#10;Muss hinschauen nach Grabstäten, muss bluten lassen&#10;Die tiefe Wund′, aussprechen der Webmuth Wort:&#10;Todte freunde, seyd gegrüsst!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erdbeerfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erdbeerfrau/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:44:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erdbeerfrau/</guid><description>&lt;p&gt;»A loadi′s Erdbeer-Jahr, natürli, gel′?&#10;Am Benno-Tag, der Frost, der hat′s dawischt!« -&#10;sprach sie mich an und lächelte dazu&#10;mit welkem Mund und wasserblauen Augen,&#10;so harmlos wie ein Kind, die dürre Alte.&#10;»Recht schlimm für uns, und schlimmer noch für Euch,«&#10;erwidert′ ich, »Ihr kommt um den Verdienst,&#10;den besten wohl im Sommer.«&#10;»Ich? No wiss′ns,&#10;geit′s ihrer weni, wern′s halt besser zahlt&#10;die Erdbeer, gar die schöni, aus′m G′stoan,&#10;wie ebba selli da!«&#10;Sie rückt hinweg&#10;den Deckel ihres Korbs, und drinnen lagen&#10;auf Tannenreislein und auf frischen Blättern&#10;Erdbeeren, duftend und so purpurrot,&#10;daß schon ihr Anblick eine Labung war.&#10;Der Alten bot er wahren Hochgenuß:&#10;»Die wachs′n auf′n Stauf′n, in die Schlucht′n,«&#10;sagt sie und hebt voll Finderstolz ihr Körbchen.&#10;Ich hätte seinen Inhalt gern erworben;&#10;er war verkauft. Vom Berge kam die Frau&#10;nach langem Tagewerk, war hungrig jetzt,&#10;ein wenig müd′ und sehnte sich nach Hause.&#10;»Es warten Eurer,« meint′ ich, »Eure Kinder&#10;und kleine Enkel dort.«&#10;»Auf mi′ wart koa′s,&#10;i bin alloa,« gab sie zerstreut zurück,&#10;und mit der Rechten ihre Augen deckend,&#10;blickt′ in die Sonne sie, die goldig flutend&#10;soeben hinter Bergeshöh′n versank.&#10;»Da schaug′ns hin, zum Zwisl schaug′ns hin,&#10;da bin i morg′n um die Zeit scho g′west.&#10;Gon Ab′nd hoaßt′s zur Alm no auffikrabin,&#10;im Heubüh drob′n schlaft ma woltern: besonders, durchaus guat,&#10;und fruh um zwoa geht′s ani scho′ in d′ Staud′n.«&#10;Und wieder lag auf ihrem greisen Antlitz&#10;das Kinderlächeln, das mich gleich bezwang,&#10;als sie nun sprach von ihren Wanderungen&#10;im Morgendämmer und beim Sonnenaufgang,&#10;durch Waldesdunkel, durch das Felsgeklüft,&#10;und drob so Müdigkeit vergaß wie Hunger.&#10;Ein Jäger nur erzählt mit solcher Freude&#10;von seinen Abenteuern auf der Pirsch,&#10;wie von den ihren sie »beim Erber′-Brocken«.&#10;Mit stillem Neide horcht′ ich. Aus der Not&#10;nicht eine Tugend nur, auch Glück zu machen,&#10;das ist die allerhöchste Lebenskunst.&#10;Ihr freilich mag sie leicht geworden sein,&#10;der schlichten, alten Freundin der Natur,&#10;in diesem Dasein, halb im Traum geführt,&#10;dem Kampf der Welt entrückt, von Leiden frei.&#10;»G′sund bin i, Gott sei Dank!« schloß sie vergnügt&#10;und zwinkert′ nach den glutumsäumten Bergen&#10;voll Liebe hin, »und hon aa′ koani Sorg′n.«&#10;»Im Sommer, doch wie sieht′s im Winter aus?«&#10;»Mit Gottes Gnad′, an diem: eben, a bissel wiescht,&#10;ma hofft halt immer, daß bal′ Frühling wird.&#10;An Oaschicks: ein Einzelnes, Einschichtiges bringt ihm scho′ so kloanweis furt.«&#10;»Das ist der Trost der Einsamen,« sagt ich,&#10;»Wie Ihr es seid und wohl von jeher war′t?«&#10;Gutmütig, heit′ren Spotts zuckt sie die Achseln&#10;ob meines Irrtums. »Na, von jeher nit,&#10;i hon amal a schön′s A′wes′n g′heit,&#10;an braven Mo′, fünf Kinder - ja amal!«&#10;»Fünf Kinder? Hab′ und Gut? Und steht allein&#10;und arm jetzt in der Welt?&amp;hellip; Wie ging das zu?«&#10;»No, schiefri ebba. ′s Unglück hat uns hoamg′sucht,&#10;verbrunnen san mer aa′,« gab sie zur Antwort&#10;und schien zu denken: »Ei, was kümmert′s dich?«&#10;Doch mählich eines Bessern sich besinnend,&#10;hob, leise seufzend, sie von neuem an:&#10;»Vor dreizehn Jahren, - warten′s - na, vor achtzehn,&#10;ja wirkli, achtzehn - wie die Zeit vergeht!&#10;da is bei uns das großi Feuer g′west.&#10;In d′ Tenna ei′gschlag′n hat der Blitz von Himmi -&#10;und voll mit Troad wie′s war, so is verbrunnen,&#10;und aa der Mo′, sex Küh′, zwoa Kinder, all′s&#10;verbrunna.«&#10;»Wie? Verbrannt?!«&#10;»Ja, ja, verbrennt.&#10;Mi selba hat der Nachbar no am Zopf,&#10;der damal armsdick war - wer möcht′ dees glaub′n? -&#10;herauszerrt aus die licht′rloh′n Flammen.&#10;Die Gloabiger hon si′ den Grund biholten,&#10;und wiar i gang′n, wiar i g′stand′n bin,&#10;so bin i von der Brandg′stätt weiterzog′n.«&#10;»Mit Euren Kindern?«&#10;»Jo, mit denen drei,&#10;die übri blieb′n san, zwoa Diendln und&#10;an kloan′n Bueb′n,« entgegnet sie gelassen.&#10;»Und dann? Wie habt Ihr dann Euch fortgeholfen?«&#10;Sie hob den Kopf empor: »No, ehrli halt.&#10;Viel g′arbeit, viel, und aa′ a biß′l bet′,&#10;a biß′l nur, denn damaln, wissen′s Frau,&#10;da war i bös mit unsern lieben Herrgott,&#10;und bin′s aa′ blieben no a lange Weil′,&#10;denn oans vo meini Diendln is schlecht g′rat′n&#10;und leit da drauß′n v o r der Kirchhofmauer,&#10;i mach en Umweg, mueß i dort vorbi.«&#10;»Die Zweite aber? - Die?«&#10;»Die hat an Bauern,&#10;in Hammerau, an reich′n, is versorgt.«&#10;»Und sorgt für ihre Mutter, will ich hoffen.«&#10;»Für mi? Was denken′s denn? Sie hat den Mo′,&#10;hat ihm ins Haus koan roti Heller bracht&#10;und wird aa′ koanen ′naustrag′n - dees hoff′ i!«&#10;»Und euer Sohn?«&#10;»Seidat war′r, Schandarm&amp;hellip;&#10;i sag, er war, jetzunder is er tot,&#10;erschoss′n von die Pascher an der Grenz′.&#10;In letzten Hirgscht hon i die Nachricht kriegt.«&#10;Sie sprach es langsam, leise, unbewegt,&#10;sann noch ein Weilchen; wie ein Lichtstrahl flog′s&#10;erhellend freudig über ihr Gesicht.&#10;»Der is mit mir gar oft in d′ Erdbeer′ ganga,&#10;wier a Bua no wa und später aa′,&#10;der hat die Berg so guot gekennt, wiar i.«&#10;Sie blickte in die Weite, ganz verklärt&#10;vom sanften Glück des lieblichsten Erinnerns&#10;und wandt′ zum Gehen sich mit kurzen Gruß.&#10;Da plötzlich hielt sie an. Die lichten Augen&#10;erglänzten wild und stoben Zornesfunken.&#10;An uns vorbeigeschritten kam ein Knabe,&#10;der in der Hand ein Schüss′lein voll mit Beeren,&#10;armsel′gen, halbgereiften, trug. - »Du Lump,«&#10;rief ihm die Alte zu, »kannst′s nit derwart′n,&#10;daß d′ Erber′ rot wer′n, muaßt di greani rupf′n?«&#10;Mit hocherhobner Faust bedroht sie ihn,&#10;und ein gewaltig Fluchwort flog ihm nach,&#10;als schleunig er und still die Flucht ergriff.&#10;Dann aber ganz erregt vor Schmerz und Grimm&#10;sprach sie: »Dees is mei′ allerirgster Kumma,&#10;wenn′s d′ Erber′ brock′n u′reif und kloanleizi,&#10;ma mirkt′s ja deutli, ′s tuat der Pflanzen weh.&#10;Sie wehrt sie drum, was sie nur ko′, die Armi,&#10;just wier a Mutta um ihr liebis Kind,&#10;do′ wenn die Frucht recht zeiti wor′n is,&#10;geits ′s geduldi her; no jo, sie hat&#10;das ihre redli′ to′, und denkt ihm halt:&#10;Jetz′ werst der endli aa dein Frieden gunna.«&#10;Da stockte sie und sah mich fragend an,&#10;bestürzt beinah ob dieser Worte Sinn,&#10;der dämmernd nur ihr zu Bewußtsein kam.&#10;»Wo wohnen′s?« sprach sie hastig. »In Sankt Zeno.«&#10;»Da kimm i lei′ an nächst′n Sunnta hin,&#10;und Erber′ bring ich Ihna, solchi haben′s&#10;no niemal koana gsegn. Bfüt′ Ihna Gott!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Enten laufen Schlittschuh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-enten-laufen-schlittschuh/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:44:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-enten-laufen-schlittschuh/</guid><description>&lt;p&gt;Die Enten laufen Schlittschuh&#10;auf ihrem kleinen Teich.&#10;Wo haben sie denn die Schlittschuh her -&#10;sie sind doch gar nicht reich?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo haben sie denn die Schlittschuh her?&#10;Woher? Vom Schlittschuhschmied!&#10;Der hat sie ihnen geschenkt, weißt du,&#10;für ein Entenschnatterlied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die englischen Fräuleins</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-englischen-fraeuleins/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:43:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-englischen-fraeuleins/</guid><description>&lt;p&gt;Die englischen Fräuleins gehen in langer Kette durch die Stadt,&#10;Zwei und zwei, in ihren schwarzen Mänteln wie Morcheln, die man aus dem Boden gerissen hat.&#10;Aber im Sommer tragen sie violette&#10;Schärpen um den Leib. Sie schlafen allein im Bette.&#10;- - - - - - - - - - -&#10;Manche ist so schön,&#10;Man möchte einmal mit ihr schlafen gehn.&#10;Aber sie sind so klein in ihren schwarzen Kapuzen,&#10;Ich glaube, wenn man sie lieben will, braucht man ein ganzes Dutzend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (7)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-7/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:43:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-7/</guid><description>&lt;p&gt;Welch heitres Leben wogte auf dem Schlosse&#10;Am andern Tag, ergötzlich war′s zu schau′n;&#10;Von allen Seiten kamen hoch zu Rosse&#10;Herbei die Ritter und die Edelfrau′n.&#10;Der Herr von Greyerz stolz, mit reichem Trosse&#10;Von seiner Burg zu Oron kam er traun,&#10;Der Castellan von Chillon ist erschienen,&#10;Und Herr von Tavel selbst ist unter ihnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frau Bertha, reich geschmücket zu dem Feste,&#10;Umringt von Pagen in der Halle stand,&#10;Mit holdem Gruß empfing sie ihre Gäste,&#10;Mit heitrem Wort und warmem Druck der Hand;&#10;Doch für Herr Corsant hob sie auf das Beste,&#10;Zur Tafel durft′ er führen sie galant,&#10;Als Bote ihres Gatten, der bestellet&#10;Bald seine Rückkehr, ward er vorgestellet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (4)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-4/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:42:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-4/</guid><description>&lt;p&gt;Manchen Tag noch zog der wackre Reiter&#10;Durch der Berge Labyrinth,&#10;Bis sie öffnen weiter sich und weiter,&#10;Und als einst die Nacht zerrinnt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als die Morgenlüste frischer schwellen,&#10;Schaut er in das offne Land,&#10;Wo die blauen, wundersamen Wellen&#10;Rollt der Leman an den Strand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Traum voll Grausen und Entzücken&#10;Hinter ihm die Müh′ entweicht,&#10;Eine Welt entrollt sich seinen Blicken,&#10;Fast an Schönheit unerreicht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen duft′gen Zauberschleier weben&#10;Lorbeer- und Kastaniengrün,&#10;Hinter dem die blauen Fluthen schweben,&#10;Zitternd auf und niedersprüh′n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Düte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-duete/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:41:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-duete/</guid><description>&lt;p&gt;Seine hohe, spitze Kappe,&#10;das Symbol erhabner Narrheit,&#10;hat Pierrot im Hochzeitsrausche,&#10;in des Festes Lärm verloren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jammernd suchen alle Gäste&#10;unter Tischen, Schränken, Stühlen&#10;seine hohe, spitze Kappe,&#10;das Symbol erhabner Narrheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;– Nur Pierrot, in sich versunken,&#10;sitzt am Tisch und dreht sich langsam,&#10;ernsthaft eine grosse Düte&#10;aus dem schönen neuen Trauschein ..&#10;Seht: die hohe, spitze Kappe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Drei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:41:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Reiter nach verlorner Schlacht,&#10;Wie reiten sie so sacht, so sacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus tiefen Wunden quillt das Blut,&#10;Es spürt das Ross die warme Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Sattel tropft das Blut, vom Zaum,&#10;Und spült hinunter Staub und Schaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rosse schreiten sanft und weich,&#10;Sonst flöß das Blut zu rasch, zu reich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Reiter reiten dicht gesellt,&#10;Und einer sich am andern hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sehn sich traurig ins Gesicht,&#10;Und einer um den andern spricht:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die dir zugemessene Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dir-zugemessene-zeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:40:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dir-zugemessene-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Die dir zugemessene Zeit ist so kurz, dass du,&#10;wenn du eine Sekunde verlierst, schon dein ganzes Leben verloren hast,&#10;denn es ist nicht länger;&#10;es ist immer nur so lang wie die Zeit, die du verlierst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dauben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dauben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:40:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dauben/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh Mädchen sieh die Dauben,&#10;Dort auf dem Ast in Blättern,&#10;Sieh wie die Daube seufzend&#10;Sich an den Däuber schmieget,&#10;Sieh wie der Däuber sanfte&#10;Sie mit den Flügeln schläget.&#10;Sieh Mädgen, ach! sie schnäbeln!&#10;Und jezt, ach! sieh - - die Daube!&#10;Du sprödes böses Mädgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Danaiden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-danaiden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:39:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-danaiden/</guid><description>&lt;p&gt;Jahre lang schöpfen wir schon in das Sieb und brüten den Stein aus;&#10;Aber der Stein wird nicht warm, aber das Sieb wird nicht voll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Brück' am Tay</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-brueck-am-tay/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:38:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-brueck-am-tay/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wann treffen wir drei wieder zusamm&amp;rsquo;?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Um die siebente Stund&amp;rsquo;, am Brückendamm.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Am Mittelpfeiler.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich lösche die Flamm&amp;rsquo;.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich mit.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich komme vom Norden her.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Und ich von Süden.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Und ich vom Meer.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Hei, das gibt ein Ringelreihn,&#10;Und die Brücke muß in den Grund hinein.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Und der Zug, der in die Brücke tritt&#10;Um die siebente Stund&amp;rsquo;?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ei der muß mit.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Muß mit.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Tand, Tand,&#10;Ist das Gebilde von Menschenhand.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Braut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-braut/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:38:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-braut/</guid><description>&lt;p&gt;Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut!&#10;Laß deine Braut nicht so lange am Fenster stehn.&#10;In den alten Platanenalleen&#10;wacht der Abend nicht mehr:&#10;sie sind leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kommst du mich nicht in das nächtliche Haus&#10;mit deiner Stimme verschließen,&#10;so muß ich mich aus meinen Händen hinaus&#10;in die Gärten des Dunkelblaus&#10;ergießen&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Botschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-botschaft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:37:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-botschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Knecht! steh auf und sattle schnell,&#10;Und wirf dich auf dein Roß,&#10;Und jage rasch durch Wald und Feld&#10;Nach König Dunkans Schloß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort schleich dich in den Stall, und wart,&#10;Bis dich der Stallbub schaut.&#10;Den forsch mir aus: Sprich, welche ist&#10;Von Dunkans Töchtern Braut?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und spricht der Bub: &amp;ldquo;Die Braune ist′s&amp;rdquo;,&#10;So bring mir schnell die Mär.&#10;Doch spricht der Bub: &amp;ldquo;Die Blonde ist′s&amp;rdquo;,&#10;So eilt das nicht so sehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bestimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bestimmung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:37:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bestimmung/</guid><description>&lt;p&gt;Was ich fühle, wie sprech ich es aus? - Der Mensch ist doch immer,&#10;Selbst auch in dem Kreis lieblicher Freunde, allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beste Staatsverfassung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beste-staatsverfassung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:36:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beste-staatsverfassung/</guid><description>&lt;p&gt;Diese nur kann ich dafür erkennen, die Jedem erleichtert&#10;Gut zu denken, doch nie, dass er so denke, bedarf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beschränkte Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beschraenkte-frau/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:35:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beschraenkte-frau/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Krämer hatte eine Frau,&#10;die war ihm schier zu sanft und milde,&#10;ihr Haar zu licht, ihr Aug′ zu blau,&#10;zu gleich ihr Blick dem Mondenschilde;&#10;wenn er sie sah so still und sacht&#10;im Hause gleiten wie ein Schemen,&#10;dann faßt′ es ihn wie böse Macht,&#10;er mußte sich zusammennehmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor allem macht′ ihm Überdruß&#10;ein Wort, das sie an alles knüpfte,&#10;das freilich in der Rede Fluß&#10;gedankenlos dem Mund entschlüpfte:&#10;»In Gottes Namen,« sprach sie dann,&#10;wenn schwere Prüfungsstunden kamen,&#10;und wenn zu Weine ging ihr Mann,&#10;dann sprach sie auch: »In Gottes Namen.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beiden Flaschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-flaschen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:35:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-flaschen/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Flaschen stehn auf einer Bank,&#10;die eine dick, die andre schlank.&#10;Sie möchten gerne heiraten.&#10;Doch wer soll ihnen beiraten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit ihrem Doppel-Auge leiden&#10;sie auf zum blauen Firmament . . .&#10;Doch niemand kommt herabgerennt&#10;und kopuliert die beiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beiden Esel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-esel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:34:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-esel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein finstrer Esel sprach einmal&#10;zu seinem ehlichen Gemahl:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin so dumm, du bist so dumm,&#10;wir wollen sterben gehen, kumm!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie es kommt so öfter eben:&#10;Die beiden blieben fröhlich leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Behörde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-behoerde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:34:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-behoerde/</guid><description>&lt;p&gt;Korf erhält vom Polizeibüro&#10;ein geharnischt Formular,&#10;wer er sei und wie und wo,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;welchen Orts er bis anheute war,&#10;welchen Stands und überhaupt,&#10;wo geboren, Tag und Jahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ihm überhaupt erlaubt,&#10;hier zu leben und zu welchem Zweck,&#10;wieviel Geld er hat und was er glaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umgekehrten Falls man ihn vom Fleck&#10;in Arrest verführen würde, und&#10;drunter steht: Borowsky, Heck.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Korf erwidert darauf kurz und rund:&#10;»Einer hohen Direktion&#10;stellt sich, laut persönlichem Befund,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bärte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-baerte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:33:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-baerte/</guid><description>&lt;p&gt;Sonst hielt man Wort nach deutscher Art,&#10;Und schwur bey seinem Bart;&#10;Allein seit langen Zeiten her,&#10;Da trägt man keine Bärte mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Antwort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-antwort/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:32:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-antwort/</guid><description>&lt;p&gt;In allen meinen Scheingestalten&#10;Bin ich nicht Schein: bin ich enthalten!&#10;Ist starr, was strahlt und weht im Lichte?&#10;Wahr ist nur Wandlung der Gesichte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blieb mein Mund bei deinem Munde,&#10;Zutiefst bewahr&amp;rsquo; ich unsre Stunde,&#10;Und bin geschmiegt in euer Tasten,&#10;O schöne Hände, die mich fassten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Anfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-anfahrt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:32:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-anfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;War in des Wagens Wendung dieser Schwung?&#10;War er im Blick, mit dem man die barocken&#10;Engelfiguren, die bei blauen Glocken&#10;im Felde standen voll Erinnerung,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;annahm und hielt und wieder ließ, bevor&#10;der Schloßpark schließend um die Fahrt sich drängte,&#10;an die er streifte, die er überhängte&#10;und plötzlich freigab: denn da war das Tor,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;das nun, als hätte es sie angerufen,&#10;die lange Front zu einer Schwenkung zwang,&#10;nach der sie stand. Aufglänzend ging ein Gleiten&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ameisen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ameisen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:31:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ameisen/</guid><description>&lt;p&gt;In Hamburg lebten zwei Ameisen,&#10;Die wollten nach Australien reisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Altona auf der Chaussee&#10;Da taten ihnen die Beine weh,&#10;Und da verzichteten sie weise&#10;Dann auf den letzten Teil der Reise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So will man oft und kann doch nicht&#10;Und leistet dann recht gern Verzicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Achtundachtziger Weine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-achtundachtziger-weine/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:31:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-achtundachtziger-weine/</guid><description>&lt;p&gt;In diesem Jahr am Rheine&#10;sind leider gewachsen Weine,&#10;die an Wert nur geringe,&#10;es reiften nur Säuerlinge&#10;im Verlauf dieses Herbstes;&#10;nur herberes bracht er und Herbstes -&#10;zu viel Regen, zu wenig Sonnenschein&#10;ließ erhofften Segen zerronnen sein,&#10;nichts Gutes floss in die Tonnen ein.&#10;Der 88er Rheinwein&#10;ist, leider Gottes, kein Wein,&#10;um Leidende zu laben,&#10;um Gram zu begraben,&#10;um zu vertreiben Trauer;&#10;er ist dafür zu sauer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Abassiden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-abassiden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:30:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-abassiden/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Unterm Schatten alter Linden&#10;Saß vor seines Hauses Gitter&#10;Abufar, der Abasside,&#10;Still in sich gekehrt und sinnend.&#10;Eben ging vor seinen Blicken,&#10;Purpurn, in des Meeres Tiefen&#10;Allgemach die Sonne nieder,&#10;Während, wie durch Laub der Wipfel,&#10;Leisen Hauchs, die Abendwinde&#10;Durch des Greises Locken spielten,&#10;Und er weinte, weinte heiße Zähren;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weinte recht von Herzen bitter,&#10;Als auf seine Söhn&amp;rsquo; er blickte,&#10;Und gedacht in seinem Sinne:&#10;Heute seh ich meine Kinder&#10;Wohl zum letztenmal! denn nimmer&#10;Wag ich länger, zu verschieben,&#10;Was des Schicksals harter Wille&#10;Mir gebietet zu vollziehen,&#10;Daß es nicht in seinem Grimme,&#10;Strafend, mich, den Schuldigen ereile.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichterheiraten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichterheiraten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:29:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichterheiraten/</guid><description>&lt;p&gt;Heiratet reich, es gereuet nie,&#10;Doch bald, eh der Lorbeer im Welken,&#10;Um, wenn ausgemolken die Poesie,&#10;Die Kuh im Hause zu melken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichter sprechen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichter-sprechen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:29:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichter-sprechen/</guid><description>&lt;p&gt;Dichter sprechen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht zu der Sonnen frühen Reise,&#10;Nicht wenn die Abendwolken landen,&#10;Euch Kindern, weder laut noch leise,&#10;Ja, kaum uns selber seis gestanden,&#10;Auf welch geheimnisvolle Weise&#10;Dem Leben wir den Traum entwanden&#10;Und ihn mit Weingewinden leise&#10;An unsres Gartens Brunnen banden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dich hat der abgewichne Tag...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dich-hat-der-abgewichne-tag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:28:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dich-hat-der-abgewichne-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Dich hat der abgewichne Tag&#10;Gesteh es nur! gar nicht geschmerzt,&#10;Dieweilen du die Zieglerin geherzt.&#10;Ich will dir zwar dieß Glücke gönnen;&#10;Doch hast du mir nicht wehren können,&#10;Wenn ich an gleiche Lust gedacht,&#10;Und damit einen Theil vom Tage zugebracht.&#10;Ich habe, welches dich vexirt,&#10;Des Gottscheds Zärtlichkeit verspührt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Diadem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/diadem/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:28:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/diadem/</guid><description>&lt;p&gt;Die Bogenlampen krönen Sonnenuntergänge,&#10;Ihr lila Scheinen wird den Abend überleben.&#10;Sie geistern schwebend über lärmendem Gedränge.&#10;Es muß verglaste Früchte andrer Welten geben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beschwichtigt nicht ihr Lichtgeträufel das Getöse?&#10;Ich kann das Wesen dieser Lampen schwer vernehmen.&#10;Die Sterne scheinen klug, der Mond wird gerne böse.&#10;Warum erblaßt du unter Sternendiademen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dezembernacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dezembernacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:27:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dezembernacht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Dezembernacht geht warm ins Land,&#10;Wetterleuchten flackt in stummer Ferne.&#10;Und die dunkelglatte Himmelswand,&#10;Überblinkt von Stichen starker Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort das gelbe Lämplein leuchtet kaum&#10;Klein am Boden einer armen Klause.&#10;Offen steht die Tür in Nacht und Raum.&#10;Einer betet halblaut in dem Hause.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manchesmal ein Menschenschatten liegt&#10;Vor mir lang im grauen Sand der Straße.&#10;Manchmal fällt mich an ein Duft und fliegt&#10;Aus der Bäume hoher Kronenmasse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutsches Volkslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsches-volkslied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:26:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsches-volkslied/</guid><description>&lt;p&gt;Es braust ein Ruf wie Donnerhall,&#10;Daß ich so traurig bin.&#10;Und Friede, Friede überall,&#10;Das kommt mir nicht aus dem Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaiser Rotbart im Kyffhäuser saß&#10;An der Wand entlang, an der Wand.&#10;Wer nie sein Brot mit Tränen aß,&#10;Bist du, mein Bayerland!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?&#10;Ich rate dir gut, mein Sohn!&#10;Urahne, Großmutter, Mutter und Kind&#10;Vom Roßbachbataillon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O selig, o selig, ein Kind noch zu sein,&#10;Von der Wiege bis zur Bahr′!&#10;Mariechen saß auf einem Stein,&#10;Sie kämmte ihr goldenes Haar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutscher Kopist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutscher-kopist/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:26:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutscher-kopist/</guid><description>&lt;p&gt;Beefsteaks haben das Geld, und der Deutsche den Beutel, ich male&#10;Wüthend drauf los und so fällt doch in den Beutel das Geld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutsche Treue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsche-treue/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:25:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsche-treue/</guid><description>&lt;p&gt;Um den Zepter Germaniens stritt mit Ludwig dem Bayer&#10;Friedrich aus Habsburgs Stamm, beide gerufen zum Thron;&#10;Aber den Austrier führt, den Jüngling, das neidische Kriegsglück&#10;In die Fesseln des Feindes, der ihn im Kampfe bezwingt.&#10;Mit dem Throne kauft er sich los, sein Wort muss er geben,&#10;Für den Sieger das Schwert gegen die Freunde zu ziehn;&#10;Aber was er in Banden gelobt kann er frei nicht erfüllen;&#10;Siehe, da stellt er aufs neu willig den Banden sich dar.&#10;Tief gerührt umhalst ihn der Feind, sie wechseln von nun an,&#10;Wie der Freund mit dem Freund, traulich die Becher des Mahls,&#10;Arm in Arme schlummern auf einem Lager die Fürsten,&#10;Da noch blutiger Hass grimmig die Völker zerfleischt.&#10;Gegen Friedrichs Heer muss Ludwig ziehen. Zum Wächter&#10;Bayerns lässt er den Feind, den er bestreitet, zurück.&#10;&amp;ldquo;Wahrlich! So ist′s! Es ist wirklich so! Man hat mir′s geschrieben.&amp;rdquo;&#10;Rief der Pontifex aus, als er die Kunde vernahm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutsche Sclaven</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsche-sclaven/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:25:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsche-sclaven/</guid><description>&lt;p&gt;Waldesgrün bekleidet strecken&#10;Stolz ihr Haupt, empor zum Himmel&#10;Jene riesig hohen Berge!&#10;Schaun verächtlich auf die Zwerge,&#10;Auf das ämsige Gewimmel&#10;Dort in Dörfern und in Flecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn sie bieten reichen Segen&#10;An Metallen, Holz und Steinen,&#10;Bieten Flüsse, Felder, Früchte,&#10;Und doch sehn sie das Gezüchte&#10;Jammern, hungern, betteln, weinen&#10;Drunten auf den blüh&amp;rsquo;nden Wegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mehr als Thau auf goldnen Auen&#10;Blitzen hier der Armuth Thränen,&#10;Und inmitten üpp&amp;rsquo;ger Thäler,&#10;Nur zur Wollust ihrer Quäler,&#10;Nackte Menschen unter Thränen&#10;Gier an troknem Brote kauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Menschen Pläne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-menschen-plaene/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:24:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-menschen-plaene/</guid><description>&lt;p&gt;Aus fernen Ländern kehrte&#10;Zur Heimat nun ein Mann&#10;Mit Gold und Diamanten,&#10;Die handelnd er gewann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern glühn der Reichsstadt Thürme&#10;Vor ihm im Abendroth.&#10;»Hier ess′ ich im Gebirge&#10;Mein letztes Abendbrot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Wie wird sich Alles drängen&#10;Nun um den reichen Mann!&#10;Zehn Jahr sind′s, keiner blickte&#10;Den armen Jüngling an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Im nächsten Monat findet&#10;Die Wahl der Rathsherrn Statt;&#10;Sie wählen mich zum Rathsherrn,&#10;Um′s Jahr zum Haupt der Stadt.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Knaben Abendgruss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-knaben-abendgruss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:23:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-knaben-abendgruss/</guid><description>&lt;p&gt;Mitternacht! Mitternacht!&#10;Ich bin erwacht,&#10;Der Mondenschein&#10;Schaut hell herein&#10;In mein Kämmerlein;&#10;Da muß ich traurig sein.&#10;Denn sonst im Mondenschein&#10;War mit mir am Fensterlein&#10;Ein lieblich Mägdelein.&#10;Nun muß ich traurig sein,&#10;Weil jetzt im Mondenschein&#10;Ich bin allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Genügsamen Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-genuegsamen-trost/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:23:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-genuegsamen-trost/</guid><description>&lt;p&gt;Behalt die Perlen und dein Gold,&#10;Behalt die Diamanten!&#10;Was tut′s wenn auch Fortuna schmollt&#10;Durch ganze Folianten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es bleibt zuletzt doch etwas noch,&#10;Was muß das Herz erheben&#10;Weit über alles Unbill hoch -&#10;Und schöner macht das Leben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wenn ich es nicht sagte dir,&#10;Du würdest′s nie erraten!&#10;Freund, morgen gibt es Märzenbier&#10;Und Heringe gebraten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Baches Wiegenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-baches-wiegenlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:22:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-baches-wiegenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Gute Ruh, gute Ruh!&#10;Tu die Augen zu!&#10;Wandrer, du müder, du bist zu Haus.&#10;Die Treu′ ist hier,&#10;Sollst liegen bei mir,&#10;Bis das Meer will trinken die Bächlein aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will betten dich kühl&#10;Auf weichem Pfühl&#10;In dem blauen kristallenen Kämmerlein.&#10;Heran, heran,&#10;Was wiegen kann,&#10;Woget und wieget den Knaben mir ein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ein Jagdhorn schallt&#10;Aus dem grünen Wald,&#10;Will ich sausen und brausen wohl um dich her.&#10;Blickt nicht herein,&#10;Blaue Blümelein!&#10;Ihr macht meinem Schläfer die Träume so schwer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des alten Pfarrers Woche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-alten-pfarrers-woche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:22:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-alten-pfarrers-woche/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist nun so ein schlimmer Tag,&#10;Wie der April ihn bringen mag&#10;Mir Schlacken, Schnee und Regen.&#10;Zum dritten Mal in das Gebraus&#10;Streckt Jungfer Anne vor dem Haus&#10;Ihr kupfern Blendlaternchen aus&#10;Und späht längs allen Wegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Wo nur der Pfarrer bleiben kann?&#10;Ach, sicher ist dem guten Mann&#10;Was übern Weg gefahren!&#10;Ein Pfleger wohl, der Rechnung macht —&#10;Aus war der Gottesdienst um acht:&#10;Soll man so streifen in der Nacht&#10;Bei Gicht und grauen Haaren!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zinnoberschlager</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zinnoberschlager/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:21:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zinnoberschlager/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wie ist die Welt so tinke,&#10;und so sauber und so blank,&#10;Denn sie trägt ne tinke Schminke,&#10;Und zig Kilometer lang.&#10;Und die kleine Omama&#10;Macht jetzt immer hoppsassa,&#10;Stundenlang, stundenlang.&#10;Gott sei Dank!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn in Kanada,&#10;in Amerika&#10;Hoppst die kleine Omama&#10;Immer rinn in den Zinnober,&#10;Immer knüppeldicke rinn,&#10;Hoppst sie unter, hoppst sie ober,&#10;Macht sie stets den dollsten Zinn.&#10;Aber wie kam in den Zinn&#10;In Amerika die kleine Omama?&#10;In Amerika die kleine Omama?&#10;Omama, Omama.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winzer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:20:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winzer/</guid><description>&lt;p&gt;Es hat die Nacht geregnet,&#10;Es zog noch grau ins Tal,&#10;Und ruhten still gesegnet&#10;Die Felder überall;&#10;Von Lüften kaum gefächelt,&#10;Durchs ungewisse Blau&#10;Die Sonne verschlafen lächelt′&#10;Wie eine wunderschöne Frau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun sah ich auch sich heben&#10;Aus Nebeln unser Haus,&#10;Du dehntest zwischen den Reben&#10;Dich von der Schwelle hinaus,&#10;Da funkelt′ auf einmal vor Wonne&#10;Der Strom und Wald und Au -&#10;Du bist mein Morgen, meine Sonne,&#10;Meine liebe, verschlafene Frau!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winter [4]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-4/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:20:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-4/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn sich das Jahr geändert, und der Schimmer&#10;Der prächtigen Natur vorüber, blühet nimmer&#10;Der Glanz der Jahreszeit, und schneller eilen&#10;Die Tage dann vorbei, die langsam auch verweilen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Geist des Lebens ist verschieden in den Zeiten&#10;Der lebenden Natur, verschiedne Tage breiten&#10;Das Glänzen aus, und immerneues Wesen&#10;Erscheint den Menschen recht, vorzüglich und erlesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-3025/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:19:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-3025/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sturm heult immer laut in den Kaminen&#10;Und jede Nacht ist blutig-rot und dunkel.&#10;Die Häuser recken sich mit leeren Mienen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wohnen wir in rings umbauter Enge,&#10;Im kargen Licht und Dunkel unserer Gruben,&#10;Wie Seiler zerrend graür Stunden Länge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tage zwängen sich in niedre Stuben,&#10;Wo heisres Feür krächzt in großen Öfen.&#10;Wir stehen an den ausgefrornen Scheiben&#10;Und starren schräge nach den leeren Höfen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winter [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:19:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-2/</guid><description>&lt;p&gt;Das Feld ist kahl, auf ferner Höhe glänzet&#10;Der blaue Himmel nur, und wie die Pfade gehen,&#10;Erscheinet die Natur, als Einerlei, das Wehen&#10;Ist frisch, und die Natur von Helle nur umkränzet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Erde Stund′ ist sichtbar von dem Himmel&#10;Den ganzen Tag, in heller Nacht umgeben,&#10;Wenn hoch erscheint von Sternen das Gewimmel,&#10;Und geistiger das weit gedehnte Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wind/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:18:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wind/</guid><description>&lt;p&gt;Es sank vor ihm das Schiff zu Grund,&#10;Als er überbrauste das Meer,&#10;Mit dem Feuer schloß er schnell einen Bund,&#10;Wie sausten die Flammen einher!&#10;Mitinnen der Wüste, der Karawane&#10;Verweht er die wankende, wogende Bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im sonnengoldenen Buchengrün&#10;Da hebt er neckisch den Flor,&#10;Der reizenden Maid, die Wangen erglühn, -&#10;O Wind, was hattest du vor?&#10;Die geküßte Lippe, sieh, wie sie schmollt!&#10;Der Liebste, ob er dem Winde wohl grollt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wilde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wilde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:18:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wilde/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Amerikaner, der Europens&#10;Übertünchte Höflichkeit nicht kannte,&#10;Und ein Herz, wie Gott es ihm gegeben,&#10;Von Kultur noch frey im Busen trug,&#10;Brachte einst, was seines Bogens Sehne&#10;Fern in Quebecks übereisten Wäldern&#10;Auf der Jagd erbeutet, zum Verkaufe.&#10;Als er ohne schlaue Rednerkünste&#10;So wie man ihm both die Felsenvögel&#10;Um ein kleines hingegeben hatte,&#10;Eilt&amp;rsquo; er froh mit dem geringen Lohne&#10;Heim zu seiner tiefverdeckten Horde&#10;In die Arme seiner braunen Gattin.&#10;Aber ferne noch von seiner Hütte&#10;Überfiel ihn unter freiem Himmel&#10;Schnell der schrecklichste der Regenstürme.&#10;Aus dem langen rabenschwarzen Haare&#10;Troff der Guß herab auf seinen Gürtel,&#10;Und das grobe Haartuch seines Kleides&#10;Klebte rund an seinem hagern Leibe.&#10;Schaurig zitternd unter kaltem Regen&#10;Eilt der gute brave wackre Wilde&#10;In ein Haus, das er von fern erblickte.&#10;Herr, ach laßt mich, bis der Sturm sich leget,&#10;Bat er mit der herzlichsten Geberde&#10;Den gesittet feinen Eigenthümer,&#10;Hier in euerm Hause Obdach finden.&#10;Willst du, mißgestaltes Ungeheuer,&#10;Schrie ergrimmt der Pflanzer ihm entgegen,&#10;Willst du Diebsgesicht mir aus dem Hause!&#10;Und ergriff den schweren Stock im Winkel.&#10;Traurig schritt der ehrliche Hurone&#10;Fort von seiner unwirthbaren Schwelle,&#10;Bis durch Sturm und Guß der späte Abend&#10;Ihn in seine friedliche Behausung&#10;Und zu seiner braunen Gattin brachte.&#10;Naß und müde setzt&amp;rsquo; er bey dem Feuer&#10;Sich zu seinen nackten Kleinen nieder,&#10;Und erzählte von den bunten Städtern&#10;Und den Kriegern, die den Donner tragen,&#10;Und dem Regensturm, der ihn ereilte,&#10;Und der Grausamkeit des weißen Mannes.&#10;Schmeichelnd hingen sie an seinen Knieen,&#10;Schlossen schmeichelnd sich um seinen Nacken,&#10;Trockneten die langen schwarzen Haare,&#10;Und durchsuchten seine Waidmannstasche,&#10;Bis sie die versprochnen Schätze fanden.&#10;Kurze Zeit darauf hatt&amp;rsquo; unser Pflanzer&#10;Auf der Jagd im Walde sich verirret.&#10;Über Stock und Stein durch Thal und Bäche&#10;Stieg er schwer auf manchen jähen Felsen&#10;Um sich umzusehen nach dem Pfade,&#10;Der ihn tief in diese Wildniß brachte.&#10;Doch sein Spähn und Rufen war vergebens;&#10;Nichts vernahm er als das hohle Echo&#10;Längs den hohen schwarzen Felsenwänden.&#10;Ängstlich ging er bis zur zwölften Stunde,&#10;Wo er an dem Fuße eines Berges&#10;Noch ein kleines schwaches Licht erblickte.&#10;Furcht und Freude schlug in seinem Herzen;&#10;Er ermannte sich, und nahte leise.&#10;Wer ist draußen? brach mit Schreckentone&#10;Eine Stimme tief her aus der Höhle,&#10;Und ein Mann trat aus der kleinen Wohnung.&#10;Freund, im Walde hab&amp;rsquo; ich mich verirret,&#10;Sprach der feine Europäer schmeichelnd,&#10;Gönnet mir, die Nacht hier zuzubringen,&#10;Und zeigt morgen früh, ich werd euch danken,&#10;Nach der Stadt mir die gewissen Wege.&#10;Kommt herein, versetzt der Unbekannte,&#10;Wärmt euch; noch ist Feuer in der Hütte!&#10;Und er führt ihn auf das Binsenlager,&#10;Schreitet finster trotzig in den Winkel,&#10;Holt den Rest von seinem Abendmahle,&#10;Hummer, Lachs und frische Bärenschinken,&#10;Um den späten Fremdling zu bewirthen.&#10;Mit dem Hunger eines Waidmanns speiste&#10;Festlich wie bey einem Klosterschmause&#10;Neben seinem Wirth der Europäer,&#10;Fest und ernsthaft schaute der Hurone&#10;Seinem Gaste spähend auf die Stirne,&#10;Der mit tiefem Schnitt den Schinken trennte&#10;Und mit Wollust trank vom Honigtranke,&#10;Den in einer großen Muschelschale&#10;Er ihm wirthlich bei dem Male reichte.&#10;Eine Bärenhaut auf weichem Moose&#10;War des Pflanzers gute Lagerstätte,&#10;Und er schlief bis in die hohe Sonne.&#10;Wie der wilden Zone wildster Krieger&#10;Schrecklich stand mit Köcher, Pfeil und Bogen&#10;Der Hurone jetzt vor seinem Gaste,&#10;Und erweckte ihn; der Europäer&#10;Griff bestürzt nach seinem Jagdgewehre,&#10;Und der Wilde gab ihm eine Schale,&#10;Angefüllt mit süßem Morgentranke.&#10;Als er lächelnd seinen Gast gelabet,&#10;Bracht er ihn durch manche lange Windung&#10;Über Stock und Stein, durch Thal und Bäche&#10;Durch das Dickicht auf die rechte Straße.&#10;Höflich dankte fein der Europäer;&#10;Finsterblickend blieb der Wilde stehen,&#10;Sahe starr dem Pflanzer in die Augen,&#10;Sprach mit voller, fester, ernster Stimme:&#10;Haben wir vielleicht uns schon gesehen?&#10;Wie vom Blitz getroffen stand der Jäger,&#10;Und erkannte nun in seinem Wirthe&#10;Jenen Mann, den er vor wenig Wochen&#10;In dem Sturmwind aus dem Hause jagte,&#10;Stammelte verwirrt Entschuldigungen.&#10;Ruhig lächelnd sagte der Hurone:&#10;Seht, ihr fremden klugen, weißen Leute,&#10;Seht, wir Wilden sind doch beßre Menschen!&#10;Und er schlug sich seitwärts in die Büsche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Weisheitszahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weisheitszahn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:17:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weisheitszahn/</guid><description>&lt;p&gt;Wart allweil auf den Weisheitszahn,&#10;Die andern fallen aus -&#10;I denk, i zieh mein Pelzrock an&#10;Und geh schön stat nach Haus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was hilft denn a dös Warten jetzt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dös Herstehn da im Schnee;&#10;Da könn i mi verkältn z′letzt,&#10;Dös Gscheitest ist - i geh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur Einsicht bin i endli glangt,&#10;Den krieg i nimmer - i!&#10;Allweil hat mir vor Weisheit bangt:&#10;An Zahn hats ghabt auf mi!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wein keine Panacee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wein-keine-panacee/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:16:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wein-keine-panacee/</guid><description>&lt;p&gt;In jedem Kummer, jedem Schmerz&#10;Preist immerhin den Wein als einen Wunderthäter,&#10;Sagt, er erhellt den Geist, entführt ihn himmelwärts,&#10;Gibt kranken Seelen Schwung, macht leicht das Blut wie Aether,&#10;Hebt den Entschluß zur That und zur Versöhnung räth er:&#10;Mir unterhält, erwärmt, entflammt er nur das Herz,&#10;Mahlt Daphnen Reiz mir vor und ihren süßen Scherz,&#10;Und - ach! von ihrem Stolz schweigt einzig der Verräther.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Weg zur Schule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weg-zur-schule/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:16:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weg-zur-schule/</guid><description>&lt;p&gt;Im Winter, wenn es frieret,&#10;Im Winter, wenn es schneit,&#10;Dann ist de Weg zur Schule&#10;Fürwahr noch mal so weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn der Kuckuck rufet,&#10;Dann ist der Frühling da,&#10;Dann ist der Weg zur Schule&#10;Fürwahr noch mal so nah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer aber gerne lernet,&#10;Dem ist kein Weg zu fern:&#10;Im Frühling wie im Winter&#10;Geh&amp;rsquo; ich zur Schule gern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der wackere Schwabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wackere-schwabe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:15:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wackere-schwabe/</guid><description>&lt;p&gt;Als Kaiser Rotbart lobesam&#10;zum heil′gen Land gezogen kam,&#10;da mußt er mit dem frommen Heer&#10;durch ein Gebirge wüst und leer.&#10;Daselbst erhub sich große Not,&#10;viel Steine gab′s und wenig Brot,&#10;und mancher deutsche Reitersmann&#10;hat dort den Trunk sich abgetan;&#10;den Pferden war′s so schwer im Magen,&#10;fast mußte der Reiter die Mähre tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun war ein Herr aus Schwabenland,&#10;von hohem Wuchs und starker Hand,&#10;des Rößlein war so krank und schwach,&#10;er zog es nur am Zaume nach;&#10;er hätt′ es nimmer aufgegeben,&#10;und kostet′s ihn das eigne Leben.&#10;So blieb er bald ein gutes Stück&#10;hinter dem Heereszug zurück;&#10;da sprengten plötzlich in die Quer&#10;fünfzig türkische Ritter daher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vogel in der Luft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vogel-in-der-luft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:15:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vogel-in-der-luft/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vogel in der Luft,&#10;der Stein ruht auf dem Land.&#10;Im Wasser lebt der Fische,&#10;mein Geist in Gottes Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verzweifelte Liebhaber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verzweifelte-liebhaber/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:14:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verzweifelte-liebhaber/</guid><description>&lt;p&gt;Studieren will nichts bringen,&#10;Mein Rock hält keinen Stich,&#10;Meine Zither will nicht klingen,&#10;Mein Schatz, der mag mich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollt, im Grün spazierte&#10;Die allerschönste Frau,&#10;Ich wär ein Drach und führte&#10;Sie mit mir fort durchs Blau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollt, ich jagt gerüstet&#10;Und legt die Lanze aus,&#10;Und jagte all Philister&#10;Zur schönen Welt hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollt, ich säß jetzunder&#10;Im Himmel still und weit,&#10;Und früg nach all dem Plunder&#10;Nichts vor Zufriedenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verspätete Wanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verspaetete-wanderer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:13:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verspaetete-wanderer/</guid><description>&lt;p&gt;Wo aber werd ich sein im künftgen Lenze?&#10;So frug ich sonst wohl, wenn beim Hüteschwingen&#10;Ins Tal wir ließen unser Lied erklingen,&#10;Denn jeder Wipfel bot mir frische Kränze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wußte nur, daß rings der Frühling glänze,&#10;Daß nach dem Meer die Ströme leuchtend gingen,&#10;Vom fernen Wunderland die Vögel singen,&#10;Da hatt das Morgenrot noch keine Grenze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt aber wirds schon Abend, alle Lieben&#10;Sind wandermüde längst zurückgeblieben,&#10;Die Nachtluft rauscht durch meine welken Kränze,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Verlobten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlobten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:13:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlobten/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn deine Hochzeit nahet,&#10;Leg′ ich ins Grab mich hinein;&#10;Dann fließt doch keine Träne&#10;In euren Freudenwein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann lacht dir keiner ins Antlitz,&#10;Wenn Treue du versprichst;&#10;Brauchst dich nicht zu verstecken,&#10;Wenn du den Brautkranz flichtst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hast du zu wenig Blumen,&#10;Um sie durch den Kranz zu ziehn;&#10;Geh nur zu meinem Grabe,&#10;Da werden wohl einige blühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der unsterbliche Autor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unsterbliche-autor/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:12:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unsterbliche-autor/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Autor schrieb sehr viele Bände&#10;Und ward das Wunder seiner Zeit;&#10;Der Journalisten güt&amp;rsquo;ge Hände&#10;Verehrten ihm die Ewigkeit.&#10;Er sah, vor seinem sanften Ende,&#10;Fast alle Werke seiner Hände&#10;Das sechste Mal schon aufgelegt&#10;Und sich mit tiefgelehrtem Blicke&#10;In einer spanischen Perücke&#10;Vor jedes Titelblatt geprägt.&#10;Er blieb vor Widersprechern sicher&#10;Und schrieb bis an den Tod, da ihn der Tod entseelt;&#10;Und das Verzeichnis seiner Bücher,&#10;Die kleinen Schriften mitgezählt,&#10;Nahm an dem Lebenslauf allein&#10;Drei Bogen und drei Seiten ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Unentschiedene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unentschiedene/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:12:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unentschiedene/</guid><description>&lt;p&gt;Einen Zauber in dem Klang&#10;Ihrer Stimme hat Filinde,&#10;Daß ich immer nur mit Zwang&#10;Mich dem süßen Ton entwinde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Zauber in dem Blick&#10;Ihrer Augen hat Agathe,&#10;Daß ich über mein Geschick&#10;In Besorgnis fast gerathe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von den schwestern gleich gerührt,&#10;Hab ich keine noch erkoren.&#10;Wenn mein Auge die verführt,&#10;Hält mich jene bei den Ohren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Umkehrende (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-umkehrende-1/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:11:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-umkehrende-1/</guid><description>&lt;p&gt;Es wandelt was wir schauen,&#10;Tag sinkt ins Abendrot,&#10;die Lust hat eignes Grauen,&#10;und alles hat den Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins Leben schleicht das Leiden&#10;Sich heimlich wie ein Dieb,&#10;wir alle müssen scheiden&#10;von allem was uns lieb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gäbâ€˜ es doch auf Erden,&#10;wer hielt den Jammer aus,&#10;wer möchte geboren werden,&#10;hieltst du nicht droben haus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist′s, der , was wir bauen,&#10;mild über uns zerbricht,&#10;daß wir den Himmel schauen -&#10;darum so klagâ€˜ ich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der trunkne Dichter lobt den Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-trunkne-dichter-lobt-den-wein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:10:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-trunkne-dichter-lobt-den-wein/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Ehren, Wein, von dir bemeistert,&#10;Und deinem flüß′gen Feu′r begeistert,&#10;Stimm ich zum Danke, wenn ich kann,&#10;Ein dir geheiligt Loblied an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie? in was für kühnen Weisen&#10;Werd′ ich, o Göttertrank, dich preisen?&#10;Dein Ruhm, hör′ ihn summarisch an,&#10;Ist, daß ich ihn nicht singen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Träumende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traeumende/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:10:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traeumende/</guid><description>&lt;p&gt;Blaugrüne Nacht, die stummen Farben glimmen.&#10;Ist er bedroht vom roten Strahl der Speere&#10;Und rohen Panzern? Ziehn hier Satans Heere?&#10;Die gelben Flecke, die im Schatten schwimmen,&#10;Sind Augen wesenloser großer Pferde.&#10;Sein Leib ist nackt und bleich und ohne Wehre.&#10;Ein fades Rosa eitert aus der Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der törichte Jäger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-toerichte-jaeger/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:09:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-toerichte-jaeger/</guid><description>&lt;p&gt;Er zog hinaus, das Glück zu fangen,&#10;und jagte mit erhitzten Wangen&#10;bis in den späten Abendschein.&#10;Umsonst, es war ein schlimmes Jagen,&#10;er kehrte müde und zerschlagen&#10;in seine warme Hütte ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da saß in schlichtem Werkelkleide,&#10;dem wilden Jäger schier zuleide,&#10;am Herde eine stille Magd.&#10;Sie reichte ihm den Trunk, den Bissen&#10;und ging zu Hand ihm, dienstbeflissen,&#10;wie es dem müden Mann behagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hatte still sich eingefunden&#10;und ungefragt, vor Jahr und Stunden,&#10;und ihre Treue nahm er hin.&#10;Heut saß sie blaß zu seinen Füßen;&#10;er ließ sie seinen Unmut büßen,&#10;das flücht&amp;rsquo;ge Wild lag ihm im Sinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:09:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod/</guid><description>&lt;p&gt;O Anblick der Glanznacht, Sternheere,&#10;Wie erhebt ihr! Wie entzückst du, Anschauung&#10;Der herrlichen Welt! Gott Schöpfer!&#10;Wie erhaben bist du, Gott Schöpfer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie freut sich des Emporschauns zum Sternheer, wer empfindet,&#10;Wie gering er, und wer Gott, welch ein Staub er, und wer Gott,&#10;Sein Gott ist! O sei dann, Gefühl&#10;Der Entzückung, wenn auch ich sterbe, mit mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was erschreckst du denn so, Tod, des Beladnen Schlaf?&#10;O bewölke den Genuß himmlischer Freude nicht mehr!&#10;Ich sink in den Staub, Gottes Saat! was schreckst&#10;Den Unsterblichen du, täuschender Tod?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod der Fliege und der Mücke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-der-fliege-und-der-muecke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:08:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-der-fliege-und-der-muecke/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tod der Fliege heißt mich dichten;&#10;Der Tod der Mücke heischt mein Lied.&#10;Und kläglich will ich dir berichten,&#10;Wie jene starb und die verschied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie setzte sich, die junge Fliege,&#10;Voll Mut auf einen Becher Wein;&#10;Entschloß sich, that drei gute Züge&#10;Und sank vor Lust ins Glas hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mücke sah die Freundin liegen:&#10;&amp;ldquo;Dies Grabmal&amp;rdquo;, sprach sie, &amp;ldquo;will ich scheun,&#10;Am Lichte will ich mich vergnügen&#10;Und nicht an einem Becher Wein.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tausch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tausch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:07:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tausch/</guid><description>&lt;p&gt;»Hier sollt ich sie erwarten!&#10;Vergaß sie Schwur und Pflicht?&#10;Find ich im ganzen Garten&#10;Eleonoren nicht?&#10;Läßt dieser Schatten Hülle&#10;Mich keinen Fußtritt sehn?&#10;Dringt durch die tiefe Stille&#10;Kein einziges: Tiren?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sprachs und immer weiter&#10;Sucht ich der Freundin Spur.&#10;Der düstre Mond ward heiter,&#10;Doch Bäume sah ich nur.&#10;Jezt im Begriff zu weichen,&#10;Trift ein Geräusch mein Ohr&#10;Und aus den dichten Sträuchen&#10;Springt lachend was hervor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tanz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:07:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tanz/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Vierviertelschwein und eine Auftakteule&#10;trafen sich im Schatten einer Säule,&#10;die im Geiste Ihres Schöpfers stand.&#10;Und zum Spiel der Fiedelbogenpflanze&#10;reichten sich die zwei zum Tanze&#10;Fuß und Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf seinen dreien rosa Beinen&#10;hüpfte das Vierviertelschwein graziös,&#10;und die Auftakteul′ auf ihrem einen&#10;wiegte rhythmisch ihr Gekrös.&#10;Und der Schatten fiel,&#10;und der Pflanze Spiel&#10;klang verwirrend melodiös.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch des Schöpfers Hirn war nicht von Eisen,&#10;und die Säule schwand, wie sie gekommen war;&#10;und so mußte denn auch unser Paar&#10;wieder in sein Nichts zurücke reisen.&#10;Einen letzten Strich&#10;tat der Geigerich-&#10;und dann war nichts weiter zu beweisen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tantenmörder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tantenmoerder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:06:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tantenmoerder/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab&amp;rsquo; meine Tante geschlachtet,&#10;Meine Tante war alt und schwach;&#10;Ich hatte bei ihr übernachtet&#10;Und grub in den Kisten-Kasten nach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fand ich goldene Haufen,&#10;Fand auch an Papieren gar viel&#10;Und hörte die alte Tante schnaufen&#10;Ohn&amp;rsquo; Mitleid und Zartgefühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was nutzt es, daß sie sich noch härme -&#10;Nacht war es rings um mich her -&#10;Ich stieß ihr den Dolch in die Därme,&#10;Die Tante schnaufte nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tag, der gestern vergangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tag-der-gestern-vergangen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:06:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tag-der-gestern-vergangen/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern ist nicht heute mehr: Es ist weg, es ist dahin.&#10;Es verspührt, empfindet, fühlet, sieht und höret unser Sinn&#10;Nichts von seiner Gegenwart. Gestern ist, wie ein Geschrey,&#10;Das im Augenblick verschwindet, auch verschwunden und vorbey.&#10;Alles gestrige Vergnügen, Lachen, Fröhlichkeit und Schertz&#10;Ist nunmehr ein leeres Nichts. Aber auch ein bittrer Schmertz,&#10;Der uns gestern drückt′ und fraß, der uns Marck uns Bein durchwühlet,&#10;Hat mit gestern aufgehört, und wird heute nicht gefühlet.&#10;Eines Reichen fröhlichs Gestern ist mit allem seinen Prangen,&#10;Und des Armen elend Gestern auch mit aller Noth vergangen.&#10;Beydes bringt besondern Trost. Denn die kurtze Daur der Freuden&#10;Tröstet alle, die nicht glücklich: Und, die Pein und Schmertzen leiden,&#10;Werden ungemein gestärckt, wenn sie dieses überlegen,&#10;Und die unleugbare Wahrheit dieser Lehre wohl erwegen:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der stumme Schmetterling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stumme-schmetterling/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:05:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stumme-schmetterling/</guid><description>&lt;p&gt;Ach Schmetterling!&#10;Könntest du singen,&#10;in einem Käfig wärst du schon lange!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Streit der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-streit-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:04:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-streit-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Die Welt liegt stets im Streit: doch dencket nicht ihr Helden/&#10;Die ihr der Erden-Kreiß mit Stahl und Eisen zwingt/&#10;Daß ich von eurem Kampf/ von Mord und Blut will melden/&#10;Und wie ihr Land und Leut in eure Feßel bringt.&#10;Ich meine diesen Krieg/ den wir mit Lieben führen/&#10;Mit Liebe/ die diß Rund in ihre Bande schlägt/&#10;Durch welche wir Gewalt an Leib und Seele spühren/&#10;Und die die Helden auch zu ihren Füßen legt.&#10;Die Liebe heißt das Band des Himmels und der Erden/&#10;Wenn sie vollkommen ist: Wenn wir an Gott verknüpft/&#10;Und mit der Welt in Gott zugleich verbunden werden/&#10;Denn ist die Freude rein/ die in dem Hertzen hüpft.&#10;Wenn aber uns die Welt zu ihren Gütern reißet/&#10;Zur Schönheit die vergeht/ zu eitler Ehr und Lust/&#10;Und uns mit Leib und Seel darein verlieben heißet:&#10;So brennt verbotne Gluht in der verkehrten Brust.&#10;Mit dieser Liebe hat ein Irdischer zustreiten.&#10;Löscht er ihr Feuer aus und zündet neues an/&#10;Das Oehl vom Himmel hat/ so schmeckt er Süßigkeiten/&#10;Und fühlt was oben her ein Freuden-Feuer kan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Streit am Grabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-streit-am-grabe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:04:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-streit-am-grabe/</guid><description>&lt;p&gt;Der Schatz zu Burghausen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Herzog Jürg von Baiern lag auf der Todtenbahr’,&#10;Kein Fürstenhut lag höhnend auf seinem greisen Haar,&#10;Kein Sohn hat segenflehend dem Kranken ins Aug’ geblickt,&#10;Kein treues Weib dem Todten die Wimpern zugedrückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wem sollen nun die Lande die Huldigung erneun?&#10;Wer wird sich zu Burghausen des Fürstenschatzes freun?&#10;Horch, Schild und Schwerter rasseln! Ist das sein Todtensang?&#10;Seht, erzgewappnete Schaaren! Ist’s der Leidträger Drang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Strauß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-strauss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:03:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-strauss/</guid><description>&lt;p&gt;Nun nimm drei weiße Nelken du,&#10;mein Weib. Und du. Geliebte, nimm&#10;diese drei roten noch dazu.&#10;Und in die nickenden Nelken tu&#10;ich eine dunkelgelbe Rose.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht: ist es nicht ein lockender Strauß,&#10;ganz Eins auf diesem schwarzen Tuch?&#10;Und sieht so farbenfriedsam aus.&#10;Und nur von doppeltem Geruch:&#10;die je drei Nelken und die Rose.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein, laßt! entzweit den Stengelbund&#10;nicht! laßt! Sonst scheint so kalt und tot&#10;bloß Gelb zu Weiß, und glüht so heiß&#10;und brennt so wild bloß Gelb zu Rot;&#10;dann, ja, dann hass′ ich wohl die Nelken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Storch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-storch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:03:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-storch/</guid><description>&lt;p&gt;Nach dem Frieden von 1797&#10;Willkumm, Heer Storch!Bisch au scho do,&#10;un schmecksch im Waiher d’Frösche scho?&#10;Un mainsch, der Winter haig sy Sach,&#10;un ’s besser Wetter chömm alsgmach?&#10;He jo, der Schnee gieng überal;&#10;me maint, es werd scho grüen im Tal.&#10;Der Himmel isch so rain un blau,&#10;un’s wäiht ain a so mild un lau. -&#10;Nai looset, wie n er welsche cha!&#10;Verstoht men au ne Wörtli dra?&#10;Drum chunnt er über Strom un Meer&#10;uus wyte, fremde Ländere her.&#10;Was bringsch denn Neus uus Afrika?&#10;Sie henn gwiß au so Umständ gha&#10;un d’Büchse gspannt un d’Säbel gwetzt&#10;un Freihaitsbäum vor d’Chilche gsetzt?&#10;De hesch so roti Strümpfli a.&#10;Isch öbbe Bluet vom Schlachtfeld dr’a?&#10;Wo hesch die schwarze Fegge gnoo?&#10;Bisch öbbe z’nooch an d’Flamme choo?&#10;Um das hättsch über Land un Meer&#10;nit raise dörfe hi un her&#10;vom Rhiistrom bis in Afrika;&#10;de hättsch’s jo in der Nööchi gha.&#10;Mer wüsse laider au dervo,&#10;un menggi Wunde bluetet no,&#10;un’s druckt no mengge Chummer schwer,&#10;un mengge schöne Trog isch leer.&#10;Un wyter, an den Alpe hi,&#10;isch’s, Gott erbarm’s, no ärger gsi,&#10;un Weh un Ach het uus em Wald&#10;un uus de Berge widerhallt.&#10;An ’s Wilhelm Telle Freihaitshuet&#10;hangt mengge Tropfe Schwyzerbluet.&#10;Wie het’s nit um en blitzt un gchracht&#10;un dunderet in der Wetternacht!&#10;Doch öbben in der Wetternacht&#10;het Gottis Engel au no gwacht. -&#10;Was peppersch?Mer verstöhn di nit.&#10;Schwätz dütli, wenn de rede witt.&#10;Gang, hol ain’s Becke Chasperli!&#10;Er isch e Rung im Welschland gsi;&#10;er het emool go Vivis gschmeckt&#10;un wie der Storch sy Schnabel gstreckt.&#10;Un welsche chan er, ’s isch e Gruus;&#10;es bliibt ke Wendele n im Huus,&#10;un ’s Glas stoht a de Fensteren ab;&#10;wer waiß, verstoht er Chlipp un Chlapp.&#10;Zwor würd er anderi Gschäfte ha;&#10;er martschet näume, wenn er cha: ,&#10;&amp;ldquo;jetz Chrütz im Baum, un Sackertie!&#10;Ne Mooß verspilt! Potz Mundie!&amp;rdquo;&#10;&lt;code&gt;s isch gnueg, Heer Storch!Mer wüsse’s scho, un was de saisch, mer glaube’s jo! Es freut di au, aß ’s Dorf no stoht un alles gsund isch - dank der Gott! &lt;/code&gt;s isch au nit alles grad un recht,&#10;un ’s Nochbers Chind isch sölli schlecht;&#10;my Gschwai het hinecht by nem gwacht;&#10;`s liet Gichtcr gha die ganzi Nadit.&#10;Sust möcht’s, gottlob, so zimli goh,&#10;un’s Feldpickett isch nümme do;&#10;wo Lager gsi sinn, Zelt an Zelt,&#10;goht jetz der Pflueg im Ackerfeld.&#10;Un der, wo d’Storche haißet choo&#10;un d’Rabe nährt, isch au no do;&#10;er schafft den Arme Brot ins Huus&#10;un hailt die alte Presten uus.&#10;Un wo me luegt un luege cha,&#10;se- lächlet ain der Friden a&#10;wie Morgeliecht, wenn d’Nacht vergoht&#10;un d’Sunne hinter de Tanne stoht.&#10;Gang, lueg e wenig d’Gegnig a!&#10;I glaub, de wirsch e Gf alle ha.&#10;My Matten isch der wohl bikannt,&#10;am Brunnen abe linker Hand.&#10;Un triff sch am Bach e Fröschli a,&#10;sen isch’s der gunnt.Verstick nit dra!&#10;Un, was i bitt, loß d’Imme goh!&#10;My Große sait, si fliege scho.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Stifter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stifter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:02:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stifter/</guid><description>&lt;p&gt;Das war der Auftrag an die Malergilde.&#10;Vielleicht daß ihm der Heiland nie erschien;&#10;vielleicht trat auch kein heiliger Bischof milde&#10;an seine Seite wie in diesem Bilde&#10;und legte leise seine Hand auf ihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht war dieses alles: so zu knien&#10;(so wie es alles ist was wir erfuhren):&#10;zu knien: daß man die eigenen Konturen,&#10;die auswärtswollenden, ganz angespannt&#10;im Herzen hält, wie Pferde in der Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß wenn ein Ungeheueres geschähe,&#10;das nicht versprochen ist und nie verbrieft,&#10;wir hoffen könnten, daß es uns nicht sähe&#10;und näher käme, ganz in unsre Nähe,&#10;mit sich beschäftigt und in sich vertieft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der sterbende Soldat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-soldat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:01:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-soldat/</guid><description>&lt;p&gt;Hauptmann, hol her das Standgericht!&#10;Ich sterb′ für keinen Kaiser nicht!&#10;Hauptmann, du bist des Kaisers Wicht!&#10;Bin tot ich, salutier′ ich nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich bei meinem Herren wohn′,&#10;ist unter mir des Kaisers Thron,&#10;und hab′ für sein Geheiß nur Hohn!&#10;Wo ist mein Dorf? Dort spielt mein Sohn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich in meinem Herrn entschlief,&#10;kommt an mein letzter Feldpostbrief.&#10;Es rief, es rief, es rief, es rief!&#10;Oh, wie ist meine Liebe tief!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der sterbende Landjunker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-landjunker/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:01:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-landjunker/</guid><description>&lt;p&gt;Gott tröste Sie, gestrenger Herr!&#10;Sprach jüngst des Dorfes Prediger,&#10;Und weihe Sie nach solchem Leid&#10;Zum Bürger seiner Herrlichkeit!&#10;»Zum Bürger? was?« fing jener an:&#10;»Ich bin und bleib ein Edelmann!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der sterbende Cromwell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-cromwell/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:00:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-cromwell/</guid><description>&lt;p&gt;Vor der Königsburg in nächtger Stunde&#10;Knickt der Tod die Eichen in die Runde,&#10;Drinnen sucht er dann ein zäher Leben&#10;Aus den Wurzeln allgemach zu heben -&#10;Whitehall ist Cromwells Sterbestätte,&#10;Ein Waldenser kniet an seinem Bette!&#10;&amp;ldquo;Herr, ich komm, ein Kind des welschen Tales,&#10;Wo du bist der Schutzgott jedes Mahles,&#10;Unsern Dank auf deine Knie zu legen,&#10;Leben, Cromwell, musst du unsertwegen!&#10;Rom befehdet uns mit seinen Pfaffen,&#10;Unser Herzog rüstet frevle Waffen&#10;Gegen unser Tal, den lautern Glauben&#10;Will er oder uns das Leben rauben!&#10;Doch du sahst in deinen Schmerzensnächten&#10;Uns gefoltert schon von Henkersknechten&#10;Und du hobest dich in Fieberschwüle,&#10;Auf den Arm gestützt, empor vom Pfühle&#10;Und du drohtest, über Meer gewendet -&#10;Pfaffen, Henker blieben ungesendet.&#10;Wenn wir, Cromwell, deine Söhne wären,&#10;Herber könnten wir dich nicht entbehren!&#10;Deine bangen Atemzüge geben&#10;Uns den Odem, fristen uns das Leben.&#10;Dennoch - wie du leidest, Herr - unsäglich -&#10;Deine Qualen werden unerträglich? -&#10;Dennoch - ob uns Hartes sei beschieden -&#10;Friedestifter, fahre hin in Frieden!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Stein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 12:00:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stein/</guid><description>&lt;p&gt;Ein kleines Steinchen rollte munter&#10;Von einem hohen Berg herunter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als es durch den Schnee so rollte,&#10;Ward es viel größer als es wollte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sprach der Stein mit stolzer Miene:&#10;′Jetzt bin ich eine Schneelawine′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er riß im Rollen noch ein Haus&#10;Und sieben große Bäume aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann rollte er ins Meer hinein,&#10;Und dort versank der kleine Stein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Staat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-staat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:59:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-staat/</guid><description>&lt;p&gt;Der Staat - er falle! - ob er Monarchie,&#10;Ob Republik, ob sozial sich nenne,&#10;Denn nie kann es geschehn, - nie, sag&amp;rsquo; ich, nie -&#10;Daß je im Staat der Freiheit Fackel brenne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Staat ist Zwang. Er kennt nur Herr&amp;rsquo;n und Knechte.&#10;Wir aber wollen keins von beiden sein.&#10;Wir wollen uns&amp;rsquo;re heiligen Menschenrechte,&#10;Um sie zu deuteln, keinem Zweiten leihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst wenn sein Joch von unserm Nacken nahm&#10;Die Hand der Freiheit, athmen Alle, Alle!&#10;So lange aber dieser Tag nicht kam&#10;Ertönt mein Ruf: &amp;ldquo;Der Mörder Staat - er falle!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spielmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spielmann/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:58:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spielmann/</guid><description>&lt;p&gt;Im Städtchen gibt es des Jubels viel,&#10;Da halten sie Hochzeit mit Tanz und mit Spiel.&#10;Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot,&#10;Die Braut nur gleicht dem getünchten Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, tot für den, den nicht sie vergisst,&#10;Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist:&#10;Da steht er inmitten des Gäste im Krug&#10;Und streichet die Geige lustig genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er streichet die Geige, sein Haar ergraut,&#10;Es schwingen die Saiten gellend und laut,&#10;Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht,&#10;Ob auch sie in tausend Stückchen zerbricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spielman</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spielman/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:58:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spielman/</guid><description>&lt;p&gt;Op. 40&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Städtchen gibt es des Jubels viel,&#10;Da halten sie Hochzeit Mit Tanz und mit Spiel.&#10;Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot,&#10;Die Braut nur Gleicht dem getünchten Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, tot für den, den nicht sie vergißt,&#10;Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist :&#10;Da steht er inmitten des Gäste im Krug&#10;Und streichet die Geige lustig genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er streichet die Geige, sein Haar ergraut,&#10;Es schwingen die Saiten gellend und laut,&#10;Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht,&#10;Ob auch sie in tausend Stückchen zerbricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der spielende Knabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spielende-knabe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:57:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spielende-knabe/</guid><description>&lt;p&gt;Spiele, Kind, in der Mutter Schoß! Auf der heiligen Insel&#10;Findet der trübe Gram, findet die Sorge dich nicht,&#10;Liebend halten die Arme der Mutter dich über dem Abgrund,&#10;Und in das flutende Grab lächelst du schuldlos hinab.&#10;Spiele, liebliche Unschuld! Noch ist Arkadien um dich,&#10;Und die freie Natur folgt nur dem fröhlichen Trieb;&#10;Noch erschafft sich die üppige Kraft erdichtete Schranken,&#10;Und dem willigen Mut fehlt noch die Pflicht und der Zweck.&#10;Spiele! Bald wird die Arbeit kommen, die hagre, die ernste,&#10;Und der gebietenden Pflicht mangeln die Lust und der Mut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spaziergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spaziergang-3099/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:57:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spaziergang-3099/</guid><description>&lt;p&gt;Musik summt im Gehölz am Nachmittag.&#10;Im Korn sich ernste Vogelscheuchen drehn.&#10;Holunderbüsche sacht am Weg verwehn;&#10;Ein Haus zerflimmert wunderlich und vag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Goldnem schwebt ein Duft von Thymian,&#10;Auf einem Stein steht eine heitere Zahl.&#10;Auf einer Wiese spielen Kinder Ball,&#10;Dann hebt ein Baum vor dir zu kreisen an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du träumst: Die Schwester kämmt ihr blondes Haar,&#10;Auch schreibt ein ferner Freund dir einen Brief.&#10;Ein Schober fliegt durchs Grau vergilbt und schief&#10;Und manchmal schwebst du leicht und wunderbar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spaziergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spaziergang-2582/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:56:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spaziergang-2582/</guid><description>&lt;p&gt;Sei mir gegrüßt, mein Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel!&#10;Sei mir Sonne gegrüßt, die ihn so lieblich bescheint!&#10;Dich auch grüß ich, belebte Flur, euch säuselnde Linden,&#10;Und den fröhlichen Chor, der auf den Ästen sich wiegt,&#10;Ruhige Bläue dich auch, die unermesslich sich ausgießt&#10;Um das braune Gebirg, über den grünenden Wald,&#10;Auch um mich, der endlich entflohn des Zimmers Gefängnis&#10;Und dem engen Gespräch freudig sich rettet zu dir.&#10;Deiner Lüfte balsamischer Strom durchrinnt mich erquickend,&#10;Und den durstigen Blick labt das energische Licht.&#10;Kräftig auf blühender Au erglänzen die wechselnden Farben,&#10;Aber der reizende Streit löset in Anmut sich auf.&#10;Frei empfängt mich die Wiese mit weithin verbreitetem Teppich,&#10;Durch ihr freundliches Grün schlingt sich der ländliche Pfad,&#10;Um mich summt die geschäftige Bien′, mit zweifelndem Flügel&#10;Wiegt der Schmetterling sich über dem rötlichten Klee.&#10;Glühend trifft mich der Sonne Pfeil, still liegen die Weste,&#10;Nur der Lerche Gesang wirbelt in heiterer Luft.&#10;Doch jetzt braust′s aus dem nahen Gebüsch, tief neigen der Erlen&#10;Kronen sich, und im Wind wogt das versilberte Gras,&#10;Mich umfängt ambrosische Nacht; in duftende Kühlung&#10;Nimmt ein prächtiges Dach schattender Buchen mich ein,&#10;In des Waldes Geheimnis entflieht mir auf einmal die Landschaft,&#10;Und ein schlängelnder Pfad leitet mich steigend empor.&#10;Nur verstohlen durchdringt der Zweige laubigtes Gitter&#10;Sparsames Licht, und es blickt lachend das Blaue herein.&#10;Aber plötzlich zerreißt der Flor. Der geöffnete Wald gibt&#10;Überraschend des Tags blendendem Glanz mich zurück.&#10;Unabsehbar ergießt sich vor meinen Blicken die Ferne,&#10;Und ein blaues Gebirg endigt im Dufte die Welt.&#10;Tief an des Berges Fuß, der jählings unter mir abstürzt,&#10;Wallet des grünlichten Stroms fließender Spiegel vorbei.&#10;Endlos unter mir seh′ ich den Äther, über mir endlos,&#10;Blicke mit Schwindeln hinauf, blicke mit Schaudern hinab,&#10;Aber zwischen der ewigen Höh und der ewigen Tiefe&#10;Trägt ein geländerter Steig sicher den Wandrer dahin.&#10;Lachend fliehen an mir die reichen Ufer vorüber,&#10;Und den fröhlichen Fleiß rühmet das prangende Tal.&#10;Jene Linien, sieh! die des Landmanns Eigentum scheiden,&#10;In den Teppich der Flur hat sie Demeter gewirkt.&#10;Freundliche Schrift des Gesetzes, des Menschenerhaltenden Gottes,&#10;Seit aus der ehernen Welt fliehend die Liebe verschwand,&#10;Aber in freieren Schlangen durchkreuzt die geregelten Felder,&#10;Jetzt verschlungen vom Wald, jetzt an den Bergen hinauf&#10;Klimmend, ein schimmernder Streif, die Länder verknüpfende Straße,&#10;Auf dem ebenen Strom gleiten die Flöße dahin.&#10;Vielfach ertönt der Herden Geläut im belebten Gefilde,&#10;Und den Widerhall weckt einsam des Hirten Gesang.&#10;Muntre Dörfer bekränzen den Strom, in Gebüschen verschwinden&#10;Andre, vom Rücken des Bergs stürzen sie jäh dort herab.&#10;Nachbarlich wohnet der Mensch noch mit dem Acker zusammen,&#10;Seine Felder umruhn friedlich sein ländliches Dach,&#10;Traulich rankt sich die Reb′ empor an dem niedrigen Fenster,&#10;Einen umarmenden Zweig schlingt um die Hütte der Baum.&#10;Glückliches Volk der Gefilde! Noch nicht zur Freiheit erwachet,&#10;Teilst du mit deiner Flur fröhlich das enge Gesetz.&#10;Deine Wünsche beschränkt der Ernten ruhiger Kreislauf,&#10;Wie dein Tagewerk, gleich, windet dein Leben sich ab!&#10;Aber wer raubt mir auf einmal den lieblichen Anblick? Ein fremder&#10;Geist verbreitet sich schnell über die fremdere Flur!&#10;Spröde sondert sich ab, was kaum noch liebend sich mischte,&#10;Und das Gleiche nur ist′s, was an das Gleiche sich reiht.&#10;Stände seh ich gebildet, der Pappeln stolze Geschlechter&#10;Ziehn in geordnetem Pomp vornehm und prächtig daher.&#10;Regel wird alles, und alles wird Wahl und alles Bedeutung,&#10;Dieses Dienergefolg meldet den Herrscher mir an.&#10;Prangend verkündigen ihn von fern die beleuchteten Kuppeln,&#10;Aus dem felsigten Kern hebt sich die türmende Stadt.&#10;In die Wildnis hinaus sind des Waldes Faunen verstoßen,&#10;Aber die Andacht leiht höheres Leben dem Stein.&#10;Näher gerückt ist der Mensch an den Menschen. Enger wird um ihn,&#10;Reger erwacht, es umwälzt rascher sich in ihm die Welt.&#10;Sieh, da entbrennen in feurigem Kampf die eifernden Kräfte,&#10;Großes wirket ihr Streit, Größeres wirket ihr Bund.&#10;Tausend Hände belebt Ein Geist, hoch schläget in tausend&#10;Brüsten, von einem Gefühl glühend, ein einziges Herz,&#10;Schlägt für das Vaterland und glüht für der Ahnen Gesetze,&#10;Hier auf dem teuren Grund ruht ihr verehrtes Gebein.&#10;Nieder steigen vom Himmel die seligen Götter und nehmen&#10;In dem geweihten Bezirk festliche Wohnungen ein,&#10;Herrliche Gaben bescherend erscheinen sie; Ceres vor allen&#10;Bringet des Pfluges Geschenk, Hermes den Anker herbei,&#10;Bacchus die Traube, Minerva des Ölbaums grünende Reiser,&#10;Auch das kriegrische Ross führet Poseidon heran,&#10;Mutter Cybele spannt an des Wagens Deichsel die Löwen,&#10;In das gastliche Tor zieht sie als Bürgerin ein.&#10;Heilige Steine! Aus euch ergossen sich Pflanzer der Menschheit,&#10;Fernen Inseln des Meers sandtet ihr Sitten und Kunst,&#10;Weise sprachen das Recht an diesen geselligen Toren,&#10;Helden stürzten zum Kampf für die Penaten heraus.&#10;Auf den Mauren erschienen, den Säugling im Arme, die Mütter,&#10;Blickten dem Heerzug nach, bis ihn die Ferne verschlang.&#10;Betend stürzten sie dann vor der Götter Altären sich nieder,&#10;Flehten um Ruhm und Sieg, flehten um Rückkehr für euch.&#10;Ehre ward euch und Sieg, doch der Ruhm nur kehrte zurücke,&#10;Eurer Taten Verdienst meldet der rührende Stein:&#10;&amp;ldquo;Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest&#10;Uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.&amp;rdquo;&#10;Ruhet sanft, ihr Geliebten! Von eurem Blute begossen,&#10;Grünet der Ölbaum, es keimt lustig die köstliche Saat.&#10;Munter entbrennt, des Eigentums froh, das freie Gewerbe,&#10;Aus dem Schilfe des Stroms winket der bläulichte Gott.&#10;Zischend fliegt in den Baum die Axt, es erseufzt die Dryade,&#10;Hoch von des Berges Haupt stürzt sich die donnernde Last.&#10;Aus dem Felsbruch wiegt sich der Stein, vom Hebel beflügelt,&#10;In der Gebirge Schlucht taucht sich der Bergmann hinab.&#10;Mulcibers Amboss tönt von dem Takt geschwungener Hämmer,&#10;Unter der nervigten Faust sprützen die Funken des Stahls.&#10;Glänzend umwindet der goldene Lein die tanzende Spindel,&#10;Durch die Saiten des Garns sauset das webende Schiff.&#10;Fern auf der Reede ruft der Pilot, es warten die Flotten,&#10;Die in der Fremdlinge Land tragen den heimischen Fleiß,&#10;Andre ziehn frohlockend dort ein, mit den Gaben der Ferne,&#10;Hoch von dem ragenden Mast wehet der festliche Kranz.&#10;Siehe, da wimmeln die Märkte, der Kran von fröhlichem Leben,&#10;Seltsamer Sprachen Gewirr braust in das wundernde Ohr.&#10;Auf den Stapel schüttet die Ernten der Erde der Kaufmann,&#10;Was dem glühenden Strahl Afrikas Boden gebiert,&#10;Was Arabien kocht, was die äußerste Thule bereitet,&#10;Hoch mit erfreuendem Gut füllt Amalthea das Horn.&#10;Da gebieret das Glück dem Talente die göttlichen Kinder,&#10;Von der Freiheit gesäugt, wachsen die Künste der Lust.&#10;Mit nachahmendem Leben erfreuet der Bildner die Augen,&#10;Und vom Meißel beseelt, redet der fühlende Stein,&#10;Künstliche Himmel ruhn auf schlanken ionischen Säulen,&#10;Und den ganzen Olymp schließet ein Pantheon ein.&#10;Leicht wie der Iris Sprung durch die Luft, wie der Pfeil von der Senne,&#10;Hüpfet der Brücke Joch über den brausenden Strom.&#10;Aber im stillen Gemach entwirft bedeutende Zirkel&#10;Sinnend der Weise, beschleicht forschend den schaffenden Geist,&#10;Prüft der Stoffe Gewalt, der Magnete Hassen und Lieben,&#10;Folgt durch die Lüfte dem Klang, folgt durch den Äther dem Strahl,&#10;Sucht das vertraute Gesetz in des Zufalls grausenden Wundern,&#10;Sucht den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht.&#10;Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken,&#10;Durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.&#10;Da zerrinnt vor dem wundernden Blick der Nebel des Wahnes,&#10;Und die Gebilde der Nacht weichen dem tagenden Licht.&#10;Seine Fesseln zerbricht der Mensch. Der Beglückte! Zerriss er&#10;Mit den Fesseln der Furcht nur nicht den Zügel der Scham!&#10;Freiheit ruft die Vernunft, Freiheit die wilde Begierde,&#10;Von der heil′gen Natur ringen sie lüstern sich los.&#10;Ach, da reißen im Sturm die Anker, die an dem Ufer&#10;Warnend ihn hielten, ihn fasst mächtig der flutende Strom,&#10;Ins Unendliche reißt er ihn hin, die Küste verschwindet,&#10;Hoch auf der Fluten Gebirg wiegt sich entmastet der Kahn,&#10;Hinter Wolken erlöschen des Wagens beharrliche Sterne,&#10;Bleibend ist nichts mehr, es irrt selbst in dem Busen der Gott.&#10;Aus dem Gespräche verschwindet die Wahrheit, Glauben und Treue&#10;Aus dem Leben, es lügt selbst auf der Lippe der Schwur.&#10;In der Herzen vertraulichsten Bund, in der Liebe Geheimnis&#10;Drängt sich der Sykophant, reißt von dem Freunde den Freund,&#10;Auf die Unschuld schielt der Verrat mit verschlingendem Blicke,&#10;Mit vergiftendem Biss tötet des Lästerers Zahn.&#10;Feil ist in der geschändeten Brust der Gedanke, die Liebe&#10;Wirft des freien Gefühls göttlichen Adel hinweg.&#10;Deiner heiligen Zeichen, o Wahrheit, hat der Betrug sich&#10;Angemaßt, der Natur köstlichste Stimmen entweiht,&#10;Die das bedürftige Herz in der Freude Drang sich erfindet,&#10;Kaum gibt wahres Gefühl noch durch Verstummen sich kund.&#10;Auf der Tribüne prahlet das Recht, in der Hütte die Eintracht,&#10;Des Gesetzes Gespenst steht an der Könige Thron.&#10;Jahre lang mag, jahrhundertelang die Mumie dauern,&#10;Mag das trügende Bild lebender Fülle bestehn,&#10;Bis die Natur erwacht, und mit schweren ehernen Händen&#10;An das hohle Gebäu rühret die Not und die Zeit,&#10;Einer Tigerin gleich, die das eiserne Gitter durchbrochen&#10;Und des numidischen Walds plötzlich und schrecklich gedenkt,&#10;Aufsteht mit des Verbrechens Wut und des Elends die Menschheit,&#10;Und in der Asche der Stadt sucht die verlorne Natur.&#10;O so öffnet euch Mauren, und gebt den Gefangenen ledig,&#10;Zu der verlassenen Flur kehr er gerettet zurück!&#10;Aber wo bin ich? Es birgt sich der Pfad. Abschüssige Gründe&#10;Hemmen mit gähnender Kluft hinter mir, vor mir den Schritt.&#10;Hinter mir blieb der Gärten, der Hecken vertraute Begleitung,&#10;Hinter mir jegliche Spur menschlicher Hände zurück.&#10;Nur die Stoffe seh′ ich getürmt, aus welchen das Leben&#10;Keimet, der rohe Basalt hofft auf die bildende Hand.&#10;Brausend stürzt der Gießbach herab durch die Rinne des Felsen,&#10;Unter den Wurzeln des Baums bricht er entrüstet sich Bahn.&#10;Wild ist es hier und schauerlich öd. Im einsamen Luftraum&#10;Hängt nur der Adler und knüpft an das Gewölke die Welt.&#10;Hoch herauf bis zu mir trägt keines Windes Gefieder&#10;Den verlorenen Schall menschlicher Mühen und Lust.&#10;Bin ich wirklich allein? In deinen Armen, an deinem&#10;Herzen wieder, Natur, ach! und es war nur ein Traum,&#10;Der mich schaudernd ergriff mit des Lebens furchtbarem Bilde,&#10;Mit dem stürzenden Tal stürzte der finstre hinab.&#10;Reiner nehm′ ich mein Leben von deinem reinen Altare,&#10;Nehme den fröhlichen Mut hoffender Jugend zurück!&#10;Ewig wechselt der Wille den Zweck und die Regel, in ewig&#10;Wiederholter Gestalt wälzen die Taten sich um.&#10;Aber jugendlich immer, in immer veränderter Schöne&#10;Ehrst du, fromme Natur, züchtig das alte Gesetz,&#10;Immer dieselbe, bewahrst du in treuen Händen dem Manne,&#10;Was dir das gaukelnde Kind, was dir der Jüngling vertraut,&#10;Nährest an gleicher Brust die vielfach wechselnden Alter;&#10;Unter demselben Blau, über dem nämlichen Grün&#10;Wandeln die nahen und wandeln vereint die fernen Geschlechter,&#10;Und die Sonne Homers, siehe! sie lächelt auch uns.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommer [5]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-5/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:55:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-5/</guid><description>&lt;p&gt;Die Tage gehn vorbei mit sanfter Lüfte Rauschen,&#10;Wenn mit der Wolke sie der Felder Pracht vertauschen,&#10;Des Tales Ende trifft der Berge Dämmerungen,&#10;Dort, wo des Stromes Wellen sich hinabgeschlungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wälder Schatten sieht umhergebreitet,&#10;Wo auch der Bach entfernt hinuntergleitet,&#10;Und sichtbar ist der Ferne Bild in Stunden,&#10;Wenn sich der Mensch zu diesem Sinn gefunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Selbstmord</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-selbstmord/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:55:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-selbstmord/</guid><description>&lt;p&gt;O Jüngling, lern aus der Geschichte,&#10;die dich vielleicht zu Tränen zwingt,&#10;was für bejammernswerte Früchte&#10;die Liebe zu den Schönen bringt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Beispiel wohlerzogner Jugend,&#10;des alten Vaters Trost und Stab,&#10;ein Jüngling, der durch frühe Tugend&#10;zur größten Hoffnung Anlaß gab;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;den zwang die Macht der schönen Triebe,&#10;Climenen zärtlich nach zu gehn;&#10;er seufzt, er bat um Gegenliebe;&#10;allein vergebens war sein Flehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fußfällig klagt er ihr sein Leiden.&#10;Umsonst! Climenen heißt ihn fliehn.&#10;Ja, schreit er, ja ich will dich meiden,&#10;ich will mich ewig dir entziehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Seelchenbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-seelchenbaum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:54:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-seelchenbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Weit draußen, einsam im öden Raum&#10;steht ein uralter Weidenbaum&#10;noch aus den Heidenzeiten wohl,&#10;verknorrt und verrunzelt, gespalten und hohl.&#10;Keiner schneidet ihn, keiner wagt&#10;vorüberzugehn, wenn′s nicht mehr tagt,&#10;kein Vogel singt ihm im dürren Geäst,&#10;raschelnd nur spukt drin der Ost und West;&#10;doch wenn am Abend die Schatten düstern,&#10;hörst du′s wie Sumsen darin und Flüstern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nahst du der Weide um Mitternacht,&#10;du siehst sie von grauen Kindlein bewacht:&#10;Auf allen Ästen hocken sie dicht,&#10;lispeln und wispeln und rühren sich nicht.&#10;Das sind die Seelchen, die weit und breit&#10;sterben gemußt, eh′ die Tauf′ sie geweiht:&#10;Im Särglein liegt die kleine Leich′,&#10;nicht darf das Seelchen ins Himmelreich.&#10;Und immer neue, - siehst es du? -&#10;in leisem Fluge huschen dazu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schwörende Liebhaber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwoerende-liebhaber/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:54:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwoerende-liebhaber/</guid><description>&lt;p&gt;Ich schwör′ es dir, o Laura, dich zu hassen;&#10;Gerechten Haß schwör′ ich dir zu.&#10;Ich schwör′ es allen Schönen, sie zu hassen;&#10;Weil alle treulos sind, wie du.&#10;Ich schwör′ es dir, vor Amors Ohren,&#10;Daß ich – – ach! daß ich falsch geschworen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schreinergesell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schreinergesell/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:53:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schreinergesell/</guid><description>&lt;p&gt;My Hamberch hätt i glehrt, soso, lata;&#10;doch stoht mer ’s Trinke gar viil besser a&#10;as ’s Schaffe, sell bikenn i frei un frank;&#10;der Rucke bricht mer schier am Hobelbank.&#10;Drum het mer d’Muetter menggmool prophezait:&#10;&amp;ldquo;Du chunnsch ke Maister über wyt un brait ! &amp;quot;&#10;I ha ’s zletscht selber glaubt un denkt: Isch’s so,&#10;wie wird’s mer echterst in der Fremdi goh?&#10;Wie isch’s mer gange? Numme z’guet! I ha&#10;in wenig Wuche sibe Maister gha.&#10;O Müetterli, wie falsch hesch prophezait!&#10;I chömm kai Meister über, hesch mer gsait.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schlaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlaf/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:53:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlaf/</guid><description>&lt;p&gt;Verflucht ihr dunklen Gifte,&#10;Weißer Schlaf!&#10;Dieser höchst seltsame Garten&#10;Dämmernder Bäume&#10;Erfüllt von Schlangen, Nachtfaltern,&#10;Spinnen, Fledermäusen.&#10;Fremdling! Dein verlorner Schatten&#10;Im Abendrot,&#10;Ein finsterer Korsar&#10;Im salzigen Meer der Trübsal.&#10;Aufflattern weiße Vögel am Nachtsaum&#10;Uber stürzenden Städten&#10;Von Stahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schlaf, unser Schlaf ist ausgestorben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlaf-unser-schlaf-ist-ausgestorben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:52:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlaf-unser-schlaf-ist-ausgestorben/</guid><description>&lt;p&gt;Der Schlaf, unser Schlaf ist ausgestorben,&#10;Das Auge Gottes thront, rote Seidenschleier sein Lid.&#10;Die Nachstellungen der Mandarinen schrecken uns nicht mehr.&#10;Esel und Öchslein wohnen zu unseren Füßen im Bett&#10;Und reden bequem wie zu Weihnachten in Bethlehem.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Graf von Agaz reitet auf einem Leilaken: o Greco!&#10;Der Flügel eines Engels hängt rosenrot aus einer Wolke.&#10;Mit grünem Gockelschopf trittst du auf in den Kabaretten.&#10;Deine Kinderstirne, ist zahm vor mir.&#10;Du bist ein Tüchlein aus Purpur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schatten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:51:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schatten/</guid><description>&lt;p&gt;Von Dienern wimmelt’s früh vor Tag,&#10;Von Lichtern, in des Grafen Schloß.&#10;Die Reiter warten sein am Tor,&#10;Es wiehert morgendlich sein Roß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch er bei seiner Frauen steht&#10;Alleine noch im hohen Saal:&#10;Mit Augen gramvoll prüft er sie,&#10;Er spricht sie an zum letztenmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Wirst du, derweil ich ferne bin&#10;Bei des Erlösers Grab, o Weib,&#10;In Züchten leben und getreu&#10;Mir sparen deinen jungen Leib?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wirst du verschließen Tür und Tor&#10;Dem Manne, der uns lang entzweit,&#10;Wirst meines Hauses Ehre sein,&#10;Wie du nicht warest jederzeit?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Salm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-salm/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:51:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-salm/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Rheinsalm schwamm den Rhein&#10;bis in die Schweiz hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sprang den Oberlauf&#10;von Fall zu Fall hinauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war schon weißgottwo,&#10;doch eines Tages - oh! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;da kam er an ein Wehr:&#10;das maß zwölf Fuß und mehr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zehn Fuß - die sprang er gut!&#10;Doch hier zerbrach sein Mut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei Wochen stand der Salm&#10;am Fuß der Wasser-Alm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kehrte schließlich stumm&#10;nach Deutsch- und Holland um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sagenstein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sagenstein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:50:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sagenstein/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Bergen schleicht der Abendhauch, ein Raunen&#10;Im wüsten Hain.&#10;Das Tannenvolk umringt mit scheuem Staunen&#10;Den Sagenstein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier stund ein Schloß; sein Glitzern machte trunken&#10;Wie Abendstrahl.&#10;Verwunschen wards. Und wo die Pracht versunken,&#10;Bezeugt dies Mal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verdüstert hockt der Stein/ wie seinen Sorgen&#10;Ein Bettler grollt.&#10;Verkappter Fürst! Im Grunde dir geborgen&#10;Ruht Perl und Gold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Gräber drang noch durch die Felsenrinde&#10;Zum güldnen Schacht.&#10;Ein Glimmen winkt nur dem Johanniskinde&#10;In Zaubernacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sack und die Mäuse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sack-und-die-maeuse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:50:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sack-und-die-maeuse/</guid><description>&lt;p&gt;Ein dicker Sack voll Weizen stand&#10;Auf einem Speicher an der Wand. -&#10;Da kam das schlaue Volk der Mäuse&#10;Und pfiff ihn an in dieser Weise:&#10;&amp;ldquo;Oh, du da in der Ecke,&#10;Großmächtigster der Säcke!&#10;Du bist ja der Gescheitste,&#10;Der dickste und der Breitste!&#10;Respekt und Referenz&#10;Vor eurer Exzellenz!&amp;rdquo;&#10;Mit innigem Behagen hört&#10;Der Sack, daß man ihn so verehrt.&#10;Ein Mäuslein hat ihm unterdessen&#10;Ganz unbemerkt ein Loch gefressen.&#10;Es rinnt das Korn in leisem Lauf.&#10;Die Mäuse knuspern′s emsig auf.&#10;Schon wird er faltig, krumm und matt.&#10;Die Mäuse werden fett und glatt.&#10;Zuletzt, man kennt ihn kaum noch mehr,&#10;Ist er kaputt und hohl und leer.&#10;Erst ziehn sie ihn von seinem Thron;&#10;Ein jedes Mäuslein spricht ihm hohn;&#10;Und jedes, wie es geht, so spricht′s:&#10;&amp;ldquo;Empfehle mich, Herr Habenichts!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Roßschweif an der Krippe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rossschweif-an-der-krippe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:49:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rossschweif-an-der-krippe/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Landfahrer und Leutebetrüger ist einmal auf Landshut, so eine Stadt in Bayern, ankommen und hat daselbst austrommlen und ausrufen lassen, daß bei ihme eine Wundersach zu sehen seie, nämlich, er habe ein Pferd, welches den Kopf hat, wo andere Roß den Schweif, wer solches schauen will, der muß einen Groschen geben. Die Leute, so mehrerteils dem Vorwitz ergeben, sind in großer Menge zugeloffen. Nachdem nun alle bezahlet, da hat er den Stall eröffnet. Ein jeder wollte fast der erste darin sein, es wurden aber alle diesfalls ziemlich betrogen, maßen er das Pferd im Stall umgekehret und mit dem Schweif am Roßbahrn oder Krippen gebunden. »Da schauet«, sagt er, »andere Pferde haben den Kopf an diesem Ort, mein Roß aber den Schweif«, welches dann nicht ohne Gelächter abgeloffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rose süßer Duft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rose-suesser-duft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:48:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rose-suesser-duft/</guid><description>&lt;p&gt;Der Rose süßer Duft genügt,&#10;Man braucht sie nicht zu brechen -&#10;Und wer sich mit dem Duft begnügt,&#10;Den wird ihr Dorn nicht stechen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ritt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ritt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:48:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ritt/</guid><description>&lt;p&gt;Die Aeste greifen nach meinen Augen&#10;Im Einglas wirbelt weiß und lila schwarz und gelb&#10;Blutroter Dunst betastet zach die Sehnen&#10;Kriecht schleimend hoch und krampft in die Gelenke!&#10;Vom Wege vor mir reißt der Himmel Stücke!&#10;Ein Kindschrei gellt!&#10;Die Erde tobt, zerstampft in Flüche sich&#10;Mich und mein Tier&#10;Mein Tier und mich&#10;Tier mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ring des Polykrates</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ring-des-polykrates/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:47:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ring-des-polykrates/</guid><description>&lt;p&gt;Er stand auf seines Daches Zinnen,&#10;Er schaute mit vergnügten Sinnen&#10;Auf das beherrschte Samos hin.&#10;Dies alles ist mir untertänig,&#10;Begann er zu Egyptens König,&#10;Gestehe, daß ich glücklich bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast der Götter Gunst erfahren!&#10;Die vormals deines Gleichen waren,&#10;Sie zwingt jetzt deines Szepters Macht.&#10;Doch einer lebt noch, sie zu rächen,&#10;Dich kann mein Mund nicht glücklich sprechen,&#10;Solang des Feindes Auge wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eh&amp;rsquo; der König noch geendet,&#10;Da stellt sich, von Milet gesendet,&#10;Ein Bote dem Tyrannen dar:&#10;Laß, Herr! des Opfers Düfte steigen&#10;Und mit des Lorbeers muntern Zweigen&#10;Bekränze dir dein festlich Haar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Riese</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-riese/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:47:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-riese/</guid><description>&lt;p&gt;Es saß ein Mann gefangen&#10;Auf einem hohen Turm,&#10;Die Wetterfähnlein klangen&#10;Gar seltsam in den Sturm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und draußen hört′ er ringen&#10;Verworrner Ströme Gang,&#10;Dazwischen Vöglein singen&#10;Und heller Waffen Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Liedlein scholl gar lustig:&#10;Heisa, solang Gott will!&#10;Und wilder Menge Tosen;&#10;Dann wieder totenstill.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So tausend Stimmen irren,&#10;Wie Wind′ im Meere gehn,&#10;Sich teilen und verwirren,&#10;Er konnte nichts verstehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch spürt′ er, wer ihn grüße,&#10;Mit Schaudern und mit Lust,&#10;Es rührt′ ihm wie ein Riese&#10;Das Leben an die Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der rechte Barbier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rechte-barbier/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:46:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rechte-barbier/</guid><description>&lt;p&gt;Und soll ich nach Philisterart&#10;Mir Kinn und Wange putzen,&#10;So will ich meinen langen Bart&#10;Den letzten Tag noch nutzen;&#10;Ja! Ärgerlich, wie ich nun bin,&#10;Vor meinem Groll, vor meinem Kinn,&#10;Soll mancher noch erzittern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hola! Herr Wirt, mein Pferd! macht fort!&#10;Ihm wird der Hafer frommen.&#10;Habt ihr Barbierer hier im Ort?&#10;Laßt gleich den rechten kommen.&#10;Waldaus, waldein, verfluchtes Land!&#10;Ich ritt die Kreuz und Quer und fand&#10;Doch nirgends noch den rechten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der realistische Maler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-realistische-maler/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:45:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-realistische-maler/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Treu die Natur und ganz!&amp;rdquo; - Wie fängt er′s an:&#10;Wann wäre je Natur im Bilde abgetan?&#10;Unendlich ist das kleinste Stück der Welt! -&#10;Er malt zuletzt davon, was ihm gefällt.&#10;Und was gefällt ihm? Was er malen kann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Purzelbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-purzelbaum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:45:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-purzelbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Purzelbaum trat vor mich hin&#10;und sagte: &amp;ldquo;Du nur siehst mich&#10;und weißt, was für ein Baum ich bin:&#10;Ich schieße nicht, man schießt mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und trag ich Frucht? Ich glaube kaum;&#10;auch bin ich nicht verwurzelt.&#10;Ich bin nur noch ein Purzeltraum,&#10;sobald ich hingepurzelt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Je nun,&amp;rdquo; so sprach ich, &amp;ldquo;bester Schatz,&#10;du bist doch klug und siehst uns: -&#10;nun, auch für uns besteht der Satz:&#10;Wir schießen nicht, es schießt uns.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Philosoph und die Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-philosoph-und-die-sonne/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:44:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-philosoph-und-die-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Du edler Stern am hohen Himmelszelt,&#10;Du Herr und König deiner Brüder!&#10;Du bist so gut gesinnt – du wärmest uns die Welt,&#10;Und schmückst mit Blumen uns das Feld,&#10;Und machst den Bäumen Laub, den Vögeln bunt Gefieder;&#10;Du machst uns Gold, das Wunderding der Welt,&#10;Und Diamant, und seine Brüder;&#10;Kömmst alle Morgen fröhlich wieder,&#10;Und schüttest immer Strahlen nieder –&#10;Sprich edler Stern am hohen Himmelszelt,&#10;Wie wachsen dir die Strahlen wieder?&#10;Wie wärmest du? Wie schmückst du Wald und Feld?&#10;Wie machst du doch in aller Welt&#10;Dem Diamant sein Licht, dem Pfau sein schön Gefieder?&#10;Wie machst du Gold?&#10;Sprich liebe Sonn’, ich wüßt’ es gern.&#10;Die SonneWeiß ichs? Geh, frage meinen Herrn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Originaldichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-originaldichter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:44:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-originaldichter/</guid><description>&lt;p&gt;Original? Original? Potz Daus! -&#10;Doch nicht fürs Narrenhaus?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ölbaumgarten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-oelbaumgarten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:43:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-oelbaumgarten/</guid><description>&lt;p&gt;Er ging hinauf unter dem grauen Laub&#10;ganz grau und aufgelöst im Ölgelände&#10;und legte seine Stirne voller Staub&#10;tief in das Staubigsein der heißen Hände.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach allem dies. Und dieses war der Schluß.&#10;Jetzt soll ich gehen, während ich erblinde,&#10;und warum willst Du, daß ich sagen muß,&#10;Du seist, wenn ich Dich selber nicht mehr finde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich finde Dich nicht mehr. Nicht in mir, nein.&#10;Nicht in den andern. Nicht in diesem Stein.&#10;Ich finde Dich nicht mehr. Ich bin allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ödip des Sophokles</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-oedip-des-sophokles/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:42:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-oedip-des-sophokles/</guid><description>&lt;p&gt;Greuel, vor dem die Sonne sich birgt! Demselbigen Weibe&#10;Sohn zugleich und Gemahl, Bruder den Kindern zu sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Neuner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neuner/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:42:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neuner/</guid><description>&lt;p&gt;Wohlan, wohlauf du Schütze,&#10;Komm mit uns auf den Wall,&#10;Laß leuchten deine Blitze,&#10;Laß klingen Büchsenknall!&#10;Verschmähe nicht die Stütze,&#10;Denn sichrer trifft der Ball.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neun Jahre nun gesessen,&#10;Bist du im Thorthurm hier;&#10;Wie du dich hast vermessen,&#10;Erschieße Freiheit dir!&#10;Die Frevelthat vergessen,&#10;Verzeihen wollen wir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen dich erproben,&#10;Verwegner, blick empor!&#10;Die Wetterfahne droben&#10;Auf deinem finstern Thor,&#10;Sie sei zum Ziel erhoben&#10;Für dein geprüftes Rohr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der neue Komet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-komet/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:41:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-komet/</guid><description>&lt;p&gt;Er weis&amp;rsquo;t sich nicht geschichtlich nach,&#10;Kann sich nicht legitimiren.&#10;Und doch bewundernd, o der Schmach!&#10;Aller Augen nach ihm stieren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So plötzlich will er mit glänzendem Schweif&#10;Am hohen Himmel regieren?&#10;Nein, nein, wir haben von ihm nichts gewußt,&#10;Er darf nicht existiren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ein Nebel, es ist ein Phantom!&#10;Ein Komet ist es nun und nimmer!&#10;So groß war&amp;rsquo;n die Kometen alle nicht,&#10;Er ist ein falsches Geflimmer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der neue Faun</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-faun/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:41:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-faun/</guid><description>&lt;p&gt;Lau leuchtet die Größe des Himmels hernieder,&#10;In weichem Lichte glänzen die Glieder.&#10;Nur ist es verboten sie anzuschauen:&#10;Mit männlichem Auge die badenden Frauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein knisterndes Schilf, kein kicherndes Lachen,&#10;Die Augen der Badewärter wachen.&#10;Da hab′ ich nun mein Fernglas genommen&#10;Und habe von ferne die Dünen erklommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Kandidaten der Venus mit wallenden&#10;Mänteln kommen an sie gegangen:&#10;Ein Musenchor mit glatten abfallenden&#10;Weißscheinenden Mänteln kommt es gegangen.&#10;Ein Musenchor: wie große Vögel flatternd fallenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der neue Amadis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-amadis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:40:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-amadis/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich noch ein Knabe war,&#10;Sperrte man mich ein;&#10;Und so saß ich manches Jahr&#10;Über mir allein,&#10;Wie im Mutterleib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch du warst mein Zeitvertreib,&#10;Goldne Phantasie,&#10;Und ich ward ein warmer Held,&#10;Wie der Prinz Pipi,&#10;Und durchzog die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Baute manch kristallen Schloß&#10;Und zerstört es auch,&#10;Warf mein blinkendes Geschoß&#10;Drachen durch den Bauch,&#10;Ja, ich war ein Mann!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ritterlich befreit ich dann&#10;Die Prinzessin Fisch;&#10;Sie war gar zu obligeant,&#10;Führte mich zu Tisch,&#10;Und ich war galant.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der nächtliche Weg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-naechtliche-weg/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:39:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-naechtliche-weg/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ging den Weg einmal: da war ich sieben,&#10;So arm und reich!&#10;Mir war, ich hielt ein nacktes Schwert in Händen,&#10;Und selbst die Sterne bebten seinem Streich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit siebzehn ging ich wiederum den Weg&#10;Erst recht allein:&#10;Ein Etwas huschte in den blassen Winden,&#10;Von oben kam der fremden Welten Schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun führ ich dich, du spürst nur meine Hand:&#10;Einst war ich sieben &amp;hellip;&#10;Und das Vergangne glimmt, von Geisterhand&#10;Mit blassem Schein ins Dunkel hingeschrieben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der müde Soldat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-muede-soldat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:39:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-muede-soldat/</guid><description>&lt;p&gt;Nach dem Chinesischen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein kahles Mädchen. Heckenblaßentlaubt.&#10;Sie steht am Weg. Ich gehe weit vorbei.&#10;So stehen alle: Reih in Reih&#10;Und Haupt an Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was weiß ich noch von heiligen Gewässern&#10;Und von des Dorfes Abendrot?&#10;Ich bin gespickt mit tausend Messern&#10;Und müde von dem vielen Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kinder Augen sind wie goldner Regen,&#10;In ihren Händen glüht die Schale Wein.&#10;Ich will mich unter Bäumen schlafen legen&#10;Und kein Soldat mehr sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:38:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarz&#10;Graut&#10;Zerknittert schämig fahlig.&#10;Schweigen schleicht zu Bette!&#10;Schrecke lugen&#10;Horchen&#10;Ziepsen&#10;Drucken&#10;Ziepsen spürig&#10;Schrillen trotzig&#10;Rufen rufen&#10;Wachen auf&#10;Von Ast zu Ast.&#10;In die Winkel glupschen Lüfte&#10;Talpschen Dünste.&#10;Klatschen Flattern Knacken Schwirren&#10;Zerrt ins Fahle bleiche Fetzen!&#10;Blaublaß glasen Ströme zu Kristall!&#10;Klirrig&#10;Grellt der Himmel auf!&#10;Funken brennen&#10;Splitter glühen!&#10;Schauernd&#10;Wirbeln Tropfen Spiegel!&#10;Lichtgeblendet schwingt herauf&#10;Die Helle!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mord im Keller</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mord-im-keller/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:38:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mord-im-keller/</guid><description>&lt;p&gt;(aus Kriminal Sonette)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Raum der unterirdischen Apaschen&#10;Warf FRED ins Glas dem Fremden Kokain.&#10;DER FREUND, der hilfereich als Arzt erschien,&#10;Fischt dem Betäubten in den Manteltaschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Polizist will seinen Browning ziehn.&#10;Fred musste ihn von hinten überraschen.&#10;Ein Schuss. Gebrüll. Ein Scherbenberg von Flaschen.&#10;Ein Toter! Fred und sein Genosse fliehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Haus ölt Fred die Falltür zum Verschwinden.&#10;Die Polizei kordont den Häuserblock.&#10;(Die Doppeltüren knarren in den Spinden.)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mond an gewisse Sänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-an-gewisse-saenger/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:37:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-an-gewisse-saenger/</guid><description>&lt;p&gt;Hört auf, ihr Dichter! Stellt es ein,&#10;Dies aberwitz´ge Verse-Lallen!&#10;Denn fahrt ihr fort mit euren Reimerei´n-&#10;Ich schwör es euch bei meinem Schein!-&#10;So werd´ich schließlich aus den Wolken fallen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-7129/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:36:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-7129/</guid><description>&lt;p&gt;Gestirn der Trauer, liebliche Schutzgottheit&#10;Gestürzter Tempel, du der Ruinenwelt&#10;Schwermüth′ge Freundin, wie zur Heimath&#10;Hast du erkoren die stille Roma!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du selbst ja gleichst ihr: wie du dein heilig Licht&#10;Der Sonne dankst, der untergegangenen,&#10;So dankt auch sie die ew′ge Hoheit&#10;Ihrer entflohenen Herrschersonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo auch herab sich senke dein milder Blick,&#10;Ob auf die öden Mauern, wo einsam sich&#10;Die Straße windet und zuweilen&#10;Epheubewachsene Gräber düstern,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Metaphysiker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-metaphysiker/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:36:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-metaphysiker/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wie tief liegt unter mir die Welt!&#10;Kaum seh′ ich noch die Menschlein unten wallen!&#10;Wie trägt mich meine Kunst, die höchste unter allen,&#10;So nahe an des Himmels Zelt!&amp;rdquo;&#10;So ruft von seines Turmes Dache&#10;Der Schieferdecker, so der kleine große Mann,&#10;Hans Metaphysikus, in seinem Schreibgemache.&#10;Sag′ an, du kleiner großer Mann,&#10;Der Turm, von dem dein Blick so vornehm niederschauet,&#10;Wovon ist er - worauf ist er erbauet?&#10;Wie kamst du selbst hinauf - und seine kahlen Höhn,&#10;Wozu sind sie dir nütz, als in das Tal zu sehn?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch und die Güter des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-und-die-gueter-des-lebens/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:35:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-und-die-gueter-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Tausend Libellen umgaukeln den Menschen und schillern und locken,&#10;Aber die schönste ist grau, wenn er sie endlich erhascht.&#10;Wäre es anders und schmückte der goldene Staub, der die Flügel&#10;Jeder schweifenden ziert, eine gefangene nur;&#10;Glänzte das Gut, das wir haben, wie jenes, welches uns mangelt,&#10;Stände das Gut, das uns fehlt, nackt vor den Blicken, wie dies:&#10;Welch ein Heil für uns alle! Wir würden nicht töricht verlangen&#10;Und des bescheidensten Glücks ruhig und still uns erfreun!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch ist frei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-ist-frei/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:35:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-ist-frei/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch ist frei&#10;Er kann sein Teil sich wählen&#10;Er kann begeistert sein&#10;Er kann die Sterne zählen,&#10;Die mit des Lichtes Schein&#10;Den ewgen Willen Gottes ihm vermählen,&#10;Der Mensch ist frei,&#10;Wo herrlich eine Flamme&#10;Des Schöpfers glüht,&#10;Ob sie vom Schwerte stamme&#10;Ob aus dem Ölzweig blüht,&#10;Da stürzt der Geist&#10;Wie Meerflut aus dem Damme,&#10;Und wenn er gleich manch friedlos Werk zerreißt&#10;So keimt doch Segen aus der Zorngen Streit&#10;Nach ewigen Gesetzen lebt die Zeit.&#10;Und wie Gewitterwolken und die Blitze&#10;Zur Erde niederschmettern&#10;So auch der Krieg.&#10;Weh wer mit feigem Witze,&#10;Ein Obdach unter Eichen sucht vor Wettern,&#10;Die Eiche und der Feige wird getroffen,&#10;Was hat der Feige in der Welt zu hoffen&#10;Er ist schon tot, er war von jeher tot&#10;Und ewig stirbt er, sterben ist sein Leben,&#10;Der sich entzieht dem heiligsten Gebet,&#10;Dem wird kein Gott, kein Sieg je niederschweben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch ist bald vergessen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-ist-bald-vergessen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:34:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-ist-bald-vergessen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch ist bald vergessen&#10;der Mensch vergisst so bald,&#10;der Mensch hat nichts besessen,&#10;er sterb&amp;rsquo; jung oder alt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mensch ist bald vergessen,&#10;nur Gott vergisst uns nicht,&#10;hat unser Herz ermessen,&#10;wenn es in Schmerzen bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir steigen im Gebete&#10;zu ihm wie aus dem Tod,&#10;sein Hauch, der uns durchwehte,&#10;tat unserm Herzen not.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-2936/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:33:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-2936/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kind sucht Kindern oft den Apfel abzustreiten,&#10;Weil schon die Kinder Menschen sind:&#10;Auch der erwachsne Mensch ficht oft um Kleinigkeiten,&#10;Ist trostlos im Verlust, und prahlt, wann er gewinnt.&#10;Warum? Der Mensch bleibt noch ein Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch 2</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-2-8542/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:33:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-2-8542/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn aus sich lebt der Mensch und wenn sein Rest sich zeiget,&#10;So ist&amp;rsquo;s, als wenn ein Tag sich Tagen unterscheidet,&#10;Dass ausgezeichnet sich der Mensch zum Reste neiget,&#10;Von der Natur getrennt und unbeneidet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wie allein ist er im andern weiten Leben,&#10;Wo rings der Frühling grünt, der Sommer freundlich weilet,&#10;Bis dass das Jahr im Herbst hinunter eilet,&#10;Und immerdar die Wolken uns umschweben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mann spricht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mann-spricht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:32:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mann-spricht/</guid><description>&lt;p&gt;Du Weib bist Schale nur und Spiegel&#10;Der Taten, die mein Hirn erzeugt,&#10;Denn nur durch meines Kopfes Tiegel&#10;Das All nach Immer-Formung keucht.&#10;Ich bin der Mann, ich bin der Wille,&#10;Und du bist Weib und bist die Stille –&#10;Du bist die Ader, bist die Stirn,&#10;Doch ich bin Blut und heißes Hirn,&#10;Ich bin der Keim in deinem Schoß:&#10;Ich sprenge ihn ganz mitleidlos.&#10;Doch:&#10;Bin ich auch Schrei und du nur Kehle,&#10;Bin ich Orkan und du nur Ruh:&#10;So bist du Leib doch meiner Seele:&#10;Und Mensch bin ich und Mensch bist du!&#10;Und nur als Eins sind wir Vollendung:&#10;So wächst in unserm Einen Schoß&#10;Mein Schöpferdrang in Taten groß:&#10;Und du bist Werk und Alles-Endung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Maiabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maiabend/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:32:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maiabend/</guid><description>&lt;p&gt;Umweht von Maiduft,&#10;unter des Blütenbaums Helldunkel&#10;sehn wir Abendgewölk’ verglüh’n,&#10;des vollen Mond’s Aufgang erwartend&#10;und Philomelengesäng’ im Talbusch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lau war die Dämm’rung,&#10;traulicher scherzten wir,&#10;mit nachgeahmter Fröhlichkeit bald verstummt,&#10;in holdem Tiefsinn saß das Mägdlein,&#10;flüsterte wollen wir gehn, und ging nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mahner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mahner/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:31:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mahner/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bleibt ihr nur, Genossen meiner Zeit?&#10;Ich schau zurück und kann euch kaum noch sehn.&#10;Ein wirres Stimmentosen hör ich weit,&#10;weit hinter mir und kann es nicht verstehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich ruf euch zu, doch euerm Echo fehlt&#10;der Laut, der rein aus meiner Stimme klingt.&#10;Ich wink euch her. Doch ihr, wie unbeseelt,&#10;horcht tauben Ohrs, ob euch ein Stummer singt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergebne Zeichen! Aus den Zähnen pfeift&#10;mißtönig euer ärgerlicher Spott.&#10;Kommt nie die Zeit, da ihr die Zeit begreift?&#10;Tritt nie aus finstern Kirchen euer Gott?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der letzte Rausch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-rausch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:30:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-rausch/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Kräfte mürrisch mir ermatten,&#10;Und der Tod mich rief ans Telephon,&#10;Will ich mir noch einen Rausch gestatten&#10;In dem besten Wein von Avalon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber nicht am Tisch der alten Knaben,&#10;Wo das Leben säuerlich verschlammt:&#10;Meinen letzten Rausch, den will ich haben,&#10;Wo der erste mir das Blut entstammt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor den Bergen auf der grünen Welle,&#10;Wo das Landhaus meiner Eltern stand,&#10;Hat in froher Sommersonnenhelle&#10;Lieb′ und Wein zuerst in mir gebrannt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der letzte Baum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-baum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:30:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-baum/</guid><description>&lt;p&gt;So wie die Sonne untergeht,&#10;Gibt′s einen letzten Baum,&#10;Der, wie in Morgenflammen, steht&#10;Am fernsten Himmelssaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ein Baum und weiter nichts&#10;Doch denkt man in der Nacht&#10;Des letzten wunderbaren Lichts,&#10;So wird auch sein gedacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf gleiche Weise denk ich dein,&#10;Nun mich die Jugend läßt,&#10;Du hältst mir ihren letzten Schein&#10;Für alle Zeiten fest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Leiermann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-leiermann/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:29:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-leiermann/</guid><description>&lt;p&gt;Drüben hinter′m Dorfe&#10;Steht ein Leiermann,&#10;Und mit starren Fingern&#10;Dreht er was er kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Barfuß auf dem Eise&#10;Schwankt er hin und her;&#10;Und sein kleiner Teller&#10;Bleibt ihm immer leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keiner mag ihn hören,&#10;Keiner sieht ihn an;&#10;Und die Hunde brummen&#10;Um den alten Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er läßt es gehen&#10;Alles, wie es will,&#10;Dreht, und seine Leier&#10;Steht ihm nimmer still.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wunderlicher Alter,&#10;Soll ich mit dir gehn?&#10;Willst zu meinen Liedern&#10;Deine Leier drehn?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kuss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:29:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war bei Chloen ganz allein,&#10;Und küssen wollt ich sie:&#10;Jedoch sie sprach: sie würde schrein,&#10;Es sei vergebne Müh!&#10;Doch wagt ich es, und küsste sie,&#10;Wie oft? fällt mir nicht ein!&#10;Und schrie sie nicht? Ja wohl, sie schrie - -&#10;Doch lange hinter drein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kunstgriff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kunstgriff/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:28:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kunstgriff/</guid><description>&lt;p&gt;Wollt ihr zugleich den Kindern der Welt und den Frommen gefallen?&#10;Malet die Wolllust - nur malet den Teufel dazu!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kuckuck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuckuck/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:27:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuckuck/</guid><description>&lt;p&gt;Der Kuckuck sprach mit einem Star,&#10;der aus der Stadt entflohen war.&#10;&amp;ldquo;Was spricht man&amp;rdquo;, fing er an zu schrein,&#10;&amp;ldquo;was spricht man in der Stadt von unsern Melodein?&#10;Was spricht man von der Nachtigall?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Die ganze Stadt lobt ihre Lieder.&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;Und von der Lerche?&amp;rdquo; rief er wieder.&#10;&amp;ldquo;Die halbe Stadt lobt ihrer Stimme Schall.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Und von der Amsel?&amp;rdquo; fuhr er fort.&#10;&amp;ldquo;Auch diese lobt man hier und dort.&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;Ich muß dich doch noch etwas fragen:&#10;Was&amp;rdquo;, rief er, &amp;ldquo;spricht man denn von mir,&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Das&amp;rdquo;, sprach der Star, &amp;ldquo;das weiß ich nicht zu sagen;&#10;denn keine Seele red′t von dir.&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;So will ich&amp;rdquo;, fuhr er fort, &amp;ldquo;mich an dem Undank rächen&#10;und ewig von mir selber sprechen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kompanie bei ihrem ersten Kränzchen im Winter 1821</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kompanie-bei-ihrem-ersten-kraenzchen-im-winter-1821/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:27:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kompanie-bei-ihrem-ersten-kraenzchen-im-winter-1821/</guid><description>&lt;p&gt;Heran! heran! du edler Circulus&#10;Heran! heran! zum frohen Bundesmahle!&#10;Reicht euch die Hand; gebt euch den Bruderkuß,&#10;Schließt dichter euch bei teegefüllter Schale!&#10;Wir weihen heut, was uns so fest verband,&#10;O Bruderbund! dir schwören wir aufs neue,&#10;Und fester Sinn und Bruderlieb und Freundestreue&#10;Sei heut gelobt, wir schwören′s Hand in Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie, mit Tee bereitet ihr das Fest?&#10;Mit Tee? Kann dies ein deutscher Bursche wagen?&#10;So ist dahin der alten Tage Rest,&#10;Wo stets beim Bier die flottsten Bursche lagen!&#10;Umsonst mein Aug die vollen Humpen sucht;&#10;Ruchlos Geschlecht! das sich vom Bier gewendet,&#10;O Bierkomment, du Väterbrauch! das dich geschändet!&#10;So ist dahin der alten Väter Zucht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Komiker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-komiker/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:26:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-komiker/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Komiker von erstem Rang&#10;Ging eine Straße links entlang.&#10;Die Leute sagten rings umher&#10;Hindeutend: Das ist der und der!&#10;Der Komiker fuhr aus der Haut&#10;Nach Haus und würgte seine Braut.&#10;Nicht etwa wie von ungefähr,&#10;Nein ernst, als ob das komisch wär′.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der König</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-koenig/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:26:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-koenig/</guid><description>&lt;p&gt;Der König ist sechzehn Jahre alt.&#10;Sechzehn Jahre und schon der Staat.&#10;Er schaut, wie aus einem Hinterhalt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;vorbei an den Greisen vom Rat&#10;in den Saal hinein und irgendwo hin&#10;und fühlt vielleicht nur dies:&#10;an dem schmalen langen harten Kinn&#10;die kalte Kette vom Vlies.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Todesurteil vor ihm bleibt&#10;lang ohne Namenszug.&#10;Und sie denken: wie er sich quält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wüßten, kennten sie ihn genug,&#10;daß er nur langsam bis siebzig zählt&#10;eh er es unterschreibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der König in Thule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-koenig-in-thule/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:25:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-koenig-in-thule/</guid><description>&lt;p&gt;Es war ein König in Thule&#10;Gar treu bis an das Grab,&#10;Dem sterbend seine Buhle&#10;Einen goldnen Becher gab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ging ihm nichts darüber,&#10;Er leert&amp;rsquo; ihn jeden Schmaus;&#10;Die Augen gingen ihm über,&#10;Sooft er trank daraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er kam zu sterben,&#10;Zählt&amp;rsquo; er seine Städt im Reich,&#10;Gönnt&amp;rsquo; alles seinem Erben,&#10;Den Becher nicht zugleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er saß beim Königsmahle,&#10;Die Ritter um ihn her,&#10;Auf hohem Vätersaale,&#10;Dort auf dem Schloß am Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kölner Mummenschanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-koelner-mummenschanz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:25:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-koelner-mummenschanz/</guid><description>&lt;p&gt;Fastnacht 1825&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da das Alter, wie wir wissen,&#10;Nicht für Torheit helfen kann,&#10;Wär es ein gefundner Bissen&#10;Einem heitern alten Mann,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß am Rhein, dem vielbeschwommnen,&#10;Mummenschar sich zum Gefecht&#10;Rüstet gegen angekommnen&#10;Feind, zu sichern altes Recht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch dem Weisen fügt behäglich&#10;Sich die Torheit wohl zur Hand,&#10;Und so ist es gar verträglich,&#10;Wenn er sich mit euch verband.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selbst Erasmus ging den Spuren&#10;Der Moria scherzend nach,&#10;Ulrich Hutten mit Obskuren&#10;Derbe Lanzenkiele brach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Knabe mit dem Erdbeerschlag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-mit-dem-erdbeerschlag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:24:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-mit-dem-erdbeerschlag/</guid><description>&lt;p&gt;E Büebli lauft, es goht in Wald&#10;am Sunntig Noomittag;&#10;es chunnt in d’Hürst un findet bald&#10;Erdbeeri, Schlag an Schlag;&#10;es günnt un ißt si halber z’tot&#10;un denkt: Das isch my Obebrot.&#10;Un wie n es ißt, se ruuscht’s im Laub;&#10;es chunnt e schöne Chnab.&#10;Er het e Rock wie Silberstaub&#10;un trait e goldige Stab.&#10;Er glänzt wie d’Sunn am Schwyzer Schnee.&#10;Sy Lebe lang het’s nüt so gseh.&#10;Druf redt der Chnab my Büebli a:&#10;&amp;ldquo;Was issisch?I halt’s mit!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;He, nüt !&amp;rdquo; sait’s Büebli, luegt en a&#10;un lüpft sy Chäppli nit.&#10;Druf sait der Chnab: &amp;ldquo;He, issisch nüt,&#10;du grobe Burst, se battet’s nüt !&amp;rdquo;&#10;Verschwunden isch my Chnab, un ’s stöhn&#10;di nöchste Hürst im Duft;&#10;druus fliegt en Engeli wunderschön&#10;uf in die blaui Luft;&#10;un ’s Büebli stoht un luegt ein noo&#10;un chratzt im Hoor un lauft dervo.&#10;Un siider isch kai Sege meh&#10;im Beeri-Esse gsi.&#10;I ha my Lebtig nüt so gseh,&#10;si bschießen ebe nie.&#10;Iß Hampfle voll, so viil de witt,&#10;si stille der dy Hunger nit!&#10;Was gib i der für Lehre drii?&#10;Was saisch derzue? Me mueß&#10;vor fremde Lüte fründli sii&#10;mit Wort un Red un Grueß&#10;un’s Chäppli lüpfe z’rechter Zyt;&#10;sust het me Schimpf un chunnt nit wyt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Käfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kaefer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:23:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kaefer/</guid><description>&lt;p&gt;Der Chäfer fliegt der Jilge zu,&#10;es sizt e schönen Engel dört,&#10;er wirtet gwis mit Blumesaft,&#10;und ‘s chostet nit vil, hani ghört.&#10;Der Engel seit: »Was wär der lieb?« –&#10;»Ne Schöpli Alte hätti gern!«&#10;Der Engel seit: »Sel cha nit si,&#10;sie hen en alle trunke fern.« –&#10;»Se schenk e Schöpli Neuen i!« –&#10;»Do hesch eis!« het der Engel gseit.&#10;Der Chäfer trinkt, und ‘s schmeckt em wohl,&#10;er fragt: »Was isch mi Schuldigkeit?«&#10;Der Engel seit: »He, ‘s chostet nüt!&#10;Doch richtsch mer gern e Gfallen us,&#10;weisch was, se nimm das Blumemehl,&#10;und tragmer’s dört ins Nochbers Hus!«&#10;Er het zwor selber, was er brucht,&#10;doch freut’s en, und er schickt mer au&#10;mengmol e Hämpfeli Blumemehl,&#10;mengmol e Tröpfli Morgetau.«&#10;Der Chäfer seit: »Jo frili, jo!&#10;Vergelt’s Gott, wenn de z’friede bisch.«&#10;Druf treit er’s Mehl ins Nochbers Hus,&#10;wo wieder so en Engel isch.&#10;Er seit: »I chumm vom Nochber her,&#10;Gott grüeß di, und er schickt der do,&#10;au Blumemehl!« Der Engel seit:&#10;»De hättsch nit chönne juster cho.«&#10;Er ladet ab; der Engel schenkt&#10;e Schöpli gute Neuen i.&#10;Er seit: »Do trink eis, wenn de magsch!«&#10;Der Chäfer seit: »Sel cha scho si!«&#10;Druf fliegt er zu sim Schätzli heim,&#10;‘s wohnt in der nöchste Haselhurst.&#10;Es balgt und seit: »Wo blibsch so lang?«&#10;Er seit: »Was chani für mi Durst?«&#10;Jez luegt er’s a, und nimmt’s in Arm,&#10;er chüßt’s, und isch bim Schätzli froh.&#10;Druf leit er si ins Totebett,&#10;und seit zum Schätzli: »Chumm bald no!«&#10;Gell, Sepli, ‘s dunkt di ordeli!&#10;De hesch au so ne lustig Bluet.&#10;Je, so ne Lebe, liebe Fründ,&#10;es isch wohl für e Tierli guet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jüngling in der Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-in-der-landschaft/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:23:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-in-der-landschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Die Gärtner legten ihre Beete frei,&#10;Und viele Bettler waren überall&#10;Mit schwarzverbundnen Augen und mit Krücken&#10;Doch auch mit Harfen und den neuen Blumen,&#10;Dem starken Duft der schwachen Frühlingsblumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die nackten Bäume ließen alles frei:&#10;Man sah den Fluß hinab und sah den Markt,&#10;Und viele Kinder spielen längs den Teichen.&#10;Durch diese Landschaft ging er langsam hin&#10;Und fühlte ihre Macht und wußte - daß&#10;Auf ihn die Weltgeschicke sich bezogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jüngling am Bache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-am-bache/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:22:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-am-bache/</guid><description>&lt;p&gt;An der Quelle saß der Knabe,&#10;Blumen wand er sich zum Kranz.&#10;Und er sah sie fortgerissen,&#10;Treiben in der Wellen Tanz.&#10;Und so fliehen meine Tage,&#10;Wie die Quelle, rastlos hin!&#10;Und so bleichet meine Jugend,&#10;Wie die Kränze schnell verblühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fraget nicht, warum ich traure&#10;In des Lebens Blütenzeit!&#10;Alles freuet sich und hoffet,&#10;Wenn der Frühling sich erneut.&#10;Aber diese tausend Stimmen&#10;Der erwachenden Natur&#10;Wecken in dem tiefen Busen&#10;Mir den schweren Kummer nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jäger am Mummelsee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jaeger-am-mummelsee/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:22:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jaeger-am-mummelsee/</guid><description>&lt;p&gt;Der Jäger trifft nicht Hirsch, nicht Reh,&#10;Verdrießlich geht er am Mummelsee. –&#10;»Was sitzet am Ufer? – ein Waldmännlein.&#10;Mit Golde spielt es im Abendschein!« –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jäger legt an: »du Waldmännlein&#10;Bist heute mein Hirsch, dein Gold ist mein!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Männlein aber taucht unter gut, –&#10;Der Schuß geht über die Mummelflut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»»Ho, ho, du toller Jägersmann,&#10;Schieß du auf – was man treffen kann!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geschenkt hätt ich dir all das Gold,&#10;Du aber hasts mit Gewalt gewollt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jäger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jaeger-5376/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:21:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jaeger-5376/</guid><description>&lt;p&gt;Es stürzt der Bach, es starrt der Fels,&#10;Am hohen Zweige schwankt der Rab -&#10;In schweren, weißen Flocken&#10;Sinkt still der Himmel herab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So feenhaft, so heimlich fremd,&#10;So sonderbar ists rings umher,&#10;Ich komme von den Bergen,&#10;Die Kugel im Gewehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort drüben, wo das Mühlrad ging,&#10;Der Müller ist verdorben bald,&#10;Hat sie gewohnt, der Engel,&#10;Im dunklen tiefen Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß nicht wie zu Muth mir wird,&#10;So kindlich und so feierlich,&#10;So festlich stehn die Tannen,&#10;Kein Lüftchen reget sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Irrthum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-irrthum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:20:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-irrthum/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, liebe Mutter, ihr habt Recht,&#10;Daß ich der Männer falsch Geschlecht,&#10;Wie ihr verlangt, zu hassen schwur:&#10;Doch da ich schwur, da kannt ich meine Vettern nur:&#10;Da glaubt ich, alle Männer wären&#10;Den alten Zänkern gleich:&#10;Doch Mutter, wenn ihrs glaubt, o so betrügt ihr euch!&#10;Da solltet ihr den jungen Damon sehn:&#10;O der ist frisch! o der ist schön!&#10;Ich weiß, ihr würdet ihn zu lieben nicht verschwören!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Individualist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-individualist/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:20:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-individualist/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Weib zu suchen! Wozu? Das Geschäft&#10;Besorgen noch immer hundert und aberhundert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sterben! Warum? Die Arbeit&#10;Wird heute von tausend gesunden Männern getan.&#10;Was kann ich Besonderes tun? Ohne Sorge sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Himmel senket sich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-himmel-senket-sich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:19:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-himmel-senket-sich/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel senket sich,&#10;er kommt und wird zur Erden.&#10;Wann steigt die Erd´empor&#10;und wird zum Himmel werden?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst-1598/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:19:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst-1598/</guid><description>&lt;p&gt;Den blauen Aether decket&#10;Ein grauer Wolkenhimmel,&#10;Und leichenbleiche Dünste&#10;Ziehn, alle Augenblicke&#10;In andere Gestalten&#10;Sich launenhaft verwandelnd,&#10;In mehr als einer Reihe&#10;Auf höhrer Winde Flügeln&#10;(Denn Ruhe herrscht auf Erden)&#10;Vom Süden nach dem Norden.&#10;In lauten Schaaren ziehen&#10;Die wetterkund′gen Schwalben,&#10;Die wolkenfrohen Lerchen,&#10;Selbst ihr, o Nachtigallen,&#10;In Eile nach dem Süden,&#10;Dem Sommer nach, wie Diener&#10;Dem reisenden Gebieter.&#10;Das Wandern dieser Wolken&#10;Vom Süden nach dem Norden,&#10;Das Wandern dieser Vögel&#10;Vom Norden nach dem Süden,&#10;Sie künden uns den Herbst an.&#10;Vorüber, ach! vorüber&#10;Sind deine heitern Tage&#10;Und tagehellen Nächte,&#10;O freudenvoller Sommer!&#10;Bald wird des Herbstes Odem&#10;Die letzten Blumen tödten,&#10;Mit grimmem Arme schüttelt&#10;Das Laub er von den Bäumen,&#10;Das Laub er von den Büschen!&#10;Schon decken keine Heerden&#10;Die Fluren mehr! Ihr traurig&#10;Gebrüll ertönt aus düstern&#10;Und kerkergleichen Ställen&#10;Der Arme sieht mit Grauen&#10;Den nicht mehr fernen Winter&#10;Mit seinen Frösten nahen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Heideknabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-heideknabe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:18:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-heideknabe/</guid><description>&lt;p&gt;Der Knabe träumt, man schicke ihn fort&#10;Mit dreißig Talern zum Heideort,&#10;Er ward drum erschlagen am Wege&#10;Und war doch nicht langsam und träge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch liegt er im Angstschweiß, da rüttelt ihn&#10;Sein Meister, und heißt ihm, sich anzuziehn&#10;Und legt ihm das Geld auf die Decke&#10;Und fragt ihn, warum er erschrecke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ach Meister, mein Meister, sie schlagen mich tot,&#10;Die Sonne, sie ist ja wie Blut so rot!&amp;rdquo;&#10;Sie ist es für dich nicht alleine,&#10;Drum schnell, sonst mach′ ich dir Beine!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hagel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hagel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:17:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hagel/</guid><description>&lt;p&gt;Kommt Mädchen, laßt uns eilig&#10;Die schönen Perlen sammeln,&#10;Die uns der gute Himmel&#10;Mit vollen Händen zuwirft!&#10;Dann wollen wir in Schnüre&#10;Sie fassen, und am Halse&#10;Und zwischen unsern Locken&#10;Sie tragen, wie die Töchter&#10;Der Reichen, die von nun an&#10;So stolz nicht und verächtlich&#10;Auf uns herabsehn werden.&#10;Seht wie sie groß und rund sind&#10;Und klar, als wären wirklich&#10;Sie alle von Krystalle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht um euch zu bereichern,&#10;Ließ uns vor euch der Himmel&#10;In solcher Menge fallen.&#10;Ihr sollet euch ergötzen&#10;An unsrer Form und Klarheit.&#10;Wünscht und erfleht vom Himmel,&#10;O Mädchen, nichts als was euch&#10;Zum Leben unentbehrlich&#10;Ist: Speise, Trank und Kleidung&#10;Und eine Hütte, die euch&#10;Vor Wind und Regen schütze.&#10;Denn Reichthum, liebe Mädchen,&#10;Verhärtet nur die Herzen,&#10;Erzeuget Neid und Hochmuth.&#10;Seht, wir vergehen alle&#10;In euern jungen Händen.&#10;So kommen und verschwinden&#10;Die Schätze bei den Menschen;&#10;Man kann auf sie nicht rechnen,&#10;Wir aber, holde Mädchen,&#10;Verwandeln uns in Wasser,&#10;So klar und rein, daß keines&#10;Von allen euern Quellen&#10;Es jemals wagt, mit uns sich&#10;An Reinheit zu vergleichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gute Ofen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gute-ofen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:17:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gute-ofen/</guid><description>&lt;p&gt;Durchschnittsleute sind wie Ofenkacheln,&#10;Die, wenn wir′ mal selbst nicht glühn und schwärmen,&#10;Uns die Stube doch behaglich wärmen,&#10;Kalten Stunden nehmen ihre Stacheln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darum schmäht den Ofen nicht, den braven!&#10;Eine Wohltat ist er unsern Häuten:&#10;Und auf seinen Bänken, die wir scheuten,&#10;Läßt sich immer noch am besten schlafen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der großmüthige Herr und seine Sklaven</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grossmuethige-herr-und-seine-sklaven/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:16:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grossmuethige-herr-und-seine-sklaven/</guid><description>&lt;p&gt;Auf dem Aegäermeer wird einst ein Handelsmann&#10;Von einem schnellen Sturm ergriffen.&#10;Er wendet sich, so gut er kann,&#10;Und darf nur langsam seitwärts schiffen.&#10;Allein es mehret sich die Noth,&#10;Er und die meisten Sklaven klagen;&#10;Die alten hoffen auf den Tod,&#10;Die jungen melden sich, die Rettung noch zu wagen;&#10;Nur halten sie dafür um ihre Freiheit an,&#10;Doch die wird allen abgeschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald aber reißt der Sturm Mast, Stamm und Segel nieder.&#10;Da ruft er: Freunde, fasset Muth!&#10;Wir sinken; doch ich bin euch gut;&#10;Ich geb′ euch jetzt die Freiheit wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der große Unbekannte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grosse-unbekannte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:16:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grosse-unbekannte/</guid><description>&lt;p&gt;Da sprach ich keck -&#10;ich kannte ihn ja nicht:&#10;Du großer Unbekannter,&#10;dein Gesicht&#10;macht stolz und selig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich preis ihn laut,&#10;so wie man Menschen preist,&#10;ganz ohne Scham und Scheu.&#10;Er war zu wundervoll,&#10;zu groß für Scheu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Lob bewölkt nicht&#10;sein klares Angesicht.&#10;Da erst erkannte ich&#10;und rief erschüttert: Gott!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Grieche im Norden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grieche-im-norden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:15:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grieche-im-norden/</guid><description>&lt;p&gt;Gerne glaub′ ich an die Mythe,&#10;Freund, daß aus der Nymphen Schar&#10;Im Gefolg′ der Amphitrite&#10;Eine deine Mutter war,&#10;Daß am Klippenstrand von Delos,&#10;Bald in Grotten, meerumschäumt,&#10;Bald auf Halden, ewig schneelos,&#10;Du die Kinderzeit verträumt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort auf eines Felshangs Rasen&#10;Lagst du bei der Flut Geroll,&#10;Wenn das Muschelhörnerblasen&#10;Der Tritonen vor dir scholl&#10;Und der Nereiden Lachen,&#10;Die in des Poseidon Zug&#10;Auf gezäumten Meeresdrachen&#10;Hin und her die Woge schlug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Graben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:14:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graben/</guid><description>&lt;p&gt;Mutter, wozu hast Du Deinen aufgezogen,&#10;Hast Dich zwanzig Jahr&amp;rsquo; um ihn gequält?&#10;Wozu ist er Dir in Deinen Arm geflogen,&#10;Und Du hast ihm leise was erzählt?&#10;Bis sie ihn Dir weggenommen haben&#10;Für den Graben, Mutter, für den Graben!&#10;Junge, kannst Du noch an Vater denken?&#10;Vater nahm Dich oft auf seinen Arm,&#10;Und er wollt&amp;rsquo; Dir einen Groschen schenken,&#10;Und er spielte mit Dir Räuber und Gendarm&#10;Bis sie ihn Dir weggenommen haben&#10;Für den Graben, Junge, für den Graben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gorilla</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gorilla/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:14:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gorilla/</guid><description>&lt;p&gt;Er atmet ihre Schwüle längst nicht mehr,&#10;Doch lastet seinem Nacken immer noch der Traum der großen Seen&#10;Und läßt ihn tief zum Sand gebückt und schwer&#10;Im Takt zur Wiederkehr der Eisenstäbe gehn.&#10;Er möchte wohl der Glanz der Papageien sein,&#10;Das Duften der Reseden und der Walzerklang,&#10;Doch bricht kein Strahl den trüben Spiegel seines Auges ein:&#10;Die Hand trägt still gefaltet den beträumten Gang&#10;Dem fremden Leuchten still und fremd vorbei.&#10;Manchmal, im Schrei,&#10;Der fernher trifft, fühlt er sich jäh dem Schlund&#10;Des Schlafes steil emporgereckt entragen&#10;Und knirschend seiner Stirne aufgewandtes Rund&#10;An steingewölbte Firmamente schlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Glückliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckliche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:13:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckliche/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab ein Liebchen lieb recht von Herzen,&#10;Hellfrische Augen hats wie zwei Kerzen,&#10;Und wo sie spielend streifen das Feld,&#10;Ach, wie so lustig glänzet die Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie in der Waldnacht zwischen den Schlüften&#10;Plötzlich die Täler sonnig sich klüften,&#10;Funkeln die Ströme, rauscht himmelwärts&#10;Blühende Wildnis - so ist mein Herz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie vom Gebirge ins Meer zu schauen,&#10;Wie wenn der Seefalk, hangend im Blauen,&#10;Zuruft der dämmernden Erd, wo sie blieb? -&#10;So unermeßlich ist rechte Lieb!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der glückliche Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckliche-dichter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:13:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckliche-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Dichter, der bei Hofe war -&#10;Bei Hofe? Was? bei Hofe gar?&#10;Wie kam er denn zu dieser Ehre?&#10;Ich wüßte nicht, was ein Poet,&#10;Ein Mensch, der nichts vom Recht und Staat versteht,&#10;Was der bei Hofe nötig wäre?&#10;Was ein Poet bei Hofe nötig ist?&#10;Ja, Freund, du hast wohl recht zu fragen.&#10;Mich ärgert′s, daß August zween Dichter gern vertragen,&#10;Die man doch itzt kaum in den Schulen liest.&#10;Was ist′s denn nun mit zehn Racinen&#10;Und Molieren? Nichts! Gar nichts, der eine macht,&#10;Daß man bei Hofe weint, der andre, daß man lacht,&#10;Das heißt dem Staate trefflich dienen,&#10;Dadurch wird ja kein Groschen eingebracht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Giaur -Fragment-</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-giaur-fragment/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:12:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-giaur-fragment/</guid><description>&lt;p&gt;Als Vampyr fährst zur Erde du,&#10;Dein Leichnam hat im Grab nicht Ruh,&#10;Gespenstisch schleicht er durch dein Haus,&#10;Saugt?s Herzblut all der deinen aus,&#10;Daß Schwester, Mutter, Gattin hold,&#10;Tief nachts der Lebensstrom entrollt;&#10;Doch deinem Leichnam, kraß und fahl,&#10;Soll Ekel sein solch Henkersmal;&#10;Dein Opfer soll in dir, eh?s starb,&#10;Den Dämon kennen, der?s verdarb;&#10;Dir fluchen soll?s, du sollst?s verdammen,&#10;Kein Sproß soll deinem Haus entstammen&amp;hellip;&#10;Von hag?rer Lipp? und eklem Zahn&#10;Träuft?s beste Blut der deinen dann,&#10;Bis heimgejagt ins Grab voll Grausen,&#10;Du mit der Höllenschar mögst hausen,&#10;Die vor?m Gespenst, mehr fluchenswert&#10;Als sie, sich schaudern abwärts kehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gewitterabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gewitterabend/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:11:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gewitterabend/</guid><description>&lt;p&gt;O die roten Abendstunden!&#10;Flimmernd schwankt am offenen Fenster&#10;Weinlaub wirr ins Blau gewunden,&#10;Drinnen nisten Angstgespenster.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Staub tanzt im Gestank der Gossen.&#10;Klirrend stößt der Wind in Scheiben.&#10;Einen Zug von wilden Rossen&#10;Blitze grelle Wolken treiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laut zerspringt der Weiherspiegel.&#10;Möven schrein am Fensterrahmen.&#10;Feuerreiter sprengt vom Hügel&#10;Und zerschellt im Tann zu Flammen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kranke kreischen im Spitale.&#10;Bläulich schwirrt der Nacht Gefieder.&#10;Glitzernd braust mit einem Male&#10;Regen auf die Dächer nieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Geizhals</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geizhals/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:11:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geizhals/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Geizhals fiel in einen Fluß, der tief&#10;Und reissend war. Ein Fischer, der das Leben&#10;Ihm retten wollte, sprang hinein und rief:&#10;Er möchte nur die Hand ihm geben;&#10;Allein der Geizhals sprach, indem er untersank:&#10;Ich kann nichts geben, und ertrank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Geheimnißvolle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geheimnissvolle/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:10:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geheimnissvolle/</guid><description>&lt;p&gt;Der Zischler Aeltester, Bisbill,&#10;Lehrt heimlich, was er lehren will,&#10;Und spricht mit allen im Vertrauen.&#10;Noch gestern hat er, recht erstaunt,&#10;Mir, unter uns, ins Ohr geraunt:&#10;»Der Preußen König weiß zu siegen und zu bauen.«&#10;Der Nachricht gab ich gern Gehör,&#10;Und sagt′ ihm: »Unter uns! der König weiß noch mehr.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gefangene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene-6355/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:10:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene-6355/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Hand hat nur noch eine&#10;Gebärde, mit der sie verscheucht;&#10;auf die alten Steine&#10;fällt es aus Felsen feucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich höre nur dieses Klopfen&#10;und mein Herz hält Schritt&#10;mit dem Gehen der Tropfen&#10;und vergeht damit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tropften sie doch schneller,&#10;käme doch wieder ein Tier.&#10;Irgendwo war es heller -.&#10;Aber was wissen wir.&#10;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denk dir, das was jetzt Himmel ist und Wind,&#10;Luft deinem Mund und deinem Auge Helle,&#10;das würde Stein bis um die kleine Stelle&#10;an der dein Herz und deine Hände sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fundator</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fundator/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:09:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fundator/</guid><description>&lt;p&gt;Im Westen schwimmt ein falber Strich,&#10;Der Abendstern entzündet sich&#10;Grad überm Sankt Georg am Tore;&#10;Schwer haucht der Dunst vom nahen Moore.&#10;Schlaftrunkne Schwäne kreisen sacht&#10;Ums Eiland, wo die graue Wacht&#10;Sich hebt aus Wasserbins′ und Rohre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf ihrem Dach die Fledermaus,&#10;Sie schaukelt sich, sie breitet aus&#10;Den Rippenschirm des Schwingenflosses,&#10;Und, mit dem Schwirren des Geschosses,&#10;Entlang den Teich, hinauf, hinab,&#10;Dann klammert sie am Fensterstab,&#10;Und blinzt in das Gemach des Schlosses.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fuchs und die Elster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-und-die-elster/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:08:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-und-die-elster/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Elster sprach der Fuchs: &amp;ldquo;O! wenn ich fragen mag,&#10;Was sprichst du doch den ganzen Tag?&#10;Du sprichst wohl von besondern Dingen?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Die Wahrheit&amp;rdquo;, rief sie, &amp;ldquo;breit′ ich aus.&#10;Was keines weiß herauszubringen,&#10;Bring′ ich durch meinen Fleiß heraus,&#10;Vom Adler bis zur Fledermaus.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Dürft′ ich&amp;rdquo;, versetzt der Fuchs, &amp;ldquo;mit Bitten dich beschweren,&#10;So wünscht′ ich mir, etwas von deiner Kunst zu hören.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So, wie ein weiser Arzt, der auf der Bühne steht&#10;Und seine Künste rühmt, bald vor, bald rückwärts geht,&#10;Sein seidnes Schnupftuch nimmt, sich räuspert und dann spricht:&#10;So lief die Elster auch den Ast bald auf, bald nieder&#10;Und strich an einen Zweig den Schnabel hin und wider&#10;Und macht ein sehr gelehrt Gesicht.&#10;Drauf fängt sie ernsthaft an und spricht:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fuchs und der Bock</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-und-der-bock/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:08:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-und-der-bock/</guid><description>&lt;p&gt;Einst reiste Meister Fuchs zu einem seiner Schwäger,&#10;Im schwülen Sommer, über Feld;&#10;Es hatte sich zu ihm der Ziegenbock gesellt,&#10;Der dumm und sicher war, wie viele Hörnerträger.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Abweg führte sie vor eines Pachters Haus;&#10;Da ward für ihren Durst ein Schöpfbrunn angetroffen.&#10;Hier tranken beiderseits. Das heiß′ ich recht gesoffen!&#10;Hub Reinke bellend an, und zum vollkommnen Schmaus&#10;Fehlt nur ein feister Hahn: der Hühnerstall steht offen;&#10;Wie aber kömmt man hier heraus?&#10;Mein Herr! darf ich den Anschlag geben,&#10;So stellen sie den Rücken hin;&#10;Sobald ich aus dem Brunnen bin,&#10;Ist′s ihrem Diener leicht, sie schuldigst nachzuheben!&#10;Ha! meckerte der Bock: nichts kann gescheidter sein.&#10;Bei meinem Bart! mir fiel der Streich nicht ein.&#10;Die klugen Köpfe sollen leben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühlingstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehlingstag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:07:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehlingstag/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn über mir das reine Blau der Luft&#10;Und rings um mich der Blüthenbäume Duft&#10;Den Frühlingstag in mein Gedächtniss ruft,&#10;Der unsre Herzen liebend einst verband,&#10;Als ich zuerst Dein Innerstes verstand -&#10;Dann blick′ ich, wie in meines Glücks Ruinen,&#10;Hin auf Dein Grab, um das Cipressen grünen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dann berührt das Bild vergangner Stunden&#10;Auf′s neu in mir der ew′gen Trennung Wunden.&#10;Dich zu verlieren hatt′ ich Dich gefunden! -&#10;Und Thränen fliessen jenem Frühlingstag&#10;Und Dir, die Du ihm lächelnd glichest, nach.&#10;Doch ach, so heiss, so bitter sie auch rinnen -&#10;Sie können nicht der Gruft Dich abgewinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling, am ersten Maimorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-am-ersten-maimorgen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:07:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-am-ersten-maimorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Heute will ich fröhlich, fröhlich sein,&#10;Keine Weis’ und keine Sitte hören;&#10;Will mich wälzen und für Freude schrein,&#10;Und der König soll mir das nicht wehren;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn er kommt mit seiner Freuden Schar&#10;Heute aus der Morgenröte Hallen,&#10;Einen Blumenkranz um Brust und Haar&#10;Und auf seiner Schulter Nachtigallen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sein Antlitz ist ihm rot und weiß,&#10;Und er träuft von Tau und Duft und Segen -&#10;Ha! Mein Thyrsus sei ein Knospenreis,&#10;Und so tauml’ ich meinem Freund entgegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-8534/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:06:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-8534/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn auf Gefilden neues Entzücken keimt&#10;Und sich die Ansicht wieder verschönt und sich&#10;An Bergen, wo die Bäume grünen,&#10;Hellere Lüfte, Gewölke zeigen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! welche Freude haben die Menschen! froh&#10;Gehn an Gestaden Einsame, Ruh und Lust&#10;Und Wonne der Gesundheit blühet,&#10;Freundliches Lachen ist auch nicht ferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-2928/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:05:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-2928/</guid><description>&lt;p&gt;Der malerische Lenz kann nichts so sinnreich bilden,&#10;Als jene Gegenden von Hainen und Gefilden;&#10;Der Anmuth Ueberfluß erquickt dort Aug′ und Brust:&#10;O Licht der weiten Felder!&#10;O Nacht der stillen Wälder!&#10;O Vaterland der ersten Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort läßt sich wiederum, in grünenden Trophäen,&#10;Des Winters Untergang, der Flor des Frühlings sehen;&#10;Sein schmeichelnder Triumph beglücket jede Flur:&#10;Die frohen Lerchen fliegen&#10;Und singen von den Siegen&#10;Der täglich schöneren Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der frühe Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehe-tag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:05:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehe-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Tag mit deinen kalten Blicken,&#10;Wie so frühe bist du da!&#10;Meinen Traum hast du vertrieben,&#10;Ach den lieben&#10;Traum, darin ich Liebchen sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grämlich bleich wie eine Greisin&#10;Blickt in mein Gemach die Welt.&#10;Weib, du wirst mit öden Händen&#10;Nimmer spenden,&#10;Was der Traum mir lieb gesellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schließe, Tag, dein kaltes Auge,&#10;Schleich ein Weilchen noch zurück!&#10;Träume, laßt mein Lieb, mein Leben&#10;Mich umschweben!&#10;Hab ich doch kein ander Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der fliegende Holländer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fliegende-hollaender/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:04:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fliegende-hollaender/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarz ist die Nacht, weiß schäumt das Meer,&#10;Wie Berge wälzen sich Wogen,&#10;Es zucken die Blitze hin und her&#10;In flimmernd schimmernden Bogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;„Zieht ein die Segel!&amp;quot; Die Segel zerreißt&#10;Der Sturm mit wilden Händen.&#10;&amp;ldquo;Kappt rasch den Mast!&amp;rdquo; Der Mast zerspleißt,&#10;Verderben an allen Enden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder zucken die Blitze blau&#10;In flimmernd schimmernden Bogen,&#10;Und über die wilde Wasserau&#10;Kommt rasch ein Schiff gezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Segel schwarz und schwarz der Mast,&#10;Und schwarz die Schiffsgesellen,&#10;Daß Grauen jedes Herz erfaßt,&#10;Und wilder toben die Wellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Feuerreiter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-feuerreiter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:04:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-feuerreiter/</guid><description>&lt;p&gt;Sehet ihr am Fensterlein&#10;Dort die rote Mütze wieder?&#10;Nicht geheuer muß es sein,&#10;Denn er geht schon auf und nieder.&#10;Und auf einmal welch Gewühle&#10;Bei der Brücke, nach dem Feld!&#10;Horch! das Feuerglöcklein gellt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinterm Berg,&#10;Hinterm Berg&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brennt es in der Mühle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schaut! da sprengt er wütend schier&#10;Durch das Tor, der Feuerreiter,&#10;Auf dem rippendürren Tier,&#10;Als auf einer Feuerleiter!&#10;Querfeldein! Durch Qualm und Schwüle&#10;Rennt er schon, und ist am Ort!&#10;Drüben schallt es fort und fort:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fahnenträger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fahnentraeger/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:03:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fahnentraeger/</guid><description>&lt;p&gt;Die Andern fühlen alles an sich rauh&#10;und ohne Anteil: Eisen, Zeug und Leder.&#10;Zwar manchmal schmeichelt eine weiche Feder,&#10;doch sehr allein und lieb-los ist ein jeder;&#10;er aber trägt - als trüg er eine Frau -&#10;die Fahne in dem feierlichen Kleide.&#10;Dicht hinter ihm geht ihre schwere Seide,&#10;die manchmal über seine Hände fließt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er kann allein, wenn er die Augen schließt,&#10;ein Lächeln sehn: er darf sie nicht verlassen. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Esel, der Fuchs und der Löwe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel-der-fuchs-und-der-loewe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:02:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel-der-fuchs-und-der-loewe/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Esel kam der Fuchs auf seine Distelweide,&#10;Und sprach: Freund, meinen Gruß zuvor,&#10;Du scheinst noch immer jung in deinem alten Kleide.&#10;Wie lustig spielt noch jetzt dein hochansehnlich Ohr!&#10;Du bist und bleibst ein Freund der Freude.&#10;Sieh auf! der Morgen wird recht schön.&#10;Was fangen wir nun an? Nicht wahr, wir wollen beide&#10;In jenem Wald spazieren gehn?&#10;Ei ja, versetzt der Freund: was ist denn dort zu sehen?&#10;Ein Muster, sagt der Schalk, vollkommner Eselinnen.&#10;Es wiehert mancher Hengst, die Spröde zu gewinnen;&#10;Doch sie wird dir nicht widerstehn.&#10;Sieh auf! &amp;hellip; Ei ja &amp;hellip; und sieh der Sonne rothes Licht!&#10;(So wortreich ist der Fuchs: er schwatzt, wie Redner pflegen,&#10;Die mehr betäuben, als bewegen;&#10;Doch merke man sich auch, daß er zum Esel spricht.)&#10;Sie wandeln plaudernd fort. Bald aber zeiget sich&#10;Der König selbst, der Löw′ in seinem höchsten Grimme.&#10;Der Anblick nimmt sogleich dem Esel Muth und Stimme.&#10;Er zittert, läuft, und fällt. Ein Löw′ ist fürchterlich.&#10;Der Fuchs hält gleichwol Stand, und sagt: Beglückt bin ich,&#10;Herr! heute dich nicht zu verfehlen.&#10;Ich eilte dich zu sehn. Zum Frühstück bring′ ich dir&#10;Den Kern des Eselstamm′s, dort jenes feiste Thier.&#10;Der ernste Löwe spricht: Zur Mahlzeit dien′ es mir;&#10;Dich selbst will ich zum Frühstück wählen.&#10;Schnell wird der Fuchs zerstückt. Was lehrt des Löwen That?&#10;Verräther hasset man, und nutzet den Verrath.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der erhabene Stoff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erhabene-stoff/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:02:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erhabene-stoff/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Muse besingt, wie Gott sich der Menschen erbarmte,&#10;Aber ist das Poesie, dass er erbärmlich sie fand?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Entfernten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-entfernten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:01:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-entfernten/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;Sonett&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie soll ich Kunde zu ihr bringen,&#10;Kunde dieser ruhelosen Pein,&#10;Von der Holden so getrennt zu sein,&#10;Da Gefahren lauernd mich umringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hüll′ ich, der Entfernten sie zu singen,&#10;In den Flor der Heimlichkeit mich ein:&#10;Ach! so achtet sie wohl schwerlich mein,&#10;Und vergebens muß mein Lied erklingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch getrost! Zerriß nicht, als sie schied,&#10;Laut ihr Schwur die Pause stummer Schmerzen:&#10;&amp;ldquo;Mann, du wohnest ewig mir im Herzen&amp;rdquo;?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Engel des Todes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-engel-des-todes/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:01:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-engel-des-todes/</guid><description>&lt;p&gt;An Salomon dem großen Weisen ging&#10;Der ernste Todesengel sichtbarlich&#10;Vorüber einst, und richtete den Blick&#10;Auf einen Mann, der nahe bei ihm stand.&#10;Wer ist der, fragte dieser Salomo,&#10;Der Engel mit dem furchtbar ernsten Blick?&#10;Der Todesengel, sagte Salomo.&#10;Es scheinet mir, versetzte jener, daß&#10;Er mein bedarf; o, so befiehl drum schnell&#10;Dem Winde, daß er weit aus seinem Blick&#10;Nach Indien mich bringe. Es geschah.&#10;- Und drauf zu Salomo der Engel spricht:&#10;Verwundert sah ich ernst auf diesen Mann,&#10;Denn seine Seel&amp;rsquo; in Indien von ihm&#10;Zu nehmen, war befohlen mir, und hier&#10;In Palästina traf ich ihn bei dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der eiserne Flegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eiserne-flegel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:00:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eiserne-flegel/</guid><description>&lt;p&gt;Damiett, Damiett, du feine Stadt,&#10;Der Türke hält dich fest;&#10;Wir wurden müde, wurden matt,&#10;Vor dem verdammtigen Nest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es floß das teure Christenblut&#10;Von Zinnen und Tor herab;&#10;So mancher Christmensch treu und gut&#10;Fand vor Damiett sein Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So manche Mutter im deutschen Land&#10;Die Augen unter sich schlägt;&#10;Es fiel der Spiegel von der Wand,&#10;Der Wurm in der Lade sich regt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So manches Mädchen im deutschen Land&#10;Das weint sich die Augen rot;&#10;Der Rosmarin in Blüte stand,&#10;Und heute ist er tot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Einsiedler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-einsiedler-5569/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 11:00:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-einsiedler-5569/</guid><description>&lt;p&gt;Er hatte seit Jahren nicht menr gesät&#10;Verstreut noch reifte ihm das Getreide&#10;Zuletzt ließ er den Hafer ungemäht&#10;Sein Pferd verlor sich auf der Weide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er brach eine Zeit noch Beeren vom Ast&#10;Als müßte er einen Hunger stillen,&#10;Dann vergaß er auch diese letzte Last&#10;Um seiner tieferen Ruhe willen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er saß vor der Hütte bei Tag und Nacht&#10;Die Hütte verfiel in Wind und Regen&#10;Allmählich wuchsen die Gräser sacht&#10;Seinen Füßen und Knien entgegen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Einsame</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-einsame/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:59:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-einsame/</guid><description>&lt;p&gt;Verhaßt ist mir das Folgen und das Führen.&#10;Gehorchen? Nein! Und aber nein - Regieren!&#10;Wer sich nicht schrecklich ist, macht niemand Schrecken:&#10;Und nur wer Schrecken macht, kann andre führen.&#10;Verhaßt ist mirs schon, selber mich zu führen!&#10;Ich liebe es, gleich Wald- und Meerestieren,&#10;mich für ein gutes Weilchen zu verlieren,&#10;in holder Irrnis grüblerisch zu hocken,&#10;von ferne her mich endlich heimzulocken,&#10;mich selber zu mir selber - zu verführen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ehstand ist ein schwarzes Meer...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ehstand-ist-ein-schwarzes-meer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:58:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ehstand-ist-ein-schwarzes-meer/</guid><description>&lt;p&gt;Der Ehstand ist ein schwarzes Meer, worein viel trübe Wasser fliessen;&#10;Er ist ein herb- und bittrer Kohl. Kan ihn ein beissend Salz versüssen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dichter-6050/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:58:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dichter-6050/</guid><description>&lt;p&gt;Ist′s nicht im Grunde wesenloser Tand,&#10;was ich in Reimen aneinander füge?&#10;Ist′s nicht im Grunde eine bunte Lüge,&#10;was ich in müssig heitrem Spiel erfand?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Scheint dir mein Reimgebäude imposant?&#10;Merkst du denn nicht, wie keck ich dich betrüge,&#10;dieweil ich mich mit jedem Reim begnüge,&#10;den mir der Zufall grade legt zur Hand? –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Gott und Weltall spiel ich kühne Spiele!&#10;Der Dichter wird Jongleur – er wirft im Nu&#10;der allerzartsten Gegenstände viele&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Brief aus der Heimat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-brief-aus-der-heimat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:57:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-brief-aus-der-heimat/</guid><description>&lt;p&gt;Sie saß am Fensterrand im Morgenlicht&#10;und starrte in das aufgeschlagne Buch;&#10;die Zeilen zählte sie und wußt′ es nicht,&#10;ach weithin, weithin der Gedanken Flug!&#10;Was sind so ängstlich ihre nächt′gen Träume?&#10;Was scheint die Sonne durch so öde Räume?&#10;- Auch heute kam kein Brief, auch heute nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seit Wochen weckte sie der Lampe Schein,&#10;hat bebend an der Stiege sie gelauscht;&#10;wenn plötzlich am Gemäuer knackt der Schrein,&#10;ein Fensterladen auf im Winde rauscht, -&#10;es kommt, es naht, die Sorgen sind geendet!&#10;Sie hat gefragt, sie hat sich abgewendet&#10;und schloß sich dann in ihre Kammer ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der böse Vogel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-boese-vogel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-boese-vogel/</guid><description>&lt;p&gt;Es kommt ein Storch geflogen,&#10;Er fliegt wohl hin und her,&#10;Er sucht sich eine Stelle,&#10;Wo gut zu nisten wär.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er fliegt wohl auf und nieder,&#10;Er fliegt wohl ein und aus,&#10;Und hebt wohl an zu bauen&#10;Auf meines Liebchens Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ei, du schwarzweißer Vogel,&#10;Ei, du schwarzweißes Tier,&#10;Warum fliegst du nicht weiter,&#10;Was baust du grade hier?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ade, ihr Junggesellen&#10;Bei Bier und Branntewein,&#10;Es kam ein Storch geflogen,&#10;Geschieden muß es sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blinde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:56:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht im Frührot siehst du mehr&#10;Purpurn glühn die Himmelsränder,&#10;Nicht den Tag, der hoch daher&#10;Wandelt um die Erdenländer,&#10;Nicht des Mondes milden Schein,&#10;Noch den Frühling und die Rose:&#10;Ewig starrt dein Blick allein&#10;In die Nacht, die grenzenlose.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber herrlich strahlend bricht,&#10;Wie Arktur durch Wolkenrisse,&#10;Deiner Seele klares Licht&#10;Durch des Auges Finsternisse;&#10;Denn was andern Blindheit heißt,&#10;Gab der Himmel dir als Hülle,&#10;Drunter ungestört dein Geist&#10;Schwelg′ in reinen Glanzes Fülle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bettelsoldat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bettelsoldat/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:55:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bettelsoldat/</guid><description>&lt;p&gt;Mit jammervollem Blicke,&#10;Von tausend Sorgen schwer,&#10;Hink ich an meiner Krücke&#10;In weiter Welt umher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott weiß, hab viel gelitten,&#10;Ich hab so manchen Kampf&#10;In mancher Schlacht gestritten,&#10;Gehüllt in Pulverdampf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah manchen Kameraden&#10;An meiner Seite tot&#10;Und mußt im Blute waten,&#10;Wenn es mein Herr gebot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir drohten oft Geschütze&#10;Den fürchterlichsten Tod,&#10;Oft trank ich aus der Pfütze,&#10;Oft aß ich schimmlig Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich stand in Sturm und Regen&#10;In grauser Mitternacht,&#10;Bei Blitz und Donnerschlägen,&#10;Oft einsam auf der Wacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Betrug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-betrug/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:55:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-betrug/</guid><description>&lt;p&gt;Ich trink, und oft betrink ich mich,&#10;Mein Mädchen, auf dein Wohlergehen!&#10;Da solltest du den Vater Bacchus sehen:&#10;Er denkt, und brüstet sich,&#10;Es sey blos ihm zum Trost geschehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der gute Narr! er brüste sich,&#10;Frohlocke gegen seine Brüder!&#10;Ich sag es dir, doch sag es ihm nicht wieder!&#10;Aus Liebe nur für dich,&#10;Trink ich, trink ich mich öfters nieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Besuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-besuch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:54:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-besuch/</guid><description>&lt;p&gt;Oft des Tags und oft des Abends&#10;Wall’ ich an das Ziel der Sehnsucht,&#10;Aus der Stadt durchtobten Straßen&#10;In der Vorstadt still’re Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ueber unsres Stromes Brücke&#10;Zieh’ ich hin mit raschem Schritte,&#10;Wie ein Geist so still und schweigsam&#10;Durch den lärmend lauten Schwarm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dann rechts? – ach nein, zur Linken!&#10;Seht, kaum weiß ich mehr es selber;&#10;Dann grad fort? – ach nein, zur Rechten,&#10;Um die Ecke rasch gewandt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Beherrschte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beherrschte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:54:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beherrschte/</guid><description>&lt;p&gt;Auf einem hohen Berge ging ich, als&#10;Mir Kunde ward, sie hätten dich gefunden&#10;Und mir zur Beute dich mit Laubgewind&#10;Am Turm in meinem Garten festgebunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich nahm den Heimweg mit gehaltnem Schritt,&#10;Wie eine Flamme mir zur Seite flog&#10;Das Spiegelbild von deinem offnen Haar&#10;Und deinem Mund, der sich im Zürnen bog.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie eine Flamme. Aber ich war stolz,&#10;Und ruhig schreitend spähte ich im Weiher&#10;Das Spiel des Fisches, der das Dunkel sucht,&#10;Und überm Wald den Horst von einem Geier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Baum in der Wüste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-baum-in-der-wueste/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:53:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-baum-in-der-wueste/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht ein Baum im Wüstensand,&#10;Der einzige, der dort gedieh;&#10;Die Sonne hat ihn fast verbrannt,&#10;Der Regen tränkt den durst′gen nie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In seiner falben Krone hängt&#10;Gewürzig eine Frucht voll Saft,&#10;Er hat sein Mark hineingedrängt,&#10;Sein Leben, seine höchste Kraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Stunde, wo sie, überschwer,&#10;Zu Boden fallen muß, ist nah,&#10;Es zieht kein Wanderer daher,&#10;Und für ihn selbst ist sie nicht da.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bauer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:52:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bauer/</guid><description>&lt;p&gt;In seinen Durchlauchtigen Tyrannen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer bist du, Fürst, daß ohne Scheu&#10;Zerrollen mich dein Wagenrad,&#10;Zerschlagen darf dein Roß?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer bist du, Fürst, daß in mein Fleisch&#10;Dein Freund, dein Jagdhund, ungebläut&#10;Darf Klau′ und Rachen hau′n?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer bist du, daß, durch Saat und Forst,&#10;Das Hurra deiner Jagd mich treibt,&#10;Entatmet, wie das Wild? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Saat, so deine Jagd zertritt,&#10;Was Roß, und Hund, und Du verschlingst,&#10;Das Brot, du Fürst, ist mein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Backfisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-backfisch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:52:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-backfisch/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Papa ist heute furchtbar aufgeschwemmt.&#10;Er blinzelt müde in die Morgenzeitung.&#10;Mama im Morgenrock und ungekämmt,&#10;Befaßt sich mit des Kaffees Zubereitung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann spricht sie: Anton! Komm! Es wird bald Zeit!&#10;Du darfst mir das Büro nicht noch versäumen! -&#10;Ich sitz am Tisch in meinem Rosakleid&#10;Und will den ganzen Tag in Rosa träumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sagen in der ersten Mädchenklasse manchmal unanständige Sachen.&#10;Ob Maria sich damit befasse?&#10;Der Primaner Hubert hat doch Rasse.&#10;Und sie lachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Auszug des verlorenen Sohnes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-auszug-des-verlorenen-sohnes/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:51:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-auszug-des-verlorenen-sohnes/</guid><description>&lt;p&gt;Nun fortzugehn von alle dem Verworrnen,&#10;das unser ist und uns doch nicht gehört,&#10;das, wie das Wasser in den alten Bornen,&#10;uns zitternd spiegelt und das Bild zerstört;&#10;von allem diesen, das sich wie mit Dornen&#10;noch einmal an uns anhängt - fortzugehn&#10;und Das un Den,&#10;die man schon nicht mehr sah&#10;(so täglich waren sie und so gewöhnlich),&#10;auf einmal anzuschauen: sanft, versöhnlich&#10;und wie an einem Anfang und von nah&#10;und ahnend einzusehn, wie unpersönlich,&#10;wie über alle hin das Leid geschah,&#10;von dem die Kindheit voll war bis zum Rand-:&#10;Und dann noch fortzugehen, Hand aus Hand,&#10;als ob man ein Geheiltes neu zerrisse,&#10;und fortzugehn: wohin? Ins Ungewisse,&#10;weit in ein unverwandtes warmes Land,&#10;das hinter allem Handeln wie Kulisse&#10;gleichgültig sein wird: Garten oder Wand;&#10;und fortzugehn: warum? Aus Drang, aus Artung,&#10;aus Ungeduld, aus dunkler Erwartung,&#10;aus Unverständlichkeit und Unverstand:&#10;Dies alles auf sich nehmen und vergebens&#10;vielleicht Gehaltnes fallen lassen, um&#10;allein zu sterben, wissend nicht warum -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Augenblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-augenblick-4253/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:51:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-augenblick-4253/</guid><description>&lt;p&gt;Warum denn währt des Lebens Glück&#10;Nur einen Augenblick?&#10;Die zarteste der Freuden&#10;Stirbt wie der Schmetterling,&#10;Der, hangend an der Blume,&#10;Verging, verging.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir ahnen, wir genießen kaum&#10;Des Lebens kurzen Traum.&#10;Nur im unselgen Leiden&#10;Wird unser Herzeleid&#10;In einer bangen Stunde&#10;Zur Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Aufschluss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-aufschluss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:50:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-aufschluss/</guid><description>&lt;p&gt;Was dich, fragst du, verdammt, stets mit den Dienern zu hadern?&#10;Freund, sie verstehen den Dienst, aber nicht du den Befehl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Angetrunkene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-angetrunkene/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:49:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-angetrunkene/</guid><description>&lt;p&gt;Man muß sich so sehr hüten, daß man nicht&#10;Ohn jeden Anlaß aufbrüllt wie ein Tier.&#10;Daß man der ganzen Kellnerschaft Gesicht&#10;Nicht kurz und klein haut, übergießt mit Bier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß man sich nicht die ekle Zeit verkürzt,&#10;Indem man sich in einen Rinnstein legt.&#10;Daß man sich nicht von einer Brücke stürzt.&#10;Daß man dem Freund nicht in die Fresse schlägt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß man nicht plötzlich unter Hundswauwau&#10;Die Kleider sich vom feisten Leibe reißt.&#10;Daß man nicht irgendeiner lieben Frau&#10;Den finstern Schädel in die Schenkel schmeißt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied-8695/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:49:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied-8695/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du entschlafend über dir sehen wirst&#10;Den stillen Eingang zu den Unsterblichen,&#10;Und aufgethan die erdeferne&#10;Pforte des Himmels, enthüllt den Schauplaz&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ewigkeit! dann nahe dir hören wirst&#10;Die Donnerrede deß, der Entscheidung dir&#10;Kund thut; so feyrlich spricht die Gottheit,&#10;Wenn sie das Urtheil der Tugend ausspricht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du dann lächelnd näher dir hören wirst&#10;Die Stimme Salems, welcher dein Engel war,&#10;Und, mit des Seraphs sanftem Laute,&#10;Deines entschlafenen Freundes Stimme:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-4724/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:48:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-4724/</guid><description>&lt;p&gt;Schweigt der Menschen laute Lust:&#10;Rauscht die Erde wie in Träumen&#10;Wunderbar mit allen Bäumen,&#10;Was dem Herzen kaum bewußt,&#10;Alte Zeiten, linde Trauer,&#10;Und es schweifen leise Schauer&#10;Wetterleuchtend durch die Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-3094/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:48:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-3094/</guid><description>&lt;p&gt;Mit toten Heldengestalten&#10;Erfüllst du Mond&#10;Die schweigenden Wälder,&#10;Sichelmond &amp;ndash;&#10;Mit der sanften Umarmung&#10;Der Liebenden,&#10;Den Schatten berühmter Zeiten&#10;Die modernden Felsen rings;&#10;so bläulich erstrahlt es&#10;Gegen die Stadt hin,&#10;Wo kalt und böse&#10;Ein verwesend Geschlecht wohnt,&#10;Der weißen Enkel&#10;Dunkle Zukunft bereitet.&#10;Ihr mondverschlungnen Schatten&#10;Aufseufzend im leeren Kristall&#10;Des Bergsees.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-2563/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:47:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-2563/</guid><description>&lt;p&gt;Senke, strahlender Gott - die Fluren dürsten&#10;Nach erquickendem Thau, der Mensch verschmachtet,&#10;Matter ziehen die Rosse -&#10;Senke den Wagen hinab!&#10;Siehe, wer aus des Meers krystallner Woge&#10;Lieblich lächelnd dir winkt! Erkennt dein Herz sie?&#10;Rascher fliegen die Rosse,&#10;Tethys, die göttliche, winkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnell vom Wagen herab in ihre Arme&#10;Springt der Führer, den Zaum ergreift Cupido,&#10;Stille halten die Rosse,&#10;Trinken die kühlende Fluth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An dem Himmel herauf mit leisen Schritten&#10;Kommt die duftende Nacht; ihr folgt die süße&#10;Liebe. Ruhet und liebet!&#10;Phöbus, der liebende, ruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Denk' es, o Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/denk-es-o-seele-9095/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:46:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/denk-es-o-seele-9095/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Tännlein grünet, wo,&#10;Wer weiß! im Walde,&#10;Ein Rosenstrauch, wer sagt,&#10;In welchem Garten?&#10;Sie sind erlesen schon,&#10;Denk&amp;rsquo; es, o Seele,&#10;Auf deinem Grab zu wurzeln&#10;Und zu wachsen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei schwarze Rößlein weiden&#10;Auf der Wiese,&#10;Sie kehren heim zur Stadt&#10;In muntren Sprüngen.&#10;Sie werden schrittweis gehn&#10;Mit deiner Leiche;&#10;Vielleicht, vielleicht noch eh'&#10;An ihren Hufen&#10;Das Eisen los wird,&#10;Das ich blitzen sehe&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Vogel an den Federn!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-vogel-an-den-federn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:46:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-vogel-an-den-federn/</guid><description>&lt;p&gt;Gegenüber der Hofburg steht&#10;Der Thurm der Kathedrale,&#10;Drauf des Landes Banner weht&#10;Prunkhaft im Sonnenstrahle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Nest an der Stange flicht&#10;Ein Vogel dort alljährlich:&#10;Ward ihr des Baues Gewicht,&#10;Das Picken der Jungen gefährlich?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat mitgeholfen der Wind,&#10;Die Zeit mit zermalmendem Zahne?&#10;Eines Tages pfeilgeschwind&#10;Vom Thurme stürzte die Fahne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Fürst sieht vom Balkon&#10;Des Banners Sinken und Fallen:&#10;»Verrath und Rebellion!&#10;Herbei zum Kampf, ihr Vasallen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Studenten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-studenten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:45:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-studenten/</guid><description>&lt;p&gt;Der Heidelberger freien Studentenschaft geschrieben&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holt euch bei der alma mater&#10;Manchen Rausch, doch keinen Kater!&#10;Dieses Schwere wird euch glücken,&#10;Wenn ihr auf der Erde Rücken&#10;Recht versteht im Vollgenuß&#10;Das Vexierwort spiritus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Mördern Robert Blum′s</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-moerdern-robert-blums/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:45:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-moerdern-robert-blums/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn einst der Freiheit Hymnen schallen,&#10;Die Schwerter wieder rein von Blut;&#10;Dann will ich zu der Stätte wallen,&#10;Wo Robert Blum, der Edle, ruht;&#10;Dann schmück′ ich unter Thränen&#10;In einer stillen Nacht,&#10;Wenn sie mich schlummernd wähnen,&#10;Sein Grab mit Blumenpracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was soll uns jetzt die Klage frommen?&#10;Mein Aug ist , doch ,&#10;Es wird der Tag des Kampfes kommen,&#10;Die Leier nicht - es gilt den Speer!&#10;Aus jeder Todeswunde&#10;Ein Gott der Rache spricht:&#10;Noch kennt ihr bis zur Stunde&#10;Des Zornes Allmacht nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Lebenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-lebenden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:44:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-lebenden/</guid><description>&lt;p&gt;Euch ziemt nicht&#10;Trauern,&#10;Euch ziemt nicht&#10;Verweilen,&#10;Euch ward Vermächtnis,&#10;Getränkt&#10;Vom Herzblut der Brüder,&#10;Euer&#10;Wartet die schaffende&#10;Tat.&#10;Lastend&#10;Bedränget den Nacken&#10;Die Zeit.&#10;Aufsprengt&#10;Dem helleren Morgen&#10;Die Tore!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-frauen-7923/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:43:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-frauen-7923/</guid><description>&lt;p&gt;Wahr ist&amp;rsquo;s, die Liebe wechselt ihre Farben,&#10;Kornblumen werden weiß im Wasserglas.&#10;Man misst die Stunden nicht mit gleichem Maß,&#10;Erinnerung macht schöner die, die starben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und anders ist es uns am Tag der Garben,&#10;als da wir säten - wer das je vergaß,&#10;ist unwert, dass er je ein Weib besaß! -&#10;Das Antlitz bleibt nicht stehn, das wir umwarben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch noch der letzte Rest ist voller Wonne,&#10;weint nicht, ihr Frauen, haltet gierig fest,&#10;was jemals zu euch sprach: Ich liebe dich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Demosthenes, an die griechischen Republiken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/demosthenes-an-die-griechischen-republiken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:43:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/demosthenes-an-die-griechischen-republiken/</guid><description>&lt;p&gt;Hättet ihr halb nur soviel, als jetzo, einander zu stürzen,&#10;Euch zu erhalten getan: glücklich noch wärt ihr und frei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dembinski</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dembinski/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:42:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dembinski/</guid><description>&lt;p&gt;Blauer Niemen, blauer Niemen,&#10;Wie viel Blut hast du getrunken,&#10;Blut wie vieler edlen Polen,&#10;Die an dir dahingesunken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An dein Ufer wankt Dembinski,&#10;Auf der Brust die Sterbewunde;&#10;Trauernd um den Feldherrn drängen&#10;Sich die Krieger in der Runde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Legt mich nieder! Nicht erreich′ ich&#10;Mehr den Jenseitstrand, ihr Lieben;&#10;Doch das eine laßt mich wissen,&#10;Ob er unser noch geblieben!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dem Winke folgen drei;&#10;An den Fluß dahingetreten,&#10;Blasen sie das Lied der Polen&#10;Auf den rostigen Drommeten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem Hohen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-hohen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:42:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-hohen/</guid><description>&lt;p&gt;Weltatmender, der du Geister,&#10;Urfunken der Liebe,&#10;Mit dem Brandmal der Geburt&#10;In Leiber schließest&#10;Und schleuderst fort den Schlüssel.&#10;Und so finden sie sich&#10;Und du fühlst sie&#10;Und schwellend, voll brausender Güte,&#10;Zieht deiner Welle göttliche Flut&#10;Schwellend entgegen&#10;Mit ganzer Seele dir Zudürstendem&amp;hellip;&#10;Oder sie verlieren die einsamen Schritte&#10;Und du wirst kalt mit ihnen&#10;Kalt wie das, was nicht du&amp;hellip;&#10;Überwonniger,&#10;Freiheiteingeborener;&#10;Jedwed′ Lob verhöhnt deine ragende Fülle!&#10;Denn es begrenzt die ewigen Glieder&#10;Der stehenden Tiefe, der steigenden Geister,&#10;Der fallenden;&#10;Wärmende Werke hegen&#10;Im quellenden Schoße der Seele,&#10;Das weckt dein Leben!&#10;Gnadenquillend erwachend&#10;Stürzt auf uns ein&#10;Höhenwärts wirbelnder Segen.&#10;Wie sollen wir zählen&#10;All deine ragenden Wipfel?&#10;An allem lebst du empor!&#10;Wie sollen dich wir halten?&#10;Fassen wir dieses:&#10;Entschwebt nachlachend uns andres.&#10;Was sollen wir glauben?&#10;Da unser Auge und Antlitz schon lügen!&#10;Was sollen wir forschen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deine Locken sind es</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deine-locken-sind-es/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:41:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deine-locken-sind-es/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Locken sind es,&#10;Dein Gesicht,&#10;Nur bleich wie Du&#10;Ist das Kindlein nicht.&#10;Deine Stirne ist es&#10;Und Dein Mund&#10;Und auch Dein Auge&#10;So kindlich-rund.&#10;Dein Lächeln ist es,&#10;Dein Zucken gar &amp;hellip;&#10;Das immer&#10;Heimliches Weinen war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Sturmlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-sturmlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:40:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-sturmlied/</guid><description>&lt;p&gt;Brause dein Sturmlied, du!&#10;Und lösche meine Feuersbrunst,&#10;Denn ich ersticke in Flammendunst.&#10;Mann mit den ehernen Zeusaugen,&#10;grolle Gewitter,&#10;entlade Wolken auf mich.&#10;Und wie eine Hochsommererde&#10;werde ich&#10;aufsehnend&#10;die Ströme einsaugen.&#10;Brause dein Sturmlied, du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Lachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-lachen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:40:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-lachen/</guid><description>&lt;p&gt;Es leuchtet aus der Dämmerung&#10;Der Abendsonnenschein,&#10;Rotkelchen singt sein Silberlied,&#10;Mir fällt dein Lachen ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Lachen, das so silbern perlt,&#10;So hell und klar und rein,&#10;Rotkelchen singt sein Silberlied&#10;Beim Abendsonnenschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dat veniam corvis, vexat censura columbas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dat-veniam-corvis-vexat-censura-columbas/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:39:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dat-veniam-corvis-vexat-censura-columbas/</guid><description>&lt;p&gt;Juvenal. Sat. II. 65.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der schwarzen Locken Glanz wird, fast ohn′ Unterscheid,&#10;Bei dir der Schönen Rang entscheiden.&#10;Auf Blonde stichelst du. Mich däucht, du gehst zu weit:&#10;Sei klüger, Freund, und halt′s mit beiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ziel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ziel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:39:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ziel/</guid><description>&lt;p&gt;Schon als ich noch ein Knabe war, zog es mich hin zu ander&amp;rsquo;m Stern,&#10;Tiefheißes Sehnen faßte mich, doch blieb mir die Erfüllung fern.&#10;Ich fieberte all&amp;rsquo; meine Tag&amp;rsquo;. Oft stürmt&amp;rsquo; ich in das Feld hinaus &amp;hellip;&#10;Der brünstige Leib verkühlte sich in Regenschaum und Sturmgebraus.&#10;Der Seele Schrei: ich hörte ihn in tausendstimmigen Melodien,&#10;Ich sah auf dunklen Fittichen die todten Leidgenossen zieh&amp;rsquo;n.&#10;Die ewige Dämmerung zerstob: die Nebel theilten sich zu Hauf&amp;rsquo;,&#10;Lichtfremde Welten thaten sich vor meinen Geisteraugen auf.&#10;Nicht Lust noch Schmerz barg mehr die Brust: zu Ende war gekämpft die Schlacht,&#10;Das All war ich: ich war das All: so ward mir Friede in der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Zeichen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zeichen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:38:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zeichen/</guid><description>&lt;p&gt;Und wie wir uns ersehen,&#10;Tief eins ins andre gehen,&#10;Es bleibt doch nicht bestehen:&#10;So wenig wie ein Kuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es bleibt um Brust und Wangen&#10;Nichts von so viel Verlangen,&#10;Kein Zeichen bleibet hangen&#10;Auch von so vielem Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und trügest du ein Zeichen,&#10;Ein purpurrotes Zeichen,&#10;Es müßte auch verbleichen,&#10;Es ginge auch dahin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wirtshaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wirtshaus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:37:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wirtshaus/</guid><description>&lt;p&gt;Auf einen Totenacker hat mich mein Weg gebracht;&#10;Allhier will ich einkehren, hab′ ich bei mir gedacht.&#10;Ihr grünen Totenkränze könnt wohl die Zeichen sein,&#10;Die müde Wand′rer laden ins kühle Wirtshaus ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind denn in diesem Hause die Kammern all′ besetzt?&#10;Bin matt zum Niedersinken, bin tödlich schwer verletzt.&#10;O unbarmherz′ge Schenke, doch weisest du mich ab?&#10;Nun weiter denn, nur weiter, mein treuer Wanderstab!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wiegenfest zu Gent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wiegenfest-zu-gent/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:37:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wiegenfest-zu-gent/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht eine goldene Wiege&#10;Am Fuß des Herrscherthrons,&#10;Der Fürst beschaut sich die Züge&#10;Des neugebornen Sohns.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings an des Thrones Wänden,&#10;Den Mund an Wünschen reich,&#10;Stehn, nicht mit leeren Händen,&#10;Die Großen in dem Reich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frau Margareth’ die Holde&#10;Bracht’ ihr Geschenk nun dar:&#10;Ein Kindlein war’s von Golde&#10;Gar künstlich, wunderbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ruht in des Kindes Händen&#10;Von klarem Kristalle fein&#10;Ein Kelch voll schimmernder Spenden&#10;An Perlen und Edelstein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wiedersehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wiedersehn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:36:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wiedersehn/</guid><description>&lt;p&gt;Der Weltraum fernt mich weit von dir,&#10;So fernt mich nicht die Zeit.&#10;Wer überlebt das siebzigste&#10;Schon hat, ist nah bei dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lang sah ich, Meta, schon dein Grab,&#10;Und seine Linde wehn;&#10;Die Linde wehet einst auch mir,&#10;Streut ihr Blum′ auch mir,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht mir! Das ist mein Schatten nur,&#10;Worauf die Blüte sinkt;&#10;So wie es nur dein Schatten war,&#10;Worauf sie oft schon sank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann kenn′ ich auch die höhre Welt,&#10;In der du lange warst;&#10;Dann sehn wir froh die Linde wehn,&#10;Die unsre Gräber kühlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wesen Gottes macht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wesen-gottes-macht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:36:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wesen-gottes-macht/</guid><description>&lt;p&gt;Das Wesen Gottes macht,&#10;sich keinem Ding gemein,&#10;Und muß notwendig doch,&#10;auch in den Teufel sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wesen des Menschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wesen-des-menschen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:35:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wesen-des-menschen/</guid><description>&lt;p&gt;Suche nie, das Wesen eine Menschen danach zu beurteilen,&#10;was in Erscheinung tritt. Halte nie eines seiner Worte&#10;oder einer seiner Handlungen für ein Zeichen seiner Gesinnung.&#10;Es könnte sein, daß derjenige, den du nicht verstehst,&#10;Mühe hat, sich auszudrücken oder verständlich zu machen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das weibliche Ideal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weibliche-ideal/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:34:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weibliche-ideal/</guid><description>&lt;p&gt;Überall weichet das Weib dem Manne; nur in dem Höchsten&#10;Weichet dem weiblichsten Weib immer der männlichste Mann.&#10;Was das Höchste mir sei? Des Sieges ruhige Klarheit,&#10;Wie sie von deiner Stirn, holde Amanda, mir strahlt.&#10;Schwimmt auch die Wolke des Grams um die heiter glänzende Scheibe,&#10;Schöner nur macht sich das Bild auf dem vergoldeten Duft.&#10;Dünke der Mann sich frei! Du bist es; denn ewig notwendig&#10;Weißt du von keiner Wahl, keiner Notwendigkeit mehr.&#10;Was du auch gibst, stets gibst du dich ganz; du bist ewig nur Eines,&#10;Auch dien zartester Laut ist dein harmonisches Selbst.&#10;Hier ist ewige Jugend bei niemals versiegender Fülle,&#10;Und mit der Blume zugleich brichst du die goldene Frucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Weib des Räubers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weib-des-raeubers/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:34:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weib-des-raeubers/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne geht nieder so blutig roth&#10;Als wäre mein Liebster gefangen und todt;&#10;Sie sind hinunter, den Felsensteg,&#10;Sie lauern im Thal, sie lauschen am Weg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie liegen in Graben und Hecken versteckt,&#10;Hinter Klippen und alte Mauern gestreckt;&#10;Und die Schlucht ist besetzt und die Straß&amp;rsquo; ist umstellt&#10;Und einer dort Wacht auf der Höhe hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, schlafe mein Kindlein, schlaf&amp;rsquo; ruhig fort,&#10;In der Grotte kühl, an der Quelle dort,&#10;Ich will Dir singen ein Liedlein fein&#10;Von der Elfen nächtlichen Ringelreihn! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Verhör</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verhoer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:33:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verhoer/</guid><description>&lt;p&gt;Sie heißen? fragte mich der Direktor.&#10;Ich nannte den Namen.&#10;Geboren?&#10;Ja!&#10;Wann? meine ich.&#10;Ich nannte das Datum.&#10;Religion?&#10;Geht sie nichts an.&#10;Schreiben sie also: mosaisch! - Der Beamte schrieb.&#10;Was tun sie?&#10;Ich dichte.&#10;Wa-s?&#10;Ich trinke.&#10;Delyriker! schrieb der Beamte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Verhör dauerte noch lange. Schließlich wurde mir die Fragerei zu bunt. Zum Donnerwetter! schrie ich. Bin ich denn hier in einem Tollhaus?&#10;Allerdings, erwiderte der Direktor freundlich und ließ mich in eine Zwangsjacke stecken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Verbindungsmittel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verbindungsmittel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:33:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verbindungsmittel/</guid><description>&lt;p&gt;Wie verfährt die Natur, um Hohes und Niedres im Menschen&#10;Zu verbinden? Sie stellt Eitelkeit zwischen hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Urgebet der Scholle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-urgebet-der-scholle/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:32:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-urgebet-der-scholle/</guid><description>&lt;p&gt;Schale&#10;Schiller&#10;Schale&#10;Schule Schule Schule uhle&#10;Scholle Scholle Scholle rolle&#10;Schale Schale Schale scheele&#10;mahle mahle mahle Mehl&#10;male male male Malerei&#10;alle alle alle allerlei&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Unverzeihliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unverzeihliche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:32:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unverzeihliche/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ihr Freunde vergeßt, wenn ihr den Künstler höhnt,&#10;Und den tieferen Geist klein und gemein versteht,&#10;Gott vergibt es, doch stört nur&#10;Nie den Frieden der Liebenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das und weiß nicht was</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-und-weiss-nicht-was/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:31:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-und-weiss-nicht-was/</guid><description>&lt;p&gt;Was mehr als diese Zier&#10;Die Pfauen so nicht mahlet,&#10;Was mehr, als was da strahlet,&#10;Aus deinen Augen für:&#10;Was mehr, als dieses Licht,&#10;Das Adler so nicht haben,&#10;Was mehr, als alle Gaben,&#10;Und ihre grosse Pflicht:&#10;Ist, das ich lieb gewonnen,&#10;Was ists? Ich such es hier,&#10;Und ist, bleibt es bey mir,&#10;Weil ich es hab, entronnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das trunkene Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-trunkene-lied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:30:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-trunkene-lied/</guid><description>&lt;p&gt;O Mensch! Gib acht!&#10;Was spricht die tiefe Mitternacht?&#10;» Ich schlief, ich Schlief -,&#10;Aus tiefem Traum bin ich erwacht: -&#10;Die Welt ist tief,&#10;Und tiefer als der Tag gedacht.&#10;Tief ist ihr weh -,&#10;Lust - tiefer noch als Herzeleid:&#10;weh spricht: Vergeh!&#10;Doch alle Lust will Ewigkeit -&#10;- Will tiefe, tiefe Ewigkeit! «&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das trübe Auge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-truebe-auge/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:30:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-truebe-auge/</guid><description>&lt;p&gt;In Deinem Auge winket&#10;Ein trübes feuchtes Licht;&#10;Wie Thau am Halme blinket,&#10;Doch eine Thrän&amp;rsquo; ist&amp;rsquo;s nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wär&amp;rsquo; es eine Thräne,&#10;Eine Thräne mir geweint,&#10;Eine einzige glühende Thräne&#10;Für Deinen scheidenden Freund! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Tannenbäumchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tannenbaeumchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:29:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tannenbaeumchen/</guid><description>&lt;p&gt;Im Wald, unter hohen Buchen versteckt,&#10;hat sich ein Tannenbäumchen gereckt.&#10;”Ich steh so ganz im Dunkel hier,&#10;keine Sonne, kein Sternlein kommt zu mir,&#10;hört nur die anderen davon sagen,&#10;ich darf mich nicht vom Platze wagen.&#10;Ach, ist das eine traurige Geschicht′,&#10;und ständ so gern auch mal im Licht!”&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch durch den weiten Weltenraum&#10;verloren flog ein goldner Traum,&#10;flog hin und her im Lichtgefieder&#10;und dacht: Wo laß ich heut mich nieder?&#10;Ist wo ein Hüttchen dunkel und arm?&#10;Hat wo ein Seelchen Kummer und Harm,&#10;dem ich auf meinen leuchtenden Schwingen&#10;könnt heute eine Freude bringen? –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Tagebuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tagebuch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:29:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tagebuch/</guid><description>&lt;p&gt;Wir hören′s oft und glauben′s wohl am Ende:&#10;Das Menschenherz sei ewig unergründlich,&#10;Und wie man auch sich hin und wider wende,&#10;So sei der Christe wie der Heide sündlich.&#10;Das Beste bleibt, wir geben uns die Hände&#10;Und nehmen′s mit der Lehre nicht empfindlich;&#10;Denn zeigt sich auch ein Dämon, uns versuchend,&#10;So waltet was, gerettet ist die Tugend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von meiner Trauten lange Zeit entfernet,&#10;Wie′s öfter geht, nach irdischem Gewinne,&#10;Und was ich auch gewonnen und gelernet,&#10;So hatt′ ich doch nur immer sie im Sinne;&#10;Und wie zur Nacht der Himmel erst sich sternet,&#10;Erinnrung uns umleuchtet ferner Minne:&#10;So ward im Federzug des Tags Ereignis&#10;Mit süßen Worten ihr ein freundlich Gleichnis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Standbild zu Memphis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-standbild-zu-memphis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:28:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-standbild-zu-memphis/</guid><description>&lt;p&gt;Du Bild von Erz, inmitten aufgerichtet&#10;Der alten Stadt, die einst dich walten sehen,&#10;O, rege dich, du darfst so stumm nicht stehen,&#10;Indeß dein großes Werk man frech vernichtet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast die alte Finsterniß gelichtet,&#10;Vor deinen Strahlen mußte sie vergehen,&#10;Sie schwand wie Rauch vor deines Athems Wehen –&#10;Nun ist sie dunkler als vorher geschichtet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur Einmal noch erhebe deine Stimme,&#10;Sprich Einmal noch, den Tempel zu beschützen,&#10;Daß nicht Vernunft, die hehre, sey zum Spotte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-staendchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:27:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-staendchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenzel von Schmurlach, Herr auf Schmurlachsbüttel und Hunzau,&#10;War als Junker verliebt und ein Freund landhöfischer Schalkheit.&#10;Ihr auch, die eben erwuchs, der sittigen Tochter des Försters,&#10;Welcher mit ihr und den Söhnen, ein Graun dem nächtlichen Wilddieb,&#10;Einsam wohnt′ im Gehölz, liebkoset′ er; aber vergebens.&#10;Einst, als Vater und Söhn am gefrorenen Teiche dem Otter&#10;Nachts bei der Mühlenschleus auflauerten, schlich mein Junker&#10;Leis in den Wald und klagte, gelehnt auf die Flinte, sein Herzweh:&#10;»Wachst du noch oben, mein Kind, bei der Lamp im traulichen Stüblein,&#10;Dir ein bräutliches Hemd zu beschleunigen oder den Zwickel&#10;Am baumwollenen Strumpf und brummst, oft seufzend, ein Leibstück&#10;Jenes mich quälenden Tags, da dich andere schwangen im Reihntanz?&#10;Nickst du bei heiserem Grillengezirp am schläfrigen Feuer,&#10;Halb entkleidet, und lallst, im ängstlichen Traume dich sträubend,&#10;Was du so hold aussprichst, dein Wort: Pfui, häßlicher Junker?&#10;Oder, wofern dich das Sausen vertrieb und ein polternder Kobold,&#10;Lauschest du bang im Bettchen, und hebt dein Busen die Decke?&#10;Nicht ein Gespenst, nein, Trautchen, ich bin dein häßlicher Junker,&#10;Der dich vor häßlichem Spuk zu verteidigen, Schönste, daherkommt!&#10;Riegele hurtig mir auf! Hoch über die sausenden Wipfel&#10;Sprengt die wütende Jagd im Gewölk und durchfeget den Nordsturm,&#10;Daß von Giebel und Baum mich gewirbelte Flocken umstöbern.&#10;Selbst ja entschwebt unruhig dem Irrwischmoore der kopflos&#10;Wankende Wicht mit Gekreisch, den ein Mönch hinbannte vom Richtplatz.&#10;Kalt durchläuft mich das Graun, es starret der Hauch in den Nüstern.&#10;O du, weiß wie Kaninchen, geschlank wie ein englisches Windspiel,&#10;Aber auch scheu wie ein Wiesel und wild wie die Katze des Waldes!&#10;Scheint dein Wenzelchen dir so unholdselig im Äußern?&#10;Zwar von der Amme hink ich ein wenig; aber ich hinke&#10;Anmutsvoll! wie du selbst voll Anmut lispeltest, Mägdlein,&#10;Als du die Walderdbeeren gebracht und die blanken Dukaten,&#10;Die ich für Schillinge gab, mit züchtiger Röte zurückschobst.&#10;Mich hat tanzen gelehrt der Student, daß hold in der Schönheit&#10;Wellenschwunge der Gang hinschlängelte! Aber ich weiß wohl,&#10;Daß du zugleich im Herzen den doppelten Höcker mir tadelst,&#10;Welcher an Brust und Schulter hervorschwillt. Mädchen, den Auswuchs&#10;Drängender Kraft mißkennst du und schenkst, o du alberne Törin,&#10;Schwankenden Erlen die Wahl vor des Eichbaums knotigem Kernholz?&#10;Sähest du manch weltkluges und nicht anekelndes Fräulein,&#10;Wie es mit Augen und Mund mich verschlingt an meinem Geburtstag,&#10;Mich in funkelnder West und dem Rock von feurigem Scharlach,&#10;Bläulich gepudert das Haar, mit dick nachschwebendem Haarzopf!&#10;Holder von Schmink und Gestein liebäugelt es, wedelnd den Fächer,&#10;So wie ein Möpschen den Schwanz, wann Mandeltorte gezeigt wird,&#10;Und wenn ich Spaß anhebe, da sinkt man zurück in den Sessel,&#10;Kreischet betränt und rüttelt den winzigen Busen sich schalkhaft&#10;Lachend hervor und nennt mich den Ausbund drolliger Purzel.&#10;Jammer! ich war, einst war ich der Ausbund drolliger Purzel!&#10;Kein Liebäugeln behagt, kein schalkhaft Lachen des Fräuleins!&#10;Selbst auch der Hunde Gebell, selbst wähliger Hengste Gewieher&#10;Ist mir verhaßt! Ab sterb ich der Welt wie die alte Französin!&#10;Dir nur leb ich annoch, mein einziges Herzensfräulein!&#10;Lächle du mir Trost und Heiterkeit! Vater und Brüder&#10;Lauren dem Otter ja auf wie ich dir! Ein Mäulchen, nur eines!&#10;Wein und Zitronen und Rak in der Weidtasch hab ich und Zucker,&#10;Daß du mit wärmendem Punsch den erfrorenen Alten erquickest.&#10;Auch ein seidenes Tuch von grüngerändetem Lila&#10;Nimm zum Geschenk, daß nicht du den zärtlichen Busen erkältest,&#10;Der mit blendendem Glanz vorwallt an dem Rande des Leibchens.&#10;Werde doch Jungfer bei meiner Mama! Dich liebt sie besonders,&#10;Dich vor den Mädchen des Dorfes und der Stadt feinhändigen Jungfraun:&#10;Weil wie die Rose du blühst und schlank wie die Binse dich hebest;&#10;Und, auch die Woche hindurch, dich säuberlich stets und gefällig&#10;Ausschmückst; und, im Vertraun, weil Wenzelchen immer dich lobet.&#10;Unseren Herrn Bauchpfaffen mit kupfriger Nase, den läuten&#10;Bald die Pokale zu Grab; er zecht mit meinem Papa jetzt.&#10;Siehe, der wackre Student, der mich bildete, nimmt zur Belohnung&#10;Dann die ergiebige Pfarr in deiner Schürze, du Jungfrau.&#10;Dann als Frau Pastorin bewohnst du das niedliche Pfarrhaus,&#10;Welches ich modisch geziert; fünfhundert Taler des Jahres&#10;Hebst du, dazu noch Opfer und Sündengeld aus dem Beichtstuhl&#10;Und was sonst in die Küche dir läuft: Maibutter und Honig,&#10;Ferkelchen, Aal und Kapaun, Knackwurst und geräucherte Zungen;&#10;Daß nicht mürrisch der Mann abkanzele, wenn sie am Sonntag&#10;Kegelten, Korn einfuhren und Heu, mit Gesange den Brautflachs&#10;Gäteten und sich im Grünen ein Tanz um den Fiedeler anhub;&#10;Oder zu früh nach der Trauung der Storch sein Püppchen im Schnabel&#10;Brachte, der alberne Storch, der oft auch ein Jüngferchen heimsucht.&#10;Zeige das Antlitz mir, Holdselige, nur aus dem Fenster!&#10;Nur ein freundliches Wörtchen erwidere, nur ein vertraulich:&#10;Gute Nacht! O ich sterb in der Lieb auf schauderndem Fieber!&#10;Höre doch, Kind, wie der Atem mir bebt, wie die Zähne mir klappern!&#10;Und (o wer weiß, was ich tue?) mein Rohr ist geladen mit Kugeln!&#10;Gräßlich, o Kind, wenn Nacht vor Nacht, bei der Hunde Gewinsel,&#10;Sich dein Wenzel wie Rauch aus der Erd aufwühlet und wehklagt;&#10;Plötzlich ein Knall dich betäubt, und ein puckligtes Totengeripp nun&#10;Hoch in das Fenster dir grinst mit flammenäugigem Schädel!&#10;Wär ich der Uhu doch, der jammernde dort in des Eichbaums&#10;Olmigem Stamm! Auf flög ich, zerpickte das Glas mit dem Schnabel,&#10;Ach! und umflügelte dich und böte mich dir zum Erdrosseln;&#10;Fänd ich sodann Mitleid, o ich finge dir Ratten und Mäuse!&#10;Kichere nur und lache, du Lacheltäubchen! mir selbst ist&#10;Weinerlich! Glut von innen und Frost von außen verzehrt mich!&#10;Ganz unerträglicher Frost! O ich taumele! Laß mich am Feuer&#10;Wenigstens wärmen die Hand! Ich paßte dem listigen Fuchs auf,&#10;Welcher die Hühnchen dir raubt, die getöppelten; aber die Finger&#10;Starreten mir wie die Zacken am Dach, daß ich selber den Hahn nicht&#10;Aufziehn könnt, und der Schelm mit fegendem Schwanze mir durchging.&#10;Laß mich nur eine Minute bei dir auftauen, mein Engel,&#10;Und mir die Pfeif anzünden, die wärmende! Stracks will ich weiter-&#10;Gehn in den schrecklichen Sturm, da dir mein Leben verhaßt ist!&#10;Könnt ich die Geig hier stimmen vor Frost und schwiege der Nordwind,&#10;Der mein zärtlich Geseufz wegbrüllt! so säng ich das Liedlein&#10;Dir mit gebrochenem Laute der unaussprechlichen Inbrunst,&#10;Das mein guter Student mir fertigte, stark und natürlich!&#10;Bald dann würde dir weich, hartherzige Dirne, der Starrsinn!&#10;Frisch den Versuch! Sonst schlag ich mit donnernder Kolbe die Tür ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Spiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spiel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:27:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spiel/</guid><description>&lt;p&gt;In schäbigen Sesseln frechgeschminkte Weiber,&#10;In deren Blick ein süsslich Lächeln girrt,&#10;Geziert bewegen sie die magren Leiber,&#10;Juwel und Gold an ihren Ohren klirrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Spieltisch rings Gesichter fahl, verbissen.&#10;Zahnlose Kiefer, leichenblass der Mund,&#10;Zitternde Finger, hin und her gerissen,&#10;Fiebrisch durchwühlend leerer Taschen Grund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am schmutzigen Plafond die bleichen Lichter&#10;Erhellen nur mit einer trüben Glut&#10;Die finstren Stirnen der berühmten Dichter,&#10;Die hier vergeuden ihren Schweiss, ihr Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Spiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spiel-1055/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:26:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spiel-1055/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein schalck der zeit/ ein zunder zu dem zancken/&#10;Ein rechtes freundschaffts-gifft/ ein hencker der gedancken/&#10;Des krieges ebenbild/ ein diebstahl den man liebt/&#10;Ein wesen/ so kein christ recht mit gewissen übt/&#10;Ein süsses hexenwerck/ ein ungewisses lachen/&#10;Und daß ich nicht zu viel darff von dem spiele machen/&#10;Wenn der berühmte tag wirfft erd und himmel ein/&#10;So wird das spielen doch der teuffel labsal seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Spiegelbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spiegelbild/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:26:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spiegelbild/</guid><description>&lt;p&gt;Schaust du mich an aus dem Kristall,&#10;Mit deiner Augen Nebelball,&#10;Kometen gleich die im Verbleichen;&#10;Mit Zügen, worin wunderlich&#10;Zwei Seelen wie Spione sich&#10;Umschleichen, ja, dann flüstre ich:&#10;Phantom, du bist nicht meinesgleichen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist nur entschlüpft der Träume Hut,&#10;Zu eisen mir das warme Blut,&#10;Die dunkle Locke mir zu blassen;&#10;Und dennoch, dämmerndes Gesicht,&#10;Drin seltsam spielt ein Doppellicht,&#10;Trätest du vor, ich weiß es nicht,&#10;Würd′ ich dich lieben oder hassen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Sperlingspaar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sperlingspaar/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:25:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sperlingspaar/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Spätzchen hing mit treuer Liebe&#10;An einem schönen braunen Spatz;&#10;Er hegte gleiche süße Triebe&#10;Und wählt&amp;rsquo; es aus zu seinem Schatz.&#10;Flog täglich hin zu seiner Trauten,&#10;Bis sie sich ihm zu eigen gab;&#10;Doch als sie noch ihr Nest sich bauten,&#10;Da nahm bei ihm die Lieb&amp;rsquo; schon ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er fliegt allein von Baum zu Baume,&#10;Er flattert lustig weit und breit.&#10;Betrübt ob dem entschwund&amp;rsquo;nen Traume,&#10;Härmt sie sich still in Einsamkeit.&#10;Statt daß ihn ihre Thränen rühren,&#10;Er nur noch häuf&amp;rsquo;ger sie verläßt,&#10;Und kehrt, da Andre ihn verführen,&#10;Nur selten noch in&amp;rsquo;s Ehenest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sonett/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:24:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sonett/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Reime heiß′ ich viermal kehren wieder,&#10;Und stelle sie, getheilt, in gleiche Reihen,&#10;Daß hier und dort zwei eingefaßt von zweien&#10;Im Doppelchore schweben auf und nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann schlingt des Gleichlauts Kette durch zwei Glieder&#10;Sich freier wechselnd, jegliches von dreien.&#10;In solcher Ordnung, solcher Zahl gedeihen&#10;Die zartesten und stolzesten der Lieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den werd′ ich nie mit meinen Zeilen kränzen,&#10;Dem eitle Spielerei mein Wesen dünket,&#10;Und Eigensinn die künstlichen Gesetze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Skelett als Arbeitsmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-skelett-als-arbeitsmann/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:24:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-skelett-als-arbeitsmann/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In jenen anatomischen Räumen&#10;Am Kai, wo in der Bretter Haft&#10;Manch altes Buch liegt, leichenhaft&#10;Und mumiengleich in tiefen Träumen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Bilder, deren schwerer Sinn&#10;Und eines alten Meisters Können,&#10;Trotz ihres ernsten Stoffs uns gönnen,&#10;Der Schönheit Anblick und Gewinn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort sieht man – und das tiefe Grauen&#10;Vor unsren letzten Rätseln schwillt –&#10;Skelette sieht man, furchtbar Bild,&#10;Arbeitern gleich das Feld bebauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus diesem Boden, drin ihr grabt,&#10;Gesellen finster und ergeben,&#10;Mit aller Kraft, die euch gegeben,&#10;Mit allen Muskeln, die ihr habt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Simmaleins</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-simmaleins/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:23:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-simmaleins/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist das große Simmaleia&#10;Simmaleialu&#10;lusammalei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Stein ist ein,&#10;der Brei ist zwei,&#10;die Schlei ist drei,&#10;der Stier ist vier,&#10;der Bünf ist fünf,&#10;die Hex ist sechs,&#10;was blieben ist sieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das schöne große Taggestirne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schoene-grosse-taggestirne/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:23:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schoene-grosse-taggestirne/</guid><description>&lt;p&gt;Das schöne große Taggestirne&#10;Vollendet seinen Lauf;&#10;Komm wisch den Schweiß mir von der Stirne,&#10;Lieb Weib, und denn tisch auf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Kannst hier nur auf der Erde decken,&#10;Hier unterm Apfelbaum;&#10;Da pflegt es abends gut zu schmecken,&#10;Und ist am besten Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Und rufe flugs die kleinen Gäste,&#10;Denn hör, mich hungert´s sehr;&#10;Bring auch den kleinsten aus dem Neste,&#10;Wenn er nicht schläft, mit her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem König bringt man viel zu Tische;&#10;Er, wie die Rede geht,&#10;Hat alle Tage Fleich und Fische&#10;Und Panzen und Pastet;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Schlossfräulein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schlossfraeulein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:22:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schlossfraeulein/</guid><description>&lt;p&gt;In den lauen Lenzestagen&#10;Wehn im Wald die Lüfte weich;&#10;Lerchen singen, Drosseln schlagen,&#10;Busch und Baum stehn blütenreich,&#10;Und der Schwan zieht leis und leise&#10;Auf dem Weiher seine Kreise,&#10;Dem die Welle silbern schwoll.&#10;Zeit der Düfte, Zeit der Rosen,&#10;Wo die Lüfte lauer kosen,&#10;Sprich, was all dein Locken soll?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vom Schloss das Fräulein wonnig,&#10;Hoch an Wuchs an Gliedern sein.&#10;Morgenfrisch und lenzessonnig&#10;Schreitet leichtgeschürzt waldein.&#10;O von zwanzig Sommern hangen&#10;Glut und Lust ihr auf den Wangen!&#10;Sinnig lacht der Mond dazu.&#10;Zeit der Düfte, Zeit der Rosen,&#10;Wo die Lüfte lauer kosen,&#10;Sie ist just so schön wie du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Schiff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schiff/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:21:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schiff/</guid><description>&lt;p&gt;Das eilende Schiff, es kommt durch die Wogen&#10;Wie Sturmwind geflogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Voll Jubel ertönt′s vom Mast und vom Kiele:&#10;&amp;ldquo;Wir nahen dem Ziele.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Fährmann am Steuer spricht traurig und leise:&#10;&amp;ldquo;Wir segeln im Kreise.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Scherchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-scherchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:21:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-scherchen/</guid><description>&lt;p&gt;Schnipsel, schnipsel, Scherchen,&#10;Schneid mir ein Gewehrchen;&#10;Schieß ich mir ein Häschen tot,&#10;Brat′s dem Kind zum Mittagbrot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schnitzel fliegen zum Fenster hinaus&#10;Durch den Sonnenschein in des Gärtners Haus;&#10;Der hat seine Freude dran,&#10;Oder kuckt sie gar nicht an,&#10;Oder streut sie in den Wind&#10;Oder schenkt sie seinem Kind;&#10;&amp;hellip; schnipsel, schnipsel, Scherchen &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Schäfchen und der Dornstrauch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schaefchen-und-der-dornstrauch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:20:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schaefchen-und-der-dornstrauch/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Schäfchen kroch in dicke Hecken,&#10;Dem rauhen Regen zu entgehn.&#10;Hier konnt′ es freilich trocken stehn;&#10;Allein die Wolle blieb ihm stecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beglückt ist, den dies Schaf belehrt.&#10;Bethörte Had′rer, laßt euch rathen.&#10;Vertraut die Wolle nicht den scharfen Advocaten.&#10;Oft ist, was ihr gewinnt, nicht halb der Kosten werth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Osterfeuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-osterfeuer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:20:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-osterfeuer/</guid><description>&lt;p&gt;Über die Haide ging ich, die Haide so weit und so breit,&#10;Mürrische Worte raunte ins Ohr mir die Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Raunte von toten Zeiten, da hier noch der Urstier zog,&#10;Über dem Bruche der Adler himmelhoch kreisend flog;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da der Grauhund, der grimme, Mordrunen ließ im Sand,&#10;Da noch das Elch, das starke, fiel von des Jägers Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da noch nicht welsche Weise Gut in Böse verkehrt,&#10;Wode und Frigga, die Hehren, standen hochgeehrt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Opfer, das die Liebe bringt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-opfer-das-die-liebe-bringt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:19:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-opfer-das-die-liebe-bringt/</guid><description>&lt;p&gt;Das Opfer, das die Liebe bringt,&#10;Es ist das teuerste von allen;&#10;Doch wer sein Eigenstes bezwingt,&#10;Dem ist das schönste Los gefallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Nordlicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-nordlicht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:18:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-nordlicht/</guid><description>&lt;p&gt;O Mutter, warum wecktest&#10;Du mich nicht auf, als strahlend,&#10;Wie du mir sagst, das Nordlicht&#10;Des halben Himmels Wölbung&#10;Erleuchtete? Ich habe,&#10;Das weißt du, nie ein Nordlicht&#10;Gesehn. Mit Freude hätte,&#10;Des starken Frosts nicht achtend,&#10;Mein Lager ich verlassen,&#10;Um Gottes nächtlich Wunder&#10;Anbetend zu betrachten.&#10;Du weißt, daß wilde Völker,&#10;Noch unbekannt mit unsrer&#10;Von Gott gekommnen Lehre,&#10;In ihrer Einfalt diese&#10;Erhabene Erscheinung&#10;Das Land der Seelen nennen.&#10;Wer weiß, ob ihre Meinung&#10;Nicht Wahrheit ist? Wir hätten&#10;Vielleicht, o gute Mutter,&#10;Im Land der Seelen Vater&#10;Gesehen oder meine&#10;Mir unbekannten Brüder,&#10;Die, eh′ ich auf die Welt kam,&#10;Die Welt verlassen hatten,&#10;Und nun bei Gott im klaren&#10;Und ew′gen Lichte wohnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Nichts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-nichts/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:18:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-nichts/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah durch ein hohes, goßes Loch.&#10;Ist Nichts darin? - Doch! scholl es. - Doch!&#10;Und ich suchte und suchte und grub nach dem Nichts. -&#10;Da quoll aus dem Loch eine Garbe Lichts. -&#10;Ich habe das Nichts gefunden, -&#10;Und mir um die Stirn gewunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-meer-8642/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:17:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-meer-8642/</guid><description>&lt;p&gt;Grüß&amp;rsquo; mir das Meer,&#10;Silberne Wellen&#10;Rauschen und schwellen,&#10;Schön ist das Meer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grüß&amp;rsquo; mir das Meer,&#10;Golden es schäumt&amp;rsquo;,&#10;Ob es auch träumet?&#10;Tief ist das Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grüß&amp;rsquo; mir das Meer,&#10;Glücklich es scheinet&#10;Ströme es weinet,&#10;Groß ist das Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:17:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern noch ein dürftig Ding,&#10;Das so grau und albern ging,&#10;Nichts an ihm zu sehen -&#10;Und muß heut behutsam sein,&#10;Wie wenn im Mai die Blüten schnei′n,&#10;Daß nicht all verwehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie wenn ich Blüten an mir habe,&#10;Als sei ich eine Gottesgabe, -&#10;Ein reines Wunder bin ich ja,&#10;Wie nie ich eins mit Augen sah.&#10;Und muß mich sehr zusammennehmen&#10;Und schämen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum? Weil ich so blühend bin,&#10;Und weil der Wind treibt Blüten hin,&#10;Die nicht am Baum erröten&#10;Und voller Vorsicht sind&#10;Und Unschuld und Erblöden -&#10;Der dumme Wind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mädchen von Orleans</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-von-orleans/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:16:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-von-orleans/</guid><description>&lt;p&gt;Das edle Bild der Menschheit zu verhöhnen,&#10;Im tiefsten Staube wälzte dich der Spott;&#10;Krieg führt der Witz auf ewig mit dem Schönen,&#10;Er glaubt nicht an den Engel und den Gott;&#10;Dem Herzen will er seine Schätze rauben,&#10;Den Wahn bekriegt er und verletzt den Glauben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, wie du selbst, aus kindlichem Geschlechte,&#10;Selbst eine fromme Schäferin, wie du,&#10;Reicht ihr die Dichtkunst ihre Götterrechte,&#10;Schwingt sich mit dir den ew′gen Sternen zu.&#10;Mit einer Glorie hat sie dich umgeben,&#10;Dich schuf das Herz, du wirst unsterblich leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Loben ist uns unbequem...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-loben-ist-uns-unbequem/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:15:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-loben-ist-uns-unbequem/</guid><description>&lt;p&gt;Das Loben ist und unbequem,&#10;Das Schelten ist so angenehm,&#10;und gibt es nicht so viel zu schelten?&#10;Nicht wahr, Prophet, du läßt es gelten?&#10;Nisami: Im Namen Allahs rede ich:&#10;Sich lobt, wer lobt; wer schilt, schilt sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied vom Hemdchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-hemdchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:15:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-hemdchen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne stand wohl auf&#10;Des Morgens um halber vier.&#10;Sie zog ihr Hemdlein aus&#10;Und hängt es an die Tür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herfür trat sie an Strom&#10;Und bad′t sich ganz darein,&#10;Am ganzen Leibe schön&#10;Wie eine Perle fein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alsdann ging sie von danne&#10;Wohl über Berg und Tal,&#10;Bis daß sie endlich kame&#10;An einen hellgrünen Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Wald da floß ein Bächelein,&#10;Das hat gesehen&#10;Ein weiß und rot schön Jungfräulein&#10;Ganz ohne Röcklein stehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied vom Hasse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-hasse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:14:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-hasse/</guid><description>&lt;p&gt;Wohlauf, wohlauf, über Berg und Fluss&#10;Dem Morgenrot entgegen,&#10;Dem treuen Weib den letzten Kuss,&#10;Und dann zum treuen Degen!&#10;Bis unsre Hand in Asche stiebt,&#10;Soll sie vom Schwert nicht lassen;&#10;Wir haben lang genug geliebt,&#10;Und wollen endlich hassen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe kann uns helfen nicht,&#10;Die Liebe nicht erretten;&#10;Halt du, o Hass, dein jüngst Gericht,&#10;Brich du, o Hass, die Ketten!&#10;Und wo es noch Tyrannen gibt,&#10;Die lasst uns keck erfassen;&#10;Wir haben lang genug geliebt,&#10;Und wollen endlich hassen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das liebende Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-liebende-maedchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:14:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-liebende-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngling, wenn ich dich von fern erblicke,&#10;Wird vor Sehnsucht mir das Auge nass:&#10;Nahst du dich, so hält es mich zurücke&#10;Wie mit Fesseln – und ich weiss nicht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern von dir hab&amp;rsquo; ich so viel zu klagen,&#10;Und dir gegenüber sitz&amp;rsquo; ich stumm,&#10;Kann dir nicht ein Sterbens-Wörtchen sagen,&#10;Stammle nur, - und weiss doch nicht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stundenlang häng&amp;rsquo; ich an deinem Blicke:&#10;Aber wenn der deinige mich so&#10;Ueberrascht, fährt meiner scheu zurücke,&#10;Will sich bergen, - ach! und weiss nicht,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das letzte Haiku</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-letzte-haiku/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:13:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-letzte-haiku/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Ende das Wandern:&#10;Mein Traum, auf dürrer Heide&#10;huscht er umher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lämmechen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-laemmechen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:12:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-laemmechen/</guid><description>&lt;p&gt;In Wolfenbüttel wohnt ein Lamm,&#10;Das hat ganz schwarze Haare;&#10;Meint ihr, es brauche einen Kamm?&#10;I Gott bewahre!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber mein Lämmechen&#10;Braucht ein Kämmechen,&#10;Braucht ein Schwämmechen,&#10;Läßt sich nix verdrießen,&#10;Setzt sein neues Käppechen auf,&#10;Will mal Koppkegel schießen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kreuz am Inn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kreuz-am-inn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:12:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kreuz-am-inn/</guid><description>&lt;p&gt;Am Innstrom giengen wir dahin&#10;Und sahen die breiten Wogen zieh&amp;rsquo;n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein einsam Kreuz gewahrt&amp;rsquo; ich da&#10;Jenseits im Feld, dem Ufer nah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dran hieng, ich sah&amp;rsquo;s im Sonnenglanz,&#10;Entblättert fast ein dunkler Kranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was will das Kreuz am fernen Ort?&#10;Besagt es Unfall oder Mord?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär&amp;rsquo; heut der rechte Tag im Jahr,&#10;Du säh&amp;rsquo;st ein Bild, das spräche klar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein altes Weiblein sähest Du,&#10;Es strebt vom Dorf der Stätte zu,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Königslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-koenigslied-6188/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:11:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-koenigslied-6188/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin der lachende König der Welt. Was willst&#10;du essen? Was willst du trinken? Ich kann dir Alles geben, Alles.&#10;Glaubst du, ich sei arm? Dummes, kleines Kind!&#10;Siehst du da drüben überm Meere die unzähligen Sterne?&#10;Weißt Du, wem sie gehören? Mir gehören die Sterne.&#10;Denn ich bin so selig, daß niemand seliger sein kann.&#10;Und&#10;wer etwas selig anschaut, der besitzt das, was er anschaut. Siehst du, jetzt weißt du, was Eigentum ist.&#10;Willst du nun die Königin der Welt sein? Neben mir auf meinem großen Throne? Willst du?&#10;Sei selig: und du bist Königin!&#10;Komm und sitze an meiner Seite! Wir sind ein lachendes Herrscherpaar.&#10;Was willst du essen? Bah, sei selig: und du brauchst nicht zu essen.&#10;Sei selig: und du brauchst auch nicht mehr trinken.&#10;Dein Auge sei dein Reichsapfel, dein trunken empor sich reckender Arm dein Scepter: so jetzt herrschen wir über die Welt.&#10;Hei, tanze mit mir! Drüben durchs Gebüsch rennen unsre Diener;&#10;die sind gehorsam; siehst du sie?&#10;Nein?&#10;So schließe dein Auge! Dann kannst Du Alles sehen, Alles haben,&#10;Alles.&#10;Doch du lachst noch nicht so, wie′s Königinnen ziemt.&#10;Lach′ so wie ich!&#10;Sonnen, Sterne tanzen mit dir.&#10;O komm: rase mit mir!&#10;Nein, nicht toll! Tanze, tanze mit mir &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:11:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Die Mutter lag im Totenschrein,&#10;zum letztenmal geschmückt;&#10;da spielt das kleine Kind herein,&#10;das staunend sie erblickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blumenkron′ im blonden Haar&#10;gefällt ihm gar zu sehr,&#10;die Busenblumen, bunt und klar,&#10;zum Strauß gereiht, noch mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sanft und schmeichelnd ruft es aus:&#10;&amp;ldquo;Du liebe Mutter, gib&#10;mir eine Blum′ aus deinem Strauß,&#10;ich hab′ dich auch so lieb!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als die Mutter es nicht tut,&#10;da denkt das Kind für sich:&#10;Sie schläft, doch wenn sie ausgeruht,&#10;so tut sie′s sicherlich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kind in der Wiege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-in-der-wiege/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:10:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-in-der-wiege/</guid><description>&lt;p&gt;Glücklicher Säugling! Dir ist ein unendlicher Raum noch die Wiege.&#10;Werde Mann, und dir wird eng die unendliche Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kammermädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kammermaedchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:09:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kammermaedchen/</guid><description>&lt;p&gt;O was für Augen! welch ein Mund!&#10;Die Brust, wie weis, wie voll, wie rund!&#10;Wie schalkhaft der verstohlne Blick!&#10;Der schlanke Leib, welch Meisterstück!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wahrhaftig! ja, sie ist zu schön!&#10;Wer kann der Sehnsucht wiederstehn?&#10;Mich ladet Mund und Busen ein;&#10;Das Mädchen muß geküsset seyn - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, Chloris schreyt? - Nein, halte nicht&#10;Den Fächer spröde vors Gesicht!&#10;Gewiß, ich redte nicht von dir,&#10;Dein Kammermädchen meynt ich hier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ist ein Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-ein-leben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:09:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-ein-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Will er sauer, so will ich süß,&#10;Will er Mehl, so will ich Grieß,&#10;Schreit er hu, so schrei ich ha,&#10;Ist er dort, so bin ich da,&#10;Will er essen, so will ich fasten,&#10;Will er gehn, so will ich rasten,&#10;Will er recht, so will ich link,&#10;Sagt er Spatz, so sag ich Fink,&#10;Ißt er Suppen, so eß ich Brocken,&#10;Will er Strümpf, so will ich Socken,&#10;Sagt er ja, so sag ich nein,&#10;Sauft er Bier, so trink ich Wein,&#10;Will er dies, so will ich das,&#10;Singt er Alt, so sing ich den Baß,&#10;Seht er auf, so sitz ich nieder,&#10;Schlägt er mich, so kratz ich wieder,&#10;Will er hü, so will ich hott:&#10;Dies ist ein Leben, erbarm es Gott!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ist der Schatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-der-schatten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:08:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-der-schatten/</guid><description>&lt;p&gt;Magst du mich ganz in deine Flammen hüllen&#10;und mag das Blut, das deinen Leib durchmißt,&#10;mein Herz durchpulsen, meine Adern füllen -&#10;es bleibt ein Rest, ein Rest, der du nicht bist!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Schatten unsrer Sonnenliebe,&#10;auf unsern Himmelstraum, der Erdenspott.&#10;Wenn dieser Rest, du, dieser Rest nicht bliebe:&#10;wir wären Gott.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Huhn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-huhn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:08:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-huhn/</guid><description>&lt;p&gt;In der Bahnhofhalle, nicht für es gebaut,&#10;geht ein Huhn&#10;hin und her &amp;hellip;&#10;Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh′r?&#10;Wird dem Huhn&#10;man nichts tun?&#10;Hoffen wir es! Sagen wir es laut:&#10;daß ihm unsre Sympathie gehört,&#10;selbst an dieser Stätte, wo es - ′stört′!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hopsassa</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hopsassa/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:07:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hopsassa/</guid><description>&lt;p&gt;Was du nur willst! Dieweil du reimen kannst&#10;und in beliebtem Hopsassa&#10;erzählst was dir zu Leids geschah,&#10;schmähst du auf jeden braven Wanst,&#10;der reimlos seine Wege geht&#10;und von der Narrheit nichts versteht,&#10;die dich, indes er ißt und trinkt,&#10;in schmerzliche Ekstase bringt&#10;und dich ekstatisch hungern läßt.&#10;Er soll dir deine Narrenqualen&#10;etwa mit seinem Gelde zahlen?&#10;Dir ist dein Narrsein ja ein Fest!&#10;So zahle deine Feste selber&#10;und neide nicht voll Prahlerei&#10;und widriger Phantasterei&#10;ihm seine wohlgeratnen Kälber,&#10;du elendiger Hopsassa&#10;und Tschingterassa Bum!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Höchste und das Tiefste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hoechste-und-das-tiefste/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:06:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hoechste-und-das-tiefste/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Gewissen zu haben, bezeichnet das Höchste und Tiefste,&#10;Denn es erlischt nur im Gott, doch es verstummt auch im Tier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:06:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht zürne, daß mein Herz so heißen Brand ausübet,&#10;Weil deine Schönheit selbst der Flammen Zunder hegt,&#10;Schuld und Entschuldigung in ihren Augen trägt;&#10;Das Meer kann nicht dafür, daß sich der Himmel trübet,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sich mit der Wolk′ umarmt, der Erde Dünste liebet.&#10;Die Sonn′ ist′s, die das Salz in allen Dingen regt,&#10;Der Klüfte Gluth beseelt, den Geist der Welt bewegt,&#10;So Schnee als Eise Brand, den Steinen Leben giebet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-8724/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:05:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-8724/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ging durch einen Wald,&#10;Da wuchsen viele Herzen.&#10;Sie waren rot in Schmerzen,&#10;Sie waren stolz und grün und kalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie rieselten und hingen&#10;Von dünnem Ast, Morellenast.&#10;Ich wog die sonneneigne Last&#10;Und ließ sie schüchtern klingeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe eins gepflückt,&#10;Das dunkel schien vor Reife;&#10;Es hat mit grüner Schleife&#10;Und einer Blume mich geschmückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Herz ist heißes Klopfen.&#10;Ich ahnte zögernd, daß es bat.&#10;Zuweilen, blutschwarz wie Granat,&#10;Zersprang ein großer Tropfen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Haus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:05:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haus/</guid><description>&lt;p&gt;Berg der Kammern. Woher wuchsest du Maden-Leib?&#10;Aus Nacht gekittet, in den Tag gemauert,&#10;der, dich umjohlt, Höhlung wunderlichen Getiers:&#10;Fuchsbau, Schlangennest, Maulwurfhügel, Raubtierkäfig!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was geschiehet in deinem Geripp, da der Treppen Brand&#10;aufflackert gegen das lastende Dach, das die Himmel verbaut?&#10;Was hinter den Fenstern, da in den kalten Ecken&#10;Sonnenlicht, trüber Schein, sich verkriecht und stirbt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welche Wesen bevölkern dich? Welche Motten umschwirren&#10;die giftigen Lampen? Welche Schreie tönen? Welche Tat&#10;wird getan? Wer stirbt? Wer wird geboren? Wer flucht?&#10;Wer stöhnt? Wer jammert? Wer lacht? Wer träumt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Haus Österreich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haus-oesterreich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:04:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haus-oesterreich/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Töchter Hesperi, nicht rühmt die goldnen Früchte!&#10;Zweyträchtiges Geschlecht der Bäume, bleib vom Lichte,&#10;Du und Alcinous! Die Epicurus hegte,&#10;Auch die Mäcenas baut, und die Lucanus pflegte,&#10;Ihr Gärt und Gärtner all, ihr seyd mit Ruhm zu schonen:&#10;Der Garten Österreich trägt lauter Käyser-Kronen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Haus in der Heide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haus-in-der-heide/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:04:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haus-in-der-heide/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lauscht, vom Abendschein umzuckt,&#10;die strohgedeckte Hütte,&#10;recht wie im Nest der Vogel duckt,&#10;aus dunkler Föhren Mitte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Fensterloche streckt das Haupt&#10;die weißgestirnte Sterke,&#10;bläst in den Abendduft und schnaubt&#10;und stößt ans Holzgewerke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seitab ein Gärtchen, dornumhegt,&#10;mit reinlichem Gelände,&#10;wo matt ihr Haupt die Glocke trägt,&#10;aufrecht die Sonnenwende.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drinnen kniet ein stilles Kind,&#10;das scheint den Grund zu jäten,&#10;nun pflückt sie eine Lilie lind&#10;und wandelt längs den Beeten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Haus am Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haus-am-meer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:03:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haus-am-meer/</guid><description>&lt;p&gt;Hart an des Meeres Strande&#10;baut man ein festes Haus;&#10;als sollt′ es ewig dauern,&#10;so heben die trotz′gen Mauern&#10;sich in das Land hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mächtige Hammerschläge&#10;erdröhnen schwer und voll;&#10;die Sägen knarren und zischen,&#10;verworren hört man dazwischen&#10;der Wogen dumpf Geroll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch das Gebälke klettert&#10;ein rüst′ger Zimmermann;&#10;der Wind, der sich erhoben,&#10;zerreißt mit seinem Toben&#10;das Lied, das er begann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin hineingetreten;&#10;daß solch ein Werk gedeiht;&#10;das ist an Gott gelegen;&#10;zu beten um seinen Segen,&#10;nehm′ ich mir gern die Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das graurotgrüne Großstadtlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-graurotgruene-grossstadtlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:02:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-graurotgruene-grossstadtlied/</guid><description>&lt;p&gt;Rote Münder, die aus grauen Schatten glühn,&#10;girren einen süßen Schwindel.&#10;Und der Mond grinst goldiggrün&#10;durch das Nebelbündel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Graue Straßen, rote Dächer,&#10;mittendrin mal grün ein Licht.&#10;Heimwärts grölt ein später Zecher&#10;mit verknittertem Gesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grauer Stein und rotes Blut -&#10;morgen früh ist alles gut.&#10;Morgen weht ein grünes Blatt&#10;über einer grauen Stadt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Grab der Scipionen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grab-der-scipionen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:02:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grab-der-scipionen/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin, o Wandrer, daß du die Appia&#10;So einsam hin, die hochummauerte, ziehst?&#10;Auf deiner Stirne seh′ ich Falten,&#10;Ernsthaft erscheinst du, und tiefen Trübsinn&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verräth dein suchend Auge. Gewahrst du sie,&#10;Die kleine Thüre, kennst du sie? tritt nur ein,&#10;Des Weinbergs schmale Mauertreppe&#10;Führt dich zum Grabe der Scipionen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier ruht sie nun, die hohe Cornelia,&#10;Die mit Carthago′s trauerndem Lorbeer einst&#10;Ganz andre Treppen im Triumphe&#10;Kapitolinischen Siegestempeln&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Göttliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-goettliche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:01:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-goettliche/</guid><description>&lt;p&gt;Edel sei der Mensch,&#10;Hülfreich und gut!&#10;Denn das allein&#10;Unterscheidet ihn&#10;Von allen Wesen,&#10;Die wir kennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heil den unbekannten&#10;Höhern Wesen,&#10;Die wir ahnen!&#10;Ihnen gleiche der Mensch;&#10;Sein Beispiel lehr uns&#10;Jene glauben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn unfühlend&#10;Ist die Natur:&#10;Es leuchtet die Sonne&#10;Über Bös′ und Gute,&#10;Und dem Verbrecher&#10;Glänzen wie dem Besten&#10;Der Mond und die Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wind und Ströme,&#10;Donner und Hagel&#10;Rauschen ihren Weg&#10;Und ergreifen,&#10;Vorübereilend,&#10;Einen um den andern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gesetz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gesetz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:01:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gesetz/</guid><description>&lt;p&gt;Was ich will vom Gesetz? Es soll das Höchste verlangen,&#10;Was der Beste vermag, wenn er die Kraft nur gebraucht.&#10;So beschützt es die Welt vorm Bösen und steht auch dem Guten&#10;Gegen sich selber bei, wenn ihn die Stunde versucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ferne Land</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ferne-land/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:00:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ferne-land/</guid><description>&lt;p&gt;Und das ist offenbar:&#10;Ich weiß ein Land, in dem ich niemals war;&#10;Da fließt ein Wasser, das ist silberklar,&#10;Da blühen Blumen, deren Duft ist rein&#10;Und ihre Farben sind so zart und fein,&#10;So zart und fein, wie sonst am Himmel nur&#10;Der Abendröte allerletzte Spur&#10;An hellen Abenden im jungen Mai&#10;Beim allerersten fernen Eulenschrei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch singt ein Vogel in dem fernen Land,&#10;Er singt ein Lied, das ist mir unbekannt;&#10;Ich hört′ es nie und weiß doch, wie es klingt&#10;Und weiß es auch, was mir der Vogel singt;&#10;Das Leben singt er, und er singt den Tod,&#10;Die höchste Wonne und die tiefste Not,&#10;Jedwede Lust und jeglich Herzeleid,&#10;Die Lust der Zeit, das Weh der Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Fenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fenster/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:59:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fenster/</guid><description>&lt;p&gt;Du leeres Fenster hoch am grauen Haus,&#10;Du Lücke, die man einst dem Lichte ließ,&#10;Dem Farbenstrom von draußen und von drinnen -&#10;Wer alles lugte schon durch dich heraus,&#10;Den dunkler Trieb ins Dämmerdasein stieß&#10;Zu Lust und Leid, zum Sehnen und zum Sinnen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie viele müden Alten mögen hier,&#10;Im Sorgenstuhl beschaulich vorgerückt,&#10;Ein letztes Weilchen noch gesonnt sich haben -&#10;Wie manche schmucke Jungfer hat aus dir&#10;Herabgelauscht beklommen und verzückt&#10;Dem Liebeslockruf eines kecken Knaben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ewige Heute</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ewige-heute/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:59:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ewige-heute/</guid><description>&lt;p&gt;Der wird nicht auferstehn,&#10;der vor nicht auferstanden,&#10;Der jüngste Tag ist jetzt&#10;und nicht danach vorhanden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Entscheidende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-entscheidende/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:58:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-entscheidende/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ein Gedanke dich durchhellt,&#10;Bei dem du zweifelnd dich mußt fragen,&#10;Ob, ausgesprochen, er der Welt&#10;Verderben oder Heil wird tragen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann lass′ die mögliche Gefahr&#10;Ihm nimmermehr sein Recht bestreiten!&#10;Nur Eines prüfe: Ob er wahr?&#10;Nur dieß, nichts And′res darf dich leiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erträgt er deines Geist′s Gericht,&#10;Frei lass′ sodann sein Banner wehen!&#10;Der Rest ist deines Amtes nicht,&#10;Nicht du hast dafür einzustehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und tauchte er auf seinem Gang&#10;Die Welt in Blut auch und in Flammen:&#10;Wenn schließlich er den Sieg errang,&#10;Wird doch nur Segen ihm entstammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Einzig-Bleibende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-einzig-bleibende/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:58:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-einzig-bleibende/</guid><description>&lt;p&gt;Ich steh′ an dem rauschenden Zeitenstrom,&#10;Er donnert und fluthet vorüber!&#10;Der Zeiten Grab bist du, ewiges Rom,&#10;Des Zeitstroms Bild, o du Tiber!&#10;Es wanket rings das hesperische Land,&#10;Von der Berge Höh′ bis zum Meeresstrand;&#10;Doch er tobt rastlos vorüber!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O felsengegründete Hügelstadt!&#10;O schauerumflüsterte Höhen!&#10;Wer hemmt von den Hehren des Schicksals Rad?&#10;Wie sollt ihr dem Strome bestehen?&#10;Der Donner aus finsterer Wolken Schooß,&#10;Der zuckenden Blitze Doppelgeschoß,&#10;Umschmettern die prangenden Höhen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Eichhorn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-eichhorn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:57:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-eichhorn/</guid><description>&lt;p&gt;O allerliebstes Eichhorn!&#10;Schon lang steh′ ich vor deinem,&#10;Dir unbequemen Käfig,&#10;Und kann nicht satt mich sehen&#10;An deinen raschen, holden&#10;Bewegungen und Spielen.&#10;Ich möchte gern dich streicheln,&#10;Doch fürcht′ ich deine Zähne,&#10;So scharf, so fein, wie Nadeln.&#10;Nicht ich fürwahr, o Eichhorn,&#10;Hab′ dich in dies Gefängniß&#10;Gesperrt; ich säh′ viel lieber&#10;Dich auf den hohen Gipfeln&#10;Der nahen Bäume hüpfen&#10;Mit Vögeln in die Wette.&#10;Ich möchte gern dein Nest sehn&#10;Mit seinen bald geschloßnen,&#10;Bald offnen Thüren, daß ja&#10;Kein rauher Wind die zarten,&#10;Noch unbedeckten Kinder&#10;Mit kaltem Hauch berühre.&#10;O glücklich Thier! Bewohner&#10;Von zweien Elementen!&#10;Die Erde beut zur Nahrung&#10;Auf niedrigen Gesträuchen&#10;Die Fülle dir der Früchte&#10;Und klaren Thau auf Blättern;&#10;Und deine Freuden findest&#10;Du auf der Eiche Gipfel&#10;Im hohen Reich der Lüfte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ehrwürdige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ehrwuerdige/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:56:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ehrwuerdige/</guid><description>&lt;p&gt;Ehret ihr immer das Ganze; ich kann nur Einzelne achten:&#10;Immer in Einzelnen nur hab′ ich das Ganze erblickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das dritte Reich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-dritte-reich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:56:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-dritte-reich/</guid><description>&lt;p&gt;Es braucht ein hohes Ideal&#10;der nationale Mann,&#10;daran er morgens allemal&#10;ein wenig turnen kann.&#10;Da hat denn deutsche Manneskraft&#10;in segensreichen Stunden&#10;als neueste Errungenschaft&#10;ein Ideal erfunden:&#10;Es soll nicht sein das erste Reich,&#10;es soll nicht sein das zweite Reich&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das dritte Reich?&#10;Bitte sehr! Bitte gleich!&#10;Wir dürfen nicht mehr massisch sein -&#10;wir müssen durchaus rassisch sein -&#10;und freideutsch, jungdeutsch, heimatwolkig&#10;und bündisch, völkisch, volkisch, volkig&amp;hellip;&#10;und überhaupt.&#10;Wer&amp;rsquo;s glaubt,&#10;wird selig. Wer es nicht glaubt, ist&#10;ein ganz verkommener Paz- und Bolschewist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Delphische Orakel und der Gottlose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-delphische-orakel-und-der-gottlose/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:55:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-delphische-orakel-und-der-gottlose/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Schüler des Diagoras,&#10;Ein Bösewicht, der wenig glaubte,&#10;Und seinem frechen Götterhaß&#10;Die größte Frevelthat erlaubte,&#10;Ging einstens, aus verruchtem Sinn,&#10;Nach Delphos zum Orakel hin,&#10;Mit atheistischem Vergnügen&#10;Den Gott der Dichtkunst zu betrügen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Phöbus, (sprach er) dein Verstand&#10;Erforschet die geheimsten Dinge.&#10;Hier halt′ ich etwas in der Hand,&#10;Das ich für dich zum Opfer bringe.&#10;Du Sohn Latonens, gib Bericht:&#10;Ist es am Leben? oder nicht?&#10;Du weißt, es dient zu deiner Ehre,&#10;Daß ich von dir die Wahrheit höre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Burschentum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-burschentum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:55:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-burschentum/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Becher fröhlich kreisen,&#10;Wenn in vollen Sangesweisen&#10;Tönt so manches Helden Ruhm,&#10;Ja, da muß man dich auch singen,&#10;Muß auch dir die Becher schwingen,&#10;Dir, du altes Burschentum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fragt ihr, wo die Freiheit wohne?&#10;Auf Europas weiter Zone&#10;Habt ihr nimmer sie gesehn;&#10;Nur bei alter treuer Sitte,&#10;In der Burschen froher Mitte&#10;Mag ihr Tempel noch bestehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Froh und frei, wie′s unsre Alten&#10;Einst zu ihrer Zeit gehalten,&#10;Leben wir, so lang es gilt;&#10;Freuen uns - mit leerer Tasche,&#10;Wenn uns nur aus voller Flasche&#10;Klar der braune Nektar quillt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Büblein auf dem Eise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bueblein-auf-dem-eise-8181/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:54:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bueblein-auf-dem-eise-8181/</guid><description>&lt;p&gt;Das Büblein auf dem Eise&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gefroren hat es heuer&#10;noch gar kein festes Eis.&#10;Das Büblein steht am Weiher&#10;und spricht zu sich ganz leis:&#10;&amp;ldquo;Ich will es einmal wagen,&#10;das Eis muß doch nun tragen.&#10;Wer weiß!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Büblein stampft und hacket&#10;mit seinen Stiefelein.&#10;Das Eis auf einmal knacket,&#10;und krach! schon bricht&amp;rsquo;s hinein.&#10;Das Büblein platscht und krabbelt,&#10;als wie ein Krebs und zappelt&#10;mit Arm und Bein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bild in Gelnhausen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bild-in-gelnhausen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:53:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bild-in-gelnhausen/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Gelnhausen an der Mauer&#10;Steht ein steinern altes Haupt&#10;Einsam in dem Haus der Trauer,&#10;Das der Epheu grün umlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Haupt, es scheint zu sprechen:&#10;Starb die ganze deutsche Welt?&#10;Will kein Mann die Unbill rächen,&#10;Bis der Erde Bau zerfällt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Haupt, es scheint zu grüßen&#10;Fragend uns halb streng, halb mild;&#10;Laß es uns in Demuth küssen,&#10;Das ist Kaiser Friedrichs Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herrlich hat sein Schloß gestanden&#10;Hier vor langer ferner Zeit,&#10;Als er nach den Morgenlanden&#10;Zog in Gottes heil′gem Streit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Beste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-beste/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:53:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-beste/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn dir′s in Kopf und Herzen schwirrt,&#10;Was willst du Beßres haben!&#10;Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt,&#10;Der lasse sich begraben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Armenhaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-armenhaus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:52:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-armenhaus/</guid><description>&lt;p&gt;Hart am Saum einer rührigen Stadt&#10;Steht ein viereckt Gebäude, massig und grau;&#10;Von des Kirchspiels Armen wird es bewohnt,&#10;Und sie selbst auch erhuben den finstern Bau;&#10;Und sie drücken ans Eisengitter die Stirn,&#10;Und sie schau´n durch die Stäbe mit trotziger Brau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinter dem Bau liegt ein Rasenfleck,&#10;Den ein Dornzaun scheidet vom Moorgefild;&#10;Nebenan stiehlt ein Gäßchen zum Steinbruch sich,&#10;Den der Regen vieler Jahre füllt;&#10;Aber drin, aber drin! da, in all´ ihrer Qual,&#10;Sitzt die Armut, und flucht, und murmelt wild!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Alpenglühen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alpengluehen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:52:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alpengluehen/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist im Thal ein Glänzen, Kosen&#10;Von Blumen, Bäumen, Sonnenlicht,&#10;Durch die sich, wie lebend’ge Rosen,&#10;Ein Kranz von blüh’nden Menschen flicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit kaltem strengen Angesichte&#10;Blickt nur das Alpenhaupt darein;&#10;Ist’ s denn nicht auch berührt vom Lichte?&#10;Was mag sein düstres Sinnen sein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nacht ist’s geworden allzuschnelle&#10;Und Dunkel hüllt des Thales Hag;&#10;Nicht ahnt, wer’s sah so froh und helle,&#10;Daß es so finster, stumm sein mag!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ästhetische Wiesel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-aesthetische-wiesel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:51:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-aesthetische-wiesel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Wiesel&#10;saß auf einem Kiesel&#10;Inmitten Bachgeriesel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wißt ihr&#10;weshalb?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Mondkalb&#10;verriet es mir&#10;Im Stillen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das raffinier-&#10;te Tier&#10;tat′s um des Reimes willen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ärgernis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-aergernis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:50:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-aergernis/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist das doch in diesen Tagen&#10;Ein Summen, Surren, Hasten, Jagen!&#10;Am Boden welch ein froh Gewühl!&#10;Ein jeder Käfer zeigt Gefühl&#10;Und muss sein Weibchen wild umfassen.&#10;Die ganze Welt ist ausgelassen,&#10;Und jedes Tier begreift sein Leben&#10;In Liebe nehmen, Liebe geben.&#10;Das ist ein Werben, Jubeln, Klagen&#10;In diesen schönen Frühlingstagen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Ochse steht am Wiesenrand,&#10;Und sein kastrierter Viehverstand&#10;muss unberührt von diesem Treiben&#10;Und dieser Sinnenfreude bleiben.&#10;Er fühlt im Fressen sich gestört&#10;Von allem, was er sieht und hört.&#10;Da wird gejagt und wird getanzt&#10;Und sich ganz einfach fortgepflanzt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dank für Rath</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dank-fuer-rath/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:50:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dank-fuer-rath/</guid><description>&lt;p&gt;»Den Kuß und dann die Kralle,&#10;So sind sie alle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Die Kralle, dann den Kuß&#10;Macht ihnen nicht Verdruß.« –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»»Nimm&amp;rsquo;s nicht so schwer! Laß ruh&amp;rsquo;n!&#10;Sie wissen nicht, was sie thun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»»Oder geh&amp;rsquo; fort! Geh&amp;rsquo;, wandere!&#10;&amp;rsquo;s gibt andere,&#10;Nicht alle sind Katzen&#10;Und kratzen.&#10;Bist eben zu lang geblieben;&#10;Man muß mit gepacktem Koffer lieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»»Was ist der Koffer? Es ist dein Geist,&#10;Der dich immer gefaßt sein heißt.&#10;In die Liebe zumeist darf nur sich wagen,&#10;Wer auch enden kann und entsagen.«« –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Daniel Rose und Anna Löbbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daniel-rose-und-anna-loebbe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:49:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daniel-rose-und-anna-loebbe/</guid><description>&lt;p&gt;Der Herbst gibt schon sich an durch kurtzen Tag vnd Regen,&#10;Man lieset Wein vnd Obst, das Korn ist abgemeyt,&#10;Die Braut spricht aber, jetzt sey jhre Rosen-Zeit,&#10;Ist Rosen-lüstern mehr als sie zu seyn hat pflegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie kläglich thut sie bloß der lieben Rosen wegen?&#10;Mein, gebt sie jhr doch hin, geht aber was beyseit,&#10;Gebt achtung, wie sie sich der Rosen halber frewt,&#10;Vnd seht, sie wil sie gar auch in jhr Bette legen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung-9612/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:49:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung-9612/</guid><description>&lt;p&gt;Hell weckt Dunkel&#10;Dunkel wehrt Schein&#10;Der Raum zersprengt die Räume&#10;Fetzen ertrinken in Einsamkeit!&#10;Die Seele tanzt&#10;Und&#10;Schwingt und schwingt&#10;Und&#10;Bebt im Raum&#10;Du!&#10;Meine Glieder suchen sich&#10;Meine Glieder kosen sich&#10;Meine Glieder&#10;Schwingen sinken sinken ertrinken&#10;In&#10;Unermeßlichkeit&#10;Du!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hell wehrt Dunkel&#10;Dunkel frißt Schein!&#10;Der Raum ertrinkt in Einsamkeit&#10;Die Seele&#10;Strudelt&#10;Sträubet&#10;Halt!&#10;Meine Glieder&#10;Wirbeln&#10;In&#10;Unermeßlichkeit&#10;Du!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hell ist Schein!&#10;Einsamkeit schlürft!&#10;Unermeßlichkeit strömt&#10;Zerreißt&#10;Mich&#10;In&#10;Du!&#10;Du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung-3091/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:47:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung-3091/</guid><description>&lt;p&gt;Im Hof, verhext von milchigem Dämmerschein,&#10;Durch Herbstgebräuntes weiche Kranke gleiten.&#10;Ihr wächsern-runder Blick sinnt goldner Zeiten,&#10;Erfüllt von Träumerei und Ruh und Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Siechtum schließt geisterhaft sich ein.&#10;Die Sterne weiße Traurigkeit verbreiten.&#10;Im Grau, erfüllt von Täuschung und Geläuten,&#10;Sieh, wie die Schrecklichen sich wirr zerstreun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Formlose Spottgestalten huschen, kauern&#10;Und flattern sie auf schwarz-gekreuzten Pfaden.&#10;O! trauervolle Schatten an den Mauern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die andern fliehn durch dunkelnde Arkaden;&#10;Und nächtens stürzen sie aus roten Schauern&#10;Des Sternenwinds, gleich rasenden Mänaden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmerstunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerstunde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:47:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerstunde/</guid><description>&lt;p&gt;Im Sessel du, und ich zu deinen Füßen,&#10;Das Haupt dir zugewendet, saßen wir;&#10;Und sanfter fühlten wir die Stunden fließen,&#10;Und stiller ward es zwischen mir und dir;&#10;Bis unsre Augen ineinander sanken&#10;Und wir berauscht der Seele Atem tranken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Da ich ein Knabe war...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/da-ich-ein-knabe-war/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:46:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/da-ich-ein-knabe-war/</guid><description>&lt;p&gt;Da ich ein Knabe war,&#10;Rettet′ ein Gott mich oft&#10;Vom Geschrei und der Ruthe der Menschen,&#10;Da spielt′ ich sicher und gut&#10;Mit den Blumen des Hains,&#10;Und die Lüftchen des Himmels&#10;Spielten mit mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie du das Herz&#10;Der Pflanzen erfreust,&#10;Wenn sie entgegen dir&#10;Die zarten Arme streken,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So hast du mein Herz erfreut&#10;Vater Helios! und, wie Endymion,&#10;War ich dein Liebling,&#10;Heilige Luna!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oh all ihr treuen&#10;Freundlichen Götter!&#10;Daß ihr wüßtet,&#10;Wie euch meine Seele geliebt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Da hab′ ich gar die Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/da-hab-ich-gar-die-rose/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:46:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/da-hab-ich-gar-die-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Da hab′ ich gar die Rose aufgegessen,&#10;Die sie mir in die starre Hand gegeben!&#10;Dass ich noch einmal würde Rosen essen,&#10;Hätt nimmer ich geglaubt in meinem Leben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möcht′ nur wissen, ob es eine rote,&#10;Ob eine weiße Rose das gewesen?&#10;Gib täglich uns, o Herr! von deinem Brote,&#10;Und wenn du willst, erlös′ uns von dem Bösen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Da hab' ich gar die Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/da-hab-ich-gar-die-rose-8629/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:45:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/da-hab-ich-gar-die-rose-8629/</guid><description>&lt;p&gt;Da hab&amp;rsquo; ich gar die Rose aufgegessen,&#10;Die sie mir in die starre Hand gegeben!&#10;Dass ich noch einmal würde Rosen essen,&#10;Hätt nimmer ich geglaubt in meinem Leben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möcht&amp;rsquo; nur wissen, ob es eine rote,&#10;Ob eine weiße Rose das gewesen?&#10;Gib täglich uns, o Herr! von deinem Brote,&#10;Und wenn du willst, erlös&amp;rsquo; uns von dem Bösen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>D Reimer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/d-reimer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:44:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/d-reimer/</guid><description>&lt;p&gt;S geit Leut, se sind so halba gscheit&#10;Und halba sind se Narra.&#10;Zua deane wearat d Reimer keit,&#10;Se häbat äll en Sparra.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nu&amp;rsquo; guat! Noch wearat au it wild&#10;Und lau&amp;rsquo;t mes it glei büaßa,&#10;Wenns mengsmol uiri Au&amp;rsquo;fürm gilt -&#10;Der Narr hot reima müaßa.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cythereens Fest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cythereens-fest/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:44:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cythereens-fest/</guid><description>&lt;p&gt;Von erhabnen Marmorstufen&#10;Seiner Tempelhalle läßt&#10;Amor Cythereens Fest&#10;Aus in alle Winde rufen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Musen, Chariten, Najaden,&#10;Was von göttlicher Natur&#10;In Olymp und Meer und Flur&#10;Lebet, wird dazu geladen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selbst was Himmlischen entsproßen,&#10;Mit den Göttern sonst nicht zecht,&#10;Wird gepriesen, - das Geschlecht&#10;Nur der Menschen ausgeschloßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neugier lockt auch Chloen. Friedlich&#10;Läßt sie Amor selber ein.&#10;»Von der Sippschaft muß sie sein,«&#10;Spricht er, »sie ist gar zu niedlich.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cunettone</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cunettone/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:43:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cunettone/</guid><description>&lt;p&gt;Vor dem Kamin, in dem die Flamme flackerte,&#10;verstummten sie und dachten ihres Lebens nach.&#10;Alsdann versank so Vieles, was sie sonst besass,&#10;und rein im reinen Augenblicke lebten sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der dunkle Wein, der drunten in der Asche stand,&#10;erglühte da und gab ein heimlich tiefes Roth.&#10;Die Sonne sank – der Schnee der Berge leuchtete –&#10;der Winterhimmel draussen schien geformt aus Stahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sahen sie sich staunend an und doch vertraut –&#10;und fragten nichts – und griffen herrisch Hand in Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Crucifixus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/crucifixus/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:43:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/crucifixus/</guid><description>&lt;p&gt;Am Kreuz hing sein gequält Gebeine,&#10;Mit Blut besudelt und geschmäht;&#10;Dann hat die stets jungfräulich reine&#10;Natur das Schreckensbild verweht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch die sich seine Jünger nannten,&#10;Die formten es in Erz und Stein,&#10;Und stellten′s in des Tempels Düster&#10;Und in die lichte Flur hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So, jedem reinen Aug ein Schauder,&#10;Ragt es herein in unsre Zeit;&#10;Verewigend den alten Frevel,&#10;Ein Bild der Unversöhnlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Colosseum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/colosseum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:42:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/colosseum/</guid><description>&lt;p&gt;Einst ereiferten sich auf weiter Arena die Bestien.&#10;Heut zu Tage dafür eifern die Prediger drin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Colli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/colli/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:41:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/colli/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin steig′ ich, Italien noch, nicht Helvetiens Wildniß&#10;Wär′s, wo in Wolken und Schnee stöhnend der Wanderer irrt?&#10;Aber noch sind wir im Süden! Es feindet uns zwar die Natur an,&#10;Aber dies südliche Volk nimmt′s mit den Deutschen nicht auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Clarisse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/clarisse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:41:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/clarisse/</guid><description>&lt;p&gt;Meinen schönsten Liebesantrag&#10;suchst du ängstlich zu verneinen;&#10;frag ich dann: ob das ein Korb sei?&#10;fängst du plötzlich an zu weinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selten bet ich, drum erhör mich,&#10;lieber Gott! Hilf dieser Dirne,&#10;trockne ihre süßen Tränen&#10;und erleuchte ihr Gehirne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überall wo du auch wandelst,&#10;schaust du mich zu allen Stunden,&#10;und je mehr du mich misshandelst,&#10;treuer bleib ich dir verbunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn mich fesselt holde Bosheit,&#10;wie mich Güte stets vertrieben,&#10;willst du sicher meiner los sein,&#10;mußt du dich in mich verlieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cività la Vigna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/civita-la-vigna/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:40:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/civita-la-vigna/</guid><description>&lt;p&gt;Ob Lavinia′s Enkel dem troischen Ahn zu vergleichen,&#10;Schwerlich gäb′ es Virgil, wenn er sie kennte, dir zu;&#10;Aber hat sich das teukrische Blut in Reben verwandelt,&#10;Wahrlich, so stammen sie selbst von den Olympischen ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cigarren [elementar]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cigarren-elementar/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:40:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cigarren-elementar/</guid><description>&lt;p&gt;Cigarren&#10;Ci&#10;garr&#10;ren&#10;Ce&#10;i&#10;ge&#10;a&#10;err&#10;err&#10;e&#10;en&#10;Ce&#10;CeI&#10;CeIGe&#10;CeIGeA&#10;CeIGeAErr&#10;CeIGeAErrEr&#10;CeIGeAErrErr&#10;CeIGeAErrErr&#10;ErrEEn&#10;EEn&#10;En&#10;Ce&#10;i&#10;ge&#10;a&#10;err&#10;err&#10;e&#10;en&#10;Ci&#10;garr&#10;ren&#10;Cigarren                 (Der letzte Vers wird gesungen).&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christmette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christmette/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:39:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christmette/</guid><description>&lt;p&gt;So wissen wir, dass Jesus Christ&#10;In einem Stall geboren ist&#10;Zu Bethlehem bei kalter Nacht.&#10;Kein Reicher hat nicht aufgemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die lagen all im weichen Bett.&#10;Dass auf der harten Liegerstätt′&#10;Das Kindlein in der Krippe fror,&#10;Kam ihnen nicht betrübsam vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hielten es für gar gering,&#10;Wie dass es kleinen Leuten ging.&#10;Was geht sie heut′ das Wunder an?&#10;Nur Armen ward es kundgetan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christbaumnüsse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christbaumnuesse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:39:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christbaumnuesse/</guid><description>&lt;p&gt;Kehrt der Weihnachtsabend wieder,&#10;Friedvoll und verheißungshold,&#10;Schmückt man viele tauben Nüsse&#10;Festlich mit dem Flittergold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die goldnen Nüsse leuchten&#10;Herrlich in dem Lichtermeer,&#10;Wundersame Märchenfrüchte -&#10;Innen aber sind sie leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie reich die schönen schimmern&#10;So von außen, so von fern,&#10;Höher wären sie zu schätzen,&#10;Bärgen sie den süßen Kern:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dienten sie nicht blos den Träumen&#10;Eine Stunde oder zwei,&#10;Gäben sie auch brav zu zehren,&#10;Wenn das Friedensfest vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chamonix beim Sonnenaufgange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chamonix-beim-sonnenaufgange/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:38:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chamonix-beim-sonnenaufgange/</guid><description>&lt;p&gt;Im Mai 1791&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;La Terra, il Mare, le Sfere&#10;Parlan del tuo potere.&#10;Metastasio.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus tiefen Schatten des schweigenden Tannenhains&#10;Erblick′ ich bebend dich, Scheitel der Ewigkeit,&#10;Blendender Gipfel, von dessen Höhe&#10;Ahndend mein Geist ins Unendliche schwebet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer senkte den Pfeiler tief in der Erde Schooß,&#10;Der, seit Jahrtausenden, fest deine Masse stützt?&#10;Wer thürmte hoch in des Aethers Wölbung&#10;Mächtig und kühn dein umstrahltes Antlitz?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer goß euch hoch aus des ewigen Winters Reich,&#10;O Zackenströme, mit Donnergetös′ herab?&#10;Und wer gebietet laut mit der Allmacht Stimme:&#10;»Hier sollen ruhen die starrenden Wogen!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Carneval</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/carneval/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:37:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/carneval/</guid><description>&lt;p&gt;Wie, du wunderst dich, Freund, wie so urplötzlich ein Volk sich&#10;Wochenlang wie toll, närrisch und albern beträgt?&#10;O mein Theurer, du irrest dich sehr, schilt keinen, der heut sich&#10;Auf dem Corso herum wie ein Besessener treibt,&#10;So erscheint mir am wahrsten der Mensch, dies Carneval steht ihm,&#10;Aber das Schlimmere folgt, wenn er kein Mäskchen mehr hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Canova (7)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-7/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:37:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-7/</guid><description>&lt;p&gt;Eine treffliche That des edeln fühlenden Herzens,&#10;Wenn sie auf blumigem Weg schon in den Himmel uns führt,&#10;Dann, Canova, hat dich dies einz′ge unsterbliche Bildwerk&#10;Auch aus des Irrthums Gewalt in den Olympus geführt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Canova (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:36:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-2/</guid><description>&lt;p&gt;Doch wie der Griech′ am natürlichsten ist, so gesellet er weise&#10;Weiblichem Reize den Ernst männlicher Stärke zur Hand.&#10;So entsteht ein vollkommnes Geschlecht aus der herrlichen Paarung,&#10;Und die Schönheit erscheint so vom Verstande geführt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Camoëns</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/camoens/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:36:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/camoens/</guid><description>&lt;p&gt;Camoëns, der Musen Liebling,&#10;Lag erkrankt im Hospitale.&#10;In derselben armen Kammer&#10;Lag ein Schüler aus Coimbra,&#10;Ihm des Tages Stunden kürzend&#10;Mit unendlichem Geplauder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Edler Herr und grosser Dichter&#10;Was sie melden, ist es Wahrheit&#10;Dass gescheitert eines Tages&#10;Am Gestad von Coromandel&#10;Sei das undankbare Fahrzeug,&#10;Das beehrt war, Euch zu tragen?&#10;Dass Ihr, kämpfend in der Brandung,&#10;Mit der Rechten kühn gerudert,&#10;Doch in ausgestreckter Linken,&#10;Unerreicht vom Wellenwurfe,&#10;Hieltet Eures Liedes Handschrift?&#10;Schwer wird solches mir zu glauben.&#10;Herr, auch mir, wann ich verliebt bin,&#10;Sind Apollos Schwestern günstig;&#10;Aber ging′ es mir ans Leben,&#10;Flattern meine schönsten Verse&#10;Liess ich wahrlich mit dem Winde,&#10;Brauchte meine beiden Arme!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cabaret (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cabaret-1/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:35:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cabaret-1/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf das Gesuch des Negers schwieg die große Huppe&#10;Und Emmys höllenrotes Schlankbein war komplett.&#10;Auf′s Ruhbett steige ich als Archipenko-Puppe&#10;Und predige Diabolik dem Magnet-Korsett.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Vielgetön eisgelb geschwollener Sardinen!&#10;Belache, Publikum, den heroiquen Selbstmord der Diseuse!&#10;4 Geiger biegen übern Brustkorb rote Eisenschienen.&#10;Das Auge Gottes wacht auf der Pleureuse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Reitpferd Franz! Cönakelhafte Wanze!&#10;Die Welt ist tief besoffen, glasäugig, voll Epilepsie.&#10;Trompetenschnauze schlägt in violette Bassprotuberantze.&#10;Röhrend äsen Kaiser Wilhelms Hippopodami.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bundeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bundeslied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:34:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bundeslied/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht mit Spießen, Mörsern, Stangen&#10;Ziehn wir in den heil’gen Streit;&#10;Mag nach solchen Waffen langen,&#10;Wer nicht bessre hält bereit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht ist in der Burg von Steine&#10;Uns verschanzt der Heeresbann,&#10;Nein, im Busen drin die seine&#10;Schirmt wohl auch der einz’le Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem sorglosen Feind beim Becher&#10;Senden wir nicht Dolch und Gift;&#10;Sonnenstrahl ist unser Rächer,&#10;Weh, wen der ins Herz nicht trifft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht ein Streit um Landesmarken&#10;Und um irdisch Gut und Blut,&#10;Nein, uns macht zum Kampf erstarken&#10;Ein unsterblich, göttlich Gut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bumerang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bumerang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:34:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bumerang/</guid><description>&lt;p&gt;War einmal ein Bumerang;&#10;War ein Weniges zu lang.&#10;Bumerang flog ein Stück,&#10;Aber kam nicht mehr zurück.&#10;Publikum - noch stundenlang -&#10;wartete auf Bumerang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bürgerliches Weihnachtsidyll</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buergerliches-weihnachtsidyll/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:33:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buergerliches-weihnachtsidyll/</guid><description>&lt;p&gt;Was bringt der Weihnachtsmann Emilien?&#10;Einen Strauß von Rosmarin und Lilien.&#10;Sie geht so fleißig auf den Strich!&#10;Oh Tochter Zions, freue dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sieh, was wird sie bleich wie Flieder?&#10;Vom Himmel hoch, da komm ich nieder.&#10;Die Mutter wandelt wie im Traum.&#10;O Tannenbaum, o Tannenbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Kind, was hast du da gemacht?&#10;Stille Nacht, heilige Nacht.&#10;Leis hat sie ihr ins Ohr gesungen:&#10;Mama, es ist ein Reis entsprungen!&#10;Papa haut ihr die Fresse breit.&#10;O du selige Weihnachtszeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bücher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buecher/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:33:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buecher/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist mir meine Lust bei Todten stets zu leben,&#10;Mit denen um und um, die nicht seyn, seyn gegeben,&#10;Zu fragen, die sind taub, zu hören, die nichts sagen,&#10;Und die, die haben nichts, sehr viel hingegen tragen,&#10;Zu halten lieb und werth. Ich bin auff die beflissen,&#10;Die mir viel gutes thun und doch von mir nichts wissen;&#10;Ich halte diese hoch, die mich nur an nicht sehen;&#10;Die manchmal mich mit Ernst verhöhnen, schelten, schmähen,&#10;Sind meine beste Freund. Und solt ich die begeben,&#10;Eh geb ich alle Welt, eh geb ich auch das Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Buch und Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buch-und-rose/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:32:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buch-und-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Ein altes Buch in pergamentnem Band,&#10;Jahrhunderte vielleicht nicht aufgeschlagen -&#10;Weil fremd sein Wort erklingt aus fremdem Land&#10;Und alte Dichter wenig behagen.&#10;Ein altes Buch fiel jüngst mir in die Hände,&#10;Und wie ich träumend seine Blätter wende,&#10;Und Moderstäubchen wirbelnd mich umfliegen,&#10;Seh staunend ich in seinem Schoß verdorrt,&#10;Doch Lenzensduft noch hauchend fort und fort,&#10;Verblichen, farblos eine Rose liegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Buch der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buch-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:31:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buch-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Wunderlichstes Buch der Bücher&#10;Ist das Buch der Liebe;&#10;Aufmerksam hab ich′s gelesen:&#10;Wenig Blätter Freuden,&#10;Ganze Hefte Leiden;&#10;Einen Abschnitt macht die Trennung.&#10;Wiedersehn! ein klein Kapitel,&#10;Fragmentarisch. Bände Kummers&#10;Mit Erklärungen verlängert,&#10;Endlos, ohne Maß.&#10;O Nisami! - doch am Ende&#10;Hast den rechten Weg gefunden;&#10;Unauflösliches, wer löst es?&#10;Liebende, sich wieder findend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bubensonntag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bubensonntag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:31:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bubensonntag/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich einst, ein kleiner Bube,&#10;Sonntags früh im Bette lag,&#10;und die helle Kirchenglocke&#10;all das Schweigen unterbrach:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie schlüpft′ ich dann so hurtig&#10;aus dem Bett ins Kleid hinein,&#10;und wie gern ließ ich das Frühstück,&#10;um zuerst bei Gott zu sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Gesangbuch unterm Arme,&#10;eh′ ich′s Lesen noch verstand,&#10;ging ich fort, gebeugten Hauptes,&#10;fromm verschränkend Hand in Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kam mein Hündchen froh gesprungen,&#10;schalt ich: »Komm mir nicht zu nah!«&#10;Kaum daß ich, zur Seite schielend,&#10;nach der Vogelfalle sah.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>brulba dori daula dalla...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brulba-dori-daula-dalla/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:30:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brulba-dori-daula-dalla/</guid><description>&lt;p&gt;brulba dori daula dalla&#10;sula lori wauga malla&#10;lori damma fusmalu&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dasche mame came rilla&#10;schursche saga moll vasvilla&#10;suri pauge fuzmalu&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dolli gamba bokamufti&#10;sabel ize spogagufti&#10;palazuma polja gei&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;mula dampe dori villa&#10;alles virds schavi drestilla&#10;offi lima dozapau&#10;pozadau&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bruder Nickel am unheimlichen See auf Rügen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bruder-nickel-am-unheimlichen-see-auf-ruegen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:30:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bruder-nickel-am-unheimlichen-see-auf-ruegen/</guid><description>&lt;p&gt;Der kluge Peter sagt einmal bei Tische:&#10;Warum soll man im See nicht fischen können?&#10;Es sind darin so viele, viele Fische,&#10;Daß sie mit Köpfen wider einander rennen!&#10;Da trugen wir den Nachen hin zum Seee&#10;Und liefen nur zurücke nach den Netzen; –&#10;Doch als wir wieder kommen um die Höhe,&#10;So blieben wir da stehen vor Entsetzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der See war schwarz, und wie vom Feuer kocht er,&#10;Es stand der Kahn im höchsten Buchenwipfel.&#10;Da hielten sich mein Sohn und meine Tochter&#10;Und auch der Knecht an meinem Mantelzipfel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bruder Fritz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bruder-fritz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:29:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bruder-fritz/</guid><description>&lt;p&gt;Versprechen machet Schuld; drum send′ ich dir die Zeilen,&#10;Die meine Dichterei zu deiner Lust entwarf.&#10;Dafür entdecke mir: Ob sich ein Kranker heilen,&#10;Und dem besorgten Arzt die Müh′ erleichtern darf?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freund, dem des Himmels Huld die schwere Kunst zu scherzen,&#10;Die Ort und Hörer wählt, die Zeit und Stunde kennt,&#10;Und die Gefälligkeit, das Vorrecht edler Herzen,&#10;Und wahre Tugenden ohn′ eitlen Schein gegönnt;&#10;Jetzt rühm′ ich nicht in dir dein hilferbötig Wissen,&#10;Die kluge Fertigkeit, die Treue deiner Hand.&#10;Das wird ein andres Blatt mit Dank erheben müssen;&#10;Dieß aber macht dir nur den theuren Fritz bekannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brod und Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brod-und-wein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:28:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brod-und-wein/</guid><description>&lt;p&gt;An Heinze&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings um ruhet die Stadt; still wird die erleuchtete Gasse,&#10;Und, mit Fakeln geschmükt, rauschen die Wagen hinweg.&#10;Satt gehn heim von Freuden des Tags zu ruhen die Menschen,&#10;Und Gewinn und Verlust wäget ein sinniges Haupt&#10;Wohlzufrieden zu Haus; leer steht von Trauben und Blumen,&#10;Und von Werken der Hand ruht der geschäfftige Markt.&#10;Aber das Saitenspiel tönt fern aus Gärten; vieleicht, daß&#10;Dort ein Liebendes spielt oder ein einsamer Mann&#10;Ferner Freunde gedenkt und der Jugendzeit; und die Brunnen&#10;Immerquillend und frisch rauschen an duftendem Beet.&#10;Still in dämmriger Luft ertönen geläutete Gloken,&#10;Und der Stunden gedenk rufet ein Wächter die Zahl.&#10;Jezt auch kommet ein Wehn und regt die Gipfel des Hains auf,&#10;Sieh! und das Schattenbild unserer Erde, der Mond&#10;Kommet geheim nun auch; die Schwärmerische, die Nacht kommt,&#10;Voll mit Sternen und wohl wenig bekümmert um uns,&#10;Glänzt die Erstaunende dort, die Fremdlingin unter den Menschen&#10;Über Gebirgeshöhn traurig und prächtig herauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brautgeleit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brautgeleit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:28:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brautgeleit/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sehe dich, den Kranz im Haar&#10;Die zur Vermählung schreitet&#10;Von einer jungen Genienschar&#10;Umjubelt und begleitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein kleines Heer, ein feines Heer&#10;Sind alles deine Schwestern.&#10;Du bist sie und bist sie nicht mehr&#10;Und warest sie noch gestern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer gibt Geleit mit Lustgetön&#10;Dem stillen Hochzeitspaare?&#10;Das sind, bekränzt mit Rosen schön,&#10;All deine raschen Jahre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Voran ein Kindlein weint und lacht&#10;Vom Mutterarm getragen;&#10;Das zweite setzt die Füsschen sacht&#10;Und schreitet noch mit Zagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brand/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:27:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brand/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lange soll dies Wüten dauern?&#10;Wie lange halten dieses Leibes Mauern?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll nicht der Zweifel mit irrer Hand&#10;In dieses Haus, von Glut durchschwült,&#10;Von Drang durchwühlt,&#10;Von Leidenschaft wild durchglüht,&#10;Den Brand&#10;Schleudern, daß die Flamme aus dem Giebel sprüht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bona nox!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bona-nox/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:27:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bona-nox/</guid><description>&lt;p&gt;Bona nox!&#10;Bist a rechter Ochs,&#10;Bona notte,&#10;Liebe Lotte,&#10;Bonne nuit,&#10;Pfui, pfui,&#10;Good night, good night,&#10;Heut′müß ma no weit,&#10;Gute Nacht, gute Nacht,&#10;′s wird höchste Zeit,&#10;Gute Nacht,&#10;Schlaf fei′ g′sund und&#10;Bleib′recht kugelrund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bös und Gut der Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/boes-und-gut-der-welt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:26:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/boes-und-gut-der-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Ob diese Welt ist bös, ob gut,&#10;das ist die alte Frage.&#10;So ist sie, wie dir′s ist zu Mut&#10;an gut und bösem Tage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum, wenn sie dir gut erscheint,&#10;o mache sie nicht schlimmer;&#10;und meine, wenn sie′s böse meint,&#10;nur gut mit ihr es immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ist nicht bös und ist nicht gut,&#10;ist gut zugleich und böse.&#10;Vertrau auf den, der Wunder tut,&#10;dass er den Zwiespalt löse!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Boden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/boden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:25:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/boden/</guid><description>&lt;p&gt;Siehe ich bin eine traurige Erde,&#10;Größemüde sinnende Landschaft,&#10;Tuend ruhende Schwere!&#10;Wie von Werken&#10;Trauriger Wein.&#10;So verlorenes Stärken:&#10;Was?&#10;Schwarze Vögel,&#10;Wie ein Trauerband gezogen&#10;Um leisblaue zarte Schultern&#10;Sehnenden Himmels,&#10;Mit so nahen spähenden Augen,&#10;Die was Schnelles sagen,&#10;Kommt mir geflogen,&#10;Die fragend, kündend.&#10;Fichtenzweige sind getüpfelt.&#10;Wie taubes Gold in welker Hand,&#10;Das bietend keinen Nehmer fand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flog mal an geschecktes Licht,&#10;Ein verstecktes Kindsgesicht,&#10;Flog mal an.&#10;Ist wo verhalten Lieb in linder Luft&#10;Listigen Taumels wonniges Leben,&#10;Flüsterndes Sprühen&#10;Verstohlen hinüber-.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blumentag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blumentag/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:25:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blumentag/</guid><description>&lt;p&gt;Der dicke Bürger greift in seine Weste:&#10;»Da nimm! mein Kind!« –&#10;Er gibt den Sechser mit gerührter Geste –&#10;die Träne rinnt! –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Auge tropft. Der dicke Bauch schlägt Wellen.&#10;Er schenkte was!! – –&#10;In solchen Patriotenrummelfällen&#10;da tut er das!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sorgt für Veteranenpensionierung&#10;von Stolz geschwellt –&#10;Bei uns hat nämlich dafür die Regierung,&#10;weiß Gott! kein Geld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn sie muß eifrig auf die ††† Roten fahnden –&#10;sie darf nicht ruhn.&#10;Sie muß politische Verbrechen ahnden –&#10;sie hat zu tun –!!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blues</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blues/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:24:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blues/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du nicht froh kannst denken,&#10;Obwohl nichts Hartes dich bedrückt,&#10;Sollst du ein Blümchen verschenken&#10;Aufs Geratewohl von dir gepflückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Irgendein staubiger, gelber, –&#10;Sei′s Hahnenfuß – vom Wegesrand.&#10;Und schenke das Blümchen dir selber&#10;Aus linker Hand an die rechte Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mache dir eine Verbeugung&#10;Im Spiegel und sage: &amp;ldquo;Du,&#10;Ich bin der Überzeugung,&#10;Dir setzt man einzig schrecklich zu.&#10;Wie wär′s, wenn du jetzt mal sachlich&#10;Fleißig einfach arbeiten tätst?&#10;Später prahle nicht und jetzt lach nicht,&#10;Daß du nicht in Übermut gerätst.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blühe, liebes Veilchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bluehe-liebes-veilchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:24:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bluehe-liebes-veilchen/</guid><description>&lt;p&gt;Blühe, liebes Veilchen,&#10;Das ich selbst erzog,&#10;Blühe noch ein Weilchen,&#10;Werde schöner noch!&#10;Weißt du was ich denke?&#10;Lotten zum Geschenke&#10;Pflück ich nächstens dich.&#10;Blümchen, freue dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lotte, mußt du wissen,&#10;Ist mein liebes Kind!&#10;Sollt′ ich Lotte missen,&#10;Weinte ich mich blind!&#10;Lotte hat vor allen&#10;Kindern mir gefallen,&#10;Die ich je gesehen,&#10;Das muß ich gestehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solch ein schmuckes Mädchen&#10;Gibt es weiter nicht!&#10;Zwar hat Nachbars Gretchen&#10;Auch ein hübsch Gesicht!&#10;Doch muß ich′s nur sagen,&#10;Würde man mich fragen:&#10;Möcht`st du Gretchen frein?&#10;Sicher sag ich: Nein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blaue Hortensie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blaue-hortensie/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:23:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blaue-hortensie/</guid><description>&lt;p&gt;So wie das letzte Grün in Farbentiegeln&#10;sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh,&#10;hinter den Blütendolden, die ein Blau&#10;nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie spiegeln es verweint und ungenau,&#10;als wollten sie es wiederum verlieren,&#10;und wie in alten blauen Briefpapieren&#10;ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verwaschenes wie an einer Kinderschürze,&#10;Nichtmehrgetragenes, dem nichts mehr geschieht:&#10;wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blätter und Lieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blaetter-und-lieder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:22:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blaetter-und-lieder/</guid><description>&lt;p&gt;Frühling ist’s in allen Räumen!&#10;Blüth’ und Blume taucht empor,&#10;Und aus Standen und aus Bäumen&#10;Sprießen Blätter grün hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jugend blüht auf meiner Wange,&#10;Jugend glüht in meiner Brust;&#10;Blättern gleich im Frühlingsdrange&#10;Blühn mir Lieder aus der Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blätter sangen aus der Erde&#10;Leben, Farbe, Glanz und Saft,&#10;Flattern wieder zu der Erde,&#10;Wenn sie knickt des Sturmes Kraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus der Lieb’ erblühen Lieder,&#10;Blühn und sprossen auf zum Licht,&#10;Flüchten zu der Liebe wieder,&#10;Wenn der Zeiten Arm sie bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bittgesuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bittgesuch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:22:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bittgesuch/</guid><description>&lt;p&gt;Ne Meiddeli usem Oberland&#10;chunnt zuenich her und chüßt ich d’Hand,&#10;der sind jo so ne brave Her,&#10;i wüßt jo kein, wo lieber wär.&#10;‘s chunnt mengen usem Oberland&#10;und het e Bittschrift in der Hand,&#10;und euer Gmüet, wenn’s helfe cha,&#10;sen isch er e versorgte Ma.&#10;Drum bringi au mi Bitte dar.&#10;Mer singe gern, mir jungi War,&#10;d’Welt luegt is no so lustig a,&#10;mer hen jo no kei Chummer gha –&#10;und spielte gern Klavier derzue&#10;wie d’Jumpferen in Carlisrueh.&#10;Doch sel isch d’Chunst – i ha jo keis –&#10;o sind so guet, und gent mer eis!&#10;Es isch e mengs, wo singt und lacht,&#10;und Ihr hend’s froh und glücklich gmacht –&#10;do stoht so eis – und dankt’s ich viel,&#10;het Vatergüeti doch kei Ziel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bitte an Winde und Wellen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-an-winde-und-wellen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:21:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-an-winde-und-wellen/</guid><description>&lt;p&gt;Kommt - o kommt ihr lieben Winde,&#10;Nehmt sein Schiffgen auf die Flügel,&#10;Bringt es über Klippen, über Wellen-Hügel,&#10;Schwellt die Segel - eilt geschwinde&#10;Her ans Ufer, so sein Liebchen weilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wilde Wellen! werdet stille,&#10;Rauschet wie der Liebe Sehnen,&#10;Bringt ihm, krause Wellen, bringt ihm diese Thränen,&#10;Zittert in der Abendhülle&#10;Lieblich seines blassen Mädchen Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schläft er schon mit Lerch und Käfer?&#10;Beugt euch flacher, hohe Wogen,&#10;Wiegt ihm Schlummer - Mond! vom hohen Sternenbogen&#10;Blicke segnend meinem Schläfer&#10;Träume unsrer goldnen Hoffnung zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-5973/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:21:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-5973/</guid><description>&lt;p&gt;Weil′ auf mir, du dunkles Auge,&#10;Uebe deine ganze Macht,&#10;Ernste, milde, träumerische,&#10;Unergründlich süße Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm mit deinem Zauberdunkel&#10;Diese Welt von hinnen mir,&#10;Das du über meinem Leben&#10;Einsam schwebest für und für.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bist du schon auf der Sonne gewesen?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bist-du-schon-auf-der-sonne-gewesen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:20:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bist-du-schon-auf-der-sonne-gewesen/</guid><description>&lt;p&gt;Bist du schon auf der Sonne gewesen?&#10;Nein? - Dann brich dir aus einem Besen&#10;Ein kleines Stück Spazierstock heraus&#10;Und schleiche dich heimlich aus dem Haus&#10;Und wandere langsam in aller Ruh&#10;Immer direkt auf die Sonne zu.&#10;So lange, bis es ganz dunkel geworden.&#10;Dann öffne leise dein Taschenmesser,&#10;Damit dich keine Mörder ermorden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn du die Sonne nicht mehr erreichst,&#10;Dann ist es fürs erstemal schon besser,&#10;Daß du dich wieder nach Hause schleichst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bim, Bam, Bum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bim-bam-bum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:19:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bim-bam-bum/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Glockenton fliegt durch die Nacht,&#10;als hätt′ er Vogelflügel,&#10;er fliegt in römischer Kirchentracht&#10;wohl über Tal und Hügel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sucht die Glockontönin BIM,&#10;die ihm vorausgeflogen;&#10;d. h. die Sache ist sehr schlimm,&#10;sie hat ihn nämlich betrogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;O komm&amp;rdquo; so ruft er, &amp;ldquo;komm, dein BAM&#10;erwartet dich voll Schmerzen.&#10;Komm wieder, BIM, geliebtes Lamm,&#10;dein BAM liebt dich von Herzen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch BIM, daß ihr′s nur alle wißt,&#10;hat sich dem BUM ergeben;&#10;der ist zwar auch ein guter Christ,&#10;allein das ist es eben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Betty`s Liedchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/betty-s-liedchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:19:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/betty-s-liedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Jung bin ich, und weiß noch nicht&#10;Wie man Liebesnetze flicht,&#10;Wie man Buhlen fängt und hält,&#10;Liebelt, kost, und sich verstellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Harrt nicht, bis ich gutes Kind&#10;Bin, wie andre Schönen sind;&#10;Dann am Ersten halt′ ich fest,&#10;Und betrogen wird der Rest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bethmann-Hertling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bethmann-hertling/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:18:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bethmann-hertling/</guid><description>&lt;p&gt;Philiosoph und Staatenlenker&#10;Ist ein jeder. Dieser kantisch&#10;Angefüllt und protestantisch;&#10;Wenn man will, ein tiefer Denker.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weihrauchmuffig angeschwängert&#10;Jener. Von Loyolas Kniffen&#10;Seine Denkart angegriffen&#10;Und sein Horizont verengert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwischen beiden angebandelt&#10;Schwebt die Jesuitenfrage,&#10;Und esw wird schon dieser Tage&#10;Hinum — herum unterhandelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bethmann mit der deutschen Treue&#10;Nimmt die Sache biederherzig.&#10;Hertling macht es hinterwärtsig&#10;Mit erprobter Römerschäue.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer wird nun den Sieg erlangen?&#10;Wetten wir, der Kantbefliss′ne&#10;Ist zuletzt der Angeschiss′ne?&#10;Denn so ist es stets gegangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Besuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/besuch/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:18:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/besuch/</guid><description>&lt;p&gt;Nie sind Maiengärten zaubervoller&#10;Als zur Nacht, wenn&amp;rsquo;s fern im Land gewittert,&#10;Wenn der Donner summt als leiser Groller,&#10;Und der schwüle, schlummertrunkne Holler&#10;Unterm weitverirrten Wehen zittert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An die Pracht der jungen Blütentrauben&#10;Rührt der Wetterhauch als sanfter Freier,&#10;Kommt zu küssen nur, und nicht zu rauben -&#10;Süßer duftet&amp;rsquo;s aus den dunklen Lauben,&#10;Und es wallt wie wunderblaue Schleier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flüchtig hebt sich&amp;rsquo;s wieder dann von hinnen,&#10;Kaum daß irgendwo ein Blättchen rauschte -&#10;Reglos wieder ruhn die Schläferinnen,&#10;Träumend von des Fremdlings kurzem Minnen,&#10;Das so scheu und zärtlich sie belauschte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Besuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/besuch-6735/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:17:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/besuch-6735/</guid><description>&lt;p&gt;Sanftere sonne fällt schräg&#10;Durch deiner mauer scharten&#10;In deinen kleinen garten&#10;Und dein haus am gehäg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwirren die vögel im plan,&#10;Regen sträuche die ruten :&#10;Ziehen nach tagesgluten&#10;Erste wandrer die bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fülle die eimer nun strack!&#10;Netze im pfade die kiese&#10;Büsche und beete der wiese&#10;Hängros und güldenlack!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und bei der wand am gestühl&#10;Brich den zu wirren eppich!&#10;Streue blumen zum teppich!&#10;Duftend sei es und kühl&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beständigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bestaendigkeit/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:16:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bestaendigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Feige Sinnen weiche sind,&#10;Weichen, wie von jedem Wind&#10;Wird ein Wetterhahn gedrehet.&#10;Großer Muth steht unverwandt,&#10;Fest gegründet auf Bestand,&#10;Den kein Nordensturm umwehet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß die Wellen brausen her,&#10;Laß die Winde sausen sehr,&#10;Laß den heißen Mittag stechen:&#10;Unglück, Noth und Ungemach,&#10;Selbst der Tod ist viel zu schwach,&#10;Einen festen Muth zu brechen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer den Dank erlaufen will,&#10;Muß durchaus nicht halten still,&#10;Bis er hat das Ziel erreichet.&#10;Kämpfen bringet keine Kron′,&#10;Wenn man eher läßt davon,&#10;Als der Feind bezwungen weichet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Besitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/besitz-5360/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:16:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/besitz-5360/</guid><description>&lt;p&gt;Das hat mich oft dem Glück&#10;Der Götter nahgebracht,&#10;Erwog ich treu, wie Liebe glücklich macht;&#10;Nicht aber in schmachtender duftiger Fern,&#10;Nein nein, recht in der Nähe lieb ich gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist mein lieber Schatz&#10;Ein frisches junges Blut,&#10;Das Arm in Arm an meiner Seite ruht;&#10;Nicht aber voll klagender nagender Pein,&#10;Nein nein, recht voll von Küssen soll die Liebe sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch unsre Pulse schwellt&#10;Das Feuer und die Kraft,&#10;Wir halten uns zweibeid in süßer Haft;&#10;Nicht aber in duftiger klagender Fern -&#10;Nein nein, so ganz und heftig lieben wir gern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beschränkung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beschraenkung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:15:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beschraenkung/</guid><description>&lt;p&gt;Wie jene Frauen von einfältgem Sinn,&#10;Die so voll Demut ihren Gatten eigen&#10;Wie Mägde sind, und die sich von Beginn&#10;Bis an ihr Ende seinem Willen neigen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die, wie in Dumpfheit, ihre Liebe, drin&#10;Ihr Dasein eingeschlossen liegt, mit Schweigen,&#10;Wie bei dem Opferdienst die Priesterin,&#10;In Sorgfalt nur und treuem Tun bezeigen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ist mein ganzes Sein um dich gefaltet&#10;Und hat nach keinem Äussren mehr Bestreben,&#10;Als seien Ziel und Fernsicht ihm entschwunden&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berliner Mittelstandsbegräbnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berliner-mittelstandsbegraebnis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:15:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berliner-mittelstandsbegraebnis/</guid><description>&lt;p&gt;In einer Margarinekiste habe ich sie begraben.&#10;Ein Leihsarg war nicht mehr zu haben.&#10;Die Kosten für einen Begräbnisplatz könnt ich nicht erschwingen:&#10;Ich mußte die Margarinekiste mit der teueren Entschlafenen auf einem Handwagen&#10;in die Laubenkolonie am Schlesischen Bahnhof bringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort habe ich sie in stockfinsterer Nacht&#10;Unter Kohlrüben zur ewigen Ruhe gebracht.&#10;Aber im Frühling werden aus der Erde Kohlrüben, die sie mit ihrem Leibe gedüngt,&#10;zum himmlischen Lichte sprießen,&#10;Und der Hilfsweichensteller Kraschunke wird sie zum Nachtmahl genießen.&#10;Während sie noch in der Pfanne (in Margarine-Ersatz) schmoren und braten,&#10;Bemerkt Frau Kraschunke erfreut: »Die Kohlrüben sind dieses Jahr&#10;aber ungewöhnlich groß geraten&amp;hellip;«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Benvenuto Cellini</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/benvenuto-cellini/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:14:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/benvenuto-cellini/</guid><description>&lt;p&gt;Gerne bekenn′ ich, du bist der Ulyß der Künste, so vielfach&#10;Trug dich dein guter Humor, Kraft und Genie durch die Welt.&#10;Längst schon sperrte die Zeit, die schwarze Zauberin Circe&#10;Deine Genossen im Stall ew′ger Vergessenheit ein,&#10;Aber durch manche Charybdis erreichtest du endlich die Heimath,&#10;Deine Penelope schloß dich in die Arme - die Kunst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Belsazar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/belsazar/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:13:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/belsazar/</guid><description>&lt;p&gt;Die Mitternacht zog näher schon;&#10;In stiller Ruh&amp;rsquo; lag Babylon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur oben in des Königs Schloß,&#10;Da flackert&amp;rsquo;s, da lärmt des Königs Troß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort oben in dem Königssaal&#10;Belsazar hielt sein Königsmahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,&#10;Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht&amp;rsquo;;&#10;So klang es dem störrigen Könige recht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Königs Wangen leuchten Glut;&#10;Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beingrenzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beingrenzen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:13:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beingrenzen/</guid><description>&lt;p&gt;Grenzen&#10;Grenzen&#10;Grenzen&#10;Ein Bein&#10;Ein&#10;Bein&#10;Graben&#10;Graben&#10;Ein Bein&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Ueberreichung einer Turnerfahne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-ueberreichung-einer-turnerfahne/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:12:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-ueberreichung-einer-turnerfahne/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch empor in blaue Lüfte,&#10;Turner, laßt die Fahne wehen,&#10;Hebt sie auf, daß weithin Alle&#10;Ihre hohe Deutung sehen:&#10;Wie ein Adler drauf erhebet&#10;Sich zur Sonne stolz und groß,&#10;Daß: und und&#10;Ist des Turners hohes Loos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und und und ,&#10;Was tiefen Worte künden,&#10;Diesen stolzen Sinn zu wahren&#10;Woll′t euch, Turner, treu verbünden;&#10;Vor den Augen deutscher Frauen,&#10;Die euch heut′ die Fahne weih′n,&#10;Schwöret Alle sie zu wahren&#10;Unverfälschet, treu und rein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei ihrem Grabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-ihrem-grabe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:12:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-ihrem-grabe/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Leiche hüte Gott!&#10;Wir vertrauen sie der Erde,&#10;Daß sie hier von aller Not&#10;Ruh’, und wieder Erde werde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da liegt sie, die Augen zu&#10;Unterm Kranz, im Sterbekleide!&amp;hellip;&#10;Lieg’ und schlaf’ in Frieden du;&#10;Unsre Lieb’ und unsre Freude!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gras und Blumen gehn herfür,&#10;Alle Samenkörner treiben,&#10;Treiben – und sie wird auch hier&#10;In der Gruft nicht immer bleiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ausgesä’t nur, ausgesä’t&#10;Wurden alle die, die starben;&#10;Wind- und Regenzeit vergeht,&#10;Und es kommt ein Tag der Garben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei der Marien-Bergkirche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-der-marien-bergkirche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:11:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-der-marien-bergkirche/</guid><description>&lt;p&gt;Am Geburtstag des Freundes&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O liebste Kirche sondergleichen,&#10;Auf deinem Berge ganz allein,&#10;Im Wald, wo Linden zwischen Eichen&#10;Ums Chor den Maienschatten streun!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus deinem grünen Rasen steigen&#10;Die alten Pfeiler prächtig auf,&#10;An Drachen, Greifen, Laubgezweigen&#10;Reich bis zum letzten Blumenknauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Nachtigall und Kuckuck freuen&#10;Sich dein- und ihrer Einsamkeit,&#10;Sie kommen jährlich und erneuen&#10;Dir deine erste Frühlingszeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wohllaut deiner Orgeltöne&#10;Schläft, ach, manch lieben langen Tag,&#10;Bis einmal sich dein Tal der Schöne&#10;Deines Geläutes freuen mag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei dem Wittelsbacher Stammschloß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-dem-wittelsbacher-stammschloss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:11:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-dem-wittelsbacher-stammschloss/</guid><description>&lt;p&gt;April 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wittelsbacher, Wittelsbacher!&#10;Schlaft ihr denn so eisern fest?&#10;Hält euch, welche keinen läßt,&#10;Bindet euch die Hand der Rache?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch′ - es wandeln in den Lüften&#10;Hohes Kriegs- und Siegsgeschrei,&#10;Ritter eure Zeit wird neu,&#10;Regt sich nichts in euren Grüften?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wappnet euch mit allen Schrecken&#10;Der geheimen langen Nacht,&#10;Kommt in alter schwerer Pracht,&#10;Eure Enkel aufzuwecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm′ herauf du bleicher Schatten,&#10;Der die langen Qualen trug,&#10;Weil er seinen Kaiser schlug,&#10;Otto, strafe du die Matten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begnüge dich, Liebste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begnuege-dich-liebste/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:10:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begnuege-dich-liebste/</guid><description>&lt;p&gt;An Eveline&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Motto: Wohl kann ich dich zum Chokoladenladen laden,&#10;Doch nicht mit Dir in Baden-Baden baden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kann dir nicht, was andre schenken, schenken&#10;Und nicht die Welt aus den Gelenken lenken.&#10;Du darfst dich nicht auf Schmuck und Spitzen spitzen,&#10;Wirst nicht mit mir auf goldnen Sitzen sitzen,&#10;Jedoch, der ich des Dichters Habe habe,&#10;Vermag es, dass dich and′re Labe labe:&#10;Schon fühl′ ich es von Liederkeimen′ keimen,&#10;Ich will sie dir in gold′nen Reimen reimen,&#10;Dass dir gar lieblich ihr Getöne töne,&#10;Und dich der Verse Schmuck verschöne, Schöne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beglaubigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beglaubigung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:09:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beglaubigung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe dich, das weißt du;&#10;Ob du mich wieder liebst?&#10;Mit klopfendem Herzen las ichs&#10;Im Briefe, den du schriebst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch erst wenn in die Arme&#10;Ich bald dich schließen kann,&#10;Dich küssen und dich herzen,&#10;Hab ich den Glauben dran.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begegnung in der Kastanien-Allee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-in-der-kastanien-allee/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:09:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-in-der-kastanien-allee/</guid><description>&lt;p&gt;Ihm ward des Eingangs grüne Dunkelheit&#10;kühl wie ein Seidenmantel umgegeben&#10;den er noch nahm und ordnete: als eben&#10;am andern transparenten Ende, weit,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;aus grüner Sonne, wie aus grünen Scheiben,&#10;weiß eine einzelne Gestalt&#10;aufleuchtete, um lange fern zu bleiben&#10;und schließlich, von dem Lichterniedertreiben&#10;bei jedem Schritte überwallt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ein helles Wechseln auf sich herzutragen,&#10;das scheu im Blond nach hinten lief.&#10;Aber auf einmal war der Schatten tief,&#10;und nahe Augen lagen aufgeschlagen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bedauern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bedauern/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:08:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bedauern/</guid><description>&lt;p&gt;Es traf einmal ein Philosoph einen Straßenfeger,&#10;der gerade seiner Arbeit nachging.&#10;Der Philosoph sagte zu dem Straßenfeger:&#10;„Ich bedauere dich. Hart und schmutzig ist dein Tagewerk.“&#10;Worauf der Straßenfeger antwortete: „Vielen Dank, Herr.&#10;Aber sage mir, was für eine Arbeit hast du?“&#10;Der Philosoph antwortete: „Ich studiere des Menschen Geist,&#10;seine Taten und sein Verlangen.“&#10;Da fuhr der Straßenfeger fort zu fegen,&#10;und sagte mit einem Lächeln:&#10;„Ich bedauere dich auch.“&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Baumblüte in Werder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/baumbluete-in-werder/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:08:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/baumbluete-in-werder/</guid><description>&lt;p&gt;Tante Klara ist schon um ein Uhr mittags besinnungslos betrunken.&#10;Ihr Satinkleid ist geplatzt. Sie sitzt im märkischen Sand und schluchzt.&#10;Der Johannisbeerwein hat′s in sich. Alles jubelt und juchzt&#10;Und schwankt wie auf der Havel die weißen Dschunken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Waldteufel karren, und Mädchenaugen glühn.&#10;Mutta, Mutta, kiek ma die Boomblüte.&#10;Ach du liebe Güte -&#10;Die Blüten sind alle erfroren. Ein einsamer Kirschbaum versucht zu blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eisige Winde wehn. In den Kuten balgt und sielt&#10;Sich ein Kinderhaufen. Der Lenz ist da: ertönt es von Seele zu Seele.&#10;Ein schon melierter Herr berappt für seine Tele,&#10;Die ein Kinderbein für ein Britzer Knoblinchen hielt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bauernlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bauernlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:07:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bauernlied/</guid><description>&lt;p&gt;Im Anfang war´s auf Erden&#10;Nur finster, wüst, und leer;&#10;Und sollt was sein und werden,&#10;Mußt es woanders her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle gute Gabe&#10;Kam oben her, von Gott,&#10;Vom schönen blauen Himmel herab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;So ist es hergegangen&#10;Im Anfang, als Gott sprach;&#10;Und wie sich´s angefangen,&#10;So geht´s noch diesen Tag.&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;</description></item><item><title>Barbarazweige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/barbarazweige/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:06:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/barbarazweige/</guid><description>&lt;p&gt;Am Barbaratage holt′ ich&#10;Drei Zweiglein vom Kirschenbaum,&#10;Die setzt′ ich in eine Schale,&#10;Drei Wünsche sprach ich im Traum:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der erste, daß einer mich werbe,&#10;Der zweite, daß er noch jung,&#10;Der dritte, daß er auch habe&#10;Des Geldes wohl genung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weihnachten vor der Mette&#10;Zwei Stöcklein nur blühten zur Frist: -&#10;Ich weiß einen armen Gesellen,&#10;Den nähm′ ich, wie er ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Banditenbegräbniß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/banditenbegraebniss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:06:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/banditenbegraebniss/</guid><description>&lt;p&gt;Auf blut′ger Bahre rastet&#10;Ein Leichnam, blaß und kalt;&#10;Den tragen, schwer belastet,&#10;Sechs Männer durch den Wald.&#10;Sechs Männer, schwarz von Haare,&#10;Bewehrt mit Blei und Stahl,&#10;Gehn schweigend mit der Bahre&#10;Durchs düstre Fichtenthal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bahr′ sind zwei Gewehre&#10;Mit Läufen rund und lang:&#10;Darüber sind die Quere&#10;Gelegt drei Schwerter blank.&#10;Auf Klingen ruht, der muthig&#10;Einst selber schwang das Erz;&#10;Sein Haupt, entstellt und blutig,&#10;Hangt rücklings erdenwärts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bananen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bananen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:05:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bananen/</guid><description>&lt;p&gt;Deutsche!&#10;Kauft DEUTSCHE Bananen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Banalitäten aus dem Chinesischen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/banalitaeten-aus-dem-chinesischen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:05:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/banalitaeten-aus-dem-chinesischen/</guid><description>&lt;p&gt;Fliegen haben kurze Beine.&#10;Eile ist des Witzes Weile.&#10;Rote Himbeeren sind rot.&#10;Das Ende ist der Anfang jeden Endes.&#10;Der Anfang ist das Ende jeden Anfangs.&#10;Banalität ist jeden Bürgers Zier.&#10;Das Bürgertum ist aller Bürger Anfang.&#10;Bürger haben kurze Fliegen.&#10;Würze ist des Witzes Kürze.&#10;Jede Frau hat eine Schürze.&#10;Jeder Anfang hat sein Ende.&#10;Die Welt ist voll von klugen Leuten.&#10;Kluge ist dumm.&#10;Nicht alles, was man Expressionismus nennt, ist Ausdruckskunst.&#10;Kluge ist immer noch dumm.&#10;Dumme ist klug.&#10;Kluge bleibt dumm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade (Ein schwüler Garten stand die Nacht)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-ein-schwueler-garten-stand-die-nacht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:04:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-ein-schwueler-garten-stand-die-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Ein schwüler Garten stand die Nacht.&#10;Wir verschwiegen uns, was uns grauend erfaßt.&#10;Davon sind unsre Herzen erwacht&#10;Und erlagen unter des Schweigens Last.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blühte kein Stern in jener Nacht&#10;Und niemand war, der für uns bat.&#10;Ein Dämon nur hat im Dunkel gelacht.&#10;Seid alle verflucht! Da ward die Tat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-8206/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:03:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-8206/</guid><description>&lt;p&gt;Die Dämmerung sah ihn, den Anwalt, der sonor&#10;Aus dem Automobil die Freunde noch beschwor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er inspizierte dann im Regen Guillotinen.&#10;Wie rostig waren die Partei-Bureau-Maschinen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da rief der Anwalt hell: &amp;ldquo;Wir möchten ungern schlafen&#10;Vor der Erledigung der Köpfungs-Paragraphen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was weiter dann geschah? Wer kann das Schicksal ändern?&#10;Ihr findet es erzählt in den Geschichtskalendern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bali-Tempel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bali-tempel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:03:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bali-tempel/</guid><description>&lt;p&gt;Im alten Tempelhof, der grau ist und verlassen,&#10;Da blühn allein vielarmig Frangipanibäume&#10;Und halten ihre Blüten hoch, die weltentrückten, blassen,&#10;Und opfern ihre scharfen Düfte, ihre ganz verzückten,&#10;Den grimmen Götterbildern, die da, Stein bei Stein, sich selbst besehen,&#10;Im alten leeren Hofe dort im Schatten stehen und verwildern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bagatelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bagatelle/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:02:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bagatelle/</guid><description>&lt;p&gt;Vor meinem Fenster,&#10;Im Sonnenschein&#10;Sitzen Engelein.&#10;Eins, zwei, drei Engelein&#10;Und äugeln herein.&#10;Sie hauchen an die Scheiben&#10;Und kichern sich an,&#10;Und schreiben&#10;Deinen Namen hin.&#10;Und kichern sich an&#10;Und verwischen ihn.&#10;Und blinzeln gar boshaft&#10;Und neckisch herein,&#10;Und flattern fort&#10;Die drei Engelein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Austreibung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/austreibung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:02:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/austreibung/</guid><description>&lt;p&gt;Das kann doch nicht Rumpumpel sein?&#10;So kann Rumpumpel doch nicht schrein?&#10;Seelöwen sind in unserm Haus;&#10;Schnell Rumpumpel! wir jagen sie raus!&#10;Ich ′n Stock,&#10;Du ′n Stock,&#10;Alle beide einen Stock,&#10;Ei der Daus,&#10;Wollt ihr raus!&#10;Wollt in euer Seelöwenhaus!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aussicht [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aussicht-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:01:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aussicht-2/</guid><description>&lt;p&gt;Der offne Tag ist Menschen hell mit Bildern,&#10;Wenn sich das Grün aus ebner Ferne zeiget,&#10;Noch eh des Abends Licht zur Dämmerung sich neiget,&#10;Und Schimmer sanft den Klang des Tages mildern.&#10;Oft scheint die Innerheit der Welt umwölkt, verschlossen,&#10;Des Menschen Sinn von Zweifeln voll, verdrossen,&#10;Die prächtige Natur erheitert seine Tage&#10;Und ferne steht des Zweifels dunkle Frage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ausgang aus dem Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ausgang-aus-dem-leben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:00:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ausgang-aus-dem-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem Leben heraus sind der Wege zwei dir geöffnet,&#10;Zum Ideale führt einer, der andre zum Tod.&#10;Siehe, wie du bei Zeit noch frei auf dem ersten entspringest,&#10;Ehe die Parze mit Zwang dich auf dem andern entführt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ausflug in den Schwarzwald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ausflug-in-den-schwarzwald/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 09:00:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ausflug-in-den-schwarzwald/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Höllenthale drohen&#10;Die Felsen hoch herein,&#10;Die schauerlichen schüchtern&#10;Den frühen Wandrer ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann öffnen sich die Berge&#10;Der hohen Ebene zu,&#10;Die Tannen und die Matten&#10;Prangen in grüner Ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am dunkelblauen Himmel&#10;Milchweiße Wolken ziehn,&#10;Lieblich in wilder Gegend&#10;Himmel und Blumen blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ehe die Hügel schließen&#10;Das Thal mit sanfter Höh,&#10;Da spiegelt sich die Sonne&#10;Im tiefen Titi-See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es baden die müden Freunde&#10;In seiner frischen Fluth,&#10;Und stärken Leib und Seele&#10;Und wandern wieder gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus Südafrika</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-suedafrika/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:59:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-suedafrika/</guid><description>&lt;p&gt;Wir hörten schon so manches Stücklein melden&#10;Zum ewigen Ruhme der englischen Helden.&#10;Das beste blieb uns noch aufgehoben,&#10;Wir dürfen sie heute aufs neue loben.&#10;Erbittert nach den empfindlichen Hieben,&#10;Haben sie Weiber und Kinder zusammengetrieben.&#10;Die mussten in glühender Sonne kampieren,&#10;Wer′s nicht vermochte, der konnte krepieren.&#10;Die Mütter sahen die Kleinen sterben&#10;Und mussten selber langsam verderben.&#10;Konnten nicht helfen, konnten nur bitten;&#10;Kein Mensch mag ermessen, was sie gelitten&#10;Um ihre Kinder. Was taten die Armen?&#10;Zum Teufel mit dem dummen Erbarmen!&#10;Es traf die Väter, die sich erfrechten,&#10;Noch immer für Haus und Hof zu fechten.&#10;Die es vollbrachten, sind Christen gewesen,&#10;Die den Heiland tragen zu den Chinesen,&#10;Und die Bibel von hinten bis vorne kennen,&#10;Und den lieben Gott ihren Duzfreund nennen.&#10;Das Stücklein von den blutigen Hunden,&#10;Das Stücklein ist wahr! Nicht hat es erfunden&#10;Ein märchenschreibender Zeitungslenker.&#10;Und der es befohlen, der Weiberhenker,&#10;Der tapfere Roberts — die Wahrheit ist bitter —&#10;Ist königlich preußischer Ordensritter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus den Liedern des betrunkenen SchuhusIm Kirchturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-den-liedern-des-betrunkenen-schuhusim-kirchturm/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:59:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-den-liedern-des-betrunkenen-schuhusim-kirchturm/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den Liedern des betrunkenen Schuhus&#10;Im Kirchturm&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Was die Gelehrten reden, ist nur Kohl,&#10;Denn eine taube Nuß ist ihr Symbol,&#10;Wie diese ist ihr Schädel hohl,&#10;Der Schweine Leder ihr Idol -&#10;Der Weise weihet sich dem Alkohol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bim, bim, bim, bim,&#10;Bin bös, bin schlimm,&#10;Kommen gelaufen und ärgern einen.&#10;Immer sind sie auf den Beinen,&#10;Mag&amp;rsquo;s nun regnen, mag die Sonne scheinen,&#10;Und ist ein Gegröhle, ein Weihrauchgestänker,&#10;Hol&amp;rsquo; sie der Henker!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Schlesischen Gebirge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-schlesischen-gebirge/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:58:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-schlesischen-gebirge/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Nun werden grün die Brombeerhecken;&#10;Hier schon ein Veilchen - welch ein Fest!&#10;Die Amsel sucht sich dürre Stecken,&#10;Und auch der Buchfink baut sein Nest.&#10;Der Schnee ist überall gewichen,&#10;Die Koppe nur sieht weiß ins Tal;&#10;Ich habe mich von Haus geschlichen,&#10;Hier ist der Ort - ich wag&amp;rsquo;s ein einmal:&#10;Rübezahl!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hört&amp;rsquo; er&amp;rsquo;s? ich seh&amp;rsquo; ihm dreist entgegen!&#10;Er ist nicht bös! Auf diesen Block&#10;Will ich mein Leinwandpäckchen legen -&#10;Es ist ein richt&amp;rsquo;ges volles Schock!&#10;Und fein! Ja, dafür kann ich stehen!&#10;Kein beßres wird geweht im Tal -&#10;Er läßt sich immer noch nicht sehen!&#10;Drum frischen Mutes noch einmal:&#10;Rübezahl!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aurelius und Beelzebub</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aurelius-und-beelzebub/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:57:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aurelius-und-beelzebub/</guid><description>&lt;p&gt;Es wird Aurel, der nichts, als Armuth, scheut,&#10;Zum Mammonsknecht, zum Harpax unsrer Zeit.&#10;Ihm ist der Klang von vielen todten Schätzen&#10;Ein Saitenspiel, das Zählen ein Ergötzen.&#10;Oft schläft der Thor, noch hungrig und mit Pein,&#10;Vom Hüten matt, auf vollen Säcken ein;&#10;Denn Geld und Geiz nimmt täglich bei ihm zu;&#10;Geld ist sein Trost, sein Leben, seine Ruh′,&#10;Sein Herr, sein Gott. Stets nagt ein scharfer Neid&#10;Sein blutend Herz. Jüngst mehrt′ ein vielfach Leid&#10;Des Wuchrers Qual und Unzufriedenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>August</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/august/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:57:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/august/</guid><description>&lt;p&gt;Inserat&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die verehrlichen Jungen, welche heuer&#10;Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,&#10;Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen&#10;Wo möglich insoweit sich zu beschränken,&#10;Daß sie daneben auf den Beeten&#10;Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Augenblick des Haltens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/augenblick-des-haltens/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:56:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/augenblick-des-haltens/</guid><description>&lt;p&gt;Der Zug stand still,&#10;Noch nichts war erreicht,&#10;Neben den Fenstern gebogen lag Feld,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zugleich mit den Rädern war alles still,&#10;Auch die Gier nach dem Ziel, &amp;hellip;wir warteten leicht,&#10;Die Sonne hielt noch eine Hälfte roten Lichts,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Kupee, von der Erde mit Drähten, Wolken,&#10;Und voneinander fühlte sich nichts&amp;hellip;&#10;Nur wie die stehenden Wagen nach Wagen&#10;Durchrann uns des Dampfes dämmriges Gequill.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Augen in der Großstadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/augen-in-der-grossstadt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:56:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/augen-in-der-grossstadt/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du zur Arbeit gehst&#10;am frühen Morgen,&#10;wenn du am Bahnhof stehst&#10;mit deinen Sorgen:&#10;da zeigt die Stadt&#10;dir asphaltglatt&#10;im Menschentrichter&#10;Millionen Gesichter:&#10;Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,&#10;die Braue, Pupillen, die Lider -&#10;Was war das? vielleicht dein Lebensglück&amp;hellip;&#10;vorbei, verweht, nie wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du gehst dein Leben lang&#10;auf tausend Straßen;&#10;du siehst auf deinem Gang, die&#10;dich vergaßen.&#10;Ein Auge winkt,&#10;die Seele klingt;&#10;du hast&amp;rsquo;s gefunden,&#10;nur für Sekunden&amp;hellip;&#10;Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,&#10;die Braue, Pupillen, die Lider -&#10;Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück&amp;hellip;&#10;Vorbei, verweht, nie wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufschrifft eines Lusthauses</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufschrifft-eines-lusthauses/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:55:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufschrifft-eines-lusthauses/</guid><description>&lt;p&gt;Der Faulheit nicht; der Ruh′ allein:&#10;Zwey Eingäng′ hatt drum dieses Hauss,&#10;Es führt der eine dich hienein,&#10;Der andre weisst dich gleich heraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Mopsum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-mopsum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:54:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-mopsum/</guid><description>&lt;p&gt;Mopsus ist von zartem Stammen;&#10;Seine Väter all-zusammen&#10;Speyten nur am Sonntags-Licht&#10;Auff die Erde, sonsten nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff die Geburt des Printzen von Wallis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-geburt-des-printzen-von-wallis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:54:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-geburt-des-printzen-von-wallis/</guid><description>&lt;p&gt;Ist das nicht wunderlich! Printz Monmouth muste sterben/&#10;Nun soll ein müller-kind den thron von England erben.&#10;Wie stimmet doch der tausch mit den gesetzen ein?&#10;Doch Pater Peter ist hier klug genug gewesen.&#10;Er wolte/ daß das reich gestohlen solte seyn:&#10;Drum hat er einen dieb zum Printzen auserlesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff den Tag Nicolai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-tag-nicolai/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:53:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-tag-nicolai/</guid><description>&lt;p&gt;Avff! steckt die Lichter an! vmbgürttet eure Lenden&#10;Das/ wenn der Herr kommt man alsbald auff thu&#10;O selig! die er nicht auß fauler Ruh&#10;Wird in die grausam Angst der stetten Marter senden/&#10;Wol dem der embsig wacht/ der mit geschwinden Händen&#10;Ihm wenn er klopfft: es sey denn oder nu/&#10;Die Thür ent schleust. Er rufft ihm frölich zu&#10;Du treuer Knecht ich wil dein langes Dienen enden!&#10;Er wird zu seinem Tische setzen/&#10;Er wird mit höchster Lust ergetzen;&#10;Diesen/ der auff seine Zukunfft immerdar sich fertig machet/&#10;Wir können nicht die Stund′ außsprechen;&#10;Doch wird er vnversehns einbrechen:&#10;Menschen ach seyd vnverdrossen/ euer Heil ligt hieran/ wachet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff das absterben Hn. Ferdinands von Mudrach...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-das-absterben-hn-ferdinands-von-mudrach/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:53:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-das-absterben-hn-ferdinands-von-mudrach/</guid><description>&lt;p&gt;Der affe der natur/ die schatten-volle nacht/&#10;Fieng unlängst meinen geist mit träumen an zu wiegen/&#10;Und hatte die vernunfft kaum aus dem circkel bracht/&#10;Als ich Budorgis sah auff einem berge liegen.&#10;Zu ihren füssen war ein krannich vorgestellt/&#10;Der/ da er vor sein heer noch voller sorgen wachte/&#10;Und alle durch sein stehn im schlaffe sicher machte/&#10;Von pfeilen/ wie ein baum vom donner/ ward gefällt;&#10;Die andern flogen noch vor schrecken hin und wieder/&#10;Mit dieser Uberschrifft: Der beste liegt darnieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufblick/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:52:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufblick/</guid><description>&lt;p&gt;Über unsre Liebe hängt&#10;eine tiefe Trauerweide.&#10;Nacht und Schatten um uns beide.&#10;Unsre Stirnen sind gesenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wortlos sitzen wir im Dunkeln.&#10;Einstmals rauschte hier ein Strom,&#10;einstmals sahn wir Sterne funkeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist denn Alles tot und trübe?&#10;Horch -: ein ferner Mund -: vom Dom -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glockenchöre &amp;hellip; Nacht &amp;hellip; Und Liebe &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf O--o R--s Grab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-o-o-r-s-grab/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:51:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-o-o-r-s-grab/</guid><description>&lt;p&gt;Aus einer Welt voll Angst und Not,&#10;Voll Ungerechtigkeit, und Blut und Tod&#10;Flüchtete die fromme reine Seele&#10;Sich ins beßre Land zu Gott;&#10;Und der Leib in diese dunkle Höhle,&#10;Auszuruhen bis zum Wiedersehn.&#10;O der Christ ist immer groß und schön,&#10;Doch im Tod’ in seiner größten Schöne.&#10;Wandrer, bleib’ am Grabe stehn,&#10;Lerne hier, was eitel ist, verschmähn;&#10;Weine eine stille Träne!&#10;Und denn kannst du weitergehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Goldgrund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-goldgrund/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:51:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-goldgrund/</guid><description>&lt;p&gt;Ins Museum bin zu später&#10;Stunde heut ich noch gegangen,&#10;Wo die Heilgen, wo die Beter&#10;Auf den goldnen Gründen prangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann durchs Feld bin ich geschritten&#10;Heisser Abendglut entgegen,&#10;Sah, die heut das Korn geschnitten,&#10;Garben auf die Wagen legen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um die Lasten in den Armen,&#10;Um den Schnitter und die Garbe&#10;Floss der Abendglut, der warmen,&#10;Wunderbare Goldesfarbe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch des Tages letzte Bürde,&#10;Auch der Fleiss der Feierstunde&#10;War umflammt von heilger Würde&#10;Stand auf schimmernd goldnem Grunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen schönen und artigen Papagoy</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-schoenen-und-artigen-papagoy/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:50:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-schoenen-und-artigen-papagoy/</guid><description>&lt;p&gt;Es hat dich die Natur recht herrlich aus geschmücket;&#10;Dein Glanz ist ungemein, man bleibt dabey entzücket.&#10;Man sage was man will von aller Farben Kunst:&#10;Es ist und bleibt fürwahr nur eitler Wörter Dunst.&#10;Ich seh das muntre Grün, mit roth und gelb vermenget;&#10;Wie sich der weisse Strahl mit in den Schnabel dränget;&#10;O Anblick, der fürwahr mir alle Sinnen rührt!&#10;Ihr Künstler, saget frey! seyd ihr nicht überführt,&#10;Die Wirkung der Natur hat euch hier übertroffen?&#10;Ihr schlechten Redner hört, ihr könnt ein gleiches hoffen.&#10;Kaum daß sein zartes Ohr sich nach der Stimme richt,&#10;Die nur von ohngefehr ein Wörtchen zu ihm spricht,&#10;So sagt er deutlich noch was man von ihm verlanget.&#10;Die Unschuld redet hier, die nicht mit Worten pranget.&#10;Er speist sein Zuckerbrodt, steigt in dem Baur herum,&#10;Sieht sich in keiner Schrift nach Wort und Einfall um.&#10;Ihn plagt kein schwarzer Neid, er will sich nicht verstellen;&#10;Kann er gleich als ein Hund mit seinem Stimmchen bellen.&#10;Er lacht, er pfeift, er singt, wenn sich die Zunge regt&#10;So wird ein neuer Werth auch an den Tag gelegt.&#10;Wie sollte nicht mein Freund den klugen Vogel lieben?&#10;Wer ihn nur hört und sieht, wird dazu angetrieben.&#10;Ich sorge wahrlich selbst, daß ihn kein Unfall schreckt,&#10;Und daß kein Katzenkopf sich nach dem Bauer streckt.&#10;Mein Papchen lebe wohl, belache alle Thoren.&#10;Die nicht so edel sind in ihrer Art gebohren.&#10;Du sprichst dein gutes Deutsch, dein rein gesetzt Latein,&#10;Kanst manchem der es lehrt, darinn ein Muster seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf eine Lampe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-lampe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:50:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-lampe/</guid><description>&lt;p&gt;Noch unverrückt, o schöne Lampe, schmückest du,&#10;An leichten Ketten zierlich aufgehangen hier,&#10;Die Decke des nun fast vergeßnen Lustgemachs.&#10;Auf deiner weißen Marmorschale, deren Rand&#10;Der Efeukranz von goldengrünem Erz umflicht,&#10;Schlingt fröhlich eine Kinderschar den Ringelreihn.&#10;Wie reizend alles! lachend, und ein sanfter Geist&#10;Des Ernstes doch ergossen um die ganze Form -&#10;Ein Kunstgebild der echten Art. Wer achtet sein?&#10;Was aber schön ist, selig scheint es in ihm selbst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf eine Bastillentrümmer von der Kerkerthüre Voltaire′s</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-bastillentruemmer-von-der-kerkerthuere-voltaires/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:49:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-bastillentruemmer-von-der-kerkerthuere-voltaires/</guid><description>&lt;p&gt;Dank dir, o Freund, aus voller Herzensfülle&#10;Für die Reliquie der greulichen Bastille,&#10;Die freier Bürger starke Hand&#10;Zermalmend warf in Schutt und Sand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zertrümmert ist die Schauerklause,&#10;Die einst, o Voltaire, dich in dumpfe Nacht verschloß.&#10;Kein Holz, kein Stein, kein Nagel bleibe von dem Hause,&#10;Wo oft der Unschuld Zähre sich ergoß! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum, Biedermann, empfange meinen Segen&#10;Für diese Trümmer, die du mir geschickt;&#10;Sie ist mir theurer als ein goldner Degen,&#10;Womit einst ein Tyrann die Freien unterdrückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ein Paket mit Briefen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-paket-mit-briefen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:48:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-paket-mit-briefen/</guid><description>&lt;p&gt;So jahrlang totgesagt, daß ich es hob&#10;Wie eine Aschenurne, Und gefaßt&#10;Daß nicht der Staub aus dem Verblichnen stob&#10;Wollt ich sie tragen. Doch mich bog die Last:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entschwundne Himmel brachen strahlend nieder&#10;Versuchung lispelte wie einst die Schlange,&#10;Verlorne Höllen kehrten lächelnd wieder&#10;Und schmiegten sich vertraut um Stirn und Wange.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle brannten wie das Leben brennt&#10;Und waren feurig-blühend, nackt und rot,&#10;Und sprachen chorweis; dies nun ist das End.&#10;Wir leben, leben. Aber du bist tot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ein altes Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-altes-bild/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:48:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-altes-bild/</guid><description>&lt;p&gt;In grüner Landschaft Sommerflor,&#10;Bei kühlem Wasser, Schilf und Rohr,&#10;Schau, wie das Knäblein Sündelos&#10;Frei spielet auf der Jungfrau Schoß!&#10;Und dort im Walde wonnesam,&#10;Ach, grünet schon des Kreuzes Stamm!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Dornen oder Rosen hingesunken...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dornen-oder-rosen-hingesunken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:47:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dornen-oder-rosen-hingesunken/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Dornen oder Rosen hingesunken? -&#10;- Ob leiser Atem von den Lippen fließt -&#10;- Ob ihr der Krampf den kleinen Mund verschließt -&#10;- Kein Öl der Lampe? - oder keinen Funken? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jüngling - betend - tot - im Schlafe trunken?&#10;- Ob er der Jungfrau höchste Gunst genießt -&#10;Was ist′s? das der gefallne Becher gießt -&#10;- Hat Gift, hat Wein, hat Balsam sie getrunken -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Geburt eines Kindes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-geburt-eines-kindes/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:47:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-geburt-eines-kindes/</guid><description>&lt;p&gt;Wie wird des Himmels Vater schauen&#10;Mit Freude das erwachsne Kind,&#10;Gehend auf blumenreichen Auen,&#10;Mit andern, welche lieb ihm sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Indessen freue dich des Lebens,&#10;Aus einer guten Seele kommt&#10;Die Schönheit herrlichen Bestrebens,&#10;Göttlicher Grund dir mehr noch frommt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Wiese...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-wiese/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:46:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-wiese/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der Wiese webt und schwebt&#10;Elbenringelreigen;&#10;Feiner Flüsschen Schnee sich hebt&#10;zu geheimen Geigen.&#10;Schleier schlingen sich im Ring,&#10;Silberflechten flimmern,&#10;Flügel wie vom Schmetterling&#10;scheu im Monde schimmern.&#10;Jedes Köpfchen krönt ein Kranz&#10;goldner Leuchtlaternchen,&#10;wunderwirr verstrickt der Tanz&#10;all die tausend Sternchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Eisenbahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-eisenbahn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:46:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-eisenbahn/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt schnaube nur, Dampf, und brause!&#10;Jetzt rolle nur, Rad, und sause!&#10;Es geht nach Hause, nach Hause!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du kannst nicht jagen, o Wagen,&#10;Wie meine Pulse mir schlagen!&#10;Zur Geliebten sollst du mich tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorüber, ihr ragenden Stangen!&#10;Verschwindet, ihr Meilen, ihr langen!&#10;Wer ahnt mein Verlangen und Bangen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf den Bänken wie sie sich dehnen!&#10;Wie sie schwatzen und gaffen und gähnen!&#10;Es ist nichts, wonach sie sich sehnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den schlafenden Nigrill</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-schlafenden-nigrill/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:45:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-schlafenden-nigrill/</guid><description>&lt;p&gt;Hier liegt, doch leider! unbegraben&#10;Nigrill, der ärgste Bösewicht.&#10;Noch braucht er eine Grabschrift nicht,&#10;Und muß alsdann auch keine haben,&#10;Wann einst sein Lebensfaden bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Fächer einer Freundin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-faecher-einer-freundin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:44:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-faecher-einer-freundin/</guid><description>&lt;p&gt;O Fächer, der oft Wunder thut,&#10;O! kühle meiner Freundin Blut,&#10;Wenn sie ein Geckenschwarm umringt,&#10;Und es durch Zorn in Wallung bringt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch zeigt der Funke Liebe sich,&#10;Dann, lieber Fächer, hüte dich,&#10;Denn ihn zu löschen hoffet man,&#10;Und facht zur hellen Flamm&amp;rsquo; ihn an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Libanon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-libanon/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:44:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-libanon/</guid><description>&lt;p&gt;O führte nie das Segel mich davon!&#10;Und daß ich, wie die jüngst verträumten Nächte,&#10;Der andern viele, heil′ger Libanon,&#10;Sanft unter deinen Cedern noch verbrächte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Dunst umfing der klaren Luft Krystall;&#10;Ein reinres Licht war durch sie hingequollen;&#10;Ich fühlte unter mir den Erdenball&#10;Entgegen einem schönern Morgen rollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon schien des neuen Tages Dämmerung&#10;Um deine Patriarchenstirn zu gleiten;&#10;Selbst ward ich mit der Erde wieder jung&#10;Und lebte in den Wundern grauer Zeiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Flusse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-flusse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:43:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-flusse/</guid><description>&lt;p&gt;Der du so lustig rauschtest,&#10;Du heller, wilder Fluß,&#10;Wie still bist du geworden,&#10;Gibst keinen Scheidegruß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit harter, starrer Rinde&#10;Hast du dich überdeckt,&#10;Liegst kalt und unbeweglich&#10;Im Sande ausgestreckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In deine Decke grab′ ich&#10;Mit einem spitzen Stein&#10;Den Namen meiner Liebsten&#10;Und Stund′ und Tag hinein:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Tag des ersten Grußes,&#10;Den Tag, an dem ich ging;&#10;Um Nam′ und Zahlen windet&#10;Sich ein zerbroch′ner Ring.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf das verwirrte widerwärtige aussehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-verwirrte-widerwaertige-aussehen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:43:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-verwirrte-widerwaertige-aussehen/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Gott du bist getreu / wie seltsam es auch scheinet.&#10;Wann alles knackt und kracht / wann Blut und muht erliegt /&#10;wann selbst das Herz entherzt kein safft noch Krafft mehr kriegt;&#10;wann alles man verhaust und aus zu seyn vermeinet;&#10;ja wann uns auch gedunkt der Himmel ganz versteinet /&#10;daß weder flehn noch bitt ihm etwas mehr ansiegt /&#10;hingegen alles sich uns zu betrüben fügt /&#10;und sich mit ganzer macht zu unsern Creutz vereinet:&#10;so ist bereit die zeit der gnaden-labung hie /&#10;die kan so wunderbald das Leid in Freud verwandlen /&#10;die pflegt so lieblich süß die schmerzen zu behandlen&#10;das man nicht wünschen soll / das sie gewesen nie.&#10;Da siht man / daß Gott / nur recht zu erfreuen / kränket.&#10;sein Liebessinn auf nichts / als unsre wolfart denket.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf das Nibelungenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-nibelungenlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:42:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-nibelungenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Taubstumm scheinst du mir zwar, du redest öfter durch Zeichen&#10;Oder Gebärden, als durch unser geschmeidiges Wort,&#10;Ja, du bedienst dich auch dann noch des schlichtesten, das du nur findest,&#10;Aber ich nenne dich doch unser unsterblichstes Lied.&#10;Kommen werden die Zeiten, wo Asiens grimmige Horden&#10;Uns aufs neue den Kampf bieten am goldenen Horn,&#10;Und, wie die Väter gesiegt, so können die Enkel erliegen,&#10;Denen der gläubige Mut fehlt, wie das riesige Mark.&#10;Dann ergießt sich der Schwarm, geführt von Attilas Schatten,&#10;Über den Stolz der Kultur ohne Erbarmen daher,&#10;Bilder werden zerfetzt, und Statuen werden zerbrochen,&#10;Bücher in Bänden verbrannt oder von Pferden zerstampft.&#10;Selbst die Sprachen zerschellen und schmelzen am Ende zusammen,&#10;Aber, wenn diese geschieht, ist auch die Brücke gebaut,&#10;Die den ersten Mongolen verlockt, sich hinüber zu wagen&#10;In die verschüttete Welt, welche noch stammelt für ihn.&#10;Trifft er unter den Trümmern den Faust dann oder den Tasso,&#10;Wirft er sie lachend zurück in das durchstöberte Grab,&#10;Denn was hätt′ ihm der Doktor im schwarzen Talare zu sagen,&#10;Oder der weiche Poet, welcher den Kränzen erliegt?&#10;Aber die Helden Burgunds versteht er, den grimmigen Hagen&#10;Und das rächende Weib, wenn auch das liebende nicht,&#10;Und so schlagen die Recken, die unsre ältesten Schlachten&#10;Durchgefochten, dereinst auch noch die jüngste für uns.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-ist-das-vielleicht-nicht-eigentlich-liebe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:41:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-ist-das-vielleicht-nicht-eigentlich-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe,&#10;wenn ich sage, dass du mir das Liebste bist;&#10;Liebe ist, dass du mir das Messer bist,&#10;mit dem ich in mir wühle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arsinoe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arsinoe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:41:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arsinoe/</guid><description>&lt;p&gt;Die Kennerin der Fehler und der Sünden,&#10;Arsinoe, kann nichts unsträflich finden,&#10;Nicht Chloens Witz, nicht Juliens Gestalt.&#10;Sie ist mit sich, mit andern, unzufrieden;&#10;Nie wird ihr Mund im Unterricht ermüden.&#10;Fragt nicht warum; Arsinoe wird alt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arm oder reich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arm-oder-reich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:40:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arm-oder-reich/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Sagen Sie, sind Sie dem lieben Gold&#10;in der Tat so wenig hold,&#10;Blicken Sie wirklich, fast stolz, auf die Hüter,&#10;aller möglichen irdischen Güter?&#10;Ist der Kohinoor, dieser &amp;lsquo;Berg des Lichts&amp;rsquo;,&#10;Ihnen allen Ernstes nichts?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So stellen zuzeiten die Fragen sich ein,&#10;und ich sage dann &amp;ldquo;ja&amp;rdquo; und sag&amp;rsquo; auch &amp;ldquo;nein&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie meistens hierlandes die Dinge liegen,&#10;bei dem Spatzenflug, den unsre Adler fliegen&#10;(Nicht viel höher als ein Scheunentor),&#10;zieh&amp;rsquo; ich das Armsein entschieden vor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Archaischer Torso Apollos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/archaischer-torso-apollos/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:40:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/archaischer-torso-apollos/</guid><description>&lt;p&gt;Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,&#10;darin die Augenäpfel reiften. Aber&#10;sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,&#10;in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug&#10;der Brust dich blenden, und im leisen Drehen&#10;der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen&#10;zu jener Mitte, die die Zeugung trug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz&#10;unter der Schultern durchsichtigem Sturz&#10;und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Archäologischer Einwand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/archaeologischer-einwand/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:39:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/archaeologischer-einwand/</guid><description>&lt;p&gt;Aber der Leib war Erz des Achill! Der Tochter des Ares&#10;Geb ich zum Essen, beim Styx, nichts als die Ferse nur preis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apollo von Belvedere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apollo-von-belvedere/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:38:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apollo-von-belvedere/</guid><description>&lt;p&gt;Wer schön, wie du, ist, soll dich einst zerschlagen!&#10;So sprach der Meister, als er dich vollendet&#10;Und vor dir stand, von deinem Glanz geblendet:&#10;Er hatte nichts bei diesem Wort zu wagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, wen auch noch seit deines Ursprungs Tagen&#10;Die neidische Natur hieher gesendet,&#10;Hier hat sich immer sein Triumph geendet,&#10;Kein Jüngling stand noch vor dir, als mit Zagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, könnte selbst in Zukunft einer kommen,&#10;Dir gleich und dennoch fähig, dich zu hassen,&#10;Er würde nimmer büßen sein Gelüste:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apollo von Belvedere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apollo-von-belvedere-7091/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:38:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apollo-von-belvedere-7091/</guid><description>&lt;p&gt;Göttlicher Sieger, du zürnst, dein Angesicht flammet von Unmuth?&#10;Ist′s, weil die bessere Welt, weil der Olymp dir entflohn?&#10;Ach dir nahen die Musen nicht mehr, du zürnst zu gewaltig,&#10;Ach das verdorbene Geschlecht schirmet Apollo nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apoll und Dafne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apoll-und-dafne/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:37:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apoll-und-dafne/</guid><description>&lt;p&gt;Apoll, der gern nach Mädchen schielte,&#10;wie Dichter thun,&#10;sah einst im Thal, wo Schatten kühlte,&#10;die Dafne ruh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er nahte sich mit Stutzertritten,&#10;mit Ach und Oh,&#10;als Dafne schnell mit Zephirschritten&#10;dem Gott entfloh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie flog voran; Apollo keuchte&#10;ihr hitzig nach,&#10;bis er die Schöne fast erreichte&#10;am Silberbach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da rief sie: Rettet mich, ihr Götter!&#10;Die Thörin die!&#10;Zeus winkt und starre Lorbeerblätter&#10;umfliegen sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Füßchen, sonst so niedlich, wurzelt&#10;im Boden fest;&#10;Apollo kömmt herangepurzelt&#10;und schreyet: Pest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antik und modern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antik-und-modern/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:37:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antik-und-modern/</guid><description>&lt;p&gt;Alte, neue Poesie, -&#10;Was ist d′rüber nicht zu lesen!&#10;G′rade so, als wären sie&#10;Eines nicht im tiefsten Wesen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;G′rade so, als wenn der Strahl,&#10;Den Horaz einst liebvoll hegte,&#10;Heute nicht wie dazumal&#10;In des Dichters Brust sich regte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt ihr Guten! immerhin&#10;Eure Silbenstecherfehde.&#10;Alt und neu hat keinen Sinn,&#10;Wenn von Ewigem die Rede!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ans Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ans-vaterland/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:36:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ans-vaterland/</guid><description>&lt;p&gt;Was wäre der Dichter wunderbar Spiel,&#10;Zög′s nicht wie Sonne durch innere Nacht;&#10;Was wohl der Zauber in Ton und Lied,&#10;Der wie der Frühling über Gräber hinzieht,&#10;Wenn er die Lebendigtoten nicht weckte,&#10;Und nicht die feigen Schlummernden schreckte.&#10;Stehet auf! stehet auf! so rufet die Zeit,&#10;Es ist der Richttag,der Herr ist nicht weit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ans Vaterland, ans teure schließ Dich an...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ans-vaterland-ans-teure-schliess-dich-an/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:35:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ans-vaterland-ans-teure-schliess-dich-an/</guid><description>&lt;p&gt;Ans Vaterland, ans teure schließ Dich an&#10;Und halt ihn fest mit Deinem ganzen Herzen:&#10;Denn wer ihn nicht mehr halten kann,&#10;Der kann ihn auch verschmerzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verschmerzen kann er ihn jedoch&#10;In Pommern und in Pasing&#10;Man fing ihn ein bei Biberoch&#10;Und schrieb ihm einen Necroloch&#10;Bei Velhagen und Klasing.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ans deutsche Volk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ans-deutsche-volk/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:35:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ans-deutsche-volk/</guid><description>&lt;p&gt;Ich könnt ein Lied euch singen&#10;Von einer großen Schmach, —&#10;Es müßte das Herz euch springen,&#10;Wie mir der Glaube brach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch will ich lieber schweigen&#10;In bitterer Traurigkeit,&#10;Und weinend das Antlitz neigen&#10;Auf diese böse Zeit. —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Leipzig an den Bäumen&#10;Da klebt noch schuldlos Blut,&#10;Wir aber denken und träumen&#10;Und haben keinen Mut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Volk, du läßt dich erschlagen&#10;In feiger Ergebenheit,&#10;Doch, was du magst ertragen,&#10;Verdienst du in alle Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Angststurm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/angststurm/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:34:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/angststurm/</guid><description>&lt;p&gt;Grausen&#10;Ich und Ich und Ich und Ich&#10;Grausen Brausen Rauschen Grausen&#10;Träumen Splittern Branden Blenden&#10;Sterneblenden Brausen Grausen&#10;Rauschen&#10;Grausen&#10;Ich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Angst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/angst/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:34:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/angst/</guid><description>&lt;p&gt;O wie ist diese Nacht so schwer,&#10;Und wie hangen die Wolken so tief.&#10;Warum stöhnen die sanften Tiere,&#10;Bluten laubdunkle Bäume,&#10;Seufzt in jedem Winkel der Tod?&#10;Wo sind die blassen Engel geblieben&#10;Und die zittergoldenen Sterne?&#10;Ist Gott gestorben?&#10;O, diese Nacht ist tausend Jahre schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Brücke geht noch mit hastigen Schritten ein Mann.&#10;Er wird zu spät kommen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Mansarde salbt der junge Priester&#10;Den Mund der Sterbenden.&#10;Eine schwarze Blume wächst furchtbar in ihre Fieber,&#10;Aber selig umglänzt der Mond ihre Wangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Angriff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/angriff/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:33:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/angriff/</guid><description>&lt;p&gt;Tücher&#10;Winken&#10;Flattern&#10;Knattern.&#10;Winde klatschen.&#10;Dein Lachen weht.&#10;Greifen Fassen&#10;Balgen Zwingen&#10;Kuß&#10;Umfangen&#10;Sinken&#10;Nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andrea del Sarto</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andrea-del-sarto/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:32:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andrea-del-sarto/</guid><description>&lt;p&gt;Weil du die Hölle nur fand′st im Weibe, so hat die Madonna&#10;Dir den Himmel dafür in ihrem Antlitz gezeigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andenken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andenken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:32:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andenken/</guid><description>&lt;p&gt;Der Nordost wehet,&#10;Der liebste unter den Winden&#10;Mir, weil er feurigen Geist&#10;Und gute Fahrt verheißet den Schiffern.&#10;Geh aber nun und grüße&#10;Die schöne Garonne,&#10;Und die Gärten von Bordeaux&#10;Dort, wo am scharfen Ufer&#10;Hingehet der Steg und in den Strom&#10;Tief fällt der Bach, darüber aber&#10;Hinschauet ein edel Paar&#10;Von Eichen und Silberpappeln;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch denket das mir wohl und wie&#10;Die breiten Gipfel neiget&#10;Der Ulmwald, über die Mühl′,&#10;Im Hofe aber wächset ein Feigenbaum.&#10;An Feiertagen gehn&#10;Die braunen Frauen daselbst&#10;Auf seidnen Boden,&#10;Zur Märzenzeit,&#10;Wenn gleich ist Nacht und Tag,&#10;Und über langsamen Stegen,&#10;Von goldenen Träumen schwer,&#10;Einwiegende Lüfte ziehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anbetung der Hirten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anbetung-der-hirten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:31:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anbetung-der-hirten/</guid><description>&lt;p&gt;Um Bethlehem ging ein kalter Wind,&#10;Im Stall war das arme Christuskind.&#10;Es lag auf zwei Büschel Grummetheu,&#10;Ein Ochs und ein Esel standen dabei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hirten haben es schon gewisst,&#10;Dass selbiges Kindlein der Heiland ist.&#10;Denn auf dem Felde und bei der Nacht&#10;Hat ′s ihnen ein Engel zugebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie haben gebetet und sich gefreut,&#10;Und einer sagte: Ihr lieben Leut′,&#10;Ich glaub′s wohl, dass er bei Armen steht,&#10;Schon weil′s ihm selber so schlecht ergeht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anacreon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anacreon/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:31:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anacreon/</guid><description>&lt;p&gt;In Tejos und in Samos&#10;Und in der Stadt Minervens&#10;Sang ich von Wein und Liebe,&#10;Von Rosen und vom Frühling,&#10;Von Freundschaft und von Tänzen;&#10;Doch höhnt ich nicht die Götter,&#10;Auch nicht der Götter Diener,&#10;Auch nicht der Götter Tempel,&#10;Wie hieß ich sonst der Weise?&#10;Ihr Dichter voller Jugend,&#10;Wollt ihr bey froher Musse&#10;Anacreontisch singen;&#10;So singt von milden Reben,&#10;Von rosenreichen Hecken,&#10;Vom Frühling und von Tänzen,&#10;Von Freundschaft und von Liebe;&#10;Doch höhnet nicht der Gottheit,&#10;Auch nicht der Gottheit Diener,&#10;Auch nicht der Gottheit Tempel.&#10;Verdienet, selbst im Scherzen,&#10;Den Namen echter Weisen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Zimmern [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-zimmern-2/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:30:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-zimmern-2/</guid><description>&lt;p&gt;Von einem Menschen sag ich, wenn der ist gut&#10;Und weise, was bedarf er? Ist irgend eins,&#10;Das einer Seele gnüget? ist ein Halm, ist&#10;Eine gereifteste Reb′ auf Erden&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewachsen, die ihn nähre? Der Sinn ist des&#10;Also. Ein Freund ist oft die Geliebte, viel&#10;Die Kunst. O Teurer, dir sag ich die Wahrheit.&#10;Dädalus Geist und des Walds ist deiner.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An sie, die allzufroh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sie-die-allzufroh/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:29:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sie-die-allzufroh/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Haupt, dein Blick, dein Gang&#10;Sind schön wie die schönsten Auen,&#10;Wie frischer Wind im Blauen&#10;Spielt Lachen dir um Augen, Mund und Wang&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Gram, der dein Auge feuchtet,&#10;An jener Kraft zerbricht,&#10;Die hell wie klares Licht&#10;Von deinen Armen, deinen Schultern leuchtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Farben in grellem Glanz,&#10;Die dein Gewand bedecken,&#10;In Dichters Geist erwecken.&#10;Ein Bild von lieblich leichtem Blumentanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die tollen Kleider passen&#10;Zur Tollheit, deren Macht&#10;Mich so zum Narren macht,&#10;Dass ich dich glühend lieben muss und hassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An seine Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-seine-freunde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:29:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-seine-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Hört ihr einst, ich sei gestorben,&#10;O! dann spielet auf Theorben&#10;Keine Trauermelodie.&#10;Ich, der euch im Leben nie&#10;Eure Freude hat verdorben:&#10;Ich verdürb′ im Sterben sie?&#10;Nein! Ihr sollt um mich nicht klagen!&#10;Freuen mögt ihr euch, und sagen:&#10;»Wohl! Geborgen ist auch der!&#10;Und wer gab die Hand wie er&#10;Dem Befreier ohne Zagen?&#10;Darum klatschet hinterher!«&#10;Dann so holt aus meinem Keller&#10;Die paar Flaschen Muskateller,&#10;Aufgespart für euch, heraus,&#10;Trinkt, als wär′ ich noch zu Haus,&#10;Sie auf meinem Lieblingssöller&#10;Mit einander fröhlich aus.&#10;Und erinnert euch der Zeiten,&#10;Wo beim Klange süßer Saiten&#10;Meine Laun′, im Vogelflug′,&#10;Mich von Scherz zu Scherze trug.&#10;Stunden, die mich nicht gereuten,&#10;Als der Tod nun sprach: Genug!&#10;Lasst von mir die Leute sprechen,&#10;Was sie wollen; von Verbrechen&#10;War mein ganzes Leben rein,&#10;Und so darf man Mensch nur sein,&#10;Um auch mir so manche Schwächen&#10;Nach dem Tode zu verzeihn.&#10;Meine Lieder tadeln hören,&#10;Soll nicht eure Ruhe stören.&#10;Nie verschwand noch ein Gesang,&#10;Den ein reiner Geist durchdrang.&#10;Nichts, wenn meine den entbehren,&#10;Rettet sie vom Untergang′.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Robert Hamerling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-robert-hamerling/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:28:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-robert-hamerling/</guid><description>&lt;p&gt;Heil Dir, mein Robert Hamerling,&#10;Du kostbar edler, goldner Ring&#10;In Deutscher Dichtung Kette:&#10;Gelobt wirst und geliebt Du sein,&#10;So lange Donau noch und Rhein&#10;Stolz zieh′n in ihrem Bette!&#10;So lange nicht das Häßliche,&#10;Das Eklige und Gräßliche&#10;Als Kunst gilt Deutschlands Söhnen.&#10;So lang′ uns Schillers, Goethe′s Geist&#10;Die Wahrheit leuchtend weist,&#10;Als Bild des Schönen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Rapp</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-rapp/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:28:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-rapp/</guid><description>&lt;p&gt;Du nimmst als Sterbenden&#10;Den kranken Mann&#10;Siehst als noch Lebenden&#10;Den Todten an.&#10;O rufe nicht zur Wehr,&#10;Mich nicht zum Thun;&#10;Mir ziemt kein Kämpfen mehr,&#10;Mir ziemt nur Ruhn.&#10;Lieg ich im Bette hier&#10;Wie in der Gruft,&#10;Steigt der Gedanke mir&#10;Hoch in die Luft;&#10;Ich überscheu als Schwan&#10;Mit Vogelblick&#10;Des Lebens wirre Bahn&#10;Und mein Geschick.&#10;Nicht war, was ich geschafft,&#10;Allwege gut.&#10;Ach, blad gebrach′s an Kraft&#10;Und bald an Muth.&#10;Hier von Glückes Huld&#10;Ward ich begrüßt;&#10;Dort hab ich eigne Schuld&#10;Wie schwer gebüßt.&#10;Das, halb im Traume geht&#10;An mir vorbei,&#10;Mein Leben ist verweht,&#10;Und ich bin frei.&#10;Was blieb dir, Seele, nun,&#10;Als daß mit Ernst&#10;Du in dir selber ruhn?&#10;Du sterben lernst?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Phillis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-phillis/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:27:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-phillis/</guid><description>&lt;p&gt;Ich merke, daß die Flur, die Stadt, die ganze Welt,&#10;Mir itzo wiederum, auch ohne dich, gefällt;&#10;Ich höre dich nicht mehr, wie sonst, erröthend nennen,&#10;Und kann mich überall, gelaßen, von dir trennen.&#10;Ich glühe Tags nicht mehr, dir immer nachzuziehn;&#10;In Träumen seh ich dich auch Nachts nicht mehr entfliehn.&#10;Kein Blick von dir findt mehr den Weg zu meinem Herzen;&#10;Dein Lächeln macht mir nicht, wie vormahls, süse Schmerzen.&#10;Ich bin kein König mehr, ertheilstu mir Gehör;&#10;Und glaube, Phillis, fast: ich liebe dich nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Pamphilio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-pamphilio/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:26:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-pamphilio/</guid><description>&lt;p&gt;Im Grase liegen!&#10;Im Regengeträufel&#10;Den Busen kühlen,&#10;Den heißen!&#10;Den du bewegst, Liebe,&#10;Träumende;&#10;Mich Träumer schiltst,&#10;Der dich nur träumt, Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht stören&#10;Emse, Käfer, goldne Biene,&#10;Eurer finstern Vesten,&#10;Eurer sonnigen grünen Reiche&#10;Verständig Gewimmel;&#10;Nicht mich erhebend,&#10;Euch beugen, weiche Halme.&#10;Den rollenden Sand unter der Sohle,&#10;Dein Schweigen, Natur, nicht brechen.&#10;Nicht auf raschlendem Blatt&#10;Mit dem Griffel dich wecken,&#10;Genius! - Träumender!&#10;Schön ruhender!&#10;Dein Hauchen Abendwind! Überm Wasser!&#10;Traube! - Herbstbereifte! - Dein Feuer!&#10;Zu hauchen, mit schüchternen Lippen&#10;In ihren Hauch,&#10;Die meine Brust bewegt -&#10;Die Liebe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Opim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-opim/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:26:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-opim/</guid><description>&lt;p&gt;Opim, wie viel ist dir bescheert!&#10;Du bist gesund und reich, und dennoch voller Klagen.&#10;Was wird das Glück von deinem Undank sagen,&#10;Sobald es ihn erfährt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An mich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:25:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mich/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn dir ein Schaden am Leibe frißt,&#10;Jammre nicht, sondern handle;&#10;Und wenn du glücklich gewesen bist,&#10;Nimm dein Bett und wandle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ärgert dein Aug dich, so reiß es aus,&#10;Sonst ärgert es dich an beiden;&#10;Und keift dir ein schlimmes Weib zu Haus,&#10;So geh und lasse dich scheiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wird dir das Beten und Fasten zu dumm,&#10;Richte, schlichte, verzichte;&#10;Und haranguiere das Publikum&#10;Nicht erst durch Weltschmerzgedichte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Mutter (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter-1/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:25:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter-1/</guid><description>&lt;p&gt;Da mir gewiß ist, daß im Himmelsreich&#10;Die Engel, wenn sie glühend sich benennen&#10;Mit Liebesnamen, dennoch keinen kennen,&#10;Der den geweihten Lauten »Mutter« gleich -&#10;Geschah es längst, daß ich dich also hieß,&#10;Die, mehr als Mutter, mir im Herzen tief&#10;Die Stelle ausfüllt, die der Tod dir wies,&#10;Als er Virginias Geist von hinnen rief.&#10;Die eigene Mutter, die ich früh verloren,&#10;Als Kind, war eine Mutter mir allein;&#10;Doch du hast die Geliebte mir geboren,&#10;Und teurer als die Mutter meines Leibes&#10;Bist du mir, wie die Seele meines Weibes&#10;Mir mehr galt als der eignen Seele Sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-frau/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:24:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-frau/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder anders die Blumen gesetzt und die Nipse geordnet,&#10;Anders die Bilder gehängt, anders die Spiegel gestellt!&#10;Teuerstes Weib, du bist so treu und beständig im großen,&#10;Daß du das starke Geschlecht fast, wie das schwache, beschämst.&#10;Mußt du es büßen, indem du noch häufiger wechselst im kleinen,&#10;Als es Kleopatra tat, da sie Antonius fing?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An M.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-m/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:23:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-m/</guid><description>&lt;p&gt;Der du meine Wege mit mir gehst,&#10;Jede Laune meiner Wimper spürst,&#10;Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst -&#10;Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst?&#10;Wenn ich tot bin darfst du gar nicht trauern.&#10;Meine Liebe wird mich überdauern&#10;Und in fremden Kleidern dir begegnen&#10;Und dich segnen.&#10;Lebe, lache gut!&#10;Mache deine Sache gut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An M. L. S.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-m-l-s/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:23:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-m-l-s/</guid><description>&lt;p&gt;Von allen, die dich preisen wie den Morgen,&#10;Die, wenn du fern bist, wähnen, es sei Nacht,&#10;Am Himmel erloschen sei die Sonne -&#10;Von allen, die dich unter Tränen segnen,&#10;Daß du die Hoffnung ihnen wiedergabst,&#10;Ja, mehr noch, ihren tief begrabenen Glauben&#10;An Wahrheit - Tugend - Menschlichkeit;&#10;Von allen, die vom Bette der Verzweiflung,&#10;Wo hingestreckt sie lagen, sich erhoben&#10;Bei deinem sanftgesprochnen Wort: »Es werde Licht!«&#10;Dem sanftgesproch′nen Wort, das sich erfüllte&#10;Im engelreinen Schimmer deiner Augen;&#10;Von allen, die dir danken, deren Dank&#10;Anbetung gleichkommt - o gedenke&#10;Des Wahrsten, innigst dir Ergebenen,&#10;Der, während er dies niederschreibt, erbebt zu denken,&#10;Daß er mit einem Engel Zwiesprach halte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Luna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-luna/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:22:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-luna/</guid><description>&lt;p&gt;Schwester von dem ersten Licht,&#10;Bild der Zärtlichkeit in Trauer!&#10;Nebel schwimmt mit Silberschauer&#10;Um dein reizendes Gesicht;&#10;Deines leisen Fußes Lauf&#10;Weckt aus tagverschloßnen Höhlen&#10;Traurig abgeschiedne Seelen,&#10;Mich und nächt′ge Vögel auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Forschend übersieht dein Blick&#10;Eine großgemeßne Weite.&#10;Hebe mich an deine Seite!&#10;Gib der Schwärmerei dies Glück!&#10;Und in wollustvoller Ruh′&#10;Säh der weitverschlagne Ritter&#10;Durch das gläserne Gegitter&#10;Seines Mädchens Nächten zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Beschauens holdes Glück&#10;Mildert solcher Ferne Qualen;&#10;Und ich sammle deine Strahlen,&#10;Und ich schärfe meinen Blick.&#10;Hell und heller wird es schon&#10;Um die unverhüllten Glieder,&#10;Und nun zieht sie mich hernieder,&#10;Wie dich einst Endymion.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Ludwig Löwe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ludwig-loewe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:22:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ludwig-loewe/</guid><description>&lt;p&gt;k. k. Hofschauspieler.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Veranlaßt durch sein Gedicht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Dein Spiel sey wahr, nie möge Dich verführen&#10;»Der falsche Schein, der Thoren oft entzückt;&#10;»Durch Wahrheit nur sollst Du die Herzen rühren,&#10;»Sie ist der Demant, der den Künstler schmückt! –«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieß Wort sprach weihend, an des Tempels Schwelle,&#10;Der jüngst verschiedne Meister einst zu Dir:&#10;Es ist gefallen auf die rechte Stelle,&#10;Auf gutem Boden lag das Saatkorn hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du, der Du selbst zum nun gediehen,&#10;Zum edlen Meister, dem die echte Kunst&#10;Den immergrünen Priesterkranz verliehen,&#10;Der nie gesucht der Aftermuse Gunst:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ihren Papa</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ihren-papa/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:21:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ihren-papa/</guid><description>&lt;p&gt;Amici! Plaudite! - Die bunten Bänder&#10;und Wimpel flattern froh im Wind!&#10;Wie danke ich dir gütigem Spender&#10;für dieses Kind! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du würdiger Greis - vor so und so viel Jahren&#10;erzeugtest du′s in einer Nacht &amp;hellip;&#10;Ich weiß, daß dies bei ungebleichten Haaren&#10;schon Mühe macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du, im rüstigen Mannesalter,&#10;du produziertest dies bébé -&#10;ein Frauenseufzer &amp;hellip; leis verhallt er &amp;hellip; -&#10;Dir Evoe! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir Evoe! - Ich gratuliere!&#10;Dein denk ich, Autor, ist sie da -&#10;Dein denk ich, wenn ich kokettiere -&#10;Grüß Gott, Papa!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Heinrich Anschütz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-heinrich-anschuetz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:20:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-heinrich-anschuetz/</guid><description>&lt;p&gt;Des innern Frühlings zaubervolle Blüthe,&#10;Der Frost des Alters macht sie nicht erbleichen!&#10;Deß bist du selbst ein hochbegnadigt Zeichen,&#10;Du Greis an Jahren, Jüngling im Gemüthe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als die Natur dich schuf, in ihrer Güte&#10;Ausstattend dich mit Gaben sonder Gleichen,&#10;Da mochte bange Sorge sie beschleichen,&#10;Wie sie ihr herrliches Gebild behüte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und also sprach sie, zu der Zeit gekehrt:&#10;Nicht rühre an dieß Haupt mit deinen Schwingen,&#10;Laß mir mein edles Kunstwerk unversehrt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Gott</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gott-8860/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:20:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gott-8860/</guid><description>&lt;p&gt;Du wehrst den guten und den bösen Sternen nicht;&#10;all ihre Launen strömen.&#10;In meiner Stirne schmerzt die Furche,&#10;die tiefe Krone mit dem düsteren Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und meine Welt ist still -&#10;du wehrtest meiner Laune nicht.&#10;Gott, wo bist du?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte nah an deinem Herzen lauschen,&#10;mit deiner fernsten Nähe mich vertauschen,&#10;wenn goldverklärt in deinem Reich&#10;aus tausendseligem Licht&#10;alle die guten und bösen Brunnen rauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Gott</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gott-6257/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:19:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gott-6257/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Himmel sind mir viel zu süß:&#10;Gib mir, mit freier Brust zu ragen,&#10;Mit dir die Welten zu ertragen,&#10;Wo du bist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An George Sand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-george-sand/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:19:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-george-sand/</guid><description>&lt;p&gt;O naht mit Lorbeerkränzen, naht mit Palmen!&#10;Der Freiheit Majestät ist neu erwacht;&#10;Ein Evangelium kam über Nacht,&#10;Herniederrauschend in Gewitterpsalmen;&#10;Und was vom alten Wahn umnachtet&#10;Nach Rettung und Erlösung schmachtet:&#10;Das eile zu des neuen Geistes Fahnen!&#10;Das streu ihm Blumen auf die Siegerbahnen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht Jeanne d′Arc mit Frankreichs Heldensöhnen&#10;Hat sich dem neuen, heil′gen Kampf geweiht;&#10;Nicht Königen, nicht Völkern gilt der Streit:&#10;Den freien Menschen gilt es jetzt zu krönen!&#10;Nicht winkt der Andacht Lebenssonne,&#10;Das Bild der himmlischen Madonne;&#10;Ein andres Bild wird schützend uns umschweben,&#10;Aus andern Zügen spricht ein andres Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Freund La Roche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-freund-la-roche/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:18:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-freund-la-roche/</guid><description>&lt;p&gt;nachdem er an zwei aufeinander folgenden Tagen der Gefahr, im See zu ertrinken und im Bade erschlagen zu werden, glücklich entgangen war:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu welchen ungeheuren Dingen&#10;Hat dich der Himmel noch ersehn?&#10;Wie weit sollst du′s auf Erden bringen?&#10;Das ist seit Cäsar nicht geschehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An zwei von deinen Julitagen&#10;In alleräußerster Gefahr,&#10;Und dennoch nichts davongetragen,&#10;Das ist noch mehr als wunderbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewiß schwebt irgendeine Krone&#10;Schon funkelnd über deinem Haupt.&#10;Der Kaiser fehlt dem deutschen Throne,&#10;Der Papst ward jüngst schon totgeglaubt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Frau Rebekka</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-frau-rebekka/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:18:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-frau-rebekka/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe Dich geliebet und ich will Dich lieben,&#10;Solang’ Du goldner Engel bist;&#10;In diesem wüsten Lande hier, und drüben&#10;Im Lande wo es besser ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will nicht von Dir sagen, will nicht von Dir singen;&#10;Was soll uns Loblied und Gedicht?&#10;Doch muß ich heut der Wahrheit Zeugnis bringen,&#10;Denn unerkenntlich bin ich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich danke Dir mein Wohl, mein Glück in diesem Leben.&#10;Ich war wohl klug, daß ich Dich fand;&#10;Doch ich fand nicht. GOTT hat Dich mir gegeben;&#10;So segnet keine andre Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Franz den Ersten, Kaiser von Österreich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-franz-den-ersten-kaiser-von-oesterreich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:17:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-franz-den-ersten-kaiser-von-oesterreich/</guid><description>&lt;p&gt;O Herr, du trittst, der Welt ein Retter,&#10;Dem Mordgeist in die Bahn;&#10;Und wie der Sohn der duftgen Erde&#10;Nur sank, damit er stärker werde,&#10;Fällst du von neu′m ihn an!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das kommt aus keines Menschen Busen,&#10;Auch aus dem deinen nicht;&#10;Das hat dem ewgen Licht entsprossen,&#10;Ein Gott dir in die Brust gegossen,&#10;Den unsre Not besticht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O sei getrost; in Klüften irgend,&#10;Wächst dir ein Marmelstein;&#10;Und müßtest du im Kampf auch enden,&#10;So wirds ein anderer vollenden,&#10;Und dein der Lorbeer sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Fouqué</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fouque/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:16:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fouque/</guid><description>&lt;p&gt;Kann nicht reden, kann nicht schreiben,&#10;Kann nicht sagen, wie mir ist!&#10;Mir ist wohl und bang im Herzen,&#10;Kann nicht ernst sein, kann nicht scherzen,&#10;Kann nicht wissen, wie mir ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit der Arbeit will&amp;rsquo;s nicht vorwärts.&#10;Wie so leer es um mich ist.&#10;Wie so voll ist&amp;rsquo;s mir im Herzen!&#10;Kann nicht ernst sein, kann nicht scherzen,&#10;Kann nicht wissen, wie mir ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kann nur fühlen, kann nicht wissen,&#10;Kann nicht sagen, was es ist,&#10;Könnt ich singen, liebes Leben,&#10;Würden Töne Kunde geben,&#10;Wie es mir im Herzen ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Fontin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fontin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:16:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fontin/</guid><description>&lt;p&gt;Zehntausend Thaler schlägst du baar&#10;Zum Kapitale Jahr für Jahr,&#10;Und gleichwohl immer starren Mutes&#10;Thust du für keinen Schilling gutes?&#10;Sei mild, Fontin! Du hast ja doch&#10;Zu leben nach dem Tode noch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An F -</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-f/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:15:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-f/</guid><description>&lt;p&gt;Geliebte! mitten in der Qual,&#10;Die meinen Erdenpfad umdrängt&#10;(Ach, trüber Pfad, den nicht einmal&#10;Einsam erhellt einer Rose Strahl),&#10;Meine Seel′ an einem Troste hängt:&#10;An Traum von dir - der allemal&#10;Mir Frieden bringt aus Edens Tal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ist das Deingedenken mir&#10;Wie fern verwunschnes Inselland&#10;Inmitten aufgewühlter Gier&#10;Des Ozeans: ein Meer-Revier&#10;In Sturm - indes doch unverwandt&#10;Ein heitrer Himmel blauste Zier&#10;Grad über jenes Eiland spannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Emma</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-emma/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:15:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-emma/</guid><description>&lt;p&gt;Weit in nebelgrauer Ferne&#10;Liegt mir das vergangne Glück,&#10;Nur an einem schönen Sterne&#10;Weilt mit Liebe noch der Blick;&#10;Aber wie des Sternes Pracht,&#10;Ist es nur ein Schein der Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deckte dir der lange Schlummer,&#10;Dir der Tod die Augen zu,&#10;Dich besäße doch mein Kummer,&#10;Meinem Herzen lebtest du.&#10;Aber, ach! Du lebst im Licht,&#10;Meiner Liebe lebst du nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kann der Liebe süß Verlangen,&#10;Emma, kann′s vergänglich sein?&#10;Was dahin ist und vergangen,&#10;Emma, kann′s die Liebe sein?&#10;Ihrer Flamme Himmelsglut,&#10;Stirbt sie wie ein irdisch Gut?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Wassertrinker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-wassertrinker/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:14:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-wassertrinker/</guid><description>&lt;p&gt;Trink’, betrübter, todtenblasser&#10;Wassertrinker, Rebenhasser,&#10;Trink’ doch Wein!&#10;Deine Wangen wirst du färben,&#10;Weiser werden, später sterben,&#10;Glücklich seyn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Habt, ihr großen Götter! habet&#10;Für den Trank, den ihr uns gabet,&#10;Heißen Dank!&#10;O, wie duftet er der Nase,&#10;O, wie sprudelt er im Glase!&#10;Welche ein Trank!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allen Kummer, alle Schmerzen&#10;Tödtet er, und alle Herzen&#10;Macht er froh!&#10;Durstig sang, zu seinem Preise,&#10;Dieses schon der große Weise,&#10;Salomo!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Verfasser weitläuftiger Grabschriften</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-verfasser-weitlaeuftiger-grabschriften/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:13:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-verfasser-weitlaeuftiger-grabschriften/</guid><description>&lt;p&gt;Der Gräber Ueberschrift ist sehr dein Werk gewesen;&#10;Doch jedes Mal zu lang, und dies ist nicht erlaubt:&#10;Die eine Hälfte, Freund, wird nimmermehr geglaubt,&#10;Die andre nimmermehr gelesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Meerschaumkopf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-meerschaumkopf/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:13:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-meerschaumkopf/</guid><description>&lt;p&gt;Du, aus Meerschaum gezeugt, bräunlicher Pfeifenkopf,&#10;Mit der Pflanze gefüllt, welche Tabago nährt;&#10;Dieses Band sei dir heilig,&#10;Das mit purpurnen Wellen spielt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und gewebt war, den Schnee einer beseelten Brust,&#10;Sanft zu röten! Umsonst! Denn der geliebteste&#10;Schmuck der Schönen soll künftig&#10;An dem würdigern Rohre wehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du vertreibest den Gram, der aus verdüsterten&#10;Lüften brauset, du hauchst pythische Sprüche der&#10;Brust des forschenden Sehers,&#10;Und die Weisheit der Götter ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Liebenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-liebenden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:12:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-liebenden/</guid><description>&lt;p&gt;Du klagst mir, Freund, daß immer die Mutter noch&#10;Des schönen Kindes gleich unerbittlich sei.&#10;Geduld! noch leben wir im Jänner,&#10;Aber nicht stets wird der Eiswind schnauben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Winkel, wo sich einsam des Daches Trauf&#10;In morscher Rinne sickernd vereiniget,&#10;Hängt mannsdick, zuckerkandelartig&#10;Schimmernd ein sechsfach verwachsnes Monstrum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald wehen laue Lüfte den Frühling her,&#10;Dein Gartenbeet vergoldet der Krokus schon;&#10;Eidechslein sonnen ihr smaragdnes&#10;Kleidchen am bröckelnden Felsen wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen kritischen Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-kritischen-freund/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:12:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-kritischen-freund/</guid><description>&lt;p&gt;Die Märchen sind halt Nürnberger War,Wenn der Mond nachts in die Butiken scheint:Drum nicht so strenge, lieber Freund,Weihnachten ist nur einmal im Jahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Freund (I)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-i/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:11:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-i/</guid><description>&lt;p&gt;An einen Freund, der mir Burmanns Ovidium geschenkt hatte&#10;Freund, dein Ovidius vermehrt dir meine Pflicht.&#10;So reizend sieht man gern, was er so schön geschrieben.&#10;Wie leicht entbehrest du des Dichters Unterricht?&#10;Du wußtest, unbelehrt, vorlängst die Kunst zu lieben:&#10;Die wußt′ ich sonder ihn und Chloens Augen nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-2854/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:10:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-2854/</guid><description>&lt;p&gt;Der ist nicht klug, der vieles wagt,&#10;Geringen Vortheil zu erwischen.&#10;Dies heißet, wie August gesagt,&#10;Mit einer güldnen Angel fischen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-2236/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:10:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-2236/</guid><description>&lt;p&gt;Was dir Schlimmes oder Gutes&#10;Auch das Leben bringen kann,&#10;Nimmst du stets gelaßnen Mutes&#10;Und zufriednen Sinnes an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur das Ganze macht dir Sorgen,&#10;Nur, was nie ein Mensch ermißt,&#10;Ob ein Rätsel drin verborgen,&#10;Und ob dies zu lösen ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kann der Buchstab′ denn ergründen,&#10;Was das Wort bedeuten soll?&#10;Wenn sich alle treu verbunden,&#10;Wird es ja von selber voll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm die Traube, wie die Beere,&#10;Nimm das Leben, wie den Tag!&#10;Was es auch zuletzt beschere,&#10;Immer bleibt′s ein Lustgelag!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-2098/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:09:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-2098/</guid><description>&lt;p&gt;Weil du mich, Freund, beschenckst mit dir,&#10;So danck ich billich dir mit mir.&#10;Nimm hin deßwegen mich für dich;&#10;Ich sei dir du; sey du mir ich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen, der vorübergeht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-der-voruebergeht/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:09:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-der-voruebergeht/</guid><description>&lt;p&gt;Du hast mich an Dinge gemahnet,&#10;Die heimlich in mir sind,&#10;Du warst für die Saiten der Seele&#10;Der nächtige flüsternde Wind&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie das rätselhafte&#10;Das Rufen der atmenden Nacht,&#10;Wenn draußen die Wolken gleiten&#10;Und man aus dem Traum erwacht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu blauer weicher Weite&#10;Die enge Nähe schwillt,&#10;Durch Zweige vor dem Monde&#10;Ein leises Zittern quillt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Sängerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-saengerin-2055/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:08:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-saengerin-2055/</guid><description>&lt;p&gt;Töne länger, Silberstimme! klage&#10;Seelenwohllaut tiefer mir in′s Herz!&#10;Ach! wie Augenblick′ entflöhen Tage&#10;Mir in Thränen, mir bei Orpheus Schmerz.&#10;Zauberin! von welchen Harmonieen&#10;Hast Du Ton, und Red′ und Sang entlehnt?&#10;Länger athmend mit Iphigenien&#10;Fühlt′ ich Gluck aus Deiner Brust verschönt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine kleine Schöne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-kleine-schoene/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:07:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-kleine-schoene/</guid><description>&lt;p&gt;Kleine Schöne, küsse mich.&#10;Kleine Schöne, schämst du dich?&#10;Küsse geben, Küsse nehmen,&#10;Darf dich jetzo nicht beschämen.&#10;Küsse mich noch hundertmal!&#10;Küß′ und merk′ der Küsse Zahl.&#10;Ich will dir, bei meinem Leben!&#10;Alle zehnfach wiedergeben,&#10;Wenn der Kuß kein Scherz mehr ist,&#10;Und du zehn Jahr älter bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Freundin bei Übersendung einer Anzahl Rätsel und Charaden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-freundin-bei-uebersendung-einer-anzahl-raetsel-und-charaden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:07:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-freundin-bei-uebersendung-einer-anzahl-raetsel-und-charaden/</guid><description>&lt;p&gt;Nehmet das denn au,&#10;liebe, frummi Frau!&#10;‘s grotet just nit eins wie’s ander,&#10;Chorn und Spreu isch unterenander.&#10;Leset’s Fürnehmst us,&#10;‘s isch, cha si, ne Fund;&#10;‘s ander strichet us.&#10;Gott erhalt ich gsund,&#10;und Gott schenkich alliwil&#10;liebi süeßi Freude viel!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein Veilchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-veilchen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:06:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-veilchen/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Veilchen, laß die Schmeicheleyen&#10;Des jungen Zephyrs dich nicht reuen,&#10;Du unsrer Gärten erste Zier!&#10;Dich soll ein schöner Loos beglücken;&#10;Den schönsten Busen sollst du schmücken,&#10;Und alle Grazien mit dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, an dem Busen vom Selinden&#10;Sollst du den stolzen Wohnplatz finden! - -&#10;Für Freuden, seh ich, zitterst du?&#10;Hier laß dich stolzre Blumen neiden,&#10;Und duft ihr dankbar alle Freuden&#10;Der süßesten Gerüche zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geh hin zu ihren schönen Händen!&#10;Durch dich, mein Glücke zu vollenden,&#10;Sey ihr mein treues Herz erklärt! - -&#10;Umsonst! wie könnte dieß geschehen?&#10;Wie bald! wie bald wirst du vergehen,&#10;Da ewig meine Liebe währt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Verstummten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-verstummten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:06:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-verstummten/</guid><description>&lt;p&gt;O, der Wahnsinn der großen Stadt, da am Abend&#10;An schwarzer Mauer verkrüppelte Bäume starren,&#10;Aus silberner Maske der Geist des Bösen schaut;&#10;Licht mit magnetischer Geißel die steinerne Nacht verdrängt.&#10;O, das versunkene Läuten der Abendglocken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hure, die in eisigen Schauern ein totes Kindlein gebärt.&#10;Rasend peitscht Gottes Zorn die Stirne des Besessenen,&#10;Purpurne Seuche, Hunger, der grüne Augen zerbricht.&#10;O, das gräßliche Lachen des Golds.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber stille blutet in dunkler Höhle stummere Menschheit,&#10;Fügt aus harten Metallen das erlösende Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Stadt Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-stadt-berlin/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:05:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-stadt-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sahe sie! (mir zittern die Gebeine!)&#10;Ich sah, bekümmertes Berlin,&#10;Die Göttinn deines Stroms vor deinem Tannenhaine&#10;Mit ihren Schwänen ziehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergönne mir, Najade, nachzulallen,&#10;Was mein erstauntes Ohr durchdrang,&#10;Und was dein Göttermund den Faunen sang, und allen&#10;Hamadryaden sang. – –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sey mir gegrüsst, Augusta, meine Krone!&#10;Die Städte Deutschlands bücken sich!&#10;Es höre meinen Stolz Belt, Donau, Wolga, Rhone,&#10;Und weichen hinter mich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was fürchten wir, ist gleich die Zahl des Feindes&#10;Wie dieser beiden Ufer Sand?&#10;O Tochter! hast du nicht zur Seite meines Freundes&#10;Stets einen Gott erkannt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sittlichkeitsprediger-in-koeln-am-rheine/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:04:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sittlichkeitsprediger-in-koeln-am-rheine/</guid><description>&lt;p&gt;Warum schimpfen Sie, Herr Lizentiate,&#10;Über die Unmoral in der Kemenate?&#10;Warum erheben Sie ein solches Geheule,&#10;Sie gnadentriefende Schöpsenkeule?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ezechiel und Jeremiae Jünger,&#10;Was beschmeußen Sie uns mit dem Bibeldünger?&#10;Was gereucht Ihnen zu solchem Schmerze,&#10;Sie evangelische Unschlittkerze?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wissen Sie eigentlich von der Liebe&#10;Mit Ihrem Pastoren-Kaninchentriebe,&#10;Sie multiplizierter Kindererzeuger,&#10;Sie gottesseliger Bettbesteuger? .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wie die Menschen noch glücklich waren,&#10;Herr Lizentiate, vor vielen Jahren,&#10;Da wohnte Frau Venus im Griechenlande&#10;In schönen Tempeln am Meeresstrande.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Schwalbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-schwalbe/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:04:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-schwalbe/</guid><description>&lt;p&gt;Schwatzhafteste der Schwalben, sprich,&#10;Was tu ich dir? wie straf ich dich?&#10;Soll ich dich um die Schwingen&#10;Mit meiner Schere bringen?&#10;Soll ich, zu deiner Pein,&#10;Ein andrer Tereus sein?&#10;Und willst du gern der Progne gleichen?&#10;Mußt du, zu frühe Schwätzerin,&#10;Mußt du von meiner Schäferin&#10;Mir meinen schönen Traum verscheuchen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:03:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur/</guid><description>&lt;p&gt;Es pfleget die gedankenlose Gilde,&#10;Zum Jubel stets bereit wie zum Verzagen,&#10;Jetzt kalter Grausamkeit dich anzuklagen,&#10;Und wieder dann zu preisen deine Milde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie messen dich nach ihrem eig′nen Bilde,&#10;Und können sich des Wahnes nicht entschlagen,&#10;Daß Lieb′ und Haß, wie sie im Herzen tragen,&#10;Bald segne, bald verwüste ihr Gefilde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Thorheit, Strenge, Huld dir anzudichten!&#10;Du kennst nur der Notwendigkeit Gesetz,&#10;Und bleibst ihm treu beim Schaffen und Vernichten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-nachtigall-4228/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:03:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-nachtigall-4228/</guid><description>&lt;p&gt;Süß, du im Hain Verborgene!&#10;Steigt dein Gesang empor;&#10;O Nachtigall, du Klagende!&#10;Sing mir dein Leiden vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern ist der Hoffnungslose&#10;Dem Trauerliede nah,&#10;Wenn er die letzte Rose&#10;Des Lebens welken sah.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Muse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-muse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:02:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-muse/</guid><description>&lt;p&gt;Hier nimm die sanfte Leier wieder,&#10;O Muse, die du mir geliehn;&#10;Nun sing ich weiter keine Lieder,&#10;Die von der Jugend Freuden glühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzeih, wenn ich zu schwach gespielet;&#10;Die Liebe fordert unser Herz;&#10;Das wenigste hab ich gefühlet;&#10;Das meiste sang ich bloß aus Scherz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Waffen und vom Haß umgeben,&#10;Sang ich von Zärtlichkeit und Ruh;&#10;Ich sang vom süßen Saft der Reben,&#10;Und Wasser trank ich oft dazu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Mißgünstigen unter den Künstlern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-missguenstigen-unter-den-kuenstlern/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:01:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-missguenstigen-unter-den-kuenstlern/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ist ein Künstler? - »Ein Maler! « - In Rom gewesen? - »Versteht sich!«&#10;Ist es möglich? - »Ja wohl, sehen Sie, hier ist mein Paß.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Lorbeer wollt′ ich von euch? O ihr irrt, denn ihr, meine Freunde,&#10;Seid ja der Feigenbaum, den der Erlöser verflucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr seid Künstler? Ihr malt und meißelt! Doch seid ihr es darum?&#10;Straßenpflaster ist doch immer Mosaik noch nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="4"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr karikiret mich schlecht! Hut, Strümpfe, Hosen und Schuhe&#10;Habt ihr getroffen, doch längst legt′ ich sie alle hinweg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die meinige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-meinige/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:01:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-meinige/</guid><description>&lt;p&gt;Legt man die Hand jetzt auf die Gummiwaren?&#10;Erinnre, Claire, dich an deine Pflicht!&#10;Das geht nicht so wie in den letzten Jahren:&#10;Du bist steril, und du vermehrst dich nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohlauf! Wohlan! Zu Deutschlands Ruhm und Ehren!&#10;Vorbei ist nun der Liebe grüner Mai -&#10;da hilft nun nichts: du mußt etwas gebären,&#10;einmal, vielleicht auch zweimal oder drei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir Deutschen sind die Allerallerersten,&#10;voran der Kronprinz als Eins-A-Papa.&#10;Der Gallier faucht - wir haben doch die mehrsten,&#10;und hungern sie, mein Gott, sie sind doch da!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe-9562/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:00:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe-9562/</guid><description>&lt;p&gt;Alle suchen sie dich&#10;und überall lockst du.&#10;Aus tausend Verhüllungen schimmert&#10;dein unenträtselt Gesicht.&#10;Aber wenigen nur&#10;gewährst du Erfüllung,&#10;selige Tage, reines Glück.&#10;Zärtlich wehn dich die Blumen,&#10;die scheuen Gräser,&#10;der Schmetterlinge heiterer Flug;&#10;wilder der Wind&#10;und das ewig sich wandelnde Meer.&#10;Wunderbar strahlst du&#10;aus den Augen des Menschen,&#10;der ein Geliebtes&#10;in seinen Armen hält,&#10;vom tönenden Sternenhimmel überwölbt.&#10;In die zitternde Seele&#10;schweben Schauer&#10;von Leben und Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die heutigen Eucratiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-heutigen-eucratiten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 08:00:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-heutigen-eucratiten/</guid><description>&lt;p&gt;Was edle Seelen Wollust nennen,&#10;Vermischt mit schnöden Lüsten nicht!&#10;Der ächten Freude Werth zu kennen&#10;Ist gleichfalls unsers Daseins Pflicht.&#10;Ihr fallt oft tiefer, klimmt oft höher,&#10;Als die beglückende Natur:&#10;Ihr kennt vielleicht Epicuräer;&#10;Doch kennt ihr auch den Epicur?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind nicht der wahren Freude Grenzen&#10;Geschmack und Wahl und Artigkeit?&#10;Entehrte Scipio mit Tänzen&#10;Den Heldenruhm und seine Zeit?&#10;Die Liebe, die auch Weise loben,&#10;Macht ihre Liebe nicht zu frei:&#10;Der Wein, den Plato selbst erhoben,&#10;Verführt ihn nicht zur Völlerei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freunde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:59:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;XLVI.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gehabt euch alle wol O Erden gute Nacht!&#10;Ihr Himmel, ich vergeh! umbsonst hat meine Wunden /&#10;Mit so vil wehrtem Fleiß Callirhoe verbunden!&#10;Man hat umbsonst an mich / so libe Schreiben bracht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uranie, umbsonst hab ich so vil gewacht!&#10;Eugenie, ich bin eh’ als ihr meynt verschwunden.&#10;Die kalte Brust erstarrt / der Pulß wird nicht mehr funden:&#10;Die Augen brechen mir; der matte Geist verschmacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sol ich mein Vaterland / sol ich dich nicht mehr schauen?&#10;Sol ich mein todtes Pfand der frembden Grufft vertrauen?&#10;Scheid ich Eugenie ohn eurn Abschid-Kuß?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freude/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:58:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freude/</guid><description>&lt;p&gt;Must du, sagt ich zu der Freude,&#10;Must du denn so flüchtig seyn?&#10;Du entfliehst zu unserm Leide!&#10;Holt man dich nur eben ein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Alles ist auf Erden nichtig,«&#10;Sprach sie: »Es behielten mich,&#10;Wär&amp;rsquo; ich minder rasch und flüchtig,&#10;Traun! die himlischen für sich.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freude (II)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freude-ii/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:58:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freude-ii/</guid><description>&lt;p&gt;Freude, Göttin edler Herzen!&#10;Höre mich.&#10;Laß die Lieder, die hier schallen,&#10;Dich vergrößern, dir gefallen:&#10;Was hier tönet, tönt durch dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Muntre Schwester süßer Liebe!&#10;Himmelskind!&#10;Kraft der Seelen! Halbes Leben!&#10;Ach! was kann das Glück uns geben,&#10;Wenn man dich nicht auch gewinnt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stumme Hüter todter Schätze&#10;Sind nur reich.&#10;Dem, der keinen Schatz bewachet,&#10;Sinnreich scherzt und singt und lachet,&#10;Ist kein karger König gleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib den Kennern, die dich ehren,&#10;Neuen Muth,&#10;Neuen Scherz den regen Zungen,&#10;Neue Fertigkeit den Jungen,&#10;Und den Alten neues Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Feinde des Königs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-feinde-des-koenigs/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:57:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-feinde-des-koenigs/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lange schwingt die rasende Megäre&#10;Die Fackel? Götter dieser Welt,&#10;Warum verfolgt ihr ihn, zu seiner eignen Ehre,&#10;Den unbezwungnen Held?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ists möglich? machen euch so viel Gefahren,&#10;Mit welchen ihr ihn ringen saht,&#10;So viele Kronen, die mit Blut zu kaufen waren,&#10;So manche Götterthat,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So manch von ihm zertretnes Ungeheuer&#10;Nicht wieder zur Versöhnung Lust?&#10;So lange loderte der Rache schwarzes Feuer&#10;In keines Gottes Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Herkuls Arm den Löwen erst erdrückte,&#10;Der in Nemäens Felsen lag,&#10;Und, mit der Panzerhaut bedeckt, sein Rachschwerdt zückte,&#10;Und schnell, und Schlag auf Schlag,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Entfernte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-entfernte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:57:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-entfernte/</guid><description>&lt;p&gt;Wie der Gefang′ne, der mit matter Hand,&#10;Das Herz von bitterm Sehnsuchtsweh durchquollen,&#10;Die Tage seiner Haft, die trauervollen,&#10;Verzeichnet an der grauen Kerkerwand:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So, – wenn ich, fern von deinem Angesicht,&#10;In banger Seeleneinsamkeit verzage, –&#10;Verzeichne ich der Trennung öde Tage,&#10;Doch zähl′ ich sie zu meinem Leben nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-dichter/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:56:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Wo treues Wollen, redlich Streben&#10;Und rechten Sinn der Rechte spürt,&#10;Das muß die Seele ihm erheben,&#10;Das hat mich jedesmal gerührt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Reich des Glaubens ist geendet,&#10;Zerstört die alte Herrlichkeit,&#10;Die Schönheit weinend abgewendet,&#10;So gnadenlos ist unsre Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Einfalt gut in frommen Herzen,&#10;Du züchtig schöne Gottesbraut!&#10;Dich schlugen sie mit frechen Scherzen,&#10;Weil Dir vor ihrer Klugheit graut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo find′st Du nun ein Haus, vertrieben,&#10;Wo man Dir Deine Wunder läßt,&#10;Das treue Thun, das schöne Lieben,&#10;Des Lebens fromm vergnüglich Fest?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Berge von Latium</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-berge-von-latium/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:55:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-berge-von-latium/</guid><description>&lt;p&gt;Könnt′ ich mit Worten, könnt′ ich mit Thaten auch,&#10;Die euer würdig, zeigen, wie dieses Herz&#10;Euch liebt, ihr ewig theuren Berge,&#10;Blumige Kette vom Fuß des Cavo,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis wo ihr sanft liebäugelt mit finsterern&#10;Sabinernachbarn über die Thäler weg,&#10;Mit euren lind geschwungnen Hügeln,&#10;Heimath des Frühlings, des nie verblüh′nden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich so still und doch so der Schmerzen voll&#10;Um Roma′s Mauern wandle, wenn mich der Drang&#10;Ins weite warme Feld hinaustreibt,&#10;Wo mir der Spuren von alter Größe&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An dich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-dich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:55:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-dich/</guid><description>&lt;p&gt;Der du meine Wege mit mir gehst,&#10;jede Laune meiner Wimper spürst,&#10;meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst -&#10;weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern.&#10;Meine Liebe wird mich überdauern&#10;und in fremden Kleidern dir begegnen.&#10;Und dich segnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An dich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-dich-5344/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:54:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-dich-5344/</guid><description>&lt;p&gt;Mit der Kraft von tausend Herzen&#10;Liebst du mich, ich weiß es wohl,&#10;Darum auch von tausend Schmerzen&#10;Stehet deine Seele voll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist auf Erden Alles möglich,&#10;Macht mir Eines doch nicht bang,&#10;Nur das Eine ist unmöglich,&#10;Unsrer Liebe Untergang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An des Kaisers von Österreich Majestät</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-des-kaisers-von-oesterreich-majestaet/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:54:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-des-kaisers-von-oesterreich-majestaet/</guid><description>&lt;p&gt;(Bei Gelegenheit des Attentats.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War auch der Mörder, welcher, tief verblendet,&#10;Den meuchlerischen Stahl auf Dich gezückt,&#10;Ein Bote, den die Hölle selbst gesendet,&#10;Nachdem sie ihn im Innersten berückt,&#10;So hat es doch der Himmel so gewendet,&#10;Daß jetzt ihn die Apostelkrone schmückt,&#10;Denn Kunde hat der Herr durch ihn gegeben:&#10;Gefeit ist, weil geweiht, des Kaisers Leben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun darfst Du doppelt auf Dich selbst vertrauen,&#10;Und doppelt hoffen darf auf Dich die Welt,&#10;Der Dichter aber blickt mit heil′gem Grauen&#10;In Deine Zukunft, die sich ihm erhellt.&#10;Du wirst, er glaubt′s, den Thron aufs neue bauen,&#10;Den Karl der Große einst so hoch gestellt,&#10;Denn soll′s noch einmal auf der Erde tagen&#10;So muß das Herz Europas wieder schlagen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An der Reuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-der-reuss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:53:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-der-reuss/</guid><description>&lt;p&gt;Wie gelbe Stiere schäumt ihr und tobt&#10;und brüllt ohne Ende zu Tal,&#10;doch die Felsen, die ihr durchrannt und durchklobt,&#10;all eure wütende Qual&#10;wird in drei Stunden vergessen sein -&#10;Hoppla! du Narr und trolle dich,&#10;für dich ist kein Ruhbett gemacht,&#10;hebe die Füße und trolle dich&#10;kalt und vergrämt durch die ewige Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Vulkan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-vulkan/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:53:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-vulkan/</guid><description>&lt;p&gt;Dir, o Sohn der Juno! sey dieser Marmorheerd heilig,&#10;Herrscher der Feueressen in Lemnos,&#10;Der du mit flammender Lohe den aufgebläheten Xanthus&#10;Halb verraucht in sein Lager zurück zwangst,&#10;Daß du den Boreas hier und sein kaltes Gefolge verjagest.&#10;Dankbar weih&amp;rsquo; ich dir täglich ein Opfer,&#10;Ein unsträfliches Blatt, von der schönen Elvire geschrieben,&#10;Der Vermählten des mürrischen Balbus.&#10;Daß kein böser Verdacht die muntere Freundin entehre,&#10;Lodre dir, eifersüchtigem Gatten&#10;Der süß lächelnden Cypria, sonder Reue dies Opfer,&#10;Wann ich am Morgen vor deinem Altare&#10;Die geröstete Frucht des Arabischen Kaffeebaums trinke,&#10;Und ein blaues Ambrosienwölkchen&#10;Mir die Stirn umwirbelt, gleich einem der seligen Götter;&#10;Oder am Abend den Fürsten der Deutschen&#10;Weine versuche, den einst er reiche Patricier Ulfo&#10;Feierlich schwur so lange zu schonen,&#10;Bis ihm ein lachender Sohn entgegen lallte; der aber,&#10;Dreißig Jahre sein Weibchen bewachend,&#10;Ohne Sohn verstarb und ohne den sorgsam bewahrten&#10;Festwein, dessen Erlösung anhebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-vortrefflichen-philosophum-und-mathematicum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:52:24 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-vortrefflichen-philosophum-und-mathematicum/</guid><description>&lt;p&gt;XXXVI.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Dantzig! wil der Zorn der Deutschland gantz verzehret&#10;So rasend auff dich zu? wil der / der alle richt&#10;Durch seiner Blitzen Glutt / die Thron’ und Krone bricht /&#10;So schrecklich über dich / als scharff er uns verheret?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist Nimand / der mit Ernst dem großen Eyver wehret?&#10;Der seine Schläg aufhält? Der Tod schon länger nicht.&#10;Es folgt der Blutt-Trommet und reißt aus disem Licht /&#10;Die Kinder / die ja Gott nicht freventlich beschweret!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den unsterblich Geliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-unsterblich-geliebten/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:51:48 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-unsterblich-geliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Meere sind zwischen uns und Länder und Tage.&#10;Aber ich weiß,&#10;Du wartest auf mich&#10;Jetzt und immer.&#10;Wissend und gut.&#10;Meere sind zwischen uns und Länder und Tage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sehne mich nach dir,&#10;Nach deinen sanften Händen,&#10;Nach deiner frommen Schönheit,&#10;Nach deiner klugen Güte.&#10;O ich sehne mich nach dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles, was ich habe, will ich dir schenken,&#10;Alles was ich denke, will ich dir denken,&#10;Ich will dich lieben in allen Dingen,&#10;Meine schönsten Worte will ich dir singen,&#10;All meine Schmerzen und Sünden will ich dir weinen.&#10;Meiner Seligkeit Sonnen werden dir scheinen.&#10;Was ich bin, will ich dir sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den unadelichen Adel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-unadelichen-adel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:51:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-unadelichen-adel/</guid><description>&lt;p&gt;Gnade Juncker / ich muß fragen:&#10;Wo hinauß? Ihr fallet schier:&#10;Atlas kan den Himmel tragen&#10;Ohn′ euch darumb bleibt nur hier:&#10;Ewer stoltz sein wil mich treiben /&#10;Euch ein schlechtes Lied zu schreiben.&#10;Dedalus weiß sich zuschwingen /&#10;Krafft der Flügel / hoch empor /&#10;Icarus wil höher dringen /&#10;Meint ihm noch zu kommen vor /&#10;Aber muß auff Erden liegen /&#10;Als er wil gen Himmel fliegen.&#10;Also kan man heut noch sehen /&#10;Wie so mancher Edelman&#10;Seinen Ahnen nach wil gehen /&#10;Der doch kaum nur sehen kan&#10;Spiesse / Harnisch / Büchs und Degen /&#10;Die da Edel machen pflegen.&#10;Wer den Weg der Demuth kennet /&#10;Der ist Edel nur allein /&#10;Wer sich selbst unedel nennet /&#10;Der mag zweymahl edel sein;&#10;Der ist edel von Gemüth /&#10;Und nicht schlecht nur vom Geblüt.&#10;Marius wil nicht viel preisen&#10;Seiner Ahnen Ruhm und Schild /&#10;Sondern wil viel lieber weisen&#10;An ihm selbst der Eltern Bild;&#10;Denn es sind nur bleiche Wangen /&#10;Die mit frembder röhte Prangen.&#10;Er weiß frewdig aufzulegen /&#10;Was ihn machet lieb und wehrt;&#10;Seine Büchse / Spieß und Degen /&#10;Sein voll Schweiß / und nasses Pferd /&#10;Und darzu der Leib voll Wunden /&#10;Die zumteil noch nicht verbunden.&#10;Der kans nachthun seinen Ahnen /&#10;Der da schützt sein Vaterland /&#10;Nicht allein mit rohten Fahnen /&#10;Sondern auch behertzter Hand /&#10;Der da kan viel Nutzen schaffen /&#10;Und auff harter Erden schlaffen.&#10;Mancher weis uns vorzusagen&#10;Viel von seiner Tapfferkeit /&#10;Wie er manchen Held erschlagen /&#10;Ey es ist der Warheit weit!&#10;Katzen meint er nur und Mäuse /&#10;Wilde Flöh und zahme Läuse.&#10;Dieser pflegt sich außzuschmücken /&#10;Zieret mit den Sporen sich /&#10;Leßt das Kleid mit Silber sticken /&#10;Kreußt das Haar so meisterlich /&#10;Aber ach ihr Stoltzen Narren!&#10;Adel wechset nicht in Haaren.&#10;Jener endert die Geberden /&#10;Gott! was braucht er Phantasey!&#10;Bückt sich offtmahls biß zur Erden /&#10;Hawt sich mit der Hand entzwey /&#10;Scharret weitlich in den Sande /&#10;Meint / das dien zum Adelstande.&#10;Pfleget mit den Augen wincken /&#10;Bricht mit frembder Stimm hervor /&#10;Hebt / auß Hoffart / an zu hincken /&#10;Zieht den hut aufs eine Ohr /&#10;Viel auch reden durch die Nasen /&#10;O der zwey mahl grossen Hasen!&#10;Dabey muß es noch nicht bleiben /&#10;Schawt doch / wie sie heben an&#10;Grossen Titel sich zu schreiben /&#10;Der oft auff den Brieff nicht kan:&#10;Aber grosse Titel sterben /&#10;Können gar kein Lob erwerben.&#10;Wird von einem nur gesaget /&#10;Daß er etwas weis und kan /&#10;So wirdt anfangs bloß gefraget:&#10;Ist er auch ein Edelman?&#10;Ist ers nicht / so wird verlachet /&#10;Was er je und je gemachet.&#10;Der hergegen wird gepreiset /&#10;Der von grossen Eltern her /&#10;Ob man ihm zwar offt beweiset;&#10;Daß er aller Tugend leer:&#10;O ihr Narren! O ihr Thoren /&#10;Mit des Midas Esels Ohren!&#10;Laßt euch; bitt ich / weisen heute /&#10;Weil ihr blind seyt ümb und an:&#10;Ihr seyt nur als andre Leute /&#10;Adel ist ein blosser Wahn;&#10;Denckt nur / wie der Teuffel lachet /&#10;Wenn er euch so stolz gemachet.&#10;Ich weis gar wol ewre Sinnen /&#10;Der ist euch an Adel groß /&#10;Der viel Güter kan gewinnen /&#10;Ob er zwar an Tugend bloß /&#10;Der ein stücke Land besitzet /&#10;Daß ihn offtmahls wenig nützet.&#10;Hohe Schlösser / dicke Mawren /&#10;Grosse Dörffer / Gelt und Gut /&#10;Schöne Pferde / reiche Bawren /&#10;Das macht euch den grossen Muth;&#10;Nun der Krieg euch das genommen /&#10;Müßt ihr zu den Bürgern kommen.&#10;Habt offt kaum das Brodt zu essen /&#10;Hungert manchen langen Tag /&#10;Und seit dannoch so vermessen /&#10;Daß man sich verwundern mag /&#10;Ja ein kluger muß euch weichen /&#10;Kan euch kaum das Wasser reichen.&#10;Die in Phebus Hütten leben /&#10;Müssen / ob es schon nicht recht;&#10;Euch die Oberstelle geben /&#10;Ihr seit Herren / sie die Knecht;&#10;O geht hin / und laßt euch lehren /&#10;Wie ihr andre auch solt ehren.&#10;Hab ich nun zu viel geschrieben /&#10;Zürnet nicht / nur denckt allein /&#10;Daß ihr mich darzu getrieben /&#10;Warheit wil gesaget sein:&#10;Euch Gestrengen / Edlen / Vesten&#10;Ist es je geschehn zum besten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Schlaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-schlaf-2843/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:50:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-schlaf-2843/</guid><description>&lt;p&gt;Gott der Träume! Freund der Nacht!&#10;Stifter sanfter Freuden!&#10;Der den Schäfer glücklich macht,&#10;Wann ihn Fürsten neiden!&#10;Holder Morpheus! säume nicht,&#10;Wann die Ruhe mir gebricht,&#10;Aug′ und Herz zu weiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann ein Eh′mann, voll Verdacht,&#10;Seine Gattin quälet,&#10;Und aus Eifersucht bei Nacht&#10;Ihre Seufzer zählet,&#10;Mach′ im Schlaf sein Unglück wahr;&#10;Zeig′ ihm träumend die Gefahr,&#10;Die ihm wachend fehlet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm auch jetzt was dir gehört;&#10;Nur erlaub′ ein Flehen:&#10;Warte bis mein Glas geleert!&#10;Wohl! es ist geschehen!&#10;Komm nunmehr! O komme bald!&#10;Eil′ und laß mich die Gestalt&#10;Meiner Phyllis sehen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Schatten der Annie Kalmar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-schatten-der-annie-kalmar/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:50:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-schatten-der-annie-kalmar/</guid><description>&lt;p&gt;In tiefer Schuld vor einem Augenpaar,&#10;worin ich schuf, was darin immer war,&#10;geschaffen, kund zu tun, was es nicht weiß,&#10;dem Himmel hilft es, macht der Hölle heiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In tiefer Ehrerbietung dem Gesicht,&#10;das, Besseres verschweigend als es spricht,&#10;Ein Licht zurückstrahlt, das es nie erhellt,&#10;der Welt geopfert, zaubert eine Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:49:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond/</guid><description>&lt;p&gt;Mond, meiner Seele Liebling,&#10;Wie siehst du heut so blaß?&#10;Ist eines deiner Kinder,&#10;O Mond, vielleicht unpaß?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kam dein Gemahl, die Sonne,&#10;Vielleicht dir krank nach Haus?&#10;Und du trittst aus der Wohnung,&#10;Weinst deinen Schmerz hier aus?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! guter Mond, ein gleiches&#10;Geschick befiel auch mich.&#10;Drin liegt mir krank die Mutter,&#10;Hat mich nur jetzt um sich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So eben schloß ihr Schlummer&#10;Das Aug ein Weilchen zu;&#10;Da wich, mein Herz zu stärken,&#10;Vom Ort ich ihrer Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Marull</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-marull/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:48:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-marull/</guid><description>&lt;p&gt;Groß willst du, und auch artig sein?&#10;Marull, was artig ist, ist klein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Marschall von Frankreich, Grafen von S.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-marschall-von-frankreich-grafen-von-s/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:48:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-marschall-von-frankreich-grafen-von-s/</guid><description>&lt;p&gt;Gemeiner Tugenden kann nur ein Held entrathen:&#10;Der Glanz von seinem Ruhm strahlt aus erhabnen Thaten,&#10;Aus dem, was andern schwer und unerreichlich fällt.&#10;Die Niedern müssen sich ein leichtres Lob erlesen;&#10;Doch Scipio verbleibt ein Held,&#10;Wär′ er in Spanien auch nicht so keusch gewesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Leser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-leser/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:47:38 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-leser/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Zahl ist vollkommen: ich schließe. Sei günstig, o Leser,&#10;Triffst du nur wenigen Witz, thu von dem deinen hinzu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Künstler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-kuenstler/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:47:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-kuenstler/</guid><description>&lt;p&gt;Ob du auch bilden magst, was unvergänglich&#10;Durch alle Zeiten wandeln soll und glänzen,&#10;Doch wird dich die, in der du lebst, nicht kränzen,&#10;Sie wird dir trotzen, stumpf und unempfänglich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menschheit, schon an sich so unzulänglich,&#10;Kann sich in ihren enggesteckten Gränzen&#10;Nicht einmal aus dem Zauberquell ergänzen,&#10;Der aus ihr selbst hervor bricht, überschwänglich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beklage es, doch einzig ihrethalben,&#10;Die mit dem Nicht-Genießen dies Verkennen&#10;Zu theuer büßt, und nimmer deinetwegen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den König</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-koenig/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:46:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-koenig/</guid><description>&lt;p&gt;Friedrich! du, dem ein Gott das für die Sterblichen&#10;Zu gefährliche Loos eines Monarchen gab,&#10;Und, o Wunder! der du glorreich dein Loos erfüllst,&#10;Siehe! deiner von Ruhm trunkenen Tage sind&#10;Zwanzigtausend entflohn; ihnen folgt allzubald&#10;Jedes Denkmaal von dir: alle die Tempel, der&#10;Götter! wäre doch ich dieser beneidete&#10;Barde! selber zu schwach, aber durch meinen Held,&#10;Und die Sprache gestärkt, die wie Kalliopens&#10;Tuba tönet: wie weit liess ich euch hinter mir,&#10;Sänger Heinrichs! und dich, ganze Zunft Ludewigs.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Hn. Land-Rath von Wulffen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-hn-land-rath-von-wulffen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:45:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-hn-land-rath-von-wulffen/</guid><description>&lt;p&gt;Was vor in Griechenland am Paris ist geschehn/&#10;Das können wir nunmehr bey deiner heyrath schauen;&#10;Dann Juno heisset dich nach reichen Nymphen sehn/&#10;Und Venus locket dir mit hundert schönen frauen.&#10;Die Pallas aber trägt dir eine tochter an/&#10;Die sie durch ihren sohn/ von Danckelmann/ gebohren.&#10;Was thust du werthester? du fliehst der ersten wahn/&#10;Und hast die dritte dir zur liebsten außerkohren.&#10;Ach hätte Paris so/ wie du anitzt/ gedacht/&#10;So wäre Troja nicht in feur und blut vergangen!&#10;Dann dein exempel lehrt/ daß/ wer nach tugend tracht/&#10;Auch stand und schönheit kan mit seiner braut erlangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Grafen Platen (3)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-grafen-platen-3/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:45:15 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-grafen-platen-3/</guid><description>&lt;p&gt;Daß ich′s aber nur gestehe,&#10;Dieser Lieder heitre Weise,&#10;Dieses schlichte Spiel der Leier&#10;Ruft dich auf zum Wiederklange.&#10;Sei′s daß in gewicht′gem Ernste&#10;Du ein Dichterwort mir sagest,&#10;Oder daß die Fröhlichkeit&#10;Dieses Himmels dich beseele!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar verschwieg′ne Zauberhüter&#10;Stehn an deines Herzens Pforten,&#10;Und nur wen′gen läßt du′s öffnen,&#10;Wen′ge schauen in die Kammern,&#10;Wo in flammendem Geblüte,&#10;Schöpfrischer Natur geheiligt,&#10;Sich des Goldes Lieblichkeit&#10;Aus der Erde Schooß gerungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Fluss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-fluss/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:44:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-fluss/</guid><description>&lt;p&gt;Du schöner Fluß mit deiner Flut,&#10;Die niemals stille hält.&#10;Du bist ein Bild von Jugendmut,&#10;Von einem Herzen unverstellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn in dein kristallnes Blau,&#10;Das trübe Augen scheuen,&#10;Die Liebste blickt, gleichst du genau&#10;Mir selbst, ihrem Getreuen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn dies Herz birgt wie du so rein&#10;Ihr Bild und strahlt bewegt,&#10;Wenn es den teuren Widerschein&#10;In seinen Tiefen hegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Apoll</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-apoll/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:44:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-apoll/</guid><description>&lt;p&gt;Apollo! (denn dir hat Friedrich den Tempel&#10;Aus Stufen erhöht, mit Säulen umpflanzet,&#10;Und deinen Spielen eingeweiht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Melpomene singt in Eratons Laute,&#10;Terpsichore tanzt in Waffen, im Schleyer,&#10;Dir menschliche Geschichten vor;)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergönne doch auch der süssen Cythere&#10;Den Zutritt, und o! dem freundlichen Amor,&#10;Der leichtgerüstet vor ihr hüpft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Grazien, die der Gürtel entbehren,&#10;Der Suada, mit hold einladenden Lippen,&#10;Und allem jungen Göttervolk!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm, munterer Witz, und Muthwill, und Lachen,&#10;Und artiger Trotz, und fröhlicher Leichtsinn,&#10;Und du, schalkhafter kleiner Scherz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Äther</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-aether/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:43:28 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-aether/</guid><description>&lt;p&gt;Allewiger und unbegrenzter Äther!&#10;Durchs Engste, wie durchs Weiteste Ergoßner!&#10;Von keinem Ring des Daseins Ausgeschloßner!&#10;Von jedem Hauch des Lebens still Durchwehter!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Unerforschten einziger Vertreter!&#10;Sein erster und sein würdigster Entsproßner!&#10;Von ihm allein in tiefster Ruh′ Umfloßner!&#10;Dir gegenüber werd auch ich ein Beter!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein schweifend Auge, das dich gern umspannte,&#10;Schließt sich vor dir in Ehrfurcht, eh′ es scheitert,&#10;Denn nichts ermißt der Blick als seine Schranken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An das Ideal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-ideal/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:42:52 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-ideal/</guid><description>&lt;p&gt;Wen liebt ich so wie dich,&#10;geliebter Schatten!&#10;Ich zog dich an mich, in mich - und seitdem&#10;ward ich beinah zum Schatten,&#10;du zum Leibe.&#10;Nur daß mein Auge unbelehrbar ist,&#10;gewöhnt, die Dinge außer sich zu sehen:&#10;Ihm bleibst du stets das ewge Außer-mir.&#10;Ach, dieses Auge bringt mich außer mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An das Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-herz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:42:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Herz, o laß dein Pochen,&#10;Hast ja nichts verbrochen,&#10;Strebe nicht nach Glück!&#10;Lerne doch vergessen,&#10;Was du einst besessen&#10;Kehret nie zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe, Treue, Frieden,&#10;Suche nicht hienieden,&#10;Nur umsonst suchst du!&#10;Leben giebt nur Klagen,&#10;Kummer zu ertragen,&#10;Nur im Grab ist Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An das Haus Habsburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-haus-habsburg/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:41:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-haus-habsburg/</guid><description>&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hohenstaufen und Ottone&#10;Zogen gen Italia,&#10;Der Lombarden ehrne Krone&#10;Blendete die Deutschen da.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ihr hohes Recht erwiesen&#10;Schien seit grauer Väter Zeit:&#10;Hatten doch des Nordens Riesen&#10;Kühn die alte Welt befreit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hatte Karol doch geschlagen&#10;Desiderius in der Schlacht,&#10;Und den Kaiserschmuck getragen,&#10;Zeichen seiner höchsten Macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brachte doch in Schönheit blühend&#10;Jene Länder Adelheid&#10;Ihrem Otto zu, der glühend&#10;Um so hohen Schatz gefreit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber ach, auf jenen Zügen&#10;Brach der alte keusche Muth,&#10;In den Schlachten, in den Siegen&#10;Floß das reinste deutsche Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Cleandrum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-cleandrum/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:41:05 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-cleandrum/</guid><description>&lt;p&gt;XL.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du fragst / wie Bibulus die Zeit zu Rom vertreibe?&#10;Er sucht kein’ alte Schrifft / noch Bild / noch Buch / wie du&#10;Er kümmert sich nicht vil / was man zu Hofe thu /&#10;Er fragt nicht / ob der Bapst Bann oder Ablaß schreibe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er acht kein Vatican / da ich voll Wunder bleibe?&#10;Er spricht Gesandten nicht / nicht Cardinälen zu:&#10;Er gönn’t Gelehrten wol die hoch-gewündschte Ruh /&#10;Du weißt / daß er sich nicht an Ketzermeister reibe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Charatinen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-charatinen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:40:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-charatinen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie irret doch das rad der menschlichen gedancken!&#10;Wir bilden offtermahls uns diß und jenes ein:&#10;Jedoch wenn schluß und rath kaum unterschrieben seyn/&#10;So fängt der leichte sinn schon wieder an zu wancken.&#10;Mein kind/ ich will dich nicht mit sitten-lehren speisen;&#10;Mein brieff war neulich kaum nach – – abgeschickt/&#10;Die augen waren erst vom schlaffe zugedrückt/&#10;Da reitzte mich die lust schon wieder nachzureisen.&#10;Pfuy! sprach ich/ lästu so die süsse zeit verschiessen?&#10;Strahlt deine sonne dich mit todten blicken an?&#10;Wer ist/ der deinem thun hier grentzen setzen kan?&#10;Und wer/ der deinen geist in fässel denckt zu schliessen?&#10;Wilstu die nase nun erst in die bücher stecken?&#10;Ach allzuschwache krafft vor deine liebes-pein!&#10;Da muß kein todes oel und fauler balsam seyn/&#10;Wo sich die funcken schon in lichte flammen strecken.&#10;Weg mit der phantasey! weg mit den feder-possen!&#10;Ein mägdchen ist weit mehr/ als alle bücher werth.&#10;Der hat sein glücke schon in asch und grauß verkehrt/&#10;Der in das Cabinet auch seel&amp;rsquo; und geist verschlossen.&#10;Mit diesem sprang ich auff/ fing alles an zuschmeissen/&#10;Riß zettel und pappier in hundert stück entzwey/&#10;Und sprach: die last ist hin und Abimenin frey:&#10;So muß ein tapffres hertz durch tausend stricke reissen.&#10;Ein blat/ ein kahles blat soll meine freyheit binden?&#10;Ja/ (fuhr ich weiter fort) das stünde schülern an:&#10;Ich habe längsten schon dir/ liebste/ dargethan/&#10;Daß ich in dir allein will meinen kercker finden.&#10;Der eifer mehrte sich wie meine liebes-kohlen/&#10;Gleich aber als ich noch die letzten Worte sprach/&#10;Da trat des fuhrmanns knecht in unser schlaff-gemach/&#10;Umb den verdienten lohn von neulich abzuholen.&#10;Er ließ sich unverhofft durch meine lust bewegen/&#10;Befohlen und geschehn/ war alles nur ein wort:&#10;Ich saß mit Thyrsis auff/ und fuhren beyde fort/&#10;Umb dir die liebes-schuld/ mein engel/ abzulegen.&#10;Es schien/ der himmel selbst bestrahlte mein verreisen/&#10;Die winde liessen nichts als amber-lüffte wehn/&#10;Die wolcken musten uns in tausend rosen sehn/&#10;Und auge/ mund und hertz mit voller anmuth speisen.&#10;Die pferde säumten nicht den leicht-beladnen wagen/&#10;Die räder flohen schnell/ wie pfeile/ strom und blitz/&#10;Die glieder fühlten kaum den hart gebauten sitz/&#10;Und wurden wie ein stein durch dicke lufft getragen.&#10;Und so weit muste mich das blinde glücke küssen.&#10;Darauff nahm Sandau uns zur abend-taffel ein:&#10;Ach Sandau! daß du soltst mein trauer-denckmahl seyn!&#10;Ach Sandau/ daß du mich in diese noth gerissen!&#10;Warumb hab ich doch hier die liebe müssen brechen?&#10;Warumb hat dich mein hertz mit thränen angeschaut?&#10;Ach Sandau! hätt ich nicht auff deinen sand gebaut/&#10;So dürffte nicht der todt itzt meine sünde rächen.&#10;Verzeihe/ liebstes kind/ ich muß es nur bekennen/&#10;Ein weib/ ein schwaches weib hat meinen krantz entführt;&#10;Doch wo dich noch ein strahl der alten liebe rührt/&#10;So laß nicht deinen zorn wie meine laster brennen.&#10;Nicht wundre/ schönste/ dich/ wie dieses zugegangen:&#10;Ich nahm von ihrer hand nur einen becher wein/&#10;Der becher flößte mir den liebes-nectar ein/&#10;Und ich ward wider art/ gantz unvermerckt gefangen.&#10;Da sah ich ihr gesicht als hundert sonnen blitzen/&#10;Sie schien mir etwas mehr als Venus selbst zu seyn.&#10;Und das verborgne gifft der stillen liebes-pein&#10;Fieng an mit aller macht in meiner brust zu schwitzen.&#10;Die taffel ward darauff mit tüchern überzogen/&#10;Hier trug man löffel-kraut und hasel-hüner auff/&#10;Und setzte vor begier die scharffen messer drauff/&#10;Dort ward der süsse wein aus gläsern eingesogen.&#10;Was uns der starcke safft vor geister eingegossen/&#10;Wie sich die stille glut im busen angesteckt/&#10;Was vor ein liebes-strom mir meine brust befleckt/&#10;Und wie mein mattes hertz von flammen fast zerflossen/&#10;Ist/ schönste/ diß papier zu wenig abzureissen;&#10;Genug; der schlaff zerbrach den augen ihren schein/&#10;Ein ieder scharrte sich ins weiche lager ein;&#10;Ich aber fieng allein für trauren an zu kreissen.&#10;Amanda (so will ich die geile Venus nennen)&#10;Lag dichte neben mir zur seiten mit der brust/&#10;Mein seuffzen war ihr trost/ und meine liebes-lust&#10;Schoß auch verborgne glut/ ihr feuer anzubrennen.&#10;Ach daß ich/ sagte sie/ dein leiden könte stillen/&#10;Ach kühlte meine brunst auch/ liebster/ deine pein/&#10;So müste diese brust itzt nicht verschlossen seyn.&#10;Und dieser dünne zeug nicht meinen leib umhüllen.&#10;Ich netzte deinen mund mit hundert tausend küssen/&#10;Es würde nichts als lust aus allen adern gehn/&#10;Die lippen müsten dir in vollem amber stehn/&#10;Und mein erhitzter schooß mit muscateller fliessen:&#10;Nun aber kenn ich nicht die qvelle deiner wunden.&#10;Es muß was höhers seyn/ das deine freude bricht/&#10;Dein kummer stammt aus mir und meiner anmuth nicht/&#10;Sonst wäre schon der trost für deine noth gefunden.&#10;Mir ward durch dieses wort die seele fast entrissen/&#10;Doch stieß ich/ wo mir recht/ noch diese seuffzer aus:&#10;Bleibt/ schönste/ deine brust nur meiner wollust haus/&#10;So weiß mein sonnen-licht von keinen finsternissen.&#10;Was brust? versetzte sie/ das hertze steht dir offen/&#10;Komm/ reiß den blumen-schatz nach deinem willen hin/&#10;Komm/ küsse/ biß du satt/ ich aber krafftloß bin/&#10;Und endlich beyde wir in liebe sind ersoffen.&#10;Drauff ließ das kühne weib die feder-decke fliegen/&#10;Und gab den geilen leib von allen ecken bloß/&#10;Hier sprang das leichte schloß von ihren brüsten loß/&#10;Dort sah ich noch was mehr in voller flamme liegen.&#10;Das leichte marmel-spiel der apffel-runden ballen/&#10;Der schnee-gebürgte bauch/ der purpur-rothe mund/&#10;Und was noch etwan sonst hier zu berühren stund/&#10;War leider! allzu starck zu meiner unglücks-fallen.&#10;Ich ärmster konte mir nicht länger widerstreben/&#10;Ich warff mich in den schlamm der sünden-vollen lust/&#10;Ich druckte leib an leib/ und wieder brust an brust/&#10;Und wünschte nichts als so mein leben auffzugeben.&#10;Mein leben/ das allein an meiner liebsten augen/&#10;Mein leben/ das allein an ihrem hertzen hieng/&#10;Und das/ wenn meiner brust der athem gleich entgieng/&#10;Doch wieder konte safft aus ihren lippen saugen.&#10;Ich lernte/ wie sich fleisch und fleisch zusammen schickte/&#10;Ich sanck vor matter pein in den gewölbten schooß/&#10;Biß meine beste krafft wie warme butter floß/&#10;Und wie die seele gar aus meinen adern rückte.&#10;Gleich aber/ als wir noch der süssen lust genossen/&#10;Kam und zerriß ihr mann die zucker-süsse ruh/&#10;Und schaute mit bestürtzt- und blassen augen zu/&#10;Wie unser leib und geist in einen klumpen flossen.&#10;Der eyfer ließ ihn nicht viel donner-worte machen/&#10;Diß war sein erster gruß: Ha/ hure/ liegst du hier!&#10;Wacht denn ein ieder hund vor deiner kammer-thür/&#10;Und stößt sich ieder fels an deinen liebes-nachen?&#10;Mit diesem fing er mir vom schelmen an zu singen/&#10;Da fühlt ich/ wie der zorn mir gall auff galle goß:&#10;Die glieder brannten an/ die klingen giengen loß/&#10;Und ieder suchte nun den degen anzubringen.&#10;Inzwischen weiß ich nicht/ ob es sich schicken sollen/&#10;Daß ich durch einen sprung zur erden niedersanck.&#10;Da merckt ich/ daß der stahl durch meine ribben drang/&#10;Und mir das warme blut kam aus der brust gequollen.&#10;Wie/ wenn ein tieger-thier das leben sieht entweichen/&#10;Nach blut-besprützter haut sich doppelt stärcker macht:&#10;So ward mein eyfer auch in volle glut gebracht/&#10;Und dachte mit gewalt den mörder abzureichen.&#10;Ich schwang mit blosser faust mein eisen hin und wieder;&#10;Ach aber nur umsonst! die adern wurden schwach/&#10;Die seele selber floß durch meine purpur-bach;&#10;Ich aber fiel erstarrt auff meinen rücken nieder.&#10;Da sucht ich ärmster nun vergebens zu genesen/&#10;Nachdem die wunde mir das halbe leben nahm.&#10;Doch als ich wieder heim/ und zu mir selber kam/&#10;Ist/ Charatine/ diß mein erstes wort gewesen:&#10;Ach Abimenin! ach! was hast du doch verbrochen?&#10;Wo bleibt die grüne treu/ wo der verliebte schwur/&#10;Der neulich/ falscher/ dir aus deinem munde fuhr/&#10;Als Charatine dir das hertze zugesprochen?&#10;Geh hin/ und rühme dich der süssen liebes-wunden/&#10;Geh/ sage wie ihr thau die lippen dir gekühlt/&#10;Diß hast du nur geschmeckt/ und jenes nur gefühlt;&#10;Denn beydes ist bereits auff einen tag verschwunden.&#10;Verräther/ traust du dich wohl selber anzuschauen?&#10;Muß so dein liebes-glaß in hundert stücken gehn?&#10;Wer wird hinfüro mehr auff deine freundschafft sehn/&#10;Und auff den porcellan der glatten worte bauen?&#10;Doch/ Abimenin/ halt!/ halt deinen geist zurücke!&#10;Bezähme qual und pein mit zügeln der gedult.&#10;Offt ist ein kleiner fall und hencker-werthe schuld&#10;Zu der erwünschten gunst die beste gnaden-brücke.&#10;Geh/ wirff dein angesicht zu ihren zarten füssen/&#10;Und mache deinen fleck mit tausend thränen rein/&#10;Laß ein beklemtes ach statt hundert worte seyn/&#10;Und nichts als trauer-saltz aus beyden augen schiessen.&#10;Das feur wird endlich doch die reine brust bewegen/&#10;Die brust/ in welche sich mein falsches hertze schloß/&#10;Die brust/ aus der die lust der keuschen liebe floß/&#10;Und die mir kett und band hat wissen anzulegen.&#10;Was aber hast du vor? was hoffst du? sprach ich wieder/&#10;Auff zweiffel-volle gunst? Nein/ Abimenin/ nein.&#10;Die sonne tilget nicht die flecken deiner pein/&#10;Und stürtzt dich nur in grund des grösten kummers nieder.&#10;Du wirst vergeblich nur die thränen hier vergiessen/&#10;Dein abgeschicktes flehn ist keiner ohren werth.&#10;Wer selbst den himmel ihm in höllen hat verkehrt/&#10;Muß auch mit etwas mehr als schlechtem wasser büssen.&#10;Hier riß die traurigkeit aus den gesetzten dämmen/&#10;Ich stieß mit ungestüm den degen in die brust/&#10;Und sprach: Wo gleich itzund die schmertzen meiner lust&#10;Dich/ Charatine/ nicht mit wehmuth überschwemmen;&#10;So solst du doch die treu aus meinem blute lesen.&#10;Mein engel/ zittre nicht. Itzt folgt das ende drauff:&#10;Denn hier erwachten mir die müden augen auff/&#10;Da war das gantze spiel ein blosser traum gewesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Callirhoen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-callirhoen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:39:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-callirhoen/</guid><description>&lt;p&gt;XLI.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie kompts Callirhoe? was mag die Vrsach seyn /&#10;Daß du mich gestern hast so traurig angeblicket:&#10;Wie daß du alle Lust und Freundligkeit verschicket?&#10;War meine Gegenwart ein Vrsprung neuer Pein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verdroß dich Flacci Kuß? fürwar ich meyne nein /&#10;Hat dich der süße Schlaff verzaubert und umbstricket!&#10;Hat dich der grimme Schmertz die Libes-Pest gedrücket?&#10;Mißfil dir / was ich sprach? mir fällt die Vrsach ein:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da als dein Schlaff-Gemach ward von uns eingenommen;&#10;Da / sind wir wehrte Nymph, dir vil zu nahe kommen.&#10;Woll / folge meinem Rath wo du dich rächen wilt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Bürger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-buerger/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:39:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-buerger/</guid><description>&lt;p&gt;Süßer Sänger, willst du mir vertrauen,&#10;Wo sie wohnt, die dein Gesang erhebt?&#10;Wo sie wandelt, wo ihr Odem webt,&#10;Muß Gedeihn und Lust die Flur bethauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie? du winkst mir, da hinauf zu schauen,&#10;Wo der Feiertanz der Sterne schwebt?&#10;Die im Liede lieblich blüht und lebt,&#10;Weilt sie schon auf Paradieses-Auen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sänger, deine Müh wird doch belohnt.&#10;Einsam klagst du nicht am Grabeshügel,&#10;Jedem Laute gabst du Seraphsflügel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Bella</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-bella/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:38:42 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-bella/</guid><description>&lt;p&gt;Nein! Vergebens winkst du mir!&#10;Ach, zu sündigen mit dir,&#10;Könnte Gott mir nicht verzeihen;&#10;Denn ich würd′ es nie bereuen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Adolph Selmnitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-adolph-selmnitz/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:38:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-adolph-selmnitz/</guid><description>&lt;p&gt;Was paßt, das muß sich ründen,&#10;Was sich versteht, sich finden,&#10;Was gut ist, sich verbinden,&#10;Was liebt, zusammensein.&#10;Was hindert, muß entweichen,&#10;Was krumm ist, muß sich gleichen,&#10;Was fern ist, sich erreichen,&#10;Was keimt, das muß gedeihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib traulich mir die Hände,&#10;Sei Bruder mir und wende&#10;Den Blick vor Deinem Ende&#10;Nicht wieder weg von mir.&#10;Ein Tempel – wo wir knieen –&#10;Ein Ort – wohin wir ziehen&#10;Ein Glück – für das wir glühen&#10;Ein Himmel – mir und dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Adolph auf unsere Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-adolph-auf-unsere-trennung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:37:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-adolph-auf-unsere-trennung/</guid><description>&lt;p&gt;Sie naht! sie naht die fürchterliche Stunde,&#10;Die mich von dir auf ewig trennen soll!&#10;Schon bebt das Lebewohl in meinem Munde,&#10;Für dich das letzte, letzte Lebewohl!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beraubt der Hoffnung, je dich mehr zu sehen,&#10;Verschliess&amp;rsquo; ich schweigend meinen Gram in mich,&#10;Und will von Gott in Zukunft nichts erflehen,&#10;Als Starkmuth, - und Zufriedenheit für dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kurz, aber herrlich waren unsre Freuden!&#10;Still, aber rein genossen, schwanden sie&#10;In ew&amp;rsquo;ge Nacht! – und nahmenlose Leiden&#10;Erfüllen jetzt die kranke Phantasie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amors wohnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amors-wohnung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:36:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amors-wohnung/</guid><description>&lt;p&gt;Amor, der allsigreiche got,&#10;von hochmut einmal überwunden,&#10;den göttern rühmet sich zu spot,&#10;daß ihm allein sie all verbunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie endlich, und billich, zumal&#10;ab dises kinds frechheit verdrossen,&#10;ihn haben aus des himmels saal&#10;verjaget und ganz ausgeschlossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darauf er, folgend stracks dem glanz,&#10;in meiner Myrten augen kommen,&#10;da er aus so bequemer schanz&#10;ihm, sich zu rächen, fürgenommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch dises orts holdseligkeit&#10;hat ihn alsbald so sehr besessen,&#10;daß er bald der rachgirigkeit&#10;und aller götter gar vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor ein Vogel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-ein-vogel/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:36:19 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-ein-vogel/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh’, wie dort ein kleiner Vogel&#10;Auf dem Myrthenzweige sitzt,&#10;Lauschend in die Ferne siehet&#10;Und den Mund zum Pfeifen spitzt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denkt er Mädchen, deren Busen&#10;Nicht sein schärfster Pfeil durchdrang,&#10;Hier im Garten zu besiegen&#10;Mit harmonischem Gesang?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, du holder kleiner Vogel,&#10;Meine Magdalis ist hier:&#10;Pfeif’ ein Liedchen, liebster Vogel,&#10;Und ihr Herz erpfeife mir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor der Räuber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-der-raeuber/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:35:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-der-raeuber/</guid><description>&lt;p&gt;Die Unschuld saß in grüner Laube,&#10;Sie hielt ein Täubchen in dem Schoß;&#10;Und Amor kam: »Gib mir die Taube;&#10;Ein Weilchen nur gib deine Taube«,&#10;Die Unschuld ließ sie lächelnd los,&#10;Doch hielt sie Täubchen an dem Band,&#10;Das sich um Täubchens Flügel wand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch kaum hat er die weiße Taube;&#10;So schneidet er den Faden ab;&#10;Und höhnisch lachend mit dem Raube&#10;Entflieht der Räuber aus der Laube&#10;Und nimmer kehrt der lose Knab.&#10;Und als ihr Täubchen nimmer kam,&#10;Ward sie dem Räuber ewig gram.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:35:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amen/</guid><description>&lt;p&gt;Verwestes gleitend durch die morsche Stube;&#10;Schatten an gelben Tapeten; in dunklen Spiegeln wölbt&#10;Sich unserer Hände elfenbeinerne Traurigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Braune Perlen rinnen durch die erstorbenen Finger.&#10;In der Stille&#10;Tun sich eines Engels blaue Mohnaugen auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blau ist auch der Abend;&#10;Die Stunde unseres Absterbens, Azraels Schatten,&#10;Der ein braunes Gärtchen verdunkelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am vierdten Sontage deß Advents</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-vierdten-sontage-dess-advents/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:34:32 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-vierdten-sontage-dess-advents/</guid><description>&lt;p&gt;Wer weiche Kleider trägt, taug schwerlich in die Wüsten;&#10;Wer für dem Creutze weicht, taug übel unter Christen.&#10;In Dörner, Heck und Pusch gehört ein ledern Kleid;&#10;Noth, Trübsal, Angst und Tod erheischt Beständigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Teich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-teich/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:33:56 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-teich/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kenne dich, du schwarzer Teich,&#10;Genau weiß ich den Tag,&#10;Als eine Todte still und bleich&#10;An deinem Rande lag;&#10;Und als der Pöbel scheu und stumm&#10;Sich langsam nahte dir&#10;Und abergläubig, feig und dumm&#10;Bekreuzte sich vor ihr;&#10;Als eine Hand den schönen Leib&#10;Mit Haken an sich riß -&#10;Der rohe Hauf′ das todte Weib&#10;Ein gottverdammtes hieß. -&#10;Das starre Antlitz hold und bleich,&#10;Schaut′ ich so manche Nacht,&#10;In schwarzen Stunden, schwarzer Teich,&#10;Hab′ oft ich dein gedacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-see-5845/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:33:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-see-5845/</guid><description>&lt;p&gt;Aachen, im August 1815.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn ich hier am Wasser steh′,&#10;In diesem klaren Spiegel seh′&#10;Den Himmel und die Bäume,&#10;So zieht mich′s wol hinab, hinab,&#10;Gern sänken in das feuchte Grab&#10;Die Sehnsucht und die Träume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ist es nur ein eitler Wahn,&#10;Dein eigen Bildniß schaust du an.&#10;Und all das Sterngefunkel,&#10;Mag′s locken dich zu Lust und Kuß,&#10;Steig′ nicht hinab zum kalten Fluß,&#10;Denn unten ist es dunkel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rhein/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:32:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rhein/</guid><description>&lt;p&gt;Das sind die Fluren gottgesegnet,&#10;Das ist der alte deutsche Rhein!&#10;Von der Gefährten Lippen regnet&#10;Kein andrer Reim als Wein und Wein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie kommt’s, daß diesen nun ich fände,&#10;Den härt’sten von den Reimen all?&#10;Daß ich vom grünen Rebgelände&#10;Rückschau’ zum grauen Festungswall?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort mußt’ ich blüh’nde Rosenwangen&#10;Umrahmt von Kerkergittern sehn,&#10;Dort sah aus schwarzen Eisenstangen&#10;Ein blondes Jünglingshaupt ich spähn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl meint’ ich, daß am Fensterrande&#10;Ein süßer Blumenstrauß erblüht,&#10;Ich ahnte nicht, daß hier zu Lande&#10;In Kerkern Jugend man erzieht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rhein-5342/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:32:09 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rhein-5342/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt klingen tröstlichen Feierklang&#10;Vom schäumenden Rebenglas!&#10;Laßt brausen festlichen Rundgesang,&#10;Durch ihn schon Mancher genas!&#10;Auch dieser Stunde Spur&#10;Wird einst verwischt und verschwunden sein,&#10;Doch still davon,&#10;Wir wissen schon -&#10;Ach! einmal leben wir nur!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was eifert ihr um der Wahrheit Licht,&#10;Die Wahrheit findet sich schon,&#10;Und will auch Uns noch erklingen nicht&#10;Ihr lauterer Glockenton!&#10;Klingt an mit lichtem Pokal!&#10;Aneinander o prüfet der Kelche Klang!&#10;Ein Gott soll sein&#10;Im edeln Wein,&#10;Erlöset den Gott einmal!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-morgen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:31:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Das Morgenrot schwimmt still entlang&#10;Den Wolkenozean;&#10;Den Gliedern zart mit Liebesdrang&#10;Schmiegt sich die Welle an.&#10;Ihm folgt die Sonn′ im Sphärenklang,&#10;Ein roter Flammenkahn;&#10;Ein lindes Rauschen grüßt den Tag:&#10;Ist es ihr Ruderschlag?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es erwachen mit Gezisch&#10;Die bunten Vögelein;&#10;Sie strecken keck aus dem Gebüsch&#10;Die Köpflein rund und klein&#10;Und tauchen in die Tauluft frisch&#10;Die feinen Glieder ein;&#10;Die Schnäblein üben sie zumal&#10;In Liedern ohne Zahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-morgen-2080/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:30:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-morgen-2080/</guid><description>&lt;p&gt;Trüb der Morgen und kalt.&#10;Ueber die Wiesen schweifen&#10;Feuchte Nebelstreifen;&#10;Auf den Bergen ringsum&#10;Liegen Wolken geballt,&#10;Grau und stumm.&#10;Mühsam&#10;Gegen die dunklen Schatten,&#10;Halb wagend,&#10;Halb zagend,&#10;Sendet Sonne den matten,&#10;Bebenden Strahl.&#10;Nieder in′s Thal&#10;Röthlich bricht&#10;Hier und dort unsicheres Licht &amp;hellip;&#10;muß die herrlichste Gluth,&#10;Die hehrste Feindin irdischer Fehle:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Muth, Muth,&#10;Arme ringende Menschenseele!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Grabe Anselmos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-grabe-anselmos/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:30:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-grabe-anselmos/</guid><description>&lt;p&gt;Daß ich dich verloren habe,&#10;Daß du nicht mehr bist,&#10;Ach! daß hier in diesem Grabe&#10;Mein Anselmo ist,&#10;Das ist mein Schmerz!&#10;Seht, wie liebten wir uns beide,&#10;Und, solang ich bin, kommt Freude&#10;Niemals wieder in mein Heer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Geburtstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-geburtstage/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:29:46 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-geburtstage/</guid><description>&lt;p&gt;Es heißt wohl: Vierzig Jahr ein Mann!&#10;Doch Vierzig fängt die Fünfzig an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es liegt die frische Morgenzeit&#10;Im Dunkel unter mir so weit,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß ich erschrecke, wenn ein Strahl&#10;In diese Tiefe fällt einmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon weht ein Lüftlein von der Gruft,&#10;Das bringt den Herbst-Resedaduft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Flusse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-flusse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:29:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-flusse/</guid><description>&lt;p&gt;Verfließet, vielgeliebte Lieder,&#10;Zum Meere der Vergessenheit!&#10;Kein Knabe sing′ entzückt euch wieder,&#10;Kein Mädchen in der Blütenzeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr sanget nur von meiner Lieben;&#10;Nun spricht sie meiner Treue Hohn.&#10;Ihr wart in′s Wasser eingeschrieben;&#10;So fließt denn auch mit ihm davon!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Fenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fenster-8383/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:28:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fenster-8383/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab empor gesehen und geglaubt,&#10;im Fenster dort ging auf der Sonne Glanz;&#10;die Brust noch drinnen, vor gelehnt das Haupt,&#10;um&amp;rsquo;s schöne Haar schlang sich ein Veilchenkranz.&#10;Gib acht, Signor, daß ich dich nicht verwunde.&#10;Du trägst der Liebe Waffen auf dem Haupt.&#10;Zwei Löckchen sind auf deinem Haupt zu sehn,&#10;blickst empor, so ist&amp;rsquo;s um dich geschehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Barren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-barren/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:27:59 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-barren/</guid><description>&lt;p&gt;Deutsche Frau, dich ruft der Barrn,&#10;Denn dies trauliche Geländer&#10;Fördert nicht nur Hirn und Harn,&#10;Sondern auch die Muskelbänder,&#10;Unterleib und Oberlippe.&#10;Sollst, das Hüftgelenk zu stählen,&#10;Dich im Knickstütz ihm vermählen.&#10;Deutsches Weib, komm: Kippe, kippe!&#10;Deutsche Frau, nun lass dich wieder&#10;Ellengriffs im Schwimmhang nieder.&#10;So, nun Hackenschluss! Und schwinge!&#10;Schwinge! Hurtig um den Leib!&#10;Oh, es gibt noch wundervolle&#10;Dinge. Rolle rückwärts! Rolle!&#10;Rolle rückwärts, deutsches Weib!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alter-2710/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:27:23 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alter-2710/</guid><description>&lt;p&gt;Geschlagen&#10;Hat mich das Alter und ich verstehe,&#10;Was ich sonst nur obenhin verstand,&#10;Wie es gemeint ist, wenn man redet&#10;Von müden Greisen.&#10;Müde vor allem sind mir die Beine&#10;Und nach wenig Morgenbewegung&#10;Freu ich mich auf das Mittagsschläfchen.&#10;Nicht gelüstet mich&amp;rsquo;s, mitzueilen,&#10;Wenn, von Trompetenschmettern gelockt,&#10;Nach des festlichen Aufzugs Schauspiel&#10;Neugierselig die Menge strömt,&#10;Wenn sie am Felsberg athmend aufklimmt,&#10;Wo auf dem Gipfel die Rundsicht winkt.&#10;Und der Geist, wie steht es um ihn?&#10;Müd ist geworden, müd auch er,&#10;Müde der Täuschung.&#10;Eine nur, eine noch ist geblieben.&#10;Nimmer so lang ich noch Athem hole,&#10;Nimmer, nimmer schwinde sie mir,&#10;Die hohe Täuschung, der wahrheitsvolle,&#10;Heilige Wahn, daß Götter leben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als sie sang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-sang/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:26:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-sang/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist der armen Nachtigall&#10;Denn angekommen?&#10;Der Flötenstimme süßer Schall&#10;Klingt so beklommen.&#10;Verstummen möchte ganz und gar&#10;Die Holde, ach sie fühlt es klar -&#10;Dahin dahin ihr Hoffen!&#10;Sie weiß sich übertroffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was fürchtet sich die Lerche vor&#10;Des Waldes Spöttern?&#10;Zum Himmel nimmer jauchzt empor&#10;Ihr lieblich Schmettern.&#10;Sie flieht der Sonne goldnen Gruß,&#10;Denn ihre Kunst macht ihr Verdruß -&#10;O seelenbittre Stunden!&#10;Sie fühlt sich überwunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als sie die ihr geschenkte Kristallflasche in der Hand hielt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-die-ihr-geschenkte-kristallflasche-in-der-hand-hielt/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:26:12 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-die-ihr-geschenkte-kristallflasche-in-der-hand-hielt/</guid><description>&lt;p&gt;Brechen sich im Glas die Strahlen,&#10;Bricht das Glas sich in den Strahlen?&#10;Glänzt dein Auge in der Sonne,&#10;Glänzt die Sonn′ in deinem Auge?&#10;Liebt dein Herz mich? Herzt mich deine&#10;Liebe? Seliges Verdämmern:&#10;Denn wir sterben unser Leben&#10;Und wir leben unsren Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als sich mit Schmerzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sich-mit-schmerzen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:25:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sich-mit-schmerzen/</guid><description>&lt;p&gt;Als sich mit Schmerzen,&#10;In Tränen und stumm,&#10;Trennten die Herzen,&#10;Wer sagt, warum? -&#10;Kalt dein Gesicht und blass,&#10;Kälter dein Kuss;&#10;O damals ahnt ich, was&#10;Nun kommen muss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es taute der Morgen&#10;So schaurig kühl,&#10;Mich warnte verborgen&#10;Ein Vorgefühl.&#10;Die Schwüre verwehten,&#10;Die Ehre zerbrach,&#10;Dein Ruf ist zertreten&#10;Und mein deine Schmach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Name umklingt mich&#10;Wie Totengeläut.&#10;Ein Schauer durchdringt mich,&#10;Als liebt ich noch heut.&#10;Wie gut ich dich kannte,&#10;Wem ist es bewusst?&#10;Wer weiß, wie mir brannte&#10;Von Reue die Brust?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als ich in tiefen Leiden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-in-tiefen-leiden/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:25:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-in-tiefen-leiden/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich in tiefen Leiden&#10;Verzweifelnd wollt ermatten,&#10;Da sah ich deinen Schatten&#10;Hin über meine Diele gleiten,&#10;Da wußt ich, was ich liebte,&#10;Und was so schrecklich mich betrübte,&#10;O Wunder aller Zierde,&#10;Du feine ernste Myrte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als ich ein Kind war</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-ein-kind-war/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:24:25 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-ein-kind-war/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich ein Kind war,&#10;Was sah ich für Farben!&#10;Himmlische Schimmer&#10;Glänzten im Abendschein,&#10;Glänzten im Morgenrot,&#10;Und wann der Schlaf sanft&#10;Einwiegte die Äuglein,&#10;Gingen nicht Sonnen und Sterne&#10;Dem träumenden Seelchen&#10;Auf? Götterlichter,&#10;Ach! der himmlischen Heimat&#10;Selige Spiegel?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich ein Kind war,&#10;Was fand ich für Blumen!&#10;Nicht bloß die blauen&#10;Lieblichen Veilchen,&#10;Nicht dich, rote Rose,&#10;Blumenkönigin allein,&#10;Nicht euch, ihr schneeweißen&#10;Unschuldskinder, Lilien, allein -&#10;Ach! noch zehntausend&#10;Andere und andere&#10;Schöner und duftender&#10;Blühten da auch hier unten.&#10;Wo sind sie blieben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als ich dich fragte..</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-dich-fragte/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:23:49 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-dich-fragte/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich dich fragte: Darf ich Sie beschützen?&#10;Da sagtest du: Mein Herr, Sie sind trivial.&#10;Als ich dich fragte: Kann ich ihnen nützen?&#10;Da sagtest du: Vielleicht ein andres Mal.&#10;Als ich dich bat: Ein Kuß, mein Kind, zum Lohne!&#10;Da sagtest du: Mein Gott, was ist ein Kuß?&#10;Als ich befahl: Komm mit mir, wo ich wohne! -&#10;Da sagtest du: Na, endlich ein Entschluß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als der Prinz von Brasilien Europa verließ</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-der-prinz-von-brasilien-europa-verliess/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:23:13 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-der-prinz-von-brasilien-europa-verliess/</guid><description>&lt;p&gt;Ein frischer Wind mag deine Segel schwellen,&#10;Du wackrer frommer Held!&#10;Dich tragen stolz die leichten Wellen&#10;Nach deiner neuen Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon hebt sie sich in Werdetags-Entzücken&#10;Aus freiem Ocean,&#10;Wie sie einst lag vor Colons Blicken&#10;Und in Las Casas Plan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So zog Aeneas aus mit seinen Göttern&#10;Und baut′ am Tiberstrom,&#10;Zum Trutz den Feinden und den Spöttern,&#10;Dein Haus, o Fürstin Rom.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So flohn der Weisen und der Künstler Schaaren&#10;Einst aus dem Orient,&#10;Verscheucht von Lanzen der Barbaren&#10;Zum sanften Occident.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alphorn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alphorn/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:22:37 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alphorn/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Alphorn hör′ ich schallen,&#10;Das mich von hinnen ruft,&#10;Tönt es aus wald′gen Hallen?&#10;Tönt es aus blauer Luft?&#10;Tönt es von Bergeshöhe,&#10;Aus blumenreichem Tal?&#10;Wo ich nur steh′ und gehe,&#10;Hör′ ich′s in süßer Qual.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Spiel und frohem Reigen,&#10;Einsam mit mir allein,&#10;Tönt′s ohne je zu schweigen,&#10;Tönt tief ins Herz hinein.&#10;Noch nie hab′ ich gefunden&#10;Den Ort, woher es schallt,&#10;Und nimmer wird gesunden&#10;Dies Herz, bis es verhallt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alp</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alp/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:22:02 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alp/</guid><description>&lt;p&gt;Ich stellte den Stuhl nicht an die Wand,&#10;Und wandte die Schuh am Bett nur halb,&#10;Und nahm den Daumen nicht in die Hand,&#10;Da kam des Nachts der böse Alp.&#10;Er bohrte durch ein Wandloch sacht,&#10;Ich dacht, und nahm es genau in acht:&#10;»Sollst dich auf mir nicht wiegen,&#10;Wart, wart, ich will dich kriegen!«&#10;Und als er zur Wand hereingeschlüpft,&#10;Und auf den Zehen leise ging,&#10;Da war ich zum Loch an der Wand gehüpft&#10;Und stopft es zu, da schrie das Ding&#10;Mit seiner Stimm: »o Pein, o Pein,&#10;Nun muß ich hier gefangen sein!&#10;O weh, wie werden weinen&#10;Zu Hause meine Kleinen! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aller Anfang ist schwer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aller-anfang-ist-schwer/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:21:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aller-anfang-ist-schwer/</guid><description>&lt;p&gt;Nach einem alten Spruch&amp;rsquo; ist aller Anfang schwer,&#10;Wann Longus redet, gilt der Kanon nimmermehr;&#10;Ihm ist der Anfang leicht, allein das Ende schwer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle Birkenzweige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-birkenzweige/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:20:50 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-birkenzweige/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Birkenzweige schwenken&#10;Fröhlich jetzt ihr Maiengrün,&#10;Und in vollen gelben Dolden&#10;Alle Schlüsselblumen blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Singt das Lied von goldenen Blumen,&#10;Singt das Lied vom jungen Grün.&#10;Singt das Lied von unserer Liebe&#10;Und von unserer Herzen Blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unser Lied, das ich gefunden,&#10;Unser Lied, das in mir klang,&#10;Als die Sonne deiner Liebe&#10;Mir das kalte Herz bezwang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alchemie des Schmerzes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alchemie-des-schmerzes/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:20:14 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alchemie-des-schmerzes/</guid><description>&lt;p&gt;Der Eine füllt die Welt mit Glühn,&#10;Dem Andern ist sie Schmerz und Grauen,&#10;Er kann nur die Verwesung schauen,&#10;Wo Jener Leben sieht und Blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du unbekannter Gott voll Listen,&#10;Der meine Kräfte hemmt und spannt,&#10;Du machst dem Midas mich verwandt,&#10;Dem traurigsten der Alchimisten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wandelst mir das Gold in Blei,&#10;Das Paradies in Wüstenei;&#10;Du lässt in lichten Wolkendecken&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geliebte Leichen mich entdecken&#10;Und auf den himmlisch heitren Auen&#10;Prunkvolle Sarkophage bauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alcetas an die Alsterschwäne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alcetas-an-die-alsterschwaene/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:19:39 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alcetas-an-die-alsterschwaene/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sehr ist euch das Schicksal hold,&#10;Ihr Schwäne, die ich fast beneide!&#10;Ihr Säufer trinkt so viel ihr wollt,&#10;Und bleibt auch dann der Schönen Freude.&#10;Ich weiß es, Bacchus schenkte mir&#10;Den Epheu, welcher ihm gehöret,&#10;Hätt′ ich so einen Hals, wie ihr,&#10;Den ihr durch Wasser doch entehret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ahndung der Genesung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ahndung-der-genesung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:19:03 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ahndung-der-genesung/</guid><description>&lt;p&gt;Wölbender Aether,&#10;Schimmerndes Blau,&#10;Grünende Fluren,&#10;Perlender Thau!&#10;Kühlende Lüfte,&#10;Wehende Düfte,&#10;Hallende Töne,&#10;Wallende Schöne,&#10;Hebet den Busen mir, strömet durch′s Herz,&#10;Mit der Erinn′rung tiefwogendem Schmerz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rieselnde Quellen,&#10;Spiegelt den hellen,&#10;Liebend erröthenden Himmel zurück,&#10;Spiegelt den dankvoll bethräneten Blick!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist mir entnommen der brennende Schmerz?&#10;Schlägt ungefesselt und fröhlich mein Herz?&#10;Grüß′ ich nicht weinend das steigende Licht?&#10;Funkelt in Thränen der Abendstern nicht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin ich dieselbe?&#10;Fühlend der Freude,&#10;Theilend dem Leide?&#10;Hoffend und wähnend,&#10;Lächelnd und sehnend?&#10;Tochter des Haines,&#10;Schwester der Flur,&#10;Deine Geliebte,&#10;Mutter Natur!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ahasver</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ahasver/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:18:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ahasver/</guid><description>&lt;p&gt;Ewig bist du Meer und rinnst ins Meer,&#10;Quelle, Wolke, Regen - Ahasver&amp;hellip;&#10;Tor, wer um vertane Stunden träumt,&#10;Weiser, wer die Jahre weit versäumt.&#10;Trage so die ewige Last der Erde&#10;Und den Dornenkranz mit Frohgebärde.&#10;Schlägst du deine Welt und dich zusammen,&#10;Aus den Trümmern brechen neue Flammen&amp;hellip;&#10;Tod ist nur ein Wort, damit man sich vergißt&amp;hellip;&#10;Weh, Sterblicher, daß du unsterblich bist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Afra</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/afra/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:17:51 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/afra/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kind mit braunem Haar. Gebet und Amen&#10;Verdunkeln still die abendliche Kühle&#10;Und Afras Lacheln rot in gelbem Rahmen&#10;Von Sonnenblumen, Angst und grauer Schwüle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gehüllt in blauen Mantel sah vor Zeiten&#10;Der Mönch sie fromm gemalt an Kirchenfenstern;&#10;Das will in Schmerzen freundlich noch geleiten,&#10;Wenn ihre Sterne durch sein Blut gespenstern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herbstuntergang; und des Holunders Schweigen.&#10;Die Stirne rührt des Wassers blaue Regung,&#10;Ein harnes Tuch gelegt auf eine Bahre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ätherstrophen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aetherstrophen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:17:16 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aetherstrophen/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt muss ich aus der großen Kugel fallen.&#10;Dabei ist in Paris ein schönes Fest.&#10;Die Menschen sammeln sich am Gare de l&amp;rsquo;est&#10;Und bunte Seidenfahnen wallen.&#10;Ich aber bin nicht unter ihnen.&#10;Ich fliege in dem großen Raum.&#10;Ich mische mich in jeden Traum&#10;Und lese in den tausend Mienen.&#10;Es liegt ein kranker Mann in seinem Jammer.&#10;Mich hypnotisiert sein letzter Blick.&#10;Wir sehnen einen Sommertag zurück&amp;hellip;&#10;Ein schwarzes Kreuz erfüllt die Kammer&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ästhetik des Kriegs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aesthetik-des-kriegs/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:16:40 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aesthetik-des-kriegs/</guid><description>&lt;p&gt;Nur der erschaut die schönen Berge wirklich,&#10;Der keine Zeit hat, sie zu bewundern.&#10;Die Soldaten im Süden, nicht die Touristen sehn&#10;Die Dolomiten am besten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn die Natur, ob sie schön oder grausam sei:&#10;Für unsre leere Zeit ist sie nicht gemacht.&#10;Und wirklich sieht den Krieg nur einer, der irgendwie&#10;Keine Zeit für ihn hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Soldat vielleicht, wenn er daheim&#10;Bei seinem Weibe ruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aesopus und der Muthwillige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aesopus-und-der-muthwillige/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:16:04 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aesopus-und-der-muthwillige/</guid><description>&lt;p&gt;Aesop bewies zu seiner Zeit&#10;Die schwerste Kunst in unsern Tagen,&#10;Die Kunst, die Narren zu ertragen,&#10;Die Zunft, die immer sich verneut.&#10;Ein Bube, den nichts fröhlich machte,&#10;Als was er für recht neckisch hielt,&#10;Warf einen Stein auf ihn, und lachte,&#10;Daß er so meisterlich gezielt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weise sprach: Wer so viel kann,&#10;Der muß auch baaren Dank erlangen.&#10;Du wirst von Reichen mehr empfangen,&#10;Von mir nimm diesen Stater an.&#10;Dort seh′ ich einen Kaufmann gehen,&#10;Des reichen Chremes stolzen Sohn:&#10;An dem laß deine Künste sehen,&#10;Von dem erwarte deinen Lohn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Äonische Stunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aeonische-stunde/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:15:29 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aeonische-stunde/</guid><description>&lt;p&gt;(Alfred Mombert zu Ehren)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du himmlischer Zecher!&#10;Noch ein Tropfen Schwermut in meinem Glase,&#10;noch eine Träne wild in meinem Herzen,&#10;glühte, glänzte,&#10;doch du sangst, du sangest -&#10;es rauschte ein Meer durch uferlose Weiten,&#10;in unsrer Nähe wogten gespiegelte Sterne,&#10;Geister tanzten über dem Erdball,&#10;hoch auf quoll der Tropfen in meinem Glase,&#10;eine Lichtflut -&#10;und hell in deine&#10;fiel die Träne aus meinem Herzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adler sind meine Gedanken!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adler-sind-meine-gedanken/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:14:53 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adler-sind-meine-gedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Adler sind meine Gedanken!&#10;Flattern hoch in der Lüfte blaulichem Meer.&#10;Adler der Lüfte sind meine Gedanken.&#10;Fassen die Beute so hoch und hehr.&#10;Aber das Opfer, so grausam zerrissen,&#10;Fliehendes Leben verkündend im Schmerz -&#10;Mußt′ es verhehlend am Ende doch wissen:&#10;Daß es das eigne verblutende Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwäne sind meine Gefühle!&#10;Theilen still jener Tiefe wogende Nacht!&#10;Singende Schwäne sind meine Gefühle,&#10;Singen der Sonne verheerende Pracht.&#10;Aber die Gluthen, die sie beweinen,&#10;Lieblich umhüllend in Tönen ihr Grab,&#10;Ziehen verglimmend in zögerndem Scheinen&#10;Schwäne und Töne zur Tiefe hinab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adelheid und Henrich, oder die neue Eva und der neue Adam (III)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adelheid-und-henrich-oder-die-neue-eva-und-der-neue-adam-iii/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:14:17 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adelheid-und-henrich-oder-die-neue-eva-und-der-neue-adam-iii/</guid><description>&lt;p&gt;Dritte Erzählung&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Frauenlist, dem Eigensinn getreu,&#10;Flieht Adelheid so gar der Ehe Schatten;&#10;Doch liefert ihr und ihrer Gleißnerei&#10;Der zwölfte Tag den sehnsuchtvollen Gatten.&#10;Der Flüchtling selbst, den die Gewalt verbannt,&#10;Erhält zwar oft der Rückkunft Recht und Glücke;&#10;Doch sieht er dann sein offnes Vaterland&#10;Mit mindrer Lust, als Henrich ihre Blicke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es kann die Welt, trägt er romanisch vor,&#10;Der Sonne nicht, der Schönen nicht entbehren:&#10;Verhüllst denn du in einen Trauerflor,&#10;Was würdig ist, sich Menschen aufzuklären?&#10;Das war galant, schlau wie ein Lobgedicht,&#10;Und führte bald zu ausgeschmückten Sätzen:&#10;Allein umsonst. Ihn irrt, ihm widerspricht&#10;Der Zähren Witz, die ihre Wangen netzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adelheid und Henrich, oder die neue Eva und der neue Adam (I)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adelheid-und-henrich-oder-die-neue-eva-und-der-neue-adam-i/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:13:41 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adelheid-und-henrich-oder-die-neue-eva-und-der-neue-adam-i/</guid><description>&lt;p&gt;Erste Erzählung&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts schmeckt so schön, als das gestohlne Brod.&#10;Ein Sprichwort sagt′s, das ich nicht falsch befinde.&#10;Man prüfe sich! Liegt etwan im Verbot&#10;Die stärkste Kraft, die Würze roher Sünde?&#10;Es wird kein Trank gleichgültig angesehn,&#10;Wenn ihn der Arzt uns ernstlich untersaget:&#10;Und mancher wird was Strafbares begehn,&#10;Nur weil sein Muth ein groß′ Verbrechen waget.&#10;Zwar nenn′ ich nicht der Eva Vorwitz schön;&#10;Doch gleiche Lust verleitet ihre Kinder,&#10;Wie manche wird die erste Mutter schmähn,&#10;Und fehlte doch in gleichem Fall nicht minder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach und weh, kein Schmalzele meh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-und-weh-kein-schmalzele-meh/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:13:06 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-und-weh-kein-schmalzele-meh/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab′ emahl ein Bettelmädele küßt,&#10;′S Schmalz ist ihm aus dem Häfele ′raus g′spritzt.&#10;Bettelmädele schreit Ach und Weh,&#10;Hab ja kein Schmalzele meh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach nur einmal noch im Leben!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-nur-einmal-noch-im-leben/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:12:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-nur-einmal-noch-im-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Im Fenster jenes alt verblichnen Gartensaals&#10;Die Harfe, die, vom leisen Windhauch angeregt,&#10;Lang ausgezogne Toene traurig wechseln laesst&#10;In ungepflegter Spaetherbst-Blumen-Einsamkeit,&#10;Ist schoen zu hoeren einen langen Nachmittag.&#10;Nicht voellig unwert ihrer holden Nachbarschaft&#10;Stoehnt auf dem grauen Zwingerturm die Fahne dort,&#10;Wenn stuermischer oft die Wolken ziehen ueberhin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meinem Garten aber (hiess’ er nur noch mein!)&#10;Ging so ein Hinterpfoertchen frei ins Feld hinaus,&#10;Abseits vom Dorf. Wie manches liebe Mal stiess ich&#10;Den Riegel auf an der geschwaerzten Gattertuer&#10;Und bog das ueberhaengende Gestraeuch zurueck,&#10;Indem sie sich auf rostgen Angeln schwer gedreht! -&#10;Die Tuer nun, musikalisch mannigfach begabt,&#10;Fuer ihre Jahre noch ein ganz annehmlicher&#10;Sopran (wenn sie nicht eben wetterlaunisch war),&#10;Verriet mir eines Tages - ploetzlich, wie es schien,&#10;Erweckt aus einer lieblichen Erinnerung -&#10;Ein schoeneres Empfinden, hoehere Faehigkeit.&#10;Ich oeffne sie gewohnter Weise, da beginnt&#10;Sie zaertlich eine Arie, die mein Ohr sogleich&#10;Bekannt ansprach. Wie? rief ich staunend: traeum ich denn?&#10;War das nicht &amp;ldquo;Ach nur einmal noch im Leben&amp;rdquo; ganz?&#10;Aus Titus, wenn mir recht ist? - Alsbald liess ich sie&#10;Die Stelle wiederholen; und ich irrte nicht!&#10;Denn langsamer, bestimmter, seelenvoller nun&#10;Da capo sang die Alte: &amp;ldquo;Ach nur einmal noch!&amp;rdquo;&#10;Die fuenf, sechs ersten Noten naemlich, weiter kaum,&#10;Hingegen war auch dieser Anfang tadellos.&#10;- Und was, frug ich nach einer kurzen Stille sie,&#10;Was denn noch einmal? Sprich, woher, Elegische,&#10;Hast du das Lied? Ging etwa denn zu deiner Zeit&#10;(Die neunziger Jahre meint ich) hier ein schoenes Kind,&#10;Des Pfarrers Enkeltochter, sittsam aus und ein,&#10;Und hoertest du sie durch das offne Fenster oft&#10;Am gruenlackierten, goldbebluemten Pantalon&#10;Hellstimmig singen? Des gestrengen Muetterchens&#10;Gedenkst du auch, der Hausfrau, die so reinlich stets&#10;Den Garten hielt, gleichwie sie selber war, wann sie&#10;Nach schwuelem Tag am Abend ihren Kohl begoss,&#10;Derweil der Pfarrherr ein paar Freunden aus der Stadt,&#10;Die eben weggegangen, das Geleite gab;&#10;Er hatte sie bewirtet in der Laube dort,&#10;Ein lieber Mann, redseliger Weitschweifigkeit.&#10;Vorbei ist nun das alles und kehrt nimmer so!&#10;Wir Juengern heutzutage treibens ungefaehr&#10;Zwar gleichermassen, wackre Leute ebenfalls;&#10;Doch besser duenkt ja allen was vergangen ist.&#10;Es kommt die Zeit, da werden wir auch ferne weg&#10;Gezogen sein, den Garten lassend und das Haus.&#10;Dann wuenschest du naechst jenen Alten uns zurueck,&#10;Und schmueckt vielleicht ein treues Herz vom Dorf einmal,&#10;Mein denkend und der Meinen, im Voruebergehn&#10;Dein morsches Holz mit hellem Ackerblumenkranz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach Liebste lass uns eilen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-liebste-lass-uns-eilen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:11:54 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-liebste-lass-uns-eilen/</guid><description>&lt;p&gt;Ach Liebste, laß uns eilen,&#10;Wir haben Zeit,&#10;Es schadet uns verweilen&#10;Uns beyderseit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der edlen Schönheit Gaben&#10;Fliehen Fuß für Fuß,&#10;Daß alles, was wir haben,&#10;Verschwinden muß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wangen Ziehr verbleichet,&#10;Das Haar wird greiß,&#10;Der Augen Feuer weichet,&#10;Die Brunst wird Eiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Mündlein von Corallen&#10;Wird ungestalt,&#10;Die Händ′ als Schnee verfallen,&#10;Und du wirst alt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drumb laß uns jetzt geniessen&#10;Der Jugend Frucht,&#10;Eh′ als wir folgen müssen&#10;Der Jahre Flucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach Herr!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-herr/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:11:18 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-herr/</guid><description>&lt;p&gt;Ach HERR! eröffne mein Verständniß!&#10;Ach gieb mir Weisheit und Erkäntniß /&#10;Der Dinge Wesen zu betrachten /&#10;Und in denselben dich zu achten /&#10;Weil alles / Dich zu ehren/lehrt.&#10;Nicht nur der Himmel Raum / nicht nur der Sonnenschein /&#10;Ein Stäubchen / ist bewunderns wehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach Amor, nimb dein schwäres Joch von mir...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-amor-nimb-dein-schwaeres-joch-von-mir/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:10:43 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-amor-nimb-dein-schwaeres-joch-von-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Ach / Amor / nimb dein schwäres Joch von mir /&#10;kans müglich seyn / nimb wegk die Liebes Plagen /&#10;dein Joch ist schwer / drümb kan ichs nicht mehr tragen /&#10;du bist zu süß / drümb klag ich über dir.&#10;Nimb wegk die Last / sie unterdruckt mich schier:&#10;was sol ich doch vohn deinen Pillen sagen /&#10;die bitter sind / und doch mir wohl behagen?&#10;Ich steh und geh im Zweiffel für und für:&#10;wo sol ich hin? Im fall ich bin allein&#10;so denck ich nuhr: Ach möcht ich bey Ihr seyn!&#10;bin ich bey Ihr / so steht mir vohr das Scheiden;&#10;liebt sie mich dan / das ich so sehr begehr /&#10;so ist mir doch die Süßigkeit zu schwär;&#10;Ich will den Tod wohl für die Liebe leiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abzählen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abzaehlen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:10:07 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abzaehlen/</guid><description>&lt;p&gt;Gickes gackes Eyermuß,&#10;Gänse laufen barfuß,&#10;Hinterm Ofen steht sie,&#10;Vor dem Ofen geht sie,&#10;Hat sie Schuh,&#10;Sie legt sie an.&#10;Hat sie keine,&#10;So kauft sie ein Paar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abzählen, den die letzte Silbe trift, der muß nachlaufen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abzaehlen-den-die-letzte-silbe-trift-der-muss-nachlaufen/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:09:31 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abzaehlen-den-die-letzte-silbe-trift-der-muss-nachlaufen/</guid><description>&lt;p&gt;Ahne, Krahne, wickele, wahne,&#10;Wollen wir nit nach England fahren,&#10;England ist verschlossen,&#10;Schlösser sind verrostet,&#10;Schlüssel ist verloren,&#10;Müssen wir ein Loch nein bohren,&#10;Sind wir nein gekrochen,&#10;Haben die Töpf verbrochen,&#10;Wenn der Kessel tief ist,&#10;Wenn die Milch süß ist,&#10;Wenn die Puppen tanzen,&#10;Wollen wir Lanzen pflanzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschlachtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschlachtung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:08:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschlachtung/</guid><description>&lt;p&gt;»Wie kannst Du Zarte die Hühner und Tauben,&#10;Des Lebens so kalt, so neronisch berauben?«&#10;Viel hab’ ich seit Jahren schon abgethan:&#10;Das Hausgeflügel gewöhnte sich dran.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-8856/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:08:20 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-8856/</guid><description>&lt;p&gt;Aber du kamst nie mit dem Abend -&#10;ich saß im Sternenmantel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip; Wenn es an mein Haus pochte,&#10;war es mein eigenes Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das hängt nun an jedem Türpfosten,&#10;auch an deiner Tür;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;zwischen Farren verlöschende Feuerrose&#10;im Braun der Guirlande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich färbte dir den Himmel brombeer&#10;mit meinem Herzblut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber du kamst nie mit dem Abend -&#10;&amp;hellip; Ich stand in goldenen Schuhen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abneigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abneigung/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:07:44 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abneigung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich presse zu Linien die lästigen Bäche&#10;Und denk&amp;rsquo; die ent-ölten in ebenen Plan;&#10;Ich hasse den Raum, ich vergöttre die Fläche,&#10;Die Fläche ist heilig, der Raum ist profan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich werde mich listig der Plastik entwinden&#10;Und lass euch gebläht im gedunsenen Raum.&#10;Ich denke die lieblichsten Schatten zu finden&#10;Im gefälligen Teppich, im flächigen Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aber seltsam!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aber-seltsam/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:07:08 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aber-seltsam/</guid><description>&lt;p&gt;Ein namenloses Heimweh weinte lautlos&#10;In meiner Seele nach dem Leben, weinte,&#10;Wie einer weint, wenn er auf großem Seeschiff&#10;Mit gelben Riesensegeln gegen Abend&#10;Auf dunkelblauem Wasser an der Stadt,&#10;Der Vaterstadt, vorüberfährt. Da sieht er&#10;Die Gassen, hört die Brunnen rauschen, riecht&#10;Den Duft der Fliederbüsche, sieht sich selber,&#10;Ein Kind, am Ufer stehn, mit Kindesaugen,&#10;Die ängstlich sind und weinen wollen, sieht&#10;Durchs offene Fenster Licht in seinem Zimmer -&#10;Das große Seeschiff aber trägt ihn weiter,&#10;Auf dunkelblauem Wasser lautlos gleitend&#10;Mit gelben, fremdgeformten Riesensegeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendwolke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendwolke/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:06:33 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendwolke/</guid><description>&lt;p&gt;So stille ruht im Hafen&#10;Das tiefe Wasser dort,&#10;Die Ruder sind entschlafen,&#10;Die Schifflein sind im Port.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur oben in dem Äther&#10;Der lauen Maiennacht&#10;Dort segelt noch ein später&#10;Friedfertger Ferge sacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Barke still und dunkel&#10;Fährt hin in Dämmerschein&#10;Und leisem Sterngefunkel&#10;Am Himmel und hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendstimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstimmung-9902/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:05:57 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstimmung-9902/</guid><description>&lt;p&gt;Am Meer im Zwielicht schreit&amp;rsquo; ich gesenkten Haupts;&#10;Tiefernste Andacht wehet durch die Natur,&#10;Und unter blassen Mondesstrahlen&#10;Wandeln die Wogen: Es rauscht die Brandung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß ein Grab jenseits des bewegten Meers:&#10;Dort wuchert Unkraut rings und der Dornenbusch,&#10;Und wenn die Welt entschlief am Abend,&#10;Hockt im Gestrüppe das Nachtgevögel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob sich der Mond, weltfernes, verlass&amp;rsquo;nes Grab,&#10;Wohl nächtens küsst, wenn Wind durch die Gräser streicht?&#10;- - Mich fasst unendlich Weh&amp;rsquo;: Von ferne&#10;Hallen die Glocken entleg&amp;rsquo;ner Kirchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abends</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abends-6836/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:05:21 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abends-6836/</guid><description>&lt;p&gt;Warum duften die Levkoien so viel schöner bei der Nacht?&#10;Warum brennen deine Lippen so viel röter bei der Nacht?&#10;Warum ist in meinem Herzen so die Sehnsucht auferwacht,&#10;Diese brennend roten Lippen zu küssen bei der Nacht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendmuse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendmuse/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:04:45 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendmuse/</guid><description>&lt;p&gt;Ans Blumenfenster wieder kehrt des Kirchturms Schatten&#10;Und Goldnes. Die heiße Stirn verglüht in Ruh und Schweigen.&#10;Ein Brunnen fällt im Dunkel von Kastanienzweigen -&#10;Da fühlst du: es ist gut! in schmerzlichem Ermatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Markt ist leer von Sommerfrüchten und Gewinden.&#10;Einträchtig stimmt der Tore schwärzliches Gepränge.&#10;In einem Garten tönen sanften Spieles Klänge,&#10;Wo Freunde nach dem Mahle sich zusammenfinden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des weißen Magiers Märchen lauscht die Seele gerne.&#10;Rund saust das Korn, das Mäher nachmittags geschnitten.&#10;Geduldig schweigt das harte Leben in den Hütten;&#10;Der Kühe linden Schlaf bescheint die Stallaterne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied / Wanderers Nachtlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-wanderers-nachtlied/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:04:10 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-wanderers-nachtlied/</guid><description>&lt;p&gt;Über allen Gipfeln&#10;Ist Ruh,&#10;In allen Wipfeln&#10;Spürest du&#10;Kaum einen Hauch;&#10;Die Vögelein schweigen im Walde.&#10;Warte nur, balde&#10;Ruhest du auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-7586/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:03:34 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-7586/</guid><description>&lt;p&gt;Warum, ach sag, warum&#10;geht nun die Sonne fort?&#10;Schlaf ein, mein Kind, und träume sacht,&#10;das kommt wohl von der dunklen Nacht,&#10;da geht die Sonne fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum, ach sag, warum&#10;wird unsere Stadt so still?&#10;Schlaf ein, mein Kind, und träume sacht,&#10;das kommt wohl von der dunklen Nacht,&#10;weil sie dann schlafen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum, ach sag, warum&#10;brennt die Laterne so?&#10;Schlaf ein, mein Kind, und träume sacht,&#10;das kommt wohl von der dunklen Nacht,&#10;da brennt sie lichterloh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-4206/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:02:58 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-4206/</guid><description>&lt;p&gt;Abermal ein Teil vom Jahre,&#10;Abermal ein Tag vollbracht;&#10;Abermal ein Brett zur Bahre&#10;Und ein Schritt zur Gruft gemacht.&#10;Also nähert sich die Zeit&#10;Nach und nach der Ewigkeit,&#10;Also müssen wir auf Erden&#10;Zu dem Tode reifer werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendbild/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:02:22 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendbild/</guid><description>&lt;p&gt;Grau der Himmel, grau die Erde,&#10;Grau das weite dürre Land,&#10;Sonn′verbrannte nied′re Sträucher,&#10;Schwarzer Sumpf und heißer Sand;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch schon weben in der Ferne&#10;Abendnebel, dünn′ und leicht,&#10;Ihre grauen feuchten Schleier&#10;Und die träge Stille weicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ein mildes kühles Lüftchen,&#10;Wie der reine Athemzug&#10;Eines schlafumfang′nen Kindes,&#10;Hemmt der Vögel matten Flug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den Büschen, still sich regend,&#10;Ein geheimes Flüstern bricht,&#10;Leise klagt′s im Sumpf und silbern&#10;Spiegelt sich das Mondenlicht. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-9605/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:01:47 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-9605/</guid><description>&lt;p&gt;Müde webt&#10;Stumpfen dämmert&#10;Beten lastet&#10;Sonne wundet&#10;Schmeichelt&#10;Du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-9480/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:01:11 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-9480/</guid><description>&lt;p&gt;Glut streichelt sanfte Welten Kuss&#10;Pfiff Sonne Faden Sonne (Zeppelin)&#10;Ich Faden Sonne Glimmerglanz&#10;Und Glimmergluten sanftet Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-6330/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:00:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-6330/</guid><description>&lt;p&gt;Der Abend wechselt langsam die Gewänder,&#10;die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;&#10;du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,&#10;ein himmelfahrendes und eins, das fällt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,&#10;nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,&#10;nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend&#10;wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)&#10;dein Leben, bang und riesenhaft und reifend,&#10;so daß es, bald begrenzt und bald begreifend,&#10;abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-6061/</link><pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:00:00 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-6061/</guid><description>&lt;p&gt;(nach einem alten Holzschnitt)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lehnst an meine Schulter du&#10;Sanft dein Haupt mit Schweigen,&#10;Spiel ich dir ein altes Lied&#10;Auf der alten Geigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Seele, mild gerührt&#10;Ob dem süßen Klingen,&#10;Fliegt zum hellen Abendrot&#10;Auf der Hoffnung Schwingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und im Auge dir und mir&#10;Glänzt die stille Frage:&#10;Bleiben Lieb′ und Seligkeit&#10;Bei uns alle Tage?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Rosen sind verblüht,&#10;Wenn die Saiten sprangen,&#10;Wird ob unserm Haupte dann&#10;So der Himmel prangen? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte Komödiant</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-komoediant/</link><pubDate>Thu, 02 Jul 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-komoediant/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vorhang rauscht und fliegt empor,&#10;Ein alter Gaukler tritt hervor,&#10;Mit Flitter sattsam ausstaffirt,&#10;Sein ehrlich Antlitz roth beschmiert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du alter Mann mit dem weißen Haar,&#10;Wie dauerst du mich im Herzen gar,&#10;Der du vorm Grabe gaukelnd springst,&#10;Damit du vom Pöbel ein Lächeln erzwingst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Lächeln über ein greises Haar&#10;Und über die nahe Todtenbahr’!&#10;Dieß eines Lebens höchster Preis!&#10;Des deinen, armer, armer Greis!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Greises Hirn ist schwach und alt,&#10;Der Liebsten selbst vergißt er bald;&#10;Du aber zwängst mit Müh’ und Pein&#10;Noch eitlen Floskelkram hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abendstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abendstern/</link><pubDate>Thu, 25 Jun 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abendstern/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Freud′ und Trauer, o du holdselig&#10;Wesen, so voll züchtigen Lichts und süßer&#10;Keuscher Klarheit, wohnet in dir, im sanften&#10;Sterne der Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schön warst du, wenn einsam der Dichter oftmals&#10;Seines Baches Erlen entlang im Thale,&#10;Ach mit düstrem Sinnen und namenloser&#10;Sehnsucht gewandelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schön warst du, als endlich dies Herz gestillt war,&#10;Als ein Auge, schwarz wie des Himmels lautre&#10;Tiefe Nacht, aufblickte mit mir zum lieben&#10;Sterne der Liebe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Götterdämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/goetterdaemmerung/</link><pubDate>Wed, 24 Jun 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/goetterdaemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;Von kühnen Wunderbildern&#10;Ein großer Trümmerhauf,&#10;In reizendem Verwildern&#10;Ein blühnder Garten drauf;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Versunknes Reich zu Füßen,&#10;Vom Himmel fern und nah,&#10;Aus anderm Reich ein Grüßen -&#10;Das ist Italia!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn Frühlingslüfte wehen&#10;Hold übern grünen Plan,&#10;Ein leises Auferstehen&#10;Hebt in den Tälern an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da will sichs unten rühren&#10;Im stillen Göttergrab,&#10;Der Mensch kanns schauernd spüren&#10;Tief in die Brust hinab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verwirrend in den Bäumen&#10;Gehn Stimmen hin und her,&#10;Ein sehnsuchtsvolles Träumen&#10;Weht übers blaue Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weisse Nelken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weisse-nelken/</link><pubDate>Sat, 20 Jun 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weisse-nelken/</guid><description>&lt;p&gt;Du weiche, duftig-schwüle Blüte,&#10;So seltsam nah mir und vertraut,&#10;Als ob ein Hauch mir im Gemüthe&#10;Wie Wehen deines Athems thaut′!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Hauch ist drängend heisses Quälen,&#10;Wie es mich selbst so wirr durchbebt &amp;hellip;&#10;&amp;hellip; Kennst du die Mär der Kinderseelen -&#10;Der Seele, die in Blumen lebt. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die, erwacht zu Daseinsschmerzen,&#10;Noch Blütenodem mit sich bringt,&#10;Dass es ihr oft im tiefsten Herzen&#10;Wie duftiges Erinnern klingt &amp;hellip;?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zirkus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zirkus/</link><pubDate>Fri, 29 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zirkus/</guid><description>&lt;p&gt;Die Puppen laden hölzerne Geschütze.&#10;Schon sinkt&#10;Im Korktod&#10;Dummer August blaß.&#10;Geschminkte Hände halten&#10;Säbelblech.&#10;Der Wangen rote Tulpen&#10;Blühen faul.&#10;Die Augen (sanfte Augen der Natur)&#10;Entgleiten maulwurfunterwürfig in den dunklen&#10;Erdbraunen Nachtgott.&#10;Ihn ersah&#10;Zum Ziel sich die bedeutende Strategin,&#10;Die Liebe, die durch tausend Reifen sprang,&#10;Auf Pferdchen äffchensamt geritten,&#10;Den Himmel der Manege spaltete.&#10;Vom Turmseil schwirrte&#10;Der entthronte Künstler.&#10;Der Kopf&#10;Fraß blutend Sägespäne.&#10;Und die Hände (die schönen Hände, die den Balancierstock schwangen,&#10;den silbernen, mit Löwenkopf gezierten),&#10;Sie riefen Hilfe im Ertrinken,&#10;Versinken unterm Sand.&#10;Das Publikum&#10;Schoß Beifall aus kanonengleichen Mäulern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-4221/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-4221/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, Liebchen, es neigen&#10;Die Wälder sich dir;&#10;Und alles mit Schweigen&#10;Erwartet dich hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel, ich bitte,&#10;Von Wölkchen wie leer!&#10;Der Mond in der Mitte,&#10;Die Sternlein umher!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel im glatten&#10;Umdämmerten Quell!&#10;Dies Plätzchen im Schatten,&#10;Dies andre so hell!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Schatten, der Liebe&#10;Dich lockendes Glück,&#10;Dir flüsternd: es bliebe&#10;Noch vieles zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blieben der süßen&#10;Geheimnisse viel;&#10;So festes Umschließen;&#10;So wonniges Spiel!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-4698/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-4698/</guid><description>&lt;p&gt;Gestürzt sind die goldnen Brücken&#10;Und unten und oben so still!&#10;Es will mir nichts mehr glücken,&#10;Ich weiß nicht mehr, was ich will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von üppig blühenden Schmerzen&#10;Rauscht eine Wildnis im Grund,&#10;Da spielt wie in wahnsinnigen Scherzen&#10;Das Herz an dem schwindligen Schlund. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Felsen möchte ich packen&#10;Vor Zorn und Wehe und Lust,&#10;Und unter den brechenden Zacken&#10;Begraben die wilde Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kommt der Frühling gegangen,&#10;Wie ein Spielmann aus alter Zeit,&#10;Und singt von uraltem Verlangen&#10;So treu durch die Einsamkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-5685/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-5685/</guid><description>&lt;p&gt;Goldgewölk und Nachtgewölke,&#10;Regenmüde still vereint:&#10;Also lächelt eine welke&#10;Seele, die sich satt geweint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch die Sonne sinkt und ziehet&#10;Nieder alle eitle Pracht,&#10;Und das Goldgewölk verglühet&#10;Und verbrüdert sich der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-5782/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-5782/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarze Moose.&#10;Erdgeruch in lauen Flocken.&#10;Schmale dünne Silberblüten&#10;Und Gesang von bleichen Glocken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welke Feuer löschen leise.&#10;Nur ein Atmen warmer Flut.&#10;Blühend schmelzen rote Meere,&#10;Dunkle Sonnen saugen Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-8171/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-8171/</guid><description>&lt;p&gt;Der schnelle Tag ist hin, die Nacht schwingt ihre Fahn&#10;Und führt die Sterne auf. Der Menschen müde Scharen&#10;Verlassen Feld und Werck; wo Thir und Vögel müde waren.&#10;Traur&amp;rsquo;t itzt die Einsamkeit. Wie ist die Zeit verthan!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Port naht mehr und mehr sich zu der Glider Kahn.&#10;Gleichwie dies Licht verfiel, so wird in wenig Jahren&#10;Ich, du und was man hat und was man sieht, hinfahren.&#10;Dies Leben kömmt mir vor als eine Renne-Bahn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-8784/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-8784/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Abend uns bezwingt&#10;Und die Klage in uns singt:&#10;Fühlst der bangen Seele Flug,&#10;Weißer Mädchen Atemzug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fremd ist Friede, fremd der Streit,&#10;Wann entrinnen wir der Zeit?&#10;Und kein Alter macht uns klug:&#10;Fühlst der Seele Abendflug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abenddämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abenddaemmerung-3634/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abenddaemmerung-3634/</guid><description>&lt;p&gt;Am blassen Meeresstrande&#10;Saß ich gedankenbekümmert und einsam.&#10;Die Sonne neigte sich tiefer, und warf&#10;Glührote Streifen auf das Wasser,&#10;Und die weißen, weiten Wellen,&#10;Von der Flut gedrängt,&#10;Schäumten und rauschten näher und näher -&#10;Ein seltsam Geräusch, ein Flüstern und Pfeifen,&#10;Ein Lachen und Murmeln, Seufzen und Sausen,&#10;Dazwischen ein wiegenliedheimliches Singen -&#10;Mir war, als hört ich verschollne Sagen,&#10;Uralte, liebliche Märchen,&#10;Die ich einst, als Knabe,&#10;Von Nachbarskindern vernahm,&#10;Wenn wir am Sommerabend,&#10;Auf den Treppensteinen der Haustür,&#10;Zum stillen Erzählen niederkauerten,&#10;Mit kleinen horchenden Herzen&#10;Und neugierklugen Augen; -&#10;Während die großen Mädchen,&#10;Neben duftenden Blumentöpfen,&#10;Gegenüber am Fenster saßen,&#10;Rosengesichter,&#10;Lächelnd und mondbeglänzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abenddämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abenddaemmerung-849/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abenddaemmerung-849/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, des Verbrechers Freund, der holde Abend, naht&#10;Mit leisem Raubtierschritt, der Helfer bei der Tat;&#10;Der Himmel schliesst nun sacht des schweren Vorhangs Falten,&#10;Zu Tieren wandeln sich die menschlichen Gestalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Abend lieb und hold, wie heiss wirst du ersehnt&#10;Von einem, der mit Lust die müden Arme dehnt&#10;Und ohne Lügen spricht: Der Tag war voller Lasten! –&#10;Du bist′s, der Schmerzen stillt und Ruhe gibt und Rasten&#10;Dem Denker, der voll Trotz die müde Stirne hält&#10;Dem Arbeitsmann, der dumpf hin auf sein Lager fällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendempfindung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendempfindung-1580/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendempfindung-1580/</guid><description>&lt;p&gt;Oft ganze Nachmittage&#10;Horch ich am Waldessaum&#10;Des Kuckuks lauter Klage&#10;Von seinem hohen Baum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Blick irrt durch der Wiesen&#10;Mit Gold durchwirktes Grün,&#10;Bis wo die blauen Riesen&#10;Im Abendrothe glühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rechts jene Bergesstirnen,&#10;Die, sich Titanen gleich&#10;Gesellend den Gestirnen,&#10;Bedrohn das Aetherreich;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dort zu meiner Linken&#10;Der hehre Feuerball,&#10;Der immer wächst im Sinken,&#10;Wie die Lawin′ im Fall;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Anblick dieser Scene,&#10;Der Landschaft höchste Zier,&#10;Statt Lust, die ich ersehne,&#10;Erweckt nur Wehmuth mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgang-9606/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgang-9606/</guid><description>&lt;p&gt;Durch schmiege Nacht&#10;Schweigt unser Schritt dahin&#10;Die Hände bangen blaß um krampfes Grauen&#10;Der Schein sticht scharf in Schatten unser Haupt&#10;In Schatten&#10;Uns!&#10;Hoch flimmt der Stern&#10;Die Pappel hängt herauf&#10;Und&#10;Hebt die Erde nach&#10;Die schlafe Erde armt den nackten Himmel&#10;Du schaust und schauerst&#10;Deine Lippen dünsten&#10;Der Himmel küßt&#10;Und&#10;Uns gebärt der Kuß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-3078/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-3078/</guid><description>&lt;p&gt;Am Abend, wenn wir auf dunklen Pfaden gehn,&#10;Erscheinen unsere bleichen Gestalten vor uns.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn uns dürstet,&#10;Trinken wir die weißen Wasser des Teichs,&#10;Die Süße unserer traurigen Kindheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erstorbene ruhen wir unterm Holundergebüsch,&#10;Schaun den grauen Möven zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Früblingsgewölke steigen über die finstere Stadt,&#10;Die der Mönche edlere Zeiten schweigt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ich deine schmalen Hände nahm&#10;Schlugst du leise die runden Augen auf,&#10;Dieses ist lange her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn dunkler Wohllaut die Seele heimsucht,&#10;Erscheinst du Weiße in des Freundes herbstlicher Landschaft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-3242/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-3242/</guid><description>&lt;p&gt;Augen, meine lieben Fensterlein,&#10;Gebt mir schon so lange holden Schein,&#10;Lasset freundlich Bild um Bild herein:&#10;Einmal werdet ihr verdunkelt sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fallen einst die müden Lider zu,&#10;Löscht ihr aus, dann hat die Seele Ruh;&#10;Tastend streift sie ab die Wanderschuh′,&#10;Legt sich auch in ihre finstre Truh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch zwei Fünklein sieht sie glimmend stehn,&#10;Wie zwei Sternlein innerlich zu sehn,&#10;Bis sie schwanken und dann auch vergehn,&#10;Wie von eines Falters Flügelwehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-3997/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-3997/</guid><description>&lt;p&gt;Abend wird es wieder:&#10;Über Wald und Feld&#10;Säuselt Frieden nieder&#10;Und es ruht die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur der Bach ergießet&#10;Sich am Felsen dort,&#10;Und er braust und fließet&#10;Immer, immer fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kein Abend bringet&#10;Frieden ihm und Ruh,&#10;Keine Glocke klinget&#10;Ihm ein Rastlied zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So in deinem Streben&#10;Bist, mein Herz, auch du:&#10;Gott nur kann dir geben&#10;Wahre Abendruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-4247/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-4247/</guid><description>&lt;p&gt;Und wenn sich einst die Seele schließt&#10;Wie diese Abendblume;&#10;Wenn Alles um sie Dämmrung ist&#10;Von Lebens Licht und Ruhme,&#10;Und ihre letzten Blick′ umher&#10;Ihr kalte Schatten scheinen:&#10;O Jüngling, wirst Du auch so schwer&#10;Wie diese Blume weinen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War Deiner holden Jugend Saft&#10;In öde Luft verhauchet,&#10;Verblüht die Blüthe, Lebenskraft&#10;Auf immer mißgebrauchet,&#10;Und Deine letzten Blick′ umher&#10;Dich alle reuentfärben:&#10;O Jüngling, bleibt Dir etwas mehr,&#10;Als trostverschmachtet sterben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-5737/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-5737/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond ist aufgegangen,&#10;Die goldnen Sternlein prangen&#10;Am Himmel hell und klar;&#10;Der Wald steht schwarz und schweiget,&#10;und aus den Wiesen steiget&#10;Der weisse Nebel wunderbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ist die Welt so stille&#10;Und in der Dämmrung Hülle&#10;So traulich und so hold!&#10;Als eine stille Kammer,&#10;Wo ihr des Tages Jammer&#10;Verschlafen und vergessen sollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht ihr den Mond dort stehen? -&#10;Er ist nur halb zu sehen&#10;Und ist doch rund und schön!&#10;So sind wohl manche Sachen,&#10;Die wir getrost belachen,&#10;Weil unsre Augen sie nicht sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-6134/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-6134/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ruhen alle Wälder,&#10;Vieh, Menschen, Städt′ und Felder,&#10;Es schläft die ganze Welt;&#10;Ihr aber, meine Sinnen,&#10;Auf, auf, ihr sollt beginnen,&#10;Was eurem Schöpfer wohlgefällt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo bist, du, Sonne, blieben?&#10;Die Nacht hat dich vertrieben,&#10;Die Nacht, des Tages Feind.&#10;Fahr hin! Ein′ andre Sonne,&#10;Mein Jesus, meine Wonne,&#10;Gar hell in meinem Herzen scheint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tag ist nun vergangen,&#10;Die güldnen Sternlein prangen&#10;Am blauen Himmelssaal;&#10;So, so werd′ ich auch stehen,&#10;Wenn mich wird heißen gehen&#10;Mein Gott aus diesem Jammertal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-8806/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-8806/</guid><description>&lt;p&gt;Der Abend kommt, der Tag ist aus,&#10;Frau Sonne geht zur Ruh.&#10;Sie geht wohl in ihr Wolkenhaus&#10;und macht die Türe zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann werden alle angebrannt&#10;die Sternlein in der Nacht.&#10;Es halten über Meer und Land&#10;die Engel heil&amp;rsquo;ge Wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn die goldnen Sterne stehn&#10;und scheint der Mond dazu,&#10;dann müssen alle schlafen gehen:&#10;die Welt und ich und du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schläfst du ein und hast du kaum&#10;die Augen zugemacht,&#10;dann schenkt dir einen lieben Traum&#10;die Königin der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-9526/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-9526/</guid><description>&lt;p&gt;Schon glänzt dort hoch der Abendstern;&#10;Lob&amp;rsquo; ihn, mein Geist, lob&amp;rsquo; ihn, den Herrn!&#10;Es sank der Sonne goldnes Licht,&#10;Doch seine Güte sinket nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hat von meiner Jugend auf&#10;Geleitet meines Lebens Lauf;&#10;Er stand mir bey, wenn von Gefahr&#10;Ich rund umher umgeben war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war mein Trost, wenn Kummer sich&#10;Um mein bethräntes Lager schlich;&#10;Er hörte, wenn ich schwer und tief&#10;Aus meiner Angst um Rettung rief.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendphantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendphantasie-2393/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendphantasie-2393/</guid><description>&lt;p&gt;Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sitzt&#10;Der Pflüger; dem Genügsamen raucht sein Herd.&#10;Gastfreundlich tönt dem Wandrer im&#10;Friedlichen Dorfe die Abendglocke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl kehren itzt die Schiffer zum Hafen auch,&#10;In fernen Städten fröhlich verrauscht des Markts&#10;Geschäftger Lärm; in stiller Laube&#10;Glänzt das gesellige Mahl den Freunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen&#10;Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh und Ruh&#10;Ist alles freudig; warum schläft denn&#10;Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendphantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendphantasie-4590/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendphantasie-4590/</guid><description>&lt;p&gt;Abend war&amp;rsquo;s, auf fernem Steige&#10;Ging ich in des Waldes Grün,&#10;Wilde Apfelblüthenzweige&#10;Wehten Flocken auf mich hin;&#10;Tausend süße Stimmen drangen&#10;Fröhlich durch den kühlen Hain,&#10;Buntbeschwingte Vögel sangen&#10;Süße Liebesmelodein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo die Wipfel nicht so dicht&#10;Aeste in einander woben,&#10;Glänzt ein sanftes Dämmerlicht,&#10;Von der Abendröthe droben,&#10;Nieder auf die Silberhelle,&#10;Wo der Glühwurm funkelnd flog,&#10;Und die zitternde Libelle&#10;Sich im Hauch des Winkes bog.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles fühlte stille Feier&#10;In der herrlichen Natur,&#10;Jeder Busen hob sich freier&#10;In dem Abendglanz der Flur;&#10;Jedes Lüftchen rauschte Freude,&#10;Jede Welle hüpfte Lust,&#10;Und der Lenz im Strahlenkleide&#10;Hauchte Wonne in die Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abends</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abends-6576/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abends-6576/</guid><description>&lt;p&gt;In dieser Stunde denkt sie mein,&#10;Ich weiß, in dieser Stunde!&#10;Die Vögel schlafen groß und klein,&#10;Es schlafen die Blumen im Grunde.&#10;An blauem Himmel hell und klar&#10;Stehn tausend Sterne wunderbar,&#10;Sie schaut hinauf und denket mein,&#10;Ich weiß, in dieser Stunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sitzt wohl einsam und allein,&#10;Ich weiß, in dieser Stunde,&#10;Und flüstert wohl den Namen mein&#10;Halbleise mit schüchternem Munde.&#10;Sie schickt mir Grüße lieb und schön&#10;Und winkt mir zu, als könnt′ ich′s sehn,&#10;Sie weint, in dieser Stunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abends</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abends-8855/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abends-8855/</guid><description>&lt;p&gt;Auf einmal musste ich singen -&#10;und ich wusste nicht warum?&#10;- Doch abends weinte ich bitterlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es stieg aus allen Dingen&#10;ein Schmerz und der ging um&#10;- und legte sich auf mich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstaendchen-4700/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstaendchen-4700/</guid><description>&lt;p&gt;Schlafe Liebchen, weils auf Erden&#10;Nun so still und seltsam wird!&#10;Oben gehn die goldnen Herden,&#10;Für uns alle wacht der Hirt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Ferne ziehn Gewitter;&#10;Einsam auf dem Schifflein schwank,&#10;Greif ich draußen in die Zither,&#10;Weil mir gar so schwül und bang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlingend sich an Bäum und Zweigen,&#10;In dein stilles Kämmerlein&#10;Wie auf goldnen Leitern steigen&#10;Diese Töne aus und ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein wunderschöner Knabe&#10;Schifft hoch über Tal und Kluft,&#10;Rührt mit seinem goldnen Stabe&#10;Säuselnd in der lauen Luft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendstimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstimmung-7552/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstimmung-7552/</guid><description>&lt;p&gt;Stumm wurden längst die Polizeifanfaren,&#10;Die hier am Tage den Verkehr geregelt.&#10;In süßen Nebel liegen hingeflegelt&#10;Die Lichter, die am Tag geschäftlich waren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An Häusern sind sehr kitschige Figuren.&#10;Wir treffen manche Herren von der Presse&#10;Und viele von den aufgebauschten Huren,&#10;Sadistenzüge um die feine Fresse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Hüten plauschen zärtlich die Pleureusen:&#10;O daß so selig uns das Leben bliebe!&#10;Und daß sich dir auch nicht die Locken lösen,&#10;Die angesteckten Locken meiner Liebe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abreise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abreise-5439/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abreise-5439/</guid><description>&lt;p&gt;So hab ich nun die Stadt verlassen,&#10;Wo ich gelebet lange Zeit;&#10;Ich ziehe rüstig meiner Straßen,&#10;Es gibt mir niemand das Geleit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man hat mir nicht den Rock zerrissen,&#10;Es wär′ auch schade für das Kleid!&#10;Noch in die Wange mich gebissen&#10;Vor übergroßem Herzeleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch keinem hat′s den Schlaf vertrieben,&#10;Daß ich am Morgen weiter geh;&#10;Sie konnten′s halten nach Belieben,&#10;Von einer aber tut mir′s weh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-1505/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-1505/</guid><description>&lt;p&gt;Unangeklopft ein Herr tritt abends bei mir ein:&#10;&amp;ldquo;Ich habe die Ehr, Ihr Rezensent zu sein.&amp;rdquo;&#10;Sofort nimmt er das Licht in die Hand,&#10;Besieht lang meinen Schatten an der Wand,&#10;Rueckt nah und fern: &amp;ldquo;Nun, lieber junger Mann,&#10;Sehn Sie doch gefaelligst mal Ihre Nas so von der Seite an!&#10;Sie geben zu, dass das ein Auswuchs is.&amp;rdquo;&#10;- Das? Alle Wetter - gewiss!&#10;Ei Hasen! ich dachte nicht,&#10;All mein Lebtage nicht,&#10;Dass ich so eine Weltsnase fuehrt’ im Gesicht!!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-1951/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-1951/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sinnlichkeit gibt mir Abschiedsfest;&#10;Das sind kuriose Gestalten,&#10;In Binden gewickelt, in Schienen gepreßt,&#10;Und kaum mehr festzuhalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die strahlende Nacktheit such ich so bang,&#10;Es fehlt ihr wohl an Vertrauen.&#10;Ich hab sie bei gellendem Becherklang&#10;Zu häufig zusammen gehauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ist erst das Seelenleben entweibt,&#10;Dann sind sämtliche Lampen erloschen.&#10;Für das, was für mich dann noch übrigbleibt,&#10;Dafür gebe ich nicht einen Groschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-3001/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-3001/</guid><description>&lt;p&gt;Lebwohl! was könnt ich auch dir bieten?&#10;Lebwohl! Lebwohl! mein ander Herz!&#10;In deiner Hütte schläft der Frieden,&#10;Und in die Fremde irrt der Schmerz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist ein Weib! und eine Stütze&#10;Suchst an dem Manne du für dich!&#10;Du suchst ein Haupt, verschont vom Blitze,&#10;Such einen andern denn als mich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du könntest einen Zauber sprechen,&#10;Und alle Himmel wären mein!&#10;Doch müßte ich den Zauber brechen,&#10;Weil deine Ruh der Preis würd sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-3908/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-3908/</guid><description>&lt;p&gt;Das alte Lied, das alte Leiden,&#10;Das jeden Menschen einst betrübt:&#10;Ade, ade, jetzt muß ich scheiden&#10;Von dir, die ich so sehr geliebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer kann es sagen, kann es wissen,&#10;Ob er die Lieben wiedersieht;&#10;Ein letzter Gruß, ein letztes Küssen,&#10;Das alte Leid, das alte Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun reich’ mir deine beiden Hände,&#10;Den letzten Kuß, leb wohl, ade!&#10;So laß mich los und mach’ ein Ende –&#10;Wer weiß, ob ich dich wiederseh &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-4019/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-4019/</guid><description>&lt;p&gt;Sag mir, daß du dich im Föhnwind sehnst&#10;Und daß du trauern würdest,&#10;Wenn ich ginge.&#10;Sag mir, daß diese Tage schön sind&#10;Und daß du weinen wirst,&#10;Wenn ich nicht singe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sag mir, daß du dem Leben gut bist.&#10;Sag meiner Stimme,&#10;Daß sie nie verwehe&amp;hellip;&#10;Und daß du heiter und voll frohen Mut bist,&#10;Auch wenn ich lange Zeit&#10;dich nicht mehr sehe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sag mir, daß ich ein töricht Kind bin,&#10;Und streichle mich, wie eine junge Meise.&#10;Sag mir, daß ich zu dir zurückfind,&#10;Auch wenn die Nächte dunkel sind,&#10;Durch die ich reise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-4366/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-4366/</guid><description>&lt;p&gt;Zu lieblich ist′s, ein Wort zu brechen,&#10;Zu schwer die wohlerkannte Pflicht,&#10;Und leider kann man nichts versprechen,&#10;Was unserm Herzen widerspricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du übst die alten Zauberlieder,&#10;Du lockst ihn, der kaum ruhig war,&#10;Zum Schaukelkahn der süßen Torheit wieder,&#10;Erneust, verdoppelst die Gefahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was suchst du mir dich zu verstecken!&#10;Sei offen, flieh′ nicht meinen Blick!&#10;Früh oder spät mußt′ ich′s entdecken,&#10;Und hier hast du dein Wort zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-4701/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-4701/</guid><description>&lt;p&gt;O Täler weit, o Höhen,&#10;O schöner, grüner Wald,&#10;Du meiner Lust und Wehen&#10;Andächt′ger Aufenthalt!&#10;Da draußen, stets betrogen,&#10;Saust die geschäft′ge Welt,&#10;Schlag noch einmal die Bogen&#10;Um mich, du grünes Zelt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn es beginnt zu tagen,&#10;Die Erde dampft und blinkt,&#10;Die Vögel lustig schlagen,&#10;Daß dir dein Herz erklingt:&#10;Da mag vergehn, verwehen&#10;Das trübe Erdenleid,&#10;Da sollst du auferstehen&#10;In junger Herrlichkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da steht im Wald geschrieben,&#10;Ein stilles, ernstes Wort&#10;Von rechtem Tun und Lieben,&#10;Und was des Menschen Hort.&#10;Ich habe treu gelesen&#10;Die Worte, schlicht und wahr,&#10;Und durch mein ganzes Wesen&#10;Ward′s unaussprechlich klar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-5425/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-5425/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist das Leben? Kommen nur und Schwinden,&#10;Ein Wechsel nur von Nacht und Tageshelle,&#10;Verlust und Schmerz, Sehnsucht und Wiederfinden,&#10;So schwebt durch Traum und Wachen hin die Welle, -&#10;Drum lächelt hoffend in der Trennung Wehen&#10;Durch Abschiedstränen schon das Wiedersehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-5967/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-5967/</guid><description>&lt;p&gt;Sei mir zum letztenmal gegrüßt,&#10;Mein Vaterland, das, feige dumm,&#10;Die Ferse dem Despoten küßt&#10;Und seinem Wink gehorchet stumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl schlief das Kind in deinem Arm,&#10;Du gabst, was Knaben freuen kann;&#10;Der Jüngling fand ein Liebchen warm;&#10;Doch keine Freiheit fand der Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Hochland streckt der Jäger sich&#10;Zu Boden schnell, wenn Wildesschar&#10;Heran sich stürzet fürchterlich;&#10;Dann schnaubt vorüber die Gefahr:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Vaterland, so sinkst du hin,&#10;Rauscht deines Herrschers Tritt heran,&#10;Und lässest ihn vorüberziehn&#10;Und hältst den bangen Atem an. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-6332/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-6332/</guid><description>&lt;p&gt;Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.&#10;Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes&#10;grausames Etwas, das ein Schönverbundnes&#10;noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,&#10;das, da es mich, mich rufend, gehen ließ.&#10;Zurückblieb, so als wärens alle Frauen&#10;und dennoch klein und weiß und nichts als dies:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,&#10;ein leise Weiterwinkendes -, schon kaum&#10;erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,&#10;von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-6483/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-6483/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe Alles euch gegeben,&#10;nun wollt ihr auch das Letzte noch:&#10;nun soll ich knechten auch mein Streben,&#10;zertreten mich für euer Joch?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ in mir um euch gerungen,&#10;für mein Herz wollt′ ich eures auch,&#10;Stolz, Liebe, Haß um euch bezwungen:&#10;nun danket ihr nach altem Brauch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun soll ich feige das Gefüge,&#10;dran mitzurüsten ich geweiht,&#10;verleugnen für die große Lüge,&#10;an der sich jetzt berauscht die Zeit?!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-6837/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-6837/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Wort, auch nicht das kleinste, kann ich sagen,&#10;Wozu das Herz den vollen Schlag verwehrt;&#10;Die Stunde drängt, gerüstet steht der Wagen,&#10;Es ist die Fahrt der Heimat abgekehrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geht immerhin - denn eure Tat ist euer -&#10;Und widerruft, was einst das Herz gebot;&#10;Und kauft, wenn dieser Preis euch nicht zu teuer,&#10;Dafür euch in der Heimat euer Brot!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber kann des Landes nicht, des eignen,&#10;In Schmerz verstummte Klagen mißverstehn;&#10;Ich kann die stillen Gräber nicht verleugnen,&#10;Wie tief sie jetzt in Unkraut auch vergehn. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-7021/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-7021/</guid><description>&lt;p&gt;Die Bäume hören auf zu blühn,&#10;Mein Schatz will in die Fremde ziehn;&#10;Mein Schatz, der sprach ein bittres Wort:&#10;Du bleibst nun hier, aber ich muß fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leb wohl, mein Schatz, ich bleib dir treu,&#10;Wo du auch bist, wo ich auch sei.&#10;Bei Regen und bei Sonnenschein,&#10;Solang ich lebe, gedenk ich dein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solang ich lebe, lieb ich dich,&#10;Und wenn ich sterbe, bet für mich,&#10;Und wenn du kommst zu meinem Grab,&#10;So denk, daß ich dich geliebet hab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-7587/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-7587/</guid><description>&lt;p&gt;Das war ein letzter Kuss am Kai -&#10;vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stromabwärts und dem Meere zu&#10;fährst du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein rotes und ein grünes Licht&#10;entfernen sich&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-7981/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-7981/</guid><description>&lt;p&gt;Eine leise Stimme spricht:&#10;Ruf mich nicht zurück,&#10;du kannst nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine leise Stimme spricht:&#10;Gib mir nicht die Hand,&#10;Handschlag bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine leise Stimme spricht:&#10;Meine Liebe fordert deine Liebe&#10;nicht. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-8721/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-8721/</guid><description>&lt;p&gt;Nach Osten send ich mein Gesicht:&#10;Ich will es von mir tun.&#10;Es soll dort drüben sein im Licht,&#10;Ein wenig auszuruhn&#10;Von meinem Blick auf diese Welt,&#10;Von meinem Blick auf mich,&#10;Die plumpe Mauer Täglich Geld,&#10;Das Treibrad Sputedich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie trägt, die Welt in Rot und Grau&#10;Durch Jammerschutt und Qualm&#10;Die Auserwählten, Tropfentau&#10;An einem Weizenhalm.&#10;Ein glitzernd rascher Lebenslauf,&#10;Ein Schütteln großer Hand:&#10;Die einen fraß der Mittag auf,&#10;Die andern schluckt der Sand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-8785/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-8785/</guid><description>&lt;p&gt;Es ertrinken die Sterne&#10;In tiefem Blau.&#10;Des Morgens Kahn ziehn ferne&#10;Schimmernde Segel,&#10;Zeigen uns, wie unergründlich tief&#10;Die schwindende Nacht ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freund! Gefahr und Weib&#10;Gilt. Was? Kopf hoch und munter.&#10;Torheit ist unser Wundern,&#10;Torheit ist das Verachten.&#10;Freund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abstammung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abstammung-8815/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abstammung-8815/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Vater kam von ferneher ins Land.&#10;Aus Gegenden mit reissend schnellen Flüssen,&#10;Die er als Flüchtling hat durchschwimmen müssen,&#10;Damit ihn Willkür nicht in Knechtschaft band.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nahm nichts mit auf seine Wanderschaft&#10;Und war ihm nur verliehn statt aller Habe&#10;Und aller Handwerkschaft die edle Gabe&#10;Zu singen, und im Herzen eine Kraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war ein Gottesmann, der Brücken schlug&#10;Auf Wolkenzügen in den lichten Äther&#10;Und aufwärts trug die Inbrunst vieler Beter,&#10;So hingegeben wie ein Vogelflug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Advent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/advent-6333/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/advent-6333/</guid><description>&lt;p&gt;Es treibt der Wind im Winterwalde&#10;die Flockenherde wie ein Hirt,&#10;und manche Tanne ahnt, wie balde&#10;sie fromm und lichterheilig wird,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und lauscht hinaus. Den weißen Wegen&#10;streckt sie die Zweige hin – bereit,&#10;und wehrt dem Wind und wächst entgegen&#10;der einen Nacht der Herrlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allerseelen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allerseelen-4222/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allerseelen-4222/</guid><description>&lt;p&gt;Ruhn in Frieden alle Seelen,&#10;Die vollbracht ein banges Quälen,&#10;Die vollendet süßen Traum,&#10;Lebenssatt, geboren kaum&#10;Aus der Welt hinüberschieden:&#10;Alle Seelen ruhn in Frieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Kamin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-kamin-1853/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-kamin-1853/</guid><description>&lt;p&gt;Im Ofen knistert lustig laut das Feuer,&#10;Phantastisch zucken Lichter hin und her,&#10;Ins Spiel der Flammen starrt′ ich, weltvergessen,&#10;Mich überflutet der Gedanken Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorüber zogen meiner Kindheit Tage,&#10;So freud- und freundlos, wie bei Andern kaum,&#10;Ein stumpfergebnes Tragen und Entsagen,&#10;Kein sorgenloser, sonnenheller Traum - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und halbzerdrückt sich von den Wimpern löste&#10;Wohl eine Träne nach der andern leis′,&#10;Weiß nicht, ob Zornes- oder Sehnsuchtstränen -&#10;Doch bitter waren sie und brennend heiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-morgen-3364/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-morgen-3364/</guid><description>&lt;p&gt;Aufs offne Mäulchen ein Kuss.&#10;Augenreiben und halber Verdruss.&#10;Aber Erkennen und Lachen&#10;Hilft völlig erwachen.&#10;Dann ein Schlupfunter,&#10;Ein drüber und drunter.&#10;Indessen steht&#10;Schon draußen ein Weilchen&#10;Und äugelt, so gut wie′s geht&#10;Vom Balkon durch den Thürritz,&#10;Musjö Fürwitz,&#10;Der Frühaufsteher Tag,&#10;Und sieht sein Teilchen.&#10;Was er wohl denken mag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-morgen-750/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-morgen-750/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du vom nächt′gen Schlaf erwacht,&#10;Wird dir die Frage frommen:&#10;Welch sprungbereiten Unglücks Macht&#10;Kann über mich heut kommen? –&#10;Um, wenn es wirklich dich beschlich,&#10;Nicht kraftlos zu verzagen,&#10;Sieh′ früh dich vor und rüste dich,&#10;Das Aergste zu ertragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann aber geh′ mit festem Sinn&#10;Auch an die zweite Frage:&#10;Was wird an heiter′m Lustgewinn&#10;Mir wohl am heut′gen Tage? –&#10;So übe dich in tiefer Brust,&#10;Bei allem Schicksalstreiben,&#10;Beim Wechselspiel von Schmerz und Lust&#10;Dir stets getreu zu bleiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rhein-2038/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rhein-2038/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Bergeshöh′&#10;Den Pfad entlang,&#10;Auf off′ner See&#10;Beim Harfenklang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Frührotschein,&#10;Bei blauer Luft,&#10;Am Rhein, am Rhein&#10;Beim Blumenduft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Himmelsraum&#10;Den Vögelschwarm,&#10;Im Hirn den Traum,&#10;Ganz sonder Harm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Abendrot&#10;Das Tal hinab,&#10;Und dann, dann tot,&#10;Allein im Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rhein-5844/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rhein-5844/</guid><description>&lt;p&gt;Den 26. October 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin herausgekommen,&#10;Von Worms, der alten Stadt,&#10;Ich habe wohl vernommen,&#10;Daß es gerufen hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Ufer dort, am rechten,&#10;Erscheint ein Mädchenpaar;&#10;Da weht in langen Flechten&#10;Ein goldnes Lockenhaar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hier am grünen Flusse&#10;Die Stadt so wonnesam,&#10;Zu der mit mildem Gruße&#10;Der milde Siegfried kam.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was hat mich denn gezogen?&#10;Was klang in ferner Luft?&#10;O meldet, liebe Wogen,&#10;Wo ist Sie, die mich ruft?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Scheideweg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-scheideweg-6485/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-scheideweg-6485/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wollt dir die Stirn küssen&#10;und dir sagen: hab Dank!&#10;Aber da war ein Licht in deinen Augen&#10;wie Morgenglut auf unerklommenen Bergwäldern;&#10;und dem haben wir folgen müssen,&#10;schweigend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-see-5462/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-see-5462/</guid><description>&lt;p&gt;Leise wie ein Traumgesicht&#10;Hält Erinn′rung mich umfangen,&#10;Leise, wie die Morgenluft&#10;Mir umspielet Stirn und Wangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der klare, blaue See&#10;Blickt mich an wie Menschenaugen,&#10;Daß ich möchte tief hinab&#10;Mich in seine Fluthen tauchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Alpenspitzen Glanz&#10;Blickt mich an wie Menschenherzen,&#10;Die so schroff und eisig kalt&#10;Lohnen dem mit tausend Schmerzen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der sich ihnen froh genaht,&#10;Da im ros′gen Alpenglühen&#10;Sie, von fremdem Licht umstrahlt,&#10;Schienen lebenswarm zu blühen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Strand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-strand-8817/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-strand-8817/</guid><description>&lt;p&gt;Das helle Ufer schimmert feucht&#10;Vom Schaum der Welle, die entwich.&#10;In silbern flirrendem Geleucht&#10;Verliert sich fern sein letzter Strich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Segelboote fliegen aus -&#10;Von Mitternacht, von Norden her&#10;Kommt eine Woge hoch und kraus:&#10;Geliebtes Meer, geliebtes Meer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Strande</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-strande-1447/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-strande-1447/</guid><description>&lt;p&gt;Der lange Junitag war heiß gewesen.&#10;Ich saß im Garten einer Fischerhütte,&#10;Wo schlicht auf Beeten, zierlich eingerahmt&#10;Von Muscheln, Buchs und glatten Kieselsteinen,&#10;Der Goldlack blüht, und Tulpen, Mohn und Rosen&#10;In bäurisch buntem Durcheinander prunken.&#10;Es war die Nacht schon im Begriff dem Tage&#10;Die Riegel vorzuschieben; stiller ward&#10;Im Umkreis alles; Schwalben jagten sich&#10;In hoher Luft; und aus der Nähe schlug&#10;Ans Ohr das Rollen auf der Kegelbahn.&#10;Im Gutenacht der Sonne blinkerten&#10;Die Scheiben kleiner Häuser auf der Insel,&#10;Die jenseit lag, wie blanke Messingplatten.&#10;Den Strom hinab glitt feierlich und stumm,&#10;Gleich einer Königin, voll hoher Würde,&#10;Ein Riesenschiff, auf dessen Vorderdeck&#10;Die Menschen Kopf an Kopf versammelt stehn.&#10;Sie alle winken ihre letzten Grüße&#10;Den letzten Streifen ihrer Heimat zu.&#10;In manchen Bart mag nun die Mannesträne,&#10;So selten sonst, unaufgehalten tropfen.&#10;In manches Herz, das längst im Sturz und Stoß&#10;Der Lebenswellen hart und starr geworden,&#10;Klingt einmal noch ein altes Kinderlied.&#10;Doch vorwärts, vorwärts ins gelobte Land!&#10;Die Pflicht befiehlt zu leben und zu kämpfen,&#10;Befiehlt dem einen, für sein Weib zu sorgen,&#10;Und für sich selbst dem andern. Jeder so&#10;Hat seiner Ketten schwere Last zu tragen,&#10;Die, allzuschwer, ihn in die Tiefe zieht.&#10;Geboren werden, leiden dann und sterben,&#10;Es zeigt das Leben doch nur scharfe Scherben.&#10;Vielleicht? Vielleicht auch jetzt gelingt es nicht,&#10;Auf fremdem Erdenraum, mit letzter Kraft,&#10;Ein oft geträumtes, großes Glück zu finden.&#10;Das Glück heißt Gold, und Gold heißt ruhig leben:&#10;Vom sichern Sitze des Amphitheaters&#10;In die Arena lächelnd niederschaun,&#10;Wo, dichtgeschart, der Mob zerrissen wird&#10;Vom Tigertier der Armut und der Schulden&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Ufer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ufer-6486/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ufer-6486/</guid><description>&lt;p&gt;Die Welt verstummt, dein Blut erklingt;&#10;in seinen hellen Abgrund sinkt&#10;der ferne Tag,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;er schaudert nicht; die Glut umschlingt&#10;das höchste Land, im Meere ringt&#10;die ferne Nacht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;sie zaudert nicht; der Flut entspringt&#10;ein Sternchen, deine Seele trinkt&#10;das ewige Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-3524/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-3524/</guid><description>&lt;p&gt;Wer Amor ist? Er ist ein Kind, Belinde.&#10;Doch unterwerfen diesem Kinde&#10;Der König und der Sclave sich.&#10;Ihm bauen Götter selbst Altäre,&#10;An Reizen übertrift er dich,&#10;Er denkt wie ich und fühlt wie ich,&#10;Doch glaub&amp;rsquo; ich daß er kühner wäre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-1480/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-1480/</guid><description>&lt;p&gt;Ich traure nicht, daß schon am Ziel&#10;Mein irdisches Geschick,&#10;Daß langer Jahre Frucht zerfiel&#10;In einem Augenblick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht, daß kein einziger wie ich&#10;So einsam und unstet,&#10;Bloß darum, daß weinst um ,&#10;Der nur vorübergeht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-5271/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-5271/</guid><description>&lt;p&gt;Um deine süße, grüne Seele&#10;Ist mir so weh!&#10;Daß ich sie dir im Frühling quäle&#10;Mit Frost und Schnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Kind, das froh dem Sonnenleben&#10;Entgegenblüht,&#10;Mich hat das kranke Mondesweben&#10;So bleich geglüht &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleib′ du! bleib′ du an meiner Seite,&#10;Mir ist so bang!&#10;So lang, bis ich ins große Dunkel gleite!&#10;- Vielleicht nicht lang -.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An das Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-herz-5849/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-herz-5849/</guid><description>&lt;ol start="1816"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß legen sich die Ungeduld,&#10;Sei stille, Herz, nur stille!&#10;Dort oben waltet Vaters Huld,&#10;Der neige sich dein Wille.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was schauest du so viel herum,&#10;Und hast so viele Worte?&#10;Bald wird doch Alles still und stumm&#10;An einer dunkeln Pforte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir werden Alle stumm und still&#10;In unsre Gräber ziehen,&#10;Ob einer dort sich regen will,&#10;Vergebens ist sein Mühen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß fahren, Herz, die Ungeduld,&#10;Zur Ruhe mußt du kommen,&#10;Und wirf dich in die Vaterhuld,&#10;Das einig bringt dir Frommen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Abendstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-abendstern-881/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-abendstern-881/</guid><description>&lt;p&gt;Du blickst so lächelnd auf mich nieder,&#10;Du heller, lieber Abendstern,&#10;Als hörtest Du die leisen Lieder&#10;Der ahnungsvollen Schwermuth gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn alles schläft, erweckt die Feier&#10;Der stillen Nacht wie Melodie&#10;Der Sehnsucht Klage, und ihr Schleier&#10;Verräth die heißen Thränen nie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann strahlst Du, holder Himmelsfunken,&#10;Mir Trost in′s kranke Herz herab,&#10;Und es ersteht mir, wonnetrunken,&#10;Die Hoffnung aus der Zeiten Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft schon, wenn ich mit heißem Sehnen&#10;Begrüßte meiner Liebe Bild,&#10;Da lachtest Du in meine Thränen&#10;Und machtest meinen Kummer mild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Frieden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-frieden-5009/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-frieden-5009/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bist du hingeflohn, geliebter Friede?&#10;Gen Himmel, in dein mütterliches Land?&#10;Hast du dich, ihrer Ungerechtigkeiten müde,&#10;Ganz von der Erde weggewandt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohnst du nicht noch auf einer von den Fluren&#10;Des Oceans, in Klippen tief versteckt,&#10;Wohin kein Wuchrer, keine Missethäter fuhren,&#10;Die kein Eroberer entdeckt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht, wo mit Wüsten rings umher bewehret,&#10;Der Wilde sich in deinem Himmel dünkt?&#10;Sich ruhig von den Früchten seines Palmbaums nähret?&#10;Vom Safte seines Palmbaums trinkt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mai-1514/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mai-1514/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist doch im April fürwahrDer Frühling weder halb noch gar.Komm, Rosenbringer, süßer Mai,Komm du herbei!So weiß ich, was der Frühling sei.- Wie aber, soll die erste Gartenpracht,Narzissen, Primeln, Hyazinthen,Die kaum die hellen Äuglein aufgemachtSchon welken und verschwinden?Und mit euch besonders, holde Veilchen,Wär′s dann fürs ganze Jahr vorbei?Lieber, lieber Mai,Ach, so warte noch ein Weilchen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-1819/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-1819/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond schien über′s Dünenland,&#10;Da lag ich hingestreckt im Sand&#10;Und sann und sann, das Auge wach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Bahnen, die durch′s Weltmeer geh′n,&#10;Den Sternen, die am Himmel steh′n,&#10;Begierig fragt′ ich ihnen nach. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ist der Sterne Schein verglommen,&#10;Der Wellen Wege sind verschwommen,&#10;Auf lichten Schwingen naht der Tag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was mir der Sterne Schrift erschlossen?&#10;Was mir an Weisheit zugeflossen&#10;Aus Windesbraus und Wellenschlag?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht frag′ ich mehr nach Thoren Art:&#10;Was unerforschbar uns verwahrt,&#10;Ich find′ es nie und nimmermehr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-2962/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-2962/</guid><description>&lt;p&gt;Verschwiegner Mond, wärst du ein Spiegel:&#10;O wie viel lieber wandelt&amp;rsquo; ich&#10;Auf diesem bunten Blumenhügel!&#10;O wie viel lieber säh&amp;rsquo; ich dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trotz diesen zwischen uns gelegnen&#10;Gebürgen würde dann mein Blick&#10;Dem seinigen so oft begegnen,&#10;Und niemand störte dieses Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch strahl&amp;rsquo; auch so uns Trost hernieder,&#10;Erheitre unsern Lebenslauf,&#10;Und höre meine frommen Lieder,&#10;Und trinke meine Thränen auf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sehnt Eduard, das Auge trübe,&#10;Die Brust voll Seufzer, sich nach mir:&#10;So birg ihm nicht, dass ich ihn liebe,&#10;Und bring ihm diesen Kuss dafür.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-4372/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-4372/</guid><description>&lt;p&gt;Füllest wieder Busch und Tal&#10;Still mit Nebelglanz&#10;Lösest endlich auch einmal&#10;Meine Seele ganz;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Breitest über mein Gefild&#10;Lindernd deinen Blick,&#10;Wie des Freundes Auge mild&#10;Über mein Geschick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeden Nachklang fühlt mein Herz&#10;Froh und trüber Zeit,&#10;Wandle zwischen Freud′ und Schmerz&#10;In der Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fließe, fließe, lieber Fluß,&#10;Nimmer werd ich froh,&#10;So verrauschte Scherz und Kuß,&#10;Und die Treue so.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich besaß es doch einmal&#10;Was so köstlich ist!&#10;Daß man doch zu seiner Qual&#10;Nimmer es vergißt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-5058/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-5058/</guid><description>&lt;p&gt;Im Spätherbst&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei mir gegrüßt, du Erhabner, der hinter verhüllenden Wolken&#10;Plötzlich hervorkommt am Himmel, ich heiße dich freudig willkommen;&#10;Wenn du geräuschlos hin schwebst ob diesen entblätterten Feldern,&#10;Scheinen die flüsternden Winde des Jahres Requiem zu singen.&#10;Herbstzeit beginnt jetzt zu kränkeln, bald wird sie im Tode verscheiden.&#10;Auch ist der Pfad den ich wandle, mit welkenden Blättern bestreut.&#10;Wohl thut die einsame Stille dem Herzen, das feind dem Geräusche.&#10;Ich bring mit inniger Freude dir strahlendem Fürsten der Nächte,&#10;Ehrende Huldigung dar, vor deiner Größe mich neigend.&#10;Denn wenn die Wolken die Sonne mit feindlichem Neide umdüstern,&#10;Reif uns der strenge November herabschickt zur nächtlichen Stunde,&#10;Ist es uns doppelte Freude, den Mond, den Erhabnen, zu sehen&#10;Wie er dem Schwan zu vergleichen, durch Fluten der Lüfte hinsegelnd,&#10;Unserm Gedächtniß so zauberisch zurückruft das Lächeln des Frühlings.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-5851/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mond-5851/</guid><description>&lt;p&gt;Lächle, lächle lieber Mond&#10;In der Zelle Nacht,&#10;Wo die stille Liebe wohnt,&#10;Wo die Sehnsucht wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meines Herzens ew′gen Drang&#10;Bring′ ihn doch zur Ruh,&#10;Sing′ ihm süßen Wiegensang,&#10;Tröstungen ihm zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächle mit dem Himmelstrahl&#10;Trauter, lieber Mond&#10;In das stille Friedensthal,&#10;Wo die Freundin wohnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ströme deinen Segensquell&#10;Hin auf ihr Gemüth,&#10;Das so lieblich, rein und hell&#10;Wie dein Antlitz blüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeuge meiner Seligkeit,&#10;Meiner Freundin Freund,&#10;Der oft still und ohne Neid&#10;Mich mit ihr vereint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Schlaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-schlaf-1515/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-schlaf-1515/</guid><description>&lt;p&gt;Somne levis! quanquam certissima mortis imago,  Consortem cupio te tamen esse tori.Alma quies, optata, veni! nam sic sine vita  Vivere, quam suave est, sic sine morte mori!    MeibomSchlaf! süßer Schlaf! obwohl dem Tod wie du nichts gleicht,Auf diesem Lager doch willkommen heiß ich dich!Denn ohne Leben so, wie lieblich lebt es sich!So weit vom Sterben, ach, wie stirbt es sich so leicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-tod-2229/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-tod-2229/</guid><description>&lt;p&gt;Halb aus dem Schlummer erwacht,&#10;Den ich traumlos getrunken,&#10;Ach, wie war ich versunken&#10;In die unendliche Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tiefes Verdämmern des Seins,&#10;Denkend nichts, noch empfindend!&#10;Nichtig mir selber entschwindend,&#10;Schatte mit Schatten zu eins!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da beschlich′s mich so bang,&#10;Ob auch, den Bruder verdrängend,&#10;Geist mir und Sinne verengend,&#10;Listig der Tod mich umschlang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schaudernd dacht′ ich′s, und fuhr&#10;Auf, und schloß mich ans Leben,&#10;Drängte in glühndem Erheben&#10;Kühn mich an Gott und Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-tod-3186/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-tod-3186/</guid><description>&lt;p&gt;Mich aber schone, Tod,&#10;Mir dampft noch Jugend blutstromrot -&#10;Noch hab ich nicht mein Werk erfüllt,&#10;Noch ist die Zukunft dunstverhüllt -&#10;Drum schone mich, Tod!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn später einst, Tod,&#10;Mein Leben verlebt ist, verloht&#10;Ins Werk - wenn das müde Herz sich neigt,&#10;Wenn die Welt mir schweigt -&#10;Dann trage mich fort, Tod!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-wein-3273/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-wein-3273/</guid><description>&lt;p&gt;Wein, wenn ich dich jetzo trinke,&#10;Wenn ich dich als Jüngling trinke,&#10;Sollst du mich in allen Sachen&#10;Dreist und klug, beherzt und weise,&#10;Mir zum Nutz, und dir zum Preise,&#10;Kurz, zu einem Alten machen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wein, werd′ ich dich künftig trinken,&#10;Werd′ ich dich als Alter trinken,&#10;Sollst du mich geneigt zum Lachen,&#10;Unbesorgt für Tod und Lügen,&#10;Dir zum Ruhm, mir zum Vergnügen,&#10;Kurz, zu einem Jüngling machen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-dichter-9697/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-dichter-9697/</guid><description>&lt;p&gt;Anklag ich Euch, Ihr Dichter,&#10;Verbuhlt in Worte, Worte, Worte!&#10;Ihr wissend nickt mit Greisenköpfen,&#10;Berechnet Wirbelwirkung, lächelnd und erhaben,&#10;Ihr im Papierkorb feig versteckt!&#10;Auf die Tribüne, Angeklagte!&#10;Entsühnt Euch!&#10;Sprecht Euer Urteil!&#10;Menschenkünder Ihr!&#10;Und seid &amp;hellip;?&#10;So sprecht doch! Sprecht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Entfernte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-entfernte-4373/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-entfernte-4373/</guid><description>&lt;p&gt;So hab′ ich wirklich dich verloren?&#10;Bist du, o Schöne, mir entflohn?&#10;Noch klingt in den gewohnten Ohren&#10;Ein jedes Wort, ein jeder Ton.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wie des Wandrers Blick am Morgen&#10;Vergebens in die Lüfte dringt,&#10;Wenn in dem blauen Raum verborgen,&#10;Hoch über ihm die Lerche singt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So dringet ängstlich hin und wider&#10;Durch Feld und Busch und Wald mein Blick -&#10;Dich rufen alle meine Lieder:&#10;O komm, Geliebte, mir zurück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Entfernte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-entfernte-5970/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-entfernte-5970/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Rose pflück ich hier,&#10;In der fremden Ferne;&#10;Liebes Mädchen, dir, ach dir&#10;Brächt ich sie so gerne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch bis ich zu dir mag ziehn&#10;Viele weite Meilen,&#10;Ist die Rose längst dahin,&#10;Denn die Rosen eilen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie soll weiter sich ins Land&#10;Lieb von Liebe wagen,&#10;Als sich blühend in der Hand&#10;Läßt die Rose tragen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder als die Nachtigall&#10;Halme bringt zum Neste,&#10;Oder als ihr süßer Schall&#10;Wandert mit dem Weste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freiheit-4578/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freiheit-4578/</guid><description>&lt;p&gt;Goldne Freiheit, kehre wieder&#10;In mein wundes Herz zurück,&#10;Weck mir neue, heitre Lieder&#10;Und entwölke Geist und Blick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm und trockne meine Tränen&#10;Mit der rosig-zarten Hand,&#10;Stille meines Busens Sehnen,&#10;Löse, was die Liebe band.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe schafft Olympos-Freuden,&#10;Und wer ehrte sie wie ich? -&#10;Tiefer doch sind ihre Leiden,&#10;Und allein sie trafen mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! mit Jahren voller Qualen,&#10;Mit des halben Lebens Glück&#10;Mußt ich ihre Wonne zahlen,&#10;Flüchtig, wie ein Augenblick.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freude-4346/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freude-4346/</guid><description>&lt;p&gt;Kind des Himmels, Freude, komm’!&#10;Komm’ herab aus deinem Himmel,&#10;Komm’ herab, wie Engel fromm,&#10;Komm’ herab in’s Erdgetümmel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, seit du entflohen bist,&#10;Ist die Erde voll von Buben,&#10;Voll von Trug und Hinterlist,&#10;Voll von Mord und Mördergruben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm’ in jedes Menschenherz!&#10;Blocke, wie des Tigers, werden&#10;Dir verschwinden; Lieb’ und Scherz&#10;Dich begleiten hier auf Erden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tausende von uns sind krank,&#10;Krank am Herzen; komm’ und heile!&#10;Fürsten sollen mit Gesang&#10;Dich empfangen: Komm’ und eile!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freude-9413/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freude-9413/</guid><description>&lt;p&gt;Freude, schöner Götterfunken,&#10;Tochter aus Elysium,&#10;Wir betreten feuertrunken&#10;Himmlische, dein Heiligtum.&#10;Deine Zauber binden wieder,&#10;Was der Mode streng geteilt;&#10;Bettler werden Fürstenbrüder,&#10;Wo dein sanfter Flügel weilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Chor:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seid umschlungen, Millionen!&#10;Diesen Kuß der ganzen Welt!&#10;Brüder - überm Sternenzelt&#10;Muß ein lieber Vater wohnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wem der große Wurf gelungen,&#10;Eines Freundes Freund zu sein;&#10;Wer ein holdes Weib errungen,&#10;Mische seinen Jubel ein!&#10;Ja - wer auch nur eine Seele&#10;Sein nennt auf dem Erdenrund!&#10;Und wer&amp;rsquo;s nie gekonnt, der stehle&#10;Weinend sich aus diesem Bund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freunde-2535/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freunde-2535/</guid><description>&lt;p&gt;Lieben Freunde, es gab schönre Zeiten,&#10;Als die unsern, das ist nicht zu streiten!&#10;Und ein edler Volk hat einst gelebt.&#10;Könnte die Geschichte davon schweigen,&#10;Tausend Steine würden redend zeugen,&#10;Die man aus dem Schoß der Erde gräbt.&#10;Doch es ist dahin, es ist verschwunden&#10;Dieses hoch begünstigte Geschlecht.&#10;Wir, wir leben! Unser sind die Stunden,&#10;Und der Lebende hat Recht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freunde, es gibt glücklichere Zonen,&#10;Als das Land, worin wir leidlich wohnen,&#10;Wie der weit gereiste Wandrer spricht.&#10;Aber hat Natur uns viel entzogen,&#10;War die Kunst uns freundlich doch gewogen,&#10;Unser Herz erwarmt an ihrem Licht.&#10;Will der Lorbeer hier sich nicht gewöhnen,&#10;Wird die Myrte unsers Winters Raub:&#10;Grünet doch, die Schläfe zu bekrönen,&#10;Uns der Rebe muntres Laub.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freunde-4705/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freunde-4705/</guid><description>&lt;p&gt;Der Jugend Glanz, der Sehnsucht irre Weisen,&#10;Die tausend Ströme durch das duftge Land,&#10;Es zieht uns all zu seinen Zauberkreisen. -&#10;Wem Gottesdienst in tiefster Brust entbrannt,&#10;Der sieht mit Wehmut ein unendlich Reisen&#10;Zu ferner Heimat, die er fromm erkannt:&#10;Und was sich spielend wob als irdsche Blume,&#10;Wölbt still den Kelch zum ernsten Heiligtume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So schauet denn das buntbewegte Leben&#10;Ringsum von meines Gartens heitrer Zinn,&#10;Daß hoch die Bilder, die noch dämmernd schweben -&#10;Wo Morgenglanz geblendet meinen Sinn -&#10;An eurem Blick erwachsen und sich heben.&#10;Verwüstend rauscht die Zeit darüber hin;&#10;In euren treuen Herzen neu geboren,&#10;Sind sie im wilden Strome unverloren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-hoffnung-6256/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-hoffnung-6256/</guid><description>&lt;p&gt;Als geschwunden der kindische Wahn,&#10;Es würde sich klären&#10;Das Chaos, die Träume,&#10;Sich klären zur Dichtung,&#10;Werden zur Wahrheit, - -&#10;Als gewichen der Wahn,&#10;Wie stand ich verzweifelt,&#10;Starrte ins Leere,&#10;In trostlose Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollte mein Auge&#10;Geworfen nur haben&#10;Den Unglücksblick&#10;Ins Strahlenmeer der heiligen Dichtung,&#10;Daß ich wanke&#10;Ins Dunkel,&#10;Wanke ins graue&#10;Leben des Alltags?&#10;Tiefe, traurig tiefe Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da seh′ ich ein Licht,&#10;Ein schwaches schwankendes Licht,&#10;Es wird größer, wird heller. -&#10;Verschwunden ist′s. -&#10;Da leuchtet es wieder,&#10;Größer und größer,&#10;Ich sehe den Stern,&#10;Der tröstend mir winkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Kunstrichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-kunstrichter-4970/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-kunstrichter-4970/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Lob, das alle Fehler uns verschweigt,&#10;Ist wie der fette Frühlingsregen,&#10;Der allzustark die Felder säugt;&#10;Er tödtet sie durch Segen.&#10;Die Tadel, die, an Galle reich,&#10;nur zu beschämen suchten,&#10;sind schloßenvollen Wettern gleich;&#10;Sie stürmen Saaten ein, anstatt sie zu befruchten.&#10;Ein Lob, zu rein für Schmeicheley,&#10;Erweckt uns, wie die Flur der May;&#10;Und Wahrheit ohn′ Erbittern;&#10;Ruft unsre Kraft empor, gleich fruchtenden Gewittern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe-4226/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe-4226/</guid><description>&lt;p&gt;Von dir, o Liebe, nehm ich an&#10;Den Kelch der bittern Leiden;&#10;Nur einen Tropfen dann und wann,&#10;Nur einen deiner Freuden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wird dein Kelch, o Liebe, mir&#10;Wie Feierbecher glänzen;&#10;Auch unter Tränen will ich dir&#10;Mit Rosen ihn bekränzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe-4347/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe-4347/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe! Allerliebste Liebe,&#10;Segne mich mit deinem Triebe!&#10;Laß mich deinen Reiz empfinden,&#10;Laß mich deine Gluth entzünden;&#10;Laß mir hübsch durch dein Genießen&#10;Zeit und Stunden schneller fließen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß mir’s an der Müh’, zu wählen,&#10;Aber nie an Schönen fehlen;&#10;Und damit auch viel Beschwerden&#10;Durch ein Mittel minder werden,&#10;Laß mir künftig nur von allen&#10;Eine schön seyn und gefallen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lehre sie, mich ganz zu kennen;&#10;Klug zu frieren, klug zu brennen;&#10;Lehre, witzig abzuschlagen,&#10;Und nur reizend »Ja!« zu sagen.&#10;Lehre sie, aus Wort und Werken&#10;Meinen Wunsch und Willen merken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe-4560/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe-4560/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe, die du mich belehret,&#10;Wie man süße Lieder singt:&#10;Liebe, die die Scherze nähret,&#10;Gib, daß mir ein Lied gelingt.&#10;Weihe mit verliebten Scherzen&#10;Meinen Trieb zur Dichtkunst ein,&#10;Und bezwing durch mich die Herzen:&#10;Ich will gern dein Herold seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Theile dich mir mit, o! Liebe,&#10;Wie dem Weisen, der dein Lob&#10;Noch mit feurig starkem Triebe,&#10;Bey des Alters Frost, erhob.&#10;Ja, ich fühle schon dein Feuer:&#10;Doch dein Einfluß wirkt den Scherz&#10;Nicht in Liedern meiner Leyer,&#10;Nein, er wirkt ihn in mein Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Muse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-muse-5015/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-muse-5015/</guid><description>&lt;p&gt;Willst du den allerhöchsten Zevs erhöhen,&#10;Der sein allmächtig Haupt bewegt,&#10;Und den Olymp erschüttert? oder Athenäen,&#10;In diesem Haupt gepflegt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die mit bestälter Esche, nimmer müde,&#10;Den Typhon, den Encelados&#10;Zurückewarf, und mit der ewigen Aegide&#10;Die Felsen, ihr Geschoss?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Singst du den ersten König in die Saite,&#10;Die Patareus dir aufgespannt?&#10;Ihn? oder seinen Bruder? oder wählst du heute&#10;Den Gwelfen Ferdinand?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In königlicher Weisheit unterwiesen,&#10;Zu Kriegestugenden erhitzt,&#10;Sind beide hoher Hymnen werth. – Bald singe diesen,&#10;O Muse! jenen itzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-nachtigall-4122/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-nachtigall-4122/</guid><description>&lt;p&gt;O Philomele,&#10;Sing immer zu!&#10;Du siehst, ich quäle&#10;Mich mehr als du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es floh der meine&#10;Wie deiner floh,&#10;Und wie der deine,&#10;So liebt′ er, - so! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur wenig Tage&#10;Währt dein Gesang,&#10;Doch meine Klage&#10;Währt lebenslang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach kurzer Weile&#10;Suchst fremde Luft:&#10;Und ich - ich eile&#10;Zur dunkeln Gruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im schönen Lenze&#10;Kommt wieder dir&#10;Von ferner Grenze&#10;Dein Liebchen hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und neue Freude&#10;Bringt dir das Jahr,&#10;Ich lieb′ - und leide&#10;Ach immerdar!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur-2395/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur-2395/</guid><description>&lt;p&gt;Da ich noch um deinen Schleier spielte,&#10;Noch an dir, wie eine Blüte, hing,&#10;Noch dein Herz in jedem Laute fühlte,&#10;Der mein zärtlichbebend Herz umfing,&#10;Da ich noch mit Glauben und mit Sehnen&#10;Reich, wie du, vor deinem Bilde stand,&#10;Eine Stelle noch für meine Tränen,&#10;Eine Welt für meine Liebe fand,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da zur Sonne noch mein Herz sich wandte,&#10;Als vernähme seine Töne sie,&#10;Und die Sterne seine Brüder nannte&#10;Und den Frühling Gottes Melodie,&#10;Da im Hauche, der den Hain bewegte,&#10;Noch dein Geist, dein Geist der Freude sich&#10;In des Herzens stiller Welle regte,&#10;Da umfingen goldne Tage mich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur-2478/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur-2478/</guid><description>&lt;p&gt;Süße, heilige Natur,&#10;Laß mich gehn auf deiner Spur!&#10;Leite mich an deiner Hand,&#10;Wie ein Kind am Gängelband!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich dann ermüdet bin,&#10;Rück ich dir am Busen hin,&#10;Atme süße Himmelslust,&#10;Hangend an der Mutter Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, mir ist so wohl bei dir!&#10;Will dich lieben für und für.&#10;Laß mich gehn auf deiner Spur,&#10;Süße, heilige Natur!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur-5126/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur-5126/</guid><description>&lt;p&gt;Natur! Natur! Du Götterwelt!&#10;Wie bist du prächtig aufgestellt&#10;Mit Bergen groß und Tälern klein,&#10;Es hat wohl müssen also sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mittendrin in der Natur&#10;Dehnt sich die grüne Wiesenflur,&#10;Im Winter ist sie weiß beschneit,&#10;So hat ein jedes seine Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch du, auch du, o Menschenkind,&#10;Bedenke, wie die Zeit verrinnt.&#10;Heut rauscht sie mächtig noch daher,&#10;Und morgen sieht man sie nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frisch auf, frisch auf, mit Hörnerklang&#10;Durch das verschneite Tal entlang,&#10;Die Glöckchen klingen am Geläut:&#10;Gestern war gestern, morgen wird morgen sein, heute ist heut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur-5826/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-natur-5826/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Ode&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Stadt entflohn und ihrem Geräusch,&#10;Flücht? ich dir zu,&#10;Allgewalt′ge du, ew′ge Natur!&#10;O, wie athmet mir auf die Brust&#10;In wollustseligen Zügen,&#10;Da nun der Menschen kleinliches Treiben&#10;Und niederes Trachten völlig mir schwand!&#10;Wie sie da drinnen rennen und jagen,&#10;Drinn in der Gassen Gewirr,&#10;Der Erde nichtiges Gut zu erringen,&#10;Stets weiter entschweifend dem wahren, seligen Heil:&#10;Verlassen haben sie dich, Allnährerin du,&#10;Gleichwie ein verdorbenes Kind vom Busen der Mutter&#10;Entflieht und in der Fremde schmutzigem Thun sich ergiebt.&#10;Mit starren Dogmen, unbegriffen gepredigt,&#10;Mit thörichter Satzung, zu üben erzwungene Sitte,&#10;Mit ihnen haben sie Leib und Seele gefesselt,&#10;Wie stählerne Panzer es thun;&#10;Halbblind schon, jagen sie nach nun des Glückes Zerrbild, —&#10;Die göttliche Schöne nicht mehr erkennend,&#10;Scheint ihnen irdischer Glanz mehr, als das ewige Licht! —&#10;So, vollkommenen Thoren gleich, siech und krank und geblendet,&#10;Taumelt dies elend Geschlecht&#10;Von dem Tage zur Nacht, durch alle Stunden und Jahre,&#10;Ganz von Nebeln umwallet, von giftigem Dunste umhaucht,&#10;Sich nicht mehr des Ew′gen bewußt.&#10;Und unfrei sind sie geworden,&#10;Jeder des eig′nen und auch des anderen Sklave:&#10;Dich auch hat man vergessen, goldene Freiheit!&#10;Wann leuchtest du vor nun, einfach schönes, ewig wahres Bild der Natur,&#10;Wo leuchtest du vor nun aus der umnebelten Welt? —&#10;Nimmer und nirgends! Man kennt dich nicht mehr! . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-rose-4229/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-rose-4229/</guid><description>&lt;p&gt;Rose, komm! der Frühling schwindet,&#10;Veilchen haben dich verkündet,&#10;Maienblumen starben hin;&#10;Öffne dich beim Lustgetöne&#10;Dieser Fluren; komm o schöne&#10;Holde Blumenkönigin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als du kamst im ersten Lenze,&#10;Hingen tausendfache Kränze&#10;Schon um Anger, Berg und Tal;&#10;Ufer lockten, Wälder blühten,&#10;Pomeranzen-Haine glühten&#10;Weit umher im Sonnenstrahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du gingst mit leisem Beben&#10;Aus der zarten Knosp′ ins Leben;&#10;Erd′ und Himmel neigten sich;&#10;Und es huldigten die Wiesen;&#10;Nachtigallenchöre priesen,&#10;Alle Nymphen liebten dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sonne-5345/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sonne-5345/</guid><description>&lt;p&gt;O jugendliche Sonne,&#10;Du bräutlich Himmelslicht,&#10;Du bleibe meine Wonne,&#10;Dir bleibe mein Gedicht!&#10;So lang die Flammentriebe&#10;In mir noch ungestillt,&#10;Des Geistes und der Liebe&#10;Bleibst du das schönste Bild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-kind-9036/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-kind-9036/</guid><description>&lt;p&gt;Dir lacht der Jugend Morgen;&#10;Nimm ganz und voll ihn hin,&#10;Genieß ihn ohne Sorgen&#10;In kindlich-heitrem Sinn.&#10;Und will er dir entschweben,&#10;- So schnell die Zeit verrinnt! -&#10;Sei durch dein ganzes Leben,&#10;Was du jetzt bist: ein Kind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wirst ihn einst verstehen,&#10;Den Wunsch, wie er gemeint,&#10;Nicht zaghaft sollst du gehen,&#10;Wenn dich in harte Lehre&#10;Das Schicksal einstens nimmt,&#10;Und unter ihrer Schwere&#10;Dein Herz sich blutend krümmt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Quelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-quelle-5741/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-quelle-5741/</guid><description>&lt;p&gt;Du kleine grünumwachsne Quelle,&#10;An der ich Daphne jüngst gesehn!&#10;Dein Wasser war so still! so helle!&#10;Und Daphnes Bild darin, so schön!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oh, wenn sie sich nochmal am Ufer sehen läßt,&#10;So halte du ihr schönes Bild doch fest;&#10;Ich schleiche heimlich denn mit nassen Augen hin,&#10;Dem Bilde meine Not zu klagen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, wenn ich bei ihr selber bin,&#10;Denn, ach! denn kann ich ihr nichts sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Goethe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-goethe-2539/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-goethe-2539/</guid><description>&lt;p&gt;Du selbst, der uns von falschem Regelzwange&#10;Zur Wahrheit und Natur zurückgeführt,&#10;Der, in der Wiege schon ein Held, die Schlange&#10;Erstickt, die unsern Genius umschnürt,&#10;Du, den die Kunst, die göttliche, schon lange&#10;Mit ihrer reinen Priesterbinde ziert,&#10;Du opferst auf zertrümmerten Altären&#10;Der Aftermuse, die wir nicht mehr ehren?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einheim′scher Kunst ist dieser Schauplatz eigen,&#10;Hier wird nicht fremden Götzen mehr gedient;&#10;Wir können mutig einen Lorbeer zeigen,&#10;Der auf dem deutschen Pindus selbst gegrünt.&#10;Selbst in der Künste Heiligtum zu steigen,&#10;Hat sich der deutsche Genius erkühnt,&#10;Und auf der Spur des Griechen und des Britten&#10;Ist er dem bessern Ruhme nachgeschritten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Goethe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-goethe-4279/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-goethe-4279/</guid><description>&lt;p&gt;März 1808&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch du, der, sinnreich durch Athenes Schenkung,&#10;Sein Flügelroß, wenn′s unfügsam sich bäumet,&#10;Und Funken schnaubt, mit Kunst und Milde zäumet,&#10;Zum Hemmen niemals, nur zu freier Lenkung:&#10;Du hast, nicht abhold künstelnder Beschränkung,&#10;Zwei Vierling′ und zwei Dreiling′ uns gereimet?&#10;Wiewohl man hier Kernholz verhaut, hier leimet,&#10;Den Geist mit Stümmlung lähmend und Verrenkung?&#10;Laß, Freund, die Unform alter Trouvaduren,&#10;Die einst vor Barbarn, halb galant, halb mystisch,&#10;Ableierten ihr klingelndes Sonetto;&#10;Und lächle mit, wo äffische Naturen&#10;Mit rohem Sang′ und Klingklang′ afterchristisch,&#10;Als Lumpenpilgrim, wallen nach Loretto.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Goethe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-goethe-5859/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-goethe-5859/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun hab′ ich dich gesehen,&#10;Du hohes Heldenhaupt,&#10;In fernen, sel′gen Höhen,&#10;Von frischem Kranz umlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Apollo′s goldner Bogen&#10;Der Stirne lichter Bau,&#10;Ein Firmament, umzogen&#10;Von ewig klarem Blau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das milde, weise Lächeln,&#10;Das um die Lippe wallt,&#10;Wie linder Weste Fächeln&#10;Zu mildern die Gewalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie traten aus dem Dunkeln&#10;Die Formen klar und rein,&#10;Die Blicke sah ich funkeln&#10;Wie goldner Sterne Schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Worten dich zu grüßen,&#10;Hat Stolz mich nie verführt,&#10;Die Hand nur möcht′ ich küssen,&#10;Die so die Saiten rührt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter-3642/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter-3642/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin′s gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen,&#10;Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe;&#10;Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe,&#10;Ich würde nicht die Augen niederschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, liebe Mutter, offen will ich′s sagen:&#10;Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,&#10;In deiner selig süßen, trauten Nähe&#10;Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget,&#10;Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet,&#10;Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter-6994/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter-6994/</guid><description>&lt;p&gt;Der reinste Demant dieser Erde,&#10;Das köstlichste, das reichste Erz,&#10;Die schönste Sonne aller Sonnen,&#10;Es ist das treue Mutterherz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Herz so tief, so unergründlich,&#10;O Herz so wahr, so gut, so rein -&#10;O ewig wie der Weltenlenker&#10;Kann nur die Mutterliebe sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selbstsüchtig ist sonst jede Liebe,&#10;In ihrer Qual, in ihrem Glück,&#10;Sie gibt ihr Herz dir hin, doch fordert&#10;Sie auch dein Herz dafür zurück;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andenken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andenken-6712/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andenken-6712/</guid><description>&lt;p&gt;Athmet von Lüftchen bewegt, die Linde mit stillem Gesäusel,&#10;Wähn&amp;rsquo; ich, es beb&amp;rsquo; um mich, leise dein zärtlicher Laut.&#10;Seh&amp;rsquo; ich von fern ein Gewand, an Farbe ähnlich dem deinen,&#10;Zuckt mir ein lieblicher Schreck schauernd durch Mark und Gebein.&#10;Zeichnet mit Rosengewölk der Tag die beginnende Laufbahn,&#10;Stralet der Äther so blau, denk&amp;rsquo; ich: es wäre wohl schön,&#10;Heut&amp;rsquo; in der freien Natur, in himmlisch blühenden Lauben&#10;Frölich beisammen zu seyn, ach! mit dem lieblichen Freund!&#10;Dämmert der Abend so mild, und wandelt durch duftige Wolken&#10;Ihren Geliebten zu sehn, Luna, mit thauigem Blick,&#10;Schimmern die Sterne herab, in schweigender, ewiger Klarheit,&#10;Tauch&amp;rsquo; ich mich, einsam und still, gern in die Kühlung der Nacht,&#10;Denke deiner, bewegt, und seufze mit liebender Sehnsucht:&#10;Wehet, ihr Lüfte, o weht seine Gedanken mir zu!&#10;Sieh&amp;rsquo;, es umringet mich so dein Bild in lieblichen Träumen,&#10;Bist du dem Auge gleich fern, ewig dem Herzen doch nah.&#10;Seliger Ahnung getreu, liebt dich die Freundinn in Allem,&#10;Wie sie, in schönerer Zeit, Alles einst liebte in dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anrede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anrede-5557/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anrede-5557/</guid><description>&lt;p&gt;Ich atme Dich mit Sehnsucht, süßer Duft.&#10;Wo Du verschwebst, ging aller Frühling enden,&#10;Wo Du verhauchst, da weht von Schatten-Wänden&#10;Herbstlichen Atems die bereifte Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schmecke Dich mit Andacht, edles Brot.&#10;Wo Du gebrichst, gebricht es aller Fülle,&#10;Wo Du ausgehst, da steigt aus ihrer Hülle&#10;Von Überfluß die ungemeßne Not.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühle Dich mit Angst, geliebter Leib.&#10;Die Dich verlor, die Hand, wird irrer Schwere&#10;Tasten ringsum und tasten in die Leere&#10;Nach allen Dings unfaßbarem Verbleib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antwort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antwort-3939/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antwort-3939/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne stieg zum Himmelsraum&#10;Mit heller Glut hinauf,&#10;Und alles wacht aus stillem Traum&#10;Zu lautem Leben auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Woher hast du die Feuerpracht,&#10;Du lichte Sonnenglut,&#10;Und warum sankst du über Nacht&#10;Zur kühlen Meeresflut?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Glut hab ich von Ewigkeit,&#10;Als Widerstral des Lichts,&#10;Das mir der Liebesblick verleiht&#10;Des Gottesangesichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in die Flut sank ich zur Nacht,&#10;Daß euch das Auge nicht&#10;Durch meines Feuers Flammenpracht&#10;Schon vor dem Sterben bricht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antwort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antwort-5865/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antwort-5865/</guid><description>&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist kein falsches Wähnen,&#10;Kein loses Bilderspiel,&#10;Ein tief gewurzelt Sehnen&#10;Treibt mich nach meinem Ziel.&#10;Mögt ihr mich Träumer schelten,&#10;Beweinen muß ich euch,&#10;Will nicht mit Hohn vergelten,&#10;Und lad′ euch in mein Reich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Geist von oben dringet&#10;Durch alle Völker hin,&#10;Doch jeden Stamm bezwinget&#10;Sein eigner tiefer Sinn.&#10;Wie viel auch sind der Stufen&#10;Am Thron der Ewigkeit,&#10;Ein Volk ist hoch berufen&#10;Vor allen weit und breit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>April</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/april-4231/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/april-4231/</guid><description>&lt;p&gt;Was kümmerts dich in deinen Wolken droben,&#10;Du launischer April,&#10;Ob wir dich tadeln, oder loben?&#10;Ein großer Herr thut meistens, was er will.&#10;Auch halten wir geduldig still,&#10;Und leiden, was wir leiden müssen.&#10;Gieb uns zuweilen nur ein wenig Sonnenschein,&#10;Damit wir dessen uns erfreun:&#10;Dann magst du wiederum mit Schnee und Regengüssen,&#10;Mit Sturm und Blitz und Hagel dir&#10;Bey Tag und Nacht die Zeit vertreiben!&#10;In unsrer kleinen Wirthschaft hier&#10;Soll dennoch gutes Wetter bleiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>April</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/april-4384/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/april-4384/</guid><description>&lt;p&gt;Augen, sagt mir, sagt, was sagt ihr?&#10;Denn ihr fragt was gar zu Schönes?&#10;Gar des lieblichsten Getönes;&#10;Und in gleichem Sinne fragt ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ich glaub′ euch zu erfassen:&#10;Hinter dieser Augen Klarheit&#10;Ruht ein Herz in Lieb′ und Wahrheit,&#10;Jetzt sich selber überlassen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem es wohl behagen müßte,&#10;Unter so viel stumpfen, blinden,&#10;Endlich einen Blick zu finden,&#10;Der es auch zu schätzen wüßte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und indem ich diese Chiffern&#10;Mich versenke zu studieren,&#10;Laßt euch ebenfalls verführen,&#10;Meine Blicke zu entziffern!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>April</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/april-6841/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/april-6841/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist die Drossel, die da schlägt,&#10;Der Frühling, der mein Herz bewegt;&#10;Ich fühle, die sich hold bezeigen,&#10;Die Geister aus der Erde steigen.&#10;Das Leben fließet wie ein Traum -&#10;Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>April</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/april-7370/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/april-7370/</guid><description>&lt;p&gt;Leichtsinnig, launig, neckisch, ausgelassen,&#10;Wandl′ ich in jeder Stunde Leib und Sinn:&#10;Kaum weiß ich selbst, wie ich beschaffen bin,&#10;Wie sollen mich die fremden Leute fassen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier werf′ ich einen Schneeball durch die Gassen,&#10;Dort schweb′ ich blau in jungen Düften hin,&#10;Bald streich′ ich sanft der Schönen weiches Kinn,&#10;Bald sagen sie, ich wäre grob im Spaßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern wollt′ ich dir noch Vieles von mir sagen,&#10;Doch drückt mich des Sonettes enges Band,&#10;Das mir die Muse um den Mund geschlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arie-7578/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arie-7578/</guid><description>&lt;p&gt;Schließt euch, geliebte Blicke,&#10;nach der Umarmung zu,&#10;fühllos Gefühl erquicke&#10;dein Blut im Schoß der Ruh'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Löst euch, geliebte Glieder,&#10;reizendes Haupt, sink hin,&#10;ein fächelndes Gefieder&#10;besänftige jeden Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dämmrung vor dich zu schatten,&#10;heb ich die Hand ins Licht:&#10;fühls nicht, und fühl nur matten&#10;den Tag vor dem Gesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühls nicht, und mich lass fühlen,&#10;wie die mich nun noch presst,&#10;die leichte Hand, vom Kühlen&#10;entseelt, mich halb entlässt -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arie-9527/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arie-9527/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarz ist mein Pfad, den mir auf dickem Dorne&#10;Die Eisenhand&#10;Der Parze wies, als sie mir einst im Zorne&#10;Den Faden wand.&#10;Was hast du, Welt, das ich zum Pilgermahle&#10;Noch hoffen darf,&#10;Ach, den das Schicksal aus dem Satz der Schale&#10;Zum Trotze warf?&#10;Es lagert sich von mißgeschaffnen Gnomen&#10;Um meine Stirn&#10;Ein Heer und quält mit stygischen Phantomen&#10;Mein Herz und Hirn!&#10;Mein Wandelplatz sind lange Todtenhallen,&#10;Wo Fürst und Knecht&#10;Im Arm der Zeit zu gleichem Moder fallen&#10;Und gleichem Recht.&#10;Wo gleicher Schutt auf Knochen stolzer Edeln&#10;Und Fröner fällt,&#10;Wo schwelgerisch der Wurm in beider Schädeln&#10;Behausung hält.&#10;Da hat für mich der Mutterschoos der Erde,&#10;Mir jetzt so karg,&#10;Doch Platz, wenn ich zurücke kehren werde,&#10;Für meinen Sarg.&#10;Und weigerte man mir auch Sarg und Decke,&#10;Was liegt mir dran?&#10;Flaum oder Stein ist Eins; an welchem Flecke,&#10;Geht mich nichts an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aschermittwoch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aschermittwoch-1189/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aschermittwoch-1189/</guid><description>&lt;p&gt;Nun fällt der tollen Narrenwelt&#10;das bunte Kleid in Lumpen, -&#10;und klirrend auf den Estrich schellt&#10;der Freude voller Humpen.&#10;Lautkrachend springt ins Schloß das Tor,&#10;kein Lichtschein mehr am Fenster -&#10;ein grauer Morgen kriecht empor,&#10;der Morgen der Gespenster.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ist im tiefen Straßenstaub&#10;ein stolzes Weib gestanden -&#10;von ihrem Odem rauscht das Laub,&#10;des Meeres Wogen branden.&#10;Sie reckt sich in die Frühlingspracht&#10;mit herrischer Gebärde:&#10;mein ist, was blüht und weint und lacht -&#10;mein ist die ganze Erde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aschermittwoch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aschermittwoch-622/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aschermittwoch-622/</guid><description>&lt;p&gt;Wirf den Schmuck, schönbusiges Weib, zur Seite,&#10;Schlaf und Andacht teilen den Rest der Nacht nun;&#10;Laß den Arm, der noch die Geliebte festhält,&#10;Sinken, o Jüngling!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht vermummt mehr schleiche die Liebe, nicht mehr&#10;Tret′ im Takt ihr schwebender Fuß den Reigen,&#10;Nicht verziehn mehr werde des leisen Wortes&#10;Üppige Keckheit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mitternacht ankünden die Glocken, ziehn euch&#10;Rasch vom Mund weg Küsse zugleich und Weinglas:&#10;Spiel und Ernst trennt stets ein gewagter, kurzer,&#10;Fester Entschluß nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Eisenbahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-eisenbahn-5325/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-eisenbahn-5325/</guid><description>&lt;p&gt;Rascher Blitz, der mich trägt&#10;Pfeilschnell, von der Gluth bewegt,&#10;Sausend durch des Tages Pracht,&#10;Brausend durch die dunkle Nacht,&#10;Donnernd über Stromesschäumen,&#10;Blitzend an des Abgrunds Säumen,&#10;Durch der Berge mächt′ge Grüfte,&#10;Durch der Thäler nächt′ge Klüfte,&#10;Durch der Saaten goldne Wogen,&#10;Ueber stolze Brückenbogen,&#10;Durch der Dörfer munter Leben,&#10;Durch der Städte bunter Weben. -&#10;Könnt′, wie du, das freie Wort&#10;Sausend zieh′n von Ort zu Ort!&#10;Alle Herzen, die ihm schlagen,&#10;Stürmisch so von dannen tragen,&#10;So aus einem Land zum andern&#10;Siegend die Gedanken wandern! -&#10;Freies Wort, wer gründet Schienen,&#10;Deinem Bahnzug stark zu dienen? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auferstehung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auferstehung-6339/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auferstehung-6339/</guid><description>&lt;p&gt;Der Graf vernimmt die Töne,&#10;er sieht einen lichten Riß;&#10;er weckt seine dreizehn Söhne&#10;im Erb-Begräbnis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er grüßt seine beiden Frauen&#10;ehrerbietig von weit -;&#10;und alle voll Vertrauen,&#10;stehn auf zur Ewigkeit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und warten nur noch auf Erich&#10;und Ulriken Dorotheen,&#10;die sieben- und dreizehnjährig,&#10;(sechzehnhundertzehn)&#10;verstorben sind in Flandern,&#10;um heute vor den andern&#10;unbeirrt herzugehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufmunterung zum Vergnügen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufmunterung-zum-vergnuegen-4562/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufmunterung-zum-vergnuegen-4562/</guid><description>&lt;p&gt;Doris, eile doch mit den Gespielen!&#10;Eile doch! die stille Lust zu fühlen,&#10;Die des Frühlings Wiederkunft kann geben.&#10;Wenn er kömmt, fängt alles an zu leben;&#10;Wenn er flieht, entfliehen alle Freuden,&#10;Und du mußt die stillen Küsse meiden,&#10;Welche, wenn sein Hauch dich sanft berühret,&#10;Zephyr oft dir schmeichelnd zugeführet.&#10;Wiesen, die wie ganz erstorben schienen,&#10;Fangen itzt von neuem an zu grünen.&#10;Alles lebt, mit neuer Lust, vergnüget,&#10;Weil der rauhe Winter ist besieget.&#10;Sey vergnügt bey deines Thyrsis Küssen,&#10;Laß ihm oft sein größtes Glücke wissen,&#10;Das er nur in deinem Arm genießet:&#10;Dadurch wird der Liebe Schmerz versüßet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Kindheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-kindheit-4932/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-kindheit-4932/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Hügel war′s, wo ich im Gras&#10;Zur Sommerzeit am liebsten saß&#10;Als frohes Kind allein;&#10;Weit um mich her die grüne Au′&#10;Und über mir nur tiefes Blau&#10;Und goldner Sonnenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da schwärmten Falter mir vorbei,&#10;Und fleiß′ge Bienen summten frei&#10;Mir um das blonde Haar.&#10;Goldkäfer stellten oft sich ein,&#10;Und Grillen musizierten fein&#10;Zum Tanz der Mückenschar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn der Tag zu Rüste ging,&#10;Wie selig da mein Auge hing&#10;An Wolken, goldumsäumt!&#10;O, das war tiefe Poesie, -&#10;So lebensvolle, wie ich nie -&#10;Mir je als Mann erträumt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-5972/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-5972/</guid><description>&lt;p&gt;Ob jeder Freude seh ich schweben&#10;Den Geier bald, der sie bedroht;&#10;Was ich geliebt, gesucht im Leben,&#10;Es ist verloren oder tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fort riß der Tod in seinem Grimme&#10;Von meinem Glück die letzte Spur;&#10;Das Menschenherz hat keine Stimme&#10;Im finstern Rate der Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will nicht länger töricht haschen&#10;Nach trüber Fluten hellem Schaum,&#10;Hab aus den Augen mir gewaschen&#10;Mit Tränen scharf den letzten Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-7491/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-7491/</guid><description>&lt;p&gt;Und die Sonne machte den weiten Ritt&#10;Um die Welt,&#10;Und die Sternlein sprachen: &amp;ldquo;Wir reisen mit&#10;Um die Welt&amp;rdquo;;&#10;Und die Sonne, sie schalt sie: &amp;ldquo;Ihr bleibt zu Haus!&#10;Den ich brenn euch die goldnen Äuglein aus&#10;Bei dem feurigen Ritt um die Welt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Sternlein gingen zum lieben Mond&#10;In der Nacht,&#10;Und sie sprachen: &amp;ldquo;Du, der auf Wolken trohnt&#10;In der Nacht,&#10;Laß uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein,&#10;Er verbrennet uns nimmer die Äugelein.&amp;rdquo;&#10;Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Baum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/baum-8207/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/baum-8207/</guid><description>&lt;p&gt;Zerdachter Turm,&#10;Runenfels,&#10;Furchensäule,&#10;Gerieftes Bewusstsein:&#10;Wagst Weite und Wolken, wie du willst,&#10;Dich splitternd in die Nuancen,&#10;In die Scheine deiner Dunkelheit.&#10;Welchem Geiste gelänge solche Verzweigung,&#10;Welcher Weisheit solche Verästelung,&#10;Welchem Raffinement solche Zerblätterung?&#10;Baum!&#10;In zitternde Strahlen zerlegst du&#10;Deine Nervosität.&#10;Aber deine Äste leimt zart&#10;Sphärenblauer Eiter des Mittags, zerschichtet von den kupfer-goldnen Telegraphenhaaren der Spinne.&#10;Sehr absichtlich trägst du&#10;Efeu, modernes Moos und die auffallende Lyrik einiger Vögel.&#10;&amp;hellip; Doch, bitte,&#10;Bäume dich,&#10;Und wehre dem Einkleid,&#10;Zu bedrohen&#10;Deine&#10;Différenciation.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begegnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-1318/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-1318/</guid><description>&lt;p&gt;Mich führte durch den Tannenwald&#10;Ein stiller Pfad, ein tief verschneiter,&#10;Da, ohne dass ein Huf gehallt,&#10;Erblickt ich plötzlich einen Reiter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht zugewandt, nicht abgewandt,&#10;Kam er, den Mantel umgeschlagen,&#10;Mir deuchte, dass ich ihn gekannt&#10;In alten, längst verschollnen Tagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der jungen Augen wilde Kraft,&#10;Des Mundes Trotz und herbes Schweigen,&#10;Ein Zug von Traum und Leidenschaft&#10;Berührte mich so tief und eigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Rösslein zog auf weisser Bahn&#10;Vorbei mit ungehörten Hufen.&#10;Mich fassts mit Lust und Grauen an,&#10;Ihm Gruss und Namen nachzurufen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begegnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-1535/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-1535/</guid><description>&lt;p&gt;Was doch heut′ nacht ein Sturm gewesen,&#10;bis erst der Morgen sich geregt!&#10;Wie hat der ungebetne Besen&#10;Kamin und Gassen ausgefegt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kommt ein Mädchen schon die Straßen,&#10;das halb verschüchtert um sich sieht;&#10;wie Rosen, die der Wind zerblasen,&#10;so unstet ihr Gesichtchen glüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein schöner Bursch tritt ihr entgegen,&#10;er will ihr voll Entzücken nahn:&#10;Wie sehn sich freudig und verlegen&#10;die ungewohnten Schelme an!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er scheint zu fragen, ob das Liebchen&#10;die Zöpfe schon zurecht gemacht,&#10;die heute nacht im offnen Stübchen&#10;ein Sturm in Unordnung gebracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begegnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-6491/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-6491/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah dich schon.&#10;Im Sonnenschein&#10;beim Roggenfeld am Wiesenrain&#10;stand wilder Mohn;&#10;die Kelche blühten blutrot breit,&#10;den Schoß voll blauer Dunkelheit,&#10;und jäh aus einer Knospe quoll&#10;ihr glühendes Seelchen, unruhvoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sah ich Dich, du knospiges Kind, erglühn,&#10;gestern im Feld am stillen Fichtenhain,&#10;als im Vorübergehn mein Blick dich küßte;&#10;mit allen Adern schienst du aufzublühn,&#10;so scheu und rein,&#10;als ob ich um Verzeihung bitten müßte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begegnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-9610/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung-9610/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Gehen lächelt in mich über&#10;Und&#10;Reißt das Herz.&#10;Das Nicken hakt und spannt.&#10;Im Schatten deines Rocks&#10;Verhaspelt&#10;Schlingern&#10;Schleudert&#10;Klatscht!&#10;Du wiegst und wiegst.&#10;Mein Greifen haschet blind.&#10;Die Sonne lacht!&#10;Und&#10;Blödes Zagen lahmet fort&#10;Beraubt beraubt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beichte-7363/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beichte-7363/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich liege, den Kopf in die Rechte gestützt,&#10;Mein eigenes Herz hör′ ich pochen,&#10;Und grüble, womit ich geschadet, genützt&#10;Und was ich gefehlt, was verbrochen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In buntestem Reigen der Seele vorbei&#10;Geflattert kommen die Schwächen.&#10;Weiß Einer sich gänzlich von Sünden frei,&#10;Der möge den Stab mir brechen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beim Safte der Reben von Rauenthal&#10;Von Jugendlust überzuschäumen,&#10;In guter Gesellschaft beim leckersten Mahl&#10;Eine Predigt gern zu versäumen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beim Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-abschied-2184/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-abschied-2184/</guid><description>&lt;p&gt;Ich müh´mich ab und kann´s nicht verschmerzen&#10;Und kann´s nicht verwinden in meinem Herzen,&#10;Daß ich den und jenen soll sehen,&#10;Im Kreis um mich herum sich drehen,&#10;Der mich nicht machte froh noch trübe,&#10;Ob er nun ging oder bliebe,&#10;Und nur die Eine soll von mir wandern,&#10;Für die ertragen all die andern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bekenntnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bekenntnis-5410/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bekenntnis-5410/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr wünschtet heute wohl von dem Poeten,&#10;Dass er nicht still sei, sondern seine Stimme&#10;Vermische mit dem Schall der Kriegstrompeten&#10;Und so wie ihr in Siegesjubel schwimme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will, wo alle laut sind, lieber schweigen.&#10;Ist euer Eifer echt, dann mag er gelten,&#10;Und hab′ ich unrecht, sollt ihr mir es zeigen,&#10;Doch ungehört dürft ihr nicht schlecht mich schelten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gibt uns Grund zum überlauten Lärmen,&#10;Zu großen Reden, schmetternden Fanfaren?&#10;Schon mehr als einmal brachte tolles Schwärmen&#10;Der deutschen Heimat drohende Gefahren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bekenntnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bekenntnis-6492/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bekenntnis-6492/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will ergründen alle Lust,&#10;so tief ich dürsten kann;&#10;ich will sie aus der ganzen Welt&#10;schöpfen, und stürb ich dran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will′s mit all der Schöpferwut,&#10;die in uns lechzt und brennt;&#10;ich will nicht zähmen meiner Glut&#10;heißhungrig Element.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ward ich durch frommer Lippen Macht,&#10;durch zahmer Küsse Tausch?&#10;Ich ward erzeugt in wilder Nacht&#10;und großem Wollustrausch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und will nun leben so der Lust,&#10;wie mich die Lust erschuf.&#10;Schreit nur den Himmel an um mich,&#10;ihr Beter von Beruf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berlin-1913/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berlin-1913/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Völkerfest, auf das wir ziehn,&#10;Zu dem die Freiheit ladet,&#10;Wie wandelst herrlich du, Berlin!&#10;Berlin, in Blut gebadet!&#10;Du wandelst rußig und bestaubt&#10;Einher in deinen Wunden!&#10;Du wandelst hin, das bleiche Haupt&#10;Mit Bannertuch verbunden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Tuch, von dem du jene Nacht&#10;Geheiligt jeden Faden!&#10;Oh, erste deutsche Fahnenwacht&#10;Auf deutschen Barrikaden!&#10;Du rissest es aus langer Schmach&#10;Empor zu neuer Schöne!&#10;In einer Nacht, auf einen Schlag&#10;Rein wuschen’s deine Söhne!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berlin-5307/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berlin-5307/</guid><description>&lt;p&gt;Wilde kriegerische Klänge&#10;Tönen in die Nacht hinaus,&#10;Schweigend harrt des Volkes Menge&#10;Vor dem königlichen Haus;&#10;Manches Auge blitzt in Thränen,&#10;Manche Faust ist wuthgeballt;&#10;Ob der frevelnden Gewalt&#10;Knirschen Kinder mit den Zähnen.&#10;Glimm′! o glimm,&#10;Heiliger Grimm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleiches Mondlicht strahlt hernieder&#10;Auf die haßentbrannte Welt; -&#10;′s ist derselbe Mond, ihr Brüder,&#10;Der die Märznacht einst erhellt;&#10;Kommt es heut zum Kugelregen:&#10;Hält der Tod sein Sichelfest,&#10;Und dem letzten Überrest&#10;Gibt das Fallbeil seinen Segen. -&#10;Noch ist von Groll&#10;Das Maaß nicht voll. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berlin-7566/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berlin-7566/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stimmen der Autos wie Jägersignale&#10;Die Täler der Straße bewaldend ziehn.&#10;Schüsse von Licht. Mit einem Male&#10;Brennen die Himmel auf Berlin,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Spree, ein Antlitz wie der Tag,&#10;Das glänzend meerwärts späht nach Rettern,&#10;Behält der wilden Stadt Geschmack,&#10;Auf der die Züge krächzend klettern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die blaue Nacht fließt in den Forst,&#10;Sie fühlt, geblendet, daß du lebst.&#10;Schnellzüge steigen aus dem Horst!&#10;Der weiße Abend, den du webst,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bestimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bestimmung-5535/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bestimmung-5535/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Felsen starrt zum Himmel wild und nackt,&#10;zerfurcht, zerrissen, fahl, wie schartig Eisen,&#10;an dem der Sommer sich verbluten muß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum daß in seinen schmalen Ritzen sich&#10;der Schnee anklammern kann mit steifem Trotz,&#10;der weiße, kalte, stille, tote Schnee,&#10;das Leichentuch, das herb die Ewigkeit&#10;um ihres stummen Sohnes Leib geschlungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O diese Ewigkeit mit ihrem Zwang&#10;ins Große, ins Empfindungslose, Starre,&#10;darin in purpurnem Geheimnisdunkel&#10;die Gottheit brütet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-3508/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-3508/</guid><description>&lt;p&gt;Liebster Schatz, i bitt di schön:&#10;Wann wir uns nit werden seh′n,&#10;In deinem Herzen das Körnlein heg,′&#10;Körnlein Liebe heg′ ind pfleg′!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn i dann mal wieder kumm,&#10;Liebster Schatz, i bitt di drum:&#10;Dann ist′s ein großer Baum, nit wahr?&#10;Der uns schattet immerdar!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-5272/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-5272/</guid><description>&lt;p&gt;Du stiller, blauer Alpensee&#10;Schenk′ mir von deinem Frieden,&#10;Ertränke du mein altes Weh,&#10;Erfrisch′ den Geist, den müden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte die Libelle sein,&#10;Die schwebend auf dir ruht,&#10;Ich möchte eine Welle sein&#10;Aus deiner klaren Flut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh′ mir ins blasse Angesicht -&#10;Erfüll′, was ich begehrt!&#10;Sag′ an, löscht all′ dein Wasser nicht&#10;Die Glut, die mich verzehrt? &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-8921/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte-8921/</guid><description>&lt;p&gt;Weil&amp;rsquo; auf mir, du dunkles Auge,&#10;Uebe deine ganze Macht,&#10;Ernste, milde, träumerische,&#10;Unergründlich süße Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm mit deinem Zauberdunkel&#10;Diese Welt von hinnen mir,&#10;Das du über meinem Leben&#10;Einsam schwebest für und für.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Botschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/botschaft-2993/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/botschaft-2993/</guid><description>&lt;p&gt;Wehe, Lüftchen, lind und lieblich&#10;Um die Wange der Geliebten,&#10;Spiele zart in ihrer Locke,&#10;Eile nicht, hinweg zu fliehn!&#10;Tut sie dann vielleicht die Frage,&#10;Wie es um mich Armen stehe,&#10;Sprich: Unendlich war sein Wehe,&#10;Höchst bedenklich seine Lage;&#10;Aber jetzo kann er hoffen,&#10;Wieder herrlich aufzuleben,&#10;Denn du, Holde, denkst an ihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Botschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/botschaft-4082/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/botschaft-4082/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe mich bedacht, daß schönste Tage&#10;Nur jene heißen dürfen, da wir redend&#10;Die Landschaft uns vor Augen in ein Reich&#10;Der Seele wandelten: da hügelan&#10;Dem Schatten zu wir stiegen in den Hain,&#10;Der uns umfing wie schon einmal Erlebtes,&#10;Da wir auf abgetrennten Wiesen still&#10;Den Traum vorn Leben niegeahnter Wesen,&#10;Ja ihres Gehns und Trinkens Spuren fanden&#10;Und überm Teich ein gleitendes Gespräch,&#10;Noch tiefere Wölbung spiegelnd als der Himmel:&#10;Ich habe mich bedacht auf solche Tage,&#10;Und daß nächst diesen drei: gesund zu sein.&#10;Am eignen Leib und Leben sich zu freuen.&#10;Und an Gedanken, Flügeln junger Adler,&#10;Nur eines frommt: gesellig sein mit Freunden.&#10;So will ich, daß du kommst und mit mir trinkst&#10;Aus jenen Krügen, die mein Erbe sind,&#10;Geschmückt mit Laubwerk und beschwingten Kindern,&#10;Und mit mir sitzest in dem Garten-Turm:&#10;Zwei Jünglinge bewachen seine Tür,&#10;In deren Köpfen mit gedämpftem Blick&#10;Halbabgewandt ein ungeheures&#10;Geschick dich steinern anschaut, daß du schweigst&#10;Und meine Landschaft hingebreitet siehst:&#10;Daß dann vielleicht ein Vers von dir sie mir&#10;Veredelt künftig in der Einsamkeit&#10;Und da und dort Erinnerung an dich&#10;Im Schatten nistet und zur Dämmerung&#10;Die Straße zwischen dunklen Wipfeln rollt&#10;Und schattenlose Wege in der Luft&#10;Dahinrolln wie ein feiner goldner Donner.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Breite und Tiefe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/breite-und-tiefe-2726/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/breite-und-tiefe-2726/</guid><description>&lt;p&gt;Sag&amp;rsquo;, alter Narr, was rennst du wieder&#10;So kreuz und quer, bergauf und nieder?&#10;Was suchst du denn? Laß sein, laß sein!&#10;Die Weite bringt es dir nicht ein,&#10;Im Breiten wirst du&amp;rsquo;s nicht erringen!&#10;Da mußt du in die Tiefe dringen.&#10;Der Weg ist kurz, die Arbeit schlicht:&#10;Fünf Schuh tief, weiter braucht es nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brennende Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brennende-liebe-4921/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brennende-liebe-4921/</guid><description>&lt;p&gt;In meinem Garten lachet&#10;Manch Blümlein blau und rot,&#10;Vor allem aber machet&#10;Die brennende Liebe mir Not.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brauch ihrer nicht zu warten,&#10;Sie blühet Tag und Nacht,&#10;Wer hat mir nur zum Garten&#10;Die brennende Liebe gebracht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin ich mich nur wende,&#10;Blüht auch die holde Blum′,&#10;Es blühet sonder Ende&#10;Die brennende Liebe ringsum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die bösen Nachbarinnen,&#10;sie bleiben neidvoll stehn.&#10;sie flüstern: Ach, da drinnen&#10;Blüht brennende Liebe so schön!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bundeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bundeslied-4394/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bundeslied-4394/</guid><description>&lt;p&gt;In allen guten Stunden,&#10;Erhöht von Lieb und Wein,&#10;Soll dieses Lied verbunden&#10;Von uns gesungen sein!&#10;Uns hält der Gott zusammen,&#10;Der uns hierher gebracht;&#10;Erneuert unsre Flammen!&#10;Er hat sie angefacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So glühet fröhlich heute,&#10;Seid recht von Herzen eins!&#10;Auf, trinkt erneuter Freude&#10;Dies Glas des echten Weins!&#10;Auf, in der holden Stunde&#10;Stoßt an, und küsset treu,&#10;Bei jedem neuen Bunde,&#10;Die Alten wieder neu!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer lebt in unserm Kreise,&#10;Und lebt nicht selig drin?&#10;Genießt die freie Weise&#10;Und treuen Brudersinn!&#10;So bleibt durch alle Zeiten&#10;Herz Herzen zugekehrt;&#10;Von keinen Kleinigkeiten&#10;Wird unser Bund gestört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bundeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bundeslied-7322/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bundeslied-7322/</guid><description>&lt;p&gt;Geist des Bundes, schwebe nieder,&#10;Deines Altars Flammen glühn,&#10;Aus den Augen meiner Brüder&#10;Seh ich Opferflammen sprühn.&#10;Hörst du unsre Hymnen tönen?&#10;Sie verkünden deinen Ruhm;&#10;Komm herab zu deinen Söhnen&#10;In Germanias Heiligtum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der in dieser großen Stunde&#10;Einst der Stifter Herz gerührt,&#10;Der du unsrem lichten Bunde&#10;Einst den Tag heraufgeführt,&#10;Schütze deiner Söhne Scharen&#10;In der kalten, trüben Nacht,&#10;Daß die Flamme sie bewahren,&#10;Die du mächtig angefacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chaos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chaos-8863/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chaos-8863/</guid><description>&lt;p&gt;St. Petrus&#10;Hille&#10;zu eigen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sterne fliehen schreckensbleich&#10;vom Himmel meiner Einsamkeit,&#10;und das schwarze Auge der Mitternacht&#10;starrt näher und näher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich finde mich nicht wieder&#10;in dieser Todverlassenheit!&#10;Mir ist: ich lieg&amp;rsquo; von mir weltenweit&#10;zwischen grauer Nacht der Urangst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollte, ein Schmerzen rege sich&#10;und stürze mich grausam nieder&#10;und riss mich jäh an mich!&#10;Und es lege eine Schöpferlust&#10;mich wieder in meine Heimat&#10;unter der Mutterbrust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dahin!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dahin-9395/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dahin-9395/</guid><description>&lt;p&gt;Singe nicht so hell und laut,&#10;Da ich wieder einsam bin!&#10;Ach, fühlst Du nicht, worüber&#10;Ich trüber werde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lache nicht so toll und dumm,&#10;Da ich ernst und anders bin!&#10;Nein, weißt Du nicht, worüber&#10;Ich trüber werde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frage nicht so klug und hart!&#10;Das hat Alles keinen Sinn!&#10;Was? Ahnst Du nicht, worüber&#10;Ich trüber werde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh&amp;rsquo; ich liebe Dich nicht mehr,&#10;All meine Lieben ist dahin!&#10;Begreifst Du jetzt, worüber&#10;Ich trüber werde?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung-9851/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung-9851/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Sonne schlafen gangen&#10;Und die goldne Spur verweht,&#10;An der Wimper Wolken hangen -&#10;Durch die Welt ein Seufzer geht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiter tragen ihn die Lüfte,&#10;Weiter rauschet ihn der Wald,&#10;Weiter strömen ihn die Düfte,&#10;Dass die Schöpfung widerhallt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Tiere bang sich bergen&#10;Und der Vogel sucht sein Nest,&#10;Furchtlos vor dem nächt&amp;rsquo;gen Schergen&#10;Eilt die Eule schon zum Fest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Mensch im Busen fühlet&#10;Sich so wunderbar bewegt,&#10;Weiß nicht, was im Herzen wühlet,&#10;Weiß nicht, was den Seufzer regt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Danklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/danklied-6138/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/danklied-6138/</guid><description>&lt;p&gt;Gott Lob! Nun ist erschollen&#10;Das edle Fried- und Freudenwort,&#10;Daß nunmehr ruhen sollen&#10;Die Spieß und Schwerter und ihr Mord.&#10;Wohlauf und nimm nun wieder&#10;Dein Saitenspiel hervor,&#10;O Deutschland, und sing Lieder&#10;Im hohen vollen Chor.&#10;Erhebe dein Gemüte&#10;Zu deinem Gott und sprich:&#10;Herr, deine Gnad und Güte&#10;Bleibt dennoch ewiglich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir haben nichts verdienet&#10;Als schwere Straf und großen Zorn,&#10;Weil stets noch bei uns grünet&#10;Der freche schnöde Sündendorn.&#10;Wir sind fürwahr geschlagen&#10;Mit harter, scharfer Rut,&#10;Und dennoch muß man fragen:&#10;Wer ist, der Buße tut?&#10;Wir sind und bleiben böse,&#10;Gott ist und bleibet treu,&#10;Hilft, daß sich bei uns löse&#10;Der Krieg und sein Geschrei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Daphne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daphne-8843/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daphne-8843/</guid><description>&lt;p&gt;Du siehst, wo sich der Waldhang weitet,&#10;die Espe zitternd niederwehn,&#10;dem Brand des Himmels hingebreitet,&#10;von Gras und Habichtskraut begleitet,&#10;die ähnlich in den Winter gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch auch das Dunkel einer Mauer,&#10;wenn sie am Saum der Städte lebt,&#10;berührt oft ihrer Krone Schauer,&#10;an dem du dieser Zeiten Trauer&#10;ermissest, da sie grundlos bebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wurzelt mühsam im Gerölle,&#10;das sie verfolgt, indem es hält -&#10;und vor Begrenzung, Maß und Kelle&#10;flieht Daphne in das Laubgefälle&#10;und steht am Rande unsrer Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alter-4397/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alter-4397/</guid><description>&lt;p&gt;Das Alter ist ein höflich Mann:&#10;Einmal übers andre klopft er an;&#10;Aber nun sagt niemand: Herein!&#10;Und vor der Türe will er nicht sein.&#10;Da klinkt er auf, tritt ein so schnell,&#10;Und nun heißt′s, er sei ein grober Gesell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alter-4719/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alter-4719/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch mit den Wolken geht der Vögel Reise,&#10;Die Erde schläfert, kaum noch Astern prangen,&#10;Verstummt die Lieder, die so fröhlich klangen,&#10;Und trüber Winter deckt die weiten Kreise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wanduhr pickt, im Zimmer singet leise&#10;Waldvöglein noch, so du im Herbst gefangen.&#10;Ein Bilderbuch scheint alles, was vergangen,&#10;Du blätterst drin, geschützt vor Sturm und Eise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So mild ist oft das Alter mir erschienen:&#10;Wart nur, bald taut es von den Dächern wieder&#10;Und über Nacht hat sich die Luft gewendet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Beständige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bestaendige-4606/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bestaendige-4606/</guid><description>&lt;p&gt;Alles hat mir schon gelogen,&#10;Jedes Hoffen mich betrogen,&#10;Alles sich wie eitel Tand&#10;Wechselnd von mir abgewandt;&#10;Eines nur blieb mir getreu,&#10;Ewig wahr und ewig neu:&#10;Mein Herz – mein Schmerz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Beste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-beste-7445/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-beste-7445/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist das Beste auf der Welt,&#10;daß Tod und Teufel nimmt kein Geld,&#10;sonst müßte mancher arme Gesell&#10;für einen Reichen in die Höll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bild-861/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bild-861/</guid><description>&lt;p&gt;Krankheit und Tod verlöschten längst die Funken&#10;Des Feuers, das uns lohend einst umfing,&#10;Der Augen Leuchten sanft und liebestrunken&#10;Und jenen Mund, an dem mein Herz verging.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was blieb von unsrer Küsse mächtigen Schauern,&#10;von der Verzückung Rausch so stark und wild?&#10;Ach meine arme Seele, du magst trauern!&#10;Nichts blieb zurück, als ein verwischtes Bild,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das stirbt wie ich, in Einsamkeit verborgen,&#10;Und das die Zeit, der Greis voll böser Gunst,&#10;Mit rauher Schillinge streift an jedem Morgen &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ewige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ewige-5018/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ewige-5018/</guid><description>&lt;p&gt;Das Ewige ist stille,&#10;laut die Vergänglichkeit,&#10;schweigend geht Gottes Wille&#10;über den Erdenstreit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Geheimnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geheimnis-2547/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geheimnis-2547/</guid><description>&lt;p&gt;Sie konnte mir kein Wörtchen sagen,&#10;Zu viele Lauscher waren wach,&#10;Den Blick nur durft ich schüchtern fragen,&#10;Und wohl verstand ich, was er sprach.&#10;Leis komm′ ich her in deine Stille,&#10;Du schön belaubtes Buchenzelt,&#10;Verbirg in deiner grünen Hülle&#10;Die Liebenden dem Aug′ der Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von ferne mit verworrnem Sausen&#10;Arbeitet der geschäft′ge Tag,&#10;Und durch der Stimmen hohles Brausen&#10;Erkenn′ ich schwerer Hämmer Schlag.&#10;So sauer ringt die kargen Lose&#10;Der Mensch dem harten Himmel ab,&#10;Doch Ieicht erworben, aus dem Schoße&#10;Der Götter fällt das Glück herab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gespenst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gespenst-4029/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gespenst-4029/</guid><description>&lt;p&gt;Gewöhnlich kommt es, wenn die Lichter brennen.&#10;Es poltert mit den Tellern und den Tassen.&#10;Auf roten Schuhen schlurrt es in den nassen&#10;Geschwenkten Nächten und man hört sein Flennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Zeit zu Zeit scheint es umherzurennen&#10;Mit Trumpf, Atout und ausgespielten Assen.&#10;Auf Seil und Räder scheint es aufzupassen&#10;Und ist an seinem Lärmen zu erkennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist beschäftigt in der Gängelschwemme&#10;Und hochweis weht dann seine erzene Haube,&#10;Auf seinen Fingern zittern Hahnenkämme,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gewitter-3549/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gewitter-3549/</guid><description>&lt;p&gt;»Chloe, siehst du nicht voll Grausen&#10;Dort die Donnerwolken ziehn?&#10;Hörst du nicht die Winde brausen?&#10;Laß, Geliebte, laß uns fliehn.&#10;Wo das breite Dach der Buchen&#10;Eine Zuflucht uns verspricht,&#10;Eile sie mit mir zu suchen!« -&#10;Chloe schwieg und eilte nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Hirtin, die die Liebe,&#10;Sich und ihren Schäfer kennt,&#10;Gerne treu der Tugend bliebe&#10;Und doch heimlich für ihn brennt,&#10;Siehet überall Gefahren,&#10;Trauet nie des Schäfers Wort.&#10;Wenn hier Blitze schrecklich waren,&#10;War es ihr Alexis dort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gewitter-8248/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gewitter-8248/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vogel schwankt so tief und still,&#10;er weiß nit, woner ane will.&#10;Es chunnt so schwarz, und chunnt so schwer,&#10;und in de Lüfte hangt e Meer&#10;voll Dunst und Wetter. Los, wie&amp;rsquo;s schallt&#10;am Blauen, und wie&amp;rsquo;s widerhallt.&#10;In große Wirble fliegt der Staub&#10;zum Himmel uf, mit Halm und Laub,&#10;und lueg mer dört sel Wülkli a!&#10;I ha ke große Gfalle dra;&#10;lueg, wie mers usenander rupft,&#10;wie üser eis, wenn&amp;rsquo;s Wulle zupft.&#10;Se helfis Gott, und bhüetis Gott!&#10;Wie zuckt&amp;rsquo;s dur&amp;rsquo;s Gwülch so füürig rot,&#10;und &amp;rsquo;s chracht und stoßt, es isch e Gruus,&#10;aß d&amp;rsquo;Fenster zitteren und &amp;rsquo;s Hus.&#10;Lueg &amp;rsquo;s Bübli in der Waglen a!&#10;Es schloft, und nimmt si nüt drum a.&#10;Sie lüte z&amp;rsquo;Schlienge druf und druf,&#10;je, und &amp;rsquo;s hört ebe doch nit uf.&#10;Sel bruucht me gar, wenn&amp;rsquo;s dundere soll,&#10;und &amp;rsquo;s lütet eim no d&amp;rsquo;Ohre voll. -&#10;O, helfis Gott! - Es isch e Schlag!&#10;Dört siehsch im Baum am Gartehag?&#10;Lueg, &amp;rsquo;s Bübli schloft no alliwil&#10;und us dem Dundere macht&amp;rsquo;s nit vil.&#10;Es denkt: &amp;lsquo;Das ficht mi wenig a,&#10;er wird jo d&amp;rsquo;Auge binem ha.&amp;rsquo;&#10;Es schnüfelet, es dreiht si hott&#10;ufs ander Öhrli. Gunn der&amp;rsquo;s Gott!&#10;O, siehsch die helle Streife dört?&#10;O los! Hesch nit das Raßle ghört?&#10;Es chunnt. Gott wellis gnädig si!&#10;Göhnt weidli, hänket d&amp;rsquo;Läden i!&#10;&amp;rsquo;s isch wieder akurat wie fern.&#10;Gut Nacht, du schöni Weizenern.&#10;Es schettert uffem Chilchedach;&#10;und vorem Hus, wie gäutscht&amp;rsquo;s im Bach,&#10;und &amp;rsquo;s loßt nit no - daß Gott erbarm!&#10;Jez simmer wieder alli arm. -&#10;Zwor hemmer au scho gmeint, &amp;rsquo;s seig so,&#10;und doch isch &amp;rsquo;s wieder besser cho.&#10;Lueg, &amp;rsquo;s Bübli schloft no allewil,&#10;und us dem Hagle macht&amp;rsquo;s nit viel!&#10;Es denkt: &amp;lsquo;Vom Briege loßt&amp;rsquo;s nit no,&#10;er wird mi Teil schon übrig lo.&amp;rsquo;&#10;He jo, &amp;rsquo;s het au, so lang i&amp;rsquo;s ha,&#10;zu rechter Zit si Sächli gha.&#10;O gebis Gott e Chindersinn!&#10;&amp;rsquo;s isch große Trost und Sege drinn.&#10;Sie schlofe wohl und traue Gott,&#10;wenn&amp;rsquo;s Spieß und Nägel regne wott,&#10;und er macht au si Sprüchli wohr&#10;mit sinen Englen in der Gfohr. -&#10;Wo isch das Wetter ane cho?&#10;D&amp;rsquo;Sunn stoht am heitre Himmel do.&#10;&amp;rsquo;s isch schier gar z&amp;rsquo;spot, doch grüß di Gott!&#10;&amp;ldquo;He&amp;rdquo;, seit sie, &amp;ldquo;nei, &amp;rsquo;s isch no nit z&amp;rsquo;spot;&#10;es stoht no menge Halm im Bah&#10;und menge Baum, und Öpfel dra.&amp;rdquo; -&#10;Potz tausig, &amp;rsquo;s Chind isch au verwacht.&#10;Lueg, was es für e Schnüüfeli macht!&#10;Es lächlet, es weiß nüt dervo.&#10;Siehsch, Friederli, wie&amp;rsquo;s ussieht do? -&#10;Der Schelm het no si Gfalle dra.&#10;Gang, richt em eis si Päppli a!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gewitter-9465/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gewitter-9465/</guid><description>&lt;p&gt;Urahne, Großmutter, Mutter und Kind&#10;In dumpfer Stube beisammen sind;&#10;Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt,&#10;Großmutter spinnet, Urahne gebückt&#10;Sitzt hinter dem Ofen im Pfühl -&#10;Wie wehen die Lüfte so schwül!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Kind spricht: &amp;ldquo;Morgen ist&amp;rsquo;s Feiertag,&#10;Wie will ich spielen im grünen Hag,&#10;Wie will ich springen durch Thal und Höh&amp;rsquo;n,&#10;Wie will ich pflücken viel Blumen schön;&#10;Dem Anger, dem bin ich hold!&amp;rdquo; -&#10;Hört ihr&amp;rsquo;s, wie der Donner grollt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-2551/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-2551/</guid><description>&lt;p&gt;Selig, welchen die Götter, die gnädigen, vor der Geburt schon&#10;Liebten, welchen als Kind Venus im Arme gewiegt,&#10;Welchem Phöbus die Augen, die Lippen Hermes gelöset&#10;Und das Siegel der Macht Zeus auf die Stirne gedrückt!&#10;Ein erhabenes Loos, ein göttliches, ist ihm gefallen,&#10;Schon vor des Kampfes Beginn sind ihm die Schläfe bekränzt.&#10;Ihm ist, eh′ er es lebte, das volle Leben gerechnet,&#10;Eh′ er die Mühe bestand, hat er die Charis erlangt.&#10;Groß zwar nenn′ ich den Mann, der, sein eigner Bildner und Schöpfer,&#10;Durch der Tugend Gewalt selber die Parze bezwingt;&#10;Aber nicht erzwingt er das Glück, und was ihm die Charis&#10;Neidisch geweigert, erringt nimmer der strebende Muth.&#10;Vor Unwürdigem kann dich der Wille, der ernste, bewahren,&#10;Alles Höchste, es kommt frei von den Göttern herab.&#10;Weil die Geliebte dich liebt, so kommen die himmlischen Gaben;&#10;Oben in Jupiters Reich herrscht, wie in Amors, die Gunst.&#10;Neigungen haben die Götter, sie lieben der grünenden Jugend&#10;Lockigte Scheitel, es zieht Freude die Fröhlichen an.&#10;Nicht der Sehende wird von ihrer Entscheidung beseligt,&#10;Ihrer Herrlichkeit Glanz hat nur der Blinde geschaut.&#10;Gern erwählen sie sich der Einfalt kindliche Seele,&#10;In das bescheidne Gefäß schließen sie Göttliches ein.&#10;Unverhofft sind sie da und täuschen die stolze Erwartung,&#10;Keines Bannes Gewalt zwingen die Freien herab.&#10;Wem er geneigt, dem sendet der Vater der Menschen und Götter&#10;Seinen Adler herab, trägt ihn zu himmlischen Höhn.&#10;Unter die Menge greift er mit Eigenwillen, und welches&#10;Haupt ihm gefället, um das flicht er mit liebender Hand&#10;Jetzt den Lorbeer und jetzt die herrschaftgebende Binde,&#10;Krönt doch selber den Gott nur das gewogene Glück.&#10;Vor dem Glücklichen her tritt Phöbus, der pythische Sieger,&#10;Und der die Herzen bezwingt, Amor, der lächelnde Gott.&#10;Vor ihm ebnet Poseidon das Meer, sanft gleitet des Schiffes&#10;Kiel, das den Cäsar führt und sein allmächtiges Glück.&#10;Ihm zu Füßen legt sich der Leu, das brausende Delphin&#10;Steigt aus den Tiefen, und fromm beut es den Rücken ihm an.&#10;Zürne dem Glücklichen nicht, daß den leichten Sieg ihm die Götter&#10;Schenken, daß aus der Schlacht Venus den Liebling entrückt.&#10;Ihn, den die Lächelnde rettet, den Göttergeliebten beneid′ ich,&#10;Jenen nicht, dem sie mit Nacht deckt den verdunkelten Blick.&#10;War er weniger herrlich, Achilles, weil ihm Hephästos&#10;Selbst geschmiedet den Schild und das verderbliche Schwert,&#10;Weil um den sterblichen Mann der große Olymp sich beweget?&#10;Das verherrlichet ihn, daß ihn die Götter geliebt,&#10;Daß sie sein Zürnen geehrt und, Ruhm dem Liebling zu geben,&#10;Hellas′ bestes Geschlecht stürzten zum Orkus hinab.&#10;Zürne der Schönheit nicht, daß sie schön ist, daß sie verdienstlos,&#10;Wie der Lilie Kelch, prangt durch der Venus Geschenk!&#10;Laß sie die Glückliche sein; du schaust sie, du bist der Beglückte!&#10;Wie sie ohne Verdienst glänzt, so entzücket sie dich.&#10;Freue dich, daß die Gabe des Lieds vom Himmel herabkommt,&#10;Daß der Sänger dir singt, was ihn die Muse gelehrt!&#10;Weil der Gott ihn beseelt, so wird er dem Hörer zum Gotte;&#10;Weil er der Glückliche ist, kannst du der Selige sein.&#10;Auf dem geschäftigen Markt, da führe Themis die Wage,&#10;Und es messe der Lohn streng an der Mühe sich ab;&#10;Aber die Freude ruft nur ein Gott auf sterbliche Wangen,&#10;Wo kein Wunder geschieht, ist kein Beglückter zu sehn.&#10;Alles Menschliche muß erst werden und wachsen und reifen,&#10;Und von Gestalt zu Gestalt führt es die bildende Zeit;&#10;Aber das Glückliche siehst du nicht, das Schöne nicht werden,&#10;Fertig von Ewigkeit her steht es vollendet vor dir.&#10;Jede irdische Venus ersteht, wie die erste des Himmels,&#10;Eine dunkle Geburt, aus dem unendlichen Meer;&#10;Wie die erste Minerva, so tritt, mit der Ägis gerüstet,&#10;Aus des Donnerers Haupt jeder Gedanke des Lichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-3092/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-3092/</guid><description>&lt;p&gt;Das wilde Herz ward weiß am Wald;&#10;O dunkle Angst&#10;Des Todes, so das Gold&#10;In grauer Wolke starb.&#10;Novemberabend.&#10;Am kahlen Tor am Schlachthaus stand&#10;Der armen Frauen Schar;&#10;In jeden Korb&#10;Fiel faules Fleisch und Eingeweid;&#10;Verfluchte Kost!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Abends blaue Taube&#10;Brachte nicht Versöhnung.&#10;Dunkler Trompetenruf&#10;Durchfuhr der Ulmen&#10;Nasses Goldlaub,&#10;Eine zerfetzte Fahne&#10;Vom Blute rauchend,&#10;Daß in wilder Schwermut&#10;Hinlauscht ein Mann.&#10;O! ihr ehernen Zeiten&#10;Begraben dort im Abendrot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-5566/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-5566/</guid><description>&lt;p&gt;Öfter ein Morgen, die sanfthinfließende Kühle,&#10;Oder ein Mittag verweilt. Trifft dich der Schatten der Nacht.&#10;Oft auch ein Abend, gelehnt in die bläulichen Hänge:&#10;Immer tönt dir der Schritt des ruhlosen Wanderers fern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-9873/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-9873/</guid><description>&lt;p&gt;Vergessen lag das Herz in unsrer Brust,&#10;Wie lange! ein Kiesel in des Willens Lust,&#10;Nur mit den wasserkühlen spiegelnden Händen&#10;Manchmal berührt, unbewusst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsiedlerisch in sich geschweift, so klein&#10;Und überflüssig dem verzerrten Stein&#10;Der Bauten und des Geldes stählernem Throne,&#10;Nie greifend in die spitzen Räder ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch seht, wie leiser die Maschine raucht,&#10;Und endlich ist das Schneegebirg verbraucht,&#10;Der kalte Strom wütet vorüber -&#10;Denn glühend blüht das Land, das nun auftaucht,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ideal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ideal-2062/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ideal-2062/</guid><description>&lt;p&gt;Bist auf immer du von mir geschieden,&#10;Ideal, das meine Seele schuf?&#10;Ach mit dir entfloh des Herzens Frieden,&#10;Und des Zutrau′ns holder Freundesruf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wie still die Abendsonne sinket,&#10;Und sich hebt der Mond aus tiefem Thal,&#10;Wie der Zwillingsstern dem Schiffer winket,&#10;Dem Verbannten seines Herdes Strahl:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach so strahlest auf des Lebens Haide&#10;Du mir Hoffnung, Muth und Liebe zu!&#10;Ja, mit dir entfloh des Daseyns Freude,&#10;Wonn′ und Glück, und selbst des Geistes Ruh′!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ideal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ideal-5240/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ideal-5240/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, das möchste:&#10;Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,&#10;vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;&#10;mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,&#10;vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -&#10;aber abends zum Kino hast dus nicht weit.&#10;Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neun Zimmer - nein, doch lieber zehn!&#10;Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,&#10;Radio, Zentralheizung, Vakuum,&#10;eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,&#10;eine süße Frau voller Rasse und Verve -&#10;(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -&#10;eine Bibliothek und drumherum&#10;Einsamkeit und Hummelgesumm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-2904/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-2904/</guid><description>&lt;p&gt;Als mich die Mama&#10;Hänschen küssen sah,&#10;Strafte sie mich ab.&#10;Doch sie lachte ja,&#10;Als ihr der Papa&#10;Heut′ ein Mäulchen gab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum lehrt sie mich:&#10;Mädchen! mach′s wie ich?&#10;Sieh, was andre sind.&#10;Nun ich solches thu′,&#10;Schmählt sie noch dazu:&#10;Ach ich armes Kind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwestern! sagt mir′s fein:&#10;Ist mir, weil ich klein,&#10;Noch kein Kuß vergönnt?&#10;Seht! ich wachse schon,&#10;Seit des Nachbars Sohn&#10;Mich sein Schätzchen nennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-6713/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-6713/</guid><description>&lt;p&gt;Duftende Blüthen aus freundlicher Höh'&#10;säuseln hernieder wie glänzender Schnee;&#10;sieh, wie die Schwalbe mit silberner Brust&#10;fliegt an dem Teiche voll spielender Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon sind am Wege die Büsche belaubt,&#10;Vögelchen singen, es summt mir ums Haupt&#10;freundlich der Käfer, und dort durch das Grün&#10;rauschte die bunte Libelle dahin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welche Gerüche! woher? O, gewiß&#10;find&amp;rsquo; ich Violen; sie düften so süß!&#10;Sieh, wie sie blühen! Geschwind, o! geschwind&#10;Kränze, bekränze das fröhliche Kind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-3286/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-3286/</guid><description>&lt;p&gt;Sechs Tage kannt′ ich sie,&#10;Und liebte sie sechs Tage.&#10;Am siebenten erblaßte sie,&#10;Dem ersten meiner ew′gen Klage.&#10;Noch leb′ ich, zauderndes Geschick!&#10;Ein pflanzengleiches Leben.&#10;O Himmel, ist für den kein Glück,&#10;Dem du Gefühl und Herz gegeben!&#10;O! nimm dem Körper Wärm′ und Blut,&#10;Dem du die Seele schon genommen!&#10;Hier, wo ich wein′, und wo sie ruht,&#10;Hier laß den Tod auf mich herab gebeten kommen!&#10;Was hilft es, daß er meine Jahre&#10;Bis zu des Nestors Alter spare?&#10;Ich habe, Trotz der grauen Haare,&#10;Womit ich dann zur Grube fahre,&#10;Sechs Tage nur geliebt,&#10;Sechs Tage nur gelebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-3386/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-3386/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich rief dich nicht, du zerrtest mich hervor&#10;aus meines Nichtseins tiefer Seligkeit&#10;in diese qualgedehnte Spanne Zeit&#10;und hämmertest mir stündlich dann ins Ohr:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Das Sein, in das ich dich heraufbeschwor,&#10;sieh, es ist nichts; ein Knäul von Widerstreit&#10;endend im Tod; und Unerkennbarkeit&#10;ist deiner Weisheit Schluß: zeuch fort, du Tor!« -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich rief dich nicht, doch gabst du mir die Kraft&#10;zum Fluch, so fluch ich dir: vermaledeit&#10;in Grund sei jener lustverbrämte Saft&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-5085/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-5085/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist das Leben anders als ein Schlaf.&#10;Seine Träume hindern uns daran,&#10;eigene Herzenswünsche zu verwirklichen.&#10;Das Geheimnis der Seele&#10;verbirgt die Trauer;&#10;entfernt sich diese,&#10;wird die Freude es verhüllen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Geheimnis des Lebens&#10;entzieht sich den Blicken&#10;durch den Schleier des Wohlstands;&#10;wird dieser gelüftet,&#10;ersetzt ihn der Schleier des Elends.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gelingt es dir aber,&#10;dich über Wohlstand&#10;und Elend zu erheben,&#10;so berührst du den Schatten dessen,&#10;den das Denken nicht fassen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-7428/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-7428/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben ist ein Märchen&#10;voller Wut und Klag,&#10;erzählt von einem Narren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sonett-1935/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sonett-1935/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Labyrinth mit holdverschlung′nen Gängen&#10;Hat dem Gedanken still sich aufgeschlossen;&#10;Er tritt hinein - und wird sogleich umflossen&#10;Von Glanz und Duft und zauberischen Klängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier leuchten Blumen, die auf Wiesenhängen&#10;Des Pflückers harren, sehnsuchtsvoll entsprossen,&#10;Dort wollen Zweige, goldschwer übergossen,&#10;Den Wandelnden auf schmalem Pfad bedrängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der aber, wird so mancher Wunsch ihm rege,&#10;Pflückt eine Frucht nur mit zufried′ner Miene-&#10;Doch manche Blüthe, die er trifft am Wege.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sonett-4404/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sonett-4404/</guid><description>&lt;p&gt;Sich in erneutem Kunstgebrauch zu üben,&#10;Ist heilge Pflicht, die wir dir auferlegen.&#10;Du kannst dich auch, wie wir, bestimmt bewegen&#10;Nach Tritt und Schritt, wie es dir vorgeschrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn eben die Beschränkung läßt sich lieben,&#10;Wenn sich die Geister gar gewaltig regen;&#10;Und wie sie sich denn auch gebärden mögen,&#10;Das Werk zuletzt ist doch vollendet blieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So möcht ich selbst in künstlichen Sonetten,&#10;In sprachgewandter Mühe kühnem Stolze,&#10;Das Beste, was Gefühl mir gäbe, reimen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sonett-7922/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sonett-7922/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lieb ich diesen Stein gewordnen Garten,&#10;der fest verschlungnen Verse Doppelhermen,&#10;dies Wiederkehren und noch mehr dies Schwärmen,&#10;der Reime Ungeduld, die sich erwarten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Liebende, die lang des Freundes harrten,&#10;ihr sehnend Herz an seinem aufzuwärmen,&#10;und zitternd hören sie ihn näher lärmen.&#10;Nun jubeln sie im Kuss gleich wild Vernarrten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann suchen sie sich wieder zu verstecken&#10;unsichtbar hinter hohen Taxushecken,&#10;die Liebe weiß allein sie aufzufinden,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-staendchen-4721/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-staendchen-4721/</guid><description>&lt;p&gt;Auf die Dächer zwischen blassen&#10;Wolken scheint der Mond herfür,&#10;Ein Student dort auf der Gassen&#10;Singt vor seiner Liebsten Tür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Brunnen rauschen wieder&#10;Durch die stille Einsamkeit,&#10;Und der Wald vom Berge nieder,&#10;Wie in alter, schöner Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So in meinen jungen Tagen&#10;Hab ich manche Sommernacht&#10;Auch die Laute hier geschlagen&#10;Und manch lustges Lied erdacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber von der stillen Schwelle&#10;Trugen sie mein Lieb zur Ruh -&#10;Und du, fröhlicher Geselle,&#10;Singe, sing nur immer zu!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vaterland-7125/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vaterland-7125/</guid><description>&lt;p&gt;An stillem Sommermorgen walle&#10;So gern ich durch die Einsamkeit,&#10;Wo sich des Tempels Säulenhalle,&#10;Dem Göttervater einst geweiht,&#10;Wo sich in tausendjähr′ger Trauer&#10;Der Eintracht nun zertrümmert Haus,&#10;Des Kapitoles ew′ge Dauer,&#10;Aus Schutt erhebt und ödem Graus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern blick′ ich, wenn der Dämm′rung Schleier&#10;Die sieben Hügel schon umwebt,&#10;Dem Grabe mächtiger und freier&#10;Der Geist des Alterthums entschwebt,&#10;Hinunter in die dunkeln Tiefen,&#10;Wo mir, zum ernsten Freund erwählt,&#10;Von jenen Helden, die entschliefen,&#10;Der alte Tibergott erzählt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Veilchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-veilchen-4406/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-veilchen-4406/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Veilchen auf der Wiese stand&#10;gebückt in sich und unbekannt;&#10;es war ein herziges Veilchen.&#10;Da kam eine junge Schäferin,&#10;mit leichtem Schritt und muntern Sinn,&#10;daher, daher&#10;die Wiese her, und sang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! Denkt das Veilchen, wär ich nur&#10;die schönste Blume der Natur,&#10;ach nur ein kleines Weilchen,&#10;bis mich das Liebchen abgepflückt&#10;und an dem Busen mattgedrückt.&#10;Ach nur, ach nur&#10;ein Viertelstündchen lang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! Aber ach! Das Mädchen kam&#10;und nicht in acht das Veilchen nahm,&#10;zertrat das arme Veilchen.&#10;Es sank und starb und freut sich noch:&#10;und sterb ich denn, so sterb ich doch&#10;durch sie, durch sie,&#10;zu ihren Füßen doch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Vergißmeinnicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vergissmeinnicht-6268/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vergissmeinnicht-6268/</guid><description>&lt;p&gt;Sinniges Blümchen,&#10;Blaues Vergißmeinnicht,&#10;Entpflückt dem leise&#10;Murmelnden Bach&#10;Von Mädchenhand,&#10;Tränenbetaut&#10;Unterm Abschiedskuß&#10;Dem scheidenden&#10;Liebsten gegeben, -&#10;Hast eine Seele du?&#10;Riß die Holde&#10;Grausam&#10;Dich aus bachumrieseltem&#10;Blumenleben?&#10;Fühltest du schmerzlich&#10;Die pflückende Hand?&#10;Starbest du&#10;Von nährender Wurzel&#10;Geknickt?&#10;Himmelblau,&#10;Wie zuvor,&#10;Noch schimmert dein Aug′! &amp;ndash;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In ein Wasserglas&#10;Stellt dich der Knabe,&#10;Kaum daß er das Ränzel&#10;An den Nagel gehängt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und frisch bleibst du,&#10;Blühend&#10;Als wenn noch&#10;Wurzelnd du ständest im Bach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Weib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weib-6608/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weib-6608/</guid><description>&lt;p&gt;Du Mann, sieh diese Ros am Bach,&#10;Wie lächelnd sie sich bückt,&#10;Die nächste Welle küsset sie,&#10;Sie küßt sie und verschwindt,&#10;Und weil die zweite Welle noch&#10;Froh nach dem Kusse hüpft,&#10;So hebt die dritte schmachtend schon,&#10;Ihr silbern Haubt empor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wiedersehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wiedersehn-4407/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wiedersehn-4407/</guid><description>&lt;p&gt;Er:&#10;Süße Freundin, noch Einen, nur Einen Kuß noch gewähre&#10;Diesen Lippen! Warum bist du mir heute so karg?&#10;Gestern blühte wie heute der Baum, wir wechselten Küsse&#10;Tausendfältig; dem Schwarm Bienen verglichst du sie ja,&#10;Wie sie den Blüten sich nahn und saugen, schweben und wieder&#10;Saugen, und lieblicher Ton süßen Genusses erschallt.&#10;Alle noch üben das holde Geschäft. Und wäre der Frühling&#10;Uns vorübergeflohn, eh sich die Blüte zerstreut?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wort-6737/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wort-6737/</guid><description>&lt;p&gt;Wunder von ferne oder traum&#10;Bracht ich an meines landes saum&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und harrte bis die graue norn&#10;Den namen fand in ihrem born -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drauf konnt ichs greifen dicht und stark&#10;Nun blüht und glänzt es durch die mark&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst langt ich an nach guter fahrt&#10;Mit einem kleinod reich und zart&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie suchte lang und gab mir kund:&#10;&amp;ldquo;So schläft hier nichts auf tiefem grund&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Worauf es meiner hand entrann&#10;Und nie mein land den schatz gewann&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-1595/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-1595/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne ruht im Schooße&#10;Des wellenlosen Meeres.&#10;Ein weiter Purpurteppich&#10;Bedeckt die Ruhestätte&#10;Der Herrscherin des Weltalls.&#10;Tieftrauernd schweigt die ganze&#10;Natur umher, und leget&#10;Ihr Feierkleid von reichen&#10;Und mannichfachen Farben&#10;Von sich, und Wald und Wiese,&#10;Und Berg und Thal umhüllet&#10;Derselbe Flor der Trauer.&#10;Gleich einer Leichenkerze&#10;Glimmt bleich des Mondes Sichel&#10;Bei der erhabnen Todten&#10;Einsamen Stätte. Oder&#10;Ist dies vielleicht ihr jüngstes&#10;Unmündig Kind, das trostlos&#10;Dem Grab der Mutter nahet,&#10;Um freien Lauf zu lassen&#10;Der Schwermuth herben Thränen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-3017/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-3017/</guid><description>&lt;p&gt;Versunken ist der Tag in Purpurrot,&#10;Der Strom schwimmt weiß in ungeheurer Glätte.&#10;Ein Segel kommt. Es hebt sich aus dem Boot&#10;Am Steuer groß des Schiffers Silhouette.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf allen Inseln steigt des Herbstes Wald&#10;Mit roten Häuptern in den Raum, den klaren.&#10;Und aus der Schluchten dunkler Tiefe hallt&#10;Der Waldung Ton, wie Rauschen der Kitharen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Dunkel ist im Osten ausgegossen,&#10;Wie blauer Wein kommt aus gestürzter Urne.&#10;Und ferne steht, vom Mantel schwarz umflossen,&#10;Die hohe Nacht auf schattigem Kothurne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abendstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abendstern-8252/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abendstern-8252/</guid><description>&lt;p&gt;De bisch au wieder zitli do&#10;und laufsch der Sunne weidli no,&#10;du liebe, schönen Obestern!&#10;Was gilt&amp;rsquo;s, de hättsch di Schmützli gern!&#10;Er trippelt ihre Spure no,&#10;und cha si doch nit übercho.&#10;Von alle Sterne groß und chlei&#10;isch er der liebst, und er ellei;&#10;si Brüderli der Morgestern,&#10;si het en nit ums halb so gern;&#10;und wo sie wandlet us und i,&#10;se meint sie, müeß er um sie si.&#10;Früeih, wenn sie hinterm Morgerot&#10;wohl ob em Schwarzwald ufe goht,&#10;sie führt ihr Bübli an der Hand,&#10;sie zeigt em Berg und Strom und Land,&#10;sie seit: &amp;ldquo;Tue gmach, &amp;rsquo;s pressiert nit so!&#10;Di Gumpe wird der bald vergoh.&amp;rdquo;&#10;Er schwezt und frogt sie das und deis,&#10;sie git em Bricht, so guet sie &amp;rsquo;s weiß.&#10;Er seit: &amp;ldquo;O Mutter, lueg doch au,&#10;do unte glänzt&amp;rsquo;s im Morgetau&#10;so schön wie in dim Himmelssaal!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;He&amp;rdquo;, seit sie, &amp;ldquo;drum isch&amp;rsquo;s &amp;rsquo;s Wiesetal.&amp;rdquo;&#10;Sie frogt en: &amp;ldquo;Hesch bald alles gseh?&#10;Jez gangi, und wart nümme meh.&amp;rdquo;&#10;Druf springt er ihrer Hand dervo,&#10;und mengem wiiße Wülkli no;&#10;do, wenn er meint, jez han i di,&#10;verschwunden isch&amp;rsquo;s, weiß Gott, wohi.&#10;Druf, wie si Mutter höcher stoht,&#10;und alsgmach gegenem Rhistrom goht,&#10;se rüeft sie &amp;rsquo;m: &amp;ldquo;Chumm und fall nit do!&amp;rdquo;&#10;Sie führt en fest am Händli no:&#10;&amp;ldquo;De chönntsch verlösche, handumcher.&#10;Nimm, was mer&amp;rsquo;s für e Chummer wär!&amp;rdquo;&#10;Doch, wo sie überm Elsis stoht,&#10;und alsgmach ehnen abe goht,&#10;wird nootno &amp;rsquo;s Büebli müed und still,&#10;&amp;rsquo;s weiß nümme, was es mache will;&#10;&amp;rsquo;s will nümme goh, und will nit goh,&#10;&amp;rsquo;s frogt hundertmol: &amp;ldquo;Wie wit isch&amp;rsquo;s no?&amp;rdquo;&#10;Druf, wie sie ob de Berge stoht,&#10;und tiefer sinkt ins Oberot,&#10;und er afange matt und müed&#10;im rote Schimmer d&amp;rsquo;Heimet sieht,&#10;se loßt er sie am Fürtuch goh,&#10;und zottlet alsgmach hinte no.&#10;In d&amp;rsquo;Heimet wandle Herd und Hirt,&#10;der Vogel sizt, der Chäfer schwirt;&#10;und &amp;rsquo;s Heimli betet dört und do&#10;si luten Obesege scho.&#10;Jez, denkt er, hani hochi Zit;&#10;Gott Lob und Dank, &amp;rsquo;s isch nümme wit.&#10;Und sichtber, wiener nöcher chunnt,&#10;umstrahlt si au si Gsichtli rund.&#10;Drum stoht si Mutter vorem Hus:&#10;&amp;ldquo;Chumm, weidli chumm, du chleini Muus!&amp;rdquo;&#10;Jez sinkt er freudig niederwärts -&#10;jez isch&amp;rsquo;s em wohl am Muetterherz.&#10;Schlof wohl, du schönen Obestern!&#10;&amp;rsquo;s isch wohr, mer hen di alli gern.&#10;Er luegt in d&amp;rsquo;Welt so lieb und gut,&#10;und bschaut en eis mit schwerem Mut,&#10;und isch me müed, und het e Schmerz,&#10;mit stillem Friede füllt er&amp;rsquo;s Herz.&#10;Die anderen im Strahlegwand,&#10;he frili jo, sin au scharmant.&#10;O lueg, wie &amp;rsquo;s flimmert wit und breit&#10;in Lieb und Freud und Einigkeit!&#10;&amp;rsquo;s macht kein em andere &amp;rsquo;s Lebe schwer,&#10;wenn&amp;rsquo;s doch do nieden au so wär!&#10;Es chunnt e chüeli Obeluft,&#10;und an de Halme hangt der Duft.&#10;Denkwohl, mer göhn jez au alsgmach&#10;im stille Frieden unters Dach!&#10;Gang, Liseli, zünd &amp;rsquo;s Ämpli a!&#10;Mach kei so große Dochte dra!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied-3063/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied-3063/</guid><description>&lt;p&gt;Meine alte, gute Mutter,&#10;Die nähte die halbe Nacht;&#10;Sie hat mir aus feinem Linnen&#10;Ein feines Hemd gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine wunderschöne Schwester,&#10;Die hat einen freien Sinn;&#10;Die stickte mit stolzer Seide&#10;Meinen stolzen Namen darin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und morgens, um halber viere,&#10;Da hat der Hahn gekräht;&#10;Nun schnüre seinen Ranzen,&#10;Wer auf die Reise geht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und morgens, um halber fünfe,&#10;Da hab ich meinen Vater geweckt;&#10;Der hat drei rostige Kronen&#10;In meinen Sack gesteckt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied-4411/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied-4411/</guid><description>&lt;p&gt;Laß mein Aug den Abschied sagen,&#10;Den mein Mund nicht nehmen kann!&#10;Schwer, wie schwer ist er zu tragen!&#10;Und ich bin doch sonst ein Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traurig wird in dieser Stunde&#10;Selbst der Liebe süßtes Pfand,&#10;Kalt der Kuß von deinem Munde,&#10;Matt der Druck von deiner Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,&#10;O wie hat es mich entzückt!&#10;So erfreuet uns ein Veilchen,&#10;Das man früh im März gepflückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blinde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde-3019/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde-3019/</guid><description>&lt;p&gt;Man setzt ihn hinter einen Gartenzaun.&#10;Da stört er nicht mit seinen Quälerein.&#10;&amp;ldquo;Sieh dir den Himmel an!&amp;rdquo; Er ist allein.&#10;Und seine Augen fangen an zu schaun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die toten Augen. &amp;ldquo;O, wo ist er, wie&#10;Ist den der Himmel? Und wo ist sein Blau?&#10;O Blau, was bist du? Stets nur weich und rauh&#10;Fühlt meine Hand, doch eine Farbe nie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie Purpurrot der Meere. Nie das Gold&#10;Des Mittags auf den Feldern, nie den Schein&#10;Der Flamme, nie den Glanz im edlen Stein,&#10;Nie langes Haar, das durch die Kämme rollt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blinde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde-5371/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde-5371/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr, ihr mit offenen Augen&#10;Ihr kennet nicht meine Nacht!&#10;Da ist Alles so finster so dunkel,&#10;Kein freundliches Sternlein wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schöne, die liebliche Erde&#10;Ich habe sie lang nicht erschaut,&#10;Ich höre vom Leben der Menschen&#10;Nur süßen, bitteren Laut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich athme den Frühling im Winde,&#10;Ich spür ihn im Blumenduft -&#10;Mir ist wie dem Bräutigame&#10;Vor seiner Geliebten Gruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die tröstlichen Lichter am Himmel,&#10;Der silbernen Wellen Blick,&#10;Ich sehe sie nimmer, ich höre&#10;Nur ihre Tanzmusik.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bote</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bote-4727/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bote-4727/</guid><description>&lt;p&gt;Am Himmelsgrund schießen&#10;So lustig die Stern,&#10;Dein Schatz läßt dich grüßen&#10;Aus weiter, weiter Fern!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat eine Zither gehangen&#10;An der Tür unbeacht′,&#10;Der Wind ist gegangen&#10;Durch die Saiten bei Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwang sich auf dann vom Gitter&#10;Über die Berge, übern Wald -&#10;Mein Herz ist die Zither,&#10;Gibt ein′n fröhlichen Schall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dichter-6352/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dichter-6352/</guid><description>&lt;p&gt;Du entfernst dich von mir, du Stunde.&#10;Wunden schlägt mir dein Flügelschlag.&#10;Allein: was soll ich mit meinem Munde?&#10;Mit meiner Nacht? Mit meinem Tag?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe keine Geliebte, kein Haus,&#10;keine Stelle auf der ich lebe.&#10;Alle Dinge, an die ich mich gebe,&#10;werden reich und geben mich aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dichter-9180/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dichter-9180/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lad euch, schöne Damen, kluge Herrn,&#10;Und die ihr hört und schaut was Gutes gern,&#10;Zu einem funkelnagelneuen Spiel&#10;Im allerfunkelnagelneusten Stil;&#10;Schlicht ausgedrechselt, kunstlos zugestutzt,&#10;Mit edler deutscher Roheit aufgeputzt,&#10;Keck wie ein Bursch im Stadtsoldatenstrauß,&#10;Dazu wohl auch ein wenig fromm fürs Haus:&#10;Das mag genug mir zur Empfehlung sein,&#10;Wem die behagt, der trete nur herein.&#10;Erhoffe, weil es grad ist Winterzeit,&#10;Tut euch ein Stündlein hier im Grün nicht leid;&#10;Denn wißt es nur, daß heut in meinem Lied&#10;Der Lenz mit allen seinen Blumen blüht.&#10;Im Freien geht die freie Handlung vor,&#10;In reiner Luft, weit von der Städte Tor,&#10;Durch Wald und Feld, in Gründen, auf den Höhn;&#10;Und was nur in vier Wänden darf geschehn,&#10;Das schaut ihr halb durchs offne Fenster an,&#10;So ist der Kunst und euch genug getan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Entfernten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-entfernten-4218/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-entfernten-4218/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl denk′ ich allenthalben,&#10;O du Entfernte, dein!&#10;Früh, wenn die Wolken falben,&#10;Und spät im Sternenschein.&#10;Im Grund des Morgengoldes,&#10;Im roten Abendlicht,&#10;Umschwebst du mich, o holdes,&#10;Geliebtes Traumgesicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es folgt in alle Weite&#10;Dein trautes Bild mir nach,&#10;Es wallt mir stets zur Seite,&#10;In Träumen oder wach;&#10;Wenn Lüfte sanft bestreifen&#10;Der See beschilften Strand,&#10;Umflüstern mich die Schleifen&#10;Von seinem Busenband.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Abglanz seines Schleiers&#10;Scheint auf die Saat gewebt;&#10;Sein Hauch, was des Gemäuers&#10;Bewegten Eppich hebt;&#10;Der Kleidung weiche Falten,&#10;Geformt aus Glanz und Duft,&#10;Entschwinden in den Spalten&#10;Der öden Felsenkluft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der erste Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-schnee-2949/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-schnee-2949/</guid><description>&lt;p&gt;Ei, du liebe, liebe Zeit,&#10;ei, wie hat′s geschneit, geschneit!&#10;Rings herum, wie ich mich dreh′ ,&#10;nichts als Schnee und lauter Schnee.&#10;Wald und Wiesen, Hof und Hecken,&#10;alles steckt in weißen Decken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und im Garten jeder Baum,&#10;jedes Bäumchen voller Flaum!&#10;Auf dem Sims, dem Blumenbrett&#10;liegt er wie ein Federbett.&#10;Auf den Dächern um und um&#10;nichts als Baumwoll′ rings herum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Schlot vom Nachbarhaus,&#10;wie possierlich sieht er aus:&#10;Hat ein weißes Müllerkäppchen,&#10;hat ein weißes Müllerjöppchen!&#10;Meint man nicht, wenn er so raucht,&#10;daß er just sein Pfeifchen schmaucht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der fliegende Holländer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fliegende-hollaender-3020/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fliegende-hollaender-3020/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Feuerregen füllt den Ozean&#10;Der schwarze Gram. Die großen Wogen türmt&#10;Der Südwind auf, der in die Segel stürmt,&#10;Die schwarz und riesig flattern im Orkan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Vogel fliegt voraus. Sein langes Haar&#10;Sträubt von den Winden um das Haupt ihm groß.&#10;Der Wasser Dunkelheit, die meilenlos,&#10;Umarmt er riesig mit dem Schwingenpaar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorbei an China, wo das gelbe Meer&#10;Die Drachendschunken vor den Städten wiegt,&#10;Wo Feuerwerk die Himmel überfliegt&#10;Und Trommeln schlagen um die Tempel her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Flüchtling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fluechtling-2566/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fluechtling-2566/</guid><description>&lt;p&gt;Frisch atmet des Morgens lebendiger Hauch,&#10;Purpurisch zuckt durch düstrer Tannen Ritzen&#10;Das junge Licht und äugelt aus dem Strauch;&#10;In goldnen Flammen blitzen&#10;Der Berge Wolkenspitzen.&#10;Mit freudig melodisch gewirbeltem Lied&#10;Begrüßen erwachende Lerchen die Sonne,&#10;Die Schon in lachender Wonne&#10;Jugendlich schön in Aurora′s Umarmungen glüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei, Licht, mir gesegnet!&#10;Dein Strahlenguss regnet&#10;Erwärmend hernieder auf Anger und Au.&#10;Wie silberfarb flittern&#10;Die Wiesen, wie zittern&#10;Tausend Sonnen in perlendem Tau!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freund-4729/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freund-4729/</guid><description>&lt;p&gt;Wer auf den Wogen schliefe,&#10;Ein sanft gewiegtes Kind,&#10;Kennt nicht des Lebens Tiefe,&#10;Vor süßem Träumen blind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wen die Stürme fassen&#10;Zu wildem Tanz und Fest,&#10;Wen hoch auf dunklen Straßen&#10;Die falsche Welt verläßt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der lernt sich wacker rühren,&#10;Durch Nacht und Klippen hin&#10;Lernt der das Steuer führen&#10;Mit sichrem, ernstem Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der ist vom echten Kerne,&#10;Erprobt zu Lust und Pein,&#10;Der glaubt an Gott und Sterne,&#10;Der soll mein Schiffmann sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Friede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-friede-5143/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-friede-5143/</guid><description>&lt;p&gt;Der Friede stürzt ins Land&#10;Gleich einem Schaf, von Wölfen angerissen.&#10;Er trägt ein grau Gewand,&#10;Zerflattert und zersplissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Antlitz ist zerfressen,&#10;Sein Auge ohne Glanz.&#10;Er hat vergessen&#10;Den eignen Namen ganz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleich einem alten Kind&#10;(Gealtert früh in Harmen)&#10;Steht er im Abendwind&#10;Und bettelt um Erbarmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es glänzt sein blondes Haar,&#10;Der Sonne doch ein Teilchen.&#10;Er bietet lächelnd dar&#10;Ein welkes Herz und welke Veilchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-5088/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-5088/</guid><description>&lt;p&gt;Am Grunde des Herzens eines jeden Winters liegt ein Frühlingsahnen,&#10;und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gefangene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene-4619/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene-4619/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei alte hohe Burgen&#10;Glänzen im Sonnenschein&#10;Einander gegenüber,&#10;Inmitten fließt der Rhein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gefangen in der einen&#10;Härmt sich ein Rittersmann,&#10;Daß er nicht in die andre&#10;Zu seiner Liebsten kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Stromfluth hört er rauschen&#10;Mit ruhelosem Schlag,&#10;Die Wellen kommen, gehen&#10;Gleichförmig Tag für Tag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er rüttelt an dem Gitter,&#10;Die Stäbe weichen nicht;&#10;Er möcht&amp;rsquo; die Pforte sprengen,&#10;Allein kein Riegel bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da nimmt die werthe Cither&#10;Er wieder von der Wand,&#10;In der er Lust im Glücke&#10;Und Trost im Leiden fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gefangene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene-4731/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene-4731/</guid><description>&lt;p&gt;In goldner Morgenstunde,&#10;Weil alles freudig stand,&#10;Da ritt im heitern Grunde&#10;Ein Ritter über Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings sangen auf das beste&#10;Die Vöglein mannigfalt,&#10;Es schüttelte die Äste&#10;Vor Lust der grüne Wald,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Nacken, stolz gebogen,&#10;Klopft er dem Rösselein -&#10;So ist er hingezogen&#10;Tief in den Wald hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Roß hat er getrieben,&#10;Ihn trieb der frische Mut:&#10;»Ist alles fern geblieben,&#10;So ist mir wohl und gut!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gelehrte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte-4412/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte-4412/</guid><description>&lt;p&gt;Aus einer großen Gesellschaft heraus&#10;Ging einst ein stiller Gelehrter zu Haus.&#10;Man fragte: Wie seid ihr&#10;zufrieden gewesen?&#10;&amp;ldquo;Wärens Bücher&amp;rdquo;, sagt er,&#10;&amp;ldquo;ich würd sie nicht lesen&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gelehrte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte-5373/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte-5373/</guid><description>&lt;p&gt;Tausend Schmerzen in junger Brust&#10;Schon so tief so fest gegraben!&#10;War das ein Leben voll Lebenslust,&#10;Wies glückliche Menschen haben?&#10;Die Sorgen um Zukunft, klein und gemein,&#10;Ewiges Sehen auf mein und dein -&#10;Das sollt mein Frühlingsleben sein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Fluch dir, höhnische Wissenschaft,&#10;Was hab ich mich dir ergeben!&#10;Du Gespenst ohne Blüth, ohne Saft und Kraft,&#10;Elendes Gelehrtenleben!&#10;Mir kommt entgegen kein Menschenkind,&#10;Wenn ich nicht such und schau mich blind,&#10;Ob ich lebendige Wesen find.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gelehrte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte-8755/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte-8755/</guid><description>&lt;p&gt;Tag. Das Fenster. Im Quadrat&#10;Mir genug des Weltgesichtes.&#10;Hohe Blumen, schlanke Tiere,&#10;Bild der Wolke, Gang des Lichtes:&#10;Was da in den Rahmen trat,&#10;Wird geheim und innerlich,&#10;Und ich reinige und ziere&#10;Seinen Aufenthalt: mein Ich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nacht. Die Lampe. Wo ihr gelber&#10;Lichtkreis schwebt auf dem Papiere,&#10;Reden mich die Lettern an:&#10;Tote, die ihr Schweigen brechen.&#10;Meine Lippen ahmen ihre&#10;Sprache leise nach. So kann,&#10;Ach wie bald gestorben, selber&#10;Mit den Lebenden ich sprechen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der glückliche Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckliche-dichter-9528/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckliche-dichter-9528/</guid><description>&lt;p&gt;Von Klopstock bis zum Mäoniden,&#10;Wem von der gottgeweihten Schar&#10;Der Lieblinge der Pieriden war&#10;Vor allen übrigen das schönste Loos beschieden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Ferney saß der alte Spötter&#10;Mit Faunenblick und Satyrwitz,&#10;Und machte den Satrapensitz&#10;Zum Schrecken und zum Neid der Erdengötter.&#10;Zeus lieh dem Dämon seinen Blitz:&#10;Und Heere walleten den schlauen,&#10;Gefürchteten, verehrten Faun zu schauen.&#10;Für seine Schmeicheleyen flockte&#10;Das Gold verschwenderisch in Maro&amp;rsquo;s Schoos,&#10;Und sein Verdienst beym Herrn der Welt war groß&#10;Weil sein Gesang die Thräne lockte.&#10;Des Römers Gold, des Franken Glanz&#10;Ist gegen meines Griechen Kranz&#10;Ein Sumpflicht gegen Sonnenstrahlen,&#10;Wenn sie den jungen Morgen ganz&#10;Mit Regenbogenfarben mahlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst-8536/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst-8536/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sagen, die der Erde sich entfernen,&#10;Vom Geiste, der gewesen ist und wiederkehret,&#10;Sie kehren zu der Menschheit sich, und vieles lernen&#10;Wir aus der Zeit, die eilends sich verzehret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bilder der Vergangenheit sind nicht verlassen&#10;Von der Natur, als wie die Tag&amp;rsquo; verblassen&#10;Im hohen Sommer, kehrt der Herbst zur Erde nieder,&#10;Der Geist der Schauer findet sich am Himmel wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In kurzer Zeit hat vieles sich geendet,&#10;Der Landmann, der am Pfluge sich gezeiget,&#10;Er siehet, wie das Jahr sich frohem Ende neiget,&#10;In solchen Bildern ist des Menschen Tag vollendet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jäger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jaeger-7381/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jaeger-7381/</guid><description>&lt;p&gt;Was sucht denn der Jäger am Mühlbach hier?&#10;Bleib, trotziger Jäger, in deinem Revier!&#10;Hier gibt es kein Wild zu jagen für dich,&#10;Hier wohnt nur ein Rehlein, ein zahmes, für mich,&#10;Und willst du das zärtliche Rehlein sehn,&#10;So laß deine Büchsen im Walde stehn,&#10;Und laß deine klaffenden Hunde zu Haus,&#10;Und laß auf dem Horne den Saus und Braus,&#10;Und schere vom Kinne das struppige Haar,&#10;Sonst scheut sich im Garten das Rehlein fürwahr.&#10;Doch besser, du bliebest im Walde dazu&#10;Und ließest die Mühlen und Müller in Ruh.&#10;Was taugen die Fischlein im grünen Gezweig?&#10;Was will den das Eichhorn im bläulichen Teich?&#10;Drum bleibe, du trotziger Jäger, im Hain,&#10;Und laß mich mit meinen drei Rädern allein;&#10;Und willst meinem Schätzchen dich machen beliebt,&#10;So wisse, mein Freund, was ihr Herzchen betrübt:&#10;Die Eber, die kommen zur Nacht aus dem Hain&#10;Und brechen in ihren Kohlgarten ein&#10;Und treten und wühlen herum in dem Feld:&#10;Die Eber, die schieß, du Jägerheld!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der junge Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-dichter-3558/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-dichter-3558/</guid><description>&lt;p&gt;Wie mach ichs, daß man weit und breit mich kennet&#10;Und wenn ich nicht mehr bin, noch meinen Namen nennet?&#10;Sprach Bav zu mir. - »Dafür, antwortet ich,&#10;Weiß ich nur einen Rath: eil und erhenke dich!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kampf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kampf-7966/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kampf-7966/</guid><description>&lt;p&gt;Das sei dir unverloren:&#10;Fest, tapfer allezeit&#10;Verdien dir deine Sporen&#10;Im Krieg der Menschlichkeit!&#10;Rundum der Kampf aufs Messer -&#10;Lern du zu dieser Frist,&#10;Daß Wunden heilen besser&#10;Als Wunden schlagen ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kirchhof</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirchhof-7127/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirchhof-7127/</guid><description>&lt;p&gt;Die Ruh′ ist wohl das Beste,&#10;Von allem Glück der Welt,&#10;Mit jedem Wiegenfeste&#10;Wird neue Lust vergällt,&#10;Die Rose welkt in Schauern,&#10;Die uns der Frühling giebt;&#10;Wer haßt, ist zu bedauern,&#10;Und mehr noch fast, wer liebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es trübt den eignen Frieden&#10;Mit seiner Gluth das Herz,&#10;Das Kind ist nicht zufrieden,&#10;Dem Mann bleibt nur der Schmerz.&#10;Du hoffst umsonst vom Meere,&#10;Vom Weltgetümmel Ruh′;&#10;Selbst Lorbeer, Ruhm und Ehre&#10;Heilt keine Wunden zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kirchhof</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirchhof-9798/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirchhof-9798/</guid><description>&lt;p&gt;Die Ruh&amp;rsquo; ist wohl das Beste,&#10;Von allem Glück der Welt,&#10;Mit jedem Wiegenfeste&#10;Wird neue Lust vergällt,&#10;Die Rose welkt in Schauern,&#10;Die uns der Frühling giebt;&#10;Wer haßt, ist zu bedauern,&#10;Und mehr noch fast, wer liebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es trübt den eignen Frieden&#10;Mit seiner Gluth das Herz,&#10;Das Kind ist nicht zufrieden,&#10;Dem Mann bleibt nur der Schmerz.&#10;Du hoffst umsonst vom Meere,&#10;Vom Weltgetümmel Ruh&amp;rsquo;;&#10;Selbst Lorbeer, Ruhm und Ehre&#10;Heilt keine Wunden zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Knabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-6356/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-6356/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte einer werden so wie die,&#10;die durch die Nacht mit wilden Pferden fahren,&#10;mit Fackeln, die gleich aufgegangnen Haaren&#10;in ihres Jagens großem Winde wehn.&#10;Vorn möcht ich stehen wie in einem Kahne,&#10;groß und wie eine Fahne aufgerollt.&#10;Dunkel, aber mit einem Helm von Gold,&#10;der unruhig glänzt. Und hinter mir gereiht&#10;zehn Männer aus derselben Dunkelheit&#10;mit Helmen, die, wie meiner, unstät sind,&#10;bald klar wie Glas, bald dunkel, alt und blind.&#10;Und einer steht bei mir und bläst uns Raum&#10;mit der Trompete, welche blitzt und schreit,&#10;und bläst uns eine schwarze Einsamkeit,&#10;durch die wir rasen wie ein rascher Traum:&#10;Die Häuser fallen hinter uns ins Knie,&#10;die Gassen biegen sich uns schief entgegen,&#10;die Plätze weichen aus: wir fassen sie,&#10;und unsre Rosse rauschen wie ein Regen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kranke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke-4739/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke-4739/</guid><description>&lt;p&gt;Vögelein munter&#10;Singen so schön,&#10;Laßt mich hinunter&#10;Spazieren gehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Nacht ists ja draußen;&#10;′s war nur der Sturm,&#10;Den du hörst sausen&#10;Droben vom Turm.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebchen im Garten&#10;Seh ich dort stehn,&#10;Lang mußt sie warten,&#10;O laßt mich gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Still nur, der blasse&#10;Tod ists, der sacht&#10;Dort durch die Gasse&#10;Schleicht in der Nacht.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie mir ergraute,&#10;Bleiches Gesicht!&#10;Gebt mir die Laute,&#10;Mir wird so licht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kranke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke-5572/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke-5572/</guid><description>&lt;p&gt;Manchmal hebe ich meine Hände von der Decke ins Licht.&#10;Nicht lange, denn sie sind schwer; und sehe wie das Licht&#10;Sie umflicht mit einem roten Geäst von Blut.&#10;Ich fühle eine fremde Wärme, die mir nicht wehe tut,&#10;Mich in einen milden Schlafschleier spinnen.&#10;Alle Menschen kommen und gehn und sind gut.&#10;Sie sagen: ich leide. Doch ich vergaß das. - Leid? -&#10;Ich kann mich dunkel immer nur auf eins besinnen:&#10;Irgendwo in der Ferne vergeht die Zeit.&#10;Irgendwo in der Ferne muß mein Leben verrinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kranke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke-7327/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke-7327/</guid><description>&lt;p&gt;Zitternd auf der Berge Säume&#10;Fällt der Sonne letzter Strahl,&#10;Eingewiegt in düstre Träume&#10;Blickt der Kranke in das Tal.&#10;Sieht der Wolken schnelles Jagen&#10;Durch das trübe Dämmerlicht -&#10;Ach des Busens stille Klagen&#10;Tragen ihn zur Heimat nicht!&#10;Und mit glänzendem Gefieder&#10;Zog die Schwalbe durch die Luft,&#10;Nach der Heimat zog sie wieder,&#10;Wo ein milder Himmel ruft;&#10;Und er hört ihr fröhlich Singen,&#10;Sehnsucht füllt des Armen Blick,&#10;Ach! er sah sie auf sich schwingen,&#10;Und sein Kummer bleibt zurück.&#10;Schöner Fluß mit blauem Spiegel,&#10;Hörst du seine Klagen nicht?&#10;Sag es seiner Heimat Hügel,&#10;Daß des Kranken Busen bricht.&#10;Aber kalt rauscht er vom Strande&#10;Und entrollt ins stille Tal,&#10;Schweiget in der Heimat Lande&#10;Von des Kranken stiller Qual.&#10;Und der Arme stützt die Hände&#10;An das müde, trübe Haupt;&#10;Eins ist noch, wohin sich wende&#10;Der, dem aller Trost geraubt;&#10;Schlägt das blaue Auge wieder&#10;Mutig auf zum Horizont,&#10;Immer stieg ja Trost hernieder&#10;Dorther, wo die Liebe wohnt.&#10;Und es netzt die blassen Wangen&#10;Heil′ger Sehnsucht stiller Quell,&#10;Und es schweigt das Erdverlangen,&#10;Und das Auge wird ihm hell:&#10;Nach der ew′gen Heimat Lande&#10;Strebt sein Sehnen kühn hinauf;&#10;Sehnsucht sprengt der Erde Bande,&#10;Psyche schwingt zum Licht sich auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranz-7382/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranz-7382/</guid><description>&lt;p&gt;Sie war kaum aus dem Kinderkleid,&#10;Das Mieder war ihr noch zu weit,&#10;Da liefen schon am hellen Tag&#10;Ihr alle flinke Bursche nach.&#10;Sie ließ es ohne Zank geschehn,&#10;Hat sich auch manchmal umgesehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mutter sprach: »Nimm dich in acht!&#10;Schon manche Dirne hat′s gebracht&#10;Um′s grüne Kränzchen in dem Haar,&#10;Daß sie im Dorf die Schönste war.«&#10;Da fiel es erst der Tochter ein:&#10;»Sollt ich denn wohl die Schönste sein?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Krieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-krieg-9684/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-krieg-9684/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Plewna wandert ein Geisterzug,&#10;Die türkischen Helden gefangen,&#10;In Fetzen und barfuss, von Hunger verzehrt,&#10;Die Glieder schlottern und hangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Tausende wanken wie Schatten dahin,&#10;Zur Donau ziehen die Armen,&#10;Die nächtlichen Wolken durchheult der Wind,&#10;Laut brüllend, wie Schlachtenerbarmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In lautloser Stille, so wandern sie hin&#10;Durch schneeverdichtete Fluren,&#10;Bedeckt mit Leichen - die Raben und Kräh&amp;rsquo;n&#10;Verkünden der Fallenden Spuren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur Leichen liegen von Plewna hin&#10;Zur Donau in Reihen gesäet,&#10;Ein grässlich&amp;rsquo; Schlachtfeld, wo Ross und Mann&#10;Am Wagen erfroren, verwehet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kuss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss-7592/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss-7592/</guid><description>&lt;p&gt;Es regnet - doch sie merkt es kaum,&#10;weil noch ihr Herz vor Glück erzittert:&#10;Im Kuss versank die Welt im Traum.&#10;Ihr Kleid ist nass und ganz zerknittert&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und so verächtlich hochgeschoben,&#10;als wären ihre Knie für alle da.&#10;Ein Regentropfen, der zu Nichts zerstoben,&#10;der hat gesehn, was niemand sonst noch sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So tief hat sie noch nie gefühlt -&#10;so sinnlos selig müssen Tiere sein!&#10;Ihr Haar ist wie zu einem Heiligenschein zerwühlt -&#10;Laternen spinnen sich drin ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss-2934/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss-2934/</guid><description>&lt;p&gt;Wie unvergleichlich ist&#10;Die Schöne, die recht küßt!&#10;In ihren Küssen steckt&#10;Was Tausend Lust erweckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Mund gab die Natur&#10;Uns nicht zur Sprache nur:&#10;Das, was ihn süßer macht,&#10;Ist, daß er küßt und lacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, überzeuge dich&#10;Davon, mein Kind! durch mich&#10;Und nimm und gib im Kuß&#10;Der Freuden Ueberfluß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss-4232/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss-4232/</guid><description>&lt;p&gt;Lalage, die kleine Spröde,&#10;Floh den jungen Lycidas;&#10;Bittrer Spott war ihre Rede,&#10;Und die Blicke lauter Haß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In das Thal, zu jener Quelle&#10;Lockte sie Dianens Schein;&#10;Fernher murmelte die Welle,&#10;Leise lispelte der Hain.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sanfter wurden ihre Triebe,&#10;Friede ward ihr Herz und Ruh,&#10;Denn ein kleines Wort von Liebe&#10;Rief ihr jedes Büschchen zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe sprach die junge Rose,&#10;Sprach der Quelle grüner Rand -&#10;Als das Mädchen auf dem Moose&#10;Schlafend einen Knaben fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss-6685/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuss-6685/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Kuß allein will mir nicht genügen!&#10;Ein Kuß nicht mein Begehren stillt!&#10;Trankst Du ihn je in vollen Zügen&#10;Und empfandst noch nicht, was aus ihm quillt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kuß - ein Blitz unter Sturmes Toben -&#10;Ein süß Gewittern der Sinnenflut&#10;Im tiefsten Mark, das nach unten, nach oben&#10;Das Sein im Zickzack durchrast mit Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewitter, das nicht sich löset in Regen &amp;hellip;&#10;In den Wolken bleibt und wühlend drin schwebt &amp;hellip;&#10;Und wetterleuchtend auf allen Wegen&#10;Mit peinvollen Schauern uns durchbebt &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebende-6717/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebende-6717/</guid><description>&lt;p&gt;Lieblich, wie der Hoffnung Zaubertöne,&#10;flötet dort im Blüthenbusch versteckt&#10;Philomele, während sich der schöne&#10;Abendhimmel leicht mit Rosen deckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! in Allem, was die Säng&amp;rsquo;rin flötet,&#10;lausch&amp;rsquo; ich deiner Stimme rein und mild,&#10;und der Schimmer, der den Himmel röthet,&#10;mahlt in Lichtgestalten nur dein Bild!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort, wo leichte graue Nebel schleichen,&#10;an des fernen Horizontes Rand,&#10;wo umher die hellen Blicke reichen,&#10;seh&amp;rsquo; ich dich, seh&amp;rsquo; Himmel nicht und Land.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Maler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maler-4743/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maler-4743/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Wolken, eh im nächtgen Land&#10;Erwacht die Kreaturen,&#10;Langt Gottes Hand,&#10;Zieht durch die stillen Fluren&#10;Gewaltig die Konturen,&#10;Strom, Wald und Felsenwand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wach auf, wach auf! Die Lerche ruft,&#10;Aurora taucht die Strahlen&#10;Verträumt in Duft,&#10;Beginnt auf Berg und Talen&#10;Ringsum ein himmlisch Malen&#10;In Meer und Land und Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und durch die Stille, lichtgeschmückt,&#10;Aus wunderbaren Locken&#10;Ein Engel blickt. -&#10;Da rauscht der Wald erschrocken,&#10;Da gehn die Morgenglocken,&#10;Die Gipfel stehn verzückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Maler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maler-5377/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maler-5377/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft mein ich, wenn ich in Träumen liege,&#10;Es trete zu mir eine hehre Gestalt,&#10;Und wenn ich mich freudvoll an sie schmiege,&#10;So küsse sie mich mit Liebesgewalt;&#10;So spräche sie laut, ich suchte dich lange,&#10;Und da ich dich endlich gefunden hab,&#10;So laß mich entsagen dem finstern Zwange,&#10;So liebe du mich, du lieber Knab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und immer die gleiche, immer die holde&#10;Erscheinet die liebliche Traumgestalt,&#10;Hochgrüßenden Augs, mit Locken von Golde&#10;Die anmuthselige Schulter umwallt!&#10;Wollüstig wühl ich im Golde der Locken,&#10;Ich presse mein Vollglück an die Brust,&#10;Und, süß vor unendlichen Reizen erschrocken,&#10;Erschüttert mich plötzlich der nahe Verlust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-2286/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-2286/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch sollte sich selbst&#10;immer als ein Experiment&#10;der Natur betrachten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-5752/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-5752/</guid><description>&lt;p&gt;Empfangen und genähret&#10;vom Weibe wunderbar,&#10;kömmt er und sieht und höret&#10;und nimmt des Trugs nicht wahr;&#10;gelüstet und begehret&#10;und bringt sein Tränlein dar;&#10;verachtet und verehret;&#10;hat Freude und Gefahr;&#10;glaubt, zweifelt, wähnt und lehret,&#10;hält nichts und alles wahr;&#10;erbauet und zerstöret&#10;und quält sich immerdar;&#10;schläft, wachet, wächst und zehret;&#10;trägt braun und graues Haar,&#10;und alles dieses währet,&#10;wenn′s hoch kommt, achtzig Jahr.&#10;Dann legt er sich zu seinen Vätern nieder&#10;und er kömmt nimmer wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-4255/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-4255/</guid><description>&lt;p&gt;Und grämt dich, Edler, noch ein Wort&#10;Der kleinen Neidgesellen?&#10;Der hohe Mond, er leuchtet dort,&#10;Und läßt die Hunde bellen&#10;Und schweigt und wandelt ruhig fort,&#10;Was Nacht ist, aufzuhellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-5067/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-5067/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Schäferflöte&#10;Sanfte Lieder tönt,&#10;Und die Abendröthe&#10;Das Gefild verschönt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tritt im Silberglanze,&#10;Aus dem Wolkenchor,&#10;Mit dem Sternenkranze,&#10;Still der Mond hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächelt dann voll Milde,&#10;Auf die Welt herab;&#10;Hellet Luftgefilde,&#10;Hellt das stille Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lockt mit seinen Strahlen&#10;Frieden in die Brust!&#10;Mildert Schmerz und Qualen,&#10;Giebt uns süße Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! in Wehmuthsträume&#10;Er so gerne wiegt,&#10;Daß in beßre Räume&#10;Auf die Seele fliegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen-1601/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen-1601/</guid><description>&lt;p&gt;Grau ruht der weite Himmel&#10;Stumm ob der stummen Erde.&#10;Da hellt ein Punkt im Osten&#10;Sich auf; wird immer größer&#10;Und immer heller; ahmet&#10;Itzt schwach der Perle Farbe,&#10;Dann stufenweis das Leuchten&#10;Des schillernden Opals nach;&#10;Entfaltet nun dem Auge&#10;Den holden Glanz der Rose,&#10;Und bald darauf, in Schichten,&#10;Das Gold der Sonnenblume,&#10;Die Purpurpracht des Mohnes,&#10;Dann ein Gemisch der schönsten&#10;Und anmuthsvollsten Farben,&#10;Der Tulpe gleich. Allmählig&#10;Wird rings umher der Schimmer&#10;Zu Glanz, der Glanz zu Strahlen.&#10;Mit einemmal verbleichet&#10;Der wunderbaren Farben&#10;Unsäglich schöner Reichthum,&#10;Und blendend zeigst, o Sonne,&#10;Du Geberin des Lichtes,&#10;Du Geberin der Wärme,&#10;Du Geberin des Lebens&#10;Und des Gedeihens alles&#10;Erschaffenen, der Pflanze,&#10;Des Thieres und des Menschen,&#10;Dein goldnes Haupt du lächelnd&#10;An des lasurnen Himmels&#10;Glanzüberströmtem Rande;&#10;Es hallen Luft und Erde&#10;Vom Lied der Vögel wieder,&#10;Und vom Gebrüll der Heerden;&#10;In Andacht und Bewundrung&#10;Versunken, stehet schweigend&#10;Der Mensch mit nassen Augen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen-1743/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen-1743/</guid><description>&lt;p&gt;Dein morgentiefes Auge ist in mir, Marie.&#10;Ich fühle, wie es durch die Dämmerung mich umfängt&#10;Der weiten Kirche. Stille will ich knien und warten, wie&#10;Dein Tag aus den erblühten Heiligenfenstern zu mir drängt. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie kommt er sanft und gut und wie mit väterlicher Hand&#10;Umschwichtigend. Wann wars, daß er mit grellen Fratzen mich genarrt,&#10;Auf Vorstadtgassen, wenn mein Hunger nirgends sich ein Obdach fand –&#10;Oder in grauen Stuben mich aus fremden Blicken angestarrt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen-4744/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen-4744/</guid><description>&lt;p&gt;Fliegt der erste Morgenstrahl&#10;Durch das stille Nebeltal,&#10;Rauscht erwachend Wald und Hügel:&#10;Wer da fliegen kann, nimmt Flügel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sein Hütlein in die Luft&#10;Wirft der Mensch vor Lust und ruft:&#10;Hat Gesang doch auch noch Schwingen,&#10;Nun, so will ich fröhlich singen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinaus, o Mensch, weit in die Welt,&#10;Bangt dir das Herz in krankem Mut;&#10;Nichts ist so trüb in Nacht gestellt,&#10;Der Morgen leicht machts wieder gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen-957/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgen-957/</guid><description>&lt;p&gt;Damon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So glänzt die Zier der jungen Flore,&#10;Die Rose, die sich erst entschließt,&#10;Wenn sie die lächelnde Aurore,&#10;Begleitet von dem Zephyr küßt:&#10;Wie du, wenn du voll Reitz und Leben&#10;Gegrüßt von Lerchen früh erwachst,&#10;Und mir, von Grazien umgeben,&#10;Mit sanftem Aug entgegen lachst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sylvie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergebens fliehen vor Auroren&#10;Die Schatten der bethauten Nacht,&#10;Der junge Tag bereits gebohren,&#10;Ist ohne dich mir finstre Nacht.&#10;Die Blumen, die ich für dich pflücke,&#10;Die schlummern noch: in süßem Wahn&#10;Bricht mit dem ersten deiner Blicke&#10;Mir erst mein schöner Morgen an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saenger-9447/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saenger-9447/</guid><description>&lt;p&gt;Nimmer wird das Leid geendet,&#10;Dem die Lieder nur gefallen,&#10;Die von ferne leise hallen,&#10;Wo es gern sie hingesendet,&#10;Daß sie wieder zu ihm wallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will mich Gegenwart umfangen,&#10;Schöne Liebe gleich erhören,&#10;Liebe Schönheit sich betören,&#10;Muß ich Fernes doch verlangen,&#10;Und nur auf das Echo hören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wird nie mein Sinn gewendet,&#10;Wenn er hört die Lieder schallen,&#10;Die von ferne leise hallen,&#10;Wo er gern sie hingesendet,&#10;Daß sie wieder zu ihm wallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schatzgräber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schatzgraeber-4747/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schatzgraeber-4747/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn alle Wälder schliefen,&#10;Er an zu graben hub,&#10;Rastlos in Berges Tiefen&#10;Nach einem Schatz er grub.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Engel Gottes sangen&#10;Derweil in stiller Nacht,&#10;Wie rote Augen drangen&#10;Metalle aus dem Schacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Und wirst doch mein!« und grimmer&#10;Wühlt er und wühlt hinab,&#10;Da stürzen Steine und Trümmer&#10;Über dem Narren herab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hohnlachen wild erschallte&#10;Aus der verfallnen Kluft,&#10;Der Engelsang verhallte&#10;Wehmütig in der Luft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Soldat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-soldat-4750/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-soldat-4750/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist auch schmuck nicht mein Rößlein,&#10;So ists doch recht klug,&#10;Trägt im Finstern zu ′nem Schlößlein&#10;Mich rasch noch genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist das Schloß auch nicht prächtig:&#10;Zum Garten aus der Tür&#10;Tritt ein Mädchen doch allnächtig&#10;Dort freundlich herfür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ist auch die Kleine&#10;Nicht die Schönst auf der Welt,&#10;So gibts doch just keine,&#10;Die mir besser gefällt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und spricht sie vom Freien:&#10;So schwing ich mich auf mein Roß -&#10;Ich bleibe im Freien,&#10;Und sie auf dem Schloß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Soldat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-soldat-7691/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-soldat-7691/</guid><description>&lt;p&gt;Es geht bei gedämpfter Trommel Klang;&#10;Wie weit noch die Stätte! der Weg wie lang!&#10;O wär er zur Ruh und alles vorbei!&#10;Ich glaub&amp;rsquo;, es bricht mir das Herz entzwei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab&amp;rsquo; in der Welt nur ihn geliebt,&#10;Nur ihn, dem jetzt man den Tod doch gibt!&#10;Bei klingendem Spiele wird paradiert;&#10;Dazu bin auch ich kommandiert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun schaut er auf zum letzten Mal&#10;In Gottes Sonne freudigen Strahl;&#10;Nun binden sie ihm die Augen zu -&#10;Dir schenke Gott die ewige Ruh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-3303/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-3303/</guid><description>&lt;p&gt;Brüder! Lobt die Sommerszeit!&#10;Ja, dich, Sommer, will ich loben!&#10;Wer nur deine Munterkeit,&#10;Deine bunte Pracht erhoben,&#10;Dem ist wahrlich, dem ist nur,&#10;Nur dein halbes Lob gelungen,&#10;Hätt er auch, wie Brocks, gesungen,&#10;Brocks, der Liebling der Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hör ein größer Lob von mir,&#10;Sommer! ohne stolz zu werden.&#10;Brennst du mich, so dank ichs dir,&#10;Daß ich bei des Strahls Beschwerden,&#10;Bei der durstgen Mattigkeit,&#10;Lechzend nach dem Weine frage,&#10;Und gekühlt den Brüdern sage:&#10;Brüder! lobt die durstge Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-8535/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-8535/</guid><description>&lt;p&gt;Das Erntefeld erscheint, auf Höhen schimmert&#10;Der hellen Wolke Pracht, indes am weiten Himmel&#10;In stiller Nacht die Zahl der Sterne flimmert,&#10;Groß ist und weit von Wolken das Gewimmel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Pfade gehn entfernter hin, der Menschen Leben,&#10;Es zeiget sich auf Meeren unverborgen,&#10;Der Sonne Tag ist zu der Menschen Streben&#10;Ein hohes Bild, und golden glänzt der Morgen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit neuen Farben ist geschmückt der Gärten Breite,&#10;Der Mensch verwundert sich, dass sein Bemühn gelinget,&#10;Was er mit Tugend schafft, und was er hoch vollbringet,&#10;Es steht mit der Vergangenheit in prächtigem Geleite.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spiegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spiegel-9567/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spiegel-9567/</guid><description>&lt;p&gt;Wie viele Bilder sind in dir gefangen,&#10;Du hoher, alter, goldgerahmter Spiegel.&#10;Wie viele Lächeln blieben in dir hangen.&#10;Wie viele Eitelkeiten schweigt dein Siegel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O tausend Blicke, die in dir versunken.&#10;O Hände, Leiber! die in dir verborgen.&#10;O all die Ängste, die du eingetrunken&#10;Von schönen Frauen, die sich alternd sorgen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich ahne dich ganz angefüllt mit Dingen.&#10;Ich fürchte oft, dein Glas müsse zerspringen&#10;Vom ewigen Verhalten deiner Träume.&#10;- Doch du bist tiefer als die tiefsten Räume.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Strom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-strom-7539/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-strom-7539/</guid><description>&lt;p&gt;Als nun der Strom meiner Nächte&#10;breit durch die Ebene glitt,&#10;brachte er krauses Geflechte,&#10;Tangwerk und Dorngestrüpp mit,&#10;brachte von bergiger Quelle&#10;wilder Blüten Gerank,&#10;und es klang seine Welle&#10;dunkler als droben sie klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lauscher standen am Lande,&#10;horchten dem Klange voll Zorn&#10;als einem sicheren Pfande&#10;für den vergifteten Born,&#10;schrien böse und lauernd&#10;all meinen Frohmut entzwei,&#10;und meine Seele glitt trauernd&#10;ihrem Erkennen vorbei. &amp;ndash;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sturm-961/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sturm-961/</guid><description>&lt;p&gt;Der lichte Himmel schwärzet sich:&#10;Ein jäher Sturm braust in den Zweigen,&#10;Und überall herrscht fürchterlich&#10;Ein ehrerbiethig Schweigen.&#10;Der kleinen Sänger tonreich Chor&#10;Vergißt sein Lied, und lauscht in Sträuchen,&#10;Und nur die Schwalbe schießt hervor,&#10;Und schwebet auf den Teichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm Chloe, eilends folge mir:&#10;Doch sieh, wie sich die Rosen bücken,&#10;Vom Sturm bedroht flehn sie zu dir;&#10;Du sollst sie liebreich pflücken.&#10;Sie zittern vor den nahen Tod.&#10;O sieh, wie schön sie sich entfärben!&#10;Viel lieber wünscht ihr schamhaft Roth&#10;An deiner Brust zu sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tanz-2584/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tanz-2584/</guid><description>&lt;p&gt;Siehe wie schwebenden Schritts im Wellenschwung sich die Paare&#10;Drehen, den Boden berührt kaum der geflügelte Fuß.&#10;Seh ich flüchtige Schatten, befreit von der Schwere des Leibes?&#10;Schlingen im Mondlicht dort Elfen den luftigen Reihn?&#10;Wie, vom Zephyr gewiegt, der leichte Rauch in die Luft fließt,&#10;Wie sich leise der Kahn schaukelt auf silberner Flut,&#10;Hüpft der gelehrige Fuß auf des Takts melodischer Woge,&#10;Säuselndes Saitengetön hebt den ätherischen Leib.&#10;Jetzt, als wollt es mit Macht durchreißen die Kette des Tanzes,&#10;Schwingt sich ein mutiges Paar dort in den dichtesten Reihn.&#10;Schnell vor ihm her entsteht ihm die Bahn, die hinter ihm schwindet,&#10;Wie durch magische Hand öffnet und schließt sich der Weg.&#10;Sieh! Jetzt schwand es dem Blick, in wildem Gewirr durcheinander&#10;Stürzt der zierliche Bau dieser beweglichen Welt.&#10;Nein, dort schwebt es frohlockend herauf, der Knoten entwirrt sich,&#10;Nur mit verändertem Reiz stellet die Regel sich her.&#10;Ewig zerstört, es erzeugt sich ewig die drehende Schöpfung,&#10;Und ein stilles Gesetz lenkt der Verwandlungen Spiel.&#10;Sprich wie geschiehts, daß rastlos erneut die Bildungen schwanken,&#10;Und die Ruhe besteht in der bewegten Gestalt?&#10;Jeder ein Herrscher, frei, nur dem eigenen Herzen gehorchet,&#10;Und im eilenden Lauf findet die einzige Bahn?&#10;Willst du es wissen? Es ist des Wohllauts mächtige Gottheit,&#10;Die zum geselligen Tanz ordnet den tobenden Sprung,&#10;Die, der Nemesis gleich, an des Rhythmus goldenem Zügel&#10;Lenkt die brausende Lust und die verwilderte zähmt.&#10;Und dir rauschen umsonst die Harmonieen des Weltalls,&#10;Dich ergreift nicht der Strom dieses erhabnen Gesangs,&#10;Nicht der begeisternde Takt, den alle Wesen dir schlagen,&#10;Nicht der wirbelnde Tanz, der durch den ewigen Raum&#10;Leuchtende Sonnen schwingt in kühn gewundenen Bahnen?&#10;Das du im Spiele doch ehrst, fliehst du im Handeln, das Maß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-3307/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-3307/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern, Brüder, könnt ihrs glauben?&#10;Gestern bei dem Saft der Trauben,&#10;(Bildet euch mein Schrecken ein!)&#10;Kam der Tod zu mir herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drohend schwang er seine Hippe,&#10;Drohend sprach das Furchtgerippe:&#10;Fort, du teurer Bacchusknecht!&#10;Fort, du hast genug gezecht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieber Tod, sprach ich mit Tränen,&#10;Solltest du nach mir dich sehnen?&#10;Sieh, da stehet Wein für dich!&#10;Lieber Tod verschone mich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächelnd greift er nach dem Glase;&#10;Lächelnd macht ers auf der Base,&#10;Auf der Pest, Gesundheit leer;&#10;Lächelnd setzt ers wieder her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-4235/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-4235/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,&#10;Tönt so traurig, wenn er sich bewegt&#10;Und nun aufhebt seinen schweren Hammer&#10;Und die Stunde schlägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Todesengel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-todesengel-8482/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-todesengel-8482/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Trommelwirbeln geht der Hochzeitszug,&#10;In seidner Sänfte wird die Braut getragen,&#10;Durch rote Wolken weißer Rosse Flug,&#10;Die ungeduldig goldne Zäume nagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Todesengel harrt in Himmelshallen&#10;Als wüster Freier dieser zarten Braut.&#10;Und seine wilden, dunklen Haare fallen&#10;Die Stirn hinab, auf der der Morgen graut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Augen weit, vor Mitleid glühend offen&#10;Wie trostlos starrend hin zu neuer Lust,&#10;Ein grauenvolles, nie versiegtes Hoffen,&#10;Ein Traum von Tagen, die er nie gewusst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vogel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vogel-7594/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vogel-7594/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist vom Wind erlöste Ackerkrume,&#10;du bist ein Kind von Fisch und Blume.&#10;Aus allem aufgehoben,&#10;bist du der Wunsch der Seele,&#10;dass sie im tollsten Toben&#10;sich nicht mehr quäle.&#10;Du bist vom Stern geboren&#10;in einer großen Nacht.&#10;Pan hat sein Herz verloren&#10;und dich daraus gemacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vogel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vogel-8757/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vogel-8757/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vogel singt. Vielleicht, dass ihm indessen&#10;Ein zweiter Antwort weiß auf nahem Baum.&#10;Und wird ihm keine, schluchzt er selbstvergessen&#10;Und voller durch den abendlichen Raum,&#10;Der sich in Andacht lauschend und gestillt&#10;Um diese Stimme legt, jetzt, da die Seele&#10;Der Welt und alle Schönheit überquillt&#10;Und tönend wird in dieser kleinen Kehle.&#10;Die Wiese duftet auf; die Farben treten&#10;Hervor wie redend und der Luftkreis schwingt.&#10;Die Tiere staunen und die Wälder beten.&#10;Er aber weiß es nicht und singt und singt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-4951/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-4951/</guid><description>&lt;p&gt;Die Straßen, die ich gehe,&#10;So oft ich um mich sehe,&#10;Sie bleiben fremd doch mir.&#10;Herberg′, wo ich möcht weilen,&#10;Ich kann sie nicht ereilen,&#10;Weit, weit ist sie von hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So fremd mir anzuschauen&#10;Sind diese Städt′ und Auen,&#10;Die Burgen stumm und tot;&#10;Doch fern Gebirge ragen,&#10;Die meine Heimat tragen,&#10;Ein ewig Morgenrot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-8508/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-8508/</guid><description>&lt;p&gt;Einsam stand ich und sah in die afrikanischen dürren&#10;Ebnen hinaus; vom Olymp regnete Feuer herab,&#10;Reißendes! milder kaum, wie damals, da das Gebirg hier&#10;Spaltend mit Strahlen der Gott Höhen und Tiefen gebaut.&#10;Aber auf denen springt kein frischaufgrünender Wald nicht&#10;In die tönende Luft üppig und herrlich empor.&#10;Unbekränzt ist die Stirne des Bergs und beredtsame Bäche&#10;Kennet er kaum, es erreicht selten die Quelle das Tal.&#10;Keiner Herde vergeht am plätschernden Brunnen der Mittag,&#10;Freundlich aus Bäumen hervor blickte kein gastliches Dach.&#10;Unter dem Strauche saß ein ernster Vogel gesanglos,&#10;Aber die Wanderer flohn eilend, die Störche, vorbei.&#10;Da bat ich um Wasser dich nicht, Natur! in der Wüste,&#10;Wasser bewahrte mir treulich das fromme Kamel.&#10;Um der Haine Gesang, ach! um die Gärten des Vaters&#10;Bat ich vom wandernden Vogel der Heimat gemahnt.&#10;Aber du sprachst zu mir: Auch hier sind Götter und walten,&#10;Groß ist ihr Maß, doch es mißt gern mit der Spanne der Mensch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Weidenbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weidenbaum-8617/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weidenbaum-8617/</guid><description>&lt;p&gt;Die Muse flieht zu dir, einsamer Kranz von Weiden!&#10;Wo ihr dein West in kühle Schatten winkt.&#10;Ihr Bäume! die ringsum der Spree Gestade kleiden,&#10;Wie oft mein Herz, die Ruhe in Strömen trinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seid ihr mein Lied! - Fern vom geschäftigen Getümmel&#10;Wohnt die Natur, die das Einsame liebt&#10;In euch, und rund umher wölbt sich ein heitrer Himmel.&#10;Von keinem Rauch der stolzen Stadt getrübt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf euren Wipfeln spielt mit ihren letzten Strahlen&#10;Die Abendsonn&amp;rsquo; eh sie ins Meer sich senkt:&#10;Noch will sie dich, o Spree! Mit flüss&amp;rsquo;gem Golde malen,&#10;Eh&amp;rsquo; sie der neuen Welt ihr Antlitz schenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-4322/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-4322/</guid><description>&lt;p&gt;Isch echt da obe Bauwele feil?&#10;Sie schütten eim e redli Teil&#10;in d′Gaerten aben und ufs Hus;&#10;es schneit doch au, es isch en Gruus;&#10;und′s hängt no menge Wage voll&#10;am Himmel obe, merki wol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wo ne Ma vo witem lauft,&#10;so het er vo der Bauwele gchauft;&#10;er treit sie uf der Achsle no&#10;und uffem Huet und lauft dervo.&#10;Was laufsch denn so, du närsche Ma?&#10;De wirsch sie doch nit gstohle ha?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-8537/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-8537/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn bleicher Schnee verschönert die Gefilde,&#10;Und hoher Glanz auf weiter Ebne blinkt,&#10;So reizt der Sommer fern, und milde&#10;Naht sich der Frühling oft, indes die Stunde sinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die prächtige Erscheinung ist, die Luft ist feiner,&#10;Der Wald ist hell, es geht der Menschen keiner&#10;Auf Straßen, die zu sehr entlegen sind, die Stille machet&#10;Erhabenheit, wie dennoch alles lachet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Frühling scheint nicht mit der Blüten Schimmer&#10;Dem Menschen so gefallend, aber Sterne&#10;Sind an dem Himmel hell, man siehet gerne&#10;Den Himmel fern, der ändert fast sich nimmer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Amazone</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-amazone-7986/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-amazone-7986/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Schwarzen Meer&#10;kamen sie her;&#10;mit fliegenden Haaren;&#10;auf Rossen,&#10;goldhuf beschlagen;&#10;und alle tragen&#10;Schilde und Speer.&#10;Vor ihnen her&#10;reitet&#10;Pentesilea.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erschlagen will sie&#10;den besten Mann.&#10;Erschlagen, weil er ihr Herz gewann,&#10;Achilles.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Hemd&#10;schirmt ihre zarte Brust.&#10;Furchtfremd,&#10;in Kampflust&#10;funkelt ihr Auge;&#10;Achilles steht und starrt sie an.&#10;&amp;ldquo;Nun wehr dich! Achilles!&#10;Ich will dich erschlagen!&#10;Ich! Pentesilea!&amp;rdquo;&#10;Sie sprengt heran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Todessprung steigt&#10;hufblitzend ein Roß.&#10;Achilles schaudert: sein Geschoß&#10;färbt sich in heißem Herzblut.&#10;Zwei nackte Arme,&#10;ringgeschmückt,&#10;fallen zur Seite -&#10;Nie wieder reitet,&#10;nie wieder streitet&#10;Pentesilea.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Aussicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-aussicht-8555/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-aussicht-8555/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn in die Ferne geht der Menschen wohnend Leben,&#10;Wo in die Ferne sich erglänzt die Zeit der Reben,&#10;Ist auch dabei des Sommers leer Gefilde,&#10;Der Wald erscheint mit seinem dunklen Bilde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass die Natur ergänzt das Bild der Zeiten,&#10;Dass die verweilt, sie schnell vorübergleiten,&#10;Ist aus Vollkommenheit, des Himmels Höhe glänzet&#10;Den Menschen dann, wie Bäume Blüt&amp;rsquo; umkränzet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Beiden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-8228/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-8228/</guid><description>&lt;p&gt;Sie bog den Kopf in ihre Hände&#10;Zurück; ein stummes Weinen war&#10;In ihr - und er am andern Ende&#10;Fuhr grübelnd durch sein vieles Haar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur manchmal flog ein dunkles Hassen&#10;Jäh in ihm auf - und wie zum Hohn&#10;Ihr Stöhnen: Du darfst mich nicht verlassen -&#10;Sein Achselzucken: Ich tat es schon!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dann kam leise ein Duft von frühen&#10;Stunden ins kleine Zimmer herein:&#10;Der Wind aus den Wiesen und das Blühen&#10;Der Bäume und der junge Wein&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Buche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-buche-7744/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-buche-7744/</guid><description>&lt;p&gt;Die Buche sagt: Mein Walten bleibt das Laub.&#10;Ich bin kein Baum mit sprechenden Gedanken,&#10;Mein Ausdruck wird ein Ästeüberranken,&#10;Ich bin das Laub, die Krone überm Staub.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem warmen Aufruf mag ich rasch vertraun,&#10;Ich fang im Frühling selig an zu reden,&#10;Ich wende mich in schlichter Art an jeden.&#10;Du staunst, denn ich beginne rostigbraun!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Waldgehaben zeigt sich sommerfroh.&#10;Ich will, daß Nebel sich um Äste legen,&#10;Ich mag das Naß, ich selber bin der Regen.&#10;Die Hitze stirbt: ich grüne lichterloh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dichterin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichterin-9874/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichterin-9874/</guid><description>&lt;p&gt;Dass du Bunte, hexenhafte Holde&#10;Deinen Mund wie auf dich selber richtest&#10;Und, von Haar bis Nerven wie aus Golde,&#10;Diesen Glanz, statt ihn zu leben, dichtest!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deiner weißen Adern Schuss, geladen&#10;Mit nicht andrer als der Andern Spannung,&#10;Löst sich nur zu reicher Worte Schwaden,&#10;Ich gewinne nichts, wie in Entmannung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also bist du, nur an dich Geschmiegte,&#10;Meinem Wunsche, fein berührt zu werden,&#10;Schmerzlich, - wie der weibischen Gebärden&#10;Übernähe, die mich sonst bekriegte&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Einsame</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsame-8726/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsame-8726/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ziehe meine Einsamkeit um mich,&#10;Sie ist so wie ein wärmendstes Gewand&#10;An mir geworden ohne Kniff noch Stich,&#10;Wenn auch der Ärmel fällt tief über meine Hand.&#10;Ein Ungekannter hat ihr Maß gezirkt,&#10;Die fremdes Antlitz fühlt als trübes Wehn;&#10;Die großen Schwarzhalsschwäne sind gewirkt&#10;In ihre Falten; aber ich nur kann sie sehn.&#10;Es tun sich meine innren Blicke auf&#10;- Ein Pfauenauge, das die Flügel schließt -&#10;Und schaun der Welle jadefarbnen Lauf,&#10;Die alte Säume licht und strömend übergießt.&#10;Sie feuchten so wie einer Elbe Haar.&#10;Sie tragen noch den Fluss. Sie schleppen tief.&#10;Und graues Berggestade fängt das Jahr,&#10;Das wie ein Vogel ängstlich seine Tage rief.&#10;Und nun ist Schweigen, Und das Kleid schwillt nun.&#10;Und ich muss wachsen, dass es mir noch ziemt,&#10;Drin Fische, wie sie niemals wirklich tun,&#10;Um meine Brüste schweben, pupurblau gekiemt.&#10;Der Erde Körner sind hineingesät.&#10;Aus meiner Schulter bricht ein Felsengold,&#10;Das Tuch durchschimmernd, das sich schleift und bläht&#10;Und langsam über meiner Stirn zusammenrollt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Einsamen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsamen-5576/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsamen-5576/</guid><description>&lt;p&gt;Uns sind der Häuser viele umgestellt.&#10;Die goldenen Gemache blenden manchmal&#10;Der großen Feste, manchmal verweilt&#10;Um uns die Zelle, die Klause des Eremiten,&#10;Leise bei Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir stehen oft&#10;Aufgang ist unserm Blick das Gestirn,&#10;Weite herbergt uns kühl. Schließt dann der Tag&#10;Brennend in Liebe uns ein, wir bestehn&#10;Schweigend. Öfters im Abend doch furchen&#10;Angstüberschreckt unsre kindlichen Stirnen sich tiefer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erscheinung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erscheinung-1613/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erscheinung-1613/</guid><description>&lt;p&gt;Im Lenz, beim ersten Schimmer&#10;Der jungen Morgenröthe,&#10;Vom zarten Silberrauche,&#10;Der sich der Flur allmählig&#10;Entschwinget, wie umschleiert,&#10;Sang zum anmuth′gen Tanze&#10;Ein Reigen junger Mädchen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin das Aug′ sich wendet,&#10;Begegnet ihm die Freude:&#10;Sie hüpfet auf den Fluren,&#10;Sie schwebet in den Lüften,&#10;Sie flötet aus dem Haine,&#10;Sie klettert auf den Bergen!&#10;Drum laßt auch uns, Gespielen,&#10;Den Tag der Freude weihen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da naht′ ein Hirt und sagte:&#10;Wie waget ihr, o Mädchen,&#10;Die feierliche Stille,&#10;Die sonst hier herrscht, mit euerm&#10;Gesang zu unterbrechen?&#10;Seht ihr denn nicht die Stätte,&#10;Von jungem Moos bekleidet,&#10;Das Grab der Königstochter? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heimkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heimkehr-5579/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heimkehr-5579/</guid><description>&lt;p&gt;Vielleicht, daß mich der schlanke Schaft der Birke trug?!&#10;Nun wurzelt Fuß ins Wurzelwerk der Brombeerranken.&#10;Auf blauem Teiche meines Blicks: Libellenflug,&#10;Gräser im Südwind meines Atems wanken&#10;Und das in sanften Wogen wehend fließt:&#10;Kornfeld des blonden Haares, erdgeneigt.&#10;Ein Käfertraum an Fingerstengeln sprießt,&#10;Grille, die aus umlaubter Achselhöhle geigt -&#10;Oh, ich ward Tiefe, Weite und der Wald,&#10;Der müdverhängter Wimper grün entdämmert,&#10;Und lausche: wie der kleine Specht, mein Herz,&#10;Aus fernem Hügel sacht herüberhämmert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Jagd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jagd-8645/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jagd-8645/</guid><description>&lt;p&gt;Hell der Himmel ist erleuchtet,&#10;Sonnenstrahlen hin und her,&#10;Frischer Tau den Rasen feuchtet,&#10;Silbern glänzt das Jagdgewehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Jagd ist&amp;rsquo;s! Blutig jagend&#10;Eilt der Jäger durch den Wald,&#10;Für das Böse Alles wagend,&#10;Mordruf weit und breit erschallt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufgescheucht flieh&amp;rsquo;n junge Rehe&#10;Von dem blut&amp;rsquo;gen Schauplatz fort,&#10;Doch der Jäger Todesnähe&#10;Eilet nach von Ort zu Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit der Hast, dem wilden Grimme,&#10;Der das Böse gern beschönt,&#10;Der betäubend jene Stimme&#10;Ernsten Mahnens wild verhöhnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die junge Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-mutter-2295/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-mutter-2295/</guid><description>&lt;p&gt;Sie hat ein Kind geboren,&#10;Zu höchster Lust in tiefstem Leid,&#10;Und ist nun ganz verloren&#10;In seine stumme Lieblichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blüht zwei kurze Tage,&#10;So daß sie′s eben küssen mag,&#10;Und ohne Laut und Klage&#10;Neigt es sein Haupt am dritten Tag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie es still erblaßte,&#10;So trägt sie still den heil′gen Schmerz,&#10;Und eh′ sie′s ganz noch faßte,&#10;Daß es dahin ist, bricht ihr Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der mit dem Lilienstengel&#10;Sonst tritt aus einem finstern Tor,&#10;Er ging, der Todes-Engel,&#10;Aus ihrem eignen Schoß hervor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die junge Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-mutter-4925/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-mutter-4925/</guid><description>&lt;p&gt;Im hellen Blumengarten&#10;Eine fromme Mutter stand,&#10;Ihr herzig Kind zu warten;&#10;Sie wiegt es mit der Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blütenzweige fächeln,&#10;Der Knabe regt sich kaum,&#10;Er blickt mit süßem Lächeln&#10;Zum blauen Himmelsraum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die goldnen Löckchen wehen&#10;Ihm um das Haupt zumal;&#10;Was mag das Kindlein sehen&#10;Im großen Himmelssaal?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es strecket mit Verlangen&#10;Die zarten Arme aus,&#10;Den Vater zu erlangen&#10;Dort oben im hellen Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Englein all′ erscheinen,&#10;Sie bringen sel′gen Gruß;&#10;Wie kommt es, dass ich weinen,&#10;so herzlich weinen muss?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die junge Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-mutter-9680/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-mutter-9680/</guid><description>&lt;p&gt;Spät am Abend, früh am Morgen&#10;Schafft das liebe Mütterlein.&#10;Für die Kinder muß es sorgen,&#10;Immer muß es fleißig sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was der Mutter Lieb und Treue,&#10;Liebes Kind, an dir getan,&#10;Und noch täglich tut auf&amp;rsquo;s neue,&#10;Sage, denkst du auch daran?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für so viele Müh&amp;rsquo; und Sorgen,&#10;Mußt du stets recht dankbar sein&#10;Und von Herzen alle Tage&#10;Folgen deinem Mütterlein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Jungfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jungfrau-5156/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jungfrau-5156/</guid><description>&lt;p&gt;Hier ruht die Jungfrau Lisa Gütersloh,&#10;Mein Gott, sie tat nur immer so.&#10;In der letzten Nacht noch haben sie gesehn&#10;Einen Schlächtergesellen auf ihr Zimmer gehn.&#10;Doch auf dem Fuße folgte die Strafe diesem Graus:&#10;Es war des Morgens um halb vier,&#10;Da blies derselbe Schlächter ihr&#10;Mit seinem Schlächtermesser&#10;Das Lebenslämpchen aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinder-6853/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinder-6853/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abends&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf meinem Schoße sitzet nun&#10;Und ruht der kleine Mann;&#10;Mich schauen aus der Dämmerung&#10;Die zarten Augen an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er spielt nicht mehr, er ist bei mir,&#10;Will nirgend anders sein;&#10;Die kleine Seele tritt heraus&#10;Und will zu mir herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Häwelmann, mein Bursche klein,&#10;Du bist des Hauses Sonnenschein,&#10;Die Vögel singen, die Kinder lachen,&#10;Wenn deine strahlenden Augen wachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kinderjahre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinderjahre-3573/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinderjahre-3573/</guid><description>&lt;p&gt;Wir waren noch in jenen frohen Tagen&#10;Wo man von keiner Pflicht,&#10;Von keiner Liebe spricht.&#10;Man hat sich immer was zu sagen&#10;Und sieht man sich, so wünscht man weiter nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Blumenstrauß der ersten Flur entrißen,&#10;Den meine kleine Hand&#10;Für Chloens Busen band,&#10;Ward ach! belohnt mit welchen Küssen!&#10;Und ich ward dann ihr Schäferchen genannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt sieht sie mich von Stutzern rings umgeben&#10;Mit heimlichem Verdruß,&#10;Vergißet Kranz und Kuss;&#10;Doch ich vergeß in meinem Leben&#10;Die Küße nicht, die ich entbehren muß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Küsse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuesse-2940/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuesse-2940/</guid><description>&lt;p&gt;Als sich aus Eigennutz Elisse&#10;Dem muntern Coridon ergab,&#10;Nahm sie für einen ihrer Küsse&#10;Ihm anfangs dreißig Schafe ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am andern Tag erschien die Stunde,&#10;Daß er den Tausch viel besser traf.&#10;Sein Mund gewann von ihrem Munde&#10;Schon dreißig Küsse für ein Schaf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der dritte Tag war zu beneiden:&#10;Da gab die milde Schäferin&#10;Um einen neuen Kuß mit Freuden&#10;Ihm alle Schafe wieder hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein am vierten ging′s betrübter,&#10;Indem sie Herd und Hund verhieß&#10;Für einen Kuß, den ihr Geliebter&#10;Umsonst an Doris überließ.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lerche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lerche-4767/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lerche-4767/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kann hier nicht singen,&#10;Aus dieser Mauern dunklen Ringen&#10;Muß ich mich schwingen&#10;Vor Lust und tiefem Weh.&#10;O Freude, in klarer Höh&#10;Zu sinken und sich zu heben,&#10;In Gesang&#10;Über die grüne Erde dahin zu schweben,&#10;Wie unten die licht′ und dunkeln Streifen&#10;Wechselnd im Fluge vorüberschweifen,&#10;Aus der Tiefe ein Wirren und Rauschen und Hämmern,&#10;Die Erde aufschimmernd im Frühlingsdämmern,&#10;Wie ist die Welt so voller Klang!&#10;Herz, was bist du bang?&#10;Mußt aufwärts dringen!&#10;Die Sonne tritt hervor,&#10;Wie glänzen mir Brust und Schwingen,&#10;Wie still und weit ists droben am Himmelstor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lerche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lerche-7541/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lerche-7541/</guid><description>&lt;p&gt;So weit das Auge sieht&#10;rings her nur braune Schollen,&#10;die gerne grünen wollen.&#10;Eine Lerche tanzt ihr Lied!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Lerche tanzt ihr Lied!&#10;Ich lausche und verstehe,&#10;dass, wo ich nun auch gehe,&#10;der Frühling mit mir zieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-2449/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-2449/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ihr Freunde vergeßt, wenn ihr die Euern all,&#10;O ihr Dankbaren, sie, euere Dichter schmäht,&#10;Gott vergeb es, doch ehret&#10;Nur die Seele der Liebenden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn o saget, wo lebt menschliches Leben sonst,&#10;Da die knechtische jetzt alles, die Sorge, zwingt?&#10;Darum wandelt der Gott auch&#10;Sorglos über dem Haupt uns längst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, wie immer das Jahr kalt und gesanglos ist&#10;Zur beschiedenen Zeit, aber aus weißem Feld&#10;Grüne Halme doch sprossen,&#10;Oft ein einsamer Vogel singt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-3322/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-3322/</guid><description>&lt;p&gt;Ohne Liebe&#10;Lebe, wer da kann.&#10;Wenn er auch ein Mensch schon bliebe,&#10;Bleibt er doch kein Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süße Liebe,&#10;Mach′ mein Leben süß!&#10;Stille nie die regen Triebe&#10;Sonder Hindernis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schmachten lassen&#10;Sei der Schönen Pflicht!&#10;Nur uns ewig schmachten lassen,&#10;Dieses sei sie nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-3994/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-3994/</guid><description>&lt;p&gt;Von der Tiefe bis hoch zu den Sternen&#10;überflutet die Liebe das All,&#10;sie ist liebend zugetan allem,&#10;da sie dem König, dem höchsten,&#10;den Friedenskuss gab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-4565/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-4565/</guid><description>&lt;p&gt;Moliere&#10;Je trouve, que le Coeur est ce qu′il faut gagner.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du, würdige Liebe!&#10;Verdienst es vor allen,&#10;Daß man dich besinget.&#10;Ihr größten der Dichter!&#10;Singt nicht mehr von Schlachten,&#10;Und blutigen Kriegen,&#10;Und mächtigen Helden.&#10;Lobt nicht mehr das Donnern&#10;Der Mörser und Stücke,&#10;Womit man die Felder&#10;Und Lüfte erschüttert.&#10;Ihr Helden, sucht Ehre,&#10;Da siegreich zu streiten,&#10;Wo mächtige Schönen,&#10;Mit feurigen Blicken,&#10;Und lächelnden Minen&#10;Die Herzen bekriegen!&#10;Erobert die Herzen&#10;Der sprödesten Schönen!&#10;Erreget da Liebe,&#10;Wo Unschuld und Jugend&#10;Die Herzen verhindert,&#10;Die zärtliche Liebe&#10;Zu wünschen, zu fühlen.&#10;Könnt ihr denn die Herzen&#10;Wie Schlachten gewinnen;&#10;So seyd ihr unsterblich:&#10;Eur Ruhm ist der größte.&#10;So singt denn, ihr Dichter,&#10;Von nichts als von Liebe!&#10;Ihr mächtigen Helden!&#10;Gebt Bogen und Pfeile&#10;Nur Amorn zu streiten.&#10;So seyd ihr verewigt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-5759/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-5759/</guid><description>&lt;p&gt;Die Liebe hemmet nichts; sie kennt nicht Tür noch Riegel,&#10;Und dringt durch alles sich;&#10;Sie ist ohn Anbeginn, schlug ewig ihre Flügel,&#10;Und schlägt sie ewiglich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-8866/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-8866/</guid><description>&lt;p&gt;Es rauscht durch unseren Schlaf&#10;ein feines Wehen wie Seide,&#10;wie pochendes Erblühen&#10;Über uns beide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich werde heimwärts&#10;von deinem Atem getragen,&#10;durch verzauberte Märchen,&#10;durch verschüttete Sagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mein Dornenlächeln spielt&#10;mit deinen urtiefen Zügen,&#10;und es kommen die Erden&#10;sich an uns zu schmiegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rauscht durch unseren Schlaf&#10;ein feines Wehen wie Seide -&#10;der weltalte Traum&#10;segnet uns beide.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebenden-6384/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebenden-6384/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, wie sie zueinander erwachsen:&#10;in ihren Adern wird alles Geist.&#10;Ihre Gestalten beben wie Achsen,&#10;um die es heiß und hinreißend kreist.&#10;Dürstende, und sie bekommen zu trinken,&#10;Wache und sieh: sie bekommen zu sehn.&#10;Laß sie ineinander sinken,&#10;um einander zu überstehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Linde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-linde-987/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-linde-987/</guid><description>&lt;p&gt;Warst so schön, breitwipflichter Baum,&#10;Als dir schwollen die Knospen,&#10;Als du Blüthendüfte verhauchtest;&#10;Warst so schön!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich umsummt′ im Lenzabend der Käfer,&#10;Geflügelte Ameisen schwärmten&#10;Wie Mittagswölkchen, die die Sonne&#10;Versilbert, um deinen Blüthenzweig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blüthe fiel; da warst du grün&#10;Und stärktest mein Auge,&#10;Das ans falsche Dunkel meines Kerkers&#10;Gewöhnt, blinzt′ im Sonnenstrahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nun bist du halbnackt;&#10;Der Herbststurm blies um deinen Scheitel,&#10;Und deinen Schmuck; die goldnen Blätter&#10;Wälzt nun wogend der Odem des Sturms.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Musik kommt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-musik-kommt-5243/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-musik-kommt-5243/</guid><description>&lt;p&gt;Nun zwängt, die sonst Musik die Töchter lehrte,&#10;sich ins Schwarzseidene mit dem Krachkorsett;&#10;und dass man Haydn, Bach und Koschat ehrte,&#10;beweist man durch Gesang und am Spinett.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun schlagen wieder löwenmähnige Meister&#10;mit ihren Pranken auf die Flügel ein,&#10;und fiedelt jemand Violin, dann heißt er&#10;Mischka und soll erst sieben Jahre sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du siehst mich lächelnd an, Eleonore –&#10;auch du, Geliebte, seist ein Singtalent?&#10;Doch jach entfleucht durch meinem rechten Ohre,&#10;was dein Sopran mir in das linke flennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-2739/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-2739/</guid><description>&lt;p&gt;Am Himmel ist gar dunkle Nacht;&#10;Die müden Augen zugemacht&#10;Hat längst ein jedes Menschenkind;&#10;Es wacht nur noch der rauhe Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der jaget sonder Rast und Ruh&#10;Die Fensterläden auf und zu,&#10;Die Wetterfahne hin und her,&#10;Daß sie muß ächzen und stöhnen schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sieh! aus jenem Fenster bricht&#10;In&amp;rsquo;s Dunkel noch ein mattes Licht.&#10;Wer ist&amp;rsquo;s wohl, der in tiefer Nacht&#10;Bei seiner Lampe einsam wacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schleiche dicht an&amp;rsquo;s Fensterlein,&#10;Schau&amp;rsquo; durch die runde Scheib&amp;rsquo; hinein,&#10;Und einen Jüngling zart und schön&#10;Seh&amp;rsquo; ich an einem Bette stehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-3032/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-3032/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Schlangenhälsen die feurigen Sterne&#10;hängen herunter auf schwankende Türme,&#10;die Dächer gegeißelt. Und Feuer springet,&#10;wie ein Gespenst durch die Gasse der Stürme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fenster schlagen mit Macht. Und die Mauern, die alten,&#10;reißen die Tore auf in zahnlosem Munde.&#10;Aber die Brücken fallen über dem Schlunde&#10;und der Tod stehet draußen, der Alte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber die Menschen rennen, ohne zu wissen&#10;blind und schreiend, mit Schwertern und Lanzen.&#10;Unten hallet es dumpf, und die Glocken tanzen,&#10;schlagend laut auf, von den Winden gerissen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-4768/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-4768/</guid><description>&lt;p&gt;Wie schön, hier zu verträumen&#10;Die Nacht im stillen Wald,&#10;Wenn in den dunklen Bäumen&#10;Das alte Märchen hallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Berg im Mondesschimmes&#10;Wie in Gedanken stehn,&#10;Und durch verworrne Trümmer&#10;Die Quellen klagend gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn müd ging auf den Matten&#10;Die Schönheit nun zur Ruh,&#10;Es deckt mit kühlen Schatten&#10;Die Nacht das Liebchen zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist das irre Klagen&#10;In stiller Waldespracht,&#10;Die Nachtigallen schlagen&#10;Von ihr die ganze Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-4977/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-4977/</guid><description>&lt;p&gt;Niedersinkt des Tages goldner Wagen,&#10;Und die Stille Nacht schwebt leis′ herauf,&#10;Stillt mit sanfter Hand des Herzens Klagen,&#10;Bringt uns Ruh′ im schweren Lebenslauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhe gießt sie in das Herz des Müden,&#10;Der ermattet auf der Pilgerbahn,&#10;Bringt ihm wieder seinen stillen Frieden,&#10;Den des Schicksals rauhe Hand ihm nahm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhig schlummernd liegen alle Wesen,&#10;Feiernd schließet sich das Heiligtum,&#10;Tiefe Stille herrscht im weiten Reiche,&#10;Alles schweigt im öden Kreis herum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall-9061/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall-9061/</guid><description>&lt;p&gt;Kalt ist der Morgen und trüb&amp;rsquo;, es tönt durch die bebenden Zweige&#10;nur der Nachtigall Lied mild in dem brausenden Sturm;&#10;wunderbar lauschet der Hain: so tönt durch die Stürme des Lebens&#10;nur der Liebe Accent, alles verklärend, hindurch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall-9585/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall-9585/</guid><description>&lt;p&gt;Das macht, es hat die Nachtigall&#10;Die ganze Nacht gesungen;&#10;Da sind von ihrem süßen Schall,&#10;Da sind in Hall und Widerhall&#10;Die Rosen aufgesprungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie war doch sonst ein wildes Kind;&#10;Nun geht sie tief in Sinnen,&#10;Trägt in der Hand den Sommerhut&#10;Und duldet still der Sonne Glut&#10;Und weiß nicht, was beginnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das macht, es hat die Nachtigall&#10;Die ganze Nacht gesungen;&#10;Da sind von ihrem süßen Schall,&#10;Da sind in Hall und Widerhall&#10;Die Rosen aufgesprungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nixe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nixe-9491/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nixe-9491/</guid><description>&lt;p&gt;Es war einmal ein Mann, der gung&#10;In eines Flusses Niederung.&#10;Der Tanz der grünlich krausen Wellen&#10;Tat seines Geistes Licht erhellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Ufer gluckste es so hohl,&#10;Wohl einmal, zwomol, hundertmol;&#10;Und auf des Flusses Busen brannte&#10;Ein Glanz, den jener Mann nicht kannte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da dachte jener klug und schlicht:&#10;&amp;ldquo;Ich weiß nicht, doch da stimmt was nicht!&amp;rdquo;&#10;Und guckte ohne auszusetzen&#10;Auf die verwunschnen Wellenfetzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einmal gab es einen Ton,&#10;Und aus dem Wasser hob sich schon&#10;Mit infernalischem Geflimmer&#10;Ein blondes, nacktes Frauenzimmer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Quelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-quelle-6004/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-quelle-6004/</guid><description>&lt;p&gt;Murmle stiller, Quellchen, durch den Hain,&#10;Hold durchflochten von der Sonne Schimmer,&#10;Singe deine süßen Lieder immer&#10;Sanft umdämmert von den Frühlingsmai′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Philomele ruft Akkorde drein,&#10;Leiser Liebe zärtliches Gewimmer,&#10;Da wo sich das zarte Ästchen krümmer&#10;Neiget zu der Welle Silberschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Käme Molly doch hieher gegangen,&#10;Wo Natur im Hirtenkleide schwebt,&#10;Allgewaltig mir im Busen webt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reizvoll würde sie die auch umfangen,&#10;Und vergessen ließ ein einzger Kuß&#10;Uns vergangnen Kummer und Verdruß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Roggenmuhme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-roggenmuhme-4119/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-roggenmuhme-4119/</guid><description>&lt;p&gt;Das Mägdlein spielt auf dem grünen Rain,&#10;die bunten Blumen locken.&#10;&amp;ldquo;Nicht sieht mich die Mutter&amp;rdquo; - Ins Korn hinein&#10;schleicht sacht es auf weichen Socken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die roten und blauen Blumen wie schön!&#10;Die will ich zum Kranz mir winden;&#10;doch weiter hinein ins Feld muß ich gehn,&#10;dort werd′ ich die schönsten finden.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weiter eilt es. Gefüllt ist die Hand,&#10;da will es zurück sich wenden.&#10;Es läuft und läuft und steht wie gebannt,&#10;das Korn will nimmer enden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ruinen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ruinen-336/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ruinen-336/</guid><description>&lt;p&gt;»Wien, thu’ Buß’! es naht die Stunde, wo dein Bau in Trümmer fällt,&#10;Deine Zinnen gleich der Erde und kein Stein am andern hält!«&#10;Also rief ein Mann am Marktplatz, und wir lachten laut ihn aus,&#10;Aber den Propheten sperrte eilend man ins Narrenhaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch bei stiller Nacht umwogte mir das Aug’ ein seltner Traum:&#10;Ich bewohnt’ auf einem Berge einer Hütte dürft’gen Raum,&#10;Mir zu Füßen weithin dehnte sich die Kaiserstadt umher,&#10;Doch in Schutt und Staub zerfallen, ein gewalt’ges Trümmermeer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seele-3995/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seele-3995/</guid><description>&lt;p&gt;Die Seele ist wie ein Wind,&#10;der über die Kräuter weht,&#10;wie der Tau,&#10;der über die Wiesen träufelt,&#10;wie die Regenluft,&#10;die wachsen macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Desgleichen ströme der Mensch&#10;Wohlwollen aus auf alle,&#10;die da Sehnsucht tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Wind sei er,&#10;der den Elenden hilft,&#10;ein Tau,&#10;der die Verlassenen tröstet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sei wie die Regenluft,&#10;die die Ermatteten aufrichtet&#10;und sie mit Liebe erfüllt&#10;wie Hungernde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sommernacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sommernacht-4567/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sommernacht-4567/</guid><description>&lt;p&gt;Nein! Nichts übertrifft doch die kühlenden Nächte,&#10;Die Nächte nach hitzigen Tages des Sommers!&#10;Erquickende Wollust durchdringet die Glieder,&#10;Und stärkt und belebt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verführerisch tönen der Nachtigall Lieder;&#10;Aus jedem Gebüsche schallt Wollust und Liebe;&#10;Es rauschen die schwankenden Äste gelinder,&#10;Und hören ihr zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unzählige Blumen verhauchen hier Düfte!&#10;Der wachen Viole, der taumelnden Rose&#10;Balsamische, reine, gesunde Gerüche&#10;Erfüllen die Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am blauen Gewölbe der oberen Lüfte&#10;Erscheinet Diane, im blassen Gewande,&#10;Mit Sternen umgeben, durchjagt sie den Himmel&#10;Zwar schnell, aber still&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonne-4047/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonne-4047/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen meinen Augenlidern fährt ein Kinderwagen.&#10;Zwischen meinen Augenlidern geht ein Mann mit einem Pudel.&#10;Eine Baumgruppe wird zum Schlangenbündel und zischt in den Himmel.&#10;Ein Stein hält eine Rede. Bäume in Grünbrand. Fliehende Inseln.&#10;Schwanken und Muschelgeklingel und Fischkopf wie auf dem Meeresboden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Beine strecken sich aus bis zum Horizont. Eine Hofkutsche knackt&#10;Drüber weg. Meine Stiefel ragen am Horizont empor wie die Türme einer&#10;Versinkenden Stadt. Ich bin der Riese Goliath. Ich verdaue Ziegenkäse.&#10;Ich bin ein Mammuthkälbchen. Grüne Grasigel schnüffeln an mir.&#10;Gras spannt grüne Säbel und Brücken und Regenbögen über meinen Bauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt-6855/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt-6855/</guid><description>&lt;p&gt;Am grauen Strand, am grauen Meer,&#10;Und seitab liegt die Stadt;&#10;Der Nebel drückt die Dächer schwer,&#10;Und durch die Stille braust das Meer&#10;Eintönig um die Stadt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai&#10;Kein Vogel ohne Unterlaß;&#10;Die Wandergans mit hartem Schrei&#10;Nur fliegt in Herbstnacht vorbei,&#10;Am Strande weht das Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch hängt mein ganzes Herz an dir,&#10;Du graue Stadt am Meer;&#10;Der Jugend Zauber für und für&#10;Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,&#10;Du graue Stadt am Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt-9348/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt-9348/</guid><description>&lt;p&gt;Er kam vom Hügel. Ein ferner Stern zog weiß&#10;Die Straße zur Tiefe. Die Füße sprangen schnell,&#10;Die Augen stachen durchs gelbgeballte Haar.&#10;Die Nacht sprang aus der Erde, blau und leis.&#10;Der weiße Stern stand weit, die Nacht lag hell.&#10;Die Nacht zerriss den Stern zum weißen Paar,&#10;Die Straße wich zurück in blauem Lauf,&#10;Die Sterne zuckten hastig höher auf.&#10;Ein Wind zog herüber, irr von Geschrei und heiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Töne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toene-7144/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toene-7144/</guid><description>&lt;p&gt;Freundinnen der flüchtigen Horen seid ihr&#10;Töne doch vor allen, geheim im Bunde&#10;Steht ihr, und das Schönste, die Seele nach dem&#10;Traurigen Tode&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lassen jene Genien zurück in eurer&#10;Sanften unvergänglichen Macht und Schöne,&#10;Ja ihr weckt sie immer zu neuem Leben&#10;Selbst aus dem Grab′ auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Kindheit schließt mir im Flötenklange&#10;Ihre Rosenwelt und den tiefen Kelch auf,&#10;Dessen Duft einst, wie der Gedank′ im Herzen,&#10;Lange geschlummert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Verlassene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verlassene-8732/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verlassene-8732/</guid><description>&lt;p&gt;Du irrst dich. Glaubst du, daß du fern bist&#10;Und daß ich dürste und dich nicht mehr finden kann?&#10;Ich fasse dich mit meinen Augen an,&#10;Mit diesen Augen, deren jedes finster und ein Stern ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich zieh dich unter dieses Lid&#10;Und schließ es zu und du bist ganz darinnen.&#10;Wie willst du gehn aus meinen Sinnen,&#10;Dem Jägergarn, dem nie ein Wild entflieht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du läßt mich nicht aus deiner Hand mehr fallen&#10;Wie einen welken Strauß,&#10;Der auf die Straße niederweht, vorm Haus&#10;Zertreten und bestäubt von allen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-8577/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-8577/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist die Welt, und ihr berühmtes gläntzen?&#10;Was ist die Welt und ihre gantze Pracht?&#10;Ein schnöder Schein in kurtzgefasten Grentzen,&#10;Ein schneller Blitz, bey schwarzgewölckter Nacht;&#10;Ein bundtes Feld, da Kummerdisteln grünen;&#10;Ein schön Spital, so voller Kranckheit steckt.&#10;Ein Sclavenhauß, da alle Menschen dienen,&#10;Ein faules Grab, so Alabaster deckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Grund, darauff wir Menschen bauen,&#10;Und was das Fleisch für einen Abgott hält.&#10;Komm Seele, komm, und lerne weiter schauen,&#10;Als sich erstreckt der Zirckel dieser Welt.&#10;Streich ab von dir derselben kurtzes Prangen,&#10;Halt ihre Lust für eine schwere Last.&#10;So wirst du leicht in diesen Port gelangen,&#10;Da Ewigkeit und Schönheit sich umbfast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-2974/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-2974/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zeit zerstört und baut Paläste,&#10;Streut bunte Blumen auf die Flur:&#10;Verschlingt des Nachruhms Ueberreste,&#10;Und lässt dem Enkel keine Spur:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit unersättlichem Behagen&#10;Nagt sie am Denkmal mancher Gruft;&#10;Zwar mildert sie des Unmuths Klagen&#10;Durch sie zerfliesst der Gram in Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft nährt, oft löschet sie die Flamme,&#10;Die Leidenschaft im Busen birg&amp;rsquo;t;&#10;Oft untergräbt sie schlau am Damme&#10;Womit Vernunft entgegen wirkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kann, was Menschen selten können,&#10;Sie setzet Schranken jedem Schmerz,&#10;Vereint oft, was die Menschen trennen,&#10;Giesst Balsam in das wunde Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dithyrambe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dithyrambe-5311/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dithyrambe-5311/</guid><description>&lt;p&gt;Glücklich, wem der Gott der Reben&#10;Seine süßen Gaben beut,&#10;Hüllend um das ganze Leben&#10;Selige Vergessenheit!&#10;Alle finstern Geister weichen,&#10;Aller Fesseln sind wir los,&#10;Herrscher in des Traumes Reichen,&#10;Fühlt der Geist sich frei und groß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fort, mit deinen bleichen Zügen,&#10;Träumende Erinnerung!&#10;Deinen Zauber zu betrügen,&#10;Fühl′ ich mächtig mich und jung!&#10;Heiliger Entzückung Gluten&#10;Fach′ ich in der Seele an;&#10;Möchte frei das All′ umfluten,&#10;Wie der alte Ocean!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-5096/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-5096/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist die Melodie,&#10;die in meinen Träumen schwebt,&#10;der sanfte Gedanke,&#10;der sich nicht fassen lässt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-8734/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-8734/</guid><description>&lt;p&gt;Du. Ich will dich in den Wassern wecken!&#10;Du. Ich will dich aus den Sternen schweißen!&#10;Du. Ich will dich von dem Irdnen lecken,&#10;Eine Hündin! Dich aus Früchten beißen,&#10;Eine Wilde! Du. Ich will so vieles -&#10;Liebes. Liebstes. Kannst du dich nicht spenden?&#10;Nicht am Ende des Levkojenstieles&#10;Deine weiße Blüte zu mir wenden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, ich ging so oft auf harten Wegen,&#10;Auf verpflastert harten, bösen Straßen;&#10;Ich verdarb, verblich an Glut und Regen,&#10;Schluchzend, stammelnd:&amp;quot;&amp;hellip;über alle Maßen&amp;hellip;&amp;quot;&#10;Und die Pauke und das Blasrohr lärmten,&#10;Und ich kam mit einer goldnen Kette,&#10;Tanzte unter Lichtern, die mich wärmten,&#10;Schönen Lichtern auf der Schädelstätte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-9493/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-9493/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Singe ist leer.&#10;Schreien gähnt,&#10;Schreien weitet;&#10;Ich herbe Du.&#10;Ich herbe Deinen Hauch,&#10;Ich singe Deine Augen,&#10;Dein Plaudern sehnt mein Ohr.&#10;Ich lechze Duft die Stunden.&#10;Du bist mein Sehnen&#10;Du bist mein Schreiten, Deine Augen Dein Gebet.&#10;Dein Lachen betet,&#10;Dein Plaudern betet,&#10;Dein Auge betet.&#10;Mein Sehnen fernt Dein Beten Schrei.&#10;Ich&#10;Ferne Du&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ecce homo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ecce-homo-8596/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ecce-homo-8596/</guid><description>&lt;p&gt;An das klopfende&#10;Herz ihres Volkes&#10;Legen die Dichter&#10;Ihr lauschendes Ohr&#10;Und hören sie rauschen&#10;Von Ferne&#10;Die Taufbronnen des neuen Heils,&#10;Die Jordansströme&#10;Der neuen Zeit.&#10;Nicht an die Weisen&#10;Und Schriftgelehrten,&#10;An die Männer&#10;Von Weihwasser und Weihrauch,&#10;Wendet um Rath sich&#10;Die neue Menschheit;&#10;Es lehrt als Priester&#10;Der neuen Zeit&#10;Der Sohn des Volkes&#10;Im schlichten Gewande.&#10;Alfred Meissner&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah ihn Tag für Tag,&#10;Als wäre nichts geschehn,&#10;Still mit dem Glockenschlag&#10;An seine Arbeit gehn;&#10;Das Halstuch roth wie Blut,&#10;Von Locken wirr umflogen,&#10;Den Kalabreserhut&#10;Tief in die Stirn gezogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-5490/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-5490/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn oft ich einsam saß und allein,&#10;Dann wiegte der lieblichste Traum mich ein,&#10;Sein weicher Arm mich liebend umschlang,&#10;Sein Mund die süßesten Lieder sang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er legt′ auf′s Herz sich erfrischend und mild,&#10;Wie Thau auf dürstende Blumen quillt,&#10;Er säuselt′ um mich wie im Schilfe der Wind&#10;Und kühlte die brennende Stirne lind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war so heiter, so golden schön,&#10;Wie die Sonne strahlt um der Berge Höh′n,&#10;Wenn sie noch einmal aus Wolken bricht,&#10;Eh′ in Nacht versinket ihr glänzend Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-8313/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-8313/</guid><description>&lt;p&gt;Wir liegen in einem tiefen See&#10;Und wissen nichts von Leid und Weh.&#10;Wir halten uns umfangen&#10;Und Wasserrosen rings umher.&#10;Wir sterben und wünschen und wollen nichts mehr.&#10;Wir haben kein Verlangen.&#10;Geliebter, etwas fehlt mir doch,&#10;Einen Wunsch, den hab ich noch:&#10;Die Sehnsucht nach der Sehnsucht&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer Toten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-toten-6869/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-toten-6869/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du glaubtest nicht an frohe Tage mehr,&#10;Verjährtes Leid ließ nimmer dich genesen;&#10;Die Mutterfreude war für dich zu schwer,&#10;Das Leben war dir gar zu hart gewesen. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er saß bei dir in letzter Liebespflicht;&#10;Noch eine Nacht, noch eine war gegeben!&#10;Auch die verrann; dann kam das Morgenlicht.&#10;»Mein guter Mann, wie gerne wollt ich leben!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hörte still die sanften Worte an,&#10;Wie sie sein Ohr in bangen Pausen trafen:&#10;»Sorg für das Kind - ich sterbe, süßer Mann.«&#10;Dann halb verständlich noch: »Nun will ich schlafen.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-3893/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-3893/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lang schon trat niemand mehr ein&#10;In dieses stille Zimmer;&#10;Nur hier das bischen Sonnenschein&#10;Glänzt heute noch wie immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alles ringsum aufgeräumt&#10;Und wie ich′s sonst gefunden;&#10;Die Wanduhr nur steht still und träumt&#10;Von längst vergangnen Stunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie still es ist! Nur dann und wann&#10;Der Sommerfliege Summen.&#10;Hier saß ich oft allein und sann&#10;In innerem Verstummen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entmutigt sein, wenn alles hofft,&#10;Wenn alles lebt, gebunden –&#10;Ich kenne sie, ich hab′ sie oft&#10;Gefühlt, die bittern Stunden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-5493/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-5493/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin allein - wie oft mit kaltem Schauer&#10;Trifft mich dies Wort, mit namenloser Trauer -&#10;Ob sich auch laut das Leben um mich regt;&#10;Allein - mit meinem Streben und Bemühen,&#10;Allein - wenn eine andre Brust durchglühen&#10;Ich möcht, mit dem, was Meine schön bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, so allein ist nicht des Südens Pflanze,&#10;Die einzeln steht in nordscher Blumen Kranze,&#10;Es grüßt sie hier wie dort der Sonne Kuss;&#10;So einsam nicht auf weitem Feld die Eiche,&#10;Das sehnsuchtsvolle Rauschen ihrer Zweige,&#10;Erwidert hold der Vögel lauter Gruß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-5982/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-5982/</guid><description>&lt;p&gt;Wild verwachsne dunkle Fichten,&#10;Leise klagt die Quelle fort;&#10;Herz, das ist der rechte Ort&#10;Für dein schmerzliches Verzichten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grauer Vogel in den Zweigen!&#10;Einsam deine Klage singt,&#10;Und auf deine Frage bringt&#10;Antwort nicht des Waldes Schweigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn′s auch immer schweigen bliebe,&#10;Klage, klage fort; es weht,&#10;Der dich höret und versteht,&#10;Stille hier der Geist der Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht verloren hier im Moose,&#10;Herz, dein heimlich Weinen geht,&#10;Deine Liebe Gott versteht,&#10;Deine tiefe, hoffnungslose!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-7398/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-7398/</guid><description>&lt;p&gt;Wie eine trübe Wolke&#10;Durch heit′re Lüfte geht,&#10;Wenn in der Tanne Wipfel&#10;Ein mattes Lüftchen weht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So zieh ich meine Straße&#10;Dahin mit trägem Fuß,&#10;Durch helles, frohes Leben,&#10;Einsam und ohne Gruß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, daß die Luft so ruhig!&#10;Ach, daß die Welt so licht!&#10;Als noch die Stürme tobten,&#10;War ich so elend nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-910/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit-910/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist wahre Einsamkeit?&#10;sind wir einsam, wenn das Leben&#10;rings von Stille ist umgeben?&#10;Wenn die rege Fantasie&#10;uns in schaffender Magie&#10;neu beseelt mit süßem Streben&#10;Bilder der Vergangenheit? -&#10;Ist das wahre Einsamkeit?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder wenn in stillen Gründen,&#10;in des Waldes heil′ger Nacht,&#10;Sonnenglanz in reiner Pracht&#10;durch die leis′ bewegten Wipfel,&#10;durch die glanzumsäumten Gipfel&#10;nur verstohlen blickend, lacht,&#10;und in den verworrnen Zweigen&#10;selbst die kleinen Sänger schweigen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elegie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-4441/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-4441/</guid><description>&lt;p&gt;Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt.&#10;Gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was soll ich nun vom Wiedersehen hoffen,&#10;Von dieses Tages noch geschloßner Blüte?&#10;Das Paradies, die Hölle steht dir offen;&#10;Wie wankelsinnig regt sich′s im Gemüte! -&#10;Kein Zweifeln mehr! Sie tritt ans Himmelstor,&#10;Zu ihren Armen hebt sie dich empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So warst du denn im Paradies empfangen,&#10;Als wärst du wert des ewig schönen Lebens;&#10;Dir blieb kein Wunsch, kein Hoffen, kein Verlangen,&#10;Hier war das Ziel des innigsten Bestrebens,&#10;Und in dem Anschaun dieses einzig Schönen&#10;Versiegte gleich der Quell sehnsüchtiger Tränen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elegie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-9432/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-9432/</guid><description>&lt;p&gt;Sei mir gegrüßt, mein Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel!&#10;Sei mir Sonne gegrüßt, die ihn so lieblich bescheint!&#10;Dich auch grüß ich, belebte Flur, euch säuselnde Linden,&#10;Und den fröhlichen Chor, der auf den Ästen sich wiegt,&#10;Ruhige Bläue dich auch, die unermeßlich sich ausgießt&#10;Um das braune Gebirg, über den grünenden Wald,&#10;Auch um mich, der endlich entflohn des Zimmers Gefängnis&#10;Und dem engen Gespräch freudig sich rettet zu dir.&#10;Deiner Lüfte balsamischer Strom durchrinnt mich erquickend,&#10;Und den durstigen Blick labt das energische Licht.&#10;Kräftig brennen auf blühender Au die wechselnden Farben,&#10;Aber der reizende Streit löset in Wohllaut sich auf.&#10;Frei, mit weithin verbreitetem Teppich empfängt mich die Wiese&#10;Durch ihr freundliches Grün schlingt sich der ländliche Pfad,&#10;Um mich summen geschäftige Bienen, mit zweifelndem Flügel&#10;Wiegt der Schmetterling sich über dem rötlichten Klee.&#10;Durch die Lüfte spinnt sich der Sonnenfaden, und zeichnet&#10;Einen farbigten Weg weit in den Himmel hinauf,&#10;Glühend trifft mich der Sonne Pfeil, still liegen die Weste,&#10;Nur der Lerche Gesang wirbelt in heiterer Luft.&#10;Doch jetzt brausts aus dem nahen Gebüsch, tief neigen der Erlen&#10;Kronen sich, und im Wind wogt das versilberte Gras,&#10;Mich umfängt ambrosische Nacht; in duftende Kühlung&#10;Nimmt ein prächtiges Dach schattender Buchen mich ein,&#10;In des Waldes Geheimnis entflieht mir auf einmal die Landschaft,&#10;Und ein mystischer Pfad leitet mich steigend empor.&#10;Nur verstohlen durchdringt der Zweige laubigtes Gitter&#10;Sparsames Licht, und es blickt lachend das Blaue herein.&#10;Aber plötzlich zerreißt die Hülle. Der geöffnete Wald gibt&#10;Überraschend des Tags blendendem Glanz mich zurück.&#10;Unabsehbar ergießt sich vor meinen Blicken die Ferne,&#10;Und ein blaues Gebirg endigt im Dufte die Welt.&#10;Tief an des Berges Fuß, der gählings unter mir abstürzt,&#10;Wallet des grünlichten Stroms fließender Spiegel vorbei.&#10;Unter mir seh ich endlos den Äther, über mir endlos,&#10;Blicke mit Schwindeln hinauf, blicke mit Schaudern hinab,&#10;Aber zwischen der ewigen Höh und der ewigen Tiefe&#10;Trägt ein geländerter Steig sicher den Wandrer dahin.&#10;Lachend fliehen an mir die reichen Ufer vorüber,&#10;Und den fröhlichen Fleiß rühmet das prangende Tal.&#10;Jene Linien, die des Landmanns Eigentum scheiden,&#10;In den Teppich der Flur hat sie Demeter gewirkt.&#10;Freundliche Schrift des Gesetzes, des Menschenerhaltenden Gottes,&#10;Seit aus der ehernen Welt fliehend die Liebe verschwand,&#10;Aber in freieren Schlangen durchkreuzt die geregelten Felder,&#10;Jetzt verschlungen vom Wald, jetzt an den Bergen hinauf&#10;Klimmend, ein schimmernder Streif, die Länder verknüpfende Straße,&#10;Auf dem ebenen Strom gleiten die Flöße dahin.&#10;Vielfach ertönt der Herden Geläut im belebten Gefilde,&#10;Und den Widerhall weckt einsam des Hirten Gesang.&#10;Muntre Dörfer bekränzen den Strom, in Gebüschen verschwinden&#10;Andre, vom Rücken des Bergs stürzen sie gäh dort herab.&#10;Nachbarlich wohnet der Mensch noch mit dem Acker zusammen,&#10;Seine Felder umruhn friedlich sein ländliches Dach,&#10;Traulich rankt sich der Weinstock empor an dem niedrigen Fenster,&#10;Einen umarmenden Zweig schlingt um die Hütte der Baum.&#10;Glückliches Volk der Gefilde! Noch nicht zur Freiheit erwachet,&#10;Teilst du mit deiner Flur fröhlich das enge Gesetz.&#10;Deine Wünsche beschränkt der Ernten ruhiger Kreislauf,&#10;Gleich, wie dein Tagewerk, windet dein Leben sich ab:&#10;Aber wer raubt mir auf einmal den lieblichen Anblick? Ein fremder&#10;Geist verbreitet sich schnell über die fremdere Flur!&#10;Spröde sondert sich ab, was kaum noch liebend sich mischte,&#10;Und das Gleiche nur ist&amp;rsquo;s, was an das Gleiche sich reiht.&#10;Stände seh ich gebildet, der Pappeln stolze Geschlechter&#10;Ziehn in geordnetem Pomp vornehm und prächtig daher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ende-9876/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ende-9876/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Bett, zu Bett! wie alle&amp;hellip; hingelegt!&#10;Du glaubst noch nicht, dies sei ein Tag gewesen,&#10;Weil du an seinen Eingang goldne Thesen&#10;Schneller Erwartung schlugst vom Licht erregt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und fühltest dann mit dick bestaubtem Besen&#10;Die Stundenstufen dich hinabgefegt . .&#10;Nun zögerst du . . Nein, schweigend hingelegt!&#10;Und auch von Andrer Glück nicht mehr gelesen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Stern sticht funkelnd durch die Jalousie,&#10;Der spielt nun Sonne in dem schwarzen Raume&#10;Auch ich bin hier so lächerlich und klein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entführung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entfuehrung-6745/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entfuehrung-6745/</guid><description>&lt;p&gt;Zieh mit mir, geliebtes kind,&#10;In die wälder ferner kunde,&#10;Und behalt als angebind&#10;Nur mein lied in deinem munde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Baden wir im sanften blau&#10;Der mit duft umhüllten grenzen:&#10;Werden unsre leiber glänzen,&#10;Klarer scheinen als der tau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der luft sich silbern fein&#10;Fäden uns zu schleiern spinnen,&#10;Auf dem rasen bleichen linnen,&#10;Zart wie schnee und sternenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter bäumen um den see&#10;Schweben wir vereint uns freuend,&#10;Sachte singend, blumen streuend,&#10;Weisse nelken, weissen klee.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entführung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entfuehrung-7434/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entfuehrung-7434/</guid><description>&lt;p&gt;O Lady Judith, spröder Schatz,&#10;Drückt dich zu fest mein Arm?&#10;Je zwei zu Pferd haben schlechten Platz&#10;Und Winternacht weht nicht warm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hart ist der Sitz und knapp und schmal,&#10;Und kalt mein Kleid von Erz,&#10;Doch kälter und härter als Sattel und Stahl&#10;War gegen mich dein Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sechs Nächte lag ich in Sumpf und Moor&#10;Und hab′ um dich gewacht,&#10;Doch weicher, bei Sankt Görg ich′s schwor,&#10;Schlaf′ ich die siebente Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entlarvung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entlarvung-5542/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entlarvung-5542/</guid><description>&lt;p&gt;Im blauen Odinsmantel trat ein Wandrer&#10;vor eine Frau und warb um ihre Seele.&#10;Er warb, wie Herrscher werben. Nicht mit Worten,&#10;und nicht mit Blicken.&#10;Seine Rechte glitt&#10;auf ihre Stirn, und, einer goldnen Last gleich,&#10;hat diese Hand aufs Knie das Weib gezwungen.&#10;Wie eine weiße Opfertaube gab sie&#10;die Seele hin dem kühnen Seelenwerber.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da aber sank der blaue Mantel nieder.&#10;Ein Jüngling, schön wie Evas Erstgeborner,&#10;stand hauptaufreckend vor der Zitternden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epilog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-3676/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-3676/</guid><description>&lt;p&gt;Wie auf dem Felde die Weizenhalmen,&#10;So wachsen und wogen im Menschengeist&#10;Die Gedanken.&#10;Aber die zarten Gedanken der Liebe&#10;Sind wie lustig dazwischenblühende,&#10;Rot und blaue Blumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rot und blaue Blumen!&#10;Der mürrische Schnitter verwirft euch als nutzlos,&#10;Hölzerne Flegel zerdreschen euch höhnend,&#10;Sogar der hablose Wanderer,&#10;Den eur Anblick ergötzt und erquickt,&#10;Schüttelt das Haupt,&#10;Und nennt euch schönes Unkraut.&#10;Aber die ländliche Jungfrau,&#10;Die Kränzewinderin,&#10;Verehrt euch und pflückt euch,&#10;Und schmückt mit euch die schönen Locken,&#10;Und also geziert, eilt sie zum Tanzplatz,&#10;Wo Pfeifen und Geigen lieblich ertönen,&#10;Oder zur stillen Buche,&#10;Wo die Stimme des Liebsten noch lieblicher tönt&#10;Als Pfeifen und Geigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-1462/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-1462/</guid><description>&lt;p&gt;Es dünkt mich wohl tausend Jahre&#10;Daß dem liebsten im Arm ich lag,&#10;Ach, ohne mein Verschulden&#10;Blieb fern er manchen Tag.&#10;Seit ich keine Blumen gesehen,&#10;Nicht hörte der Vöglein Gesang,&#10;Ward kurz mir alle Freude,&#10;Mein Jammer ward allzulang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-1779/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-1779/</guid><description>&lt;p&gt;Der Morgen weht mit zarten Lüften,&#10;Und spielt mit Gras und Blatt und Blüt′,&#10;Und haucht aus tausend süßen Düften&#10;Erinnerung in mein Gemüt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie bald verweht des Lebens Morgen!&#10;Kein Frühling macht uns wieder jung.&#10;Was bleibt uns zwischen Pein und Sorgen&#10;Als du - als du, Erinnerung?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Momente kommen gut und herzlich,&#10;Und man vergißt das schlimme Jahr,&#10;Ach, man gedenkt entzückend-schmerzlich&#10;Der Stunden, die man glücklich war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-1804/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-1804/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr steht so da: Ich lebte schon einmal&#10;und war ein andrer. Harte Farben flossen&#10;um meine Brust und spannten herrisch prall.&#10;Euch grüßte ich als meines Herrentums Genossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Waren wir junge Prinzen nicht vor Zeiten?&#10;Die Straße sah uns federnd leicht im Gang,&#10;wir ließen sicherschwebend unsre Blicke gleiten&#10;und lebten frei in einem fühlsam unsichtbaren Zwang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir waren Wir. – Ich kann es nicht mehr fest begreifen&#10;über die Zeit-verwehte Fläche, die uns trennt -:&#10;Mir scheint, wir konnten nie uns auf uns selbst versteifen. -&#10;Mir träumte stets ein Staunen, daß einer seinen Namen nennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-3587/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-3587/</guid><description>&lt;p&gt;Will die Gegenwart genung&#10;Meinem trüben Sinn nicht lächeln,&#10;O so komm mich anzulächeln&#10;Beßrer Zeit Erinnerung!&#10;Führe du, o führe mich&#10;In der Phatansie Gefilde,&#10;Und dem regen Geist entbilde&#10;Eine beßre Zukunft sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-4003/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-4003/</guid><description>&lt;p&gt;Älter als die Schwestern alle,&#10;aber dennoch bleib ich jung.&#10;Wem ich einmal nur gefalle,&#10;weiß, ich heiß Erinnerung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles kann ich wiedergeben,&#10;was verlor ein redlich Herz.&#10;Freudenreich bleibt stets mein Leben,&#10;Freude tausch ich ein um Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein ist, was dir längst entschwunden,&#10;froh verweb ich Zeit um Zeit,&#10;und ich trag in trüben Stunden&#10;stets ein Regenbogenkleid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-4237/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-4237/</guid><description>&lt;p&gt;Glück der Engel, wo geblieben?&#10;Wo geblieben, schöner Tag,&#10;Als mit unbesorgtem Lieben&#10;Ihre Hand auf meinem Herzen lag?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O sie fühlte jeden Schlag,&#10;Und in jedem lauter Lieben!&#10;Wo geblieben,&#10;Glück der Engel, schöner Tag?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-4443/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-4443/</guid><description>&lt;p&gt;Willst du immer weiter schweifen?&#10;Sieh, das Gute liegt so nah.&#10;Lerne nur das Glück ergreifen,&#10;Denn das Glück ist immer da.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-5494/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-5494/</guid><description>&lt;p&gt;Hier will ich sitzen und ruhen&#10;An diesem lieblichen Ort,&#10;Will schweifen lassen das Auge&#10;Ins Weite von Ort zu Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will stille sitzen und denken&#10;An Alles was ich geliebt,&#10;Will Alles, Alles vergessen,&#10;Was mich verletzt und betrübt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kann ich es denn verbannen,&#10;Woran ich nicht denken will?&#10;Wie bleibt es beim frohen Erinnern&#10;Im Herzen so öd und so still!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sind so innig verbunden&#10;In mir die Freuden und Wehn,&#10;Dass nur vereint sie entschlummern,&#10;Vereinigt nur auferstehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-8788/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-8788/</guid><description>&lt;p&gt;Es will kein Baum&#10;So wie die Linde blühen!&#10;Und ist: Die Zeit und ist&#10;Der Duft. O Traum.&#10;Es war ein Morgenwind,&#10;Sollt&amp;rsquo; ich dich küssen:&#10;Ich hätte weinen müssen&#10;Im Morgenwind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erklärung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erklaerung-8279/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erklaerung-8279/</guid><description>&lt;p&gt;Herangedämmert kam der Abend,&#10;Wilder toste die Flut,&#10;Und ich saß am Strand, und schaute zu&#10;Dem weißen Tanz der Wellen,&#10;Und meine Brust schwoll auf wie das Meer,&#10;Und sehnend ergriff mich ein tiefes Heimweh&#10;Nach dir, du holdes Bild,&#10;Das überall mich umschwebt,&#10;Und überall mich ruft,&#10;Überall, überall,&#10;Im Sausen des Windes, im Brausen des Meers,&#10;Und im Seufzen der eigenen Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit leichtem Rohr schrieb ich in den Sand:&#10;&amp;ldquo;Agnes, ich liebe dich!&amp;rdquo;&#10;Doch böse Wellen ergossen sich&#10;Über das süße Bekenntnis,&#10;Und löschten es aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Februar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/februar-7400/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/februar-7400/</guid><description>&lt;p&gt;Erkennst du mich in meinem bunten Kleide,&#10;Mit meiner Pritsche, meinem Schellenhut,&#10;Mit meinem unermüdlich krausen Muth,&#10;Voll Scherz und Rank und Witz und Schadenfreude?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch zapft man hier, zu meinem großen Leide,&#10;Mir jährlich ab ein Becken wildes Blut:&#10;Humanitas meint es mit mir nicht gut,&#10;Und schwärzt mich an mit unhumanem Neide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich darf nicht mehr frei durch die Straße wandern,&#10;In enge Säle schließen sie mich ein,&#10;Und wollen gar, ich soll vernünftig sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-3209/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-3209/</guid><description>&lt;p&gt;Nun Du!&#10;Du neuer Blick und Atem gegenüber, –&#10;Dir zwing ich meine Lippen, weil ich muß&#10;Und sage:&#10;Sieh mich an!&#10;Gesicht laß ruhen in Gesicht,&#10;Es geht nicht anders mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ist denn Schuld,&#10;Daß Stirne nun an Stirne stößt,&#10;Das Herz, das sonst in Einsamkeit hinfror,&#10;In taubem Kummer sich verlor,&#10;Im Drang die schwere Zunge löst,&#10;Ergriffen stürzt:&#10;Du Weib!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schließ auf, schließ auf&#10;Den engen Ring, der meine Brust umpreßt!&#10;Der mich nicht atmen läßt,&#10;Der mich zum qualgepflügten Boden niederwarf,&#10;So oft ich meine Stirn erhob –&#10;Du hast die Macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-4953/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-4953/</guid><description>&lt;p&gt;Wärst du nicht, heil′ger Abendschein!&#10;Wärst du nicht, sternerhellte Nacht!&#10;Du Blütenschmuck! Du üpp′ger Hain!&#10;Und du, Gebirg′, voll ernster Pracht!&#10;Du Vogelsang aus Himmeln hoch!&#10;Du Lied aus voller Menschenbrust!&#10;Wärst du nicht, ach, was füllte noch&#10;In arger Zeit ein Herz mit Lust?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fragment</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fragment-7001/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fragment-7001/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lehne träumend am Brückenrand,&#10;Das Aug´ zu des Stromes Tiefen gewandt.&#10;Wie Schatten huscht es an mir vorbei,&#10;Nur halb noch hör´ ich verworrnes Geschrei.&#10;Der Abend dämmert mählich herein &amp;hellip;&#10;Plötzlich ergießt sich trübfahler Schein:&#10;Jäh trifft mein Blick die Menschen all,&#10;Die vorüber fluten in wirrem Schwall.&#10;Ich sehe Karossen stolz und reich,&#10;Daneben die Armut kummerbleich.&#10;Zumeist grub tiefe Linien die Not,&#10;Das Laster, die Sorge um Leben und Brot.&#10;Verrohung spiegelt gar mancher Zug,&#10;Unselige Selbstsucht, Lug und Trug.&#10;Keinem Auge entsprüht des Daseins Lust -&#10;Weltscheue Schwermut füllt meine Brust.&#10;Unendliches Weh und unendlicher Groll:&#10;Was all das tolle Treiben soll!&#10;Die meisten kommen zur Erde und gehen&#10;Und haben nie sich selber gesehn.&#10;Sie lebten dumpf in tierischem Triebe,&#10;Sie fühlten nie das Glück der Liebe.&#10;Sie sahen nie der Gottheit Spur,&#10;Sie kannten dich nicht, Allmutter Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freie Presse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freie-presse-7972/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freie-presse-7972/</guid><description>&lt;p&gt;Festen Tons zu seinen Leuten spricht der Herr der Druckerei:&#10;&amp;ldquo;Morgen, wißt ihr, soll es losgehn, und zum Schießen braucht man Blei!&#10;Wohl, wir haben unsre Schriften: - morgen in die Reihn getreten!&#10;Heute Munition gegossen aus metallnen Alphabeten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier die Formen, hier die Tiegel! auch die Kohlen fach&amp;rsquo; ich an!&#10;Und die Pforten sind verrammelt, daß uns niemand stören kann!&#10;An die Arbeit denn, ihr Herren! Alle, die ihr setzt und preßt!&#10;Helft mir auf die Beine bringen dieses Freiheitsmanifest!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-5906/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-5906/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Freiheit, die ich meine,&#10;Die mein Herz erfüllt,&#10;Komm′ mit deinem Scheine,&#10;Süßes Engelbild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Magst du nie dich zeigen&#10;Der bedrängten Welt?&#10;Führest deinen Reigen&#10;Nur am Sternenzelt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch bei grünen Bäumen&#10;In dem lust′gen Wald,&#10;Unter Blütenträumen&#10;Ist dein Aufenthalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! das ist ein Leben,&#10;Wenn es weht und klingt,&#10;Wenn dein stilles Weben&#10;Wonnig uns durchdringt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Blätter rauschen&#10;Süßen Freundesgruß,&#10;Wenn wir Blicke tauschen,&#10;Liebeswort und Kuß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-6590/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-6590/</guid><description>&lt;p&gt;Die Freiheit läßt sich nicht gewinnen,&#10;sie wird von außen nicht erstrebt,&#10;wenn nicht zuerst sie selbst tief innen,&#10;im eignen Busen dich belebt.&#10;Willst du den Kampf, den großen, wagen,&#10;so setz zuerst dich selber ein:&#10;Wer fremde Fesseln will zerschlagen,&#10;darf nicht sein eigner Sklave sein.&#10;Nur reinen Herzen, reinen Händen,&#10;gebührt der Dienst im Heiligtum;&#10;der Freiheit Werk rein zu vollenden,&#10;dies, deutsches Volk, dies sei dein Ruhm.&#10;Die Lüge winkt, die Schmeichler locken,&#10;mit seiner Kette spielt der Knecht:&#10;Du aber wandle unerschrocken,&#10;und deine Waffe sei das Recht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-9450/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-9450/</guid><description>&lt;p&gt;Freiheit, so die Flügel&#10;Schwingt zur Felsenkluft,&#10;Wenn um grüne Hügel&#10;Weht des Frühlings Luft;&#10;Sprich aus dem Gesange,&#10;Rausch&amp;rsquo; in deutschem Klange,&#10;Atme Waldes Duft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was mit Lust und Beben&#10;In die Seele bricht,&#10;Dies geheime Leben,&#10;Ist es Freiheit nicht?&#10;Diese Wunderfülle,&#10;Die in Liebeshülle&#10;An die Sinne spricht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frei sich regt und froher&#10;Ahndung in der Brust,&#10;Und des Waldes hoher&#10;Geist wird uns bewußt.&#10;Linde Blütenwellen&#10;Schlagen an und schwellen&#10;Höher stets die Lust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freundschaft-3589/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freundschaft-3589/</guid><description>&lt;p&gt;Von Freundschaft, Chloe, soll ich singen?&#10;Wann gab ein Dichter der sein Lied?&#10;Die um ihr ganzes Recht zu bringen,&#10;Brauchts nur daß man dich lächeln sieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bewundrer hat in ihrem Lenze&#10;Die Schönheit, aber Freunde nicht.&#10;Die Scherze flechten Heben Kränze,&#10;Sie lacht und hört, was Amor spricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch fühlen wir der Jugend Freuden,&#10;Wir lieben und wir wollen noch&#10;Um seine nicht den Herbst beneiden,&#10;Kömmt er zu früh uns einstens doch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frieden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frieden-3881/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frieden-3881/</guid><description>&lt;p&gt;Ich flüchte aus dem Marktgedränge,&#10;Das mich zu Tod hat müd gemacht,&#10;In deine traumumlaubten Gänge,&#10;In deine süße dunkle Enge,&#10;O schattenscheue stille Nacht!&#10;Das Trostgeschmiege deiner Schleier&#10;Deck um dies angstverzehrte Herz,&#10;Daß es in deiner Segensfeier&#10;Vergesse seinen letzten Schmerz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es stand der Horizont in Gluten,&#10;Nun stirbt der Feuer Brandgeloh!&#10;Das letzte Weh will sacht verbluten&#10;Ich höre sie vorüberfluten&#10;Die Siege, denen ich entfloh!&#10;Du ziehst mich auf dein Balsamlager,&#10;Geliebte Sterngebärerin,&#10;Und es erlischt dem müden Klager&#10;Die letzte seiner Phantasien &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-1238/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-1238/</guid><description>&lt;p&gt;Frühling soll mit süßen Blicken&#10;Mich entzücken und berücken,&#10;Sommer mich mit Frucht und Myrthen&#10;Reich bewirten, froh umgürten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herbst, du sollst mich Haushalt lehren,&#10;Zu entbehren, zu begehren,&#10;Und du Winter lehr mich sterben,&#10;Mich verderben, Frühling erben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-3443/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-3443/</guid><description>&lt;p&gt;Es fühlt sich immer doch wie Wundergnade,&#10;Wenn erster Würzgeruch die Lüfte schwellt,&#10;Wenn aus dem langen rauhen Eisesbade&#10;Geklärt und neuverjüngt auftaucht die Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was welk und müd zum dunklen Grund gesunken,&#10;In letzten scheuen Resten mahnt es kaum:&#10;Und alles, was von frischer Sehnsucht trunken,&#10;Hat goldnes Morgenlicht und freien Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein Beständiges in uns erschauert,&#10;Empfindet ganz sich selbst, und eint sich still&#10;Dem großen Geiste, der im Wechsel dauert,&#10;Dem Tode, der nur ewige Jugend will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-3753/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-3753/</guid><description>&lt;p&gt;Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:»Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!«Was knospet, was keimet, was duftet so lind?Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:»Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!«Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:»Der Frühling, der Frühling!« — da wusst′ ich genug!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-3925/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-3925/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch oben von dem EichenastEine bunte Meise läutetEin frohes Lied, ein helles Lied,Ich weiß auch, was es bedeutet.Es schmilzt der Schnee, es kommt das Gras,Die Blumen werden blühen;Es wird die ganze weite WeltIn Frühlingsfarben glühen.Die Meise läutet den Frühling ein,Ich hab′ es schon lange vernommen;Er ist zu mir bei Eis und SchneeMit Singen und Klingen gekommen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-3957/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-3957/</guid><description>&lt;p&gt;Rosenschein und Blütenregen&#10;Lacht von allen grünen Wegen,&#10;Jede Blume, jeder Baum&#10;Schwelgt in süßem Blütentraum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es glüht das goldne Licht&#10;Klar vom blauen Himmel wieder,&#10;Und die Wolken senken nicht&#10;Ihre feuchten Schwingen nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwalben können wieder fliegen&#10;Zu den wolkenlosen Räumen,&#10;Und der Geist kann wieder träumen,&#10;An des Himmels Brust zu liegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-4053/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-4053/</guid><description>&lt;p&gt;So hast du in Behutsamkeit&#10;Mit Lauben und mit Ranken&#10;Den Garten meiner Nacht umsäumt&#10;Jetzt lächeln die Gedanken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun singen mir im Gitterwerk&#10;Die süßen Nachtigallen&#10;Und wo ich immer lauschen mag&#10;Will mir ein Lied einfallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne strahlt in deinem Blick&#10;Und geht in meinem unter.&#10;So schenkst du mir den schönen Tag&#10;Ein mildes Sternenwunder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So hast du meinen dunklen Traum&#10;Durchleuchtet aller Enden&#10;Und wo ich immer schreiten mag,&#10;Begegne ich deinen Händen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-5274/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-5274/</guid><description>&lt;p&gt;In der Luft, der frühlingsfeuchten,&#10;Blitzt ein jähes, blondes Leuchten.&#10;Lichte Strahlen rieseln nieder,&#10;Singend haucht der schwere Flieder&#10;Meine Träume aus, die alten duftigen Träume &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die Zweige wühlt ein Sausen,&#10;Gottberauschtes, wirres Brausen &amp;hellip;&#10;Durch den Himmel hör′ ich′s rasen,&#10;Und in freudigen Ekstasen&#10;Flammen Kelche empor, viel trunk′ne, sonnige Kelche &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-5829/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-5829/</guid><description>&lt;p&gt;Nun steigt hernieder, Frühlingsträume,&#10;Nun streb′ empor, du süßer Duft!&#10;In lufterfüllter, blaue Räume&#10;Gieß deine Wonnen, sel′ge Luft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit feierlichen Glockentönen&#10;Klingt frohe Botschaft mir an′s Ohr;&#10;Im Sonnenlicht, dem heiterschönen,&#10;Ringt sich ein mächt′ger Geist empor!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob ein letztes Winterstürmen&#10;Die Welt durchtobt, — getrost, es mait!&#10;Hört ihr es nicht von allen Türmen:&#10;Sie naht, sie naht, die holde Zeit?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hast du noch so schwer zu tragen,&#10;Und fiel dir manches herbe Los:&#10;Noch sinken dir in lichten Tagen&#10;Der Blüten reichste in den Schoß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-6724/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-6724/</guid><description>&lt;p&gt;Düfte wallen - tausend frohe Stimmen&#10;jauchzen in den Lüften um mich her;&#10;die verjüngten trunknen Wesen schwimmen&#10;aufgelös&amp;rsquo;t in einem Wonnemeer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welche Klarheit, welches Licht entfließet&#10;lebensvoll der glühenden Natur!&#10;Festlich glänzt der Äther, und umschließet,&#10;wie die Braut der Bräutigam, die Flur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leben rauscht von allen Blütenzweigen,&#10;regt sich einsam unter Sumpf und Moor,&#10;quillt, so hoch die öden Gipfel steigen,&#10;emsig zwischen Fels und Sand hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch ein zarter wunderbarer Schimmer&#10;überstrahlt den jungen Blütenhain!&#10;Und auf Bergen, um verfallne Trümmer,&#10;buhlt und lächelt milder Sonnenschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-6809/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-6809/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist er endlich kommen doch&#10;in grünem Knospenschuh.&#10;&amp;ldquo;Er kam, er kam ja immer noch&amp;rdquo;,&#10;die Bäume nicken sich′s zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie konnten ihn all erwarten kaum,&#10;nun treiben sie Schuß auf Schuß;&#10;im Garten der alte Apfelbaum&#10;er sträubt sich, aber er muß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl zögert auch das alte Herz&#10;und atmet noch nicht frei,&#10;es bangt und sorgt: &amp;ldquo;Es ist erst März,&#10;und März ist noch nicht Mai.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O schüttle ab den schweren Traum&#10;und die lange Winterruh′,&#10;es wagt es der alte Apfelbaum,&#10;Herze, wag′s auch du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-7994/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-7994/</guid><description>&lt;p&gt;Schließ mich enger an dein Herz.&#10;Lass mich fühlen, dass du warm bist,&#10;dass die Kälte und was arm ist,&#10;hinter mir im Grauen liegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass mich nicht mehr fort von dir,&#10;lass mich frei mein Haupt erheben.&#10;Ich vergesse, dass ein Leben&#10;hinter mir im Grauen liegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Langsam schwindet mit dem Frost&#10;die Verschüchterung der Triebe,&#10;und ich weiß jetzt, dass die Liebe&#10;vor mir tief im Blauen liegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-8875/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-8875/</guid><description>&lt;p&gt;Wir wollen wie der Mondenschein&#10;die stille Frühlingsnacht durchwachen,&#10;wir wollen wie zwei Kinder sein.&#10;Du hüllst mich in dein Leben ein&#10;und lehrst mich so wie du zu lachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sehnte mich nach Mutterlieb&#10;und Vaterwort und Frühlingsspielen,&#10;den Fluch, der mich durchs Leben trieb,&#10;begann ich, da er bei mir blieb,&#10;wie einen treuen Freund zu lieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun blühn die Bäume seidenfein&#10;und Liebe duftet von den Zweigen.&#10;Du musst mir Mutter und Vater sein&#10;und Frühlingsspiel und Schätzelein&#10;und ganz mein eigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-9787/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-9787/</guid><description>&lt;p&gt;Nun wachen alle Seelen auf aus schwerem Schlaf,&#10;Da sie der erste Strahl des jungen Lichtes traf.&#10;Wie kleine Kinder, die sich den Wundern des Lebens nahn,&#10;Sind alle den Dingen staunend willig aufgetan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man taumelt beklommen, hemmungs- und fassungslos&#10;Und fühlt die Welt wie niemals neu, schön, reich und groß.&#10;Man schwebt, man tanzt, man lässt sich willen- und ziellos wehn&#10;Und glaubt, es muss ganz Großes, Beglückendes geschehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsbotschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsbotschaft-4005/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsbotschaft-4005/</guid><description>&lt;p&gt;Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald:Lasset uns singen,Tanzen und springen!Frühling, Frühling wird es nun bald.Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei′n:Kommt in die Felder,Wiesen und Wälder!Frühling, Frühling, stelle dich ein!Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held!Was du gesungen,Ist dir gelungen:Winter, Winter räumet das Feld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgruss-4797/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgruss-4797/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht ein Berg in Feuer,&#10;In feurigem Morgenbrand,&#10;Und auf des Berges Spitze&#10;Ein Tannbaum überm Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf dem höchsten Wipfel&#10;Steh ich und schau vom Baum,&#10;O Welt, du schöne Welt, du,&#10;Man sieht dich vor Blüten kaum!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgruss-5496/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgruss-5496/</guid><description>&lt;p&gt;Nur düstre Wolken seh′ ich geh′n und kommen,&#10;Und ewig droht der Winter fortzuwähren -&#10;Die Seele war so trüb mir und beklommen,&#10;Ich rief den Frühling, ach! er will nicht kommen,&#10;Sie und des Himmels Stirne aufzuklären.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und durch des Gartens Gänge dichtverschlungen&#10;Ging ich - doch sieh, was hat sich dort begeben!&#10;Schneeglöcklein sind der kalten Erd′ entsprungen,&#10;Sie haben siegend sich hervorgerungen,&#10;Erweckt von eines Sonnenkusses Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsliebe-4649/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsliebe-4649/</guid><description>&lt;p&gt;Ich stand, ein dürrer Baum,&#10;Vom Winterfrost entlaubet,&#10;Im eingehegten Raum,&#10;All meines Schmucks beraubet;&#10;Da hat mit lindem Kusse&#10;Mich Liebeslenz berührt,&#10;Und mit dem süßen Gruße&#10;Mir Leben zugeführt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle Knospen, seht,&#10;Sie sind nun aufgeweht,&#10;Und überdeckt mit Blüthen&#10;Steh&amp;rsquo; ich in Maienpracht,&#10;Vom Licht hell angelacht,&#10;Und möcht&amp;rsquo; mit allen Zweigen&#10;Mich hin zur Liebsten neigen! –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie steht, ein andrer Baum,&#10;Entfernt im Gartenraum,&#10;Am Tage ist sie still,&#10;Doch kommt die Nacht, im Düstern&#10;Hör&amp;rsquo; ich sie leise flüstern,&#10;Und frage, was sie will?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingslied-5497/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingslied-5497/</guid><description>&lt;p&gt;Es kam der Frühling mit Herrschermacht,&#10;Da wollt′ ich ein Lied ihm singen;&#10;Er strahlte so hold in lieblichster Pracht -&#10;Wie sollt′ es da nicht gelingen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah mir die Blüthenbäume an,&#10;Dran alle Knospen gesprungen,&#10;Sie waren gleich Bräuten angethan,&#10;Von Schleier und Myrth′ umschlungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es nickten Blumen an jedem Steg,&#10;Als ob sie selber sich streuten&#10;Den schlanken Bräuten auf ihren Weg,&#10;Beim Maienglockenläuten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die grünen Blätter im Buchenhain,&#10;Umhaucht von weißem Gefieder,&#10;Sie flüstern in alle Welt hinein&#10;Die süßesten, wonnigsten Lieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingslied-8567/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingslied-8567/</guid><description>&lt;p&gt;Nun säuseln linde&#10;Aus Westen die Winde.&#10;Schon rieseln die Quellen&#10;Ins Thal hernieder.&#10;Die Knospen schwellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Vögel Lieder&#10;Erschallen wieder.&#10;Schneeglöckchen läuten fern und nah:&#10;Der Frühling ist da, der Frühling ist da!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O seht, wie der Frühling schaltet und waltet,&#10;Und neues Leben enthüllt und entfaltet,&#10;Und schönes Leben ersinnt und gestaltet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Duft und Farben erquickt und belebt,&#10;Mit Sang und Klang entzückt und erhebt,&#10;Und segnend über Allem schwebt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsnacht-5543/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsnacht-5543/</guid><description>&lt;p&gt;Auf den stillen Feldern träumt das Mondlicht&#10;seinen weißen Traum und küßt die Blumen,&#10;bis sie blaß und blässer werden. Silbern&#10;glänzt der Teich im Tann; wie schneeige Schleier,&#10;die versteckte Nixen von sich streifen,&#10;blitzts auf seiner spiegelklaren Fläche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiße Rauche dampfen aus den Thalen,&#10;wo der Armut Hütten lichtverklärt sind&#10;und vertraute Grüße lautlos wechseln&#10;mit des kleinen Kirchhofs niedern Kreuzen ..&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weißer Friede, weißer weicher Friede &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-musik-3169/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-musik-3169/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich nenn′ und ich flüstre und atme dich nicht;&#10;Es ist Schmerz in dem Klang, es ist Schuld im Gerücht;&#10;Nur die brennende Trän′ auf der Wang′, o mein Herz,&#10;Verrät dir den tiefen, den schweigenden Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu kurz für das Glück, für den Frieden zu lang&#10;Entschwanden die Stunden, berauschend und bang;&#10;Wir brachen die Kett′ und entsagten dem Glück,&#10;Wir scheiden, wir fliehen, - und kehren zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/garten-8995/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/garten-8995/</guid><description>&lt;p&gt;Besänftigender Winde Schritte&#10;Sind in der Hecke auf der Wacht,&#10;Von Laurin, Herrn der Jahresmitte&#10;Und Herrn der Rosen, angefacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist, sie fegen aus dem Garten,&#10;Mit sommerheiterer Geduld,&#10;Was weither weht: soviel des Harten,&#10;Soviel der Qual, soviel der Schuld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soviel der Unschuld nährt im Engen&#10;Das Feuer, menschenunerweckt;&#10;Es kann davon die Hand versengen,&#10;Was eine halbe Hand bedeckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verwunschen stille Selbstgefühle,&#10;Kokardenblume, Bärenklau.&#10;Verschollner Gram und Ahnungskühle&#10;Lavendelruch, Lavendelblau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-1857/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-1857/</guid><description>&lt;p&gt;Trostlos-weinende Sehnsucht,&#10;Du geleitest&#10;Einzig meine verirrte,&#10;Wundenblutige Seele,&#10;Und Dein hilflos&#10;Kindisch-thörichtes Weinen&#10;Mehrt ihre Qualen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weinende Sehnsucht,&#10;Lass′, o lass′ meine Seele&#10;Pilgern und irren,&#10;Fallen, verderben,&#10;Aber gönn′ ihr&#10;Hoffnungsloses,&#10;Selig-schweigendes Sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-2321/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-2321/</guid><description>&lt;p&gt;Die du, über die Sterne weg,&#10;mit der geleerten Schale&#10;aufschwebst, um sie am ew′gen Born&#10;eilig wieder zu füllen:&#10;einmal schwenke sie noch, o Glück,&#10;einmal, lächelnde Göttin!&#10;Sieh, ein einziger Tropfen hängt&#10;noch verloren am Rande,&#10;und der einzige Tropfen genügt,&#10;eine himmlische Seele,&#10;die hier unten im Schmerz erstarrt,&#10;wieder in Wonne zu lösen.&#10;Ach! sie weinet dir süßeren Dank&#10;als die anderen alle,&#10;die du glücklich und reich gemacht;&#10;laß ihn fallen, den Tropfen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-4800/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-4800/</guid><description>&lt;p&gt;Gott, inbrünstig möcht ich beten,&#10;Doch der Erde Bilder treten&#10;Immer zwischen dich und mich,&#10;Und die Seele muß mit Grauen&#10;Wie in einen Abgrund schauen,&#10;Strenger Gott, ich fürchte dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, so brich auch meine Ketten!&#10;Alle Menschen zu erretten,&#10;Gingst du ja in bittern Tod.&#10;Irrend an der Hölle Toren,&#10;Ach, wie bald bin ich verloren,&#10;Hilfst du nicht in meiner Not!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-5910/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-5910/</guid><description>&lt;p&gt;Wir stehen hier aufs Sterben,&#10;Der Tod ist uns ein Spott.&#10;Laß uns den Himmel erben,&#10;Du ewig treuer Gott.&#10;Sind wir gleich voller Schulden&#10;Und ohne großen Ruhm,&#10;Wir sind dein Eigenthum,&#10;Und du bist reich an Hulden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern von den Thermopylen&#10;Kommt uns ein ernstes Wort,&#10;Wo wackre Streiter fielen&#10;Als ihres Landes Hort;&#10;Was Heiden haben könnten&#10;Mit festem treuem Muth,&#10;Das höchste sel′ge Gut&#10;Wirst du den Christen gönnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-6035/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-6035/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Geschick ruht ganz in Deinen Händen,&#10;Sternenherrscher, und nach Deinem Wink&#10;Wird die Nacht mein lichtes Leben enden&#10;Und sich schließen meiner Tage Ring.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber gnädig wandelst Du Dein Wollen,&#10;Deinen Rathschluß: wenn ein heiß Gebet&#10;Aus dem glaubenssel′gen inbrunstvollen&#10;Menschenherzen zu Dir aufwärts fleht.&#10;Und so bitt ich heut mit heiligem Werben&#10;Laß mich, Vater, nicht im Frühling sterben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn der Wiesen bunte Blumen blinken,&#10;Falter gaukeln in der lauen Luft,&#10;Frei des Waldbachs helle Wellen winken&#10;Und die Forstung trinkt den Maienduft,&#10;Im Gelaub sich froh die Finken wiegen,&#10;Drosseln schlagen, Lerchen jubelnd fliegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geduld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geduld-990/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geduld-990/</guid><description>&lt;p&gt;O die Huld&#10;Des Himmels groß erzogen!&#10;Geduld! Geduld!&#10;Wo bist du hingeflogen?&#10;Hat Gott dich nicht geschmückt&#10;Mit Glanz der Welt geschickt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menschheit schrie&#10;Hinauf vom Staub der Erde.&#10;Gott hörte sie;&#10;Mitleidig sprach er: Werde!&#10;Geduld! Geduld! Du stiegst&#10;Aus einer Wolk′ und schwiegst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hoffnung war&#10;Zugleich mit dir erschienen:&#10;Du Zwillingspaar,&#10;Sprach Gott mit Vatermienen,&#10;Fleuch nun mit milderm Strahl&#10;Hinab ins Gräberthal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du sahst die Welt&#10;Geschaffen zum Vergnügen,&#10;Nun öd, verstellt,&#10;In Nächten vor dir liegen&#10;Und eine Thräne floß&#10;Herab in deinen Schooß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gegenliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenliebe-3590/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenliebe-3590/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich wüßte daß du mich&#10;Lieb und werth ein bischen hieltest&#10;Und von dem, was ich für dich,&#10;Nur ein Hunderttheilchen fühltest;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn dein Danken meinem Gruß&#10;Halbes Wegs entgegen käme,&#10;Wenn dein Mund den Wechselkuss&#10;Gerne gäb&amp;rsquo; und wiedernähme;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Himmel, Himmel! außer sich&#10;Würde ganz mein Herz zerlodern!&#10;Leib und Leben könnt&amp;rsquo; ich dich&#10;Nicht vergebens laßen fodern! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gegengunst erhöhet Gunst,&#10;Liebe nähret Gegenliebe,&#10;Und entflammt zu Feuersbrunst,&#10;Was ein Aschenfünkchen bliebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gegenwart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenwart-4650/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenwart-4650/</guid><description>&lt;p&gt;Fern in des Lebens Ocean gebannt,&#10;Liegt hinter uns, in glanzerfüllten Weiten,&#10;Ein blühend Eden längst entflohner Zeiten,&#10;Und vor uns starrt ein unbekanntes Land,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus dem zurück noch nie ein Wandrer fand,&#10;Auf das sich Nacht und Finsterniß verbreiten;&#10;Doch treibt uns hie, wie sehr wir ringen, streiten,&#10;Des rauhen Schicksals allgewalt′ge Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ist die Gegenwart des steten Strebens&#10;Beschwerter Kampf nach fern verhülltem Ziel;&#10;Der stummbewegten Wellen leichtes Spiel,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Genesung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/genesung-8212/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/genesung-8212/</guid><description>&lt;p&gt;Da Stund&amp;rsquo; um Stunde, selbst die bängste,&#10;Wie silbergraues Plätschern kam,&#10;Da ward&amp;rsquo;s ein Tag, wo ich die Ängste&#10;Mit lässigstillem Lächeln nahm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da tropften alle Qualen linder,&#10;Sie perlten kaum auf meiner Hand,&#10;Sodass ich, endlich Überwinder,&#10;Nichts mehr zu überwinden fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-4802/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-4802/</guid><description>&lt;p&gt;Wie jauchzt meine Seele&#10;Und singet in sich!&#10;Kaum, daß ichs verhehle,&#10;So glücklich bin ich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings Menschen sich drehen&#10;Und sprechen gescheut,&#10;Ich kann nichts verstehen,&#10;So fröhlich zerstreut. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu eng wird das Zimmer,&#10;Wie glänzet das Feld,&#10;Die Täler voll Schimmer,&#10;Weit herrlich die Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gepreßt bricht die Freude&#10;Durch Riegel und Schloß,&#10;Fort über die Heide!&#10;Ach, hätt ich ein Roß! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und frag ich und sinn ich,&#10;Wie so mir geschehn?: -&#10;Mein Liebchen herzinnig,&#10;Das soll ich heut sehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-6282/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-6282/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist dir gar ein glücklicher Mann,&#10;Der nicht mal mehr sich freuen kann,&#10;So glücklich ist er.&#10;So kommen jeden Morgen wir her,&#10;So kommen uns alle Tage daher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückliche Fahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckliche-fahrt-4803/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckliche-fahrt-4803/</guid><description>&lt;p&gt;Wünsche sich mit Wünschen schlagen,&#10;Und die Gier wird nie gestillt.&#10;Wer ist in dem wüsten Jagen&#10;Da der Jäger, wer das Wild?&#10;Selig, wer es fromm mag wagen,&#10;Durch das Treiben dumpf und wild&#10;In der festen Brust zu tragen&#10;Heilger Schönheit hohes Bild!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, da brechen tausend Quellen&#10;Durch die felsenharte Welt,&#10;Und zum Strome wird ihr Schwellen,&#10;Der melodisch steigt und fällt.&#10;Ringsum sich die Fernen hellen,&#10;Gottes Hauch die Segel schwellt -&#10;Rettend spülen dich die Wellen&#10;In des Herzens stille Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückwunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckwunsch-6524/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckwunsch-6524/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wünsche dir Glück.&#10;Ich bring dir die Sonne in meinem Blick.&#10;Ich fühle dein Herz in meiner Brust;&#10;es wünscht dir mehr als eitel Lust.&#10;Es fühlt und wünscht: die Sonne scheint,&#10;auch wenn dein Blick zu brechen meint.&#10;Es wünscht dir Blicke so sehnsuchtslos,&#10;als trügest du die Welt im Schoß.&#10;Es wünscht dir Blicke so voll Begehren,&#10;als sei die Erde neu zu gebären.&#10;Es wünscht dir Blicke voll der Kraft,&#10;die aus Winter sich Frühling schafft.&#10;Und täglich leuchte durch dein Haus&#10;aller Liebe Blumenstrauß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gold</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gold-9349/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gold-9349/</guid><description>&lt;p&gt;(aus Kriminal Sonette)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;FRED wird in einem braunen Tabakballen&#10;Vom Hafen auf die Zollstation getragen.&#10;Dort schläft er, bis die Schiffsuhr zwölf geschlagen.&#10;Erwacht und schleicht sich in die Lagerhallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Gold-Depot, wo trunkne Wächter lallen,&#10;Lässt er den kleinen Mörtelfresser nagen,&#10;Bis wie beim Kartenhaus die Mauern fallen.&#10;Dann lädt er Gold in einen Grünkohlwagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Bauer fährt er sächselnd durch den Zoll.&#10;Doch dort verraten ihn zwei blanke Barren.&#10;Berittne jagen den Gemüsekarren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-5668/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-5668/</guid><description>&lt;p&gt;Im Schatten dieser Weide ruht&#10;Ein armer Mensch, nicht schlimm noch gut.&#10;Er hat gefühlt mehr als gedacht,&#10;Hat mehr geweint als er gelacht;&#10;Er hat geliebt und viel gelitten,&#10;Hat schwer gekämpft und - nichts erstritten.&#10;Nun liegt er endlich sanft gestreckt,&#10;Wünscht nicht zu werden auferweckt.&#10;Wollt Gott an ihm das Wunder tun,&#10;Er bäte: Herr, o laß mich ruhn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-8738/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-8738/</guid><description>&lt;p&gt;Buntgefleckte Laster ducken Knechte,&#10;Reißen Beute hin mit Zahn und Krallen;&#10;Aber er, der Reine, der Gerechte,&#10;Ward gezeugt, als Opferlamm zu fallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß er wuchs und siegte, schien ein Greuel,&#10;Untat, die der Weltengang verkehrte,&#10;Schauderanblick, Basiliskenknäuel,&#10;Das sie schreckte, bannte und verzehrte,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie rasten, angstbesessne Herde,&#10;Und erschlugen ihn mit Totenbeinen,&#10;Stampften ihn in Kehricht, Kalk und Erde.&#10;Immer sie, die Vielen. Ihn, den Einen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss-6525/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss-6525/</guid><description>&lt;p&gt;Und nähm′ ich alle zarten Blüten&#10;und schüttete sie über dich:&#10;sie könnten alle nicht verschütten&#10;die Zartheit, die Dich selbst umflicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Aphroditen einst die Wellen -&#10;so würden sie umbranden dich,&#10;bis Deine Anmut überquellend&#10;empor aus all dem Dufte bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gute Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gute-nacht-4804/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gute-nacht-4804/</guid><description>&lt;p&gt;Die Höhn und Wälder schon steigen&#10;Immer tiefer ins Abendgold,&#10;Ein Vöglein fragt in den Zweigen:&#10;Ob es Liebchen grüßen sollt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Vöglein, du hast dich betrogen,&#10;Sie wohnet nicht mehr im Tal,&#10;Schwing auf dich zum Himmelsbogen,&#10;Grüß sie droben zum letztenmal!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gute Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gute-nacht-7403/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gute-nacht-7403/</guid><description>&lt;p&gt;Fremd bin ich eingezogen,&#10;Fremd zieh′ ich wieder aus.&#10;Der Mai war mir gewogen&#10;Mit manchem Blumenstrauß.&#10;Das Mädchen sprach von Liebe,&#10;Die Mutter gar von Eh′ -&#10;Nun ist die Welt so trübe,&#10;Der Weg gehüllt in Schnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kann zu meiner Reisen&#10;Nicht wählen mit der Zeit:&#10;Muß selbst den Weg mir weisen&#10;In dieser Dunkelheit.&#10;Es zieht ein Mondenschatten&#10;Als mein Gefährte mit,&#10;Und auf den weißen Matten&#10;Such′ ich des Wildes Tritt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Guter Rath</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guter-rath-5498/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guter-rath-5498/</guid><description>&lt;p&gt;Still mußt du werden, pochend Herz,&#10;Still wie der Stern am Himmelszelt,&#10;Wie er, mußt unberührt du steh′n&#10;Vom nicht′gen Treiben dieser Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still mußt du werden wie der Fels,&#10;An dem sich wild die Brandung bricht;&#10;Ob auch ein Schifflein jach zerschellt&#10;An seinem Fuß, er fühlt es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still mußt du werden wie der Schwan,&#10;Der lautlos schwimmt den See dahin,&#10;Wie einsam er die Fluth zertheilt,&#10;Mußt du des Lebens Kreise zieh′n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimkehr-369/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimkehr-369/</guid><description>&lt;p&gt;Todesahnung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch über Innsbrucks Thalgrund, auf einem Felsenstück&#10;Saß Kaiser Max ganz einsam, mit still gesenktem Blick,&#10;Die Armbrust an der Seite, im grünen Jagdgewand,&#10;Und auf dem leichten Hütlein Gemsbart und grünes Band.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch, alter, wackrer Schütze, und hört es nicht dein Ohr?&#10;Der Jagdgenossen Rufen, des Trosses Jubelchor!&#10;Auf, auf! und sieht du’s nimmer, wie dort der Gemsbock springt,&#10;Daß von den Eisenklauen der harte Felsen klingt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie regungslos und ruhig der greise Jäger sitzt!&#10;Die grauumlockte Stirne sanft auf die Hand gestützt,&#10;Das Auge bald hinunter starr auf die Stadt gebannt,&#10;Bald wieder fernhin schweifend durchs weite Tyrolerland.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-1557/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-1557/</guid><description>&lt;p&gt;Anders wird die Welt mit jedem Schritt,&#10;Den ich weiter von der Liebsten mache;&#10;Mein Herz, das will nicht weiter mit.&#10;Hier scheint die Sonne kalt ins Land,&#10;Hier deucht mir alles unbekannt,&#10;Sogar die Blumen am Bache!&#10;Hat jede Sache&#10;So fremd eine Miene, so falsch ein Gesicht.&#10;Das Bächlein murmelt wohl und spricht:&#10;Armer Knabe, komm bei mir vorüber,&#10;Siehst auch hier Vergissmeinnicht!&#10;- Ja, die sind schön an jedem Ort,&#10;Aber nicht wie dort.&#10;Fort, nur fort!&#10;Die Augen gehn mir über!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-8826/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-8826/</guid><description>&lt;p&gt;O wüsst ich meiner Sehnsucht einen Fergen,&#10;Dass er ihr eine sanfte Fährte weise!&#10;So kehrt sie mir zurück aus hohen Bergen,&#10;Todmatt vom Flug und fast erstarrt im Eise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollte, dass ein leichter Kahn mich führe&#10;Den Strom entlang in ebene Gelände,&#10;Und dass ich dort durch eine niedre Türe&#10;In einem stillen Hause Eingang fände.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drinnen nur von abendlichen Kerzen&#10;Ein mildes Dämmerlicht am eignen Herde.&#10;Ein warmer Raum, ein Kind an meinem Herzen,&#10;Und eine Seele mein auf dieser Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-8881/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-8881/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann die Sprache&#10;dieses kühlen Landes nicht,&#10;und seinen Schritt nicht gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Wolken, die vorbeiziehn,&#10;weiß ich nicht zu deuten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nacht ist eine Stiefkönigin.&#10;Immer muss ich an die Pharaonenwälder denken&#10;und küsse die Bilder meiner Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Lippen leuchten schon&#10;und sprechen Fernes,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und bin ein buntes Bilderbuch&#10;auf deinem Schoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber dein Antlitz spinnt&#10;einen Schleier aus Weinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meinen schillernden Vögeln&#10;sind die Korallen ausgestochen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-9907/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-9907/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der dampfenden Stadt liegt Mittagsglut,&#10;Und es sinkt mir die Wimper; es wallt mir das Blut,&#10;Und die Straßen so staubig, so dumpf und so schwül,&#10;Und die Menschen so nüchtern, so lieblos kühl,&#10;Und so hastig ihr Schaffen, so wirr ihr Gedräng,&#10;Das Gewissen so weit, und die Herzen so eng -&#10;In der Brust erwacht mir ein Heimweh tief,&#10;Das lange schlief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo am Strande die schimmernden Dünen stehn,&#10;Wo die Masten ragen die Wimpel wehn,&#10;Wo die Möwen am Felsen sich Nester baun,&#10;Wo versunkene Städte vom Grunde schaun,&#10;Wo die rollende Flut zu Lande schäumt,&#10;Und das Herz von vergangenen Tagen träumt&#10;In dem wellenversilbernden Mondenschein -&#10;Da möcht ich sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hellas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hellas-8811/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hellas-8811/</guid><description>&lt;p&gt;Und Orpheus starb. Des Waldes Tiere weinen.&#10;Die Leier, der sie lauschten, sie ist stumm.&#10;Die Nacht brach ein und ihre Sterne scheinen&#10;auf eines toten Gottes Heiligtum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Hellas, deine Sonne ist versunken&#10;in deines blauen Meeres Silberrand.&#10;Der Wein, den die Bacchantinnen getrunken,&#10;rinnt aus zerbrochnen Bechern in den Sand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Hellas, deiner Königshand entwunden&#10;ist der Mänaden froher Thyrsusstab.&#10;Mein Hellas, abgelaufen sind die Stunden&#10;und deine Freudentempel sind ein Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-1455/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-1455/</guid><description>&lt;p&gt;Astern blühen schon im Garten;&#10;Schwächer trifft der Sonnenpfeil&#10;Blumen die den Tod erwarten&#10;Durch des Frostes Henkerbeil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brauner dunkelt längst die Haide,&#10;Blätter zittern durch die Luft.&#10;Und es liegen Wald und Weide&#10;Unbewegt im blauen Duft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pfirsich an der Gartenmauer,&#10;Kranich auf der Winterflucht.&#10;Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,&#10;Welke Rosen, reife Frucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-1937/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-1937/</guid><description>&lt;p&gt;Der du die Wälder färbst,&#10;Sonniger, milder Herbst,&#10;Schöner als Rosenblüh′n&#10;Dünkt mir dein sanftes Glüh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimmermehr Sturm und Drang,&#10;Nimmermehr Sehnsuchtsklang;&#10;Leise nur athmest du&#10;Tiefer Erfüllung Ruh′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber vernehmbar auch&#10;Klaget ein scheuer Hauch,&#10;Der durch die Blätter weht:&#10;Daß es zu Ende geht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-3210/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-3210/</guid><description>&lt;p&gt;Um die Großstadt sinkt die Welt in Schlaf.&#10;Felder gilben, Wälder ächzen überall.&#10;Wie Blätter fallen draußen alle Tage,&#10;Vom Zeitwind weggeweht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob Ebene und Wald in welkes Sterben fallen,&#10;Ob draußen tost Vergänglichkeit,&#10;Im Stadtberg brüllen Straßen, Hämmer hallen:&#10;Die Stadt dampft heiß in Unrast ohne Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-4468/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-4468/</guid><description>&lt;p&gt;38&#10;Früchte bringet das Leben dem Mann; doch hangen sie selten&#10;Rot und lustig am Zweig, wie uns ein Apfel begrüßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;39&#10;Richtet den herrschenden Stab auf Leben und Handeln, und lasset&#10;Amorn, dem lieblichen Gott, doch mit der Muse das Spiel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;40&#10;Lehret! Es ziemet euch wohl; auch wir verehren die Sitte;&#10;Aber die Muse läßt nicht sich gebieten von euch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;41&#10;Nimm dem Prometheus die Fackel, beleb, o Muse, die Menschen!&#10;Nimm sie dem Amor, und rasch quäl und beglücke wie er!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-4807/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-4807/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist nun der Herbst gekommen,&#10;Hat das schöne Sommerkleid&#10;Von den Feldern weggenommen&#10;Und die Blätter ausgestreut,&#10;Vor dem bösen Winterwinde&#10;Deckt er warm und sachte zu&#10;Mit dem bunten Laub die Gründe,&#10;Die schon müde gehn zur Ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die Felder sieht man fahren&#10;Eine wunderschöne Frau,&#10;Und von ihren langen Haaren&#10;Goldne Fäden auf der Au&#10;Spinnet sie und singt im Gehen:&#10;Eia, meine Blümelein,&#10;Nicht nach andern immer sehen,&#10;Eia, schlafet, schlafet ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-5984/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-5984/</guid><description>&lt;p&gt;Rings ein Verstummen, ein Entfärben:&#10;Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,&#10;Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;&#10;Ich liebe dieses milde Sterben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von hinnen geht die stille Reise,&#10;Die Zeit der Liebe ist verklungen,&#10;Die Vögel haben ausgesungen,&#10;Und dürre Blätter sinken leise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Vögel zogen nach dem Süden,&#10;Aus dem Verfall des Laubes tauchen&#10;Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,&#10;Die Blätter fallen stets, die müden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dieses Waldes leisem Rauschen&#10;Ist mir als hör′ ich Kunde wehen,&#10;daß alles Sterben und Vergehen&#10;Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-6782/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-6782/</guid><description>&lt;p&gt;Traumstill die Welt. Nur ab und zu ein heisrer Schrei  Von Raben, die verflatternd um die Stoppeln streichen.  Der düstre Himmel drückt wie mattes schweres Blei  Ins Land hinab. Und sacht mit seinen sammetweichen  Schleichschritten geht der Herbst durch Grau und Einerlei.&#10;Und in sein schweres Schweigen geh auch ich hinein,  Der unbefriedigt von des Sommers Glanz geschieden.  Die linde Stille schläfert meine Wünsche ein.  Mir wird der Herbst so nah. Ich fühle seinen Frieden:  Mein Herz wird reich und groß in weitem Einsamsein.&#10;Denn Schwermut, die die dunklen Dörfer überweht,  Hat meiner Seele viel von ihrem Glück gegeben.  Nun tönt sie leiser, eine Glocke zum Gebet,  Und glockenrein und abendmild scheint mir mein Leben,  Seit es des Herbstes ernstes Bruderwort versteht.&#10;Nun will ich ruhen wie das müde dunkle Land &amp;hellip;  Beglückter geht mein Träumerschritt in leise Stunden,  Und sanfter fühle ich der Sehnsucht heiße Hand.  Mir ist, als hätt ich einen treuen Freund gefunden,  Der mir oft nahe war und den ich nie gekannt &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-6882/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-6882/</guid><description>&lt;p&gt;Schon ins Land der Pyramiden&#10;Flohn die Störche übers Meer;&#10;Schwalbenflug ist längst geschieden,&#10;Auch die Lerche singt nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seufzend in geheimer Klage&#10;Streift der Wind das letzte Grün;&#10;Und die süßen Sommertage,&#10;Ach sie sind dahin, dahin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nebel hat den Wald verschlungen,&#10;Der dein stillstes Glück gesehn;&#10;Ganz in Duft und Dämmerungen&#10;Will die schöne Welt vergehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur noch einmal bricht die Sonne&#10;Unaufhaltsam durch den Duft,&#10;Und ein Strahl der alten Wonne&#10;Rieselt über Tal und Kluft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-8882/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-8882/</guid><description>&lt;p&gt;Auf einmal musste ich singen&amp;hellip;&#10;und ich wusste nicht warum.&#10;Doch abends weinte ich bitterlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es stieg aus allen Dingen&#10;ein Schmerz und der ging um -&#10;und legte sich auf mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stürmische Wolkendepeschen,&#10;erschreckend den Weltenraum;&#10;und die Beeren der Ebereschen&#10;die winzigen Monde am Baum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-9372/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-9372/</guid><description>&lt;p&gt;Der du die Wälder färbst,&#10;Sonniger, milder Herbst,&#10;Schöner als Rosenblüh&amp;rsquo;n&#10;Dünkt mir dein sanftes Glüh&amp;rsquo;n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimmermehr Sturm und Drang,&#10;Nimmermehr Sehnsuchtsklang;&#10;Leise nur athmest du&#10;Tiefer Erfüllung Ruh'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber vernehmbar auch&#10;Klaget ein scheuer Hauch,&#10;Der durch die Blätter weht:&#10;Daß es zu Ende geht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-9496/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-9496/</guid><description>&lt;p&gt;Es schweigt der Wald in Weh.&#10;Er muss geduldig leiden,&#10;Dass nun sein lieber Bräutigam,&#10;Der Sommer, wird scheiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch hält er zärtlich ihn im Arm&#10;Und quälet sich mit Schmerzen.&#10;Du klagest, Liebchen, wenn ich schied,&#10;Ruht ich noch dir am Herzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl-4469/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl-4469/</guid><description>&lt;p&gt;Fetter grüne, du Laub,&#10;Am Rebengeländer&#10;Hier mein Fenster herauf!&#10;Gedrängter quellet,&#10;Zwillingsbeeren, und reitet&#10;Schneller und glänzend voller!&#10;Euch brütet der Mutter Sonne&#10;Scheideblick; euch umsäuselt&#10;Des holden Himmels&#10;Fruchtende Fülle;&#10;Euch kühlet des Mondes&#10;Freundlicher Zauberhauch,&#10;Und euch betauen, ach!&#10;Aus diesen Augen&#10;Der ewig belebenden Liebe&#10;Vollschwellende Tränen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl-5700/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl-5700/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ferne Tritte hörst du ′s schallen,&#10;Doch weit umher ist nichts zu sehn,&#10;Als wie die Blätter träumend fallen&#10;Und rauschend mit dem Wind verwehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es dringt hervor wie leise Klagen,&#10;Die immer neuem Schmerz entstehn,&#10;Wie Wehruf aus entschwundnen Tagen,&#10;Wie stetes Kommen und Vergehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hörst, wie durch der Bäume Gipfel&#10;Die Stunden unaufhaltsam gehn,&#10;Der Nebel regnet in die Wipfel,&#10;Du weinst und kannst es nicht verstehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl-5987/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl-5987/</guid><description>&lt;p&gt;Mürrisch braust der Eichenwald,&#10;Aller Himmel ist umzogen,&#10;Und dem Wandrer, rauh und kalt,&#10;Kommt der Herbstwind nachgeflogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie der Wind zu Herbsteszeit&#10;Mordend hinsaust in den Wäldern,&#10;Weht mir die Vergangenheit&#10;Von des Glückes Stoppelfeldern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An den Bäumen, welk und matt,&#10;Schwebt des Laubes letzte Neige,&#10;Niedertaumelt Blatt auf Blatt&#10;Und verhüllt die Waldessteige;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer dichter fällt es, will&#10;mir den Reisepfad verderben,&#10;Daß ich lieber halte still,&#10;Gleich am Orte hier zu sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied-3964/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied-3964/</guid><description>&lt;p&gt;Du hast den Frieden mir geraubt,&#10;Du Herbstwind trüb und kalt,&#10;Die grünsten Bäume hast entlaubt,&#10;Das Jüngste wurde alt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blumen hast du totgeküßt,&#10;Die Vögel wurden stumm,&#10;Und Alles welk und Alles wüst&#10;Im Thale ringsherum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da zürn ich laut dem Mißgeschick&#10;Und fühl mich tief gekränkt,&#10;Daß Erde meinem wärmsten Blick&#10;Kein einzig Blümlein schenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß, wie mein Blick auch nimmermatt,&#10;Sich treibt durch Wald und Schlucht,&#10;Vergebens sich ein grünes Blatt —&#10;Ein Lebenszeichen sucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied-5500/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied-5500/</guid><description>&lt;p&gt;Es liegt der Herbst auf allen Wegen,&#10;In hundert Farben prangt sein Kleid,&#10;Wie seine Trauer, seinen Segen&#10;Er um sich streut zu gleicher Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rauscht der Fuß im welken Laube,&#10;Was blüht und grünte, ward ein Traum -&#10;Allein am Stocke winkt die Traube&#10;Und goldne Frucht schmückt rings den Baum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So nimmt und gibt mit vollen Händen&#10;Der Herbst, ein Dieb und eine Fee;&#10;Erfüllung kann allein er spenden,&#10;Doch sie umfängt ein tiefes Weh! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herzlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herzlied-7998/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herzlied-7998/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, ich schenke, schenke dir mein Herz,&#10;das mir sonst nicht feil für alles Gold.&#10;Wisse auch: es birgt für dich&#10;einen Talisman, stark und hold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rastlos schlägt es, schlägt wie eine Uhr.&#10;Immer wirst du seine Pulse hören,&#10;aber trag mein Herz an nackter Brust,&#10;denn es kann Dämonenmacht zerstören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lange las ich in dem Buche Zabulon,&#10;wo von Weisheit jede Letter trieft,&#10;und ich stieg ins tiefe Avalon,&#10;wo das Zauberwort entsprießt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochzeitlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitlied-5772/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitlied-5772/</guid><description>&lt;p&gt;Stand ein junges Veilchen auf der Weiden,&#10;Lieb und herzig, in sich, und bescheiden;&#10;Und ein wackrer Jüngling über Land&#10;Kam hin, da das Veilchen stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er sah das Veilchen auf der Weiden&#10;Lieb und herzig, in sich, und bescheiden,&#10;Sah es an mit Liebe und mit Lust,&#10;Wünscht es sich an seine Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heute wird das Blümchen ihm gegeben,&#10;Daß ers trag an seiner Brust durchs Leben!&#10;Und ein Kreis von edlen Menschen steht&#10;Ernst, und feiert mit Gebet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-4261/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-4261/</guid><description>&lt;p&gt;»Wer auf dem Wagen der Hoffnung fährt, hat eine Gefährtin&#10;Sicher zur Seite.«&#10;»Das Glück?«&#10;»Selten! Die Armuth, o Freund!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-4473/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-4473/</guid><description>&lt;p&gt;Schaff′, das Tagwerk meiner Hände,&#10;Hohes Glück, daß ich′s vollende!&#10;Laß, o laß mich nicht ermatten!&#10;Nein, es sind nicht leere Träume:&#10;Jetzt nur Stangen, diese Bäume&#10;Geben einst noch Frucht und Schatten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-7338/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-7338/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Ruf ist erklungen&#10;Durch Berg und durch Tal:&#10;Heraus, ihr deutschen Jungen,&#10;Zum grünen Waffensaal!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erwacht sind die Geister&#10;Aus schmählichem Tod,&#10;Als uns der alte Meister&#10;Den deutschen Gruß entbot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da brausten die Flammen&#10;Von tapferem Mut;&#10;Da wogten sie zusammen,&#10;Zu einer Seele Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verbannt sind die Geister,&#10;Zerstört ist die Glut,&#10;In Bande schlug den Meister&#10;Der Herren feiger Mut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ist′s auch versunken&#10;Das flammende Wort,&#10;Es glüht ein guter Funken&#10;Noch in der Asche fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-8017/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-8017/</guid><description>&lt;p&gt;Und dräut der Winter noch so sehr&#10;Mit trotzigen Gebärden,&#10;Und streut er Eis und Schnee umher,&#10;Es muß&#10;doch&#10;Frühling werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drängen die Nebel noch so dicht&#10;Sich vor den Blick der Sonne,&#10;Sie wecket doch mit ihrem Licht&#10;Einmal die Welt zur Wonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,&#10;Mir soll darob nicht bangen,&#10;Auf leisen Sohlen über Nacht&#10;Kommt doch der Lenz gegangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wacht die Erde grünend auf,&#10;Weiß nicht, wie ihr geschehen,&#10;Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf&#10;Und möchte vor Lust vergehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-918/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-918/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der Wallfahrt durch dies dunkle Leben&#10;Leuchten uns nur selten milde Sterne;&#10;Eingehüllt in trübe Wolken schweben&#10;Sie dem Blicke unerreichbar ferne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn der Hoffnung goldnes Licht nicht wäre,&#10;Das des Kummers öde Nacht durchbricht,&#10;So ertrüge dieses Daseyns Schwere&#10;Der gepresste, bange Busen nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiche nimmer aus dem matten Herzen,&#10;Das des Trostes Balsam oft entbehrt,&#10;Und umringt von nahmenlosen Schmerzen,&#10;In vergebner Sehnsucht sich verzehrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach so vieles hat es schon verlohren -&#10;Einsam fühlt′ sich′s - traurig und allein,&#10;Und der Tanz der jugendlichen Horen&#10;Bringt ihm Regen nur statt Sonnenschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-9433/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung-9433/</guid><description>&lt;p&gt;Es reden und träumen die Menschen viel&#10;Von bessern künftigen Tagen,&#10;Nach einem glücklichen goldenen Ziel&#10;Sieht man sie rennen und jagen.&#10;Die Welt wird alt und wird wieder jung,&#10;Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,&#10;Sie umflattert den fröhlichen Knaben,&#10;Den Jüngling locket ihr Zauberschein,&#10;Sie wird mit dem Greis nicht begraben,&#10;Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,&#10;Noch am Grabe pflanzt er - die Hoffnung auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-9803/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-9803/</guid><description>&lt;p&gt;Es webt und waltet&#10;Ueber den Wassern,&#10;Ueber der Erde,&#10;Ein unergründbarer,&#10;Kaum geahnter,&#10;Ewiger Geist&#10;In Ruhe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihn lobt die Blume,&#10;Die zarte auf dem Hügel,&#10;Ihn die Quelle, die klare,&#10;Und kennt ihn nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihn lobt der Mensch,&#10;Der wunderbare&#10;Aus der Umarmung&#10;Des Ewigen und Endlichen&#10;Entquoll&amp;rsquo;ne Sohn.&#10;Lobt ihn im wallenden Licht&#10;Der Morgensonne&#10;Im bleichen Dämmern&#10;Der stillen Mondnacht;&#10;Im weichen Wehen&#10;Bebender, flüsternder Blätter,&#10;In allem Wogen, Drängen und Schwellen&#10;Der ewigen Natur,&#10;Seiner Tochter,&#10;Lobet und erkennt ihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich weiß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-8885/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-8885/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß, dass ich bald sterben muss.&#10;Es leuchten doch alle Bäume&#10;nach langersehtem Julikuss -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fahl werden meine Träume -&#10;nie dichtete ich einen trüberen Schluss&#10;in den Büchern meiner Reime.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Blume brichst du mir zum Gruß -&#10;ich liebte sie schon im Keime.&#10;Doch ich weiß, dass ich bald sterben muss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Odem schwebt über Gottes Fluss -&#10;ich setze leise meinen Fuß&#10;auf den Pfad zum ewigen Heime.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-fruehling-4941/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-fruehling-4941/</guid><description>&lt;p&gt;Der Frühling kam, der Frühling rief&#10;Vom Berg in′s Tal hinunter:&#10;&amp;ldquo;Wär′ euer Schlaf auch noch so tief,&#10;Ihr Schläfer, werdet munter!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da regten tausend Keime sich&#10;Und wurden stark und stärker,&#10;Und dehnten sich und streckten sich&#10;Und sprengten ihre Kerker.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da traten Blätter zart und weich&#10;Aus kleinen braunen Wiegen,&#10;Um schüchtern an den schlanken Zweig&#10;Sich innig anzuschmiegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sprang Schneeglöckchen pfeilgeschwind&#10;Aus seinem grünen Bette;&#10;Es glaubte schon das schöne Kind,&#10;Daß es verschlafen hätte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-garten-6884/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-garten-6884/</guid><description>&lt;p&gt;Hüte, hüte den Fuß und die Hände,&#10;Eh sie berühren das ärmste Ding!&#10;Denn du zertrittst eine häßliche Raupe&#10;Und tötest den schönsten Schmetterling.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-1925/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-1925/</guid><description>&lt;p&gt;Und wieder ist es Herbst! - entblättert stehn die Bäume;&#10;Dem dürren Laube gleich, verwehen meine Träume;&#10;Aus Norden braus´t es hohl!&#10;Es ziehn die Kraniche nach wärm´rer Meere Borden;&#10;Erschrocken fahr´ ich auf! ja, es ist Herbst geworden -&#10;So war´s auch Sommer wohl?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder ist es Herbst! - die alten Thürme trauern&#10;Befeuchtet hat der Hauch des Nebels ihre Mauern&#10;Und ihrer Dächer Blei.&#10;Der Nordwind rüttelt sie, die Wetterfahnen klirren;&#10;Um die verwitternden sieht man die Dohle schwirren&#10;Mit winterlichem Schrei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-4812/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-4812/</guid><description>&lt;p&gt;Der Wald wird falb, die Blätter fallen,&#10;Wie öd und still der Raum!&#10;Die Bächlein nur gehn durch die Buchenhallen&#10;Lind rauschend wie im Traum,&#10;Und Abendglocken schallen&#10;Fern von des Waldes Saum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wollt ihr mich so wild verlocken&#10;In dieser Einsamkeit?&#10;Wie in der Heimat klingen diese Glocken&#10;Aus stiller Kinderzeit -&#10;Ich wende mich erschrocken,&#10;Ach, was mich liebt, ist weit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So brecht hervor nur, alte Lieder,&#10;Und brecht das Herz mir ab!&#10;Noch einmal grüß ich aus der Ferne wieder,&#10;Was ich nur Liebes hab,&#10;Mich aber zieht es nieder&#10;Vor Wehmut wie ins Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-919/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-919/</guid><description>&lt;p&gt;Wie mit Flor bezogen ist der Himmel,&#10;Graue Nebel sinken feucht und schwer,&#10;Und der Raben hungriges Gewimmel&#10;Zieht auf Stoppelfeldern hin und her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blätter rauschen auf den öden Wegen,&#10;Die ich froh und glücklich einst betrat;&#10;Rauhe Lüfte hauchen mir entgegen,&#10;Und durchschaueren die Wintersaat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ringsumher ist jede Spur verschwunden&#10;Von des Sommers Lieblichkeit und Lust.&#10;Nur in tiefen, unheilbaren Wunden&#10;Regt sich noch sein Bild in meiner Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-9710/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst-9710/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,&#10;Still sitzen Kanke im Sonnenschein.&#10;Im Acker mühn sich singend die Frau&amp;rsquo;n,&#10;Die Klosterglocken läuten darein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Vögel sagen dir ferne Mär&amp;rsquo;,&#10;Die Klosterglocken läuten darein.&#10;Vom Hof tönt sanft die Geige her.&#10;Heut keltern sie den braunen Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da zeigt der Mensch sich froh und lind.&#10;Heut keltern sie den braunen Wein.&#10;Weit offen die Totenkammern sind&#10;Und schön bemalt vom Sonnenschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Park</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-park-6752/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-park-6752/</guid><description>&lt;p&gt;Rubinen perlen schmücken die fontänen,&#10;Zu boden streut sie fürstlich jeder strahl,&#10;In eines teppichs seidengrünen strähnen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verbirgt sich ihre unbegrenzte zahl.&#10;Der dichter dem die vögel angstlos nahen&#10;Träumt einsam in dem weiten schattensaal ..&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die jenen wonnetag erwachen sahen&#10;Empfinden heiss von weichem klang berauscht,&#10;Es schmachtet leib und leib sich zu umfahen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der dichter auch der töne lockung lauscht.&#10;Doch heut darf ihre weise nicht ihn rühren&#10;weil er mit seinen geistern rede tauscht:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-schnee-8828/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-schnee-8828/</guid><description>&lt;p&gt;Schneegeriesel. Flocken über Flocken.&#10;In der weichen Luft zerfliesst der Schaum,&#10;Und kein Windhauch weht die Erde trocken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber, wenn im Frost erstarrt der Flaum,&#10;Reift er schnell zu glitzernden Kristallen&#10;Und blinkt dann am Boden und am Baum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Nasser Schnee ist auf mein Haar gefallen -&#10;In den Bergen türmt er sich zu Eis&#10;Und zu donnernden Lawinenballen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von den Dächern tropft es leise, leis,&#10;Und dazwischen gleiten und verschwimmen&#10;Fern und ferner, kaum dass ich es weiss,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-sommer-7055/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-sommer-7055/</guid><description>&lt;p&gt;In Sommerbäder&#10;Reist jetzt ein jeder&#10;Und lebt famos.&#10;Der arme Dokter,&#10;Zu Hause hockt er&#10;Patientenlos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Winterszenen,&#10;Von schrecklich schönen,&#10;Träumt sein Gemüt,&#10;Wenn, Dank der Götter,&#10;Bei Hundewetter&#10;Sein Weizen blüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-4813/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-4813/</guid><description>&lt;p&gt;Es zog eine Hochzeit den Berg entlang,&#10;Ich hörte die Vögel schlagen,&#10;Da blitzten viel Reiter, das Waldhorn klang,&#10;Das war ein lustiges Jagen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eh ichs gedacht, war alles verhallt,&#10;Die Nacht bedecket die Runde,&#10;Nur von den Bergen noch rauschet der Wald&#10;Und mich schauert im Herzensgrunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-6887/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-6887/</guid><description>&lt;p&gt;Hier an der Bergeshalde&#10;Verstummet ganz der Wind;&#10;Die Zweige hängen nieder,&#10;Darunter sitzt das Kind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sitzt in Thymiane,&#10;Sie sitzt in lauter Duft;&#10;Die blauen Fliegen summen&#10;Und blitzen durch die Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es steht der Wald so schweigend,&#10;Sie schaut so klug darein;&#10;Um ihre braunen Locken&#10;Hinfließt der Sonnenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kuckuck lacht von ferne,&#10;Es geht mir durch den Sinn:&#10;Sie hat die goldnen Augen&#10;Der Waldeskönigin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-9909/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde-9909/</guid><description>&lt;p&gt;Die Luft war lau; die Lerchen sangen;&#10;Im Lenzhauch jede Knospe quoll;&#10;Da sind wir in den Wald gegangen,&#10;Da träumend, ich gedankenvoll.&#10;Wir gingen Hand in Hand und lauschten,&#10;Wie abendlich die Wipfel rauschten,&#10;Und sprachen kaum ein Wort dazu.&#10;Doch als von süßem Bann gebunden,&#10;Sich heimlich Blick und Blick gefunden,&#10;Da sprach ich keck das erste &amp;ldquo;Du&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um Buchenstamm sind wir gesessen;&#10;Ich flocht Cyanen dir ins Haar&#10;Und küsste dich und sprach vermessen:&#10;&amp;ldquo;Nun bist du mein auf immerdar!&amp;rdquo;&#10;Da bebtest du - ich trank die Kunde,&#10;Wie du so lieb mich hast, vom Munde,&#10;Vom Munde dir, mein schüchtern Kind;&#10;Ich schloss dich fest in meine Arme,&#10;Und Liebesworte, innig warme,&#10;Vertrauten wir dem Abendwind. - -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fremde-4815/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fremde-4815/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hör die Bächlein rauschen&#10;Im Walde her und hin,&#10;Im Walde in dem Rauschen&#10;Ich weiß nicht, wo ich bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nachtigallen schlagen&#10;Hier in der Einsamkeit,&#10;Als wollten sie was sagen&#10;Von der alten, schönen Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mondesschimmer fliegen,&#10;Als säh ich unter mir&#10;Das Schloß im Tale liegen,&#10;Und ist doch so weit von hier!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als müßte in dem Garten&#10;Voll Rosen weiß und rot,&#10;Meine Liebste auf mich warten,&#10;Und ist doch lange tot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fremde-8283/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fremde-8283/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Es treibt dich fort von Ort zu Ort,&#10;Du weißt nicht mal warum;&#10;Im Winde klingt ein sanftes Wort,&#10;Schaust dich verwundert um.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe, die dahinten blieb,&#10;Sie ruft dich sanft zurück:&#10;O komm zurück, ich hab dich lieb,&#10;Du bist mein einz&amp;rsquo;ges Glück!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch weiter, weiter, sonder Rast,&#10;Du darfst nicht stillestehn;&#10;Was du so sehr geliebet hast,&#10;Sollst du nicht wiedersehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist ja heut so grambefangen,&#10;Wie ich dich lange nicht geschaut!&#10;Es perlet still von deinen Wangen,&#10;Und deine Seufzer werden laut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jägerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jaegerlied-5915/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jaegerlied-5915/</guid><description>&lt;p&gt;Juli 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach grüner Farb′ mein Herz begehrt,&#10;Zur süßen Augenweide.&#10;Wann wird mir solche Lust gewährt,&#10;Zu gehn im grünen Kleide.&#10;Wie Gotteshand im grünen Mai&#10;Die Fluren kleidet schön und neu,&#10;Ließ ich mich gerne schauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So nenne kühn die Farbenpracht,&#10;Die dir das Herz entzündet.&#10;Auf grünem Grund hat Gottes Macht&#10;Der Erde Bau gegründet.&#10;Wir wollen uns für dich bemühn.&#10;Ist′s Wiesengrün? ist′s Waldesgrün?&#10;Ist′s Grün von edlen Steinen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jedem das Seine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jedem-das-seine-9104/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jedem-das-seine-9104/</guid><description>&lt;p&gt;Aninka tanzte&#10;Vor uns im Grase&#10;Die raschen Weisen.&#10;Wie schön war sie!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit den gesenkten,&#10;Bescheidnen Augen&#10;Das stille Mädchen -&#10;Mich macht&amp;rsquo; es toll!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sprang ein Knöpfchen&#10;Ihr von der Jacke,&#10;Ein goldnes Knöpfchen,&#10;Ich fing es auf -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dachte Wunder&#10;Was mir&amp;rsquo;s bedeute,&#10;Doch hämisch lächelt'&#10;Jegór dazu,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wollt er sagen:&#10;Mein ist das Jäckchen,&#10;Und was es decket,&#10;Mein ist das Mädchen,&#10;Und dein - der Knopf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Juli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juli-7409/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juli-7409/</guid><description>&lt;p&gt;Auf kühlen Bergen, an des Meeres Strande,&#10;Ist dir ein heitrer Gartensitz bereitet,&#10;Nicht allzu eng′, auch nicht zu weit verbreitet:&#10;Man liebt sich einzuschränken auf dem Lande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein junger Quell im Bett von weichem Sande&#10;Ist zierlich durch die Gänge hingeleitet,&#10;Bis er betrogen in ein Becken gleitet,&#10;Das ihm versteckt der Blumenhain am Rande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da muß er, eingezwängt in schlanker Säule,&#10;Aufsteigen aus dem runden Marmormunde,&#10;Und auf der Höhe sich in Schaum zerstäuben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karthago</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karthago-8486/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karthago-8486/</guid><description>&lt;p&gt;Der eherne Stier speit Flammen. Durchs offene Tempeldach&#10;Blitzern die Strahlen der Sonne.&#10;Männer mit offenen Armen beten.&#10;Einer verschwand in dem krachenden dampfenden ehernen Maul -&#10;Knabenmänner, die zum Tanz sich drehten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O blaue Tage, Tage der blutigen Rosen,&#10;Wo die bewaffneten Kähne die ewig bewegliche See durchschnitten.&#10;Tage des Opfers und menschenmordender Bitten.&#10;Wo die beschnittenen Priester mit sanft gleitenden Schritten&#10;In den Winkeln der Gärten mit Frauen kosen&#10;Als Weib mit dem Weibe.&#10;Und es zittern und klirren die Goldgeschmeide&#10;Am heiligen Leibe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kindheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kindheit-9285/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kindheit-9285/</guid><description>&lt;p&gt;Es wäre gut viel nachzudenken,&#10;um von so Verlornem etwas auszusagen,&#10;von jenen langen Kindheits-Nachmittagen,&#10;die so nie wiederkamen - und warum?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch mahnt es uns: vielleicht in einem Regnen,&#10;aber wir wissen nicht mehr was das soll;&#10;nie wieder war das Leben von Begegnen,&#10;von Wiedersehn und Weitergehn so voll&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie damals, da uns nichts geschah als nur,&#10;was einem Ding geschieht und einem Tiere:&#10;da lebten wir, wie Menschliches, das Ihre&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-4823/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-4823/</guid><description>&lt;p&gt;1809&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O könnt ich mich niederlegen&#10;Weit in den tiefsten Wald,&#10;Zu Häupten den guten Degen,&#10;Der noch von den Vätern alt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dürft von allem nichts spüren&#10;In dieser dummen Zeit,&#10;Was sie da unten hantieren,&#10;Von Gott verlassen, zerstreut;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von fürstlichen Taten und Werken,&#10;Von alter Ehre und Pracht,&#10;Und was die Seele mag stärken,&#10;Verträumend die lange Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn eine Zeit wird kommen,&#10;Da macht der Herr ein End,&#10;Da wird den Falschen genommen&#10;Ihr unechtes Regiment.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-7999/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-7999/</guid><description>&lt;p&gt;Alle wandern in den selbstgeworfnen Schatten.&#10;Vor den Augen tanzen schwarze Punkte.&#10;In des Weibes Anblick ist der Mann versunken,&#10;und das Weib sucht einen Gatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Alten, die Asketen und Genießer&#10;finden Galle auf dem Grund des Lebenskelches.&#10;Ihre Hände, die wie Blätter welken,&#10;streuen Asche. Alle werden Büßer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, sie suchen, suchen durch die Welt nach Seele,&#10;dem Kristall sechsfacher Säuleneinheit.&#10;Alle klagen, dass die Zweiheit&#10;sie zu eng mit ihrem Leib vermähle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-8829/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-8829/</guid><description>&lt;p&gt;Ich gleite wie ein Schatten an den Rändern,&#10;Die schroff gebuchtet in das Drüben ragen,&#10;Und seh die Hängebrücken aufgeschlagen,&#10;Endlos und schmal, mit schwankenden Geländern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es flieht der Tag, das Sonnenlicht wird blässer,&#10;In Dämmerung und Nebel sinkt die Küste.&#10;Die Flut stürzt sich hinunter vom Gerüste&#10;Und wälzt sich fort in endlose Gewässer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eine Flucht am Strand und auf den Brücken,&#10;Hinan, zurück, und wieder hin zur Ferne.&#10;Und drüber liegt der Himmel ohne Sterne,&#10;Und Sturm erhebt sich säulenstarr im Rücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-9713/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-9713/</guid><description>&lt;p&gt;Schlaf und Tod, die düstern Adler&#10;Umrauschen nachtlang dieses Haupt:&#10;Des Menschen goldnes Bildnis&#10;Verschlänge die eisige Woge&#10;Der Ewigkeit. An schaurigen Riffen&#10;Zerschellt der purpurne Leib&#10;Und es klagt die dunkle Stimme&#10;Über dem Meer.&#10;Schwester stürmischer Schwermut&#10;Sieh ein ängstlicher Kahn versinkt&#10;Unter Sternen,&#10;Dem schweigenden Antlitz der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleine Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-stadt-9790/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-stadt-9790/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stadt liegt klein&#10;Und grau in grauem Grunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In einer schwülen Abenddämmerstunde,&#10;Wenn alles schwiege, auch die Hunde -&#10;Dann könnt es sein:&#10;Ein lautes Wort aus eines Menschen Munde -&#10;Und Alles stürzte ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kosmos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kosmos-8425/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kosmos-8425/</guid><description>&lt;p&gt;Elementarlied&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So leichthin lächelnd - Gesetz darin.&#10;Und es ist eine Welt geronnen.&#10;Den Göttern ist eine Welt gelungen,&#10;Wie mir die meine.&#10;Und ihre Qual,&#10;Denn die haben sie.&#10;Qualen tragen die Schönheit.&#10;Ungeheuer.&#10;Und schaffe nicht auch ich?&#10;Dein blühendes Schicksal.&#10;Dein blauer, tauender Frieden-Himmel lächelt&#10;Schmerzlich geschlossen,&#10;Und peitscht mich wieder hinweg von mir.&#10;Und all meine Lieder trinken bitteres Wasser.&#10;Ruhlos peitschenden Mißklang.&#10;Und röten gereizt üppige Gewitterblumen&#10;Zu hohen Ahnungen auf.&#10;Ihrer Kelche verwegen schwellenden Purpur:&#10;Tief in die Brust.&#10;Brennt nicht ihr böses Feuer&#10;Das böse Feuer des schwarzen Gewebes,&#10;Und ich finde nicht Ruh&#10;In allen den wandernden Wogen&#10;Des auseinander-&#10;Geratenen Meeres.&#10;Und es wälzt mich meine lechzende Seele,&#10;Wie der heiße Leib der Höhe&#10;Rötlich ruhlos&#10;Welkt zusammen die wuchtenden Wälder&#10;Grellaufschreienden Gestades.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/krieg-1947/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/krieg-1947/</guid><description>&lt;p&gt;Sternlose Nacht, über schwarzem Feld,&#10;Menschen mit purpurnen Wunden, sterbend, zerteilt.&#10;Wie lang noch müssen liebend wir töten?&#10;Im Sommer, kindlich schön blühten die Blumen,&#10;Trug ein, schwarzer Engel ins Land&#10;Böse Seuchen. Ängste vor Hungersnöten.&#10;Und kein heiliger Franz, der die Siechen heilt.&#10;Rot brennen die Dörfer. Der, Armen Hütte,&#10;Gotische Kirche, Gebet und Gelächter zerfällt.&#10;O wie haben wir Menschen die Erde entstellt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kriegslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied-7729/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied-7729/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;rsquo;s ist Krieg! &amp;rsquo;s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,&#10;Und rede du darein!&#10;&amp;rsquo;s ist leider Krieg - und ich begehre&#10;Nicht schuld daran zu sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen&#10;Und blutig, bleich und blaß,&#10;Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,&#10;Und vor mir weinten, was?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,&#10;Verstümmelt und halb tot&#10;Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten&#10;In ihrer Todesnot?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kriegslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied-9164/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied-9164/</guid><description>&lt;p&gt;Sengen, brennen, schießen, stechen,&#10;Schädel spalten, Rippen brechen,&#10;spionieren, requirieren,&#10;patrouillieren, exerzieren,&#10;fluchen, bluten, hungern, frieren&amp;hellip;&#10;So lebt der edle Kriegerstand,&#10;die Flinte in der linken Hand,&#10;das Messer in der rechten Hand -&#10;mit Gott, mit Gott, mit Gott,&#10;mit Gott für König und Vaterland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus dem Bett von Lehm und Jauche&#10;zur Attacke auf dem Bauche!&#10;Trommelfeuer - Handgranaten -&#10;Wunden - Leichen - Heldentaten -&#10;bravo, tapfere Soldaten!&#10;So lebt der edle Kriegerstand,&#10;das Eisenkreuz am Preußenband,&#10;die Tapferkeit am Bayernband,&#10;mit Gott, mit Gott, mit Gott,&#10;mit Gott für König und Vaterland.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kritik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kritik-6894/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kritik-6894/</guid><description>&lt;p&gt;Hör mir nicht auf solch Geschwätze,&#10;Liebes Herz, daß wir Poeten&#10;Schon genug der Liebeslieder,&#10;Ja zuviel gedichtet hätten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, es sind so kläglich wenig,&#10;Denn ich zählte sie im stillen,&#10;Kaum genug, dein Nadelbüchlein&#10;Schicklich damit anzufüllen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieder, die von Liebe reimen,&#10;Kommen Tag für Tage wieder;&#10;Doch wir zwei Verliebte sprechen:&#10;Das sind keine Liebeslieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft-3133/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft-3133/</guid><description>&lt;p&gt;Septemberabend; traurig tönen die dunklen Rufe der Hirten&#10;Durch das dämmernde Dorf; Feuer sprüht in der Schmiede.&#10;Gewaltig bäumt sich ein schwarzes Pferd; die&#10;hyazinthenen Locken der Magd&#10;Haschen nach der Inbrunst seiner purpurnen Nüstern.&#10;Leise erstarrt am Saum des Waldes der Schrei der Hirschkuh&#10;Und die gelben Blumen des Herbstes&#10;Neigen sich sprachlos über das blaue Antlitz des Teichs.&#10;In roter Flamme verbrannte ein Baum; aufflattern mit&#10;dunklen Gesichtern die Fledermäuse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft-6431/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft-6431/</guid><description>&lt;p&gt;Wie zuletzt, in einem Augenblick&#10;aufgehäuft aus Hängen, Häusern, Stücken&#10;alter Himmel und zerbrochnen Brücken,&#10;und von drüben her, wie vom Geschick,&#10;von dem Sonnenuntergang getroffen,&#10;angeschuldigt, aufgerissen, offen -&#10;ginge dort die Ortschaft tragisch aus:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;fiele nicht auf einmal in das Wunde,&#10;drin zerfließend, aus der nächsten Stunde&#10;jener Tropfen kühlen Blaus,&#10;der die Nacht schon in den Abend mischt,&#10;so daß das von ferne Angefachte&#10;sachte, wie erlöst, erlischt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-3455/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-3455/</guid><description>&lt;p&gt;Ist bezwungen denn der Tod&#10;Durch des Sommers Machtgebot?&#10;Ist ihr Bild so ganz versunken,&#10;Die den Becher leer getrunken:&#10;Aller, die sich wesenlos&#10;Bargen in der Erde Schoß?&#10;Hier in Duft und Sonnenschein&#10;Fühl&amp;rsquo; ich wieder dich allein,&#10;Dich, die nie ein Weh erfuhr,&#10;Einzig Dauernde, Natur!&#10;Um den vollen Rosenstrauch&#10;Lebenglühend weht dein Hauch,&#10;Hell wie immer durch den Wald&#10;Deine Tausendstimme schallt -&#10;Deiner Stärke Ueberschwall&#10;Wirfst du in des Stromes Fall:&#10;Und aus brausend wilder Lust&#10;An gebäumter Felsenbrust&#10;Schwingst du dich zur Sehnsuchtsschau&#10;In der Lüfte reinstes Blau!&#10;Ja, du lebst .. aus dir, aus dir&#10;Trink&amp;rsquo; auch ich ein Leben mir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-6026/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-6026/</guid><description>&lt;p&gt;Immer auf dem Sprunge stehen,&#10;das nenne ich Leben.&#10;Von Sicherheit eingewiegt werden&#10;bedeutet sicheren Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-7430/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-7430/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;Was ist Leben?&#10;Ein Schatten der vorüberstreicht!&#10;Ein armer Gaukler,&#10;Der seine Stunde lang sich auf&#10;der Bühne&#10;zerquält und tobt; dann hört&#10;man ihn nicht mehr.&#10;Ein Märchen ist es,&#10;das ein Tor erzählt&#10;Voll Wortschwall,&#10;und bedeutet nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebenslauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenslauf-5179/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenslauf-5179/</guid><description>&lt;p&gt;Geboren ward Klabund,&#10;Da war er achtzehn Jahre&#10;Und hatte blonde Haare&#10;Und war gesund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als er starb, ein Trott,&#10;War er zwei Jahre älter,&#10;Ein morscher Lustbehälter,&#10;So stieg er aufs Schafott.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er brachte ein′ Zwilling um&amp;hellip;&#10;(Das Mädchen war vom Lande&#10;Und kam dadurch in Schande&#10;Und ins Delirium.)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebensregel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensregel-4483/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensregel-4483/</guid><description>&lt;p&gt;Willst du dir ein hübsch Leben zimmern,&#10;Mußt dich ums Vergangne nicht bekümmern,&#10;Das Wenigste muß dich verdrießen;&#10;Mußt stets die Gegenwart genießen,&#10;Besonders keinen Menschen hassen&#10;Und die Zukunft Gott überlassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebewohl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebewohl-3171/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebewohl-3171/</guid><description>&lt;p&gt;Lebe wohl, und seis auf immer,&#10;Seis auf immer, lebe wohl!&#10;Doch, Versöhnungslose, nimmer&#10;Dir mein Herze zürnen soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnt ich öffnen dir dies Herze,&#10;Wo dein Haupt oft angeschmiegt&#10;Jene süße Ruh gefunden,&#10;Die dich nie in Schlaf mehr wiegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könntest du durchschaun dies Herze&#10;Und sein innerstes Gefühl,&#10;Dann erst sähst du: es so grausam&#10;Fortzustoßen war zu viel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mag sein, dass die Welt dich preise&#10;Und die Tat mit Freuden seh, -&#10;Muss nicht selbst ein Lob dich kränken,&#10;Das erkauft mit fremdem Weh?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Legende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/legende-5454/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/legende-5454/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ′ne Kirche wohlbekannt,&#10;Sankt Michael vom Berg genannt;&#10;Am Ende vom Normannenlande&#10;Auf eines hohen Felsen Rande,&#10;Umschlossen überall vom Meer,&#10;Nur daß von einer Seite her,&#10;Sowie die Flut zurücke trat,&#10;Sich öffnet ein gebahnter Pfad.&#10;Es kommt die Flut zweimal im Tage&#10;Mit schnell′ und starkem Wellenschlage,&#10;Daß mancher zu derselben Frist&#10;Mit großer Not entronnen ist.&#10;Viel Waller zu der Kirche kommen,&#10;Zu ihres ew′gen Erbes Frommen.&#10;Einmal, an einem hohen Feste,&#10;Beeilten sich die frommen Gäste,&#10;Zur heil′gen Messe hinzuwallen;&#10;Doch hat die Flut sie überfallen.&#10;Sie flohen auf des Pfades Enge&#10;Mit Hast und mächtigem Gedränge.&#10;Nur einer armen Schwangern war&#10;Die Kraft geschwunden ganz und gar,&#10;Gehemmt ihr Lauf von herben Schmerzen,&#10;Die sich ihr regten unterm Herzen.&#10;Sie ward gestoßen von der Menge&#10;Und fiel zu Boden im Gedränge.&#10;So blieb sie liegen, unbeachtet,&#10;Weil jeder sich zu retten trachtet.&#10;Die andern waren all entronnen&#10;Und hatten schon den Berg gewonnen,&#10;Doch wie sie nach der Frau hinsahen,&#10;So tät sich schon die Flut ihr nahen;&#10;Wohl jede Hülfe war zu spät,&#10;Drum wandten sie sich zum Gebet.&#10;Auch jene, die, dem Tode nah,&#10;Nicht Menschenhülfe möglich sah,&#10;Sie hat zu Jesus und Marien&#10;Und zum Erzengel laut geschrieen.&#10;Die Pilger haben′s nicht vernommen,&#10;Zum Himmel ist der Ruf gekommen.&#10;Die süße Gottesmutter oben&#10;Hat sich von ihrem Thron erhoben.&#10;Die heil′ge Herrin voll Erbarmen&#10;Wirft einen Schleier hin der Armen,&#10;Die unter solcher Decke Schutz&#10;Bewahrt ist vor der Wellen Trutz;&#10;Denn mitten in der Wasser Braus&#10;Ist ihr gebaut ein trocknes Haus.&#10;Die Ebbezeit nicht ferne war,&#10;Nun stund am Strand die ganze Schar.&#10;Die Frau man längst verloren gab;&#10;Da wich die Flut vom Land hinab,&#10;Und trat aus all der Wellen Grund&#10;Die Frau, ganz freudig und gesund,&#10;Und in den Armen hielt sie lind&#10;Ein lieblich neugeboren Kind.&#10;Da täten Geistliche und Laien&#10;Des schönen Wunders hoch sich freuen,&#10;Mit Staunen auf die Frau sie wiesen,&#10;Den Herrn und seine Mutter priesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lenore</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lenore-7668/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lenore-7668/</guid><description>&lt;p&gt;Lenore fuhr um&amp;rsquo;s Morgenrot&#10;Empor aus schweren Träumen:&#10;&amp;ldquo;Bist untreu, Wilhelm, oder tot?&#10;Wie lange willst du säumen?&amp;rdquo; -&#10;Er war mit König Friedrichs Macht&#10;Gezogen in die Prager Schlacht,&#10;Und hatte nicht geschrieben:&#10;Ob er gesund geblieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der König und die Kaiserin,&#10;Des langen Haders müde,&#10;Erweichten ihren harten Sinn,&#10;Und machten endlich Friede;&#10;Und jedes Heer, mit Sing und Sang,&#10;Mit Paukenschlag und Kling und Klang,&#10;Geschmückt mit grünen Reisern,&#10;Zog heim zu seinen Häusern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzter Wille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-wille-9194/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-wille-9194/</guid><description>&lt;p&gt;So sterben,&#10;wie ich ihn einst sterben sah -,&#10;den Freund, der Blitze und Blicke&#10;göttlich in meine dunkle Jugend warf:&#10;- mutwillig und tief,&#10;in der Schlacht ein Tänzer -,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;unter Kriegern der Heiterste,&#10;unter Siegern der Schwerste,&#10;auf seinem Schicksal ein Schicksal stehend,&#10;hart, nachdenklich, vordenklich -:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;erzitternd darob,&#10;dass&#10;er siegte,&#10;jauchzend darüber, daß er&#10;sterbend&#10;siegte -:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;befehlend, indem er starb,&#10;- und er befahl, dass man&#10;vernichte&#10;&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Licht und Schatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/licht-und-schatten-6726/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/licht-und-schatten-6726/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn sich der Äther erhebt in hoher heiliger Klarheit,&#10;wenn sich ein fließendes Gold über die Erde ergießt,&#10;und vor dem strahlenden Gott die Schatten leise zerrinnen,&#10;freu&amp;rsquo;t sich der blendende Glanz und das allmächtige Licht.&#10;Aber bezaubernder, Freund, erscheint dir die liebliche Gegend -&#10;denn dich freut der Contrast und der gemäßigte Glanz -&#10;wenn die Wolke sich hebt und wechselnd auf Thäler und Dörfchen,&#10;Tannenwälder und Seen dunkle Schattirungen streut,&#10;oder der silberne Mond am Berge freundlich hervorsteigt,&#10;und der Schatten des Berg&amp;rsquo;s tief in die Thäler sich senkt.&#10;O, wie die Höhen sich dann in heiligem Schimmer verklären;&#10;wie das freundliche Licht heller den Schatten besäumt! -&#10;Und doch klagtest du jüngst, dein trauriges Schicksal beweinend,&#10;wie des Lebens Gefild&amp;rsquo; oft, ach! so dunkel dir sey;&#10;wie auf der Stellen geliebtester dämmernd ein Schatten sich lagre,&#10;oft, nach dem lieblichsten Tag, schwarz dich umgebe die Nacht.&#10;Wechsel vergnügt dein Gemüth; es freuet der Wechsel uns alle:&#10;freue dich, Glücklicher, doch, daß du nicht glücklicher bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-1783/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-1783/</guid><description>&lt;p&gt;Verweile hier, und wiederhole dir′s!&#10;Ist′s doch des ewigen Verweilens werth -&#10;O könnte man′s lebendig wiederholen!&#10;Da wardst du Mensch, als Liebe dich berührte.&#10;Als noch die Welt, ein graues Räthselknäuel,&#10;In deiner Hand lag, ekel zu entwirren,&#10;Die Zukunft, kalt und wüst und farbenlos,&#10;Ein Nebelmeer, um deine Brust sich legte:&#10;Wie war dir da! wie zog die Seele damals,&#10;Mit ihren Wünschen, ihren Kräften allen,&#10;Sich in ein selbstgenügsam Nichts zusammen!&#10;Du dachtest dir das Leben so. Da traf&#10;Der schöpferische Strahl auch deine Mitte:&#10;Du wardst gelös′t, und deine Zweige blühten,&#10;Und deine Frucht reift Ewigkeiten zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-2984/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-2984/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe? – Liebe darf ich dir nicht schenken:&#10;Ach! das strenge Schicksal will es nicht;&#10;Meiden muss ich dich – dies wird dich kränken;&#10;Aber dich vergessen werd&amp;rsquo; ich nicht; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! Die Zeit wird deine Triebe lenken,&#10;Folge guter Jüngling deiner Pflicht,&#10;Ewig werth macht mir dein Angedenken,&#10;Was für mich in deinem Herzen spricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Gefühl, geläuterter als Liebe,&#10;Gränzenlos wie deine Zärtlichkeit,&#10;Freundschaft, wie vielleicht sie beuth,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sey Ersatz für hoffnungslose Liebe,&#10;Sey der Dank für die besiegten Triebe,&#10;Und der Lohn für deine Redlichkeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-3601/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-3601/</guid><description>&lt;p&gt;Süße Liebe! Morgenrosen&#10;Athmen reiner nicht den Duft,&#10;Sanfter ihnen liebzukosen&#10;Fächelt Zephyr nicht die Luft.&#10;Voller nicht aus krausem Laube&#10;Reizt den Durst die Nektartraube,&#10;Nicht so labt der Regen dürres Feld,&#10;Als Ihr Reiz, der mich gefangen hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Treuer lenkt des Schiffers Nadel&#10;Nicht gen Norden seine Fahrt,&#10;Fester trotzet Herzensadel&#10;Nicht gefahren jeder Art.&#10;Sichrer fallen nicht und schwellen&#10;Dir o Mond die Meereswellen,&#10;Als von Schicksalstürmen ungekränkt&#10;Nur die Liebe meinen Wandel lenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-5104/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-5104/</guid><description>&lt;p&gt;Wo immer sie auftritt&#10;ist die Liebe&#10;unser Herr und Meister.&#10;Sie ist nicht&#10;ausschweifende Lust,&#10;nicht Begierde des Fleisches,&#10;kein Splitter des Verlangens,&#10;im Widerstreit mit dem Ich,&#10;auch kein Teil des Fleisches,&#10;das gegen den Geist&#10;zu Felde zieht.&#10;Denn die Liebe&#10;lehnt sich nicht auf.&#10;Sie verläßt nur&#10;die ausgetretenen Pfade&#10;vergangener Geschicke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-5430/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-5430/</guid><description>&lt;p&gt;Weht ein Ton vom Feld herüber&#10;Grüßt mich immerdar ein Freund,&#10;Spricht zu mir: was weinst du Lieber?&#10;Sieh, wie Sonne Liebe scheint:&#10;Herz am Herzen stets vereint&#10;Gehn die bösen Stunden über.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe denkt in süßen Tönen,&#10;Denn Gedanken stehn zu fern,&#10;Nur in Tönen mag sie gern&#10;Alles was sie will verschönen.&#10;Drum ist ewig uns zugegen&#10;Wenn Musik mit Klängen spricht&#10;Ihr die Sprache nicht gebricht&#10;Holde Lieb′ auf allen Wegen,&#10;Liebe kann sich nicht bewegen&#10;Leihet sie den Othem nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-5923/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-5923/</guid><description>&lt;p&gt;O Liebe, du Morgentraum,&#10;Geboren kaum,&#10;Und weise wie die Ewigkeit,&#10;Im Greisenhaar&#10;Noch mild und klar,&#10;Noch fühlend und spielend&#10;Wie Kindlein in der Weihnachtszeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Liebe, du Zauberwort,&#10;Klingst fort und fort&#10;Wie Wellenschlag der Ewigkeit.&#10;Du Melodie&#10;Und Harmonie&#10;Von Wonnen, zerronnen&#10;In Tönen fließet Raum und Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Liebe, von dir empfing&#10;Der Schmetterling&#10;Des Blütenlebens zarten Keim.&#10;Ha Wonnepreis!&#10;Im Blumenkreis&#10;Zn nippen mit Lippen&#10;Die Küsse gleich dem Honigseim.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-9239/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-9239/</guid><description>&lt;p&gt;Was die Liebe kann begehren,&#10;Liebe darf es frei gewähren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was von Liebe ward verschuldet,&#10;gern von Liebe wird&amp;rsquo;s geduldet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles Fehlen, alles Irren&#10;Liebe weiß es zu entwirren;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;trägt mit seliger Gebärde&#10;alle Not und Schuld der Erde;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;am Geliebten jeden Flecken&#10;weiß sie sorgsam zu verdecken;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ja, ihn völlig freizusprechen,&#10;lächelnd teilt sie sein Verbrechen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeserklärung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeserklaerung-5673/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeserklaerung-5673/</guid><description>&lt;p&gt;- - Ich gedachte,&#10;Wie mit der Zeit sich stets der Kreis erweitert,&#10;In dem ich sucht und fand mein reinstes Glück:&#10;Wie manches neue kleine Wesen kam,&#10;Das einen Platz erstrebte zwischen uns&#10;Und ihn erhielt und jedes obendrein&#10;Bei seinem Eintritt auch mein ganzes Herz,&#10;Das ganze Jedes - henkt die Mathematik!&#10;Denn immer noch ein ganzes bleibt mir übrig,&#10;Es zu verschenken, wenn es wieder gilt.&#10;Nicht protzen möcht ich, aber solcher Reichtum&#10;Ist unerhört in meinen hohen Jahren.&#10;Ich dank ihn euch, so seid mir denn bedankt,&#10;Ihr Großen und Ihr Kleinen, Fernen, Nahen.&#10;Durch meiner Liebe, eurer Liebe Kraft&#10;Begiebt an mir ein schönes Wunder sich:&#10;»Die Kinderlose hat die meisten Kinder.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied-5183/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied-5183/</guid><description>&lt;p&gt;Hui über drei Oktaven&#10;Glissando unsre Lust.&#10;Laß mich noch einmal schlafen&#10;An deiner Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern schleicht der Morgen sachte,&#10;Kein Hahn, kein Köter kläfft.&#10;Du brauchst doch erst um achte&#10;Ins Geschäft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß die Matratze knarren!&#10;Nach hinten schläft der Wirt.&#10;Wie deine Augen starren!&#10;Dein Atem girrt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um deine Stirn der Morgen&#10;Flicht einen bleichen Kranz.&#10;Du ruhst in ihm geborgen&#10;Als eine Heilige und Jungfrau ganz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesnacht-8972/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesnacht-8972/</guid><description>&lt;p&gt;Nun lös ich sanft die lieben Hände,&#10;Die du mir um den Hals gelegt,&#10;Daß ich in deinen Augen finde,&#10;Was dir das kleine Herz bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O sieh die Nacht, die wundervolle;&#10;In ferne Länder zog der Tag.&#10;Der Birke Zischellaub verstummte,&#10;Sie horcht dem Nachtigallenschlag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der weiße Schlehdorn uns zu Häupten,&#10;Es ist die liebste Blüte mir;&#10;Trenn ab ein Zweiglein, eh wir scheiden,&#10;Zu dein und meines Hutes Zier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeszauber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeszauber-8243/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeszauber-8243/</guid><description>&lt;p&gt;Schwül wird diese Nacht. Am Himmelsbogen&#10;Zieh&amp;rsquo;n die Wolken dichter sich zusammen,&#10;Breit beglänzt von Wetterleuchtens Flammen&#10;Und von rothen Blitzen scharf durchzogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles Leben ist in sich verschlossen,&#10;Kaum nur, daß ich mühsam Athem hole;&#10;Selbst im Beete dort die Nachtviole&#10;Hat den süßen Duft noch nicht ergossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedes Auge wär&amp;rsquo; schon zugefallen,&#10;Doch die Herzen sind voll Angst und zittern&#10;Vor den zwei sich kreuzenden Gewittern,&#10;Deren Donnergrüße bald erschallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-2350/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-2350/</guid><description>&lt;p&gt;Erdbeer′n pflücken,&#10;Ist es doch nicht weit zum Wald,&#10;Wollen junge Rosen brechen,&#10;Sie verwelken ja so bald!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Droben jene Wetterwolke,&#10;Die dich ängstigt, fürcht′ ich nicht;&#10;Nein, sie ist mir sehr willkommen,&#10;Denn die Mittagssonne sticht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All die sengend-heißen Stralen,&#10;Die uns drohen, löscht sie aus,&#10;Und wenn sie sich selbst entladet,&#10;Sind wir lange schon zu Haus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tändelnd flecht′ ich dann die Rosen&#10;In dein dunkelbraunes Haar,&#10;Und du bietest Beer′ um Beere&#10;Meinen durst′gen Lippen dar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-4333/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-4333/</guid><description>&lt;p&gt;Kann ich denn an diesem Ort′&#10;Auf des schönen Hügels Spitzen,&#10;Wo der ungestüme Nord&#10;Kaum mich lässet sitzen,&#10;Lauter nichts beständigs sehn?&#10;Muß es gehn&#10;Schneller als die Blitzen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wo bleibt das edle Laub&#10;Dieser hocherhabnen Eichen?&#10;Wird es nicht der Winde Raub,&#10;Welchen es muß weichen?&#10;Muß nicht auch der Gärten Zier&#10;Sterben schier&#10;Und von hinnen schleichen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kann die Flut nicht stille stehn?&#10;Muß sie hin und wider schweben?&#10;Ach, was wird denn wol geschehn&#10;Unserm schwachen Leben!&#10;Seht, die flügelschnelle Zeit&#10;Wil bereit&#10;Uns ein Grabmal geben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-4586/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-4586/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn früh die graue Dämm′rung flieht,&#10;Wenn sich der Abend senkt,&#10;Erwache meines Dankes Lied,&#10;Dem, der dir Frieden schenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwer lag auf mir der Kummer, - schwer,&#10;Ich weinte heiß und viel;&#10;Das Leben war mir wonneleer,&#10;Grab war mein schwarzes Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da schickte Gott mir Frieden her,&#10;Und machte leicht die Brust.&#10;Lob ihn! - wo ist ein Gott wie er?&#10;Uns helfen ist ihm Lust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-8325/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-8325/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein deutsches Mädchen!&#10;Es schlägt mein freies, stolzes Herz&#10;Voll heil&amp;rsquo;ger Glut&#10;Für&amp;rsquo;s deutsche Vaterland empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin ein deutsches Mädchen!&#10;Verachtend werf&amp;rsquo; ich Modetand&#10;Und schnöden Witz&#10;Und eit&amp;rsquo;len Glanz und Flitter hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin ein deutsches Mädchen!&#10;Mein ganzer Stolz ist&amp;rsquo;s Vaterland;&#10;Ein Eichenzweig&#10;Ein Veilchenkranz mein ganzer Schmuck.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin ein deutsches Mädchen!&#10;Ich siegte kühn den schweren Sieg,&#10;Den Sieg der Pflicht,&#10;Den nur ein deutsches Mädchen siegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9176/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9176/</guid><description>&lt;p&gt;Lass ab mit deinen Blicken -&#10;nicht können sie fortan&#10;mich fester noch umstricken,&#10;als sie es schon getan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass ab mit deinen Worten,&#10;die schmeichelnd mich betört, -&#10;mein Ohr doch allerorten&#10;nur deine Stimme hört.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass ab mit deinen Küssen, -&#10;mein Herz pocht bang und schwer:&#10;ich hab dich lieben müssen&#10;und seh kein Ende mehr &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9220/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9220/</guid><description>&lt;p&gt;Oft, wenn wir lang im Dunkel schweifen&#10;Durch eine tiefverhüllte Nacht,&#10;Dann werden uns die Purpurstreifen&#10;Aurorens plötzlich angefacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzweifle keiner an den Wegen,&#10;Die das Verhängnis mächtig geht,&#10;Sie bringen uns dem Glück entgegen,&#10;Das wunderbar am Ziele steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hat dich Mißgeschick betroffen,&#10;Und hat dich mancher Schmerz verletzt,&#10;Hör dennoch nimmer auf zu hoffen,&#10;Und die Erfüllung naht zuletzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es quälen uns so manche Plagen,&#10;Eh&amp;rsquo; uns der Götter Gunst beglückt,&#10;Wir müssen manche Dornen tragen,&#10;Eh&amp;rsquo; uns der Kranz der Freude schmückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9384/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9384/</guid><description>&lt;p&gt;Ins stille Land!&#10;Wer leitet uns hinüber?&#10;Schon wölkt sich uns der Abendhimmel trüber,&#10;Und immer trümmervoller wird der Strand.&#10;Wer leitet uns mit sanfter Hand&#10;Hinüber, ach! hinüber&#10;Ins stille Land?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins stille Land!&#10;Zu euch, ihr freien Räume&#10;Für die Veredlung! Zarte Morgenträume&#10;Der schönen Seelen! künft&amp;rsquo;gen Daseins Pfand.&#10;Wer treu des Lebens Kampf bestand,&#10;Trägt seiner Hoffnung Keime&#10;Ins stille Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Land! ach Land!&#10;Für alle Sturmbedrohten&#10;Der mildeste von unsers Schicksals Boten&#10;Winkt uns, die Fackel umgewandt,&#10;Und leitet uns mit sanfter Hand&#10;Ins Land der großen Toten,&#10;Ins stille Land.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9452/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9452/</guid><description>&lt;p&gt;Kleine Frauen, kleine Lieder,&#10;Ach man liebt, und liebt sie wieder.&#10;Wie die Blume glänzt dem Kinde,&#10;Lächeln Leichtsinn uns die Mädchen,&#10;Leichte rollt des Lebens Rädchen&#10;In der Liebe Lustgewinde.&#10;Darum singt man froh und linde,&#10;Kleine Frauen, kleine Lieder,&#10;Liebt sie, und sie lieben wieder.&#10;Und es gleiten von der Kehle&#10;Diese Spiele, diese Wörtchen,&#10;Wie ein süßes Lieblingsörtchen&#10;Lieblich schwebet vor der Seele.&#10;Ach, man fragt nicht, ob was fehle:&#10;Denn man singt die kleinen Lieder,&#10;Wie man liebt, und singt sie wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9478/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-9478/</guid><description>&lt;p&gt;O Phebus laß dein blicken&#10;eß will sich iezt nicht schicken&#10;du mußt mir trawrig seyn&#10;Schau wie auff meinen Wangen&#10;die Wasser-Perlen hangen&#10;alß Zeugen meiner Pein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Himmel nembt mit Schmerzen&#10;doch meine Noht zu Herzen!&#10;Du schönes Firmament&#10;Verender dich geschwinde&#10;Weil ich kein Labsal finde&#10;und bin so voll Elendt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun muß ich das bald meiden&#10;und kan mich nicht mehr weiden&#10;An dem daß meinen Sinn&#10;kan unverbrüchlich binden;&#10;So bald kan Lust verschwinden&#10;Sie fleugt wie Rauch dahin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liedchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liedchen-5385/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liedchen-5385/</guid><description>&lt;p&gt;Schau ich mein liebes Mädchen an,&#10;Steht mir das Wünschen fern,&#10;Kein Unfried kommt an mich heran,&#10;Und Alles thu ich gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie spricht zu mir, ich liebe dich!&#10;Was ist, was klingt so süß?&#10;Und schwiege sie, es triebe mich&#10;Wie aus dem Paradies.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann lief ich in der Welt herum&#10;Gedankenlos und krank,&#10;Als wie ein Fisch so stumm und dumm,&#10;Als wie ein Rohr so schwank&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel wäre nicht mehr blau,&#10;Ein Schreck mir Trank und Speis,&#10;Der Sommer als ein Winter rauh,&#10;Der Winter sommerheiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Logik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/logik-9322/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/logik-9322/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nacht war kalt und sternenklar,&#10;Da trieb im Meer bei Norderney&#10;Ein Suahelischnurrbarthaar. -&#10;Die nächste Schiffuhr wies auf drei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir scheint da mancherlei nicht klar,&#10;Man fragt doch wenn man Logik hat,&#10;Was sucht ein Suahelihaar&#10;Denn nachts um drei am Kattegatt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mahnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mahnung-4834/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mahnung-4834/</guid><description>&lt;p&gt;Genug gemeistert nun die Weltgeschichte!&#10;Die Sterne, die durch alle Zeiten tagen,&#10;ihr wolltet sie mit frecher Hand zerschlagen&#10;und jeder leuchten mit dem eigenen Lichte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch unaufhaltsam rucken die Gewichte,&#10;von selbst die Glocken von den Türmen schlagen&#10;der alte Zeiger, ohne euch zu fragen,&#10;weist flammend auf die Stunde der Gerichte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O stille Schauer, wunderbares Schweigen,&#10;denn heimlich flüsternd sich die Wälder neigen&#10;die Täler alle geisterbleich versanken,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mai-7411/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mai-7411/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte schweigend, Lieber, dich umfangen,&#10;Gehüllt in süße, bange Dämmerungen.&#10;Es wird so viel zu meinem Preis gesungen,&#10;Daß mir die Lust am Liede fast vergangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wärst du so heiß von seligem Verlangen,&#10;Wie eine Lilie, deren weiße Zungen&#10;Den langen Tag nach kühlem Trost gerungen,&#10;Bis daß sie müd′ und matt zur Erde hangen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm her zu mir, ich gebe dir zu trinken,&#10;So viel du magst, mein treuer deutscher Zecher,&#10;Aus meinem bodenlosen Liebesbecher!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mailied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mailied-4489/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mailied-4489/</guid><description>&lt;p&gt;Wie herrlich leuchtet&#10;Mir die Natur!&#10;Wie glänzt die Sonne!&#10;Wie lacht die Flur!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es dringen Blüten&#10;Aus jedem Zweig.&#10;Und tausend Stimmen&#10;Aus dem Gesträuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Freud′und Wonne&#10;Aus jeder Brust.&#10;O Erd`! o Sonne!&#10;O Glück! o Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Lieb`! o Liebe!&#10;So golden-schön,&#10;Wie Morgenwolken&#10;Auf jenen Höhn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du segnest herrlich&#10;Das Frische Feld,&#10;Im Blütendampfe&#10;Die volle Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mädchen, Mädchen,&#10;wie lieb`ich dich!&#10;Wie blickt dein Auge!&#10;Wie liebst du mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>März</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerz-8108/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerz-8108/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Schnee gefallen,&#10;Denn es ist noch nicht Zeit,&#10;Daß von den Blümlein allen,&#10;Daß von den Blümlein allen&#10;Wir werden hoch erfreut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sonnenblick betrüget&#10;Mit mildem, falschem Schein,&#10;Die Schwalbe selber lüget,&#10;Die Schwalbe selber lüget,&#10;Warum? Sie kommt allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollt ich mich einzeln freuen,&#10;Wenn auch der Frühling nah?&#10;Doch kommen wir zu zweien,&#10;Doch kommen wir zu zweien,&#10;Gleich ist der Sommer da.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meeresstille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meeresstille-7412/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meeresstille-7412/</guid><description>&lt;p&gt;Wirf Rosenblätter in die Flut,&#10;sie ist so spiegelglatt.&#10;Ich fische sie mit meinem Hut&#10;und küsse jedes Blatt, und, und küsse jedes Blatt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und streust du Blätter auf das Meer,&#10;so schaust du selbst hinein,&#10;dann schwimmen zwischen ihnen her&#10;vier volle Röselein: vier, vier volle Röselein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wangen und die Lippen dein,&#10;sie mein′ ich alle vier.&#10;Ach schwämmen diese Röselein&#10;doch auch heran zu mir, doch, doch auch heran zu mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-vaterland-4120/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-vaterland-4120/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Vaterland! Wie’s mich durchschauert&#10;Bei deines Namens heil’gem Klang!&#10;Mein war, um was ich tief getrauert&#10;In finstrer Zeiten Sturm und Drang.&#10;Nicht bist du frei mir zugefallen&#10;Als Menschenrecht, als göttlich Gut:&#10;Ich habe heiß um dich gerungen&#10;In schwerem Kampf mit Schweiß und Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schallt es nun aus Red’ und Schriften:&#10;”Du Fremdling, fort, was suchst du hier?”&#10;Das Leben könnt ihr mir vergiften,&#10;Rein bleibt und treu die Seele mir.&#10;”Ihr könnt mir das Gefühl nicht rauben,&#10;Das freudigstolz die Brust mir schwellt;&#10;Trotz euer: Deutschland über alles,&#10;Ja, über alles in der Welt.”&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melancholie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-5189/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-5189/</guid><description>&lt;p&gt;Schau, den Finger in der Nase&#10;Oder an der Stirn,&#10;Zeitigt manche fette Phrase&#10;Das geölte Hirn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum liebt der die Erotik?&#10;Jener die Zigarrn?&#10;Der die Aeropilotik?&#10;Der den Kaiserschmarrn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum geht′s uns meistens dreckig?&#10;Weshalb schreib ich dies Gedicht?&#10;Warum ist das Zebra fleckig&#10;Und Mariechen nicht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dennoch ahnt man irgendwie&#10;Gottes Qualverwandtschaft,&#10;Trifft man unerwartet sie&#10;Draußen in der Landschaft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melancholie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-8790/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-8790/</guid><description>&lt;p&gt;Ein nacktes Jungfräulein hängt&#10;An einem Galgen: das Blut, das von Mund und Nase&#10;Und sonst herunter geflossen, bildet im Rasen&#10;Eine rote Lache, die mählich schwarz gerinnt&#10;So wie das Blut der lehmigen Pfützen umher&#10;Mit der sterbenden Abendröte vergeht.&#10;Sie sind: die Pfützen, die Augen der Dämmerung.&#10;Doch gegen das weiße ungeküsste Knie des Weibes&#10;Fliegt ein Rabe: Wie unmelodisch&#10;Ein Rabenflügel sich gegen den Rasen zeichnet&#10;Ehe die Dämmerung ganz herein ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melancholie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-9791/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-9791/</guid><description>&lt;p&gt;Unser roter Traum zerrinnt&#10;Wie im Sommer der Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie müssen immer gehen&#10;Auf leisen weißen Zehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist kein Sturm, nur Not,&#10;Zerdrückt uns das Gebot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unser roter Traum zerrinnt.&#10;Ein grauer Nebel spinnt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns ein, bis wir blind&#10;Und gestorben sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Memento</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/memento-7958/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/memento-7958/</guid><description>&lt;p&gt;Geliebte, willst Du doppelt leben,&#10;So sei des Todes gern gedenk,&#10;Und nimm, was Dir die Götter geben,&#10;Tagtäglich hin wie ein Geschenk.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mach Dich vertraut mit dem Gedanken,&#10;Daß doch das Letzte kommen muß,&#10;Und statt in Trübsinn hin zu kranken,&#10;Wird Dir das Dasein zum Genuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du magst nicht länger mehr vergeuden&#10;Die Spanne Zeit in eitlem Haß,&#10;Du freust Dich reiner Deiner Freuden&#10;Und sorgst nicht mehr um dies und das.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschenwerth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenwerth-5832/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenwerth-5832/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht, was Du bist&#10;Durch Verstand und List,&#10;Was Dein Besitz&#10;An Weisheit und Witz,&#10;Was an Dich fällt&#10;Vom Gut der Welt,&#10;Nicht, was Du kannst,&#10;Was Du gewannst&#10;An Orden und Würden&#10;Und anderen Bürden,&#10;D′rum Dich mit Schmeicheln&#10;Die Menschen umheucheln,&#10;Sich bücken und neigen&#10;Und freundlich Dir zeigen,&#10;Nicht, wie Dein Gewand&#10;Und der Ring an der Hand,&#10;Nicht die Kleider von Sammt,&#10;Nicht Beruf, noch Amt,&#10;Nicht Geschick und Kunst,&#10;Noch Glück und Gunst,&#10;Nicht Leibesgstalt&#10;Und Macht und Gewalt,&#10;Nicht Ruhmeslicht,&#10;Selbst die Krone nicht,&#10;Die das Haupt Dir schmückt&#10;Und vielleicht auch drückt,&#10;Giebt unversehrt&#10;Dir Menschenwerth. — —&#10;Wie das Herz Dir schlägt,&#10;Was Dich bewegt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Merkur und Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/merkur-und-amor-4274/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/merkur-und-amor-4274/</guid><description>&lt;p&gt;Zu dem Merkur sprach einst der Gott der Liebe:&#10;&amp;ldquo;Du bist der Gott der Krämer und der Diebe&#10;Und der Beredsamkeit. Mein Freund,&#10;Wie hast du alles das vereint?&#10;In so verschiedenen Revieren&#10;Mit Glück und Ehre zu regieren,&#10;Dazu gehört Geschicklichkeit,&#10;Dazu gehören seltne Gaben.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ja&amp;rdquo;, sprach Merkur, &amp;ldquo;und sie haben&#10;Braucht es Erfahrung, Müh und Zeit.&#10;Erst war ich nur der Handelschaft zu dienen&#10;Vom Vater Jupiter ernannt.&#10;Die Diebe fand ich unter ihnen,&#10;Und sie vertrauten mir ihr Land.&#10;Doch einst von beiden Nationen&#10;Lernt´ich, dem Reich der Redner vorzustehn,&#10;Die Kunst, die Wahrheit fein zu schonen&#10;Und fein die Welt zu hintergehen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mittag-4841/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mittag-4841/</guid><description>&lt;p&gt;Vergeht mir der Himmel&#10;Vor Staube schier,&#10;Herr, im Getümmel&#10;Zeig Dein Panier!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie schwank ich sündlich,&#10;Läßt Du von mir;&#10;Unüberwindlich&#10;Bin ich mit Dir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen-6966/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen-6966/</guid><description>&lt;p&gt;Da das Herz im Schlaf erzittert,&#10;Lunge schwebt empor.&#10;Licht erstrahlt durch Wimpern-Gitter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufgedreht der Raum! Ein Chor&#10;Klarer Stimmen. Pyramide.&#10;Gläsern, Saite, klingt das Ohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In das Wirrsal land ich wieder.&#10;Träne netzt den Mund.&#10;Wolken schlingen sich im Liede.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schläfe Mosaik. Wie bunt&#10;Rieselt Himmel! Nebeldach&#10;Schwärmt näher, und&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein vergeßner Ätherbach&#10;Badet süß das Haupt.&#10;Du Verstoßner, Mensch! erwach:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Innige Heimat, Heimat Schlafes, trunkne Heimat Dir geraubt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgengebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengebet-4845/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengebet-4845/</guid><description>&lt;p&gt;O wunderbares, tiefes Schweigen,&#10;Wie einsam ists noch auf der Welt!&#10;Die Wälder nur sich leise neigen,&#10;Als ging′ der Herr durchs stille Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühl mich recht wie neu geschaffen,&#10;Wo ist die Sorge nun und Not?&#10;Was mich noch gestern wollt erschlaffen,&#10;Ich schäm mich des im Morgenrot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Welt mit ihrem Gram und Glücke&#10;Will ich, ein Pilger, frohbereit&#10;Betreten nur wie eine Brücke&#10;Zu Dir, Herr, übern Strom der Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-1671/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-1671/</guid><description>&lt;p&gt;Sei willkommen du lieber Tag,&#10;Vor dir die Nacht nicht bleiben mag,&#10;leucht uns in unsre Herzen fein,&#10;mit deinem himmlischen Schein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-4241/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-4241/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, wie der Hain erwacht,&#10;Wie von umglänzten Höhen,&#10;Bey leisem Windes-Wehen,&#10;In frische,&#10;Bethaute Büsche&#10;Die Morgen-Wonne lacht!&#10;Wonne, wo die Blüthen wallen;&#10;Wo die Vögel locken, Wonne!&#10;O sieh! da strahlt die Sonne&#10;Herauf in voller Pracht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier, wo die Blume bebt,&#10;Wo sich die Bäche kräuseln,&#10;Vernimm der Liebe Säufeln,&#10;Das milde&#10;Durch die Gefilde,&#10;Wie Frühlings-Athem, schwebt.&#10;Liebe führt den Sonnen-Wagen;&#10;Liebe streut die Blüthen nieder.&#10;Sie weckt den Hain, den wieder&#10;Gesang und Lust belebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-4587/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-4587/</guid><description>&lt;p&gt;Im May 1785&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Prächtig steigt die Sonne wieder&#10;Aus der Morgenröthe Zelt,&#10;Tausend, tausend Jubellieder&#10;Singt ihr die erwachte Welt,&#10;Und der Blumen süßes Düften&#10;Steigt ihr auf in reinen Lüften.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht! wie ihr die Heerden hüpfen,&#10;Hört! wie ihr die Taube girrt;&#10;Rascher scheint der Bach zu schlüpfen&#10;Der durch frische Wiesen irrt,&#10;Und die kleinen Sommer Müken&#10;Tanzen ringelnd ihr Entzüken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traurig siz ich in der Fülle&#10;Lauter Freude rings umher,&#10;Schwermuthsvoller, ernst und stille&#10;Bleibt mein Busen freudenleer.&#10;Ach! die Purpurstralen weken&#10;Mir des Todes bleiches Schreken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-9532/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-9532/</guid><description>&lt;p&gt;Gott, unter deiner Vaterhut&#10;Hab&amp;rsquo; ich die Nacht so sanft geruht,&#10;Daß ich erquickt nun in die Höh&#10;Der Morgensonn&amp;rsquo; entgegen seh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin ich blicke, redest du&#10;Mit Wohlthat mir und Güte zu;&#10;Mein erster Hauch sey Lobgesang,&#10;Mein letzter Athemzug sey Dank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du gießest Freuden, wie ein Meer,&#10;Um alle deine Kinder her;&#10;Und nur allein der Thor vergißt,&#10;Daß er ein Mensch mit Menschen ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib, daß ich diesen ganzen Tag&#10;Mich deiner Güte freuen mag;&#10;Wend&amp;rsquo; Unglück ab nach deiner Huld,&#10;Und wenn es kommt, gib mir Geduld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgens-8490/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgens-8490/</guid><description>&lt;p&gt;Ein starker Wind sprang empor.&#10;Öffnet des eisernen Himmels blutende Tore.&#10;Schlägt an die Türme.&#10;Hellklingend laut geschmeidig über die eherne Ebene der Stadt.&#10;Die Morgensonne rußig. Auf Dämmen donnern Züge.&#10;Durch Wolken pflügen goldne Engelpflüge.&#10;Starker Wind über der bleichen Stadt.&#10;Dampfer und Kräne erwachen am schmutzig fließenden Strom.&#10;Verdrossen klopfen die Glocken am verwitterten Dom.&#10;Viele Weiber siehst du und Mädchen zur Arbeit gehn.&#10;Im bleichen Licht. Wild von der Nacht. Ihre Röcke wehn.&#10;Glieder zur Liebe geschaffen.&#10;Hin zur Maschine und mürrischem Mühn.&#10;Sieh in das zärtliche Licht.&#10;In der Bäume zärtliches Grün.&#10;Horch! Die Spatzen schrein.&#10;Und draußen auf wilderen Feldern&#10;Singen Lerchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Motto</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/motto-8832/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/motto-8832/</guid><description>&lt;p&gt;Lieber kein Glück. Nur lauter sein.&#10;Nur keinen Schritt abseits vom Recht.&#10;Nur keine Schuld, lieber kein Glück.&#10;O Gott, ich stürbe, würd&amp;rsquo; ich schlecht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;hr&gt;&#10;&lt;p&gt;s.&#10;Richard Dehmel:&#10;Antwort&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-4361/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-4361/</guid><description>&lt;p&gt;Ist die Musik nur Spiel und Scherz,&#10;Nur Scherz und Spiel,&#10;Bewegt zum Guten sie nicht unser böses Herz:&#10;Dann ist Musik nicht viel!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-6442/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-6442/</guid><description>&lt;p&gt;Wüsste ich für wen ich spiele, ach!&#10;immer könnt ich rauschen wie der Bach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ahnte ich, ob tote Kinder gern&#10;tönen hören meinen innern Stern;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ob die Mädchen, die vergangen sind,&#10;lauschend wehn um mich im Abendwind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ich einem, welcher zornig war,&#10;leise streife durch das Totenhaar&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn was wär Musik, wenn sie nicht ging&#10;weit hinüber über jedes Ding.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie, gewiss, die weht, sie weiss es nicht,&#10;wo uns die Verwandlung unterbricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-7057/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-7057/</guid><description>&lt;p&gt;Musik ist die Sprache der Seele,&#10;ist höhere Offenbarung&#10;als alle Weisheit und Philosophie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mut-7416/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mut-7416/</guid><description>&lt;p&gt;Fliegt der Schnee mir ins Gesicht,&#10;Schüttl′ ich ihn herunter.&#10;Wenn mein Herz im Busen spricht,&#10;Sing′ ich hell und munter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höre nicht, was es mir sagt,&#10;Habe keine Ohren;&#10;Fühle nicht, was es mir klagt,&#10;Klagen ist für Toren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lustig in die Welt hinein&#10;Gegen Wind und Wetter!&#10;Will kein Gott auf Erden sein,&#10;Sind wir selber Götter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mutter-9689/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mutter-9689/</guid><description>&lt;p&gt;Der schönste Nam&amp;rsquo; im Erdenrund,&#10;Das schönste Wort im Menschenmund&#10;Ist: Mutter!&#10;Ja, keines ist so tief und weich,&#10;So ungelehrt, gedankenreich&#10;Als: Mutter!&#10;Und hat es wohl die große Macht,&#10;Weil es von Kinderlippen lacht:&#10;O Mutter!&#10;Weil es aus Kinderaugen winkt,&#10;Weil es in Kinderherzen singt:&#10;Die Mutter!&#10;Ja, wem auch dieses Wort erklang,&#10;Hat hohe Würde lebenslang&#10;Als Mutter!&#10;Und die&amp;rsquo;s besessen und entbehrt,&#10;Der ist das Erdenglück verwehrt&#10;Der Mutter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mutterliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mutterliebe-8627/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mutterliebe-8627/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Du noch eine Mutter hast&#10;so danke Gott und sei zufrieden&#10;nicht allen auf dem Erdenrund&#10;ist dieses hohe Glück geschieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ist dein Sein, sie ist Dein werden&#10;sie ist Dein allerhöchstes Gut&#10;sie ist Dein größter Schatz auf Erden&#10;der immer Dir nur Gutes tut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat von ersten Tage an&#10;für dich gelebt, in bangen Sorgen&#10;sie brachte abends dich zur Ruh&#10;und weckte küssend dich am Morgen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach dem Gewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-gewitter-6070/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-gewitter-6070/</guid><description>&lt;p&gt;Grell entfuhr der Blitz den umwölkten Höhen,&#10;Und der Donner Wut übertönte, lange&#10;Dumpf verhallend noch, den in schwarzen Strömen&#10;Rauschenden Regen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ist alles stumm. - Nur wenn hin und wieder&#10;Über Blum′ und Blatt ein geheimer Schauer&#10;Huscht, fällt erdenwärts, wie in Träumen leise&#10;Tropfen auf Tropfen. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unheil traf dein Herz, und am heitern Tage&#10;Trat das Unglück wild in dein junges Leben.&#10;Schlag traf schnell auf Schlag, und des Lebens Traum ist&#10;Eilig zerstoben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachruf-8743/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachruf-8743/</guid><description>&lt;p&gt;Ich werde sterben, wie die Vielen sterben;&#10;Durch dieses Leben wird die Harke gehn&#10;Und meinen Namen in die Scholle kerben.&#10;Ich werde leicht und still und ohne Erben&#10;Mit müden Augen kahle Wolken sehn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Kopf so neigen, so die Arme strecken&#10;Und tot sein, ganz vergangen sein, ein Nichts.&#10;Und Bettler klammern noch die Wanderstecken&#10;Wie Zauberruten, stehn an Straßenecken,&#10;In leerem Hut das Gold des Abendlichts,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ihre magren Finger doch nicht halten,&#10;Dafür der Händler nie Kartoffeln tauscht.&#10;Ich aber liege satt und warm im Kalten,&#10;Und Zorn und Gram und Lust und Händefalten&#10;Sind Meer, davon die große Muschel rauscht &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nacht für Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-fuer-nacht-6541/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-fuer-nacht-6541/</guid><description>&lt;p&gt;Still, es ist ein Tag verflossen.&#10;Deine Augen sind geschlossen.&#10;Deine Hände, schwer wie Blei,&#10;liegen dir so drückend ferne.&#10;Um dein Bette schweben Sterne,&#10;dicht an dir vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still, sie weiten dir die Wände:&#10;Gib uns her die schweren Hände,&#10;sieh, der dunkle Himmel weicht -&#10;Deine Augen sind geschlossen -&#10;still, du hast den Tag genossen -&#10;dir wird leicht - -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtgedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgedanken-4497/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgedanken-4497/</guid><description>&lt;p&gt;Euch bedaur′ ich, unglücksel′ge Sterne,&#10;Die ihr schön seid und so herrlich scheinet,&#10;Dem bedrängten Schiffer gerne leuchtet,&#10;Unbelohnt von Göttern und von Menschen:&#10;Denn ihr liebt nicht, kanntet nie die Liebe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unaufhaltsam führen ew′ge Stunden&#10;Eure Reihen durch den weiten Himmel.&#10;Welche Reise habt ihr schon vollendet,&#10;Seit ich, weilend in dem Arm der Liebsten,&#10;Euer und der Mitternacht vergessen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtgedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgedanken-6443/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgedanken-6443/</guid><description>&lt;p&gt;Weltenweiter Wandrer,&#10;walle fort in Ruh&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;.&#10;Also kennt kein andrer&#10;Menschenleid wie - du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn mit lichtem Leuchten&#10;du beginnst den Lauf.&#10;schlägt der Schmerz die feuchten&#10;Augen zu dir auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drinnen liegt - als riefen&#10;sie dir zu: versteh ! -&#10;tief in ihren Tiefen&#10;eine Welt von Weh&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tausend Tränen reden&#10;ewig ungestillt, - -&#10;und in einer jeden&#10;spiegelt sich dein Bild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtgedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgedanken-8291/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgedanken-8291/</guid><description>&lt;p&gt;Denk ich an Deutschland in der Nacht,&#10;Dann bin ich um den Schlaf gebracht,&#10;Ich kann nicht mehr die Augen schließen,&#10;Und meine heißen Tränen fließen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Jahre kommen und vergehn!&#10;Seit ich die Mutter nicht gesehn,&#10;Zwölf Jahre sind schon hingegangen;&#10;Es wächst mein Sehnen und Verlangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Sehnen und Verlangen wächst.&#10;Die alte Frau hat mich behext,&#10;Ich denke immer an die alte,&#10;Die alte Frau, die Gott erhalte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtigall-6304/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtigall-6304/</guid><description>&lt;p&gt;Graue Melodie&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dir singen Erde und Himmel&#10;Und sind Frühling.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtlied-4853/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtlied-4853/</guid><description>&lt;p&gt;Vergangen ist der lichte Tag,&#10;Von ferne kommt der Glocken Schlag;&#10;So reist die Zeit die ganze Nacht,&#10;Nimmt manchen mit, ders nicht gedacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ist nun hin die bunte Lust,&#10;Des Freundes Trost und treue Brust,&#10;Des Weibes süßer Augenschein?&#10;Will keiner mit mir munter sein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da′s nun so stille auf der Welt,&#10;Ziehn Wolken einsam übers Feld,&#10;Und Feld und Baum besprechen sich, -&#10;O Menschenkind! was schauert dich?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtlied-4929/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtlied-4929/</guid><description>&lt;p&gt;Dürft´ich mit dir dort oben geh´n,&#10;Du träumerischer Mond.&#10;Ich könnte wohl hinüberseh´n,&#10;Wo die Geliebte wohnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu glücklich ist die Nachtigall,&#10;Die in dem Lindenbaum&#10;Vor ihrem Haus mit süßem Schall&#10;Durchklinget ihren Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-2367/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-2367/</guid><description>&lt;p&gt;Die dunkle Nacht hüllt Berg und Tal,&#10;Ringsum die tiefste Stille;&#10;Die Sterne zittern allzumal&#10;In ihrer Wolkenhülle;&#10;Der Mond mit seinem roten Schein&#10;Blickt in den finstern Bach hinein,&#10;Der sich durch Binsen windet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schreite in die Nacht hinaus,&#10;Entgegen jenem Schimmer,&#10;Der aus dem forstverlornen Haus&#10;Sich stiehlt mit schwachem Flimmer.&#10;Jetzt lischt′s mit einmal aus, das Licht,&#10;Ich seh es, doch mich kümmert′s nicht;&#10;Je dunkler, um so besser.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-3140/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-3140/</guid><description>&lt;p&gt;Die Bläue meiner Augen ist erloschen in dieser Nacht,&#10;Das rote Gold meines Herzens. O! wie stille brannte das Licht.&#10;Dein blauer Mantel umfing den Sinkenden;&#10;Dein roter Mund besiegelte des Freundes Umnachtung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-4854/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-4854/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wandre durch die stille Nacht,&#10;Da schleicht der Mond so heimlich sacht&#10;Oft aus der dunklen Wolkenhülle,&#10;Und hin und her im Tal&#10;Erwacht die Nachtigall,&#10;Dann wieder alles grau und stille.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wunderbarer Nachtgesang:&#10;Von fern im Land der Ströme Gang,&#10;Leis Schauern in den dunklen Bäumen -&#10;Wirrst die Gedanken mir,&#10;Mein irres Singen hier&#10;Ist wie ein Rufen nur aus Träumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-5197/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-5197/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin erwacht in weißer Nacht,&#10;Der weiße Mond, der weiße Schnee,&#10;Und habe sacht an dich gedacht,&#10;Du Höllenkind, du Himmelsfee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In welchem Traum, in welchem Raum,&#10;Schwebst du wohl jetzt, du Herzliche,&#10;Und führst im Zaum am Erdensaum&#10;Die Seele, ach, die schmerzliche -?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-5607/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-5607/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kaure immer&#10;Und höre mein Blut&#10;Rauschen, den dunkeln Strom.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sucht meiner Seele&#10;Müder Fährmann&#10;Deinen Schatten auf mondener Bucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber Du kamst nicht.&#10;Er wartet lange, holte er&#10;Dich endlich über!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-6592/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-6592/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist der Tag gesunken,&#10;vom Berge steigt die Nacht,&#10;und hell mit tausend Funken&#10;die Sternlein sind erwacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun über Tal und Hügel,&#10;herab vom Sternenzelt,&#10;nun schwebt mit leisem Flügel&#10;die Freiheit durch die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie tritt an alle Hütten,&#10;sie pocht an jedes Tor,&#10;sie flüstert leise Bitten&#10;dem Schlummernden ins Ohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie weiht mit heißem Kusse&#10;den Jüngling und den Mann&#10;und haucht mit leisem Gruße&#10;auch den Gefangnen an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-8492/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-8492/</guid><description>&lt;p&gt;Ja ich träume. Eine Tasse&#10;Steht auf einem Tische rund,&#10;Ach, was ist denn diese krasse&#10;Sache, die ich sehend hasse?&#10;Tut sie nicht ein Wunder kund?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja. Ich werde mich begnügen,&#10;Dass es solch ein Ding noch gibt,&#10;Das sich nicht mit Engelsflügeln&#10;Aufwärts hebt und fort begibt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schließlich könnten Teller schweben,&#10;Stühle streckend alle vier&#10;Beine aufwärts wie Epheben -&#10;Gott, mein Gott, ich danke dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-9240/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts-9240/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist der Tag gesunken,&#10;vom Berge steigt die Nacht,&#10;und hell mit tausend Funken&#10;die Sternlein sind erwacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun über Tal und Hügel,&#10;herab vom Sternenzelt,&#10;nun schwebt mit leisem Flügel&#10;die Freiheit durch die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie tritt an alle Hütten,&#10;sie pocht an jedes Tor,&#10;sie flüstert leise Bitten&#10;dem Schlummernden ins Ohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie weiht mit heißem Kusse&#10;den Jüngling und den Mann&#10;und haucht mit leisem Gruße&#10;auch den Gefangnen an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtsegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtsegen-3931/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtsegen-3931/</guid><description>&lt;p&gt;Dämmrig wird′s auf allen Fluren,&#10;Dunkel wird′s im Buchenhain&#10;Alle Waldesvögel schlafen&#10;Unter leisem Singen ein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Tagesstimmen schweigen,&#10;Aus den Wiesen steigt der Duft,&#10;Und der braune Käfer surret&#10;Durch die laue Sommerluft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die bleichen Nachtphalänen&#10;Flattern leis ohn Unterlaß,&#10;Und des Taues Wonnetränen&#10;Sinken still ins hohe Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch die tiefgeheimsten Stimmen&#10;Die der laute Tag verschlang,&#10;Flüstern, murmeln, rauschen, singen&#10;Ihren wundersamen Sang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und viel zage Menschenherzen -&#10;Hat der Tag sie arm gemacht,&#10;Arm an Glauben, arm an Lieben,&#10;Macht sie reich die stille Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nänie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naenie-9434/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naenie-9434/</guid><description>&lt;p&gt;Auch das Schöne muß sterben! Das Menschen und Götter bezwinget,&#10;Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.&#10;Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,&#10;Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk.&#10;Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,&#10;Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.&#10;Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter,&#10;Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.&#10;Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,&#10;Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.&#10;Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,&#10;Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt.&#10;Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist&#10;herrlich,&#10;Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-6728/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-6728/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Segensstrom wallt durch die blauen Lüfte;&#10;dem Hain entrauscht die frohste Symphonie.&#10;Vom Liebeshauch des Frühlings sanft bezwungen,&#10;zu neuer Wirksamkeit emporgedrungen,&#10;eint alles sich zu süßer Harmonie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich stimme mit in deine Jubelchöre,&#10;Natur; ich störe deine Feier nicht.&#10;Durch dich bin ich auf ewig dir geboren,&#10;froh hab&amp;rsquo; ich ew&amp;rsquo;ge Liebe dir geschworen;&#10;und wehe dem, der diese Bande bricht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wär&amp;rsquo; ein Vorwurf deiner Freudenfülle,&#10;ein Sterbeton in deinen Brautgesang? -&#10;und könnt&amp;rsquo; es seh&amp;rsquo;n, mit gramerfüllten Blicken,&#10;wie, überstrahlt vom himmlischen Entzücken,&#10;der Frühling dich mit Liebesarm umschlang?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-9881/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-9881/</guid><description>&lt;p&gt;Unaufhaltsam schrumpft der Himmel, Wolken&#10;Kommen breit aus allen Horizonten,&#10;Fahle fremde Schattenkörper kalken&#10;Ihre Decke über den entsonnten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Erde, trübe abgeschnitten,&#10;Hat ein hoher Stern zu sein geendet&#10;Meine Augen, die es machtlos litten,&#10;Stehn von Zorn und Gräue abgeblendet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wetter, werdend ohne meine Hände,&#10;Wie ein Schicksal ungewollt und wehe,&#10;Treibt mich nun zur Stadt und in die Wände,&#10;Deren stete Enge ich verstehe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neapel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neapel-3901/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neapel-3901/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Golf Neapels bis zur Nordsee klaffen&#10;Die Länder auf in Haß – hie Ghibellinen,&#10;Hie Welfen, hie Verwüstung und Ruinen!&#10;Hie Flammen, Sturmlauf, Rosse, Banner, Waffen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Canossa läßt die Rache nicht erschlaffen,&#10;Vom Gotthard führt mit seinen Paladinen&#10;Der Rotbart die gewaffneten Lawinen –&#10;Wer wird der Welt Alleingewalt erraffen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht Friedrichs hohe Kraft und nicht sein zweiter&#10;Nachkomme sieht den Sieg; die Feinde taufen&#10;Mit neuer Glut stets neu erglühte Streiter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nebel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-2953/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-2953/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Vorhang aus Luft&#10;und Duft&#10;gewoben,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und wie der Wind&#10;geschwind&#10;zerstoben&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nebel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-3466/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-3466/</guid><description>&lt;p&gt;Der Nebel, der auf die Gassen&#10;Sich senkt mit schleierndem Wallen,&#10;Er will uns nicht irren lassen,&#10;Er sagt nur die Wahrheit uns allen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zeigt, wie allein wir wandern&#10;Auf schrittweis erhellten Wegen,&#10;Wie wenig wir wissen von Andern,&#10;Die huschend im Dämmer sich regen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie alle nur flüchtige Schemen,&#10;Auftauchend und wieder verschwindend,&#10;Bereit, sich vertraulich zu nehmen,&#10;Doch nimmer im Klaren sich findend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun hebt sich zu luftigem Fluge&#10;Der Schleier von unserer Sphäre -&#10;Und wieder sind wir im Truge&#10;Des Wissens und der Verkehre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nebel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-5321/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-5321/</guid><description>&lt;p&gt;Es lagert rings umher ein grauer Flor -&#10;Ich weiß es nicht: bricht noch die Sonn′ hervor?&#10;Wird dieser Nebel heut sie ganz verhüllen?&#10;Und ob er steigt, und ob er niederfällt?&#10;So frag′ ich wohl - doch schweigend ruht die Welt&#10;Und Flur und Thal mit Dunst sich füllen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es dampft der Wald, ein rauchender Altar,&#10;Einsam darüber kreist ein scheuer Aar,&#10;Er möchte gern empor zur Sonne steigen -&#10;Doch nur ein matter Punkt im Aethermeer&#10;Erscheint sie heut, sonst alles grau umher -&#10;Unheimlich bang ist dieses Schweigen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nebel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-5992/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel-5992/</guid><description>&lt;p&gt;Du, trüber Nebel, hüllest mir&#10;Das Tal mit seinem Fluß,&#10;Den Berg mit seinem Waldrevier&#10;Und jeden Sonnengruß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm fort in deine graue Nacht&#10;Die Erde weit und breit!&#10;Nimm fort, was mich so traurig macht,&#10;Auch die Vergangenheit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nein!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nein-5251/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nein-5251/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts ist schwerer&#10;und nichts erfordert mehr Charakter,&#10;als sich in offenem Gegensatz&#10;zu seiner Zeit zu befinden&#10;und laut zu sagen: Nein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-liebe-4856/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-liebe-4856/</guid><description>&lt;p&gt;Herz, mein Herz, warum so fröhlich,&#10;So voll Unruh und zerstreut,&#10;Als käm über Berge selig&#10;Schon die schöne Frühlingszeit?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil ein liebes Mädchen wieder&#10;Herzlich an dein Herz sich drückt,&#10;Schaust du fröhlich auf und nieder,&#10;Erd und Himmel dich erquickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich hab die Fenster offen,&#10;Neu zieh in die Welt hinein&#10;Altes Bangen, altes Hoffen!&#10;Frühling, Frühling soll es sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still kann ich hier nicht mehr bleiben,&#10;Durch die Brust ein Singen irrt,&#10;Doch zu licht ist′s mir zum Schreiben,&#10;Und ich bin so froh verwirrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr-3010/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr-3010/</guid><description>&lt;p&gt;Herr, o Herr, soll größer noch&#10;Deine Kette werden?&#10;Reicht sie von dem Himmel doch&#10;Längst herab zur Erden!&#10;Wieder, weil ein Jahr verging,&#10;Sprudelt man Sonette,&#10;Singt von einem neuen Ring&#10;An der alten Kette.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kette, o du klirrend Bild,&#10;Schreckwort aller Zungen,&#10;Welch ein Gott hat grausam wild&#10;Dich ums All geschlungen?&#10;Daß er seine Sterne wohl&#10;Vor dem Falle rette,&#10;Muß der Ewigkeit Symbol&#10;Bleiben eine Kette?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr-3467/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr-3467/</guid><description>&lt;p&gt;Und wieder sprang ein dunkles Tor,&#10;Und wieder flutet Morgenluft&#10;Entgegen aus dem Dämmerflor&#10;Aus unbetretnen Fluren vor:&#10;Im Frühlicht grüßt ein neues Land -&#10;Rauschend in deiner Hand&#10;Flattert hochauf das Panier!&#10;Und hinter dir und mir&#10;Schließt sich wieder eine Gruft&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stehst du, und lauschest zurück&#10;Nach dem metallenen Ton,&#10;Nach dem dumpfen Verhallen?&#10;Denkst du, wieviele Tore schon&#10;So ins Schloß uns gefallen?&#10;Wie zwischen allen&#10;Jahr um Jahr&#10;Unser Wallen&#10;Ohne Erfüllung war?&#10;Wie wir Pilger nach klarstem Gral&#10;Durch hemmende Qual,&#10;Durch täuschende Lust&#10;Weiter und immer nur weiter gemußt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nietzsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nietzsche-6967/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nietzsche-6967/</guid><description>&lt;p&gt;Entzündet von den Bergen. Über die Erde&#10;hingewölbt. Musik. Strahlender Morgen Röte.&#10;Apokalyptische Fahrt. Brausend erfüllte Einöde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Inseln schwärmende in der Brust. Akkord,&#10;baun sich auf die Wälder über der Stirn.&#10;Es leuchtet von innen her, diamantener Firn.&#10;Zeit flichst du um dich! Verzauberst den Ort!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Apostolisches Sein! Magier! Frenetischer Klang.&#10;Goldenes Blut in alpine Nächte verströmt.&#10;Du versinkst in den Sphären, tieferer Schlafgesang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feuer zerstört dein Herz. Gekreuzigt über die Welt&#10;du lachst ein letztes Mal! Dunkel stöhnt&#10;ein Schrei. - Du: rasender Tänzer im Sternenfeld!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Novemberlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberlied-4501/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberlied-4501/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Schützen, doch dem alten nicht,&#10;zu dem die Sonne flieht,&#10;der uns ihr fernes Angesicht&#10;mit Wolken überzieht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;dem Knaben sei dies Lied geweiht,&#10;der zwischen Rosen spielt,&#10;uns höret und zur rechten Zeit&#10;nach schönen Herzen zielt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch ihn hat uns des Winters Nacht,&#10;so häßlich sonst und rauh,&#10;gar manchen werten Freund gebracht&#10;und manche liebe Frau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von nun an soll sein schönes Bild&#10;am Sternenhimmel stehn,&#10;und er soll ewig hold und mild&#10;uns auf- und untergehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Olevano</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-7237/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-7237/</guid><description>&lt;p&gt;Freundliche Leute, sie locken dich an, und reizende Wälder,&#10;Welch ein entzückend Geländ′ schimmert und duftet vor dir!&#10;Feigen blicken dir zu, und Reben und selige Berge,&#10;Doch ein Sabinischer Raub, Freund, er entzückte dich mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Opfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/opfer-9004/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/opfer-9004/</guid><description>&lt;p&gt;Keine Kletterrosen umklammern&#10;Die gelben Pfeiler im Garten mehr.&#10;Nun steigst du in die Waffenkammern&#10;Tief innen und sie sind leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Fernweh war an dein Ohr gebogen&#10;Und sprach etwas hinein.&#10;Von Geisternähe angesogen,&#10;Ließ dich dein Herz allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wieder und nochmals. Du hast nicht verstanden.&#10;Oh, schönster Jahre Entscheid!&#10;Der kam abhanden, doch nicht kam abhanden&#10;Ein leis erinnerndes Leid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weltlärm will seinen Atem nicht dulden,&#10;Er schleifte es trommelnd vorbei.&#10;Du gabst es zum Opfer, damit dein Verschulden&#10;Mitgeopfert sei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ostern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern-3468/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern-3468/</guid><description>&lt;p&gt;Heute, da Osterluft weht,&#10;Darfst du den Zauberspruch wagen,&#10;Seele, daß dir auch ersteht,&#10;Was du zu Grabe getragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe zu allem, was ist -&#10;Einst in jungfeurigen Stunden,&#10;Ob du viel klüger nun bist,&#10;Hast du doch rechter empfunden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glauben an alles, was schafft&#10;Mitten im wüsten Vernichten,&#10;Und an den Sieg der Kraft&#10;Ueber das Treiben von Wichten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoffnung auf alles, was hell&#10;Einst dich gelockt in die Weiten -&#10;Kamst du ans Ziel nicht so schnell,&#10;Krönen dich kommende Zeiten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ostern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern-4187/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern-4187/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Schokolade keimt,&#10;Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen&#10;&amp;ldquo;Glockenklingen&amp;rdquo; sich auf &amp;ldquo;Lenzesschwingen&amp;rdquo;&#10;Endlich reimt,&#10;Und der Osterhase hinten auch schon preßt,&#10;Dann kommt bald das Osterfest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen&#10;Ostern naht auf Lenzesschwingen, - - -&#10;Dann mit jenen Dichterlingen&#10;Und mit deren jugendlichen Bräuten&#10;Draußen schwelgen mit berauschten Händen - - -&#10;Ach, das denk ich mir entsetzlich,&#10;Außerdem - - unter Umständen -&#10;Ungesetzlich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ostern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern-6913/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern-6913/</guid><description>&lt;p&gt;Es war daheim auf unserm Meeresdeich;&#10;Ich ließ den Blick am Horizonte gleiten,&#10;Zu mir herüber scholl verheißungsreich&#10;Mit vollem Klang das Osterglockenläuten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie brennend Silber funkelte das Meer,&#10;Die Inseln schwammen auf dem hohen Spiegel,&#10;Die Möwen schossen blendend hin und her,&#10;Eintauchend in die Flut die weißen Flügel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im tiefen Kooge bis zum Deichesrand&#10;War sammetgrün die Wiese aufgegangen;&#10;Der Frühling zog prophetisch über Land,&#10;Die Lerchen jauchzten und die Knospen sprangen. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Parteigeist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/parteigeist-5074/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/parteigeist-5074/</guid><description>&lt;p&gt;In allen Dingen herrschen jetzt Parteien,&#10;Der Zwietracht blutgefärbtes Banner weht&#10;Und sucht selbst Brüderherzen zu entzweien,&#10;Wenn einer zu der neuen Richtung steht.&#10;Der Dunkelmänner stets geschäftig Treiben,&#10;Spricht allem Licht, spricht aller Freiheit Hohn.&#10;Ihr Wahlspruch heißt: Es soll beim Alten bleiben!&#10;Dem Neurer fluchet Rom&amp;rsquo;s Religion.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Thoren ihr, die ihr den Geist verkennet,&#10;Weil ihr verblendet am Buchstaben hängt,&#10;Ihr Thoren, die ihr jeden Ketzer nennet,&#10;Deß&amp;rsquo; heller Geist nicht wie der eure denkt.&#10;Habt ihr es denn im blinden Wahn vergessen,&#10;Daß Christus hat mit Jud&amp;rsquo; und Heid&amp;rsquo; verkehrt?&#10;Sie waren ihm die Ebenbilder Dessen,&#10;Der sie erschuf - als Brüder ihm geehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Peregrina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/peregrina-8387/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/peregrina-8387/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun sind die Blumen verdorrt,&#10;Die deine Hand mir brach.&#10;Was deine Lippe sprach,&#10;Blüht still im Herzen fort! &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn aus hohem Walde&#10;Mondenschimmer quillt,&#10;Auf die lichte Halde&#10;Wagt sich vor das Wild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt in irrer Klage&#10;Wird die Sehnsucht laut,&#10;Die dem hellen Tage&#10;Nicht ihr Leid vertraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruft der Hirsch die Hinde,&#10;Ach, sie hört ihn bald,&#10;Wenn umsonst im Winde&#10;Mein Gesang verhallt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasie-5550/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasie-5550/</guid><description>&lt;p&gt;Wenns wirklich gäb ein jüngst Gericht!&#10;Wenn auf flammendem Wagen,&#10;mit erzenem Gesicht,&#10;die letzte Schlacht zu schlagen&#10;Christus zur Erde führ.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die heilige Schaar&#10;all der Jahrtausende,&#10;Blumen im weißen, moosigen Haar,&#10;für ihre Kinder: die Menschen, zu zeugen,&#10;vor ihn träte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn zu beiden Seiten des Throns&#10;wie farblose Mauern,&#10;erstarrt in Angst und Schauern&#10;die lautlosen Menschenmillionen stünden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In ihrer Mitte&#10;ein schmaler Gang,&#10;darauf die gerufene Seele bang&#10;hinwandelte vor sein Frageauge? &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phantasus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasus-8602/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasus-8602/</guid><description>&lt;p&gt;Heft 1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nacht.&#10;Der Ahorn vor meinem Fenster rauscht,&#10;von seinen Blättern funkelt der Thau ins Gras,&#10;und mein Herz&#10;schlägt.&#10;Nacht.&#10;Ein Hund .. bellt, &amp;hellip; ein Zweig &amp;hellip; knickt, - still!&#10;Still!!&#10;Du? &amp;hellip; Du?&#10;Ah, deine Hand! Wie kalt, wie kalt!&#10;Und &amp;hellip; deine Augen &amp;hellip; gebrochen!&#10;Gebrochen!!&#10;Nein! Nein! Du darfst es nicht sehn,&#10;dass die Lippen mir zucken,&#10;und auch die Thränen nicht, die ich kindisch um dich vergiesse -&#10;Du armes Weib!&#10;Also nachts,&#10;nachts nur noch wagst du dich,&#10;schüchtern,&#10;aus deinem Sarg?&#10;Um dich auf Zehen zu mir zu schleichen?&#10;Armes Weib!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prolog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prolog-5202/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prolog-5202/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sitze hier am Schreibtisch&#10;Und schreibe ein Gedichte,&#10;Indem ich in die Tinte wisch&#10;Und mein Gebet verrichte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So giebt sich spiegelnd Vers an Vers&#10;In ölgemuter Glätte.&#10;Nur selten fragt man sich: Wie wärs,&#10;Wenn es mehr Seele hätte?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Seele tut mir garnicht weh,&#10;Sie ist ganz unbeteiligt.&#10;Nackt liegt sie auf dem Kanapee&#10;Und durch sich selbst geheiligt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Abends geh ich mit ihr aus,&#10;Im Knopfloch eine Dalie.&#10;Ich selber heiße Stanislaus,&#10;Sie aber heißt Amalie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prometheus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prometheus-8435/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prometheus-8435/</guid><description>&lt;p&gt;Entgegengeschmiedet&#10;Auf schroffem Fels&#10;Den Pfeilen der Sonne,&#10;Dem Hagelgeprassel,&#10;Trotz&amp;rsquo; ich, Olympier, dir.&#10;Der wiederwachsenden Leber&#10;Zuckende Fiebern&#10;Hackt mir des Geiers Biß&#10;Aus klaffender Wunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Wimmern, glaubtest,&#10;Olympier, du,&#10;Würden die rauschenden Winde&#10;Ins hochaufhorchende&#10;Ohr dir tragen?&#10;Nicht reut mich der Mensch,&#10;Der Leben und Feuer mir dankt,&#10;Nicht fleh&amp;rsquo; ich Entfess&amp;rsquo;lung von dir;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jahrhunderte will ich&#10;Felsentrotzig durchdauern,&#10;Jahrtausende,&#10;Wenn dir die Lust nicht schwindet,&#10;Wenn der Trotzende nicht&#10;Zu glücklich dir scheint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rache-3470/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rache-3470/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem Nasenbeine meiner Anneliese&#10;Schnitzelt′ ich mir auf der gelben Totenwiese&#10;Eine Doppelspitze jetzt für die Zigarren,&#10;Die Frau Anneliesen so unleidlich waren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Niemals durft′ ich dampfen, als ich sie noch hatte,&#10;Die Gardine war ihr teurer als der Gatte:&#10;Nunmehr will ich doppelt mein Tabakbedürfen&#10;Aus den Knochenkelchen ihrer Nase schlürfen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hei, wie werden meine Witweraugen funkeln,&#10;Wenn die weißen Höhlen bräunlich sich verdunkeln!&#10;Und dann will ich flüstern: Nun, wie schmeckt dir diese&#10;Meine neuste Sorte, liebe Anneliese?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rätsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-6241/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-6241/</guid><description>&lt;p&gt;Rätsel&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Standen vier weiße Ritterchen&#10;Auf einem roten Gitterchen;&#10;Die machten alles klitzeklein&#10;Und warfen es in ein Loch hinein.&#10;Als das die andern Ritter sahn,&#10;Zogen sie neue Harnische an,&#10;Kamen aus ihren Burgen herbei,&#10;Stellten sich tapfer in die Reih&#10;Und machten hack!&#10;Und sagten knack!&#10;Und warfen alles in einen Sack!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Die ersten Zähnchen)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rechtfertigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rechtfertigung-3831/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rechtfertigung-3831/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Variant auf Ehre, vergib! Nur ob sie die Schuhe&#10;Ausgespuckt, fand ich bestimmt in dem Hephästion nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regen-9507/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regen-9507/</guid><description>&lt;p&gt;Regen tönen Tropfen triefen&#10;Triefen Pfützen Bäche Brunnen&#10;Spritzen Wasser sprengen Fluten&#10;Klatschen feuchten Wirbel fallen&#10;Wirbel Wasser Wolken Häuser&#10;Fallen Bäume fallen Brücken&#10;Wirbel Wasser Wolken Massen&#10;Baden Erde fallen Tropfen&#10;Regen&#10;Regen&#10;Tropfen&#10;Tropfen&#10;Regen&#10;Regen&#10;Tropfen tropft Tropfen auf Tropfen zu Tropfen&#10;Silber mit silbernem Klopfen zu Klopfen&#10;Spiegel des Wassers zerbrechen zu Tropfen&#10;Kreise durch Kreise zerkreisen zu Tropfen&#10;Blätter durch Kreise zerkreisen zu Tropfen&#10;Blätter erzittern erwarten die Tropfen&#10;Licht zu erglänzen durch klopfende Tropfen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reinigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reinigung-1873/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reinigung-1873/</guid><description>&lt;p&gt;Und als Du leise mich geküßt&#10;Und Dich mir angeschmiegt,&#10;War mir′s, als ob ich weinen müßt′ -&#10;Mein Lieb, Du hast gesiegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der brandigen Gedanken Heer&#10;Vertrieb Dein junger Mut,&#10;Mein ganzes Herz begierdeleer&#10;In Deinen Händen ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O hab′ mich lieb und bleib′ bei mir&#10;Und mach′ mich ganz gesund,&#10;Zeitlebens will ich′s danken Dir&#10;Aus tiefstem Herzensgrund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reiselied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reiselied-4113/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reiselied-4113/</guid><description>&lt;p&gt;Wasser stürzt, uns zu verschlingen,&#10;Rollt der Fels, uns zu erschlagen,&#10;Kommen schon auf starken Schwingen&#10;Vögel her, uns fortzutragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber unten liegt ein Land,&#10;Früchte spiegelnd ohne Ende&#10;In den alterslosen Seen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Marmorstirn und Brunnenrand&#10;Steigt aus blumigem Gelände,&#10;Und die leichten Winde wehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reiselied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reiselied-7887/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reiselied-7887/</guid><description>&lt;p&gt;So ruhig geh&amp;rsquo; ich meinen Pfad,&#10;So still ist mir zu Mut;&#10;Es dünkt mir jeder Weg gerad'&#10;Und jedes Wetter gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin mein Weg mich führen mag,&#10;Der Himmel ist mein Dach,&#10;Die Sonne kommt mit jedem Tag,&#10;Die Sterne halten Wach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und komm&amp;rsquo; ich spät und komm&amp;rsquo; ich früh&#10;Ans Ziel, das mir gestellt:&#10;Verlieren kann ich mich doch nie,&#10;O Gott, aus Deiner Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Resignation</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/resignation-5423/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/resignation-5423/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt noch Leute, die sich quälen,&#10;Aus denen sich die Frage ringt:&#10;Wie wird der Deutsche nächstens wählen?&#10;Wie wird das, was die Urne bringt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Guten! Wie sie immer hoffen!&#10;Wie macht sie doch ein jedesmal&#10;Der Ausfall neuerdings betroffen!&#10;Als wär′ er anders, wie normal!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wissen doch von Adam Riese,&#10;Daß zwei mal zwei gleich vieren zählt.&#10;Und eine Wahrheit fest wie diese&#10;Ist, daß man immer Schwarze wählt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Resignation</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/resignation-9436/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/resignation-9436/</guid><description>&lt;p&gt;Auch ich war in Arkadien geboren,&#10;auch mir hat die Natur&#10;An meiner Wiege Freude zugeschworen,&#10;auch ich war in Arkadien geboren,&#10;doch Tränen gab der kurze Lenz mir nur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder,&#10;Mir hat er abgeblüht.&#10;Der stille Gott? o weinet, meine Brüder?&#10;der stille Gott taucht meine Fackel nieder,&#10;und die Erscheinung flieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da steh ich schon auf deiner Schauerbrücke,&#10;Ehrwürdge Geistermutter? Ewigkeit!&#10;Empfange meinen Vollmachtbrief zum Glücke,&#10;ich bring ihn unerbrochen dir zurücke,&#10;mein Lauf ist aus. Ich weiß von keiner Seligkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Romanze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-1997/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-1997/</guid><description>&lt;p&gt;I hab an Hexenschuß,&#10;Weil i ′n halt habn muß,&#10;Sonst hätt i ′n ned.&#10;Wenn i die Hex nur wißt,&#10;Die allweil auf mi schißt,&#10;I brachts ins Gred.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bal i mi niedersitz,&#10;Gibts an Stich, wie a Blitz&#10;Fahr i in d′ Höh!&#10;Wenn i mi bucken will,&#10;Herrgott, is das a Gfühl,&#10;Ah, dös tut weh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;′s is rein zum Teufel holn,&#10;′s is, als wär alls verschwolln&#10;Hinten im Kreuz!&#10;D′ Hex hätt koa Mitleid ned,&#10;Wenns mi abreißn ted -&#10;Na, sagts, mi freuts!&#10;u.s.f.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Romanze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-3614/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-3614/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Dirnen, die ihr spröde thut,&#10;Schäumt euer jüngferliches Blut&#10;Gleich oft zum überkochen,&#10;Hört, wie in Schönbeck lästerlich&#10;An einem Kammerkätzchen sich&#10;Das sprödethun gerochen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Aeffchen ihrer gnädgen Fra&#10;Schminkt sie sich salva venia&#10;Mit rothen Hasenfüßchen;&#10;Belockt sich wie ein Hoffräulein&#10;Und schnürt sich dünn und lispelt fein&#10;Und nimmt mit grace ein Prieschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als einmal sie Gevatter stund,&#10;Da zog und spizte sie den Mund&#10;Mon dieu wie mannigfaltig!&#10;Schmieds Friedrich warf ihr einen Schmatz&#10;Und trank ihr zu: »Mamsell, Ihr Schatz!«&#10;Drob brummte sie gewaltig.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Romanze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-7060/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-7060/</guid><description>&lt;p&gt;Es war einmal ein Schneiderlein&#10;Mit Nadel und mit Scher,&#10;Der liebt ein Mädel hübsch und fein&#10;So sehr, ach Gott, so sehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er kam zu ihr in später Stund&#10;und red′t so hin und her,&#10;Ob er ihr etwa helfen kunnt&#10;Mit Nadel und mit Scher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da dreht das Mädel sich herum!&#10;&amp;ldquo;Oh je, o jemine!&#10;Deine Nadel ist ja schon ganz krumm,&#10;Geh geh, mein Schneider, geh!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schneider schrie: &amp;ldquo;Du falsche Dirn,&#10;Hätt′ ich Dich nie gekannt!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckblick-7419/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckblick-7419/</guid><description>&lt;p&gt;Es brennt mir unter beiden Sohlen,&#10;Tret′ ich auch schon auf Eis und Schnee,&#10;Ich möcht′ nicht wieder Atem holen,&#10;Bis ich nicht mehr die Türme seh′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab′ mich an jeden Stein gestoßen,&#10;So eilt′ ich zu der Stadt hinaus;&#10;Die Krähen warfen Bäll′ und Schloßen&#10;Auf meinen Hut von jedem Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie anders hast du mich empfangen,&#10;Du Stadt der Unbeständigkeit!&#10;An deinen blanken Fenstern sangen&#10;Die Lerch′ und Nachtigall im Streit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr-4863/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr-4863/</guid><description>&lt;p&gt;Mit meinem Saitenspiele,&#10;Das schön geklungen hat,&#10;Komm ich durch Länder viele&#10;Zurück in diese Stadt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich ziehe durch die Gassen,&#10;So finster ist die Nacht,&#10;Und alles so verlassen,&#10;Hatts anders mir gedacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Brunnen steh ich lange,&#10;Der rauscht fort, wie vorher,&#10;Kommt mancher wohl gegangen,&#10;Es kennt mich keiner mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hört ich geigen, pfeifen,&#10;Die Fenster glänzten weit,&#10;Dazwischen drehn und schleifen&#10;Viel fremde, fröhliche Leut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr-5960/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr-5960/</guid><description>&lt;p&gt;Wer steht hier draußen? - Macht auf geschwind!&#10;Schon funkelt das Feld wie geschliffen,&#10;Es ist der lustige Morgenwind,&#10;Der kommt durch den Wald gepfiffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Wandervöglein, die Wolken und ich&#10;Wir reisten um die Wette,&#10;Und jedes dacht: Nun spute dich,&#10;Wir treffen sie noch im Bette!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sind wir nun, jetzt alle heraus,&#10;Die drin noch Küsse tauschen!&#10;Wir brechen sonst mit der Tür ins Haus:&#10;Klang, Duft und Waldesrauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr-6760/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr-6760/</guid><description>&lt;p&gt;Ich fahre heim auf reichem kahne -&#10;Das ziel erwacht im abendrot -&#10;Vom maste weht die weisse fahne -&#10;Wir übereilen manches boot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die alten ufer und gebäude&#10;Die alten glocken neu mir sind -&#10;Mit der verheissung neuer freude&#10;Bereden mich die winde lind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da taucht aus grünen wogenkämmen&#10;Ein wort - ein rosenes gesicht :&#10;Du wohntest lang bei fremden stämmen -&#10;Doch unsre liebe starb dir nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schicksal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schicksal-8833/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schicksal-8833/</guid><description>&lt;p&gt;Nun pflück ich jene herbe Frucht,&#10;Die noch an den Gesträuchen dauert,&#10;Wenn sie der Herbstreif überschauert,&#10;Und die in ihrer starren Hülle&#10;Verschlossen hält die Samenfülle,&#10;Doch die der Wandrer nicht mehr sucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Blume Lebenssitz und Kern&#10;Trug sie im Sommerglanz der Heide&#10;Die Blütenkrone und Geschmeide&#10;Daran wie schimmernde Opale.&#10;Der Sommer schwand. Es platzt die Schale,&#10;Der Wind trägt ihren Samen fern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es reift zu einer fremden Saat&#10;Der Keim vom Blütenschoss gerissen,&#10;Versenkt, verscharrt im Ungewissen,&#10;Wie die Gewalten sich verkehren,&#10;Die in den Lebenstiefen gären,&#10;Zu fremdem Sinn und fremder Tat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlachtgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtgesang-5027/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtgesang-5027/</guid><description>&lt;p&gt;Auf, tapfre Brüder, auf in′s Feld!&#10;Gerecht ist unser Krieg;&#10;Uns führet Deutschlands größter Held:&#10;Uns folget Ehr′ und Sieg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Feinde zittert! unser Heer&#10;Hat Kriegeskunst und Muth,&#10;Ist schneller mit dem Mordgewehr,&#10;Und hegt der Väter Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir streiten noch den alten Streit:&#10;Ein Mann verjaget vier.&#10;Wir fragen nicht, wie stark ihr seyd;&#10;Wo steh′n sie, fragen wir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf, Brüder, schlagt den stolzen Feind,&#10;So kehrt ihr früh zurück:&#10;Wer starb, wird dann mit Recht beweint,&#10;Wer lebt, hat Ruhm, und Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlachtgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtgesang-5930/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtgesang-5930/</guid><description>&lt;p&gt;Ob Tausend uns zur Rechten,&#10;Zehntausend uns zur Linken,&#10;Ob alle Brüder sinken,&#10;Wir wollen ehrlich fechten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur Rechten nicht noch Linken,&#10;Gen Himmel ist zu schau′n,&#10;Und muthig einzuhau′n,&#10;Wo Feindeswaffen blinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott kann schon Hilfe senden,&#10;Der Engel Legionen,&#10;Die halten grüne Kronen&#10;Und Waffen in den Händen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schwor bei seinem Leben,&#10;Er steht an unsrer Seiten,&#10;Wenn wir im besten Streiten&#10;Die Häupter zu ihm heben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneeglöckchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneegloeckchen-4868/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneegloeckchen-4868/</guid><description>&lt;p&gt;′s war doch wie ein leises Singen&#10;In dem Garten heute nacht,&#10;Wie wenn laue Lüfte gingen:&#10;&amp;ldquo;Süße Glöcklein, nun erwacht,&#10;Denn die warme Zeit wir bringen,&#10;Eh′s noch jemand hat gedacht.&amp;rdquo; -&#10;′s war kein Singen, ′s war ein Küssen,&#10;Rührt′ die stillen Glöcklein sacht,&#10;Daß sie alle tönen müssen&#10;Von der künftgen bunten Pracht.&#10;Ach, sie konntens nicht erwarten,&#10;Aber weiß vom letzten Schnee&#10;War noch immer Feld und Garten,&#10;Und sie sanken um vor Weh.&#10;So schon manche Dichter streckten&#10;Sangesmüde sich hinab,&#10;Und der Frühling, den sie weckten,&#10;Rauschet über ihrem Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneeglöckchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneegloeckchen-6548/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneegloeckchen-6548/</guid><description>&lt;p&gt;Sie ist erwacht,&#10;des Winters einzige Blume.&#10;In Tod und Nacht&#10;träumte die stumme&#10;Botin des Frühlings&#10;von Licht und Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sie sich heben&#10;alle die sprießenden Spitzen,&#10;zum Himmel bange&#10;bebend sich richten!&#10;aber droben&#10;die Sonne schläft.&#10;Roh durchs Land die Stürme toben,&#10;lachen kalt der schlichten&#10;furchtsam strebenden Zarten,&#10;heulen ein Lied von Krieg und Streit:&#10;Nur die Starken, Harten&#10;preiset der Reigen&#10;der eisernen Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneeglöckchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneegloeckchen-7460/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneegloeckchen-7460/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne sah die Erde an,&#10;es ging ein milder Wind,&#10;und plötzlich stand&#10;Schneeglöckchen da,&#10;das fremde blasse Kind.&#10;Und plötzlich brach mit Pomp&#10;und Braus der alte Winter auf,&#10;die Wolken eilten pfeilgeschwind&#10;Zum dunklen Nord hinauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eisscholle lief, Schneeflocke&#10;schmolz,&#10;die Stürme heulten drein,&#10;Schneeglöckchen stand gesenkten&#10;Haupts in dem Gewühl allein.&#10;Ei komm! Du weißes&#10;Schwesterlein,&#10;wie lange willst du stehn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Winter ruft, das Reich ist aus,&#10;wir müssen nach Hause gehn!&#10;Und was nur rings auf Erden&#10;trägt die weiße Liverei,&#10;das schürze sich, das tummle&#10;sich zur Abfahrt schnell herbei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwanenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwanenlied-2077/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwanenlied-2077/</guid><description>&lt;p&gt;Im Mondschein zu singen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steigst du aus der Berge Kluft&#10;Still und hehr empor,&#10;Hüllest Thal und Hain und Luft&#10;Leis′ in Silberflor?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeigst mit sanftgebroch′nem Licht&#10;Was dem Blick entschwand,&#10;Hüllst in stilles Dämmerlicht,&#10;Was das Herz empfand?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach dein Silberflor verhüllt&#10;Den bethränten Blick,&#10;Und ein mild′res Lebensbild&#10;Strahlt aus ihm zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was mit rauh-verworr′nem Ton&#10;Mir das Herz zerriß,&#10;Hüllt die duft′ge Fernung schon&#10;Tief in Finsterniß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schweigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigen-5294/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigen-5294/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;Und rings das Schweigen &amp;hellip; tödlich schweres&#10;Schweigen,&#10;Als wär′ der stumme, blasse Lebensgeist&#10;So straff geschwellt mit lauten Schmerzensworten,&#10;Dass er daran erstickend würgt und schweigt.&#10;Er ringt in mir nach Athem, keucht danach,&#10;In einen gellen Schrei zu pressen all&#10;Das stumpfe Elend &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Schrei, der klirrend&#10;Die Seelenfasern auseinandersprengt,&#10;Dass mir die blonde, traumumwehte Psyche&#10;Verhauchend aufgeh′n darf im blauen All &amp;hellip;&#10;&amp;hellip; In kühler Kelche Duft sich wiegend,&#10;In leisem Wohlklang weich sich schmiegend,&#10;Endlich befreit &amp;hellip;!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwermut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwermut-6733/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwermut-6733/</guid><description>&lt;p&gt;Abenddämmrung liegt auf meinem Garten –&#10;Und ich blicke mit bewölktem Sinn,&#10;Meinen müden Kopf gelehnt am harten&#10;Fensterrahmen, wie auf Gräber hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Geister meiner schönen Stunden&#10;Gehen vorüber, mit gesenktem Blick.&#10;Ach! Schon sind sie fern dahingeschwunden –&#10;Ich allein blieb sehnsuchtsvoll zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mondenschimmer, deine Strahlen kränzen&#10;Meine Stirn nicht mit Beruhigung! –&#10;Alle meine Freuden, alle, glänzen&#10;Nur im Schimmer der Erinnerung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glück des Lebens! – wer dich fand, der lerne&#10;Dich entbehren: denn so schnell entweicht&#10;Nicht im Sturm die Wolke, die jetzt ferne&#10;Scheint, jetzt da ist, jetzt dem Aug entfleucht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seenot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seenot-9508/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seenot-9508/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Kraniche bellen&#10;Auf den tanzenden Wellen,&#10;Muss das Schifflein zerschellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Tausende Raketen,&#10;Die beleuchten das täten,&#10;Würden grausam zertreten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer das jemals erlebet,&#10;An den Zähnen erbebet&#10;Und ins Jenseits entschwehöbet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-1880/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-1880/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sehne mich nach einer Traumgestalt,&#10;Nach einem unberührten, keuschen Wesen,&#10;Das noch im Buch der Sünde nicht gelesen,&#10;Das Wollust nicht einmal im Geist umkrallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In ihrer Seele müßte Mitleid wohnen&#10;Mit jedem Menschen und mit jedem Tier,&#10;Am allermeisten aber doch mit mir,&#10;In dem das Elend und die Marter thronen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie vom übervollen Weinpokal&#10;Die goldnen Fluten achtlos niederschießen,&#10;Müßt′ ihre Himmelsreinheit mich umfließen&#10;Und tilgen meiner Seele Sündenqual.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-2680/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-2680/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, aus dieses Tales Gründen,&#10;Die der kalte Nebel drückt,&#10;Könnt ich doch den Ausgang finden,&#10;Ach wie fühlt ich mich beglückt!&#10;Dort erblick ich schöne Hügel,&#10;Ewig jung und ewig grün!&#10;Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel,&#10;Nach den Hügeln zög ich hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Harmonien hör ich klingen,&#10;Töne süßer Himmelsruh,&#10;Und die leichten Winde bringen&#10;Mir der Düfte Balsam zu,&#10;Goldne Früchte seh ich glühen,&#10;Winkend zwischen dunkelm Laub,&#10;Und die Blumen, die dort blühen,&#10;Werden keines Winters Raub.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-3715/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-3715/</guid><description>&lt;p&gt;Jedweder Geselle, sein Mädel am Arm,&#10;Durchwandelt die Lindenreihn;&#10;Ich aber, ich wandle, daß Gott erbarm,&#10;Ganz mutterseelenallein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz wird beengt, mein Auge wird trüb,&#10;Wenn ein andrer mit Liebchen sich freut.&#10;Denn ich habe auch ein süßes Lieb,&#10;Doch wohnt sie gar ferne und weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So manches Jahr ich getragen hab,&#10;Ich trage nicht länger die Pein,&#10;Ich schnüre mein Bündlein, und greife den Stab,&#10;Und wandr in die Welt hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4243/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4243/</guid><description>&lt;p&gt;Was hab′ ich, gutes Mädchen!&#10;Als jenes kleine Feld&#10;Um dein geliebtes Städtchen,&#10;Mir eine ganze Welt?&#10;Der andern acht′ ich wenig;&#10;Da traur′ ich, wie verbannt!&#10;Dein König ist mein König,&#10;Dein Land mein Vaterland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ersten grünen Haine&#10;Sind dort, wo Liebchen geht;&#10;Die Luft ist erst die meine,&#10;Die sich um sie gedreht.&#10;O, wann begrüß′ ich wieder&#10;Dein Städtchen, meine Welt,&#10;Und höre Lerchen-Lieder&#10;Auf deinem kleinen Feld,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4517/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4517/</guid><description>&lt;p&gt;Was zieht mir das Herz so?&#10;Was zieht mich hinaus?&#10;Und windet und schraubt mich&#10;Aus Zimmer und Haus?&#10;Wie dort sich die Wolken&#10;Um Felsen verzieh′n!&#10;Da möcht′ ich hinüber,&#10;Da möcht′ ich wohl hin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wiegt sich der Raben&#10;Geselliger Flug;&#10;Ich mische mich drunter&#10;Und folge dem Zug.&#10;Und Berg und Gemäuer&#10;Umfittichen wir;&#10;Sie weilet da drunten;&#10;Ich spähe nach ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kommt sie und wandelt;&#10;Ich eile so bald,&#10;Ein singender Vogel,&#10;Zum buschigen Wald.&#10;Sie weilet und horchet&#10;Und lächelt mit sich:&#10;&amp;ldquo;Er singet so lieblich&#10;Und singt es an mich.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4589/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4589/</guid><description>&lt;p&gt;Entfernter Freund!&#10;Um den auf immer&#10;Im stillen Zimmer&#10;Mein Auge weint;&#10;Dann, wenn die Sterne&#10;Am Himmel blinken,&#10;Und Liebe winken,&#10;Denk ich der Ferne&#10;In der du, ach!&#10;Jetzt um mich leidest,&#10;Und Freuden meidest,&#10;Mit Thränen nach.&#10;Und wenn mein Freund&#10;Im Stralenkleide,&#10;Zu meinem Leide&#10;Mitleidig scheint;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da werf ich mich,&#10;Mit stummen Sehnen&#10;Und tausend Thränen -&#10;O! sähst du mich!&#10;An jene Flüsse&#10;Zur Erde nieder,&#10;Die unsre Lieder&#10;Und unsere Küsse&#10;Beym Sternenschein&#10;So oft belauschten,&#10;und sanfter rauschten&#10;Durch diesen Hayn -&#10;Ach! keine Lieder&#10;Und keine Küsse,&#10;Ihr - Hayn - und Flüsse!&#10;Belauscht ihr wieder -&#10;Und denk an dich,&#10;An jene Zeiten,&#10;So voller Freuden&#10;Für mich und dich;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4670/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4670/</guid><description>&lt;p&gt;Als mein Auge sie fand&#10;Und mein Herz sie erkannt,&#10;O, wie glühte die Brust&#10;Von Entzücken, von Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie voll Düfte die Au&amp;rsquo;,&#10;Und der Himmel, wie blau!&#10;Und der Wald voll Gesang,&#10;Und die Lüfte voll Klang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ohne Sie, wie so kalt,&#10;Und die Welt, wie so alt,&#10;Und die Erde, wie leer,&#10;Und das Herz, ach! – so schwer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4930/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-4930/</guid><description>&lt;p&gt;Wär´ich der Regen,&#10;ich wollte mich leben&#10;der Erde ans Herz;&#10;wie sollte sie blühen&#10;und jauchzen und glühen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär´ich die Sonne,&#10;ich sög´mich vor Wonne&#10;ins dampfende Meer;&#10;wie sollt´es da rauschen&#10;und Küsse tauschen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-5075/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-5075/</guid><description>&lt;p&gt;Jede Hoffnung hat mich stets betrogen,&#10;Keinen Anspruch hab&amp;rsquo; ich auf das Glück!&#10;Schrecklich haben Menschen mich belogen,&#10;Freundschaft stieß mein sehnend Herz zurück.&#10;O was that, was hab&amp;rsquo; ich denn begangen,&#10;Schlägt mein Herz nicht rein in dieser Brust?&#10;Färbte Reue jemals diese Wangen,&#10;Bin ich mir denn einer Schuld bewußt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein, der Unschuld heilige Ägide&#10;Schützte meines Lebens Blüthenzeit,&#10;Und doch wird das Schicksal nimmer müde,&#10;Spendet immerdar mir Harm und Leid.&#10;Einst wies mir die Hoffnung Blumenpfade,&#10;Zeigte lächelnd mir Elisium.&#10;Aber ach! das lachende Gestade&#10;Wandelt sich zur öden Wildniß um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-5295/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-5295/</guid><description>&lt;p&gt;»&amp;hellip; Psyche, my soul.« &amp;hellip; Edgar Poe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast dereinst in heissen Stunden&#10;Oft weinende, wünschende Sehnsucht empfunden,&#10;Oft glühend begehrendes, drängendes Brennen,&#10;Den ewigen Urquell des Seins zu erkennen&#10;Und lichtgesättigt &amp;hellip; erkennend vergeh′n &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast oft dämm′rig verträumtes Weh′n&#10;Und leises, lindlallendes Sehnen gefühlt&#10;Nach mildem Balsam, der Wunden kühlt,&#10;Nach schlummernder, stillender Friedensnacht &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wolltest du duftende, klingende Pracht&#10;Und ewiger Schönheit berauschende Flut&#10;Und ewiger Liebe beglückende Glut &amp;hellip;&#10;Und immer hast du dich gesehnt und gequält&#10;Nach dem Einzigen, Einen, das immer dir fehlt′,&#10;Und hast dereinst in heissen Stunden&#10;Oft weinende, wünschende Sehnsucht empfunden &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-5814/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-5814/</guid><description>&lt;p&gt;Ihre Arme umschlingen den Mondenschein&#10;Und ringen nach den Sternen,&#10;Die Augen wühlen sich in die Nacht,&#10;In kalte leblose Fernen.&#10;Und es umkrallt die bettelnde Hand&#10;Den tauben Stein, den toten Sand,&#10;Zermalmt von verzweifeltem Sehnen.&#10;Ertrinkend in Sehnsucht und Tränen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-6950/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-6950/</guid><description>&lt;p&gt;Schwer, langweilig ist mir mein Zeit,&#10;Seit ich mich täte scheiden,&#10;Von dir mein Schatz und höchste Freud,&#10;Ich merk, daß ich muß leiden,&#10;Ach weh der Frist, zu lang sie ist,&#10;Wird mir zu lang in Schmerzen,&#10;Daß ich oft klag,&#10;Es scheint kein Tag,&#10;Des wird gedacht im Herzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-7355/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-7355/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne grüßt Tubingas Höhn,&#10;Der Berge Morgennebel fallen,&#10;Und leichte Frühlingslüfte wehn,&#10;Im Tal die Herdenglocken schallen,&#10;Des Neckars sanfte Welle quillt&#10;An der Gestade Rebenhügel,&#10;Es taucht die alte Burg ihr Bild&#10;In seinen silberreinen Spiegel.&#10;Wie wär der Morgen doch so schön,&#10;Könnt ich mit dir mich da ergehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und reger wogt′s am Ufer hin,&#10;Wenn Mittag zu den Schatten ladet,&#10;Wenn sich durch frisches Blättergrün&#10;Die Sonne in dem Strome badet;&#10;Der Hirte zieht den Linden zu,&#10;Der Winzer steigt vom Berge nieder,&#10;Und in des kühlen Strandes Ruh&#10;Erwachen ihre Kräfte wieder;&#10;Am Neckarstrand ruht ich so gerne,&#10;Wär nicht Louise in der Ferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-8978/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-8978/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ging den Weg entlang, der einsam lag,&#10;Den stets allein ich gehe jeden Tag.&#10;Die Heide schweigt, das Feld ist menschenleer;&#10;Der Wind nur weht im Knickbusch um mich her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weit liegt vor mir die Straße ausgedehnt;&#10;Es hat mein Herz nur dich, nur dich ersehnt.&#10;Und kämest Du, ein Wunder wär&amp;rsquo;s für mich,&#10;Ich neigte mich vor dir: ich liebe dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und im Begegnen, nur ein einzger Blick,&#10;Des ganzen Lebens wär er mein Geschick.&#10;Und richtest du dein Auge kalt auf mich,&#10;Ich trotze Mädchen dir: ich liebe dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer-1900/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer-1900/</guid><description>&lt;p&gt;Ich komm im Sommerwald daher&#10;Und lausche seinem Weben –&#10;Kein menschlich Schreiten trägt mich mehr,&#10;Ein Wallen ist’s und Schweben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich blicke nieder zur Blume ins Kraut,&#10;Blick auf zur Sonn in die Höhe –&#10;Wie aus dem Kleinen das Große sich baut:&#10;Geheiligt ist, was ich sehe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Klar wird’s in mir und seherhell –&#10;Wie meine Sinne lauschen,&#10;Klingt in mich ein, was leis der Quell,&#10;Was Gräser und Bäume rauschen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer-3149/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer-3149/</guid><description>&lt;p&gt;Am Abend schweigt die Klage&#10;Des Kuckucks im Wald.&#10;Tiefer neigt sich das Korn,&#10;Der rote Mohn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwarzes Gewitter droht&#10;Über dem Hügel.&#10;Das alte Lied der Grille&#10;Erstirbt im Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimmer regt sich das Laub&#10;Der Kastanie.&#10;Auf der Wendeltreppe&#10;Rauscht dein Kleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stille leuchtet die Kerze&#10;Im dunklen Zimmer;&#10;Eine silberne Hand&#10;Löschte sie aus;&#10;Windstille, sternlose Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer-3980/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer-3980/</guid><description>&lt;p&gt;Ueberall der Sonne Glut —&#10;Wald und Wiese trocken,&#10;Lebensquell und Wellenflut&#10;Will im Laufe stocken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur im Friedhof, lachend grün,&#10;Lebensvolle Sprossen -&#10;Gottesacker muß ja blühn&#10;Thränenübergossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer-5297/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer-5297/</guid><description>&lt;p&gt;Nun flammt in gold′nen Fluten&#10;Der trunk′ne Sommer durch die Luft,&#10;Der Erde heisse, liebeswilde Gluten&#10;Entbrennen hell in rothem Rosenduft &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun weint in Nächten, lauen, fahlen,&#10;Sehnsücht′ger Mond in bangem Zittergrase,&#10;Nun ist die Zeit der tiefen, grossen Qualen,&#10;Der hohen, schmerzlich wonnigen Ekstase &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ist die Zeit - wann kommst du wieder?&#10;Wo sonst ein Sang mir durch die Seele schauert,&#10;Wo man aus Blumenkelchen Lieder&#10;Und Klänge schöpft, und gerne bebt und trauert &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommerabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerabend-3512/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerabend-3512/</guid><description>&lt;p&gt;Geh′ schlafen, Tochter, schlafen!&#10;Schon fällt der Tau aufs Gras,&#10;Und wen die Tropfen trafen,&#10;Weint bald die Augen naß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß weinen, Mutter, weinen!&#10;Das Mondlicht leuchtet hell,&#10;Und wem die Strahlen scheinen,&#10;Dem trocknen Tränen schnell!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geh schlafen, Tochter, schlafen!&#10;Schon ruft der Kauz im Wald,&#10;Und wen die Töne trafen,&#10;Muß mit ihm klagen bald!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß klagen, Mutter, klagen!&#10;Die Nachtigall singt hell,&#10;Und wem die Lieder schlagen,&#10;Dem schwindet Trauer schnell!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommerabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerabend-6550/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerabend-6550/</guid><description>&lt;p&gt;Klar ruhn die Lüfte auf der weiten Flur;&#10;fern dampft der See, das hohe Röhricht flimmert,&#10;im Schilf verglüht die letzte Sonnenspur,&#10;ein blasses Wölkchen rötet sich und schimmert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Wiesengrunde kommt ein Glockenton,&#10;der Hirte sammelt seine satte Herde;&#10;im stillen Walde steht die Dämmrung schon,&#10;ein Duft von Tau entweicht der warmen Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im jungen Roggen rührt sich nicht ein Halm,&#10;die Glocke schweigt wie aus der Welt geschieden;&#10;nur noch die Grillen geigen ihren Psalm.&#10;So sei doch froh, mein Herz, in all dem Frieden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommermittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommermittag-6918/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommermittag-6918/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist es still um Hof und Scheuer,&#10;Und in der Mühle ruht der Stein;&#10;Der Birnenbaum mit blanken Blättern&#10;Steht regungslos im Sonnenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bienen summen so verschlafen;&#10;Und in der offnen Bodenluk′,&#10;Benebelt von dem Duft des Heues,&#10;Im grauen Röcklein nickt der Puk.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Müller schnarcht und das Gesinde,&#10;Und nur die Tochter wacht im Haus;&#10;Die lachet still und zieht sich heimlich&#10;Fürsichtig die Pantoffeln aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-1281/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-1281/</guid><description>&lt;p&gt;Es saß ein Kind ganz still zu meinen Füßen,&#10;Und spielte froh mit freundlichen Gedanken,&#10;Es blickt mich an, bis ihm die Blicke sanken,&#10;Und goldne ferne Lande sich erschließen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von allen Seiten dringt ein süßes Grüßen,&#10;Das alte Leben muß nun abwärts wanken,&#10;Daß neue frohe Zweige grün umranken&#10;Und rund umher ihm zarte Blumen sprießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Kind erwacht, und fraget mich mit Bangen,&#10;Ob andern wohl ein solcher Traum gelinge,&#10;Ob ich′s allein mit Zauberei umfangen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-2048/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-2048/</guid><description>&lt;p&gt;In Waffen steht die Welt&#10;Um Länder und um Geld,&#10;Aus Friedensliebe zwar,&#10;So heißt es immerdar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur eines ruhig bleibt&#10;Und ew′ge Blüten treibt,&#10;Im Reich der Poesie,&#10;Da streitet man sich nie. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In reinem Element&#10;Man keine Feindschaft kennt,&#10;Die Mensch vom Menschen trennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob nahe oder weit&#10;Man leidet mit, mit Leid -&#10;Für jetzt und alle Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-3761/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-3761/</guid><description>&lt;p&gt;So recht geeignet ist für spitz verzwickte&#10;Verschnörkelte Ideen die verzwackte&#10;Sonettenform, und für modern befrackte&#10;Gedanken eine wunderbar geschickte&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wer von Weisheit nur ein Körnlein pickte&#10;Und von Ideen nur ein Ideelein packte,&#10;Der zwängt es gerne in die höchst vertrackte&#10;Sonettenhaut, die viel und oft geflickte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Freude dann, wenn das Glück ihm glückte&#10;Und schwitzend er sein Nichts zusammen stückte,&#10;Darob er manche Stunde mühsam hockte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-929/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-929/</guid><description>&lt;p&gt;Als mir, von goldner Freiheit noch umfangen,&#10;Des Daseyns Fülle blühend sich erschloss,&#10;Da war′s ein dunkles, heiliges Verlangen,&#10;Das über mich der Sehnsucht Flammen goss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da blickt ich froh und kühn in die Gefilde&#10;Der Zukunft hin, von Morgenroth beglänzt;&#10;Das Leben schien in ungetrübter Milde&#10;Von der Natur mir tausendfach umkränzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch - von allen Blüthen, die es schmücken,&#10;Von allen Freuden, die das Herz beglücken,&#10;Verdient nur eine, dass man sie beweine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnenuntergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenuntergang-8298/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenuntergang-8298/</guid><description>&lt;p&gt;Die glühend rote Sonne steigt&#10;Hinab ins weitaufschauernde,&#10;Silbergraue Weltenmeer;&#10;Luftgebilde, rosig angehaucht,&#10;Wallen ihr nach; und gegenüber,&#10;Aus herbstlich dämmernden Wolkenschleiern,&#10;Ein traurig todblasses Antlitz,&#10;Bricht hervor der Mond,&#10;Und hinter ihm, Lichtfünkchen,&#10;Nebelweit, schimmern die Sterne.&#10;Einst am Himmel glänzten,&#10;Ehlich vereint,&#10;Luna, die Göttin, und Sol, der Gott,&#10;Und es wimmelten um sie her die Sterne,&#10;Die kleinen, unschuldigen Kinder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch böse Zungen zischelten Zwiespalt,&#10;Und es trennte sich feindlich&#10;Das hohe, leuchtende Ehpaar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spätherbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetherbst-6823/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetherbst-6823/</guid><description>&lt;p&gt;Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,&#10;Reseden und Astern im Verblühn,&#10;Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,&#10;Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht -&#10;Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!&#10;Banne die Sorge, genieße, was frommt,&#10;Eh Stille, Schnee und Winter kommt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spaziergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaziergang-5212/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaziergang-5212/</guid><description>&lt;p&gt;Über uns will es sich in den Zweigen regen,&#10;Und ein hübscher Vogel macht sich plusternd breit.&#10;Wird er jetzt wohl Eier legen&#10;Oder was ist seine Tätigkeit?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Plötzlich hat′s auf der erhobenen Stirne&#10;Irgendwie und irgendwo geklext,&#10;Und von einem Stoff, der - hm - in keines Menschen Hirne,&#10;Sondern (vorher) auf den Feldern wächst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War das eines Geistes mahnend ernste Stimme?&#10;Oder war′s ein leises Scherzo nur?&#10;Zwiegeteilt in bodenlosem Grimme,&#10;Flieht man die ungastliche Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spleen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spleen-8219/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spleen-8219/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Bündel Mond erreichte mein Gesicht&#10;Um 3 Uhr nachts, ein Quantum Butterlicht,&#10;Und mahnte (3 Uhr 2): &amp;ldquo;Ein Spuk-Gedicht,&#10;Nervös-geziert, ist Literatenpflicht!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kammer dehnte sich verbrecher-hell.&#10;Der Mond, ein Dotterball, schien kriminell.&#10;Da stieg die Dame Angst(-Berlin) reell&#10;Auf ihr imaginäres Karussell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Schneiderkleid umpresste mit Radau&#10;Die Dame Angst: die Gift- und Gnadenfrau.&#10;Doch das Zitronen-Ei (um 3 Uhr 5 genau)&#10;Versank in Bar-Fauteuils aus Dämmerblau. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachhüstelnd, matt dosiert: &amp;ldquo;Macabre-Bar!&#10;Ihr lila Blicke! Schweflig Tulpenhaar!&#10;Aus Puderkrusten Tollkirsch-Kommentar!&#10;Ein Gruß: du noctambules Serninar!&amp;rdquo;&#10;&amp;hellip; So. 3 Uhr 10. Wie süß verwirrt ich war!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spruch-4875/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spruch-4875/</guid><description>&lt;p&gt;Drüben von dem sel′gen Lande&#10;kommt ein seltsam Grüßen her,&#10;warum zagst du noch am Strande?&#10;Graut dir, weil im falschen Meer&#10;draußen auf verlornem Schiffe&#10;mancher frische Segler sinkt&#10;und von halbversunknem Riffe&#10;Meerfey nachts verwirrend singt?&#10;Wagst du′s nicht draufhin zu stranden,&#10;wirst du nimmer drüben landen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spruch-6037/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spruch-6037/</guid><description>&lt;p&gt;Es wird auf unserer viellieben Erden,&#10;So lange sie wandert, nicht anders werden:&#10;Die Reichen treiben mit Himmel und Gott&#10;Fröhlich ihren lachenden Spott;&#10;Schmausen und zechen Fasanen und Wein –&#10;Lassen das Philosophiren hübsch sein.&#10;Sie besitzen die Weisheit der Welt –&#10;Die Weisheit hat Klang und nennt sich Geld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sprüche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sprueche-4876/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sprueche-4876/</guid><description>&lt;p&gt;Von allen guten Schwingen&#10;Zu brechen durch die Zeit,&#10;Die mächtigste im Ringen,&#10;Das ist ein rechtes Leid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleichwie auf dunklem Grunde&#10;Der Friedensbogen blüht,&#10;So durch die böse Stunde&#10;Versöhnend geht das Lied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sprüche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sprueche-8020/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sprueche-8020/</guid><description>&lt;p&gt;(1)&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollt&amp;rsquo; ein schönes Glück mich kränken,&#10;Weil es allzu rasch entfloh?&#10;Kurz Begegnen, lang Gedenken&#10;Macht die Seele reich und froh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du des Daseins Kranz zu erwerben,&#10;Wenn du dich selbst zu vollenden begehrst,&#10;Leb&amp;rsquo;, als müsstest du morgen sterben,&#10;Streb&amp;rsquo;, als ob du unsterblich wärst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Tu du redlich nur das deine,&#10;Tu&amp;rsquo;s in Schweigen und Vertraun,&#10;Rüste Balken, haue Steine!&#10;Gott der Herr wird baun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stadt-8493/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stadt-8493/</guid><description>&lt;p&gt;Wie schön ist diese stolze Stadt der Gierde!&#10;Ihr Elend und geschmähter Überfluss&#10;Und schwerer Straßen sehr verzerrte Zierde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schamloser Tag entdeckt dir die Konturen.&#10;Die Häuser stehn befleckt mit Staub und Ruß,&#10;Es flirrt um Eilende und Wagenhaufen&#10;Furchtsame Weiber, Männer, blasse Huren &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich starre lange in die schnelle Pracht&#10;Ein Dumpfes ahnend drunten im Gedränge -&#10;Ich weiß, wie sie des blöden Tages Strenge&#10;Gewaltig preisen: dass er herrschen macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stammbuchvers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchvers-7064/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchvers-7064/</guid><description>&lt;p&gt;Wo du bist und wo ich sei,&#10;ferneweg und nahebei -&#10;überall und auch indessen&#10;werd′ ich deiner nicht vergessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein gedenk′ ich, still erfreut,&#10;selbsten in der Einsamkeit -&#10;ja, im dicksten Publikum&#10;schwebt mein Geist um dich herum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Styx</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/styx-8907/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/styx-8907/</guid><description>&lt;p&gt;O, ich wollte, dass ich wunschlos schließ.&#10;wüsst ich einen Strom, wie mein Leben so tief,&#10;flösse mit seinen Wassern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Summa Summarum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/summa-summarum-7065/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/summa-summarum-7065/</guid><description>&lt;p&gt;Sag, wie wär es, alter Schragen,&#10;Wenn du mal die Brille putztest,&#10;Um ein wenig nachzuschlagen,&#10;Wie du deine Zeit benutztest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft wohl hätten dich so gerne&#10;Weiche Arme weich gebettet;&#10;Doch du standest kühl von ferne,&#10;Unbewegt, wie angekettet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft wohl kam′s, daß du die schöne&#10;Zeit vergrimmtest und vergrolltest,&#10;Nur weil diese oder jene&#10;Nicht gewollt, so wie du wolltest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Demnach hast du dich vergebens&#10;Meistenteils herumgetrieben;&#10;Denn die Summe unsres Lebens&#10;Sind die Stunden, wo wir lieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tanz-9884/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tanz-9884/</guid><description>&lt;p&gt;Sie wirbelt weich&#10;Die Hände schwingend vor&amp;hellip;&#10;Sie rollt auf Zehen starr zurück:&#10;Steht gipfelnd von Musik umflossen,&#10;Silbern sichtbar in die Luft gegossen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schmilzt hinab&#10;Und hebt zu kreisen an&#10;Um ihrer Seele stillsten Punkt,&#10;Wie Schnee, um sein Gebirge fließend,&#10;In immer weichere Hand sich gießend,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Wasser weiß&amp;hellip;&#10;Dick schwellen aus der Wand&#10;Der Lampen blutige Fäden an&#10;Und sinken plötzlich&amp;hellip;: Sie steht funkelnd&#10;Da, steil gezackt, geprägt im Dunkeln!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Täuschung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/taeuschung-7422/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/taeuschung-7422/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Licht tanzt freundlich vor mir her,&#10;Ich folg′ ihm nach die Kreuz und Quer;&#10;Ich folg′ ihm gern und seh′s ihm an,&#10;Daß es verlockt den Wandersmann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! wer wie ich so elend ist,&#10;Gibt gern sich hin der bunten List,&#10;Die hinter Eis und Nacht und Graus&#10;Ihm weist ein helles, warmes Haus.&#10;Und eine liebe Seele drin. -&#10;Nur Täuschung ist für mich Gewinn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-5301/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-5301/</guid><description>&lt;p&gt;Und es gibt Thränen, die nicht fliessen können,&#10;Und es gibt Wunden, die den Geist verbrennen,&#10;Viel unsagbare, unsichtbare Qualen,&#10;Die nur im Dunkel &amp;hellip; blutend, dumpfroth &amp;hellip; strahlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ward mir dies Empfinden zugetheilt,&#10;Das dem Erlebnis ahnend voraus eilt,&#10;Dass sich im reinsten, goldigsten Geniessen&#10;Die Augen plötzlich &amp;hellip; angstvoll sehend &amp;hellip; schliessen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum das Leid, um das der andre trauert,&#10;Wie Geisterathem mir das Herz durchschauert,&#10;So dass ich spukhaft - fremdes Weh erlebe&#10;Und doch ein eig′nes, liebes &amp;hellip; nie durchbebe &amp;hellip;?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-5940/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-5940/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem Urquell rannen Tropfen,&#10;Seelen, die gleich hellen Thränen,&#10;Farben spiegeln und sich sehnen&#10;Nach den Schwesterthränen,&#10;Nach dem Thränenmeer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus dem Urquell rannen Thränen,&#10;Die, zu Steinen schnell erkaltet,&#10;Ewig Thränenfarbe tragen,&#10;Die sich ewig sehnen&#10;Nach der Schmelzung Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat sie nicht ein Ziel gefunden&#10;Für die ewig rege Sehnsucht&#10;Meine Seele? Schwesterthräne,&#10;Holde Schwesterseele,&#10;Wurden wir nicht eins?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh die zarten Perlenschnüre&#10;Sich um deinen Busen schlingen,&#10;Wie sie glänzen, wie sie glühen,&#10;Wie sie Leben finden&#10;Dort, wo ich sie fand?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Totentanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/totentanz-8125/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/totentanz-8125/</guid><description>&lt;p&gt;Der Türmer, der schaut zu Mitten der Nacht&#10;Hinab auf die Gräber in Lage;&#10;Der Mond, der hat alles ins Helle gebracht;&#10;Der Kirchhof, er liegt wie am Tage.&#10;Da regt sich ein Grab und ein anderes dann:&#10;Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann,&#10;In weißen und schleppenden Hemden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das reckt nun, es will sich ergetzen sogleich,&#10;Die Knöchel zur Runde, zum Kranze,&#10;So arm und so jung, und so alt und so reich;&#10;Doch hindern die Schleppen am Tanze.&#10;Und weil hier die Scham nun nicht weiter gebeut,&#10;Sie schütteln sich alle, da liegen zerstreut&#10;Die Hemdlein über den Hügeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trauer-6969/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trauer-6969/</guid><description>&lt;p&gt;Die Straße seufzt. Schattende Winde hocken&#10;nieder auf Plätzen. Bronzene Plätze weinen&#10;über den Abend hin, der aus blauer Ferne gleitet&#10;Wolke schmilzt in der Frauen sterbenden Locken.&#10;Leise wankt das verhangene Haus. Aus dem reinen&#10;Äther sinkt ein zerfallender Mond herab. Und breiter&#10;dampft der Atem der Stadt. Es tropft&#10;Nacht, ein fremdes Meer, das an die Fenster klopft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind begraben. Schwarz und mit Erde gefüllt&#10;starrt unser Mund. Das haar, Traube&#10;bitteren Trankes voll, ist verwelkt und tot.&#10;Schon nahet die letzte Stunde, die uns in Kälte hüllt.&#10;Wir hören den Klang der Gestirne nicht mehr. Blinde wir, Taube.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-8321/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-8321/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin so vielfach in den Nächten.&#10;Ich steige aus den dunklen Schächten.&#10;Wie bunt entfaltet sich mein Anderssein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So selbstverloren in dem Grunde,&#10;Nachtwache ich, bin Traumesrunde&#10;Und Wunder aus dem Heiligenschrein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und öffnen sich mir alle Pforten,&#10;Bin ich nicht da, bin ich nicht dorten?&#10;Bin ich entstiegen einem Märchenbuch?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht geht ein Gedicht in ferne Weiten.&#10;Vielleicht verwehen meine Vielfachheiten,&#10;Ein einsam flatternd, blasses Fahnentuch&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-9560/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-9560/</guid><description>&lt;p&gt;Noch trag&amp;rsquo; ich&amp;rsquo;s ja&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch einmal - weiß ich - reißt&amp;rsquo;s mich fort,&#10;Eh&amp;rsquo; meiner Jugend letzte Blüte fiel,&#10;Aus dumpfer Städte eklem Hüttenqualm&#10;Hinauf zu jenem lichten Zauberland,&#10;Das früh der Sehnsucht Finger mir gewiesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein plumper Nachen schwimmt auf schwarzer Flut,&#10;Gleichförmig klatscht der Ruder schwerer Takt.&#10;Jetzt schürft der Sand, hart fliegt der Kahn an&amp;rsquo;s Ufer,&#10;Die Kette knarrt, schon faßt mein Fuß den Boden,&#10;Ein Händedruck,&#10;Der Alte stößt sich ab,&#10;Im Meergesang verplätschert fern der Kahn&#10;Ich bin allein -&#10;Allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-9652/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-9652/</guid><description>&lt;p&gt;Durch die Büsche winden Sterne&#10;Augen tauchen blaken sinken&#10;Flüstern plätschert&#10;Blüten gehren&#10;Düfte spritzen&#10;Schauer stürzen&#10;Winde schnellen prellen schwellen&#10;Tücher reißen&#10;Fallen schrickt in tiefe Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-9886/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-9886/</guid><description>&lt;p&gt;Lange lebt ich in den Straßen, und mit allen nackend,&#10;Ich genoss, mein Geist war steif vor Aufenthalt -&#10;Bis mir heut entstieg: Ich sei so nicht gerne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und aus Häusern, sich vergebens zahllos zackend,&#10;Wie ein Strom eilt ich in den Wald,&#10;Mich begleiteten die runden Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit dem Atmen aus der Nacht mich entschlackend,&#10;Meinen Kopf schneeig weit und kalt,&#10;So entschwand ich mir in die Ferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Träume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traeume-9853/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traeume-9853/</guid><description>&lt;p&gt;Sag, welch wunderbare Träume&#10;Halten meinen Sinn umfangen,&#10;Dass sie nicht wie leere Schäume&#10;Sind in ödes Nichts vergangen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träume, die in jeder Stunde,&#10;Jedem Tage schöner blühn,&#10;Und mit ihrer Himmelskunde&#10;Selig durchs Gemüte ziehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träume, die wie hehre Strahlen&#10;In die Seele sich versenken,&#10;Dort ein ewig Bild zu malen:&#10;Allvergessen, Eingedenken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träume, wie wenn Frühlingssonne&#10;Aus dem Schnee die Blüten küsst,&#10;Dass zu nie geahnter Wonne&#10;Sie der neue Tag begrüßt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Träumer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traeumer-6028/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traeumer-6028/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;denn nur Träumer finden ihren Weg durchs Mondlicht&#10;und erleben die Morgendämmerung, bevor die Welt erwacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trennung-4882/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trennung-4882/</guid><description>&lt;p&gt;Denkst du noch jenes Abends, still vor Sehnen,&#10;Wo wir zum letztenmal im Park beisammen?&#10;Kühl standen rings des Abendrotes Flammen,&#10;Ich scherzte wild - du lächeltest durch Tränen.&#10;So spielt der Wahnsinn lieblich mit den Schmerzen&#10;An jäher Schlüfte Rand, die nach ihm trachten;&#10;Er mag der lauernden Gefahr nicht achten;&#10;Er hat den Tod ja schon im öden Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob du die Mutter auch belogst, betrübtest,&#10;Was andre Leute drüber deuten, sagen -&#10;Sonst scheu - heut mochtst du nichts nach allem fragen,&#10;Mir einzig zeigen, nur, wie du mich liebtest.&#10;Und aus dem Hause heimlich so entwichen,&#10;Gabst du ins Feld mir schweigend das Geleite,&#10;Vor uns das Tal, das hoffnungsreiche, weite,&#10;Und hinter uns kam grau die Nacht geschlichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trennung-7470/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trennung-7470/</guid><description>&lt;p&gt;Maienlüste wehen durch die Haine,&#10;Blüthen brechen aus dem Keim hervor;&#10;In der Sonne mütterlichem Scheine&#10;Richtet sich die Pflanzenwelt empor.&#10;Vögel singen in den grünen Zweigen,&#10;Käfer schweben freudig hin und her -&#10;Doch aus mir will nicht der Winter weichen,&#10;Und das Herz ist mir erstarrt und schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst begrüßt&amp;rsquo; ich gern das rege Leben,&#10;Das im Lenz sich jugendlich erneut,&#10;Und mit ahnungsvollem, süßem Beben,&#10;Füllte mich des Jahres Erstlingszeit.&#10;Aber jetzt verdunklen bittre Thränen&#10;Mir die frische, lächelnde Natur,&#10;Und des Busens ungestilltes Sehnen,&#10;Zeigt mir Bilder dumpfer Schwermuth nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Treue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/treue-5523/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/treue-5523/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr müsst dies Herz nicht schelten,&#10;Das sich so schwer ergibt,&#10;Könnt schneller es gesunden,&#10;Dann hätt es nie geliebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es gliche dann sein Fühlen&#10;Ja nur dem Morgentau,&#10;Den eine Sonnenstunde&#10;Hinwegküsst von der Au.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wär es wie die Welle,&#10;So leicht und schnell erregt,&#10;Und wie der Sommerfaden,&#10;Den jeder Hauch bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ach! es gleicht dem Felsen,&#10;Der sich nicht beugen lässt;&#10;Wie er am Schoß der Erde,&#10;Hält es sein Fühlen fest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-3348/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-3348/</guid><description>&lt;p&gt;Voll, voll, voll,&#10;Freunde, macht euch voll!&#10;Wein, Wein, Wein,&#10;Freunde, schenkt ihn ein!&#10;Küßt, küßt, küßt,&#10;Die euch wieder küßt!&#10;Voll von Wein,&#10;Voll von Liebe,&#10;Voll von Wein und Liebe,&#10;Freunde, voll zu sein,&#10;Küßt und schenket ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-3623/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-3623/</guid><description>&lt;p&gt;Trinkt Brüder der Reben&#10;Entflammten Saft!&#10;Er würzet das Leben&#10;Und schenkt uns Kraft.&#10;Die Waßertrinker die keuchen,&#10;Sehn wie Gespenster und Leichen&#10;Und werden mit mürrischem Gram bestraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schleicht heute nicht blasser&#10;Der Mond dahin?&#10;Er trank zu viel Waßer,&#10;Das bleichet ihn.&#10;Hätt er Burgunder zu trinken,&#10;Er würd Euch treflicher blinken,&#10;Er würde wie unsere Wangen glühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was quaken die Frösche&#10;In jenem Sumpf?&#10;Wird nicht ihr Gewäsche&#10;Vom Waßer dumpf?&#10;Laßt sie im Rebensaft schwimmen!&#10;Ich schwörs, in unsere Stimmen&#10;Tönt gellend dem Bachus auch ihr Triumph.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-7499/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-7499/</guid><description>&lt;p&gt;Bringt mir Blut der edlen Reben,&#10;Bringt mir Wein!&#10;Wie ein Frühlingsvogel schweben&#10;In den Lüften soll mein Leben&#10;In dem Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bringt mir Efeu, bringt mir Rosen&#10;Zu dem Wein!&#10;Mag Fortuna sich erbosen,&#10;Selbst will ich mein Glück mir losen&#10;In dem Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bringt mir Mägdlein, hold und mundlich&#10;Zu dem Wein!&#10;Rollt die Stunde glatt und rundlich,&#10;Greif&amp;rsquo; ich mir die Lust sekundlich&#10;In dem Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bringt mir auch - das darf nicht fehlen&#10;Bei dem Wein -&#10;Echte treue, deutsche Seelen&#10;Und Gesang aus hellen Kehlen&#10;Zu dem Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-4329/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-4329/</guid><description>&lt;p&gt;Bald denki, ‘s isch e bösi Zit,&#10;und weger ‘s End isch nümme wit;&#10;bald denki wieder: loß es goh,&#10;wenn’s gnug isch, wird’s schon anderst cho.&#10;Doch wenni näumen ane gang&#10;und ‘s tönt mer Lied und Vogelsang,&#10;so meini fast, i hör e Stimm:&#10;»Bis z’fride! ‘s isch jo nit so schlimm.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-4885/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-4885/</guid><description>&lt;p&gt;Es haben viel Dichter gesungen&#10;Im schönen deutschen Land,&#10;Nun sind ihre Lieder verklungen,&#10;Die Sänger ruhen im Sand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber so lange noch kreisen&#10;Die Stern um die Erde rund,&#10;Tun Herzen in neuen Weisen&#10;Die alte Schönheit kund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Walde da liegt verfallen&#10;Der alten Helden Haus,&#10;Doch aus den Toren und Hallen&#10;Bricht jährlich der Frühling aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wo immer müde Fechter&#10;Sinken im mutigen Strauß,&#10;Es kommen frische Geschlechter&#10;Und fechten es ehrlich aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-5436/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-5436/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Ankerstricke brechen,&#10;Denen du zu sehr vertraust,&#10;Oft dein Glück so sicher schaust,&#10;Zornig nun die Wogen sprechen, –&#10;O so laß das Schiff den Wogen,&#10;Mast und Segel untergehn,&#10;Laß die Winde zornig wehn,&#10;Bleibe dir nur selbst gewogen,&#10;Von den Tönen fortgezogen,&#10;Wirst du schön&amp;rsquo;re Lande sehn:&#10;Sprache hat dich nur betrogen,&#10;Der Gedanke dich belogen,&#10;Bleibe hier am Ufer stehn. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-5552/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-5552/</guid><description>&lt;p&gt;Es war ein Mensch voll derber Muskelkraft,&#10;voll steten Hungers, heißer Phantasie,&#10;voll übermütigen Trotzes, wie sie Stärke&#10;erzeugt in dem robust Gesunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieser&#10;beging im Tage siebenmal so viel Sünden&#10;als ein Gerechter. Mit der starken Faust&#10;zerhieb er seines Nachbars Zaun und nahm sich&#10;aus dessen Garten alle leckern Früchte,&#10;die ihm gefielen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Störte ihn ein Zweiter&#10;bei einer seiner Tollheiten, so schlug er&#10;ihn kurz entschlossen nieder.&#10;Dieser Wilde&#10;erkrankte einst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-5838/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-5838/</guid><description>&lt;p&gt;Dort stehen die Paläste,&#10;Hangen nieder die Gardinen,&#10;Und die hohen Fenster schauen&#10;Hell herab mit stolzen Mienen,&#10;Gleiten sanft die Füße über&#10;Sammetdecken in den Sälen.&#10;Und des Weines goldne Tropfen&#10;Rinnen dorten durch die Kehlen. —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kleine schmale Fenster sehen&#10;Hier dem Sonnenlicht entgegen,&#10;Und dahinter siehst du viele&#10;Hände sich geschäftig regen:&#10;Unterm Boden nach den Straßen&#10;Müssen sie den Hammer schwingen.&#10;Daß sie in dem Kampf des Lebens&#10;Eine Stelle sich erringen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-6921/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-6921/</guid><description>&lt;p&gt;So komme, was da kommen mag!&#10;So lang du lebest, ist es Tag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und geht es in die Welt hinaus,&#10;Wo du mir bist, bin ich zu Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh dein liebes Angesicht,&#10;Ich sehe die Schatten der Zukunft nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-7359/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-7359/</guid><description>&lt;p&gt;Die Mißgunst lauscht auf allen Wegen,&#10;Daß sie der Liebe Glück verrät,&#10;Doch treue, zarte Liebe geht&#10;Auf tausend unbewachten Stegen;&#10;Ein Druck der Hand, ein flücht′ger Blick&#10;Sagt mir der Liebe süßes Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zog ich auch in weite Ferne,&#10;Es zog mit mir mein stilles Glück,&#10;Denn schau ich nicht der Liebe Blick,&#10;So blick ich auf zum Abendsterne;&#10;Wie ihres Auges stille Glut&#10;Strahlt er ins Herz getrosten Mut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-7932/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-7932/</guid><description>&lt;p&gt;Still! &amp;rsquo;s ist nur ein Traum,&#10;&amp;rsquo;s geht alles vorbei,&#10;Was es auch sei.&#10;Spürest es kaum,&#10;&amp;rsquo;s ist nur ein Hauch,&#10;Wie du auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Um Mitternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/um-mitternacht-9111/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/um-mitternacht-9111/</guid><description>&lt;p&gt;Gelassen stieg die Nacht ans Land,&#10;Lehnt träumend an der Berge Wand,&#10;Ihr Auge sieht die goldne Waage nun&#10;Der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn;&#10;Und kecker rauschen die Quellen hervor,&#10;Sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr&#10;Vom Tage,&#10;Vom heute gewesenen Tage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das uralt alte Schlummerlied,&#10;Sie achtet&amp;rsquo;s nicht, sie ist es müd;&#10;Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,&#10;Der flüchtgen Stunden gleichgeschwungnes Joch.&#10;Doch immer behalten die Quellen das Wort,&#10;Es singen die Wasser im Schlafe noch fort&#10;Vom Tage,&#10;Vom heute gewesenen Tage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Um Mitternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/um-mitternacht-9246/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/um-mitternacht-9246/</guid><description>&lt;p&gt;Um Mitternacht in ernster Stunde,&#10;Tönt oft ein wundersamer Klang:&#10;&amp;lsquo;S ist wie aus liebem Muttermunde&#10;Ein freundlich tröstender Gesang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In süßen, unbelauschten Thränen&#10;Löst er des Herzens bange Pein,&#10;Und alles unmuthvolle Sehnen&#10;Und allen Kummer wiegt er ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als käm&amp;rsquo; der Mai des Lebens wieder,&#10;Regt sich&amp;rsquo;s im Herzen wunderbar:&#10;Da quillen Töne, keimen Lieder,&#10;Da wird die Seele jung und klar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So tönt das stille Läuten,&#10;Doch ich versteh&amp;rsquo; die Weise nie,&#10;Und nur mitunter möcht&amp;rsquo; ich&amp;rsquo;s deuten&#10;Als wär&amp;rsquo;s der Kindheit Melodie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Umsonst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/umsonst-7827/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/umsonst-7827/</guid><description>&lt;p&gt;Im sausenden Wettersturm,&#10;Barhäuptig,&#10;Bin ich hinangeklettert&#10;An nebeltriefenden,&#10;Feuchten Felsen,&#10;Hinein in schauerliche Klüfte,&#10;In des Hochgebirges&#10;Grauenhafteste Einsamkeit&#10;Hab&amp;rsquo; ich meiner Seele&#10;Schäumenden Zorn,&#10;Alle verbissenen,&#10;Langverheuchelten Qualen gerufen;&#10;Angeklammert an zackige Felsenbrüche,&#10;Überhängend halb&#10;Über den Abgrund,&#10;Hab&amp;rsquo; ich todeslüstern&#10;Hinunter gestarrt -&#10;Und doch nicht Mut gefunden,&#10;Loszulassen.&#10;In starrendes Zwerggestrüpp&#10;Schlug ich die fiebernde Stirn&#10;Und vergrub meine Zähne&#10;In knorrigem Wurzelwerk.&#10;Aber weder der Schmerz, noch der Zorn,&#10;Weder die Scham, noch die Reue&#10;Tilgte meiner Gedanken&#10;Krankhaft verzerrte,&#10;Faulige Brut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsre Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsre-zeit-9455/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsre-zeit-9455/</guid><description>&lt;p&gt;Siegeslieder hört&amp;rsquo; ich singen&#10;In den Gauen weit und breit;&#10;Unsers Volkes Ruhm erklingen&#10;In dem Spiel der Eitelkeit.&#10;Haltet ein, betörte Lieder!&#10;Gottes Flammen leuchten wieder&#10;In das dunkle Meer der Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind die Dolche denn Befreier,&#10;Selbst der eignen bangen Brust?&#10;Werdet frei erst, wahrhaft freier,&#10;Innen Gottes euch bewußt!&#10;Werft vor Seiner Kraft euch wieder,&#10;Vor dem ew&amp;rsquo;gen Rechte nieder;&#10;Dann genießt der Ehre Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ihr andern wollt beschwören&#10;Durch ein künstlich Nichts den Sturm?&#10;Wen kann solch Geweb&amp;rsquo; abwehren,&#10;Selbst zernagt vom Lügenwurm?&#10;Was nicht Gott erbaut, muß fallen;&#10;Also ruft die Stimm&amp;rsquo; uns allen,&#10;Nieder stürzt der Babelturm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergebens-5524/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergebens-5524/</guid><description>&lt;p&gt;Du weißt es wohl, ich bin kein starker Geist,&#10;Der frei für sich erschafft ein eig′nes Leben,&#10;Kein mächt′ger Baum, sich selbst genug, der wagt&#10;Sein stolzes Haupt hoch in die Luft zu heben.&#10;Ich kann nicht geh′n in selbstgezognen Gleisen,&#10;Und brauche Sterne, die den Pfad mir weisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du weißt es wohl, ich bin kein starkes Herz,&#10;Das einsam kann durch′s dunkle Leben ziehen,&#10;Zu Etwas muß es gläubig aufwärts schau′n,&#10;Für Etwas schlagen, zittern und erglühen.&#10;Der Rebe gleicht′s, die nur im Aufwärtsringen&#10;Empor sich kann zu Licht und Leben schwingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergebens-7830/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergebens-7830/</guid><description>&lt;p&gt;Nimmer löschen, nimmer stillen&#10;Kann ich diese dunkle Sehnsucht&#10;Nach dem Tode.&#10;All mein atemloses Kämpfen,&#10;Sie zu zwingen, ist vergebens.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jene Zeiten, wo ich glaubte&#10;Eine heiße, tiefe Liebe&#10;Könnte tilgen diese Sehnsucht,&#10;Sind vorüber - tot - begraben;&#10;Denn die Liebe ist gekommen&#10;Und die dunkle Sehnsucht blieb,&#10;Und die Liebe ist geschieden,&#10;Und die Sehnsucht stieg und stieg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimmer löschen, nimmer stillen&#10;Kann ich diese dunkle Sehnsucht&#10;Nach dem Tode.&#10;All mein atemloses Kämpfen,&#10;Sie zu zwingen, ist vergebens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verloren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verloren-1888/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verloren-1888/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schimmernde Pracht Deiner Glieder,&#10;Ich hab′ sie voll Andacht geschaut,&#10;Doch vor der umnachteten Seele&#10;Hat mir gegraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hätte dich gerne, so gerne&#10;Emporgerissen zum Licht;&#10;Du aber - wild und trotzig -&#10;Du wolltest nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch war Deine Liebe&#10;Gewaltig, heiß und echt - -&#10;Ich aber ließ Dich fallen, -&#10;Und das war schlecht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist krank gewesen,&#10;Kleine Geliebte!?&#10;Krankhaft blaß ist Dein Antlitz,&#10;Matt Dein Auge,&#10;Mühsam schleppt sich Dein Schritt.&#10;Komm, o komm zu mir,&#10;Laß Dich stärken, laß Dich laben - -&#10;Fieberhaft heiß ist Deine&#10;Kleine Hand und Deine Nerven&#10;Zucken und schaudern,&#10;Du bist immer noch krank,&#10;Kleine Geliebte.&#10;Sag, wo ist Dein Lachen geblieben,&#10;Jenes helle,&#10;Auf- und niedersteigende Lachen,&#10;Wo Dein jauchzender Aufschrei,&#10;Der mich an Grußesstatt&#10;Immer empfing?!&#10;&amp;ldquo;Müde bist Du, sterbensmüde,&#10;Kleine Geliebte?!&amp;rdquo;&#10;Komm an mein Herz!&#10;Laß mich diesen zarten Busen,&#10;Der mir einstmals&#10;Voll und wogend entgegenschlug,&#10;Einmal noch röten mit lodernden Küssen.&#10;Besser fast noch als ich&#10;Weißt Du es selbst,&#10;Kleine Geliebte,&#10;Krank bist Du, todeskrank,&#10;Nichts kann Dich retten!&#10;Aber eine Nacht, eine Nacht&#10;Laß uns glücklich noch sein!&#10;Mög auch von Deinem Mund&#10;Tödlich das Gift&#10;Überfließen zu mir,&#10;Was liegt daran! -&#10;Sterbend noch wollen wir&#10;Höchster Wonnen tödliche Freuden&#10;Ausgenießen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verloren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verloren-2812/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verloren-2812/</guid><description>&lt;p&gt;Keuschheit verloren:&#10;Etwas verloren,&#10;In der Ehe etwas gewonnen.&#10;Scham verloren:&#10;Alles verloren,&#10;Die Seele in Schmutz zerronnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verloren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verloren-4890/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verloren-4890/</guid><description>&lt;p&gt;Still bei Nacht fährt manches Schiff,&#10;Meerfey kämmt ihr Haar am Riff,&#10;Hebt von Inseln an zu singen,&#10;Die im Meer dort untergingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann die Morgenwinde wehn,&#10;Ist nicht Riff noch Fey zu sehn,&#10;Und das Schifflein ist versunken,&#10;Und der Schiffer ist ertrunken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vermächtnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vermaechtnis-8130/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vermaechtnis-8130/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Wesen kann zu nichts zerfallen!&#10;Das Ew&amp;rsquo;ge regt sich fort in allen,&#10;Am Sein erhalte dich beglückt!&#10;Das Sein ist ewig: denn Gesetze&#10;Bewahren die lebend&amp;rsquo;gen Schätze,&#10;Aus welchen sich das All geschmückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Wahre war schon längst gefunden,&#10;Hat edle Geisterschaft verbunden;&#10;Das alte Wahre, fass&amp;rsquo; es an.&#10;Verdank&amp;rsquo; es, Erdensohn, dem Weisen,&#10;Der ihr die Sonne zu umkreisen&#10;Und dem Geschwister wies die Bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sofort nun wende dich nach innen:&#10;Das Zentrum findest du da drinnen,&#10;Woran kein Edler zweifeln mag.&#10;Wirst keine Regel da vermissen,&#10;Denn das selbständige Gewissen&#10;Ist Sonne deinem Sittentag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwandlung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwandlung-3907/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwandlung-3907/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah dich noch ein lieblich Kind,&#10;Umflattert von der Unschuld Träumen,&#10;Wie Knospen, die am Aufblühn sind,&#10;Und schüchtern, aufzublühn noch säumen;&#10;Schon waren alle Reize dein,&#10;Dich ahnungsvoll vorauszuschmücken,&#10;Und wer dich sah, sprach mit Entzücken:&#10;Wie schön wird einst dies Mädchen sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah dich wieder - Jahr und Tag&#10;War unterdes dahingegangen;&#10;Anstatt der Jugendrosen lag&#10;Ein stiller Gram auf deinen Wangen.&#10;Doch welche Hoheit war noch dein!&#10;In deinen Blicken welche Sonne!&#10;Ich sprach zu mir mit Schmerz und Wonne:&#10;Wie schön muß sie gewesen sein! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwandlung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwandlung-4992/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwandlung-4992/</guid><description>&lt;p&gt;Stimme im Herbst, verzichtend über dem Grab&#10;auf deine Welt, du blasse Schwester des Monds,&#10;süße Verlobte des klagenden Windes,&#10;schwebend unter fliehenden Sternen –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;raffte der Ruf des Geists dich empor zu dir selbst?&#10;nahm ein Wüstensturm dich in dein Leben zurück?&#10;Siehe, so führt ein erstes Menschenpaar&#10;wieder ein Gott auf die heilige Insel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heute ist Frühling. Zitternder Bote des Glücks,&#10;kam durch den Winter der Welt der goldene Falter.&#10;Oh knieet, segnet, hört, wie die Erde schweigt.&#10;Sie allein weiß um Opfer und Thräne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vision</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vision-5817/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vision-5817/</guid><description>&lt;p&gt;! Stöhnendes Graugelb.&#10;Aber das Stöhnen nur im Blick.&#10;Lautlos sonst und mit unterdrücktem Atem.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;! Und ein Blau,&#10;Ein Blau, aus dem ganz zarte silberne Glocken spiele singen,&#10;Und ein Duft geht von Sonnenwärme und Mandelblüten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;! Silber darüber.&#10;Duftleeres, schneekühles Silber.&#10;Aber aus allem hebt sich steif&#10;Und hebt sich fahl, wie Gewitterlicht,&#10;Das stumme Graugelb.&#10;Und hebt sich lautlos stöhnend wie Asche,&#10;Mit welkem darbenden Blick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;! Ein Gesicht - die starre Maske eines Toten -&#10;Ein Kopf - aus dem Blau - aus dem blauen, glatten Wasser.&#10;Braunviolette Strähne - Haare in die Stirn,&#10;Das eine Auge schief, spitze Wangenknochen,&#10;Und trieft von den Schläfen das braunviolette Haar&#10;Über das öde aschige Gelb.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vollmond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vollmond-9012/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vollmond-9012/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Arbeitsraum war Feuer, Glanz von solcher Macht,&#10;Wie wenn ein Geist, erschüttert schaffend, ihn erdacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Inneren der Flammen schliefen stumm&#10;Viel Schatten, hier aus Ebenholz ein Säulentrumm,&#10;Hier eine Wand, gestürzte Minaretts,&#10;Geläutert aus der Glut des Feuerbetts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und da schattete, schien bunter Traum,&#10;Der aus den Schatten aufgestanden war,&#10;Schien Sklave, der mit müdem Farbentand&#10;Behängt, zu Füßen seines Herren stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch ich stand meinem Herrn zu Füßen diese Nacht.&#10;Mein Herz schlug laut. Fast wäre es vom Tod erwacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Berge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-berge-4895/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-berge-4895/</guid><description>&lt;p&gt;Da unten wohnte sonst mein Lieb,&#10;Die ist jetzt schon begraben,&#10;Der Baum noch vor der Türe blieb,&#10;Wo wir gesessen haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stets muß ich nach dem Hause sehn,&#10;Und seh doch nichts vor Weinen,&#10;Und wollt ich auch hinunter gehn,&#10;Ich stürb dort so alleine!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorbei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorbei-7891/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorbei-7891/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist der alte Baum nicht mehr,&#10;Der damals hier gestanden,&#10;Auf dem ich gesessen im Blütenmeer&#10;Über den sonnigen Landen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Wald nicht mehr, der sacht&#10;Vom Berge rauschte nieder,&#10;Wenn ich vom Liebchen ritt bei Nacht,&#10;Das Herz voll neuer Lieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist nicht mehr das tiefe Tal&#10;Mit den grasenden Rehen,&#10;In das wir nachts vieltausendmal&#10;Zusammen hinausgesehen. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist der Baum noch, Tal und Wald,&#10;Die Welt ist jung geblieben,&#10;Du aber wurdest seitdem alt,&#10;Vorbei ist das schöne Lieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-3521/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-3521/</guid><description>&lt;p&gt;Märzstaub fliegt auf. Es fröstelt leicht.&#10;Der Tag in langer Dämmrung bleicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Wind das Pflaster blank gefegt.&#10;Es klingt verloren, was sich regt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kinder Spiel ist eben aus.&#10;Die Mütter winken sie ins Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schreit in mir: Verratnes Herz!&#10;Doch geh ich schweigend frühlingwärts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-6078/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-6078/</guid><description>&lt;p&gt;Welch goldnes Leuchten fließt so ungeahnt&#10;Wie lichter Zauber um die starren Bäume?&#10;Was zittert wie geheimer Feierton&#10;Mit leisem Klingen durch des Himmels Räume?&#10;Die Flut des Lichts rinnt mit froher Hast&#10;Vom Felsenhaupt bis in des Abgrunds Klüfte,&#10;Und horch! - schon ruft ein Fink mit leisem Schlag&#10;Zaghaften Jubel in die stillen Lüfte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hat der Lenz in stummer Ungeduld&#10;Der Erde schon gestanden seine Liebe,&#10;Die Lider ihr mit lindem Strahl geküßt,&#10;Daß sie nicht mehr im Schlaf befangen bliebe.&#10;Er hat der tief entschlafenen zugeraunt&#10;Der Sehnsucht erste, seligbange Frage&#10;Und ihr versprochen, was die Liebe schenkt:&#10;Verklärte Nächte, sonnenschöne Tage! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-6476/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-6476/</guid><description>&lt;p&gt;Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung&#10;an der Wiesen aufgedecktes Grau.&#10;Kleine Wasser ändern die Betonung.&#10;Zärtlichkeiten, ungenau,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;greifen nach der Erde aus dem Raum.&#10;Wege gehen weit ins Land und zeigens.&#10;Unvermutet siehst du seines Steigens&#10;Ausdruck in dem leeren Baum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-8390/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-8390/</guid><description>&lt;p&gt;Stürme brausten über Nacht,&#10;und die kahlen Wipfel troffen.&#10;Frühe war mein Herz erwacht,&#10;schüchtern zwischen Furcht und Hoffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch, ein trautgeschwätz&amp;rsquo;ger Ton&#10;dringt zu mir vom Wald hernieder.&#10;Nisten in den Zweigen schon&#10;die geliebten Amseln wieder?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort am Weg der weiße Streif -&#10;Zweifelnd frag&amp;rsquo; ich mein Gemüte:&#10;Ist&amp;rsquo;s ein später Winterreif&#10;oder erste Schlehenblüte?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-8447/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-8447/</guid><description>&lt;p&gt;Weltanfassende, fröhliche Dummheit,&#10;Sprießendes Singen seimigen Grases,&#10;Wohligschelmisch Gewölk.&#10;Weicher Schalmeientöne,&#10;Sinniges Grübchen.&#10;Am markig umwundenen Knie,&#10;Ziehet&amp;rsquo;s spielend hin:&#10;Fromm in Sonne,&#10;Atmende Auen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reime und Maße,&#10;Tabulatur der Stände&#10;Gezählt am peinlich&#10;Gekrümmten Finger -&#10;Das ist vorüber.&#10;Blöde zwinkernd&#10;Putzt die stechenden Brillengläser&#10;Heisere Gescheitheit.&#10;Melodische Seele der Welt,&#10;Frühling, Schalmei,&#10;Spiele, spiele uns alle hin&#10;In alles Schönheit tanzendes Leben.&#10;In das muntere Gesetz&#10;Alle Sterne strahlenden&#10;Liebenden Reigens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-8588/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-8588/</guid><description>&lt;p&gt;Es läuft ein Frühlingswind&#10;durch kahle Alleen,&#10;seltsame Dinge sind&#10;in seinem Wehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hat sich gewiegt,&#10;wo Weinen war,&#10;und hat sich geschmiegt&#10;in zerrüttetes Jaar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schüttelte nieder&#10;Akazienblüten&#10;und kühlte die Glieder,&#10;die atmend glühten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lippen im Lachen&#10;hat er berührt,&#10;die weichen und wachen&#10;Fluren durchspürt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er glitt durch die Flöte&#10;als schluchzender Schrei,&#10;an dämmernder Röte&#10;flog er vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er flog mit Schweigen&#10;durch flüsternde Zimmer&#10;und löschte im Neigen&#10;der Ampel Schimmer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-9665/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-9665/</guid><description>&lt;p&gt;Pralle Wolken jagen sich in Pfützen&#10;Aus frischen Leibesbrüchen schreien Halme Ströme&#10;Die Schatten stehn erschöpft.&#10;Auf kreischt die Luft&#10;Im Kreisen, weht und heult und wälzt sich&#10;Und Risse schlitzen jählings sich&#10;und narben&#10;Am grauen Leib.&#10;Das Schweigen tappet schwer herab&#10;Und lastet!&#10;Da rollt das Licht sich auf&#10;Jäh gelb und springt&#10;Und Flecken spritzen -&#10;Verbleicht&#10;Und&#10;Pralle Wolken tummeln sich in Pfützen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgefuehl-5945/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgefuehl-5945/</guid><description>&lt;p&gt;Neigst du dich zum Untergange&#10;Meines Lebens schöner Stern? -&#10;Sink′ ins Meer! mir ist nicht bange,&#10;Und ich sterbe froh und gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Flötenton verhallen&#10;Möcht′ ich auf der Schäferflur,&#10;Mit den Abendwinden wallen&#10;Auf der Blumengöttin Spur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, nicht Erdennoth und Schmerzen&#10;Wecken so allmächt′gen Drang;&#10;Stärker zehrt an stillen Herzen&#10;Stiller Freuden Ueberschwang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt ihr mich zu Boden schlagen,&#10;Wollt ihr meine Mörder sein?&#10;Länger kann ich euch nicht tragen,&#10;Himmelswonnen, haltet ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgefuehl-7833/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgefuehl-7833/</guid><description>&lt;p&gt;Noch ruht die Macht in Deinen lieben Händen,&#10;Des Herzens wildes Toben einzudämmen,&#10;Des Zweifels Bohren kinderleicht zu hemmen -&#10;Und Sehnsuchtsqualen, dunkle, zu beenden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber fühle schon die Stunde kommen,&#10;Wo machtlos wird Dein liebevolles Mühen,&#10;Wo für des Herzens wild und wildres Glühen&#10;Kein sittigsanfter Händedruck will frommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich würde längst in jener Stunde Ahnen&#10;Für immerdar von Dir die Schritte wenden&#10;Und wieder wandern windumbrauste Bahnen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wanderlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderlied-8668/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderlied-8668/</guid><description>&lt;p&gt;Wohlauf! noch getrunken&#10;Den funkelnden Wein!&#10;Ade nun, ihr Lieben!&#10;Geschieden muss sein.&#10;Ade nun, ihr Berge,&#10;Du väterlich Haus!&#10;Es treibt in die Ferne&#10;Mich mächtig hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne, sie bleibet&#10;Am Himmel nicht stehn,&#10;Es treibt sie, durch Länder&#10;Und Meere zu gehn.&#10;Die Woge nicht haftet&#10;Am einsamen Strand,&#10;Die Stürme, sie brausen&#10;Mit Macht durch das Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit eilenden Wolken&#10;Der Vogel dort zieht,&#10;Und singt in der Ferne&#10;Ein heimatlich Lied.&#10;So treibt es den Burschen&#10;Durch Wälder und Feld,&#10;Zn gleichen der Mutter,&#10;Der wandernden Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warnung-8301/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warnung-8301/</guid><description>&lt;p&gt;Solche Bücher läßt du drucken!&#10;Teurer Freund, du bist verloren!&#10;Willst du Geld und Ehre haben,&#10;Mußt du dich gehörig ducken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimmer hätt ich dir geraten,&#10;So zu sprechen vor dem Volke,&#10;So zu sprechen von den Pfaffen&#10;Und von hohen Potentaten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Teurer Freund, du bist verloren!&#10;Fürsten haben lange Arme,&#10;Pfaffen haben lange Zungen,&#10;Und das Volk hat lange Ohren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihe-8062/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihe-8062/</guid><description>&lt;p&gt;Hinaus zum strom! wo stolz die hohen rohre&#10;Im linden winde ihre fahnen schwingen&#10;Und wehren junger wellen schmeichelchore&#10;Zum ufermoose kosend vorzudringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im rasen rastend sollst du dich betäuben&#10;Am starken urduft, ohne denkerstörung.&#10;So dass die fremden hauche all zerstäuben.&#10;Das auge schauend harre der erhörung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehst du im takt des strauches laub schon zittern&#10;Und auf der glatten fluten dunkelglanz&#10;Die dünne nebelmauer sich zersplittern?&#10;Hörst du das elfelied zum elfentanz?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht-5220/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht-5220/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin der Tischler Josef,&#10;Meine Frau, die heißet Marie.&#10;Wir finden kein′ Arbeit und Herberg′&#10;Im kalten Winter allhie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Habens der Herr Wirt vom goldnen Stern&#10;Nicht ein Unterkunft für mein Weib?&#10;Einen halbeten Kreuzer zahlert ich gern,&#10;Zu betten den schwangren Leib. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab kein Bett für Bettelleut;&#10;Doch scherts euch nur in den Stall.&#10;Gevatter Ochs und Base Kuh&#10;Werden empfangen euch wohl. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir danken dem Herrn Wirt für seine Gnad&#10;Und für die warme Stub.&#10;Der Himmel lohns euch und unser Kind,&#10;Seis Madel oder Bub.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht-5334/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht-5334/</guid><description>&lt;p&gt;Ob hoch, ob nieder wir geboren,&#10;so wie uns antritt das Geschick,&#10;so geht der frohe Kindesblick,&#10;das Kinderherz geht uns verloren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zerstoben bis auf wenige Reste&#10;ist der Erinnerung Gewalt,&#10;abwägend stehen wir und kalt&#10;selbst vor des Jahres schönstem Feste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir stehn vor einem toten Baume,&#10;gemordet an des Waldes Rand,&#10;geschmückt mit Flitter und mit Tand,&#10;gar ungleich unserm Kindheitstraume,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch stürzet dann herein zur Schwelle&#10;die kleine schar mit Jubelschrei,&#10;dann schleicht auch uns in Herz dabei&#10;der Weihnachtslieder frohe Helle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-4016/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-4016/</guid><description>&lt;p&gt;O schöne, herrliche Weihnachtszeit,&#10;Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!&#10;Wenn der heilige Christ in jedem Haus&#10;Teilt seine lieben Gaben aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ist das Häuschen noch so klein,&#10;So kommt der heilige Christ hinein,&#10;Und alle sind ihm lieb wie die Seinen,&#10;Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der heilige Christ an alle denkt,&#10;Ein Jedes wird von ihm beschenkt.&#10;Drum laßt uns freu′n und dankbar sein!&#10;Er denkt auch unser, mein und dein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-4203/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-4203/</guid><description>&lt;p&gt;Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,&#10;mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.&#10;Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle&#10;schöne Blumen der Vergangenheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,&#10;und das alte Lied von Gott und Christ&#10;bebt durch Seelen und verkündet leise,&#10;dass die kleinste Welt die größte ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-4544/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-4544/</guid><description>&lt;p&gt;Bäume leuchtend, Bäume blendend,&#10;Überall das Süße spendend,&#10;In dem Glanze sich bewegend,&#10;Alt und junges Herz erregend -&#10;Solch ein Fest ist uns bescheret,&#10;Mancher Gaben Schmuck verehret;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Staunend schaun wir auf und nieder,&#10;Hin und her und immer wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber, Fürst, wenn dir′s begegnet&#10;Und ein Abend so dich segnet,&#10;Daß als Lichter, daß als Flammen&#10;Vor dir glänzten allzusammen&#10;Alles, was du ausgerichtet,&#10;Alle, die sich dir verpflichtet:&#10;Mit erhöhten Geistesblicken&#10;Fühltest herrliches Entzücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-7894/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-7894/</guid><description>&lt;p&gt;Markt und Straßen stehn verlassen,&#10;Still erleuchtet jedes Haus,&#10;Sinnend geh&amp;rsquo; ich durch die Gassen,&#10;Alles sieht so festlich aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An den Fenstern haben Frauen&#10;Buntes Spielzeug fromm geschmückt,&#10;Tausend Kindlein stehn und schauen,&#10;Sind so wunderstill beglückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich wandre aus den Mauern&#10;Bis hinaus ins freie Feld,&#10;Hehres Glänzen, heil&amp;rsquo;ges Schauern!&#10;Wie so weit und still die Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sterne hoch die Kreise schlingen,&#10;Aus des Schneees Einsamkeit&#10;Steigt&amp;rsquo;s wie wunderbares Singen -&#10;O du gnadenreiche Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachtslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtslied-9603/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtslied-9603/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Himmel in die tiefsten Klüfte&#10;Ein milder Stern herniederlacht;&#10;Vom Tannenwalde steigen Düfte&#10;Und hauchen durch die Winterlüfte,&#10;Und kerzenhelle wird die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist das Herz so froh erschrocken,&#10;Das ist die liebe Weihnachtszeit!&#10;Ich höre fernher Kirchenglocken&#10;Mich lieblich heimatlich verlocken&#10;In märchenstille Herrlichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein frommer Zauber hält mich wieder,&#10;Anbetend, staunend muß ich stehn;&#10;Es sinkt auf meine Augenlider&#10;Ein goldner Kindertraum hernieder,&#10;Ich fühl&amp;rsquo;s, ein Wunder ist geschehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachtslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtslied-9729/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtslied-9729/</guid><description>&lt;p&gt;Lieblich wieder durch die Welt&#10;geht die holde Kunde,&#10;die den Hirten auf dem Feld&#10;klang aus Engelsmunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was den Hirten wurde kund,&#10;blieb uns unverloren:&#10;wieder kündet Engelsmund,&#10;daß uns Christ geboren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch ein Glanz durchbricht die Nacht&#10;in des Winters Mitte!&#10;Welche Freude wird gebracht&#10;in die ärmste Hütte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Winters Nacht und Sorge weicht&#10;hellen Jubel wieder,&#10;und der Himmel wieder steigt&#10;auf die Erde nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die goldnen Sterne glüh&amp;rsquo;n&#10;in des Himmels Ferne,&#10;leuchten aus dem Tannengrün&#10;auch viele goldne Sterne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weinlese</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weinlese-5820/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weinlese-5820/</guid><description>&lt;p&gt;Nun will sich jeder gern bücken,&#10;Man trägt jetzt Butten am Rücken,&#10;Drinnen die Trauben sich drücken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun schlürfe nur Süßigkeit,&#10;Und mache den Rücken recht breit,&#10;Und schleppe dein Teil heim beizeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und füllst du ins Fass deinen Wein,&#10;Und bist du mal kalt und allein, -&#10;Mit dem Wein bist du immer zu zwein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wein feuert ein alte Glatzen,&#10;Macht Nachtigallen aus Spatzen&#10;Und lockt dir den Amor, den Fratzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltende-8915/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltende-8915/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Weinen in der Welt,&#10;als ob der liebe Gott gestorben wär,&#10;und der bleierne Schatten, der niederfällt,&#10;lastet grabesschwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm, wir wollen uns näher verbergen&amp;hellip;&#10;Das Leben liegt in aller Herzen&#10;wie in Särgen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du, wir wollen uns tief küssen -&#10;es pocht eine Sehnsucht an die Welt,&#10;an der wir sterben müssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiedersehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedersehen-1894/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedersehen-1894/</guid><description>&lt;p&gt;- Und ich sah Dich wieder,&#10;Sah Dein Haar ergraut&#10;In schwerer Pflichterfüllung,&#10;Und sah die Linien,&#10;Die herber Trotz&#10;Und bittre Menschenverachtung&#10;Um Deine schmalen,&#10;Blutlosen Lippen gezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit halbverschleierter&#10;Müder Stimme,&#10;In der nur selten&#10;Ein lichter Ton der Freude&#10;Schüchtern emporklang,&#10;Erzähltest Du mir&#10;Von Deines Lebens&#10;Dornigen Wanderzügen&#10;Und qualvollen Kämpfen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich und Du,&#10;Wir hätten gerne&#10;Von gemeinsam verlebten&#10;Seligen Stunden gesprochen,&#10;Von unvergessenen,&#10;Liebesschwülen Tagen, -&#10;Aber keines von uns Beiden&#10;Fand das heißersehnte,&#10;Das richtige Wort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiegenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-1304/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-1304/</guid><description>&lt;p&gt;Singet leise, leise, leise,&#10;singt ein flüsternd Wiegenlied;&#10;von dem Monde lernt die Weise,&#10;der so still am Himmel zieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Singt ein Lied so süß gelinde,&#10;wie die Quellen auf den Kieseln,&#10;wie die Bienen um die Linde&#10;summen, murmeln, flüstern, rieseln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiegenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-1719/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-1719/</guid><description>&lt;p&gt;Still, mein armes Söhnchen, sei still.&#10;Weine mich nicht um mein bißchen Verstand.&#10;Weißt ja noch nichts vom Vaterland,&#10;daß es dein Leben einst haben will.&#10;Sollst fürs Vaterland stechen und schießen,&#10;sollst dein Blut in den Acker gießen,&#10;wenn es der Kaiser befiehlt und will. -&#10;Still, mein Söhnchen, sei still!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trink, mein Söhnchen, von meiner Brust.&#10;Trink, dann wirst du ein starker Held,&#10;ziehst mit den andern hinaus ins Feld.&#10;Vater hat auch hinaus gemußt.&#10;Vater ward wider Willen und Hoffen&#10;von einer Kugel ins Herz getroffen.&#10;Aus ist nun seine und meine Lust. -&#10;Trink von der Mutter Brust!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-2476/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-2476/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn sich das Laub auf Ebnen weit verloren,&#10;So fällt das Weiß herunter auf die Tale,&#10;Doch glänzend ist der Tag vom hohen Sonnenstrahle,&#10;Es glänzt das Fest den Städten aus den Toren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist die Ruhe der Natur, des Feldes Schweigen&#10;Ist wie des Menschen Geistigkeit, und höher zeigen&#10;Die Unterschiede sich, dass sich zu hohem Bilde&#10;Sich zeiget die Natur, statt mit des Frühlings Milde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-5780/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-5780/</guid><description>&lt;p&gt;Der Winter ist ein rechter Mann,&#10;Kernfest und auf die Dauer;&#10;Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an&#10;Und scheut nicht Süß noch Sauer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zieht sein Hemd im Freien an&#10;Und läßt′s vorher nicht wärmen,&#10;Und spottet über Fluß im Zahn&#10;Und Kolik in Gedärmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus Blumen und aus Vogelsang&#10;Weiß er sich nichts zu machen,&#10;Haßt warmen Drang und warmen Klang&#10;Und alle warmen Sachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn die Füchse bellen sehr,&#10;Wenn′s Holz im Ofen knittert,&#10;Und an dem Ofen Knecht und Herr&#10;Die Hände reibt und zittert;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-7749/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-7749/</guid><description>&lt;p&gt;Geduldig ist der Wald,&#10;Behutsamer der Schnee,&#10;Am einsamsten das Reh.&#10;Ich rufe. Was erschallt?&#10;Der Widerhall macht Schritte.&#10;Er kehrt zurück zu seinem Weh:&#10;Das kommt heran wie leise Tritte.&#10;Er findet mich in meiner Mitte.&#10;Warum hab ich den Wald gestört?&#10;Vom Schnee ward nichts gehört.&#10;Hat sich das Reh gescheut?&#10;Wie mich das Rufen reut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-8840/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winter-8840/</guid><description>&lt;p&gt;Es treiben grosse Flocken dicht und schräg -&#10;Der Wald hält still, die Zweige hängen träg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wind, der um die Wipfel wehte, schweigt.&#10;Die Kronen haben langsam sich geneigt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um eine hohe Tanne rieselt kalt&#10;Der Schnee: Mein Haupt wie Eis! Bin ich schon alt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch hundert Jahre ist es nicht so weit -&#10;Ich steh schon immer in der Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlied-4909/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlied-4909/</guid><description>&lt;p&gt;Mir träumt′, ich ruhte wieder&#10;Vor meines Vaters Haus&#10;Und schaute fröhlich nieder&#10;Ins alte Tal hinaus,&#10;Die Luft mit lindem Spielen&#10;Ging durch das Frühlingslaub,&#10;Und Blütenflocken fielen&#10;Mir über Brust und Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich erwacht, da schimmert&#10;Der Mond vom Waldesrand,&#10;Im falben Scheine flimmert&#10;Um mich ein fremdes Land,&#10;Und wie ich ringsher sehe:&#10;Die Flocken waren Eis,&#10;Die Gegend war vom Schnee,&#10;Mein Haar vom Alter weiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winternacht-8639/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winternacht-8639/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt,&#10;Still und blendend lag der weiße Schnee&#10;Nicht ein Wölklein hing am Sternenzelt,&#10;Keine Welle schlug im starren See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus der Tiefe stieg der Seebaum auf,&#10;Bis sein Wipfel in dem Eis gefror;&#10;An den Ästen klomm die Nix&amp;rsquo; herauf,&#10;Schaute durch das grüne Eis empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem dünnen Glase stand ich da,&#10;Das die schwarze Tiefe von mir schied:&#10;Dicht ich unter meinen Füßen sah&#10;Ihre weiße Schönheit Glied um Glied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winternacht-8930/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winternacht-8930/</guid><description>&lt;p&gt;Vor Kälte ist die Luft erstarrt,&#10;Es kracht der Schnee von meinen Tritten,&#10;Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;&#10;Nur fort, nur immer fortgeschritten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie feierlich die Gegend schweigt!&#10;Der Mond bescheint die alten Fichten,&#10;Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,&#10;Den Zweig zurück zur Erde richten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frost! friere mir ins Herz hinein,&#10;Tief in das heißbewegte, wilde!&#10;Dass einmal Ruh mag drinnen sein,&#10;Wie hier im nächtlichen Gefilde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wolken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wolken-3486/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wolken-3486/</guid><description>&lt;p&gt;Wolken, die den Himmel näher bringen,&#10;Grenzen setzend seinen Abgrundweiten,&#10;Seinen flutenden Unendlichkeiten -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ferne Wolken, aber endlich-ferne:&#10;Freundlich macht ihr Sonne, Mond und Sterne&#10;Zu Gesellen unfern Erdendingen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja verherrlicht gebt ihr uns die Hohen,&#10;Mögt ihr dunkel ihren Glanz umringen,&#10;Mögen sie verklärend euch durchlohen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euch nur ist ein großer Mensch vergleichbar,&#10;Dessen Geist wie eine freie Wolke&#10;Schwebt im Äther überm Erdenvolke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß dort unten trüber Streit sich schlichte,&#10;Zeigt er sein Erleben mit dem Lichte,&#10;Fern, und doch als Bruder noch erreichbar:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wolken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wolken-7531/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wolken-7531/</guid><description>&lt;p&gt;elomen elomen lefitalominal&#10;wolminuscalo&#10;baumbala bunga&#10;acycam glastula feirofim flinsi&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;elominuscula pluplubasch&#10;rallalalaio&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;endremin saxassa flumen flobollala&#10;fellobasch falljada follidi&#10;flumbasch&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;cerobadadrada&#10;gragluda gligloda glodasch&#10;gluglamen gloglada gleroda glandridi&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;elomen elomen lefitalominal&#10;wolminuscalo&#10;baumbala bunga&#10;acycam glastala feirofim blisti&#10;elominuscula pluplusch&#10;rallabataio&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Worte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/worte-9045/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/worte-9045/</guid><description>&lt;p&gt;Worte, die das Ohr, das sie hörte, nie vergißt,&#10;Worte, deren Klang allein schon wie Verheißung ist,&#10;Worte, voll von Liebe, schwer an Zärtlichkeit,&#10;Wie sie ihrem Abgott Liebe in verschwiegener Stunde weiht -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Becher deiner Jugend goß das Glück sie ein,&#10;Und du trankst, und wurdest trunken, trunken wie von altem Wein!&#10;Worte, einmal nur gesprochen, doch gebunden schon -&#10;Stürme, Lebensstürme brausten, und verschlangen ihren Ton -&#10;Worte, schwer an Liebe, arm an Sinn,&#10;Die gleich Eintagsfaltern spielen über blaue Blumen hin:&#10;Haben sie wie Nichts beseligt dich einmal,&#10;Als du auf die Höhen stiegest aus des Lebens dumpfem Tal&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunsch-8195/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunsch-8195/</guid><description>&lt;p&gt;Ja Quitos Hand, hat meine Hand berühret&#10;Und freundlich zu den Lippen sie geführet,&#10;An meinem Busen hat sein Haupt geruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fühlt ich tief ein liebend fromm Ergeben.&#10;Mußt ich dich überleben, schönes Leben?&#10;Noch Zukunft haben, da du keine hast?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Zeitenstrome wirst du mir erbleichen,&#10;Stürb ich mit dir, wie bei der Sonne Neigen&#10;Die Farben all&amp;rsquo; in dunkler Nacht vergehn&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zigarette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zigarette-9890/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zigarette-9890/</guid><description>&lt;p&gt;Der Wind raucht eine Zigarette,&#10;Sie liegt am Aschenschalenrand&#10;Und dampft, als ob sie Atem hätte,&#10;Durchs Zimmer, ohne Mund und Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hand, sie fand im weißen Bette&#10;Statt grauen Rauchs ein Glück in Blau:&#10;Es raucht der Wind die Zigarette,&#10;Der freie Mund küsst eine Frau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu spät</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-spaet-8798/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-spaet-8798/</guid><description>&lt;p&gt;Hab&amp;rsquo; an die Dornen nicht gedacht,&#10;Als ich die Rose brach,&#10;Die Blätter sanken über Nacht,&#10;Der Dorn mich blutig stach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab&amp;rsquo; an den Winter nicht gedacht&#10;Im Frühlings-Sonnenstrahl,&#10;Nun schwand die duft&amp;rsquo;ge Blumenpracht&#10;Und öd&amp;rsquo; ist&amp;rsquo;s allzumal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab&amp;rsquo; an das Scheiden nicht gedacht,&#10;Als ich mein Lieb umfing,&#10;Nun kommt der Trennung kalte Nacht,&#10;Die Rosenzeit verging.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß ich an&amp;rsquo;s Ende nicht gedacht,&#10;Das macht mir bittern Schmerz,&#10;Das Leid ist kommen über Nacht,&#10;Und bricht mir nun das Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zueignung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zueignung-4553/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zueignung-4553/</guid><description>&lt;p&gt;Der Morgen kam; es scheuchten seine Tritte&#10;Den leisen Schlaf, der mich gelind umfing,&#10;Daß ich, erwacht, aus meiner stillen Hütte&#10;Den Berg hinauf mit frischer Seele ging:&#10;Ich freute mich bei einem jeden Schritte&#10;Der neuen Blume, die voll Tropfen hing;&#10;Der junge Tag erhob sich mit Entzücken,&#10;Und alles war erquickt, mich zu erquicken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ich stieg, zog von dem Fluß der Wiesen&#10;Ein Nebel sich in Streifen sacht hervor.&#10;Er wich und wechselte, mich zu umfließen,&#10;Und wuchs geflügelt mir ums Haupt empor:&#10;Des schönen Blicks sollt′ ich nicht mehr genießen,&#10;Die Gegend deckte mir ein trüber Flor;&#10;Bald sah ich mich von Wolken wie umgossen&#10;Und mit mir selbst in Dämmrung eingeschlossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zufriedenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zufriedenheit-4330/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zufriedenheit-4330/</guid><description>&lt;p&gt;‘s schwimmt menge Ma im Überfluß&#10;het Huus und Hof und Geld&#10;und wenig Freud und viel Verdruß&#10;und Sorgen in der Welt.&#10;Und het er viel, se gehrt er viel&#10;und neeft und grumset allewil.&#10;Und ‘s seig jo doch so schön im Tal,&#10;in Matte, Berg und Wald,&#10;und d’Vögeli pfifen überal&#10;und alles widerhallt,&#10;e rueihig Herz und frohe Mut&#10;isch ebe doch no ‘s fürnehmst Gut.&#10;So het’s Margretli gsunge, und o chönnti’s nonemol höre.&#10;Chönnti’s nonemol seh! Gott geb em Freuden und Gsundheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zufriedenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zufriedenheit-5781/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zufriedenheit-5781/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin vergnügt, im Siegeston&#10;Verkünd´es mein Gedicht,&#10;Und mancher Mann mit seiner Kron´&#10;Und Zepter ist es nicht.&#10;Und wär er´s auch: nun, immerhin!&#10;Mag er´s doch! so ist er was ich bin.&#10;Des Sultans Pracht, des Mogols Geld,&#10;Deß´Glück, wie hieß er doch,&#10;Der, als er Herr war von der Welt,&#10;Um Mond hinaufsah noch?&#10;Ich wünsche nichts von alledem,&#10;Zu lächeln drob fällt mir bequem.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zukunft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zukunft-6734/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zukunft-6734/</guid><description>&lt;p&gt;Wie auf ausgespannten Sturmesschwingen&#10;Eilt der Augenblick! - Den Flug der Zeit&#10;Hemmt kein Wunsch; des Herzens bange Stunden&#10;Schwinden hin, wie seine Seligkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weh den Armen, dessen trüben Sinnen&#10;Der Sekunge Glück vergebens blüht,&#10;Dem beim leisen Frühlingswehn der Freude&#10;Nicht entzückt die blasse Wange glüht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ach! bald verrauscht wie Morgenträume&#10;Unser Leben und der Vorhang sinkt.&#10;Wir erwachen; - neue fremde Szenen&#10;Warten unser, wo kein Leitstern winkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zuruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zuruf-2947/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zuruf-2947/</guid><description>&lt;p&gt;Alles kann sich umgestalten!&#10;Mag das dunkle Schicksal walten.&#10;Muthig! auf der steilsten Bahn.&#10;Trau dem Glücke! trau den Göttern!&#10;Steig, trotz Wogendrang und Wettern,&#10;Kühn, wie Cäsar, in den Kahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß den Schwächling angstvoll zagen!&#10;Wer um Hohes kämpft, muß wagen!&#10;Leben gelt′ es oder Tod!&#10;Laß die Woge donnernd branden!&#10;Nur bleib immer, magst du landen&#10;Oder scheitern, selbst Pilot!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zuruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zuruf-7367/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zuruf-7367/</guid><description>&lt;p&gt;Wollt ihr denn immer nur seufzen und klagen&#10;Daß am vergänglichsten eben das Schöne?&#10;Laß wie im Lenz bis zum Herbste sie schlagen –&#10;Zauberlos würden der Nachtigal Töne.&#10;Heute noch hörst du mich, singt sie, drum lausche,&#10;Bald ist die Sangeszeit wieder vergangen!&#10;Inniges Fühlen im süßesten Rausche&#10;Schenkt uns allein dies heimliche Bangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, wir empfingen im sterblichen Loose&#10;Wonnegewürz mit der Gabe, zu trauern!&#10;Schöner und duftiger macht uns die Rose&#10;Eben der Wahnwunsch: möchte sie dauern!&#10;Süßer noch, wenn du mit ruhigem Muthe&#10;Denkst an den Winter, schmeckt dir die Frucht;&#10;Geizend erfüllen die letzte Minute&#10;Lehr′ uns der Freuden eilige Flucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwiegespräch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwiegespraech-8224/</link><pubDate>Tue, 26 May 2026 17:34:55 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwiegespraech-8224/</guid><description>&lt;p&gt;Doctor Schein und Doctor Sinn&#10;gingen ins Café;&#10;Schein bestellte Doppel-Gin,&#10;Sinn bestellte Tee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seitlich von dem Plauderzweck&#10;Nahmen sie dabei:&#10;Schein - verlognes Schaumgebäck;&#10;Sinn - verlornes Ei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dialog ward Zaubertext,&#10;Nekromantenspiel;&#10;Zwieseits wurde hingehext,&#10;Was dem Geist gefiel,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was dem Sinn Erscheinung schien,&#10;Was der Schein ersann.&#10;Schein gab Sinn, und dieser ihn,&#10;Und die Zeit verrann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Stunde kam herein&#10;Leis&amp;rsquo; des Dämmerlichts.&#10;Schein verging zu Lampenschein&#10;Sinn verging zu Nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefangen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 15:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefangen/</guid><description>&lt;p&gt;Als einst in jenes Laubdachs Dunkelhelle&#10;Voll Inbrunst meine Arme dich umschlangen,&#10;Als Haupt an Haupt und Wang&amp;rsquo; an Wange drangen,&#10;Du schlankes Reh, schwarzäugige Gazelle,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da traf ein Mücklein auf die holde Stelle,&#10;Und zwischen unsern angeschmiegten Wangen&#10;Hat es in irrem Taumel sich gefangen,&#10;Es surrt und zappelt, will entfliehen schnelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht wahr, du Schelm, das hat dir nicht geträumet,&#10;Es warte dein so wunderlich Verhängniß?&#10;So bleibe nur und werde nicht so bange!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>"La Belle Dame Sans Merci"</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/la-belle-dame-sans-merci/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/la-belle-dame-sans-merci/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ringe immer nur mit harten Steinen.&#10;Ich forme Züge von erstarrtem Leben,&#10;die niemals lachen und die auch nicht weinen;&#10;mit Mund und Augen, die mir nicht vergeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich die Hände nach der Arbeit wasche,&#10;den bittern Schweiß von meinem Antlitz bade,&#10;nach einem Blick aus ihren Augen hasche,&#10;dann fühle ich: Auch heute keine Gnade. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie, die ich liebe, sieht streng vor sich nieder.&#10;Den Mantel dehnt sie aus mit ihren Händen&#10;und zieht ihn enger um die schmalen Glieder.&#10;Sie biegt den Hals, um sich ganz abzuwenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>′s Dagebladd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/s-dagebladd/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/s-dagebladd/</guid><description>&lt;p&gt;Wer läs es nich - mei Leibzger Dagebladd?!&#10;Der Stadtrat un der Mann in Leinwandgiddel -&#10;Ä jeder hälds. In Rathaus wie in Spiddel&#10;Reißd mer sich drum un seifzd wenn mersch nich had.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Un had mersch, liesd mersch - kriechd mersch gar nich sadd,&#10;Das awer is sei scheensder Ruhmesdiddel:&#10;′s is Sie das härrlichsde Beruhjungsmiddel&#10;Fer dän, der ergend was von Nerven had:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie wurde ′s (wie de mehrschden andern Blädder)&#10;Dorch Mord un Dodschlag, Brand un Hagelwedder&#10;Ze iewereilden Meldungen verleidet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>′s Leipz′ger Gamäleonn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/s-leipzger-gamaeleonn/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/s-leipzger-gamaeleonn/</guid><description>&lt;p&gt;′s Gamäleonn - jaa, das is Sie ä Dier,&#10;Das nu eemal nicht fortgommt ze Lande hier.&#10;Die vielen, die m′r hat eingefang′n,&#10;Die sein Sie alle bald druff gegang′n.&#10;So is es mit dän in Hamborg gewäsen&#10;Un letzthin da widder mit dän in Dräsen.&#10;M′r hätten ooch unsers schon lange verlorn,&#10;Abber ärschtens is das in Leibz′g geborn&#10;Un zweetens un drittens gommt noch d′rzu:&#10;′s is gar geens - sondern ä Gänguru!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abel und Kain</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abel-und-kain/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abel-und-kain/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stamm Abels, schlafe, iss und trinke;&#10;Gott lächelt gnädig dir;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stamm Kains, in Schmutz und Schlamm versinke,&#10;Verende wie ein Tier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stamm Abels, deines Opfers Spende&#10;Umkost die Engelein;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stamm Kains, wann naht sich wohl das Ende,&#10;Das Ende deiner Pein ?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stamm Abels, üppig deine Weide,&#10;Der Herde Schar gesund;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stamm Kains, was heult dein Eingeweide&#10;Vor Hunger wie ein Hund?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stamm Abels, wärme Leib und Seele&#10;Am heimischen Herd voll Ruh,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-2/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-2/</guid><description>&lt;p&gt;Zähnen&#10;Plantschet streif das Blut des Himmels&#10;Denken schicksalt&#10;Tode zattern und verklatschen&#10;Sterne dünsten&#10;Scheine schwimmen&#10;Wolken greifen fetz das Haar&#10;Und&#10;Weinen&#10;Mein&#10;Zergehn&#10;Dir&#10;In&#10;den&#10;Schooß&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abenddämmern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abenddaemmern/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abenddaemmern/</guid><description>&lt;p&gt;Abenddämmern trüb und fahl,&#10;Tiefe Stille webt im Thal.&#10;Schleier rings die Berge kränzt,&#10;Selten nur ein Stern erglänzt.&#10;Wellen zieh&amp;rsquo;n und Winde rauschen,&#10;Träumend neig&amp;rsquo; ich mich, zu lauschen&#10;Und mir dünkt, daß Höh&amp;rsquo;n und Tiefen&#10;Und die Wälder all&amp;rsquo; mich riefen.&#10;Unbegreiflich Heimathsehnen –&#10;Strömt hervor mir heiße Thränen.&#10;Seele möcht&amp;rsquo; den Leib&amp;rsquo; verlassen,&#10;Möchte gern ein Ewiges fassen:&#10;Das in süßem Friedgewähren&#10;Sie entrückt in holde Sphären &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendfriede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendfriede/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendfriede/</guid><description>&lt;p&gt;Schwebe, Mond, im tiefen Blau&#10;Ueber Berg und Höhn,&#10;Sprudle Wasser, blinke Thau!&#10;Nacht, wie bist du schön!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spiegle See den reinen Strahl!&#10;Friedeathmend lind&#10;Durch das wiesenhelle Thal&#10;Walle, weicher Wind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie durch einen Zauberschlag&#10;Bin ich umgestimmt&#10;Von Gedanken, die der Tag&#10;Bringt und wieder nimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß es auch ein Sterben gibt,&#10;Fühl ich ohne Schmerz,&#10;Was ich liebe, was mich liebt,&#10;Geht mir still durchs Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendgebet und Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgebet-und-traum/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgebet-und-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Wir haben viel gelitten&#10;Den Tag hindurch, o Gott!&#10;Man mahnte uns an Schulden,&#10;Und, ach! uns fehlte Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leid schwäche die Ergüsse&#10;Des Dankgefühles nicht,&#10;Leid ist des Lebens Schatten,&#10;Erhöht der Freude Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern will ich es ertragen,&#10;Es sei auch noch so schwer:&#10;Wär′ Leiden mir nicht nöthig,&#10;Du schicktest mir′s nicht, Herr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und jetzt, von dir gesendet,&#10;Kommt Schlaf, und stillt den Schmerz:&#10;Der Tag sei noch so stürmisch,&#10;Schlaf lullt in Ruh′ das Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied für die Entfernte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-fuer-die-entfernte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-fuer-die-entfernte/</guid><description>&lt;p&gt;Hinaus, mein Blick! hinaus ins Thal!&#10;Da wohnt noch Lebensfülle;&#10;Da labe dich im Mondenstrahl&#10;Und an der heil′gen Stille.&#10;Da horch nun ungestört, mein Herz,&#10;Da horch den leisen Klängen,&#10;Die, wie von fern, zu Wonn′ und Schmerz&#10;Sich dir entgegen drängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie drängen sich so wunderbar,&#10;Sie regen all mein Sehnen.&#10;O sag′ mir, Ahndung, bist du wahr?&#10;Bist du ein eitles Wähnen?&#10;Wird einst mein Aug′ in heller Lust,&#10;Wie jetzt in Thränen, lächeln?&#10;Wird einst die oft empörte Brust&#10;Mir sel′ge Ruh umfächeln?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendopfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendopfer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendopfer/</guid><description>&lt;p&gt;Nun sich der Tag geendet,&#10;Mein Herz zu dir sich wendet&#10;Und danket inniglich.&#10;Dein holdes Angesichte&#10;Zum Segen auf mich richte,&#10;Erleuchte und entzünde mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schließe mich aufs neue&#10;In deine Vatertreue&#10;Und Schutz und Herze ein.&#10;Die fleischlichen Geschäfte&#10;Und alle finstern Kräfte&#10;Vertreibe durch dein Nahesein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß du mich stets umgibest,&#10;Daß du mich herzlich liebest&#10;Und rufst zu dir hinein,&#10;Daß du vergnügst alleine,&#10;so wesentlich, so reine,&#10;Laß früh und spät mir wichtig sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendreihen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendreihen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendreihen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie steht ihr allhie und wartet mein,&#10;Und meint, ich soll eure Vorsingerin seyn,&#10;Soll ich denn nun singen, so höret mir zu,&#10;Im Gesetz ist weder Rast noch Ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Gesetz richtet nichts denn Zoren an,&#10;Und kein Mensch lebet, der es halten kann,&#10;Nun muß es dennoch erfüllet seyn,&#10;Darum schickt Gott seinen Sohn herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Derselbig ist worden unser Schild,&#10;Er hat des Vaters großen Zorn gestillt,&#10;Denn er hat dem Gesetz genug gethan,&#10;Für jedermann, der nur glauben kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendschluß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendschluss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendschluss/</guid><description>&lt;p&gt;Die Uhren schlagen sieben. Nun gehen überall in der Stadt die Geschäfte aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus schon umdunkelten Hausfluren, durch enge Winkelhöfe aus protzigen Hallen drängen sichdie Verkäuferinnen heraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch ein wenig blind und wie betäubt vom langen Eingeschlossensein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Treten sie, leise erregt, in die wollüstige Helle und die sanfte Offenheit des Sommerabendsein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Griesgrämige Straßenzüge leuchten auf und schlagen mit einem Male helleren Takt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Trottoirs sind eng mit bunten Blusen und Mädchengelächter vollgepackt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstern/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstern/</guid><description>&lt;p&gt;Mündlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlaf nur ein geliebtes Leben,&#10;Schlaf, ich will ja gern zufrieden seyn,&#10;Deine lieben Augen geben&#10;Dennoch deinem Diener hellen Schein.&#10;Hast du dich verschlossen,&#10;Will ich unverdrossen&#10;Liebend doch vor deiner Thüre stehn;&#10;Daß sie Liebe quäle,&#10;Jauchzet meine Seele,&#10;Darf ich liebend doch an deiner Thüre stehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlaf nur ein, dein Sternenschimmer&#10;Läßt mich nie zu meinem Bette gehn,&#10;Meine müden Augen sehn dich immer,&#10;Bis sie vor den deinen untergehn,&#10;Wie die Blätter fallen,&#10;Also werd ich fallen,&#10;Unter deinem Fuße rauschen hin,&#10;Mild bist du den Armen,&#10;Trage mir Erbarmen,&#10;Unter deinem Fuße rausch ich hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendstimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstimmung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstimmung/</guid><description>&lt;p&gt;Noch glastet weit am Himmel&#10;Verglühend Abendlicht,&#10;Das schimmernd durch die Zweige&#10;Entlaubter Bäume bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In purpurfarbnen Flammen&#10;Ergießt sich Lebensdrang,&#10;Viel heißer als am Mittag,&#10;Da die Sonne hoch sich schwang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blickt in die Flammenfunken&#10;Mein Auge, Thränen schwer,&#10;In tiefer, stummer Sehnsucht&#10;Um Schönheit, die nicht mehr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendtrauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendtrauer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendtrauer/</guid><description>&lt;p&gt;Abendtrauer, du klingende Laute,  Seele des Dunkels, du Jugendvertraute,&#10;Abendtrauer, du tröstendes Leid,  Sanftes Gespiel meiner Einsamkeit,&#10;Abendtrauer, du rauschende Kühle, – Abendtrauer, wie ich dich fühle!&#10;Dunkle Lippen, mit Süße getränkt,  Haben sich leise den meinen gesenkt,&#10;Linde Hände mit zärtlichem Strich  Rühren mein Antlitz und lassen mich&#10;Ganz schon in wartender Wollust beben,  Deiner Wehmut mich hinzugeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied für immer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-fuer-immer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-fuer-immer/</guid><description>&lt;p&gt;Mündlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heute marschieren wir,&#10;Morgen marschieren wir,&#10;Zu dem hohen Thor hinaus,&#10;Ey du wacker schwarzbraun Mägdlein,&#10;Unsre Lieb ist noch nicht aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reist du schon fort?&#10;Reist du denn schon fort?&#10;Kommst du niemals wieder heim?&#10;Und wenn du kommst in ein fremdes Ländchen,&#10;Liebster Schatz vergiß mein nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trink du ein Gläschen Wein,&#10;Zur Gesundheit mein und dein,&#10;Kauf mir einen Strauß am Huth,&#10;Nimm mein Tüchlein in die Tasche,&#10;Deine Thränlein mit abwasch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied für immer (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-fuer-immer-2/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-fuer-immer-2/</guid><description>&lt;p&gt;Ist′s ein Wunder, daß dich alle lieben,&#10;Die nach meinem Scheiden sich dir nahen,&#10;Meine Seufzer sind bei dir geblieben&#10;Und als Luftgeist sehnlich dich umfahren,&#10;Wer zu athmen wagt an deinem Munde&#10;Zieht sie unbewußt zu seinem Herzen,&#10;Diese Seufzer mancher trüben Stunden,&#10;Diese Geister, mir entflohn in Schmerzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu lebendig war des Herzens Hoffen,&#10;Es vergeht nicht mit den Schmerzenstagen,&#10;Ja es liegt die Welt jetzt vor mir offen,&#10;Meine Liebe fühl′ ich drinnen schlagen;&#10;Leb′ ich nun in Andern, die dich lieben,&#10;Mag ich wohl der armen Mutter gleichen,&#10;Die ihr Kind von ihrer Brust vertrieben,&#10;Ihre Brust dem fremden Kind zu reichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von der Klosterkammer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-der-klosterkammer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-der-klosterkammer/</guid><description>&lt;p&gt;Leb wohl, du stille klösterliche Kammer,&#10;Wo, schwelgend in der Jugend Lust und Jammer,&#10;Der Rose gleich in schwüler Mainacht Schoß,&#10;Mein Jünglingsherz den Blütenkelch erschloss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kahl ist die Wand, armselig ist die Stätte:&#10;Ein Tisch, ein Stuhl, ein leichtgezimmert Bette;&#10;Kein Mondstrahl dringt, es fällt kein Sonnenschein&#10;Vom feuchten Hof das lange Jahr herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch, und doch, ihr düstern Klostermauern,&#10;Seid ihr mir lieb, will mich das Scheiden dauern,&#10;Und doch, ihr kahlen Wände, zog durch euch&#10;Von Lust und Leid ein farbenhelles Reich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von gutten Freunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-gutten-freunden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-gutten-freunden/</guid><description>&lt;p&gt;Was soll die trunckne Feder schreiben?&#10;Was aus des Hertzens Grunde quillt/&#10;Worzu mich Lieb und Treue treiben/&#10;Die Oder/ Mayn und Rhein beständigst unterhilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm an diß Denckmahl meiner Hände&#10;Du treue Freund- und Brüderschafft/&#10;Der ich zu Diensten mich verpfände&#10;So lang in diesem Leib ein Lebens-Athem hafft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Brauch der Welt ist viel zu sagen/&#10;Ich schweige was ich leiden muß:&#10;Du kanst mein Hertz in deinem fragen/&#10;Ob ich befreyet sey von Schmertzen und Verdruß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von Maria</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-maria/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-maria/</guid><description>&lt;p&gt;Mündlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihrer Hochzeit hohes Fest&#10;Gräfin Elsbeth still verläßt,&#10;Geht mit reich geschmücktem Haupt&#10;Wo die Waldkapell erbaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bringet Blumen, preiset laut,&#10;Ach wie oft sie da erbaut,&#10;Preißt Maria Geberin,&#10;Ihres Glücks in frommem Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sie hält an dem Altar,&#10;Ist es Angst? Sie fühlt es klar,&#10;Ihre Stunde geht vorbei,&#10;Ihr Gebet strömt immer neu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»O Maria, welches Leid,&#10;Lezte Blumen bring ich heut,&#10;Daß ich reise, schmerzet mich,&#10;Ob ich wiedersehe dich?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschiedszeichen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedszeichen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedszeichen/</guid><description>&lt;p&gt;Mündlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie schön blüht uns der Mayen,&#10;Der Sommer fährt dahin,&#10;Mir ist ein schön Jungfräuelein&#10;Gefallen in meinen Sinn.&#10;Bey ihr ja wär mir wohl,&#10;Wann ich nur an sie denke,&#10;Mein Herz ist freudenvoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich des Nachts lieg schlafen,&#10;Mein Feinslieb kommt mir für,&#10;Wenn ich alsdann erwache,&#10;Bey mir ich niemand spür;&#10;Bringt meinem Herzen Pein,&#10;Wollt Gott, ich sollt ihr dienen,&#10;Wie möcht mir bas gesein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abwehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abwehr/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abwehr/</guid><description>&lt;p&gt;Gewahr′ ich Deiner Augen banges Suchen,&#10;Ihr liebevolles Hangen an den meinen,&#10;So steigt in mir empor ein wildes Weinen,&#10;Und mein und Dein Geschick möcht′ ich verfluchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß, Du bist mir grenzenlos ergeben,&#10;Und jede Stunde zeigt es mir aufs neue,&#10;Und doch verbittert diese Liebestreue,&#10;So rührend schön und süß, mein ganzes Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu trautem Glück willst Du mein Sein beschränken,&#10;Ein stilles Leben soll ich bei Dir führen -&#10;Und meine tiefste Wollust ist: zu Denken,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abzählreim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abzaehlreim/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abzaehlreim/</guid><description>&lt;p&gt;Rechts, links, über Eck,&#10;Die Henne legt die Eier weg;&#10;Legt sie in ein Bündel Stroh,&#10;Irgendwie, irgendwo;&#10;Kommt der Marder Wagemut,&#10;Jagt die Henne von der Brut,&#10;Rechts, links, über Eck -&#10;Ein Kücken hat - er - weg!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach wenn sie das Rössel doch langsam gehn liessen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wenn-sie-das-roessel-doch-langsam-gehn-liessen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wenn-sie-das-roessel-doch-langsam-gehn-liessen/</guid><description>&lt;p&gt;Schlimm Leut sind Studenten, man sagts überall,&#10;Obwohl sie schon kommen im Jahr nur einmal,&#10;So machens ins Dorf so viel Unruh und Mist,&#10;Daß uns die erste Woche schon weh dabey ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir müssen nur sorgen auf Mariengeburt,&#10;Es wünscht auch ein jeder, daß Galli bald wird,&#10;Da kommens mit Degen und Büchsen daher,&#10;Und machen im Dorfe ein jämmerlich Gescher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts ist vor ihnen sicher, kein Henne, kein Taube,&#10;Als wärens erschaffen zum Plündern und Raube,&#10;Darf ihnen kein Gans auf die Wiesen naus trauen,&#10;Studenten thun ihr gleich den Kragen weghauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adelnssucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adelnssucht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adelnssucht/</guid><description>&lt;p&gt;Frische Liedlein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mancher jetz und nach Adel strebt,&#10;Hätt er nicht Geld,&#10;Würd öfter um sich schauen,&#10;Gedenken wer sein Vater war,&#10;Ders ganze Jahr&#10;Den Acker muste bauen;&#10;Der jetzund sich&#10;So gar höflich&#10;Beyn Leuten thut aufschmücken,&#10;Hälts nicht dafür,&#10;Als wenn man spür,&#10;Daß er den Pflug kann zwicken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn er nun kommt zum Abendtanz,&#10;So gilt sein Kranz&#10;Mehr denn der andern allen.&#10;Er krümmt sich fast nach Adelssitt,&#10;Sein gemeßner Tritt&#10;Thut ihm selbst wohlgefallen.&#10;Wer hätt vertraut,&#10;Daß solches Kraut&#10;In Dörfern auch sollt wachsen?&#10;Wenn er nur spricht,&#10;Er ist erwischt,&#10;Ist bäurisch ausgelassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adler und Lilie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adler-und-lilie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adler-und-lilie/</guid><description>&lt;p&gt;Aufruf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Indeß wir beim Turniere und Tanze hier gedeihn,&#10;Trinkt in Burgund der Franzmann gemächlich unsern Wein;&#10;Wir kitzeln hier die Ohren mit Märchenlust und Singen,&#10;Dort hat vom Büchsendonner gar Mancher das Ohrenklingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Ein Narr, wer auf dem Todbett sich Hochzeitskränze flicht!&#10;Wer riss’ ihm aus den Händen das eitle Spielwerk nicht?&#10;Es schreit um Hülf’ und Retter der Feuerglocken Gedröhn,&#10;Beim Brand des eignen Hauses schwärmt nur ein Thor: ei wie schön!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Afrikanisches Duell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/afrikanisches-duell/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/afrikanisches-duell/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn dich der Paul oder jemand, den du kennst,&#10;Schwein schimpft, oder wenn du ihn Rindsvieh nennst,&#10;Dann habt ihr euch beleidigt.&#10;Dann müsst ihr afrikanisches Duell machen.&#10;Ich bin der Schiedsrichter, der bei Ehrenwort euch vereidigt.&#10;Niemand darf auch nur mit der Wimper lachen.&#10;Jeder schweigt. Und ihr stellt euch dabei&#10;Gegenüber. Mit sechs Handbreit Abstand. Und dann&#10;Zähle ich langsam bis drei.&#10;Darauf spuckt jeder dem anderen ins Gesicht&#10;Möglichst so lange, bis der nicht mehr sehen kann.&#10;Mich anspucken gilt aber nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ahndung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ahndung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ahndung/</guid><description>&lt;p&gt;Laue Lüfte säuseln,&#10;Und die Wellen kräuseln&#10;Flüsternd sich im Meer;&#10;Mondenstrahlen beben&#10;Auf der Fluth und schweben&#10;Glänzend hin und her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holde Melodieen&#10;Aus der Ferne ziehen&#10;Klingend durch die Nacht;&#10;Und die Espen zittern,&#10;Wie in Ungewittern&#10;Wenn der Sturm erwacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist es Geisternähe,&#10;Die mit Wohl und Wehe&#10;Schauernd füllt mein Herz?&#10;Steigen Engellieder&#10;Aus den Lüften nieder,&#10;Lindernd meinen Schmerz? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süsse Fantasieen,&#10;Eilet nicht zu fliehen,&#10;Labt den matten Sinn.&#10;Ach in höh′re Räume&#10;Ziehn der Ahndung Träume&#10;Mitleidsvoll ihn hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Algerius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/algerius/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/algerius/</guid><description>&lt;p&gt;Algerius sagt Wunderding:&#10;»Wo andre schreien, weinen,&#10;An diesem Ort ich Freud empfing,&#10;Im Gefängniß mir erscheinet&#10;Das Himmelheer,&#10;Viel Märtirer&#10;Tagtäglich bey mir wohnen,&#10;In Freud und Wonn,&#10;In Gnadensonn,&#10;Seh ich den Herren thronen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Obs Vaterland, sie fragten an,&#10;Ob Freund und auch Verwandten,&#10;Ob seine Kunst er lassen kann?&#10;Er sprach zu den Gesandten:&#10;»Vom Vaterland&#10;Mich keiner bannt,&#10;Es ist am Himmelsthrone,&#10;Allda die Feind&#10;Mir werden Freund,&#10;In einer Musik Tone.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alkestis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alkestis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alkestis/</guid><description>&lt;p&gt;Da plötzlich war der Bote unter ihnen,&#10;hineingeworfen in das Überkochen&#10;des Hochzeitsmahles wie ein neuer Zusatz.&#10;Sie fühlten nicht, die Trinkenden, des Gottes&#10;heimlichen Eintritt, welcher seine Gottheit&#10;so an sich hielt wie einen nassen Mantel&#10;und ihrer einer schien, der oder jener,&#10;wie er so durchging. Aber plötzlich sah&#10;mitten im Sprechen einer von den Gästen&#10;den jungen Hausherrn oben an dem Tische&#10;wie in die Höh gerissen, nicht mehr liegend,&#10;und überall und mit dem ganzen Wesen&#10;ein Fremdes spiegelnd, das ihn furchtbar ansprach.&#10;Und gleich darauf, als klärte sich die Mischung,&#10;war Stille; nur mit einem Satz am Boden&#10;von trübem Lärm und einem Niederschlag&#10;fallenden Lallens, schon verdorben riechend&#10;nach dumpfem umgestandenen Gelächter.&#10;Und da erkannten sie den schlanken Gott,&#10;und wie er dastand, innerlich voll Sendung&#10;und unerbittlich, - wußten sie es beinah.&#10;Und doch, als es gesagt war, war es mehr&#10;als alles Wissen, gar nicht zu begreifen.&#10;Admet muß sterben. Wann? In dieser Stunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle gute Gabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-gute-gabe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-gute-gabe/</guid><description>&lt;p&gt;Wir pflügen und wir streuen&#10;den Samen auf das Land,&#10;doch Wachstum und Gedeihen&#10;steht in des Himmels Hand;&#10;der tut mit leisem Wehen&#10;sich mild und heimlich auf&#10;und träuft, wenn heim wir gehen,&#10;Wuchs und Gedeihen drauf.&#10;Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn,&#10;drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt,&#10;und hofft auf ihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sendet Tau und Regen&#10;und Sonn und Mondenschein&#10;und wickelt seinen Segen&#10;gar zart und künstlich ein&#10;und bringt ihn dann behende&#10;in unser Feld und Brot;&#10;es geht durch unsre Hände,&#10;kommt aber her von Gott.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle Kreatur Gottes ist gut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-kreatur-gottes-ist-gut/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-kreatur-gottes-ist-gut/</guid><description>&lt;p&gt;Dort in Nazareth am letzten Hause,&#10;Wo das Kleeblatt hoher Palmen raget,&#10;Wo vom dunkelblauen Sommerhimmel&#10;An der blendendweißen Gartenmauer&#10;Glühend heiß die Morgensonne brennet,&#10;Lag ein toter Hund im Staub der Straße,&#10;Sei’s, dass er im Hunger dort verdorben,&#10;Sei’s, dass er vor Alter da verendet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Leute, so des Weges kommen,&#10;Bleiben bei dem Tiere müßig stehen,&#10;Spotten sein: &amp;ndash; zum Geier, ruft der Eine,&#10;Mit dem Aase, das die Luft verpestet!&#10;Und ein Andrer murrt, warum der Nachbar&#10;Nicht den Gräuel aus dem Wege schaffe?&#10;Und ein Dritter zählt die dürren Rippen,&#10;Höhnt die steifen ausgereckten Beine; &amp;ndash;&#10;Mit den Füßen trat man ihm im Leben,&#10;Lässt kein gutes Haar ihm noch im Tode. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allgemeines Wandern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allgemeines-wandern/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allgemeines-wandern/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Grund bis zu den Gipfeln,&#10;Soweit man sehen kann,&#10;Jetzt blühts in allen Wipfeln,&#10;Nun geht das Wandern an:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Quellen von den Klüften,&#10;Die Ström auf grünem Plan,&#10;Die Lerchen hoch in Lüften,&#10;Der Dichter frisch voran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die im Tal verderben&#10;In trüber Sorgen Haft,&#10;Er möcht sie alle werben&#10;Zu dieser Wanderschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und von den Bergen nieder&#10;Erschallt sein Lied ins Tal,&#10;Und die zerstreuten Brüder&#10;Faßt Heimweh allzumal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als das Schreckliche geschah</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-das-schreckliche-geschah/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-das-schreckliche-geschah/</guid><description>&lt;p&gt;Als das Schreckliche geschah&#10;Hat der Schreck mich nicht versteint.&#10;Als ich um mich weinen sah&#10;Hab ich selber nicht geweint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles Nahe klang mir sehr&#10;Ferne bis es ganz verhallte.&#10;Plötzlich wurde ein bisher&#10;In mir Stummes wach und lallte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich erbebe im Gebeine.&#10;Ist so schauerlicher Gang&#10;Denn vonnöten ehe eine&#10;Seele findet ihren Klang?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als du geboren warst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-du-geboren-warst/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-du-geboren-warst/</guid><description>&lt;p&gt;Als du geboren warst ans Licht,&#10;da weintest du, es freuten sich die Deinen;&#10;lebe so, daß, wenn dein Auge bricht,&#10;du dich freust, die Menschen aber weinen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als er der Phillis einen Ring mit einem Totenkopf überreichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-der-phillis-einen-ring-mit-einem-totenkopf-ueberreichte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-der-phillis-einen-ring-mit-einem-totenkopf-ueberreichte/</guid><description>&lt;p&gt;Erschrick nicht vor dem Liebeszeichen,&#10;Es träget unser künftig Bild,&#10;Vor dem nur die allein erbleichen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei welchen die Vernunft nichts gilt.&#10;Wie schickt sich aber Eis und Flammen?&#10;Wie reimt sich Lieb und Tod zusammen?&#10;Es schickt und reimt sich gar zu schön,&#10;Denn beide sind von gleicher Stärke&#10;Und spielen ihre Wunderwerke&#10;Mit allen, die auf Erden gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich gebe dir dies Pfand zur Lehre:&#10;Das Gold bedeutet feste Treu,&#10;Der Ring, daß uns die Zeit verehre,&#10;Die Täubchen, wie vergnügt man sei;&#10;Der Kopf erinnert dich des Lebens,&#10;Im Grab ist aller Wunsch vergebens,&#10;Drum lieb und lebe, weil man kann,&#10;Wer weiß, wie bald wir wandern müssen!&#10;Das Leben steckt im treuen Küssen,&#10;Ach, fang den Augenblick noch an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als er in Frankenberg bei Aachen wohnte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-in-frankenberg-bei-aachen-wohnte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-in-frankenberg-bei-aachen-wohnte/</guid><description>&lt;p&gt;Ich zieh′ in euch, ihr Mauern,&#10;Mit Wehmuth und mit Lust,&#10;O Vorzeit reich an Schauern,&#10;Du ziehst in meine Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Wände habt belauschet&#10;Des alten Kaisers Glück,&#10;Von Saitenklang durchrauschet,&#10;Erhellt vom Sonnenblick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier hat der Held gesessen,&#10;Als ihm sein Lieb entschlief:&#10;Die Lust war unermessen,&#10;Das Leid war gar zu tief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was ihn so gekränket,&#10;Was ihm sein Herz bezwang,&#10;Liegt hier im See versenket&#10;Schon tausend Jahre lang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als er mich um meinen Namen fragte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-mich-um-meinen-namen-fragte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-mich-um-meinen-namen-fragte/</guid><description>&lt;p&gt;Katharina, Rosa, nannte mich der Priester,&#10;Als er mich dem Bund der Christen weihte.&#10;Emeline, Stephanie und Kathinka&#10;Nenn&amp;rsquo; ich mich, wenn mir die Musen winken.&#10;Tina heiß ich für den kleinen Kreis der Theuern;&#10;Dieser Nam&amp;rsquo;, der liebste mir von Allen,&#10;Sei mir immerdar von dir gegeben,&#10;Herzlich klingt er, wenn auch nicht romantisch,&#10;Doch für dich will ich nur herzlich seyn.&#10;Wenn mich deine Lippe Tina nennet,&#10;Mögest du der Dichterin vergessend,&#10;Nur das schlichte, treue Mädchen sehen,&#10;Und mit deiner Freundschaft gerne lohnen,&#10;Was mein Herz, seit es dich kennt, empfindet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als er noch bei ihr war</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-noch-bei-ihr-war/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-noch-bei-ihr-war/</guid><description>&lt;p&gt;Als er noch bei ihr war,&#10;war er schon gegangen.&#10;Sein großes Verlangen&#10;machte ihn unsichtbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie in Nebeln zerflossen&#10;stand er immer vor ihr.&#10;Sein Herz war sorgsam verschlossen,&#10;es gehörte längst nicht mehr ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sah ein paar flackernde Augen&#10;über einem trotzigen Mund.&#10;Sie dachte, er sei traurig,&#10;wie man traurig ist ohne Grund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber er hatte Fremdweh,&#10;als wäre er noch nicht gegangen.&#10;Sein Herz war kalt wie Schnee,&#10;ihm brannten die Wangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als Gott der Herr auf Erden ging</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-gott-der-herr-auf-erden-ging/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-gott-der-herr-auf-erden-ging/</guid><description>&lt;p&gt;Als Gott der Herr auf Erden ging,&#10;Da freute sich ein jedes Ding;&#10;Ein jedes Ding, ob groß, ob klein,&#10;Es wollte doch gesegnet sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kreatur in ihrer Not,&#10;Der Mensch in Kümmernis und Tod,&#10;Der breite Strom, das weite Land,&#10;Sie fühlten Gottes Gnadenhand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hört der Frosch zu quaken auf,&#10;Der Hund hält inn in seinem Lauf,&#10;Der Regen hätt geregnet nicht,&#10;Bevor ihn Gott gesegnet nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als sie sich im Schnee erlüstirete.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-sich-im-schnee-erluestirete/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-sich-im-schnee-erluestirete/</guid><description>&lt;p&gt;Spiel immer, wie du tust, doch denke diß darbei,&#10;daß unter diesem Scherz auch etwas Ernstlichs sei!&#10;Du übertriffst, mein Lieb, des liechten Schnees Brauch:&#10;so viel du weißer bist, das bist du kälter auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Also, schwärmen soll ich nimmer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/also-schwaermen-soll-ich-nimmer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/also-schwaermen-soll-ich-nimmer/</guid><description>&lt;p&gt;Also, schwärmen soll ich nimmer,&#10;Schwärmen in die späte Nacht.&#10;Wenn das Herz auch liebt wie immer,&#10;Und der Mond noch freundlich lacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn das Schwert zerstört die Scheide,&#10;Und das Herz verzehrt die Brust,&#10;Und der Ruh&lt;code&gt; bedürfen beide, Unsre Lieb&lt;/code&gt; und unsre Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe liebt den Sternenschimmer,&#10;Und zu schnell entflieht die Nacht,&#10;Aber schwärmen werd` ich nimmer,&#10;Wann der Mond am Himmel wacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alter/</guid><description>&lt;p&gt;Das aber ist des Alters Schöne,&#10;Daß es die Saiten reiner stimmt,&#10;Daß es der Lust die grellen Töne,&#10;Dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ermessen läßt sich und verstehen&#10;Die eig′ne mit der fremden Schuld,&#10;Und wie auch rings die Dinge gehen,&#10;Du lernst dich fassen in Geduld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Ruhe kommt erfüllten Strebens,&#10;Es schwindet des verfehlten Pein-&#10;Und also wird der Rest des Lebens&#10;Ein sanftes Rückerinnern sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am 28. Jänner 1814</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-28-jaenner-1814/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-28-jaenner-1814/</guid><description>&lt;p&gt;Nun sind es tausend Jahr,&#10;Daß Kaiser Karl geschlafen.&#10;Wer zählt der Gräuel Schaar,&#10;Die in der Zeit uns trafen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat dir von unsrer Welt&#10;Im Grabe nicht geträumet?&#10;O frommer Christenheld,&#10;Du hast sehr viel versäumet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ganze Deutschland schaut&#10;Voll Schmerz nach deinen Zeiten,&#10;Der heil′ge Morgen graut,&#10;Zu dem wir uns bereiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun rufen wir dir zu,&#10;Geliebtes Haupt, erwache,&#10;Ersteh′ von langer Ruh,&#10;Vollziehe du die Rache!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am 30. September 1813 - O könnt′ ich zu dir fliegen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-30-september-1813-o-koennt-ich-zu-dir-fliegen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-30-september-1813-o-koennt-ich-zu-dir-fliegen/</guid><description>&lt;p&gt;O könnt′ ich zu dir fliegen,&#10;Ein Vögelein, in Eil,&#10;An deine Brust mich schmiegen,&#10;Da träfe mich kein Pfeil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O gält es nur zu schwimmen&#10;Durch wilde, weite See,&#10;Oder hinan zu klimmen,&#10;Die steilste Felsenhöh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das wäre wol ein Leichtes&#10;Um solch ein Himmelsgut.&#10;Allein kein Blick erreicht es,&#10;Kein Wünschen und kein Muth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch muß ich stets mich wenden&#10;Zu deiner Gegend hin,&#10;Und immer Grüße senden&#10;Voll treuem Liebessinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Ammersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ammersee/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ammersee/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht eine Weide am Ammersee.&#10;Die taucht ihr Gezweig in die Fluten.&#10;&amp;ldquo;Ade, goldhaariger Schatz, ade!&#10;Nun gilts für den König zu bluten.&#10;Traut war es zu kosen, Boot an Boot,&#10;Wenn die Wasser rauschten im Ammersee,&#10;Und über ein Jahr, wer weiß, bin ich tot -&#10;Ade nun, mein Schatz, ade!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie fuhren noch einmal den See entlang&#10;Wohl unter die flüsternde Weide,&#10;Die Herzen so weh, die Herzen so bang -&#10;sie kosten in Lust und in Leide.&#10;Ab stieß er den Nachen - er schwenkte den Hut:&#10;Da rauschten die Wasser im Ammersee.&#10;&amp;ldquo;Dem König gehorchte ein Soldatenblut -&#10;Ade nun, mein Schatz, ade!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Bodensee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-bodensee/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-bodensee/</guid><description>&lt;p&gt;Über Gelände, matt gedehnt,&#10;Hat Nebelhauch sich wimmelnd gelegt,&#10;Müde, müde die Luft am Strande stöhnt,&#10;Wie ein Roß, das den schlafenden Reiter trägt;&#10;Im Fischerhause kein Lämpchen brennt,&#10;Im öden Thurme kein Heimchen schrillt,&#10;Nur langsam rollend der Pulsschlag schwillt&#10;In dem zitternden Element.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hör′ es wühlen am feuchten Strand,&#10;Mir unter′m Fuße es wühlen fort,&#10;Die Kiesel knistern, es rauscht der Sand,&#10;Und Stein an Stein entbröckelt dem Bord.&#10;An meiner Sohle zerfährt der Schaum,&#10;Eine Stimme klaget im hohlen Grund,&#10;Gedämpft, mit halbgeschlossenem Mund,&#10;Wie des grollenden Wetters Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am dritten Sonntage im Advent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-dritten-sonntage-im-advent/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-dritten-sonntage-im-advent/</guid><description>&lt;p&gt;Evang.: Johannes sendet zu Christo&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf keinen Andern wart′ ich mehr:&#10;Wer soll noch Liebres kommen mir?&#10;Wer soll so mild und doch so hehr&#10;Mir treten an des Herzens Tür?&#10;Wer durch des Fiebers Qual und Brennen&#10;So liebreich meinen Namen nennen,&#10;Ein Balsamträufeln für und für?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wußtest es von Ewigkeit,&#10;Daß der Gedanken Übermaß,&#10;Dem Sinn entzogner Herrlichkeit,&#10;Zersprengen müßt′ mein Hirn wie Glas;&#10;So kommst du niedrig meinesgleichen,&#10;Wie zu der Armut Fromme schleichen,&#10;Dich setzend wo der Bettler saß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am ersten Mai 1816</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ersten-mai-1816/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ersten-mai-1816/</guid><description>&lt;p&gt;Hast du den Mai gesehen&#10;In seinem hellen Strahl?&#10;Da steht er auf den Höhen&#10;Und schaut ins grüne Thal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zog in leichten Träumen&#10;Um deine Lagerstatt,&#10;Nun streut er von den Bäumen&#10;Dir Blüten auf den Pfad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun schleicht er durch den Garten&#10;Zu deiner Kammerthür,&#10;Noch eh′ wir ihn erwarten&#10;Schaut er durch′s Fenster hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ruft mit linden Worten,&#10;Mit holdem Wink und Gruß,&#10;Komm aus den dunkeln Pforten,&#10;O komm herab zum Fluß,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Lietzensee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-lietzensee/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-lietzensee/</guid><description>&lt;p&gt;Die rote Sandsteinbrücke packt&#10;Staubig die andere Seite vom schwärzlichen Tümpel.&#10;Laternen. Das verirrte Mondlicht zackt&#10;Über Sträucher und Wellen und träges Gerümpel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch zu uns tönt der Abendschrei der Stadt.&#10;Ich spüre noch die Lust der vielen Straßen&#10;Und Trommelwirbel um Fortunas Rad.&#10;Doch du stehst vor mir schläfrig und verblasen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feindselig reichst du mir die plumpe Hand,&#10;Von neuem Zorn die starke Stirn betört.&#10;Und als ich längst schon meinen Weg gerannt,&#10;Hat alle Schritte noch dein Traum gestört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor und die Vernunft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-und-die-vernunft/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-und-die-vernunft/</guid><description>&lt;p&gt;Vergessen wollt ich ganz Lauretten;&#10;Ich hatt′ es wenigstens gedacht.&#10;Ich rief: Vernunft, zerbrich nur meine Ketten,&#10;Und zeige deine Macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Thor! sprach sie mit Zauber-Tönen:&#10;Der gute Amor ist mein Freund.&#10;Wir haben uns zur Ehre deiner Schönen&#10;Zum erstenmal vereint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie? Amor und Vernunft befehlen&#10;Zu seufzen? - Quälender Betrug!&#10;Es sey! Doch, ach! die Sterblichen zu quälen,&#10;Wär einer schon genug!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Anna Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-anna-blume/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-anna-blume/</guid><description>&lt;p&gt;Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!&#10;Du, Deiner; Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - - wir?&#10;Das gehört beiläufig nicht hierher!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer bist Du , ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?&#10;Die Leute sagen, Du wärest.&#10;Lass sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,&#10;auf den Händen wanderst Du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,&#10;Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.&#10;Du, Deiner; Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - - wir?&#10;Das gehört beiläufig in die kalte Glut!&#10;Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An das Thal zu Baden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-thal-zu-baden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-thal-zu-baden/</guid><description>&lt;p&gt;Schmücke dich mit Laub und Blüten,&#10;Mein geliebtes, schönes Thal,&#10;Zartes Leben zu behüten&#10;Vor zu heißem Sonnenstrahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch den Frühling hergetragen,&#10;Kommt ein liebes, frommes Kind,&#10;Engel führen seinen Wagen,&#10;Und es weht ein lauer Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weht es schmeichelnd an, ihr Lüfte,&#10;Stärket Sinne, Geist und Muth,&#10;Ihr des Weinstocks zarte Düfte,&#10;Du der Rose keusche Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An dem Brünnlein, an den Bächen&#10;Geht es, an dem Wasserfall,&#10;Mag sich oft und gern besprechen&#10;Mit dem leisen Wiederhall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-amor/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-amor/</guid><description>&lt;p&gt;Ach Amor, lieber Amor!&#10;Schon an dem ersten May&#10;Baut in des Gartens Ecke&#10;Ich den Altar für dich,&#10;Und pflanzte Rosenhecken&#10;Und Myrthen drüber her:&#10;Und lag nicht jeden Morgen&#10;Thauvoll ein Blumenkranz&#10;Auf deines Altars Mitte?&#10;Ach alles war umsonst!&#10;Schon streifen Winterwinde&#10;Das Laub von Baum und Strauch,&#10;Und Phillis ist noch spröde,&#10;Spröd wie am ersten May.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Dohmherrn von Rochow</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-dohmherrn-von-rochow/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-dohmherrn-von-rochow/</guid><description>&lt;p&gt;als er gesagt hatte, die Liebe müsse sie gelehret haben, so schöne Verse zu machen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kenner von dem saphischen Gesange!&#10;Unter deinem weissen Ueberhange&#10;Klopft ein Herze, voller Gluth in dir!&#10;Von der Liebe ward es unterrichtet&#10;Dieses Herze, aber ganz erdichtet&#10;Nennst du sie die Lehrerin von mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Jugend ward gedrückt von Sorgen,&#10;Seufzend sang an manchem Sommermorgen&#10;Meine Einfalt ihr gestammelt Lied;&#10;Nicht dem Jüngling thöneten Gesänge,&#10;Nein, dem Gott, der auf der Menschen Menge,&#10;Wie auf Ameishaufen niedersieht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-himmel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;O schöner, blauer Himmel,&#10;Der über mir gewölbet,&#10;Sich in der weiten Ferne&#10;Zur Erde niedersenket,&#10;Warum vermag dein Ende&#10;Ich nie, nie zu erreichen?&#10;Wie oft, auf freier Ebne,&#10;Lief ich aus allen Kräften&#10;Dem Orte zu, wo freundlich&#10;Die Erde du berührest,&#10;Und sah, dort angelanget,&#10;Mich jedesmal getäuschet:&#10;Denn während meines Laufes&#10;Warst mitleidslos du weiter&#10;Gerückt. Wenn du mit mir doch&#10;Verführst, wie manche Mutter,&#10;Die, um ihr träges Kindlein&#10;Zu üben, einen Apfel&#10;Mit rothen Wangen oder&#10;Die honigsüße Birne&#10;Ihm in erhobner Hand zeigt,&#10;Mit Worten es ermunternd.&#10;Das Kind, das Obst zu haschen,&#10;Stellt ein- und zwei- und vielmal&#10;Sich auf die schwachen Füße,&#10;Und zehnmal sind mißlungen&#10;Die eifrigen Versuche.&#10;Da läßt zuletzt die Mutter&#10;Es des Erfolges seiner&#10;Bemühungen sich freuen.&#10;Ich klage nicht darüber,&#10;Daß du das Ziel stets weiter&#10;Und weiter rückest; laß mich&#10;Nur endlich einmal deinen&#10;Anmuth′gen Rand erreichen,&#10;Und in die Wolken steigen,&#10;Die, Hügelreihen ähnlich,&#10;Auf ihm empor sich schichten.&#10;Laß wie in einem Boote&#10;Du mich von ihnen tragen&#10;Von einem Ort zum andern,&#10;Und aus der Luft die Erde&#10;Mich unter mir erblicken&#10;Gleichwie im Vogelfluge.&#10;Sei du nicht bang, o Himmel,&#10;Der Kopf wird mir nicht schwindeln.&#10;Fahr′ ich doch dreist im Kahne&#10;Oft über all den Wundern&#10;Der Wasserwelt, und sehe&#10;In Reihen umgestürzte&#10;Gebäude, Bäume, Thürme&#10;Tief unter mir sich regen.&#10;O laß dich, guter Himmel,&#10;Ein einzig Mal erbitten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Kaiser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-kaiser/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-kaiser/</guid><description>&lt;p&gt;Vor den Thron des Hochgewalt’gen tritt nun frei und kühn mein Lied,&#10;Vor den Herrscher, dem ein dreifach Kronenband die Stirn umzieht:&#10;Jene alte goldne Krone, deren Glanz, bevor sie sein,&#10;Durchgewallt von Haupt zu Haupte seiner Ahnen lange Reihn;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jene schöne Silberkrone, deren schützend Zauberband&#10;Um des Greises Haupt das Alter weiß und rein und heilig wand;&#10;Und die dritte, schönste Krone, die ihm milde Güte flicht,&#10;Segensreich wie Frühlingshimmel, hehr wie leuchtend Mondenlicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-tod/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Was fühlst du für Vergnügen,&#10;In schreckender Gestalt&#10;Dich einem Kind zu zeigen,&#10;Das schon zum Grabe wallt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was hab′ ich denn genossen&#10;(Nimmst du die Freuden weg,&#10;Die meinem Geist geworden)&#10;Auf meinem Lebensweg?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst nahmst du mir die Brüder;&#10;Dann Vater, unsern Hort;&#10;Noth machte mir die Heimath&#10;Fast zum Verbannungsort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat mich nicht der Gedanke&#10;Gequält, früh brech′ mein Herz?&#10;Und mehr als eignes Leiden&#10;Der guten Mutter Schmerz?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-winter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-winter/</guid><description>&lt;p&gt;Willkommen, lieber Winter,&#10;Willkommen hier zu Land!&#10;Wie reich du bist, mit Perlen&#10;Spielst du, als wär′ es Sand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Hof, des Gartens Wege&#10;Hast du damit bestreut;&#10;Sie an der Bäume Zweige&#10;Zu Tausenden gereiht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Odem, lieber Winter,&#10;Ist kälter, doch gesund;&#10;Den Sturm nur halt′ im Zaume,&#10;Sonst macht er es zu bunt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An der sonngewohnten Straße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-der-sonngewohnten-strasse/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-der-sonngewohnten-strasse/</guid><description>&lt;p&gt;An der sonngewohnten Straße, in dem&#10;hohlen halben Baumstamm, der seit lange&#10;Trog ward, eine Oberfläche Wasser&#10;in sich leis erneuernd, still′ ich meinen&#10;Durst: des Wassers Heiterkeit und Herkunft&#10;in mich nehmend durch die Handgelenke.&#10;Trinken schiene mir zu viel, zu deutlich;&#10;aber diese wartende Gebärde&#10;holt mir helles Wasser ins Bewußtsein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also, kämst du, braucht ich, mich zu stillen,&#10;nur ein leichtes Anruhn meiner Hände,&#10;sei′s an deiner Schulter junge Rundung,&#10;sei es an den Andrang deiner Brüste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Franzosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-franzosen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-franzosen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr zürnt, daß wir, mit Raubkrieg überzogen,&#10;Euch blutend wieder heimgesandt,&#10;Und deutsche Gaun, um die ihr uns betrogen,&#10;Entrissen eurer Frevelhand?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für viele Missethat war das die Sühne,&#10;Und mit mehr Recht habt ihr gebüßt,&#10;Als jener Fürst, den auf der Henkerbühne&#10;Für fremde Schuld ihr sterben ließt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht an die Ströme Bluts, aus deutschen Adern&#10;Geschlagen vom Franzosenschwert,&#10;Mehr dächten wir fortan, noch altes Hadern,&#10;Wenn ihr nicht die Verstockten wär′t.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freunde in Baden-Baden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freunde-in-baden-baden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freunde-in-baden-baden/</guid><description>&lt;p&gt;Frankenberg bei Aachen den 16. Juli 1815.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ihr wandelt auf den Matten&#10;An des Oelbachs klarer Flut,&#10;Wenn ihr in dem Eichenschatten&#10;An dem Fuß der Berge ruht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist auch Einer, der den Becher&#10;Trägt, und Brod und kühlen Wein?&#10;Treuer Diener, treuer Zecher&#10;Mit euch trinket, euch schenkt ein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hört ihr′s flüstern in den Zweigen&#10;Zärtlich, wehmuthsvoll und mild?&#10;Seht ihr aus den Fluten steigen&#10;Ein bewegtes, dunkles Bild?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Gräfin Caroline von Baudissin geb. Gr. Schimmelmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-graefin-caroline-von-baudissin-geb-gr-schimmelmann/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-graefin-caroline-von-baudissin-geb-gr-schimmelmann/</guid><description>&lt;p&gt;In süßern heiligern entzückensvollern Stunden&#10;Hat Liebe Dir den Kranz gewunden:&#10;Doch du verschmähest auch den Kranz der Freundschaft nicht,&#10;In welchen hier ein Blatt mir die Erinnrung flicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Gräfin Julie Reventlow geb. Schimmelmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-graefin-julie-reventlow-geb-schimmelmann/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-graefin-julie-reventlow-geb-schimmelmann/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht Menschen nur, Du lenkst auch Götter,&#10;O Julia, und Wind und Wetter!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit holdem Zauberlicht umgoßen&#10;War schon ein Mond bei Dir verfloßen.&#10;Du lächeltest: Hain, Meer, Gefilde&#10;Ward mir ein Abglanz Deiner Milde,&#10;Und was Dich liebet, was Dich ehret,&#10;Schien freundlich auch zu mir gekehret.&#10;Mein Geist erhub sich wonnetrunken;&#10;Doch bald zum eignen Werth gesunken,&#10;Entsagt&amp;rsquo; er jener hohen Freude&#10;Und rief mir: »Faße Mut und scheide!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Königin Luise von Preussen (2. Fassung)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenigin-luise-von-preussen-2-fassung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenigin-luise-von-preussen-2-fassung/</guid><description>&lt;p&gt;Du, die das Unglück mit der Grazie Schritten,&#10;Auf jungen Schultern, herrlich jüngsthin trug:&#10;Wie wunderbar ist meine Brust verwirrt,&#10;In diesem Augenblick, da ich auf Knieen,&#10;Um dich zu segnen, vor dir niedersinke.&#10;Ich soll dir ungetrübte Tag′ erflehn:&#10;Dir, die der hohen Himmelssonne gleich,&#10;In voller Pracht nur strahlt und Herrlichkeit,&#10;Wenn sie durch finstre Wetterwolken bricht.&#10;O du, die aus dem Kampf empörter Zeit,&#10;Die einzge Siegerin, hervorgegangen:&#10;Was für ein Wort, dein würdig, sag ich dir?&#10;So zieht ein Cherub, mit gespreizten Flügeln,&#10;Zur Nachtzeit durch die Luft, und, auf den Rücken&#10;Geworfen, staunen ihn, von Glanz geblendet,&#10;Der Welt betroffene Geschlechter an.&#10;Wir alle mögen, Hoh′ und Niedere,&#10;Von den Ruinen unsers Glücks umgeben,&#10;Gebeugt von Schmerz, die Himmlischen verklagen,&#10;Doch du Erhabene, du darfst es nicht!&#10;Denn eine Glorie, in jenen Nächten,&#10;Umglänzte deine Stirn, von der die Welt&#10;Am lichten Tag der Freude nichts geahnt:&#10;Wir sahn dich Anmut endlos niederregnen,&#10;Daß du so groß als schön warst, war uns fremd!&#10;Viel Blumen blühen in dem Schoß der Deinen&#10;Noch deinem Gurt zum Strauß, und du bists wert,&#10;Doch eine schönre Palm erringst du nicht!&#10;Und würde dir, durch einen Schluß der Zeiten&#10;Die Krone auch der Welt: die goldenste,&#10;Die dich zur Königin der Erde macht,&#10;Hat still die Tugend schon dir aufgedrückt.&#10;Sei Teure, lange noch des Landes Stolz,&#10;Durch frohe Jahre, wie, durch frohe Jahre,&#10;Du seine Lust und sein Entzücken warst!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein Gemach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-gemach/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-gemach/</guid><description>&lt;p&gt;Am 16. Jänner 1808.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O schmücke dich mit heiligem Geräthe,&#10;Gemach, das einen Himmel bald umhüllt,&#10;Das bald, wie Duft an einem Rosenbeete,&#10;Die Herrliche mit ihrer Gottheit füllt.&#10;Die Königin von allen Königinnen,&#10;Sie will hier schlummern, will dich liebgewinnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch größern Ruhm, Gemach, sollst du erringen,&#10;Den keine Zunge, ein Gesang erreicht,&#10;Ein Lichtglanz soll aus deinen Mauern dringen,&#10;Der einzig Ihr an Götterschönheit gleicht.&#10;Es schaut in stillem, gläubigem Entzücken&#10;Ein treues Volk nach dir mit Hoffnungsblicken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein Hündlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-huendlein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-huendlein/</guid><description>&lt;p&gt;Gern gab ich die drei Fünfer&#10;Dem losen Buben hin.&#10;Er trug, ich möchte schwören,&#10;Noch ärgeres im Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier wird dich Niemand quälen,&#10;Läßt jeder dich in Ruh;&#10;Ja, trägt wohl gar, dich streichelnd,&#10;Dir manchen Bissen zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Nachts, im Herbst und Winter,&#10;Legst du dich nah am Herd&#10;In dein bequemes Körbchen,&#10;Und schlummerst ungestört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-kind/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Ungetrübt und klar und helle&#10;Rinnet noch des Lebens reine Quelle,&#10;Zwischen Blumenufern Dir dahin.&#10;Morgenroth glänzt auf den stillen Fluthen,&#10;Und im Wiederschein der Purpurgluthen&#10;Spiegelt sich Dein unbefangner Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber bald umwölkt ein trüber Schleier&#10;Dir des Daseyns jugendliche Feier,&#10;Und Aurora′s milder Glanz verbleicht.&#10;Wolken ziehn sich über Dir zusammen,&#10;Denn der Leidenschaften wilde Flammen&#10;Haben bald die zarte Brust erreicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und verlohren ist der goldne Frieden,&#10;Der der Kindheit nur allein beschieden,&#10;Wenn Dir Liebe droht mit giftigem Pfeil.&#10;Hat er einmahl Dir das Herz durchdrungen,&#10;Machen selbst des Erdballs Huldigungen&#10;Nicht des Busens tiefe Wunde beil.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Biene, die mich stechen wollte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-biene-die-mich-stechen-wollte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-biene-die-mich-stechen-wollte/</guid><description>&lt;p&gt;Kleine Biene, fliege weiter,&#10;Schwärm´um Blumen auf der Flur;&#10;Ich bin keine frische Rose,&#10;Bin ein welkend Blümlein nur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß das Stechen, laß das Saugen&#10;Denn du findest keinen Keim,&#10;Draus du könntest still geschäftig&#10;Brauen süßen Honigseim.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jede süße Lebensregung&#10;Zehrte weg die böse Zeit,&#10;Und mein Herz ist jetzt erfüllet&#10;Nur von Schmerz und Bitterkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Immortelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-immortelle/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-immortelle/</guid><description>&lt;p&gt;Unvergängliche Blume, die Er mir scheidend gegeben,&#10;Möchte sein Innres, wie Dich, nimmer verwandeln die Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Orangenblüte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-orangenbluete/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-orangenbluete/</guid><description>&lt;ol start="1807"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Was willst du in den kalten Zonen,&#10;O Blume, die aus Süden kam?&#10;Auch ich muß in der Fremde wohnen&#10;Voll Sehnsucht und voll Gram.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und beide nur ein kläglich Leben,&#10;Im Krankenhause, leben wir;&#10;Was uns der Heimat Götter geben,&#10;Wer nützt und liebt es hier?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verschließe deine zarten Düfte,&#10;Den Kelch von Wohlgerüchen schwer,&#10;Und ströme nicht in Todtengrüfte&#10;Des höchsten Lebens Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch sie, der unter milderm Himmel&#10;Wol manches kleine Lied entquoll,&#10;Die Harfe schweigt im Kriegsgetümmel,&#10;Sie klang so minnevoll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Sperlingsmutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-sperlingsmutter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-sperlingsmutter/</guid><description>&lt;p&gt;Sei ruhig, nicht zum Kummer&#10;Hab′ ich dein Nest entdeckt,&#10;Im Winkel zweier Sparren&#10;Des Daches klug versteckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von nun an theil′ ich täglich&#10;Mit deiner Brut mein Brot:&#10;So viel wird Gott schon geben,&#10;Er läßt uns nicht in Noth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewöhnt an mich allmählig&#10;Sich deiner Kinder Sinn,&#10;Sag ihnen, wenn sie fragen,&#10;Daß ich die Ahnin bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Wolke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-wolke/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-wolke/</guid><description>&lt;p&gt;Reich mir die Hand, o Wolke,&#10;Heb′ mich zu dir empor!&#10;Dort stehen meine Brüder&#10;Am offnen Himmelsthor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sind′s, obgleich im Leben&#10;Ich niemals sie gesehn:&#10;Ich seh′ in ihrer Mitte&#10;Ja unsern Vater stehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schaun auf mich hernieder,&#10;Sie winken mir zu sich.&#10;O reich′ die Hand mir, Wolke,&#10;Schnell, schnell erhebe mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Frosch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-frosch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-frosch/</guid><description>&lt;p&gt;Was guckest du so traurig,&#10;Aus laichbedecktem Sumpf&#10;Zur Hälfte nur erhebend&#10;Den sammetgrünen Rumpf?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O bleib′ in unsrer Nähe,&#10;Itzt da Gefahr uns droht:&#10;Bald kommt der Storch geflogen,&#10;Und macht uns alle todt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sieht am Rand des Teiches&#10;Er dich, o Mädchen, ruhn;&#10;Wird er gewiß sich scheuen,&#10;Uns Böses anzuthun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Unbekannten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-unbekannten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-unbekannten/</guid><description>&lt;p&gt;Wer du auch seyst, der itzt durch Schmeicheltöne&#10;In stiller Nacht sein schlummernd Mädchen grüsst:&#10;Du siehst sie nicht die heiss geweinte Thräne,&#10;Die, ungesehen, mir vom Auge fliesst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer weiss, ob dir von deines Mädchens Wangen&#10;Ein gleicher Beyfall strömt? – O glücklich, fühlt&#10;Die Arme nicht ihr redlich Herz von bangen&#10;Empfindungen verkannter Treu durchwühlt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn jedes deiner Instrumente schallet&#10;Nur Liebe zu des Mädchens Ohren hin,&#10;Und von der Lippe des Geliebten hallet&#10;Ihr nie der schnöde Nahme – Heuchlerinn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Ferdinand Delbrück, beim Schlusse seiner ästhetischen Vorlesungen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ferdinand-delbrueck-beim-schlusse-seiner-aesthetischen-vorlesungen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ferdinand-delbrueck-beim-schlusse-seiner-aesthetischen-vorlesungen/</guid><description>&lt;p&gt;Königsberg 1812.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sind wir fröhlich denn zum Ziel gekommen!&#10;Durchzogen ist ein weites, reiches Land,&#10;Wo wir so manch lebendig Wort vernommen;&#10;Es war ein tiefer Strom, an dessen Rand&#10;In leichter Barke wir so froh geschwommen;&#10;Doch an dem holden Blüten-Ufer stand&#10;Und ging ein Chor von herrlichen Gestalten -&#10;O strebet, sie euch ewig fest zu halten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom sel′gen Anschaun ist der Blick noch trunken.&#10;Die sahen wir im Zauberspiegel,&#10;Da lebten Bilder auf, da sprühten Funken&#10;Durch unsre Seelen, lösend Schloß und Riegel.&#10;Als wir in Andacht vor ihr hingesunken,&#10;Entsprossen schmerzlich süß die Liebesflügel,&#10;Was die Platone und die Diotimen&#10;Für aller Seligkeit Beginnen rühmen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Franz Grillparzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-franz-grillparzer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-franz-grillparzer/</guid><description>&lt;p&gt;In der Nähe, in der Ferne, welch′ ein frohbewegt Getriebe!&#10;Wie sich′s regt und rührt und hastet zu dem schönen Fest der Liebe!&#10;Pilger eines ew′gen Glaubens schaaren sich im Zug die Gäste,&#10;Wer das Sinnigste jetzt brächte, böte wohl der Gaben beste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All′ voran die holden Frauen, die vertraute Blicke tauschen,&#10;Daß durch Blumenflur und Lorber geht ein ahnungsvolles Rauschen;&#10;Frauenart ist′s, auf die Häupter ihrer Theuren Kranz und Segen,&#10;Frauenart, die weißen Hände mild auf wunde Herzen legen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An G.T.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-g-t/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-g-t/</guid><description>&lt;p&gt;Freund, der mit mir in düstern Stunden&#10;Den Gram der Erde durchgefühlt,&#10;Mit mir die große Qual empfunden,&#10;Die in der Brust der Menschheit wühlt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der nah mir war in jenen Nächten,&#10;Als ich der Leiden schwerste litt&#10;Und mit des Lebens finstern Mächten&#10;Den ungeheuern Kampf durchstritt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch einmal nun, zum letztenmale,&#10;Eh mir der Tod die Wange bleicht,&#10;Biet′ mir in der krystallnen Schale&#10;Den Trank, den du mir oft gereicht,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Heinrich Jung, genannt Stilling, zu dessen sieben und siebzigsten Geburtstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-heinrich-jung-genannt-stilling-zu-dessen-sieben-und-siebzigsten-geburtstage/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-heinrich-jung-genannt-stilling-zu-dessen-sieben-und-siebzigsten-geburtstage/</guid><description>&lt;p&gt;den 12. September 1816.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Herbst hat seinen Thron genommen&#10;Die liebe Blumenzeit verschwand,&#10;Auch du bist wieder heimgekommen&#10;Von Badens mildem Quellenrand.&#10;So kehret jedes von der Reise&#10;Und zieht in seine Heimat ein,&#10;Und richtet sich auf seine Weise&#10;Zum langen Winter traulich ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur ich muß wieder dich ergreifen,&#10;Du vielgebrauchter Wanderstab,&#10;Und muß mit meiner Liebe schweifen&#10;In fernes Land, den Rhein hinab.&#10;Wolan, die grünen Wellen bringen&#10;Mir stündlich holde Grüße zu.&#10;Und Wellenschlag und Lieder singen&#10;Mein Herz in die gewünschte Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Hoffmann von Fallersleben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hoffmann-von-fallersleben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hoffmann-von-fallersleben/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzo, wo die Nachtigall&#10;Schlägt mit mächt’gen Schlägen;&#10;Wo der Rhein mit vollem Schall&#10;Braust auf seinen Wegen;&#10;Wo die Dampfer wieder ziehn;&#10;Wo die grünen Reben,&#10;Wo die Blumen wieder blühn -&#10;Jetzt auf einmal eben&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denk ich wieder, wie im Traum,&#10;Jener Nacht im &amp;ldquo;Riesen&amp;rdquo;&#10;Wo wir den Champagnerschaum&#10;Von den Gläsern bliesen;&#10;Wo wir leerten Glas auf Glas,&#10;Bis ich alles wußte,&#10;Bis ich deinen ganzen Haß&#10;Schweigend ehren mußte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Hypsäus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hypsaeus/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hypsaeus/</guid><description>&lt;p&gt;Man muß nicht allezeit was Hocherhabnes sagen:&#10;Der allgemeine Witz ist nicht der Hoheit Freund.&#10;Des Weltlichts vollen Glanz kann mancher nicht ertragen,&#10;Der seinen Schimmer liebt, wann er in Wassern scheint.&#10;Nicht jeder Wahrheit Bild kann helle Farben leiden,&#10;Die reizt, wann um ihr Licht ein zarter Schatten spielt.&#10;Uns brennt der Sonne Glut auf unbepflanzten Haiden,&#10;Die uns zur Anmuth strahlt, wenn sie ein Lustwald kühlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Jacob Böhme′s Grabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-jacob-boehmes-grabe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-jacob-boehmes-grabe/</guid><description>&lt;p&gt;Im Mai 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich komm′ aus weiter Ferne&#10;Ein müder Wandersmann,&#10;Mir zeigten lichte Sterne&#10;Zu dir die liebe Bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Knabe schon vernommen&#10;Hab′ ich ein Wort von dir,&#10;Nun bin ich selbst gekommen,&#10;Und bin so selig hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort hat die Welt ihr Wesen,&#10;Hier weht so milde Luft,&#10;Es müssen wol genesen&#10;Die Krieger an der Gruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie nahn voll Blut und Schmerzen&#10;Und finden hier das Heil,&#10;Der Todespfeil im Herzen&#10;Wird schnell zum Liebespfeil.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Karl Graf Münchow</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-karl-graf-muenchow/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-karl-graf-muenchow/</guid><description>&lt;p&gt;Zu seinem Geburtstage, den 1. October 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer reitet vor der grünen Schaar&#10;Ein Schwert in starker Hand?&#10;Wer schaut so fröhlich in Gefahr?&#10;Ein Graf vom Ostseestrand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wackrer Pommer, deutsches Blut&#10;Von altem Schrot und Korn,&#10;Gott wahre dir den Schlachtenmuth,&#10;Noch lange schall′ dein Horn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott wahre dir den edlen Leib -&#10;Es winde dir den Kranz&#10;Am Friedensfest ein holdes Weib&#10;In stiller Schönheit Glanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weinmond naht so frisch und hell,&#10;Er bringt uns hellen Wein,&#10;Wir fechten kühn, und reiten schnell&#10;Zum alten heil′gen Rhein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An lichtgewobener Kette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-lichtgewobener-kette/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-lichtgewobener-kette/</guid><description>&lt;p&gt;An lichtgewobener Kette muß ich hängen&#10;Aus hohen Himmeln in das trübe Leben,&#10;Genötigt hin und her zu schweben,&#10;Weil sanfte Ätherwellen mich bedrängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man haucht mich an mit Worten und mit Klängen,&#10;Und schon will meine Flügelwaage beben.&#10;Um die Erschütterungen aufzuheben,&#10;Dreh ich mich in den ewigen Gesängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sieht man wohl in frommen Kemenaten&#10;Aus Watte und aus Werg an einem Faden&#10;Die Geistestaube schweben im Geviert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Ludwig Uhland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ludwig-uhland/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ludwig-uhland/</guid><description>&lt;p&gt;Für ein Volk, getreu und bieder,&#10;Für ein schönes, freies Recht&#10;Kämpften heiß einst deine Lieder,&#10;Kühn, wie Helden im Gefecht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wem der Sieg durch Waffen glückte,&#10;Nicht allein sei Held genannt!&#10;Jüngst an deinem Herde drückte&#10;Mir wohl auch ein Held die Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder ficht mit eigner Wehre,&#10;Priester kämpft mit dem Brevier,&#10;Krieger mit dem Schwert und Speere,&#10;Mit Gesang und Reimen wir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum sind dir nicht fremd die Lieder,&#10;Die ich sang von grünen Höh′n,&#10;Für ein Volk, das treu und bieder,&#10;Für ein Recht, das frei und schön!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meinen Freund, den Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-freund-den-dichter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-freund-den-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Lieber Hans, verzeihe, daß ich heute dir erst&#10;Antwort schicke deinem letzten langen Schreiben,&#10;Aber Wichtigeres, wirst du auch nicht zanken,&#10;Hatt&amp;rsquo; ich vor in diesen Tagen, als den Klagen,&#10;Klagen eines unglückseligen deutschen Dichters,&#10;Klagen, die mir nicht verständlich, unbegreiflich,&#10;Nachzuspinnen und mein ganzes Herz zu schenken.&#10;Deshalb dacht&amp;rsquo; ich: munter erst die Haferernte;&#10;Dann auch mußt&amp;rsquo; ich einen alten Bock abschießen,&#10;Der die jungen wegstieß vom Beschlag der Ricken;&#10;Endlich streckt&amp;rsquo; ich jenen bösen Gabelgreis.&#10;Auch in meiner neuen Branntweinbrennerei&#10;Hatt&amp;rsquo; ich emsig letzte Hände anzulegen.&#10;Doch nun will ich mich dir widmen, Freund. Du schreibst:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meinen Lieblingsbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-lieblingsbaum/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-lieblingsbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Die Träume, die in stillen Feierstunden,&#10;Die dunkler Schatten mir so oft verlieh,&#10;Die süsse Ruh, die ich bei Dir gefunden,&#10;Mein Lieblingsbaum, o die vergess′ ich nie!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft sah ich neben Dir die Sonne untergehen,&#10;Entzückt von ihres Anblicks Majestät.&#10;Oft hat des Herbstes lindes, kühles Wehen&#10;Mit Deinem bunten Laub mich übersäet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor meinen Blicken schwebten holde Bilder,&#10;Im lichten Glanz der Jugendfantasie,&#10;Da träumt ich mir des Schicksals Härte milder,&#10;Und jeder Misston wurde Harmonie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Mendelssohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mendelssohn/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mendelssohn/</guid><description>&lt;p&gt;Um Ostern war′s; noch strömte das Gewühl&#10;Zum Dom; doch lang an einem Pfeiler schon&#10;Saß ich, zu lauschen deinem Orgelspiel.&#10;Die Fuge hobst du an - beim ersten Ton&#10;Erkannt′ ich sie, die keiner so mit freister&#10;Beherrschung spielt, wie du, o Mendelssohn,&#10;Du letzter Enkel unsrer großen Meister,&#10;In den, so glaubt′ ich oft, der alte Bach,&#10;Der hehre Mozart strömten ihre Geister!&#10;Du, dessen Kunst nicht stutzerhaft und flach,&#10;Wie die des Tags, mit Düften des Lawendels&#10;Sich parfümiert, in leeres Weh und Ach&#10;Dahinschmilzt, oder flüchtigen Getändels,&#10;Kokett sich schmückt mit ihrem eignen Quark,&#10;Nein, voll und tief zur Seele dringt wie Händels&#10;Posaunenstöße, die bis in das Mark&#10;Der Erde dringen und die Gräber sprengen! -&#10;So saß ich denn und lauschte, wie bald stark&#10;Gleich Strömen, wenn sie Wog′ an Woge drängen,&#10;Die Töne um mich fluteten und schwollen,&#10;Bald, Tropfen gleich, die sich an Blüten hängen,&#10;Sanft rieselnd aus den Orgelpfeifen quollen.&#10;Mein Herz erzitterte dem Klang - so schwanken&#10;Am Wassersturze bei der Fluten Rollen&#10;Die Lilien - in mir hoben sich Gedanken,&#10;Die bald empor mit den gewalt′gen Streben&#10;Sich schwangen, bald zur Tiefe niedersanken.&#10;Um mich, so schien′s, in wunderbarem Leben&#10;Bewegte sich′s; die Töne deiner Fuge&#10;Sah ich als Geister durch die Hallen schweben;&#10;Sie flatterten herab im Wirbelfluge;&#10;An den Altären losch der Kerzen Glimmen;&#10;Die Luft erbebte ihrem Atemzuge,&#10;Und das Gewölbe dröhnte von den Stimmen.&#10;Hier sah ich sie in Blend′ und Nische kauern,&#10;Dort aufwärts zu den höchsten Gurten klimmen,&#10;Dann niederstürzen, wie in Winterschauern&#10;Die welken Blätter. Wunderbar verschlungen,&#10;Schwarz diese und den Blick verhüllt mit Trauern,&#10;Im Lichtkleid andere; die Dämmerungen&#10;Des Doms durchglitten sie, im Bogengang&#10;Sich suchend, rufend sich mit Geisterzungen,&#10;Dann wieder fliehend. O und ihr Gesang!&#10;Er rollte, furchtbar, wie das Miserere,&#10;Die Wölberippen hin; er schluchzte bang,&#10;So wie, das Haupt gesenkt, das kummerschwere,&#10;Die Mutter an dem Kreuz des hehren Sohnes;&#10;Er scholl dem Aufruhr gleich der Himmelsheere,&#10;Da Cherubim am Fuß des ew′gen Thrones&#10;Auf Lucifer die Flammenschwerter schwangen.&#10;Aus Abgrundtiefen hört′ ich wilden Hohnes&#10;Des Gottverfluchten Rufe - da verklangen&#10;Die Töne alle - einen Trauerflor&#10;Mit nächt′gen Falten sah ich niederhangen;&#10;Kein Strahl glomm aus dem Todesdunkel vor;&#10;Doch Myrrhenduft fühlt′ ich den Dom durchwehen;&#10;Das Auge nicht, der Geist sah in dem Chor&#10;Den Katafalk des heil′gen Toten stehen;&#10;Und mählich regten sich die Lüfte wieder;&#10;Ein Weinen wurde laut, ein sanftes Flehen;&#10;Die Stille selber tönte Klagelieder;&#10;Die Weiber nahten, Spezerei zu bringen;&#10;Die Engel stürzten auf die Leiche nieder&#10;Und fächelten das Haupt mit ihren Schwingen;&#10;O und sie selber kam, die Schmerzenreiche,&#10;Und sank zum Sohne hin mit Händeringen&#10;Und küßte seine Stirn, die heilig-bleiche!&#10;Da dünkte mich, als weinte selbst der leere&#10;Sternlose Raum um die geliebte Leiche,&#10;Als sei das Weltall selbst nur eine Zähre,&#10;Die aus dem Blick des Ewigen gequollen&#10;Und nun zerrinne; über ferne Meere&#10;Hört′ ich den letzten Donner sterbend rollen,&#10;Und meine Seele stürzte voll Verzagen&#10;In finstre Tiefen - doch mit wundervollen,&#10;Gewalt′gen Tönen in die Welt der Klagen&#10;Ergoß sich Engelstimmenklang von oben;&#10;Ein Glanz, wie von des ew′gen Morgens Tagen,&#10;Brach in die Grabesnacht; in Flocken stoben&#10;Die Wolken hin - in seine eignen Falten&#10;Barg sich das Dunkel, das der Tod gewoben.&#10;Ich hörte aus des Abgrunds tiefsten Spalten&#10;Den Jubelchor, wie ferner Meere Branden,&#10;Ja hörte, wie die Himmel wiederhallten:&#10;Der Heiland ist aus seiner Gruft erstanden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Olympia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-olympia/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-olympia/</guid><description>&lt;p&gt;Im schönsten Haine&#10;von Amathunt&#10;sang jüngst Olympia,&#10;der Musen eine&#10;Dein Lob der Rose&#10;den Grazien vor:&#10;ihr horcht der holde Chor&#10;mit süßem Staunen,&#10;und aus den Rosen&#10;ragt das gespitzte Ohr&#10;der jungen Faunen&#10;entzückt hervor:&#10;und Musen, Grazien,&#10;und Amoretten&#10;und Faunchen schlingen&#10;mit Rosenketten&#10;sich in ein tanzend Rund,&#10;und alle singen&#10;aus vollem Mund:&#10;&amp;ldquo;Rosa, delicia&#10;degli Amori,&#10;Rosa, bellissima&#10;de tutti i fiori!&amp;rdquo;&#10;und Alle kränzen&#10;mit ewgen Rosen&#10;(die, dankerfüllt,&#10;noch schöner glänzen,&#10;noch süßer düften,)&#10;Olympiens Bild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Rosalie!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-rosalie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-rosalie/</guid><description>&lt;p&gt;Traue, schwaches Mädchen, nimmer einem Manne,&#10;Honig trägt er auf den Lippen, Gift im Herzen,&#10;Heuchelei sind seine Worte, Meineid seine Schwüre,&#10;Womit er dich Arme zu betäuben sucht.&#10;Selbstsucht ist des Mannes Name! sein Geschlecht nur achtend,&#10;Ist es ihm ein Spiel, das unsre zu betrügen.&#10;Höhnisch lächelnd weidet er an seinem Opfer sich;&#10;Unsre Thränen sind ihm Wonne, Zeugen seines Sieges,&#10;Unsre Klagen ihm Triumphgesänge, übermüthig&#10;Spricht er zu sich selbst: &amp;ldquo;ich bin der Herr der Schöpfung,&#10;Meinen Wünschen unterthänig ist das Weib.&amp;rdquo;&#10;Mit dem Stolz des Siegers raubt er unsre Rechte,&#10;Sklavenfesseln schlingt er um das freie Weib.&#10;O drum flieh&amp;rsquo; in deinem Blüthenalter selbst den Besten,&#10;Flehend ist er Sklav - ergiebst du dich - Tyrann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Silvia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-silvia/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-silvia/</guid><description>&lt;p&gt;Silvia, erinnerst du noch&#10;jene Zeit deines irdischen Lebens, als&#10;Schönheit glänzte in deinen&#10;lachenden Augen, verstohlenen Blicken,&#10;und du, freudig und nachdenklich, die Schwelle&#10;der Jugend überschrittest?&#10;Es tönten die ruhigen&#10;Zimmer, die Wege umher&#10;zu deinem steten Gesang,&#10;da über weiblichen Werken begriffen&#10;du saßest, zufrieden genug&#10;mit der heitren Zukunft die du dir träumtest.&#10;es war der duftende Mai: und du pflegtest&#10;so den Tag zu verbringen.&#10;Bisweilen die anmutigen&#10;Studien lassend und fleckigen Papiere,&#10;worüber ich die Jugend&#10;vergeudete und von mir den besseren&#10;Teil, lieh ich von oben, von den Balkonen&#10;des Hauses mein Ohr dem Klang deiner Stimme,&#10;und den geschwinden Händen,&#10;die die ermüdende Leinwand durcheilten.&#10;den heitren Himmel schaut ich,&#10;die gärten und goldnen wege,&#10;und da das Meer von weitem, und dort den Berg.&#10;sterblichen ist unsagbar&#10;was ich im Busen fühlte.&#10;Was für süße Gedanken,&#10;Hoffnungen, was für Gefühle, o Silvia!&#10;wie erschien uns das Leben&#10;der Menschen und ihr Geschick!&#10;wenn ich mich sovieler Hoffnung erinnre,&#10;bedrückt mich ein herbes und&#10;trostlos-trübes Gefühl,&#10;und weckt mir die Schmerzen über mein Unglück.&#10;o Natur, o Natur,&#10;warum gibst du uns das nicht,&#10;was du uns erst versprichst? warum betrügst du&#10;so deine eignen Kinder?&#10;Bevor der Winter die Gräser verdorrte,&#10;vergingst befalln du von versteckter Krankheit&#10;und besiegt, du Holde, Zarte. und sahst nicht&#10;die Blüte deiner Jahre;&#10;dein Herz umschmeichelte nicht&#10;das süße Lob jetzt deiner schwarzen Haare,&#10;jetzt deiner scheuen und verliebten Blicke;&#10;mit dir nicht redeten an Feiertagen&#10;die Freundinnen von Liebe.&#10;Binnen kurzem verging auch&#10;meine süße Hoffnung: auch meinen Jahren&#10;verweigerte das Schicksal&#10;die Jugend. ach wie, wie, wie&#10;bist du dahingegangen,&#10;teure Gefährtin meiner jungen Jahre,&#10;meine beweinte Hoffnung!&#10;ist dies jene Welt? dies die&#10;Freuden, die Liebe, die Tage und Taten,&#10;wovon wir soviel zusammen redeten?&#10;ist dies das Schicksal des Menschengeschlechtes?&#10;beim erscheinen des Wahren&#10;fielest, unglückliche, du: und mit der Hand&#10;zeigtest du mir den kalten Tod und ein&#10;nacktes Grab von Ferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Steiger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-steiger/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-steiger/</guid><description>&lt;p&gt;Du Mann der Freiheit, Mann der Treu,&#10;Es grüßt dich mein Gesang,&#10;Er grüßt dich laut und ohne Scheu —&#10;Der Treue wird nicht bang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe, die dich heiß gedrängt&#10;Zur Fluch gewordnen That,&#10;Hat wohl die Fessel nicht gesprengt,&#10;Gestreut doch Mutes Saat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob man dich zum Tod verdammt,&#10;Dich aus dem Land verweist, -&#10;Die Treuen rufen allesammt:&#10;Es bleibt bei uns dein Geist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Vater Stillings Geburtstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-vater-stillings-geburtstage/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-vater-stillings-geburtstage/</guid><description>&lt;p&gt;den 12. September 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Dem Büchlein dein bin ich so hold«&#10;Sang vor gar langer Zeit;&#10;Auch mich hat früh das reine Gold&#10;Aus diesem klaren Bach erfreut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie hohen Patriarchen gleich,&#10;Der Eberhard sein Haus regiert&#10;Und wie sein Dortchen, fromm und weich,&#10;Der treue Wilhelm heimgeführt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Köhlerlust im hohen Wald,&#10;Ihr alten Schlösser, kühn gebaut,&#10;In Stillings besten Liedern schallt&#10;Von euch noch immerfort ein Laut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Bergen deine Wanderschaft,&#10;Der alten Sagen junge Lust,&#10;Und Gottes Treue, Gottes Kraft,&#10;Die immer nah war deiner Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Wilhelm von Scharnhorsts Geburtstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-wilhelm-von-scharnhorsts-geburtstage/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-wilhelm-von-scharnhorsts-geburtstage/</guid><description>&lt;p&gt;Koblenz, den 16. Januar 1816.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie wir uns hier gefunden&#10;In diesem holden Thal,&#10;So bleiben wir verbunden&#10;In einem heil′gen Strahl.&#10;Wir freuen uns der Flammen,&#10;Die unsre Brust genährt,&#10;Die Flammen alle stammen&#10;Von einem großen Herd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir grüßen dich in Treue,&#10;Du treues Heldenkind,&#10;Und bleiben ohne Reue&#10;Dir immer wohlgesinnt.&#10;Wolauf, mit frischem Herzen&#10;Zeuch fröhlich durch die Welt;&#10;Die Wehmuth und die Schmerzen&#10;Beschleichen doch dein Zelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andante</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andante/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andante/</guid><description>&lt;p&gt;Aufblühen Papierwiesen&#10;Leuchtend und grün,&#10;Da stehen drei Kühe&#10;Und singen kühn:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;O Wälder, o Wolken,&#10;O farbige Winde,&#10;Wir werden gemolken&#10;Geschwinde, geschwinde,..&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In goldene Eimer&#10;Fließt unser Saft.&#10;In farbige Reimer&#10;Ergießt unsere Kraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir stehen hier, im Chor beisammen,&#10;Auf knotigem Beine&#10;Und die Kräfte der Erde sind&#10;Angesammelt zu frohem Vereine.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie bocken bei Tag und sie trillern bei Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andenken der Kindheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andenken-der-kindheit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andenken-der-kindheit/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der Kindheit längst vergangnen Tagen&#10;Weilet oft mein still umwölkter Sinn,&#10;Und aus meinem Herzen brechen Klagen,&#10;Dass ich nun nicht mehr so glücklich bin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Angestrahlt vom Morgenroth des Lebens,&#10;Lachte mir der Frühling überall!&#10;Keine Blume blühte mir vergebens -&#10;Melodie war mir der Wasserfall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unbekannt mit schmerzlichen Gefühlen,&#10;Rauschte harmlos, wonnevoll und frei&#10;An der Seite lustiger Gespielen&#10;Mir vorüber meiner Kindheit Mai.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber dauernd prägten sich die Bilder&#10;Seiner reinen Freuden mir in′s Herz,&#10;Und des Lebens Dunkel wird mir milder,&#10;Denk′ ich ihrer mit der Sehnsucht Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andre Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andre-welt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andre-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Hatte einen Freund vor Jahren,&#10;Eine feste edle Seele,&#10;Aber in der alten Welt&#10;Konnt er nimmer Ruhe finden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uebers Meer ist er gefahren,&#10;Zu den thatenreichen Menschen,&#10;Drüben in Amerika,&#10;Drüben in dem Reich der Zukunft&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er folgt dem kühnen Banner,&#10;Das des Nordens Heldensöhne&#10;Tragen unter ewgem Sieg&#10;In die Mexikanerberge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die reichen Tropenstädte&#10;Wandelt er mit stolzen Schritten&#10;In dem Kleid der Republick,&#10;Und es jauchzt ihm zu die Sonne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andreas Hofer Lied (Sandwirth Hofer)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andreas-hofer-lied-sandwirth-hofer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andreas-hofer-lied-sandwirth-hofer/</guid><description>&lt;p&gt;Dir, biederem, tapferem Gebirgsvolke im Lande Tirol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Mantua in Banden&#10;Der treue Hofer war.&#10;In Mantua zum Tode&#10;Führt ihn der Feinde Schar;&#10;Es blutete der Brüder Herz,&#10;Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz!&#10;Mit ihm das Land Tirol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hände auf dem Rücken,&#10;Andreas Hofer ging&#10;Mit ruhig festen Schritten,&#10;Ihm schien der Tod gering;&#10;Der Tod, den er so manchesmal&#10;Vom Iselberg geschickt ins Thal&#10;Im heil&amp;rsquo;gen Land Tirol.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Angst und Hohn der Liebe Lohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/angst-und-hohn-der-liebe-lohn/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/angst-und-hohn-der-liebe-lohn/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm die Rose von den Dörnern,&#10;zeige dann den Frühling an;&#10;nimm die Ähren mit den Körnern,&#10;sage, was der Sommer kann.&#10;Nimm der Trauben süßen Preis,&#10;sprich darauf, der Herbst wird kommen,&#10;nimm das Schmelzglas von dem Eis,&#10;auch der Winter wird genommen.&#10;Nimm der Liebe Qual und Pein,&#10;Liebe wird nicht Liebe sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anrede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anrede/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anrede/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin nur Flamme, Durst und Schrei und Brand.&#10;Durch meiner Seele enge Mulden schießt die Zeit&#10;Wie dunkles Wasser, heftig, rasch und unerkannt.&#10;Auf meinem Leibe brennt das Mal: Vergänglichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du aber bist der Spiegel, über dessen Rund&#10;Die großen Bäche alles Lebens gehn,&#10;Und hinter dessen quellend gold′nem Grund&#10;Die toten Dinge schimmernd aufersteh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Bestes glüht und lischt - ein irrer Stern,&#10;Der in den Abgrund blauer Sommernächte fällt -&#10;Doch deiner Tage Bild ist hoch und fern,&#10;Ewiges Zeichen, schützend um dein Schicksal hergestellt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antonio de Leyva</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antonio-de-leyva/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antonio-de-leyva/</guid><description>&lt;p&gt;Rings von Pavias Mauerkranz&#10;Gewahrt man blitzend Speer an Speer;&#10;Ein Jahr umzingelt König Franz&#10;Die Wälle schon mit seinem Heer;&#10;Schon wüten Pest und Hunger drinnen,&#10;Und keiner ist, der Hilfe bringt;&#10;Doch, ob der Feind auch näher dringt,&#10;Es wanken nicht die Festungzinnen,&#10;So lang für Karl, dem er vereidigt,&#10;Antonio Leyva sie verteidigt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sendet Franz mit welscher List&#10;Verkappte Späher in das Thor;&#10;Durch Trug, wie er am feinsten ist,&#10;Bethören sie der Mannschaft Ohr;&#10;Auf Markt und Gassen, Wall und Türmen&#10;Schleicht durch das Heer der Teufel Gold,&#10;Bis Aufruhr in Pavia grollt&#10;Und Meutrer zu Antonio stürmen:&#10;»Was, Feldherr, hilft das Widerstreben?&#10;Die Festung müßt Ihr übergeben!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anwendbar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anwendbar/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anwendbar/</guid><description>&lt;p&gt;Ein weich verpackter,&#10;Ein fein befrackter,&#10;Nicht sehr intakter&#10;Charakter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Vers, den hab&amp;rsquo; ich im Vorrath gemacht,&#10;Ganz ohne Objekt; ich hab&amp;rsquo; halt gedacht:&#10;Ich mach&amp;rsquo; ihn einmal, er wird schon passen,&#10;Man kann ihn brauchen in allen Gassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apricari</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apricari/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apricari/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Jüngling lag am Hügelrand,&#10;Und träumte von besseren Tagen,&#10;Er träumte von dem Vaterland,&#10;Vom letzten Schlachtenschlagen;&#10;Die Wimper zuckt, das Herz pocht laut,&#10;Er hat auf menschlicher Erd erschaut&#10;Kein Weinen mehr und Klagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Föhren säuselten in dem Wind,&#10;Hoch kreiste der Weih in den Lüften,&#10;Der Morgenathem kam so lind&#10;Herüber die grünen Triften;&#10;Und in der jungen träumenden Brust&#10;Eine Friedenswelt ward sich bewußt,&#10;Berauscht von Freiheitsdüften.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arabeske</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arabeske/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arabeske/</guid><description>&lt;p&gt;Zuweilen stehe ich am Fenster.&#10;Es ist schon Nacht. Das Gaswerk schweigt.&#10;So viele zärtliche Gespenster&#10;Sind jetzt in Lust sich zugeneigt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Güterbahnhof rollen Züge.&#10;Ein Trinker tänzelte im Schumm.&#10;Des Mondes leichte Silberlüge&#10;Beglitzert ein Panoptikum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bäume zittern, weil sie frieren.&#10;Ein Elmslicht über meinem Haus.&#10;Gardinen flackern, schlagen Türen,&#10;Und plötzlich geht die Lampe aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arie/</guid><description>&lt;p&gt;In Schwiebus 1742&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergnügte Einsamkeit! du bist die Ruhe,&#10;So meine stille Brust sich längst erwählet,&#10;Was ich hier unternehm, gedenk und thue,&#10;Das wird der Weltcensur nicht aufgestellt;&#10;Bin ich gleich stets allein und ganz verborgen,&#10;So bleibt mein freier Sinn doch ungekränkt:&#10;Ich lebe höchst content und ohne Sorgen,&#10;Weil mir die Einsamkeit Vergnügen schenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es giebt verschiedene Art von Lustbarkeiten,&#10;So die galante Welt höchst schätzbar preist;&#10;Doch wenn mans überlegt sinds Eitelkeiten,&#10;Drum sag ich noch einmal: mein freier Geist&#10;Ehrt mit gelaßnem Muth die stillen Stunden,&#10;So das Verhängniß mir hier zugezählt,&#10;Es wird auch in der That sonst nichts gefunden,&#10;Das mehr Vergnügen giebt und mir gefällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Attentat in der Rue – –</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/attentat-in-der-rue/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/attentat-in-der-rue/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann nicht immer vor der Scheibe stehn.&#10;Meine Haare wachsen auf einmal weich aus dem Kinn.&#10;Ich habe Menschengesichter nie angesehn.&#10;Mein Anzug wird so weit. Ich versinke drin.&#10;Die Pflasterkugeln sind heiß, der Stein rutscht unter mir weg.&#10;Ich bin ja ganz klein. Wer sieht mich? Wer weiß von mir?&#10;Mauern wölben sich auf die Augen wie hohle Hände voll Dreck.&#10;Gelb kreisen Lichtersäulen. Fernher droht Stank von Bier.&#10;Bärte zittern spitz. Ein Kneifer fällt, sicher klirrt′s auf dem Tische.&#10;Hab ich mich neulich mit dieser grünen Hure gerollt?&#10;Über schwarze Bäuche streichen Daumen dick und still wie weiße Fische.&#10;Träge Zähne schnappen im Rauch. Da schweben unerschwingliche Plomben von Gold.&#10;Es riecht nach Zwiebeln. Ich habe in allen Weibern gesteckt.&#10;Wo ist die Straße hin? Ich stehe im dunklen Gang.&#10;Ein schwarzes Loch weicht auf. Das Licht drüben ist dünn und verfleckt.&#10;Mir ist kalt. Die Scheibe ist hoch und dick. Alles dauert so lang.&#10;Ein heller Glaskreis spritzt Licht, rund um mich sind glänzende Scheiben.&#10;Unter den Tischen drängen Schuhe und Röcke und verfließen am Rand.&#10;Alle Leute sind klein wie ich. Ich strecke mich hoch. Wo soll ich bleiben?&#10;Wo sind meine Füße? Die Menschen sind ruhig. Finde ich meine Hand?&#10;Die Wimpern werfen mir trübe Netze über den Blick.&#10;Goldene Nägel flitzen hin und her durch die Nacht.&#10;Die Menschen im Café sitzen faul und dick.&#10;Es ist heiß. Mein Herz platzt. Mein Schuh kracht.&#10;Ich stehe fest. Hinter dieser Scheibe kann ich sie wie im Regen sehn.&#10;Ich atme aufs Glas. Meine Hände sind fort. Räder fahren vorbei.&#10;Aus der Eisenbahn sah ich am Wege Windmühlenflügel drehn.&#10;Jetzt fliegt die Bombe. Schnell. Es ist noch still. Kein Schrei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Audubon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/audubon/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/audubon/</guid><description>&lt;p&gt;Mann der Wälder, der Savannen!&#10;Neben rother Indier Speer,&#10;An des Missisippi Tannen&#10;Lehntest du dein Jagdgewehr;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reichtest Indianergreisen&#10;Deine Pfeife, deinen Krug;&#10;Sahst der Wandertaube Reisen&#10;Und des Adlers stillen Flug;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lähmtest ihren schnellen Flügel&#10;Mit der Kugel, mit dem Schrot;&#10;Auf der großen Flüsse Spiegel&#10;Durch die Wildniß schwamm dein Boot;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kühn durchflogst du der Savanna&#10;Gräser, im gestreckten Trab;&#10;Beer′ und Wildpret war das Manna,&#10;So dir Gott zur Speise gab;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auerbachs Keller</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auerbachs-keller/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auerbachs-keller/</guid><description>&lt;p&gt;Denkst du, lieber Goethomane,&#10;Den man oft wie mich geneckt,&#10;Daß wir unsres Wolfgang Fahne&#10;Allzu eifrig aufgesteckt,&#10;Denkst du noch der Nacht beim Sekte&#10;In dem Keller Auerbachs,&#10;Als wir sprachen vom Projekte&#10;Unsres Goethe-Almanachs?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Gewölb mit spitzem Giebel,&#10;Wo der Ruhm noch nicht erlosch&#10;Des Gelages, welches Siebel&#10;Dort mit Altmayr hielt und Frosch,&#10;Feierten wir Goetheschüler&#10;(Diesmal nicht am Lesepult,&#10;Sondern beim Geriesel kühler&#10;Rebensäfte) unsern Kult.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Capri</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-capri/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-capri/</guid><description>&lt;p&gt;Hier mein Leben möcht′ ich verträumen&#10;Ueber der Brandung am leuchtenden Meer!&#10;Jubelnd in den unendlichen Räumen&#10;Schweift auf den Wellen die Seele umher;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wiegt sich an hallenden Felsengestaden,&#10;Wo auf den Klippen die Goldfrucht reift&#10;Und, mit Duft der Citronen beladen,&#10;Ueber die Flut der Südwind streift;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlummert in Grotten und dämmernden Hallen,&#10;Taucht in der Wasser verborgensten Schacht,&#10;Wo es von Perlen und bunten Korallen&#10;Funkelt und blitzt in der purpurnen Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Markusplatze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-markusplatze/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-markusplatze/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann\′s nicht schauen, dieses träge Leben,&#10;Mir graut ob dieser müssigen Gestalten,&#10;Die lässig spielen mit des Mantels Falten&#10;Und marionettenhaft die Glieder heben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft zuckt es auf in ihres Blicks Umnachtung,&#10;Es flackert dann ein sinnlich-weiches Lachen&#10;Um ihren Mund, als wollten sie erwachen&#10;Aus ihrer unbewußten Selbstverachtung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist zu Muthe oft, als zögen Leichen,&#10;Die künstlich nur in\′s Leben rückgerufen,&#10;An mir vorbei, hinab die Marmorstufen,&#10;Um wieder in die Grüfte zu entweichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Cheselden der Deutschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-cheselden-der-deutschen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-cheselden-der-deutschen/</guid><description>&lt;p&gt;Es lebe Carpser lang! er zieret unsre Zeiten.&#10;Wünscht Aerzten seine Kunst, und Königen sein Herz,&#10;Sein Anblick selbst erquickt, die Schwermut hemmt sein Scherz,&#10;Und er vergißt sonst nichts, als seine Gütigkeiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Tod der Königin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-der-koenigin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-der-koenigin/</guid><description>&lt;ol start="1810"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Rose, schöne Königsrose,&#10;Hat auch dich der Sturm getroffen?&#10;Gilt kein Beten mehr, kein Hoffen&#10;Bei dem schreckenvollen Loose?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seid ihr, hochgeweihte Glieder,&#10;Schon dem düstern Reich verfallen?&#10;Haupt, um das die Locken wallen,&#10;Sinkest du zum Schlummer nieder?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sink′ in Schlummer, aufgefunden&#10;Ist das Ziel, nach dem du schrittest,&#10;Ist der Kranz, um den du littest,&#10;Ruhe labt am Quell der Wunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf, Gesang, vom Klagethale!&#10;Schweb′ empor zu lichten Hallen,&#10;Wo die Siegeshymnen schallen,&#10;Singe Tröstung dem Gemahle!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Tod meines lieben siebenjährigen Töchterchens Hilda Antonia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-meines-lieben-siebenjaehrigen-toechterchens-hilda-antonia/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-meines-lieben-siebenjaehrigen-toechterchens-hilda-antonia/</guid><description>&lt;p&gt;Haischt dia Kinderlusi? Vola&#10;Freuda tant se Fäßla trola&#10;Dött vom grüana Beargle ra,&#10;Und se rennet ouf und a&#10;Ueber Blüamla blo und raut.&#10;Doch im Busch dinn sitzt der Taud.&#10;O, mei&amp;rsquo; Mägdle will em tauga,&#10;Loht mers nimma uß de Auga.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;S brävscht von älle hot er funda,&#10;Eba leits am Beargle unta,&#10;Von de Blüamla schiar verdeckt.&#10;Hui, do hot er d Zänna bleckt&#10;Und da Boscha niederdruckt&#10;Und sein Säagas gegam zuckt&#10;Und in d Seita stearble troffa,&#10;Daß koi&amp;rsquo; Grota maih zum Hoffa.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Tod von John Motherby, Königl. Regierungsrath und Hauptmann der Königsberg′schen Landw</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-von-john-motherby-koenigl-regierungsrath-und-hauptmann-der-koenigsbergschen-landw/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-von-john-motherby-koenigl-regierungsrath-und-hauptmann-der-koenigsbergschen-landw/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! es ist ein Mann gesunken,&#10;Einer aus der Treuen Schaar,&#10;Den mit hellen Himmelsfunken&#10;Jüngst entzündet dieses Jahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Held auf seinem Schilde&#10;Liegt er hier an Leipzigs Thor&#10;Auf dem deutschen Lustgefilde,&#10;Das zur Wahlstatt Gott erkor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollen wir so bald dich missen?&#10;Hauptmann, deine Compagnie&#10;Will von keinem Andern wissen,&#10;Und vergißt dich nun und nie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vaterhaus und Vatersitte&#10;Und die Freiheit war dir werth,&#10;Also hat ein freier Britte,&#10;Hat dein Vater dich gelehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Terrasse des Café Josty</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-terrasse-des-cafe-josty/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-terrasse-des-cafe-josty/</guid><description>&lt;p&gt;Der Potsdamer Platz in ewigem Gebrüll&#10;Vergletschert alle hallenden Lawinen&#10;Der Straßentakte: Trams auf Eisenschienen&#10;Automobile und den Menschenmüll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menschen rinnen über den Asphalt,&#10;Ameisenemsig, wie Eidechsen flink.&#10;Stirne und Hände, von Gedanken blink,&#10;schwimmen wie Sonnenlicht durch dunklen Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachtregen hüllt den Platz in eine Höhle,&#10;Wo Fledermäuse, weiß, mit Flügeln schlagen&#10;Und lila Quallen liegen - bunte Öle;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die mehren sich, zerschnitten von den Wagen.-&#10;Aufspritzt Berlin, des Tages glitzernd Nest,&#10;Vom Rauch der Nacht wie Eiter einer Pest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Wanderung in Worms</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-wanderung-in-worms/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-wanderung-in-worms/</guid><description>&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;An Friedrich Freiherrn de la Motte Fouqué.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo blüht der Rosengarten?&#10;Wo weilt die süße Maid?&#10;Ich bin ihr aufzuwarten,&#10;In Ehren hier bereit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rosen sind gebrochen&#10;Vor einem rauhen Wind;&#10;Der Hagen hat erstochen&#10;Das Sigelindenkind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Siegfried lag erschlagen&#10;In Wunden blutig roth;&#10;Da klangen bittre Klagen,&#10;Da scholl Chriemhildens Noth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Chriemhilde, Grimme, Holde,&#10;Das war ein böser Dank,&#10;Dein Schatz von rothem Golde,&#10;Von süßer Huld versank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Europa</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-europa/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-europa/</guid><description>&lt;p&gt;Als Zeus Europen lieb gewann,&#10;Nahm er, die Schöne zu besiegen,&#10;Verschiedene Gestalten an,&#10;Verschieden ihr verschiedlich anzuliegen.&#10;Als Gott zuerst erschien er ihr;&#10;Dann als ein Mann, und endlich als ein Tier.&#10;Umsonst legt er, als Gott, den Himmel ihr zu Füßen:&#10;Stolz fliehet sie vor seinen Küssen.&#10;Umsonst fleht er, als Mann, in schmeichelhaftem Ton:&#10;Verachtung war der Liebe Lohn.&#10;Zuletzt – mein schön Geschlecht, gesagt zu deinen Ehren! –&#10;Ließ sie – von wem? – vom Bullen sich betören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Flüchtigkeit des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-fluechtigkeit-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-fluechtigkeit-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Ist heut ein Mensch schön, munter, weis und roth;&#10;So ist er morgen blaß und todt.&#10;Der Schönheit Schmuck verschwindt&#10;Wie Rauch und Wind.&#10;Drum Mensch, bist du mit Schönheit oder Jugend,&#10;Mit Glück und Kunst und Gaben ausgerüst,&#10;Gedenke, daß du Staub und Erden bist.&#10;Bestrebe dich vielmehr vor allen,&#10;Nur Gott; nicht Menschen zu gefallen.&#10;Bemühe dich um schöne Geistes-Gaben,&#10;So lebst du, hat man dich schon längst begraben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ein errötendes junges Mädchen, das ich im Louvre sah</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-erroetendes-junges-maedchen-das-ich-im-louvre-sah/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-erroetendes-junges-maedchen-das-ich-im-louvre-sah/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ließ mein Auge auf dem deinen ruhn,&#10;Da ward zur Purpurflamme dein Gesicht;&#10;Du warst ein Kind, ein Mädchen bist du nun,&#10;So weigre auch die Mädchenfrucht mir nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Mund ist reif jetzt für den ersten Kuß,&#10;Er gleicht der Herzenskirsche, die zersprang&#10;Vor aller Feuersäfte letztem Schuß,&#10;Und nun verspritzt, was sie so heiß durchdrang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ ein Recht auf ihn, ich hab′ in dir&#10;Die Glut, die ihn gezeitigt hat, geweckt,&#10;Drum raub′ ich ihn mit kecker Lippe mir,&#10;Wie Vögel Beeren, die kein Laub mehr deckt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ein wollüstiges Mannsbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-wolluestiges-mannsbild/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-wolluestiges-mannsbild/</guid><description>&lt;p&gt;Du schwärmest wie eine Schweiß-Fliege hienieden,&#10;Läßt weder die Rosen noch Pappeln mit Frieden,&#10;Und suchest mit Summen bald hier und bald dort&#10;Ein Plätzgen zur Ruhe, und fliegest bald fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einem Zettel in der Badestube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einem-zettel-in-der-badestube/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einem-zettel-in-der-badestube/</guid><description>&lt;p&gt;Hier liege, glückliches Papier,&#10;Bis die Geliebte blickt nach dir,&#10;Und rollt dich auf und liest und lacht&#10;Und denkt: »Wer hat mir das gemacht?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hebt dich auf, sie steckt dich ein,&#10;Sie wirft dich weg, es könnte sein:&#10;Dann lieg am Boden still und stumm&#10;Und rühr dich nicht und sieh dich um.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sieh, was ich nicht denken kann,&#10;Mit unverwandten Blicken an.&#10;Sie fühlt bei dir sich nicht belauscht,&#10;Die Hülle sinkt, das Wasser rauscht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen erschrocknen Kaufmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-erschrocknen-kaufmann/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-erschrocknen-kaufmann/</guid><description>&lt;p&gt;Cölinus sucht jetzt einen neuen Orden,&#10;Denn er ist Commendant zu Bettstadt worden.&#10;Was muß denn wohl die Ursach seyn?&#10;Die Creditores wachen auf,&#10;Der eine droht ihm mit dem Wechsel-Recht,&#10;Der andre aber schwächt&#10;Den vorgenommnen Tausch und Kauf.&#10;Drum weiß er auch vor Angst nicht aus und ein,&#10;Fällt auf das Bett, und kriegt den Stein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Granatenzweig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-granatenzweig/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-granatenzweig/</guid><description>&lt;p&gt;Dank, Freundin, daß dem Wintermüden,&#10;Den hier des Nordens Eis umstarrt,&#10;Von dir und dem geliebten Süden&#10;Ein Gruß in diesem Zweige ward!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon hat, getränkt von meiner Schale,&#10;Er sich mit Blüten reich geschmückt,&#10;Und duftet wie im Mühlenthale&#10;Amalfis, wo du ihn gepflückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und während matt durchs Flockentreiben&#10;Die bleiche Sonne draußen strahlt,&#10;Und Blumen Eises an die Scheiben&#10;Der frostige Dezember malt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwebt mir beim Frühlingsduft hier innen,&#10;Der aus den roten Kelchen quillt,&#10;Im Traum und Wachen vor den Sinnen&#10;Dein und Italiens Zauberbild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Hexametristen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-hexametristen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-hexametristen/</guid><description>&lt;p&gt;Des niedern Fluges Feind, des armen Reimes Haßer&#10;Fliegt dunkel schwülstig in die Höh&#10;Sein Lied. - Es schimmert wie der Schnee,&#10;Doch löse beide auf, was bleibet übrig? - Waßer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Lügner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-luegner/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-luegner/</guid><description>&lt;p&gt;Kunt Orpheus dort mit seiner Leyer,&#10;Die Bäume zum Bewegen bringen;&#10;So kanst du dieses auch erzwingen&#10;Und zwar mit leichter Müh:&#10;Denn jener brauchte doch die Händ darzu;&#10;Du aber, wenn du früh, und vor der Ruh&#10;Die Zung und Lippen regest;&#10;So muß die Lufft sich stark erheben;&#10;Die Bäume fangen an zu beben;&#10;So bleibest du ein grosser Wunders-Mann,&#10;Der mehr als Orpheus kan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen ruhmredigen und schlechten Maler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-ruhmredigen-und-schlechten-maler/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-ruhmredigen-und-schlechten-maler/</guid><description>&lt;p&gt;Hör′ endlich auf, mit deiner Kunst zu prahlen,&#10;Und male nicht, und laß dich auch nicht malen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Taufzettel, bey Gevatterschaft einer Großmutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-taufzettel-bey-gevatterschaft-einer-grossmutter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-taufzettel-bey-gevatterschaft-einer-grossmutter/</guid><description>&lt;p&gt;Hat Adams Sündenfall es gleich dahin gebracht,&#10;Daß wir nun allesamt auf diesem Rund der Erden,&#10;In Sünden erst gezeugt, hernach gebohren werden,&#10;Wie solches Davids-Psalm uns längst bekannt gemacht;&#10;Doch unsers Jesus Tod wäscht uns von Sünden rein,&#10;Und läßt uns durch die Tauf davon gesaubert seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du aber zartes Kind! mein Enkel, ach! du bist&#10;In Sünden ebenfals gezeuget und gebohren:&#10;Und wo dich Gott nicht wäscht; so bleibest du verlohren.&#10;Doch nein, dein Seelen-Freund, dein Heyland Jesus Christ,&#10;Hat deine Seele lieb, drum ruft er dich zur Tauf,&#10;Und nimt dich nun dadurch zum Kind der Gnaden auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Furius, einen heutigen noch ungedruckten Scholiasten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-furius-einen-heutigen-noch-ungedruckten-scholiasten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-furius-einen-heutigen-noch-ungedruckten-scholiasten/</guid><description>&lt;p&gt;Ovidius erfährt′s: du bist an Glossen reich;&#10;Allein, du wirst dem Text nur neue Wunden schlagen.&#10;Die blindlings, so wie du, sich ans Verbessern wagen,&#10;Sind Pamphus, dem Cyclopen, gleich.&#10;Er wollt′ ein Bienchen jüngst von Chloens Wangen jagen,&#10;Und gab ihr einen Backenstreich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf hohem Berge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-hohem-berge/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-hohem-berge/</guid><description>&lt;p&gt;Ich stand auf hohem Berge&#10;Und blickte ins Tal hinab:&#10;Dort wohnen die kleinen Menschen,&#10;Die lange geliebet ich hab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort ragt die graue Kirche,&#10;Die ist schon alt genug;&#10;Dort schrieb mich einst der Küster&#10;Ins große Kirchenbuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drüben steht die Kapelle,&#10;Dort sang ich den ersten Choral;&#10;Der Kantor spielte die Geige&#10;Und schlug mich mannigmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wo die Linden rauschen,&#10;Da glänzt ein schneeweißes Haus;&#10;Dort schauen die Monatsrosen&#10;Hoch oben zum Fenster hinaus. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf meinen [...] dahingegangenen Papagei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meinen-dahingegangenen-papagei/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meinen-dahingegangenen-papagei/</guid><description>&lt;p&gt;Allgeliebter Vogel Du,&#10;Gingest auch zur ewigen Ruh&#10;Liebenswürdig zahm und zart&#10;Und von selten geistiger Art!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warst mir zweiundzwanzig Jahr,&#10;Was kein Anderer mir war,&#10;Steter Freund, ach lebenslang,&#10;Nehme meinen heißen Dank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mancher hat Dich arg betrübt,&#10;Weil Du allgemein beliebt,&#10;Gönnte diesen Trost mir nicht,&#10;- Das ist Wahrheit im Gedicht -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nochmals Dank für Deine Treu!&#10;Lebe dorten auf, auf′s neu -&#10;Jeder Geist er lebet fort,&#10;Glücklich sei an jedem Ort!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf meinen bestürmeten Lebens-Lauff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meinen-bestuermeten-lebens-lauff/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meinen-bestuermeten-lebens-lauff/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sehr der Wirbelstrom so vieler Angst und plagen&#10;mich drähet um und um / so bistu doch mein Hort&#10;mein mittel punct / in dem mein Zirkel fort und fort&#10;mein Geist halb hafften bleibt vom sturm unausgeschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Zünglein stehet stät / von Wellen fort getragen&#10;auf meinen Stern gericht. Mein Herz und Aug′ ist dort&#10;es wartet schon auf mich am Ruhe-vollen Port:&#10;dieweil muß ich mich keck in weh und See hinwagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Scharnhorst′s Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-scharnhorsts-tod/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-scharnhorsts-tod/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem wilden Kriegestanze&#10;Brach die schönste Heldenlanze,&#10;Preußen, euer General.&#10;Lustig auf dem Feld bei Lützen&#10;Sah′ er Freiheits-Waffen blitzen,&#10;Doch ihn traf der Todesstrahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Kugel, raffst mich doch nicht nieder,&#10;Dien′ euch blutend, werthe Brüder,&#10;Führt in Eile mich gen Prag.&#10;Will mit Blut um Oestreich werben,&#10;Ist′s beschlossen, will ich sterben,&#10;Wo Schwerin im Blute lag.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arge Stadt, wo Helden kranken,&#10;Heil′ge von den Brücken sanken,&#10;Reißest alle Blüten ab,&#10;Nennen dich mit leisen Schauern, -&#10;Heil′ge Stadt, nach deinen Mauern&#10;Zieht uns manches theure Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf seines Bruders Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-seines-bruders-tod/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-seines-bruders-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Er focht in sieben Schlachten,&#10;Er war ein deutsches Blut,&#10;Gefahr hieß ihn verachten&#10;Sein stiller Kriegesmuth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Schwert an seiner Linken,&#10;Er nannt es seine Braut;&#10;Geneigter Blicke Winken,&#10;Das schien ihm kaum so traut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Hochkirch ihn umfangen&#10;Hab′ ich mit Liebesgruß&#10;Und ahnungsvoll empfangen&#10;Den letzten heißen Kuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schlug die schöne Stunde,&#10;Da ward sein Busen roth,&#10;So blutet an der Wunde&#10;Ein edler Hirsch sich todt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf unverständige Poeten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-unverstaendige-poeten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-unverstaendige-poeten/</guid><description>&lt;p&gt;Laß doch, Lysander, ab, mit Reimen dich zu plagen&#10;Und einer Bettelkunst halb rasend nachzujagen,&#10;Die zwar die Phantasei durch süße Träume rührt,&#10;Dich aber auf den Weg der Hungerwiesen führt&#10;Und endlich, wo du dich läßt ihre Grillen treiben,&#10;Mit Meistersängern wird in eine Rolle schreiben.&#10;Die eben ist das Gift, das wie die Missethat&#10;Gleich mit der Muttermilch mir ins Geblüte trat.&#10;Wie glücklich wär&amp;rsquo; ich doch, wenn mich zu rechter Stunden&#10;Ein kluger Arzt davon durch Kräutersaft entbunden&#10;Und alles, was ich nur von Versen angeblickt,&#10;Durch hebend Antimon hätt&amp;rsquo; in die Luft geschickt;&#10;So dürft&amp;rsquo; ich nicht wie jetzt in Kummerwinkeln sitzen&#10;Und bei geborgter Lust von langen Sorgen schwitzen,&#10;So hätt&amp;rsquo; ich auch vielleicht den Wuchergriff erlernt,&#10;Wie man durch Ränke sich von der Vernunft entfernt,&#10;Den Trieb der Redlichkeit mit Silberzäumen lenket,&#10;Den Geist der Gottesfurcht in klugen Schlaf versenket,&#10;Ein reiches Lasterweib zu seinem Willen beugt,&#10;Durch höflichen Betrug auf Ehrenbänke steigt&#10;Und endlich, wenn die Kraft der Jugend uns verlassen,&#10;Bei voller Tafel kann von fremdem Gute prassen.&#10;So hab&amp;rsquo; ich manchen Tag und manche Nacht verreimt&#10;Und oft ein großes Lied von Zwergen hergeträumt,&#10;Verliebten ihre Lust in Zucker zugemessen,&#10;Betrüger reich gemacht, mich aber gar vergessen,&#10;Und ob mich endlich gleich mit der verjährten Zeit&#10;Ein kurzer Sonnenblick bei Hofe noch erfreut&#10;Und Preußens Salomo, den ich mit Recht gepriesen,&#10;Mir zu der Ehrenburg den Vorhof angewiesen,&#10;Ward doch durch seinen Tod, der alles umgekehrt,&#10;Mein Glück und auch zugleich mein ganzer Ruhm verzehrt.&#10;Nun lacht die Wucherschar bei ihren Judengriffen,&#10;Daß ich der Tugend Lob auf Hoffnung hergepfiffen,&#10;Die Zungendrescherei den Musen nachgesetzt,&#10;Und wahre Weisheit mehr als Geld und Gut geschätzt,&#10;Und daß ich, da der Hof zum Laufen mich gezwungen,&#10;Nicht noch zu rechter Zeit in Schulenstaub gesprungen,&#10;Die matte Dürftigkeit in Mäntel eingehüllt,&#10;Mit leerer Wissenschaft die Jugend angefüllt,&#10;Die Kinder gegen Lohn den Toten vorgetrieben&#10;Und wöchentlich ein Lied für Thaler hingeschrieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auferstehung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auferstehung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auferstehung/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn einer starb, den du geliebt hienieden,&#10;So trag hinaus zur Einsamkeit dein Wehe,&#10;Daß ernst und still es sich mit dir ergehe&#10;Im Wald, am Meer, auf Steigen längst gemieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fühlst du bald, daß jener, der geschieden,&#10;Lebendig dir im Herzen auferstehe;&#10;In Luft und Schatten spürst du seine Nähe,&#10;Und aus den Tränen blüht ein tiefer Frieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, schöner muß der Tote dich begleiten,&#10;Ums Haupt der Schmerzverklärung lichten Schein,&#10;Und treuer - denn du hast ihn alle Zeiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff den Sontag deß Sanftmütigen Königs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-sontag-dess-sanftmuetigen-koenigs/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-sontag-dess-sanftmuetigen-koenigs/</guid><description>&lt;p&gt;Kom König/ kom den offt dein Zion hat begehret!&#10;Kom Davids Kind vnd Herr/ Gott/ Helffer in der Noth&#10;Vnd zarter Menschen Sohn! Reiß auß dem Sünden-Koth&#10;Die Seelen/ die Gesetz vnd Sünden-Last beschweret.&#10;Erfrische was die Glutt der Höllen hart verheeret!&#10;O Leichter Lebens Tau/ erquicke was der Tod&#10;Mit harten Füssen tritt/ kom süsses Himmels-Brodt&#10;Vnd labe die/ die Durst vnd Hunger gantz verzehret.&#10;Kom vnverfälschte Lust/ wenn vns der Teufel schreckt:&#10;Kom Licht! vnd scheine dem/ den Nacht vnd grauen deckt/&#10;Kom Friede! Kom zu den/ die Angst vnd Pein bekriegen.&#10;O Held vnd Helffer kom/ den aller Völker Schaar&#10;Zum Haupt vnd Fürsten wündsch′t/ vnd zeig vns offenbar.&#10;Daß wer dir widersteht mit spott müß vnten liegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Herrn J. Jägers Haußfrauen Seel=Absterben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-herrn-j-jaegers-haussfrauen-seel-absterben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-herrn-j-jaegers-haussfrauen-seel-absterben/</guid><description>&lt;p&gt;Ob zwar die falschen Zungen /&#10;Die auf mich zu gedrungen /&#10;Es schon so weit gebracht /&#10;Das meiner Leyer Gaben&#10;Ein zeitlang sind vergraben /&#10;Und krafftloß schier gemacht.&#10;So kan ich doch nicht lassen /&#10;Die Feder itzt zu fassen /&#10;Es werde / wie es woll;&#10;Ach schad / daß die der Erden&#10;So muß zur Beute werden /&#10;Die erst recht leben sol!&#10;Die Wangen sind verblichen /&#10;Der warme Geist entwichen /&#10;Der Stirne Fenster zu /&#10;Kein Glidt ist / das sich räget /&#10;Kein Puls der itzundt schläget /&#10;Sie ruht dielange Ruh.&#10;Ich hör / es sey groß Leiden /&#10;Sich lieben und sich scheiden /&#10;Drümb geht mich euwre Pein /&#10;Herr Jäger selbst zu hertzen /&#10;Eß krenckt mich euwer schmertzen /&#10;Gerad / als wehr er mein.&#10;Mich deucht / ich seh euch klagen /&#10;Mich deucht / ich hör euch sagen:&#10;Wo bleibt / wo bleibt mein Hort?&#10;Wie sehr mögt ihr euch krencken?&#10;Wie offt mögt ihr gedencken /&#10;Und sprächen diese Wort:&#10;Da pflag mein Licht zustehen /&#10;Dort pflag sie bey mir gehen /&#10;Hie stund sie bey der Thür /&#10;Bald saß sie bey mir nieder /&#10;Dan ging sie hin und wieder /&#10;Nun kombt sie nicht herführ.&#10;Das Hauß ist mirzu kleine /&#10;Thu nichts / als daß ich weine /&#10;Geh nicht mehr bey den Tisch;&#10;Bey mir ist Tranck und Essen /&#10;Und alle Lust vergessen /&#10;Mir schmeckt nicht Fleisch noch Fisch.&#10;Ach könnt ich dich verbannen /&#10;Du Vater der Tyrannen /&#10;Du Mutter vieler Noht!&#10;Der Schellen kläglich klingen&#10;Kanstu zu wege bringen /&#10;Du hungeriger Tod!&#10;Doch last euch gleichwol trösten /&#10;Ob wohl die Noth am grösten&#10;Eß kompt gewiß ein Tach /&#10;An dem wir wieder kommen&#10;Zu den′n / die uns genommen /&#10;Wir folgen schleunigst nach.&#10;Wohin ich mich auch wende /&#10;Da naht es sich zum Ende /&#10;Da frist der Krieg so viel /&#10;Da liegen so viel Krancken /&#10;Die in des Lebens Schrancken&#10;Gelanget sind zum Ziel.&#10;Ergebt euch Gottes Willen!&#10;Dem Krancken sind die Pillen&#10;Zwar bitter aber guth;&#10;Das Creutz ist schwer zu führen /&#10;Doch gleichwol kan man spüren /&#10;Daß es uns nötig thut.&#10;Drümb stopft den quel der Zehren&#10;(Weil sie der noth nicht wehren)&#10;Nur fein gedultig zu /&#10;Sie weiß von keiner Quale;&#10;Ist in des Himmels Sahle /&#10;Undt lebt in stoltzer Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus den Liedern des betrunkenen Schuhus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-den-liedern-des-betrunkenen-schuhus/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-den-liedern-des-betrunkenen-schuhus/</guid><description>&lt;p&gt;Im Kirchturm&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Was die Gelehrten reden, ist nur Kohl,&#10;Denn eine taube Nuß ist ihr Symbol,&#10;Wie diese ist ihr Schädel hohl,&#10;Der Schweine Leder ihr Idol -&#10;Der Weise weihet sich dem Alkohol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bim, bim, bim, bim,&#10;Bin bös, bin schlimm,&#10;Kommen gelaufen und ärgern einen.&#10;Immer sind sie auf den Beinen,&#10;Mag′s nun regnen, mag die Sonne scheinen,&#10;Und ist ein Gegröhle, ein Weihrauchgestänker,&#10;Hol′ sie der Henker!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Sierra Nevada</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-sierra-nevada/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-sierra-nevada/</guid><description>&lt;p&gt;Hin trägt uns das Maultier, buntgezäumt,&#10;Durch sonnenverbrannte Schluchten,&#10;An Schlünden vorbei, wo die Meerflut schäumt&#10;Tief unten um hallende Buchten,&#10;Um Riff und Klippe und zackiges Kap&#10;Auf schwindelnden Pfaden hinauf und hinab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald Thäler, von Afrikas Gluthauch heiß,&#10;Bergwände, vom Erdstoß geborsten,&#10;Bald Gipfel, starrend in ewigem Eis,&#10;Wo einsam die Adler horsten!&#10;Bald Goldfruchthaine am Meeressaum,&#10;Darunter wir träumen den Mittagstraum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl in der Rechten des Räubers blitzt&#10;Das Messer, bereit zum Morden;&#10;Wohl ragt manch Kreuz, aus Holze geschnitzt,&#10;An des Sturzbachs düsteren Borden,&#10;Und um Rache für das vergossene Blut&#10;Hallt noch ein Schrei aus der tosenden Flut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus Sicilien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-sicilien/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-sicilien/</guid><description>&lt;p&gt;Hier am Berghang wollen wir ruhn,&#10;Uns an der Quelle zu laben!&#10;Unter Myrten und Rosen nun&#10;Werde die Sorge begraben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwer sind dem Wind von des Hirtenrohrs&#10;Sterbenden Tönen die Schwingen,&#10;Während im Laub des Cikadenchors&#10;Schmetternde Stimmen verklingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sanft gewiegt von dem säuselnden Hauch&#10;Zeigt und verhüllt mit dem Wipfel&#10;Die Cypresse den wallenden Rauch&#10;Ueber dem Aetnagipfel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlummer, komm und entführe still&#10;Uns in die duftenden Weiten,&#10;Wo durch die Wiesen von Asphodill&#10;Selige Schatten gleiten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ausdauernd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ausdauernd/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ausdauernd/</guid><description>&lt;p&gt;Gib nie einen Menschen oder die Hoffnung auf ihn lieblos auf,&#10;denn es könnte selbst der verlorene Sohn,&#10;der am tiefsten Gesunkene,&#10;doch noch gerettet werden,&#10;der erbittertste Feind,&#10;auch der, der dein Freund war,&#10;doch wieder dein Freund werden,&#10;die Liebe, die erkaltete,&#10;doch wieder entbrennen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bannerspruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bannerspruch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bannerspruch/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Einleitung des dritten Jahrgangs des Phönix.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Horn erscholl, der Renner scharrte!&#10;So laß uns denn zu Felde ziehn!&#10;Aufs Neue schwing´ ich die Standarte,&#10;Die deine Farben läßt erglühn!&#10;Und nenne Keiner mich verwegen,&#10;Wer so vor deiner Schaar mich schaut:&#10;Es wird ja stets dem jüngsten Degen&#10;Des Banners Obhut anvertraut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lasse meinen Ruf erklingen,&#10;Gewappnet, Duller, wie ich bin!&#10;Ein Reich ja gilt es zu erringen&#10;Der Menschheit, unsrer Königin!&#10;Ein Reich, um welches sie noch heute&#10;Von Thränen und von Blute trieft;&#10;Doch dessen Throne nach dem Streite&#10;Ein inn´res Ahnen ihr verbrieft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Barcarole</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/barcarole/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/barcarole/</guid><description>&lt;p&gt;Um der fallenden Ruder Spitzen&#10;Zittert und leuchtet ein schimmernder Glanz,&#10;Flieht bei jedem Schlage mit Blitzen&#10;Hin von Wellen zu Wellen im Tanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir im Busen von Liebeswonnen&#10;Zittert und leuchtet das Herz wie die Flut,&#10;Jubelt hinauf zu den Sternen und Sonnen,&#10;Bebt zu vergehn in der wogenden Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon auf dem Felsen durchs Grün der Platane&#10;Seh′ ich das säulengetragene Dach,&#10;Und das flimmernde Licht am Altane&#10;Kündet mir, daß die Geliebte noch wach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Basel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/basel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/basel/</guid><description>&lt;p&gt;Es geht ein bisschen rauf,&#10;es geht ein bisschen runter,&#10;dazwischen fließt der Rhein.&#10;Grün soll das Wasser sein.&#10;Wenn&amp;rsquo;s regnet stürmt und schneit,&#10;dann ist es braun,&#10;braun anzuschaun.&#10;Verhältnismäßig drückend föhnt der Föhn,&#10;es brodelt tief im Grunde,&#10;darüber eine Stadt,&#10;die Basels Name trägt und hat.&#10;Dort lint es Böck,&#10;dort beint es Hol,&#10;es waldet grün und witzt.&#10;Der Ritter sticht den Wurm,&#10;am Turm.&#10;Die Kirche aus Zement&#10;ist Mosers hohe Zeit.&#10;Es brennt,&#10;wenn&amp;rsquo;s brennt,&#10;im Kleid.&#10;Der Frauen holder Chor&#10;lächelt dem Tor.&#10;Mann,&#10;sieh dich vor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Baumpredigt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/baumpredigt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/baumpredigt/</guid><description>&lt;p&gt;Um Mitternacht, wenn Schweigen rings,&#10;Beginnt’s durch Waldesräume,&#10;Und wo sonst Büsch’ und Bäume stehn,&#10;Zu flüstern, rascheln und zu wehn,&#10;Denn Zwiesprach halten die Bäume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Rosenbaum loht lustig auf,&#10;Duft raucht aus seinen Gluthen:&#10;»Ein Rosenleben reicht nicht weit,&#10;Drum soll’s, je kürzer seine Zeit,&#10;So voller, heller verbluten!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Esche spricht: »Gesunkner Tag,&#10;Mich täuscht nicht Glanz und Flittern!&#10;Dein Sonnenstrahl ist Todesstahl,&#10;Gezückt aufs Rosenherz zumal,&#10;Doch auch wir Andern zittern!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bauz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bauz/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bauz/</guid><description>&lt;p&gt;Bauz schwingt zierlich den Zylinder,&#10;Bauz entstellt sich hiermit vor.&#10;Bauz hat 45 Kinder&#10;Und ′nen Bruch im Wasserrohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bauz ist ohne alle Frage,&#10;Bauz ist geradezu direkt,&#10;Bauz macht jede Nacht zum Tage,&#10;Bauz hat einen Schlauchdefekt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bauz ist jeder Krone Gipfel,&#10;Bauz ist jedes Ärmels Loch,&#10;Bauz ist auf dem I das Tipfel,&#10;Bauz kroch, wo noch keiner kroch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bauz ist wiederum hingegen,&#10;Bauz ist zwecks zu dem Behuf,&#10;Bauz ist andernteils deswegen,&#10;Bauz ist ohne Widerruf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beata Beatrix</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beata-beatrix/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beata-beatrix/</guid><description>&lt;p&gt;Dämmerläuten schüttet in den veilchenblauen Abend&#10;weiße Blütenflocken. Kleine Flocken&#10;blank wie Muschelperlen rieseln· tanzen·&#10;schwärmen weich wie dünne blasse Daunen·&#10;wirbelnd· wölkend. Schwere Blütenbäume&#10;streuen goldne Garben. Wilde Gärten&#10;tragen mich in blaue Wundernächte·&#10;große wilde Gärten. Tiefe Beete&#10;schwanken brennend auf· wie Traumgewässer&#10;still und spiegelnd. Silberkähne heben&#10;mich von braunen Uferwiesen&#10;in das Leuchten. Über Scharlachfluten&#10;dunklen Mohns· der rot in Flammensäulen&#10;züngelt· treibt der Nachen. Bleiche Lilien&#10;tropfen schillernd drüberhin wie Wellen.&#10;Düfte aus kristallnen Nächten tauchend·&#10;schlingen wirr und hängen sich ins Haar·&#10;und sie locken . . leise· leise . .&#10;und die grünen klaren Tiefen flimmern . .&#10;Purpurstrahlen schießen . . leise sink ich . .&#10;süß umfängt mich müder Laut von Geigen . .&#10;schwingt· sinkt· gleitende Paläste&#10;funkeln fern. Licht stürzt&#10;über mich. Weit· grün&#10;schwebt ein Glänzen . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beatrice</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beatrice/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beatrice/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ging durch kahles Land, durch sandig dürre Heide&#10;Und klagte der Natur die Schmerzen, die ich leide,&#10;Und wie mein Sinnen flog, vom Zufall nur gelenkt,&#10;Fühlt′ ich, wie sich ein Dolch langsam ins Herz mir senkt.&#10;Und sah steil über mir im schwülen Mittagsschweigen&#10;Ein finster Wolkenbild sich mählich abwärts neigen.&#10;Böser Dämonen Schar die finstre Wolke trug,&#10;Zwergartig, lasterhaft, grausam und voller Lug.&#10;Keck lenkten sie auf mich die Blicke hin wie Laffen,&#10;Die im Vorübergehn nach einem Tölpel gaffen.&#10;Sie lachten, flüsterten und tauschten listig flink&#10;Manch freches Zeichen aus und manch geheimen Wink:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei den Ruinen der Hohenstaufen-Burg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-den-ruinen-der-hohenstaufen-burg/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-den-ruinen-der-hohenstaufen-burg/</guid><description>&lt;p&gt;April 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnee und Regen haltet ein!&#10;Nimmer zwingt ihr mein Gebein;&#10;Aber nicht mit kühler Flut,&#10;Nein mit Feuer und mit Glut,&#10;Soll man hier die Ritter taufen.&#10;Kommt, ihr Blitze, brecht hervor,&#10;Daß ich finden mag das Thor&#10;Zu der Burg der Hohenstaufen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsam steig′ ich auf die Höh′n,&#10;Wo die letzten Trümmern stehn,&#10;Will dort wecken meinen Zorn,&#10;Will mir schärfen Schwert und Sporn&#10;An den alten heil′gen Steinen.&#10;Denn mir kam ein Heergebot,&#10;Und im Osten sah ich roth&#10;Schon die Flammenlosung scheinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Eingange eines Neuen Jahrs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-eingange-eines-neuen-jahrs/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-eingange-eines-neuen-jahrs/</guid><description>&lt;p&gt;O Wesen aller Wesen&#10;Die gut und auserlesen&#10;Der du den Weltpallast&#10;Was oben mitten unden&#10;Auch drinnen wird gefunden&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus nichts erschaffen hast.&#10;Dir ist bereit zu dienen&#10;Hoch an der Himmelsbühnen&#10;Das güldne Sternenheer&#10;Der Erden Feld dergleichen&#10;So weit sie nur mag reichen&#10;Darzu das tieffe Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist der Herr und Meister&#10;So vieler tausend Geister&#10;Die deine kraft erschuff:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir stehet zu gebotte&#10;Der Engel schnelle Rotte&#10;Auff eines wortes ruff.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-musik/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-musik/</guid><description>&lt;p&gt;Wer bist du, dessen Odem auf den Wogen&#10;Der Töne mir entgegenquillt?&#10;Entzückungen, die nicht von dieser Erde,&#10;Wehn leise mich aus ihnen an; ich werde&#10;Hinunter an das bleiche Meer gezogen,&#10;Das zwischen hier und drüben schwillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich führt ein Weib, verhüllt mit weißem Schleier,&#10;In ihren Kahn; von dannen trägt&#10;Der Windeshauch uns auf dem Wellenspiele,&#10;Das sich melodisch bricht am Kiele&#10;Und tönend bei den Klängen ihrer Leier&#10;Stets weitre, weitre Kreise schlägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Radetzky‘s Bestattung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-radetzkys-bestattung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-radetzkys-bestattung/</guid><description>&lt;ol start="1858"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;»Die Meinungen der Zeit verschlingt die Zeit, was aber alle Zeiten groß genannt haben, steht unerschüttert in jedem Wechsel.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Friede sei mein Wort, die Palme sei mein Zeichen!&#10;Den Lorber, blutgedüngt, umkreist ein Duft von Leichen,&#10;Der Degen wäscht sich blank in Thränen und in Schweiß;&#10;Doch Lorber wuchs im schatt′gen Palmenhage,&#10;Des Heiles Zeichen ward auf diesem Sarkophage&#10;Der Lorberzweig gekreuzt mit einem Palmenreis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei diesem Schwert, noch feucht von warmer Dankeszähre,&#10;Versöhnend liegt ein Stab, – nicht jener schicksalschwere,&#10;Der Schlachtenwetter lenkt, der ehrne Marschallstab, –&#10;Ein schönrer auch, der einst die edle Fieberkranke&#10;– Dich, Austria! – gestützt, daß sie dem Fall entwanke,&#10;Dem Taumel, der sie zog ans schon gegrabne Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei seines Vaters Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-seines-vaters-tod/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-seines-vaters-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Den 24. Jänner 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlaf′ in deiner engen Kammer,&#10;Lieber alter Vater, schlaf′,&#10;Glücklich, daß nach langem Jammer&#10;Noch dich frohe Zeitung traf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dank dir, daß in unsre Herzen&#10;Du der Ehre Muth gelegt,&#10;Der wol Hunger, Durst und Schmerzen,&#10;Knechtschaft nie und Schande trägt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn auch Fremde dich begraben,&#10;Schlaf′ in freier Erde nun,&#10;Lieber Vater, schau′, wir haben&#10;Jetzt ein beßres Werk zu thun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann erst, wenn die deutschen Auen&#10;Keine Feinde mehr entweihn,&#10;Wollen wir dein Grabmal bauen,&#10;Schreiben deinen Leichenstein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Troja</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-troja/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-troja/</guid><description>&lt;p&gt;Nun aus der Urwelt trüben Dämmerungen,&#10;In die vor Menschenblick und Tageslicht&#10;Dich die Jahrtausende hinabgeschlungen,&#10;Auf steigst du wieder; nein, du selber nicht -&#10;Von jenem Troja, das Homer besungen,&#10;Begraben in Ruinen, Schicht auf Schicht,&#10;Ist, zu Atomen von der Zeit zerrieben,&#10;Ein Aschenrest allein zurückgeblieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Getürmt, seitdem am rauschenden Skamander&#10;Des Priam stolzer Königsbau geragt,&#10;Hier haben sich die Reiche aufeinander;&#10;Das eine bröckelte, zu Staub zernagt,&#10;Dem andern nach, und schon als Alexander&#10;Am Grabeshügel des Achill geklagt,&#10;Versunken in das trümmerübersäte&#10;Blachfeld längst warst du unter andre Städte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Übersendung eines Vergissmeinnicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-uebersendung-eines-vergissmeinnicht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-uebersendung-eines-vergissmeinnicht/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Blume, deren blaue Blüthe&#10;Deutungsvoll der schönste Nahme schmückt,&#10;Der als Wunsch mir längst im Herzen glühte,&#10;Hab′ ich einsam heut′ im Thal gepflückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süss umschwebt von Deinem theuern Bilde,&#10;Schien sie würdig zur Gesandtin mir;&#10;Hin in ferne, trennende Gefilde,&#10;Bringe sie den Gruss der Freundschaft Dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ehe sie Dir naht wird sie verbleichen -&#10;Schnell verlöschet ihrer Farbe Licht,&#10;Doch die Bitte möge Dich erreichen,&#10;Die ihr Nahme zärtlich zu Dir spricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beim Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-abschied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Wirst Du in der Ferne mein gedenken,&#10;Wenn die Welt geräuschvoll Dich zerstreut?&#10;Wirst Du oft mir stille Stunden schenken,&#10;Der Erinnrung unsres Glücks geweiht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird kein neues Band mir Dein Vertrauen,&#10;Keines Deine Liebe mir entziehn?&#10;Kann ich ganz auf Deine Treue bauen,&#10;O so nimm mein Herz auf ewig hin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer bleibt es zärtlich Dir ergeben,&#10;Auch wenn nie mein Blick Dich wiedersieht.&#10;Wenn getrennt von Dir mein trübes Leben&#10;Wie ein Seufzerhauch vorüber flieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bekenntnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bekenntnis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bekenntnis/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe zerwühlt und zerbissen&#10;Mein Kissen&#10;In ächzenden Qualen der Nacht,&#10;Am Tage dann Witze gerissen,&#10;Das Gewissen&#10;Betäubt und die Schmerzen verlacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich träumte von Lilienstirnen,&#10;Von dunkler Augen Gewalt,&#10;Und umgab mich mit Bestiengehirnen&#10;Und umkrampfte der wüstesten Dirnen&#10;Lusttolle Gestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schien ein Apostel des Lebens&#10;In der Fäulnis betörendem Schein&#10;Und spottete jeglichen Strebens,&#10;Weil ich selber gerungen vergebens,&#10;Um &amp;ldquo;Etwas&amp;rdquo; zu sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sprach von Göttergenüssen,&#10;Von Küssen,&#10;Von schwellender Glieder Pracht,&#10;Von Freude und Glücklichsein-müssen,&#10;Zerrissen&#10;Von ächzenden Qualen der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bekenntniß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bekenntniss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bekenntniss/</guid><description>&lt;p&gt;Glauben möcht ich, daß die Liebe,&#10;Die für dich mein Herz durchglüht,&#10;Aus den Rosen deiner Wangen&#10;Mir als Gegenliebe blüht.&#10;Bange möcht ich hoffen können&#10;Auf ein einzig leises Wort,&#10;Rosig deinem Mund entblühend,&#10;Wie im Thal die Rose dort.&#10;Im Entzücken dieses Glaubens&#10;Und in dieses Hoffens Lust&#10;Endete mein ganzes Sehnen&#10;An den Schätzen deiner Brust.&#10;Lieben möcht ich so dich dürfen,&#10;Wie es mir ins Herz geschrieben, —&#10;Es dir einmal sagen können,&#10;Was mein Glauben, Hoffen, Lieben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ben Haly</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ben-haly/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ben-haly/</guid><description>&lt;p&gt;Gelehrter Kenner der Gesetze,&#10;Bei dem im Herzen Recht, im Munde Wahrheit gilt;&#10;Der nie mit müßigem Geschwätze&#10;Hammoniens Gericht erfüllt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht nur die Einsicht trüber Sachen;&#10;Auch ein durch Ernst gemäßigt Lachen,&#10;Auch Witz und Dichtkunst steht dir an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erlaube mir, so gut ich kann,&#10;Den rechtserfahrnen Muselmann,&#10;Ben Haly dir bekannt zu machen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Türk′, der von Byzanz auf ferne Reisen eilet,&#10;Besucht zum Abschied seinen Freund,&#10;Den er getreu zu sein vermeint,&#10;Mit dem er oft sein Leid, und stets die Freude theilet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berge im Nebel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berge-im-nebel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berge-im-nebel/</guid><description>&lt;p&gt;Seht nur! Selbst die namenlosen Berge&#10;hat der Frühling heute&#10;mit Nebelschleiern zärtlich bedacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bescheid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bescheid/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bescheid/</guid><description>&lt;p&gt;»Was einst so heiß, so stürmisch mich durchbebt,&#10;»Die Wonnen, die mich himmelan getragen,&#10;»Das Weh, das glüh′nde Wunden mir geschlagen,&#10;»Wie ferne sind sie meinem Geist entschwebt!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Und waren′s Träume nur, die mich umwebt,&#10;»Dann hab′ ich wohl ein bitt′res Recht zu fragen:&#10;»Wenn mir von meines Lebens Lust und Klagen&#10;»Nichts bleiben soll, wozu hab′ ich gelebt?!« –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das fragst du noch? So wisse denn! das Walten&#10;Von Glück und Leid hat nur den Zweck, den einen,&#10;Des Menschen tiefste Kräfte zu entfalten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Betrunken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/betrunken/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/betrunken/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sitze zwischen Mine und Stine,&#10;Den hellblonden hübschen Friesenmädchen,&#10;Und trinke Grog.&#10;Die Mutter ging schlafen.&#10;Geht Mine hinaus,&#10;Um heißes Wasser zu holen,&#10;Küss ich Stine.&#10;Geht Stine hinaus,&#10;Um ein Brötchen mit aufgelegten kalten Eiern&#10;Und Anchovis zu bringen,&#10;Küss ich Mine.&#10;Nun sitzen wieder beide neben mir.&#10;Meinen rechten Arm halt ich um Stine,&#10;Meinen linken um Mine.&#10;Wir sind lustig und lachen.&#10;Stine häkelt,&#10;Mine blättert&#10;In einem verjährten Modejournal.&#10;Und ich erzähl ihnen Geschichten.&#10;Draußen tobt, höchst ungezogen,&#10;Unser guter Freund,&#10;Der Nordwest.&#10;Die Wellen spritzen,&#10;Es ist Hochflut,&#10;Zuweilen über den nahen Deich&#10;Und sprengen Tropfen&#10;An unsre Fenster.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blick in den Spiegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blick-in-den-spiegel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blick-in-den-spiegel/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Spiegel ist von Herbstnebeln blind.&#10;Ich kann nicht mehr in den Mai zurück.&#10;Ich flechte aus meinen weißen Haaren mir einen langen Strick.&#10;Ich schlinge ihn um das Horn des Mondes am Himmel fest,&#10;Dass er nicht reißt, wenn mich der Frühwind tanzen lässt.&#10;Mein Zunge wird mir aus den Zähnen jappen.&#10;Reißt sie heraus, gönnt einem Hunde den Happen.&#10;(Er wird fortan nur noch nach schönen Versen schnappen.)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blume Drangsal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blume-drangsal/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blume-drangsal/</guid><description>&lt;p&gt;Blühmüd, mühmüd, nie gereift,&#10;Nie Frucht geworden, Mahl, noch Bitterbeere, Zierde&#10;einem Tische&#10;Heftest du wertlos am Weg, ein Ätzkraut, bis&#10;der zerstörerische&#10;Fuß des Verfemten versehrend dich streift.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glühmütig dennoch, Giftblume Drangsal, bestäubst -&#10;Lagert er - Schmerzdistel du, seine Stirn mit mondfarbnen&#10;Pollen bang.&#10;Sein Sinn achtet dich, sein Aug betrachtet dich, lang, allzulang,&#10;Bis du mit Duft unnennbar den Schlaflosen tödlich betäubst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du küsst seine Not. Aber sein Herz hat nicht&#10;Zehrung für dich noch Traum, noch Triebe, die du erweckst&#10;Und, Wurzel in sein ersteintes Verständnis&#10;gesprengt, bedeckst,&#10;Überwächst du nachts, Quecke unjätbar, sein&#10;unwegsamstes Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blütenzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bluetenzeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bluetenzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Frühling sprach zum Röslein rot&#10;Auf der grünen Haide:&#10;Ach, du grämst dich wol zu tot,&#10;Wenn ich von dir scheide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Röslein sprach: O Frühling hold,&#10;Wol hab ich dich gerne,&#10;Liebe deiner Sonne Gold,&#10;Deines Himmels Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe deiner Lüfte Hauch,&#10;Deiner Falter Kosen,&#10;Doch im kühlen Herbste auch&#10;Blühen noch die Rosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Menschen sind ja gut&#10;Lassen uns nicht sterben,&#10;Pflegen uns in treuer Hut,&#10;Daß wir nicht verderben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Braut- und Hochzeit-Gedichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/braut-und-hochzeit-gedichte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/braut-und-hochzeit-gedichte/</guid><description>&lt;p&gt;O glaube nicht, daß diese Feier&#10;Beende auch des Lebens Mai:&#10;Nein, mit dem Gürtel und dem Schleier&#10;Reißt nur ein eitler Wahn entzwei.&#10;Doch wo nicht Wahn, wo echtes Minnen&#10;Die Herzen an einander band,&#10;Da weben heil′ge Spinnerinnen&#10;Den Einschlag in des Schleiers Rand.&#10;Die Nornen weben unvergänglich&#10;Als einen Zauberschleier ihn,&#10;So nimm ihn hin: dann überschwänglich&#10;Ist Segen Dir mit ihm verlieh′n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brief eines Vaters nach Paris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brief-eines-vaters-nach-paris/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brief-eines-vaters-nach-paris/</guid><description>&lt;p&gt;Mai 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höre mich, du Sohn der Eichen,&#10;Deines Landes Stolz und Hort,&#10;Bis in Babels Mauern reichen&#10;Soll das ernste deutsche Wort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freiheitsheld, ich muß dich schelten,&#10;Dich verblendet falsches Licht,&#10;Freundlichkeit und Großmuth gelten&#10;Nicht im göttlichen Gericht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau′, die Alte, die wir hassen,&#10;Welcher flucht die halbe Welt,&#10;Lauert noch in allen Gassen,&#10;Hat auch dir das Netz gestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Staub war sie gefallen,&#10;Aber ihr erschlugt sie nicht,&#10;Und aus ihren Leichenhallen&#10;Dringet noch ein schwer Gericht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cephalocereus Senilis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cephalocereus-senilis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cephalocereus-senilis/</guid><description>&lt;p&gt;Auch diesem weißen Haar entstiegest Du&#10;Unfaßbar, ein verhangenes Gesicht.&#10;Ich beugte mich ganz überstürzt ihm zu&#10;Von einem fremden vielgespaltnen Licht&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sah darin Dich lange Wege schreiten,&#10;Wechselnd gewandt in wechselndes Geschick,&#10;Und sah Dich in die ungelebten Zeiten&#10;Eingehn. Es losch mir der gesenkte Blick&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zuweilen so, daß Du wie in den Weihern&#10;Ein Wolkenbild, ein fast verlornes, schwanktest.&#10;Ich schlug das Auge auf aus seinen Schleiern&lt;/p&gt;</description></item><item><title>China in Italien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/china-in-italien/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/china-in-italien/</guid><description>&lt;p&gt;Hingekauert an der Straßen&#10;Eine Aloe sich dehnt,&#10;Wie ein Knäul von Gliedesmaßen,&#10;Breit, gemächlich hingelehnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So im fernen China sitzen&#10;Mag ein feister Mandarin,&#10;Streckend blanke Nägelspitzen&#10;Selbstbehaglich vor sich hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Pinie sprießt daneben,&#10;Neigt auf sie ihr buschig Zelt,&#10;Wie sein Sklav’ ob Jenem eben&#10;Baldachin und Schirmdach hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hundert Jahre ziehn die Straße!&#10;Und von Sonnenschein welch Meer!&#10;Lenzesblüthen, welche Masse!&#10;Staub und Wandrer, welch ein Heer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christbaumfeier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christbaumfeier/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christbaumfeier/</guid><description>&lt;p&gt;Piano, Geige: Hupf mein Mädel (forte),&#10;Im Christbaum zucken gelblich ein paar Lichter,&#10;Und an die Rampe tritt Kommis und Dichter&#10;Und stottert stockend tannendufte Worte.&#10;Man trampelt: »Bravo, Bravo« mit den Füßen&#10;Und prostet mit den Krügen nach dem Helden,&#10;Indem sich schon zwei weiße Fräuleins melden,&#10;Mit »Stille Nacht« die Menge zu begrüßen.&#10;Man säuft, man schreit, man giert und man verlost&#10;Die Lebenslust - Rosa, unwiderstehlich,&#10;Bringt lächelnd ihrem Buben bei (allmählich),&#10;Daß er mich Papa ruft. - Na danke. Prost.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christkind im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christkind-im-walde/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christkind-im-walde/</guid><description>&lt;p&gt;Christkind kam in den Winterwald,&#10;der Schnee war weiß, der Schnee war kalt.&#10;Doch als das heil′ge Kind erschien,&#10;fing′s an, im Winterwald zu blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Christkindlein trat zum Apfelbaum,&#10;erweckt ihn aus dem Wintertraum.&#10;&amp;ldquo;Schenk Äpfel süß, schenk Äpfel zart,&#10;schenk Äpfel mir von aller Art!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Apfelbaum, er rüttelt sich,&#10;der Apfelbaum, er schüttelt sich.&#10;Da regnet′s Äpfel ringsumher;&#10;Christkindlein′s Taschen wurden schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die süßen Früchte alle nahm′s,&#10;und so zu den Menschen kam′s.&#10;Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt,&#10;was euch Christkindlein hat beschert!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cimio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cimio/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cimio/</guid><description>&lt;p&gt;Ein roter Himmel von Bukarest nach Paris:&#10;Dein Körper ist über und über voll schwarzer Augen.&#10;Wir legen die Hände gegeneinander wie große Fächer, wenn wir uns lieben.&#10;Dein Blinddarm ist krank, davon bist du sehr gelb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fliedersträuße wachsen aus deinen Ohren.&#10;Dein ganzer Kopf ist voll Flieder. Aufgezäumt bist du mit Flieder.&#10;Deine Augenwimpern zucken und schlagen gleich Schmetterlingsflügeln.&#10;Deine Nase ist einer Klaviertaste sehr ähnlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tanzende Hände hast du, Töchterchen.&#10;Dein schmales Becken bewegt sich, wenn du an meiner Seite flatterst,&#10;Sanftsüchtig gegen den Wind. Die großen glühenden Frauen liebst du.&#10;In deinem Lächeln lallen Apachenlieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cosmus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cosmus/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cosmus/</guid><description>&lt;p&gt;Wie klug ist Cosmus von Gesicht!&#10;Man muß ihm etwas Stolz erlauben:&#10;Doch alles, was er heute spricht,&#10;Scheint ihm des Witzes Ruhm zu rauben.&#10;Ist Cosmus klug? Ist er es nicht?&#10;Ich werde seinen Worten glauben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Abendzeit, wenn sich die Wolken färben,&#10;Wenn Alles glüht in rötlich-gelbem Licht,&#10;Da muß der Sinne Glut in mir ersterben,&#10;Und keusch und lauter meine Seele spricht, -&#10;Zur Abendzeit, wenn sich die Wolken färben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es erwacht in ihr ein tiefes Sehnen,&#10;Nach keuscher Liebe zittert ihr Gebet,&#10;Und niederrieseln ätzend-scharfe Tränen,&#10;Sie weiß es wohl, daß es zu spät, zu spät!&#10;Und immer qualenreicher wird das Sehnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Danach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/danach/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/danach/</guid><description>&lt;p&gt;Es wird nach einem happy end&#10;im Film jewöhnlich abjeblendt.&#10;Man sieht bloß noch in ihre Lippen&#10;den Helden seinen Schnurrbart stippen -&#10;da hat sie nun den Schentelmen.&#10;Na, und denn-?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn jehn die beeden brav ins Bett&#10;Na ja&amp;hellip; diß is ja auch janz nett.&#10;A manchmal möchte man doch jern wissen:&#10;Wat tun se, wenn se sich nich kissen?&#10;Die könn ja doch nich immer penn&amp;hellip;!&#10;Na, und denn -?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Daran kranket die Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daran-kranket-die-zeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daran-kranket-die-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Daran kranket die Zeit, daß sie stets mit kleinlichen Mitteln&#10;Spielt und versucht und dabei Großes zu schaffen vermeint.&#10;Niemand wagt den geradesten Weg; man fügt sich dem Weltlauf,&#10;Da sich der Weltlauf doch stets dem Gewaltigen fügt.&#10;Freilich beschränkterer Sinn bebt scheu vor stürmischer Meerfahrt,&#10;Weil er im Wetter sich nicht kräftig zu steuern getraut;&#10;Aber dem Genius schenkte der Gott zur Schwester die Kühnheit,&#10;Und durch Klippen und Sturm führt er zum Hafen das Schiff.&#10;Nicht in den Abgrund späht er mit Angst; er erhebt zu den Sternen&#10;Mutig das Haupt. Noch nie haben die Sterne getäuscht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Abendrot am Strand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-abendrot-am-strand/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-abendrot-am-strand/</guid><description>&lt;p&gt;Das Abendrot am Strand hinzieht,&#10;Ergibt den Wellen sich mit Lust,&#10;Da schwellet die beklemmte Brust&#10;Der unbewußten Sehnsucht Lied,&#10;So kühn gewaltig zwingt das Lied&#10;Die Trauer der beklemmten Brust,&#10;In Lebensmut erstrebt sie Lust,&#10;In Liebesflut sie Wolken zieht,&#10;Und weckt in der beklemmten Brust&#10;Der hohen Freiheit kühnes Lied.&#10;Sein voller Klang&#10;Das Herz durchdrang,&#10;Das Lied sich schwang&#10;In Liebesdrang.&#10;Zu ihm, zu dem ich hin verlang,&#10;Dort über die Berge mit der Lerche,&#10;Ihm nach der Hymne zu singen dem Volk,&#10;Dem von seinen Lippen sie sollte erklingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das abgeschiedne Kind an seine Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-abgeschiedne-kind-an-seine-mutter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-abgeschiedne-kind-an-seine-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Weihnacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, meine Mutter, schwer war unser Scheiden,&#10;Drum muß ich mich noch einmal zu dir wenden,&#10;Dich zu beschwichtigen in deinem Leiden!&#10;Und ob mich auch die tausend Sonnen blenden,&#10;Die still und groß an mir vorüber wallen,&#10;Doch find′ ich sie, der sie die Strahlen senden, -&#10;Denn deine Tränen leuchten mir vor allen! -&#10;Die Erde noch heraus, die dämmernd-kleine,&#10;Die, sonst verschwimmend in den blauen Hallen,&#10;Jetzt heller aufglänzt, wie im eignen Scheine.&#10;Denn fröhlich sind der Menschen Angesichter,&#10;Und keines ist verdüstert, als das deine!&#10;Die Kinder hüpfen um die Weihnachtslichter,&#10;Die ihre Mütter ihnen angezündet,&#10;Du siehst es und verhüllst dich dicht und dichter.&#10;Ich aber will, geheimnisvoll verbündet&#10;Mit meines Vaters Geist, nicht von dir lassen,&#10;Bis ich das Wort der Worte dir verkündet,&#10;Das, kannst du′s auch nicht ungestorben fassen,&#10;Doch all dein Sinnen fesselt und dein Denken,&#10;Bis es sich ganz dir aufschließt im Erblassen.&#10;Ich will in meinen Vater mich versenken,&#10;Ich will mein tiefstes Ahnen ihm entdecken,&#10;Ich will ihm Bilder und Gedanken schenken,&#10;Die selbst vor einem Dichter sich verstecken.&#10;Und faßt er sie so wenig, wie die Harfe&#10;Den Ton, den Abendlispel in ihr wecken,&#10;So wird er doch nach innerstem Bedarfe&#10;Sie fromm in deine Brust hinüber leiten,&#10;Dann löst in ihr der Mißlaut sich, der scharfe,&#10;Da ew′ge Harmonieen ihn bestreiten.&#10;O, hadre nimmer mit den Urgewalten,&#10;Die, ruhig thronend über allen Zeiten,&#10;In festen Händen jeglich Schicksal halten!&#10;De Lebens Schönheit wollt′ ich dir erschließen,&#10;Des Todes Schrecken mußt′ ich dir entfalten,&#10;Die ird′schen Wonnen brannt′ ich, zu genießen,&#10;Doch zu den höhern ward ich abgerufen.&#10;Dir war, als sähst du mich in Nichts zerfließen,&#10;Als mich′s erhob zur letzten aller Stufen,&#10;Ich selber sträubte mich, obgleich mein Beben&#10;Und Säumen einzig so viel Qual mir schufen.&#10;Ich glich in meinem eitlen Widerstreben&#10;Dem Eingekerkerten, der das Gefängnis,&#10;Wenn es zusammenstürzt in Windes Weben,&#10;Nicht lassen will in seines Herzens Bängnis,&#10;Es fällt kein Stein, der ihm nicht Wunden schlüge,&#10;Bis er entspringt, dann faßt er das Verhängnis&#10;Und tut im Freien frische Atemzüge.&#10;Mir war, wie ich da lag in meinen Wehen,&#10;Als könnt′ ich′s nie verwinden, was ich trüge;&#10;Jetzt ist es mir, als wär′s mir nie geschehen,&#10;Und, wie du meines Friedens reine Fülle,&#10;So kann ich deinen Schmerz nicht mehr verstehen.&#10;Mich schaudert′s vor der abgeworfnen Hülle,&#10;Auch fürchte ich, es würde dich nicht heilen,&#10;Sonst zeigte ich in mitternächt′ger Stille&#10;Mich, wie ich war, in Träumen dir zuweilen.&#10;Jetzt hält ja keine Form mich mehr gefangen,&#10;Kann ich auch jede, wolkengleich, zerteilen;&#10;Ich bin, was meinem innersten Verlangen&#10;Entspricht, und bin′s nicht mehr, sobald mich ekelt;&#10;Wer alle, bis zur höchsten, durchgegangen,&#10;Der wird in keine wieder eingehäkelt,&#10;Er wird, und ob′s ihn auch noch rückwärts triebe,&#10;Doch nicht mehr schnöde an den Staub vermäkelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Auge flog voran</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-auge-flog-voran/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-auge-flog-voran/</guid><description>&lt;p&gt;Das Auge flog voran.&#10;Im Stern verstrickt der Fuß.&#10;Die hingerissene Sonne&#10;Sinkt im Spiegel.&#10;Um jede Wassermühle&#10;Blutet Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bächlein Celigny am Genfersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-baechlein-celigny-am-genfersee/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-baechlein-celigny-am-genfersee/</guid><description>&lt;p&gt;Es rauscht ein Bächlein durch grüne Kluft,&#10;Ich höre sein Rauschen so gerne;&#10;Durch wehende Wipfel strahlt blaue Luft,&#10;Da weidet der Blick in der Ferne!&#10;O Bächlein so lieb an des Hügels Hang,&#10;Dir möcht′ ich lauschen mein Lebenlang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie lieblich sinket und steigt und schwillt&#10;In Wies′ und Wald das Gestade!&#10;Dort hebt das Gebirge sich duftumhüllt,&#10;Hier locken mich schattige Pfade;&#10;O süße Thäler, o Hügel so schön,&#10;Hier mögen sich Herz und Seel′ ergeh′n!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bad Ems</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bad-ems/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bad-ems/</guid><description>&lt;p&gt;Letztes Gedicht des Verfassers 1817.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den leichten Morgenträumen&#10;Enteil′ ich froh und schnell,&#10;Und nahe sonder Säumen&#10;Dem wunderbaren Quell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur Tiefe steig′ ich nieder,&#10;Da quillt es reich und warm,&#10;Da senken sich die Glieder&#10;In milden Liebesarm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Liebesfüll′, o Gnade,&#10;Wie selig, wer euch schaut,&#10;Wenn ihr auf unsre Pfade&#10;Die süßen Wunder thaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was bricht aus Felsenklüften?&#10;Was blüht an manchem Strauch?&#10;Was weht in milden Lüften?&#10;Der ew′gen Liebe Hauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bahrrecht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bahrrecht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bahrrecht/</guid><description>&lt;p&gt;»Nun geht, Graf Otto! Zum drittenmal&#10;Erduldetet ihr die Folterqual&#10;Und habt sie, wie keiner, bestanden.&#10;Wohlan denn! Reinigt Euch ganz vom Verdacht,&#10;Als hättet den Ohm Ihr umgebracht&#10;Aus Gier nach Schätzen und Landen!&#10;Drei Stunden harret mit festem Mut&#10;Allein an der Bahre, darauf er ruht;&#10;Entquillt den Wunden alsdann kein Blut,&#10;So lösen wir Euch aus den Banden.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drauf Otto: »Ich scheue die Probe nicht;&#10;Kommt, daß ich allen wie Sonnenlicht&#10;So klar meine Unschuld mache!«&#10;Er spricht′s; ihn führen die Schöffen den Gang&#10;Zur Totenkammer schweigend entlang;&#10;Durch die Thür ein läßt ihn die Wache.&#10;Davor wird wieder gewälzt der Stein,&#10;Und der Graf bei flimmerndem Lampenschein&#10;Bleibt mit des Herzogs Leiche allein&#10;Im schwarzbehängten Gemache.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bar-Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bar-sonett/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bar-sonett/</guid><description>&lt;p&gt;Gazellenscheu im Wüstenbrand der Lüste,&#10;Erzittert sie vor der gesuchten Gier&#10;Und lockert sich dem guten Elixier,&#10;Mit dem sie viel zu übertäuben wüsste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann trägt sie, sehr erfahren, Bar-Manier,&#10;Die Irrlicht-Augen, Muschelglanz der Brüste,&#10;Sich-Praxis, küssende und wundgeküsste,&#10;Geschäftlich zum Geschäftsmann: &amp;ldquo;Cavalier.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wer sind Sie? Opfer oder Henkerin?&#10;Wie lügen Sie? Wie werden Sie belogen?&#10;Was geben Sie? Was gibt man Ihnen hin?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aztekisch ist ihr das Profil gebogen.&#10;&amp;ldquo;Man kennt mich doch. Bestellen Sie mir Gin!&amp;rdquo;&#10;Sie faltet sich dem Paradies der Droguen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bergschloß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bergschloss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bergschloss/</guid><description>&lt;p&gt;Baden-Baden 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da droben auf jenem Berge,&#10;Da stehet ein altes Haus,&#10;Es schreiten zu Nacht und am Mittag&#10;Viel Rittergestalten heraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die weilten in herrlichen Tagen&#10;Hier fröhlich am gastlichen Herd,&#10;Sie haben viel Schlachten geschlagen,&#10;Sie haben viel Becher geleert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das alles ist leider! vorüber,&#10;In Trümmern das alte Thor;&#10;Wer rufet aus Schutt und aus Grüften&#10;Die mächtige Zeit uns hervor?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mag sie sich nimmer erheben,&#10;Und hält sie der ewige Neid,&#10;Wir wollen aufs Neue sie leben,&#10;Die alte, die selige Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Büblein auf dem Eise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bueblein-auf-dem-eise/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bueblein-auf-dem-eise/</guid><description>&lt;p&gt;Gefroren hat es heuer&#10;noch gar kein festes Eis.&#10;Das Büblein steht am Weiher&#10;und spricht zu sich ganz leis:&#10;&amp;ldquo;Ich will es einmal wagen,&#10;das Eis, es muß doch tragen.&#10;Wer weiß!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Büblein stapft und hacket&#10;mit seinem Stiefelein.&#10;Das Eis auf einmal knacket,&#10;und krach! schon bricht′s hinein.&#10;Das Büblein platscht und krabbelt,&#10;als wie ein Krebs und zappelt&#10;mit Arm und Bein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;O helft, ich muß versinken&#10;in lauter Eis und Schnee!&#10;O helft, ich muß ertrinken&#10;im tiefen, tiefen See!&amp;rdquo;&#10;Wär′ nicht ein Mann gekommen -&#10;der sich ein Herz genommen,&#10;o weh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Café-Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-cafe-sonett/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-cafe-sonett/</guid><description>&lt;p&gt;Den Marmortisch umsprühen Manieristen,&#10;Erregt vom Beichtwort Mauds, der Künstlerin:&#10;&amp;ldquo;Weiß nicht, ob Weib ich, ob ich Knabe bin!&amp;rdquo;&#10;Sie steigern sich in überhitzte Listen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Dame liegt die letzte Nacht im Sinn.&#10;Dem John, dem dunkelsten der Morphinisten,&#10;Dem Welt-Abbé, dem Décadence-Artisten,&#10;Hält sie die gleiche klare Stirne hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da: Jack, Gorilla, erster Fußball-Preis.&#10;Der Geist bestellt die sechste Schnaps-Karaffe.&#10;Wie Maud, erkannt, ihr süßes Schicksal weiß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es fällt die Festung vor dem Bild der Waffe.&#10;Dem Football-Monstrum bringt man Huhn mit Reis,&#10;Maud, sachlich: &amp;ldquo;Schaufle was du kannst, mein Affe!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das erfrorene Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-erfrorene-herz/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-erfrorene-herz/</guid><description>&lt;p&gt;(Nachdichtung aus dem Chinesischen)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sperling pickt die letzten Vogelmieren.&#10;Schon läßt ein kalter Wind die Bäche frieren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, käme doch der Frühling bald! die Quellen,&#10;Wie würden hurtig sie zu Tale schnellen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die du mich doch nicht frieren sehen willst:&#10;Komm, meine Sonne, daß mein Schneeherz&#10;schmilzt&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das erste Liebeswort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-erste-liebeswort/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-erste-liebeswort/</guid><description>&lt;p&gt;Das war der süßeste der Laute!&#10;Sie sprach′s, das erste Liebeswort;&#10;Im Herzen nun trag′ ich das traute,&#10;Tiefselige Geheimnis fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein wo berg′ ich meine Wonne,&#10;Daß ich sie wohl behüten mag?&#10;Dein Licht verhülle, läst′ge Sonne!&#10;Verstumme, lärmbewegter Tag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weltfern sei meines Glückes Fülle&#10;Begraben, wo sie nichts verrät&#10;Und nur durch Nacht und heil′ge Stille&#10;Des süßen Wortes Nachhall weht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Flakon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-flakon/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-flakon/</guid><description>&lt;p&gt;So starke Düfte gibt′s, dass sie den Stoff bezwingen,&#10;Mit ihrer feinen Kraft Glas und Kristall durchdringen.&#10;Ein Kästchen öffnest du aus fernem Morgenland,&#10;Des Schloss nur knirschend weicht in mürrischem Widerstand,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht auch einen Schrein in längst verlassnen Räumen&#10;Voll schwerer Moderluft, drin Staub und Spinnweb träumen,&#10;Da liegt ein alt Flakon, das deiner sich entsinnt,&#10;Draus eine Seele strömt und sprudelnd überrinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schmetterlingspuppen gleich tausend Gedanken schliefen,&#10;Sanft schauernd wie im Traum in Nächten schweren, tiefen,&#10;Nun bebt ihr Flügelpaar, hebt sie zu Flug und Tanz,&#10;Gold und azurgefärbt und spiegelnd rosigen Glanz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das fremde Lächeln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fremde-laecheln/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fremde-laecheln/</guid><description>&lt;p&gt;Mich hält ein leises Lächeln gebannt.  Es hing  Ganz licht und lose am Lippenrand  Einer schönen Frau, die vorüberging.&#10;Die fremde Frau war schön und schlank,  Und fühlte ich gleich, es zielte ihr Gang  In mein Leben.  Und dies Lächeln, das ich in Glut und Scham  Von ihren zartblassen Lippen nahm,  Hat mir ein Schicksal gegeben.&#10;Wie ist dies alles so wundersam,  Das Lächeln, die Frau und mein sehnender Traum  Versponnen zu törichten Tagen.  Mein Herz verirrt sich in Frage und Gram,  Woher dieses seltsame Lächeln kam,  Und weiß ich doch kaum,  Wieso mir das heimliche Wunder geschehn,  Daß ich, erglutend in Glück und Scham,  Ein Lächeln aus fremdem Leben nahm  Und in das meine getragen.&#10;Ich fühle nur: seit   Ich das Lächeln der leisen Lippen getrunken,  Ist die Ahnung einer Unendlichkeit  In mein Leben gesunken.  Meine Nächte leuchten nun still und lau  Wie ein Sternengezelt  In beruhigtem Blau.  Und der zarte Traumglanz, der sie erhellt,  Ist das Lächeln der Frau,  Der viellieben Frau,  Der schönen, an der ich vorüberging,  Der fremden, von der ich ein Schicksal empfing.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gesicht der Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gesicht-der-natur/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gesicht-der-natur/</guid><description>&lt;p&gt;Was unsern Sinn gefangen hält,&#10;Das spiegelt uns zurück die Welt.&#10;Wir schauen unsre Lust und Pein&#10;In′s Antliz der Natur hinein,&#10;Als wechsle Sonnenschein und Regen&#10;Am Himmel einzig unsertwegen,&#10;Als würd′ er blauer oder grauer&#10;Um unsre Lust, um unsre Trauer.&#10;Er schmeichelt uns, der stolze Wahn,&#10;Daß auf der ewig festen Bahn&#10;Nach uns, den kleinen Erdenwichten,&#10;Die Schritte der Natur sich richten.&#10;Sie schreitet weiter, kalt und groß,&#10;Wie taub und blind für unser Loos;&#10;Sie treibt vollkommen unbekümmert&#10;Was unser Glück erhöht, zertrümmert;&#10;Ihr Mitgefühl ist unsre Lüge,&#10;Ihr Antliz trägt Medusenzüge&#10;Die, seelenlos so schön sie scheinen,&#10;Nie weder lächeln weder weinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gewitter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gewitter/</guid><description>&lt;p&gt;In wellenloser Stille&#10;Lag, eine blaue Ebne,&#10;Das Meer vor uns. Im Schooße&#10;Des Meeres schlief ein Riese.&#10;Da kam der Wind und weckte&#10;Mit seiner Flügel Ende&#10;Den Riesen auf. Voll Unmuths&#10;Erhob er sich am fernen&#10;Bewölkten Himmelsrande.&#10;Mit der erzürnten Scheitel&#10;Berühret er die Wölbung&#10;Des glanzberaubten Himmels.&#10;Es hatten schwarze Wolken&#10;Die Sonne schon verschlungen.&#10;Da treibt im Zorn der Riese&#10;Sie nach dem andern Ende&#10;Des Himmels hin. Bald haben&#10;Der Erde sie den Anblick&#10;Des Aethers ganz entzogen.&#10;Ringsum ist Nacht; nur schwärzer&#10;Und schauderhafter ist sie&#10;Im Westen, wo der Riese&#10;In ungeheurer Größe,&#10;Wie ein Gespenst, emporragt.&#10;Itzt öffnet unvermuthet&#10;Das grause Ungeheuer&#10;Den Flammenschlund, und schrecklich&#10;Ertönt sein wüthend Brüllen.&#10;Es beben Erd′ und Himmel&#10;Vor Grauen und Entsetzen.&#10;Nach einer kurzen Weile&#10;Eröffnet er von neuem&#10;Den ungeheuern Rachen,&#10;Und eine Feuerschlange&#10;Entstürmt dem grausen Schlunde&#10;Und stürzt voll Wuth in′s Meer sich.&#10;Da, wo die Feuerschlange&#10;Sich in die Wogen stürzte,&#10;Spritzt, neugefallnem Schnee gleich,&#10;Und dick und hoch, wie eine&#10;Der Himmelssäulen, Meerschaum&#10;Empor bis an die Wolken,&#10;Entsetzlich ist das Toben&#10;Des Meeres und sein Schlagen&#10;An seine Felsenufer.&#10;Noch schauderhafter aber&#10;Ist das Gebrüll des Riesen,&#10;Deß Rachen eine Schlange&#10;Entstürzet nach der andern,&#10;Bei deren Anblick schaudernd&#10;Der Mensch zurückebebet.&#10;Itzt stürzt sich eine Schlange&#10;Auf die nicht ferne Waldung,&#10;Und frißt die höchste, ältste&#10;Und umfangreichste Eiche,&#10;Als wär′ sie eine Garbe.&#10;Da schien des Riesen Rache&#10;Gesättigt. Er zerreißet&#10;Mit allgewalt′gen Händen&#10;Die aufgethürmten Wolken;&#10;Es zeigt auf′s neu der Himmel&#10;Sein heitres Aug′ dem Menschen;&#10;Es lösen sich die Wolken&#10;In Regen auf, der stromweis&#10;Herniederfällt, das lecke,&#10;Geborstne Land zu tränken;&#10;Es steigt, wie aus dem Bade,&#10;Die Sonn′ in vollerm Glanze:&#10;Erneuert scheint die Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Glück der Unbemerktheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-der-unbemerktheit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-der-unbemerktheit/</guid><description>&lt;p&gt;Beglückt die Menschen, welche unbemerkt&#10;Und friedlich durch das Leben gehen,&#10;Sie werden von des Kummers Aug&amp;rsquo;,&#10;Von der Verzweiflung übersehen.&#10;Gemüthlich wandeln sie auf ihrem Weg,&#10;Vergnügt mit dem, was sie erwerben,&#10;Sind gleichmüthig in gut und böser Zeit&#10;Und pflegen friedlich hinzusterben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch jene, welchen das Genie&#10;Den Stempel auf die Stirne drücket,&#10;Sind es, auf die die düstre Schwermuth früh&#10;Das scharfgeschliffene Messer zücket.&#10;Ihr Geist, der auf Gedanken thronet, weiß&#10;In&amp;rsquo;s Reich der Phantasie zu dringen -&#10;Ach, aber die erboste Wirklichkeit&#10;Lähmt ihnen allzuoft die Schwingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gräslein ist ein Buch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-graeslein-ist-ein-buch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-graeslein-ist-ein-buch/</guid><description>&lt;p&gt;Das Gräslein ist ein Buch,&#10;suchst du es aufzuschließen,&#10;du kannst die Schöpfung draus&#10;und alle Weisheit wissen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das große Karussell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grosse-karussell/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grosse-karussell/</guid><description>&lt;p&gt;Im Himmel ist ein Karussell,&#10;das dreht sich Tag und Nacht.&#10;Es dreht sich wie im Traum so schnell,&#10;wir sehn es nicht, es ist zu hell&#10;aus lauter Licht gemacht;&#10;still, mein Wildfang, gib acht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib acht, es dreht die Sterne, du,&#10;im ganzen Himmelsraum.&#10;Es dreht die Sterne ohne Ruh&#10;und macht Musik, Musik dazu,&#10;so fein, wir hören′s kaum;&#10;wir hören′s nur im Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Traum, da hören wir′s von fern,&#10;von fern im Himmel hell.&#10;Drum träumt mein Wildfang gar so gern,&#10;wir drehn uns mit auf einem Stern;&#10;es geht uns nicht zu schnell,&#10;das große Karussell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das gute Schaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gute-schaf/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gute-schaf/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist mein Schaf;&#10;Ich bin dir niemals böse.&#10;Und er ist baff;&#10;Er schaut ins Weltgekröse.&#10;Du bist mein Schaf,&#10;Erlöse ihn, erlöse&#10;Auch mich von dem Getöse&#10;Der auferstandnen Jugendzeit;&#10;Sie steht vor mir im Leichenkleid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Harz-Moos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-harz-moos/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-harz-moos/</guid><description>&lt;p&gt;Gott zeigt in seiner Schöpfung-Werke,&#10;Sich über unserm Haupt, sich auf der Erde groß;&#10;Er gab der Sonne Glut, er gab dem Löwen Stärke,&#10;Und bildete das kleinste Moos,&#10;Das an dem Harzberg wächst, fein zweigigt wie Cypresse,&#10;Voll kleiner Knospen, untersprengt&#10;Mit etwas Röthe, so, wie junger Mädchen Blässe&#10;Im Antlitz sich mit roth vermengt,&#10;Wenn sie der Jüngling angeblicket;&#10;Die Flur, der Garten und der Wald&#10;Und selbst die Hügel sind geschmücket,&#10;Doch andre Blumen sterben bald,&#10;Das fein gebaute Moos bleibt, wenn sie schon gestorben,&#10;Tief unter Schnee noch unverdorben.&#10;Wie ähnlich ist es mir! tief lag ich unter Gram&#10;Viel schwere Jahre lang, und als mein Winter kam,&#10;Da stand ich unverwelkt und fieng erst an zu grünen.&#10;Ich muste, wie das Moos, dem Glück zum weichen Tritt,&#10;Dem Thoren zur Verachtung dienen.&#10;Einst sterb ich! Doch mein Lied geht nicht zum Grabe mit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das himmlische Licht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-himmlische-licht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-himmlische-licht/</guid><description>&lt;p&gt;Kamerad, Sie sitzen in Ihrem Zimmer allein, unter Menschen schweigen Sie still.&#10;Aber ich weiß meine stummen Kameraden hunderttausend auf der Welt, zu denen ich reden will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir waren noch klein, da erhob zu uns die Erde ihr bergiges Schmerzensgesicht,&#10;In unsre Zehen bebte fernes Geländ, von Sturz und Strudel ums Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menschen in schlaffer Geilheit und träg liebten die Erde nicht mehr,&#10;Aber die Erde schrie, wir hörten sie nicht, und sie donnerte Zeichen her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hirtenfeuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hirtenfeuer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hirtenfeuer/</guid><description>&lt;p&gt;Dunkel, dunkel im Moor,&#10;über der Heide Nacht,&#10;nur das rieselnde Rohr&#10;neben der Mühle wacht,&#10;und an des Rades Speichen&#10;schwellende Tropfen schleichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unke kauert im Sumpf,&#10;Igel im Grase duckt,&#10;in dem modernden Sumpf&#10;schlafend die Kröte zuckt,&#10;und am sandigen Hange&#10;rollt sich fester die Schlange.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was klimmt dort hinterm Ginster&#10;und bildet lichte Scheiben?&#10;Nun wirft es Funkenflinster,&#10;die löschend niederstäuben;&#10;nun wieder alles dunkel -&#10;ich hör′ des Stahles Picken,&#10;ein Knistern, ein Gefunkel,&#10;und auf die Flammen zücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hühnchen und der Diamant</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-huehnchen-und-der-diamant/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-huehnchen-und-der-diamant/</guid><description>&lt;p&gt;Ein verhungert Hühnchen fand&#10;Einen feinen Diamant,&#10;Und verscharrt′ ihn in den Sand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Möchte doch, mich zu erfreun,&#10;Sprach es, dieser schöne Stein&#10;Nur ein Weizenkörnchen sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unglückselger Ueberfluß,&#10;Wo der nöthigste Genuß&#10;Unsern Schätzen fehlen muß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Husarenpferd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-husarenpferd/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-husarenpferd/</guid><description>&lt;p&gt;Vor mir stand der muth′ge Rapp,&#10;Der zum Kampfe wohl geschirrte;&#10;Nagte schier die Zügel ab,&#10;Schlug das Pflaster, daß es klirrte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Funken flogen, und ich sprach:&#10;&amp;ldquo;Dieses Pflaster, Rapp, ist steinern;&#10;Aber kommen wird der Tag,&#10;Wo dir eines dröhnt, das beinern:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem Schlachtfeld Stirn an Stirn&#10;Derer, welche sie erschlugen!&#10;Nur gewiehert! Blut und Hirn&#10;Sind der Mörtel seiner Fugen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als Funkensaat entsprüh′n&#10;Ihm der Sterbenden Gedanken!&#10;Ihre letzten! sengend glüh′n&#10;Sie um Schenkel dir und Flanken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ist im Leben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-im-leben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-im-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist im Leben häßlich eingerichtet,&#10;Daß bei den Rosen gleich die Dornen stehn,&#10;Und was das arme Herz auch sehnt und dichtet,&#10;Zum Schluße kommt das Voneinandergehn.&#10;In deinen Augen hab&amp;rsquo; ich einst gelesen,&#10;Es blitzte drin von Lieb und Glück ein Schein:&#10;Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen,&#10;Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leid, Neid und Haß, auch ich hab&amp;rsquo; sie empfunden,&#10;Ein sturmgeprüfter müder Wandersmann.&#10;Ich träumt&amp;rsquo; von Frieden dann und stillen Stunden,&#10;Da führte mich der Weg zu dir hinan.&#10;In deinen Armen wollt&amp;rsquo; ich ganz genesen,&#10;Zum Danke dir mein junges Leben weih&amp;rsquo;n.&#10;Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen,&#10;Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kind ruht aus vom Spielen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-ruht-aus-vom-spielen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-ruht-aus-vom-spielen/</guid><description>&lt;p&gt;Das Kind ruht aus vom Spielen,&#10;Am Fenster rauscht die Nacht,&#10;Die Engel Gottes im Kühlen&#10;Getreulich halten Wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Bettlein still sie stehen,&#10;Der Morgen graut noch kaum,&#10;Sie küssen′s, eh sie gehen,&#10;Das Kindlein lacht im Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Liebhabertheater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-liebhabertheater/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-liebhabertheater/</guid><description>&lt;p&gt;Meinst du, wir hätten jetzt Dezemberschnee?&#10;Noch eben stand ich vor dem schönsten Hain,&#10;So grün und kräftig sah ich keinen je.&#10;Die Windsbraut fuhr, der Donner knallte drein,&#10;Und seine Zweige trotzten wie gegossen,&#10;Gleich an des Parkes Tor ein Häuschen stand,&#10;Mit Kränzen war geschmückt die schlichte Wand,&#10;Die haben nicht gezittert vor den Schlossen,&#10;Das nenn′ ich Kränze doch und einen Hain!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und denkst du wohl, wir hätten finstre Nacht?&#10;Des Morgens Gluten wallten eben noch,&#10;Rotglühend, wie des Lavastromes Macht&#10;Hernieder knistert von Vesuves Joch;&#10;Nie sah so prächtig man Auroren ziehen!&#10;An unsre Augen schlugen wir die Hand,&#10;Und dachten schier, der Felsen steh′ in Brand,&#10;Die Hirten sahn wir wie Dämone glühen;&#10;Das nenn′ ich einen Sonnenaufgang doch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied der Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-der-blume/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-der-blume/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein Wort, das die Natur gesprochen&#10;Und dann zurückgenommen&#10;In ihrem Herzen barg,&#10;Um es ein zweites Mal zu äußern.&#10;Ich bin ein Stern, der einst vom blauen Himmel&#10;Auf einen grünen Teppich fiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin der Elemente Tochter:&#10;Im Winter getragen,&#10;Vom Frühling geboren,&#10;Erzogen vom Sommer;&#10;Der Herbst legt mich zur Ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin ein Geschenk für Liebende&#10;Und eine Hochzeitskrone.&#10;Ich bin die letzte Gabe der Lebenden an die Toten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied von den drei Grafen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-von-den-drei-grafen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-von-den-drei-grafen/</guid><description>&lt;p&gt;Wir singen von drei Grafen,&#10;Die unterm Rasen schlafen,&#10;So lust- und liebevoll;&#10;Du mußt nun sanfter klingen,&#10;O Lied! wir alle bringen&#10;Den Brüdern dieser Thräne Zoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war dem&#10;Als ob sich Kränze wöben&#10;Im Maien für sein Haupt;&#10;Es waren Todeskränze -&#10;O weh dem falschen Lenze,&#10;Der uns den liebsten Freund geraubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er dachte noch im Sinken&#10;Der Einen, deren Winken&#10;Sein Busen zärtlich schlug,&#10;Der holden Frau der Schmerzen,&#10;Die unterm keuschen Herzen&#10;Ein edles Kind des Helden trug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mädchen aus der Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-aus-der-fremde/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-aus-der-fremde/</guid><description>&lt;p&gt;In einem Tal bei armen Hirten&#10;Erschien mit jedem jungen Jahr,&#10;Sobald die ersten Lerchen schwirrten,&#10;Ein Mädchen, schön und wunderbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie war nicht in dem Tal geboren,&#10;Man wusste nicht, woher sie kam,&#10;Und schnell war ihre Spur verloren,&#10;Sobald das Mädchen Abschied nahm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beseligend war ihre Nähe,&#10;Und alle Herzen wurden weit,&#10;Doch eine Würde, eine Höhe&#10;Entfernte die Vertraulichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie brachte Blumen mit und Früchte,&#10;Gereift auf einer andern Flur,&#10;In einem andern Sonnenlichte,&#10;In einer glücklichern Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Marmorbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-marmorbild/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-marmorbild/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn beim Frühglanz des Hymett&#10;Morgens auf mein Ruhebett&#10;Sanft die Strahlen zittern,&#10;Immer lächelst, teures Bild,&#10;Du auf mich herab so mild&#10;Aus den Epheugittern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Züge, hold und traut,&#10;Ach! daß ich sie doch geschaut,&#10;Als sie lebend waren,&#10;In die Augen dir geblickt,&#10;Eh′ sie in den Schlaf genickt&#10;Von zweitausend Jahren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann in Delphis Waldesschlucht -&#10;Ueber uns die Purpurfrucht&#10;Der Granate leuchtend -&#10;Hätten wir am Quell geruht,&#10;Mit Apollons heil′ger Flut&#10;Unsre Lippen feuchtend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Münster, 1814</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-muenster-1814/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-muenster-1814/</guid><description>&lt;p&gt;An E.M. Arndt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Straßburg steht ein hoher Thurm,&#10;Der steht viel hundert Jahr′,&#10;Es weht um ihn so mancher Sturm,&#10;Er bleibet fest und klar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So war auch wol die fromme Welt,&#10;Die solches Werk gedacht,&#10;Zu dem sie von dem Sternenzelt&#10;Den Abriß hergebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sich, ein ew′ges Heldenmal,&#10;Das Gotteshaus erhebt,&#10;Aus dem ein heller, schlanker Strahl,&#10;Der Thurm gen Himmel strebt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So war auch einst das deutsche Reich,&#10;So war der deutsche Mann,&#10;Auf starkem Grund, im Herzen reich,&#10;Das Haupt zu Gott hinan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Nackte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-nackte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-nackte/</guid><description>&lt;p&gt;Kalt bleibt dein Sinn, kalt bleibt dein bestes Streben,&#10;Du gleichst dem Wurme, der verlassen wühlt -&#10;Beglückt nur, wer ein warmes Menschenleben&#10;Mit seinen beiden Armen einst gefühlt!&#10;An dessen Herz ein ander Herz geschlagen,&#10;An dessen Haupt ein ander Haupt gelehnt,&#10;Der von dem Strom der Liebe fortgetragen&#10;Zum Meere der Erfüllung sich gesehnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Strom der Liebe wiegt auf blauen Wellen&#10;Vorüber dich an blumenreichem Strand;&#10;Die Rose grüßt den stürmischen Gesellen,&#10;Ihm nickt die Rebe von der Felsenwand.&#10;Doch weiter eilst du, bis gewalt′gen Flusses&#10;Der Ozean vor deinen Augen blinkt,&#10;Bis jauchzend im Orkane des Genusses&#10;Dein Herz vernichtet in die Wogen sinkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Negerweib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-negerweib/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-negerweib/</guid><description>&lt;p&gt;Wo am großen Strom die Sicheln durch das hohe Rohrfeld flirren,&#10;Und im Laub des Zuckerahorns farb′ge Papageyen schwirren,&#10;Sitzt das Negerweib, den Nacken bunt geziert mit Glaskorallen,&#10;Und dem Knäblein auf dem Schooße läßt ein Schlummerlied sie schallen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlaf, o schlaf mein schwarzer Knabe, du zum Jammer mir geboren,&#10;Eh′ zu leben du beginnest, ist dein Leben schon verloren.&#10;Schlaf, o schlaf, verhüllt in Dunkel ruhn dir noch der Zukunft Schrecken;&#10;Nur zu früh aus deinen Träumen wird der Grimm des Herrn dich wecken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Notabene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-notabene/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-notabene/</guid><description>&lt;p&gt;Holt mir Wein in vollen Krügen!&#10;(Notabene: Wein vom Sundgau)&#10;Und ein Weib soll bei mir liegen!&#10;(Notabene: eine Jungfrau)&#10;Ewig hängt sie mir am Munde.&#10;(Notabene: eine Stunde&amp;hellip;)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, das Leben lebt sich lyrisch&#10;(Notabene: wenn man jung ist),&#10;Und es duftet so verführisch&#10;(Notabene: wenn′s kein Dung ist),&#10;Ach, wie leicht wird hier erreicht doch&#10;(Notabene: ein Vielleicht noch&amp;hellip;)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß die Erde heiß sich drehen!&#10;(Notabene: bis sie kalt ist)&#10;Deine Liebste, sollst du sehen&#10;(Notabene: wenn sie alt ist&amp;hellip;)&#10;Lache, saufe, hure, trabe -&#10;(Notabene: bis zum Grabe).&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das schönste Lied verdanke...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schoenste-lied-verdanke/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schoenste-lied-verdanke/</guid><description>&lt;p&gt;Das schönste Lied verdanke&#10;Ich oft der Gunst des Glücks:&#10;Schnell naht′s wie ein Gedanke,&#10;Ein Kind des Augenblicks.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blitzt durch das Gehirne,&#10;Und steht vollendet da,&#10;Wie Pallas man Zevs Stirne&#10;Geharnscht entsteigen sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Taucher schießt vom Strande&#10;Hinab zum Meeresgrund,&#10;Hascht eine Schaal′ im Sande,&#10;Taucht auf und zeigt den Fund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menge Volkes sitzet&#10;Auf des Gestades Moos, -&#10;Die schönste Perl′ entblitzet&#10;Der Muschel offnem Schooß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Sinngedicht des persischen Zeltmachers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sinngedicht-des-persischen-zeltmachers/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sinngedicht-des-persischen-zeltmachers/</guid><description>&lt;p&gt;(Meinem Vater)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du leichter Schatten, Wolkenschmetterling,&#10;Ich fühle dich an meinen Wimpern hängen.&#10;Der schwarze Schmerz, das dunkle Ding,&#10;Begeistert mich zu strahlenden Gesängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erhebt euch, Brüder, tanzt mit meinem Wort,&#10;Ich will die Verse schön wie Frauenfüße setzen.&#10;Ach, ich bin hier und dort&#10;Von Sternen nur ein Pfützenglanz, vom Himmel nur ein Fetzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich deck mit diesem Tuche meine Blöße,&#10;Nackt wandelt nur mein Kamerad, der Tod.&#10;Er achtet mein Gesetz. Ich diene seiner Größe&#10;Und opfre knieend ihm im Morgenrot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Tier, das es nicht gibt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tier-das-es-nicht-gibt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tier-das-es-nicht-gibt/</guid><description>&lt;p&gt;Stets blickt Lämmchen um die Ecke,&#10;Weiß an Fell, an Schleife blau;&#10;Stets gezwickt am gleichen Flecke&#10;Sagt die Katze stets Miau.&#10;Bilderbücher sind zerfetzt&#10;Und - welch blindes Ungefähr -&#10;Eine Puppe sieht entsetzt&#10;Neben sich im Bett den Bär.&#10;Alle Tiere ist man satt,&#10;Ob aus Stoff, ob bloß gemalt.&#10;Nur ein Buch, im Buch ein Blatt,&#10;Das bis in die Träume strahlt.&#10;Welch ein Tier: es liegt im Schlamm;&#10;Rückenabwärts Dorn um Dorn&#10;Läuft ihm ein gezackter Kamm&#10;Aus durchscheinend grünem Horn&#10;Zum gerollten Stachelschweif.&#10;Wamme schlapp und Raffzahn krumm.&#10;Hals des Drachen! Ja und steif&#10;Steht ein Kranz von Fleisch darum.&#10;Häute zwischen seinen Klaun.&#10;Der Morast ist ja sein Bett!&#10;Doch aus klebrig zähem Braun&#10;Reichen Dolden Violett&#10;An die Nüstern ihm im Spiel&#10;Weichen Windes - spürt es sie?&#10;Und es steht um sein Profil&#10;Solch ein Abendrot, das nie&#10;Draußen ist, und wie es nur&#10;Aus der Farbenschachtel quoll,&#10;Aber nicht aus der Natur.&#10;Flehend, beinah vorwurfsvoll&#10;Sieht es zu dem Mann empor,&#10;Der ein Wams aus Fell hat. Mama&#10;Sagte: &amp;ldquo;ein Conquistador&amp;rdquo; -&#10;Vasgo heiße er di Gama&amp;hellip;&#10;Auf dies Tier, das es nicht gibt,&#10;Starrt das Kind tagein tagaus,&#10;Furchtsam, aber doch verliebt.&#10;Tritt es morgens aus dem Haus,&#10;Sind ihm Katze, Hund und Pferd,&#10;Äffchen, welches den Rekrut&#10;Tröstet über seine Wunde,&#10;Eselchen am Milch-Gefährt,&#10;Selbst die Schwalbe so, als sei&#10;Es in jedem drin - es tut&#10;Tief in ihren Augen Funde,&#10;Spricht mit Vielen Vielerlei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das traurige Röslein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-traurige-roeslein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-traurige-roeslein/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Röslein war gar nicht munter,&#10;weil es im Topfe stand,&#10;Sah immer traurig hinunter&#10;Auf die Blumen im freien Land.&#10;Die Blumen nicken und winken.&#10;Wie ist es im Freien so schön,&#10;Zu tanzen und Tau zu trinken&#10;Bei lustigem Windeswehn.&#10;Von bunten Schmetterlingen&#10;Umgaukelt, geschmeichelt, geküßt;&#10;Dazwischen der Vöglein Singen&#10;Anmutig zu hören ist.&#10;Wir preisen dich und loben&#10;Dich, fröhliche Sommerzeit;&#10;Ach, Röslein am Fenster droben,&#10;Du tust uns auch gar zu leid.&#10;Da ist ins Land gekommen&#10;Der Winter mit seiner Not.&#10;In Schnee und Frost verklommen,&#10;Die Blumen sind alle tot.&#10;Ein Mägdlein hört es stürmen,&#10;Macht fest das Fenster zu.&#10;Jetzt will ich dich pflegen und schirmen,&#10;Du liebes Röslein du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Vergißmeinnicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vergissmeinnicht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vergissmeinnicht/</guid><description>&lt;p&gt;In feuchter Erde Schooße,&#10;Im tiefsten öden Thal,&#10;Sprieß′ ich bei Westes Wehen&#10;Und mildem Sonnenstrahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Veilchen selbst gesellet&#10;Nie zu den Rosen sich;&#10;Und ich erst? Selbst dem Veilchen&#10;Nah′ schüchtern nur ich mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch verschönt mein Dasein&#10;Der Freude sanftes Licht:&#10;Mich herzen fromme Kinder,&#10;Vergessen meiner nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Vöglein erwacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-voeglein-erwacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-voeglein-erwacht/</guid><description>&lt;p&gt;Das Vöglein erwacht,&#10;Im Traume es dacht&#10;An Röseleins Pracht,&#10;Die Katze hält Wacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Waldthal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-waldthal/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-waldthal/</guid><description>&lt;p&gt;Wie süß in dir, o Waldeseinsamkeit,&#10;Mein Thal, wo durch die grünen Blätterwogen&#10;Der Menschheit bange Sorgen nie gezogen,&#10;Hab′ ich verträumt die Sommerzeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schleier war von der Natur, der Bann,&#10;Der sie von mir getrennt, hinweggenommen,&#10;So freundlich blickte sie mich mit den frommen,&#10;Den seelenvollen Augen an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was tiefgeheim in ihrem Innern lag,&#10;Ließ sie mich lesen in den trauten Zügen&#10;Und lehrte mich in Menschenlaute fügen,&#10;Was sie im Blätterlispeln sprach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das weiße Fräulein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weisse-fraeulein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weisse-fraeulein/</guid><description>&lt;p&gt;Es schlummert das Gregoriental&#10;in tiefem Blumenschnee;&#10;wie Silberkrönlein blitzen zumal&#10;Maiblumen, Veiel und Klee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond scheint bergesüber herein -&#10;nun tropfen die Wälder von Licht;&#10;es fließt wie ein fremder Heil’genschein&#10;über den Landen dicht&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Burggemäuer hängt an der Firn,&#10;dort senkt der Pfad sich sacht;&#10;und wie in heimatlosem Irr’n&#10;tastet wer in die Nacht -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Tale schwebt die feine Gestalt&#10;mit ungehörtem Schritt,&#10;und durch den mondesbeleuchteten Wald&#10;wandelt ein Singen mit&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Zauberlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zauberlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zauberlied/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin du gehst, du wirst mir nie entgehen,&#10;denn meiner Sehnsucht feine Witterung&#10;wird schneller, als du glaubst, den kühlen Sprung&#10;in das verführerische Land verstehen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;in dessen ewig glatten Schattenseen&#10;du dich vor mir geborgen wähntest - jung&#10;und mittagheiß wird die Erinnerung&#10;an deine Liebe brausend dich umwehen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und wenn du aufwachst, siehst du mich, der dich&#10;mit blanken Armen an das Ufer zieht&#10;und dir mit einem Kuß, dem wehen Stich&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Davoser Bar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/davoser-bar/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/davoser-bar/</guid><description>&lt;p&gt;Die rosa Sängerin mit jenem Juden,&#10;Der achtungsheischend ein Monokel trägt,&#10;Fühlt sich vom Lärm der laubenbunten Buden&#10;Ersichtlich auf- und ab- und angeregt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er dreht mit ihr sich rund im Karusselle,&#10;Er lüftet ihr den gelbpunktierten Sekt,&#10;Indem die oberitalienische Kapelle&#10;Sich selbst und andre mit Musik befleckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Herr tanzt exaltiert wie ein Tuberkel,&#10;Des Frackes Schöße zwitschern vogelgleich.&#10;Die rosa Sängerin hält fürstlich Cercle.&#10;Ein Oberleutnant pokert schreckensbleich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>De Profundis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/de-profundis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/de-profundis/</guid><description>&lt;p&gt;Müd irren wir durch die Stadt in Nacht.&#10;Frierend, weh aneinander geschmiegt&#10;In der Laternen traurigem Gestirn.&#10;Immer schrillt aus der Pinte Musik Verzweiflung,&#10;Dass unser Blut zu weinen anfängt&#10;Und die Seelen erzittern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiber kauern darum, gespenstisch, verschminkt,&#10;Blöde Kerle, frech grinsend in ihre Gesichter,&#10;Die gleich welkenden Blumen&#10;Über den Tischen hangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird sich kein Gott heut der Armen erbarmen?&#10;Wird kein Heiland seine sanften Hände&#10;Um ihre Schartenwangen legen?&#10;Wird nicht ein lichter Engel&#10;Tröstend in ihre Träume schweben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deine Haare</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deine-haare/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deine-haare/</guid><description>&lt;p&gt;Heute reizen mich deine Haare.&#10;Sie sind ein trunkenes Lichterspiel.&#10;Die Seele eines Malers müßte immer in Leuchten aufstehn&#10;vor solchem Scheinen!&#10;Aber ich bin ein Dichter.&#10;Ich sinke.&#10;Versinke tief in flutrauschenden Traumsinn.&#10;Ich träume.&#10;Ich träume in deine Haare eine Landschaft hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwül zieht ein Strom aus großen Dämmerungen&#10;zum Vordergrund in spät besonnten Schein.&#10;Die reichen Dünste halten Klarheit weich umschlungen.&#10;Ich glaube, hinter breiten Palmenfächern lebt ein Schein&#10;von einem blanken Marmorstein.&#10;Der Abend duftet von Opferbränden,&#10;aufwölkend einer Göttin dargebracht.&#10;Mit zitternden Händen&#10;hat jemand ein Feuer angefacht.&#10;Die Flammen knistern, die Funken sprühen&#10;in staunende Ferne. -&#10;Ich sehe sie oben glühen:&#10;Die ersten Liebessterne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deine Hände</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deine-haende/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deine-haende/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt bin ich lüstern nach deinen Händen.&#10;Wenn sie die meinen begrüßend drücken,&#10;können sie Weltraum-staunend beglücken.&#10;Deine Hände führen ein selbstgewolltes, stilles Leben.&#10;Ich habe mich deinen Händen ergeben.&#10;Nun dürfen sie mich begreifen und fassen,&#10;zu deinen Höhen, mit Blicken nach Weiten,&#10;mich geschenk-gütig heben. -&#10;Spielerisch aber werden sie mich übergleiten&#10;und am Wege hier liegen lassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem Erzherzog-Reichsverweser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-erzherzog-reichsverweser/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-erzherzog-reichsverweser/</guid><description>&lt;p&gt;»Wenn das Vaterland ruft, ist es Pflicht, seine letzte Kraft, seine letzten Jahre demselben zu weihen – – da habt Ihr mich, ich gehöre zu Euch.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war ein seltner Lenz; er kam in Wettern,&#10;Mit Donnerkeilen, Welten zu zerschmettern;&#10;Ihr saht ihn dröhnend über Deutschland rollen:&#10;Das war des Volkes lang verhaltnes Grollen;&#10;Es war ein schön, gewitterprächtig Zürnen,&#10;Gerechter Zorn vergöttlicht Männerstirnen. –&#10;Ein armer Lenz! Wer dächte jetzt an Rosen,&#10;An Nachtigallen und an Blüthentriebe?&#10;Wen rührt′s, daß Wald und Lenzluft flüsternd kosen?&#10;Der Frühling starb wie die verschmähte Liebe.&#10;Und dennoch reich ist dieser Lenz vor allen,&#10;Denn über seine Blumen schritt die Freiheit,&#10;Um siegreich in das deutsche Land zu wallen,&#10;Und seine Lüfte wehn mit Wohlgefallen&#10;Im Banner lang verpönter Farbendreiheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem unbekannten Gotte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-unbekannten-gotte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-unbekannten-gotte/</guid><description>&lt;p&gt;Noch einmal, eh ich weiterziehe&#10;und meine Blicke vorwärts sende,&#10;heb ich vereinsamt meine Hände&#10;zu dir empor, zu dem ich fliehe,&#10;dem ich in tiefster Herzenstiefe&#10;Altäre feierlich geweiht,&#10;daß allezeit&#10;mich deine Stimme wieder riefe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darauf erglüht tief eingeschrieben&#10;das Wort: Dem unbekannten Gotte.&#10;Sein bin ich, ob ich in der Frevler Rotte&#10;auch bis zur Stunde bin geblieben:&#10;Sein bin ich - und fühl die Schlingen,&#10;die mich im Kampf darniederziehn&#10;und, mag ich fliehn,&#10;mich doch zu seinem Dienste zwingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Poesieverächtern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-poesieveraechtern/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-poesieveraechtern/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr scheucht die Poesie&#10;Von eu′rem Herde,&#10;Und ahnet nicht, daß sie&#10;Das Salz der Erde!&#10;Daß Nebel nur und Rauch,&#10;Was ihr beginnet,&#10;Wenn′s nicht durch ihren Hauch&#10;Bestand gewinnet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Traumbild, fremd und fern,&#10;Entrückt dem Streben,&#10;Sie ist der tiefste Kern&#10;Von allem Leben!&#10;Der Kern, deß Gluth und Licht&#10;Es froh durchflammen!&#10;Zermorschet er, dann bricht&#10;Das Sein zusammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte Wirt in Lancashire</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-wirt-in-lancashire/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-wirt-in-lancashire/</guid><description>&lt;p&gt;Der alte Wirt in Lancashire,&#10;Der zapft ein jämmerliches Bier.&#10;Er zapft′ es gestern, zapft es heute,&#10;Er zapft es immer für arme Leute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die armen Leut in Lancashire,&#10;Die gehen oft durch seine Tür;&#10;Sie gehn in Schuhen, die verschlissen,&#10;Sie kommen in Röcken, die zerrissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der erste von dem armen Pack,&#10;Das ist der bleiche, stille Jack.&#10;Der spricht: &amp;ldquo;Und was ich auch begonnen -&#10;Hab nimmer Seide dabei gesponnen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der arme Tom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-arme-tom/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-arme-tom/</guid><description>&lt;p&gt;Es sprach der Tod zum armen Tom:&#10;&amp;ldquo;Armer Tom, komm, o komm,&#10;Komm hinab ins kühle Grab,&#10;Komm, Tom, komm hinab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei nur getrost und fasse Mut,&#10;Armer Tom, bin dir gut.&#10;Komm, ich bringe dich zur Ruh,&#10;Komm, Tom, ich deck dich zu!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich deck dich zu mit Blumen fein,&#10;Armer Tom; alle Pein&#10;Sollst du nun vergessen, Tom,&#10;Komm, Tom, komm, o komm,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O komm, dieweil dein Bett gemacht!&amp;rdquo; -&#10;Durch die Nacht klang es sacht,&#10;Klang es also wundersam:&#10;&amp;ldquo;Komm, Tom!&amp;rdquo; - bis Tom kam.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Besessene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-besessene/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-besessene/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne ward vom schwarzen Flor umhüllt.&#10;O meines Lebens Mond verlösch die Strahlen;&#10;Umwölk′ dich, schlummre ein, verstumm′ in Qualen&#10;Und sink ins Leere tief und leider füllt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So lieb′ ich dich. Doch bist du heut gewillt,&#10;Ein neuer Stern aus Schatten, neblig fahlen,&#10;Mit deinem Glanz vor Toren hell zu prahlen,&#10;So funkle Dolch, dein Sehnen sei gestillt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entflamme deinen Blick an tausend Kerzen!&#10;Entflamme Gier in tausend rohen Herzen!&#10;Wild oder matt, nur Lust kann dir entblühn;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der blinde Geiger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde-geiger/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde-geiger/</guid><description>&lt;p&gt;Es sitzt ein blinder Geiger&#10;Am Markt und spielet auf:&#10;Viel Leute gehn vorüber,&#10;Doch Niemand höret drauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er spielt die schönsten Weisen&#10;Recht aus des Herzens Grund,&#10;Und gibt in Sehnsuchtstönen&#10;Sein tiefstes Leben kund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Leute gehn und schauen&#10;Hinauf am nächsten Haus:&#10;Da sieht ein großer Affe&#10;Vornehm zum Fenster &amp;lsquo;raus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein junges Kind nur einzig&#10;Bleibt bei dem Geiger stehn,&#10;Und gibt ihm einen Heller&#10;Mild im Vorübergehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der cosmopolitische Nachtwächter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-cosmopolitische-nachtwaechter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-cosmopolitische-nachtwaechter/</guid><description>&lt;p&gt;Wächter! Wächter!! wird er hören?&#10;Ist er nicht mehr in den Gassen?&#10;Hat er uns mit seinem Horne&#10;Und dem scharfen Spieß verlassen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt, wo noch die Diebe schleichen,&#10;Hätt&amp;rsquo; er sich davon gemacht?&#10;Sah&amp;rsquo; er schon den Tag der Freiheit&#10;Mitten in der trüben Nacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wächter! Wächter!! Sicher schläft er,&#10;Wie&amp;rsquo;s die Wächter alle pflegen;&#10;Weil ich ihn so liebte, weck&amp;rsquo; ich&#10;Den blasirten Freund, den trägen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feuer! Feuer! Wächter helfe!&#10;Stoße wieder in Dein Horn!&#10;Bläst du nicht, so wird man glauben,&#10;Daß Dir zwei gewachsen vorn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Durlacher Thurm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-durlacher-thurm/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-durlacher-thurm/</guid><description>&lt;p&gt;Es lacht die grüne Wiese,&#10;Es lockt der Sonnenstrahl;&#10;Vom Hügel schaut ein Riese&#10;Ins liebe grüne Thal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein edler Heldenschatten&#10;Hat sich der Thurm gebaut,&#10;Und rings die hellen Matten&#10;Sich liebend angetraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es stehn die alten Wächter&#10;Dort wo die Wolken ziehn,&#10;Und schauen die Geschlechter&#10;Erstehen und verblühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Monden ziehn vorüber,&#10;Vorüber manches Jahr,&#10;Sie denken immer trüber&#10;An das, was vormals war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch steigt nach jener Mauer&#10;Ein zärtlich liebend Paar,&#10;O Heldenliebestrauer!&#10;Dann wirst du mild und klar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der eiserne Mann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eiserne-mann/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eiserne-mann/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sieger, ganz in Eisen,&#10;Tritt ins ersiegte Land,&#10;Er will noch lang ihm weisen&#10;Die harte, eh’rne Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geharnischt ist der Wilde&#10;Bis an die Zähne schier,&#10;Mit Schienen, Helm und Schilde,&#10;Mit Panzer und Visir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den breiten scharfen Degen&#10;Fest um den Leib geschnallt,&#10;So wallt in Blüthengehägen&#10;Die starre Schreckgestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rasseln die Erzgewande,&#10;Wo Quell und Lerche singt,&#10;Und Eisen bringt er dem Lande,&#10;Das goldnen Segen ihm bringt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Esel, der Affe und der Maulwurf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel-der-affe-und-der-maulwurf/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel-der-affe-und-der-maulwurf/</guid><description>&lt;p&gt;Ein betrübter Esel heulte,&#10;Weil des Schicksals karge Hand&#10;Ihm nicht Hörner zugewandt,&#10;Die sie doch dem Stier ertheilte;&#10;Und der Affe fiel ihm bei,&#10;Daß der Himmel grausam sei,&#10;Weil er ihm den Schwanz versagte.&#10;Als nun jeder mürrisch klagte,&#10;Sprach der Maulwurf: Ich bin blind;&#10;Daß man sich mit mir vergleiche,&#10;Wenn des Schicksals Zorn und Streiche&#10;Andern unerträglich sind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Friedhof im Gebirge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-friedhof-im-gebirge/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-friedhof-im-gebirge/</guid><description>&lt;p&gt;Friedhof der Alpen, deine Hügel schwellen&#10;So friedensgrün am Tannenwald vor mir,&#10;Als schlüge seine leisen grünen Wellen&#10;Der stille Ozean des Todes hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht hast du nach der Städter Art umzogen&#10;Mit blanken Mauern rings den Wellenschwall!&#10;Die sanften Hügel, als empörte Wogen,&#10;Durchbrächen, überfluthend, bald den Wall!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf ihnen wogen nicht im fahlen Schimmer&#10;Steinkreuze, Säulen, Katafalke fort,&#10;Und Urnen, Pyramiden, gleichwie Trümmer&#10;Vom Wrack des Lebensschiffs, gestrandet dort!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Schnee deckt Gebirg und Ebne;&#10;Eis fesselt Meer und Flüsse;&#10;Wie gräßliche Gerippe&#10;Stehn Waldung und Gebüsche.&#10;Im Herbste starb die Sonne,&#10;Seitdem herrscht Tod auf Erden &amp;hellip;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was seh′ ich? &amp;hellip; Unsichtbare&#10;Und rasche Hände rollen&#10;Das finstere Gewölke,&#10;Das uns den Winter über&#10;Des Himmels Anblick raubte,&#10;Wie einen Reisemantel&#10;Zusammen, und es öffnen&#10;Sich angelweit die Thore&#10;Der hellazurnen Wohnung&#10;Der Sonne, der verjüngten,&#10;Der neuen, jetzo münd′gen&#10;Beherrscherin der Erde!&#10;Nach allen Seiten stürzen&#10;Von ihres Thrones Fuße,&#10;Wie flüssig Gold und Silber,&#10;Sich volle Lebensbäche&#10;Zur starren Erde nieder.&#10;Der stürzt in′s Meer, und schmelzet&#10;Der Wogen starke Bande:&#10;Seht! dichter Qualm entsteiget&#10;Dem Kampf der Elemente.&#10;Der stürzt auf das Gebirge,&#10;Und die entfernten Berge&#10;Erscheinen blau, die nahen&#10;In anmuthsvollem Grüne.&#10;Der stürzet auf die Ebne,&#10;Und der einfärb′ge Schnee wird&#10;Zu tausendfarbnen Blumen;&#10;In üppigem Gewande&#10;Erscheinen Wald und Büsche.&#10;Horcht! &amp;hellip; Eine graue Wolke,&#10;An Form dem Meerschiff′ ähnlich,&#10;Durchschneidet raschen Laufes&#10;Der Lüfte blaue Wellen;&#10;Harmonisches Geflöte&#10;Enttönet ihrem Schweben,&#10;Je näher, desto voller,&#10;Anmuthiger, erhabner!&#10;Ist′s eine Zauberwolke,&#10;Der eine Fee in heitrer,&#10;Scherzhafter Laune Leben&#10;Und Stimme mitgetheilet &amp;hellip;&#10;O anmuthsvoller Irrthum!&#10;Es sind die Sängerinnen,&#10;Des Lenzes Zauberkehlen,&#10;Ein Heer von Nachtigallen!&#10;Den Schaaren der Erobrer&#10;Nicht ungleich, nehmen schnell sie&#10;Besitz von Hain und Walde,&#10;Und lassen sich da nieder,&#10;Um alles rings mit Leben&#10;Und Wohllaut zu erfüllen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Garten des Herzens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-garten-des-herzens/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-garten-des-herzens/</guid><description>&lt;p&gt;In meines Herzens Mitte blüht ein Gärtchen,&#10;verschlossen ist es durch ein kleines Pförtchen,&#10;zu dem den Schlüssel führt mein liebes Mädchen,&#10;mein Mädchen, mein Mädchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist April, komm, wolle dich nicht schämen&#10;und pflücke dir heraus die liebsten Blumen,&#10;sie drängen sich entgegen deinen Händen,&#10;deinen Händen, deinen Händen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Je mehr du pflückst, je mehr sie wieder sprossen,&#10;doch willst du unberührt sie blühen lassen,&#10;so werden sie vor ihrer Zeit vertrocknen,&#10;vertrocknen, vertrocknen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der geistige Arbeiter in der Inflation</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geistige-arbeiter-in-der-inflation/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geistige-arbeiter-in-der-inflation/</guid><description>&lt;p&gt;Wer nur den lieben Gott läßt walten -&#10;Ich arbeite an einer Monographie über die römischen Laren.&#10;Am Tage liege ich im Bett, um Kohlen zu sparen.&#10;Ich werde ein Honorar von drei Mark erhalten.&#10;Drei Mark! Das schwellt meine Hühnerbrust wie ein Segel.&#10;Ein kleines Vermögen. Ich werde es in einem Taschentuch anlegen.&#10;Wie ich es früher trug und wie die reichen Leute es heute noch tragen.&#10;Um vorwärts zu kommen, muß man eben mal leichtsinnig sein und was wagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Glockenguss zu Breslau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glockenguss-zu-breslau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glockenguss-zu-breslau/</guid><description>&lt;p&gt;War einst ein Glockengießer&#10;Zu Breslau in der Stadt,&#10;Ein ehrenwerther Meister,&#10;Gewandt in Rath und That.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hatte schon gegossen&#10;Viel Glocken, gelb und weiß,&#10;Für Kirchen und Kapellen&#10;Zu Gottes Lob und Preis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und seine Glocken klangen&#10;So voll, so hell, so rein:&#10;Er goss auch Lieb&amp;rsquo; und Glauben&#10;Mit in die Form hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch aller Glocken Krone,&#10;Die er gegossen hat,&#10;Das ist die Sünderglocke&#10;Zu Breslau in der Stadt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der goldene Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-goldene-tod/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-goldene-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Wind im Segel, die See liegt still -&#10;Kein Fisch doch, der sich fangen will!&#10;So ziehen die Netze sie wieder herein&#10;Und murren, schelten und fluchen drein.&#10;Da neben dem Kutter wird′s heller und licht&#10;Wie weißliches Haar, wie ein Greisengesicht,&#10;Und ein triefendes Haupt taucht auf aus der Flut:&#10;&amp;ldquo;Ei, drollige Menschlein, ich mein′s mit euch gut -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich gönn euch von meiner Herde ja viel,&#10;Doch heut ist mein Jüngster als Fisch beim Spiel.&#10;Den musst′ ich doch hüten, ich alter Neck,&#10;Drum jagt′ ich sie all miteinander weg -&#10;Doch schickt ihr den Jungen mir wieder nach Haus,&#10;So werft nur noch einmal das Fangzeug aus:&#10;Der Schönste ist mein Söhnchen klein,&#10;Das übrige mag euer eigen sein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der große Lyriker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grosse-lyriker/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grosse-lyriker/</guid><description>&lt;p&gt;Vorrede:&#10;Ich bin das Meer, schier ohne Grund und Küste,&#10;Ihr wißt es, Perlen hat das Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachrede:&#10;Jawohl, das Meer, die große Wasserwüste,&#10;Gewiß auch nicht an Perlen leer,&#10;Wer aber will sie suchen, wer?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der größte Mensch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-groesste-mensch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-groesste-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Der größte Mensch bleibt stets ein Menschen-Kind,&#10;die größten Köpfe sind das nur, was andre sind;&#10;allein, das merkt, sie sind es umgekehrt;&#10;sie wollen nicht mit andern Erdentröpfen&#10;auf ihren Füßen geht, sie gehen auf ihren Köpfen,&#10;verachten, was ein jeder ehrt;&#10;und was gemeinen Sinn empört,&#10;das ehren unbefangne Weisen.&#10;Doch brachten sie′s nicht allzu weit,&#10;ihr non plus ultra jeder Zeit&#10;war: Gott zu lästern und den Dreck zu preisen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hexenbrenner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hexenbrenner/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hexenbrenner/</guid><description>&lt;p&gt;Pater Christoph liegt im Sterben,&#10;Und weil immer er getan,&#10;Was die heilige Kirche vorschreibt,&#10;Sieht den Tod er ruhig an;&#10;Beichtet, was nicht wert der Beichte,&#10;Nimmt das letzte Sakrament&#10;Und empfiehlt die reine Seele&#10;In des lieben Herrgotts Händ′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als die Seele schwach und elend&#10;Nun im dunklen Jenseits stand,&#10;Sie zu ihrem größten Schrecken&#10;Garnicht sich zurechte fand;&#10;Sehr vermißte sie den Engel,&#10;Der den wahren Weg ihr wies,&#10;Und es schien ihr nicht sehr freundlich,&#10;Daß man sie alleine ließ.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Himmel ist blau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-himmel-ist-blau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-himmel-ist-blau/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel ist blau,&#10;Die Erde so grün,&#10;O lass uns ein wenig&#10;Nach Süden hin ziehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort blühet die Myrte,&#10;Orangen sind frisch,&#10;Dort decken die Blüten&#10;Dir freundlich den Tisch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hummer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hummer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hummer/</guid><description>&lt;p&gt;nach Li-tai-pe&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trinke dreihundert Becher guten Wein,&#10;Und du wirst der Gattin Sorge ledig wie ein Junggeselle sein.&#10;Groß ist die Zahl der Schmerzen, und die Zahl der Becher klein:&#10;Es bleibt nichts übrig, als ewig betrunken sein!&#10;Weshalb sich seinen Ruhm wie Dao-schu und Kuan-ji erhungern?&#10;Wir wollen faul auf der Terrasse lungern.&#10;Man spalte einen rotgesottenen Hummer!&#10;Man spalte das Leid, man spalte die Qual und den Kummer!&#10;Wir saugen sie aus bis auf die harten Schalen und&#10;häufen sie mit den Hummerscheren zu heiligen Hügeln -&#10;Laßt trunken uns die Nacht mit ewigen Flügeln überflügeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Husar von Auerstädt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-husar-von-auerstaedt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-husar-von-auerstaedt/</guid><description>&lt;p&gt;Nach dem Tage war es von Auerstädt;&#10;Verloren die preußische Ehre;&#10;In alle Winde die Fahnen verweht;&#10;Zerbrochen Waffen und Wehre;&#10;Da lag bei Nacht in waldiger Schlucht&#10;Zu kurzer Rast nach ermattender Flucht&#10;Ein Trupp vom geschlagenen Heere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beim erloschenen Feuer am Boden schlief&#10;So Offizier wie Gefreiter.&#10;Nur einer wachte, der seufzte tief,&#10;Ein Major der Blücherschen Reiter.&#10;Er starrte tief in das Dunkel hinein&#10;Und knirscht′ in die Zähne: »Beim Ewigen, nein!&#10;Ich folge der Flucht nicht weiter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der junge Mönch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-moench/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-moench/</guid><description>&lt;p&gt;Vermaßt ihr euch zu lieben, die ihr sündhaft nur begehrt,&#10;Mit Tat und Willen trüb die Reine eurer Träume schändet?&#10;O lernet tiefre Wollust: wartend stehn und unbewehrt,&#10;Bis heilige Fracht die Welle euern Ufern landet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr glüht und ringt. Ich fühle euer Herz von Sturm und Gier bewegt.&#10;Euch girren tausend Stimmen hell ins Ohr, die euer Blut verführen –&#10;Ich bin ein Halm, den meines Gottes Odem regt,&#10;Ich bin ein Saitenspiel, das meines Gottes Finger rühren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jüngling am Meere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-am-meere/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-am-meere/</guid><description>&lt;p&gt;Es sass ein Jüngling am Meere,&#10;Und sang ein trauriges Lied,&#10;Von Sturm und Wellengeräusche,&#10;In denen sein Liebchen verschied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da lächelte golden und ruhig&#10;Des Mondes Antlitz ihn an;&#10;Im Busen wurd′ es ihm heller - -&#10;Er schaute beruhigt hinan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es kehrte die Hoffnung ihm wieder,&#10;Zwar nicht mehr auf irdisches Glück;&#10;Doch zog sie ihn lächelnd und tröstend&#10;Vom Abgrund des Jammers zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Dort, wo die Fluthen erbrausen,&#10;Wo schäumend die Woge sich bricht,&#10;Wo heulende Stürme ersausen -&#10;Dort weilt die Geliebte nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jungvermählten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jungvermaehlten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jungvermaehlten/</guid><description>&lt;p&gt;Vergönnt allein ist′s Deinem lieben Mann,&#10;Ganz Deiner Seele Tiefgrund zu ergründen:&#10;Den Freund, den Sänger, laß, so gut er′s kann,&#10;Das hohe Lied von Deiner Schönheit künden! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kuckuck und der Esel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuckuck-und-der-esel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuckuck-und-der-esel/</guid><description>&lt;p&gt;Der Kuckuck und der Esel,&#10;Die hatten großen Streit,&#10;Wer wohl am besten sänge&#10;Zur schönen Maienzeit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kuckuck sprach: &amp;ldquo;Das kann ich!&amp;rdquo;&#10;Und hub gleich an zu schrei&amp;rsquo;n.&#10;Ich aber kann es besser!&#10;Fiel gleich der Esel ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das klang so schön und lieblich,&#10;So schön von fern und nah;&#10;Sie sangen alle beide&#10;Kuckuck, Kuckuck, i-a!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kukuk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kukuk/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kukuk/</guid><description>&lt;p&gt;Sag′ mir, o lieber Kukuk,&#10;Warum macht deine Stimme,&#10;Die ich so gerne höre,&#10;Mich jedesmal so traurig?&#10;Wenn andre Vögel singen,&#10;So horch′ ich freudig ihrem&#10;Lauttönenden Gesange;&#10;Doch geh′ ich meines Weges.&#10;Hör′ aber deine Stimme&#10;Ich nahe oder ferne&#10;Ertönen; unwillkührlich&#10;Bleib′ ich dann stehn, und (dieses&#10;Sagt′ einmal mir die Mutter)&#10;Es drücken meine Züge&#10;In sonderbarer Mischung&#10;Entzücken aus und Trauer.&#10;Ich habe zweimal, weil man&#10;Es so von mir verlangte,&#10;Und ich vor den Gespielen&#10;Nicht furchtsam scheinen wollte,&#10;Dich um die Zahl der Jahre&#10;Gefragt, die mir der Himmel&#10;Auf Erden zu verleben&#10;Bestimmt. Nach deiner Antwort&#10;Würd′ ich′s auf hundert Jahre&#10;Und mehr vielleicht noch bringen.&#10;Dem ungeachtet aber&#10;Bemächtiget sich meiner&#10;Ein Schauder, den ich mir nicht&#10;Erklären kann. Sag′, guter&#10;Geliebter Vogel, werde&#10;Ich wirklich lange leben?&#10;Mir ahnet oft, ich werde&#10;Nicht lange auf der Erde&#10;Verweilen, und schon frühe&#10;Den Brüdern folgen, welche&#10;Die Erde früh verließen,&#10;Ach! auf dem öden Schlachtfeld&#10;Vielleicht in langen Leiden&#10;Den jungen Geist aushauchend!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Landwirt Würstlein von Sebelsdorf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-landwirt-wuerstlein-von-sebelsdorf/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-landwirt-wuerstlein-von-sebelsdorf/</guid><description>&lt;p&gt;Der Landwirt Würstlein von Sebelsdorf,&#10;Ein Mann von echtem Schrot und Schorf,&#10;Der hat den rechten Fleck auf dem Mund,&#10;Der lockt keinen Ofen vor den Hund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es fließt ein Bach durchs Bayernland,&#10;Der Wittelsbach wird er genannt,&#10;In seinem treuen Schoße kann&#10;Sich bergen jedweder Untertan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als das siebente Knäblein kam,&#10;Er König Rupprecht zum Paten nahm,&#10;Das ist ein Brauch von altem Korn,&#10;Daran zerschellt des Feindbunds Zorn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der längste Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-laengste-tag/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-laengste-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Tag der Sommersonnenwende,&#10;Schönster in der Brüder Schar,&#10;Seines Segens reichste Spende&#10;Häuft durch dich auf uns das Jahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle deine goldnen Stunden&#10;Zu genießen voll und ganz,&#10;Früh dem Schlummer schon entwunden&#10;Hab′ ich mich beim Sternenglanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah die Dämmernebel brechen,&#10;Als sein Thor der Ost erschloß,&#10;Und dein Licht in Flammenbächen&#10;Auf die Erde niederfloß;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah, wie sie in durst′gen Zügen&#10;Schlürfte von dem reinen Trank,&#10;Bis in seligem Genügen&#10;Sie in Mittagsträume sank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Lesehalle deutscher Studenten in Prag, zur 25jährigen Feier ihres Bestehens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lesehalle-deutscher-studenten-in-prag-zur-25jaehrigen-feier-ihres-bestehens/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lesehalle-deutscher-studenten-in-prag-zur-25jaehrigen-feier-ihres-bestehens/</guid><description>&lt;p&gt;Pfingsten 1873.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glückauf! Die Stufen sind erklommen&#10;Zum ersten Halt, zur schönen Rast!&#10;Die Eurem Zug vorangeglommen,&#10;Die Leuchte flammt noch unverblaßt;&#10;Sie ist im Aeltsten wie im Jüngsten&#10;Zur Gluth des Einen Geists entbrannt,&#10;Der einst, ein neues andres Pfingsten,&#10;Den Hader Babels siegreich bannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn heut die Jubelbecher klingen,&#10;Wenn heut die Bundesfahnen wehn,&#10;Nachhallen rings wird Euer Singen&#10;Und jedes Herz auch wird′s verstehn.&#10;Doch von der Warte, die erklommen,&#10;O blickt aufs bunte Feld der Zeit,&#10;Seht die da gingen, die da kommen,&#10;Die Wandrer vor Euch weit, gar weit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der letzte Graf von Brederode...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-graf-von-brederode/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-graf-von-brederode/</guid><description>&lt;p&gt;Sie folgten furchtbar; ihren bunten Tod&#10;von ferne nach ihm werfend, während er&#10;verloren floh, nichts weiter als: bedroht.&#10;Die Ferne seiner Väter schien nicht mehr&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;für ihn zu gelten; denn um so zu fliehn,&#10;genügt ein Tier vor Jägern. Bis der Fluß&#10;aufrauschte nah und blitzend. Ein Entschluß&#10;hob ihn samt seiner Not und machte ihn&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wieder zum Knaben fürstlichen Geblütes.&#10;Ein Lächeln adeliger Frauen goß&#10;noch einmal Süßigkeit in sein verfrühtes&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der liebe Gott ist tot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-gott-ist-tot/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-gott-ist-tot/</guid><description>&lt;p&gt;Bei Meister Martin war die Not zu Haus,&#10;Aus jedem Winkel guckte sie heraus,&#10;Sie machte sich in Küch′ und Keller breit,&#10;Sie aß am leeren Tisch zur Mittagszeit&#10;Und legte selbst am Abend schadenfroh&#10;Sich mit den Müden auf die Schütte Stroh.&#10;Und ob′s der Meister noch so emsig trieb,&#10;Arbeitend halbe Nächte munter blieb,&#10;Umsonst, es wuchs die Not mit jedem Tag,&#10;Und mutlos ward der Meister allgemach,&#10;Ließ ruhn die fleiß′ge Hand und seufzte schwer&#10;Und wankte wie ein Schatten bleich umher.&#10;Und mahnte ihn sein Weib, auf Gott zu trau′n,&#10;Zog er zusammen finstrer noch die Brau′n&#10;Und brummte: &amp;ldquo;Weib, laß mir das Trösten sein,&#10;Uns kann vom Elend nur der Tod befrei′n.&amp;rdquo;&#10;Da schwieg die Frau und sprach kein Wörtlein mehr&#10;Und wankte wie ein Schatten bleich umher,&#10;Saß müßig an dem Rocken stundenlang&#10;Tief in Gedanken still und seufzte bang.&#10;Da sprach der Mann: &amp;ldquo;Was fehlt dir nur, Marie?&amp;rdquo;&#10;Und als sie schwieg, drang er noch mehr in sie,&#10;Sie solle ihm ihr Leiden doch gestehn,&#10;Er könne sie nicht mehr so traurig sehn.&#10;Und sie darauf: &amp;ldquo;Ach, in verwichner Nacht&#10;Hat mir ein Traum das Herz so schwer gemacht!&#10;Ja, bester Mann, ich will dir′s nur gestehn,&#10;Ich hab′ im Traum den lieben Gott gesehn,&#10;Er lag im Sarg, sein Haar war silberweiß,&#10;Und weinend standen Engel rings im Kreis;&#10;Der Helfer starb, nie endet unsre Not,&#10;Der liebe Gott, - der liebe Gott ist tot.&amp;rdquo;&#10;Da lächelte der Mann nach langer Zeit&#10;Zum ersten Mal und sprach mit Freundlichkeit:&#10;&amp;ldquo;Ei, ei, Marie, wie du so töricht bist!&#10;Weißt du denn nicht, daß Gott unsterblich ist,&#10;Daß er, erhaben über Raum und Zeit,&#10;Regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Wie?&amp;rdquo; - sprach die Frau - &amp;ldquo;so glaubst du, lieber Mann,&#10;Daß Gott im Himmel niemals sterben kann,&#10;Daß er derselbe bleibet fort und fort,&#10;Und wählest ihn doch nicht zu deinem Hort,&#10;Und setzest deine Hoffnung nicht auf ihn,&#10;Des Hilfe stets zur rechten Zeit erschien?&amp;rdquo;&#10;Da fiel′s wie Schuppen von des Mannes Geist.&#10;&amp;ldquo;Ja, Gott ist treu, er hält, was er verheißt!&#10;Dank, liebes Weib, du wecktest mein Vertraun,&#10;Auf Gottes Hilfe will ich freudig baun,&#10;Und zag′ ich jemals wieder in der Not,&#10;Dann frag′ mich nur: &amp;ldquo;Ist denn der Herrgott tot?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebende an eine verwelkte Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebende-an-eine-verwelkte-blume/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebende-an-eine-verwelkte-blume/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Blume - ach sie kam von ihr!&#10;Auch verwelkt noch ist sie heilig mir.&#10;Längst sind ihre Farben hingeschwunden,&#10;Wie die Seeligkeit vergangner Stunden -&#10;Aber dennoch bleibt sie heilig mir,&#10;Diese Blume - denn sie kam von ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tausend blühen schimmernd jetzt im Hain -&#10;Farb′ und Duft erfüllt ihr kurzes Seyn -&#10;Aber mich reizt ihre Schönheit nicht,&#10;Wenn nicht ihre Hand sie für mich bricht.&#10;Längst verblichne Blume, Du allein&#10;Sollst mir Weihgeschenk des Frühlings seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebhaberhut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebhaberhut/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebhaberhut/</guid><description>&lt;p&gt;In einer weltbekannten Stadt,&#10;Die rare Kaufmannswaaren&#10;Und wunderschöne Weiber hat,&#10;Kam schnell ein Mann gefahren,&#10;Eh sich′s sein Weibchen vorgestellt,&#10;Und voller Furcht und Schrecken&#10;Entwich ihr junger Liebesheld;&#10;Ach aber zum Entdecken&#10;Der Heimlichkeit gab′s viel Gefahr,&#10;Weil er, zu sehr getrieben,&#10;Rasch aus dem Fenster sprang, so war&#10;Sein Hut noch da geblieben,&#10;Lag auf dem Tischchen unverhüllt,&#10;Viel Argwohn zu erregen,&#10;Doch sie, mit Weiberlist erfüllt,&#10;Springt schlau dem Mann entgegen,&#10;Und ruft: Willkommen, süßer Mann!&#10;Du sollst den Hut probieren,&#10;Ein Trödelweib bot mir ihn an:&#10;Er ist mit goldnen Schnüren&#10;Reich eingefaßt und noch ganz neu,&#10;Und ward aus Noth vergeudet. -&#10;Dem Mann gefällt die Schmeichelei,&#10;Er küßt das Weib und leidet&#10;Daß sie an sein Tuppe den Hut&#10;Im Puderhaare drücket,&#10;Ruft selber aus: er laßt mir gut!&#10;Und dankt ihr halb entzücket,&#10;Indem sein Aug im Spiegel gafft,&#10;Den Zierrath seines Kopfes,&#10;Den sie ihm heimlich angeschafft. -&#10;Sie lacht des armen Tropfes&#10;Sehr oft auf ihres Lieblings Schooß,&#10;Und spricht mit losem Muthe:&#10;Mein Schatz! wir kamen wohlfeil los&#10;Mit dem vergeßnen Hute.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der lustige Geiger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lustige-geiger/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lustige-geiger/</guid><description>&lt;p&gt;Es war ein Spielmann zu Weinsberg,&#10;Der lustige Peter genannt,&#10;Er spielte die Geige, das Hackbrett&#10;Und hinkte benebelt durchs Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war in der Fastnacht zu Weinsberg,&#10;Da trank er das Haupt sich gar rot,&#10;Da fand man wohl neben der Geige&#10;Den lustigen Geiger tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt ehrlich den Lust′gen begraben!&#10;Sing hell ihm, du Schülerchor!&#10;Tönt laut ihm, ihr Glocken! Die Bahre&#10;Laßt tragen sechs Männer in Flor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mittag/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mittag/</guid><description>&lt;p&gt;Das Auge blendend, heben&#10;Sich in des Himmels Mitte&#10;Prunkvolle Silberstufen&#10;Aus leichtgewebten Wolken.&#10;Es raget auf der Stufen&#10;Erhabensten ein blanker&#10;Topasner Thron, auf dem du&#10;In Diamantenglanze&#10;Am Mittag ruhst, o Sonne!&#10;Nach allen Seiten strömen&#10;Von deinem hehren Sitze&#10;Zur Erde goldne Quellen&#10;Herab, ein Strahlenregen,&#10;Und dringen in des Erdreichs&#10;Fruchtbaren Schooß, jedweden&#10;Gewächses Keim entwickelnd.&#10;Es ruhen Hirt und Herde&#10;Indeß im kühlen Schatten&#10;Am Rand des dunklen Waldes,&#10;Und freuen sich des Baches,&#10;Der ihren Durst mit klarer,&#10;Reichhalt′ger Welle löschet.&#10;Sieh, an derselben Stelle,&#10;Wo gestern nichts als Grün war,&#10;Bedecken heut die Wiese&#10;Neuaufgesproßne Blumen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mond und Er</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-und-er/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-und-er/</guid><description>&lt;p&gt;Lächelndes schönes Gestirn, zu Deiner unendlichen Höhe&#10;Wend′ ich den traurigen Blick, und er erheitert sich oft.&#10;So auch erheb′ ich zu Ihm die schwermuthsvollen Gedanken,&#10;Und dann scheint mir die Welt nicht mehr ein Kerker zu seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freundlich winkt mir sein Bild, wenn ich Dich einsam betrachte.&#10;Still und schweigend wie Du, wandelt Er ferne von mir.&#10;Aber es nahet mir hold auf muthlos umdämmerten Bahnen,&#10;Sanft wie Dein leuchtender Schein, seiner Erinnerung Gruß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Nächste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-naechste/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-naechste/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du deinen Kummer deinem Nächsten anvertraust,&#10;dann schenkst du ihm einen Teil deines Herzens.&#10;Wenn er eine große Seele besitzt, wird er es dir danken.&#10;Wenn er eine kleine Seele besitzt, wird er dich herabsetzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Naturkreis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-naturkreis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-naturkreis/</guid><description>&lt;p&gt;Alles, du Ruhige, schließt sich in deinem Reiche: So kehret&#10;Auch zum Kinde der Greis kindisch und kindlich zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Nöckergreis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-noeckergreis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-noeckergreis/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ging zum Wein und ließ mich nieder&#10;Am langen Stammtisch der Nöckerbrüder.&#10;Da bin ich bei einem zu sitzen gekommen,&#10;Der hatte bereits das Wort genommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Kurzum&amp;rdquo; - so sprach er - &amp;ldquo;ich sage bloß,&#10;Wenn man den alten Erdenkloß,&#10;Der, täglich teilweis aufgewärmt,&#10;Langweilig präzis um die Sonne schwärmt,&#10;Genau besieht und wohl betrachtet&#10;Und, was darauf passiert, beachtet,&#10;So findet man, und zwar mit Recht,&#10;Daß nichts so ist, wie man wohl möchte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Oberlehrer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-oberlehrer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-oberlehrer/</guid><description>&lt;p&gt;Gewaltig hockt er auf dem Tisch und spricht&#10;Von Theben und Athen, heut nachmittag.&#10;Ein grauer Schurrbart starrt durch sein Gesicht,&#10;Er riecht nach saurem Brot und nach Tobak.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein kahles Haupt umwettert der Gedanke&#10;Von Theben heiliger Schaar, von Pindar spricht er.&#10;Der Primus reibt sich an der alten Banke,&#10;Die meisten machen willige Gesichter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er spricht von Theben heute nachmittag.&#10;Einige heben ihre kleinen Hände,&#10;Einige kitzeln leise sich am Sack&#10;Und gucken schläfrig auf die leeren Wände.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Page</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-page/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-page/</guid><description>&lt;p&gt;Da ich nun entsagen müssen&#10;Allen, was mein Herz erbeten,&#10;Laß mich diese Stelle küssen,&#10;Die dein schöner Fuß betreten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darf ich auch als Ritter nimmer&#10;Dir beglückt zur Seite schreiten,&#10;Laß mich doch als Pagen immer&#10;In die Messe dich begleiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will ja treu sein und verschwiegen,&#10;Tags dem kleinsten Winke lauschen,&#10;Nachts auf deiner Schwelle liegen,&#10;Mag auch Sturm und Hagel rauschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will dir stets mit sitt′gem Grüßen&#10;Morgens frische Rosen bringen,&#10;Will des Abends, dir zu Füßen,&#10;Lieder zur Giarre singen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Pokal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pokal/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pokal/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′ ich noch der alte Lacher,&#10;Der ich war in jener Zeit,&#10;Da das Glück zu hundertfacher&#10;Lust uns jeden Tag geweiht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär′ ich, wie in jenen Bonner&#10;Jahren noch des Frohsinns voll,&#10;Da bald säuselnd, bald wie Donner&#10;Unser Rundgesang erscholl:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sicher hätt′ ich mit dem Danke,&#10;Teure Freunde, nicht gesäumt,&#10;Für den Becher samt dem Tranke,&#10;Der in seinem Kelche schäumt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich vergangner Lust zu mahnen,&#10;Schickt ihr diesen Festpokal,&#10;Jenen gleich, daraus die Ahnen&#10;Sich gelabt beim Freudenmahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der reichste Fürst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-reichste-fuerst/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-reichste-fuerst/</guid><description>&lt;p&gt;Preisend mit viel schönen Reden&#10;Ihrer Länder Wert und Zahl,&#10;Saßen viele deutsche Fürsten&#10;Einst zu Worms im Kaisersaal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Herrlich&amp;rdquo;, sprach der Fürst von Sachsen,&#10;&amp;ldquo;Ist mein Land und seine Macht,&#10;Silber hegen seine Berge&#10;Wohl in manchem tiefen Schacht.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Seht mein Land in üpp&amp;rsquo;ger Fülle&amp;rdquo;,&#10;Sprach der Kurfürst von dem Rhein,&#10;&amp;ldquo;Goldne Saaten in den Tälern,&#10;Auf den Bergen edlen Wein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Große Städte, reiche Klöster!&amp;rdquo;&#10;Ludwig, Herr zu Bayern, sprach,&#10;&amp;ldquo;Schaffen, dass mein Land dem euren&#10;Wohl nicht steht an Schätzen nach.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Romanschriftsteller</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-romanschriftsteller/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-romanschriftsteller/</guid><description>&lt;p&gt;Graugelb ist sein Gesicht. Die Nase&#10;Steigt klippenspitz empor. Die Augen liegen fleckig,&#10;Mißtrauisch von den Wimpern tief beschattet,&#10;Geduckt zum Sprung wie Panther in der Höhlung.&#10;Der rechte Arm mit der Zigarre steht&#10;Steif wie ein Schwert, als wolle er damit&#10;Sich von den andern sondern, die ihm widerwärtig&#10;Und dennoch so sympathisch sind.&#10;Schlägt er die Asche ab,&#10;So fällt wie Hohn sie aufs Gespräch.&#10;Ein kurzes »Ja«, ein scharfes »Nein«&#10;Wirft er zuweilen in die Unterhaltung.&#10;Mit diesem spitzen »Ja« und »Nein«&#10;Spießt er die Leute wie auf Nadeln auf&#10;Und nimmt sie mit nach Hause&#10;Für seine Käfersammlung.&#10;- - - Schlägt man das nächste Buch des Dichters auf.&#10;O Gott! Schon ist man selber drin verzeichnet,&#10;Und wer sich in gerechter Selbsterkenntnis&#10;Für ein libellenähnlich Wesen hielt,&#10;Der findet sich erstaunt als Mistbock wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rosenstrauch und der Eichbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rosenstrauch-und-der-eichbaum/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rosenstrauch-und-der-eichbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Schien′ ich dir nicht verächtlich,&#10;Ich würde dich bewundern,&#10;Dem Himmel naher Eichbaum!&#10;Trotz deines Hochmuths bleibe&#10;Ich gegen dich noch billig.&#10;Es ist ein schöner Anblick:&#10;Den Wolkenzug, der prachtvoll&#10;Den Himmelsraum durchwallet,&#10;Wenn deiner Riesenscheitel&#10;Er naht, aus Ehrfurcht oder&#10;Weil seinen Lauf du zögerst,&#10;Auf einmal sachter wandeln&#10;Zu sehn; es ist ein schöner,&#10;Bewundernswerther Anblick:&#10;Dich mit dem Sturm, dem Sohne&#10;Der Lust, des Donners Bruder,&#10;In lautem, fürchterlichem,&#10;Hartnäck′gem Kampf zu sehen;&#10;Der Sturm, der sieggewohnte,&#10;Weicht nicht; es weichest aber&#10;Auch du nicht, breitest mächtig&#10;Und trotzig deine weiten,&#10;Der Furcht unkund′gen Arme&#10;Dem Wüthenden entgegen,&#10;Und stemmest stets von neuem&#10;Ihm die zurückgedrängte&#10;Zornvolle Stirn entgegen,&#10;Der niedrigeren Bäume,&#10;Der furchtsamen Gebüsche,&#10;Die rings um dich her beben,&#10;Gewaltiger Beschützer!&#10;Das bist du; warum aber&#10;Vergißt du, oder willst du&#10;Nicht wissen, daß die Menschen&#10;Mit liebender Bewundrung&#10;Beim Rosenstrauch verweilen,&#10;Deß liebliches Gedüft sie&#10;Von weitem schon erreichet?&#10;In ihren Liedern singen&#10;Sie oft vom Untergange&#10;Des einen und des andern,&#10;»Schön ist′s, doch auch gefährlich,&#10;Sein Haupt bis in die Wolken&#10;Furchtbares Reich zu heben!«&#10;So singen sie. »O Rose,&#10;Warum ist dir, o Holde,&#10;Ein so beschränktes Dasein&#10;Auf unsrer Flur verliehen?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Säufer an den Vollmond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saeufer-an-den-vollmond/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saeufer-an-den-vollmond/</guid><description>&lt;p&gt;Warum mein lieber Mond, sieht Er&#10;So hoch und kalt auf mich daher?&#10;Doch wol nicht seiner Völle wegen?&#10;O da bin ich ihm überlegen:&#10;Denn Er, mein lieber, weiß Er wol?&#10;Ist Einmal nur im Monat voll!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schauende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schauende/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schauende/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sehe den Bäumen die Stürme an,&#10;die aus laugewordenen Tagen&#10;an meine ängstlichen Fenster schlagen,&#10;und höre die Fernen Dinge sagen,&#10;die ich nicht ohne Freund ertragen,&#10;nicht ohne Schwester lieben kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da geht der Sturm, ein Umgestalter,&#10;geht durch den Wald und durch die Zeit,&#10;und alles ist wie ohne Alter:&#10;die Landschaft, wie ein Vers im Psalter,&#10;ist Ernst und Wucht und Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ist das Mein, womit wir ringen,&#10;was mit uns ringt, wie ist das groß,&#10;ließen wir, ähnlicher den Dingen,&#10;uns so vom großen Sturm bezwingen, -&#10;wir würden weit und namenlos.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Scheidenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-scheidenden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-scheidenden/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem Tempel willst du fliehen,&#10;Den dir hier die Liebe baut?&#10;Meinen Armen dich entziehen,&#10;Meines Geistes holde Braut?&#10;Richtest du nach deiner Heimat,&#10;Pilgerin, den müden Lauf?&#10;Fleuchst du schon in deinen Himmel,&#10;Schöner Engel, wieder auf?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein, du weilest noch hienieden&#10;Voll erhabner Gottesruh,&#10;Trägst den Himmel und den Frieden&#10;Nun entfernten Fluren zu;&#10;Willst dem Kranken Labung spenden,&#10;Den der Himmel dir vertraut,&#10;Willst des Lebens dich erfreuen,&#10;Das aus deinen Blicken thaut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schlafende Blitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlafende-blitz/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlafende-blitz/</guid><description>&lt;p&gt;Ganz durchzottet&#10;Die heiße lungernde Luft:&#10;Brünstiges Moos.&#10;Und in ihrem Schoß&#10;Da schläft ein bleicher Blitz:&#10;Das kühlende Schwert&#10;In der Scheide des Rächers&#10;O wärest du nieder,&#10;Du bleicher röchelnder Blitz -&#10;Dann wär′s vorbei!&#10;Der Odem der Natur&#10;Ginge wieder frei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schwebende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwebende/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwebende/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Jugend hängt um mich wie Schlaf.&#10;Dickicht, Lichter – berieselt. Garten. Ein blitzender See.&#10;Und drüber geweht die Wolken, die zögernden, leichten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Irrlichternd spiele ich durch greise Straßen,&#10;Und aus dem Qualmen toter Kellerfenster&#10;Lacht dumpfe Qual im Krampfe zu mir auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da heb’ ich meine lächelnd schmalen Hände&#10;Und breite einen Schleier von Musik&#10;Sehr süß und müde machend um mich aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und meine Füße treten in den Garten,&#10;Der Abend trank. Die Liebespaare, dunkel, tief, erglühend,&#10;Stöhnen, verirrt ins Blut, auf vor der Qual des Mai.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Seeadler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-seeadler/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-seeadler/</guid><description>&lt;p&gt;Wob, König der Lüfte, für deinen Flug&#10;Der Sturm dir die Schwingen, die weißen,&#10;Daß sie geschwind, wie ein Atemzug,&#10;Vom Meer gen Himmel dich reißen?&#10;Hat dir die Sonne das Auge gefeit,&#10;Daß du nicht droben erblindest,&#10;Wenn du in blauer Unendlichkeit&#10;Dem Sehrohr selber entschwindest?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch, hoch, wo der Alpen mächtigste Piks&#10;In Dämmernebel verschwinden,&#10;Hinunter spähst du leuchtenden Blicks&#10;Zu des Weltalls gähnenden Schlünden;&#10;Und siehst von deiner himmlischen Wacht&#10;Jenseits von der Erde Grenzen&#10;Den Tag, der Abend nicht kennt noch Nacht,&#10;Den unvergänglichen glänzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Seiltänzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-seiltaenzer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-seiltaenzer/</guid><description>&lt;p&gt;Er geht. Die schräge Stange trägt ihn linde.&#10;Der Himmel schlägt um ihn ein Feuerrad.&#10;Ein Lächeln fällt von einem mageren Kinde,&#10;Und an dem Lächeln wird die Mutter satt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein jeder fühlt sich über sich erhaben&#10;Und tänzelt glücklich auf gespanntem Seil.&#10;Die Menschen wimmeln braun wie Küchenschaben,&#10;Und sind dem Blick der Höhe wehrlos feil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort unten hockt in schmutzigen Galoschen&#10;Das Niedere und Gemeine, und es hebt&#10;Die Stirn zur Höhe für zwei povre Groschen,&#10;An denen feucht der Schweiß des Werktags klebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer/</guid><description>&lt;p&gt;O anmuthsvolle Tage,&#10;Wo, Sonne, du im Norden&#10;Uns auf- und untergehest,&#10;Und wo die Abendröthe,&#10;Den einen Fuß im Meere,&#10;Mit zarter Hand und leisem&#10;Geräusch die Morgenröthe,&#10;Die Schläferin, erwecket,&#10;Dann ihren Kranz von Rosen,&#10;Den, um ihn aufzufrischen,&#10;Sie durch die Wellen ziehet,&#10;Um′s Haar der Schwester schlinget!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von diesen Höhen seh′ ich&#10;Vier Seee vor mir liegen:&#10;Den Blumensee der Wiesen,&#10;Den goldnen See der Saaten,&#10;Den grünen See der Wälder,&#10;Den blauen See der Wellen,&#10;Der Wiesen, Saaten, Wälder&#10;Und den hier reinlasurnen,&#10;Dort leichtbeflorten Himmel&#10;In seinem Schooße spiegelt.&#10;Fast unsichtbare Netze,&#10;Noch feiner als der Spinne,&#10;Und wie vom reinsten Golde&#10;Gewebt aus Sonnenstrahlen,&#10;Verbreiten, immerrege,&#10;Sich ob der warmen Gegend.&#10;O Gottes weite Schöpfung,&#10;Wie schön bist du und herrlich!&#10;O Harmonie der Vögel,&#10;Die aus dem Walde schallet!&#10;O segensvoller Reichthum&#10;Der Heerden, die die Auen&#10;Und Sümpfe froh durchirren!&#10;O liebliches Gewimmel&#10;Der nimmermüden Fischer,&#10;Die ihren blauen Acker&#10;Zu keiner Zeit besäen,&#10;Und unaufhörlich ernten!&#10;Der Pflüger aber ruhet&#10;Hier in der Sonne Strahlen,&#10;Dort in der Bäume Schatten,&#10;Und sieht der nahen Ernte&#10;Mit frohem Blick entgegen.&#10;Es eilt die niedre Sonne&#10;Zu ihrer Ruh. Viel lauter&#10;Erschallet aus dem Walde&#10;Das Abschiedslied der Vögel,&#10;Viel lauter tönt das Brüllen&#10;Der Heerden, die gesättigt&#10;Zu ihrer Hürde kehren.&#10;Der Fischer singt, begleitet&#10;Von selbstgemachter Flöte,&#10;Ein muntres Lied, und kehret&#10;Zu seiner nahen Hütte&#10;Im beutevollen Kahne;&#10;Der Pflüger aber betet&#10;Mit abgezognem Hute&#10;Um Segen für die Saaten&#10;Und Haus und Weib und Kinder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommerregen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommerregen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommerregen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie milde säuselst Du, o kühler Regen,&#10;Auf die verschmachtende, verbleichte Flur.&#10;Dein längst so heiss, so bang erflehter Seegen,&#10;Erfrischt die ganze seufzende Natur,&#10;Und neu gestärkt erheben Gras und Bäume&#10;Die matten Häupter in der Lüfte Räume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sonne Gluth schien alles zu verzehren;&#10;Es welkte still dahin der Blumen Glanz.&#10;Die Pflanzen neigten sich - ein allgemein Verheeren&#10;Bedrohte selbst der Wälder dunklen Kranz,&#10;Und brennend schien in ihrer dumpfen Schwüle&#10;Die schwere Luft dem lechzenden Gefühle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sonnenaufgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sonnenaufgang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sonnenaufgang/</guid><description>&lt;p&gt;Es schwingt die Nacht ihr dunkles&#10;Gefieder und entweichet&#10;Langsamen Flugs gen Norden.&#10;Es zeigt in weißem Flor sich&#10;Die Dämmrung in des Morgens&#10;Geraumen Silberhallen,&#10;Und weckt mit leisem Lispeln&#10;Die Nachtigall. In festlich&#10;Langsamem Ton beginnt sie&#10;Ihr Lied zum Lob der Sonne;&#10;Da naht im Purpurschleier&#10;Die holde Morgenröthe,&#10;Und streut die Fülle Rosen&#10;Vom Morgenthor bis wo sich&#10;Der Sonnenweg bemerkbar&#10;In′s Himmelblau erhebet.&#10;Geendet hat ihr Loblied&#10;Die Nachtigall; es tönet&#10;Das laute Chor der Lerchen&#10;Und andrer Sängerinnen,&#10;Begleitet von Gesäusel&#10;Des regen Laubs der Bäume&amp;hellip;.&#10;Da sinken und verwandeln&#10;Allmählig sich die weiten&#10;Prachtvollen Säulenhallen&#10;Des Morgenroths, und werden&#10;Zu einem See von Purpur,&#10;Wo Wellen gegen Wellen&#10;Sich heben, sich bekämpfen,&#10;Allmählig in einander&#10;Verfließen, um auf′s neu sich&#10;Zu heben und zu kämpfen.&#10;Doch seht! ein goldnes Meerschiff,&#10;Geschmückt mit Strahlengarben,&#10;Zertheilt die Purpurwogen&#10;Mit herrscherischem Gange.&#10;Es ist das Schiff der Sonne,&#10;Der Königin des Weltalls.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sonnenuntergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sonnenuntergang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sonnenuntergang/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sonnenwagen nahet&#10;Dem letzten Himmelsabhang,&#10;An dessen Fuße plätschernd&#10;Die Meereswellen tanzen.&#10;Die Sonnenpferde strengen&#10;Sich an, der nahen Kühlung&#10;Sich freuend und der Ruhe.&#10;Schon ist das Tagsgestirne&#10;Dem Meer so nahe, daß es&#10;Bereits sein Bild im Schooße&#10;Der stillen Wellen siehet.&#10;Es kommen stets einander&#10;Die beiden Sonnen näher,&#10;Zwei Königen vergleichbar&#10;Mit ihrem Prachtgefolge,&#10;Die froh, an ihrer Reiche&#10;Gemeinschaftliche Gränze,&#10;Wie Brüder sich einander&#10;Entgegen gehn. Die Säume&#10;Der glühendrothen Räder&#10;Des müden Sonnenwagens&#10;Berühren nun die Wellen,&#10;Die zischend ihn umkreisen.&#10;Seht! eine Silberbrücke&#10;Schwimmt auf dem Meer, und führet&#10;Die Sonne zu dem Schiffe,&#10;Worin, tiefeingeschlummert,&#10;Sie auf des breiten Weltstroms&#10;Entlegenem Gewoge&#10;Zum Morgenthor zurückfährt,&#10;Um Sterblichen und Göttern&#10;Den neuen Tag zu bringen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spruch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spruch/</guid><description>&lt;p&gt;In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,&#10;Das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort:&#10;Und wenn ich mich an trübe Lust vergebe,&#10;Schein, Lug und Spiel zu mir anstatt des Wesens hebe,&#10;Wenn ich gefällig mich mit raschem Sinn belüge,&#10;Als wäre Dunkles klar, als wenn nicht Leben tausend wild verschlossne Tore trüge,&#10;Und Worte wiederspreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,&#10;Und Dinge fasse, deren Sein mich niemals aufgewühlt,&#10;Und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,&#10;Der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich,&#10;Dann steht das Wort mir auf: Mensch, werde wesentlich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Staubbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-staubbaum/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-staubbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Staubbaum wächst&#10;Ein Staubwald überall wo wir gegangen&#10;Und diese Staubhand weh! rühr sie nicht an!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings um uns steigen Türme des Vergessens&#10;Türme die nach innen fallen&#10;Aber noch bestrahlt von deinem orangenen Licht!&#10;Ein Staubvogel fliegt auf&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sage unsrer Liebe lass ich in Quarz verwahren&#10;Das Gold unsrer Träume in einer Wüste vergraben&#10;Der Staubwald wird immer dunkler&#10;Weh! Rühr diese Staubrose nicht an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Strom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-strom/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-strom/</guid><description>&lt;p&gt;Am hohen Fuß der Anden&#10;Entsteigt dem Schooß der Erde&#10;Ein klarer Quell, so breit nur&#10;Und seicht, daß hundert Schritte&#10;Von seiner öden Wiege&#10;Der Weidmann ohne Mühe&#10;Der Quelle rechtes Ufer&#10;Mit einem Fuß berühret,&#10;Indeß sein andrer Fuß noch&#10;Ihr linkes Ufer drücket;&#10;Die müden Doggen aber&#10;Stehn lechzend im Gewässer,&#10;Das kaum ihr Knie bedecket.&#10;Zwei Tagereisen weiter&#10;Ist die namlose Quelle&#10;Bereits ein Fluß, so reißend,&#10;Daß der erfahrne Fährmann,&#10;Um an dem Ort zu landen,&#10;Der gegenüber lieget&#10;Der Stelle, wo vom Lande&#10;Er stieß, zwei dritte Theile&#10;Der Flussesbreite mühsam&#10;Stromaufwärts strebt, und dann erst&#10;Es wagt, die Vorderseite&#10;Des Kahns dem andern Ufer&#10;Gerade zuzuwenden.&#10;Jetzt kommen nacheinander&#10;Der höhern Bergesthäler&#10;Hochmüth′ge Flüsse (mancher&#10;Viel breiter als er selber)&#10;Und müssen wider Willen&#10;(Nichts widersteht dem Bunde&#10;Der Stärke mit der Tiefe)&#10;Mit ihm sich hier vereinen.&#10;O welche Wasserfläche!&#10;Lebt wohl, ihr Brücken! Sicher&#10;Baut hier, und wären′s Römer,&#10;Und mächtiger und größer&#10;Als die der grauen Vorzeit,&#10;Traun, hier baut kein Bewohner&#10;Der weitentfernten Ufer&#10;Wohl jemals eine Brücke!&#10;Selbst nicht von einer Insel&#10;Zur anderen, die hier sich,&#10;Voll wechselseit′gen Stolzes&#10;Sich sondernd, in die Breite&#10;Des mächt′gen Stromes theilen,&#10;Deß Ufer sich allmählig&#10;Dem Blicke schon entziehet &amp;hellip;.&#10;Vermag dein Aug′ noch etwas&#10;Auf dem jenseit′gen Ufer,&#10;Dem fernen, zu erkennen? -&#10;Nur hier und da ein Felsstück,&#10;Das in der Sonne glänzet &amp;hellip;.&#10;Jetzt raubet mir ein leichtes&#10;Gewölke seinen Anblick &amp;hellip;.&#10;Jetzt, ist gleich kein Gewölke&#10;Mehr da, ist′s mir verschwunden &amp;hellip;.&#10;Es ist der Strom zum Seee&#10;Geworden. Und so naht er&#10;Dem Meere sich. Das Meer will&#10;Den Eingang ihm versperren.&#10;Sieh, wie sie sich im Kampfe,&#10;Dem schrecklichen, erheben!&#10;Hör′ das Gebrüll der Wogen!&#10;Es will der Strom dem Meere,&#10;Es will das Meer dem Strome&#10;Nicht weichen. Sieh, es sieget&#10;Der Strom! Er tritt, dem Grimme&#10;Des Oceanes trotzend,&#10;In dessen uralt Erbe,&#10;Und siedelt seine Wogen,&#10;Die Süßen, an, und spottet&#10;Des Meeres, das vor Zorn schäumt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sumpf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sumpf/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sumpf/</guid><description>&lt;p&gt;Umsonst ist dein Bemühen,&#10;O Sumpf, mich anzulocken!&#10;Wie sehr mir auch dein sammtnes,&#10;Nur zart begrastes Ufer,&#10;Wie sehr mir auch dein Schilfrohr,&#10;Das Winde sanft bewegen,&#10;Und die goldfarbnen Blumen&#10;Gefallen, die dich zieren&#10;Und sich, wie dein Gewässer,&#10;Erheben oder senken,&#10;Werd′ ich dir doch nicht nahen.&#10;Zu viel hat mir die Mutter&#10;Erzählt von den Gefahren,&#10;Die auf den Unerfahrnen,&#10;Der dir zu nah kommt, lauern,&#10;In deinem Schlamme wohnen&#10;Die gelbgefleckte Kröte,&#10;Und gier′ge Wasserschlangen,&#10;Die, wenn sie Kinder sehen,&#10;Schnell auf das Ufer kommen&#10;Und um den Fuß sich winden,&#10;Der tief und immer tiefer&#10;In die vermeinte Wiese&#10;Versinkt, bis endlich Rettung&#10;Unmöglich ist. Das steht uns&#10;Bevor am hellen Tage.&#10;Hat sich die Nacht gesenket,&#10;So lockest du den Wandrer&#10;Von weitem an mit deinen&#10;Unsteten, leichten Flammen,&#10;Die in der Geisterstunde&#10;(Vielleicht, wer kann das wissen,&#10;Sind selbst sie Geister) seltsam&#10;Sich hin und her bewegen&#10;In schauerlichen Tänzen.&#10;Nein, Sumpf! vergebens harrst du&#10;Auf mich; mir schaudert, wenn ich&#10;Auch nur so an dich denke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tag von Düppel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tag-von-dueppel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tag-von-dueppel/</guid><description>&lt;p&gt;Still!&#10;Vom achtzehnten April&#10;Ein Lied ich singen will.&#10;Vom achtzehnten - alle Wetter ja,&#10;Das gab mal wieder ein Gloria!&#10;Ein &amp;ldquo;achtzehnter&amp;rdquo; war es, voll und ganz,&#10;Wie bei Fehrbellin und Belle-Alliance,&#10;April oder Juni ist all einerlei,&#10;Ein Sieg fällt immer in Monat Mai.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um vier Uhr morgens der Donner begann!&#10;In den Gräben standen sechstausend Mann,&#10;Und über sie hin sechs Stunden lang&#10;Nahmen die Kugeln ihren Gang.&#10;Da war es zehn Uhr. Nun alles still,&#10;Durch die Reihen ging es: &amp;ldquo;Wie Gott will!&amp;rdquo;&#10;Und vorgebeugt zu Sturm und Stoß&#10;Brach das preußische Wetter los.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod des Buckligen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-des-buckligen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-des-buckligen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Bucklige,&#10;Der fünf gerade Söhne zeugte,&#10;Ging solang schief,&#10;Bis sein Rücken waagrecht lief&#10;Wie bei einem Ross.&#10;Aber aufrecht sprach&#10;Sein Gesicht,&#10;Das eisenfarbene, das klargeäugte,&#10;Mit dem Licht:&#10;Groß, heiter,&#10;Tief&#10;An Güte.&#10;Den Händen nach,&#10;Wenn er goss,&#10;Oder beim Mähen,&#10;Schien er ein Koloss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- - - - - - - - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kirschbaum vor dem Schuppen steht in Blüte.&#10;Sein Weib hält die Leiter.&#10;Er steigt, schaut.&#10;Zwei Krähen&#10;Flattern träge&#10;Aus dem weißen Versteck.&#10;Er lacht laut,&#10;Steigt, ist hinweg.&#10;Nur ein Rand noch&#10;Vom Holzschuh, nur die Hand noch&#10;Mit der Säge.&#10;Er ist blind&#10;Vor Weißem.&#10;Blüten, mehr Blüten neigen&#10;Sich über ihn im Takt&#10;Wehenden Geruchs&#10;Und mit dem Hauch&#10;Von etwas Schnellem, Heißem,&#10;Küssen ihn, haben&#10;Nie genug.&#10;Er ist ein Knabe, schön, nackt.&#10;Andere, auch schöne, auch nackte Knaben&#10;Werfen sich im Flug&#10;(Er sieht das zwischen Zweigen)&#10;Aus blauem Wind in blauen Wind.&#10;&amp;ldquo;Siehe, so!&#10;Versuch&amp;rsquo;s!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Jetzt - Ich - Auch -&#10;Oh!&amp;hellip;&amp;rdquo;&#10;Sie denkt: &amp;ldquo;Spricht er eigen!&amp;rdquo;&#10;Sie ruft. Ein Fall. Im Liegen&#10;Lächelt er,&#10;Als würf&amp;rsquo; er eine Last ab.&#10;&amp;ldquo;Keine Leiter mehr!&#10;Ich kann fliegen.&#10;Säge wer&#10;Anderes den Ast ab!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod des Tiberius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-des-tiberius/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-des-tiberius/</guid><description>&lt;p&gt;Bei Kap Misenum winkt ein fürstlich Haus&#10;aus Lorbeerwipfeln zu des Meeres Küsten,&#10;mit Säulengängen, Mosaiken, Büsten,&#10;und jedem Prunkgerät zu Fest und Schmaus.&#10;Oft sah es nächtlicher Gelage Glanz,&#10;wo lock′ge Knaben, Efeu um die Stirnen,&#10;mit Bechern flogen, silberfüß′ge Dirnen&#10;den Thyrsus schwangen in berauschtem Tanz,&#10;und Jauchzen scholl, Gelächter, Saitenspiel,&#10;bis auf die Gärten rings der Frühtau fiel.&#10;Doch heut, wie stumm das Haus! Nur hier und dort&#10;ein Fenster hell; und wo die Säulen düstern,&#10;wogt am Portal der Sklaven Schwarm mit Flüstern.&#10;Es kommen Sänften; Boten sprengen fort;&#10;und jedesmal dann zuckt umher im Kreise&#10;ein Fragen, das nur scheu um Antwort wirbt:&#10;&amp;ldquo;Was sagt der Arzt? Wie steht es?&amp;rdquo; -&#10;Leise, leise! Zu Ende geht′s; der greise Tiger stirbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der tote Achill</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tote-achill/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tote-achill/</guid><description>&lt;p&gt;Im Vatikan vor dem vergilbten Marmorsarg,&#10;Dem ringsum bildgeschmückten, träumt ich heute lang,&#10;Betrachtend seines feinen Zierats üppgen Kranz:&#10;Thetis entführt den Sohn, den Rufer in der Schlacht,&#10;Den Renner, dem die Knie erschlaffen, welchem schwer&#10;Die Lider sanken - von Delphinen rings umtanzt,&#10;Im Muschelwagen durch des Meers erregte Flut.&#10;Tritonen, bis zum Schuppengurt umbrandete,&#10;Bärtge Gesellen, schilfbekränztes, stumpfes Volk,&#10;Gebärden sich als Pferdelenker. Es bedarf&#10;Der mutgen Rosse Paar, das, Haupt an kühnem Haupt,&#10;Die weite Flur durchrudert mit dem Schlag des Hufs,&#10;Des Zügels nicht! In des Peliden Waffen hat&#10;Sich schäkernd ein leichtsinniges Gesind geteilt:&#10;Die Nereiden. Eine hebt das Schwert und ziehts&#10;Und lacht und haut und sticht und wundet Licht und Luft.&#10;Ein schlankes Mädchen zielt mit rückgebognem Arm,&#10;In schwachgeballter Faust den unbesiegten Speer,&#10;Der auf und nieder, wie der Waage Balken, schwankt.&#10;Die dritte schiebt der blanken Schulter feinen Bug&#10;Dem Erzschild unter, ganz als zöge sie zu Feld,&#10;Dann deckt damit den sanften Busen gaukelnd sie,&#10;Als schirmt′ das Eisen eines Kriegers tapfre Brust.&#10;Die vierte - Held, du zürntest, schlummertest du nicht! -&#10;Setzt jubelnd sich den Helm, den wildumflatterten,&#10;Auf das gedankenlose Haupt und nickt damit.&#10;Scherzt Kinder! Nur mit dir ein Wort, Vollendeter!&#10;(Denn mit der Mutter, die dein schlummerschweres Haupt&#10;Im Schoss gebettet hält, der dir das Leben gab,&#10;Der schmerzversunknen Mutter, plaudert es sich nicht.)&#10;Pelide, sprich! Was ist der Tod? Wohin die Fahrt;&#10;Wozu die Waffen? Zu erneutem Lauf und Kampf?&#10;Zu deines Grabes Schmuck und düstern Ehren nur?&#10;Was blitzt auf deinem Schwerte? Deine letzte Tat,&#10;Verglimmend wie der Abend eines heissen Schlachtentags?&#10;Die Morgensonne eines neuen Kampfgefilds?&#10;Bedarfst du deines Schwertes noch, du Schlummernder?&#10;Wohin der Lauf? Zum Hades? Nein, es lügt Homer!&#10;Den Odem neiden einem kleinen Ackerknecht&#10;Sieht nicht dir ähnlich, Heros! Eher fährst&#10;Du einer Geisterinsel bleichem Frieden zu&#10;Und trägst den Myrtenkranz, beseligt und gestillt,&#10;Mit den Geweihten. Doch auch solches ziemt dir nicht!&#10;Was einzig dir geziemt, ist Kampf und Kampfespreis -&#10;Pelide! ein Erwachen schwebt vor deinem Boot&#10;Und schimmert unter deinem mächtgen Augenlid!&#10;Du lebst, Achill? Gib Antwort! Wohin wanderst du?&#10;Er schweigt! Er schweigt. Der Wagen rollt. Ein Triton bläst&#10;Sein Muschelhorn, dass leis und dumpf der Marmor tönt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der träumende See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traeumende-see/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traeumende-see/</guid><description>&lt;p&gt;Der See ruht tief im blauen Traum&#10;von Wasserblumen zugedeckt.&#10;Ihr Vöglein hoch im Fichtenbaum,&#10;Dass ihr mir nicht den Schläfer weckt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch leise weht das Schilf und wiegt&#10;Das Haupt mit leichtem Sinn,&#10;Ein blauer Falter aber fliegt&#10;Darüber einsam hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der treue Gefährte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-treue-gefaehrte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-treue-gefaehrte/</guid><description>&lt;p&gt;Im Aether jauchzt ein Lerchenchor,&#10;Da hält er zugepreßt sein Ohr;&#10;Süß duftet dort das Rosengesträuch,&#10;Da wird er schwindlig und todtenbleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als wir stiegen den Berg hinan,&#10;Verlor den Athem der arme Mann;&#10;Ich wallt’ empor mit leuchtendem Blick,&#10;Doch er blieb keuchend unten zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber stand jauchzend ganz allein&#10;Am Bergesgipfel im Sonnenschein!&#10;Rings grüne Triften und Blumenduft!&#10;Rings wirbelnde Lerchen und Bergesluft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als ich wieder zu Thal gewallt,&#10;Da stieß ich auf eine Leiche bald:&#10;O weh, er ist’s! Todt liegt er hier,&#10;Der einst der treu’ste Gefährte mir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Trompeter an der Katzbach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-trompeter-an-der-katzbach/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-trompeter-an-der-katzbach/</guid><description>&lt;p&gt;Von Wunden ganz bedecket&#10;Der Trompeter sterbend ruht,&#10;An der Katzbach hingestrecket,&#10;Der Brust entströmt das Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brennt auch die Todeswunde,&#10;Doch sterben kann er nicht,&#10;Bis neue Siegeskunde&#10;Zu seinen Ohren bricht.&#10;Und wie er schmerzlich ringet&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Todesängsten bang,&#10;Zu ihm herüberdringet&#10;Ein wohlbekannter Klang.&#10;Das hebt ihn von der Erde,&#10;Er streckt sich starr und wild –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort sitzt er auf dem Pferde&#10;Als wie ein steinern Bild.&#10;Und die Trompete schmettert, –&#10;Fest hält sie seine Hand –&#10;Und wie ein Donner wettert&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verschmähte Liebhaber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verschmaehte-liebhaber/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verschmaehte-liebhaber/</guid><description>&lt;p&gt;An den Herrn Feldprediger P&amp;hellip;&amp;hellip;.l&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein holdes Mägdlein kam gegangen,&#10;Die Reue triebs zum Beichtstuhl hin.&#10;Entsündigung war das Verlangen&#10;Der jugendlichen Büßerin.&#10;Die Haare aufgelöst in Locken,&#10;Und reuig, wie einst Magdalene,&#10;Im Auge hing ihr eine Thräne,&#10;So hub sie endlich an mit Stocken:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Herr Pater, schwer hab&amp;rsquo; ich gesündigt,&#10;Doch Reu&amp;rsquo; zerfleischet nun mein Herz.&#10;Wenn euer Mund mir Heil verkündigt,&#10;O so wird Lind&amp;rsquo;rung meinem Schmerz.&#10;Hört, einem Jüngling war ich theuer,&#10;Erst hab&amp;rsquo; ich Liebe ihm gelogen,&#10;Und dann sein treues Herz betrogen.&#10;Verspottet der Gefühle Feuer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der versunkene Ring</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-versunkene-ring/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-versunkene-ring/</guid><description>&lt;p&gt;Königsberg 1808.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ring ist mir entfallen,&#10;Ins tiefe Meer versenkt,&#10;Den einst im Taubenmonat&#10;Lieb′ Anka mir geschenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sprach mit süßem Munde:&#10;Trag′ ihn und denke mein;&#10;So lang′ du trägst das Ringlein&#10;Will ich dein eigen sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kniet′ am alten Strande&#10;Und wusch die Netze rein,&#10;Da sank von meinem Finger&#10;Der Ring ins Meer hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun thut mich Anka meiden&#10;Und liebt mich nimmermehr.&#10;Ihr Pfand hab′ ich verloren,&#10;Mein Himmel ruht im Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der vertheidigte Pythagoras</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vertheidigte-pythagoras/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vertheidigte-pythagoras/</guid><description>&lt;p&gt;Die bey der Riemann-Viccischen vermählung behauptete wanderung der seelen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schulen wissen noch in ihrer sitten-kunst&#10;Viel vom Pythagoras und seiner schrifft zu sagen:&#10;Er hätte nur der welt für flammen rauch und dunst/&#10;Für früchte leeres stroh und schaalen vorgetragen;&#10;Als er durch phantasey zum pfauen sich gemacht/&#10;Der erden aber gar die träume beygebracht:&#10;Daß unsre leiber sich im grabe zwar verzehren/&#10;Die seelen aber stets in frische cörper kehren.&#10;Doch wer das grosse buch gelehrter welt gesehn/&#10;Und weiß/ wie man das gold mit kupffer kan vermengen/&#10;Was dem und jenem offt für unrecht ist geschehn;&#10;Wie schlang und nattern auch an balsam-stauden hängen/&#10;Wird lernen/ daß vielleicht die dinte neuer zeit&#10;Auch seiner lehren grund mit flecken überstreut;&#10;Weil doch die wanderung der seelen auff der erden/&#10;Uns nach gewisser art noch kan erwiesen werden.&#10;Ich will vor dieses mahl mit meiner einfalt nicht&#10;Der pfuschernden natur in ihre kammer steigen;&#10;Wie sie aus steinen drach- und tieger-thiere bricht/&#10;Aus blumen vögel kan/ aus pflantzen lämmer zeugen:&#10;Ich untergrüble nicht die unerhörte that/&#10;Wie Gott ein lebend weib in saltz verwandelt hat:&#10;Denn ieder mensch führt selbst das uhrwerck in den händen/&#10;Das seine seele kan aus ihrem circkel wenden.&#10;Die erste wanderung/ die Adam vor sich nahm/&#10;Geschah durch seinen fall/ in einen solchen pfauen:&#10;Drum kont er/ da der Herr in garten wieder kam/&#10;Auch mehr nicht ohne scham auff seine füsse schauen.&#10;Wer weiß nicht/ wie sein sohn zum wolffe sich gemacht/&#10;Da sein verdammter grimm den bruder umgebracht?&#10;Und wie er endlich gar nach ausgeführtem morden/&#10;Vor angst und zittern ist zu einem hasen worden?&#10;Was diese vorgethan/ wird heute noch erfüllt.&#10;Wir sterben tausendmal an sitten und geberden.&#10;Ja/ wenn aus Capua nur wollust-zucker qvill&amp;rsquo;t/&#10;Muß selber Hannibal zu einem Nero werden.&#10;Ein Alexander reist bey weibern und bey wein&#10;Ein wunderwerck der welt durch feur und flammen ein:&#10;Warum? dieweil sein geist bey purpur und bey kronen/&#10;Auch gleichwohl muste noch in einem sclaven wohnen.&#10;Was giebt wohl mancher nicht vor blinde possen an/&#10;Wenn Moden und Pariß ihm seinen kopff verrencken?&#10;Denn was ein andrer offt im lande kauffen kan/&#10;Holt er von Brüssel her/ die jungfern zu beschencken;&#10;Ja solt es auch nicht mehr als Serviteur nur seyn/&#10;So mischt er dennoch stets von Franckreich etwas ein:&#10;Was wunder ist es dann? wenn alle kinder lachen/&#10;Daß seine grillen ihn zu einem affen machen.&#10;So ändert sich der mensch durch hochmuth/ zorn und wein.&#10;Was thut die liebe nicht/ die fürstin aller sachen?&#10;Wenn sie/ wie Circens mund/ durch ihrer flammen schein/&#10;Aus klugen narren kan/ aus narren kluge machen.&#10;Ich ruffe Jupitern hier nicht zum zeugen an/&#10;Den sie in einen stier und schwan verwandeln kan:&#10;Denn die verliebte welt wird wohl am besten wissen/&#10;Wer Simson seinen geist und ihr das hertz entrissen.&#10;Der erste funcken-glut/ der in der brust entspringt/&#10;Heist auch die seele gleich aus ihrem lager rücken.&#10;Drum kan Antonius/ da ihn August umringt/&#10;Vor grosser liebes-brunst nicht mehr den degen zücken:&#10;Denn weil Cleopatra ihm geist und seele nimmt/&#10;Und seine tapfferkeit auff ihren lippen schwimmt/&#10;So muß er endlich nur wie weiber auch verderben/&#10;Und lieber durch sich selbst als vor dem feinde sterben.&#10;Diß alles aber ist so wunderns-würdig nicht/&#10;Als wenn sie hochzeit läst mit alten müttern machen.&#10;Da wird das dürre maul in falten eingericht/&#10;Die augen fangen gar mit purpur an zu lachen.&#10;Und wenn der lippen schnee/ der stirne hyacinth/&#10;Und ihrer wangen pracht durch schmincke sich verbindt/&#10;So solten nach der zeit wohl tausend blinde schwehren/&#10;Daß sich ein altes weib in jungfern kan verkehren.&#10;Was sie bey frauen thut/ ist männern auch gescheh&amp;rsquo;n/&#10;Wenn sie den grauen bart/ wie mutten/ sich versengen/&#10;Mehr auff ein bißgen fleisch als alle wohlfarth seh&amp;rsquo;n/&#10;Und ihren lebens-rest an junge mädgen hängen.&#10;Ihr gantzes wesen stirbt. Die füsse kriegen krafft/&#10;Die peltze werden fort/ die krücken abgeschafft;&#10;Und keiner lässet sich Actäons fall erschrecken/&#10;Da doch die meisten offt in seinem kummer stecken.&#10;Dem grauen alter folgt die seele junger welt.&#10;Wie wandert nicht der geist der kühnen junggesellen?&#10;Und wie die jungfern nicht? wenn eigensinn und geld&#10;Ihr hertze/ wie das maul den elephant/ verstellen.&#10;Da soll ein Edelmann/ und hier ein Doctor seyn.&#10;Die schönheit nimmt sie so wie tyger kugeln ein;&#10;Biß endlich fall und zeit den vorhang weggezogen/&#10;Und auff den spiegel schreibt: Mein bild hat mich betrogen.&#10;Diß thut die phantasey. Doch reine liebes-glut&#10;Pflegt unsern seelen-stern weit anders zu versetzen.&#10;Denn vor die dienste/ die ein frommer Jacob thut/&#10;Muß Rahels süsser mund mit küssen ihn ergetzen.&#10;Man giebt das hertze zwar als einen sclaven hin;&#10;Doch zeigt das ende nichts als wucher und gewinn;&#10;Wenn seele/ mund und brust in einen klumpen fliessen/&#10;Und ihre wanderung in weichen federn schliessen.&#10;Hochwerth-geschätztes paar/ heut ist das helle licht/&#10;Das meinem urtheil kan den wahren anstrich geben;&#10;Indem eur treues hertz in frische flammen bricht/&#10;Und eure geister sich aus ihrer wohnung heben.&#10;Denn seine seele fleust in ihre marmel-brust/&#10;Sie läst ihr vaterland/ und sucht am kriege lust/&#10;Zu zeigen/ daß auch Mars zum engel an geberden/&#10;Aus priester-wittben gar kan eine Pallas werden.&#10;Die liebe hat fürwahr was grosses hier gethan/&#10;Der himmel aber mehr; indem er sie gebohren.&#10;Drum glaubt: daß eur magnet sich nicht verirren kan;&#10;Weil er ihm selber Gott zu seinem stern erkohren.&#10;Die bunte tulipe/ der blumen gröste zier/&#10;Bringt jährlich eine tracht von neuen farben für;&#10;Eur frühling aber wird in seinen garten schreiben:&#10;Die liebe muß allein bey einer farbe bleiben.&#10;So schickt die leiber nun auch den gedancken nach/&#10;Und kühlt die strenge glut mit perlen und jesminen.&#10;Cupido putzet schon das theure schlaff-gemach/&#10;Und wil euch bey der lust mit marcipan bedienen.&#10;Womit er selber nur mit augen möge seh&amp;rsquo;n/&#10;Ob dem Pythagoras nicht unrecht ist gescheh&amp;rsquo;n/&#10;Und ob es möglich sey/ daß vor drey vierthel jahren&#10;Eur leben könne noch in einen cörper fahren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verwandten Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verwandten-seele/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verwandten-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Komm′ in den Garten, komm′, es laden&#10;Der Frühling und die Nacht uns ein,&#10;Sie kamen von des Wests Gestaden,&#10;Um Zeugen unsres Glücks zu sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Harfe bebt von Frühlingslüften -&#10;Sieh, wie der Mond ins Fenster winkt!&#10;Komm′, daß in jenen Blumendüften&#10;Die Seele Himmelsahnung trinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem verschwiegnen Heiligthume,&#10;Um das die Nacht den Schleier legt,&#10;Entfaltet sich die stille Blume,&#10;Die nur für sie den Balsam trägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Verzweifelte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verzweifelte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verzweifelte/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch nie hat mir der Herbst so weh getan,&#10;Daß ich mich ohne Freundin blaß begnüge.&#10;Am Bahnhof steh ich oft und seh die Züge&#10;Einlaufen nach des Kursbuchs rotem Plan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier kommt ein Zug um fünf und dort um sechs.&#10;Der aus Polzin. Und der aus Samarkand.&#10;So oft ich mich an eine Frau gewandt,&#10;Entfloh sie mit dem Zeichen höchsten Schrecks.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man wundert sich, daß ich so kopflos bin&#10;Und daß ich ohne Beine gehen kann.&#10;Und daß ich ohne Männlichkeit ein Mann,&#10;Und daß ich ohne Sinnlichkeit ein Sinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vesuv</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vesuv/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vesuv/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vesuv, indem er speit, mit nichten&#10;Darf man gegen ihn die Klagen richten,&#10;Insofern ja die Besonderheit&#10;Darin liegt, daß er mitunter speit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halten Sie den Vorwurf für ersprießlich?&#10;Wenn man schon Vulkan ist, muß man schließlich;&#10;Und man regnet Asche oder speit,&#10;Ob die Menschheit auch betroffen schreit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber dieses scheint gesagt zu werden&#10;Doch am Platze: wenn sich auf der Erden&#10;So was zubegibt, wie der Vesuv,&#10;Trifft der Tadel den, der ihn erschuf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Visionarr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-visionarr/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-visionarr/</guid><description>&lt;p&gt;Lampe blöck nicht.&#10;Aus der Wand fuhr ein dünner Frauenarm.&#10;Er war bleich und blau geädert.&#10;Die Finger waren mit kostbaren Ringen bepatzt.&#10;Als ich die Hand küsste, erschrak ich:&#10;Sie war lebendig und warm.&#10;Das Gesicht wurde mir zerkratzt.&#10;Ich nahm ein Küchenmesser und zerschnitt ein paar Adern.&#10;Eine große Katze leckte zierlich das Blut vom Boden auf.&#10;Ein Mann indes kroch mit gesträubten Haaren&#10;Einen schräg an die Wand gelegten Besenstiel hinauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Weiher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weiher/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weiher/</guid><description>&lt;p&gt;Er liegt so still im Morgenlicht,&#10;So friedlich, wie ein fromm Gewissen;&#10;Wenn Weste seinen Spiegel küssen,&#10;Des Ufers Blume fühlt es nicht;&#10;Libellen zittern über ihn,&#10;Blaugoldne Stäbchen und Karmin,&#10;Und auf des Sonnenbildes Glanz&#10;Die Wasserspinne führt den Tanz;&#10;Schwertlilienkranz am Ufer steht&#10;Und horcht des Schilfes Schlummerliede;&#10;Ein lindes Säuseln kommt und geht,&#10;Als flüstre′s: Friede! Friede! Friede! —&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter/</guid><description>&lt;p&gt;Der glückliche Bewohner&#10;Des gleichenlosen Quito,&#10;Dem, eh′ hier tausend Rosen&#10;Verblühn, dort tausend andre&#10;Die Blumenkelche öffnen&#10;Dem jede Sonne neue&#10;Und köstlichere Früchte&#10;Zur Reife bringt im Schooße&#10;Der Erd′, im Raum der Lüfte;&#10;Dem jede Morgenröthe&#10;Ein Heer von Schmetterlingen,&#10;Mit zauberischen Farben&#10;Geschmücket, ringsher sendet,&#10;Und jede Abendröthe&#10;Die festlichen Gesänge&#10;Ertönen läßt von tausend&#10;Tonreichen Nachtigallen;&#10;Er wird des ew′gen Frühlings&#10;Der Heimath manchmal müde.&#10;O der Natur verwöhntes,&#10;Und unzufriednes Schooßkind,&#10;Weil sie dir alle Wünsche&#10;Im Übermaß erfüllet,&#10;Könnt′ ich, nur einen Tag lang,&#10;In deiner Götterwiege&#10;Mich freudetrunken schaukeln!&#10;Und du, komm auf den Flügeln&#10;Des Sturms, auf einen Tag nur,&#10;An meines Vaterlandes&#10;Dem Pole nahe Gränze!&#10;Zur Mittagsstunde siehest&#10;Du um dich her kaum Dämmrung.&#10;Kein Laut von einem Vogel!&#10;Kein Duft von einer Blume!&#10;Kein Murmeln einer Quelle!&#10;Kein Fußtritt eines Menschen!&#10;Sechs Monde lang umkreis′te&#10;Den Himmelsrand die Sonne,&#10;Dann ging die Sonne unter,&#10;Um nimmer aufzugehen,&#10;Es stirbt hier selbst die Sonne.&#10;Es schlummert alles Leben,&#10;Wie Todte in dem Grabe,&#10;Tief unter einer starren&#10;Gränzlosen Eisesrinde.&#10;Du bebest? Harr′ ein Weilchen,&#10;Und du wirst noch bewundern! &amp;hellip;&#10;Siehst du im hohen Norden&#10;Dies ungeheure, rege,&#10;Stets klarer sich und klarer&#10;Verbreitende Gewebe&#10;Von rosigen und weißen&#10;Und grünen Diamanten,&#10;Gleich einem prunken Fächer,&#10;Den halben Himmel decken?&#10;Siehst du vom Horizonte,&#10;Gleich einem reichen Saume&#10;Von lichten Franzen, oder&#10;Gleich einer Ähre Stacheln,&#10;Belebte Strahlenbündel&#10;In Menge sich erheben? &amp;hellip;&#10;Warst du vielleicht, o Sonne,&#10;Beherrscherin des Weltalls,&#10;Es endlich müde, ewig&#10;Im Osten auf- und ewig&#10;Im Westen frohnweis unter&#10;Zu gehn, ein Spott dir selber,&#10;Und zaubertest mit einem&#10;Allmächt′gen Winke Dämmrung&#10;Und Morgenroth nach Norden,&#10;Um den erstaunten Süden&#10;Zum erstenmal am Abend&#10;Mit Purpur zu umhängen? &amp;hellip;&#10;Ja, glücklichere Kinder&#10;Gemäßigterer Zonen,&#10;Es ließ der Herr der Schöpfung&#10;Auch uns, am Pol Geborne,&#10;Nicht ohne manche Freude,&#10;Um die ihr uns beneidet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wunsch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wunsch/</guid><description>&lt;p&gt;Du holder Gott der süß′sten Lust auf Erden,&#10;Der schönsten Göttin schönster Sohn!&#10;Komm, lehre mich die Kunst, geliebt zu werden;&#10;Die leichte Kunst, zu lieben, weiß ich schon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm ebenfalls und bilde Phillis′ Lachen,&#10;Cythere, gib ihr Unterricht!&#10;Denn Phillis weiß die Kunst, verliebt zu machen,&#10;Die leichte Kunst, zu lieben, weiß sie nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zeisig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zeisig/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zeisig/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sind ja, Kind, im Maie,&#10;Wirf Buch und Heft von dir!&#10;Komm′ einmal her in′s Freie&#10;Und sing′ ein Lied mit mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm, singen fröhlich beide&#10;Wir einen Wettgesang,&#10;Und wer da will entscheide,&#10;Wer von uns besser sang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Herrschers Wiege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-herrschers-wiege/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-herrschers-wiege/</guid><description>&lt;p&gt;»– – welcher in fremden Landen&#10;Hin und her lang umziehen will,&#10;Dem begegnet stets Wunders viel.« Theuerdank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Wohin, ihr Reiterheere? Wohin, du trüber Kumpan?&#10;Wohin, ihr Schiffer zu Meere? Wohin, du Krückenmann?&#10;Ob schiffend, hinkend, reitend, all’ hin ins Todtenreich!&#10;Daheim bleib’ ich, bereitend die Särge mir und euch.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hart an der Burg zu Neustadt steht eines Schreiners Haus,&#10;Dort tönt dieß Lied alltäglich in dumpfem Klang heraus;&#10;Der junge Meister sing es, sobald der Morgen glüht,&#10;Aus frischem Jünglingsmunde, den kaum noch Bart umblüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Klephten Gaben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-klephten-gaben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-klephten-gaben/</guid><description>&lt;p&gt;Heimwärts kam ein Klephte aus dem Kampfe,&#10;An die Brust sinkt ihm die treue Gattin,&#10;Und zwei Knaben frisch und freudig rufen:&#10;»Gott grüß’, Vater! dachtest du auch unser?«&#10;Doch das dritt’ und kleinste in der Wiege&#10;Streckt die zarten Händchen ihm entgegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er spricht zum Knäblein in der Wiege:&#10;»Armer Schalk, mich dauert deine Blöße,&#10;Brachte Stoff, zu decken deine Nacktheit,&#10;Mütterchen soll Windeln draus dir schneiden.«&#10;Zog aus dem Tornister einen Turban.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Sommers letzte Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-sommers-letzte-rose/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-sommers-letzte-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Des Sommers letzte Rose&#10;Blüht hier noch allein:&#10;Verwelkt sind der Gespielen&#10;Holdlächelnde Reihn.&#10;Ach es blieb keine Schwester,&#10;Keine Knospe zurück,&#10;Mit erwiderndem Seufzer,&#10;Mit errötendem Blick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will nicht, Verlassne,&#10;So einsam dich sehn:&#10;Wo die Lieblichen schlummern,&#10;Darfst auch du schlafen gehn.&#10;Und freundlich zerstreu ich&#10;Deine Blätter übers Beet,&#10;Wo die Düfte, wo die Blätter&#10;Deiner Lieben sind verweht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So schnell möcht&amp;rsquo; ich folgen,&#10;Wann Freundschaft sich trübt,&#10;Und der Kranz süßer Liebe&#10;Seine Perlen verstiebt.&#10;Wann Teure verschwinden,&#10;Manch treues Herz zerfällt,&#10;Wer möcht&amp;rsquo; allein bewohnen&#10;Diese nächtliche Welt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Woiewoden Tochter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-woiewoden-tochter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-woiewoden-tochter/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht im Wald, im tiefen Wald&#10;Das Haus des Woiewoden;&#10;Eiszapfen hangen am Dache kalt,&#10;Und Schnee bedeckt den Boden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Fräulein sitzt am Herd und spinnt&#10;Zu ihrem Hochzeitschleier;&#10;Sie hört im Rauchfang gehn den Wind&#10;Und schürt empor das Feuer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da tritt die Waldfrau zu ihr ein,&#10;Die pflegt nichts Guts zu bringen:&#10;»Guten Abend, feines Goldtöchterlein!&#10;Will dir ein Liedchen singen!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Was sollen deine Lieder mir?&#10;Mein Liebster, der kommt balde.&#10;Da hast du Brot, da hast du Bier,&#10;Geh wieder heim zum Walde!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Zechers Grab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-zechers-grab/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-zechers-grab/</guid><description>&lt;p&gt;Der Bach tief unterm Klippenhang&#10;Rauscht in Sirenensängen,&#10;Daß, hart am Felsrand, schwindelbang,&#10;Gekrümmt, die Fichten hängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Kreuz von Holz spricht noch davon&#10;Die Schrift mit trunk’nem Lallen,&#10;Daß ein bezechter Alpensohn&#10;Sich hier zu Tod gefallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ich lauschend Aug’ und Ohr&#10;Geneigt zur Abgrundstiefe,&#10;Da war mir’s, als ob draus empor&#10;Dumpf eine Stimme riefe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Zechbrüderlein, hilf mir doch aus&#10;Dem Felsenkeller wallen!&#10;Sieh, in ein leeres Faß, o Graus,&#10;Bin ich dahier gefallen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichters Berufung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichters-berufung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichters-berufung/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich jüngst, mich zu erquicken,&#10;Unter dunklen Bäumen saß,&#10;Hört&amp;rsquo; ich ticken, leise ticken,&#10;Zierlich, wie nach Takt und Maas.&#10;Böse wurd&amp;rsquo; ich, zog Gesichter, -&#10;Endlich aber gab ich nach,&#10;Bis ich gar, gleich einem Dichter,&#10;Selber mit im Tiktak sprach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie mir so im Verse-Machen&#10;Silb&amp;rsquo; um Silb&amp;rsquo; ihr Hopsa sprang,&#10;Musst&amp;rsquo; ich plötzlich lachen, lachen&#10;Eine Viertelstunde lang.&#10;Du ein Dichter? Du ein Dichter?&#10;Steht&amp;rsquo;s mit deinem Kopf so schlecht?&#10;- &amp;ldquo;Ja, mein Herr, Sie sind ein Dichter&amp;rdquo;&#10;Achselzuckt der Vogel Specht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichtersegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtersegen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtersegen/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts rührt die Seele an so göttlich schön,&#10;Als sich in einem Andern selbst zu fühlen,&#10;Gedanken, die gestaltlos in uns wühlen,&#10;In edler Form verkörpert vor uns seh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Dichter hat dein Auge nie erblickt,&#10;Und plötzlich steht, ein Freund, er dir zur Seite,&#10;Und manchem Zweifel, manchem stillen Leide&#10;Hat deinen Geist auf einmal er entrückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du irrest nicht - denn sieh! so denkt er auch,&#10;Dein Herz spricht wahr - im Seinen ist erklungen&#10;Derselbe Ruf, der dich so tief durchdrungen,&#10;Und deine Thräne füllte einst sein Aug′!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichtersehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtersehnsucht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtersehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich entflammt im Innersten mich fühle,&#10;Um Lust und Weh in Liedern auszuhauchen,&#10;Daß sich das Glühn in meinen Adern kühle:&#10;Mag oft und gern Dein edles Bild ich brauchen,&#10;Du stiller Schwan, der Du auf dunklen Wogen&#10;Dort rudernd kommst im Abendroth gezogen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwiefach in Dir seh&amp;rsquo; ich mich selbst gedeutet:&#10;Du schwimmest einsam auf des Teiches Spiegel,&#10;Und was das Herz bald enget, bald erweitet,&#10;Mußt Du verschließen mit des Schweigens Siegel;&#10;Es wollte, grausam, Deinen Schmerz zu klagen,&#10;Ein hart Geschick die Töne Dir versagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichtersinn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtersinn/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtersinn/</guid><description>&lt;p&gt;Obschon der Jünger ungehirnte Rotte&#10;So frech entweiht des Sängers hohes Amt,&#10;Obschon das Volk zu schlaffem Lob′ und Spotte&#10;Manch halbverstandnes Götterlied verdammt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch schwör′ ich Huldigung dem Musengotte,&#10;So wahr ein Funk′ in mir vom Himmel stammt.&#10;Oft hat mir, einsam, in der Weihung Grotte&#10;Sein wunderbares Wort den Geist entflammt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich werbe nicht um Ruhm, um Lorbeerkronen;&#10;Wer nicht um ihretwillen Phöbus Kunst&#10;Mit Liebe pflegt, erbuhlt nicht Phöbus Gunst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtung/</guid><description>&lt;p&gt;Sehnend erhebt sich mein Geist, bemüht sich die Schranken zu brechen.&#10;Es ist dem Freien noch nicht schimpflich der Fittig gelähmt.&#10;Nicht durch Vorurtheil umdämmt, durchkreiset er höh&amp;rsquo;re Regionen,&#10;Liebend verweilet er dann, Dichtung, in deinem Gebiet.&#10;Was mir das Leben versagt, das find&amp;rsquo; ich in eurer Umarmung.&#10;Musen, das wird mir durch euch, liebevoll reichlich ersetzt.&#10;Neiden die Menschen mich an, verfolgen mich Haß und Verläumdung,&#10;Weinend fleh&amp;rsquo; ich zu euch Trost und Erheitrung wird mir.&#10;Muthig ertrag&amp;rsquo; ich den Schmerz, mir ward für die Mißgunst ein Lächeln,&#10;Stolzer erhebt sich die Brust, muthiger wallt mir das Blut.&#10;Denn von den Göttern ward mir die Gab&amp;rsquo; des Gesanges verliehen,&#10;Dankbar erkenn&amp;rsquo; ich die Gunst, die ja nur Wenigen ward.&#10;Murre nicht mit dem Geschick, wenn drohende Blitze es schleudert,&#10;Duldend ertrag&amp;rsquo; ich sie, sie treffen kein schuldiges Haupt.&#10;Bieten die Menschen mir Trotz, ich will nicht vor ihnen mich beugen,&#10;Stolzer nur schlägt mir das Herz, schreckt mich nicht Wetter noch Sturm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die ächzende Kreatur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-aechzende-kreatur/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-aechzende-kreatur/</guid><description>&lt;p&gt;An einem Tag, wo feucht der Wind,&#10;Wo grau verhängt der Sonnenstrahl,&#10;Saß Gottes hart geprüftes Kind&#10;Betrübt am kleinen Gartensaal.&#10;Ihr war die Brust so matt und enge,&#10;Ihr war das Haupt so dumpf und schwer,&#10;Selbst um den Geist zog das Gedränge&#10;Des Blutes Nebelflore her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gefährte Wind und Vogel nur&#10;In selbstgewählter Einsamkeit,&#10;Ein großer Seufzer die Natur,&#10;Und schier zerflossen Raum und Zeit.&#10;Ihr war, als fühle sie die Flut&#10;Der Ewigkeit vorüberrauschen&#10;Und müsse jeden Tropfen Blut&#10;Und jeden Herzschlag doch belauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die altdeutschen Gemälde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-altdeutschen-gemaelde/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-altdeutschen-gemaelde/</guid><description>&lt;p&gt;An Sulpiz und Melchior Boisserée von Köln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heidelberg, Juli 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir winkt ein alter schöner Saal,&#10;Zwei Brüder haben ihn gebaut,&#10;Da hab′ ich in dem reinsten Strahl&#10;Mein Vaterland geschaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war in jener trüben Zeit&#10;Ein holder stiller Wallfahrtsort,&#10;Wo sich der Väter Herrlichkeit&#10;Verbarg im sichern Port.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Märtyrer und Heil′gen Schaar,&#10;Viel Helden Gottes treu und kühn,&#10;Die zarten Frauen mild und klar,&#10;Die für den Heiland glühn;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Befreiung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-befreiung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-befreiung/</guid><description>&lt;p&gt;Da seine Gnade mir die Binde von den Augen schloß,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Troff Licht wie Regen brennend. Land lag da und blühte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schritt so wie im Tanz. Und was davor mich wie mit Knebeln mühte,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fiel ab und war von mir getan. Mich überfloß&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Gnadenwunder, unaufhörlich quellend – so wie junger Wein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Herbst, wenn sie auf allen goldnen Hügeln keltern,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und rings die Hänge nieder Saft aufspritzt und flammt in den Behältern,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beiden Sängerheere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-saengerheere/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-saengerheere/</guid><description>&lt;p&gt;Einst schlief ich im düstern Ulmenhain&#10;Nicht fern von den Särgen der Barden ein,&#10;Mich sangen die Vögel des Waldes in Ruh,&#10;Es rauschten die Zweige wie Lieder dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als jegliches Aug’ in Schlummer schon brach&#10;Und Kummer allein und Liebe noch wach,&#10;Da rüttelt’s und schüttelt’s an Riegel und Sarg,&#10;Da rüttelt und sprengt es Riegel und Sarg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Woge an Woge im brausenden Meer,&#10;Ersteht aus den Särgen ein Harfnerheer,&#10;Wohl tausend Gestalten im regen Gewühl,&#10;In knöchernen Armen ein Saitenspiel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Berge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-berge/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-berge/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt drei Arten Berge:&#10;Der Erde Berge, Berge&#10;Der Luft und Himmelsberge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Erde heitre Berge&#10;Erheben sich nur wenig,&#10;Gleich Wogen oder Domen,&#10;Auf meilenweiten Ebnen.&#10;Sanft, unbemerkbar heben&#10;Sie sich empor; man sieht es,&#10;Daß ungern sie der Ebne&#10;Und ihren stillen Reizen&#10;Entsagen; auch behalten&#10;Der Ebne klare Quellen,&#10;Der Ebne dichte Büsche,&#10;Die Vögel sie der Ebne,&#10;Ja oft selbst ihre Hütten,&#10;Und prangen im Gewande,&#10;Worein Natur sie hüllet:&#10;In holdem, heiterm Grüne&#10;Erscheinen einzeln oder&#10;In Reih′n sie unsern Blicken,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dichterin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichterin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichterin/</guid><description>&lt;p&gt;Du hältst mich in den Händen ganz und gar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz wie eines kleinen Vogels schlägt&#10;In deiner Faust.Der du dies liest, gib acht;&#10;Denn sieh, du blätterst einen Menschen um.&#10;Doch ist es dir aus Pappe nur gemacht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus Druckpapier und Leim, so bleibt es stumm&#10;Und trifft dich nicht mit seinem großen Blick,&#10;Der aus den schwarzen Zeichen suchend schaut,&#10;Und ist ein Ding und hat ein Dinggeschick.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dryas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dryas/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dryas/</guid><description>&lt;p&gt;O Liebe, wie schnell verrinnest du,&#10;Du flüchtige, schöne Stunde,&#10;Mit einer Wunde beginnest du&#10;Und endest mit einer Wunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Jüngling irrt im Waldesraum,&#10;Umspielt von goldnen Schimmern,&#10;Und späht nach einem schönen Baum,&#10;Sich draus ein Boot zu zimmern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Jungeiche mit dem stolzen Wuchs,&#10;Du bist mir gleich die rechte,&#10;Dich zeichn ich mit dem Beile flugs,&#10;Dann ruf ich meine Knechte.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er führt den Streich. Ein schmerzlich Ach&#10;Macht jählings ihn erbleichen.&#10;&amp;ldquo;Ich sterbe!&amp;rdquo; stöhnts im Stamme schwach,&#10;&amp;ldquo;Die jüngste dieser Eichen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die einsame Amsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsame-amsel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsame-amsel/</guid><description>&lt;p&gt;Droben, hoch auf der Spitze des alten Turmes.&#10;einsame Amsel, singst du ins weite Land&#10;dein Lied hinaus, bis schließlich der Tag vergeht.&#10;Und harmonischer Wohlklang erfüllt dieses Tal.&#10;Frühling glänzt überall&#10;in den Lüften und jubiliert auf den Feldern,&#10;und Rührung ergreift das Herz, wenn man schauend steht.&#10;Du hörst die Schafe blöken, die Rinder muhen.&#10;Die anderen Vögel ziehen vergnügt um die Wette&#10;am blauen, heiteren Himmel tausend Kreise&#10;und feiern ihres Lebens schönste Zeit.&#10;Du bleibst sinnen beiseit und betrachtest das alles.&#10;Du nimmst nicht teil, und du fliegst nicht.&#10;Scherz und Fröhlichkeit abgeneigt, sitzt du und singst du,&#10;und so, in Gedanken, verbringst du&#10;des Jahrs und des eigenen Lebens Blütezeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Einsamen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsamen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsamen/</guid><description>&lt;p&gt;Einsam stand ein grauer Felsen&#10;Mitten in das Meer gesät;&#10;Fast schon wollt’ ich ihn beneiden,&#10;Daß er einsam, fest doch steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsam auf dem grauen Felsen&#10;Grünt’ ein Baum, gar stolz und kühn;&#10;Fast schien mir der Baum zu loben,&#10;Daß er einsam, doch so grün.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsam kreist’ um Baum und Felsen&#10;Eine Lerche leichtbeschwingt;&#10;Fast wollt’ ich sie glücklich preisen,&#10;Daß sie noch so fröhlich singt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber Felsen, Baum und Lerche,&#10;Jetzt beneid’ ich euch nicht sehr!&#10;Denn es warf ein Stoß des Windes&#10;Schnell den einzlen Baum ins Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Entzückung an Laura</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-entzueckung-an-laura/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-entzueckung-an-laura/</guid><description>&lt;p&gt;Laura, über diese Welt zu flüchten&#10;Wähn′ ich - mich in Himmelmaienglanz zu lichten,&#10;Wenn Dein Blick in meine Blicke stimmt;&#10;Ätherlüste träum′ ich einzusaugen,&#10;Wenn mein Bild in Deiner sanften Augen&#10;Himmelblauem Spiegel schwimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leierklang aus Paradieses-Fernen,&#10;Harfenschwung aus angenehmern Sternen&#10;Ras′ ich in mein trunknes Ohr zu ziehn;&#10;Meine Muse fühlt die Schäferstunde,&#10;Wenn von Deinem wolllustheißen Munde&#10;Silbertöne ungern fliehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Amoretten seh′ ich Flügel schwingen,&#10;Hinter Dir die trunknen Fichten springen,&#10;Wie von Orpheus Saitenruf belebt;&#10;Rascher rollen um mich her die Pole,&#10;Wenn im Wirbeltanze Deine Sohle&#10;Flüchtig, wie die Welle, schwebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erblindende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erblindende/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erblindende/</guid><description>&lt;p&gt;Sie saß so wie die anderen beim Tee.&#10;Mir war zuerst, als ob sie ihre Tasse&#10;ein wenig anders als die andern fasse.&#10;Sie lächelte einmal. Es tat fast weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als man schließlich sich erhob und sprach&#10;und langsam und wie es der Zufall brachte&#10;durch viele Zimmer ging (man sprach und lachte),&#10;da sah ich sie. Sie ging den andern nach,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;verhalten, so wie eine, welche gleich&#10;wird singen müssen und vor vielen Leuten;&#10;auf ihren hellen Augen die sich freuten&#10;war Licht von außen wie auf einem Teich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Eule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eule/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eule/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß, o Eule, weshalb&#10;Die Menschen dich so hassen.&#10;Sie nennen dich die Feindin&#10;Des Tagelichts, der Sonne.&#10;Ich hörte nie dich singen;&#10;Vielleicht ist dein Gesang nicht&#10;So lieblich wie die Stimme&#10;Von hundert andern Vögeln;&#10;Doch glaub′ ich, daß die Menschen&#10;Aus Haß Geheul ihn nennen.&#10;Sie sind dir gram, weil du dir&#10;Die Einsamkeit erwähltest,&#10;Und noch viel mehr die Nächte&#10;Mit ihrem Mond′ und ihrem&#10;Zahllosen Sternenheere&#10;Du liebest als die Sonne,&#10;Die dich mit ihren Strahlen&#10;Verblendet. Doch ich denke&#10;Nicht schlecht von dir deswegen.&#10;Auch ich zieh′ dem Geräusche&#10;Die Einsamkeit, und Mondschein&#10;Und Sternenglanz der Sonne&#10;Oft vor. Sie haben eine&#10;Zum Herzen geh′nde Sprache,&#10;Die dem lärmvollen Tag fehlt.&#10;Du wohnest in den Trümmern&#10;Zerfallener Gebäude.&#10;Bist du nicht, liebe Eule,&#10;Vielleicht der Burggeist, welcher&#10;Gern an den Stellen weilet,&#10;Die lebend er bewohnte,&#10;Wo er so manche Freude,&#10;Und manches Leiden fühlte,&#10;Die beide ihm die Trümmer&#10;Des frühern Aufenthaltes&#10;Noch theuer machen? alle&#10;Erinnerungen früh′rer&#10;Bewegungsvoller Tage&#10;Umstehen dich. Ja, Eule,&#10;So wird es sein: denn etwas&#10;Ganz Eigenes, ja etwas&#10;Geheimnißvolles lieget&#10;In deinem gar zu hellen&#10;Und gar zu scharfen Blicke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Faulheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-faulheit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-faulheit/</guid><description>&lt;p&gt;Fleiß und Arbeit lob′ ich nicht.&#10;Fleiß und Arbeit lob′ ein Bauer.&#10;Ja, der Bauer selber spricht,&#10;Fleiß und Arbeit wird ihm sauer.&#10;Faul zu sein, sei meine Pflicht;&#10;Diese Pflicht ermüdet nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bruder, laß das Buch voll Staub.&#10;Willst du länger mit ihm wachen?&#10;Morgen bist du selber Staub!&#10;Laß uns faul in allen Sachen,&#10;Nur nicht faul zu Lieb′ und Wein,&#10;Nur nicht faul zur Faulheit sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die freieste Monarchie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freieste-monarchie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freieste-monarchie/</guid><description>&lt;p&gt;Sagen Sie, mein grundgelehrter&#10;Herr Professor, wissen Sie:&#10;Welche, auf der ganzen Erde&#10;Ist die frei&amp;rsquo;ste Monarchie?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;China ist&amp;rsquo;s! Daß Sie&amp;rsquo;s nicht wußten!&#10;Und es liegt wahrhaftig nah&amp;rsquo;!&#10;Der Beschränkteste von allen&#10;Menschen ist der Kaiser da.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Frühlingsfähren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fruehlingsfaehren/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fruehlingsfaehren/</guid><description>&lt;p&gt;Die Mühle zielt mit ihrem Flügel&#10;Nach einem fernen Haselbusch,&#10;Der Maulwurf gräbt und wirft den Hügel,&#10;Als baue er den Hindukusch.&#10;Und aller Bauern Güter gären,&#10;Und alle Gärten kochen Seim,&#10;Und rings gehn unsichtbare Fähren&#10;In süßen Kurven nach Nirgendheim.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Walde springt es wie von Riegeln,&#10;Da quillt das rote Harz vom Kien&#10;Und hockt in Buckeln, Blasen, Spiegeln&#10;An Stämmen, die gen Himmel ziehn.&#10;Im Walde haust ein wildes Schwären,&#10;Das rauscht bei Nacht wie offner Most,&#10;Jetzt fahren unsichtbare Fähren:&#10;Steig ein nach Süd! Komm mit nach Ost!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Füße im Feuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fuesse-im-feuer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fuesse-im-feuer/</guid><description>&lt;p&gt;Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm. Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß,&#10;Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust&#10;Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest.&#10;Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell&#10;Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- &amp;ldquo;Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt&#10;Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!&amp;rdquo;&#10;- &amp;ldquo;Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmert&amp;rsquo;s mich?&#10;Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!&amp;rdquo;&#10;Der Reiter tritt in einen dunkeln Ahnensaal,&#10;Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt,&#10;Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht&#10;Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib,&#10;Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild&amp;hellip;&#10;Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd&#10;Und starrt in den lebend&amp;rsquo;gen Brand. Er brütet, gafft&amp;hellip;&#10;Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal&amp;hellip;&#10;Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gärten meiner Lieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gaerten-meiner-lieder/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gaerten-meiner-lieder/</guid><description>&lt;p&gt;Die Gärten meiner Lieder stehn in Blüte.&#10;Kommt, Gärtnerinnen, tanzt den weißen Reigen&#10;Noch braucht ihr nicht die breitkrempigen Hüte&#10;vor Sonnenschein tief in die Stirn zu neigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeigt eure Augen frei, wie eure Füße,&#10;den Funken Licht im Dunkel der Pupille.&#10;Ihr liebt noch nicht. Ihr kennt noch nicht die süße&#10;Herzleidenschaft. Ihr lebt noch in der Stille.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gärten meiner Lieder stehn in Düften,&#10;und schneller atmen auch die Tänzerinnen.&#10;Sie rühren scheu an ihre schmalen Hüften,&#10;und mehr genießen sie mit allen Sinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die gefiederten Sängerfürsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gefiederten-saengerfuersten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gefiederten-saengerfuersten/</guid><description>&lt;p&gt;Die gefiederten Sängerfürsten des europäischen Festlandes&#10;Können nicht nobel genug gepriesen werden&#10;Dass ihnen (einmal doch)&#10;Der Nobelpreis&#10;In Gestalt von hunderttausend Säcken ff. Vogelfutter&#10;Zufalle&#10;Gold(körner)regen&#10;Tropfend&#10;Bespickt.&#10;Die Namen&#10;Der Ewigen&#10;Der silbernen Dichter&#10;(Mondstreif in der Polarnacht klingend)&#10;Lauten&#10;Läuten&#10;(Ruhglocken am Ranft der Raserei):&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Johann Wolfgang Heidelerche,&#10;Friedrich Singdrossel,&#10;Gotthold Ephraim Weidenlaubsänger.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geister am Mummelsee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geister-am-mummelsee/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geister-am-mummelsee/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Berge was kommt dort um Mitternacht spät&#10;Mit Fackeln so prächtig herunter?&#10;Ob das wohl zum Tanze, zum Feste noch geht?&#10;Mir klingen die Lieder so munter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O nein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sage, was mag es wohl sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das, was du da siehest, ist Totengeleit,&#10;Und was du da hörest, sind Klagen.&#10;Dem König, dem Zauberer, gilt es zu Leid,&#10;Sie bringen ihn wieder getragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O weh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sind es die Geister vom See.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geschenke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschenke/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschenke/</guid><description>&lt;p&gt;Um in der Ferne meiner zu gedenken,&#10;Bedarfst Du wohl der äussern Zeichen nicht.&#10;In Deiner Brust unsterblich mich zu denken,&#10;Macht mir Dein Schwur zur ewig heil′gen Pflicht,&#10;Und doch darfst Du die Gaben nicht verschmähen,&#10;Womit ich wünsche Dich geschmückt zu sehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So nimm den Ring von meinem Haar umgeben&#10;Und lass ihn nie von Deiner theuern Hand;&#10;Er sei Dein Talisman im wilden Leben,&#10;Und der Erinnrung goldnes Unterpfand;&#10;Und auch noch dann wenn jede Hoffnung schwindet,&#10;Sei er der Kreis, der magisch uns verbindet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geschichte vom Daumenlutscher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-daumenlutscher/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-daumenlutscher/</guid><description>&lt;p&gt;»Konrad!« sprach die Frau Mamma,&#10;»ich geh aus und du bleibst da.&#10;Sei hübsch ordentlich und fromm.&#10;bis nach Hause ich wieder komm.&#10;Und vor allem, Konrad, hör!&#10;lutsche nicht am Daumen mehr;&#10;denn der Schneider mit der Scher&#10;kommt sonst ganz geschwind daher,&#10;und die Daumen schneidet er&#10;ab, als ob Papier es wär.«&#10;Fort geht nun die Mutter und&#10;wupp! den Daumen in den Mund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bauz! Da geht die Türe auf,&#10;und herein in schnellem Lauf&#10;springt der Schneider in die Stub&#10;zu dem Daumen-Lutscher-Bub.&#10;Weh! Jetzt geht es klipp und klapp&#10;mit der Scher’ die Daumen ab,&#10;mit der großen scharfen Scher’!&#10;Hei! Da schreit der Konrad sehr.&#10;Als die Mutter kommt nach Haus,&#10;sieht der Konrad traurig aus.&#10;Ohne Daumen steht er dort,&#10;die sind alle beide fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geständnisse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gestaendnisse/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gestaendnisse/</guid><description>&lt;p&gt;ER:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur dieses kannt ich über mir: Gebot&#10;Der Sterne hehr und klar, und aus der Ferne&#10;Der Väter Stimmen, strenger als die Sterne,&#10;Drei: Dienen, Tragen, Stehn, die drei sind not.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da spannte sichs in mir und hielt dem Stand:&#10;Jung setzt ich über mich ein strenges Tun&#10;Und war mein Herr und ließ mein Herz ausruhn&#10;Auf Gott, und auf dem Degen meine Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun kam dies, das mich aus mir selber hetzt,&#10;Wild durch mich hinreißt, mich in Staub zu schmiegen,&#10;Mich jauchzend zu entmannen sich ergetzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gewohnheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewohnheit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewohnheit/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein Morgentraum, der schwer&#10;Auf deinem Herzen liegt;&#10;Ich bin ein Kuß, der liebeleer&#10;An deinem Mund sich schmiegt.&#10;Ich bin die Stimme deiner Zeit,&#10;Und wie du dich empörst:&#10;Ich bin&amp;rsquo;s, auf die in Lust und Leid&#10;Du stets als erste hörst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lenke dich mit leiser Hand.&#10;Du ahnst nicht, wer ich bin.&#10;Ich bin dir, die du nie gekannt,&#10;Treuste Begleiterin:&#10;Du kennst die Wahrheit, doch du lügst&#10;Und dein ist meine Schuld;&#10;Du liebst die Freiheit und du fügst&#10;Dich feig - ich sprach: Geduld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Glocke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glocke/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glocke/</guid><description>&lt;p&gt;Die Glocke dröhnt und stöhnt die Stunden in die Welt.&#10;O, wer sie dieses Zwangs entbände!&#10;Sie ist bis an ihr Ende&#10;Bestellt,&#10;Daß klingend sie ihr Herz ins Nichts verschwende.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Götter Griechenlands</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-goetter-griechenlands/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-goetter-griechenlands/</guid><description>&lt;p&gt;Da ihr noch die schöne Welt regiertet,&#10;An der Freude leichtem Gängelband&#10;Glücklichere Menschalter führtet,&#10;Schöne Wesen aus dem Fabelland!&#10;Ach! da euer Wonnedienst noch glänzte,&#10;Wie ganz anders, anders war es da!&#10;Da man deine Tempel noch bekränzte,&#10;Venus Amathusia!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da der Dichtkunst malerische Hülle&#10;Sich noch lieblich um die Wahrheit wand! &#10;Durch die Schöpfung floß da Lebensfülle,&#10;Und, was nie empfinden wird, empfand.&#10;An der Liebe Busen sie zu drücken,&#10;Gab man höhern Adel der Natur.&#10;Alles wies den eingeweihten Blicken,&#10;Alles eines Gottes Spur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Größe der Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-groesse-der-welt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-groesse-der-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Die der schaffende Geist einst aus dem Chaos schlug,&#10;Durch die schwebende Welt flieg ich des Windes Flug,&#10;Bis am Strande&#10;Ihrer Wogen ich lande,&#10;Anker werf, wo kein Hauch mehr weht&#10;Und der Markstein der Schöpfung steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sterne sah ich bereits jugendlich auferstehn,&#10;Tausendjährigen Gangs durchs Firmament zu gehn,&#10;Sah sie spielen&#10;Nach den lockenden Zielen,&#10;Irrend suchte mein Blick umher,&#10;Sah die Räume schon - sternenleer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Anzufeuren den Flug weiter zum Reich des Nichts,&#10;Steur ich mutiger f ort, nehme den Flug des Lichts,&#10;Neblicht trüber&#10;Himmel an mir vorüber,&#10;Weltsysteme, Fluten im Bach,&#10;Strudeln dem Sonnenwanderer nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Grotte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grotte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grotte/</guid><description>&lt;p&gt;Mit schaueriger Wonne&#10;Befahr′ im leichten Kahne&#10;Ich die helldunkle Grotte&#10;Unabsehbarer Tiefe,&#10;Die die Natur euch, Helden&#10;Der grauen Vorzeit, prachtvoll&#10;Hier aufgebaut aus zahllos,&#10;Statt Mauern, aneinander&#10;Gedrängten Säulenreihen,&#10;Um ungestört im Kreise&#10;Der Freunde auszuruhen&#10;Vom wilden Sturm der Schlachten.&#10;Nach tausend Jahren steten&#10;Bestrebens, dich, o Grotte,&#10;Entweder unversehret&#10;Im Schooße seiner Wogen&#10;Auf einmal zu begraben;&#10;Oder, allmählig deine&#10;Zahllose Säulenmenge&#10;Zertrümmernd, endlich einmal&#10;Vom Antlitz dieser Insel&#10;Dich spurlos zu verwischen,&#10;Was hat das Meer gewonnen&#10;Mit allem seinem Wüthen?&#10;Nichts, als daß es die Säulen,&#10;Die deinen Eingang zierten,&#10;Mit Müh′ und nur zur Hälfte&#10;Zerbrach, und dieser Grotte&#10;Einst glänzend Estrich etwa&#10;Zwei Fuß hoch jetzt bedecket&#10;Beim höchsten Stand der Wogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heide-Touristen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heide-touristen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heide-touristen/</guid><description>&lt;p&gt;Sie liegen wie gemäht in Heidekraut.&#10;In ihren Köpfen stecken kurze Pfeifen.&#10;Rauch quillt. Verweht. – Ein harter Mittag blaut.&#10;Licht glüht herab in breiten Strahlenstreifen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einer sitzt wach mit vorgestrecktem Haupt.&#10;In seinem Schoß blinkt eine Mandoline.&#10;Sein Blick stößt vor, daß er der Landschaft raubt&#10;ein braunes Lied, das seiner Sehnsucht diene.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um ihn die Schläfer träumen in der Stadt.&#10;Der Traum warf sie zurück in ihre Zinnen,&#10;ins Trübe, das sie sonst umdüstert hat.&#10;Die helle Heide sank von ihren Sinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hochzeitsnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hochzeitsnacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hochzeitsnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Nachts durch die stille Runde&#10;Rauschte des Rheines Lauf,&#10;Ein Schifflein zog im Grunde,&#10;Ein Ritter stand darauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blicke irre schweifen&#10;Von seines Schiffes Rand,&#10;Ein blutigroter Streifen&#10;Sich um das Haupt ihm wand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der sprach: »Da oben stehet&#10;Ein Schlößlein überm Rhein,&#10;Die an dem Fenster stehet:&#10;Das ist die Liebste mein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat mir Treu versprochen,&#10;Bis ich gekommen sei,&#10;Sie hat die Treu gebrochen,&#10;Und alles ist vorbei.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Homeriden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-homeriden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-homeriden/</guid><description>&lt;p&gt;Wer von euch ist der Sänger der Ilias? Weil′s ihm so gut schmeckt,&#10;Ist hier von Heynen ein Pack Göttinger Würste für ihn -&#10;Mir her! Ich sang der Könige Zwist!&amp;quot; - &amp;ldquo;Ich die Schlacht bei den Schiffen!&amp;rdquo; -&#10;Mir die Würste! Ich sang was auf dem Ida geschah!&amp;quot; -&#10;Friede! Zerreißt mich nur nicht! Die Würste werden nicht reichen.&#10;Der sie schickte, er hat sich auf Einen versehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kirchweih zu Unkel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kirchweih-zu-unkel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kirchweih-zu-unkel/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;Die Wallfahrt.&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Morgen glänzt so mild und klar,&#10;Die Sonn&amp;rsquo; auf flammenden Altar&#10;Hat weithin Opfergluth entzündet,&#10;Es rauscht und klingt der kühle Rhein,&#10;Er singt mit lauter Stimme drein,&#10;Die sel&amp;rsquo;ge Sabbathfeier kündet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ist so wunderbar sein Klang,&#10;Wie ist so rührend sein Gesang,&#10;Den keine Erdensprache singet,&#10;Und den, so weit die Sonne geht,&#10;Doch jedes Menschenherz versteht,&#10;Und der Jahrtausende schon klinget.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er singt nur alte Melodien,&#10;Die Berg&amp;rsquo; umher begleiten ihn,&#10;Die Höh&amp;rsquo;n, vom Rebenlaub geschmückt;&#10;Die grünen Wälder jauchzen Preis,&#10;Vom Felsenkulm zum kleinsten Reis&#10;Stimmt Alles in sein Lied, entzücket.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die kleine Fliege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-fliege/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-fliege/</guid><description>&lt;p&gt;Neulich sah ich, mit Ergetzen,&#10;Eine kleine Fliege sich,&#10;Auf ein Erlen-Blättchen setzen,&#10;Deren Form verwunderlich&#10;Von den Fingern der Natur,&#10;So an Farb′, als an Figur,&#10;Und an bunten Glantz gebildet.&#10;Es war ihr klein Köpfgen grün,&#10;Und ihr Körperchen vergüldet,&#10;Ihrer klaren Flügel Paar,&#10;Wenn die Sonne sie beschien,&#10;Färbt ein Roth fast wie Rubin,&#10;Das, indem es wandelbar,&#10;Auch zuweilen bläulich war.&#10;Liebster Gott! wie kann doch hier&#10;Sich so mancher Farben Zier&#10;Auf so kleinem Platz vereinen,&#10;Und mit solchem Glantz vermählen,&#10;Daß sie wie Metallen scheinen!&#10;Rief ich, mit vergnügter Seelen.&#10;Wie so künstlich! fiel mir ein,&#10;Müssen hier die kleinen Theile&#10;In einander eingeschrenckt,&#10;durch einander hergelenckt&#10;Wunderbar verbunden seyn!&#10;Zu dem Endzweck, daß der Schein&#10;Unsrer Sonnen und ihr Licht,&#10;Das so wunderbarlich-schön,&#10;Und von uns sonst nicht zu sehn,&#10;Unserm forschenden Gesicht&#10;Sichtbar werd, und unser Sinn,&#10;Von derselben Pracht gerühret,&#10;Durch den Glantz zuletzt dahin&#10;Aufgezogen und geführet,&#10;Woraus selbst der Sonnen Pracht&#10;Erst entsprungen, der die Welt,&#10;Wie erschaffen, so erhält,&#10;Und so herrlich zubereitet.&#10;Hast du also, kleine Fliege,&#10;Da ich mir an die vergnüge,&#10;selbst zur Gottheit mich geleitet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Klosterjungfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-klosterjungfrau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-klosterjungfrau/</guid><description>&lt;p&gt;Nur wenig rasche, schnell gewagte Schritte,&#10;Und knarrend öffnet sich die Pforte hier;&#10;Es ist geschehn - in seine düstre Mitte&#10;Fasst mich der Vorhof, wehe, wehe mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom frohen Leben ewig, ach, geschieden,&#10;Umfängt der Jugend schauerliches Grab&#10;Mich grausend nun, und Freude, Glück und Frieden&#10;Sinkt abgestorben und verblüht hinab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schlösser rasseln - dieses Himmels Bläue&#10;Von düstern Linden schwermuthsvoll beschränkt,&#10;Erregt der Hoffnung Hochgefühl aufs neue&#10;Das sich so gern in bange Busen senkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kraniche des Ibykus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kraniche-des-ibykus/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kraniche-des-ibykus/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Kampf der Wagen und Gesänge,&#10;der auf Korinthus&amp;rsquo; Landesenge&#10;der Griechen Stämme froh vereint,&#10;zog Ibykus, der Götterfreund.&#10;Ihm schenkte des Gesanges Gabe,&#10;der Lieder süßen Mund Apoll,&#10;so wandert&amp;rsquo; er, an leichtem Stabe,&#10;aus Rhegium, des Gottes voll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon winkt auf hohem Bergesrücken&#10;Akrokorinth des Wandrers Blicken,&#10;und in Poseidons Fichtenhain&#10;tritt er mit frommem Schauder ein.&#10;Nichts regt sich um ihn her, nur Schwärme&#10;von Kranichen begleiten ihn,&#10;die fernhin nach des Südens Wärme&#10;in graulichtem Geschwader ziehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Landplagen, ein Gedicht in Sechs Büchern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-landplagen-ein-gedicht-in-sechs-buechern/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-landplagen-ein-gedicht-in-sechs-buechern/</guid><description>&lt;p&gt;Ode an Ihro Majestät Catharina die Zweite, Kaiserin von Rußland&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Du weis&amp;rsquo; und gerecht stets in demselben Glanz&#10;Herrschst, Anbethung verschmähst, anbethungswürdig sein&#10;Ohne Lorbeer voll Bluts, thörichte Helden lehrst,&#10;Hin, hinauf zu Dir fleugt mein Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Furchtsam weihet es Dir dieses betränte Bild&#10;Durch der Mitternacht Graun schlängelnder Blizze, Bluts,&#10;Das durch Blumen und Gras rinnt, wie die Quelle rinnt,&#10;Und des Sterbtages der Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit des Frühlinges Pracht, mit seinem ersten Schmuk&#10;Kränzt&amp;rsquo; ihr glükliches Haupt, schmükte die stolze Brust&#10;Meine Muse, wenn Dir, wenn auf diß Bild, wenn Dir&#10;Eine göttliche Trän&amp;rsquo; entfiel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Leiche zu Sankt Just</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-leiche-zu-sankt-just/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-leiche-zu-sankt-just/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Sankt Justi Klosterhallen&#10;Tönt ein träges Todtenlied,&#10;Glocken summen von den Thürmen&#10;Für den Mönch, der heut verschied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht den Todten! Wie von welkem Blute&#10;Schlingt ein rother Reif sich um sein Haupt;&#10;Ob einst drauf zur Buß’ ein Dornkranz ruhte?&#10;Nein, die Krone lag auf diesem Haupt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kapuze zieht ein Mönch ihm&#10;Tief jetzt übers Auge zu,&#10;Daß die böse Spur der Krone&#10;Drin verhüllt, verborgen ruh’.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lerche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lerche/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lerche/</guid><description>&lt;p&gt;Was siehst du, liebe Lerche,&#10;Wann in der Morgendämmrung,&#10;Wann bei der Abendröthe&#10;Du dich in steten Kreisen&#10;Hoch in die Luft erhebest,&#10;Daß du mit solcher Wonne,&#10;Mit solcher Anmuth singest?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sehe, wie im Osten&#10;Des Tages rasche Töchter&#10;Mit Flügeln an den Schultern,&#10;Mit Flügeln an den Fersen,&#10;Der glanzumfloßnen Ahnin&#10;Gluthschnaubende vier Rosse&#10;An ihren Wagen spannen,&#10;Das Himmelsthor ihm öffnen,&#10;Und, fröhlich ihn umtanzend,&#10;Ihn auf dem stufenweise&#10;Aufsteigenden, dann eben&#10;Hinlaufenden, und endlich&#10;Allmählig gegen Westen&#10;Sich senkenden Geleise&#10;Der Himmelsbahn begleiten.&#10;Es ist der Weg von einem&#10;Zum andern Horizonte,&#10;Das Himmelsblau durchschneidend,&#10;Mit breiten goldnen Kieseln&#10;Gepflastert, die bei jedem&#10;Hufschlage Funken sprühen.&#10;Kaum aber ist die Sonne&#10;Im Westen angelanget,&#10;So harrt ein schönes Fahrzeug&#10;Mit Purpursegeln ihrer.&#10;Sie und die stillen Töchter&#10;Der ernsten Nacht, gehüllet&#10;In dunkle weiche Schleier,&#10;Besteigen alle schweigend&#10;Das Wunderschiff, das, ohne&#10;Pilot, auf dem die Erde&#10;Umkreisenden Gewässer&#10;Des Oceans hingleitend,&#10;Die eingeschlafne Sonne&#10;Zum Sonnenteiche bringet;&#10;Dem sie, wie neugeboren,&#10;Am Morgen dann entsteiget,&#10;Indeß die stillen Töchter&#10;Der Nacht im Schiff zurücke&#10;Zum Abendthore kehren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Löwin und die Füchsin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-loewin-und-die-fuechsin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-loewin-und-die-fuechsin/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Füchsin, die auf ihre Fruchtbarkeit stolz war, schalt eine Löwin, daß sie nur ein einziges Junges zur Welt brächte. Die Löwin antwortete ihr darauf: &amp;ldquo;Fürwahr, ich bringe nur eines zur Welt, aber dieses einzige ist ein Löwe.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Luft ist voll von deinem Duft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-luft-ist-voll-von-deinem-duft/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-luft-ist-voll-von-deinem-duft/</guid><description>&lt;p&gt;Die Luft ist voll von deinem Duft,&#10;O süßer Leib du von Jasmin!&#10;Die Uhr schlägt drei. Am Horizont&#10;Die ersten rosa Wolken ziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ersten rosa Wolken ziehn&#10;Am Horizont. Die Uhr schlägt drei.&#10;O süßer Leib du von Jasmin,&#10;Die Luft ist voll von deinem Duft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Martinswand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-martinswand/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-martinswand/</guid><description>&lt;p&gt;Willkommen, Tyrolerherzen, die ihr so bieder schlagt,&#10;Willkommen Tyrolergletscher, die ihr den Himmel tragt,&#10;Ihr Wohnungen der Treue, ihr Thäler voller Duft,&#10;Willkommen Quellen und Triften, Freiheit und Bergesluft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer ist der kecke Schütze im grünen Jagdgewand,&#10;Den Gemsbart auf dem Hütlein, die Armbrust in der Hand,&#10;Deß Aug’ so flammend glühet wie hoher Königsblick,&#10;Deß Herz so still sich freuet an kühnem Jägerglück?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Max von Habsburg auf lustiger Gemsenjagd.&#10;Seht ihn auf Felsen schweben, wo’s kaum die Gemse wagt!&#10;Der schwingt sich auf und klettert in pfeilbeschwingtem Lauf!&#10;Hei, wie das geht so lustig durch Kluft und Wand hinauf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Muse vor Gericht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-muse-vor-gericht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-muse-vor-gericht/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, Muse meines Liedes, komm ins wilde&#10;Steinklippenthal der Urwaldsnacht mit mir!&#10;Vor jener Eichen alter Richtergilde&#10;Dort spräch’ ich gern ein ernstes Wort mit dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht gnügt’s, daß dir der Markt, der leichtentzückte,&#10;Des Lobs Almosen zuwarf manchesmal,&#10;Manch allzumilder Freund die Hand dir drückte,&#10;Und Beifallswort sich seinem Mund entstahl!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Mensch beschritt den Waldpfad, den wir wählen;&#10;Horch, von den Zweigen träuft der Vögel Sang&#10;Wie Frühthau auf die Blumen unsrer Seelen!&#10;Ach, er verstummt bei unsrer Schritte Klang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Narzisse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-narzisse/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-narzisse/</guid><description>&lt;p&gt;Narzisse war die Tochter&#10;Endymions, des schönen,&#10;Des einzigen von Menschen&#10;Und Göttern, der Dianen&#10;Zu sanfteren Gefühlen,&#10;Und sanfteren Geschäften&#10;Bewog, als die Gehölze&#10;Arkadiens mit Bogen&#10;Und Pfeil, von früher Dämmrung&#10;Bis nach der Abendröthe,&#10;Mit Mordlust zu durchstreifen.&#10;Der Mutter Sinn und Schönheit&#10;War auch Narzissen eigen.&#10;Sie kannte kein Vergnügen,&#10;Als von dem Silberbogen&#10;Des Ziels gewisse Pfeile&#10;Bis an den Saum der Wolken&#10;Dem Habicht nachzusenden,&#10;Der ihrer Lieblingsvögel&#10;Noch nackte Brut verschlungen;&#10;Im windeschnellen Laufe&#10;Den Hafen zu ereilen;&#10;Mit rächerischem Speere&#10;Den Fuchs kühn zu erlegen;&#10;Trotz Warnungen stets wünschend&#10;Auf ihren Streifereien&#10;Auf einen Wolf zu stoßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Natur und der Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-natur-und-der-mensch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-natur-und-der-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Es senkt das ganze Blumenheer&#10;Im Herbst sich in die Erde nieder,&#10;Doch bei des Lenzes Wiederkehr&#10;Erscheint viel herrlicher es wieder,&#10;Es senket sich die Sonn&amp;rsquo; in&amp;rsquo;s Meer,&#10;Stets wecken sie der Lerche Lieder;&#10;Doch keiner, sinken wir in&amp;rsquo;s Grab,&#10;Nimmt uns des Todes Ketten ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Neigungen des Herzens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-neigungen-des-herzens/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-neigungen-des-herzens/</guid><description>&lt;p&gt;Die Neigungen des Herzens sind geteilt wie die Äste einer Zeder.&#10;Verliert der Baum einen starken Ast, so wird er leiden, aber er stirbt nicht.&#10;Er wird all seine Lebenskraft in den nächsten Ast fließen lassen,&#10;auf dass dieser wachse und die Lücke ausfülle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nymphe des Mains und der Wanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nymphe-des-mains-und-der-wanderer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nymphe-des-mains-und-der-wanderer/</guid><description>&lt;p&gt;Der Wanderer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schöne Nymphe des Mains mit den langen wallenden Locken&#10;Sag′, o Liebliche, wem eilet entgegen dein Fuß?&#10;Sage, wem schmücktest du dich mit dem Blüthen duftenden Kranze,&#10;Und wem füllte dies Horn sich mit winkender Frucht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nymphe&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meinem Geliebten entgegen, des Gotthards mächtigem Sohne,&#10;Wall′ ich, bräutlich geschmückt, bringend der Ebene Frucht.&#10;Liebend führet er mich in Bacchus purpurne Lauben,&#10;Tränkt mit der Fülle mich dort herzerquickenden Weins.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die permessische Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-permessische-nachtigall/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-permessische-nachtigall/</guid><description>&lt;p&gt;Du willst, o sanfter Jüngling,&#10;Dem Grame Preis dich geben,&#10;Weil Hoffnungen dich täuschten,&#10;Weil Freuden dich verließen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Befrage du die Sonne,&#10;Die ewigjunge, ob sie&#10;Je auf der weiten Erde&#10;Was Dauerndes beschienen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Götterarmen thürmte&#10;Ein Riesenvolk der Vorzeit,&#10;Als Denkmal seiner Stärke,&#10;Dies ungeheure Werk auf;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In angestaunten Trümmern&#10;Die Erd′ itzt weithin deckend,&#10;Mit Busch und Baum durchwachsen,&#10;Zeugt′s von der Menschen Ohnmacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehst du die Rieseneiche&#10;Hier unter uns, wie eine&#10;Gestürzte Himmelssäule,&#10;Neun Morgen Landes decken?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Preußen an der kaiserlichen Grenze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-preussen-an-der-kaiserlichen-grenze/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-preussen-an-der-kaiserlichen-grenze/</guid><description>&lt;p&gt;August 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir grüßen dich mit Waffentänzen,&#10;Wir neigen uns an deinen Grenzen,&#10;Du klangreich Böhmenland!&#10;O Heer im Schmuck der grünen Reiser,&#10;Wir rufen Sieg und Heil dem Kaiser,&#10;Der deinen Sinn erkannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleichwie im stolzen Brautvereine&#10;Der Main vergeht am starken Rheine,&#10;Und hüpft, und braust vor Lust:&#10;So soll ins Volk ein Volk nun fließen,&#10;Das Heer ans Brüderheer sich schließen&#10;Vor Wonne springt die Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Geister Zorn versank in Aschen,&#10;Des Rächers Hand hat abgewaschen,&#10;Was wider′s Recht geschehn.&#10;Nicht mehr nun trennt uns Süd und Norden,&#10;Ein Lied, Ein Herz, Ein Gott, Ein Orden,&#10;Ein Deutschland hoch und schön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Quelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-quelle/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-quelle/</guid><description>&lt;p&gt;Gebirgen, deren Scheitel&#10;Stolz in die Wolken raget,&#10;Entsprudelnd, und von Felsen&#10;Auf Felsen niederstürzend&#10;In′s Bergthal; oder schüchtern&#10;Der Erde stillem Schooße&#10;Entsteigend, und geräuschlos&#10;Und unbemerkt durch Kieseln&#10;Euch mühesam hinwindend,&#10;Um unweit eurer Wiege&#10;Im durst′gen Sande, oder&#10;In eines Sees Gesümpfe&#10;Schnell wieder zu verschwinden,&#10;O Quellen, meine Wonne!&#10;Oft neidenswerther seid ihr&#10;Als manche große Ströme.&#10;Es prägte jene Quelle&#10;Der Oasis, die warm ist&#10;Bei Nacht und kalt am Tage&#10;Trotz Sonne und der Wüste&#10;Gluthheißem Sande, welcher&#10;Sie rings umgibt, noch tiefer&#10;Sich mir in das Gedächtniß&#10;Als alle staunenswerthen&#10;Erscheinungen des Niles.&#10;Und welcher Strom vermag sich&#10;An Ruhm mit dir zu messen,&#10;Vauklusens von Petrarka&#10;Besungne, von Petrarka&#10;Verewigete Quelle?&#10;Es werden tausend Jahre&#10;Und wieder tausend Jahre&#10;Verfließen, und dein Name&#10;Wird immer im Gedächtniß&#10;Der Sterblichen noch leben.&#10;Unsterblich ist, was, Dichtkunst,&#10;Dein Zauberodem einmal,&#10;Wenn auch nur leis′, berühret!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rose im November</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rose-im-november/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rose-im-november/</guid><description>&lt;p&gt;Herbstlich rauh verödet sind die Fluren,&#10;Und verschwunden ist des Sommers Glanz;&#10;Dennoch reich′ ich eine seiner Spuren&#10;Glühend Dir zum jugendlichen Kranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Diese Rose, die sich spät erschlossen,&#10;Dufte Lenzgefühl Dir in die Brust. -&#10;Ach sie hat die Sonne nicht genossen,&#10;Nicht der milderen Entwicklung Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feuchte Lüfte haben sie erzogen,&#10;Dennoch trotzte sie mit innrer Kraft,&#10;Still und schweigend kalten Nebelwogen,&#10;Und des Sturmes wilder Leidenschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir, der tiefe Innigkeit und Güte&#10;Mitgefühl für stumme Schmerzen reicht,&#10;Sage ihre bald verwelkte Blüthe&#10;Welchem Loos ihr trübes Schicksal gleicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rosenknospen an ihre Königin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosenknospen-an-ihre-koenigin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosenknospen-an-ihre-koenigin/</guid><description>&lt;p&gt;Am 16. Jänner 1808.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Stürme durchwüthen&#10;Im Winter den Baum;&#10;Doch schlummern wir Blüten&#10;Im seligen Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Blättern umgeben,&#10;Von Göttern bewacht,&#10;Gedeiht unser Leben&#10;In Winter und Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollst Göttin uns pflegen&#10;Mit sonnigem Blick&#10;Und spenden uns Segen&#10;Als unser Geschick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald naht, uns entfaltend&#10;Der Lenz, unser Freund,&#10;Ein Leben gestaltend,&#10;Das selten erscheint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Wesen, gesendet&#10;Von himmlischer Au,&#10;Dein Vaterland spendet&#10;Dir Sonne, dir Thau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die rote Lilie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rote-lilie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rote-lilie/</guid><description>&lt;p&gt;Die glühendrote, welke Nelke&#10;Sprach zu sich selber: &amp;ldquo;wenn ich welke,&#10;Dann welke ich mich selber tot,&#10;Dann bin ich nicht mehr glühendrot.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oh Mensch, der du dies je gelesen,&#10;Wenn du einmal nicht mehr gewesen,&#10;Dann wirst du nie und nimmermehr,&#10;Und wünschtest du es noch so sehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schildkrökröte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schildkroekroete/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schildkroekroete/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin nun tausend Jahre alt&#10;und werde täglich älter;&#10;der Gotenkönig Theobald&#10;erzog mich im Behälter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seitdem ist mancherlei geschehn,&#10;doch weiß ich nichts davon;&#10;zur Zeit, da läßt für Geld mich sehn&#10;ein Kaufmann zu Heilbronn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kenne nicht des Todes Bild&#10;und nicht des Sterbens Nöte:&#10;Ich bin die Schild - ich bin die Schild -&#10;ich bin die Schild - krö - kröte.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schlange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlange/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlange/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich das Tollkraut dir vom Munde pflücke,&#10;Das mir den Sinn verwirrt, und so umgraut&#10;Von Nacht und Glück, mich treffen deine Blicke,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frag&amp;rsquo; ich mich oft: Wo hab ich doch geschaut&#10;Ein Auge, so wie dies, nicht zu ergründen?&#10;Ein Auge war&amp;rsquo;s, das nie ein Gram betaut,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Blick, wie aus den tiefsten Todesschlünden,&#10;Der, seelenlos die Seele magisch zwang,&#10;Kalt und doch mächtig, Fieber zu entzünden,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß ich hinein mich tauchte stundenlang,&#10;Als leucht&amp;rsquo; ein Weltgeheimnis mir entgegen,&#10;Unheimlich, unaussprechlich trüb und bang;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schleier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schleier/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schleier/</guid><description>&lt;p&gt;Immer dunkler deine Lieder? -&#10;Ja. Es kehrt zum Abstieg nieder,&#10;Was missachtet-unverstanden,&#10;Lag in jahreschweren Banden.&#10;All die Klugen und die Kalten&#10;Möchte ich zu Narren halten.&#10;Meine Schleier will ich hissen&#10;Über sie, die Alles wissen.&#10;In geheimnisvolle Tiefen&#10;Stimmen nach, die lockend riefen,&#10;Die sie klagend-süß umhauchen,&#10;Will ich ihre Klugheit tauchen&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schlittschuhe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlittschuhe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlittschuhe/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Hör, Ohm! In deiner Trödelkammer hangt&#10;Ein Schlittschuhpaar, danach mein Herz verlangt!&#10;Von London hast du einst es heimgebracht,&#10;Zwar ist es nicht nach neuster Art gemacht,&#10;Doch damasziert, verteufelt elegant!&#10;Dir rostet ungebraucht es an der Wand,&#10;Du gibst es mir!&amp;rdquo; Hier, Junge, hast du Geld,&#10;Kauf dir ein schmuckes Paar, wie dirs gefällt!&#10;&amp;ldquo;Ach was! Die damaszierten will ich, deine!&#10;Du läufst ja nimmer auf dem Eis, ich meine?&amp;rdquo;&#10;Der liebe Quälgeist lässt mir keine Ruh,&#10;Er zieht mich der verschollnen Stube zu;&#10;Da lehnen Masken, Klingen kreuz und quer&#10;An Bayles staubbedecktem Diktionär,&#10;Und seine Beute schon erblickt der Knabe&#10;In dunkelm Winkel hinter einer Truhe:&#10;&amp;ldquo;Da sind sie!&amp;rdquo; Ich betrachte meine Habe,&#10;Die Jugendschwingen, die gestählten Schuhe.&#10;Mir um die Schläfen zieht ein leiser Traum &amp;hellip;&#10;&amp;ldquo;Du gibst sie mir!&amp;rdquo; &amp;hellip; In ihrem blonden Haar,&#10;Dem aufgewehten, wie sie lieblich war,&#10;Der Wangen edel Blass gerötet kaum! &amp;hellip;&#10;In Nebel eingeschleiert lag die Stadt,&#10;Der See, ein Boden spiegelhell und glatt,&#10;Drauf in die Wette flogen, Gleis an Gleis&#10;Die Läufer; Wimpel flaggten auf dem Eis &amp;hellip;&#10;Sie schwebte still, zuerst umkreist von vielen&#10;Geflügelten wettlaufenden Gespielen -&#10;Dort stürmte wild die purpurne Bacchantin&#10;Hier mass den Lauf die peinliche Pedantin -&#10;Sie aber wiegte sich mit schlanker Kraft&#10;Und leichten Fusses, luftig, elfenhaft&#10;Glitt sie dahin, das Eis berührend kaum&#10;Bis sich die Bahn in einem weiten Raum&#10;Verlor und dann in schmalre Bahnen teilte.&#10;Da lockt′ es ihren Fuss in Einsamkeiten,&#10;In blaue Dämmerung hinauszugleiten&#10;Ins Märchenreich; sie zagte nicht und eilte&#10;Und sah, dass ich an ihrer Seite fuhr,&#10;Nahm meine Hand und eilte rascher nur.&#10;Bald hinter uns verklang der Menge Schall,&#10;Die Wintersonne sank, ein Feuerball;&#10;Doch nicht zu hemmen war das leichte Schweben,&#10;Der selge Reigen, die beschwingte Flucht,&#10;Und warme Kreise zog das rasche Leben&#10;Auf harterstarrter, geisterhafter Bucht.&#10;An uns vorüber schoss ein Fackellauf&#10;Ein glüh Phantom, den grauen See hinauf &amp;hellip;&#10;In stiller Luft ein ungewisses Klingen&#10;Wie Glockenlaut, des Eises surrend Singen &amp;hellip;&#10;Ein dumpf Getos, das aus der Tiefe droht -&#10;Sie lauscht, erschrickt, ihr graut, das ist der Tod!&#10;Jäh wendet sie den Lauf, sie strebt zurück,&#10;Ein scheuer Vogel, durch das Abenddunkel,&#10;Dem Lärm entgegen und dem Lichtgefunkel,&#10;Sie löst gemach die Hand &amp;hellip; o Märchenglück! &amp;hellip;&#10;Sie wendet sich von mir und sucht die Stadt,&#10;Dem Kinde gleich, das sich verlaufen hat -&#10;&amp;ldquo;Ei, Ohm, du träumst? Nicht wahr, du gibst sie mir,&#10;Bevor das Eis geschmolzen?&amp;rdquo; &amp;hellip; Junge, hier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schönheit ist ein Geheimnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoenheit-ist-ein-geheimnis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoenheit-ist-ein-geheimnis/</guid><description>&lt;p&gt;Die Schönheit ist ein Geheimnis,&#10;das unser Geist versteht,&#10;an dem er sich erquickt&#10;und unter dessen Eindruck&#10;er sich entfalten kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schwarze Bhowanéh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwarze-bhowaneh/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwarze-bhowaneh/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Lippen glühn&#10;und meine Arme breiten sich aus wie Flammen!&#10;Du musst mit mir nach Granada ziehn&#10;in die Sonne, aus der meine Gluten stammen&amp;hellip;&#10;Meine Ader schmerzt&#10;von der Wildheit meiner Säfte,&#10;von dem Toben meiner Kräfte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Granatäpfel prangen&#10;heiß, wie die Lippen der Nacht!&#10;Rot, wie die Liebe der Nacht!&#10;Wie der Brand meiner Wangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem dunklen Schein&#10;meiner Haut schillern Muscheln auf Schnüre gezogen,&#10;und Perlen von sonnenfarb&amp;rsquo;gem Bernstein&#10;durchglühn meine Zöpfe wie Feuerwogen.&#10;Meine Seele bebt,&#10;wie eine Erde bebt und sich auftut&#10;dürstend nach Luft! Nach säuselnder Flut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sperlinge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sperlinge/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sperlinge/</guid><description>&lt;p&gt;Altes Haus mit deinen Löchern,&#10;Geizger Bauer, nun ade!&#10;Sonne scheint, von allen Dächern&#10;Tröpfelt lustig schon der Schnee,&#10;Draußen auf dem Zaune munter&#10;Wetzen unsre Schnäbel wir,&#10;Durch die Hecken rauf und runter,&#10;In dem Baume vor der Tür&#10;Tummeln wir in hellen Haufen&#10;Uns mit großem Kriegsgeschrei,&#10;Um die Liebste uns zu raufen,&#10;Denn der Winter ist vorbei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Tafel am Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tafel-am-rhein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tafel-am-rhein/</guid><description>&lt;p&gt;Koblenz 1816.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sänger kommt zur guten Stunde&#10;Und ihn empfängt ein holder Gruß,&#10;Den Feldherrn und die Tafelrunde&#10;Erblickt er an dem grünen Fluß.&#10;Der Feldherr läßt den Becher füllen&#10;Mit altem Wein von Rüdesheim:&#10;Du kannst, o Herr, die Sehnsucht stillen,&#10;Ein frischer Trunk weckt frischen Reim.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Becher heb′ ich in die Lüfte,&#10;Halb trink ich ihn, und gieß ihn aus,&#10;Und spreng′ ihn auf die Rasengrüfte,&#10;Auf unsrer Väter stilles Haus.&#10;Nun eingeweiht mit Blut und Weine,&#10;Mein Land, mein Heldenvaterland,&#10;O starker Fluß, ihr dunkeln Haine,&#10;Der Sänger weiht euch Brust und Hand!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Tänzerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-taenzerin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-taenzerin/</guid><description>&lt;p&gt;Denn tanzen muss sie.&#10;Dem tollen Rad verflochten&#10;Gliedert sie Chaos,&#10;Schwendet Quellen,&#10;Stampft zuckende Krater.&#10;Im Drang&#10;Des großen Taktes&#10;Tanzt sie Gestirne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die tote Lerche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tote-lerche/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tote-lerche/</guid><description>&lt;p&gt;Ich stand an deines Landes Grenzen,&#10;an deinem grünen Saatenwald,&#10;und auf des ersten Strahles Glänzen&#10;ist dein Gesang herabgewallt.&#10;Der Sonne schwirrtest du entgegen,&#10;wie eine Mücke nach dem Licht,&#10;dein Lied war wie ein Blütenregen,&#10;dein Flügelschlag wie ein Gedicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da war es mir, als müsse ringen&#10;ich selber nach dem jungen Tag,&#10;als horch ich meinem eignen Singen&#10;und meinem eignen Flügelschlag;&#10;die Sonne sprühte glühe Funken,&#10;in Flammen brannte mein Gesicht,&#10;ich selber taumelte wie trunken,&#10;wie eine Mücke nach dem Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Traubenhyazinthe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-traubenhyazinthe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-traubenhyazinthe/</guid><description>&lt;p&gt;Angenehmes Frühlingskindchen,&#10;Kleines Taubenhyazinthchen,&#10;Deiner Farb und Bildung Zier&#10;Zeiget mit Verwunderung mir&#10;Von der bildenden Natur&#10;eine neue Schönheitsspur.&#10;An des Stengels blauer Spitzen&#10;Sieht man, wenn man billig sieht,&#10;Deiner sonderbaren Blüt&#10;Kleine blaue Kugeln sitzen,&#10;Dran, so lange sich ihr Blatt&#10;Noch nicht aufgeschlossen hat,&#10;Wie ein Purpurstern sie schmücken,&#10;Man nicht sonder Lust erblicket.&#10;Aber wie von ungefähr&#10;Meine Blicke hin und her&#10;Auf die offnen Blumen liefen,&#10;Konnt ich in den blauen Tiefen&#10;Wie aus himmelblauen Höhen&#10;Silberweiße Sternchen sehen,&#10;Die in einer blauen Nacht,&#10;So sie rings bedeckt, im Dunkeln&#10;Mit dadurch erhöhter Pracht&#10;Noch um desto heller funkeln.&#10;Ihr so zierliches Gepränge,&#10;Ihre Nettigkeit und Menge,&#10;Die die blauen Tiefen füllt,&#10;Schiene mir des Himmels Bild,&#10;Welches meine Seele rührte&#10;Und durch dieser Sternen Schein,&#10;Die so zierlich, rein und klein,&#10;Mich zum Herrn der Sterne führte,&#10;Dessen unumschränkte Macht&#10;aller Himmel tiefe Meere,&#10;Aller Welt- und Sonnen Heere&#10;Durch ein Wort hervorgebracht;&#10;Dem es ja so leicht, die Pracht&#10;In den himmlischen Gefilden&#10;Als die Sternchen hier zu bilden.&#10;Durch dein sternenförmig Wesen&#10;Gibst du mir, beliebte Blume,&#10;ein′ Erinnerung zu lesen,&#10;Dass wir seiner nicht vergessen,&#10;Sondern in den schönen Werken&#10;Seine Gegenwart bemerken,&#10;Seine weise Macht ermessen&#10;Und sie wie in jenen Höhen&#10;So auf Erden auch zu sehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die unendliche Woge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unendliche-woge/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unendliche-woge/</guid><description>&lt;p&gt;Wie des Meeres Wellen&#10;Auf und nieder wellen:&#10;Also wogt unendlich mein Verlangen,&#10;Dich zu fangen, zu umfangen.&#10;Wie entflieh ich meinem Wahne?&#10;Neige ich mich aus dem Kahne:&#10;Immer seh den einzigen Gedanken&#10;Ich im Meere auf und nieder schwanken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Aus: Chinesische Nachdichtungen)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Unendlichkeit (L′Infinito)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unendlichkeit-linfinito/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unendlichkeit-linfinito/</guid><description>&lt;p&gt;Immer lieb war mir dieser einsame&#10;Hügel und das Gehölz, das fast ringsum&#10;ausschließt vom fernen Aufruhn der Himmel&#10;den Blick. Sitzend und schauend bild ich unendliche&#10;Räume jenseits mir ein und mehr als&#10;menschliches Schweigen und Ruhe vom Grunde der Ruh.&#10;Und über ein Kleines geht mein Herz ganz ohne&#10;Furcht damit um. Und wenn in dem Buschwerk&#10;aufrauscht der Wind, so überkommt es mich, dass ich&#10;dieses Lautsein vergleiche mit jener endlosen Stillheit.&#10;Und mir fällt das Ewige ein&#10;und daneben die alten Jahreszeiten und diese&#10;daseiende Zeit, die lebendige, tönende. Also&#10;sinkt der Gedanke mir weg ins Übermaß. Unter-&#10;gehen in diesem Meer ist inniger Schiffbruch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die unüberwindliche Flotte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unueberwindliche-flotte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unueberwindliche-flotte/</guid><description>&lt;p&gt;Sie kommt - sie kommt, des Mittags stolze Flotte,&#10;Das Weltmeer wimmert unter ihr,&#10;Mit Kettenklang und einem neuen Gotte&#10;Und tausend Donnern naht sie Dir -&#10;Ein schwimmend Heer furchtbarer Zitadellen&#10;(Der Ozean sah ihresgleichen nie),&#10;Unüberwindlich nennt man sie,&#10;Zieht sie einher auf den erschrocknen Wellen;&#10;Den stolzen Namen weiht&#10;Der Schrecken, den sie um sich speit.&#10;Mit majestätisch stillem Schritte&#10;Trägt seine Last der zitternde Neptun;&#10;Weltuntergang in ihrer Mitte,&#10;Naht sie heran, und alle Stürme ruhn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Verhältnisse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verhaeltnisse/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verhaeltnisse/</guid><description>&lt;p&gt;Rücksichten sind′s, die unsern Blick berücken;&#10;In Absicht jede Aussicht gleich erkalten,&#10;Bis wir, eh′ wir uns umgesehn, veralten,&#10;Und beugen dann, von Einsicht schwer, den Rücken.&#10;Roh scheint′s, der Erde Blumen grade pflücken.&#10;Wir möchten fein der Schonung Linie halten,&#10;Der Liebe Leben künstlich klug verwalten,&#10;Verständig und mit Anstand uns erdrücken.&#10;Wir sollen unbekannte Größen wählen,&#10;Es sind zu wenig Gleichungen gegeben,&#10;Drum hatt′ und hat′s ein sonderbar Bewendnis;&#10;Denn, weil wir endlos rechnen, zweifeln, zählen,&#10;Wird uns das klare, leichte, freie Leben&#10;Ein einzig vielverschlungen Mißverständnis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die verwelkten Blumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verwelkten-blumen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verwelkten-blumen/</guid><description>&lt;p&gt;Aus des Glückes unumwölkten Tagen&#10;Hab′ ich Euch mir liebend aufgespart,&#10;Am gerührten Herzen Euch getragen,&#10;Und mit stiller Sorgfalt Euch verwahrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dennoch - fühllos gegen treue Pflege,&#10;Ist verblichen Euere bunte Zier,&#10;Und wie Blumen am gemeinen Wege&#10;Blühn und welken, so vergingt auch Ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dientet Ihr zum Sinnbild wohl der Liebe?&#10;Wird auch sie der Stunden leichter Raub? -&#10;Sinkt, dass nichts auf Erden heilig bliebe,&#10;Auch der Liebe Blüthe in den Staub? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die vier hoffährtigsten Leute</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vier-hoffaehrtigsten-leute/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vier-hoffaehrtigsten-leute/</guid><description>&lt;p&gt;Ein alter Schulregent, der halb Latein versteht,&#10;Eine ausgefreite Magd, die gleich zur Trauung geht,&#10;Ein neuer Bauernschulz, ein Bettler, so besoffen,&#10;Ob diesen vieren wird nichts Stölzer angetroffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Villa des Timoleon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-villa-des-timoleon/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-villa-des-timoleon/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′s eine Nymphe, die in der Einsamkeit&#10;Dem Wandrer sich verräth? Im Gebüsch vielleicht&#10;Verborgen lauscht das holde Wesen&#10;Und dem Erschöpften ertönt die Stimme:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm, labe, Wandrer, dich und Epipoli&#10;Gestärkt besteigst du! Täuscht′ ich mich nicht, es quillt&#10;Vom Felsen sprudelnd und der Bäume&#10;Freundliche Schatten verbreiten Kühlung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Berg entsproßt großblätterig Indiens Frucht&#10;Voll Purpurfeigen, auch die Cypresse ragt,&#10;Es reift die Goldorang′ und lieblich&#10;Birgt sich im ewigen Grün die Mühle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wanderungen des Ahasverus - Erste Wanderung I.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wanderungen-des-ahasverus-erste-wanderung-i/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wanderungen-des-ahasverus-erste-wanderung-i/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Jerusalem lag eingehüllt in Schatten,&#10;Es schwieg die Stadt, des Kidrons dunkle Welle,&#10;Die sich ihr Bett in heil′gem Grunde wühlt,&#10;Tobt wild vorüber an Bezotha′s Schwelle,&#10;Und Moria′s Fuß, den sie mit Schaum umspült.&#10;Nicht Mond noch Stern war in den weiten Auen&#10;Des Himmels zu erschauen;&#10;Durch Acra′s schlanke Cedern rauschten Winde,&#10;Ein wehend Brausen über Zion flog,&#10;Ob ihrem Haupt die trübe Wolke zog,&#10;Und hüllt es ein in eine Trauerbinde;&#10;Hoch in der Luft hört man das dumpfe Grollen&#10;Des Donners nah, und immer näher rollen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wiese schäumt von Blüten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wiese-schaeumt-von-blueten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wiese-schaeumt-von-blueten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Wiese schäumt von Blüten,&#10;Der Wind singt drüber hin,&#10;Den sonnenlichtdurchglühten&#10;Leib bad′ ich kühl darin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du freie Gottesschmiede,&#10;Du lohe Sonnenglut,&#10;Inbrünstiglich durchglühe&#10;Leib, Seele, Herz und Blut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins Glühen unermessen&#10;Und Blühen eingewühlt&#10;Will ich den Tod vergessen,&#10;Der alle Erde kühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glüh′, Sonne, Sonne, glühe!&#10;Die Welt braucht soviel Glanz!&#10;Blüh′, Sommererde, blühe,&#10;Ach blühe Kranz bei Kranz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wintersonne an die Südländer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wintersonne-an-die-suedlaender/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wintersonne-an-die-suedlaender/</guid><description>&lt;p&gt;Hängt länger euch, o Kinder,&#10;Nicht an mein goldnes Kleid!&#10;Hab′ ja noch andre Kinder&#10;Im Norden, weit, weit, weit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In ihrem grimmen Winter&#10;Bin ich ihr einz′ger Trost:&#10;Komm′ ich nicht auf ein Stündchen,&#10;Sie sterben mir vor Frost.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dumpfer Hütten Schwelle,&#10;Um die ein Eiswall ragt,&#10;Erwarten ungeduldig&#10;Sie mich, sobald es tagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie grüßen lautaufjauchzend&#10;Mit Schmeichelnamen mich,&#10;Und weinen fast, entfernet&#10;Mein goldner Wagen sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wirtschafterin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wirtschafterin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wirtschafterin/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Wochen hinter Pfingsten,&#10;Da traf ich einen Mann,&#10;Der nahm mich ohne den geringsten&#10;Einwand als Wirtschafterin an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ ihm die Suppe versalzen&#10;Und auch die Sommerzeit,&#10;Er nannte mich süße Puppe&#10;Und strich mir ums Unterkleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ ihm silberne Löffel gestohlen&#10;Und auch Bargeld nebenbei.&#10;Ich heizte ihm statt mit Kohlen&#10;Mit leeren Versprechungen ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe ihn angeschissen&#10;So kurz wie lang, so hoch wie breit.&#10;Er hat mich hinausgeschmissen;&#10;Es war eine wundervolle Zeit&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wolken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wolken/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wolken/</guid><description>&lt;p&gt;Seid mir gegrüßt, ihr Wolken!&#10;Allwissende, denn Töchter&#10;Seid ihr des Meers, und wisset&#10;Was alles seine Tiefen&#10;Geheimnißvoll verhüllen;&#10;Und kaum geboren, steiget&#10;Ihr in das Reich der Lüfte,&#10;Und schauet auf den Menschen,&#10;Den die Natur an′s Erdreich&#10;Gefesselt hält, hernieder&#10;Aus schwindelhafter Höhe.&#10;Wie euch beliebet, wallet&#10;Nach Osten und nach Westen,&#10;Nach Süden oder Norden&#10;Ihr auf windschnellen Flügeln,&#10;Und sehet Berg′ und Thäler&#10;Und Wälder und Gefilde,&#10;Unabsehbare Seee,&#10;Der Ströme Quell′ und Mündung&#10;Mit einem einz′gen Blicke,&#10;Und seht auf Städt′ und ihre&#10;Unruhigen Bewohner,&#10;Ameisenhaufen ähnlich,&#10;Mitleidiglächelnd nieder.&#10;Selbst tragt in euerm Schooße&#10;Ihr Sturm, Gewitter, Regen.&#10;Hier schnellt ihr Schlangenblitze,&#10;Gefolgt von lauten Donnern;&#10;Da schüttelt ihr die Wipfel&#10;Erhabner Eichenwälder;&#10;Dort strömt wohlthät′gen Regen&#10;Ihr auf die dürren Felder.&#10;Ihr spielet mit der Sonne,&#10;Dem Monde und den Sternen,&#10;Bald sie in voller Klarheit&#10;Uns Sterblichen hienieden&#10;Darstellend, bald in zarte,&#10;Oft auch in dichte Schleier,&#10;Wie′s euch gefällt, sie hüllend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeit geht nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-geht-nicht-8631/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-geht-nicht-8631/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zeit geht nicht, sie stehet still,&#10;Wir ziehen durch sie hin;&#10;Sie ist ein Karavanserai,&#10;Wir sind die Pilger drin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Etwas, form- und farbenlos,&#10;Das nur Gestalt gewinnt,&#10;Wo ihr drin auf und nieder taucht,&#10;Bis wieder ihr zerrinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blitzt ein Tropfen Morgentau&#10;Im Strahl des Sonnenlichts;&#10;Ein Tag kann eine Perle sein&#10;Und ein Jahrhundert nichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ein weißes Pergament&#10;Die Zeit und Jeder schreibt&#10;Mit seinem roten Blut darauf&#10;Bis ihn der Strom vertreibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dies ist das Lied, das Villon sang...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dies-ist-das-lied-das-villon-sang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dies-ist-das-lied-das-villon-sang/</guid><description>&lt;p&gt;Dies ist das Lied, das Villon sang,&#10;Als man ihn hängen wollte.&#10;Er fühlte um den Hals den Strang,&#10;Er sang das Lied den Weg entlang,&#10;Der Schinderkarren rollte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hängt mich den Schurken zum Alarm&#10;Nur hoch in alle Winde!&#10;Wegweiser schlenkere mein Arm,&#10;Er weist den Weg dem schlimmen Schwarm&#10;Und manchem braunen Kinde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst hat der Teufel mich gekirrt,&#10;Nun hör ich Bäume singen.&#10;Ich fühle Gott. Mein Auge schwirrt.&#10;Mein Leib, mein armer Leib, er wird&#10;Als Aveglocke schwingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dinir mit Teufelsübermuth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dinir-mit-teufelsuebermuth/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dinir-mit-teufelsuebermuth/</guid><description>&lt;p&gt;Dinir′ mit Teufelsübermuth;&#10;Es steckt ein Prinz in jedem Butt.&#10;Das Menschenfleisch ist endlich da&#10;Und schmeckt so wie Ambrosia.&#10;Ha! Ha! Ha!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drahtklänge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drahtklaenge/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drahtklaenge/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr dunklen Drähte, hingezogen&#10;So weit mein Aug′ zur Ferne schweift,&#10;Wie tönt ihr, wenn der Lüfte Wogen&#10;In euch so wie in Saiten greift!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O welch′ ein seltsam leises Klingen,&#10;Durchzuckt von schrillem Klagelaut,&#10;Als hallte nach, was eu′ren Schwingen&#10;Zu raschem Flug ward anvertraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als zitterten in euch die Schmerzen,&#10;Als zitterte in euch die Lust,&#10;Die ihr aus Millionen Herzen,&#10;Verkündend, tragt von Brust zu Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so, ihr wundersamen Saiten,&#10;Wenn euch des Windes Hauch befällt,&#10;Ertönt ihr in die stillen Weiten&#10;Als Aeolsharfe dieser Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drei wilde Gänse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-wilde-gaense/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-wilde-gaense/</guid><description>&lt;p&gt;Drei wilde Gänse, die flogen über See.&#10;Da schoß der Jäger alle drei,&#10;und was einmal ins Wasser fiel,&#10;kommt nimmer in die Höh′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei junge Mädels, die führte ein Kavalier aus,&#10;und wenn erst ein Mädel mal Sekt genascht,&#10;Liebe genascht, Hiebe genascht -&#10;die kommt nicht mehr nach Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich pfeife auf meine Jungfernschaft,&#10;und ich pfeife auf mein Leben.&#10;Der Kerl, der sie mir genommen hat,&#10;um eins und um zwei und um drei bei der Nacht,&#10;der kann sie mir nimmer geben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dreikönigslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dreikoenigslied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dreikoenigslied/</guid><description>&lt;p&gt;Gott so wollen wir loben und ehrn,&#10;Die heiligen drei König mit ihrem Stern,&#10;Sie reiten daher in aller Eil&#10;In dreisig Tagen vierhundert Meil,&#10;Sie kamen in Herodis Haus,&#10;Herodes sahe zum Fenster raus:&#10;Ihr meine liebe Herrn, wo wollt ihr hin?&#10;Nach Bethlehem steht unser Sinn.&#10;Da ist geboren ohn′ alles Leid&#10;Ein Kindlein von einer reinen Maid.&#10;Herodes sprach aus großem Trotz:&#10;Ey warum ist der hinder so schwarz?&#10;O lieber Herr, er ist uns wohl bekannt,&#10;Er ist ein König im Mohrenland,&#10;Und wöllend ihr uns recht erkennen,&#10;Wir dörffend uns gar wohl nennen.&#10;Wir seynd die König vom finstern Stern,&#10;Und brächten dem Kindlein ein Opfer gern,&#10;Myrrhen, Weihrauch und rothes Gold,&#10;Wir seynd dem Kindlein ins Herz nein hold.&#10;Herodes sprach aus Uebermuth,&#10;Bleibend bei mir, und nehmt für gut,&#10;Ich will euch geben Heu und Streu,&#10;Ich will euch halten Zehrung frey.&#10;Die heiligen drei König thäten sich besinnen,&#10;Fürwahr, wir wollen jezt von hinnen.&#10;Herodes sprach aus trutzigem Sinn,&#10;Wollt ihr nicht bleiben, so fahret hin.&#10;Sie zogen über den Berg hinaus,&#10;Sie funden den Stern ob dem Haus,&#10;Sie traten in das Haus hinein,&#10;Sie funden Jesum in dem Krippelein.&#10;Sie gaben ihm ein reichen Sold,&#10;Myrrhen, Weyhrauch und rothes Gold.&#10;Joseph bei dem Kripplein saß,&#10;Bis daß er schier erfroren was.&#10;Joseph nahm ein Pfännelein,&#10;Und macht dem Kind ein Müßelein.&#10;Joseph, der zog seine Höselein aus,&#10;Und macht dem Kindlein zwey Windelein d′raus.&#10;Joseph, lieber Joseph mein,&#10;Hilf mir wiegen mein Kindelein.&#10;Es waren da zwey unvernünftige Thier,&#10;Sie fielen nieder auf ihre Knie.&#10;Das Oechselein und das Eselein,&#10;Die kannten Gott den Herren rein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du gingst mit mir ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-gingst-mit-mir/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-gingst-mit-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Du gingst mit mir. Der niedre Himmel drohte&#10;und kroch geduckt von allen Seiten näher.&#10;Am Wege lag ein Felsenhund, ein Späher&#10;mit plattem Bauch und vorgeschobener Pfote.&#10;Entglänzte Sterne stierten feucht und faul&#10;und husteten aus alterssiecher Lunge.&#10;Krankleuchtend aus zerfetztem Wolkenmaul&#10;hing gelb der Mond, des Himmels geile Zunge&amp;hellip;&#10;Du gingst mit mir. Fern gurgelte das Meer.&#10;Dem Saum der Welt entglitten Feuerzeichen.&#10;Wir fühlten feucht die Nachtluft uns umschleichen&#10;und stapften vor der Angst des Lebens her,&#10;auf unsern letzten Daseinsmut bedacht,&#10;daß er das bleiche Graun des Spuks besiegte. -&#10;Doch vor uns düsterte ein Baum zur Nacht,&#10;der sehr bedenklich seine Wipfel wiegte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du hast mich fortgeschickt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-hast-mich-fortgeschickt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-hast-mich-fortgeschickt/</guid><description>&lt;p&gt;Du hast mich fortgeschickt, und ich geh heim.&#10;Die Gaslaternen blinzeln frech und schielen.&#10;Im Rinnstein drängt sich dicker Straßenschleim.&#10;Zufrieden tropfend gluckst es in den Sielen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In einem Seitenweg verhallt ein Schritt,&#10;leicht und beschwingt, als käm er vom Genießen.&#10;Studenten torkeln mir vorbei zu dritt,&#10;die Zeitungsblätter auf die Stöcke spießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich tu mir leid. Mein Schmerz stimmt mich vergnügt,&#10;heißt mich auf alle Ärgernisse achten,&#10;ob gegen dich sich draus ein Vorwurf fügt&#10;und die, die im Kaffeehaus mit dir lachten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du meiner Sehnsucht Urwald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-meiner-sehnsucht-urwald/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-meiner-sehnsucht-urwald/</guid><description>&lt;p&gt;Du meiner Sehnsucht Urwald!&#10;Bis zum Meer hinab&#10;steigst du&#10;und läßt die Zweige schleppen.&#10;Eilfertig wachsen junge Stämme nach,&#10;die sich am Leben&#10;unschuldvoll ergötzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer furchtsam ist,&#10;erschrickt vor deinen Schatten:&#10;kein höfisch Fräulein,&#10;keine hohen Hacken&#10;lustwandeln hier;&#10;die Herren vom Turnier&#10;sind zu besorgt&#10;um ihre goldverbrämten Jacken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ein frisch Blut, ein Abenteurerkind&#10;bahnt sich den Weg&#10;und greift fest in die Nesseln:&#10;das ist ein Mann,&#10;der sich aus Dornenhecken&#10;Stecken bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du schmachtest nach der Freundin Blick...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-schmachtest-nach-der-freundin-blick/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-schmachtest-nach-der-freundin-blick/</guid><description>&lt;p&gt;Du schmachtest nach der Freundin Blick&#10;als nach des Lebens schönstem Glück?&#10;Glaub mir: so schaut dich niemand an,&#10;wie jener, dem du wohlgetan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du wanderst nach dem Süden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-wanderst-nach-dem-sueden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-wanderst-nach-dem-sueden/</guid><description>&lt;p&gt;Du wanderst nach dem Süden,&#10;Beglückter Schwalbenreihn!&#10;Holst dort des Jahres Krone,&#10;Den milden Sommer ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Falls eins von euch erkranket&#10;Vom wochenlangen Weg,&#10;Kaum trinkt′s die Luft des Süden,&#10;Ist alle Schwäche weg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O könnt′ ich doch euch folgen&#10;In jene Balsamluft,&#10;Gemischt aus Sonnenstrahlen&#10;Und süßem Blumenduft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich würde bald genesen,&#10;Dies ist des Arztes Wort,&#10;Verlebt′ ich nur acht Monden&#10;Im warmen Süden dort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier aber muß ich sterben:&#10;Wie wird der Tod mir schwer!&#10;Kehrt ihr im Lenz zum Norden,&#10;Bin, Schwalben, ich nicht mehr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du weißt es nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-weisst-es-nicht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-weisst-es-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du es wußtest, was ich dir bin,&#10;Du nähmst mich ganz und freudig hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin dein Sänger, schöne Frau!&#10;Du bist die Blume, ich bin der Thau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist die Seele, ich bin das Herz&#10;Für deine Freuden, für deinen Schmerz,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was die Sonne der Frühlingsau,&#10;Das ist der Sänger der schönen Frau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meiner Lieder lichtem Glanz&#10;Entfaltet sich dein Wesen ganz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meiner Klänge lautem Schwung&#10;Bleibt deine Schönheit ewig jung;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 4</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-4/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-4/</guid><description>&lt;p&gt;O Bäume Lebens, o wann winterlich?&#10;Wir sind nicht einig. Sind nicht wie die Zug-&#10;vögel verständigt. Überholt und spät,&#10;so drängen wir uns plötzlich Winden auf&#10;und fallen ein auf teilnahmslosen Teich.&#10;Blühn und verdorrn ist uns zugleich bewußt.&#10;Und irgendwo gehn Löwen noch und wissen,&#10;solang sie herrlich sind, von keiner Ohnmacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns aber, wo wir eines meinen ganz,&#10;ist schon des andern Aufwand fühlbar. Feindschaft&#10;ist uns das Nächste. Treten Liebende&#10;nicht immerfort an Ränder, eins im andern,&#10;die sich versprachen Weite, Jagd und Heimat.&#10;Da wird für eines Augenblickes Zeichnung&#10;ein Grund von Gegenteil bereitet, mühsam,&#10;daß wir sie sähen; denn man ist sehr deutlich&#10;mit uns. Wir kennen den Kontur&#10;des Fühlens nicht: nur, was ihn formt von außen.&#10;Wer saß nicht bang vor seines Herzens Vorhang?&#10;Der schlug sich auf: die Szenerie war Abschied.&#10;Leicht zu verstehen. Der bekannte Garten,&#10;und schwankte leise: dann erst kam der Tänzer.&#10;Nicht der. Genug. Und wenn er auch so leicht tut,&#10;er ist verkleidet und er wird ein Bürger&#10;und geht durch seine Küche in die Wohnung.&#10;Ich will nicht diese halbgefüllten Masken,&#10;lieber die Puppe. Die ist voll. Ich will&#10;den Balg aushalten und den Draht und ihr&#10;Gesicht und Aussehn. Hier. Ich bin davor.&#10;Wenn auch die Lampen ausgehn, wenn mir auch&#10;gesagt wird: Nichts mehr -, wenn auch von der Bühne&#10;das Leere herkommt mit dem grauen Luftzug,&#10;wenn auch von meinen stillen Vorfahrn keiner&#10;mehr mit mir dasitzt, keine Frau, sogar&#10;der Knabe nicht mehr mit dem braunen Schielaug:&#10;Ich bleibe dennoch. Es giebt immer Zuschaun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ehre der Arbeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ehre-der-arbeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ehre-der-arbeit/</guid><description>&lt;p&gt;Wer den wucht′gen Hammer schwingt,&#10;wer im Felde mäht die Aehren,&#10;wer ins Mark der Erde dringt,&#10;Weib und Kinder zu ernähren,&#10;wer stroman den Nachen zieht,&#10;wer bei Woll und Werg und Flachse&#10;hinterm Webestuhl sich müht,&#10;dass sein blonder Junge wachse:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedem Ehre, jedem Preis!&#10;Ehre jeder Hand voll Schwielen!&#10;Ehre jedem Tropfen Schweiss,&#10;der in Hütten fällt und Mühlen!&#10;Ehre jeder nassen Stirn&#10;hinterm Pfluge!- doch auch dessen,&#10;der mit Schädel und mit Hirn&#10;hungernd pflügt, sei nicht vergessen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Album ist des Menschen reines Leben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-album-ist-des-menschen-reines-leben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-album-ist-des-menschen-reines-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Album ist des Menschen reines Leben,&#10;das aufbewahrt in Gottes Händen bleibt,&#10;ein leeres Blatt wird jeglichem gegeben,&#10;und jeder ist nur, was er darauf schreibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Bauer wirft einen Pfleger in den Bach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-bauer-wirft-einen-pfleger-in-den-bach/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-bauer-wirft-einen-pfleger-in-den-bach/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Verwalter oder Pfleger, der seines Edelmannes Bauren tapfer schinden helfen und nach Wohlgefallen dieselbe gekämplet, kam endlich auch in Ungnaden, also, daß er seines Dienstes entlassen worden. Wie er sich nun auf den Weg gemachet, um andere Dienst umzuschauen, kam er in ein Dorf, so seinem gewesenen Herren zugehörig. Daselbst war ein Bach, daß er zu Fuß nicht wohl durch konnte, bate demnach einen Bauren, er möchte ihn doch hindurchtragen, er wolle ihm anderwärts wiederum einen Dienst erweisen. Der Bauer war hierzu gar ehrerbietig. Wie er aber mitten in den Bach gekommen und den Pfleger auf dem Rücken getragen, so fragte er denselben, wo er denn hin wolle. Der Pfleger gab zur Antwort: »Ich muß sehen, daß ich andere Dienst bekomme.« Der Bauer sagt: »Wie, seid Ihr nicht mehr bei unseren Edelmann und Herrschaft?« Der Pfleger sagte: »Nein.« Darauf sagte der Bauer: »So trag Dich der Teufel«, und wurf ihn darmit in Bach und lief darvon.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Blütenblatt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-bluetenblatt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-bluetenblatt/</guid><description>&lt;p&gt;Von deinen Tulpen fiel das erste Blau.&#10;Es liegt am Fuß der stolz geschwungnen Vase&#10;und lehnt sich auf am gletscherblauen Glase,&#10;und drüber flammt der Strauß mit dreizehn Bränden.&#10;Und eine von den Blüten züngelt so&#10;in sich gekrümmt, als suche farbensatt&#10;ihr Leben eine kalte Ruhestatt&#10;und rette sich aus halbverbrannten Wänden.&#10;Doch eine andre ist so lichterloh&#10;geöffnet, daß wie zwischen Feuerwiegen&#10;die gelbgekrönte Samenpuppe prangt,&#10;die nach der Blüte nicht zurückverlangt,&#10;wenn alle Blätter abgefallen liegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Freund ist das bäste, das man liebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-freund-ist-das-baeste-das-man-liebet/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-freund-ist-das-baeste-das-man-liebet/</guid><description>&lt;p&gt;Was wündscht die Welt doch mehr / was kan sie mehr begehren /&#10;Alß wenn der Höchste ihr der Bitte wil gewehren /&#10;wenn sie / durch Zuversicht / ihn fleissig ruffet an /&#10;um einen treuen Freund / der viel uns dienen kan?&#10;Ist man in Todes Noht / wird man mit tausend Plagen&#10;gemartert und betrübt / wenn wihrs dem Freunde klagen /&#10;so hilfft er uns so viel / alß er uns helffen kan /&#10;wir nehmen / vor die Taht / von ihm den Willen an;&#10;Und kan er uns nicht mehr in unsern Nöhten schüzen;&#10;so mag ein guhtes Wort uns mehr als silber nüzen;&#10;Ein Wort / ein guhtes Wort / das recht von Herzen geht /&#10;das nicht nur wegen Zier allein zu loben steht /&#10;ist besser noch als Gold / eß helt uns recht das Leben /&#10;man stirbt auch ohne das / eh Gott die Zeit gegeben;&#10;Drüm ist ein guhter Freund das beste das man liebt /&#10;das höchste / das man wündscht / und dem man sich ergiebt;&#10;Hab ich gleich nicht viel Gelt / hab ich gleich nicht viel Güter /&#10;so lieb und halt ich hoch die Treue der Gemüter;&#10;Wohl dem der üm und ümb kan bey den Freunden sein /&#10;und sterben endlich auch in ihrer Augenschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein herbstlich Lied für zweie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-herbstlich-lied-fuer-zweie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-herbstlich-lied-fuer-zweie/</guid><description>&lt;p&gt;Auch diesem Stieglitz da im Blätterfall&#10;Tickt wunderbar in seinem Federball&#10;Ein schüchtern-schluchzend Herz, ein kleines,&#10;Ein Herz wie meins und deines.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Vogel singt, weil ihn sein Herz bezwingt&#10;Und große Sonnenluft ihn frisch umschwingt -&#10;Er muß von seinem Herzen zehren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und jedes Flüsterbäumchen, uns vertraut,&#10;Trägt unter seiner weichen Rindenhaut&#10;Ein horchend Neugierherz, ein wachsend kleines,&#10;Ein Herz wie meins und deines.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Baum verzweigt, und weiter zweigt er still,&#10;Weil frei sein Herz ins Blaue schauen will -&#10;Er muß von seinem Herzen zehren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Herbstlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-herbstlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-herbstlied/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sommer verglüht&#10;in Blutlaub und Traube.&#10;Noch einmal blüht&#10;Sonnenglaube.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühle, o liebe,&#10;Mensch, Tier und Baum!&#10;Dass alles bliebe,&#10;seufzt es im Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch flötet Pan&#10;zur uralten Feier.&#10;Einsamer Schwan&#10;im kühlen Weiher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleitet und gleitet,&#10;sein schimmerndes Gefieder,&#10;jetzt rosig entbreitet.&#10;- Kommt Leda wieder? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühle, o liebe,&#10;Mensch, Tier und Baum!&#10;Dass alles bliebe,&#10;seufzt es im Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein junges Liebespaar sieht sich überrascht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-junges-liebespaar-sieht-sich-ueberrascht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-junges-liebespaar-sieht-sich-ueberrascht/</guid><description>&lt;p&gt;Wie kam es, dass ich heut betroffen&#10;Im Mondlicht stehen blieb?&#10;Die Pforte eines Parkes sah ich offen,&#10;Ein Jüngling hatte seine Freundin lieb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Buchsbaum schwirrte eines Vogels Fittich,&#10;Die Schnäbelnden erschraken, und es stob&#10;Ins grelle Mondlicht hell der eine Sittich,&#10;Indes der andere sich ins Dunkel hob.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-laemmlein-geht-und-traegt-die-schuld/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-laemmlein-geht-und-traegt-die-schuld/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld&#10;der Welt und ihrer Kinder,&#10;es geht und träget in Geduld&#10;die Sünden aller Sünder;&#10;es geht dahin, wird matt und krank,&#10;ergibt sich auf die Würgebank,&#10;entsaget allen Freuden;&#10;es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott,&#10;Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod,&#10;und spricht: Ich wills gern leiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Lämmlein ist der große Freund&#10;und Heiland meiner Seelen;&#10;den, den hat Gott zum Sündenfeind&#10;und Sühner wollen wählen.&#10;&amp;ldquo;Geh hin, mein Kind, und nimm dich an&#10;der Kinder, die von Anfang an&#10;verdient des Zornes Ruten;&#10;die Straf ist schwer, der Zorn ist groß,&#10;du kannst und sollst sie machen los&#10;durch Sterben und durch Bluten.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Lob</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lob/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lob/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Lob, besser als Schmeichelei,&#10;erweckt uns wie die Flur der Mai.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein meister las</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-meister-las/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-meister-las/</guid><description>&lt;p&gt;Ein meister las, troum unde spiegelglas,&#10;daz si zem winde bî der stæte sîn gezalt.&#10;Loup unde gras, daz ie mîn vreude was,&#10;swiez nû erwinde, ez dunket mich alsô gestalt;&#10;Dar zuo die bluomen manicvalt,&#10;diu heide rôt, der grüene walt,&#10;der vogele sanc ein trûric ende hât;&#10;dar zuo der linde süeze unde linde.&#10;Sô wê dir, Werlt, wie dirz gebende stât !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein tumber wân den ich zer werlte hân,&#10;derst wandelbære, wande er bœsez ende gît:&#10;ich solte in lân, kunde ich mich wol verstân,&#10;daz er iht bære mîner sêle grôzen nît.&#10;mîn armez leben in sorgen lît:&#10;der buoze wære michel zît.&#10;nû vürhte ich siecher man den grimmen tôt,&#10;daz er mit swære mir geswære.&#10;vor vorhten bleichent mir diu wangen rôt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein modernes Weib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-modernes-weib/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-modernes-weib/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Mann beleidigte ein Weib. Es war&#10;Von jenen schnöden Thaten eine, die&#10;Kein Weib vergessen und vergeben kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geraume Zeit verstrich. Da eines Abends&#10;Ward an die Thür des Frevlers laut gepocht.&#10;Er rief: &amp;ldquo;Herein&amp;rdquo;, und sah voll tiefen Staunens,&#10;In Trauerkleidern eine Frau vor sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schlug den Schleier bald zurück. Er blickte&#10;In ihre großen stolzerstarrten Augen,&#10;In diese großen schmerzversengten Augen &amp;hellip;&#10;Er lächelte verlegen, denn ein Schauer&#10;Erfaßte ihn &amp;hellip; Er bot ihr höflich Platz,&#10;Sie aber dankte, und mit ruhiger Stimme&#10;Sprach sie zu ihm: &amp;ldquo;Du hast mich schwer beleidigt,&#10;Es war nur Gott dabei &amp;hellip; vor diesem Gott,&#10;Vor dir, und mir allein, will ich den Flecken&#10;Den Makel meiner Ehre, zugefügt&#10;Von deiner Hand, verlöschen.&#10;Höre nun!&#10;Um dies zu thun, bleibt mir ein Mittel nur:&#10;Ich kann nicht gehn, um einem fremden Menschen&#10;Das was ich selbst mir kaum zu sagen wage,&#10;Zu offenbaren. Für mich herrscht kein Richter,&#10;Er wär′ denn blind und taub und stumm, deshalb&#10;(Ein Schildern des Vergangenen glich′ aufs Haar&#10;Der neuen That, hieß′ selber mich entehren),&#10;Deshalb gibt′s eins nur: hier sind Waffen, wähle!&amp;rdquo;&#10;Sie stellte auf den Tisch ein Kästchen hin&#10;Und öffnete den Deckel. - -&#10;Lange standen&#10;Die beiden Menschen stumm. Er sah sie an,&#10;Sie hielt das glänzend große Aug′ gerichtet&#10;Fest auf die Waffen.&#10;Plötzlich brach er aus&#10;In lautes Lachen. Da durchglühte feurig&#10;Ein tiefes Rot die farbenlosen Wangen&#10;Der jungen Frau. Wie, wenn die ganze Antwort&#10;Dies Lachen wär′? Sie hätte schreien mögen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Räthsel vom Czaren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-raethsel-vom-czaren/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-raethsel-vom-czaren/</guid><description>&lt;ol start="1842"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Dans les grandes choses les hommes se montrent, comme il leur convient de se montrer, dans les petites ils se montrent comme ils sont.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein seltsam unerschöpflich Schatzkästlein&#10;Besitzt der Czar; man nennt es sonst Ural;&#10;Er faßt mit sichrer Hand und kluger Wahl&#10;Was Jeden lockt, aus dem granitnen Schrein:&#10;Platin′ und Silber, Edelstein und Gold,&#10;Denn guten Diensten frommt auch guter Sold.&#10;Die Kette kann ein Kranz sein erzgegossen,&#10;Der Kranz ein Kettenring aus Blüthensprossen;&#10;Der Czar, indem er kränzt, weiß auch zu ketten,&#10;Und Kreuze, Münzen, Tuladosen retten&#10;Des Zaubrers Ehren und vor allen mächtig&#10;Der magische Vasenbau aus Malachit!&#10;Wie des Versuchers Worte gleißend tritt&#10;Des Nordens Kunstwerk kalt und glatt und prächtig&#10;Zum vielversuchten Kanzlergreis in Wien,&#10;In Ludwigs Schloß, zum Schwager in Berlin,&#10;Zur anmuthreichen Brittenmajestät.&#10;Wer wüßte mit so guter Wahl zu schenken?&#10;Dort prunkt das malachitne Angedenken&#10;Ein Spiegel blank, drin euer Bild ihr seht;&#10;So mildes Grün so zähem Stoff vereint,&#10;Daß die Erinn′rung selbst verkörpert scheint;&#10;Des Erzes Wucht zu schlanker Form beschwingt,&#10;Wie schweres Leid zu leichtem Hauch sie bringt;&#10;Der grüne Schmelz voll Adern, wie in hellen&#10;Erinn′rungsbildern dunkle Schattenstellen. –&#10;Daß von Bewunderung ihr ganz entflammt,&#10;Werft eure Blicke nach den Arbeitstätten,&#10;In Urals Schachte, draus das Kunstwerk stammt:&#10;Seht, Künstlerhände schufen′s, die in Ketten!&#10;Des Kaukasus, der Stepp′ und Polens Söhne&#10;Begeistert Meister Czar dort für das Schöne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Säufertraum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-saeufertraum/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-saeufertraum/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war im Traume betrunken&#10;Und sah ein altes Kamel,&#10;Das war zu Boden gesunken —&#10;Es lachte — bei meiner Seel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und bald lag mein ganzes Genie&#10;Neben dem lachenden Vieh.&#10;Der Himmel lachte über mir,&#10;Und ich trank immer noch für Vier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Kamel kam nicht zu kurz dabei;&#10;Ich ließ es trinken fast für Drei.&#10;Dies war meine schönste Zecherei;&#10;Ich fühlte mich so groß und frei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Streit zwischen wahren Freunden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-streit-zwischen-wahren-freunden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-streit-zwischen-wahren-freunden/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Streit zwischen&#10;wahren Freunden, wahren Liebenden,&#10;bedeutet gar nichts.&#10;Gefährlich sind nur die Streitigkeiten&#10;zwischen Menschen,&#10;die einander nicht ganz verstehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Taschenkrebs und ein Känguruh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-taschenkrebs-und-ein-kaenguruh/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-taschenkrebs-und-ein-kaenguruh/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Taschenkrebs und ein Känguruh,&#10;die wollten sich ehelichen.&#10;Das Standesamt gab es nicht zu,&#10;Weil beide einander nicht glichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da riefen sie zornig: &amp;ldquo;Verflucht und verdammt&#10;Sei dieser Bureaukratismus!&amp;rdquo;&#10;Und hingen sich auf vor dem Standesamt&#10;An einem Türmechanismus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Vogel will sich in die Luft erheben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-vogel-will-sich-in-die-luft-erheben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-vogel-will-sich-in-die-luft-erheben/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Vogel will sich in die Luft erheben,&#10;selbst wenn sein Käfig golden wär.&#10;Ein Fluss gräbt sich seinen Weg ins Meer,&#10;selbst wenn ihn Dämme hindern wollten.&#10;Mein Herz ruft deinen Namen,&#10;selbst wenn du meinen vergessen würdest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Fabel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-fabel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-fabel/</guid><description>&lt;p&gt;Vor etwa achtzig, neunzig Jahren,&#10;Vielleicht sinds hundert oder mehr,&#10;Als alle Tiere hin und her&#10;Noch hochgelahrt und aufgekläret waren,&#10;Wie jetzt die Menschen ohngefähr;&#10;– Sie schrieben und lektürten sehr,&#10;Die Widder waren die Skribenten,&#10;Die andern: Leser und Studenten,&#10;Und Zensor war: der Brummelbär. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam man supplicando ein:&#10;»Es sei unschicklich und sei klein,&#10;Um seine Worte und Gedanken&#10;Erst mit dem Brummelbär zu zanken,&#10;Gedanken müßten zollfrei sein!«&#10;Der Löwe sperrt den Bären ein,&#10;Und tat den Spruch: »Die edle Schreiberei&#10;Sei künftig völlig frank und frei!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Lichthetäre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-lichthetaere/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-lichthetaere/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ein Lichtstrahl war ich einst,&#10;Zuckte hin und her&#10;Durch die Weltenpracht&#10;In dem Äthermeere.&#10;Quintillionen Wettersterne&#10;Hab′ ich prickelnd angeblickt.&#10;Oh, ich war geschickt —&#10;Eine Lichthetäre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Welle treibt die andre...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-welle-treibt-die-andre/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-welle-treibt-die-andre/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Welle treibt die andre, also macht es auch ein Christ,&#10;Wenn er auf dem Unglücks-Meere unter Sturm und Winden ist:&#10;Ein Gebeth, ein heiser Seufzer treibt den andern immer fort;&#10;Eine Thräne jagt die andre, bis er kömmt zum Seegens-Port.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem jungen Dichter ins Album</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-jungen-dichter-ins-album/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-jungen-dichter-ins-album/</guid><description>&lt;p&gt;Der Geist genügt sich überall&#10;Wo er in rechter Fülle ist&#10;Und schafft Genüge überall,&#10;wo er in rechter Hülle ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weg liegt allen offenbar&#10;Doch schwer ist′s ihn zu wandeln,&#10;Wie alle Weisheit leicht und klar,&#10;Doch schwer danach zu handeln!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem kunstliebenden Kaufmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-kunstliebenden-kaufmann/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-kunstliebenden-kaufmann/</guid><description>&lt;p&gt;Hermes, der handelbeschützende Gott, der klug mit dem Beutel&#10;Schaltet, nachdem er dem Sohn Letos die Leier geschenkt,&#10;Wahrlich er sieht dir nicht scheel um die täglichen Opfer, womit du,&#10;Fern von seinem Altar, singende Musen berufst.&#10;Ohne das Schöne, was soll der Gewinn? Dem feineren Sinn nur&#10;Duftet die Blüte des Glücks. Heil dir, du kennst sie, o Freund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem Pädagogen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-paedagogen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-paedagogen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Gärtner denkt nicht mehr der frühern Sorgen,&#10;Wenn seine Blumen blühen;&#10;Der Pflüger auch vergaß der alten Mühen,&#10;Wenn er sein Korn geborgen;&#10;Des Tages Last versüßt es dem Gemüthe,&#10;Das klug von jenen lernte,&#10;Beim Pflanzen schon zu denken an die Blüthe,&#10;Beim Säen an die Ernte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-frau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-frau/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Auge ist grün und kalt wie ein Alpensee,&#10;gespeist vom reinen Ewigen-Schnee.&#10;Drin ruht im dunkeln Felsengrund&#10;verwunschen ein Schatz, von Gold und Rubinen schwer.&#10;Davon hat Kunde nur ein Dichtermund. -&#10;Sonst weiß es keiner mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einmal noch den Abend halten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einmal-noch-den-abend-halten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einmal-noch-den-abend-halten/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal noch den Abend halten&#10;Im versinkenden Gefühl!&#10;Der Gestalten, der Gewalten&#10;Sind zuviel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie umbrausen den verwegnen Leuchter,&#10;Der die Nacht erhellt.&#10;Fiebriger und feuchter&#10;Glänzt das Angesicht der Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erste Sterne, erste Tropfen regnen,&#10;Immer süßer singt das Blatt am Baum.&#10;Und die brüderlichen Blitze segnen&#10;Blau wie Veilchen den erwachten Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Wird mir von Trauerlarven&#10;Die Straße gar bedrängt,&#10;Und fühl′ ich Schmerz den scharfen,&#10;Wie er den Hals beengt,&#10;Dann leg′ ich den Kopf in den Rachen&#10;Von meinem zahmen Leu,&#10;Und lieg′ da wie im Nachen&#10;Und laß mich treiben frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ruh′ ich in den Schranken&#10;Der reichen Einsamkeit,&#10;Und sehe in Gedanken&#10;Noch über meine Zeit;&#10;Da kann ich der anderen lachen&#10;Und schrecklich lustig sein,&#10;In meinen Schreckensnachen&#10;Dringt nie das Schrecken ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elbstrand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elbstrand/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elbstrand/</guid><description>&lt;p&gt;Der Strand glänzt prall besonnt und badehell.&#10;Es wimmelt um die Zelte wie von Maden.&#10;Die aufgesteckte Wäsche blendet grell.&#10;Und Mondschein kommt von Leibern, welche baden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Meere weht ein Wind mit Salz und Teer&#10;und kitzelt derb die Stadt-verweichten Lungen.&#10;Da springt ein Lachen auf dem Strand umher,&#10;und unvermutet redet man mit Zungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein großer Dampfer kommt vom Ozean.&#10;Stark ruft sein Baß. Die Luft wird plötzlich trüber.&#10;Man drängt ans Wasser kindlich nah heran.&#10;Ein Atem braust. – Die Woermann schwimmt vorüber.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elend/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elend/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Luft ist wie verpestet,&#10;Vergiftet, was ich seh′,&#10;Und alle Blicke sind Dolche&#10;Und jedes Wort ein Weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Herzen sind verschlossen,&#10;Erkennen mich nimmermehr;&#10;Von Allen aber, von Allen&#10;Verkennt mich am meisten er!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und würd′ ich′s ihm erzählen,&#10;Ihm Alles sagen - o Gott!&#10;Er würde auch dann noch lachen&#10;Und ich - ich wäre todt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und bist Du auch so höhnisch mit mir,&#10;Und siehst du mich auch nicht gern,&#10;So ist es mir dennoch manches Mal&#10;Als ständ′ ich dir nicht so fern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eleonoren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eleonoren/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eleonoren/</guid><description>&lt;p&gt;Noch weil′ ich in der Frühlingslaube,&#10;Und gebe mich der Glut gefangen,&#10;Die nicht des Westes Fittig kühlt,&#10;Der hier um meine blassen Wangen&#10;So abendlich, so leise spielt.&#10;Mein Wesen wird der Kraft zum Raube,&#10;Die magisch in mir wirkt und webt,&#10;Indeß der gottvertraute Glaube&#10;Sein Haupt nach jenen Sternen hebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Frühlingsluft, die mich durchschauert,&#10;Sie weckt in meinem kranken Herzen&#10;Des wunderbaren Stromes Lauf,&#10;Die bittre Lust, die süßen Schmerzen&#10;Der ungestillten Sehnsucht auf,&#10;Die nach dem Gut, das ewig dauert,&#10;Nach der entschwundnen goldnen Zeit,&#10;Wie die gefangne Psyche trauert,&#10;Und der kein Gott die Flügel leiht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ende der Gewalt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ende-der-gewalt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ende-der-gewalt/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr, die ihr zwingt, doch nie bezwingt:&#10;Und wenn ihr noch so eifrig seid&#10;Und fern von Mitleid oder Leid,&#10;Ihr macht, wenn ihr die Kolben schwingt,&#10;Für euch in Zeit und Ewigkeit&#10;Aus meinem Blut kein Goldgeschmeid!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entschuldigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entschuldigung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entschuldigung/</guid><description>&lt;p&gt;Kam einst ein englischer Kapitan&#10;Zu Stambul in dem Hafen an,&#10;Der wollte nach der langen Fahrt&#10;Sich gütlich tun nach seiner Art,&#10;Und in Stambuls krummen Gassen&#10;Vor den Leuten sich sehen lassen.&#10;Hatte auch weit und breit gehört,&#10;Wie die Türken so schöne Pferd,&#10;Reiche Geschirr und Sättel haben;&#10;Wollte auch wie ein Türke traben,&#10;Und bestellt auf abends um vier&#10;Ein recht feurig arabisch Tier.&#10;Ziehet sich an im höchsten Staat,&#10;Rotem Rock, mit Gold auf der Naht,&#10;Schwärzt den Bart um Wange und Maul&#10;Und steigt Punkt vier Uhr auf den Gaul.&#10;Drauf, als er reitet durch das Tor,&#10;Kam es den Türken komisch vor,&#10;Hatten noch keinen Reiter gesehn&#10;Wie den englischen Kapitän;&#10;Die Knie hatt er hinaufgezogen,&#10;Und seinen Rücken krumm gebogen,&#10;Die Brust mit den Tressen eingedrückt,&#10;Auch den Kopf tief herabgebückt,&#10;Saß zu Pferd wie ein armer Schneider.&#10;Doch der Schiffskapitän ritt weiter,&#10;Glaubte getrost die Türken lachen&#10;Aus lauter Bewundrung in ihrer Sprachen.&#10;So ritt er bis zum großen Platz,&#10;Da macht der Araber einen Satz&#10;Und steigt; der englische Kapitän&#10;Ergreift des Arabers lange Mähn,&#10;Gibt ihm verzweiflungsvoll die Sporen,&#10;Und schreit ihm auf englisch in die Ohren;&#10;Das Roß den Reiter nicht verstand,&#10;Setzt wieder und wirft ihn in den Sand.&#10;Die Türken den Rotrock sehr beklagen,&#10;Haben ihn auch zu Schiff getragen,&#10;Und seinem Dragoman, einem Scioten,&#10;Haben sie hoch und streng verboten,&#10;Er dürf′s nimmer wieder leiden,&#10;Daß der Herr den Araber tät reiten.&#10;Als sie verlassen den Kapitan,&#10;Befiehlt er gleich dem Dragoman,&#10;Ihm auf englisch auszudeuten,&#10;Was er gehört von diesen Leuten.&#10;Der Grieche spricht: »Es ist nichts weiter,&#10;Sie glauben Ihr seid ein schlechter Reiter,&#10;Wollen Ihr sollt in Stambuls Gassen&#10;Nimmer zu Pferd Euch sehen lassen.«&#10;Des hat sich der Kapitän gegrämt&#10;Und vor den Türken sehr geschämt.&#10;Spricht zum Dragoman: »Geh hinein&#10;Und sage den Türken, es kommt vom Wein.&#10;Der Herr ist sonst ein guter Reiter,&#10;Aber heut an der Tafel, leider,&#10;Hat er sich ziemlich im Sekt betrunken,&#10;Da ist er im Rausche vom Pferd gesunken.«&#10;Der Grieche ging zum Hafentor&#10;Und trug den Türken die Sache vor.&#10;Doch diese hören ihn schaudernd an:&#10;»Wir glaubten Gutes vom roten Mann,&#10;Und dachten er sitze schlecht zu Pferd,&#10;Weil′s ihn sein Vater nicht besser gelehrt;&#10;Aber wie! vom Weine betrunken,&#10;Ist er im Rausche vom Pferd gesunken!&#10;Pfui dem Giaur und seinem Glas,&#10;Allah tue ihm dies und das!«&#10;Da sprach ein alter Muselmann:&#10;»Glaubt′s nicht Leute, höret mich an,&#10;Nicht weil der Frank zu viel getrunken,&#10;Ist er schmählich vom Roß gesunken.&#10;Hab gleich gedacht es wird so gehn,&#10;Als ich ihn habe reiten sehn,&#10;Die Knie hoch hinaufgezogen,&#10;Den Rücken krumm und schief gebogen,&#10;Die Brust mit Tressen eingedrückt,&#10;Kopf und Nacken niedergebückt.&#10;Denk ich, wenn sein Rößlein scheut,&#10;Ihn sein Reiten gewiß gereut.&#10;Aber nein, ich will euch sagen,&#10;Warum er wollte den Wein verklagen,&#10;Und stellt sich lieber als Säufer gar&#10;Denn als ein schlechter Reiter dar.&#10;Das macht des Menschen Eitelkeit,&#10;Die ihn zu Trug und Lug verleit′.&#10;Will mancher lieber ein Laster haben,&#10;Hätt er nur andere glänzende Gaben;&#10;Und mancher lieber eine Sünd gesteht,&#10;Eh er eine Lächerlichkeit verrät;&#10;Ein dritter will gar zur Hölle fahren,&#10;Um sich ein falsch Erröten zu sparen.&#10;So auch der fränkische Kapitan,&#10;Schämt sich und lügt uns lieber an,&#10;Will lieber Säufer sich lassen schelten,&#10;Als für einen schlechten Reiter gelten.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entschwunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entschwunden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entschwunden/</guid><description>&lt;p&gt;Einstmals hab ich ein Lied gewußt,&#10;Einst, in goldenen Stunden,&#10;Sang ich′s, da ich ein Kind noch war,&#10;Aber mir ist′s entschwunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieblich schwebte die Weise hin,&#10;weich wie Schwanengefieder;&#10;Ach, wohl such′ ich durch Feld und Wald,&#10;Finde nimmer sie wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manchmal mein ich, es wogt ihr Laut&#10;Über der Flur in den Winden;&#10;Aber es ist verhallt im Nu,&#10;Will ich ihn greifen und binden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft auch, wenn ich bei Nacht entschlief,&#10;Streift urplötzlich und leise&#10;Über mein Herz mit Traumeshand&#10;Die verlorene Weise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epistel, 1.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epistel-1/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epistel-1/</guid><description>&lt;p&gt;(Aus Franken.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe mein Herz in deines hinein geschlossen,&#10;Darin liegen begraben&#10;Drei güldene Buchstaben,&#10;Der erste ist von rothem Gold,&#10;Daß ich dir bin von Herzen hold;&#10;Der ander ist von Edelstein,&#10;Ich wollt du wärst die Liebste mein;&#10;Der dritt, der ist von Sammet und Seiden,&#10;Du sollst all andere meiden;&#10;So wünsch ich dir ein güldenes Schlafkämmerlein,&#10;Von Kristall ein Fensterlein,&#10;Von Sammet ein Bett,&#10;Von Zimmet eine Thür,&#10;Von Nägelein ein Riegel dafür,&#10;Von Muskaten eine Schwell&#10;Und mich zu deinem Schlafgesell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epistel, 2.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epistel-2/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epistel-2/</guid><description>&lt;p&gt;Einen freundlichen Gruß,&#10;Der in das Herze soll und muß;&#10;Der Gruß liegt begraben,&#10;Zwischen zwey goldenen Buchstaben,&#10;Der eine heiß: Eine Perle fein,&#10;Ich kann nicht Herzallerliebste stets bey dir seyn!&#10;Der andre heiß: Sammet und Seiden,&#10;Mein Schatz soll andre Junggesellen meiden.&#10;Ich habe einen heimlichen Bothen ausgesandt,&#10;Der dir und mir ist wohlbekannt,&#10;Das Täublein thu ich bitten&#10;Mit tugendlichen Sitten,&#10;Daß es soll mein Bothe seyn&#10;Und sagen zu der Liebsten mein:&#10;Ich grüß sie heimlich in der Still&#10;Und trau den falschen Zungen nicht viel,&#10;Grüße nur ihr Mündlein roth und weiß,&#10;Welches ist gezieret mit ganzem Fleiß,&#10;Grüße sie durch grasgrünen Klee,&#10;Nach ihr thut mir mein Herz so weh.&#10;Ich wünsche ihr soviel gute Tage und Augenblick,&#10;Als ich des Nachts Sterne am Himmel erblick.&#10;Ich wünsche meiner Herzliebsten ein Haus&#10;Mich zu ihr immer ein und aus,&#10;Von Kristallen eine Thür,&#10;Und von Nägelein einen Riegel dafür;&#10;Von Sammet und Seiden ein Bett,&#10;Das ist ihr zarter Leib wohl werth.&#10;Wir leben beide auf dieser Erden,&#10;Ach, daß sie bald mein eigen möcht werden.&#10;Eh ich meine Herzvielgeliebte wollt lassen,&#10;Eh sollt mein Herz ein Pfeil durchstoßen;&#10;Eh ich meine Herzallerliebste wollt meiden,&#10;Eh sollt mein Herz eine Säge durchschneiden.&#10;Es kann keiner seyn so behend,&#10;Der von der Liebe könnt schreiben ein End;&#10;Sie ist mein Morgen und Abendstern,&#10;Meine Augen sehn sie allezeit gern;&#10;Ich sitze beym Trinken oder Essen,&#10;So kann ich meine Herzallerliebste nicht vergessen;&#10;Wenn ich sie seh voll Freuden schweben,&#10;So freuet sich mein ganzes Leben.&#10;Herzallerliebste, ich laß nicht von dir ab,&#10;Bis man mich träget ins kühle Grab.&#10;Herz in Herz geschlossen,&#10;Pfeil in Pfeil gestoßen,&#10;Lieb in Lieb verpflicht,&#10;Herzallerliebste verlaß mich nicht;&#10;Denn mein Herz ist ein Diamant,&#10;Dein und meine Liebe scheidet niemand.&#10;Keine Rose, keine Nelke kann blühen so schön,&#10;Als wenn zwey verliebte Seelen beysammen thun stehn.&#10;Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß,&#10;Als zärtliche Liebe von der niemand weiß.&#10;Setz du mir einen Spiegel ins Herze hinein,&#10;Damit du kannst schauen, wie treu ich es mein.&#10;Nun Täubchen schwing die Flügel,&#10;Bring frohe Botschaft wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er war ins Grab gesenkt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-war-ins-grab-gesenkt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-war-ins-grab-gesenkt/</guid><description>&lt;p&gt;Er war ins Grab gesenket,&#10;der Feind trieb groß Geschrei.&#10;Eh er´s vermeint und denket,&#10;ist Christus wieder frei&#10;und ruft Viktoria!&#10;Schwingt fröhlich hier und da&#10;sein Fähnlein als ein Held,&#10;der Feld und Mut behält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erdianerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erdianerlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erdianerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Fliegt man stückweis′ in die Luft,&#10;Wird man gleich zu Leichenduft;&#10;Man verpufft in einem Nu,&#10;Macht nicht mal die Augen zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erfolg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erfolg/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erfolg/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Sensatore,&#10;Ihr Roman&#10;Bricht flott sich Bahn,&#10;Macht viel furore,&#10;Dieweil er so beweglich,&#10;So nervaufreglich,&#10;So bunt, so frei&#10;Und auch so Leih-&#10;Bibliotbeklich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erhörung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erhoerung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erhoerung/</guid><description>&lt;p&gt;In süßer Lenznacht, bei der Sterne Schein,&#10;Vom hellen Mondenglanze übergossen,&#10;Von Kühl&amp;rsquo; und Duft und Stille mild umflossen,&#10;Ging ich mit ihr vertraulich und allein:&#10;In süßer Lenznacht bei der Sterne Schein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reich an Gefühlen, doch an Worten arm&#10;Ruht Aug&amp;rsquo; in Aug&amp;rsquo;, in seligem Umfangen&#10;Schlägt Herz an Herz, und Wangen ruhn auf Wangen:&#10;»Dein, Dein auf ewig!« ruf&amp;rsquo; ich wahr und warm,&#10;Reich an Gefühlen, doch an Worten arm!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung und Phantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-und-phantasie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-und-phantasie/</guid><description>&lt;p&gt;Warum ergießt sich nur der Schwermut Schauer&#10;aus deiner Schale mir, Erinnerung?&#10;Warum bewölkt der Sehnsucht stille Trauer&#10;der Seele Blick mit trüber Dämmerung?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie flattert ängstlich mit gelähmten Flügel&#10;um Blüten der Vergangenheit, enteilt&#10;auf ewig, wie bei seinem Grabeshügel&#10;ein armer unversöhnter Schatten weilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie nach Edens seligen Gefilden&#10;zu späte Reu&amp;rsquo; mit nassem Blicke dringt,&#10;schaut sie zurück nach luftigen Gebilden,&#10;die keine Hoffnung je ihr wiederbringt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerungen auf dem alten Schlosse zu Baden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerungen-auf-dem-alten-schlosse-zu-baden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerungen-auf-dem-alten-schlosse-zu-baden/</guid><description>&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir stehen hier und schauen&#10;In ein gelobtes Land.&#10;Ringsum die deutschen Gauen,&#10;Gebaut von deutscher Hand.&#10;Doch dort an den Voghesen&#10;Liegt ein verlornes Gut,&#10;Da gilt es deutsches Blut&#10;Vom Höllenjoch zu lösen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir denken an den Starken,&#10;Der diesen Bau gethürmt,&#10;Er hat des Landes Marken&#10;Mit guter Treu geschirmt;&#10;O Markgraf, Markgraf, weine,&#10;Man spielte böses Spiel,&#10;Und wie dein Haus, zerfiel&#10;Das schöne Land am Rheine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ernüchterung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ernuechterung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ernuechterung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Straße war so asphaltiert zu schreiten,&#10;In Ordnung brannten rosa Bogensterne&#10;- Nun richtet sich die Treppe teuflisch auf,&#10;Der düstren Stufen eckige Wogen reiten&#10;Durch ihres Hauses vorgetäuschte Ferne,&#10;Verwirrend meinen lange ebnen Lauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es widert mich, das Knie so steil zu rühren.&#10;Der Füße unbetonten Schritt zu lassen -&#10;Verworfnes Pathos! - so belogen mich&#10;Des Tags Gespräche prahlend, hinzuführen&#10;Nach wilden Höhen aus den flachen Gassen&#10;- Doch die Gebärde endigte in sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwartung der Weihnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwartung-der-weihnacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwartung-der-weihnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Noch eine Nacht - und aus den Lüften&#10;Herniederströmt das goldne Licht&#10;Der wundersamen Weihnachtsfreude,&#10;Verklärend jedes Ungesicht.&#10;Und wieder klingt die alte Sage:&#10;Wie einst die Lieb′ geboren ward,&#10;Die unbegrenzte Menschenliebe&#10;In einem Kindlein hold und zart.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun zieht ein süß erschauernd Ahnen&#10;Durch Höhn und Tiefen, Flur und Feld.&#10;Nun deckt geheimnisvoll ein Schleier&#10;Des trauten Heimes kleine Welt.&#10;Dahinter strahlt′s und lacht′s und flimmert′s&#10;Und ist der süßen Rätsel voll,&#10;Durch alle Räume weht ein Odem&#10;Der Freunde, die da kommen soll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erziehung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erziehung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erziehung/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vater zu dem Sohne spricht:&#10;Zum Herz- und Seelengleichgewicht,&#10;zur inneren Zufriedenheit&#10;und äußeren Behaglichkeit&#10;und zur geregelten Verdauung&#10;bedarf es einer Weltanschauung.&#10;Mein Sohn, du bist nun alt genug.&#10;Das Leben macht den Menschen klug,&#10;die Klugheit macht den Menschen reich,&#10;der Reichtum macht uns Herrschern gleich,&#10;und herrschen juckt uns in den Knöcheln&#10;vom Kindesbein bis zum Verröcheln.&#10;Und sprichst du: Vater, es ist schwer.&#10;Wo nehm ich Geld und Reichtum her?&#10;So merk: Sei deines Nächsten Gast!&#10;Pump von ihm, was du nötig hast.&#10;Sei′s selbst sein letzter Kerzenstumpen -&#10;besinn dich nicht, auch den zu pumpen.&#10;Vom Pumpen lebt die ganze Welt.&#10;Glück ist und Ruhm auf Pump gestellt.&#10;Der Reiche pumpt den Armen aus,&#10;vom Armen pumpt auch noch die Laus,&#10;und drängst du dich nicht früh zur Krippe,&#10;das Fell zieht man dir vom Gerippe.&#10;Drum pump, mein Sohn, und pumpe dreist!&#10;Pump anderer Ehr, pump anderer Geist.&#10;Was andere schufen, nenne dein!&#10;Was andere haben, steck dir ein!&#10;Greif zu, greif zu! Gott wird′s dir lohnen.&#10;Hoch wirst du ob der Menschheit thronen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es bringt dir ein Gott...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-bringt-dir-ein-gott/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-bringt-dir-ein-gott/</guid><description>&lt;p&gt;Es bringt dir ein Gott&#10;ein jedes Gräslein bei,&#10;Und macht es dazu klar,&#10;daß er dreifaltig sei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es kehrt die Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-kehrt-die-zeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-kehrt-die-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Es kehrt die Zeit&#10;Dreimal so weit.&#10;Ich bin entzweit&#10;Millionenweit.&#10;Ich bin bereit:&#10;Es kehrt die Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zeit ist um,&#10;Vorbei, vorbei.&#10;Die Welt wird dumm,&#10;Der Stab geht krumm,&#10;Es fließt das Ei&#10;Vorbei, vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es schauen die Blumen alle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-schauen-die-blumen-alle/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-schauen-die-blumen-alle/</guid><description>&lt;p&gt;Es schauen die Blumen alle&#10;Zur leuchtenden Sonne hinauf;&#10;Es nehmen die Ströme alle&#10;Zum leuchtenden Meere den Lauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es flattern die Lieder alle&#10;Zu meinem leuchtenden Lieb -&#10;Nehmt mit meine Tränen und Seufzer,&#10;Ihr Lieder, wehmütig und trüb!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es stand ein Mann am Siegestor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-stand-ein-mann-am-siegestor/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-stand-ein-mann-am-siegestor/</guid><description>&lt;p&gt;Es stand ein Mann am Siegestor,&#10;der an ein Weib sein Herz verlor.&#10;Schaut sich nach ihr die Augen aus,&#10;in Händen einen Blumenstrauß.&#10;Zwar ist dies nichts Besunderes.&#10;Ich aber - ich bewunder es.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es waren drei junge Leute...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-waren-drei-junge-leute/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-waren-drei-junge-leute/</guid><description>&lt;p&gt;Es waren drei junge Leute,&#10;die liebten ein Mädchen so sehr.&#10;Der eine war der Gescheute,&#10;floh zeitig über das Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er fand eine gute Stelle&#10;und ward seiner Jungend froh,&#10;und lebt als Junggeselle&#10;noch heut auf Borneo.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zweite schied mit Weinen.&#10;Er sang seiner Liebe Leid&#10;und ließ es gebunden erscheinen&#10;just um die Weihnachtszeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das kalte Herz seiner Dame,&#10;die Quelle all seines Wehs,&#10;macht ihm die schönste Reklame&#10;auf allen ästhetischen Tees.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ewige Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ewige-liebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ewige-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Was soll ich andres sagen,&#10;Dir, mein geliebtes Kind,&#10;Als immer nur das eine:&#10;Ich bin Dir treu gesinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Name steht geschrieben&#10;Mir tief ins tiefste Herz.&#10;Mit goldnen Flammenzügen,&#10;Die fester stehn als Erz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen uns gehören&#10;Von nun in Ewigkeit,&#10;Dich freue, was mich freuet,&#10;Dein Leiden sei mein Leid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Leib wird welken, sterben,&#10;Die Seele nicht verdorrt,&#10;Lieb’ ist der Seele Blume&#10;Und blüht im Himmel fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Festgruß zum Schützentag in Wien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/festgruss-zum-schuetzentag-in-wien/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/festgruss-zum-schuetzentag-in-wien/</guid><description>&lt;ol start="1868"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;»Sie fügten ihre Hände in Eins und gingen dann&#10;In einen weiten Palast, der war gar wohlgethan&#10;Vor dem die Donau unten die Fluth vorüber goß,&#10;Da saßen sie im Freien und hatten Kurzweil groß.«&#10;Nibelungenlied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat den Festschmuck angethan, die Kränze grüner Reiser,&#10;Verjüngt vom Lenzhauch neuer Zeit, die alte Stadt der Kaiser;&#10;Von ihrer Mauerkrone wehn die Blumen und die Bänder,&#10;Den Leib umfließt in Faltenpracht das reichste der Gewänder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Festlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/festlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/festlied/</guid><description>&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun singt, von Andacht hoch durchglüht,&#10;Der Freiheit Lobgesang!&#10;Im Himmel und auf Erden klang&#10;Noch nie ein schönres Lied.&#10;Denn Freiheit war das Meisterwort,&#10;Als Gott die Geister schuf;&#10;O Freiheit unser Stern und Hort,&#10;Wir hörten auch den Ruf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da brach hervor zu Gotteslust&#10;Was lang im Finstern schlief,&#10;Der Keim der Freiheit, welcher tief&#10;Entsproß in Menschenbrust.&#10;In tausend Aesten brach es aus,&#10;Das junge zarte Reis,&#10;Ein reicher voller Blütenstrauß&#10;Zu Gottes Ehr′ und Preis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Feuerrosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/feuerrosen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/feuerrosen/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Begeistert von der Freiheit Jubelschall&#10;Flammt in das Aug des Herzens Lustgeberde;&#10;Erweckt vom ersten warmen Frühlingsschwall,&#10;Entkeimt die Blume froh der grünen Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es lockt den Bach das bunte Wiesenthal&#10;Und Lieb das Mägdlein fort vom Heimatherde,&#10;Und jeder Keim hat seinen Sonnenstral,&#10;Der ihn bescheint, daß er zur Blüte werde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn, der Tag im Herzen aufgegangen,&#10;Und tönt ein Klingen nur vom Lied hinein,&#10;Das Arndt und Uhland, Grün und Herwegh sangen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fieber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fieber/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fieber/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Nur Wasser! o, das kühlt! - die Fratze&#10;Fällt nachgerade mir zur Last!&#10;Das Maul des Kerls und seine Glatze&#10;Sind mir bis in den Tod verhaßt!&#10;Jetzt an den Puls, jetzt eine Prise -&#10;Fort mit der Hand, armsel´ger Tropf!&#10;Ja murre, Fas´ler! Krise, Krise! -&#10;Du Narr, das Glas dir an den Kopf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich, der Zaubrer ist bezwungen!&#10;Mein dreister Wurf hat ihn gebannt.&#10;Dem Wächtervolk bin ich entsprungen! -&#10;O, welch ein Schweben! welch ein Land!&#10;Der Wald von Duft durchzogen! golden -&#10;Die Sonne badet sich - der Strom!&#10;Das Feld voll tausendfarb´ger Dolden!&#10;Der Himmel ein sapphirner Dom!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fiebernacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fiebernacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fiebernacht/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Berggeist, ich höre deine Ströme rauschen -&#10;Gib mir Gehör! Wir wollen Rede tauschen!&#10;Du von der Firn und aus der Gletscher Kühle,&#10;Ich aus der engen Krankenkammer Schwüle!&#10;Du weisst es, Geist, ich liege hier gefangen&#10;Und lasse den geknickten Flügel hangen,&#10;Ich ächz und stöhne, den gelähmten, wunden&#10;Gebrochnen Arm dicht an den Leib gebunden.&#10;Zwei kurzer Wandertage süsses Träumen -&#10;Und dich verdross ein Gast in deinen Räumen.&#10;Von deinem Tische stiessest du den Zecher,&#10;Entrissest ihm den eisgewürzten Becher&#10;Und rolltest ihn hohnlachend durch die Klüfte&#10;Hinunter in des Fieberlagers Grüfte.&#10;Verräter, schmählich hast du mich betrogen!&#10;Hast du mich leise rufend nicht gezogen?&#10;Warst du mir lange Jahre nicht gewogen?&#10;Und wann in deinem Reich ich mich verirrte,&#10;Schritt nicht, wie Zufall, mir voran ein Hirte&#10;Und liess mich - ungerufen, ungebeten -&#10;Bergab in seine sichern Stapfen treten?&#10;Du bist mir gram geworden? Lass dich fragen!&#10;Muss ich der führerlosen Fahrt entsagen?&#10;Des hohen Irreganges mich entwöhnen?&amp;rdquo;&#10;Mir gab Bescheid der Geist mit tiefen Tönen&#10;Im Flutensturz und in der Laue Dröhnen,&#10;Es klang wie Drohn und wieder klangs wie Höhnen:&#10;&amp;ldquo;Ein junger Wandrer kam zu mir gefahren&#10;Mit hastgen Schritten und mit wehnden Haaren,&#10;Ein bleiches Bild! So ist er ohne Bangen&#10;Auf meinen schmalen Gräten umgegangen,&#10;Und über Klüften, schwindelnd abgrundtiefen,&#10;Aus welchen jubelnd ihn die Wogen riefen,&#10;Ist er gewandelt auf gestürzten Föhren&#10;Und schien in meine Wildnis zu gehören,&#10;Ein dumpfer Ton in meinen dumpfen Chören -&#10;Du warsts &amp;hellip; und gingst an eines Abgrunds Saume,&#10;Unkundig der Gefahr, in wachem Traume.&#10;Doch mir gefiel der Kühne und der Blinde,&#10;Und Sorge trug ich dir als einem Kinde -&#10;Jetzt, lieber Herr, bist leidlich du vernünftig,&#10;Hast Weib und Hof, bist in der Gilde zünftig,&#10;Verlass dich nicht auf meine Flügel künftig!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Folg mir in mein Domizil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/folg-mir-in-mein-domizil/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/folg-mir-in-mein-domizil/</guid><description>&lt;p&gt;Folg mir in mein Domizil,&#10;liebes Kind, und frag nicht viel.&#10;Wirst schon alles lernen,&#10;wirst schon alles sehn,&#10;liest nicht in den Sternen,&#10;was dir heut noch alles kann für Heil geschehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stehst herum in Nacht und Wind.&#10;Komm! Bei mir ist′s warm, mein Kind.&#10;Geb dir einen Taler,&#10;koch dir ein Glas Tee.&#10;Einen Emmentaler&#10;essen wir selbander auf dem Kanapee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleibst bei mir bis früh am Tag.&#10;Geht dann jeder, wo er mag.&#10;Ich zum Redaktöre,&#10;du, wohin dich′s treib.&#10;Morgen küßt, ich schwöre,&#10;dich mein guter Nachbar, mich des Nachbars Weib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fort Belvedere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fort-belvedere/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fort-belvedere/</guid><description>&lt;p&gt;An der Veste Wall und Warten,&#10;Die dich zügeln soll, Florenz,&#10;Lehnt sich deines Fürsten Garten,&#10;Blüthenvoll im sonn’gen Lenz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch des Schlummers süße Schlinge&#10;Hält die Wacht am Wall umfahn,&#10;Rost zerfraß des Kriegers Klinge,&#10;Seiner Flinte fehlt der Hahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief wohl schläft er; ihn umdüstert&#10;Keine Ahnung der Gefahr.&#10;Hört er’s nicht, wie’s unten flüstert&#10;Droh’nd aus der Belag’rer Schaar?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieht er nicht im Thale blinken&#10;Federbüsche aller Art,&#10;Hundertfarb’ge Fähnlein winken,&#10;Denen, Lenz, dein Heer sich schaart?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Forum des Weibes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/forum-des-weibes/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/forum-des-weibes/</guid><description>&lt;p&gt;Frauen, richtet mir nie des Mannes einzelne Taten,&#10;Aber über den Mann sprechet das richtende Wort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fra Giovanni da Fiesole</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fra-giovanni-da-fiesole/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fra-giovanni-da-fiesole/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir ist die Kunst ein Gebet, worin du die liebende Seele&#10;Immer nach Gottes Thron, immer zum Himmel erhebst.&#10;Als ein getreuer Knecht dem Herrn und dem Reiche des Sohnes&#10;Weihtest du Pinsel und Herz, weihtest du Leben und Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Heiliges maltest du nur, denn wie du Gott dich gewidmet,&#10;Mußt′ auch die Kunst ihm sofort heilige Priesterin sein.&#10;Nicht die Muse begeisterte dich; es stiegen die Engel&#10;Weihend und segnend zu dir, während du maltest, herab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauenliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenliebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ihres Leibes Wunderschaft&#10;hat so völlig ihn verschnüret,&#10;dass ihn fürder keine Kraft&#10;wieder auf zur Freiheit führet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lachend hat an seiner Not&#10;sie das Frauenherz geweidet,&#10;wissend, dass er bis zum Tod&#10;duldet, liebt und für sie leidet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freiheit-Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-hoffnung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-hoffnung/</guid><description>&lt;p&gt;Freiheit, wo weilst du! Du zauderst so lange,&#10;Vaterland sehnet nach dir sich so bange!&#10;Kehrst du nimmer zu uns zurück?&#10;Wendest von uns nur den trauernden Blick?&#10;Ja! als mein Volk die umstrickenden Bande&#10;Sprengte mit mutig geschwungenem Schwert,&#10;Als es mit Blut abschwemmte die Schande&#10;Von dem geschändeten heimischen Herd:&#10;Da lauschtest du dem Siegestone,&#10;Der aus den Schlachten zum Himmel gekracht,&#10;Und du entschwebtest dem himmlischen Throne,&#10;Weihtest dem Volke die Siegerkrone,&#10;Deutschland strahlte in alter Pracht;&#10;Tag war erwacht,&#10;Es sank die Nacht. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freudenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freudenlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freudenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Es singen die Söhne der Weisheit, die Alten:&#10;Bekränzt Euch mit Rosen, die frühe verblühn!&#10;Ihr werdet dem hinkenden Alter, den Falten,&#10;Dem Nachen des Charon doch nimmer entfliehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, pflücket die Blüthen der flüchtigen Stunden,&#10;O, pflücket sie eilig zum duftigen Kranz!&#10;Und schwingt euch, von zärtlichen Armen umwunden,&#10;Von funkelnden Augen beleuchtet, im Tanz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sich Ein Mahl im rollenden Monde betrinken,&#10;Hippokrates lehrt es, der göttliche Mann,&#10;Läßt heller die Flamme des Lebens erblinken.&#10;Drum bringet die fröhlichen Becher heran!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freundesrat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freundesrat/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freundesrat/</guid><description>&lt;p&gt;Ob dus im Tag′buch anmerkst? Handle! War es was Böses,&#10;Fühl es, o Freund, und vergiß; Gutes? Vergiß es noch eh′r!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freyheitslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freyheitslied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freyheitslied/</guid><description>&lt;p&gt;Wie glänzt auf dem Berge die goldene Wolke&#10;So heiter und lauter dem heiteren Volke!&#10;Da wallen und schweben&#10;Und küssen und weben&#10;Die wankenden Bilder im wechselnden Tanz&#10;Um silberne Stirnen mit rosigem Kranz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf jähem Gebirge, durch grünende Matten,&#10;An Strömen und Quellen, im kühlenden Schatten,&#10;Zu Meer und zu Lande,&#10;Am blumigen Strande,&#10;Da schreitet der Grieche, so kräftig und kühn!&#10;Es schwillt ihm der Busen im wachsenden Glühn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fröhlicher Regen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/froehlicher-regen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/froehlicher-regen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie der Regen tropft,&#10;An die Scheiben klopft,&#10;Jeder Strauch ist naß bezopft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie der Regen springt!&#10;In den Blättern singt&#10;Eine Silberuhr.&#10;Durch das Gras hin läuft,&#10;Wie eine Schneckenspur,&#10;Ein Streifen weiß beträuft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das stürmische Wasser schießt&#10;In die Regentonne,&#10;Daß die überfließt,&#10;Und in breitem Schwall&#10;Auf den Weg bekiest&#10;Stürzt Fall um Fall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Regenriese,&#10;Der Blauhimmelhasser,&#10;Silbertropfenprasser,&#10;Niesend faßt er in der Bäume Mähnen,&#10;Lustvoll schnaubend in dem herrlich vielen Wasser.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frohvogel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frohvogel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frohvogel/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Frohvogel war mir entflogen,&#10;Gar traurig schien da die Welt.&#10;Erst dacht&amp;rsquo; ich, er hat nur verzogen&#10;Und kommt wieder, sobalds ihm gefällt.&#10;Doch war und blieb er verschwunden;&#10;So lief ich zum Zeitverleih&#10;Und borgte mir zehntausend Stunden,&#10;Ihn suchen, wo er auch sei.&#10;Ich fragte bei allen Leuten&amp;hellip;&#10;Meine Nachbarn spaßten recht nett&#10;Und sagten, wie sehr sie sich freuten,&#10;Dass ich keinen Vogel mehr hätt.&#10;Zwar taten, als ob sie was wüssten,&#10;Wenn ich forschte, Kind und Gesind&amp;hellip;&#10;Und spielten und herzten und küssten&#10;Und vergaßen geschwind.&#10;Auf dem Hohhaus der Hoffnung den alten&#10;Türmer, von Kind auf mir gut,&#10;Besucht ich, ich fand ihn behalten;&#10;Er tröstete, machte mir Mut.&#10;Er sprach: &amp;ldquo;Sieh die Sonne! Scheint trüber&#10;Das große, allgütige Licht?&#10;Lug aus und lug um und lug über!&#10;Augendumm bist du ja nicht.&amp;rdquo;&#10;Er sprach: &amp;ldquo;Sieh die Wolken, die Schauben,&#10;Zart hinzieh&amp;rsquo;nd, gewischt übers Blau!&#10;Du sollst wandern wie sie. Und musst glauben,&#10;Wer sucht, wird finden! Vertrau!&amp;rdquo;&#10;So zog ich heiß hoffend und wandt mich&#10;Ins Weite. Doch keine Spur&#10;Von meinem Entflogenen fand ich,&#10;Ach, auch nicht ein Federchen nur.&#10;Ich fahndete all übers Feld,&#10;Ich beschwor die schwebenden Saaten,&#10;Maß das Wriesengras um Vermeld, -&#10;Sie konnten mir nichts verraten.&#10;Ich stellte das Vieh. Es käute&#10;Und säugte und stellte sich dumm;&#10;Ward gewittert vom Rudel; es scheute&#10;Der Leithirsch jähäugend herum.&#10;Auf Auen oft hielt mich ein Flüstern,&#10;Ein Rascheln, ein Haschen des Lichts.&#10;Ein Säuseln nur wars in den Rüstern,&#10;Ein Geleucht in den Pappeln; sonst nichts.&#10;Verkehrt wohl wars, Vögel zu fragen&#10;Nach meines Frohvogels Versteck;&#10;Es stecken die Vögel und jagen&#10;Unterm Himmel als einer Deck.&#10;So klag&amp;rsquo; ich den Winden, den blinden,&#10;Bat die sehenden Stern um Bescheid;&#10;Doch Wind weiß sich stets zu entwinden,&#10;Und was strahlt, versteht ja kein Leid.&#10;Zu den Wassern am Strom und am Borne&#10;Ging ich und flehte schlicht,&#10;Sie murmelten fort das Verworrne&amp;hellip;&#10;Antwort wars nicht.&#10;Im Wald an verwunschenen Teichen,&#10;Wo die Suhlsau grunzend mich floh,&#10;Lauscht&amp;rsquo; ich den Eiben und Eichen&amp;hellip;&#10;Sie rauschten nur so.&#10;Ich kroch in Höhlen und Schlüfte,&#10;Wo im Goldmoos der Glückspilz wächst,&#10;Seltsam zwar klangen die Lüfte,&#10;Die Schlangen bespien mich verhext.&#10;Auf die höchsten Gipfel gestiegen&#10;Bin ich, wo&amp;rsquo;s ewig schneit.&#10;Und ich schrie. Doch die Firne schwiegen,&#10;Vereist von der Einsamkeit.&#10;O ich lernte die Mühsal im Reisen,&#10;Kannte steiniger Straßen Beschwer,&#10;Die Angst im Nachtwald, den heißen&#10;Mittag im Feld ohne Zehr,&#10;Die Bängnis vorm Blitz und den Regen&#10;Auf grauser Heide allein,&#10;Erschöpfung auf endlosen Wegen,&#10;Und Schlaf auf dem Kissen aus Stein.&#10;Es jährte sich bald, dass ich suchte&#10;Den Frohvogel meiner Not,&#10;Unwirsch zog ich heim und ich fluchte,&#10;Wünscht&amp;rsquo; ihm und mir selber den Tod.&#10;In der alten Stadt, wo ich wohnte,&#10;Kehrt&amp;rsquo; ich trübe zu meinem Tun;&#10;Schlecht gings, nichts launte und lohnte;&#10;Sehnsucht ließ mich nicht ruhn,&#10;Denn mein Frohvogel war mir entflogen&#10;Und zur Kummerkammer bestellt,&#10;Vom Keller zum First verbogen,&#10;Herzverlogen schien mir die Welt.&#10;Ich stieg auf den Turm; klagte leise&#10;Dem Freund. - &amp;ldquo;Hast du einmal bedacht,&#10;Mein Guter&amp;rdquo;, fragt&amp;rsquo; er (o weise!),&#10;&amp;ldquo;Was den Vogel zum Frohvogel macht?&#10;Geh heut nacht hinaus zu den Schlehen,&#10;Du kennst dort die Hecken am Wald,&#10;Hasch dir einen Singhahn, wirst sehen,&#10;Frohvogel bei dir wird er bald.&amp;rdquo;&#10;Mein Vogel zwar war, wie verschwunden,&#10;So zugeflogen einst frei&#10;Drum dünkt&amp;rsquo; mich, dass fehlbefunden&#10;Der Rat des Erfahrenen sei,&#10;Denn froh wie der Freizügling könne&#10;Ein gefangener Vogel nie sein,&#10;Doch glaubte ich wohl, er vergönne&#10;Mir Trost in der Pein.&#10;So, gleichviel wissend, es stimme&#10;Weder jenes rechtens, noch dies,&#10;Schlich spät ich, im Herzen das Schlimme,&#10;Aufs Feld, wie der Alte mich hieß.&#10;Da schlief unter klingenden Sternen&#10;Friedlich das Land und schön;&#10;Aus blauen unendlichen Fernen&#10;Zog der Mond auf über die Höhn;&#10;Am Flursaum grasten die Rehe,&#10;Vom Waldrand rauschte die Nacht;&#10;Es säuselte leis in der Schlehe,&#10;Der Wind im Grase lief sacht.&#10;An der Hecke stand ich und säumte,&#10;Nicht tat ich, was ich vermeint,&#10;Ich warf mich ins Gras und träumte,&#10;Und auf einmal hab ich geweint.&#10;Und dann wusst ich, ich müsse mich schlichten,&#10;Verzichten, einfach und frei&#10;Und mutig mein Leben richten,&#10;Gleichviel wo der Frohvogel sei.&#10;Als der Tag mit den Wachteln erwachte,&#10;Ging ich getröstet nach Haus,&#10;Da saß mein Frohvogel und lachte -&#10;Wahrhaftig! - er lachte mich aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fronleichnamsprozession</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fronleichnamsprozession/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fronleichnamsprozession/</guid><description>&lt;p&gt;O weites Land des Sommers und der Winde,&#10;Der reinen Wolken, die dem Wind sich bieten.&#10;Wo goldener Weizen reift und die Gebinde&#10;Des gelben Roggens trocknen in den Mieten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Erde dämmert von den Düften allen,&#10;Von grünen Winden und des Mohnes Farben,&#10;Des schwere Köpfe auf den Stielen fallen&#10;Und weithin brennen aus den hohen Garben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen,&#10;Wo helle Wellen weiße Kiesel feuchten.&#10;Die Wassergräser werden fortgezogen,&#10;Die in der Sonne aus dem Bache leuchten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frowe, enlât iuch niht verdriezen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frowe-enlat-iuch-niht-verdriezen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frowe-enlat-iuch-niht-verdriezen/</guid><description>&lt;p&gt;Frowe, enlât iuch niht verdriezen&#10;miner rede, ob si gefüege sî.&#10;möhte ichs wider iuch geniezen.&#10;sô waer ich den besten gerne bî.&#10;wizzet daz ir schoene sît:&#10;hât ir, als ich mich verwaene,&#10;güete bî der wolgetaene,&#10;waz danne an iu einer êren lît!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;′Ich wil iu ze redenne gunnen&#10;(sprechent swaz ir welt), obe ich niht tobe.&#10;daz hât ir mir an gewunnen&#10;mit dem iuwern minneclîchen lobe.&#10;ichn weiz obe ich schoene bin,&#10;gerne hete ich wîbes güete.&#10;lêret mich wiech die behüete:&#10;schoener lîp entouc niht âne sin.′&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Früahling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frueahling/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frueahling/</guid><description>&lt;p&gt;Juh, d Blüamla sind jetz do!&#10;Gang, Winter, spring mer no!&#10;Siggsch dött dia Stärla fliaga?&#10;Haischt, wia der Reaga guißt?&#10;Wia s Gsa&amp;rsquo;ft in d Wieda schuißt?&#10;Gäx, weasch mi wohl it kriaga!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Früher Morgen in der Friedrichstraße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frueher-morgen-in-der-friedrichstrasse/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frueher-morgen-in-der-friedrichstrasse/</guid><description>&lt;p&gt;Die ersten Wagen mit Zeitungsballen&#10;Fahren am Bahnhof Friedrichstraße vor.&#10;Alle Häuser hängen in violettem Flor.&#10;O wilde Welt! Laß mich ins Dunkel fallen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mädchen flattern heimwärts; böse Eulen.&#10;Aus Cafés äugen Lampen, gelb verstört.&#10;Ein holder Walzer wird nicht mehr gehört,&#10;Weil schon die Dampfer und Fabriken heulen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da braust der erste Stadtbahnzug ins Loch&#10;Der Bahnhofshalle&amp;hellip; Hinter Dächertraufen&#10;Schirrt Phaeton den jungen Tag ins Joch&#10;Und läßt die goldnen Rosse laufen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling ohne Wiederkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-ohne-wiederkehr/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-ohne-wiederkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Lieblich ist des Lenzes erstes Lächeln,&#10;Wenn in Blütenbäumen laue Luft sich wieget,&#10;Und des Baches eisbefreite Welle&#10;Nicht mehr stockend, durch die Fluren rinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann ermuntern sich zu neuem Leben&#10;Die verblichnen Wiesen aus dem Winterschlafe,&#10;Und das Gras wacht auf, und decket träumend&#10;Wiederum den Schoß der Mutter Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Blumen öffnen ihre Kelche -&#10;Alle die im späten Herbste starben&#10;Richten sich aus ihrem dunklen Grabe&#10;Neu empor im Glanz der Auferstehung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsahnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsahnung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsahnung/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn des Winters starrer Traum&#10;Berg und Flur mit Schnee bedecket,&#10;Jeder dürre Zweig am Baum&#10;Jammernd sich gen Himmel strecket:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kannst du da begreifen, sag′&#10;Wie nach wen′gen Mondesneigen&#10;Der jetzt frosterstarrte Hag&#10;Einen Blüthenflor wird zeigen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch du weißt, der lichte Trost&#10;Naht auf unsichtbaren Wegen&#10;Und im rauhen Winterfrost&#10;Lächelst du dem Lenz entgegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so kann, so kann auch ich&#10;Nicht begreifen und nicht fassen,&#10;Wie in meiner Seele sich&#10;Noch ein Glück wird ziehen lassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsandacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsandacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsandacht/</guid><description>&lt;p&gt;Des Frühlings Stürme durchbrausen das Land &amp;hellip;&#10;Meine Seele durchlodert der Sehnsucht Brand.&#10;Es treibt mich hinaus in der Einsamkeit Dom,&#10;Ich kühle die Gluth in der Winde Strom.&#10;Versunken liegt die Erinnerung weit:&#10;Mich grüßt die Sonne der Ewigkeit.&#10;Die Bäche rauschen mir liebend zu,&#10;Die Vögel singen: sei glücklich auch du.&#10;Die Bäume neigen sich zum Willkomm&amp;rsquo;,&#10;Süße Andacht erfüllt mich: Ich bin fromm.&#10;Tiefheiliger Schauer mich durchweht:&#10;Es weiht mich der Schöpfung Majestät.&#10;Ich sauge den Odem der Gottheit ein,&#10;Eins bin ich mit dem allewigen Sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgruß an das Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgruss-an-das-vaterland/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgruss-an-das-vaterland/</guid><description>&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie mir deine Freuden winken&#10;Nach der Knechtschaft, nach dem Streit!&#10;Vaterland, ich muß versinken&#10;Hier in deiner Herrlichkeit.&#10;Wo die hohen Eichen sausen,&#10;Himmelan das Haupt gewandt,&#10;Wo die starken Ströme brausen,&#10;Alles das ist deutsches Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von dem Rheinfall hergegangen&#10;Komm′ ich, von der Donau Quell,&#10;Und in mir sind aufgegangen&#10;Liebessterne mild und hell;&#10;Niedersteigen will ich, strahlen&#10;Soll von mir der Freudenschein&#10;In des Neckars frohen Thalen&#10;Und am silberblauen Main.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingslied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingslied/</guid><description>&lt;p&gt;Mit geheimnisvollen Düften&#10;Grüßt vom Hang der Wald mich schon,&#10;Über mir in hohen Lüften&#10;Schwebt der erste Lerchenton.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den süßen Laut versunken&#10;Wall′ ich hin durchs Saatgefild,&#10;Das noch halb vom Schlummer trunken&#10;Sanft dem Licht entgegenschwillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch ein Sehnen! welch ein Träumen!&#10;Ach, du möchtest vorm Verglühn&#10;Mit den Blumen, mit den Bäumen,&#10;Altes Herz, noch einmal blühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsnähe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsnaehe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsnaehe/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder seh ich jenen Schimmer,&#10;jenen Schimmer an den Bäumen,&#10;der mir sagt, es könne nimmer&#10;lange mehr der Frühling säumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, es ist ein holdes Zeichen,&#10;und, bevor wir ihn noch bitten,&#10;wird er uns mit seinen reichen&#10;Wunderblüten übrschütten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingswunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingswunsch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingswunsch/</guid><description>&lt;p&gt;O Sonnenstrahl in blauer Luft,&#10;Was schaffest du für Leben?&#10;Zur Wiege wandelst du die Gruft&#10;In deinem Wunderweben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die abgestorb′nen Sträucher blühn,&#10;Verzagte Knospen springen,&#10;O, könnte mit dem ersten Grün&#10;Sich auch das Herz verjüngen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingszuruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingszuruf/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingszuruf/</guid><description>&lt;p&gt;Nun sich die Knospen aus den Zweigen drängen,&#10;blühende Kräfte morsche Bande sprengen,&#10;wohin du siehst, wacht alles fröhlich auf -:&#10;Nun sei in deiner Seele rein und heiter,&#10;Erzengel rechts und links dir als Begleiter,&#10;nimm in den Morgen fröhlich deinen Lauf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schwingen streifen dich an beiden Seiten,&#10;um dich der Engel Atem im Geleiten,&#10;wie muß dein Schritt jetzt frei und kräftig sein!&#10;Schreit′ aus und glaube: Dir erklang das Werde!&#10;Schick′ deine Blicke aus: Die ganze Erde&#10;blüht dir ans Herz: Was schön ist, das ist dein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühmorgenlied vom Kirschblütenstrauß, schweren Stein und des lieben Herzens Güte und Segen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehmorgenlied-vom-kirschbluetenstrauss-schweren-stein-und-des-lieben-herzens-guete-und-segen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehmorgenlied-vom-kirschbluetenstrauss-schweren-stein-und-des-lieben-herzens-guete-und-segen/</guid><description>&lt;ol start="22"&gt;&#10;&lt;li&gt;Mai 1817&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Geschämig tritt die falbe&#10;Aurora vor das Himmelshaus,&#10;Da legt die graue Schwalbe&#10;Fromm plaudernd ihr die Träume aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sinken in das Blaue&#10;Der Sterne Geisteraugen ein,&#10;Da wäscht sich in dem Taue&#10;Das Licht den Sonnenschleier rein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich weckend summt die Mücke&#10;Am Fenster, möcht zum Licht hinaus,&#10;Da lenk ich meine Blicke&#10;Auf einen Kirschenblütenstrauß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Strauß, von dir gepflücket,&#10;Er hielt die Blüten fest bis heut,&#10;Doch hat sich heut gebücket&#10;Und seinen Schmuck umher gestreut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fuchs und Pferd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuchs-und-pferd/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuchs-und-pferd/</guid><description>&lt;p&gt;Einst wurden Fuchs und Pferd,&#10;warum, das weiß ich nicht, auch hat es mich verdrossen,&#10;denn mir sind beide Tiere wert,&#10;in einen Käficht eingeschlossen.&#10;Das Pferd fing weidlich an zu treten&#10;für Ungeduld und trat&#10;den armen Rein’ke Fuchs, der nichts an Füßen hat.&#10;&amp;ldquo;Das nun hätt’ ich mir wohl verbeten,&#10;tret’ Er mich nicht, Herr Pferd! ich will Ihn auch nicht treten.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fuge, tace, quiesce</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuge-tace-quiesce/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuge-tace-quiesce/</guid><description>&lt;p&gt;Glücklicher todes-kampff der seligen Frauen von Meinders/ gebohrner von Heydekampff&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir arme sterblichen/ wir haben aug&amp;rsquo; und licht/&#10;Und dennoch fliegen wir wie mutten ins verderben.&#10;Wir fühlen/ wenn der todt uns das genicke bricht/&#10;Nicht aber allemahl/ wann unsre seelen sterben.&#10;Wir riechen zwar das grab/ doch nicht die seuchen an;&#10;Wir schmecken nur das gifft/ nicht aber seine lehren:&#10;Ja/ da wir den Galen als einen gott verehren/&#10;So wird dem Moses offt das ohre zugethan:&#10;Und also sterben wir vor an verstand und sinnen/&#10;Eh unsre lippen schnee/ die glieder eiß gewinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Dich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-dich/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-dich/</guid><description>&lt;p&gt;Kennst Du das Wort, das allgewalt′ge Schwingen&#10;Dem Geiste leiht, das schwerste zu vollbringen?&#10;Das göttergleich, gesunknen Muth befeuert,&#10;Und starke Kraft in schwacher Brust erneuert?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das bittre Opfer, sonst dem Schmerz geweiht,&#10;Für mich erhöht zur höchsten Seeligkeit?&#10;Kennst Du das Wort, dem nie ein andres glich?&#10;Der Liebe Losung ist′s, es heißt: Für Dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für Dich dem Tode still mich hinzugeben,&#10;Dünkt süßer mir, als ohne Dich zu leben.&#10;Doch knüpfte auch, im innigsten Vereine,&#10;Mein Schicksal liebevoll sich an das Deine,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für einen übertreibenden Deutschthümler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-einen-uebertreibenden-deutschthuemler/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-einen-uebertreibenden-deutschthuemler/</guid><description>&lt;p&gt;Deutscher, sei deutscher als deutsch, dann dringet die wahre Verdeutschung&#10;Dir in das deutsche Geblüt, bleibend mit deutschem Bestand.&#10;Dann läßt durch deutsche Befeindung du nimmer dich feige entdeutschen,&#10;Sinkest dann ganzlich durchdeutscht einst in&amp;rsquo;s germanische Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ganz still zuweilen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ganz-still-zuweilen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ganz-still-zuweilen/</guid><description>&lt;p&gt;Ganz still zuweilen wie ein Traum&#10;klingt in dir auf ein fernes Lied&amp;hellip;&#10;Du weißt nicht, wie es plötzlich kam,&#10;du weißt nicht, was es von dir will&amp;hellip;&#10;und wie ein Traum ganz leis und still&#10;verklingt es wieder, wie es kam&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie plötzlich mitten im Gewühl&#10;der Straße, mitten oft im Winter&#10;ein Hauch von Rosen dich umweht,&#10;wie oder dann und wann ein Bild&#10;aus längst vergessenen Kindertagen&#10;mit fragenden Augen vor dir steht&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gärtnerspruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gaertnerspruch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gaertnerspruch/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Frucht der Welt&#10;ist nur des Keims Gewand.&#10;Pflege das Land,&#10;auf das dein Same fällt!&#10;Mag Gott es hüten&#10;vor tauben Blüten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(aus: Der Kindergarten)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gasglühlicht summt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gasgluehlicht-summt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gasgluehlicht-summt/</guid><description>&lt;p&gt;Gasglühlicht summt. Ich weiß, ich bin vorhanden,&#10;Und meine Seele hängt am Büchertisch.&#10;Ich schreibe ein Gedicht. Wo werd ich landen!&#10;Im Dunst von großen, lauten Städten fanden&#10;Indessen meine vielen Körper sich.&#10;Schon tauml ich über harten Finsternissen&#10;Ins schäumende Verrücktsein, in die Gruft.&#10;Ein Nerv in meinem Hirn ist aufgerissen,&#10;Nun züngelt Beute auf mit Natterbissen -&#10;Da tanz ich - und es strömt die alte Luft.&#10;Wenn Maskenbälle toller sich betäuben,&#10;Kehrt unser Herz zum Urwald wieder um.&#10;Doch unsre Seelen, ob sie gleich zerstäuben,&#10;Entschweben langsam nach Elysium.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebadet in des Meeres blauer Flut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebadet-in-des-meeres-blauer-flut/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebadet-in-des-meeres-blauer-flut/</guid><description>&lt;p&gt;Gebadet in des Meeres blauer Flut&#10;Erhebt aus purpurrotem Osten sich&#10;Das prächtig-strahlende Gestirn des Tags;&#10;Erweckt, gleich einem mächt′gen Zauberwort,&#10;Das Leben der entschlafenen Natur,&#10;Von der, der Nebel wie ein Opferrauch&#10;Empor zum unermessnen Äther steigt.&#10;Der Berge Zinnen brennen in dem ersten Strahl,&#10;Von welchem, wie vom flammenden Altar&#10;Der Rauch des finstren Waldgebirges wallt -&#10;Und fernhin in des Ozeans Fluten weicht&#10;Die Nacht. So stieg auch uns ein schöner Tag&#10;Zum Äther, der noch oft mit frohem Strahl&#10;Im leichten Tanz der Horen grüßen mag&#10;Den frohen Kreis, der den Allmächt′gen heut&#10;Mit lautem Danke preist, da gnädig er,&#10;Uns wieder feiern lässt den schönen Tag,&#10;Der uns die beste aller Mütter gab.&#10;Auch heute wieder in der üppigsten&#10;Gesundheit, Jugend-Fülle steht sie froh&#10;Im frohen Kreis der Kinder, denen sie&#10;Voll zarter Mutterlieb ihr Leben weiht.&#10;Oh! stieg noch oft ihr holder Genius&#10;An diesem schönen Tag zu uns herab&#10;Ihn schmückend mit dem holden Blumenpaar&#10;Der Kindesliebe und Zufriedenheit! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet bei der Gefangenschaft des Papstes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-bei-der-gefangenschaft-des-papstes/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-bei-der-gefangenschaft-des-papstes/</guid><description>&lt;ol start="1810"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hör′ auf deines Volkes Flehen,&#10;Heiland, laß vorüber gehen&#10;Deiner Kirche Todeswehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ihr deine Huld gespendet,&#10;Ach ihr Kleinod ist entwendet,&#10;König, deine Braut geschändet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Räuber haben Hohn gesprochen,&#10;Sind mit Lästerung und Pochen&#10;In dein Heiligthum gebrochen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Heerde wird zerstreuet,&#10;Weil der Wolf, der dich nicht scheuet,&#10;Ihr mit neuen Sünden dräuet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Thränen rufen dich und Lieder,&#10;König, sende Hilfe nieder,&#10;Gib ihr ihren Hirten wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet um Kraft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-um-kraft/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-um-kraft/</guid><description>&lt;p&gt;Keines Menschen Alltag ist frei von erbärmlichen Stunden,&#10;Alles Menschenleben ist Kranken und Wiedergesunden.&#10;Doch in der schwächsten Stunde auch flehe ich nicht um mein Leben,&#10;Gott, du kannst es mir nehmen , du hast es mir gegeben.&#10;Eines erfleh ich im Stande der Schwachheit von dir allein:&#10;Laß die kraftlose Stunde mein letztes Stündlein nicht sein!&#10;Gott , du hast mir noch immer die matten und schlaffen&#10;Stunden zum würdigen Leben umgeschaffen -&#10;Laß mich vom Brot des Todes nicht feige und unwürdig essen,&#10;laß in der heiligen Wandlung mich alle durchlittene&#10;Schwachheit vergessen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebetspruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebetspruch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebetspruch/</guid><description>&lt;p&gt;Beten heißt: sich ganz in Gott begraben&#10;und aus Gott zum Leben auferstehn.&#10;Willst Du Deinen Willen blühen sehn,&#10;mußt Du ihn erst Gott geopfert haben.&#10;Wer die Kraft fand, allem zu entsagen,&#10;ward erst kräftig, alles zu erjagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedanken bey dem Fall der Blätter im Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedanken-bey-dem-fall-der-blaetter-im-herbst/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedanken-bey-dem-fall-der-blaetter-im-herbst/</guid><description>&lt;p&gt;In einem angenehmen Herbst, bey ganz entwölktem heiterm Wetter,&#10;Indem ich im verdünnten Schatten, bald Blätter-loser Bäume, geh′,&#10;Und des so schön gefärbten Laubes annoch vorhandnen Rest beseh′;&#10;Befällt mich schnell ein sanfter Regen, von selbst herabgesunkner Blätter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein reges Schweben füllt die Luft. Es zirkelt, schwärmt′ und drehte sich&#10;Ihr bunt, sanft abwärts sinkend Heer; doch selten im geraden Strich.&#10;Es schien die Luft, sich zu bemühn, den Schmuck, der sie bisher gezieret,&#10;So lang es möglich, zu behalten, und hindert′ ihren schnellen Fall.&#10;Hiedurch ward ihre leichte Last, im weiten Luft-Kreis überall,&#10;In kleinen Zirkelchen bewegt, in sanften Wirbeln umgeführet,&#10;Bevor ein jedes seinen Zweck, und seiner Mutter Schooß, berühret;&#10;Um sie, bevor sie aufgelöst, und sich dem Sichtlichen entrücken,&#10;Mit Decken, die weit schöner noch, als persianische, zu schmücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedankenflüge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedankenfluege/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedankenfluege/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts kann in dieser Welt in Nichts verschwinden,&#10;Ein Etwas bleibt stets was ein Etwas war,&#10;In andrer Form nur muß sich′s wiederfinden,&#10;Aus Raum und Zeit stellt sich der Wechsel dar:&#10;Die Blätter keimen, grünen und verwehen,&#10;Geschlechter kommen und Geschlechter gehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eins nur beharrt in der Verändrung Wogen&#10;Und baut sich fort, wenn alles steigt und fällt.&#10;Es überwölbt mit hoch erhab′nem Bogen&#10;Den Zeitenstrom der körperlichen Welt:&#10;Das ist die Brücke, die der Geist geschlagen,&#10;Um uns vom Irdischen zu Gott zu tragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedichte an eine Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedichte-an-eine-frau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedichte-an-eine-frau/</guid><description>&lt;p&gt;I. Seufzer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gebt mir zu trinken! -&#10;Amphoren und Krüge fand ich leer:&#10;Herrlich gemaltes Gefäß.&#10;Schöpft denn kein Mädchen am Brunnen mehr?&#10;Kein Samariterweib, zärtlich und scheu,&#10;neigte den Krug mir zu.&#10;Mich dürstet sehr! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II. Fremdling&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie haben dich angehalten.&#10;Dein Kleid ohne Falten&#10;fiel ihnen auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie fragten dich: Woher? Wohin?&#10;Du sprachst: Seht! Hört! ich bin,&#10;die ich euch scheine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Gedanken sind rein&#10;wie meine Hände.&#10;Ich trüge mich schlecht zur Schau&#10;in hehlenden Faltenwürfen;&#10;ich bin eine selige Frau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gegenwart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenwart/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenwart/</guid><description>&lt;p&gt;Alles kündet dich an!&#10;Erscheinet die herrliche Sonne,&#10;Folgst du, so hoff ich es, bald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trittst du im Garten hervor,&#10;So bist du die Rose der Rosen,&#10;Lilie der Lilien zugleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du im Tanze dich regst,&#10;So regen sich alle Gestirne&#10;Mit dir und um dich umher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nacht! und so wär es denn Nacht!&#10;Nun überscheinst du des Mondes&#10;Lieblichen, ladenden Glanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ladend und lieblich bist du,&#10;Und Blumen, Mond und Gestirne&#10;Huldigen, Sonne, nur dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geisterrache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geisterrache/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geisterrache/</guid><description>&lt;p&gt;Der Censor schlief, es war Mitternacht;&#10;Da regt sich′s in seinen Schranken;&#10;Da standen die bleichen Geister auf,&#10;Die ermordeten Gedanken.&#10;Sie seufzten tief, sie seufzten schwer;&#10;Sie wankten und schwankten hin und her,&#10;Und: wehe! wehe! wehe!&#10;Erscholl′s in des Mörder′s Nähe,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Ich hatte das arme Volk zu lieb!«&#10;Erhub der Eine die Stimme.&#10;»Ich forderte das versprochene Glück&#10;Mit schlecht verbißenem Grimme.«&#10;Der Dritte sprach: »Ich war munteres Blut,&#10;Ich verwechselte ein Mal Scepter und Knut′!«&#10;Der Vierte: »Ich war ein Tadel&#10;Gegen den lästigen Adel.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geisterschau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geisterschau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geisterschau/</guid><description>&lt;p&gt;Gleichwie an des Ades Thor&#10;Wagend sich Odysseus setzte,&#10;Die Gestorbenen beschwor,&#10;Und mit Widderblut sie letzte;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß für das ersehnte Naß&#10;Jeder seinen Spruch ihm gebe,&#10;Daß zumal Teiresias&#10;Ihm der Zukunft Schleier hebe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So auch oft an dem Gestad&#10;Meines Erebos, des Meeres,&#10;Sitz´ ich, der Laertiad´&#10;Eines luft´gen Todtenheeres.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber nicht durch Blut und Wein,&#10;Ird´schen Stoff, bin ich ihr Meister;&#10;Kraft des Willens sind sie mein:&#10;Nur der Geist beschwört die Geister!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Genesungsheim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/genesungsheim/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/genesungsheim/</guid><description>&lt;p&gt;Was schlug man diesen zum Krüppel?&#10;Er dachte hinter der Stirn:&#10;Da öffnete ihm der Knüppel&#10;Den Schädel, und Hirn war nur Hirn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum haben Jauche-Humpen&#10;Dort jenen die Augen verbrannt?&#10;Sie haben einen Lumpen&#10;Einen Lumpen genannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum schweigt dieser im Knebel?&#10;Weil sein Gewissen schrie!&#10;Wes Kopf sprang zum Reiche der Nebel?&#10;Dessen Gurgel vor Ekel spie!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang zu Vater Stillings Fest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-zu-vater-stillings-fest/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-zu-vater-stillings-fest/</guid><description>&lt;p&gt;Den 12. September 1815.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erschalle laut aus frommer Brust,&#10;O heller Klang der Lieder!&#10;Der Herr, der Ursprung unsrer Lust,&#10;Blickt segnend auf uns nieder.&#10;Der nimmer von den Seinen läßt,&#10;Hat Haus und Fest&#10;Mit reicher Huld gesegnet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der auf dem Friedensbogen stand,&#10;Als es genug geregnet,&#10;Der segnend in dem fremden Land&#10;Dem Abraham begegnet,&#10;Er läßt schon so viel tausend Jahr′&#10;Die, welche sein wird, ist, und war,&#10;Die ew′ge Liebe walten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesänge an Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesaenge-an-berlin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesaenge-an-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;O du Berlin, du bunter Stein, du Biest.&#10;Du wirfst mich mit Laternen wie mit Kletten.&#10;Ach, wenn man nachts durch deine Lichter fließt&#10;Den Weibern nach, den seidenen, den fetten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So taumelnd wird man von den Augenspielen.&#10;Den Himmel süßt der kleine Mondbonbon.&#10;Wenn schon die Tage auf die Türme fielen,&#10;Glüht noch der Kopf, ein roter Lampion.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald muß ich dich verlassen, mein Berlin.&#10;Muß wieder in die öden Städte ziehn.&#10;Bald werde ich auf fernen Hügeln sitzen.&#10;In dicke Wälder deinen Namen ritzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geschwisterblut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geschwisterblut/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geschwisterblut/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie saßen sich genüber bang&#10;Und sahen sich an in Schmerzen;&#10;Oh, lägen sie in tiefster Gruft&#10;Und lägen Herz an Herzen! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sprach: »Daß wir beisammen sind,&#10;Mein Bruder, will nicht taugen!«&#10;Er sah ihr in die Augen tief:&#10;»O süße Schwesteraugen!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie faßte flehend seine Hand&#10;Und rief: »O denk der Sünde!«&#10;Er sprach: »O süßes Schwesterblut,&#10;Was läufst du so geschwinde!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zog die schmalen Fingerlein&#10;An seinen Mund zur Stelle;&#10;Sie rief: «Oh, hilf mir, Herre Christ,&#10;Er zieht mich nach der Hölle!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gethsemane</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gethsemane/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gethsemane/</guid><description>&lt;p&gt;Als Christus lag im Hain Gethsemane&#10;auf seinem Antlitz mit geschloss′nen Augen, -&#10;die Lüfte schienen Seufzer nur zu saugen,&#10;und eine Quelle murmelte ihr Weh,&#10;des Mondes blasse Scheibe widerscheinend, -&#10;das war die Stunde, wo ein Engel weinend&#10;von Gottes Throne ward herabgesandt,&#10;den bittern Leidenskelch in seiner Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vor dem Heiland stieg das Kreuz empor;&#10;daran sah seinen eignen Leib er hangen,&#10;zerrissen, ausgespannt; wie Stricke drangen&#10;die Sehnen an den Gliedern ihm hervor.&#10;Die Nägel sah er ragen und die Krone&#10;auf seinem Haupte, wo an jedem Dorn&#10;ein Blutestropfen hing, und wie im Zorn&#10;murrte der Donner mit verhaltnem Tone.&#10;Ein Tröpfeln hört′ er; und am Stamme leis&#10;herniederglitt ein Flimmern qualverloren.&#10;Da seufzte Christus, und aus allen Poren&#10;drang ihm der Schweiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gib nicht auf!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gib-nicht-auf/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gib-nicht-auf/</guid><description>&lt;p&gt;Gleiche nicht jenem,&#10;der am Kamin sitzt und wartet,&#10;bis das Feuer ausgeht,&#10;und dann umsonst in die erkaltete Asche bläst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib die Hoffnung nicht auf,&#10;und verzweifle nicht wegen vergangener Dinge!&#10;Unwiederbringliches zu beweinen,&#10;gehört zu den ärgsten Schwächen des Menschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glaube, Hoffnung, Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glaube-hoffnung-liebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glaube-hoffnung-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Solchen Glauben will ich mir bewahren,&#10;Solcher Hoffnung hingegeben seyn,&#10;Solcher Liebe meine Seele weihn,&#10;Fest in Leiden, Trennung und Gefahren;&#10;Dann, wenn Alles wankt,&#10;Alles unstät schwankt,&#10;Soll das Herz sich siegend offenbaren! –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, ich glaube! Bei dem Strahl der Weihe,&#10;Der begeisternd mich zum Lied entflammt,&#10;Bei dem hohen Gott, von dem er stammt,&#10;Ja, ich glaub&amp;rsquo; an ihres Schwures Treue!&#10;Oder jenes Band&#10;Wäre Spott und Tand,&#10;Und der Lohn des Heiligsten – die Reue?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glaubensbekenntnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glaubensbekenntnis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glaubensbekenntnis/</guid><description>&lt;p&gt;O, ich glaub′ an weite Märchenauen,&#10;Die im Wolkenland der Seele blauen, -&#10;Und an Engel, die mit Schönheit laben,&#10;Blondes Haar und weisse Hände haben;&#10;Und ich höre in des Waldes Knistern&#10;Tausend feine Elfenstimmen flüstern, -&#10;Seh′ die scheuen, lockigen Najaden,&#10;Blasse Glieder weich in Mondschein baden, -&#10;Kann an hastig hellen Wassern lauschen&#10;Wie so viele Thränen darin rauschen &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich glaube an die gold′nen Schwellen,&#10;Wo die wirren, rothen Düfte quellen,&#10;Wo im Winde hohe Lilien schaukeln,&#10;Wo dich Träume wundersam umgaukeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gleich der Lilie, die erhöhet...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gleich-der-lilie-die-erhoehet/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gleich-der-lilie-die-erhoehet/</guid><description>&lt;p&gt;Gleich der Lilie, die erhöhet&#10;Unter Dornen leuchtend steht,&#10;So die Freundin rein erhöhet&#10;Unter andern Töchtern steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die Lilie leuchtend strahlet&#10;Klar und rein und ohne Schuld,&#10;Steht Maria lichtdurchstrahlet&#10;Von des Himmels Gnad und Huld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dornen viel aus ihrem Stamme&#10;Trafen sie in ihrem Sohn,&#10;Doch des Herzens reine Flamme&#10;Gab für Bittres süßen Lohn;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wenn sie die Dornen spornen,&#10;Duftet sie nochmal so süß,&#10;Drum als Lilie unter Dornen&#10;Sie das hohe Lied auch pries.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Nun sind vor meines Glückes Stimme&#10;alle Sehnsuchtsvögel weggeflogen.&#10;Ich schaue still den Wolken zu,&#10;die über meinem Fenster in die Bläue jagen -&#10;Sie locken nicht mehr,&#10;mich zu fernen Küsten fortzutragen,&#10;Wie einst, da Sterne, Wind und Sonne&#10;wehrlos mich ins Weite zogen.&#10;In deine Liebe bin ich&#10;wie in einen Mantel eingeschlagen.&#10;Ich fühle deines Herzens Schlag,&#10;der über meinem Herzen zuckt.&#10;Ich steige selig&#10;in die Kammer meines Glückes nieder,&#10;Ganz tief in mir, so wie ein Vogel,&#10;der ins flaumige Gefieder&#10;Zu sommerdunklem Traum&#10;das Köpfchen niederduckt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glück der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Einem Schmetterlinge gleicht die Liebe;&#10;Wie er flatternd über Blumen schwebt,&#10;So entflieht sie oft auf leichten Schwingen,&#10;Und nur selten kehrt sie uns zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um gewaltsam ihre Flucht zu hemmen,&#10;Strebt das kranke Herz mit leisem Weh;&#10;Möcht′ ihr gern die raschen Flügel binden,&#10;Gern sie bannen in der Treue Kreis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber wie des Schmetterlinges Farben&#10;Selbst in zarten Händen untergehn,&#10;So vernichten Fesseln auch die Reize,&#10;Die der Liebe freie Regung schmücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Goethe’s Heimgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/goethes-heimgang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/goethes-heimgang/</guid><description>&lt;p&gt;Süß mag das Aug’ des Sterbenden sich schließen,&#10;Der Freundesthränen auf der Stirne fühlt,&#10;Die drauf wie eine Todestaufe fließen,&#10;Daß sich der bange Schweiß des Sterbens kühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Götterloos ist’s, unbeweint zu scheiden,&#10;Wenn man der Thränen und der Trauer werth!&#10;Wozu soll eine Seele um sie leiden,&#10;Wenn die Vollendung zu den Sternen fährt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, Götterloos ist’s, unbeweint zu scheiden,&#10;Zu scheiden wie der Tag im Abendroth.&#10;Er gab uns Wärme, Licht genug und Freuden,&#10;Und zieht dahin, weil seine Zeit gebot!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gott, einen Strahl aus deinen Wolken sende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-einen-strahl-aus-deinen-wolken-sende/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-einen-strahl-aus-deinen-wolken-sende/</guid><description>&lt;p&gt;Gott, einen Strahl aus deinen Wolken sende&#10;Auf dieser Vorstadt schmerzenreiches Dach!&#10;Hier ringt ein Mensch mit seinem schweren Ende,&#10;Sei gnädig, hilf der armen Seele nach!&#10;Zieh aus der Kinder fesselndem Gewimmer,&#10;Zieh aus des Weibs Umschlingung ihn zu dir.&#10;Herr, säume nicht! Er duldet ja noch immer,&#10;Herr, schläfst du auch? O wache, Herr, mit mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am nied′ren Fenster schleich′ ich sacht vorüber,&#10;Noch glimmt der Lampe Docht, wer löscht sie aus?&#10;Sie schimmert durch die Laden, stündlich trüber,&#10;Und Käuzlein flattern um das Sterbehaus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Götterwink</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/goetterwink/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/goetterwink/</guid><description>&lt;p&gt;Nachts auf einsamer Bank saß ich im tauenden Garten,&#10;Nah dem erleuchteten Saal, der mir die Liebste verbarg.&#10;Rund umblüheten ihn die Akazien, duftaushauchend,&#10;Weiß wie der fallende Schnee deckten die Blüten den Weg.&#10;Mädchengelächter erscholl und Tanz und Musik in dem Innern:&#10;Doch aus dem fröhlichen Chor hört′ ich nur andre heraus.&#10;Trat sie einmal ans Fenster, ich hätte den dunkelsten Umriß&#10;Ihrer lieben Gestalt gleich unter allen erkannt.&#10;Warum zeigt sie sich nicht und weiß, es ist der Geliebte&#10;Niemals ferne von ihr, wo sie auch immer verweilt?&#10;Ihr umgebt sie nun dort, o feine Gesellen! Ihr findet,&#10;Schön ist die Blume, noch rein atmend die Würze des Hains.&#10;Dünkt euch dieses Kind wohl eben gereift für das erste Verständnis&#10;Zärtlicher Winke? Ihr seid schnelle, doch kommt ihr zu spät.&#10;Stirne, Augen und Mund, von Unschuld strahlend, umdämmert&#10;Schon des gekosteten Glücks seliger Nebel geheim.&#10;Blickt sie nicht wie abwesend in euren Lärmen? Ihr Lächeln&#10;Zeigt nur gezwungen die Zahnperlen, die köstlichen, euch.&#10;Wüßtet ihr, was die Schleife verschweigt im doppelten Kranze&#10;Ihrer Flechten! Ich selbst steckte sie, küssend, ihr an.&#10;Während mein Arm den Nacken umschlang, den euren Blicken&#10;Glücklich der seidene Flor, lüsterne Knaben, verhüllt. -&#10;Also sprach ich und schwellte mir so Verlangen und Sehnsucht;&#10;Kleinliche Sorge bereits mischte sich leise darein.&#10;Aber ein Zeichen erschien, ein göttliches: nicht die Geliebte&#10;Schickt′ es, doch Amor selbst, welchen mein Kummer gerührt.&#10;Denn an dem Altan hinter dem nächtlichen Fenster bewegt sich&#10;Plötzlichm wie Fackelschein, eilig vorüber ein Licht,&#10;Stark hervorstrahlend zu mir, und hebt aus dem dunkeln Gebüsche&#10;Dicht mir zur Seite die hochglühende Rose hervor.&#10;Heil, o Blume! Du willst mir verkünden, o götterberührte,&#10;Welche Wonne noch heut mein, des Verwegenen, harrt&#10;Im verschloßnen Gemach. Wie schlägt mein Busen! - Erschütternd&#10;Ist der Dämonien Ruf, auch der den Sieg dir verspricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift/</guid><description>&lt;p&gt;Gehe dies Grab nicht vorbei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer liegt da?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lykon der Schwelger.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der am Podagra starb?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Richtig. Was wundert dich dran?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß er sonst auf Krücken einhergieng, jetzo in einer&#10;Nacht mit hurtigem Fuß bis zu dem Tartaros lief.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift für eine Jungfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-fuer-eine-jungfrau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-fuer-eine-jungfrau/</guid><description>&lt;p&gt;Hier ruht die Jungfrau Emma Puck aus Hinterstallupeinen,&#10;Eine Mutter hatte sie eine, einen Vater hatte sie keinen.&#10;In Unschuld erwuchs sie auf dem Land wie eine Lilie.&#10;Da kam sie in die Stadt zu einer Rechnungsratsfamilie.&#10;Hier hat sich erst ihr wahres Herz gezeigt,&#10;Indem sie gar nicht mehr zur Jungfrau hingeneigt.&#10;Bald kam das erste Kind. Was half da alles Greinen!&#10;Männer hatte sie viel, aber einen Mann hatte sie keinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift Marianae Gryphiae</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-marianae-gryphiae/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-marianae-gryphiae/</guid><description>&lt;p&gt;Brudern Pauli Töchterlein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geboren in der Flucht, umringt mit Schwert und Brand,&#10;Schier in dem Rauch erstickt, der Mutter herbes Pfand,&#10;Des Vatern höchste Furcht, die an das Licht gedrungen,&#10;Als die ergrimmte Glut mein Vaterland verschlungen.&#10;Ich habe diese Welt beschaut und bald gesegnet:&#10;Weil mir auf einen Tag all′ Angst der Welt begegnet.&#10;Wo ihr die Tage zählt; so bin ich jung verschwunden,&#10;sehr alt; wofern ihr schätzt, was ich für Angst empfunden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>GrabschriftGeorg Forster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschriftgeorg-forster/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschriftgeorg-forster/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Friederike Sophie Christiane Brun&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grabschrift&#10;Georg Forster&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weltumsegler! Du suchtest auf pfadlosem Ozean Zonen,&#10;Wo die Unschuld der Ruh böte vertraulich die Hand!&#10;Edler Forscher, was fandest du dort? Die Kinder der Erde&#10;All&amp;rsquo; an Schwachheit sich gleich, alle dem Tode geweiht.&#10;Sohn der Freiheit! Du öffnetest ihr die männliche Seele,&#10;Ihr, die vom Himmel herab sandte der Vater zum Heil.&#10;Ach! Es wandte die Göttin sich schnell von der blutigen Erde;&#10;Forster! Du schwebtest mit ihr, hin wo dein Suchen sich lohnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Groglied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/groglied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/groglied/</guid><description>&lt;p&gt;In meinen Adern brennt der stramme Grog;&#10;Pompöser Kohl durchrast mein Eingeweide.&#10;Die kalte Nase steckt im Weltgehirn;&#10;Die heißen Hengste führ ich auf die Weide.&#10;Jetzt, Erdenbürger: Leide! Leide! Leide!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gruß aus der Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss-aus-der-fremde/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss-aus-der-fremde/</guid><description>&lt;p&gt;December 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du liebes frommes Wesen,&#10;An dem dies Herz genas,&#10;Das ich mir nicht erlesen,&#10;Das mir mein Gott erlas.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Holde, Schöne, Süße,&#10;Du meines Lebens Stern,&#10;Ich grüße dich, ich grüße&#10;Aus weiter, weiter Fern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Jahre sind verronnen,&#10;Seit uns Ein Name nennt;&#10;Wer zählet ihre Wonnen,&#10;Wer mißt das Firmament?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind wir auch fern geschieden,&#10;Die Lieb′ hat süßen Brauch,&#10;Ich fühle deinen Frieden&#10;Und athme deinen Hauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gutenberglied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gutenberglied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gutenberglied/</guid><description>&lt;p&gt;bei der Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst zu Konstanz, 1840&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennt ihr, kennt ihr das freie Wort,&#10;Das mit der Sonne kreist?&#10;Das mit den Wogen donnert fort?&#10;Das mit dem Sturme reist?&#10;Das reich wie Tau vom Himmel tropft,&#10;An Hütten und Paläste klopft?&#10;Kennt ihr den freien Geist?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennt ihr, kennt ihr das Zauberschwert,&#10;Dem jede Lüge fällt?&#10;Kennt ihr den Meister, lieb und wert?&#10;Kennt ihr der Helden Held?&#10;Von Gutenberg singt mir ein Lied,&#10;Ein Lied vom guten Waffenschmied,&#10;Ein Lied vom Mann der Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Halbgötter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/halbgoetter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/halbgoetter/</guid><description>&lt;p&gt;Sogar die Prinzen können reimen,&#10;Das ist sehr sonderbar,&#10;Da sie von anderm Holze keimen,&#10;Und wunschlos, ganz und gar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie haben auch nicht Leidenschaften,&#10;Da Speise nicht gebricht;&#10;Gefühllos sind die Vielbegafften,&#10;Da ruhig ihr Gesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur merkwürdig, dass sie unpässlich&#10;Zuweilen sind, und krank,&#10;Verwachsen, witzig, taub und hässlich,&#10;Und fett und breit und schlank,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So menschenhaft in allen Stücken!&#10;Nur Sorgen gibt es nie,&#10;Für lahme Denker Eselsbrücken,&#10;Da spielt man dann Genie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Halmorakel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/halmorakel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/halmorakel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Halm, der macht mich heute froh.&#10;Er sagte, mir solle Gutes geschehen.&#10;Ich maß an einem Stück Stroh,&#10;wie ich bei Kindern oft gesehen.&#10;Nun hört, ob ich in ihrem Herzen ruh:&#10;&amp;ldquo;Sie liebt, liebt nicht, sie liebt.&amp;rdquo;&#10;Wie ich auch dehnt die Hände&#10;&amp;ldquo;Sie liebt mich&amp;rdquo;, hieß es stets am Ende.&#10;Des war ich froh; nur - Glaub′ gehört dazu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hamburger Hurenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hamburger-hurenlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hamburger-hurenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Wir Hamburger Mädchens habens fein,&#10;Wir brauchen nicht auf dem Striche sein.&#10;Wir wohnen in schönen Häusern&#10;Wohl bei der Nacht,&#10;Ahoi!&#10;Weil es uns Freude macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es kommen Kavaliere, Neger und Matros,&#10;Die werden bei uns ihre Pfundstücke los,&#10;Sie liegen uns am Busen&#10;Wohl bei der Nacht,&#10;Ahoi!&#10;Weil es uns Freude macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Madam kocht schlechtes Essen, Sami spielt Klavier,&#10;Mit den Kavalieren tanzen wir,&#10;Fließt ein Taler drüber,&#10;Wird er Madam gebracht,&#10;Ahoi!&#10;Weil es uns Freude macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hans Huttens Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hans-huttens-ende/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hans-huttens-ende/</guid><description>&lt;p&gt;Laut rufet Herr Ulrich, der Herzog, und sagt:&#10;»Hans Hutten reite mit auf die Jagd,&#10;Im Schönbuch weiß ich ein Mutterschwein,&#10;Wir schießen es für die Liebste mein.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und im Forst sich der Herzog zum Junker wandt:&#10;»Hans Hutten, was flimmert an deiner Hand?«&#10;»Herr Herzog, es ist halt ein Ringelein,&#10;Ich hab es von meiner Herzliebsten fein.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Herr Hans, du bist ja ein stattlicher Mann,&#10;Hast gar auch ein güldenes Kettlein an.« -&#10;»Das hat mir mein herziger Schatz geschenkt&#10;Zum Zeichen, daß sie noch meiner gedenkt.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Häschen in der Grube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/haeschen-in-der-grube/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/haeschen-in-der-grube/</guid><description>&lt;p&gt;Häschen in der Grube&#10;Saß und schlief,&#10;Kam der heil′ge Kuckdikuck&#10;Und bracht ihm einen Brief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Häschen, bist du müde&#10;Oder bist du krank?&#10;Steck doch deine Läufer ′raus,&#10;Ob du noch hüpfen kannst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was stand geschrieben&#10;In Kuckdikuckens Brief?&#10;&amp;ldquo;Dem Kutscher, der nicht fahren kann,&#10;Geht der Wagen schief! &amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hasenspiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hasenspiel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hasenspiel/</guid><description>&lt;p&gt;Hinter den Birken über den Rasen&#10;Huschen drei Hasen&#10;An uns Vorbei,&#10;Springen über Busch und Dorn,&#10;Wollen ins junggrüne Winterkorn;&#10;Hocken da,&#10;Locken sich da,&#10;Laufen kreuz&#10;Laufen quer,&#10;Hin und her,&#10;Als gäb′s in der Welt keine Schrotflinte mehr!&#10;Warte! in der Weihnachtszeit&#10;Kommen die drei Hasen ins Haus geschneit.&#10;Den größten verschicken wir,&#10;Den zweitgrößten spicken wir,&#10;Der kleinste kommt ins Hundehaus&#10;Und steckt hinten sein Schwänzchen ′raus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Häusliches Stillleben - Das Fenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/haeusliches-stillleben-das-fenster/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/haeusliches-stillleben-das-fenster/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Fenster geht nach Morgen,&#10;Nach Morgen geht mein Sinn;&#10;Da ziehen meine Sorgen&#10;Und meine Sehnsucht hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Mitternachtsgesichte,&#10;Nun weichet weit zurück;&#10;Mich grüßt vom reinen Lichte&#10;Der erste frühe Blick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Luft um Brust und Locken&#10;Mir spielet frisch und mild,&#10;Wohin denn willst du locken,&#10;O Lust, so gotterfüllt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die fernen Klänge dringen&#10;So rührend in mein Ohr,&#10;Hinauf möcht′ ich mich schwingen&#10;Zum Aufgang hoch empor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Häusliches Stillleben - Der Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/haeusliches-stillleben-der-garten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/haeusliches-stillleben-der-garten/</guid><description>&lt;p&gt;In den Garten muß ich blicken,&#10;In das frische stille Grün,&#10;Tausend Wünsche muß ich schicken&#10;Fernhin wo die Schwalben ziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fliegt nur mit den Morgenwinden,&#10;Mit den Wolken flieget fort,&#10;Eure Heimat sollt ihr finden,&#10;Lieben Wünsche, Ziel und Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rückwärts will ja nicht mein Sehnen,&#10;Nimmer in die Eitelkeit;&#10;Diese Seufzer, diese Thränen&#10;Gelten keinem Erdenleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ueber Wolken, über Sterne&#10;Aufwärts, aufwärts, himmelwärts,&#10;Neubelebt, in sel′ger Ferne&#10;Sink′ ich an das große Herz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Héliotrope</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heliotrope/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heliotrope/</guid><description>&lt;p&gt;In deines Zimmers trauter Dämmerhelle &amp;hellip;&#10;Die Luft gekost von rother Lichteswelle,&#10;Und drin erzittern fromme Kinderlieder&#10;Und feiner Duft von vollem, feuchtem Flieder,&#10;Und Vasen, Ampeln, Kissen athmen schwer&#10;Ein räthselhaftes: »Es ist lange her &amp;hellip;«&#10;Und all das Tiefe, das du je erlebt,&#10;In den verschwiegen dunklen Nischen webt,&#10;Und von den Thränen, die du weinst so leicht, -&#10;Sind Farben rings und Klänge matt verbleicht,&#10;Dass sie das Haupt mit stiller Nacht umspinnen &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hendekasyllaben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hendekasyllaben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hendekasyllaben/</guid><description>&lt;p&gt;Eine duftende, wohlgerucherfüllte -&#10;Blume nicht, denn ein Spiel für Frau′n sind Blumen;&#10;Eine duftende, wohlgerucherfüllte&#10;Pflanze, solche, die Männernasen kitzelt,&#10;Wie olympische Götternasen Weihrauch,&#10;Ward vom männlichen Freunde mir zu letzter&#10;Abschiedsgabe gereicht vom Reisewagen,&#10;Mir dieselbe zum Opfer anzuzünden,&#10;Und in Liebe dabei zu denken seiner.&#10;Wie die Pflanze sich nennt? Der Pflanze Namen,&#10;Nennt ihn, zierliche Hendekasyllaben!&#10;In der Form, wie der Freund sie mir gereicht hat,&#10;(Am bequemsten ist die zum Nasenopfer,&#10;Weil sie Opfer und Opferherd zugleich ist)&#10;Heißt die Pflanze, die teure Wunderpflanze&#10;Heißt - so sagt′s doch, ihr Hendekasyllaben!&#10;Im landüblichen Kauderwelsch Cigarre,&#10;Doch Glimmstängel berlinerisch verneudeutscht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgang/</guid><description>&lt;p&gt;Und strahlend unter goldnem Baldachin&#10;um starre Wipfel funkelnd hingebreitet&#10;und Kronen tragend gehn wir hin&#10;und flüsternd gleitet&#10;dein süßer Tritt gedämpft im bunten Laub.&#10;Aus wilden schwanken lachenden Girlanden&#10;rieselt′s wie goldner Staub&#10;und webt sich fließend ein in den Gewanden&#10;und heftet wie Juwelen schwer&#10;sich dir ins Haar und jagt vom Licht gehetzt&#10;in grellen Wirbeln vor uns her&#10;und sinkt aufstiebend in das wirre Meer&#10;kräuselnder Blätter die vom Abendduft genetzt&#10;wie goldgewirkte Teppiche sich spannen &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstgedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgedanken/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Da ich die grüne Pracht der Bäume zärtlich liebe&#10;Und folglich mich anjetzt im Herbst bei ihrem Fall,&#10;Bei der Entblätterung der Wipfel überall&#10;Und der Vernichtigung des Laubes recht betrübe,&#10;So deucht mir doch, ob hör ich sie im Fallen&#10;Zu meinem Troste dies mit sanftem Lispeln lallen:&#10;&amp;ldquo;Du siehest uns von dem geliebten Baum&#10;Nicht, um denselben zu entkleiden,&#10;Noch um ihn nackt und bloß zu lassen, scheiden;&#10;Ach nein, wir machen frisch und schönern Blättern Raum.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstlich sonnige Tage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlich-sonnige-tage/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlich-sonnige-tage/</guid><description>&lt;p&gt;Herbstlich sonnige Tage,&#10;mir beschieden zur Lust,&#10;euch mit leiserem Schlage&#10;grüßt die atmende Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie waltet die Stunde&#10;nun in seliger Ruh′!&#10;Jede schmerzende Wunde&#10;schließet leise sich zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur zu rasten, zu lieben,&#10;still an sich selber zu baun,&#10;fühlt sich die Seele getrieben&#10;und mit Liebe zu schaun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedem leisen Verfärben&#10;lausch ich mit stillem Bemühn,&#10;jedem Wachsen und Sterben,&#10;jedem Welken und Blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was da webet im Ringe,&#10;was da blüht auf der Flur,&#10;Sinnbild ewiger Dinge&#10;ist′s dem Schauenden nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstschmetterling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstschmetterling/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstschmetterling/</guid><description>&lt;p&gt;Im Licht des Kirchleins seh`ich schweben&#10;Bunt eines Schmetterlings Flug;&#10;Er strebt hinaus: zum warmen Leben,&#10;Hinaus zum Walde geht sein Zug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er strebt hinaus: nur wenige Tage,&#10;Und scharfer Wind nimmt Blatt um Blatt.&#10;O armer Schmetterling im Hage,&#10;Du sinkst zur Erde todesmatt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier raste doch an heil&lt;code&gt;ger Schwelle, Buntschmetterling, o Seele du! Die Welt ist Herbst, der Tod ist schnelle, Und sicher nur des Kirchleins Ruh&lt;/code&gt;!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hermance</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hermance/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hermance/</guid><description>&lt;p&gt;Durch ihren Leib, den zarten, blutlos-bleichen,&#10;Dämonen der Verwüstung lautlos schleichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus ihrem Aug′, dem fieberhellen, blauen,&#10;Der hastig heißen Wollust Gierden schauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ihre Hände, die so zärtlich kosen,&#10;Sie duften süß und krank wie Tuberosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ihre Lippen, weiß und blumenkühl,&#10;Sie küssen mir die meinen dürr und schwül.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und scheu durch jeden Kuss die Frage bebt,&#10;Ob ihr der nächsten Stunde Glück noch lebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist, als wäre sie für eine Nacht&#10;Vom Tod erwacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr Salzmann-Zwei, in Alexandrinern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-salzmann-zwei-in-alexandrinern/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-salzmann-zwei-in-alexandrinern/</guid><description>&lt;p&gt;Bei Tische wird ein Fisch: Herr Salzmann-Zwei, verspeist.&#10;Er stellt es sich kaum vor. Dann sagt er, wie er heißt.&#10;Das heißt: er stellt sich vor. Zwar sind die Fische stumm,&#10;Doch kümmert dieser Snob von Fisch sich nicht darum.&#10;Bequemten sich denn je die Allerweltsverhöhner&#10;Gesetzen der Natur? Das wäre ja noch schöner!&#10;Visitenkarten sind Herrn Salzmann nicht zur Hand:&#10;So macht er mündlich sich der, die ihn isst, bekannt.&#10;Es nennt die, die ihn isst, sich: Fräulein Grete Chlor.&#10;Das heißt: sie nennt sich nicht! Wer stellt sich Fischen vor?&#10;Und eine Gräte ist im Munde dieser Dame.&#10;Jedoch in Gretes Mund nennt sich des Fisches Name.&#10;Der Fisch sagt: &amp;ldquo;Salzmann-Zwei!&amp;rdquo; War je ein Fisch correcter?&#10;Und doch: wie incorrect! In Gretes Munde steckt er!&#10;Wie denn? Er ganz? O nein! Von ihm ein kleiner Teil!&#10;Fast eine Gräte nur! Selbst die ist kaum noch heil.&#10;Anstatt der Vorstellung: &amp;ldquo;Salzmann, durch Hundertdrei&amp;rdquo;,&#10;Behauptet dies Gerät, dass es noch &amp;ldquo;Salzmann&amp;rdquo; sei!&#10;Der Fisch ist stumm. Und dies, ein Fisches-Hundertdrittel,&#10;In Grete Gräte nur, weist mit dem letzten Mittel&#10;Auf sein Gewesensein! Muss Grete sich verschlucken?&#10;Ach, kaum gelingt es ihr, die Gräte auszuspucken! -&#10;Der Dame blieb seither, wie sehr sie auch von Welt,&#10;Die Vorstellung von Fisch doch irgendwie vergällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herrad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herrad/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herrad/</guid><description>&lt;p&gt;Welt reichte nur vom kleinen Garten, drin die Dahlien blühten, bis zur Zelle&#10;Und durch die Gänge nach dem Hof und früh und Abends zur Kapelle’&#10;Aber unter mir war Ebene, ins Grün versenkt, mit vielen Kirchen und weiß blühenden Obstbäumen,&#10;Hingedrängten Dörfern, weit ins Land gerückt, bis übern Rhein, wo wieder blaue Berge sie umsäumen.&#10;An ganz stillen Nachmittagen meinte man die Stimmen von den Straßen heraufwehen zu hören, und Abends kam Geläute,&#10;Das hoch den blau ziehenden Rauch der Kamine überflog und mich in meinem Nachsinnen erfreute.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herüber zog eine schwarze Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herueber-zog-eine-schwarze-nacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herueber-zog-eine-schwarze-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Herüber zog eine schwarze Nacht.&#10;Die Föhren rauschten im Sturme;&#10;Es hat das Wetter wild zerkracht&#10;Die Kirche mit ihrem Turme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zerschmettert das Kreuz; zerdrückt den Altar;&#10;Zermalmt das Gebein in den Särgen -&#10;Die gotischen Bögen wälzen sich&#10;Donnernd hinab von den Bergen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Dorfe stürzt sich Turm und Chor&#10;Als wie zu einem Grabe -&#10;Da fährt entsetzt vom Lager empor&#10;Und spricht zur Mutter der Knabe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ach Mutter, mir träumte ein Traum so schwer,&#10;Das hat den Schlaf mir verdorben.&#10;Ach Mutter, mir träumte, soeben wär′&#10;Der liebe Herr Gott gestorben.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herzensseufzer bei dem Genuß der Kreaturen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herzensseufzer-bei-dem-genuss-der-kreaturen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herzensseufzer-bei-dem-genuss-der-kreaturen/</guid><description>&lt;p&gt;Gib, Jesu, daß ich dich genieß&#10;In allen deinen Gaben,&#10;Bleib du mir einzig ewig süß,&#10;Du kannst den Geist nur laben;&#10;Mein Hunger geht in dich hinein,&#10;Mach du dich innig mir gemein,&#10;O Jesu, mein Vergnügen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Lebenswort, o Seelenspeis,&#10;Mir Kraft und Leben schenke,&#10;O Brunnquell reiner Liebe, fleuß,&#10;Mein schmachtend Herze tränke,&#10;So leb und freu ich mich in dir!&#10;Ach, hab auch deine Lust in mir&#10;Bis in die Ewigkeiten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herzklopfen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herzklopfen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herzklopfen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lag auf der Wiese&#10;In Blumen und Duft,&#10;Und es zogen die Sterne&#10;Hell durch die Luft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Ruhe, die Stille&#10;War nimmer gestört —&#10;Kaum hab ich das Bächlein&#10;Flüstern gehört.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fühlt ich ein Pochen&#10;Im Herzen drin—:&#10;Sei ruhig! sei ruhig!&#10;Wo willst du hin?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und klopfst du noch immer?&#10;Ja, bist du toll?&#10;Doch — klopfe! du bist ja&#10;Von Liedern voll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Lieder! Ihr Lieder!&#10;O klopfet nur zu!&#10;Und lasset mich nimmer&#10;Und nimmer in Ruh !&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herzlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herzlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herzlied/</guid><description>&lt;p&gt;Ich saß an einem Bache,&#10;Der rieselte so mild,&#10;Und neben blühten die Bäume&#10;Mit Vogelsang erfüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Haupt es lag am Busen&#10;Der Allerliebsten mein,&#10;Da hört ich ihr Herzchen schlagen&#10;So leise, doch so rein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schlugen Nachtigallen&#10;Mit ihrem Herzen zur Wett,&#10;Und meine Augen schlossen&#10;Sich auf dem Busenbett.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nicht des Baches Rieseln,&#10;Nicht Vöglein sang mich müd,&#10;Es sang ihr schlagend Herzchen&#10;Mir sanft ein Schlummerlied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hexenbewirtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hexenbewirtung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hexenbewirtung/</guid><description>&lt;p&gt;Wo kommt der liebe Bote her? - Ich glaube von Schwerin,&#10;Er stabelt durch den Eichenwald: da sieht er Hexen ziehn,&#10;Erst eine, zweie dann, dann drei:&#10;Dann hüpfen immer mehr herbei,&#10;Flink, jung und wunderniedlich!&#10;Auch duftet′s appetitlich.&#10;Sie decken zupf! den runden Tisch&#10;Und tragen Braten auf und Fisch&#10;Und süßen Saft der Reben.&#10;Heidi! das wird ein Leben!&#10;Und alles im ganzen&#10;Kommt an mit Tanzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie machen einen Ringeltanz, hui! und umzingeln ihn:&#10;&amp;ldquo;Tanz mit, tanz mit, du süßes Herz, du Bote von Schwerin!&amp;rdquo;&#10;Er denkt: hm hm, was schadet das,&#10;Ein bisschen hüpfen auf dem Gras?&#10;Wer lauft, der kann auch tanzen!&#10;Paff! wirft er hin den Ranzen.&#10;Er sucht sich aus das jüngste Blut&#10;Und schwingt es hoch im Übermut:&#10;Nun geigt auf Pferdeköpfen,&#10;Und klappert mit den Töpfen,&#10;Ihr pfiffig galanten&#10;Tanzmusikanten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hier sollten Verse blüh′n</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hier-sollten-verse-bluehn/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hier-sollten-verse-bluehn/</guid><description>&lt;p&gt;Hier sollten Verse blüh′n &amp;hellip; weil Thränen&#10;Oft in die Kissen perlten heiss,&#10;Weil blasses, duftgewob′nes Sehnen&#10;So oft hier spann den Zauberkreis &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil hier so oft, aus wehen Träumen&#10;Die weisse todte Hand mich grüsst,&#10;- O Gott! dass ich in bangem Säumen&#10;Die weisse Hand niemals geküsst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie lag so lind, mit zarten Venen&#10;Mir auf der Stirne, innig, weiss &amp;hellip;&#10;- Hier sollten Verse blühn - weil Thränen&#10;Oft in die Kissen perlten heiss &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hinaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hinaus/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hinaus/</guid><description>&lt;p&gt;Seh′ ich die Vögel fliehn in die Nester,&#10;Ist eine Träne dem Auge erlaubt;&#10;Denn nur die Sorge ist meine Schwester,&#10;Nirgends bett′ ich mein heimatlos Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum denn hinaus ins Freie! ins Weite!&#10;Nichts nenn′ ich mein, drum gehört mir das All;&#10;Jubelnd begrüßen mich, die Befreite,&#10;Wandernde Stürme mit Donnerschall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch von der Felsen gigantischen Spitzen&#10;Seh′ ich das Dunkel des Lebens erhellt;&#10;Wenn mich die ew′gen Gedanken durchblitzen,&#10;Baut sich im Busen die eigene Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hinter den Häusern heult ein Hund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hinter-den-haeusern-heult-ein-hund/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hinter-den-haeusern-heult-ein-hund/</guid><description>&lt;p&gt;Hinter den Häusern heult ein Hund.&#10;Denn die Schatten der Nacht sind bleich und lang;&#10;und des Meeres Herz ist vom Weinen wund; -&#10;und der Mond wühlt lüstern im Tang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch Morgennebel streicht hastig ein Boot,&#10;die Segel schwarz, wie vom Tod geküßt.&#10;Die Flut faucht salzig näher und droht&amp;hellip;&#10;Bang knarrt der Seele morsches Gerüst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hippolyt im Thale von Aricia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hippolyt-im-thale-von-aricia/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hippolyt-im-thale-von-aricia/</guid><description>&lt;p&gt;Durch des düstern Waldthals Schauer&#10;Wankt ein holdes Schattenbild,&#10;Ihm hat tiefumflorte Trauer&#10;Stirn und Augen trüb umhüllt:&#10;Dicht verschränkte Eichenäste&#10;Senken Nacht aus heit′rer Luft,&#10;Mattverhauchte kühle Weste&#10;Flüstern wie aus offner Gruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo des Felsens wilde Trümmer&#10;Tausendjähr′ges Moos umkeimt,&#10;Sitzt im dämmerlichen Schimmer&#10;Bleich der Jüngling da und träumt;&#10;Träumt von jüngstentschwundnen Tagen,&#10;Träumet Jagd und Jünglingsspiel,&#10;Staubumwallte Siegeswagen&#10;Und den Preis am hohen Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn aus Thetis′ Purpurwogen&#10;Titan kühn zum Aether steigt,&#10;Und am blauen Himmelsbogen&#10;Seine Strahlenhöh′ erreicht;&#10;Sinkt von einem blassen Tage&#10;Kaum ein Schimmer in die Gruft,&#10;Wo mit anmuthsvoller Klage&#10;Hippolyt der Vorzeit ruft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hitze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hitze/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hitze/</guid><description>&lt;p&gt;Netz die Lungen mit Wein!&#10;Heiß über uns wandelt die Sonne schon,&#10;Alles schmachtet und lechzt unter der Wucht drückender Jahresglut;&#10;Schmelzend süßes Gezirp tönt aus dem Laub, wo die Zikade rasch&#10;ihre Flügel bewegt, denen der helltönende Sang entquillt.&#10;Jetzt, zur Zeit wo die Golddistel erblüht, rasen die Weiber all,&#10;Und die Männer sind schwach.&#10;Mark und Gehirn trocknet des Sirius Gluthauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochbild/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochbild/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne, Helios der Griechen,&#10;Fährt prächtig auf der Himmelsbahn,&#10;Gewiß, das Weltall zu besiegen,&#10;Blickt er umher, hinab, hinan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sieht die schönste Göttin weinen,&#10;Die Wolkentochter, Himmelskind,&#10;Ihr scheint er nur allein zu scheinen;&#10;Für alle heitre Räume blind,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Versenkt er sich in Schmerz und Schauer,&#10;Und häuf′ger quillt ihr Tränenguß:&#10;Er sendet Lust in ihre Trauer&#10;Und jeder Perle Kuß auf Kuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun fühlt sie tief des Blicks Gewalten,&#10;Und unverwandt schaut sie hinauf;&#10;Die Perlen wollen sich gestalten:&#10;Denn jede nahm sein Bildnis auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochzeitgedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitgedicht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitgedicht/</guid><description>&lt;p&gt;Auff der Jungfraw Braut Nahmen&#10;Elisabeth von Sterens&#10;Versezet&#10;Ohe / last uns ins Bette.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gilt eß / Jungfraw Braut? Was gilt eß nuhn? Ich wette /&#10;daß ewer Herze spricht: Oh lasset uns ins Bette.&#10;Gebt nuhr dem Herzen nach / so ist die Wette mein /&#10;obzwahr noch itzt der Mund dazuh spricht lauter Nein.&#10;Gebt nuhr dem Herzen nach / was will der Mund doch machen?&#10;die Augen sprechen selbst / sie können nicht mehr wachen.&#10;Gebt nuhr dem Herzen nach! seht! Hymen ist bereit /&#10;er hat das Fackelliecht / und spricht / eß seye Zeit.&#10;Geht / gebt dem Herzen nach / wir wündschen euch darneben&#10;ein langes / glückliches / und auch ein fruchtbar Leben!&#10;Geht / gebt nuhr guhte Nacht / und heilt die Wunden zu /&#10;enthaltet euch nicht mehr der angenemen Ruh.&#10;Gebt mir nuhr willig nach / gewonnen ist die Wette:&#10;Ihr seid doch gahr zu kranck / drumb gehet nuhr zu Bette.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochzeitgedichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitgedichte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitgedichte/</guid><description>&lt;p&gt;I.&#10;Es singt die deutsche Sage&#10;Seit altersgrauer Zeit&#10;Von todeskühnem Helden,&#10;Von todestreuer Maid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Mann, der seinen Willen&#10;Durchkämpfe bis zum Tod;&#10;Nicht brach die Noth sein Eisen, -&#10;Sein Eisen brach die Noth! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Mädchen, das die Liebe&#10;Tief in dem Herzen barg,&#10;Ihr Kleinod und ihr Weihthum&#10;Vom Jawort bis zum Sarg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In solchem Liebespare,&#10;Treu, heldenstark und mild,&#10;Sah unsres Volkes Seele&#10;Das eigne Spiegelbild. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffnung/</guid><description>&lt;p&gt;Laß das Leben wanken,&#10;Laß es ganz vergehn,&#10;Über seine stillen Schranken&#10;Will ich ernst und mutig sehn.&#10;Findet gleich Vernunft die Wege&#10;In dem dunklen Lande nicht:&#10;Hoffnung kennt die Stege,&#10;Trägt ein sichres Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn mich alle lassen:&#10;Meine Hoffnung bleibt,&#10;Wird mich rettend dann umfassen,&#10;Wenn mich Not und Sünde treibt.&#10;Ob auch Tod und Trübsal wüte,&#10;Ob Gewalt der Böse hat,&#10;Herr, auf deine Güte&#10;Bau ich meine Stadt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Höhere Menschheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoehere-menschheit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoehere-menschheit/</guid><description>&lt;p&gt;Den Menschen ist der Sinn ins Innere gegeben,&#10;Dass sie als anerkannt das Bessre wählen,&#10;Es gilt als Ziel, es ist das wahre Leben,&#10;Von dem sich geistiger des Lebens Jahre zählen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Horch: deine Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/horch-deine-seele/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/horch-deine-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Vater- und Muttergeist geformt und beschworen,&#10;Aus Nachtmeer und Schweigen, aus Wolkenfall-Schicht,&#10;Aus dem Schoße des ewigen Kreisens geboren:&#10;Fiel ich aufschluchzend stirnlings ins Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun bin ich erdereich und bin auch arm:&#10;Ich halte Kiesel prüfend in der Hand,&#10;Mein Schuh trägt Staub von Werk und Land,&#10;Ein Weib ist mir Gefährtin, stark und warm.&#10;Und Volk umspült mich breit im Schreiten –&#10;Doch Brot und Milch ist mir nicht mehr als Glück und Harm&#10;Und Schlacht und Schlaf nicht mehr als Stundengleiten.&#10;Es schwillt der Tag und summt mein Blut,&#10;Was wäre mir nicht atemnah und häuslich gut –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymne an Oesterreich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-an-oesterreich/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-an-oesterreich/</guid><description>&lt;p&gt;Riesin Austria, wie herrlich glänzest du vor meinen Blicken!&#10;Eine blanke Mauerkrone seh’ ich stolz das Haupt dir schmücken,&#10;Weicher Locken üpp’ge Fülle reich auf deine Schultern fallen&#10;Blonden Golds, wie deine Saaten, die im Winde fröhlich wallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Festlich prangt dein Leib, der wonn’ge, in dem grünen Sammtgewande,&#10;Dran als Silbergurt die Donau, und die Rebe als Guirlande;&#10;Leuchtend flammt dein Schild, der blanke, welchem Lerch’ und Aar entsteigen,&#10;Aller Welt von deinem Bündniß mit dem Tag und Licht zu zeigen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymnus an die Bäume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymnus-an-die-baeume/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymnus-an-die-baeume/</guid><description>&lt;p&gt;O meine Bäume!&#10;Seit meiner Kindheit ahnenden Tagen&#10;Sprech&amp;rsquo; ich zu euch, ihr edlen Vertrauten,&#10;Sprech&amp;rsquo; ich in stummer, geheimer Sprache,&#10;Und ihr versteht mich&#10;Und atmet mir Antwort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn von euren dunklen Wänden&#10;Meine Seele widerhallt -&#10;Die wehende Andacht&#10;Verschwiegener Hallen,&#10;Wie heiliges Grauen&#10;Verlassener Tempel&#10;Faßt es mich an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In reiner Frühe such ich euch&#10;Erquickten Auges,&#10;Und sieh: in euren Zweigwinkeln lauschen&#10;Tage der Kindheit,&#10;Auf euren Wipfeln wiegen sich&#10;Tage der Wand&amp;rsquo;rung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hyperions Schicksalslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hyperions-schicksalslied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hyperions-schicksalslied/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr wandelt droben im Licht&#10;Auf weichem Boden, selige Genien!&#10;Glänzende Götterlüfte&#10;Rühren euch leicht,&#10;Wie die Finger der Künstlerin&#10;Heilige Saiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schicksallos, wie der schlafende&#10;Säugling, atmen die Himmlischen;&#10;Keusch bewahrt&#10;In bescheidener Knospe,&#10;Blühet ewig&#10;Ihnen der Geist,&#10;Und die seligen Augen&#10;Blicken in stiller&#10;Ewiger Klarheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch uns ist gegeben,&#10;Auf keiner Stätte zu ruhn,&#10;Es schwinden, es fallen&#10;Die leidenden Menschen&#10;Blindlings von einer&#10;Stunde zur andern,&#10;Wie Wasser von Klippe&#10;Zu Klippe geworfen,&#10;Jahr lang ins Ungewisse hinab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>I. Si ist ze allen êren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/i-si-ist-ze-allen-eren/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/i-si-ist-ze-allen-eren/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Si ist ze allen êren ein wîp wol erkant,&#10;schoener gebaerde, mit zühten gemeit,&#10;sô daz ir lop in dem rîche umbe get.&#10;alse der mân wol verre über lant&#10;liuhtet des nahtes wol lieht unde breit,&#10;sô daz sîn schîn al die welt umbevet,&#10;Als ist mit güete umbevangen diu schône.&#10;des man ir jêt,&#10;si ist aller wîbe ein krône.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Diz lop beginnet vil vrouwen versmân,&#10;daz ich die mîne vür alle andriu wîp&#10;hân zeiner krône gesetzet sô hô,&#10;unde ich der deheine ûz genomen hân.&#10;des ist vil lûter vor valsche ir der lîp,&#10;smal wol ze mâze, vil fier unde vrô.&#10;Des muoz ich in ir genâden belîben,&#10;gebiutet si sô,&#10;mîn liebest vor allen wîben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>I.   Si ist ze allen êren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/i-si-ist-ze-allen-eren-9118/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/i-si-ist-ze-allen-eren-9118/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Si ist ze allen êren ein wîp wol erkant,&#10;schoener gebaerde, mit zühten gemeit,&#10;sô daz ir lop in dem rîche umbe get.&#10;alse der mân wol verre über lant&#10;liuhtet des nahtes wol lieht unde breit,&#10;sô daz sîn schîn al die welt umbevet,&#10;Als ist mit güete umbevangen diu schône.&#10;des man ir jêt,&#10;si ist aller wîbe ein krône.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Diz lop beginnet vil vrouwen versmân,&#10;daz ich die mîne vür alle andriu wîp&#10;hân zeiner krône gesetzet sô hô,&#10;unde ich der deheine ûz genomen hân.&#10;des ist vil lûter vor valsche ir der lîp,&#10;smal wol ze mâze, vil fier unde vrô.&#10;Des muoz ich in ir genâden belîben,&#10;gebiutet si sô,&#10;mîn liebest vor allen wîben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin der reichste Mann der Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-der-reichste-mann-der-welt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-der-reichste-mann-der-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin der reichste Mann der Welt! // Meine silber-&#10;nen Yachten / schwimmen auf allen Meeren. // Gold-&#10;ne Villen glitzern durch meine Wälder in Japan, / in&#10;himmelhohen Alpenseeen spiegeln sich meine Schlös-&#10;ser, / auf tausend Inseln hängen meine purpurnen Gär-&#10;ten. // Ich beachte sie kaum. // An ihren aus Bronze&#10;gewundenen Schlangengittern / geh ich vorbei, / über&#10;meine Diamantgruben / lass ich die Lämmer grasen. //&#10;Die Sonne scheint, / ein Vogel singt, / ich bücke&#10;mich / und pflücke eine kleine Wiesenblume. // Und&#10;plötzlich weiss ich: ich bin der ärmste Bettler! // Ein&#10;Nichts ist meine ganze Herrlichkeit / vor diesem&#10;Thautropfen, / der in der Sonne funkelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich brauche Menschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-brauche-menschen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-brauche-menschen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich brauche Menschen! Ja - in hellen Zimmern,&#10;Erfüllt von Düften, Lächeln, Fächeln, Flimmern,&#10;Wo schlank geformt - leichtwiegende Gedanken&#10;Von Mund zu Mund sich lachend, blühend ranken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich brauche Menschen &amp;hellip; seid′ner Schleifen Rauschen&#10;Und Blicke, die sich sorglos spielend tauschen,&#10;Und Worte, die ob tausend Kelchen schweifen&#10;Und manchmal scheue, süße Beeren streifen -&#10;Und Töne, die wie flücht′ge Küsse drängen&#10;Und sich an lauschend bange Ohren hängen&#10;Und bunte Wolken in die Blicke stäuben&#10;Und blenden, schmeicheln, lügen und betäuben&#10;Und all das Leere, Schwere überhallen &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich hab am lichten Tag geschlafen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-am-lichten-tag-geschlafen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-am-lichten-tag-geschlafen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab am lichten Tag geschlafen.&#10;Es weint das Kind. Es blökt das Rind.&#10;In meinem Weidenbaume trafen&#10;Sich Leiseklug und Lockenlind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum weiß ich noch, warum ich lebe.&#10;Vereist mein Blick. Mein Blut verstürmt.&#10;Wenn ich die Brust im Atem hebe,&#10;Sind Felsen über sie getürmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schwester auch am Nebelhafen,&#10;Sie bietet süße Brust dem Wind.&#10;Vor klingender Taverne trafen&#10;Sie Leiseklug und Lockenlind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Sternen, die am Himmel pochten,&#10;Warf Köcher ich und Becher hin.&#10;Ich bin mit Mohn und Tod verflochten&#10;Und weiß nicht mehr, ob ich noch bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich hab‘ eine alte Muhme...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-eine-alte-muhme/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-eine-alte-muhme/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab′ eine alte Muhme,&#10;Die ein altes Büchlein hat,&#10;Es liegt in dem alten Buche&#10;Ein altes, dürres Blatt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So dürr sind wohl auch die Hände,&#10;Die′s einst im Lenz ihr gepflückt.&#10;Was mag doch die Alte haben?&#10;Sie weint, so oft sie′s erblickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich habe nie das Knie gebogen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-habe-nie-das-knie-gebogen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-habe-nie-das-knie-gebogen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe nie das Knie gebogen,&#10;Den starren Nacken nie gebeugt,&#10;Mit Stolze ward ich aufgezogen,&#10;Mit Freiheit ward ich aufgesäugt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch allem Stolz im Sein und Handeln&#10;Entsagt′ ich, und der Freiheit mit,&#10;Könnt′ ich mich in den Staub verwandeln,&#10;Den Deines Schuhes Sohle tritt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich kam in diese Welt herein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kam-in-diese-welt-herein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kam-in-diese-welt-herein/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kam in diese Welt herein,&#10;Mich baß zu amüsieren,&#10;Ich wollte gern was Rechtes sein&#10;Und mußte mich immer genieren.&#10;Oft war ich hoffnungsvoll und froh,&#10;Und später kam es doch nicht so.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun lauf ich manchen Donnerstag&#10;Hienieden schon herummer,&#10;Wie ich mich drehn und wenden mag,&#10;′s ist immer der alte Kummer.&#10;Bald klopft vor Schmerz und bald vor Lust&#10;Das rote Ding in meiner Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich kann es nicht vergessen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kann-es-nicht-vergessen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kann-es-nicht-vergessen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann es nicht vergessen,&#10;Geliebtes, holdes Weib,&#10;Daß ich dich einst besessen,&#10;Die Seele und den Leib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Leib möcht ich noch haben,&#10;Den Leib so zart und jung;&#10;Die Seele könnt ihr begraben,&#10;Hab selber Seele genung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will meine Seele zerschneiden,&#10;Und hauchen die Hälfte dir ein,&#10;Und will dich umschlingen, wir müssen&#10;Ganz Leib und Seele sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich schlage schamlos in die Tasten...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-schlage-schamlos-in-die-tasten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-schlage-schamlos-in-die-tasten/</guid><description>&lt;p&gt;Ich schlage schamlos in die Tasten.&#10;Die Ampel tönt. Es zwitschert das Bordell.&#10;Die schlanken Knaben bleich vom langen Fasten&#10;Erheben kühl sich vom kastalschen Quell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie werfen ab die wolligen Gewänder,&#10;Die Hemden kurz, die Mütter einst genäht.&#10;Sie schweben engverschlungne Negerländer,&#10;In denen palmengleich die Liebe steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es neigen sich mit ihren schmalen Mündern&#10;Die Huren in den unerfahrenen Schoß,&#10;Und sie empfangen von den blassen Kindern&#10;Lächelnd ihr gutes oder schlimmes Los.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich singe - doch wer hört mich an?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-singe-doch-wer-hoert-mich-an/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-singe-doch-wer-hoert-mich-an/</guid><description>&lt;p&gt;Ich singe - doch wer hört mich an?&#10;Ein alter Mann&#10;Und noch ein Kind vielleicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O gelänge mir ein Laut&#10;Der bezwingend und vertraut&#10;Jedem an die Seele reicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn man eine Glocke goss&#10;Warf ein Bräutigam den Stein&#10;Seines Ringes und ein Held&#10;Warf sein Schwert.. ihr Gürtelschloss&#10;Warf die junge Frau hinein -&#10;Jemand Reiches Gold und Geld&#10;Kinder Bernstein und Koralle&#10;Aber die die Schönste war&#10;Tat von ihrem schönen Haar&#10;Zum geschmolzenen Metalle &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich steh an deiner Krippen hier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-steh-an-deiner-krippen-hier/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-steh-an-deiner-krippen-hier/</guid><description>&lt;p&gt;Ich steh an deiner Krippen hier,&#10;O Jesulein, mein Leben;&#10;Ich komme, bring und schenke dir,&#10;Was du mir hast gegeben.&#10;Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,&#10;Herz, Seel und Mut, nimm alles hin&#10;Und laß dir′s wohlgefallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast mit deiner Lieb erfüllt&#10;Mein Adern und Geblüte,&#10;Dein schöner Glanz, dein süßes Bild&#10;Liegt mir ganz im Gemüte.&#10;Und wie mag es auch anders sein:&#10;Wie könnt ich dich, mein Herzelein,&#10;Aus meinem Herzen lassen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich steh' allein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-steh-allein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-steh-allein/</guid><description>&lt;p&gt;Ich steh&amp;rsquo; allein und schaue&#10;Hinab ins weite Tal,&#10;Mein Auge starrt ins Blaue&#10;Und weiß es nicht einmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die trüben Wolken scheinen&#10;So missgestimmt und schwer,&#10;Als wollten sie noch weinen&#10;Wohl eh&amp;rsquo; es Abend wär'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie deucht mich zu beneiden&#10;Der Wolken flüchtig Los,&#10;Zu senken ihre Leiden&#10;All&amp;rsquo; in der Erde Schoß;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu bergen ihre Klagen&#10;All&amp;rsquo; an der Mutter Brust,&#10;Und - können sie&amp;rsquo;s nicht tragen,&#10;Zu sinken unbewusst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich weiß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß, Du bist entstiegen&#10;Des Mondes eisigem Pfühl,&#10;Durch Deine Adern fliegen&#10;Und wiegen&#10;Lichtwellen bleich und kühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ mit Dir Erbarmen,&#10;Erbarmen auch mit mir.&#10;Du wirst in meinen Armen&#10;Erwarmen, -&#10;Ich werde kalt bei Dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich weiß es</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-es/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-es/</guid><description>&lt;p&gt;Plage steht am Wege, den ich schreiten will,&#10;Not steht an dem Wege, den ich schreiten will,&#10;Tod steht an dem Wege, den ich schreiten will,&#10;Klage liegt am Wege, den ich schreiten will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Zungen hat jeder Meilenstein,&#10;Und alle die kleinen Kiesel schrein,&#10;Schrein Weh - wo ein Mädchen röchelnd sank,&#10;Flüchtig, verlassen, müd und krank.&#10;Not steht an dem Wege, den ich schreiten will,&#10;Tod steht an dem Wege, den ich schreiten will,&#10;Und ich schreit ihn doch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich will ja nur an Deiner Lippe sterben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-will-ja-nur-an-deiner-lippe-sterben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-will-ja-nur-an-deiner-lippe-sterben/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will ja nur an Deiner Lippe sterben,&#10;Als Sonnenstaub in Deinem Kuß verfliegen,&#10;Will nur den Schmerz, den tiefen, schweren, herben,&#10;Mit Deines Mundes Lethetrank besiegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will ja nicht an Deinem Munde saugen,&#10;Nur fromm und gläubig in Dein Antlitz schauen&#10;Und auf dem Strahle Deiner Wunderaugen&#10;Zum Äther hin demant′ne Brücken bauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will ja nicht in Deinem Aug′ mich sonnen,&#10;Nur Worte tauschen süßer Minnefehde,&#10;Nur rauschen hören Deiner Lippe Bronnen&#10;In sanften Wellen zarter Frauenrede.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wollt-das-lied-des-herzens-nicht-verschweigen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wollt-das-lied-des-herzens-nicht-verschweigen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen.&#10;Ich wollt es jubelnd zu den Menschen schmettern,&#10;die bleich am Baume der Erkenntnis klettern,&#10;das Glück vermutend in den kahlen Zweigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollt sie rufen zu den breiten Küsten,&#10;an die des Meeres Wellen silbern schlagen.&#10;Ich wollt sie lehren leichte Schultern tragen&#10;und freien Sinn in übermüt′gen Brüsten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich stoß ins Horn. Noch einmal. - Doch ich staune:&#10;die Menschen lachen, die ich wecken wollte,&#10;als ob ein Mißton in die Lüfte rollte. -&#10;Es muß ein Sandkorn sein in der Posaune.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich zog einmal ein liebes Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-zog-einmal-ein-liebes-kind/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-zog-einmal-ein-liebes-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Ich zog einmal ein liebes Kind&#10;in meine Mannesarme.&#10;Da ward es ganz von Liebe blind&#10;und frei von allem Harme.&#10;Doch als ich eine andre nahm,&#10;hat es sie schwer getroffen.&#10;Es standen ihr vor Leid und Gram&#10;die beiden Augen offen.&#10;Und ward sie vorher nur gewahr&#10;in meinem Kuß der Reinheit,&#10;jetzt ward ihr plötzlich offenbar&#10;nur Sünde und Gemeinheit.&#10;O Mensch, vertrau den Menschen nicht&#10;in liebevoller Blindheit.&#10;Das Unheil schlägt dir ins Gesicht&#10;mit seltsamer Geschwindheit.&#10;Die Freuden fallen insgesamt&#10;dir in das trübste Wasser.&#10;Und wie mein Mädchen mich verdammt,&#10;wirst du zum Menschenhasser.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr Name</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-name/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-name/</guid><description>&lt;p&gt;Ich grub in Gold, ich schnitt in manchen Stein,&#10;In manche Rinde deinen Namen ein,&#10;Und daß er sei geborgen für und für,&#10;Schnitt ich wohl tief, gar tief ins Herz ihn mit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die rauhe Rinde tät nicht widerstehn,&#10;Und Gold und Stein, die ließen′s gern geschehn;&#10;Jedoch als ich ihn einschnitt in das Herz,&#10;Da gab es - Wunden, - Blut und - Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Ausbruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-ausbruch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-ausbruch/</guid><description>&lt;p&gt;Die Seel´, ein Strahl von Gott,&#10;geht in die Welt dahin,&#10;Willst du Gott schaun,&#10;mußt du mit ihr zurücke ziehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbst/</guid><description>&lt;p&gt;Niedrig schleicht blaß hin die entnervte Sonne,&#10;Herbstlich goldgelb färbt sich das Laub, es trauert&#10;Rings das Feld schon nackt und die Nebel ziehen&#10;Über die Stoppeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, der Herbst schleicht her und der arge Winter&#10;Schleicht dem Herbst bald nach, es erstarrt das Leben;&#10;Ja, das Jahr wird alt, wie ich alt mich fühle&#10;Selber geworden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gute, schreckhaft siehst du mich an, erschrick nicht;&#10;Sieh, das Haupthaar weiß, und des Auges Sehkraft&#10;Abgestumpft; warm schlägt in der Brust das Herz zwar,&#10;Aber es friert mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Kampf ums Dasein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-kampf-ums-dasein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-kampf-ums-dasein/</guid><description>&lt;p&gt;In schlafberaubter stiller Nacht,&#10;Wenn Alles müde ruht,&#10;Steigt auf aus meiner Seele Schacht,&#10;Mit trotzig ungestümer Macht&#10;Der Qualgedanken Brut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schwillt und quillt so heiß und rot&#10;Das Blut empor zur Stirn,&#10;Daß in des Denkens wilder Not&#10;Zu bersten, zu versagen droht&#10;Das müde Hirn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will ich des Lebens Kampf bestehn,&#10;Mein Herz im Schmutz verdirbt - -&#10;Nein! - ich will schlafen, schlafen gehn,&#10;Wenn kühl des Herbstes Winde wehn&#10;Und Alles ringsum stirbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Imbiß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/imbiss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/imbiss/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern Abend, als mir so ungewohnt&#10;Mein täglicher Imbiß schmeckte,&#10;Geschah es, daß dieser Umstand mir&#10;Ein eigen Gefühl erweckte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich gedachte des mächtigen Appetits,&#10;Den ich in der Jugend besessen,&#10;Und freute mich, daß der Greis auch noch&#10;So kräftig vermöge zu essen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Thränen der Rührung fühlt&amp;rsquo; ich sogar&#10;Aus dem Auge schleichen und wallen,&#10;Da mußt&amp;rsquo; ich bemerken, daß eine davon&#10;In den Löffel hineingefallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das verschlug mir wieder den Appetit,&#10;Den Löffel riß ich vom Munde&#10;Und schleudert&amp;rsquo; ihn fort in&amp;rsquo;s Stubeneck,&#10;Die Brühe gab ich dem Hunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Impressions musicales</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/impressions-musicales/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/impressions-musicales/</guid><description>&lt;p&gt;In schweigenden Nächten, aus weinenden Kelchen&#10;Klingen die duftigen Elfen empor:&#10;Schmächtige Mädchen mit todbleichen Wangen &amp;hellip;&#10;Flehende Sehnsucht und reines Verlangen &amp;hellip;&#10;Hörst du das Säuseln in müden Syringen?&#10;Hörst du das ahnende, schwebende Singen?&#10;Hörst du die bebende Geige im Chor?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An fiebernden Tagen, aus sammtigen Rosen&#10;Flammen die lockigen Knaben empor:&#10;Trotzige Knaben mit zärtlichen Lippen,&#10;Brennende Qualen und hastigen Nippen &amp;hellip;&#10;Hörst du das Rauschen von schluchzenden Quellen?&#10;Hörst du das tiefe, verwirrende Schwellen?&#10;Hörst du das trunkene Cello im Chor?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Kunstaustellung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-kunstaustellung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-kunstaustellung/</guid><description>&lt;p&gt;Was drängt sich die bunte Menge&#10;Sich gaffend um dies Bild?&#10;Es ist ein junges Mädchen&#10;Mit Zügen krampfhaft wild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr alten eitlen Gecken&#10;Dränget euch nicht so nahe hin,&#10;Reizt nicht an den zarten Formen&#10;Den abgestumpften Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht hinter euch - o sehet!&#10;Dort an der dunkelsten Stell′&#10;Lehnt ohnmächtig von Hunger,&#10;Des schönen Bildes Modell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Stadtbahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-stadtbahn/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-stadtbahn/</guid><description>&lt;p&gt;Ein feiles Mädchen, schön und aufgetakelt,&#10;Ihr gegenüber, grün und unbemakelt,&#10;Ein Jüngling, dessen Hände sanft behüten&#10;Zwei Veilchensträußchen in den Seidendüten.&#10;Sie sieht ihn an. Er lächelt traurig blöde:&#10;Mein Gott, wie wird das heute wieder öde&#10;Bei Tante Linchen, die Geburtstag feiert. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Dame hat sich nunmehr ganz entschleiert.&#10;Da ist er hingerissen, starrt ein Weilchen,&#10;Und reicht ihr wortlos alle seine Veilchen.&#10;Nun hat er nichts, für Tante kein Präsent&amp;hellip;&#10;Er wundert sich - das schöne Fräulein flennt:&#10;Und ihre blassen Tränen auf die blauen&#10;Märzveilchen wie Gelübde niedertauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In diesem Land</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-diesem-land/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-diesem-land/</guid><description>&lt;p&gt;In diesem Land wird niemand lächerlich,&#10;als der die Wahrheit sagte. Völlig wehrlos&#10;zieht er den grinsend flachen Hohn auf sich.&#10;Nichts macht in diesem Lande ehrlos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In diesem Land münzt jede Schlechtigkeit,&#10;die anderswo der Haft verfallen wäre,&#10;das purste Gold und wirkt ein Würdenkleid&#10;und scheffelt immer neue Ehre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In diesem Land gehst du durch ein Spalier&#10;von Beutelschneidern, die dich tief verachten&#10;und mindestens nach deinem Beutel dir,&#10;wenn nicht nach deinem Gruße trachten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Harmesnächten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-harmesnaechten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-harmesnaechten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Rechte streckt ich schmerzlich oft&#10;In Harmesnächten&#10;Und fühlt gedrückt sie unverhofft&#10;Von einer Rechten -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was Gott ist, wird in Ewigkeit&#10;Kein Mensch ergründen,&#10;Doch will er treu sich allezeit&#10;Mit uns verbünden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In's Album einer Braut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-s-album-einer-braut/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-s-album-einer-braut/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm ihn freundlich auf den Gruß,&#10;Den die Scheidende dir sendet,&#10;Ehe sich ihr flücht&amp;rsquo;ger Fuß&#10;Hin zu neuen Zielen wendet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine liebevolle Hand&#10;Schlichte dir des Lebens Wirren&#10;Während ich in fremdem Land,&#10;Freundlos, heimathlos muß irren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von der reinsten Seelenlust&#10;Sei das Dasein dir verschönet,&#10;Während meine wunde Brust&#10;Ihrer Freuden sich entwöhnet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dir werde zugesagt&#10;Alles, was an Glück und Frieden&#10;Ich zu hoffen einst gewagt,&#10;Und was mir nicht ward beschieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ins Unendliche strebt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ins-unendliche-strebt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ins-unendliche-strebt/</guid><description>&lt;p&gt;Ins Unendliche strebt sich die Bildung der Zeit zu erweitern,&#10;Aber dem breiteren Strom droht die Verflachung bereits.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fülle die Jugend mit würdigem Stoff und in froher Begeistrung&#10;Lehre sie glühn! Die Kritik kommt mit den Jahren von selbst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer behalte getreu vor Augen das Höchste, doch heute&#10;Strebe nach dem, was heut du zu erreichen vermagst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht wer Staatstheorien doziert, ein Politiker ist nur,&#10;Wer im gegebenen Fall richtig das Mögliche schafft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ironische Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ironische-landschaft/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ironische-landschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Gleich einem Zuge grau zerlumpter Strolche&#10;Bedrohlich schwankend wie betrunkne Särge&#10;Gehen Abendwolken über jene Berge,&#10;In ihren Lumpen blitzen rote Sonnendolche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wächst, ein schwarzer Bauch, aus dem Gelände&#10;Der Landgendarm, daß er der Ordnung sich beflisse,&#10;Und scheucht mit einem bösen Schütteln seiner Hände&#10;Die Abendwolkenstrolche fort ins Ungewisse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ist denn dein hertze gar erfroren?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-denn-dein-hertze-gar-erfroren/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-denn-dein-hertze-gar-erfroren/</guid><description>&lt;p&gt;Ist denn dein hertze gar erfroren?&#10;Bist du aus schnee und eiß gebohren?&#10;Hörst du mein seuffzen nicht/&#10;Und was mein unmuth spricht?&#10;Soll ich dich göttin nennen?&#10;So nimm des himmels wehmuth an/&#10;Der leichtlich sich erbarmen kan/&#10;Und uns nicht ewig läst in hoffnungs-flammen brennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des blutes regung zu vermeiden/&#10;Und gantz von fleisch und blut zu scheiden/&#10;Ist nirgends ein gebot/&#10;Es heissets auch nicht Gott;&#10;Sich selber zu verlassen&#10;Ist eine flucht/ so sträfflich ist/&#10;Und wer ihm solche bahn erkiest/&#10;Den muß die menschlichkeit als einen unmensch hassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>IV.   In sô hôher swebender wunne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/iv-in-so-hoher-swebender-wunne-9121/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/iv-in-so-hoher-swebender-wunne-9121/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In sô hôher swebender wunne&#10;sô gestuont mîn herze ane vröiden nie.&#10;ich var, als ich vliegen kunne,&#10;mit gedanken iemer umbe sie,&#10;Sît daz mich ir trôst enpfie,&#10;der mir durch die sêle mîn&#10;mitten in daz herze gie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Swaz ich wunneclîches schouwe,&#10;daz spile gegen der wunne, die ich hân.&#10;luft und erde, walt und ouwe&#10;suln die zît der vröide mîn enpfân.&#10;Mir ist komen ein hügender wân&#10;und ein wunneclîcher trôst,&#10;des mîn muot sol hôhe stân.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>IX.   Sîn hiez mir nie widersagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ix-sin-hiez-mir-nie-widersagen-9127/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ix-sin-hiez-mir-nie-widersagen-9127/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sîn hiez mir nie widersagen&#10;unde warp iedoch&#10;unde wirbet noch hiute ûf den schaden mîn.&#10;des enmac ich langer niht verdagen,&#10;wan si wil ie noch&#10;elliu lant behern und sîn ein rouberîn.&#10;Daz machent alle ir tugende und ir schoene, die mengem man tuont wê.&#10;der sî an siht,&#10;der muoz ir gevangen sîn&#10;und in sorgen leben iemer mê.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den dingen ich ir dienstman&#10;und ir eigen was dô,&#10;dô ich sî dur triuwe und dur guot an sach,&#10;dô kam si mit ir minnen an&#10;und vienc mich alsô,&#10;dô si mich wol gruozte und wider mich sô sprach.&#10;Des bin ich an vröiden siech und an herzen sêre wunt;&#10;und ir ougen klâr&#10;diu hânt mich beroubet gar&#10;und ir rôsevarwer rôter munt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jägerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jaegerlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jaegerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Zierlich ist des Vogels Tritt im Schnee,&#10;wenn er wandelt auf des Berges Höh′:&#10;Zierlicher schreibt Liebchens liebe Hand,&#10;schreibt ein Brieflein mir in ferne Land′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In die Lüfte hoch ein Reiher steigt,&#10;dahin weder Pfeil noch Kugel fleugt:&#10;Tausendmal so hoch und so geschwind&#10;die Gedanken treuer Liebe sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugend und Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugend-und-alter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugend-und-alter/</guid><description>&lt;p&gt;Und in meiner Jugend schalt ich:&#10;Wohin fliegst du, kühner Muth?&#10;Wohin flammst du so gewaltig,&#10;Du unstillbar wilde Gluth?&#10;Himmelstürmende Gedanken,&#10;Allertiefste Seelenpein,&#10;Zwischen Erd′ und Himmel schwanken,&#10;Unruh, willst du ewig seyn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sehnsucht aus der Nacht zur Helle,&#10;Aus der Helle hin zur Nacht,&#10;Nenn ich′s Himmel, nenn′ ich′s Hölle,&#10;Was mich so unselig macht?&#10;Wie ein Jagdhund auf der Fährte,&#10;Der verschiednes Wildpret jagt,&#10;Such ich auf der weiten Erde&#10;Ein Verlornes, das mich plagt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugendthal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendthal/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendthal/</guid><description>&lt;p&gt;Da bist du ja im Morgenstrahl,&#10;Mein nie vergeßnes Jugendthal!&#10;Der Berge Kranz, die wunderblaue Quelle,&#10;Städtchen und Kloster, Alles ist zur Stelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch immer steigt, gezackt und wild,&#10;Empor seltsames Felsgebild,&#10;Burgtrümmer schauen über Höhlenschlünde&#10;Auf stillen Fluß und zarte Wiesengründe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So oft hab&amp;rsquo; ich geträumt von dir:&#10;Fast, liebes Thal, erschienst du mir&#10;Als Traum, als Märchen, alte, alte Sage&#10;Vom Morgenland, vom jungen Erdentage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier kennt mich keine Seele mehr,&#10;Fremd seh&amp;rsquo;n die Leute nach mir her,&#10;Doch bring&amp;rsquo; ich mit, was Einsamkeit versüßet:&#10;Ein Völkchen, das mich kennt und das mich grüßet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jung Volkers Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jung-volkers-lied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jung-volkers-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Und die mich trug in Mutterleib,&#10;Und die mich schwang im Kissen,&#10;Die war ein schön frech braunes Weib,&#10;Wollte nichts vom Mannsvolk wissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie scherzte nur und lachte laut&#10;Und ließ die Freier stehen:&#10;&amp;ldquo;Möcht′ lieber sein des Windes Braut,&#10;Denn in die Ehe gehen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam der Wind, da nahm der Wind&#10;Als Buhle sie gefangen:&#10;Von dem hat sie ein lustig Kind&#10;In ihren Schoß empfangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Juni-Nachmittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juni-nachmittag/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juni-nachmittag/</guid><description>&lt;p&gt;Der stille Tag spann gold′ne linde Fäden &amp;hellip;&#10;Ein Seidennetz, das unsre Frühlingserde&#10;Dem Himmel nah′ zog. Und vom Himmel strich&#10;Ein ferner, frommer, ahnungsbanger Hauch&#10;Darüber hin. Und immer musst′ ich denken&#10;An jenes Märchen denken &amp;hellip; thöricht &amp;hellip; schön &amp;hellip;&#10;&amp;hellip; Von Palmengärten, Engeln, süssem Frieden&#10;In Gottes wunderliebem Himmelreich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ringsum lag′s wartend still &amp;hellip; die Halme wehten&#10;Und sinnend goss die Sonne ihren Blick&#10;Auf leuchtend grüne, leisbewegte Wälder,&#10;Und auf verträumte weite Fluren hin,&#10;Und alles lag in goldverklärter Schöne,&#10;In Erdenschöne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kaiser Rudolph der Zweite</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiser-rudolph-der-zweite/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiser-rudolph-der-zweite/</guid><description>&lt;p&gt;»Wohl gestorben ist der Kaiser; denn wie ließ er’s sonst gescheh’n,&#10;Daß im Rathsaal Willkür sitze, führerlos die Völker geh’n,&#10;Daß sein Auge blind geworden, taub sein Ohr für unsre Noth?&#10;O der Kaiser ist gestorben! Warum hehlt ihr uns den Tod?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also vor der Burg des Herrschers rief des Volkes Schaar empor.&#10;Sieh, da tritt ein Mann im Purpur nickend zum Balkon hervor;&#10;Herr Rudolphus ist es selber! Schnell doch zieht er sich zurück! –&#10;Daß der Kaiser noch am Leben, ach, bezweifeln kann’s kein Blick!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kanon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kanon/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kanon/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist die Not der schweren Zeit!&#10;Das ist die schwere Zeit der Not!&#10;Das ist die schwere Not der Zeit&#10;Das ist die Zeit der schweren Not!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karneval des Unbeschwingten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karneval-des-unbeschwingten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karneval-des-unbeschwingten/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, ich war mir ganz entlaufen,&#10;Tanzte fremd im fremden Land&#10;Und sie wollten mich schon taufen:&#10;Einer doch den Namen fand,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der mich rief, wie sie mich nannten&#10;Damals, einst, vor langer Zeit&amp;hellip;&#10;Und ich wußte: sie erkannten&#10;Unter dem gemalten Kleid&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch den Fremdling, der verblieben,&#10;Nun sich selber unbekannt.&#10;Sein verstoßnes Herz zu lieben&#10;Stand er rot an einer Wand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kaum hörst du auf, so fang ich an...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kaum-hoerst-du-auf-so-fang-ich-an/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kaum-hoerst-du-auf-so-fang-ich-an/</guid><description>&lt;p&gt;Kaum hörst du auf, so fang ich an,&#10;Dich erst recht zu vermissen,&#10;Ich habe ein Gelübd getan,&#10;Kein andres Weib zu küssen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewaltig, regt es sich in mir,&#10;Zu leben und zu lieben,&#10;O süße Frau wär ich bei dir,&#10;Ich wollt dich nicht betrüben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du letzter Preis von Lieb und Lust,&#10;Wie konnte ich dich quälen,&#10;Ach hätt ich jemals was gewußt,&#10;Wie könnt ich dann erzählen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lippe schließt der Liebe Kuß,&#10;Ich hab ihn nie empfangen,&#10;Es rühmt sich nur der Überdruß,&#10;Es seufzt nur das Verlangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Keilschriftzylinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/keilschriftzylinder/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/keilschriftzylinder/</guid><description>&lt;p&gt;Auf braunen Tonzylindern winden sich die Zeilen&#10;Weiser Schrift, im Feuer erprobt, im Ofen gebacken;&#10;In Spiralen ein Gedränge von Keilen,&#10;Die wie Schnäbel nach dem Weltsinn hacken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Ende winden sie sich in das Leere&#10;Auf unsichtbaren Wendeltreppen weiter.&#10;Aus Tiefer und Höher trifft an jeder Kehre&#10;Ein Reim sich auf der schiefen Himmelsleiter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Berghorn schreibt sich ein aus Nebelbrauen,&#10;Der Wildgansflug klatscht an mit offnen Fächern,&#10;Und in die letzten Riesenreihen tauen&#10;Die Demantkeile von den Himmelsdächern. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Keine Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/keine-rose/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/keine-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Keine Rose ist von vorn&#10;Gänzlich ohne Dorn.&#10;Aber auch von beiden Seiten&#10;Können Dornen sie begleiten;&#10;Und von hinten trifft man oft&#10;Dornen unverhofft.&#10;Darum sollte man im Leben&#10;Mit dem Dorn nach vorne streben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kindergebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kindergebet/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kindergebet/</guid><description>&lt;p&gt;Guten Abend, gute Nacht,&#10;Von Sternen bedacht,&#10;Vom Mond angelacht,&#10;Von Engeln bewacht,&#10;Von Blumen umbaut,&#10;Von Rosen beschaut,&#10;Von Lilien bethaut,&#10;Den Veilchen vertraut;&#10;Schlupf`unter die Deck′&#10;Dich reck′ und und dich streck′,&#10;Schlaf fromm und schlaf still,&#10;Wenns Herrgottchen will,&#10;Früh Morgen ohn′ Sorgen&#10;Das Schwälbchen dich weck′!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kinderland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderland/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderland/</guid><description>&lt;p&gt;Kinderland, du Zauberland,&#10;Haus und Hof und Hecken.&#10;Hinter blauer Wälderwand&#10;spielt die Welt Verstecken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kindersand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kindersand/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kindersand/</guid><description>&lt;p&gt;Das Schönste für Kinder ist Sand.&#10;Ihn gibt′s immer reichlich.&#10;Er rinnt unvergleichlich&#10;Zärtlich durch die Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil man seine Nase behält,&#10;Wenn man auf ihn fällt,&#10;Ist er so weich.&#10;Kinderfinger fühlen,&#10;Wenn sie in ihm wühlen,&#10;Nichts und das Himmelreich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn kein Kind lacht&#10;Über gemahlene Macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kinderträume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kindertraeume/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kindertraeume/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel offenbart sich nur in Träumen,&#10;So lang wir noch im Erdenthale wallen:&#10;Entfesselt schweben wir durch Wolkenhallen&#10;Und brechen Blüten von den Lebensbäumen.&#10;Hörst du das Kind entzückt im Traume lallen?&#10;Sein Geist ergeht sich in den ew′gen Räumen.&#10;Kannst du noch thöricht zu entschlummern säumen?&#10;Ein gleiches Loos ist auch für dich gefallen.&#10;Nur Kindern steht das Thor des Himmels offen,&#10;Um sie nur spielt in unbegrenztes Hoffen,&#10;Sie fühlen nicht die schwere Erdenkette&#10;Und brauchen keinen Heiland, der sie rette.&#10;Geliebte, laß uns werden so wie diese -&#10;Um Kinder blühen Unschuldsparadiese.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kirschblüte bei der Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kirschbluete-bei-der-nacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kirschbluete-bei-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sahe mit betrachtendem Gemüte&#10;jüngst einen Kirschbaum, welcher blühte,&#10;In kühler Nacht beim Mondenschein;&#10;Ich glaubt′, es könne nichts von größerer Weiße sein.&#10;Es schien, ob wär ein Schnee gefallen.&#10;Ein jeder, auch der kleinste Ast&#10;Trug gleichsam eine rechte Last&#10;Von zierlich-weißen runden Ballen.&#10;Es ist kein Schwan so weiß, da nämlich jedes Blatt,&#10;Indem daselbst des Mondes sanftes Licht&#10;Selbst durch die zarten Blätter bricht,&#10;Sogar den Schatten weiß und sonder Schwärze hat.&#10;Unmöglich, dacht ich, kann auf Erden&#10;Was Weißers ausgefunden werden.&#10;Indem ich nun bald hin, bald her&#10;Im Schatten dieses Baumes gehe,&#10;Sah ich von ungefähr&#10;Durch alle Blumen in die Höhe&#10;Und ward noch einen weißern Schein,&#10;Der tausenmal so weiß, der tausendmal so klar,&#10;Fast halb darob erstaunt, gewahr.&#10;Der Blüte Schnee schien schwarz zu sein&#10;Bei diesem weißen Glanz. Es fiel mir ins Gesicht&#10;Von einem hellen Stern ein weißes Licht,&#10;Das mir recht in die Seele strahlte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage/</guid><description>&lt;p&gt;O hättest Du nur einmal&#10;Die brennende Stirn mir gekühlt,&#10;Entflohen wären die Geister,&#10;Die meine Seele zerwühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du aber hast mit Grausen&#10;Von mir Dich abgewandt,&#10;Und weigerst dem Irrenden, Kranken&#10;Für immer die rettende Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zerstoben ist und zerronnen&#10;Der Traum vom reinen Glück,&#10;Und wieder bin ich verfallen&#10;Dem alten, wüsten Geschick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohlan, Ihr Dämonen der Sinne,&#10;Steigt auf, hebt Euch empor,&#10;Ich will mein Bewußtsein ertöten,&#10;Vergessen, was ich verlor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleiner Roman</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleiner-roman/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleiner-roman/</guid><description>&lt;p&gt;Sie lernte Stenographin.&#10;Er war Engros-Kommis.&#10;Im Speisewagen traf ihn&#10;ein Blick. Er liebte sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einer Haltestelle&#10;brach man die Reise ab,&#10;woselbst er im Hotelle&#10;sie als sein Weib ausgab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht viel, das man sich fragte.&#10;Doch küßten sie genug.&#10;Und als der Morgen tagte,&#10;ging schon der nächste Zug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach einer kurzen Stunde&#10;fand ihre Fahrt den Schluß.&#10;Er nahm von ihrem Munde&#10;noch einen heißen Kuß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleines Gedicht für große Stotterer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleines-gedicht-fuer-grosse-stotterer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleines-gedicht-fuer-grosse-stotterer/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Fischge, Fisch, ein Fefefefefischgerippe&#10;Lag auf der auf, lag auf der Klippe.&#10;Wie kam es, kam, wie kam, wie kam es&#10;Dahin, dahin, dahin?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Meer hat Meer, das Meer, das hat es&#10;Dahin, dahin, dahingespület,&#10;Da llllliegt es, liegt, da llllliegt, llliegt es&#10;Sehr gut, sogar sehr gut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam ein Fisch, ein Fefefefefisch, ein Fefefefefefe-Fefefefefefe-&#10;(schriller Pfiff)&#10;feFe feFe feFe feFefischer,&#10;Der frischte, fischte frische Fische.&#10;Der nahm es, nahm, der nahm, der nahm es&#10;Hinweg, der nahm es weg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kneule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kneule/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kneule/</guid><description>&lt;p&gt;Bindfaden kriechen Regenwurm.&#10;Verweste Häuser grünen Berge fallen Schenkel überwuchern Schenkel&#10;Und Kneule Schnecken schleimen Klumpen.&#10;Die Türme wälzen Häuser.&#10;Kuppelfahrstuhl Neunhunderteinundsechzig.&#10;Kampf unten unten.&#10;Zieren Menschen Eingeweide.&#10;Sperren Nervenseife drahten wirren Klammern.&#10;Dächer wälzen Häuser über Kanten.&#10;Häuser spitzen senkrecht eingepflanzt.&#10;Wogen Nebel ungeboren neue Klumpen.&#10;Straßen aufgeschleimt zerblattet.&#10;Kriechen Dach.&#10;Schleimen.&#10;Schlirren.&#10;Dunkeln Kästen.&#10;Räume.&#10;Kästen.&#10;Kästen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kniete lang...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kniete-lang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kniete-lang/</guid><description>&lt;p&gt;Kniete lang&#10;im feuchten Sand am Strande&#10;und berührte schmeichelnd,&#10;wie man Wangen streichelt,&#10;Wogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Möchte wohl&#10;mit allen Schwester spielen,&#10;möchte jedes Element&#10;mit Händen fühlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Knödellied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/knoedellied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/knoedellied/</guid><description>&lt;p&gt;Diese wundervollen Knödel&#10;Munden wie Ambrosia:&#10;Doch entstehn sie wenig edel -&#10;Weh, wenn man sie werden sah!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott sei Lob! uns bleibt verborgen&#10;All′ die schlimme Mantscherei -&#10;Und noch minder macht uns Sorgen&#10;Der perfekte Magenbrei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Menschheit, willst du göttlich schmausen,&#10;Sieh nur, was man sehen muß!&#10;Vorn und hinten wohnt das Grausen,&#10;In der Mitte der Genuß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Komm, holder Schnee...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-holder-schnee/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-holder-schnee/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, holder Schnee! Verschütte dies schwere Herz!&#10;Mit deiner Gnade zaubre die Träne starr,&#10;so aus der ewigen Quelle rinnet,&#10;täglich geboren, geliebt noch immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O gib, daß mir aus dieser verlorenen Qual,&#10;der bittern, werde das große, das ernste Grab,&#10;darin ich mich zur Ruhe finde:&#10;weinende, liebend erlöste Seele.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Konfession</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/konfession/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/konfession/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl mir, daß ich, im altprotestantischen Lande geboren,&#10;Stärkende Ketzerluft durfte schon athmen als Kind!&#10;Freilich es ist gesorgt, daß nicht in den Himmel die Bäume&#10;Wachsen; des Heidenthums wahrte noch Luther genug;&#10;Augurn fehlen uns nicht; wenn dumm der Staat sie begünstigt,&#10;Schießt das Tyrannengelüst lustig und üppig in&amp;rsquo;s Kraut,&#10;Ja in Synedriumsgeist amtiren Söhne von Denkern,&#10;Daß sich der Vater im Grab wendete, könnt&amp;rsquo; er es seh&amp;rsquo;n.&#10;Wahr ist auch, ein trockner Geruch, ein saurer, verhockter,&#10;Altgebackner umhaucht unserer Kirche Gestühl.&#10;Aber stetig und stark durch Thüren und Fenster und Ritzen&#10;Streicht doch ein frischer Zug lebender Lüfte herein,&#10;Und es erfreut mich doch, so gründlich verachtet zu sehen&#10;Fetisch und Heiligendienst, Dalai Lama in Rom,&#10;Und ich vernehme ihn gern, den altsprichwörtlichen Ausruf –&#10;Schad wär&amp;rsquo;s, käme er ab, hoffentlich bleibt er im Brauch,&#10;Oefters hört man ihn noch, wenn Einer so recht desperat ist&#10;Und die verrückteste That wüthend für möglich erklärt –:&#10;»Wetter! Da möchte man ja vor Zorn katholisch noch werden!«&#10;Ruft er und schlägt auf den Tisch, hat sich entlastet und lacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Königsberg′sche Wehrlieder - 3. Zimmergesellen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koenigsbergsche-wehrlieder-3-zimmergesellen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koenigsbergsche-wehrlieder-3-zimmergesellen/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Zimmergesell, Zimmergesell,&#10;Wirf es hin, das braune Fell,&#10;Richtscheid hin und Winkelmaß,&#10;Weil der Feind das Recht vergaß.&#10;Nimm die Waffen schnell&#10;Starker Zimmergesell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber die Axt, aber das Beil&#10;Wirf sie nimmer fort in Eil′,&#10;Deines starken Armes Macht&#10;Braucht sie wol in offner Schlacht,&#10;Wie den leichten Pfeil,&#10;Starker, schwingst du dein Beil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zum Maße den schlanken Stab&#10;Brich im nächsten Eichwald ab;&#10;Weil der Feind das Maß vergaß,&#10;Halte du am rechten Maß;&#10;Nach dem rhein′schen Schuh&#10;Miß die Zahlung ihm zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Körners Todesfeier, 26. Aug. 1822</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koerners-todesfeier-26-aug-1822/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koerners-todesfeier-26-aug-1822/</guid><description>&lt;p&gt;Verstummt bist du, der goldnen Saiten Spiel,&#10;Von einem edeln Sänger einst geschlagen,&#10;Du rostest, treues Schwert, das in den Feind&#10;So oft ein tapfrer Jünglingsarm getragen.&#10;Mit stillem Antlitz schaut der Mond herab,&#10;Geheiligt steht in seinem Glanz die Körner-Eiche.&#10;Sein milder Strahl dringt durch die dunkeln Zweige,&#10;Er schaut herab auf eures Meisters Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie heilig ist doch eines Helden Gruft,&#10;Es hebt die Seele ein begeistert Wehen&#10;Auf von der Erde zu der Sel′gen Sitz,&#10;Die Helden in dem Siegerkranz zu sehen.&#10;Doch eine Träne trübt den trunknen Blick,&#10;Was hält zurück der Seele heißes Sehnen?&#10;Was füllt das trunkne Auge uns mit Tränen?&#10;Die Wehmut hält der Seele Flug zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kriegslied (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied-1/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied-1/</guid><description>&lt;ol start="1806"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sing′ Heldenlieder, Preußenvolk,&#10;Daß sich dein Krieger freut.&#10;Der König steckt sein Banner auf&#10;Und Alles läuft den Heldenlauf,&#10;Zu streiten solchen Streit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir hoffen auf dein Heergebot,&#10;O Fürst, voll Streitbegier;&#10;Du sannst und wogst, du wogst und sannst,&#10;Eh′ du den großen Kampf begannst,&#10;Das dankt die Menschheit dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nun du stehst und rufst und winkst,&#10;Greift Alles zum Gewehr,&#10;Und Alles glüht in Kampfeslust,&#10;Dich segnet jede Preußenbrust,&#10;Du guter frommer Herr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krokodilromanze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/krokodilromanze/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/krokodilromanze/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein altes Krokodil&#10;Und sah schon die Osirisfeier;&#10;Bei Tage sonn ich mich im Nil,&#10;Bei Nacht am Strande leg ich Eier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß mit listgem Wehgekreisch&#10;Mir stets die Mahlzeit zu erwürken;&#10;Gewöhnlich freß ich Mohrenfleisch&#10;Und sonntags manchmal einen Türken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn im gelben Mondlicht rings&#10;Der Strand liegt und die Felsenbrüche,&#10;Tanz ich vor einer alten Sphinx,&#10;Und lausch auf ihrer Weisheit Sprüche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Klauen in den Sand gepflanzt,&#10;Tiefsinnig spricht sie: Tochter Thebens,&#10;Friß nur was du verdauen kannst!&#10;Das ist das Rätsel deines Lebens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kunsturtheil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kunsturtheil/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kunsturtheil/</guid><description>&lt;p&gt;Kommen Sie doch, welch Gepinsel ist das, das ist ja erbärmlich,&#10;Welch eine Farbe! - &amp;ldquo;Mein Herr, das ist ein Tizian doch!&amp;rdquo; -&#10;Richtig - ein Tizian - es ist wahr - ich erkenn′ es, ja freilich -&#10;Ja ′s ist ein Tizian - ist ein vortreffliches Bild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kurt von Spiegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kurt-von-spiegel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kurt-von-spiegel/</guid><description>&lt;p&gt;O frommer Prälat, was ließest so hoch&#10;Des Marschalks frevlen Mut du steigen!&#10;War′s seine Gestalt, deren Adel dich trog,&#10;Sein flatternder Witz unter Bechern und Reigen?&#10;O frommer Bischof, wie war dir zu Mut,&#10;Als rauchend am Anger unschuldiges Blut&#10;Verklagte, verklagte dein zögerndes Schweigen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Wewelsberge schallt Wald-Hurra,&#10;Des Rosses Flanke schäumt über den Bügel,&#10;Es keucht der Hirsch, und dem Edelwild nah,&#10;Ein flüchtiger Dogge, keucht Kurt von Spiegel;&#10;Von Turmes Fahne begierig horcht&#10;Der arme Tüncher, und unbesorgt&#10;Hält in der Hand er den bröckelnden Ziegel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kurze Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kurze-freude/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kurze-freude/</guid><description>&lt;p&gt;Die Erde bleibt doch für alle Zeit&#10;Ein schlimmer Ort.&#10;Wird man endlich ein bischen gescheidt,&#10;So muß man fort.&#10;Und jenseits? nein,&#10;Wird&amp;rsquo;s auch nichts Rares sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Küsse, die man stiehlt im Dunkeln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuesse-die-man-stiehlt-im-dunkeln/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuesse-die-man-stiehlt-im-dunkeln/</guid><description>&lt;p&gt;Küsse, die man stiehlt im Dunkeln&#10;Und im Dunkeln wiedergibt,&#10;Solche Küsse, wie besel′gen&#10;Sie die Seele, wenn sie liebt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ahnend und erinnrungsüchtig&#10;Denkt die Seele sich dabei&#10;Manches von vergangnen Tagen,&#10;Und von Zukunft mancherlei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch das gar zu viele Denken&#10;Ist bedenklich, wenn man küßt; -&#10;Weine lieber, liebe Seele,&#10;Weil das Weinen leichter ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>La Querida</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/la-querida/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/la-querida/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Umarmungen sind wie Sturm,&#10;der uns über Weltenabgründe schwenkt,&#10;Deine Umarmungen sind wie wildduftender Regen,&#10;der das Blut mit Traum und Irrsein tränkt.&#10;Aber dann ist Tag. Nachtschwere Augen brechen auf,&#10;herwankend aus goldner Vernichtung und Tod,&#10;Durch Ströme dunklen Bluts rausch ich zurück&#10;wie Ebbe, fühle schneidend eine Not,&#10;Höre deines Herzens Schlag an meinem Herzen klopfen&#10;und weiß doch: du bist ganz fern und weit.&#10;Fühle: überm Feuer dieser Lust, die wir entfacht,&#10;weht eine Traurigkeit,&#10;Näher an dir! Gewölk, das meinem stillern&#10;Tagverlangen dein Gesicht entzieht,&#10;Fremdes, darein du flüchtest, drin sich deine Inbrunst,&#10;ferne Liebeslitaneien betend, niederkniet,&#10;Herzblut, das tropft, verschollene Worte,&#10;Streichen über heiße Stirn, Finger gefaltet,&#10;Blicke zärtlich tauend, die ich nie gekannt -&#10;Grenzenloses streckt sich wie ein undurchdringlich&#10;tiefes, dämmerunggefülltes Land,&#10;Gärten, zugewachsen, die ins Frühlicht eingeblüht&#10;bei deiner Seele stehn -&#10;Ich weiß: du müßtest über hundert Brücken,&#10;weite zugesperrte Straßen gehn,&#10;Rückwärts,&#10;in dein Mädchenland zurück,&#10;Müßtest deine Hand&#10;mir geben und das lange Stück&#10;Mit mir durchwandern,&#10;bis Erinnerung, Lust und Wehe dir entschwänden,&#10;Und wir in morgendlich begrünten Furchen&#10;vor dem Tal des neuen Aufgangs ständen &amp;hellip;&#10;Aber du blickst zurück. Schrickst auf und schauerst.&#10;Lächelst. Und deine Lippen sinken,&#10;Geflügel wilder Schwäne, über meinen Mund,&#10;als wollten sie sich um Erwachen&#10;und Besinnung trinken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaft im Spätherbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft-im-spaetherbst/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft-im-spaetherbst/</guid><description>&lt;p&gt;Ueber kahle, fahle Hügel&#10;Streicht der Dämm′rung kühler Flügel;&#10;Dunkel, wie erstarrte Träume,&#10;Steh′n im Thal entlaubt die Bäume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tiefe Stille, tiefes Lauschen:&#10;Keine Welle hörst du rauschen,&#10;Keine Stimme hörst du klingen,&#10;Dir des Lebens Gruß zu bringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur als stummes Bild der Gnade&#10;Siehst du dort am stein′gen Pfade,&#10;Von des Kreuzes Holz getragen,&#10;Durch die Nacht den Heiland ragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Langes Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/langes-leben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/langes-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Langes Leben ist ein Segen, der den Seinen gibet Gott;&#10;Ieder wüntschet ihn zu haben, da er doch ist voller Spott.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lass rauschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-rauschen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-rauschen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hört ein Sichlein rauschen,&#10;Wohl rauschen durch das Korn,&#10;Ich hört ein Mägdlein klagen,&#10;Sie hätt ihr Lieb verlorn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass rauschen Lieb, lass rauschen,&#10;Ich acht nicht, wie es geht,&#10;Ich tät mein Lieb vertauschen&#10;In Veilchen und im Klee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast ein Mägdlein worben&#10;In Veilchen und im Klee,&#10;So steh ich hier alleine,&#10;Tut meinem Herzen weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hör ein Hirschlein rauschen&#10;Wohl rauschen durch den Wald,&#10;Ich hör mein Lieb sich klagen,&#10;Die Lieb verrauscht so bald.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laß tief in dir mich lesen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-tief-in-dir-mich-lesen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-tief-in-dir-mich-lesen/</guid><description>&lt;p&gt;Laß tief in dir mich lesen,&#10;Verhehl auch dies mir nicht,&#10;Was für ein Zauberwesen&#10;Aus deiner Stimme spricht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So viele Worte dringen&#10;Ans Ohr uns ohne Plan,&#10;Und während sie verklingen,&#10;Ist alles abgetan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch drängt auch nur von ferne&#10;Dein Ton zu mir sich her,&#10;Behorch ich ihn so gerne,&#10;Vergeß ich ihn so schwer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bebe dann, entglimme&#10;Von allzu rascher Glut:&#10;Mein Herz und deine Stimme&#10;Verstehn sich gar zu gut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lasst mich von hinnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lasst-mich-von-hinnen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lasst-mich-von-hinnen/</guid><description>&lt;p&gt;Lasst mich von hinnen!&#10;Haltet nicht länger!&#10;Mir wird&amp;rsquo;s im Herzen&#10;Enger und bänger.&#10;Qualm und Getümmel!&#10;Flitter und Schmerz! -&#10;Fliehe zu Wäldern,&#10;Einsames Herz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch auf den Bergen&#10;Atmen die Lüfte.&#10;Stille, wie stille&#10;Schlummern die Klüfte!&#10;Himmel, wie trübe,&#10;Wolken, wie schwer!&#10;Mächte der Liebe,&#10;Lebt ihr nicht mehr?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über den Wolken&#10;Lauschen die Sterne,&#10;Hinter den Nebeln&#10;Lächelt die Ferne.&#10;Brich durch die Ängste,&#10;Fliege, mein Mut!&#10;Deine Gestirne&#10;Führen dich gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebensanker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensanker/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensanker/</guid><description>&lt;p&gt;Nur Eines kann mich halten noch im Leben&#10;Und kann die dunkle Stunde weiter schieben:&#10;Ein schrankenloses, weltvergeßnes Lieben&#10;Und Gegenliebe heischendes Bestreben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn Jeder, der das Dasein will ertragen,&#10;Muß sich auf irgend eine Art berauschen,&#10;Um nicht verzweifelnd und entsetzt zu lauschen&#10;Der armen Erde wehevollem Klagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Einen wird im scharfen, reinsten Denken&#10;Des Sonderdaseins seliges Vergessen,&#10;Ein Andrer muß den Schmerz in Wein ertränken,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber muß ein trautes Weib umpressen,&#10;In heißer Liebe ihm die Seele schenken,&#10;Wenn nicht, - so eines Abgrunds Tiefe messen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebensblut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensblut/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensblut/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;Ich aber will essen vom heiligen Leibe&#10;Und saugen aus heiligem Becher das Blut,&#10;- Woraus mir in rothen, erschütternden Dämpfen&#10;Des Lebens Bedeutung entgegenflammt &amp;hellip;&#10;- An dessen Entglüh′n jener Nebel zerschmilzet,&#10;Der Linien verwischt und uns Farben verlöscht,&#10;Der Klänge erstickt und uns tödtet die Düfte,&#10;Und alles so grau macht und matt und alltäglich,&#10;Trostlos alltäglich&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber will saugen&#10;Aus heiligem Kelche - des Lebens Bedeutung:&#10;Dass festlich mir aufstrahlt die sonnige Höhe,&#10;Dass heimlich die wissende Tiefe mir raunt,&#10;Dass mich umbrause, in schwellenden Chören&#10;Der hellentzündete Rhythmus der Farben, -&#10;Die weichen Harpeggien verklingender Linien,&#10;Und tausend verhuschende, wolkige Düfte,&#10;Und all das Weite, das Räthselblaue &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebensregel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensregel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensregel/</guid><description>&lt;p&gt;An allen Früchten unbedenklich lecken;&#10;vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken;&#10;Künftiges mißachten, Früheres nicht bereuen;&#10;den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen;&#10;dem Leben zuschaun; andrer Glück nicht neiden;&#10;stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden;&#10;am eigenen Schicksal unbeteiligt sein -&#10;das heißt genießen und geheiligt sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebt wohl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebt-wohl/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebt-wohl/</guid><description>&lt;p&gt;Lebt wohl, es kann nicht anders sein!&#10;Spannt flatternd eure Segel aus,&#10;Laßt mich in meinem Schloß allein,&#10;Im öden geisterhaften Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lebt wohl und nehmt mein Herz mit euch&#10;Und meinen letzten Sonnenstrahl;&#10;Er scheide, scheide nur sogleich,&#10;Denn scheiden muß er doch einmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt mich an meines Seees Bord,&#10;Mich schaukelnd mit der Wellen Strich,&#10;Allein mit meinem Zauberwort,&#10;Dem Alpengeist und meinem Ich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verlassen, aber einsam nicht,&#10;Erschüttert, aber nicht zerdrückt,&#10;Solange noch das heil′ge Licht&#10;Auf mich mit Liebesaugen blickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leiferde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leiferde/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leiferde/</guid><description>&lt;p&gt;Wir leben ganz im Dunkeln,&#10;Uns blühen nicht Ranunkeln&#10;Und Mädchen glühn uns nicht.&#10;Wir sind von Gott verworfen&#10;Und unter Schmutz und Schorfen&#10;Ist unsre Brust mit Schwefel ausgepicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Rucksack, der ist leer,&#10;Das Hirn von Plänen schwer,&#10;Mit uns will′s niemand wagen.&#10;Wir finden Stell′ und Arbeit nicht,&#10;Der Hunger wie mit Messern sticht&#10;Den Magen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind dahingezogen&#10;Durch Not und Kot und Dreck.&#10;Der Wind hat uns verbogen,&#10;Das Leben uns belogen,&#10;Die Menschheit warf uns weg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lenzgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lenzgefuehl/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lenzgefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist ein Musiziren&#10;Im Wald und in dem Hain;&#10;Wer soll die Lust verlieren&#10;Und da nicht fröhlich sein?&#10;Auf! laßt uns ziehn mit Sang&#10;Den grünen Wald entlang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die weißen Blüthenflocken,&#10;Der Blumen süßen Duft,&#10;Der Vögel selig Locken&#10;In warmer Frühlingsluft:&#10;Das kann uns Niemand nehmen,&#10;O laß, o laß das Grämen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob bei geringer Habe&#10;Ihr in der Hütte wohnt,&#10;Ob bei des Reichthums Labe&#10;In gold′nen Sälen thront,&#10;Ruft es mit lautem Schalle:&#10;Der Lenz ist für uns Alle!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzter Versuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-versuch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-versuch/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe mich zu erhängen gesucht:&#10;Der Strick ist abgerissen.&#10;Ich bin in′s Wasser gesprungen:&#10;Sie erwischten mich bei den Füßen.&#10;Ich habe die Adern geöffnet mir:&#10;Man hat mich noch gerettet.&#10;Ich sprang auch einmal zum Fenster hinaus:&#10;Weich hat der Sand mich gebettet.&#10;Den Teufel! ich habe nun alles versucht,&#10;Woran man sonst kann verderben -&#10;Nun werd′ ich wieder zu leben versuchen:&#10;Vielleicht kann ich dann sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lichtglaube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lichtglaube/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lichtglaube/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern die Welt in Grau,&#10;Rieselnder Regen troff,&#10;Himmel und Erde ersoff;&#10;Heute der Himmel blau.&#10;Sonnenschein goldgüssig träuft,&#10;Ueber die Halme läuft&#10;Wogewind lau.&#10;Zürnegotts Reich zerfällt!&#10;Heiteres Heidentum&#10;Leuchtet das Leidentum&#10;Froh aus der fröhlichen Welt.&#10;Siegendes Licht zerriß&#10;Hockende Finsternis.&#10;Alles erhellt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe II</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-ii/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-ii/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonette müssen, seit Petrarca sang,&#10;Vom holden Mithrasdienst der Liebe klingen;&#10;Und könnte Jeder wie Petrarca singen,&#10;Nie endete der wonnevollste Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein, wie manches Herz, im schönen Drang,&#10;Regt, ach, vergebens allzuzarte Schwingen;&#10;Darf auch das Wort in jene Räume dringen,&#10;In die ein liebendes Gemüth sich schwang?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So weih′ ich denn, statt vieler, dieß Gedicht,&#10;Mit frommer Scheu den Liebenden im Stillen,&#10;Daß sich die laute Welt an sie erinnre;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe und Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-hoffnung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-hoffnung/</guid><description>&lt;p&gt;Auf meinem frühen, stillen Gang durch′s Leben&#10;Sah ich in holder, lieblicher Gestalt&#10;Die Liebe und die Hoffnung vor mir schweben,&#10;Von lichten Himmelsglorien umwallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe reichte mir den Kranz von Rosen;&#10;Ich schlang entzückt ihn um mein freies Haupt.&#10;Die Hoffnung hatte unter süssem Kosen&#10;Mit frischem Grün es duftend schon umlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So folgt′ ich seelig meinem stillen Wege,&#10;Und scheute nicht des ernsten Schicksals Zorn;&#10;Doch ach, die Kränze welkten ohne Pflege,&#10;Und mich verwundete der Rosen Dorn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieben ist nicht müßig stehen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieben-ist-nicht-muessig-stehen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieben-ist-nicht-muessig-stehen/</guid><description>&lt;p&gt;Lieben ist nicht müßig stehen /&#10;Lieben lauffet Tag und Nacht;&#10;ein verliebet Herze kracht /&#10;und wil fast vohr Müh vergehen.&#10;Liebe wird nicht faul gesehen /&#10;Lieb′ ist / wen sie schläfft und wacht /&#10;auff der Liebsten Gunst bedacht /&#10;sie läst alle Winde wehen /&#10;nichts mag ihr beschwärlich seyn&#10;als die schwäre Liebespein;&#10;Lieben kan man Mühe nennen /&#10;Amor ist ein feurig Joch /&#10;und zu weilen laulecht doch /&#10;sonsten würd eß viel verbrennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieber träumen und verlangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieber-traeumen-und-verlangen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieber-traeumen-und-verlangen/</guid><description>&lt;p&gt;Lieber möchte ich zu den geringsten Menschen gehören,&#10;mit Träumen und dem Verlangen, sie zu erfüllen,&#10;als der Größte zu sein, ohne Träume und ohne Verlangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesahnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesahnung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesahnung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Vesperglocken klingen&#10;Im abendlichen Schein,&#10;Von Rüdesheim nach Bingen,&#10;Herüber den breiten Rhein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings hat an steilen Wänden&#10;Auf Steingeröll, am Kant'&#10;Von sonnigen Geländen&#10;Die Reb&amp;rsquo; ihr Netz gespannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die hohen Kuppen blauen,&#10;Zerfallne Burgen stehn,&#10;Und kühne Warten schauen&#10;Herunter von den Höhn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort ranken rothe Winden&#10;Und Schlingkraut sich empor;&#10;Es weht der Duft der Linden&#10;Durch das versunkne Thor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Rahmen mächt&amp;rsquo;ger Bogen&#10;Senkt sich der Sonne Schild,&#10;Es rauschen laut die Wogen&#10;In Dämmerung gehüllt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeskampf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeskampf/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeskampf/</guid><description>&lt;p&gt;Das Wollen steht&#10;Du fliehst und fliehst&#10;Nicht halten&#10;Suchen nicht&#10;Ich&#10;Will&#10;Dich&#10;Nicht!&#10;Das Wollen steht&#10;Und reißt die Wände nieder&#10;Das Wollen steht&#10;Und ebbt die Ströme ab&#10;Das Wollen steht&#10;Und schrumpft die Meilen in sich&#10;Das Wollen steht&#10;Und keucht und keucht&#10;Und keucht&#10;Vor dir!&#10;Vor dir&#10;Und hassen&#10;Vor dir&#10;Und wehren&#10;Vor dir&#10;Und beugen sich&#10;Und&#10;Sinken&#10;Treten&#10;Streicheln&#10;Fluchen&#10;Segnen&#10;Um und um&#10;Die runde runde hetze Welt!&#10;Das Wollen steht!&#10;Geschehn geschieht!&#10;Im gleichen Krampfe&#10;Pressen unsre Hände&#10;Und unsre Tränen&#10;Wellen&#10;Auf&#10;Den gleichen Strom!&#10;Das Wollen steht!&#10;Nicht Du!&#10;Nicht Dich!&#10;Das Wollen steht!&#10;Nicht&#10;Ich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeslied (Dein Mund, der schön geschweifte)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied-dein-mund-der-schoen-geschweifte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied-dein-mund-der-schoen-geschweifte/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Mund, der schön geschweifte,&#10;Dein Lächeln, das mich streifte,&#10;Dein Blick, der mich umarmte,&#10;Dein Schoß, der mich erwarmte,&#10;Dein Arm, der mich umschlungen,&#10;Dein Wort, das mich umsungen,&#10;Dein Haar, darein ich tauchte,&#10;Dein Atem, der mich hauchte,&#10;Dein Herz, das wilde Fohlen,&#10;Die Seele unverhohlen,&#10;Die Füße, welche liefen,&#10;Als meine Lippen riefen -:&#10;Gehört wohl mir, ist alles meins,&#10;Wüßt nicht, was mir das liebste wär,&#10;Und gab nicht Höll noch Himmel her:&#10;Eines und alles, all und eins.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesnacht im Haine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesnacht-im-haine/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesnacht-im-haine/</guid><description>&lt;p&gt;Um uns her der Waldnacht heilig Rauschen&#10;Und der Büsche abendlich Gebet,&#10;Seh ich dich so lieblich bange lauschen&#10;Wenn der West durch dürre Blätter weht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich bitte: Jinni holde, milde&#10;Sieh ich dürste, sehne mich nach dir&#10;Sinnend blickst du durch der Nacht Gefilde&#10;Wende deinen süßen Blick nach mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach dann wendet Jinni voll Vertrauen&#10;Ihres Lebens liebesüßen Blick&#10;Mir ins wonnetrunkne Aug′ zu schauen&#10;Aus des Tages stillem Grab zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebestreue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebestreue/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebestreue/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Ritter sah auf′s weite Meer&#10;Mit trüben Blicken hin;&#10;Ihm war das volle Herz so schwer,&#10;So hoffnungslos sein Sinn.&#10;Wie Meereswogen wälzt′ es sich&#10;Im Busen auf und ab,&#10;Und wie in Meerestiefe zog&#10;Die Sehnsucht ihn hinab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Waffenbruder trat im Schein&#10;Des Abendroths daher.&#10;»Was,« sprach er, »Lieber! fällt Dir ein?&#10;Was schaust Du so auf′s Meer?&#10;Was soll auf Deiner freien Stirn&#10;Des Kummers Trauerflor?&#10;Erhebe den gesenkten Blick&#10;Und richt′ ihn kühn empor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebestrost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebestrost/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebestrost/</guid><description>&lt;p&gt;Laß mich diese Worte küssen,&#10;Diese Züge deiner Hand!&#10;Ja, gewiß, die Liebe war es,&#10;Die den Trost der Schrift erfand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, ich lese Deine Zeichen&#10;Und Du stehst vor meinem Blick,&#10;Sprichst zu mir, und jede Silbe&#10;Zaubert mir mein Glück zurück!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich küsse Deine Hände,&#10;Deine Augen, Deinen Mund,&#10;Und ich trinke Deinen Athem,&#10;Und die Seele wird gesund!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Räume schwinden, fliehen;&#10;Alles, was die Brust beengt,&#10;Hat das Herz mit kräft&amp;rsquo;gen Schlägen&#10;Losgerüttelt, weggesprengt! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebst du um Schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebst-du-um-schoenheit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebst-du-um-schoenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Liebst du um Schönheit,&#10;O nicht mich liebe!&#10;Liebe die Sonne,&#10;Sie trägt ein gold&amp;rsquo;nes Haar!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebst du um Jugend,&#10;O nicht mich liebe!&#10;Liebe den Frühling,&#10;Der jung ist jedes Jahr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebst du um Schätze,&#10;O nicht mich liebe.&#10;Liebe die Meerfrau,&#10;Sie hat viel Perlen klar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebst du um Liebe,&#10;O ja, mich liebe!&#10;Liebe mich immer,&#10;Dich lieb&amp;rsquo; ich immerdar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied des James Monmouth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-james-monmouth/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-james-monmouth/</guid><description>&lt;p&gt;Es zieht sich eine blutige Spur&#10;Durch unser Haus von alters,&#10;Meine Mutter war seine Buhle nur,&#10;Die schöne Lucy Walters.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Abend war′s, leis wogte das Korn,&#10;Sie küßten sich unter der Linde,&#10;Eine Lerche klang und ein Jägerhorn -&#10;Ich bin ein Kind der Sünde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Mutter hat mir oft erzählt&#10;Von jenes Abends Sonne,&#10;Ihre Lippen sprachen: Ich habe gefehlt!&#10;Ihre Augen lachten vor Wonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kind der Sünde, ein Stuartkind,&#10;Es blitzt wie Beil von weiten:&#10;Den Weg, den alle geschritten sind,&#10;Ich werd′ ihn auch beschreiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied für die Badensche Landwehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-fuer-die-badensche-landwehr/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-fuer-die-badensche-landwehr/</guid><description>&lt;p&gt;Jänner 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Langer Knechtschaft Joch und Schanden&#10;Hat der Herr von uns gewandt,&#10;Und in Ehren aufgestanden&#10;Ist das ganze deutsche Land,&#10;Hüter von den schönen Marken,&#10;Längs dem alten freien Rhein,&#10;Kommet mit zum Fest der Starken,&#10;Setzet froh das Leben ein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ehrentag ist euch erschienen,&#10;Nehmt den Waffenschmuck zur Hand,&#10;Euch begehrt das Vaterland,&#10;Sollt nicht mehr dem Fremdling dienen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt von Durlachs Rebenhügeln,&#10;Von des schwarzen Waldes Höh′,&#10;Oder wo sich Alpen spiegeln&#10;In dem klaren Bodensee;&#10;Die das Pfälzerland bebauen&#10;Und das frohe Neckarthal,&#10;Eilt herbei von allen Gauen,&#10;Wappnet euch mit Erz und Stahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied und Gebilde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-und-gebilde/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-und-gebilde/</guid><description>&lt;p&gt;Mag der Grieche seinen Ton&#10;Zu Gestalten drücken,&#10;An der eignen Hände Sohn&#10;Steigern sein Entzücken;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber uns ist wonnereich.&#10;In den Euphrat greifen&#10;Und im flüss&amp;rsquo;gen Element&#10;Hin und wider schweifen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Löscht ich so der Seele Brand,&#10;Lied, es wird erschallen;&#10;Schöpft des Dichters reine Hand,&#10;Wasser wird sich ballen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder als Intermezzo XVIII.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-als-intermezzo-xviii/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-als-intermezzo-xviii/</guid><description>&lt;p&gt;Es stand ein Veilchenstrauß an meinem Bette,&#10;Der duftete mir zu gar süßen Traum:&#10;Ich lag am Abhang einer Hügelkette,&#10;Und überblüht von Veilchen war der Raum:&#10;So viele wuchsen nie an einer Stätte,&#10;Man sah vor ihrem Blau den Rasen kaum;&#10;Da sprach das Herz: Hier ging mein Lieb, das traute,&#10;Und Veilchen sproßten auf, wohin sie schaute.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Untreue - Fünftes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-fuenftes-lied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-fuenftes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;O wie gern, mein zartes Liebchen,&#10;Macht′ ich dich zu meinem Weibe;&#10;Zwar ich bin noch jung an Jahren,&#10;Aber ziemlich alt am Herzen,&#10;Bin allein, der Freunde viele&#10;Hab′ ich, aber keinen Freund,&#10;Und doch wünsch′ ich noch mir Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, wie wollt′ ich dann dir leben,&#10;Deine Tage fröhlich machen,&#10;Deinen stillsten Wunsch erfüllen,&#10;Deinen Willen nur befolgen,&#10;Deine trüben Launen tragen,&#10;Und zufrieden sein, wenn du&#10;Nur ein herzlich Wort mir sagtest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Untreue - Viertes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-viertes-lied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-viertes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Aber willst du deinem Liebchen&#10;Wirklich wohl, warum denn hast du′s&#10;So allein zurückgelassen?&#10;Ach, du bist so gut und freundlich,&#10;Und so grausam doch, so wenig&#10;Schontest du in deiner Stärke&#10;Meiner Schwäche, meiner Furcht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich Knabe war, da floh ich&#10;Meines Alters Kinderspiele,&#10;Und dereinst in Ruhm und Ehre&#10;Groß zu werden, träumt ich einsam,&#10;Und die Stadt zu sehn, wo dieser&#10;Erde mächtigste Gebieter,&#10;Romulus Geschlecht geherrscht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder des Römischen Carnevals - Fünftes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-fuenftes-lied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-fuenftes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Und als allerliebste Bäurin&#10;Naht sie mir des andern Tages,&#10;Gestern neckte Stab und Glocke,&#10;Heut′ ein artig Blumenkörbchen,&#10;Und im weißen Seidenhemde&#10;Hüpft heran die wohl erkannte&#10;Lüsterne Begleiterin&#10;Mit dem wilden Tamburine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Voller drängt sich′s heut als gestern,&#10;Und von tausend lust′gen Bächen&#10;Jetzt vergrößert, jauchzt und schäumet&#10;Nun der Strom des Bacchanals;&#10;Ja, der Gott ist im Gefolge&#10;Seiner taumelnden Mänaden&#10;Selbst gekommen, um dem Volk&#10;Ganz die Sinne zu berücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder des Römischen Carnevals - Sechstes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-sechstes-lied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-sechstes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Unter Spiel und Scherz und Possen&#10;Ist die Nacht herangekommen,&#10;Doch im sanften Sternenscheine&#10;Läßt es sich nur besser schäkern,&#10;Und gespensterhafte Schalkheit&#10;Lacht und spukt durch alle Gassen.&#10;Erst wenn Phöbus sich entfernt,&#10;Wagt sich Momus aus dem Hause.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib die Hand mir, Kind der Liebe,&#10;Sind wir endlich doch alleine!&#10;Laß uns schnell nach Hause wandeln,&#10;Nimm dir vom Gesicht die Maske;&#10;Denn der Nacht, warum nicht könntest,&#10;Wer du bist, ihr anvertrauen?&#10;Schnell die Maske weg, und dann&#10;Wieder auf die vollen Straßen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lorelei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lorelei/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lorelei/</guid><description>&lt;p&gt;Das Wasser kraust sich noch immer dort,&#10;Doch gleiten die Menschen darüber fort,&#10;Sie hören das heimliche Locken nicht,&#10;Sie schauen nicht mehr der Hexe Gesicht,&#10;Denn in der Schule, da wird es gelehrt,&#10;Der Hexenglauben sei ganz verkehrt.&#10;Doch droben liegt sie, die Lorelei,&#10;Und lässt die kleinen Krämer vorbei,&#10;Und lacht der Klugen, der Welt, der Zeit,&#10;Und liebt und leidet in Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Los des Lyrikers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/los-des-lyrikers/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/los-des-lyrikers/</guid><description>&lt;p&gt;Stets am Stoff klebt unsere Seele, Handlung&#10;Ist der Welt allmächtiger Puls, und deshalb&#10;Flötet oftmals tauberem Ohr der hohe&#10;Lyrische Dichter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gerne zeigt jedwedem bequem Homer sich,&#10;Breitet aus buntfarbigen Fabelteppich;&#10;Leicht das Volk hinreißend erhöht des Dramas&#10;Schöpfer den Schauplatz:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber Pindars Flug und die Kunst des Flaccus,&#10;Aber dein schwerwiegendes Wort, Petrarca,&#10;Prägt sich uns langsamer ins Herz, der Menge&#10;Bleibt&amp;rsquo;s ein Geheimnis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jenen ward bloß geistiger Reiz, des Liedchens&#10;Leichter Takt nicht, der den umschwärmten Putztisch&#10;Ziert. Es dringt kein flüchtiger Blick in ihre&#10;Mächtige Seele.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Löwenmacher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/loewenmacher/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/loewenmacher/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Brahmanensöhne gingen,&#10;wohl geschickt in allen Dingen,&#10;wandern in die weite Welt.&#10;Sie gedachten, vieles Geld&#10;Dort, vermöge ihre Kunst,&#10;Ehrenstellen, Fürstengunst,&#10;Ruhm und Beifall zu erlangen&#10;und dereinst im Glück zu prangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was im Kopf nur wollte haften&#10;von geheimen Wissenschaften,&#10;hatten alles sie gelernt,&#10;jahrelang der Welt entfernt.&#10;In der schwarzen Kunst Bereich&#10;tat es ihnen keiner gleich,&#10;und was war und was gewesen,&#10;alles hatten sie gelesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lügenmärchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/luegenmaerchen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/luegenmaerchen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will euch erzählen und will auch nicht lügen:&#10;ich sah zwei gebratene Ochsen fliegen,&#10;sie flogen gar ferne -&#10;sie hatten den Rücken gen Himmel gekehrt,&#10;die Füße wohl gegen die Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Amboss und ein Mühlstein&#10;die schwammen bei Köln wohl über den Rhein,&#10;sie schwammen gar leise -&#10;ein Frosch verschlang alle beid′&#10;zu Pfingsten wohl auf dem Eise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wollten vier einen Hasen fangen,&#10;sie kamen auf Stelzen und Krücken gegangen,&#10;der erste konnte nicht sehen,&#10;der zweite war stumm, der dritte war taub,&#10;der vierte konnte nicht gehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lust und Qual</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lust-und-qual/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lust-und-qual/</guid><description>&lt;p&gt;Knabe saß ich, Fischerknabe,&#10;Auf dem schwarzen Fels am Meer,&#10;Und, bereitend falsche Gabe,&#10;Sang ich, lauschend ringsumher.&#10;Angel schwebte lockend nieder;&#10;Gleich ein Fischlein streift und schnappt,&#10;Schadenfrohe Schelmenlieder,&#10;Und das Fischlein war ertappt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! am Ufer, durch die Fluren,&#10;Ins Geklüfte tief zum Hain,&#10;Folgt ich einer Sohle Spuren,&#10;Und die Hirtin war allein.&#10;Blicke sinken, Worte stocken!&#10;Wie ein Taschenmesser schnappt,&#10;Faßte sie mich in die Locken,&#10;Und das Bübchen war ertappt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lustig tritt ein schöner Knabe...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lustig-tritt-ein-schoener-knabe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lustig-tritt-ein-schoener-knabe/</guid><description>&lt;p&gt;Lustig tritt ein schöner Knabe&#10;In die Abendschenke ein,&#10;Und sogleich zur kühlen Labe&#10;Bringt die Kellnerin den Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihn gelüstet′s, sie zu küssen,&#10;Er umschließt sie, fest und dicht,&#10;Doch sie gießt, um nicht zu müssen,&#10;Rasch den Wein ihm ins Gesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt erst schaun sich alle beide&#10;Näher an auf offnem Plan,&#10;Und sie sehn mit stillem Neide,&#10;Daß nicht eines recht getan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ist stattlich anzuschauen,&#10;Wie das Herz sich′s nur begehrt,&#10;Und der ganze Flor der Frauen&#10;Hielte ihn der Liebe wert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchennacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchennacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchennacht/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond ist warm, die Nacht ein Alkohol,&#10;Der rasch erglühend mein Gehirn betrat,&#10;Und deine Nacktheit weht wie der Passat&#10;Trocknend ins Mark.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast ein weißes Fleischkleid angezogen.&#10;Mich hungert so - ich küsse deine Lippen.&#10;Ich reiße dir die Brüste von den Rippen,&#10;Wenn du nicht geil bist!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Küsse sind Funken, elektrisches Lechzen&#10;Kupferner Lippen, und die Körper knacken!&#10;Mit einem Sprunge sitzt mein Kuß im Nacken&#10;Und frißt dein Bäumen und dein erstes Ächzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchenrätsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchenraetsel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchenraetsel/</guid><description>&lt;p&gt;Träumt er zur Erde, wen,&#10;Sagt mir, wen meint er?&#10;Schwillt ihm die Träne, was,&#10;Götter, was weint er?&#10;Bebt er, ihr Schwestern, was,&#10;Redet, erschrickt ihn?&#10;Jauchzt er, o Himmel, was&#10;Ist&amp;rsquo;s, was beglückt ihn?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchenseele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchenseele/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchenseele/</guid><description>&lt;p&gt;Gar oft schon fühlt ichs tief, des Mädchens Seele&#10;Wird nicht sich selbst, dem Liebsten nur geboren.&#10;Da irrt sie nun verstoßen und verloren,&#10;Schickt heimlich Blicke schön als Boten aus,&#10;Daß sie auf Erden suchen ihr ein Haus.&#10;Sie schlummert in der Schwüle, leicht bedeckt,&#10;Lächelt im Schlafe, atmet warm und leise,&#10;Doch die Gedanken sind fern auf der Reise,&#10;Und auf den Wangen flattert träumrisch Feuer,&#10;Hebt buhlend oft der Wind den zarten Schleier.&#10;Der Mann, der da zum erstenmal sie weckt,&#10;Zuerst hinunterlangt in diese Stille,&#10;Dem fällt sie um den Hals vor Freude bang&#10;Und läßt ihn nicht mehr all ihr Lebelang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>MadrigalÜber die Wiege eines Kindes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/madrigalueber-die-wiege-eines-kindes/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/madrigalueber-die-wiege-eines-kindes/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sidonia Hedwig Zäunemann&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Madrigal&#10;Über die Wiege eines Kindes&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schläfst in Ruh,&#10;Und bildest dir nicht ein,&#10;Die kleine Wiege werde&#10;Auf dieser schnöden Erde&#10;Das Vorbild deines größren Schicksals seyn.&#10;Die Wiege wirft dich hin und her:&#10;So wirst du auch nach mehren Jahren&#10;Des Schicksals Spielwerk wohl erfahren.&#10;Es wird sich stets bemühn,&#10;Dich öfters hin und her zu ziehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Magst den Tadel noch so fein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/magst-den-tadel-noch-so-fein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/magst-den-tadel-noch-so-fein/</guid><description>&lt;p&gt;Magst den Tadel noch so fein,&#10;noch so zart bereiten,&#10;weckt er Widerstreiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lob darf ganz geschmacklos sein,&#10;hocherfreut und munter&#10;schlucken sie&amp;rsquo;s hinunter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Maifeierlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maifeierlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maifeierlied/</guid><description>&lt;p&gt;Es war wohl einst am ersten Mai,&#10;viel Kinder tanzten in Einer Reih,&#10;arme mit reichen,&#10;und hatten die gleichen&#10;vielen Stunden zur Freude frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist auch heute erster Mai,&#10;viel Männer schreiten in Einer Reih,&#10;dumpf schallt ihr Marschgestampf,&#10;heut hat man ohne Kampf&#10;keine Stunde zur Freude frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch kommt wohl einst ein erster Mai,&#10;da tritt alles Volk in Eine Reih,&#10;mit Einem Schlage&#10;hat′s alle Tage&#10;ein paar Stunden zur Freude frei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mandelkerngedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mandelkerngedicht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mandelkerngedicht/</guid><description>&lt;p&gt;einer verlorenen Wette&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwischen Akten, dunklen Wänden&#10;bannt mich Freiheitbegehrenden&#10;nun des Lebens strenge Pflicht,&#10;und aus Schränken, Aktenschichten&#10;lachen mir die beleidigten&#10;Musen in das Amtsgesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als an Lenz und Morgenröte&#10;noch das Herz sich erlabete,&#10;o du stilles heitres Glück!&#10;Wie ich auch nun heiß mich sehne.&#10;Ach, aus dieser Sandebene&#10;führt kein Weg dahin zurück&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als der letzte Balkentreter&#10;stehâ€˜ ich armer Enterbeter&#10;in des Staates Symphonie,&#10;ach, in diesem Schwall von Tönen&#10;wo fänd ich da des eigenen&#10;Herzens süße Melodie?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Marathon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/marathon/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/marathon/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Zehntausend steigen von den Bergen nieder,&#10;Die Blüte Hellas′, sich dem Tod zu weihen.&#10;Durch Morgendämmrung ziehen ihre Reihen.&#10;Ein Wall von Erz ziehn hin des Heeres Glieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lerchen singen ihre Morgenlieder,&#10;Sie schwingen sich zum Himmel ohne Zahl.&#10;Ihr helles Singen füllt das ganze Tal,&#10;Sie steigen in dem Blauen auf und nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch sind die Morgenwinde nicht erwacht.&#10;In süßem Schlummer liegt noch weit die Welt,&#10;Der Morgenstern steht noch in keuscher Pracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Märchenland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerchenland/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerchenland/</guid><description>&lt;p&gt;Ströme und dunkle Täler und Tiefen,&#10;In wolkengleichen Wäldern versteckt,&#10;Deren Formen uns ganz verdeckt,&#10;Weil sie von bleiernen Nebeln triefen.&#10;Riesige Monde, die wachsen und schwinden&#10;Des Nachts drüber her ohne Unterlaß,&#10;Von deren Atem, frostig und naß,&#10;Die Sterne erlöschen oder erblinden.&#10;Ihr Kern sinkt auf die Bergesspitzen,&#10;Doch ihre Lichtkreise wogen schwer&#10;Über dem großen Wäldermeer&#10;Und dringen in alle Schlünde und Ritzen,&#10;Bis alle Irrgänge weit und breit&#10;Umsponnen sind von Müdigkeit&#10;Und sie des Schlafes Leidenschaft&#10;Umfängt mit zaubertiefer Haft.&#10;Des Morgens aber entschweben&#10;Die Mondeshüllen, wirr zerflossen&#10;Zugleich mit den Stürmen, und erheben&#10;Sich gleich riesigen Albatrossen,&#10;Die in den Lüften als getrennte&#10;Atome wieder herniederfallen,&#10;Und so (nie ruhende Elemente)&#10;In einem ewigen Zirkel wallen&#10;Und auf ihren zitternden Schwingen&#10;Zur Erde Himmelsspuren bringen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>März-Nachmittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerz-nachmittag/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerz-nachmittag/</guid><description>&lt;p&gt;Bleiweiß die Fläche, Wolken-überflaggt,&#10;darein zwei Segel schwarze Furchen graben.&#10;Zwei Uferbäume ragen hochgezackt,&#10;die frühes Traumgrün auf den Zweigen haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Hunde keuchen übers Ufergras&#10;und wollen eine heiße Stunde jagen.&#10;Zwei Schüler kommen, schlank und bücherblaß,&#10;die scheue Liebe wie zwei Leuchter tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein junger Dichter wacht auf einer Bank&#10;und spricht, die Hände um sein Knie gefaltet:&#10;“Wie sind die Dinge heute sehnsuchtskrank!”&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er aufblickt, hat sich neu gestaltet&#10;die Welt und ist erschütternd tränenblank.&#10;“Was” ruft er “hat mein Herz denn so zerspaltet!”&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mässigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maessigkeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maessigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Tisch der darff mich nicht um Übersatz verklagen;&#10;Der Gurgel ess′ ich nicht; ich esse nur dem Magen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mattgelb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mattgelb/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mattgelb/</guid><description>&lt;p&gt;»O toi, que j′eusse aimée &amp;hellip;«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einmal sollte durch mein Leben&#10;Jene Hand, die blasse, schweben,&#10;Wie ein Lenzwind &amp;hellip; duftbethaut &amp;hellip;&#10;In der Seele müden Saiten&#10;Hört′ ich leise, zärtlich gleiten&#10;Wundersamen Äolslaut &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer tiefer wollt′ es schwellen &amp;hellip;&#10;Hab′ mich an den dunklen Wellen,&#10;An dem süssen Klang gelabt &amp;hellip;&#10;Und ich weiss, mit tiefem Bangen,&#10;Jene Hand ist früh vergangen &amp;hellip;&#10;Weil ich sie zu lieb gehabt &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meeraugen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meeraugen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meeraugen/</guid><description>&lt;p&gt;Was will in deinen Augen&#10;mir das dunkelvolle, fremde Weh,&#10;so tief und schwer?&#10;Wie Stürme, die Ruhe suchten&#10;im Schoß der grauen See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Versinken will, versinken mir&#10;in dieser Augen tiefen Schoß&#10;mein Herz -&#10;und will&#10;wie du so still&#10;so wild an dein Herz schlagen,&#10;dann brechen die Stürme los!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und will dich wiegen so mit mir&#10;in rasender, lachender Seligkeit&#10;auf freiem Meer!&#10;Bis tief und sehr&#10;die Herzen wieder ruhen,&#10;ruhen vom Sturm und Streit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meeresleuchten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meeresleuchten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meeresleuchten/</guid><description>&lt;p&gt;Aus des Meeres dunklen Tiefen&#10;Stieg die Venus still empor,&#10;Als die Nachtigallen riefen&#10;In dem Hain, den sie erkor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zum Spiegel, voll Verlangen,&#10;Glätteten die Wogen sich,&#10;Um ihr Bild noch aufzufangen,&#10;Da sie selbst auf ewig wich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächelnd gönnte sie dem feuchten&#10;Element den letzten Blick,&#10;Davon blieb dem Meer sein Leuchten&#10;Bis auf diesen Tag zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meerleuchten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meerleuchten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meerleuchten/</guid><description>&lt;p&gt;Es geht ein Strahlen von sprühendem Licht&#10;Durch die feierlich rauschenden Wellen,&#10;Das sich unendlich in Funken bricht,&#10;Um aus dem Sande zu schnellen -&#10;O hört, o hört wie das Leuchten spricht:&#10;Die Liebe geht durch die Wellen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die hundert Millionen Wesen sind&#10;Entflammt von Liebe, die Weiten&#10;Erglänzen, ein Brennen rinnt&#10;Dahin, ein silbernes Schreiten,&#10;Bis sie vor Liebe gestorben sind -&#10;Die Liebe geht durch die Weiten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Aufenthalt im Rheingau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-aufenthalt-im-rheingau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-aufenthalt-im-rheingau/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß ein Enna in des Rheingau&amp;rsquo;s Auen,&#10;Da ist&amp;rsquo;s so traulich, daß ich da mit dir&#10;Die Herrlichkeit des Höchsten möchte schauen,&#10;Bis uns einst müd und lebenssatt, von hier&#10;Nach seligen und froh durchlebten Tagen,&#10;Die Engel in die beß&amp;rsquo;re Heimath tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier steht ein Häuschen, das der große Meister,&#10;So scheint es mir, für Liebende erbaut;&#10;Des Friedens und der Eintracht sanfte Geister&#10;Bewohnen es, so lieblich ist&amp;rsquo;s, so traut.&#10;O komm, o komm! flieh aus dem Weltgetümmel,&#10;Und finde hier des Lebens schönern Himmel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein blaues Klavier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-blaues-klavier/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-blaues-klavier/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe zu Hause ein blaues Klavier&#10;und kenne doch keine Note.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es steht im Dunkel der Kellertür,&#10;seitdem die Welt verrohte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es spielten Sternenhände vier -&#10;die Mondfrau sang im Boote.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Nun tanzen die Ratten im Geklirr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zerbrochen ist die Klaviatur.&#10;Ich beweine die blaue Tote.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach liebe Engel öffnet mir&#10;- ich aß vom bitteren Brote -&#10;mir lebend schon die Himmelstür,&#10;auch wider dem Verbote.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Dörfchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-doerfchen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-doerfchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn im Weltgeräusch, das mich umgiebt,&#10;Noch mein Herz Dich, trautes Dörfchen, liebt,&#10;O so sinds der Kindheit Frühlingskränze&#10;Und die Reize ländlicher Natur,&#10;Die Erinn′rung meiner ersten Lenze,&#10;Was mich knüpft an Deine stille Flur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie konnt′ ich im Glanz der Städte finden,&#10;Was im Dämmerschatten Deiner Linden&#10;Mir die heitre Einsamkeit verlieh.&#10;Ach ich fand in lauten, bunten Freuden&#10;Jenes Glück der frühern Jugend nie -&#10;Fand nur Sorgen, Bangigkeit und Leiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Gefängnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-gefaengnis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-gefaengnis/</guid><description>&lt;p&gt;Auf dem Meere tanzt die Welle&#10;nach der Freiheit Windmusik.&#10;Raum zum Tanz hat meine Zelle&#10;siebzehn Meter im Kubik.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den blauen Himmeln zittert&#10;Sehnsucht, die die Herzen stillt.&#10;Meine Luke ist vergittert&#10;und ihr dickes Glas gerillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe tupft mit bleichen leisen&#10;Fingern an ein Bett ihr Mal.&#10;Meine Pforte ist aus Eisen,&#10;meine Pritsche hart und schmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tausend Rätsel, tausend Fragen&#10;machen manchen Menschen dumm.&#10;Ich hab eine nur zu tragen:&#10;Warum sitz ich hier? Warum?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Herz ist schwer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ist-schwer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ist-schwer/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht,&#10;Der Wind fährt seufzend durch die Nacht;&#10;Die Wipfel rauschen weit und breit,&#10;Sie rauschen von vergangner Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie rauschen von vergangner Zeit,&#10;Von großen Glück und Herzeleid,&#10;Vom Schloß und von der Jungfrau drin -&#10;Wo ist das alles, alles hin?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ist das alles, alles hin,&#10;Leid, Lieb′ und Lust und Jugendsinn?&#10;Der Wind fährt seufzend durch die Nacht,&#10;Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Kätzlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-kaetzlein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-kaetzlein/</guid><description>&lt;p&gt;Klagelied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man fand dich fern vom warmen Hause,&#10;Bedrängt von Schnee und eis&amp;rsquo;gem Wind,&#10;Trug dich zu meiner stillen Klause,&#10;Verirrtes armes Katzenkind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schrie&amp;rsquo;st und klagtest in dem neuen&#10;Unheimlich bücherreichen Ort,&#10;Doch bald verschwand dein wildes Scheuen,&#10;Du fühltest dich in sich&amp;rsquo;rem Hort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trafst du doch einen biedern Kater&#10;Im Haus des unbekannten Manns,&#10;Und dich empfieng fast wie ein Vater&#10;Der munt&amp;rsquo;re Rattenfänger Hans.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du warst noch etwas unerzogen,&#10;Vergingest dich in manchem Stück,&#10;Doch führte, mütterlich gewogen,&#10;Die Rike dich zur Pflicht zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein stilles Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-stilles-lied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-stilles-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz ist eine traurige Zeit,&#10;die tonlos tickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Mutter hatte goldene Flügel,&#10;die keine Welt fanden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horcht, mich sucht meine Mutter,&#10;Lichte sind ihre Finger und ihre Füße wandernde Träume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und süße Wetter mit blauen Wehen&#10;wärmen meine Schlummer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer in den Nächten,&#10;deren Tage meiner Mutter Krone tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich trinke aus dem Monde stillen Wein,&#10;wenn die Nacht einsam kommt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Lieder trugen des Sommers Bläue&#10;und kehrten düster heim.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Lebensart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-lebensart/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-lebensart/</guid><description>&lt;p&gt;In der ganzen Stadt ist keine&#10;Hütte kleiner als die meine;&#10;Für mich ist sie groß genug.&#10;Noch viel kleiner ist mein Gärtchen,&#10;Ich nur gehe durch sein Pförtchen;&#10;Doch auch so ist′s groß genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zweimal setz′ ich mich zu Tische,&#10;Etwas Fleisch, Kohl, Grütze, Fische;&#10;Hungrig ging ich nie zur Ruh.&#10;Ja, im Sommer, ess′ ich Beeren:&#10;Him- und Erd- und Heidelbeeren,&#10;Oft kommt eine Birn dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bisher hatt′ ich stets zwei Kleider;&#10;Viele Menschen haben, leider!&#10;Eines nur, und das noch schwach.&#10;Klagen wäre eine Sünde!&#10;Arm ist nur der Lahme, Blinde,&#10;Und die Waise ohne Dach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-mutter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Ach weh, meine Mutter reißt mich ein.&#10;Da hab ich Stein auf Stein gelegt&#10;und stand schon wie ein kleines Haus,&#10;um das sich groß der Tag bewegt;&#10;sogar allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun kommt die Mutter, kommt und reißt mich ein.&#10;Sie reißt mich ein, indem sie kommt und schaut.&#10;Sie sieht nicht, daß da einer baut.&#10;Sie geht mir mitten durch die Wand von Stein.&#10;Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Wünsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-wuensche/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-wuensche/</guid><description>&lt;p&gt;Ein eignes Halmenhüttchen,&#10;Ein Gärtchen und ein Feld,&#10;Ist alles was ich flehe&#10;Für mich vom Herrn der Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Großen aller Zeiten,&#10;Homer, Virgil, Schakspear,&#10;Dant′, Ariost und Tasso,&#10;Gern wohnet ihr mit mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern des Gesangs zu spotten&#10;Der schwachen Schülerinn,&#10;Erhöht durch Rath und Muster&#10;Ihr täglich ihren Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht dringt in den Tempel&#10;Des Ruhms auch sie einst ein,&#10;Erringet sich ein Plätzchen&#10;Im langen Dichterreihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschenleben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenleben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenleben/</guid><description>&lt;p&gt;Stürmisch entfliehet&#10;Der Augenblick;&#10;Was er entziehet,&#10;Kehrt nicht zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tod ist das Leben&#10;Ein ewiger Tod;&#10;Menschenbestreben&#10;Beherrscht die Not;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er verhallet&#10;In Nichts dahin;&#10;Und es verschallet&#10;Sein Tun und Glühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geister verhöhnen&#10;Ihm seine Tat;&#10;Stürmisches Sehnen,&#10;Und dunkler Pfad;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ewiges Reuen&#10;Nach eitler Lust;&#10;Ewiges Bräuen&#10;In tiefer Brust;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gierig Bestreben&#10;Und elend Ziel&#10;Das ist sein Leben,&#10;Der Lüfte Spiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Groß es zu wähnen&#10;Doch niemals groß,&#10;Selbst sich zu höhnen,&#10;Das ist sein Los.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschenwerth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenwerth/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenwerth/</guid><description>&lt;p&gt;Gott, dessen Webekunst die Lydier beschämet,&#10;Vor der Minervens Hand nur Spinnenweben macht,&#10;Hat, als er ′s Himmels Tuch mit Sternen übersämet,&#10;Zwar solche Bildungen in sein Geweb′ gebracht,&#10;Die kein Phönizier hat jemals nachgesticket,&#10;Die kein Chäldäer kennt, kein Zeuxis malen kann;&#10;Er hat auch das Gewand der Erde so geschmücket,&#10;Daß Augen und Vernunft es sehn erstarrend an.&#10;Allein sein Meisterstück übt unsers Künstlers Güte,&#10;Wenn er im Mutterleib′ uns Menschen webet aus,&#10;Wenn er im schönen Leib wirkt ein verschmitzt Gemüthe&#10;Und die so große Welt bringt in dies kleine Haus.&#10;Der Adern Fäden und die Bänder der Gebeine,&#10;Des Fleisches zartes Garn, der Umschlag unsrer Haut&#10;Sind, wie Tapezerei voll Perl′ und Edelsteine,&#10;Vereinbart, daß Gott selbst Lust an dem Werke schaut.&#10;An diesem Teppiche des schönen Leibes findet&#10;Der Mensch Nichts, was von ihm noch auszumachen sei;&#10;Denn was nach der Geburt den Gliedern noch erwindet,&#10;Das setzt Zeit und Natur, des Schöpfers Dienstmagd, bei.&#10;Allein dem andern Blatt an diesem Kunstgewebe,&#10;Der Seele, pflanzet Gott nur das Vermögen ein,&#10;Daß sie durch eigne Müh′ sich Werth und Güte gebe,&#10;Und heißt des Menschen Geist selbst seiner Schöpfer sein.&#10;Damit der Mensch auch weiß, was er für Bilder sticken&#10;Soll in das ihm von Gott so schön gewebte Tuch,&#10;So läßt er die Vernunft mit ihren Augen blicken&#10;In ′n Spiegel seines Worts, in der Natur ihr Buch.&#10;In beiden aber steht Gott selber abgemalet,&#10;Nach dem sein Ebenbild, der Mensch, sich bilden soll.&#10;Wer mit dem Schatten nun nur dieses Bildes prahlet,&#10;In ein vollkommen Werk, gefällt dem Höchsten wohl.&#10;Der große Gott verschmäht Apellens große Künste,&#10;Das Thun des Phidias, Gold, Marmor, Elfenbein&#10;Und das in Purpurblut getauchte Wurmgespinnste,&#10;Weil er in ′s Menschen Geist nur will gepräget sein.&#10;Den aber prägt der Mensch, wenn er die Tugend übet,&#10;Durch Andacht sich zu Gott zu schwingen ist bemüht,&#10;Nach Wissenschaften strebt, die Weisheit herzlich liebet;&#10;Denn dies macht zwischen Mensch und Vieh den Unterschied.&#10;Durch dieses kann ein Mensch ein Halbgott hier auf Erden,&#10;Des Vaterlandes Licht, ein Pfeiler seiner Stadt,&#10;Ein Schutzbild eines Volks, der Nachwelt Vorbild werden,&#10;Nach dessen Muster sie sich nachzumalen hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Merlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/merlin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/merlin/</guid><description>&lt;p&gt;Seine Mutter war ein Königskind.&#10;Sie hatte Flechten, ährenschwer,&#10;ihr Auge war voll Aufbegehr,&#10;und dennoch oft von Tränen blind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Vater war ein böser Mann.&#10;Sein Anblick tat der Mutter weh.&#10;Vor seinem Schritt erschrak sie jäh.&#10;Sie sah ihn niemals lächelnd an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Elternpaar begriff er nicht,&#10;wie Zart und Rau sich so gepaart,&#10;und in des Vaters Gegenwart&#10;mied er der Mutter Angesicht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;das so verdunkelt und entstellt&#10;ihm Folter war und Seelenpein,&#10;weil es ihm heilig schien und rein,&#10;wie sonst nichts auf der Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meta und der Finkenschafter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meta-und-der-finkenschafter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meta-und-der-finkenschafter/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Kunze stand als Hausverwalter&#10;in Lohn bei einem Häuserwirt,&#10;und seine Tochter in dem Alter,&#10;wo so ein Mädchen liebend wird.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war ein Witmann, sie war Waise,&#10;seitdem Frau Kunze jüngst entschlief;&#10;sie teilten sich ihr Amt, wenn leise&#10;des Nachts des Hauses Klingel rief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nach und nach ergab Herr Kunze&#10;sein Witwerherz dem Alkohol&#10;und überließ die Pförtnerfunze&#10;der Tochter samt des Hauses Wohl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schlief so fest als wie ein Igel;&#10;doch Meta, denn so hieß das Kind,&#10;schob treu besorgt des Tores Riegel&#10;für Herrschaft sowie Hausgesind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Michel Angelo Caravaggio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/michel-angelo-caravaggio/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/michel-angelo-caravaggio/</guid><description>&lt;p&gt;Warum mir Caravaggio mißfällt? Weil mir das Gemeine&#10;In der Natur nicht, und noch wen′ger gefällt in der Kunst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mir ist es gleich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mir-ist-es-gleich/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mir-ist-es-gleich/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß, daß Deine Liebe&#10;Verkäuflich ist;&#10;Ich weiß, daß Dir der Reichste&#10;Der Liebste ist;&#10;Ich weiß, daß diese schäumenden Ekstasen&#10;Erheuchelt sind,&#10;Daß sie nur künstlich Deinen Leib durchrasen,&#10;Mein bleiches Kind;&#10;Ich weiß, daß dieses traumverlorne Flüstern,&#10;Daß dieser liebesirre, heiße Blick&#10;Ein wohlgeübtes und ein oft erprobtes&#10;Komödienstück;&#10;Und dennoch fühl′ ich mich an Deinem Busen&#10;Beglückt und reich;&#10;Ob Wahrheit oder Lüge diese Liebe,&#10;Mir ist es gleich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mir ist zu licht zum Schlafen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mir-ist-zu-licht-zum-schlafen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mir-ist-zu-licht-zum-schlafen/</guid><description>&lt;p&gt;Mir ist zu licht zum Schlafen,&#10;Der Tag bricht in die Nacht,&#10;Die Seele ruht im Hafen,&#10;Ich bin so froh erwacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hauchte meine Seele&#10;Im ersten Kusse aus,&#10;Was ist′s, daß ich mich quäle&#10;Ob sie auch fand ein Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat es wohl gefunden&#10;Auf ihren Lippen schön,&#10;O welche sel′ge Stunden,&#10;Wie ist mir so geschehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was soll ich nun noch sehen?&#10;Ach, alles ist in ihr.&#10;Was fühlen, was erflehen?&#10;Es ward ja alles mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit blutigen Rosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-blutigen-rosen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-blutigen-rosen/</guid><description>&lt;p&gt;Mit blutigen Rosen&#10;Und wachsbleichen Nelken&#10;Durchwinde dein Haar.&#10;Und löse die Flechten&amp;hellip;&#10;Düfte verathmende,&#10;Wirre Strähne&#10;Mögen über deine&#10;Üppig-starren,&#10;Bronce-braunen Brüste&#10;Niederhangen, Schleifen&#10;Schwarzblau,&#10;Düster,&#10;Wie blitzgesättigte&#10;Wetterwolken.&#10;Und deine Lippen,&#10;Deine blumenkühlen,&#10;Mögen in ewigen,&#10;Zärtlichen,&#10;Halbgehauchten Küssen&#10;Mein Antlitz streifen.&#10;Dann, nur dann&#10;Wird sie entweichen,&#10;Jene herzumschnürende,&#10;Tödtliche Lebensangst,&#10;Und fern und ferner wird&#10;Mit schlürfenden Schritten&#10;Der Wahnsinn schleichen&amp;hellip;&#10;Komm′ zu mir,&#10;Bleibe bei mir,&#10;Immer,&#10;Immer&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit dem Myrthenkranze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-dem-myrthenkranze/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-dem-myrthenkranze/</guid><description>&lt;p&gt;I.&#10;Wohl ist das Laub der Myrthe immergrün,&#10;Doch welkten ach! schon viele Hochzeitkränze:&#10;Denn wenn die Ideale welk verblüh′n,&#10;Dann welken auch der jungen Liebe Lenze.&#10;Du wirst stets quellfrisch diesen Kranz besprühn,&#10;Daß er auf immer schön wie heut erglänze,&#10;Und fragst Du, wo der Wunderquell sich hehle?&#10;In Deiner eignen jungfräulichen Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II.&#10;Laß Dir den Kranz nun den, schimmernden, reichen,&#10;Welchem kein anderer Schmuck zu vergleichen: -&#10;Myrthe, sie blüht nur den einzigen Tag:&#10;Aber es wandeln die Lieb′ und die Treue&#10;Welkende Blüthen in Silber auf′s Neue,&#10;Welche kein Herbst zu verflücht′gen vermag:&#10;Laß Dir nun wünschen, Du mögest befahren&#10;Aehnliches Glück in den wechselnden Jahren,&#10;Wie es den Aeltern kein Wechsel geraubt;&#10;Wann sie dann feiern in silbernen Haren&#10;Goldene Hochzeit, - dann schling′ ich den klaren,&#10;Silbernen Kranz Dir um′s glückliche Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit einem goldenen Armreif</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-goldenen-armreif/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-goldenen-armreif/</guid><description>&lt;p&gt;Das goldne Band halt′ ehrenreich,&#10;Denn echtem Lieben ist es gleich:&#10;So selten und so treu wie Gold,&#10;Zu prüfen stark, zu schauen hold,&#10;Und schmiegsam und gelenk und weich: -&#10;Das Band ist echtem Lieben gleich.&#10;Und trägst Du′s stets in diesem Sinn,&#10;Ist reicher Segen Dein Gewinn:&#10;Der schlichte Reif wird Dir alsdann&#10;Ein Lieb- und Glückes-Talisman.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mon âme est née avec une plaie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mon-ame-est-nee-avec-une-plaie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mon-ame-est-nee-avec-une-plaie/</guid><description>&lt;p&gt;(Lamennais)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin nicht eine von den Machtgestalten,&#10;Die sich im Leben ihren Platz erringen,&#10;Die sich mit starker Hand ihr Schicksal zwingen&#10;Und ihres Daseins feindliche Gewalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir graut vor dieser Welt, der fühllos kalten,&#10;Ich kann es, kann es nicht zustande bringen,&#10;Ihr meines Willens Stempel aufzudringen,&#10;Mir graut es vor brutalem Kraftentfalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Leidertragen bin auch ich erkoren,&#10;Weil mir zu wenig Roheit mitgegeben;&#10;Ich weiß es längst, daß alle Müh&amp;rsquo; verloren,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mond überm Schwarzwald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mond-ueberm-schwarzwald/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mond-ueberm-schwarzwald/</guid><description>&lt;p&gt;Goldne Sichel des Monds! Dich schwingt der&#10;Ewige Schnitter und mäht&#10;Halme und Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehe, ich wandre auf steinichter Höhe&#10;Über dem wolkigen Wald und neige&#10;Willig den Nacken&#10;Deinem erlösenden Streich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondschein (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondschein-2/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondschein-2/</guid><description>&lt;p&gt;Aus grünlich seid′ner Wolkendecke flammte&#10;Der weisse, märchenhelle Mond empor&#10;Wie eine schwere, bleichgeglühte Lilie&#10;Aus sammt′nen Frühlingsrasen silbern blüht &amp;hellip;&#10;Die Mondeslilie hauchte seufzend nieder&#10;Den schwülen Athem, der mir tödlich ist,&#10;Und den ich darum liebe - lechzend liebe,&#10;Wie Farbenklänge, Duftmusik und all′&#10;Die süsse Übertäubung &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sein Athem&#10;Mir in die Seele floss, zerschmolz sie mir&#10;Zu fliederblassem Duft, und schwebte wolkig&#10;Empor, mit weissem Mondduft sich verwebend &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morale</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morale/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morale/</guid><description>&lt;p&gt;Der Edellstein die künst bedeut/&#10;und der han die tolle leut/&#10;Und die noch nichts dann wollust streben/&#10;fressen und sauffen ist ihr leben/&#10;Sie fragen nichts noch gutter ler/&#10;ein voller bauch ihn lieber wer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morfin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morfin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morfin/</guid><description>&lt;p&gt;Wir warten auf ein letztes Abenteuer,&#10;Was kümmert uns der Sonnenschein?&#10;Hochaufgetürmte Tage stürzen ein,&#10;Unruhige Nächte - Gebet im Fegefeuer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir lesen auch nicht mehr die&#10;Tagespost&#10;.&#10;Nur manchmal lächeln wir still in die Kissen,&#10;Weil wir alles wissen. Und gerissen&#10;Fliegen wir hin und her im Fieberfrost.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mögen Menschen eilen und streben,&#10;Heut&amp;rsquo; fällt der Regen noch trüber.&#10;Wir treiben haltlos durchs Leben&#10;Und schlafen, verwirrt, hinüber&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgengebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengebet/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengebet/</guid><description>&lt;p&gt;Der Morgenstrahl bahnt flimmernd sich den Weg&#10;Durch meines Lagers dichtgeschlossne Falten,&#10;Zuckt um die Wimper mir und müht sich reg′,&#10;Mein halb noch träumend Augenlid zu spalten.&#10;Wach auf! Wach auf! die Gnadenuhr schlug an,&#10;Wach auf! die teure, teure Zeit entrann,&#10;Die Zeit, mit keinen Tränen festzuhalten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ist die Sonne wirklich denn am Dom&#10;Des Himmels wieder prangend aufgezogen!&#10;Und wieder steh′ ich an der Liebe Strom!&#10;Und darf auch wieder kosten seine Wogen!&#10;Nicht nahm die Nacht mich hin, noch steh′ ich nicht&#10;Vor jenem letzten schaurigen Gericht,&#10;Ach Gott! noch einmal bin ich ihm entzogen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgengruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengruss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengruss/</guid><description>&lt;p&gt;Wachet ihr Treuen&#10;Ich bin zurück&#10;Euch zu erfreuen&#10;Wincket das Glück&#10;Winckt mit den Fahnen&#10;Droben am Thor&#10;Goldene Bahnen&#10;Zeichnet es vor&#10;Reisset den Schleier&#10;Der mich umwand&#10;Zeigt mir den Freier&#10;Hier in dem Land.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Müde schleich ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muede-schleich-ich/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muede-schleich-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Müde schleich ich durch die Morgenstille,&#10;Und es bebt in mir ein fremder Wille.&#10;Wie die Glocken fernes Ave läuten,&#10;Scheint es mir Verachtung zu bedeuten&#10;Meinen Lippen, die noch dunkel bluten&#10;Von des Weibes ungehemmten Gluten;&#10;Haß, daß ich die Tage frei verprasse,&#10;Und ein Armer nicht in Zucht sie fasse.&#10;&amp;ndash; Nimmer neid ich euch die Kirchenenge&#10;Und den Küster. Zerren wir die Stränge,&#10;Soll ins Land der Klöppel donnernd hämmern:&#10;Morgenrot! Klabund! die Tage dämmern!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Müde schleich ich durch die Morgenstille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muede-schleich-ich-durch-die-morgenstille/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muede-schleich-ich-durch-die-morgenstille/</guid><description>&lt;p&gt;Müde schleich ich durch die Morgenstille,&#10;Und es bebt in mir ein fremder Wille.&#10;Wie die Glocken fernes Ave läuten,&#10;Scheint es mir Verachtung zu bedeuten&#10;Meinen Lippen, die noch dunkel bluten&#10;Von des Weibes ungehemmten Gluten;&#10;Hass, dass ich die Tage frei verprasse,&#10;Und ein Armer nicht in Zucht sie fasse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Nimmer neid ich euch die Kirchenenge&#10;Und den Küster. Zerren wir die Stränge,&#10;Soll ins Land der Klöppel donnernd hämmern:&#10;Morgenrot! Klabund! die Tage dämmern!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach dem 88sten Psalm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-88sten-psalm/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-88sten-psalm/</guid><description>&lt;p&gt;Jehovah, Gott mein Heil! ich schreye&#10;Im Morgennebel zu dir auf!&#10;Und kommt die Mitternacht, aufs neue&#10;Flammt mein Gebet zu dir hinauf.&#10;Ach, laß dies Schreyen zu dir kommen&#10;Und neig herab zu mir dein Ohr.&#10;Steigt nur des Heiligen, des Frommen,&#10;Nicht auch des Büßers Flehn empor?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Voll Jammers, Gott, ist meine Seele,&#10;Mein weggeworfnes Leben schwebt&#10;Nah′ am Geklüft der Schauerhöhle,&#10;Wo der Verdammten Schatten bebt.&#10;Geachtet bin ich, gleich den Todten,&#10;Wie ein Erschlagner lieg′ ich hier&#10;Verlassen, hülflos auf dem Boden,&#10;Im Felsengrabe Gott vor dir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach der ersten Vertreibung der Berliner Volksvertreter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-ersten-vertreibung-der-berliner-volksvertreter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-ersten-vertreibung-der-berliner-volksvertreter/</guid><description>&lt;p&gt;Das Schauspiel ist zu Ende -&#10;Der Henker hat sein Theil;&#10;Das Haupt Maria Stuart′s&#10;Fiel unter seinem Beil!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Elisabeth von England,&#10;Nur sie ist souverain;&#10;Wer nach der Krone tastet,&#10;Muß schmählich untergehn!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Elisabeth von England&#10;Hat ihre Gewalt von Gott,&#10;Und wer sie ihr bestreitet,&#10;Der stirbt auf dem Schaffot!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So hat man dir gerathen,&#10;Rathlose Königin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zeiten Abscheu hin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachruf auf Cuno</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachruf-auf-cuno/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachruf-auf-cuno/</guid><description>&lt;p&gt;Cuno steigt in die Arena.&#10;Mensch, wie er, so kann es keena.&#10;Cuno wird das Tau schon ziehn.&#10;Er dreht ′s Ding nicht - ′s Ding dreht ihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Cuno stemmt mit Pappgewichten.&#10;Cuno wird die Zwietracht schlichten.&#10;Geht die Sache noch so schief:&#10;Cuno ist und bleibt passiv.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steigt der Dollar in die Puppen:&#10;Cunon kann das nicht verschnuppen.&#10;Er verschenkt zum Schleuderpreise&#10;Pfund und Dollar scheffelweise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Cuno, das ist unser Mann.&#10;Cuno regt den Spartrieb an.&#10;Jeder Arbeit wird ihr Lohn:&#10;Eine Mark gleich ′ner Million.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtbild/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtbild/</guid><description>&lt;p&gt;Es horcht ein Hofhund hinterm Zaun -&#10;(′Achtung! Hunde!′)&#10;Es horcht ein Hofhund hinterm Zaun&#10;zur mitternächtigen Stunde.&#10;Mit glühnden Augen steht der Hund&#10;an einem Möbelwagen . . .&#10;Der Mensch ist fort. Die Nacht ist rund&#10;mit Sternen ausgeschlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechte/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Hände keimen in Finsternissen,&#10;Und ich seh nicht, wie sie blühn,&#10;Atmend aus dem Schnee der Kissen.&#10;Meeresgrün,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wogengrau verglitzern deine Augen;&#10;Meine Wange leckt ihr Schaum.&#10;Nelkenrote Quallen saugen&amp;hellip;&#10;Süßes Harz von weißem Birkenbaum&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tropft die Stille goldbraun nieder&amp;hellip;&#10;O breiter Flügel, zuckender Schulter entstiegen!&#10;O bleicher Schwanenflügel, der mich beschattet!&#10;O Nacken, flaumige Brust, o Leib, den ein Wiegen&#10;Verschilfter Bucht umschläfert, zärtlich ermattet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Libellensirrendes Wispern&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtliebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Presst sie krampfhaft ans Herz,&#10;Schaut so dunkel ins Auge:&#10;&amp;ldquo;Viellieb, brennt Dich Schmerz,&#10;Bebst, bebst meinem Hauche!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Hast getrunken die Seele&#10;Mein! mein, Deine Glut!&#10;Glänz&amp;rsquo;, meine Juwele,&#10;Glänz&amp;rsquo;, glänz&amp;rsquo; Jugendblut!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Holder, schaust so bleich,&#10;Sprichst so wunderselten,&#10;Sieh&amp;rsquo;, wie sangesreich&#10;Zieh&amp;rsquo;n am Himmel Welten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ziehen, Liebchen, ziehen,&#10;Glüh&amp;rsquo;n Sterne, glüh&amp;rsquo;n!&#10;Hinauf! hinauf dann entfliehen,&#10;Seelen zusammensprühn!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spricht dumpf leise flüsternd,&#10;Schaut entsetzt umher,&#10;Blicke flammenknisternd&#10;Glüh&amp;rsquo;n in sein Auge leer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtmusik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtmusik/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtmusik/</guid><description>&lt;p&gt;Laub kam von den Bäumen&#10;Meine Schulter betupfen,&#10;Nicht du.&#10;Schaum kam ans Ufer&#10;Und wollte mein Schuhband zupfen,&#10;Nicht du.&#10;Sonne von gestern kam aus den Rosen,&#10;In meinen Augen zu wohnen,&#10;Nicht du.&#10;Sternschnuppen hängen, wehende Schleifen,&#10;Aus der Vergängnis Erntekronen,&#10;Auch du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtmusikanten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtmusikanten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtmusikanten/</guid><description>&lt;p&gt;Hier sind wir arme Narrn&#10;Auf Plätzen und auf Gassen&#10;Und tun die ganze Nacht&#10;Mit unsrer Musik passen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es gibt uns keine Ruh&#10;die starke Liebesmacht,&#10;Wir stehen mit dem Bogen&#10;Erfroren auf der Wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sobald der helle Tag&#10;Sich nur beginnt zu neigen,&#10;Gleich stimmen wir die Laut,&#10;Die Harfen und die geigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit diesen laufen wir&#10;Zu mancher Schönen Haus&#10;Und legen unsern Kram,&#10;Papier und Noten aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachts/</guid><description>&lt;p&gt;Horch! auf der Erde feuchtem Grund gelegen,&#10;Arbeitet schwer die Nacht der Dämmerung entgegen,&#10;Indessen dort, in blauer Luft gezogen,&#10;Die Fäden leicht, unhörbar fließen, -&#10;Und hin und wieder mit gestähltem Bogen&#10;Die lust′gen Sterne goldne Pfeile schießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Erdenschoß, im Hain und auf der Flur,&#10;Wie wühlt es jetzo rings in der Natur&#10;Von nimmersatter Kräfte Gärung!&#10;Und welche Ruhe doch und welch ein Wohlbedacht!&#10;Mir aber in geheimer Brust erwacht&#10;Ein peinlich Widerspiel von Fülle und Entbehrung&#10;Vor diesem Bild, so schweigend und so groß.&#10;Mein Herz, wie gerne machtest du dich los!&#10;Du schwankendes, dem jeder Halt gebricht,&#10;Willst, kaum entflohn, zurück zu deinesgleichen.&#10;Trägst du der Schönheit Götterstille nicht,&#10;So beuge dich! denn hier ist kein Entweichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtstimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtstimmung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtstimmung/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist das Licht geschieden:&#10;Begraben hat die Nacht&#10;Mit dunkler Macht&#10;In Sternen-Pracht&#10;Des Tages Lust, des Abends Frieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So glänzt hell auf, ihr Sterne:&#10;Mich grüßt aus eurem Schein&#10;Unendlich Sein&#10;Voll Lust und Pein,&#10;In unerreichter ew′ger Ferne!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachweh/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachweh/</guid><description>&lt;p&gt;Weißt du noch als ich krank lag,&#10;so Gott verlassen -&#10;da kamst du,&#10;es war am Herbsttag,&#10;der Wind wehte krank durch die Gassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei kalte Totenaugen&#10;hätten mich nicht so gequält,&#10;wie deine Saphiraugen,&#10;die beiden brennenden Märchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Narzissus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/narzissus/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/narzissus/</guid><description>&lt;p&gt;Ein helles Mädchen spitzt die Kniee, tanzend.&#10;Narzissus sanft vibrierend küßt ihr blaues Haar.&#10;Zwei gelbe Autos keuchen, fort sich pflanzend,&#10;Und trollen dumpf, geschwächt, zu der Kasinobar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es lästern oft Kokotten und Chauffeure.&#10;Doch vor der Taube beugen sie den Nacken tief.&#10;Der Bauch des Universums schwillt aus einem Göhre,&#10;Und Hahn und Pferd verdrehn die Hälse schief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es auch geschieht ein ungeheures Tun:&#10;Maria hebt sich von dem Wolkensitze.&#10;Die Zeppeline schreien, Dreatnougths fliehn.&#10;Ein Grenadier feikt in die Opiumspritze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Naturstimmen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naturstimmen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naturstimmen/</guid><description>&lt;p&gt;Fragment.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die freie Kraft, die in der Schöpfung waltet,&#10;Die allbelebend jeden Raum durchdrungen,&#10;Hat mit dem ersten Blümlein sich entaltet,&#10;Ist aus des ersten Vögleins Lied geklungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und diese Kraft hat nimmer sich veraltet&#10;Sie hat sich durch Jahrtausende gerungen,&#10;Hat sich zum freien Worte umgestaltet,&#10;Und wird nun laut als Freiheitslied gesungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Freiheit haben wir von Gott gelernt —&#10;Der Kraft, die nach Gesetzen frei erzeugt,&#10;Die Welten schuf, die Himmel hat besternt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nemesis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nemesis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nemesis/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn durch das Volk die grimme Seuche wütet,&#10;Soll man vorsichtig die Gesellschaft lassen.&#10;Auch hab ich oft mit Zaudern und Verpassen&#10;Vor manchen Influenzen mich gehütet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob gleich Amor öfters mich begütet,&#10;Mocht ich zuletzt mich nicht mit ihm befassen.&#10;So ging mir&amp;rsquo;s auch mit jenen Lacrimassen,&#10;Als vier - und dreifach reimend sie gebrütet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun aber folgt die Strafe dem Verächter,&#10;Als wenn die Schlangenfackel der Erinnen&#10;Von Berg zu Tal, von Land zu Meer ihn triebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Fibelverse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-fibelverse/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-fibelverse/</guid><description>&lt;p&gt;A.&#10;Der Adler raubt und frißt gar viel;&#10;Der Adel trieb ein arges Spiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;B.&#10;Der Bär liegt auf der Bärenhaut,&#10;Der Bundestag ist bald ergraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;C.&#10;Ein Carcer ist ein finstres Loch;&#10;Ein Mensch sogar wird Censor noch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;D.&#10;Das Denken, oft dem Denker schadt′s;&#10;Der Dummkopf lebt in bona pac′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;E.&#10;Das Eichhörnchen hüpft froh und nett;&#10;Von Eisen fertigt man die Kett.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;F.&#10;Zum Flügel thuen Federn noth;&#10;Die Freiheit gab der liebe Gott.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neuer Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neuer-fruehling/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neuer-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Sorge nie, daß ich verrate&#10;Meine Liebe vor der Welt,&#10;Wenn mein Mund ob deiner Schönheit&#10;Von Metaphern überquellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter einem Wald von Blumen&#10;Liegt, in still verborgner Hut,&#10;Jenes glühende Geheimnis,&#10;Jene tief geheime Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprühn einmal verdächtge Funken&#10;Aus den Rosen - sorge nie!&#10;Diese Welt glaubt nicht an Flammen,&#10;Und sie nimmts für Poesie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahrsgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrsgesang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrsgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Nun laß uns gehn und treten&#10;Mit Singen und mit Beten&#10;Zum Herrn, der unserm Leben&#10;Bis hierher Kraft gegeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir gehn dahin und wandern&#10;Von einem Jahr zum andern,&#10;Wir leben und gedeihen&#10;Vom alten bis zum neuen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch soviel Angst und Plagen,&#10;Durch Zittern und durch Zagen,&#10;Durch Krieg und große Schrecken,&#10;Die alle Welt bedecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wie von treuen Müttern&#10;In schweren Ungewittern&#10;Die Kindlein hier auf Erden&#10;Mit Fleiß bewahret werden:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahrsnachtfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrsnachtfahrt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrsnachtfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du nachts in ein Auto steigst&#10;Und dir ist bang und winterlich zu Mut,&#10;Und du dem Chauffeur die Richtung zeigst,&#10;Und sagst: &amp;ldquo;Sie fahren gut.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du so den Kopf des Wagenlenkers lenkst,&#10;Daß er′s gar nicht gewahrt,&#10;Wie du traurig bist und an Sterben denkst, -&#10;Das ist nächtliche Fahrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Draußen leuchtet Volk und lacht und schießt.&#10;Mitlächelnd denkst du fremdwärts still&#10;An etwas, was du vom Flugzeug aus siehst,&#10;An ein Flüßchen, das unter dir weit fließt&#10;Sohin, dorthin, wo es muß; nicht will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahrswunsch an den Rinderhirten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrswunsch-an-den-rinderhirten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrswunsch-an-den-rinderhirten/</guid><description>&lt;p&gt;Geliebter Freund! des höchsten Güte&#10;Schenkt abermal ein neues Jahr,&#10;Drum bringt dir mein erfreut Gemüthe&#10;Die Pflicht ergebner Wünsche dar.&#10;Wenn Zeiten, Tag und Jahre schwinden,&#10;So grünet die Beständigkeit;&#10;Man wird sie stets im Flore finden,&#10;Sie ändert sich nicht mit der Zeit:&#10;Wenn sich verwechseln Jahr und Wochen,&#10;So bleibt sie doch ununterbrochen.&#10;Wo Redlichkeit und Tugend blühen,&#10;Da ist die Falschheit schon verbannt,&#10;Es heißt vergebens ihr Bemühen,&#10;Sie findet einen Gegenstand,&#10;Der ihr von lauter Treue saget&#10;Und alle Flatterei verjaget.&#10;Ich kenne schon dein reines Wesen,&#10;Du bist von zarter Kindheit an&#10;Mein tugendhafter Freund gewesen,&#10;Drum nimm die treuen Wünsche an,&#10;Die zwar aus schlechter Feder fließen&#10;Und sich in diese Zeilen schließen:&#10;Der Geber aller guten Gaben,&#10;Der Herr, von dessen Gütigkeit&#10;Wir Seel- und Leibeswohlfahrt haben,&#10;Der wolle bei erneuter Zeit&#10;Dein Haupt mit Heil und Kraft belegen,&#10;Er kröne dich mit reichen Seegen.&#10;Er wende was dich kann betrüben,&#10;Und schenke was dein Wohlseyn mehrt,&#10;Er stürze die dein Unglück lieben;&#10;Und wenn er meinen Wunsch erhört,&#10;Laß er dich bald was Schönes wählen,&#10;Und viel vergnügte Jahre zählen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nicht gedacht soll seiner werden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-gedacht-soll-seiner-werden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-gedacht-soll-seiner-werden/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Nicht gedacht soll seiner werden!&amp;rdquo;&#10;Aus dem Mund der armen alten&#10;Esther Wolf hört ich die Worte,&#10;Die ich treu im Sinn behalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ausgelöscht sein aus der Menschen&#10;Angedenken hier auf Erden,&#10;Ist die Blume der Verwünschung -&#10;Nicht gedacht soll seiner werden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herz, mein Herz, ström aus die Fluten&#10;Deiner Klagen und Beschwerden,&#10;Doch von ihm sei nie die Rede -&#10;Nicht gedacht soll seiner werden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht gedacht soll seiner werden,&#10;Nicht im Liede, nicht im Buche -&#10;Dunkler Hund im dunkeln Grabe,&#10;Du verfaulst mit meinem Fluche!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nicht in Dir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-in-dir/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-in-dir/</guid><description>&lt;p&gt;Schau alle Ding in Gott&#10;und Gott in allen an,&#10;Du siehst, das alles sich&#10;in ihm vergleichen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Niemals</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/niemals/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/niemals/</guid><description>&lt;p&gt;Mit ehernem Griffel grub ich&#10;Tief in Dein weiches Herz&#10;Für immer mein Bild.&#10;Und wenn auch Vorsicht,&#10;Klugwaltende, sichergehende&#10;Dich behütet&#10;Vor des Dichters&#10;Flammenzehrender Liebe,&#10;Niemals wirst Du mich vergessen.&#10;Deines Mundes erste Küsse&#10;Ich hab′ sie getrunken,&#10;In meinen Armen&#10;Lernte Dein herrlicher Leib&#10;Ahnungsvolle,&#10;Bebende Liebe.&#10;All die süßen ersten Schwüre&#10;Deines jungen,&#10;Verlangenden Herzens&#10;Galten mir.&#10;In Deiner Seele leben&#10;Ewig jung&#10;Und ewig reizvoll&#10;Ungenossene und unermessene&#10;Scheugeahnte Wonnen,&#10;Unzertrennbar gebunden&#10;An meinen Namen.&#10;Verfluchen wirst Du mich vielleicht,&#10;Vergessen aber niemals!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nikander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nikander/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nikander/</guid><description>&lt;p&gt;Nikandern glückte jüngst ein trefflich Epigramm,&#10;So fein, so scharf, als je von Kästnern eines kam.&#10;Nun schwitzt er Tag und Nacht, ein zweites auszuhecken.&#10;Vergebens; was er macht, verdirbt.&#10;So sticht ein Bienchen uns, und läßt den Stachel stecken,&#10;Und martert sich, und stirbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nimmersatte Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nimmersatte-liebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nimmersatte-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;So ist die Lieb′! So ist die Lieb′!&#10;Mit Küssen nicht zu stillen!&#10;Wer ist der Tor und will ein Sieb&#10;Mit eitel Wasser füllen?&#10;Und schöpfst du an die tausend Jahr′&#10;Und küssest ewig, ewig gar,&#10;Du tust ihr nie zu Willen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lieb′, die Lieb′ hat alle Stund′&#10;Neu wunderlich Gelüsten:&#10;Wir bissen uns die Lippen wund,&#10;Da wir uns heute küßten.&#10;Das Mädchen hielt in guter Ruh′,&#10;Wie′s Lämmlein unterm Messer,&#10;Ihr Auge bat: Nur immer zu!&#10;Je weher, desto besser!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noch einmal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-einmal/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-einmal/</guid><description>&lt;p&gt;Noch einmal, eh′ die große Nacht&#10;Erdrückend mich umfängt,&#10;Hat eines Auges Sonnenpracht&#10;Mir einen Blick geschenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es traf ein lichter Funkenstrahl&#10;Mein Dornendiadem,&#10;Ich möchte gern ein letztesmal&#10;Noch beten! - doch zu wem?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noch fast gleichgültig...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-fast-gleichgueltig/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-fast-gleichgueltig/</guid><description>&lt;p&gt;Noch fast gleichgültig ist dieses Mit-dir-sein&amp;hellip;&#10;Doch über ein Jahr schon, Erwachsenere, kann es vielleicht dem Einen,&#10;der dich gewahrt, unendlich bedeuten:&#10;Mit dir sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist Zeit nichts? Auf einmal kommt doch durch sie&#10;dein Wunder. Daß diese Arme,&#10;gestern dir selber fast lästig, einem,&#10;den du nicht kennst, plötzlich Heimat&#10;versprechen, die er nicht kannte. Heimat und Zukunft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß er zu ihnen, wie nach Sankt-Jago di Compostella,&#10;den härtesten Weg gehen will, lange,&#10;alles verlassend. Daß ihn die Richtung&#10;zu dir ergreift. Allein schon die Richtung&#10;scheint ihm das Meiste. Er wagt kaum,&#10;jemals ein Herz zu enthalten, das ankommt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noctambulatio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noctambulatio/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noctambulatio/</guid><description>&lt;p&gt;Sie drückten sich schon beizeiten&#10;Fort aus dem Tanzlokal&#10;Und suchten zu beiden Seiten&#10;Der Straße das Gast- und Logierhaus Continental.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So dringlich: Man hätte können glauben,&#10;Er triebe sie vorwärts wie ein Rind.&#10;Und doch handelten beide im besten Glauben.&#10;Er wollte ihr nur die Unschuld rauben.&#10;Sie wollte partout von ihm ein Kind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da geschah es, etwa am Halleschen Tor,&#10;Dass Frieda über dem Knutschen und Schmusen&#10;Aus ihrem hitzig gekitzelten Busen&#10;Eine zertanzte, verdrückte Rose verlor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Notturne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/notturne/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/notturne/</guid><description>&lt;p&gt;Du hörst das Herz der Stadt ganz leise pochen&#10;Durch der Paläste Marmorbrust. Der Wind,&#10;Ein Atemzug, streift die Alleen. Ganz leise.&#10;Der tausend Brunnen Schlummerrede rauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Flüsse rinnen silbern in das Dunkel,&#10;Die Zeit. Und aus Zypressen trägt der Traum&#10;Verworrnes Wort der eingeschlafnen Sänger.&#10;Der Grillen Laut vermischt sich ganz der Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast ins Astwerk einer großen Pinie&#10;Dein Saitenspiel gehängt. Du möchtest ruhn.&#10;Stark duftet Lorbeer aus den schwarzen Gärten.&#10;Die schweren Lider hat die Sphinx gesenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Novemberfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberfahrt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, lacht nur, lacht! am Wege da&#10;ihr pelzvermummten Gaffer!&#10;Uns gab ein heißres Blut, hahah,&#10;der Wein- und Weiberschaffer!&#10;|Und wenn wir etwas zittrig sind&#10;und etwas rot die Nase,&#10;so meint nur nicht, das sei vom Wind:&#10;das Wetter liegt im Glase!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir fahren in die Welt hinein,&#10;wenn Uns es will behagen;&#10;wir fahren in dem Sonnenschein,&#10;den wir im Herzen tragen!&#10;Und wenn die olle Sonne sieht&#10;so junge Dreistewichte,&#10;dann wird sie gleich vor Angst verliebt&#10;und macht ihr schönst Gesichte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Novemberlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberlied/</guid><description>&lt;p&gt;Novembernebel füllen&#10;Mit feuchtem Grau das Thal,&#10;Als wollten sie verhüllen&#10;Die Erde, kahl und fahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit seinem dunklen Saume&#10;Gespenstisch ragt der Wald,&#10;Daraus, so wie im Traume,&#10;Von fern die Axt erschallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Pfad mit kühlem Hauche&#10;Umwittert ödes Weh′,&#10;Verwais′t am dorn′gen Strauche&#10;Bebt Hagebutt′ und Schleh′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin die Schritte streben,&#10;Versinkt der Fuß im Koth –&#10;Mühselig ist das Leben&#10;Und traurig wie der Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun ist es Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-ist-es-zeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-ist-es-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist es Zeit, daß ich mit Verstand&#10;Mich aller Torheit entledge;&#10;Ich hab so lang als ein Komödiant&#10;Mit dir gespielt die Komödie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die prächtgen Kulissen, sie waren bemalt&#10;Im hochromantischen Stile,&#10;Mein Rittermantel hat goldig gestrahlt,&#10;Ich fühlte die feinsten Gefühle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nun ich mich gar säuberlich&#10;Des tollen Tands entledge,&#10;Noch immer elend fühl ich mich,&#10;Als spielt ich noch immer Komödie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Gott! im Schmerz und unbewußt&#10;Sprach ich was ich gefühlet;&#10;Ich hab mit dem Tod in der eignen Brust&#10;Den sterbenden Fechter gespielet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O die ihr nie auf Gipfeln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-die-ihr-nie-auf-gipfeln/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-die-ihr-nie-auf-gipfeln/</guid><description>&lt;p&gt;O die ihr nie auf Gipfeln aufwachen dürft,&#10;Ihr nachtgezeugten Menschen könnt die Erde liebend nie umschlingen!&#10;Ihr müsst euch täglich immer neu aus dumpfen Nebeldämpfen ringen!&#10;O die ihr Straßen schottert und Kanäle schürft:&#10;Die Erde muss geebnet sein für euren nachtbeschwerten Gang,&#10;Dampfwalzen stanzen und die Erdarbeiter müssen stampfen tagelang,&#10;Neubauten krallen mit Gestöhn und mit Geramm&#10;Sich langsam in den Makadam,&#10;Und so sind Häuser hingestülpt und kleben an dem Erdenrand,&#10;Schwarz angelaufene Kadaver, nie berührt von einer himmlischen Hand.&#10;Die Kinder zetern und die Mütter seufzen und die Kranken sterben immer,&#10;Und alles glaubt doch tief an Gott trotz Fluch und Ekel und Gewimmer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O göttliche Benommenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-goettliche-benommenheit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-goettliche-benommenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Verstreute Menschen gehen&#10;Im feuchten Regenwehen,&#10;Vorstadtgärten rauschen,&#10;Wolken sinken, bauschen&#10;Sich. Ein Karren rollt am Zaune hin –&#10;Ich kann nicht anders: ich muß sehen, muß lauschen,&#10;Ich weiß nicht, wie ich bin&#10;In diesem Allen –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Gott, du flutest mit dem Wehen in mein Ohr,&#10;Du lachst im Trällern der Kinder da am Gartentor –&#10;Du willst dies Leben: diese Bilder, dieses Rauschen&#10;In mich für meine Seele tauschen!&#10;So ström′ ich mit dem Orgeln dieser Landschaft hin –&#10;So kann ich nicht anders: ich muß mich berauschen,&#10;Daß ich nicht weiß, wie ich bin&#10;In diesem Allen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O wisst ihr, was ich denke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-wisst-ihr-was-ich-denke/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-wisst-ihr-was-ich-denke/</guid><description>&lt;p&gt;O wisst ihr, was ich denke?&#10;O nein, ihr wisst es nicht!&#10;Wenn ich mich ganz versenke,&#10;Dann denk&amp;rsquo; ich ein Gedicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Obdachlosenasyl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/obdachlosenasyl/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/obdachlosenasyl/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war&amp;rsquo;n junges Ding, man immer frisch und flink.&#10;Da kam von Borsig einer, der hatte Zaster und Grips.&#10;So hübsch wie er war keiner mit seinem roten Schlips.&#10;Er kaufte mir &amp;rsquo;nen neuen Hut.&#10;Wer weiß, wie Liebe tut.&#10;Berlin, wie süß ist dein Paradies!&#10;Unsere Vaterstadt schneidige Mädchen hat.&#10;Schwamm drüber.&#10;Tralalalá.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich immer mit&amp;rsquo;n mit. Da ging der Kerl verschütt.&#10;Als ich im achten schwanger des Nacht bei Wind und Sturm,&#10;schleppt&amp;rsquo; ich nich auf&amp;rsquo;n Anger, vergrub das arme Wurm.&#10;Es schrie mein Herz, es brannte mein Blut.&#10;Wer weiß, wie Liebe tut.&#10;Berlin, wie süß ist dein Paradies!&#10;Unsere Vaterstadt schneidige Mädchen hat.&#10;Schwamm drüber.&#10;Tralalalá.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ode vom seligen Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-vom-seligen-morgen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-vom-seligen-morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Süßeste aller Ausschweifungen: schon morgens im Café zu sitzen, wintermorgens.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Cigarette: blonder Honig, Opium wölbt mich ein. (Heimlich-gothische Kapelle, Sicherheit.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es riecht nach Wärme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den Revuen knistern blaue Lust-Zungen. Links in mir sammelt sich eine entzückende Angst. Liebe Gifte heizen, hetzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O ihr guten Droguen: ich bete euch sehr an. Lesen; blättern; man entknöspelt Zeitschriften wie Mädchen: fiebernd-sachlich, weihevoll-zynisch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Eine, die mit mir, mit dir ich alles waren! Mir Vergangnes, unter Hochdruck, explodiert. Das habe ich publiziert: diese lackierten Teufeleien, geschminkten Qualen, ihr kleinen lila Neurosen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ode XXX.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-xxx/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-xxx/</guid><description>&lt;p&gt;Zürne nicht, wenn ich dir sage,&#10;Daß ich dich nicht lieben kann.&#10;Wenn ich Aug und Herze frage,&#10;Giebt es mir die Ursach an:&#10;Amor herrscht gleich den Tyrannen;&#10;Räumt man ihm nur etwas ein,&#10;Sucht er alles zu verbannen,&#10;Was ihm nicht will dienstbar sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruh und Freyheit gieng verlohren,&#10;Der Verlust fiel mir zu schwer;&#10;Dazu bin ich nicht gebohren,&#10;Nein, mein Ohr giebt kein Gehör.&#10;Kühl die Gluth an andern Blicken,&#10;Was nutzt eine kalte Brust?&#10;Sich an Schnee und Eis erquicken&#10;Bringt dem Herzen schlechte Lust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ohn Unterlaß′ einander...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ohn-unterlass-einander/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ohn-unterlass-einander/</guid><description>&lt;p&gt;Ohn Unterlaß′ einander&#10;Folgt, Meereswellen, ihr&#10;Und brecht am Felsenufer&#10;Euch nach einander hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht Eine kehret wieder,&#10;Nicht Eine bleibet frei&#10;Vom allgemeinen Loose,&#10;Wie groß, wie klein sie sei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So schwinden wir - auf immer,&#10;Sei du Peking′s Despot,&#10;Und ich die ärmste Sklavin,&#10;Sobald das Loos gebot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Olevano - Erstes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-erstes-lied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-erstes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der goldenen Loose mir das Schicksal&#10;Eins vergönnte, wenn heitrer Himmel wieder&#10;Ueberm Haupt mir die hohe lautre Schönheit&#10;Bess′rer Tage verjüngt ergöß′, und voller&#10;Mir die heilige reine Flut des Lebens&#10;Aus der Urne des Gottes ränne, wenn sie&#10;Frei vom drohenden Fels, wo sie zerstäubet,&#10;Ungefährdet vom Abgrund, dessen Grauen&#10;Oft die schäumend bewegte gern verschlänge,&#10;Nun im Schatten des jungen Lorbeers und im&#10;Süßen Dufte der Rose klar und ruhig,&#10;Wellenlos, zu des Friedens Sonnentempel&#10;Ihrem Genius folgte, - dann wohl trennt′ ich&#10;Nimmermehr mich von dir, bis meiner Tage&#10;Vollgewachsener Strom ins Meer verrauschte;&#10;Dann wohl blieb′ ich dir treu, wie seinen Felsen,&#10;Seinen Lüften der Adler; meine Freuden&#10;Baut′ ich kühn mir ins Urgebirg, des Aethers&#10;Frischem Reiche vertraut′ ich mich, der Menschheit&#10;Nur aus neblicher Wolkenferne sichtbar,&#10;Ihren giftigen Pfeilen nicht erreichbar,&#10;Felsenland der Sabiner, und des alten&#10;Volks der Herniker, dir, mein heimlich Tempe,&#10;Mein Olevano, treu!&#10;Vom hohen Grabe,&#10;Das die Sag′ als dreitausendjährig Denkmal&#10;Des Ascanius ehrt, ist′s schön, des Morgens,&#10;Im gewaltigen, ew′gen Eichenschatten&#10;Hinzuwandern, bis aus Elysiums üpp′ger&#10;Waldesfülle, dem Dunkel der Cypressen,&#10;Noch vom Pupurhauche der Früh′ umduftet,&#10;Des sikul′schen Ariccia′s busch′ger Hügel&#10;Mit der glänzenden Kuppel sich entfaltet.&#10;Schön ist′s auch von Genzano′s sonn′ger Höhe&#10;Hier hinunter zu blicken, wo im Schooße&#10;Seiner Haine Dianens blauer Spiegel1&#10;Deine schmachtende sanfte Mild′ und Schöne&#10;O hesperischer Himmel, wiederstrahlet,&#10;Unter Pappeln von Nemi′s jähem Fels die&#10;Nymph′ Egeria sich im Thränenbache&#10;Niederstürzt, und den grauen Zeiten heilig,&#10;Unterm Cavo der ferentin′sche Hain blüht,&#10;Ja der taurischen Göttin grüne Heimat&#10;Aus den Fernen der Vorwelt das Geheimniß&#10;Holder Fabel der Gegenwart zurückruft,&#10;Aber dort des Tyrrhenermeeres Bläue,&#10;Wie ein Wunder, homer′scher Geist entwehet,&#10;Und die muntre Erinn′rung noch in Circe′s&#10;Feenwelt und des griech′schen Wandrers spielet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Omar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/omar/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/omar/</guid><description>&lt;p&gt;Inmitten seiner Turbankrieger,&#10;Die Stirne voll Gewitterschein,&#10;Zog Omar, der Kalif, als Sieger&#10;Ins Tor der Ptolemäer ein.&#10;Umrauscht von Mekkas Halbmondbannern,&#10;Ritt langsam er dahin im Zug,&#10;Ihm folgte mit den Bogenspannern&#10;Ein Negerschwarm, der Fackeln trug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie zogen durch die öden Gassen,&#10;Durch Siegestor und Säulengang,&#10;Drin klirrend nur der Schritt der Massen,&#10;Der Hengste Stampfen widerklang;&#10;Schon lenkte zu den Porphyrstufen&#10;Der alten Hofburg der Kalif,&#10;Da warf vor seines Rosses Hufen&#10;Ein Greis sich in den Staub und rief:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ostermorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ostermorgen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ostermorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Lerche stieg am Ostermorgen&#10;Empor ins klarste Luftgebiet&#10;Und schmettert′, hoch im Blau verborgen,&#10;Ein freudig Auferstehungslied,&#10;Und wie sie schmetterte, da klangen&#10;Es tausend Stimmen nach im Feld:&#10;Wach auf, das Alte ist vergangen,&#10;Wach auf, du froh verjüngte Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wacht auf und rauscht durchs Tal, ihr Bronnen,&#10;Und lobt den Herrn mit frohem Schall!&#10;Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen,&#10;Ihr grünen Halm′ und Läuber all!&#10;Ihr Veilchen in den Waldesgründen,&#10;Ihr Primeln weiß, ihr Blüten rot,&#10;Ihr sollt es alle mit verkünden:&#10;Die Lieb′ ist stärker als der Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Östliches Taglied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oestliches-taglied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oestliches-taglied/</guid><description>&lt;p&gt;Ist dieses Bette nicht wie eine Küste,&#10;Ein Küstenstreifen nur, darauf wir liegen?&#10;Nichts ist gewiß als deine hohen Brüste,&#10;die mein Gefühl ins Schwindeln überstiegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn diese Nacht, in der so vieles schrie,&#10;in der sich Tiere rufen und zerreißen,&#10;ist sie uns nicht entsetzlich fremd? Und wie:&#10;was draußen langsam anhebt, Tag geheißen,&#10;ist das uns denn verständlicher als sie?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man müßte so sich ineinanderlegen&#10;wie Blütenblätter um die Staubgefäße:&#10;so sehr ist überall das Ungemäße&#10;und häuft sich an und stürzt sich uns entgegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/owe-war-sint-verswunden-alliu-miniu-jar/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/owe-war-sint-verswunden-alliu-miniu-jar/</guid><description>&lt;p&gt;Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!&#10;ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?&#10;daz ich je wânde ez wære, was daz allez iht?&#10;dar nâch hân ich geslâfen und enweiz es niht.&#10;nû bin ich erwachet, und ist mir unbekant&#10;daz mir hie vor was kündic als mîn ander hant.&#10;liut unde lant, dârinne ich von kinde bin erzogen,&#10;die sint mir worden vremde rehte als ez sî gelogen.&#10;die mîne gespilen wâren, die sint træge unt alt.&#10;daz velt ist unbereitet, verhouwen ist der walt:&#10;wan daz daz wazzer vliuzet als ez wîlent vlôz,&#10;vür wâr mîn ungelücke wande ich wurde grôz.&#10;mich grüezet maneger trâge, der mich bekande ê wol.&#10;diu werlt ist allenthalben ungenâden vol.&#10;als ich gedenke an manegen vil wünneclîchen tac,&#10;die mir sint gar entvallen als in daz mer ein slac,&#10;iemer mêre ouwê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pansmusik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pansmusik/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pansmusik/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Floß schwimmt aus dem fernen Himmelsrande,&#10;Drauf tönt es dünn und blass&#10;Wie eine alte süße Sarabande.&#10;Das Auge wird mir nass.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist, wie wenn den weiten Horizonten&#10;Die Seele übergeht,&#10;Der Himmel auf den Ebnen, den besonnten,&#10;Aufhorcht wie ein Prophet&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eine arme Weise in die Ohren&#10;Der höhern Himmel spricht:&#10;Das Spielen wankt, im Spielen unverloren,&#10;Das Licht wankt durch das Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heut fährt der Gott der Welt auf einem Floße,&#10;Er sitzt auf Schilf und Rohr&#10;Und spielt die sanfte, abendliche, große,&#10;Und spielt die Welt sich vor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Parfum Tubéreuse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/parfum-tubereuse/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/parfum-tubereuse/</guid><description>&lt;p&gt;»Mon âme voltige sur les parfums &amp;hellip;« (Baudelaire.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will aus schwerem Duft und Sünden&#10;Ein süsses Zauberreich begründen.&#10;Und tödten will ich Schmerz und Seele.&#10;Und glücklich sein, wenn ich dich quäle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh′, droben die zitternden, grausamen Sterne,&#10;Die gähnende, schwindelnde, ewige Ferne,&#10;Und alles, was oft mich durchgraut und umflirrt,&#10;Und was die Gedanken zum Wahnsinn verwirrt -&#10;Es will mich erfassen, durchfiebern, umkrallen&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! lass′ die Gardine, die rauschende, fallen!&#10;Und lehn′ dich so träg′ an den weiten Kamin&#10;Ge′nüber der Ottomane hin!&#10;Ich will mich in die Seide schmiegen,&#10;Den Kopf so müde seitwärts biegen,&#10;Wie du es liebst &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pargoletta</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pargoletta/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pargoletta/</guid><description>&lt;p&gt;Das Haus ist zwischen tiefen Hecken&#10;auf einen wilden Stein gebaut,&#10;die steilen Lilien verstecken&#10;es Nacht und Tag vor jedem Laut -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Land, durch dessen stumme Pforten&#10;der Fremde geht mit bangem Sinn,&#10;bequemt sich tief geheimen Worten:&#10;Ein Kind ist dort die Königin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie geht durch Tau und grüne Wiesen&#10;im Winde, der sie laut umstreicht,&#10;von dunklem Stahle voll Türkisen&#10;die alte Krone trägt sie leicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie scheint im Lauschen vorgebogen&#10;zu Sprüchen, die im Boden ruhn,&#10;der Mund, geheimnisvoll gezogen,&#10;schweigt Liebliches, wie Blumen tun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pessimisten-Arznei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pessimisten-arznei/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pessimisten-arznei/</guid><description>&lt;p&gt;Du klagst, dass Nichts dir schmackhaft sei?&#10;Noch immer, Freund, die alten Mucken?&#10;Ich hör dich lästern, lärmen, spucken -&#10;Geduld und Herz bricht mir dabei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Folg mir, mein Freund! Entschliess dich frei,&#10;Ein fettes Krötchen zu verschlucken,&#10;Geschwind und ohne hinzugucken! -&#10;Das hilft dir von der Dyspepsei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pflanzenleben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pflanzenleben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pflanzenleben/</guid><description>&lt;p&gt;Habt Ihr schon in junges Grün gekleidet,&#10;Eure Knospen jugendlich empor?&#10;Zarte Pflanzen, die ich oft beneidet,&#10;Wenn mein Auge sich an Euch geweidet,&#10;Und mein Sinn sich tief in Euch verlor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn umweht von warmen Frühlingslüften,&#10;Oeffnet sich der Erde dunkler Schooss.&#10;Aus des mütterlichen Bodens Grüften,&#10;Ringen sich, geweckt zu süssen Düften,&#10;Eure still entsprossten Keime los.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Sonne milde Blicke schweben&#10;Liebend um das neue, frische Grün.&#10;Kraftvoll regt sich Euer innres Leben,&#10;Und mit ungehemmtem, raschem Streben,&#10;Keimt die Knospe nur um aufzublühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phantaisie d′Amour</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phantaisie-damour/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phantaisie-damour/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;Du aber kennst mich nur, wenn ernst und bleich&#10;mein Wesen ist gestimmt, harmonisch &amp;hellip; gleich &amp;hellip;&#10;Und alles wird in mir: Gedanke, Seele &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ahnst du den Sturm, den ich dir scheu verhehle,&#10;Und jene Glut, die in den Pulsen brennt,&#10;Und die man zitternd, schaudernd nur erkennt &amp;hellip;?&#10;Und aller Nerven krankes, heißes Beben &amp;hellip;&#10;Den wilden Fieberdurst in mir nach Leben &amp;hellip;?&#10;Ahnst du, welch toller Wahn mich oft umflirrt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phantasie an Laura</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasie-an-laura/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasie-an-laura/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Laura! Nenne mir den Wirbel.&#10;Der an Körper Körper mächtig reißt,&#10;Nenne, meine Laura, mir den Zauber,&#10;Der zum Geist gewaltig zwingt den Geist!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh! Er lehrt die schwebenden Planeten&#10;Ew′gen Ringgangs um die Sonne fliehn,&#10;Und, gleich Kindern um die Mutter hüpfend,&#10;Bunte Zirkel um die Fürstin ziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durstig trinkt den goldnen Strahlenregen&#10;Jedes rollende Gestirn,&#10;Trinkt aus ihrem Feuerkelch Erquickung,&#10;Wie die Glieder Leben vom Gehirn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonnenstäubchen paart mit Sonnenstäubchen&#10;Sich in trauter Harmonie,&#10;Sphären ineinander lenkt die Liebe,&#10;Weltsysteme dauern nur durch sie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Proleten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/proleten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/proleten/</guid><description>&lt;p&gt;Sieben Kinder in der Stube&#10;Und dazu ein Aftermieter,&#10;Hausen wir in feuchter Grube,&#10;Und der blaue Tag - o sieht er&#10;Uns, verbirgt er sein Gesicht.&#10;Gebt uns Licht, gebt uns Licht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Büße Weib die Ehe, büße.&#10;Wie wir einst uns selig wähnten -&#10;Sehn wir jetzt nur noch die Füße&#10;Der an uns Vorübergehnden&amp;hellip;&#10;Keiner, der mal stehenbliebe&amp;hellip;&#10;Gebt uns Liebe, gebt uns Liebe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mancher schläft auf nacktem Brette.&#10;Unsre Älteste, die Katze,&#10;Schnurrt dafür in einem Bette&#10;Mit dem Mieter, ihrem Schatze.&#10;Die Moral ist für den Spatz&amp;hellip;&#10;Gebt uns Platz, gebt uns Platz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pythagoras</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pythagoras/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pythagoras/</guid><description>&lt;p&gt;Gebreitet liegt auf Berg und Auen&#10;Das schattende Gewand der Nacht,&#10;Auf alle Augen niederthauen&#10;Des Traumes Bilder, süß und sacht;&#10;Nur mich allein will’s nicht umschlingen,&#10;Dies selige Sinken in das Nichts:&#10;Ich will erkennen, will erringen,&#10;Erringen einen Strahl des Lichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durchforscht umsonst hab’ ich die Rollen,&#10;Die uns der Väter Weisheit schrieb,&#10;Umsonst gesucht im Lieben, Grollen&#10;Des Menschenherzens tiefsten Trieb,&#10;Umsonst Natur und ihrem Sprossen&#10;Bin ich gefolgt mit Stab und Maß, –&#10;Die Thür zum Räthsel blieb verschlossen,&#10;Und wirre Schrift war, was ich las.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Qualen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/qualen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/qualen/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh′, ich verdurste! all mein Wesen lechzet&#10;Nach deiner Seele, deinem tiefsten Selbst!&#10;Du bist mir jetzt so quälend fern geworden!&#10;Ich will mich fest in deine Seele saugen,&#10;Ich will, ich muss all deine Thränen schlürfen,&#10;Muss mich ertränken in dem fremden Ich.&#10;Es drängt mich fiebernd aus mir selbst hinaus:&#10;Der eig′nen Psyche aufgepeitschte Fluten&#10;Will ich &amp;hellip; muss ich zu Füssen dir verbluten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Quelle der Nymphe Egeria in Nemi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/quelle-der-nymphe-egeria-in-nemi/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/quelle-der-nymphe-egeria-in-nemi/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′s wahr, o Nymphe? hätte den Dichter wohl&#10;Vielleicht des Felsquells Lieblichkeit nicht getäuscht,&#10;Du wärst es, ewig fließend Wesen,&#10;Das hier den Verghang hinuntermurmelt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wärst, als Numa, deinen Pompil, der Tod&#10;Zur Schattenwelt entführte, vor Schmerz und Weh&#10;An dieses Hügels Felsenwurzel&#10;Wärest vergangen in Thränenströmen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein hätte sich die taurische Artemis&#10;Erbarmt, dein jammernd Flehen geendet dir?&#10;O dann, du Bergstrom, küss′ erfrischend,&#10;Küsse mir, Nymphe, die heißen Lippen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raststätte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raststaette/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raststaette/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß eine Kirche;&#10;hochschlanke Säulen&#10;tragen ihr köstliches Dach.&#10;Nach Ewigkeit riechts&#10;in ihrer Halle,&#10;nach feuchtem Moder&#10;und verborgenen Narzissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebfromme Sänger&#10;singen Cantaten,&#10;und amt den hohen&#10;luftigen Thoren&#10;wachen Winde&#10;mit geschlossenen Flügeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über den Säulen aber&#10;Sah ich walten&#10;das herrlichste Gnadenbild:&#10;Die Morgensonne&#10;tränkte die durstigen Wipfel der Bäume&#10;mit frischen Quellen&#10;stärkenden Lichts &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Wald, Wald,&#10;du von heimlichen Liebesworten Gottes&#10;Erklingender!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rebentränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rebentraenen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rebentraenen/</guid><description>&lt;p&gt;Tränen weint die arme Rebe, und der Lenz doch brach heran.&#10;Arme! hat der schlimme Winter dir ein Leid wohl angetan?&#10;Nicht vor Schmerzen, spricht die Rebe, wein&amp;rsquo; ich, nein! von Lust bewegt,&#10;Weil ich fühle, wie die Blüte sich in meinem Innern regt.&#10;Tränen weinet eine Mutter, die auch Wonnetränen sind,&#10;Die zum ersten Male fühlet in sich ihrer Liebe Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regenschirmparaden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regenschirmparaden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regenschirmparaden/</guid><description>&lt;p&gt;Vor unserm Feldmarschall, dem Ruppert:&#10;Wie manches Heldenherz da puppert.&#10;Man sieht mit Schirmen und mit Stöcken&#10;Vorbeimarschiern die alten Recken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit achtzig und mit neunzig Jahren&#10;Sind sie von weitem hergefahren,&#10;Um mit den wackeligen Gliedern&#10;Den Königsgruß steif zu erwidern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, besser wär′s, ihr alten Knaben,&#10;Ein Rückgrat überhaupt zu haben&#10;Im Leben und daheim im Laden&#10;Und nicht bei völkischen Paraden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ihr im Feld spazieren tut,&#10;Zieht ihr da euren Sonntagshut&#10;Und reckt ihr euch aus den Gesträuchen&#10;Vor den (zum Beispiel) Vogelscheuchen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>RegenSommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regensommer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regensommer/</guid><description>&lt;p&gt;Nasser Staub auf allen Wegen!&#10;Dorn und Distel hängt voll Regen&#10;Und der Bach schreit wie ein Kind!&#10;Nirgends blüht ein Regenbogen,&#10;Ach, die Sonn′ ist weggezogen&#10;Und der Himmel taub und blind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traurig ruhn des Waldes Lieder,&#10;Alle Saat liegt siech darnieder,&#10;Frierend schläft der Wachtel Brut.&#10;Jahreshoffnung, fahler Schimmer!&#10;Mit den Menschen steht′s noch schlimmer,&#10;Kalt und träge schleicht ihr Blut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Krankes Weib am Findelsteine&#10;Mit dem Säugling, weine! weine&#10;Trostlos oder hoffnungsvoll:&#10;Nicht im Feld und auf den Bäumen -&#10;In den Herzen muss es keimen,&#10;Wenn es besser werden soll!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regnerischer Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regnerischer-sommer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regnerischer-sommer/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mohn fällt ab. Ein Tropfen rinnt&#10;bis in die Krausblattgrube&amp;hellip;&#10;Der Echse, wo Verdani spinnt,&#10;verwölkte Murmelkrone sinnt&#10;hinab zur Wurzelstube:&#10;Regen wird rieseln,&#10;Runenholz brausen,&#10;Zeisigvolk zwieseln,&#10;Drudenspruch hausen -&#10;hier, wo vom Wasser die Rose umrädelt,&#10;dort, wo das Gleiche den Unkrauthalm fädelt,&#10;und seine Nadel lässt sausen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie zuckt und eilt und übernäht&#10;mit Knaulgras, Giersch und Günsel&#10;den Erbsenacker früh und spät.&#10;Wo im Gewirr die Scheuche steht,&#10;am Zaun die Blumeninsel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reinigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reinigung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reinigung/</guid><description>&lt;p&gt;Lösche alle deine Tag’ und Nächte aus!&#10;Räume alle fremden Bilder fort aus deinem Haus!&#10;Laß Regendunkel über deine Schollen niedergehn!&#10;Lausche: dein Blut will klingend in dir auferstehn!&#10;Fühlst du: schon schwemmt die starke Flut dich neu und rein,&#10;Schon bist du selig in dir selbst allein&#10;Und wie mit Auferstehungslicht umhangen –&#10;Hörst du: schon ist die Erde um dich leer und weit&#10;Und deine Seele atemlose Trunkenheit,&#10;Die Morgenstimme deines Gottes zu umfangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reisegesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reisegesang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reisegesang/</guid><description>&lt;p&gt;So brech′ ich auf von diesem Ort&#10;Und zieh′ in deinem Namen fort,&#10;Herr Gott, du wirst mich gleiten&#10;Und über mich, dein liebes Kind,&#10;Das gar nichts ist als Staub und Wind,&#10;Die Gnadenflügel breiten,&#10;Damit ich mag vor allen Dingen&#10;Die Reise glücklich vollenbringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib, daß die lieben Engelein,&#10;Die starken Helden, bei mir sein&#10;Auf allen meinen Wegen&#10;Und zwischen die, so dieser Zeit&#10;Mir nachzustellen sind bereit,&#10;Und zwischen mich sich legen;&#10;Herr, schütze mich durch deine Gnade,&#10;So trifft mich weder Schimpf noch Schade.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reiselied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reiselied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reiselied/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe sie alle, die reisen&#10;Zu Wagen, zu Rad und zu Bein,&#10;Denn die Freien und richtigen Weisen&#10;Müssen stets auf der Wanderschaft sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im würdigen Hocken und Kleben&#10;Erlügt sich wohl mancher ein Ziel:&#10;Doch den wahren Blick in das Leben&#10;Tut nur, wer immer mobil!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Resignation</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/resignation/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/resignation/</guid><description>&lt;p&gt;Wend´ich aufs Vergang´ne&#10;Prüfend mich zurück:&#10;Trifft auf schwarz behang´ne&#10;Särge nur mein Blick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau´ich in das Heute,&#10;Was gewahr´ich drin?&#10;Alles Leben deute&#10;Auf Verwandlung hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unerforschter Weiten&#10;Dämmerung verschließt,&#10;Was in fernen Zeiten&#10;Mir bereitet ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so schiff´und lenk´ich&#10;Durch die Nacht dahin;&#10;Wohlgemut bedenk´ich,&#10;Welch ein Nichts ich bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rinne, Strom des Lebens...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rinne-strom-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rinne-strom-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Rinne, Strom des Lebens,&#10;rinne nur so zu!&#10;Rinnst du nicht vergebens,&#10;flücht´ge Welle, du!&#10;Liebe war am Quelle,&#10;Liebe war am Hain -&#10;Liebe wird, oh Welle!&#10;wo du landest, sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ritt im Mondschein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ritt-im-mondschein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ritt-im-mondschein/</guid><description>&lt;p&gt;Herz zum Herzen ist nicht weit&#10;Unter lichten Sternen,&#10;Und das Aug, von Tau geweiht&#10;Blickt zu lieben Fernen;&#10;Unterm Hufschlag klingt die Welt,&#10;Und die Himmel schweigen,&#10;Zwischen beiden mir gesellt&#10;Will der Mond sich zeigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeigt sich heut in roter Glut&#10;An dem Erdenrande,&#10;Gleich als ob mit heißem Blut&#10;Er auf Erden lande.&#10;Doch nun flieht er scheu empor,&#10;Glänzt in reinem Lichte,&#10;Und ich scheue mich auch vor&#10;Seinem Angesichte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson siedelt sich am Rand der Insel an</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-siedelt-sich-am-rand-der-insel-an/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-siedelt-sich-am-rand-der-insel-an/</guid><description>&lt;p&gt;Und mit dem Wort wars, daß er dann begann&#10;Die lange Zwiesprach mit sich selbst. Denn, sieh,&#10;Er war allein. Er war im Ozean&#10;Ein kleines Eiland. Und es kam ihm nie&#10;Von draußen Antwort. Keine Flucht gelang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch blieb ihm Sehnsucht stets. Er mochte tauschen&#10;Den kargen Strand nicht um den Traubenhang&#10;Der reichen Gründe, denn ihm war das Rauschen&#10;Des Meeres Hoffnung. So wuchs er am Rand&#10;Von Erde, Wasser, von sich selbst. Es fingen&#10;In ihm Gespräche sich. Er war wie Wand,&#10;Dünn ausgespannt, durch die die Stimmen gingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson zimmert einen Stuhl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-zimmert-einen-stuhl/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-zimmert-einen-stuhl/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lehre schwer die ungeübten Hände,&#10;Die von nichts wissen. Und mein Mund ward stumm,&#10;Als ob Erinnerung ihm langsam schwände.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab ein Ding, behindert, schief und krumm,&#10;Gebaut und muß an ihm nun meine Zunge lehren,&#10;Die &amp;ldquo;Stuhl&amp;rdquo; sagt. Mit dem kindlichen, erstaunten Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und meine glückbetäubten Hände ehren&#10;Sich in dem ersten Werk. Ein Tun gelang&#10;Von Grund: ich sitze. (Und das ist fast, wie&#10;Dies einmal war, sehr früh: ich bog die Knie.)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rolands Horn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rolands-horn/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rolands-horn/</guid><description>&lt;p&gt;Der König Karl beim Jubelmahl,&#10;hoch schwang in der Hand er den goldnen Pokal:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Lang lebe der Sieger, der heut noch fern,&#10;Roland, mein Roland, der Streiter des Herrn!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da - bei der Becher Zusammenstoß,&#10;wie Schatten sich′s über die Wände goß&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und als das jauchzende Hoch verscholl,&#10;ein Dämmern über die Erde schwoll,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und weit, weit her es traurig hallt′&#10;hinklagend über See und Wald&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als sie drängten zur Tür mit Macht,&#10;da wuchs das Dunkel zur finstern Nacht,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Romanze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze/</guid><description>&lt;p&gt;Romanze, die am Nachmittag&#10;Gern traumhaft nickt und singt im Hag,&#10;Wo überm schattendunklen Teich&#10;Die Zweige säuseln sacht und weich -&#10;Einst warst du, da ich wild und frei,&#10;Ein Kind, doch wissend, Tag für Tag&#10;Dir lauschend unterm Baume lag,&#10;Ein seltner bunter Papagei&#10;Aus einem fremden Wunderland,&#10;Den ich doch Laut für Laut verstand.&#10;Doch nun umkreist den Weltenbau&#10;Der Kondorflug der Zeit so rauh,&#10;Daß in der tosenden Gefahr&#10;Ich aller seligen Muße bar.&#10;Und wenn mit sanfterem Flügelschlag&#10;Den unruhvollen Geist ein Tag&#10;Auch wohl entführt in Träumerei′n -&#10;Dann litte meine Seele Pein,&#10;Wenn sie bei Leier und Gesang&#10;Nicht bebte mit dem Saitenstrang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Romanze in allen Regenbogenfarben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-in-allen-regenbogenfarben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-in-allen-regenbogenfarben/</guid><description>&lt;p&gt;Komm auf mein Schiff! Heut bin ich der Baas, der Herr meines Tages!&#10;Menschlich und warm wie aufgestanden vom Tisch des Gelages – –&#10;Unter deinen weißglacéenen Schühchen, wundervoll,&#10;Schaukelt würzig braungeteerte Planke hohl –&#10;Schau: die nackten, bronzebraunen Ruderknechte!&#10;Manche tausend Rupien wert, die magren Hechte,&#10;Wie sie listig laustern, blinzelnd gieren, stieren,&#10;Die in Schweiß und Bravheit an der Eichenbank vertieren,&#10;Sehn sie nur dein gelbes Bast-Rohseidenkleid,&#10;Deine elegant umbauschte, damenhafte Zierlichkeit,&#10;Und dein blaupariser Hütchen mit der riesigroten Pluderrose –&#10;»Vorwärts! Lümmels! Ruder raus! Daß ich mich nicht um euch erbose!&#10;Denn ihr wißt, die Nilpferdpeitschenriemen&#10;Ziehen höllisch heiße, sichtbarliche Striemen!« – –&#10;Blähend wölbt wie eine Wolke lichtes Segel straff am Mast.&#10;Rasselnd, knirschen schwenken Hebeprähme Tonnenlast.&#10;Orlog-Flagge, Wimpel hoch! Es kommt der anmutbleiche Gast!&#10;»Platz! Platz! ihr schwarzbequalmte, ölbekleckste Trimmer!&#10;Saht ihr je solch Eiderdaunchen, solch ein Frauenzimmer?&#10;Liebste Dame, schnell! Wie mich dein blondes Kopfoval berückt,&#10;Würden diese zahmen Biester sicherlich aus Rand und Band verrückt,&#10;Sähen sie die Sonne deines Lächelns deinem Angesicht erblühn,&#10;Deine kleinen Mandelaugen, deiner elfenbeinern Zähne Sprühn –&#10;Hier spürst du schon vom Speisen-Vielerlei aus der Kombüse&#10;Süßen Ruch von Butterfischen, Reisgeflügel und Gemüse –&#10;Und diese blankpolierte Treppe fällt zu meiner Friedenshütte,&#10;Tief im warmen Bauch des Schiffes: Oase mein, Kajüte!&#10;Ledersessel drinnen, Delfter Teller, Haarlem-Tulpen,&#10;Java-Batiks. Katze aus Angora und Brabanter Stulpen,&#10;Koran, Bibel und Petrarkas Oden an die Laura –&#10;›Vaer saa good, kom ind: kaere Monna Guttadaura!‹&#10;Ich weiß, du liebst die satten Purpurweine aus Burgund,&#10;Und ich lieb deinen appetitlich kleinen, rosa Muschelmund!&#10;Fort mit Logbuch, Karten und Sextanten!&#10;In diese blumiggrüne Kapsel zwischen Wanten, Spanten&#10;Kommt mir niemand, Pedro! Du stehst Posten!«&#10;Braver Kerl, kam aus Nova das Glut, salzig Wasser mal zu kosten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Römische Fontäne (Villa Borghese)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-fontaene-villa-borghese/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-fontaene-villa-borghese/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Becken, eins das andere übersteigend&#10;aus einem alten runden Marmorrand,&#10;und aus dem oberen Wasser leis sich neigend&#10;zum Wasser, welches unten wartend stand,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;dem leise redenden entgegenschweigend&#10;und heimlich, gleichsam in der hohlen Hand,&#10;ihm Himmel hinter Grün und Dunkel zeigend&#10;wie einen unbekannten Gegenstand;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;sich selber ruhig in der schönen Schale&#10;verbreitend ohne Heimweh, Kreis aus Kreis,&#10;nur manchmal träumerisch und tropfenweis&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;sich niederlassend an den Moosbehängen&#10;zum letzten Spiegel, der sein Becken leis&#10;von unten lächeln macht mit Übergängen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Roncevall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roncevall/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roncevall/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Singet von Roncevall,&#10;Brüder im Jubelschall&#10;Singet ein Lied.&#10;Freudiger Heldenspeer&#10;Hob sich aus wildem Meer,&#10;Mächtiges Franzenheer&#10;Scheut sich und flieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Preis dir, o Wellington,&#10;Trugst einen Kranz davon&#10;Blutig und roth.&#10;Schlugest im Heldenspiel,&#10;Schlugest, wo Roland fiel,&#10;Schlugest der Franzen viel&#10;Blutig und todt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heil dir, o wackrer Lord,&#10;Heißest nun Freiheits-Hort,&#10;Degen und Schild;&#10;Schalle doch, Rolands Horn,&#10;Wenn deines Blutes Born,&#10;Herrlicher heißer Sporn,&#10;Munter nur quillt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rosetta</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rosetta/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rosetta/</guid><description>&lt;p&gt;(aus: Leonce und Lena)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O meine müden Füße, ihr müsst tanzen&#10;in bunten Schuhen,&#10;und möchtet lieber tief, tief&#10;im Boden ruhen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O meine heißen Wangen, ihr müsst glühen&#10;im wilden kosen,&#10;und möchtet lieber blühen -&#10;zwei weiße Rosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O meine armen Augen, ihr müsst blitzen&#10;im Strahl der Kerzen&#10;und schlieft im Dunkel lieber aus&#10;von euren Schmerzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückblicke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckblicke/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckblicke/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl denk ich selig meiner Kindheit Tagen,&#10;Da ich gespielt mit Vögeln und mit Blüten,&#10;Wo in der Mutterarmen treuem Hüten&#10;Mir alle Paradiese offen lagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ich die ersten Bücher aufgeschlagen,&#10;Mich drein versenkt mit ernsthaft stillem Brüten,&#10;Bis meine bleichen Wangen heiß erglühten&#10;Von meines Volkes schönen Heldensagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann sprach die Mutter: &amp;ldquo;Kind, es sind Gedichte.&#10;Vergiß es nicht: all&amp;rsquo; was du hier gelesen,&#10;Zeigt dir das Leben oft in anderm Lichte.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruhbedürftig, liebesübersättigt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhbeduerftig-liebesuebersaettigt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhbeduerftig-liebesuebersaettigt/</guid><description>&lt;p&gt;Ruhbedürftig, liebesübersättigt,&#10;Sinkt nach tobenden Genüssen&#10;Dein gespensterblasser,&#10;Herrlicher Leib&#10;Keuchend zurück.&#10;Weit geöffnet, in schweren Atemzügen&#10;Zittern die Nüstern,&#10;Und im leisen Nachkrampf&#10;Zerren sich die hochgeschürzten Lippen&amp;hellip;&#10;Langsam steigt von Deinem tiefgelegnen&#10;Onyxdunklen Auge&#10;Deines Lides leichtumblauter,&#10;Schwerer Schleier.&#10;Liebesicher und hochmut-funkelnd&#10;Glutet Dein Blick in meinem&amp;hellip;&#10;Plötzlich, den hilflos-zornigen,&#10;Liebezermarterten Leib&#10;Machtvoll niederzwingend,&#10;Wühlt sich der Wille zur Wollust&#10;Nochmals stürmisch auf aus Deiner Seele,&#10;Und herüber zu mir&#10;Zischt Dein gewaltiges&#10;Grauenhaft süßes:&#10;&amp;ldquo;Her zu mir!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Russisches Bauerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/russisches-bauerlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/russisches-bauerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Was schwatzt von andern Ländern&#10;Ihr Tage lang mir vor!&#10;Ich zieh′ trotz euerm Lobe&#10;Die liebe Heimath vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schneezeit ausgenommen,&#10;Ist hier es immer grün;&#10;Oft sag′ ich in Gedanken:&#10;»Bald werden Veilchen blühn!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Welschland hör′ ich immer,&#10;Da ist es wunderschön! -&#10;Doch Mädchen, schön wie unsre,&#10;Sind schwerlich dort zu sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwatzt mir von andern Ländern,&#10;So viel ihr wollet, vor;&#10;Ich zieh′ trotz allem Lobe&#10;Mein liebes Rußland vor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sammle dich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sammle-dich/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sammle-dich/</guid><description>&lt;p&gt;Sammle dich,&#10;ehe Gott&#10;dich zu deinen Vätern versammelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Such alles zusammen.&#10;Bind in Garben&#10;Mohn und Kornraden,&#10;Weizen und Streu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bind deine Haare, bind die Gedanken,&#10;gute und böse,&#10;eh sie kranken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sammle&#10;wie Gott einsammelt,&#10;wie Gott wirf weg,&#10;was nicht redlich gesammelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Scene aus der Lützner Schlacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/scene-aus-der-luetzner-schlacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/scene-aus-der-luetzner-schlacht/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer sprenget auf dem stolzen Roß&#10;Bis in die vordern Reihen,&#10;Und will dem Eisen, dem Geschoß&#10;Das muntre Leben weihen?&#10;Das ist ein junger Königssohn,&#10;Der Erbe von dem Preußenthron.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drob zürnet ihm des Königs Muth&#10;Und straft mit mildem Worte:&#10;»Zurück, du junges Zollernblut,&#10;Zum angewies′nen Orte.&#10;Du rascher, junger Königssohn&#10;Mußt erben ja den hohen Thron.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O reite junges, edles Wild,&#10;Du ritterlicher Degen, -&#10;Vom Himmel schaut ein sel′ges Bild&#10;Mit Lust nach deinen Wegen,&#10;Die Mutter schützt den Königssohn,&#10;Du erbest doch der Väter Thron.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Scheinleben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/scheinleben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/scheinleben/</guid><description>&lt;p&gt;Und seit des Nichts unsäglicher Gedanke,&#10;Ein wilder Blitz, mir in die Seele schlug,&#10;Ist Schein geworden all mein Thun und Wesen,&#10;Ist all mein Leben eitel Lug und Trug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Richtplatz sah man: wenn das Haupt gefallen,&#10;Auffährt der Rumpf und bebt zwei Schritte fort,&#10;Das Auge zuckt und will die Welt noch sehen,&#10;Die Lippen stammeln noch ein leises Wort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schifferspruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schifferspruch/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schifferspruch/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Wogen unten toben,&#10;Menschenwitz zu Schanden wird,&#10;Weist mit feurgen Zügen droben&#10;Heimwärts dich der Wogen Hirt.&#10;Sollst nach keinem andern fragen,&#10;Nicht zurückschaun nach dem Land,&#10;Faß das Steuer, laß das Zagen!&#10;Aufgerollt hat Gottes Hand&#10;Diese Wogen zum Befahren&#10;Und die Sterne, dich zu wahren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlaf-wach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf-wach/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf-wach/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Schlag der Nachtuhr schwingt mein Blut das Pendel.&#10;Ich liege ausgereckt.&#10;Und warte atmend. Stunden rauschen auf.&#10;Und jede Stunde hält ein kreisendes Licht.&#10;Ein tiefbedeckter Gang zeigt in die Ferne,&#10;vom Stundenlicht bedämmert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Auge starrt beglänzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachthelle Stunden!&#10;Ihr könntet schaukelnde Schmetterlinge sein,&#10;maibunt bemustert und Pfauenaug-gefiedert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr könntet summen, getragen auf Akkorden,&#10;Dom-hallend, weit durch Türen, Läden und Stille,&#10;herschwingende, versponnene Musik.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nacht ist bunt und glücklich.&#10;Vor meinen Augen baut sie ein taumelndes Kugelspiel aus Glaskugeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schluß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schluss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schluss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wußte ehmals nichts davon,&#10;Bin unschuldsvoll gewesen,&#10;Bis daß ich Wielands Oberon&#10;Und Heines Gedichte gelesen. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die haben sodann im Lauf der Zeit&#10;Mein bißchen Tugend bemeistert.&#10;Ich träumte von himmlischer Seligkeit&#10;Und ward zum Dichten begeistert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch fand ich, das Dichten sei keine Kunst,&#10;Man müßt′ es nur einmal gewohnt sein. -&#10;Ich sang von feuriger Liebesbrunst,&#10;Von Rosenknospen und Mondschein;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Besang der Sonne strahlendes Licht.&#10;Viel Schönes ist mir gelungen.&#10;Jeweilen mit dem schönsten Gedicht&#10;Hab′ ich mich selber besungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schmierax</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schmierax/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schmierax/</guid><description>&lt;p&gt;Hätt ihm sein böser Stern nur wenig Scham geschenkt,&#10;Längst hätte Schmierax sich erhenkt.&#10;Doch einem Hund an Unverschämtheit gleich,&#10;Lebt er und bellt und kriecht sich adelich und reich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneckenhaus und Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneckenhaus-und-rose/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneckenhaus-und-rose/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zart gedrehte, kleine Tschorte,&#10;wolkengraues Haus.&#10;Spiel der Luft vor deiner Pforte&#10;tanzt die Klage aller Orte:&#10;&amp;ldquo;Weiß nicht Ein, noch Aus&amp;hellip;&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ariadnes leere Schale,&#10;dunklen Fadens Gang,&#10;süßer Zauber der Spirale -&#10;Theseus! ruft es hundertmale,&#10;Theseus? fragt es bang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kehre wieder! summt die Höhle,&#10;seufzt das Heiligtum.&#10;&amp;ldquo;Nicht zu dir - die ich erwähle,&#10;Rose, der ich mich vermähle,&#10;dir kehrt Theseus um!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unverführter Liebesgüte&#10;innerstes Gezelt,&#10;wo sich Duft und Form der Mythe&#10;(Labyrinth und reine Blüte)&#10;weithin offenhält,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneeflocken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneeflocken/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneeflocken/</guid><description>&lt;p&gt;Wende ich den Kopf nach oben:&#10;Wie die weissen Flocken fliegen,&#10;Fühle ich mich selbst gehoben&#10;Und im Wirbeltanze wiegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dicht und dichter das Gewimmel;&#10;Eine Flocke bin auch ich. -&#10;Wieviel Flocken braucht der Himmel,&#10;Eh die Erde langsam sich&#10;Weiss umhüllt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwalbenwitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwalbenwitz/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwalbenwitz/</guid><description>&lt;p&gt;Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,&#10;Himmel und Erde sind sich gleich.&#10;Spricht der Himmel: Werde!&#10;Da grünt und blüht die Erde!&#10;Spricht die Erde: Sterbe!&#10;Da wird der Himmel ein lachender Erbe.&#10;Sterne sah ich blinken und sinken,&#10;Den Mond in der Sonne ertrinken,&#10;Die Sonne stieg in die Meere,&#10;Ohne dass sich ein Fünklein verlöre.&#10;Feuer und Wasser hassen sich,&#10;Erde und Wasser umfassen sich,&#10;Luft und Feuer entzünden sich,&#10;Erde und Feuer ersticken sich,&#10;Erde und Luft umkühlen sich,&#10;Luft und Wasser umspielen sich,&#10;Aber alles ist Liebe, Liebe, Liebe&#10;Und wenn sich alles empörte, verzehrte, verschlänge,&#10;Dass gar nichts bliebe, bliebe doch Liebe&#10;Die Hülle, die Fülle, die Menge.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seele der Liebenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seele-der-liebenden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seele-der-liebenden/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal schon liebte ich dich&#10;Und das Meer, das Meer.&#10;Doch lichter waren damals&#10;Die Seelen, ungetrübt&#10;Von dunklen Taten.&#10;Es sangen unsere Liebe&#10;Strahlend die Sterne,&#10;Und das Meer, das Meer.&#10;Wie viel hundert Jahre&#10;Sind seitdem vergangen,&#10;Wie viel Leiden und Tode&#10;Und Sterne. Wo blieben&#10;Die Seelen so lange?&#10;Wir halten uns schweigend&#10;Die schauernden Hände.&#10;Wir blicken uns tief&#10;In die fragenden Augen.&#10;Noch singen die Sterne&#10;Und das Meer, das Meer.&#10;Aber unfassbar ewig&#10;Ist die Vergangenheit&#10;Der menschlichen Seele.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seelenwanderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seelenwanderung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seelenwanderung/</guid><description>&lt;p&gt;Der dicke Kämmerer im Ägypterland&#10;War weit und breit als Grobian bekannt,&#10;Bekannt als größter Tier- und Menschenschinder;&#10;Er schlug sein Weib und seine kleinen Kinder.&#10;Er schlug mit seinem Rohr die alten braven&#10;Kamele und die schwarzen Mohrensklaven;&#10;Und als er sie geschlagen manchen Tag,&#10;Da traf ihn eines Tages selbst der Schlag. -&#10;Er starb. - Da tönt des Schicksals Donnerwort:&#10;Die Seele wandre durch Kamele fort&#10;Und komme nicht zur Ruh im sel′gen Land,&#10;Bis sie das größte der Kamele fand! -&#10;Im ersten Schrecken fuhr des Kämmerers Seele&#10;In eines seiner eigenen Leibkamele;&#10;Die Kinder ritten ihn, die eignen Fraun,&#10;Er ward von eignen Sklaven oft gehaun,&#10;Und endlich unterlag er seinen Leiden. -&#10;Die arme Seele muß von hinnen scheiden;&#10;Sie fuhr entsetzt davon und fuhr und flog&#10;In ein Kamel, das durch die Wüste zog.&#10;Die Sonne brennt, es weht der heiße Smum,&#10;Vor Hitze kommen fast die Leute um.&#10;Da schneidet dem Kamel man auf den Bauch&#10;Und zieht hervor den großen Wasserschlauch;&#10;Die Karawane trinkt, der Durst war groß,&#10;Und wieder ist die Seele obdachlos.&#10;Und wieder muß die arme Seele wandern&#10;Durch ein Kamel hinaus, hinein zum andern,&#10;Und findet nicht das größte der Kamele.&#10;Vergebens wandert die geplagte Seele&#10;In das Kamel, das den Propheten trug;&#10;Auch dies sogar war noch nicht groß genug. -&#10;Da ist sie einst nach manchen tausend Jahren&#10;Zu Turkestan in ein Kamel gefahren,&#10;Das man als größtes, das man jemals fand,&#10;Herüberbrachte in den Zollverband.&#10;Man zeigt′ es in den Buden, in den Gassen,&#10;Es mußte sich geduldig schinden lassen&#10;Und starb zuletzt von allzu vielem Schinden.&#10;Wo soll die Seele noch ein größres finden? -&#10;Ein Hofrat stand dabei. - Als blauer Rauch&#10;Fuhr ihm die arme Seele in den Bauch.&#10;Da griff er schnell zu Feder und Papiere&#10;Und schrieb ein Buch zum Schutz der lieben Tiere. -&#10;Der Hofrat starb. - Ersehnte Ruhe fand&#10;Des Kämmerers Seele aus Ägypterland.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seelenzauber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seelenzauber/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seelenzauber/</guid><description>&lt;p&gt;Sie sagen, hingeschwunden sei&#10;Die Schönheit, die dein Haupt bekränzte,&#10;Als noch ein wolkenloser Mai&#10;Der Jungfrau Leben heiter glänzte.&#10;Gleichgiltig bald, bald heuchelnd spricht&#10;Ihr achselzuckendes Bedauern:&#10;Wie Schade, daß dieß Angesicht&#10;&amp;ldquo;So früh versehrt von Gram und Trauern!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wo ihr Auge bloß die Spur&#10;Vom Welken sieht und vom Verblühen,&#10;Da sieht das meine wieder nur&#10;Verklärung wundersam erglühen.&#10;O nie hat deiner Schönheit Strahl&#10;So tief so mächtig mich beweget,&#10;Als seit der Schmerz sein heilig Maal&#10;Auf deine reine Stirn′ gepräget!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seemanns Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seemanns-abschied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seemanns-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Ade, mein Schatz, du mochtst mich nicht,&#10;Ich war dir zu geringe.&#10;Einst wandelst du bei Mondenlicht&#10;Und hörst ein süßes Klingen,&#10;Ein Meerweib singt, die Nacht ist lau,&#10;Die stillen Wolken wandern,&#10;Da denk an mich, ′s ist meine Frau,&#10;Nun such dir einen andern!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ade, ihr Landsknecht′, Musketier′!&#10;Wir ziehn auf wildem Rosse,&#10;Das bäumt und überschlägt sich schier&#10;Vor manchem Felsenschlosse,&#10;Der Wassermann bei Blitzesschein&#10;Taucht auf in dunklen Nächten,&#10;Der Haifisch schnappt, die Möwen schrein -&#10;Das ist ein lustges Fechten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnen und Hoffen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnen-und-hoffen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnen-und-hoffen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn wir an den Gräbern stehn&#10;Der Geliebten, der Gespielen,&#10;Fühlen wir ein mildes Wehn&#10;Unsre heiße Wange kühlen,&#10;Und ein Licht, ein heller Strahl,&#10;Leuchtet in dem Schauerthal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Todeswehen, Grabesluft,&#10;Erde, sind es deine Bande,&#10;Oder kamst du Lebensluft,&#10;Von dem fernen, sel′gen Strande,&#10;Winkest du von drüben her,&#10;Holdes Licht uns über′s Meer?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sehnen kann von Hoffen nicht,&#10;Himmel nicht von Erde lassen,&#10;Was die Sehnsucht sich verspricht,&#10;Mag die Hoffnung fröhlich fassen;&#10;Himmel neigt sich gern herab,&#10;Zu den Thränen, zu dem Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnende Erwartung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnende-erwartung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnende-erwartung/</guid><description>&lt;p&gt;Es lärmt der Markt - Geräusch erfüllt die Strassen,&#10;Die Glocke klingt, die Thür geht auf und zu,&#10;Und fremde Stimmen, fremde Schritte schallen&#10;Dem lauschenden, getäuschten Ohr entgegen,&#10;Das jedem Selbstbetruge freudig glaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ach umsonst! es regt sich frohes Leben,&#10;Und Thätigkeit im tosenden Gedränge&#10;Der lauten Stadt, die - wie ein wogend Meer&#10;Den isolirten Felsen rings umspühlt -&#10;Mich Einsame umgiebt. - Ach Deine Stimme&#10;Vernehm′ ich nicht - harmonisch würde dann&#10;Das wild verworrene Geräusch mich grüssen,&#10;Das jetzt betäubend mir die Brust beklemmt.&#10;Zerstreuung möcht′ ich im Gewühle suchen,&#10;Doch mitten unter Menschen fühl′ ich mich allein&#10;Mit Deinem Bilde, das in meiner Seele&#10;Mild wie der Mond in ew′ger Klarheit strahlet.&#10;Ja, immer stehst Du vor mir, rein und liebend,&#10;Für mich der Inbegriff des höchsten Glücks.&#10;Aus Deinem Lächeln nehm′ ich meine Freude,&#10;Aus Deinem Ernste saug′ ich meinen Schmerz,&#10;Begeistrung weht Dein Athem mir entgegen&#10;Und neuen Muth erweckt in mir Dein Blick.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht (Lied aus der Ferne)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-lied-aus-der-ferne/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-lied-aus-der-ferne/</guid><description>&lt;p&gt;1824&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Töne meiner Saiten,&#10;Ihr tönt so sanft, so mild,&#10;Mit Träumen ferner Freuden&#10;Habt ihr mein Herz erfüllt.&#10;Des Liebchens Kuß, des Liebchens Blick,&#10;Führt mir der sanfte Ton zurück,&#10;Der eurem Hauch entquillt!&#10;O lispelt leise, leise!&#10;Dann träum ich schönre Zeiten&#10;Und meiner Liebe Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn auf der Berge Höhen&#10;Der Strahl des Morgens fällt,&#10;Möcht ich mit Windeswehen&#10;Zu meiner Jugendwelt,&#10;Möcht eilen mit des Morgens Strahl&#10;Zum blauen Berg, zum fernen Tal,&#10;Das sie umfangen hält.&#10;Vergebens, ach vergebens!&#10;Mir blüht kein Wiedersehen&#10;In meiner Jugendwelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht nach Vergessen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-vergessen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-vergessen/</guid><description>&lt;p&gt;Lethe! brich die Fesseln des Ufers, gieße&#10;Aus der Schattenwelt mir herüber deine&#10;Welle, daß den Wunden der bangen Seel ich&#10;Trinke Genesung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frühling kommt mit Duft und Gesang und Liebe,&#10;Will wie sonst mir sinken ans Herz; doch schlägt ihm&#10;Nicht das Herz entgegen wie sonst. - O Lethe!&#10;Sende die Welle!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht nach Zufall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-zufall/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-zufall/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt freiwilliges Allein,&#10;Das doch ein wenig innen blutet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verfrühter Gast in einer Schenke sein,&#10;Wo uns derzeit kein Freund vermutet - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und käme plötzlich doch der Freund herein,&#10;Den gleiche Abenteuer-Wehmut lenkt,&#10;Dann wird es schön! Dann steigt aus schlaffen Träumen&#10;Ein gegenseitig stärkendes Sichbäumen&#10;Und spricht, was in ihm rauh und redlich denkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seinem ältesten Freunde Karl Grafen von der Gröben, als er sich mit dem Fräulein Selma von Dörnb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seinem-aeltesten-freunde-karl-grafen-von-der-groeben-als-er-sich-mit-dem-fraeulein-selma-von-doernb/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seinem-aeltesten-freunde-karl-grafen-von-der-groeben-als-er-sich-mit-dem-fraeulein-selma-von-doernb/</guid><description>&lt;ol start="1816"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns klingt aus alten Mären&#10;Viel Wunders alter Zeit,&#10;Von Helden reich an Ehren&#10;Und arbeivollem Streit.&#10;Es dringt in Herz und Ohren&#10;Die Kunde wie ein Pfeil:&#10;Auch wir sind hochgeboren,&#10;Zu gleicher Thaten Heil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Freiherr, stark im Muthe&#10;Und freundlich als ein Kind,&#10;Aus tapferm Hessenblute,&#10;War also hochgesinnt.&#10;Nicht also konnt′ er′s tragen,&#10;Die Freiheit, meint′ er, siegt,&#10;Das Joch wird nun zerschlagen,&#10;Das auf dem Volke liegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbsterkennen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbsterkennen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbsterkennen/</guid><description>&lt;p&gt;Andere willst du ergründen,&#10;Eitles, dünkelhaftes Herz!&#10;Kannst dich selbst zurecht nicht finden,&#10;Mit dem eignen alten Schmerz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie das Uhrwerk wird beweget&#10;Von der Unruh&amp;rsquo;, die drin pickt,&#10;Wirst du stets von dem erreget,&#10;Was stets weiter von dir rückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie der Zeiger mit den Stunden,&#10;Wandelst du im Kreise fort;&#10;Wenn die Zeit ist hingeschwunden,&#10;Stehst du an demselben Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ich auch erlebt, erfahren,&#10;Immer blieb ich doch ein Thor,&#10;Werd&amp;rsquo; ein Thor mit grauen Haaren, –&#10;Solches Loos steht mir bevor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Send′ mir Rosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/send-mir-rosen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/send-mir-rosen/</guid><description>&lt;p&gt;Send′ mir Rosen, send′ mir Grüße!&#10;Frische Rosen, Worte süße,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß ich an den Mund sie drücke&#10;Und mein Krankenlager schmücke!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß mich in der holden Gabe&#10;Deines Herzens Grüßen labe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß mich glauben: in den Rosen&#10;Deine Lippen mit mir kosen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich bald die Stengel fasse,&#10;Bald den Händen sie entlasse,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß mich glauben, daß ich Deine&#10;Hand fühl′ drücken heiß die meine!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich mich am Dorne ritze,&#10;Meinen, ′s war an deinem Witze!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sesostris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sesostris/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sesostris/</guid><description>&lt;p&gt;Im Triumph, nach mühevollen Tagen,&#10;Kehrt Sesostris heim aus blut′ger Schlacht.&#10;Könige, die seine Fesseln tragen,&#10;Mehren seines Zuges stolze Pracht;&#10;Denn gespannt an hohen Siegeswagen,&#10;Hat sie ihres Überwinders Macht.&#10;Unvermögend, seinem Trotz zu fliehen,&#10;Müssen sie ihn statt der Rosse ziehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tiefgebeugt, und in sich selbst gekehret,&#10;Wanken sie dahin im finstern Gram.&#10;Ach, dass er ihr Leben, so entehret,&#10;Nicht zugleich mit Thron und Scepter nahm!&#10;Seiner Diener Hohn, den niemand wehret,&#10;Schärfet noch der Unterjochten Scham,&#10;Und sie senken die ergrimmten Blicke,&#10;Fluchend ihrem feindlichen Geschicke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sestine der Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sestine-der-sehnsucht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sestine-der-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Aus einem Fenster bog ich mich hinaus&#10;auf Nacht und Gärten, wo kein Vogel singt;&#10;ich fing den schweren Ton, der in mir schwingt&#10;bei allem Wunder, das schön träumen macht;&#10;bei mir war Nacht und über dir war Nacht,&#10;mein Haus weiß jeden Stern von deinem Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So schön wie schwere Träume ist mein Haus,&#10;auf ewige Gärten legt es sich hinaus,&#10;von grauem Mondlicht trunken und von Nacht&#10;saugt es den Ton, den es sich selber singt,&#10;und Büsche, die der Wind melodisch macht,&#10;und Wind, der durch die finsteren Fenster schwingt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sich beschäftigen ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sich-beschaeftigen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sich-beschaeftigen/</guid><description>&lt;p&gt;Es ward zu blass, als Abenteuer,&#10;Aus schönen Augen jenes Feuer.&#10;Man blinzelte ins Weltgewoge&#10;Und nahm die Politik, als Drogue.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man brauchte aber mehr Gefahr,&#10;Als daraus zu ersaugen war:&#10;Man schlich, mit süß gepresstem Atem,&#10;Cambriolierend, zu Privatem.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicherheit in Beschränkung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicherheit-in-beschraenkung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicherheit-in-beschraenkung/</guid><description>&lt;p&gt;In des Baches reinen, hellen,&#10;Leise nur bewegten Wellen,&#10;Schlüpft das Fischlein froh dahin.&#10;Und die klaren Fluthen geben&#10;Seinem stillen, stummen Leben&#10;Nahrung und Vergnügen hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sorgenlos und leicht und heiter&#10;Schwimmt es mit dem Bächlein weiter,&#10;Bis in′s weite offne Meer&#10;Sich der Wellen Lauf ergiesset -&#10;Ach die fremde Bahn erschliesset&#10;Ihm der Sorgen dunkles Heer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Furchtbar drohende Gestalten,&#10;Die in feuchter Tiefe walten,&#10;Winden schreckend sich heran.&#10;Und der Tod, mit bangem Schauer&#10;Steht, so dünkt ihm, auf der Lauer,&#10;Will ihm hundertfältig nahn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie siegende Kraft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-siegende-kraft/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-siegende-kraft/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Vaterlande geweiht am 3. August 1807.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fernher hört man noch den Donner grollen,&#10;In der Ferne klingt des Kriegers Speer -&#10;Wir sind glücklich: unter uns erschollen&#10;Ist des Friedens wundersüße Mär;&#10;Von der Höh′, zu der es aufgeschwollen,&#10;Sank allmählich schon das Schreckenmeer,&#10;Und der Hoffnung Taube kommt geflogen,&#10;Und am Himmel strahlt der ew′ge Bogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf zu ihm, aus irdischen Gebieten&#10;Schwebt ein stilles heiliges Gemüth&#10;Zu den Aetherdüften, zu den Blüten,&#10;Die es dort mit Geistesblicken sieht,&#10;Denen keines Sturmes Dräun und Wüthen&#10;Ihren Schimmer, ihren Reiz entzieht.&#10;Was der Geist gestaltet und gewoben,&#10;Wird vom Zeitsturm nimmermehr zerstoben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Signal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/signal/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/signal/</guid><description>&lt;p&gt;Die Trommel stapft&#10;Das Horn wächst auf&#10;Und&#10;Sterben stemmt&#10;Das Haupt durch flattre Sterben&#10;Sträubt&#10;Gehen Gehen&#10;Sträuben&#10;Geht&#10;Und geht und geht&#10;Und geht und geht&#10;Und geht und geht und geht und geht&#10;Geht&#10;Stapft&#10;Geht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Soldaten-Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/soldaten-abendlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/soldaten-abendlied/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;An Carl von Bardeleben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So zündet nun die Feuer&#10;In Gottes Namen an,&#10;Es hat wol keiner treuer&#10;Sein Tagewerk gethan;&#10;Und fern von Liebesarmen&#10;Und fern von Weibesbrust&#10;Laß uns an dir erwarmen,&#10;Du Feuer, unsre Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ruht, ihr müden Glieder,&#10;Vielleicht zum letzten Mal;&#10;Wie bald, so sinkt ihr nieder,&#10;Verletzt von Blei und Stahl.&#10;Wir haben uns ergeben,&#10;Herr Gott, in deine Hand;&#10;Nimm hin den Leib, das Leben&#10;Für unser Vaterland.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Solitudo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/solitudo/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/solitudo/</guid><description>&lt;p&gt;Zerdrückt von dicken Wolkenmassen&#10;Versickert auch der matte Mond.&#10;Ein Herr geht durch die leeren Straßen&#10;Und denkt: Wo jetzt die Sonne thront?&#10;Er kommt von einem fernen Teiche,&#10;Darein er tags die Angel hielt,&#10;Obwohl des Wassers stille Bleiche&#10;Nicht einen einzigen Fisch enthielt.&#10;So war es, wie es sollte, einsam&amp;hellip;&#10;Man saß und fand sich restlos da&amp;hellip;&#10;Man hatte diese Welt gemeinsam&#10;Nur mit dem Auge, das sie sah.&#10;Dann kam ihm Sehnsucht nach sich selber&#10;(Nicht spiegelte der trübe Teich)&#10;Er zog sich aus und trat in gelber&#10;Behaarter Haut hinein. Sogleich&#10;Im Geist, daran&amp;rsquo;s so vielen mangelt,&#10;Am Ufer angelnd sah er sich,&#10;Und fühlte sich von sich geangelt&#10;Und zuckte um sein spitzes Ich.&#10;Der Unken stolperndes Gemecker&#10;Belebte ihn; der Sonne Glut&#10;Erhielt so wie ein lauter Wecker&#10;Der lieblos müden Stirn den Mut.&#10;Indessen Sonne ist ein Wandern.&#10;O weh, wie dunkel wird es schon!&#10;Jetzt wieder rückwärts zu den andern . .&#10;Das Herz gibt einen kranken Ton.&#10;Er tröstet sich mit weichem Rate:&#10;Man kann erwarten, still im Wald,&#10;Bis sich die Stadt mit allem Staate&#10;Ins Schlafgemach beiseite ballt.&#10;- Nun Mitternacht&amp;hellip; entseelte Straßen&#10;Verlässt der tödlich matte Mond&#10;Wie alle Sterne sie verlassen.&#10;Er denkt Wo jetzt die Sonne thront?&#10;Geht auf den schallend öden Steinen,&#10;Verheimlicht seltsam seinen Lauf.&#10;Sieht plötzlich zu dem dichten Scheinen&#10;Der sanft verhängten Fenster auf.&#10;Was willst du? Rührt dich diese Kette,&#10;Die all die Schlafenden umschlingt?&#10;Wie sie in warmem Licht, als rette&#10;Sie Träume vor dem Nichts, erblinkt?&#10;Doch da .. wie zwischen Feen Gespenster&#10;- In jenem Hause, rings verlacht,&#10;Einsame Löcher, stehn zwei Fenster&#10;Vorhanglos, arm, durchbohrt von Nacht.&#10;Er steigt mit überhorchtem Tritte&#10;An dem Geländer lang hinan.&#10;Und steht in seiner Stube Mitte.&#10;Und starrt die leeren Höhlen an.&#10;Es setzt ihn heute so in Schrecken&amp;hellip;&#10;Macht ihm den Kopf so schwach und krumm&amp;hellip;&#10;Er nimmt von seinem Bette Decken&#10;Und hängt sie rasch den Fenstern um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommerabende, ihr lauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerabende-ihr-lauen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerabende-ihr-lauen/</guid><description>&lt;p&gt;Sommerabende, ihr lauen,&#10;Bettet mich auf eure Kissen,&#10;Laßt in Fernen, dunkelblauen,&#10;Meiner Träume Wimpel hissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stunden, die am Tag sich placken,&#10;Feiern nächtlich froh verwegen,&#10;Und ich fühl um meinen Nacken&#10;Zärtlich sich zwei Arme legen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist die Seele liebeswund?&#10;Heißren Atem haucht der Flieder,&#10;Und der rote Himmelsmund&#10;Neigt sich üppig zu mir nieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett/</guid><description>&lt;p&gt;Ich fühle mehr und mehr die Kräfte schwinden;&#10;Das ist der Tod, der mir am Herzen nagt,&#10;Ich weiß es schon und, was ihr immer sagt,&#10;Ihr werdet mir die Augen nicht verbinden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich werde müd′ und müder so mich winden,&#10;Bis endlich der verhängte Morgen tagt,&#10;Dann sinkt der Abend und, wer nach mir fragt,&#10;Der wird nur einen stillen Mann noch finden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß so vom Tod ich sprechen mag und sterben,&#10;Und doch sich meine Wangen nicht entfärben,&#10;Es dünket euch muthig, übermuthig fast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett (Wie schien die alte Feindschaft...)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-wie-schien-die-alte-feindschaft/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-wie-schien-die-alte-feindschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Wie schien die alte Feindschaft nun besiegelt&#10;In gültigem Vertrag: ein Lächeln hing&#10;Geheimnislos von einem Lächelnden; verriegelt&#10;Schloß sich der Mund dem Schweigenden, es fing&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rede sich in anmutvollem Spiel&#10;Verschlungen wandelnd, schwesterlich vertraut:&#10;Wie war den Wandernden verwandte Ziel&#10;Wie sicher schien das (alte) Haus gebaut:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da traf ein Blick aus alten Feindschaftstagen:&#10;Nachtdunkler Weg erstand ins Unbekannte&#10;Aus sanften Worten strömten wilde Klagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gesprochenes erlosch ins Nie-Genannte&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonette des Spielers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonette-des-spielers/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonette-des-spielers/</guid><description>&lt;p&gt;Wir liegen in der Welt. Das erste Spiel&#10;Treibt wohl die Mutter mit den Brüsten leis.&#10;Dann tritt die Amme in den krausen Kreis,&#10;Sie weiß sehr wenig und sie lehrt uns viel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bleisoldat schießt nun nach seinem Ziel.&#10;Beim Murmelschieben winkt manch schöner Preis.&#10;Mit Reifen rennen freut den Buben. Sei′s&#10;Für sich, sei′s mit dem zärtlichen Gespiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Mädchen, dem die erste Andacht gilt.&#10;Bald spielt sie mit dem Knaben ganz allein.&#10;Sie streichelt ihn. Sie schmollt. Sie lacht. Sie schilt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonne und Mond zugleich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonne-und-mond-zugleich/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonne-und-mond-zugleich/</guid><description>&lt;p&gt;Der Berg des Westens aber hält&#10;In einer blütenweißen Flocke&#10;Die Sonne auf, dass weich sie fällt.&#10;Die Sonne, kaum darin empfangen,&#10;Tritt durch die Flocke, groß und rot;&#10;Und diese ist noch kaum zergangen&#10;In reiner Mitglut, als die Glocke&#10;Des Himmels bis zum Aufgang loht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Berg des Ostens, angeschlagen&#10;Von klingend weichen Lüften, bricht&#10;Sein Schweigen. Rein empor getragen&#10;In den gestillten Raum entsteigt ihm&#10;Der Mond, der volle, dunkelgelbe,&#10;Der staunende. Die Sonne zeigt ihm&#10;Ihr nie gesehenes Gesicht.&#10;Sie schaudern. Denn sie sind dasselbe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnett/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnett/</guid><description>&lt;p&gt;Bei gutem Wetter bin ich liberal,&#10;Bei schlechtem ist die Landschaft meistens kahl,&#10;Der Berg ist höher als das tiefste Tal.&#10;Was wär&amp;rsquo; die Menschheit ohne Ideal?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Ideale sind des Lebens Brot,&#10;Denn ohne Ideale ist man tot.&#10;Der Reim befreit den Dichter aus der Not,&#10;Wenn er ein Reimemacher ist aus echtem Schrot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann legt er morgens schon im frühen Bette&#10;Die klangvoll lyrisch herrlichen Sonnette,&#10;Die reimen von der Menschheit hohen Taten&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Splendeurs et misères des courtisanes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/splendeurs-et-miseres-des-courtisanes/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/splendeurs-et-miseres-des-courtisanes/</guid><description>&lt;p&gt;Aus der steilen, transparenten Nudel&#10;Quillt ein Quantum Quitten-Quark empor,&#10;Ballt sich, physisch, zum gewürzten Strudel,&#10;Kreist: ein Duftballon aus einem Rohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann (und wo?) war Schweben delikater?&#10;In der Spannung wird man blass, wie Chrom.&#10;Lehr- und Schüler folgen dem Theater.&#10;Doch der Stern genießt sich autonom.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hohe Hirnkraft wallt zu diesem Gase.&#10;Das bestülpt der sachlichste Adept&#10;Das Gestirn mit einem Stengelglase,&#10;Darin dottrig etwas Ei verebbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sprache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sprache/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sprache/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl mir, daß ich im Land aufwuchs, wo die Sprache der Deutschen&#10;Noch mit lebendigem Leib im Dialekte sich regt,&#10;Milch der Mutter noch trinkt, noch quellendes Wasser am Borne,&#10;Vom Schulmeister noch nicht rektifizirtes Getränk!&#10;Immer wenn Einer spricht, der nie gelebt in der Mundart,&#10;Hör&amp;rsquo; ich im Oberton einen didaktischen Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freue des Lobs dich nicht, mein biederer schwäbischer Vetter,&#10;Der du verwachsen blind im Dialekte noch steckst,&#10;Der du kokett naiv vor fremden Ohren ihn bloßstellst:&#10;Dazu, gemüthlicher Freund, ist er zu schlecht und zu – gut.&#10;Nicht versteht es die Welt, welch&amp;rsquo; ungehobene Schätze&#10;Köstlichen ächten Golds er noch im Schoße bewahrt.&#10;Draußen weiß man es nur, daß er nicht korrekt und modern ist,&#10;Und der Ironiker lacht über das lallende Kind,&#10;Daß ein Schnitzer ihm scheint, was organisch gut und naturvoll,&#10;Reicher und saftiger ist, wundre und ärgre dich nicht!&#10;Unrecht hat er, es sei! Doch Recht auch hat er im Unrecht;&#10;Sieht er auch farblos hell, sieht er doch heller als du.&#10;Soll vom Besondern heraus das Allgemeine sich bilden,&#10;Schwindet auch immer ein Theil Frische und Fülle dahin.&#10;Kennst du es ganz, das Gut, wenn in Einer Sprache sich finden,&#10;Sich empfinden, versteh&amp;rsquo;n sämmtliche Stämme des Volks?&#10;Kennst du des Gutes Werth? Er ist unendlich. Die Mundart,&#10;Traulichem Lampenschein gleicht sie im wohnlichen Haus,&#10;Aber die Sprache, sie gleicht der Königlichen, der Sonne,&#10;Wie sie in&amp;rsquo;s Offne hinaus Meere des Lichtes ergießt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>St. Meinrad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/st-meinrad/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/st-meinrad/</guid><description>&lt;p&gt;Graf Berthold von Sulchen, der fromme Mann,&#10;Er führt sein Söhnlein an der Hand;&#10;Meinrad, mein Söhnlein von fünf Jahren,&#10;Du mußt mit mir gen Reichenau fahren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hatto, Hatto, nimm hin das Kind,&#10;Alle lieben Engelein mit ihm sind;&#10;Die geistlich Zucht mag er wohl lernen,&#10;Und mag ein Spiegel der Münche werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ging zur Schul barfuß ohne Schuh;&#10;Und legt die geistlich Kunst sich zu;&#10;Die Weisheit kam ihm vor der Zeit,&#10;Da ward er zu einem Priester geweiht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stadtsommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stadtsommer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stadtsommer/</guid><description>&lt;p&gt;Funkelnd über den Dächern&#10;Liegt der heiße Strahl;&#10;Ach, kein Lüften, kein Fächern&#10;Lindert die sengende Qual.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stumm in der Häuser Schatten&#10;Gehen die Menschen hin;&#10;Von Wäldern und grünen Matten&#10;Träumt ihr lechzender Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leiser rollen die Wagen,&#10;Plätschert der Brunnen Fluth;&#10;In solchen schlummernden Tagen&#10;Selbst die Liebe ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsam im weiten Raume&#10;Schlummerst auch du, mein Herz,&#10;Und leis′ nur wie im Traume&#10;Durchzuckt dich der Sehnsucht Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stammbuchvers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchvers/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchvers/</guid><description>&lt;p&gt;So an ein Stammbuch hingezerrt&#10;hat man Verdruss.&#10;Man fühlt sich aufs Klosett gesperrt&#10;Obwohl man gar nicht muss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn mancher Gast will weitergehn&#10;Und will nichts stehen lassen&#10;Und seine Klexe ungesehen&#10;Nur werfen, wo sie passen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stern von Bethlehem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stern-von-bethlehem/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stern-von-bethlehem/</guid><description>&lt;p&gt;Unendlich Blau.&#10;Geweihte Nacht.&#10;Und immer fällt der Schnee&#10;In zarten Sternen.&#10;Deckt die weite Erde sacht.&#10;Heilige Nacht&amp;hellip;&#10;Durchglüht vom Leidensblut&#10;Des lieben Herrn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir pilgern noch im Dunkel.&#10;Doch wir sehen seinen Stern&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stille Fahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-fahrt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-fahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Wiege uns in süße Träume,&#10;Tiefbewegter, dunkler See,&#10;Nimm es auf in deine Räume&#10;Unsrer Herzen stilles Weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles ruht — nur Sterne wachen&#10;Badend sich in dunkler Flut,&#10;Und wir schiffen still im Nachen&#10;Durch der Wogen feuchte Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum noch finstern leise Lüfte&#10;Kosend uns ein Märchen zu&#10;Von dem Hauch der Blumendüfte,&#10;Von der Wälder Abendruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es schwinden rings die Ufer&#10;Und mit unsrem Liebesweh&#10;Sind wir nun, o Heißgeliebte,&#10;Auf der weiten, stillen See!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stille Insel (Bretagne)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-insel-bretagne/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-insel-bretagne/</guid><description>&lt;p&gt;Glocken über die Fluren  Hör ich vom Lande wehn  Und kann schon die Konturen  Der runden Türme nicht mehr sehn.&#10;Die Nacht, das Meer, zwei blaue Bänder  Durchstickt mit Sternengold,  Haben die Ränder  Der Insel in ihre Falten gerollt.  Alles wird Ferne und  Sinkendes Schweigen.  Wortlos neigen  Die Winde sich nahe an meinen Mund.&#10;Weit und wie ohne Wiederkehr  Scheint dies alles, das mir entgleitet,  Die braunen Hügel, das blinkende Meer,  Die Bäume, die winkend im Hafen stehn,  Die Glocken, die über die Wasser wehn.  Und ich bin schon bereitet  Ins Dunkel, das sich drohend verbreitet,  Mit ihnen zu gehn  Abendallein  Mit meinem lastenden Einsamsein.&#10;Da weht von den späten  Gehöften zwischen den Hügeln, die  Mit leisem Schritt in den Abend treten,  Noch eine schüchterne Melodie.&#10;Und süß beklommen höre ich, wie  Kinder zu Gott in das Dunkel hinein  Um Schlaf und gütige Träume beten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Streben in die Ferne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/streben-in-die-ferne/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/streben-in-die-ferne/</guid><description>&lt;p&gt;Du blaue Ferne, die mir lieblich winket,&#10;Was birgst Du wohl in Deinen Nebelduft?&#10;Ist′s ein Phantom, was mir entzückend blinket&#10;Als Stern der Ahndung dort in fremder Luft?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ist′s, das mächtig mich in′s Weite ruft,&#10;Wenn still verlöscht die Abendsonne sinket?&#10;Und wenn der Trennung unermessne Kluft&#10;Den trüben Sinn in Grabestiefen winket?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist der Hoffnung wunderbares Wehen&#10;Das weit entlegne Länder mir verklärt,&#10;Und goldnen Schimmer webt um ferne Höhen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stromüber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stromueber/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stromueber/</guid><description>&lt;p&gt;Der Abend war so dunkelschwer,&#10;und schwer durchs Dunkel schnitt der Kahn;&#10;die Andern lachten um uns her,&#10;als fühlten sie den Frühling nahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der weite Strom lag stumm und fahl,&#10;am Ufer floß ein schwankend Licht,&#10;die Weiden standen starr und kahl.&#10;Ich aber sah dir ins Gesicht&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und fühlte deinen Atem flehn&#10;und deine Augen nach mir schrein&#10;und - eine Andre vor mir stehn&#10;und heiß aufschluchzen: Ich bin dein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stumme Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stumme-liebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stumme-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Selig, willenlos dahingegeben,&#10;Ruht der schlanke Leib in meinen Armen,&#10;Und die feuchten, vollen Lippen suchen&#10;Leise die meinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber keine Liebesworte schauern&#10;Aus bedrängtem Busen weich ans Ohr mir;&#10;Nur die dunklen, angstvoll großen Augen&#10;Leuchten vor Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schweigend pressen sich die heißen Hände,&#10;Sprechen sich die Geister und die Herzen,&#10;Und geheimnisvoll beschleicht die Seele&#10;Ahnung des Glückes.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sturm/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sturm/</guid><description>&lt;p&gt;Wo sich auf bleichgeglühten Kalksteinfelsen&#10;Der Rosenhain erhebt, dort ruhtest du&amp;hellip;&#10;Die Luft ist schwül, dem fernen Horizont&#10;Entsteigt ein nachtgefärbtes Sturmgewölk,&#10;Das noch ein letztes, blasses Roth umsäumt.&#10;In schwärzlich-grünen, weiten Wellen schlägt&#10;Schwerathmend schon empor zum Strandgeklipp&#10;Das wilde Meer und jauchzt dem Sturm entgegen,&#10;Der es durchschüttert bis zum letzten Grund.&#10;Zu Neste flüchtet scheu das Seegevögel,&#10;Und heimwärts flieht mit hochgebauschtem Segel&#10;Der Fischerbarken angstgepeitschte Schaar&amp;hellip;&#10;Du aber ruhst in marmornem Gestühl&#10;Und saugst in gierig langen Athemzügen&#10;Der goldig-blassen Rosen schweren Hauch,&#10;Und lässt den Sturm in liebesheißem Spiel&#10;Von Brust und Schultern Dir den Schleier lösen&#10;Und starrst hinaus auf gischtgekrönte Wasser&#10;Und träumst vom Sturm, der Deine Seele liebt&#10;Und sie durchschüttert bis zum letzten Grund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sturmnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sturmnacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sturmnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Im Hinterhaus, im Fliesensaal&#10;Über Urgroßmutters Tisch′ und Bänke,&#10;Über die alten Schatullen und Schränke&#10;Wandelt der zitternde Mondenstrahl.&#10;Vom Wald kommt der Wind&#10;Und fährt an die Scheiben;&#10;Und geschwind, geschwind&#10;Schwatzt er ein Wort,&#10;Und dann wieder fort&#10;Zum Wald über Föhren und Eiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wird auch das alte verzauberte Holz&#10;Da drinnen lebendig;&#10;Wie sonst im Walde will es stolz&#10;Die Kronen schütteln unbändig,&#10;Mit den Ästen greifen hinaus in die Nacht,&#10;Mit dem Sturm sich schaukeln in brausender Jagd,&#10;Mit den Blättern in Übermut rauschen,&#10;Beim Tanz im Flug&#10;Durch Wolkenzug&#10;Mit dem Mondlicht silberne Blicke tauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Styx</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/styx/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/styx/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nebel graun, die keinem Winde weichen.&#10;Die giftigen Dünste schwängern weit das Tal.&#10;Ein blasses Licht scheint in der Toten Reichen,&#10;Wie eines Totenkopfes Auge fahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entsetzlich wälzt sich hin der Phlegeton.&#10;Wie tausend Niagaras hallt sein Brüllen.&#10;Die Klüfte wanken von den Schreien schon,&#10;Die im Orkan die Feuerfluten füllen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie glühn von Qualen weiß. Wie Steine rollen&#10;Den Fluß herab sie in der trüben Glut,&#10;Wie des geborstenen Eises Riesenschollen&#10;So schmettert ihre Leiber hin die Flut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Süßer Mai du Quell des Lebens...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/suesser-mai-du-quell-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/suesser-mai-du-quell-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Süßer Mai du Quell des Lebens&#10;Bist so süßer Blumen voll&#10;Liebe sucht auch nicht vergebens&#10;Wem sie Kränze winden soll&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süßer Mai, mit Blumen-Glocken&#10;Läutest du das Fest mir ein&#10;Ich bekränze ihre Locken,&#10;Will ein frommer Gast auch sein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süßer Mai, zum Liebesmahle&#10;Trägst du Blumen-Kelche ein&#10;Blüten-Säulen stehn im Saale&#10;Drüber wölbt sich Sonnenschein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süßer Mai, in deinen Kelchen&#10;Küssen fromme Bienen sich&#10;Aber unter allen welchen&#10;Hast du eingefüllt für mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Taback: übersezt aus dem Barclayo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/taback-uebersezt-aus-dem-barclayo/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/taback-uebersezt-aus-dem-barclayo/</guid><description>&lt;p&gt;Pflantze/ deren Rauch das Gifft&#10;Bunter Schlangen übertrifft/&#10;Welche die Natur verbannt&#10;In ein weit-entlegnes Land.&#10;Wo der Wilden tummer Geist&#10;Seine Larven Götter heist/&#10;Wo der Barbarn freche Schaar&#10;Weyland unbeherrschet war.&#10;Wer/ o mehr als Höllen-Kraut/&#10;Hat der Fichte dich vertraut?&#10;Wessen unbehirntes Haubt&#10;War der Sinnen so beraubt/&#10;Daß es dich in unser Land&#10;Durch die weite See gesandt?&#10;Kunte nicht Neptun das Schiff/&#10;So durch seine Wellen liff/&#10;Und dergleichen schnöde Last&#10;Hielt gefangen um den Mast/&#10;Durch der Winde rasend Heer&#10;Stürtzen in das tieffste Meer/&#10;Treiben auff erhöhten Sand/&#10;Schlagen an der Klippen Wand/&#10;Führen auff ein falsches Bay&#10;Schmettern in viel Stück entzwey!&#10;Konte nicht der Jupiter&#10;Aller Sternen Ober-Herr/&#10;Auff das schwancke Wasser-Hauß&#10;Blitz und Donner schütten aus/&#10;Und verzehren durch die Glutt&#10;Schneller Flammen Schiff und Gutt.&#10;Aber/ ach! als Streit und Krieg&#10;Uberall behielt den Sieg/&#10;Als sich unser Vaterland&#10;Richte hin mit eigner Hand/&#10;Als das Blutt aus naher Schoß&#10;Durch des Freundes Hände floß/&#10;Als die Mutter ihrem Sohn&#10;Halff durch arge Gifft davon/&#10;Fehlte bey dem Krieges-Joch&#10;Diese Pest/ diß Ubel noch.&#10;Dieses must auff frischer Bahn&#10;Seyn den Fremden nachgethan/&#10;Dieses must in kurtzer Zeit&#10;Seyn gelitten weit und breit/&#10;Biß es worden so gemein&#10;Daß es ärger nicht kan seyn.&#10;O verkehret-neuer Brauch!&#10;O beschwerter Höllen-Rauch/&#10;Wer kan deinen Nebel-Dunst&#10;Uns beschreiben nach der Kunst?&#10;Wer kan bringen auffs Papir&#10;Was für Schaden steckt in dir?&#10;Des Avernus schwartzer See&#10;Schicket nimmer in die Hoh&#10;Aus dem faulen Schwefel-Bruch&#10;Einen solchen Mord-Geruch;&#10;Wenn sie Flegeton bewegt&#10;Und Cocytus überschlägt.&#10;Wann in Radamantus Haus&#10;Ihre Fackeln löschet aus&#10;Die um Schultern Haubt und Haar&#10;Viel-beschlangte Schwester-Schaar/&#10;Findet sich kein solcher Rauch&#10;Als auff dieses Krautes Brauch/&#10;Welches um die Stirne flieht&#10;Und den tollen Kopff durchzieht/&#10;Welches den Verstand bekriegt/&#10;Angebohrnes Naß besiegt.&#10;O Gewächse/ dessen Gifft&#10;Basiliscen übertrifft/&#10;Hätte bey der alten Welt&#10;Herculem den kühnen Held&#10;Cacus der verschlagne Mann&#10;Mit Tabac geblasen an/&#10;Seiner Helden-Armen Krafft&#10;Hätte nichts an ihm geschafft&#10;. Hätte deinen Nutz erkannt&#10;Das berühmte Grichen-Land/&#10;Würde man/ statt andrer Gifft/&#10;Haben deinen Brauch gestifft/&#10;Würdestu der Dichter Schaar/&#10;So damahls im Leben war/&#10;Von des Höllen-Hundes Speyn&#10;Zweiffels-frey entsprossen seyn.&#10;So den Vater denn durch Mord&#10;Hätt ein Sohn geschicket fort/&#10;Würde für ihn Brand und Glutt/&#10;Hahn und Affe/ Sack und Flutt/&#10;Creutz und Galgen/ Rad und Strang/&#10;Schweffel/ Pech und Folter-Banck/&#10;Geissel/ Bley und andre Pein/&#10;Allzuschlecht gewesen seyn:&#10;Des Tabackes Nebel-Nacht&#10;Würd ihn haben umgebracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tafellied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tafellied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tafellied/</guid><description>&lt;p&gt;Kränzt, edler Lust&#10;Gleich edel lieb zu kosen,&#10;Kränzt Haar und Brust&#10;Mit ihren jüngsten Rosen!&#10;Menschlicher Frühling, schön und kurz,&#10;Tropfet Genuß nur auf Tage;&#10;Fliehen nun dies′ in zu raschem Sturz,&#10;Eitel ist dann auch die Klage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem frohen Kreis&#10;Ruft Freude schon im schweben:&#10;Geneuß! geneuß!&#10;Kurz daur′ ich wie das Leben.&#10;Aehnlich dem Freunde scheidet Lust,&#10;Der auf der Flucht uns begegnet,&#10;Herzlich uns drücket an Mund und Brust&#10;Und sich entreißend noch segnet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tag des Schreckens in Glogau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tag-des-schreckens-in-glogau/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tag-des-schreckens-in-glogau/</guid><description>&lt;p&gt;Mit einer ihren Gram erzählenden Gebärde&#10;Wirft Glogau noch den Blick zur Erde,&#10;Und ist an Schutt und Klagen reich.&#10;Der Fremdling siehet noch den Staub vom Heiligthume,&#10;Und wird, der Menschlichkeit zum Ruhme,&#10;Bey traurigen Ruinen weich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mehr als er vom tiefen Schmerz bezwungen,&#10;Vom stärkern Mitleid mehr durchdrungen,&#10;Sing ich die halb zerstöhrte Stadt.&#10;Und noch betäubt vom schwarzen Schreckens-Tage&#10;Wird mein Gesang wie ihre Klage,&#10;Und mein Gedank wie ihrer matt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tand/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tand/</guid><description>&lt;p&gt;O, es ist nichts. Dieß Alles ist ja Tand!&#10;Was hält noch den an holder Täuschung Band,&#10;Der weiß, daß Nichts ist, und nach Art der Narren&#10;In seiner Seele schuldigem Erblinden&#10;Hinlief zu euch, zu suchen und zu scharren,&#10;Ob nicht ein Etwas da noch sei zu finden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Einmal, ja! zum ächten Edelstein&#10;Drang da der Bergmann glücklich grabend ein,&#10;Zum Diamant der Einfalt und der Treue.&#10;Das war ein Etwas, war das Salz der Erden! –&#10;Was blieb ihm, als das Thränensalz der Reue?&#10;Treulos an solchem Kleinod mußt&amp;rsquo; ich werden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tango</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tango/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tango/</guid><description>&lt;p&gt;Tango tönt durch Nacht und Flieder.&#10;Ist′s im Kurhaus die Kapelle?&#10;Doch es springt mir in die Glieder,&#10;Und ich dreh mich schnell und schnelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tango - alle Muskeln spannt er.&#10;Urwald und Lianentriebe,&#10;Jagd und Kampf - und wie ein Panther&#10;Schleich ich durch die Nacht nach Liebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tannen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tannen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tannen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne, schräg vom schwarzen Berg zerschnitten,&#10;Licht meiner Sinnwelt auch, von Welt inmitten&#10;Gespalten, halb verfinstert, bald bezwungen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Felsen und Erden übergegangen:&#10;Heute benetzt sie die Schläfen nur noch den langen&#10;Reglosen Tannen der Niederungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihre Schatten schlugen viel Zirkel im Grase,&#10;Der Fingerhut dorrt in der Apothekervase,&#10;Die Tannen ragen reglos noch immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit grünen Bärten, mit moosigem Schurze,&#10;Es endigt das Menschenleben, das kurze -&#10;Die riesigen Tannen ragen noch immer:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Teppichklopfen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/teppichklopfen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/teppichklopfen/</guid><description>&lt;p&gt;Hinter Mauern stehn Gerüste,&#10;Es klopft ein Rohr.&#10;Neben der Welt, so fragt mein Ohr,&#10;Nicht an dieses Lebens Küste?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Staub steigt müde, fällt,&#10;Staub von vielen Füßen, vielen Tagen,&#10;Der Leichnam alten Lebens wird geschlagen,&#10;Er hebt sich nicht bis an die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Längst gebrochnen Brotes Krumen&#10;Fallen, und zuletzt&#10;Schimmern abgewetzt&#10;Arabesken und ergraute Blumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie krümmen sich im Schlage,&#10;Der wellig senkt und hebt,&#10;Was matte Finger einst gewebt&#10;An einem fernen Tage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Teufelskanzel bei Baden-Baden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/teufelskanzel-bei-baden-baden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/teufelskanzel-bei-baden-baden/</guid><description>&lt;p&gt;An dem Fest der Sonnenhöhe&#10;Wall′ ich hin zu dir, o Stein,&#10;Daß mich alte Luft umwehe&#10;In dem schauerlichen Hain.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo die tapfern Väter knieten&#10;Demuthsvoll im starken Muth,&#10;Hell die Freudenfeuer glühten,&#10;Heller ihres Herzens Gluth,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seh′ ich noch die Geister wallen&#10;Feiernd in der Sommernacht, -&#10;Nein, es kann nicht ganz zerfallen,&#10;Was ein frommer Mensch gedacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thema und Reime</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thema-und-reime/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thema-und-reime/</guid><description>&lt;p&gt;Thema, Die jungen Aerzte wissen so wohl denen Jungfern an den Puls zu greifen, und verstehen deren Heimlichkeiten so wohl, als die Alten&#10;Er widersteht durch Kunst der drohenden – – Gefahr,&#10;Den Gott der Arzeney verehrt ein Silber – – Haar;&#10;Die manches zartes Reis zur schwarzen Erde – – drücken,&#10;Und der Verwesungs-Macht zum Opfer könte – – schicken.&#10;Jedoch du alter Arzt, was blehet sich dein – – Bauch?&#10;Was runzelst du die Haut und machst die Stirne – – rauh?&#10;Laß Zorn, laß Neid und Zank, und kröne den mit – – Liebe,&#10;Der deine Wissenschaft nach Art der klugen – – Diebe&#10;Erhascht, erlauscht und stiehlt; ergieb dich jetzt nur – – drein,&#10;Der junge Mevius fällt dir ins Handwerk – – ein,&#10;Er will mit munterm Geist Gallenens Witz er – – greifen,&#10;Und auch die kleine Welt mit seinem Sinn durch – – streifen.&#10;Bricht die Gesundheit gleich und kriegt ein grosses – – Loch,&#10;So lebt doch Mevius mit seiner Weisheit – – noch,&#10;Der hält ihr Sinken auf. Schreyt Lorgen: ich er – – warme,&#10;Das hitzge Fieber wächst, so faßt er sie beym – – Arme,&#10;Und schickt nach ihrem Puls den schärfsten Augen – – Blick,&#10;Er kennt, und merkt genau, wie er den Schmerzens – – Strick&#10;Durch seinen Rath zerschneid. Was alte Aerzte – – naschen,&#10;Kan auch ein junger Arzt erforschen und – – erhaschen.&#10;Ach Lorgen! Mevius weis wohl, was vor Ge – – stank&#10;Und Krankheit in dir ist, drum ordnet er den – – Trank&#10;Davor, und hilft dir auf. Ich muß die Wahrheit – – geigen:&#10;Es ist dem jungen Arzt des alten Klugheit – – eigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Till, der Holzhacker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/till-der-holzhacker/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/till-der-holzhacker/</guid><description>&lt;p&gt;die Reinheit in unsre Willkür aufzunehmen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Till hackte Holz auf Mord und Brand,&#10;(Der Mond am Himmel vor ihm stand)&#10;Husch auf, husch kräftig nieder;&#10;Da fuhr ihm’s Beil, bei Ja und Nein,&#10;Vom Schaft, und in den Mond hinein,&#10;Hinein, und kam nicht wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Feirabend«, sprach Till, »alleweil!&#10;Denn hack mir einer ohne Beil,&#10;Koch’ einer ohne Kohlen! –&#10;Weil Till denn ohne Beil nichts kann;&#10;So muß er, halter, wohl daran,&#10;Und muß es wieder holen.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tingel-Tangel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tingel-tangel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tingel-tangel/</guid><description>&lt;p&gt;Trauert nicht, ihr Völkerscharen,&#10;Ob der schweren Zeit der Not.&#10;Packt das Leben bei den Haaren.&#10;Morgen ist schon mancher tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Küssen, um geküßt zu werden,&#10;Lieben, um geliebt zu sein,&#10;Gibt′s ein schöner Los auf Erden&#10;Für ein artig Mägdelein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, die Liebe ist mein Credo,&#10;Meines Lebens Inbegriff,&#10;Und so werd′ ich zum Torpedo,&#10;Ach, für manches Panzerschiff,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, mir ist zumut, als stünde&#10;Mir geschrieben im Gesicht:&#10;Eine grauenvollre Sünde&#10;Als die Tugend gibt es nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todessehnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todessehnen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todessehnen/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wer nimmt von meiner Seele&#10;Die geheime schwere Last,&#10;Die, je mehr ich sie verhehle,&#10;Immer mächtiger mich faßt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Möchtest du nur endlich brechen,&#10;Mein gequältes, banges Herz!&#10;Findest hier mit deinen Schwächen,&#10;Deiner Liebe nichts als Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort nur wirst du ganz genesen,&#10;Wo der Sehnsucht nichts mehr fehlt,&#10;Wo das schwesterliche Wesen&#10;Deinem Wesen sich vermählt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hör′ es, Vater in der Höhe,&#10;Aus der Fremde fleht dein Kind:&#10;Gib, daß er mich bald umwehe&#10;Deines Todes Lebenswind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenwacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenwacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenwacht/</guid><description>&lt;p&gt;- »und dass ich das Schmerzlichste sage -« (Heine)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ solange Todtenwacht gehalten&#10;An der geliebten Bahre; - tausendmal&#10;Geschluchzt auf wunden Knien, beim lieben Sarge,&#10;Und aus den Thränen stiegen fackelgleich&#10;Viel weisse Flammen auf &amp;hellip; und banger Weihrauch&#10;Drang wolkig auf &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kniete nächtelange&#10;Und schmerzlich webte ich das Todtenkleid,&#10;Und webte es aus Fetzen meiner Seele &amp;hellip;&#10;&amp;hellip; Drum klebt viel blasses Blut dran -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nächtelang&#10;Hab′ ich gekniet an dem geliebten Sarg &amp;hellip;&#10;Drin lag des lieben Gottes liebe Leiche. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Toten-Messe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/toten-messe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/toten-messe/</guid><description>&lt;p&gt;Nun liegen ihre Leiber halb verscharrt,&#10;geborsten und verwittert tief im Sand.&#10;Verworren züngelt Haar, hoch wächst die Hand,&#10;greift in die Nacht, die auf den Zinnen harrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verkohlte Städte schwelen lang vorbei,&#10;und Brücken flattern schief und ausgezackt.&#10;Die Sonne stürzt, schäumender Katarakt,&#10;auf morsche Schädel, Augen fahl wie Blei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch ihre Zähne pfeift ein süßer Wind,&#10;der warm und rosig ist von frischem Blut.&#10;(- In Abendröten weiden Lämmer gut. -)&#10;Schon quellen sie verwesend aufwärts lind,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Totenliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/totenliebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/totenliebe/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Und leise trat ich an Dein Sterbelager,&#10;Du kaum erschlossne, schnell verwelkte Blüte.&#10;- - Mir war ja heimlich zugeflüstert worden,&#10;Du hättest ganz im Stillen mich geliebt. - -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch einmal hoben sich die schweren Lider&#10;Und aus den todesmatten Augen brach&#10;Ein letzter - langer - tiefer Blick der Liebe,&#10;Und Deine abgezehrte, kleine Hand,&#10;Noch einmal legte sie sich fest in meine,&#10;Und dann war Alles, Alles, Alles aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trauer-Vers über jemands Absterben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trauer-vers-ueber-jemands-absterben/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trauer-vers-ueber-jemands-absterben/</guid><description>&lt;p&gt;Nun danket alle Gott,&#10;Weil dieser Mann erblichen,&#10;Der uns mit vielem Spott&#10;Und Lästern überstrichen.&#10;Nun ist der Feinde Rott&#10;Geringer, samt der Quaal,&#10;Drum sing ich noch einmahl:&#10;Nun danket alle Gott.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trauercarmen in memoriam unserer plötzlich heimgegangenen Katze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trauercarmen-in-memoriam-unserer-ploetzlich-heimgegangenen-katze/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trauercarmen-in-memoriam-unserer-ploetzlich-heimgegangenen-katze/</guid><description>&lt;p&gt;Unsere alte Katze ist verschieden,&#10;War so sanft und gut.&#10;Ach, sie war des Hauses Trost und Frieden,&#10;Und nun liegt sie da in ihrem Blut.&#10;In Gestalt des Lifts kam er geschlichen,&#10;Lautlos, tückisch, flink: der Tod,&#10;Bis sie unter seiner Eisenfaust verblichen,&#10;Und das ganze Treppenhaus war rot.&#10;Nimmer wirst du mehr im Schoß der Herrin schnurren oder schnarren,&#10;Und der Herr, er krault dich nicht von Zeit zu Zeit.&#10;Unterm Schnee wird man dir eine Grabstatt scharren&#10;Nur zwei Schuhe breit.&#10;Aber einst wird die Posaun ertönen,&#10;Wenn der Katzengott zur Auferstehung bläst.&#10;Und du wandelst dann mit vielen schönen&#10;Katern zum erkornen Fest.&#10;Wie behaglich wirst du in das Himmelsbett, des Himmels Bett dich schmiegen.&#10;Mäuse gibt es ohne Zahl und keinen Hund.&#10;Jeden Tag wirst du ein andres Junges kriegen,&#10;Weiß und schwarz und scheckig oder bunt.&#10;Aber unsre Tränen tropfen, und wir raufen&#10;Uns die Haare sonder Ruh.&#10;Zwar man könnte eine andre Katze kaufen,&#10;Aber das wärst doch nicht du.&#10;Was auch Darwin oder Haeckel sage:&#10;Eine Seele hattest du gewiß.&#10;Und so rinnt denn unsre Totenklage&#10;In die uferlose, in die Finsternis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traumig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traumig/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traumig/</guid><description>&lt;p&gt;Frauen schreiten ab zersehnte Augen&#10;Kinderlachen händelt schmerzes Blut&#10;Fernen nicken&#10;Blüten winken&#10;Kommen sammeln winden&#10;Würgen sticket klamm die tränen Schlund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trauriger Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trauriger-winter/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trauriger-winter/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ziehen Nebel, falbe Blätter fallen,&#10;Öd alle Stellen, die uns oft entzücket!&#10;Und noch einmal tief Rührung uns beglücket,&#10;Wie aus der Flucht die Abschiedslieder schallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl manchem blüht aus solchem Tod Gefallen:&#10;Daß er, nun eng ans blühnde Herz gedrücket,&#10;Von roten Lippen holdre Sträuße pflücket,&#10;Als Lenz je beut mit Wäldern, Wiesen allen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir sagte niemals ihrer Augen Bläue:&#10;&amp;ldquo;Ruh auch aus! Willst du ewig sinnen?&amp;rdquo;&#10;Und einsam sah ich so den Sommer fahren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trennungen in dieser Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trennungen-in-dieser-zeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trennungen-in-dieser-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Was bleibt mir, wenn wir von einander scheiden?&#10;Auch du siehst etwas bleich aus schwarzem Wagen,&#10;Noch einmal zu mir her, von Qualm beschlagen -&#10;Weiß winkt die Einsamkeit, ein bleibend Leiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was lebt in mir, wenn wir Lebwohl uns sagen,&#10;Verschiednen Tons? Die großen Räder schneiden&#10;Bald die verschlungnen Hände durch, uns beiden,&#10;Denn alle Uhren schlagen Abschied, schlagen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was denke ich? Hier endlich nicht mehr denke!&#10;Denn alles schwebt - Minuten schön - Geschenke -&#10;Es ist so schmerzlich gut, dich noch zu sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trieb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trieb/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trieb/</guid><description>&lt;p&gt;Es treiben mich brennende Lebensgewalten,&#10;Gefühle, die ich nicht zügeln kann,&#10;und Gedanken, die sich zur Form gestalten,&#10;fällen mich wie Wölfe an!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich irre durch duftende Sonnentage&amp;hellip;&#10;und die Nacht erschüttert von meinem Schrei.&#10;Meine Lust stöhnt wie eine Marterklage&#10;und reißt sich von ihrer Fessel frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schwebt auf zitternden, schimmernden Schwingen&#10;dem sonn&amp;rsquo;gen Tal in den jungen Schoß,&#10;und lässt sich von jedem Mai&amp;rsquo;nhauch bezwingen&#10;und gibt der Natur sich willenlos.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Triebkrieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/triebkrieg/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/triebkrieg/</guid><description>&lt;p&gt;Augen blitzen&#10;Dein Blick knallt auf&#10;Heiß&#10;Läuft das Bluten über mich&#10;Und&#10;Tränket&#10;Rinnen See.&#10;Du blitzst und blitzest.&#10;Lebenskräfte&#10;Lodern&#10;Moder wahnet um&#10;Und&#10;Stickt&#10;Und&#10;Stickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Troglodytin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/troglodytin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/troglodytin/</guid><description>&lt;p&gt;Und ich muß durch Dunkelheiten&#10;Wie durch große Wälder spähn,&#10;Selbst die Schrecken mir bereiten,&#10;Die sich meinen Stapfen blähn,&#10;Brandgestruppte Elche, Bachen,&#10;Grunzend um das Ferkelblut,&#10;Wölfe, hungergrau, und Drachen&#10;Mit den Waben gelber Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nackt, auf scharf bekrallten Zehen,&#10;Rot von Schauern ausgewetzt,&#10;Im Geröhr an Sumpf und Seen&#10;Duck ich brünstig und gehetzt;&#10;Natter schlüpft durch meine Hände,&#10;Schnecke näßt mein Haar mit Schleim,&#10;Meine buntgefärbte Lende&#10;Wird der Kröte liebes Heim.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Kaum erwäg ich recht mein Glücke,&#10;Das mir deine Liebe giebt;&#10;Freund, so wird im Augenblicke&#10;Mein erschrocknes Herz betrübt:&#10;Denn es wird die Stunde schlagen,&#10;Und wie schnell rückt sie heran!&#10;Da ich nichts, als mich beklagen,&#10;Und kein Mensch mich trösten kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Gedanke, wenn wir scheiden,&#10;Mischt zu meiner Freude Gift,&#10;Webt in meine Ruhe Leiden,&#10;Lähmt den Scherz, auf den er trifft.&#10;Damis, laß uns zeitig trachten&#10;Unsre Trennung auszustehn,&#10;Lehre mich den Tod verachten,&#10;Oder doch unschreckhaft sehn. - - -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trostlose Thränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trostlose-thraenen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trostlose-thraenen/</guid><description>&lt;p&gt;Blickt nicht so wild, weint nicht so arg,&#10;Weil von des Sturmes rauher Hand&#10;Das Schiff, das Euern Reichthum barg,&#10;Zertrümmert liegt am Klippenstrand,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil Euch nur Asche übrig blieb,&#10;Die Flamme Euer Haus verzehrt,&#10;Weil fort der Krieg die Heerden trieb,&#10;Das schöne Gut der Feind verheert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch fluthet ja das Meer, es weht&#10;Der Wind, der frisch die Segel schwellt,&#10;Die alte Wasserstraße geht&#10;Noch immer frei hin durch die Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tun</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tun/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tun/</guid><description>&lt;p&gt;Der Weg zum Tun ist sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Turmchoral</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/turmchoral/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/turmchoral/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stadt liegt noch im Werktagsrauche&#10;Und spiegelt trüb im Fluß sich ab,&#10;Da tönt uralt mit sanftem Hauche&#10;Der Sonntagsgruß vom Thurm herab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Erzes weitgetrag′ne Stimmen&#10;Erschallen in den reinen Höh′n,&#10;Die Sterne fangen an zu glimmen&#10;Und fromm verstummet das Getön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uber des Sommers Abend-Zeit an Sie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-des-sommers-abend-zeit-an-sie/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-des-sommers-abend-zeit-an-sie/</guid><description>&lt;p&gt;Liebste / laß uns nun besehen /&#10;Wie dir göldne Sonn entsinckt.&#10;Wie sie wil zu Rüste gehen /&#10;Wie sie aus dem Meere trinckt.&#10;Denn der Abend kömpt mit Prangen&#10;Vor der braunen Nacht gegangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß uns voller Lust anschauen /&#10;Wie der Tag den Abschied hält.&#10;Wie die grünen Wälder blauen /&#10;Wie der reine Nebel fällt.&#10;Wie die Dünste von der Erden&#10;Bey den Wolcken himlisch werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über die Begierde des Säuglings</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-begierde-des-saeuglings/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-begierde-des-saeuglings/</guid><description>&lt;p&gt;Ob Weizen reift zu Semmel oder Kuchen,&#10;Darüber sorgt der Säugling nicht,&#10;Der einen Busen weiß zu suchen,&#10;Und lallend mit der Amme spricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er bittet nicht um Regen oder helle&#10;Vom Lerchenchor durchsungne Luft,&#10;Wenn selbst die halbversiegte Quelle&#10;Zum Jupiter um Nässe ruft,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er kennet keine Güter, des Bestrebens,&#10;Des Wunsches seiner Seele werth,&#10;Ihm ist das ganze Glück des Lebens&#10;Die volle Brust, die ihn ernährt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach ihr verlangt er heißer als die Schaaren&#10;Der Römer bey dem Marc Anton&#10;Nach Wasser, als sie schmachtend waren,&#10;Und kämpfend vor den Parther flohn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über die Wiege eines Kindes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-wiege-eines-kindes/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-wiege-eines-kindes/</guid><description>&lt;p&gt;Madrigal&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schläfst in Ruh, und bildest dir nicht ein,&#10;Die kleine Wiege werde&#10;Auf dieser schnöden Erde,&#10;Das Vorbild deines größren Schicksals seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wiege wirft dich hin und her:&#10;So wirst Du auch nach mehren Jahren&#10;Des Schicksals Spielwerk wohl erfahren.&#10;Es wird sich stets bemühn,&#10;Dich öfters hin und her zu ziehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über die Winterlustbarkeiten in Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-winterlustbarkeiten-in-berlin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-winterlustbarkeiten-in-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Du, dessen Auge nichts verräth&#10;Vom Stolze, den so manche Brust bewirthet,&#10;Durch Ordensbänder aufgebläht,&#10;Womit sie ward umgürtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O A*! Dein Herz verschließt&#10;Sich nimmer, wenn die Freuden Dich umgeben,&#10;Der Weise braucht sie, und versüßt&#10;Sich gern dadurch das Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich reizt Dein Landgut, wenn im May&#10;Die Vögel aus den schattigen Gebüschen&#10;Mit eines Schäfers Feldschalmei&#10;Ihr tonreich Lied vermischen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;|Und deine Rinderheerde satt&#10;Im Blumenthal beim Bache lieblich brüllet:&#10;Jezt aber reizt Dich Friedrichs Stadt&#10;Mit Spiel und Tanz erfüllet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über Pygmalions Geltsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-pygmalions-geltsucht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-pygmalions-geltsucht/</guid><description>&lt;p&gt;O Wunder / was ist das? der Trüger wird betrogen.&#10;Das Gelt hat / wie Magnet / sein Herz an sich gezogen.&#10;Sein&amp;rsquo; Hoffnung / sinkt zu Grund. Der klugen / bleibt der Schatz:&#10;aus Ursach / weil das Gut bey Bösen nicht hat Platz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über Wissen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-wissen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-wissen/</guid><description>&lt;p&gt;Gott kenn ich bloß durch Gott:&#10;Doch hab ich Gott erkiest,&#10;Weiß ich so viel, daß ich&#10;das nicht weiß, was Gott ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Überlaß es der Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberlass-es-der-zeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberlass-es-der-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Erscheint dir etwas unerhört,&#10;Bist du tiefsten Herzens empört,&#10;Bäume nicht auf, versuch′s nicht mit Streit,&#10;Berühr es nicht, überlaß es der Zeit.&#10;Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,&#10;Am zweiten läßt du dein Schweigen schon gelten,&#10;Am dritten hast du′s überwunden,&#10;Alles ist wichtig nur auf Stunden,&#10;Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,&#10;Zeit ist Balsam und Friedensstifter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unbeständigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unbestaendigkeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unbestaendigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Im spielenden Bache da lieg ich, wie helle!&#10;Verbreite die Arme der kommenden Welle,&#10;Und buhlerisch drückt sie die sehnende Brust.&#10;Dann trägt sie ihr Leichtsinn im Strome darnieder;&#10;Schon naht sich die zweite und streichelt mich wieder,&#10;Da fühl ich die Freuden der wechselnden Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Jüngling, sei weise, verwein nicht vergebens&#10;Die fröhlichsten Stunden des traurigen Lebens,&#10;Wenn flatterhaft je dich ein Mädchen vergißt.&#10;Geh, ruf sie zurücke, die vorigen Zeiten!&#10;Es küßt sich so süße der Busen der zweiten,&#10;Als kaum sich der Busen der ersten geküßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und dann nicht mehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-dann-nicht-mehr/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-dann-nicht-mehr/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah sie nur ein einzigmal,&#10;und dann nicht mehr;&#10;da sah ich einen Himmelsstrahl,&#10;und dann nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah umspielt vom Morgenhauch&#10;durchs Tal sie gehn;&#10;da war der Frühling im Tal,&#10;und dann nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Saal des Festes sah ich sie&#10;entschleiern sich,&#10;da war das Paradies im Saal,&#10;und dann nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie war die Schenkin, Lust im Kreis&#10;kredenzte sie;&#10;sie bot mir lächelnd eine Schal&amp;rsquo;,&#10;und dann nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-ob-ihr-mich-von-herd-und-heimat-triebt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-ob-ihr-mich-von-herd-und-heimat-triebt/</guid><description>&lt;p&gt;Und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt&#10;noch eh ich wusste, wie die Winde wehn,&#10;und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt,&#10;ich muss im Fernen nicht im Fremden gehn&#10;und muss nicht bang sein; mir kann nichts geschehn,&#10;seit ich begreife, wie mich alles liebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab das &amp;lsquo;Ich&amp;rsquo; verlernt und weiß nur:&#10;wir&#10;.&#10;Mit der Geliebten wurde ich zu zwein;&#10;und aus uns beiden in die Welt hinein&#10;und über alles Wesen wuchs das&#10;Wir&#10;.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ungeduld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ungeduld/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ungeduld/</guid><description>&lt;p&gt;Immer wieder in die Weite,&#10;Über Länder an das Meer,&#10;Phantasien, in der Breite&#10;Schwebt am Ufer hin und her!&#10;Neu ist immer die Erfahrung:&#10;Immer ist dem Herzen bang,&#10;Schmerzen sind der Jugend Nahrung,&#10;Tränen seliger Lobgesang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unstet in meinen Schritten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unstet-in-meinen-schritten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unstet-in-meinen-schritten/</guid><description>&lt;p&gt;Unstet in meinen Schritten,&#10;Herr, hab ich oft gefehlt,&#10;Du hast durch mich gelitten,&#10;Ach! Wunden ungezählt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß mich nicht lang mehr wallen,&#10;Führ mich an deiner Hand,&#10;Wo ich nicht mehr kann fallen,&#10;Heim in dein Vaterland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß nicht mein Herz erkalten,&#10;Herr Jesu! du allein&#10;Mach Wesen aus Gestalten,&#10;Und führ den Schein ins Sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es bleichten meine Tränen&#10;Den Schleier nimmer rein,&#10;Herr, schenke meinem Sehnen&#10;Der Gnade Sonnenschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Urfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/urfruehling/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/urfruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Sie trug eine Schlange als Gürtel&#10;und Paradiesäpfel auf dem Hut,&#10;und meine wilde Sehnsucht&#10;raste weiter in ihrem Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Ursonnenbangen,&#10;das Schwermüt&amp;rsquo;ge der Glut&#10;und die Blässe meiner Wangen&#10;standen auch ihr so gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war ein Spiel der Geschicke,&#10;eins ihrer Rätseldinge&amp;hellip;&#10;Wir senkten zitternd die Blicke&#10;in die Märchen unserer Ringe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich vergaß meines Blutes Eva&#10;über all&amp;rsquo; diesen Seelenklippen,&#10;und es brannte das Rot ihres Mundes,&#10;als hätte ich Knabenlippen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Urwanderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/urwanderung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/urwanderung/</guid><description>&lt;p&gt;Raunen und Schrei&#10;Fuß vor Fuß!&#10;Winken Hasten Zagen&#10;Hinab zum Fluß!&#10;Schlürfen und Schnaufen&#10;Weiter &amp;hellip; weiter!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ungeheuer!&#10;Schrecken und Wut!&#10;Mann und Weib&#10;Steine in krampfenden Fäusten&#10;Hinweg! &amp;hellip; Hinweg!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rauchen und Wehn!&#10;Hunger!&#10;Rinde und Blatt&#10;Weiter!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entwurzelter Stamm&#10;In nerviger Faust!&#10;Schwung und Schlag!&#10;Blutiger Fraß!&#10;Fort!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blendende Strahlen&#10;Aus blutrotem Rund!&#10;Machtvoller!&#10;Hin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blindes Dunkel&#10;Grausen um um&#10;Schlaf und Tod&#10;Schrecklicher!&#10;Hilf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhe und Rast&#10;Weiter und weiter!&#10;Fluß und Tal&#10;Weiter und weiter!&#10;Wasser und Sand&#10;Weiter und weiter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vagabundenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vagabundenlied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vagabundenlied/</guid><description>&lt;p&gt;In der Heimat ohne Fremde&#10;Bin ich ganz auf mich gestellt.&#10;Und mein Herze und mein Hemde&#10;Sind mein alles auf der Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um ein Lächeln leichten Mundes&#10;Geh ich schwärmend in den Tod.&#10;Mit den Brüdern meines Bundes&#10;Sauf ich bis zum Morgenrot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwäre hat den Leib zerfressen,&#10;Sonne selbst hab ich verspielt.&#10;Über allem unvergessen&#10;Schwebt die Seele, welche fühlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vater Stillings Tisch in Baden-Baden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vater-stillings-tisch-in-baden-baden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vater-stillings-tisch-in-baden-baden/</guid><description>&lt;ol start="1815"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier steht ein Tisch,&#10;Und stark und frisch&#10;Ein gutes Wort zu schreiben,&#10;Auch andres Werk zu treiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein jeder Tisch soll heilig sein,&#10;Um welchen gute Menschen treten,&#10;Sei′s, ihres Daseins sich zu freun,&#10;Sei′s, um ein Gratias zu beten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur Werkstatt geht mit Lust ein Meister,&#10;Zum Lehrstuhl wie zu anderm Werke,&#10;Denn überall sind gute Geister,&#10;Und herrschen Weisheit, Schönheit, Stärke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verdammte Jugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verdammte-jugend/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verdammte-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Von Hause fort, durch Straßen fort!&#10;Gekannt von nichts, von keinem Ort,&#10;Nur wie der Himmel rasch und hoch&#10;Durch fremden Lärm und ohne Wort!&#10;Wie schön allein, und dies verwühlt&#10;Und keiner drin, der mich befühlt,&#10;Der voll Verwandtschaft dumm und dicht&#10;In meiner Brust verhasst sich sühlt!&#10;Hier ist nicht Heim, hier ist es auf,&#10;Nicht Liebe plump, nur Kampf und Kauf!&#10;Ah fließt die Straße strotzend aus&#10;Zu andern ein in riesigem Lauf!&#10;Ah sprüht es schroff pferdlos vorbei&#10;Und brodelt schwarz der Menge Brei&#10;Und Häuser flattern hingepeitscht&#10;Von Licht, Geläut, Gezisch, Geschrei.&#10;Die Steine ziehn in falscher Ruh,&#10;Gehackt vom Schlag des Heers der Schuh,&#10;Den fahlen Köpfen funkeln wund&#10;Von schneller Glut die Lampen zu.&#10;Hier Antlitze wie Tiere fremd&#10;Und Augen wie in Eis geklemmt&#10;Und Augen, die nur sich besehn,&#10;Hier Antlitze, von nichts gehemmt!&#10;Du Gottlose, mein Haupt zerstäub -&#10;Entmenschlichte, mein Herz zerstäub -&#10;Vergriffnen mich, Verlorenen&#10;Du Straße ja betäub! betäub!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergib mir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergib-mir/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergib-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Vergib mir.&#10;Ich tat,&#10;Was Gott allein zu tun geziemt:&#10;Nahm deine Hand für meine Hand,&#10;Dein Herz für meines.&#10;Mich verwirrte&#10;Die schöne Nacht,&#10;Der goldne Stern im Strauch&#10;Und dann: der namenlose Duft der Linde.&#10;Verzeih.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verlangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verlangen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verlangen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn auf des Teiches klarem Spiegel,&#10;Die silberweißen Schwanen zieh&amp;rsquo;n,&#10;Dann möcht&amp;rsquo; ich auf der Sehnsucht Flügel,&#10;Dem Land der Ruh entgegen flieh&amp;rsquo;n;&#10;Und wenn die Wellen rastlos eilen,&#10;Dann fühl&amp;rsquo; ich mich so müd, so müd;&#10;Und säng&amp;rsquo;, das wunde Herz zu heilen,&#10;So gern mein letztes Schwanenlied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn rings um mich die Eichen rauschen,&#10;Dann möcht&amp;rsquo; ich gern mein höchstes Gut,&#10;Die Lyra mit dem Grabe tauschen,&#10;Wo sich&amp;rsquo;s so still und friedlich ruht.&#10;Nichts hab&amp;rsquo; ich hier als meine Lieder,&#10;Mein thränenfeuchtes Saitenspiel -&#10;Das andre nahm das Schicksal wieder,&#10;Und ließ mir nur das Wehgefühl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vermächtnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vermaechtnis/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vermaechtnis/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will Bäume pflanzen,&#10;die sich breiten, die sich weit verzweigen,&#10;dass auf ihren Ästen Vögel rasten.&#10;Fäller sollen meine frohen Wälder meiden;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und ich will auch freie Bäume pflanzen,&#10;die allein stehn, sonnelichtumwoben.&#10;Unter ihnen soll die Jugend tanzen,&#10;Angesicht zu Angesicht gehoben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein Jüngling soll der Fiedler sein,&#10;mit vor Sehnsucht blauen Augen,&#10;und so edel sollen seine Hände sein,&#10;dass sie nur zum Geigespielen taugen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlank und fein und wenigen verwandt,&#10;wenig blassen Musikantenhänden,&#10;die mit jedem Bogenzug der Hand&#10;ihre Meisterschaft vollenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwunderte Strophen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwunderte-strophen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwunderte-strophen/</guid><description>&lt;p&gt;Mädchen! Bist du ein Wunder!&#10;Daß du aufleuchtend dastehst! Und lebst!&#10;Und Fleisch bist! Wunder du und Hirngeborenes,&#10;das da war, als ich außer mir selbst geriet&#10;in quälender Nacht,&#10;da ein anderer seinen Arm dir um die Hüften legte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du! Nah! lodernd nah!&#10;Du bist mein Atem!&#10;Du bist meine Flamme,&#10;die hinstirbt, wenn ich meine Sehnsucht dämpfe!&#10;Wenn ich mein Leben zurückdämme! -&#10;Nun aus der Ferne muß ich deine Lichter anstaunen.&#10;Aber meine Sehnsucht ist vorstoßend ein Feuersturm!&#10;Und mein Leben ist eine Geistgewalt in die Weite!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vogel im Käfig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vogel-im-kaefig/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vogel-im-kaefig/</guid><description>&lt;p&gt;Möchte das Vöglein so gerne sich schwingen&#10;Auf zu des Aethers sonnigem Blau,&#10;Ließe so gern seine Lieder erklingen&#10;Über der blühenden, duftenden Au.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Armer Gefang&amp;rsquo;ner, du hebest die Flügel,&#10;Wie mir die Sehnsucht die Schwingen erhebt,&#10;Möchten wohl Beid&amp;rsquo; über Thäler und Hügel,&#10;Frei, wie die Wolke am Himmel entschwebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber vergebens das heiße Verlangen -&#10;Sind doch gezwungen zur peinlichen Ruh,&#10;Beide, mein Vögelchen, sind wir gefangen,&#10;Größeren Kerker nur hab&amp;rsquo; ich als du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vokation</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vokation/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vokation/</guid><description>&lt;p&gt;Wärt ihr der Leidenschaft selbst, der gewaltigen, fähig, ich sänge,&#10;Daphne, beim Himmel, und was jüngst auf den Triften geschehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Völkerhaß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/voelkerhass/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/voelkerhass/</guid><description>&lt;p&gt;Durch Zäune trennt man Herden auf der Weide,&#10;Nach Grenzen, die durch Herrschermacht sich ändern,&#10;Nach Ursprung, Sitten, Sprachen und Gewändern&#10;Zieht man der Menschheit bunte Völkerscheide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Gott will nicht, daß Volk und Volk sich meide:&#10;Das Meer bis zu des Erdballs fernsten Rändern&#10;Wogt als Vermittler zwischen allen Ländern,&#10;Es trennt zwei Welten und vereinigt beide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein der Vorurtheile tiefe Kluft&#10;Trennt Volk von Volk. Wie Gras auf beiden Seiten&#10;Wuchert die Thorheit, die das Fremde meidet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-baeumlein-das-andere-blaetter-hat-gewollt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-baeumlein-das-andere-blaetter-hat-gewollt/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Bäumlein gestanden im Wald&#10;In gutem und schlechtem Wetter;&#10;Das hat von unten bis oben halt&#10;Nur Nadeln gehabt statt Blätter;&#10;Die Nadeln, die haben gestochen,&#10;Das Bäumlein, das hat gesprochen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Alle meine Kameraden&#10;Haben schöne Blätter an,&#10;Und ich habe nur Nadeln,&#10;Niemand rührt mich an;&#10;Dürft&amp;rsquo; ich wünschen, wie ich wollt&amp;rsquo;,&#10;Wünscht&amp;rsquo; ich mir Blätter von lauter Gold.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie&amp;rsquo;s Nacht ist, schläft das Bäumlein ein,&#10;Und früh ist&amp;rsquo;s aufgewacht;&#10;Da hatt&amp;rsquo; es goldene Blätter fein,&#10;Das war eine Pracht!&#10;Das Bäumlein spricht: &amp;ldquo;Nun bin ich stolz;&#10;Goldene Blätter hat kein Baum im Holz.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom ersten Kuss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-ersten-kuss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-ersten-kuss/</guid><description>&lt;p&gt;Der erste Kuss ist das Streifen der Lippen der Rose&#10;mit den zarten Fingern der Brise, in der man die&#10;Rose einen langen Seufzer der Erleichterung&#10;und ein sanftes Stöhnen von sich geben hört.&#10;Er ist die Vereinigung von zwei&#10;parfümierten Blumen, damit ihre&#10;vermischten Düfte die Bienen zum Honigsammeln rufen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Kirschbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-kirschbaum/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-kirschbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Ist alles ganz kahl und still,&#10;nicht mal im Grase sich′s regen will,&#10;steht alles geduckt,&#10;klappert im Frost und muckt&#10;mit dem Winter. Der putzt es mit Rauhreif auf,&#10;aber keines gibt was drauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch im Garten&#10;sagt einer: Ich kann warten.&#10;Ist jemand, du kennst ihn wieder kaum,&#10;so dünn ist er worden: der Kirschenbaum.&#10;Schläft er nicht?&#10;Trau einer dem Wicht!&#10;Heute mittag um eins&#10;gab′s mal ein Pröbchen Sonnenscheins:&#10;Darin - ich habe&#10;das deutlich gesehn -&#10;mit seinen Knospen&#10;fingerte der alte Knabe,&#10;ein wenig vorsichtig und geziert,&#10;wie man Badewasser probiert.&#10;Und über seine Runzeln&#10;ging ein Schmunzeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von der Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-freundschaft/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-freundschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Euer Freund ist die Antwort auf eure Nöte&#10;Er ist das Feld, das ihr mit Liebe besät&#10;und mit Dankbarkeit erntet.&#10;Und er ist euer Tisch und euer Herd&#10;Denn ihr kommt zu ihm mit eurem Hunger,&#10;und ihr sucht euren Frieden bei ihm.&#10;Wenn euer Freund frei heraus spricht,&#10;fürchtet ihr weder das &amp;ldquo;Nein&amp;rdquo; in euren Gedanken,&#10;noch haltet ihr mit dem &amp;ldquo;Ja&amp;rdquo; zurück.&#10;Und wenn er schweigt,&#10;hört euer Herz nicht auf,&#10;dem seinen zu lauschen;&#10;Denn in der Freundschaft werden&#10;alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen&#10;ohne Worte geboren und geteilt,&#10;mit Freude, die keinen Beifall braucht.&#10;Wenn ihr von eurem Freund weggeht, trauert ihr nicht:&#10;Denn was ihr am meisten an ihm liebt,&#10;ist vielleicht in seiner Abwesenheit klarer,&#10;wie der Berg dem Bergsteiger von der Ebene aus klarer erscheint.&#10;Und die Freundschaft soll kein anderen Zweck haben,&#10;als den Geist zu vertiefen.&#10;Und laßt euer Bestes für euren Freund sein.&#10;Wenn er die Ebbe eurer Gezeiten kennen muß,&#10;laßt ihn auch das Hochwasser kennen.&#10;Denn was ist ein Freund, wenn ihr ihn nur aufsucht,&#10;um die Stunden todzuschlagen?&#10;Sucht ihn auf, um die Stunden mit ihm zu erleben.&#10;Denn er ist da, eure Bedürfnisse zu befriedigen&#10;nicht aber eure Leere auszufüllen.&#10;Und in der Süße des Freundschaft laßt Lachen sein&#10;und geteilte Freude.&#10;Denn im Tau kleiner Dinge&#10;findet das Herz seinen Morgen und wird erfrischt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von der Liebe II</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-liebe-ii/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-liebe-ii/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Hand eines Mannes&#10;die Hand einer Frau streift,&#10;berühren sich beide bis in alle Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von meiner Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-meiner-seele/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-meiner-seele/</guid><description>&lt;p&gt;An jenem Tag erschuf Er meine Seele -&#10;Gewittersturm zerwühlte grell die Luft&#10;Und Blitze rissen feuerhelle Pfade&#10;Aus dumpfer Nacht in lichte Ewigkeit &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An jenem Tag erschuf Er meine Seele&#10;Und formte sie unendlich gross und schwer,&#10;Liess Donnerstimmen brausend sie durchschüttern&#10;Und kühne Blitze züngeln ätherwärts &amp;hellip;&#10;Goss von des Morgens trunk′nen Sonnenflammen&#10;Viel trunk′nes himmelklares Gold hinein -&#10;Und auch den Duft von fremden, stillen Kelchen,&#10;Und blasse Töne &amp;hellip; dämm′rig &amp;hellip; traumesweich &amp;hellip;&#10;Dann hauchte Er ihr seinen Odem ein&#10;Und sandte sie hinab &amp;hellip;&#10;An jenem Tage,&#10;Von Gottesodem, Gottesglanz geschwellt&#10;Sank sie hinab auf gottesferne Erde&#10;Und sank &amp;hellip; doch weh! da starrte ihr im Weg&#10;Vielleicht ein Fels - vielleicht ein menschlich Wesen -&#10;Da klirrte sie und stöhnte und zerriss -&#10;Und von der grossen, sonnenschweren Seele&#10;Ward mir ein kleiner wunder Theil geschenkt!&#10;Ihr blieb die Ahnung weiter Lichtmyriaden&#10;Und abgrundtiefes, banges Heimweh nur &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor Drey Stücke, so mein Schöpfer mir so liebreich zugedacht...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-drey-stuecke-so-mein-schoepfer-mir-so-liebreich-zugedacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-drey-stuecke-so-mein-schoepfer-mir-so-liebreich-zugedacht/</guid><description>&lt;p&gt;Vor Drey Stücke, so mein Schöpfer mir so liebreich zugedacht,&#10;Wird ihm auch mit allem Fleise, Ehre, Lob und Dank gebracht.&#10;Erstlich, daß er mir Vernunft und Gesundheit hat geschenket,&#10;Daß ich weiß, was Geist und Sinn mir zum Heyl und besten denket,&#10;Und ich meine Leibes-Glieder froh und nützlich brauchen kan.&#10;Zweytens, daß Lutheri Lehre mich von meiner Jugend an&#10;Zu der wahren Kirche bracht, daß ich kan die Biebel lesen,&#10;Denn dadurch kan ich von Schmerz, und von Angst und Noth genesen,&#10;Und mein Herz auch frölich mache, wenn mich Kreuz und Trübsal trit.&#10;Drittens, daß ich sterben werde, und ich stündlich einen Schritt&#10;Nach dem sanften Grabe thu/ und daß meinem Lauf und Leben&#10;Ziel und Stunde, Zeit und Maß ist gesetzet und gegeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor mich hin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-mich-hin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-mich-hin/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz wird brechen, und ich weiß,&#10;Weil bald es brechen muss, drum schlägt&#10;Es jetzt so süß und schnell und heiß.&#10;Doch was es brechen macht, bewegt&#10;Sich nicht als Schatte ohne Laut&#10;Und unbenennbar auf mich zu.&#10;Es hat Gestalt und ist vertraut,&#10;Sein süßer Name lautet: Du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorbeugende Abwehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorbeugende-abwehr/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorbeugende-abwehr/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hör′ es schon! »Wie unbedeutend!« - tönt es -&#10;»Wie nichtig diese Stoffe! Unverständlich&#10;Oft die Beziehungen! Was gehen uns&#10;All diese Hochzeiten und Taufen an?&#10;Die Feuerwehr sogar besingt der Mann!&#10;Und welche gränzenlose Eitelkeit,&#10;All diese Verslein drucken gar zu lassen!&#10;In′s Kleinlichste verläuft die Dichtung hier.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gemach, ihr Herrn! »Sub specie aeterni«&#10;Betrachtet ist auch Kleines, Flüchtiges&#10;Nicht werthlos: wie Gott nicht nur in den Sternen, -&#10;Im kleinsten Blümchen lebt in Feld und Flur,&#10;So kann die Kunst - und soll′s! - das Ideale&#10;Auch in dem Kleinsten finden und verkünden.&#10;Der Tropfen Thau, darauf die Sonne scheint,&#10;Wird zum Demant und strahlt in höchster Schöne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling 1923</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-1923/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling-1923/</guid><description>&lt;p&gt;Heute fing ich - Krieg ist Krieg - eine Maus in der Schlinge.&#10;Frühlingswolken flattern rosig im Winde.&#10;Emma schrieb mir von unserm gemeinsamen Kinde,&#10;Daß es schon in die Schule ginge,&#10;Daß - wie erhebend! - ein Einser Fritzchens Zensur im Rechnen ziere,&#10;Weil er patriotisch (nebenbei gesagt: als einziger der Klasse,&#10;Der Idiot&amp;hellip;) à la hausse der Mark spekuliere&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heute begegnete ich den ersten Staren.&#10;Zum ersten Mal bin ich auch mit der Nord-Süd-Bahn gefahren.&#10;Ich bildete mir ein, vom Nord- zum Südpol zu rasen.&#10;Am Wedding sah ich Eskimos mit Tran handeln,&#10;Pinguine durch die Chaussee-Straße wandeln,&#10;Und am Halleschen Tor hörte ich die Kaurineger im Jandorfkraal zum Kampfe blasen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorklage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorklage/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorklage/</guid><description>&lt;p&gt;Wie nimmt ein leidenschaftlich Stammeln&#10;Geschrieben sich so seltsam aus!&#10;Nun soll ich gar von Haus zu Haus&#10;Die losen Blätter alle sammeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was eine lange, weite Strecke&#10;Im Leben voneinander stand,&#10;Das kommt nun unter einer Decke&#10;Dem guten Leser in die Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch schäme dich nicht der Gebrechen,&#10;Vollende schnell das kleine Buch!&#10;Die Welt ist voller Widerspruch,&#10;Und sollte sich′s nicht widersprechen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahre Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahre-freiheit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahre-freiheit/</guid><description>&lt;p&gt;Herr des Himmels, Herr der Stärke,&#10;Herr des Lichts, gib deinen Segen&#10;Zu dem großen Freiheitswerke,&#10;Förd&amp;rsquo;re es auf allen Wegen.&#10;Aber nicht die rohe, wilde&#10;Freiheit schenke deiner Welt,&#10;Nein, ein edleres Gebilde,&#10;Sei dem Volke zugesellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Send&amp;rsquo; uns jene Himmelstochter,&#10;Jene Götting hehr und licht,&#10;Die die Fesseln unterjochter&#10;Völker nur zum Heil zerbricht;&#10;Die sie Achtung den Gesetzen&#10;Zollen lehrt - in Ehre fest,&#10;Die das Recht sie nicht verletzen,&#10;Treu und Glauben halten läßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahrer Genuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrer-genuss/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrer-genuss/</guid><description>&lt;p&gt;Umsonst daß du, ein Herz zu lenken,&#10;Des Mädchens Schooß mit Golde füllst;&#10;Der Liebe Freuden laß dir schenken,&#10;Wenn du sie wahr empfinden willst.&#10;Gold kauft die Stimmen großer Haufen,&#10;Kein einzig Herz erwirbt es dir:&#10;Doch willst du dir ein Mädchen kaufen,&#10;So geh und gieb dich selbst dafür!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll dich kein heilig Band umgeben,&#10;O Jüngling, schränke selbst dich ein!&#10;Man kann in wahrer Freiheit leben&#10;Und doch nicht ungebunden sein.&#10;Laß nur für Eine dich entzünden;&#10;Und ist ihr Herz von Liebe voll,&#10;So laß die Zärtlichkeit dich binden,&#10;Wenn dich die Pflicht nicht binden soll!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldnacht/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Ist das eine rüstige Nacht.&#10;Da fühlt man sich.&#10;Wie meine Schritte treffen!&#10;Und allen Boden wecken wollen.&#10;Und er gibt Antwort.&#10;So weit.&#10;So klar.&#10;Man meint: es ist Wort.&#10;So grau und fein und deutlich.&#10;Und riecht wie ein Kristall.&#10;Die graue Perle der feinen, rüstigen Nacht.&#10;Die nichts gibt, nichts nimmt, sein läßt.&#10;Und sehe ganz deutlich meines Atems, meines Lebens Baum&#10;Und stoße ihn vor mir aus.&#10;Ja, das tut wohl.&#10;Da könnte man immer sein.&#10;Immer gehn.&#10;Immer Leib haben.&#10;Als könne der nicht von uns lassen.&#10;Licht ist nicht zu sehen.&#10;Nicht oben.&#10;Nicht unten.&#10;Das machen meine Augen, meine klaren gesunden Augen.&#10;Juhu!&#10;Und habe mich je im Grübeln gekrümmt?&#10;Komme ja hin.&#10;Komme überall hin.&#10;Es wird wärmer.&#10;Wohl nur von mir aus.&#10;Ich bin ja alles hier.&#10;Und wie eigen, warm vor Leibhaftigkeit die große, weiße Wolke leuchtet.&#10;Wo kommt sie her?&#10;Was scheint sie an?&#10;Ist ja nirgends Licht zu sehen.&#10;Nirgends Licht, nirgends!&#10;Auch eigen?&#10;Wie ich.&#10;Und lockt so stark, so wollüstig wie sonst des&#10;Weibes schwellend uns empörender Frieden.&#10;Und so keusch wie nur die weite Welt.&#10;Das ganz Durchdrungene.&#10;Ich lese mich zurück, lese mich weiter, lese mich&#10;aus allen nahenden, beflissen farbigen Mantelgestalten des Haines.&#10;Kein Lied fällt nieder.&#10;Kein Vogeltraum.&#10;Wir selbst sind Leben.&#10;Eigenes Leben.&#10;Und einen Rausch habe ich.&#10;Höher als der von blödem Gegorenen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldstimme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldstimme/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldstimme/</guid><description>&lt;p&gt;Wie deine grüngoldenen Augen funkeln,&#10;Wald, du moosiger Träumer,&#10;Wie so versonnen deine Gedanken dunkeln,&#10;Saftstrotzender Tagesversäumer,&#10;Einsiedel, schwer von Leben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben:&#10;Wie&amp;rsquo;s Atem holt&#10;und näher kommt&#10;und braust,&#10;Und weiter zieht&#10;und stille wird&#10;und saust!&#10;Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben,&#10;Hochoben steht ein ernster Ton,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem lauschten tausend Jahre schon&#10;Und werden tausend Jahre lauschen.&#10;Und immer dieses starke, donnerdunkle Rauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wallonisches Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wallonisches-lied/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wallonisches-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Sie töteten drei Mägdelein,&#10;Zu sehen in ihr Herz hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das erste Herz war voll von Lust,&#10;Und wo sein Blut geflossen war,&#10;Da zischten drei Schlangen drei lange Jahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das zweite Herz war voll von Ruh,&#10;Und wo sein Blut geflossen war,&#10;Da grasten drei Lämmer drei lange Jahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das dritte Herz war voll von Qual,&#10;Und wo sein Blut geflossen war,&#10;Da wachten drei Engel drei lange Jahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wanderlied eines adligen Handwerksburschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderlied-eines-adligen-handwerksburschen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderlied-eines-adligen-handwerksburschen/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, ach, ach und ach,&#10;Wie schön′s doch früher war!&#10;Vor, vor, vor und vor,&#10;Vor drei-, vierhundert Jahr!&#10;Da räuberte mein Ahn′ umher,&#10;Als ob das Beste seine wär′;&#10;Jetzt wird man gleich gefangen,&#10;Gehangen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir, wir, wir, wir zähln&#10;Schon lange vor Noah;&#10;In, in, in der Arch′&#10;War mein Geschlecht schon da!&#10;Doch zeig′ ich jetzt mein Wappen auf,&#10;Wo unser Eselskopf darauf,&#10;So lachen mir die Wichte&#10;In′s G′sichte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wär's dunkel...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-s-dunkel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-s-dunkel/</guid><description>&lt;p&gt;Wär&amp;rsquo;s dunkel, ich läg im Walde,&#10;im Walde rauscht&amp;rsquo;s so sacht,&#10;mit ihrem Sternenmantel&#10;bedeckt mich da die Nacht,&#10;da kommen die Bächlein gegangen:&#10;ob ich schon schlafen tu?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schlaf nicht, ich hör noch lange&#10;den Nachtigallen zu,&#10;wenn die Wipfel über mir schwanken,&#10;es klinget die ganze Nacht,&#10;das sind im Herzen die Gedanken,&#10;die singen, wenn niemand wacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warnung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warnung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Lober meide!&#10;Sie führen ein Stückchen Kreide&#10;Und schreiben damit auf&amp;rsquo;s Kerbholz an,&#10;Was sie dir Süßes angethan.&#10;Gib Acht, gib Acht, Kaum gedacht,&#10;Bricht ihre wahre Natur heraus,&#10;In welcher die Scham nicht eben zu Haus,&#10;Aus dem Pfötchen schlüpfet die Kralle&#10;Und noch im besten Falle&#10;Sind sie für so viel Lob&#10;Recht grob.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wärst du ein Bächlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waerst-du-ein-baechlein/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waerst-du-ein-baechlein/</guid><description>&lt;p&gt;Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach,&#10;So eilt ich dir geschwinde nach.&#10;Und wenn ich dich gefunden hätt'&#10;In deinem Blumenuferbett:&#10;Wie wollt ich mich in dich ergießen&#10;Und ganz mit dir zusammenfließen,&#10;Du vielgeliebtes Mädchen du!&#10;Dann strömten wir bei Nacht und Tage&#10;Vereint in süßem Wellenschlage&#10;Dem Meere zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wartelohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wartelohn/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wartelohn/</guid><description>&lt;p&gt;Morgenjunge Herrlichkeit,&#10;Hell die Welt und frisch der Wind,&#10;Wartend klopft mein Herz geschwind -:&#10;Eine Minute schon über der Zeit!&#10;Ach, wie oft schon sagt ichs, Kind:&#10;Pünktlichkeit!&#10;Und ich spähe augenweit,&#10;Und ich schaue fast mich blind,&#10;Ist das Mädel nicht gescheidt?&#10;Zehn Minuten schon über der Zeit!&#10;Soll ich eine Ewigkeit&#10;Warten und sehnen!? - Langsam rinnt&#10;Der Minuten Folge, breit&#10;Wie ein Theerstromm. - Zeit, oh Zeit!&#10;Deine Minuten wie Stunden sind! &amp;hellip;&#10;Sieh, da flattert ihr blaues Kleid,&#10;Flattert im Wind!&#10;Alles Warten ist verwunden,&#10;Hat sich Mund auf Mund gefunden,&#10;Blick in Blick sich eingesenkt.&#10;Dehnten jetzt sich die Sekunden&#10;Wärs kein Umstand, der uns kränkt,&#10;Da der Wind mit leisem Neigen&#10;Ein Panier aus Frühlingszweigen&#10;Ueber unsren Küssen schwenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warum er ins Feld zog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-er-ins-feld-zog/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-er-ins-feld-zog/</guid><description>&lt;p&gt;Ich zieh′ ins Feld, mich hat geladen&#10;Ein heiliges geliebtes Haupt;&#10;O Dank den ew′gen Himmelsgnaden,&#10;Mein König hat den Kampf erlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich zieh′ ins Feld für meinen Glauben,&#10;Für aller Welten höchstes Gut;&#10;Am Nile schwur der Feind zu rauben&#10;Uns vom Altar des Heilands Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich zieh′ ins Feld für ew′ges Leben,&#10;Für Freiheit und uraltes Recht;&#10;In frischer Kraft soll sich erheben&#10;Der Mensch, zu lange schon ein Knecht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was geht es dich an</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-geht-es-dich-an/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-geht-es-dich-an/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn dir mein Auge mit trunknem Entzücken&#10;Folget, so weit es dich sehen nur kann.&#10;Wenn deine Worte mich innig beglücken,&#10;Wo ich sie höre - was geht es dich an?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist du der Stern mir, der Strahlen versendet&#10;Auf meines Lebens umdüsterte Bahn,&#10;Bist du die Sonne mir, die mich verblendet,&#10;Wenn ich dir gut bin, was geht es dich an?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist du die Gottheit, die still ich verehre,&#10;Zu der ich hohes Vertrauen gewann&#10;Und ihr im Herzen errichtet Altäre -&#10;Wenn ich dich liebe, was geht es dich an?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was geht es dich an?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-geht-es-dich-an-9914/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-geht-es-dich-an-9914/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Dir mein Auge mit trunknem Entzücken&#10;Folget, so weit es Dich sehen nur kann.&#10;Wenn Deine Worte mich innig beglücken,&#10;Wo ich sie höre - was geht es Dich an?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist Du der Stern mir, der Strahlen versendet&#10;Auf meines Lebens umdüsterte Bahn,&#10;Bist Du die Sonne mir, die mich verblendet,&#10;Wenn ich Dir gut bin, was geht es Dich an?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist Du die Gottheit, die still ich verehre,&#10;Zu der ich hohes Vertrauen gewann&#10;Und ihr im Herzen errichtet Altäre -&#10;Wenn ich Dich liebe, was geht es Dich an?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ich liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ich-liebe/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ich-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe die hektischen, schlanken&#10;Narzissen mit blutrothem Mund;&#10;Ich liebe die Qualengedanken,&#10;Die Herzen zerstochen und wund;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich liebe die Fahlen und Bleichen,&#10;Die Frauen mit müdem Gesicht,&#10;Aus welchen in flammenden Zeichen,&#10;Verzehrende Sinnenglut spricht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich liebe die schillernden Schlangen,&#10;So schmiegsam und biegsam und kühl:&#10;Ich liebe die klagenden, bangen,&#10;Die Lieder von Todesgefühl;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich liebe die herzlosen, grünen&#10;Smaragde vor jedem Gestein;&#10;Ich liebe die gelblichen Dünen&#10;Im bläulichen Mondenschein;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ist das für ein Frauenbild...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-das-fuer-ein-frauenbild/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-das-fuer-ein-frauenbild/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist das für ein Frauenbild&#10;In dürftigem Gewand?&#10;Sie stützt ein Antlitz, krank und mild,&#10;In eine weiße Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sieht nach mir, wird rot und bleich,&#10;Lacht gellend auf und weint,&#10;Und ist dem Regentropfen gleich,&#10;Durch den die Sonne scheint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, jetzt versteh′ ich ihren Schmerz&#10;Und er betrübt mich sehr:&#10;Einst liebt′ ich dich, du armes Herz,&#10;Nun kannt′ ich dich nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wer erkennt ein Blumenbeet,&#10;Das ihn im Lenz entzückt,&#10;Wenn zwischen Herbst und Winter spät&#10;Der Sturm die Stengel knickt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ist ein Jungfer-Kind?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-ein-jungfer-kind/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-ein-jungfer-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist ein Jungfer-Kind? ein ungebethner Gast!&#10;Vor dessen Gegenwart ein Christen-Mensch erblaßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wassersturz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wassersturz/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wassersturz/</guid><description>&lt;p&gt;Wasser und Mensch,&#10;Ihr seid die ewige Bewegung!&#10;Ihr seid der Trieb von allen Trieben: ihr seid der Geist!&#10;Da steht kein Felsen starr und keine Gottheit hoch:&#10;Vor eurem Strahl zersplittern die Blöcke Granit,&#10;Vor eurer Stimme birst das Schweigen des Todes.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Wasserfall, du Perlentänzer,&#10;Aus deinem steilen, einzigen Wasserstamm&#10;Blühst du Millionen Wasserzweige an die Erde!&#10;Der giftigen Nessel am Straßengraben gibst du dich hin,&#10;Du treibst den grünen Springbrunnen der Palmen empor;&#10;Vergissmeinnicht fröstelt in deinem Tau,&#10;Und der fette Ölbaum saugt dich mit kupfernen Pumpen auf,&#10;Du bist der unendliche Geliebte der Erde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weckruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weckruf/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weckruf/</guid><description>&lt;p&gt;Spüre&#10;bis in die Schwingenspitzen,&#10;du darfst nicht immer&#10;im Waldbaum nisten,&#10;musst Heimatländer mit Fremden vertauschen,&#10;gegen die Winde der Erde rauschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Raste nicht; Seele,&#10;müde vom Eilen:&#10;du bist Gottes Zugvogel,&#10;du darfst nicht verweilen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wegewarte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wegewarte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wegewarte/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht eine Blume,&#10;Wo der Wind weht den Staub,&#10;Blau ist ihre Blüte,&#10;Aber grau ist ihr Laub.&#10;Ich stand an dem Wege,&#10;Hielt auf meine Hand,&#10;Du hast Deine Augen&#10;Von mir abgewandt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt stehst du am Wege,&#10;Da wehet der Wind,&#10;Deine Augen, die blauen,&#10;Vom Staub sind sie blind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da stehst du und wartest,&#10;Daß ich komme daher,&#10;Wegewarte, Wegewarte,&#10;Du blühst ja nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist das Fest der Weihenacht&#10;das Fest, das alle glücklich macht,&#10;wo sich mit reichen Festgeschenken&#10;Mann, Weib und Greis und Kind bedenken,&#10;wo aller Hader wird vergessen&#10;beim Christbaum und beim Karpfenessen; -&#10;und Groß und Klein und Arm und Reich,-&#10;an diesem Tag ist alles gleich.&#10;So steht′s in vielerlei Varianten&#10;in deutschen Blättern. Alten Tanten&#10;und Wickelkindern rollt die Zähre&#10;ins Taschentuch ob dieser Märe.&#10;Papa liest′s der Familie vor,&#10;und alle lauschen und sind Ohr &amp;hellip;&#10;Ich sah, wie so ein Zeitungsblatt&#10;ein armer Kerl gelesen hat.&#10;Er hob es auf aus einer Pfütze,&#10;dass es ihm hinterm Zaune nütze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich ein König wär′</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-ein-koenig-waer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-ein-koenig-waer/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich ein König wäre, säh′ ich des Volkes Schmerzen,&#10;Und tiefe Trauer trüg′ ich alsdann in meinem Herzen,&#10;Ich wäre nicht erblindet für seine große Noth,&#10;Nicht taub für seine Klagen, wenn ihm Verderben droht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich säh′ die Einen schwelgen in ihren Prunkgemächern,&#10;Sie edle Weine schlürfen aus Gold- und Silberbechern,&#10;In Duhnenbetten ruhen, mit Seide zugedeckt,&#10;Bis sie die hohe Sonne aus süßem Schlummer weckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In säh′, wie sie den Lüsten, den eitlen, Opfer zollen.&#10;Von Rossen stolz gezogen, vom Fest zur Oper rollen,&#10;Wie sie dann sorglos schlafen in sichrer Gegenwart,&#10;Vertrauend auf die Zukunft, die ihrer Tage harrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer alles Theil am Feste nimmt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-alles-theil-am-feste-nimmt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-alles-theil-am-feste-nimmt/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Geburtstage am 1. Februar 1808.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lieben sehnen sich wol auch&#10;Und sandten uns der Sehnsucht Hauch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast du gefühlt ein Geisterwehen&#10;Im Morgenschlaf,&#10;Als dich aus fernen blauen Höhen&#10;Der erste Strahl des Tages traf?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast du vernommen süße Worte&#10;Im lichten Traum?&#10;Umzog des Lebens goldne Pforte&#10;Der Hauch von einem Purpursaum?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist heute dir nicht nah gewesen&#10;Ein theures Bild,&#10;Ein zartes, wunderbares Wesen,&#10;Von Glanz und Düften halb umhüllt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer hat die schönsten Schäfchen?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-hat-die-schoensten-schaefchen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-hat-die-schoensten-schaefchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wer hat die schönsten Schäfchen?&#10;Die hat der gold&amp;rsquo;ne Mond,&#10;Der hinter jenen Bäumen&#10;Am Himmel droben wohnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er kommt am späten Abend,&#10;Wenn alles schlafen will,&#10;Hervor aus seinem Hause&#10;Zum Himmel leis&amp;rsquo; und still.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann weidet er die Schäfchen&#10;Auf seiner blauen Flur,&#10;Denn all&amp;rsquo; die weißen Sterne&#10;Sind seine Schäfchen nur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie tun uns nichts zu Leide&#10;Hat eins das and&amp;rsquo;re gern,&#10;Und Schwestern sind und Brüder&#10;Da droben Stern an Stern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer ist mehr zu beklagen?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-ist-mehr-zu-beklagen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-ist-mehr-zu-beklagen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Schurke stahl mir heut –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beklagenswerther Veit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ich seit Jahren schrieb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beklagenswerther Dieb!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer ruhig schlafen will...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-ruhig-schlafen-will/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-ruhig-schlafen-will/</guid><description>&lt;p&gt;Wer ruhig schlafen will, der muß die Sorgen meiden;&#10;Wer frölich sterben will, der geb den eitlen Freuden&#10;Und Sorgen dieser Welt bei Zeiten gute Nacht;&#10;So schläft er sanfte ein, und einsten froh erwacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Westindien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/westindien/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/westindien/</guid><description>&lt;p&gt;Die Welt ist braune und weiße Erde;&#10;Komm, wir teilen die Welt!&#10;Nimm den Westen hin, daß ich Osten werde&#10;Und felsig aufbreche, du Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meinem Becher von Jade will&#10;Seltsam kostbare Freuden ich finden,&#10;Die Freuden aus Hyazinth und Beryll&#10;Um meine Hüfte winden,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Aprikose chinesischer Seide&#10;Mit pflaumendunklen, sehr weichen Schuhn&#10;Und den Bienenstachel in flimmernder Scheide,&#10;Einen kleinen Dolch, zu mir tun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich laß an der Mauer, die steinern liegt,&#10;Blicke wie Blumen ranken,&#10;Über den Weg, der in Wüste versiegt,&#10;Und in des Mannes Gedanken&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wider die heutige Erziehung der Jugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wider-die-heutige-erziehung-der-jugend/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wider-die-heutige-erziehung-der-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Was hat im Himmel doch nur für ein Stern regiert,&#10;Als er, o Damon, dich auf diesen Weg geführt,&#10;Daß du zwei Tiere willst den Kern der Weisheit lehren&#10;Und durch vergebne Müh&amp;rsquo; die Zahl der Narren mehren?&#10;Es ist auf Erden nicht mehr die vergangne Welt,&#10;Da sich die Ohren noch zu Schülern eingestellt,&#10;Der Mund zu Hause blieb. Kaum ist ein Kind geboren,&#10;So hat auch sein Verstand schon die Geduld verloren;&#10;Es wird mit vieler Müh&amp;rsquo; zum Schlafen eingewiegt,&#10;Man liebt und heuchelt ihm, wenn es die Nahrung kriegt,&#10;Man hebt es auf den Tisch und wieder in das Bette,&#10;Man springt und tanzt mit ihm wie Affen an der Kette,&#10;Und wenn die Zeit den Mund zum Reden aufgeweckt,&#10;So spricht es schon ein Wort, das nach der Küche schmeckt.&#10;Die Mutter sorget nur bei ihren langen Stunden,&#10;Ob sich der Spieler nicht zum l&amp;rsquo;Hombre eingefunden,&#10;Wie man Merenden giebt und durch gefrornen Saft&#10;Bei süßer Sommerzeit den Winter wiederschafft.&#10;Die Kinder läßt sie gern den Mägden in den Armen,&#10;Die mehrenteils zugleich der Knechte sich erbarmen;&#10;Dann sieht der kleine Schalk mit zarten Augen an,&#10;Was zwar die Mutter auch, doch nur verdeckt, gethan.&#10;Fünf Jahre streichen hin, so weiß es schon zu nennen,&#10;Was Scham und Ehre kaum im Alter hören können,&#10;Und weichen sieben weg, so wird er auch gelehrt,&#10;Was für Vermählte nur und in die Nacht gehört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie der Adler vor dem Donner nicht erzittert und erblaßt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-der-adler-vor-dem-donner-nicht-erzittert-und-erblasst/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-der-adler-vor-dem-donner-nicht-erzittert-und-erblasst/</guid><description>&lt;p&gt;Wie der Adler vor dem Donner nicht erzittert und erblaßt;&#10;Also ist der Tod den Frommen ein höchst angenehmer Gast.&#10;Er erzittert nicht vor ihm; er erschrickt nicht vor der Hölle:&#10;Er betritt mit Freudigkeit die gewünschte Grabes-Schwelle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie ein Wandersmann vorm Regen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-ein-wandersmann-vorm-regen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-ein-wandersmann-vorm-regen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ein Wandersmann vorm Regen auf dem Feld nicht sicher ist;&#10;Also du auch vor dem Kreuze, lieber Christ! nie sicher bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie man sich irren kann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-man-sich-irren-kann/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-man-sich-irren-kann/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hielt dein Herz einst für ein tiefes Meer,&#10;Auf dessen Grund viel edle Perlen lägen.&#10;Beim Tauchen fand ich alle Muscheln leer,&#10;Scheußlich Gewürm nur that die Tiefe hegen.&#10;Ich fand den Schwertfisch roher Wankellaunen,&#10;Das Molchgezücht der Heuchelei und Lüge -&#10;Entsetzen faßte mich und schmerzlich Staunen,&#10;Ist&amp;rsquo;s möglich, daß die Außenseit&amp;rsquo; so trüge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Oberfläche war so spiegelglatt,&#10;Die Flut schien mir so durchsichtig und helle,&#10;Sie ließ nicht ahnen was die Tiefe hat,&#10;So manchen Riff, so manche Klippenstelle.&#10;Die Leidenschaften, die dort schrecklich stürmen,&#10;Sind wildverzerrte, scheußliche Gestalten,&#10;Die bald sich flieh&amp;rsquo;n, bald aufeinander thürmen,&#10;Im steten Kampf als feindliche Gewalten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie mit innigstem Behagen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-mit-innigstem-behagen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-mit-innigstem-behagen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie mit innigstem Behagen,&#10;Lied, empfind ich deinen Sinn!&#10;Liebevoll du scheinst zu sagen:&#10;Daß ich ihm zur Seite bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß er ewig mein gedenket,&#10;Seiner Liebe Seligkeit&#10;Immerdar der Fernen schenket,&#10;Die ein Leben ihm geweiht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süßes Dichten, lautre Wahrheit&#10;Fesselt mich in Sympathie!&#10;Rein verkörpert Liebesklarheit&#10;Im Gewand der Poesie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie sich auch die Zeit will wenden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-sich-auch-die-zeit-will-wenden/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-sich-auch-die-zeit-will-wenden/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sich auch die Zeit will wenden, enden&#10;Will sich nimmer doch die Ferne,&#10;Freude mag der Mai mir spenden, senden&#10;Möcht Dir alles gerne, weil ich Freude nur erlerne,&#10;Wenn Du mit gefaltnen Händen&#10;Freudig hebst der Augen Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Blumen mich nicht grüßen, süßen&#10;Gruß nehm ich von Deinem Munde.&#10;Was nicht blühet Dir zu Füßen, büßen&#10;Muß es bald zur Stunde, eher ich auch nicht gesunde,&#10;Bis Du mir mit frohen Küssen&#10;Bringest meines Frühlings Kunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wieder grüßen Deine Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wieder-gruessen-deine-augen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wieder-gruessen-deine-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder grüßen Deine Augen&#10;Märchenhafte Zaubersterne&#10;Herab zu mir,&#10;Vom bleichen Antlitz,&#10;Dem unnennbar süßen,&#10;Und die alte, heiße Liebe&#10;Lodert auf;&#10;Wie vom Ätna Feuerströme,&#10;Brechen aus den Flammenaugen,&#10;Aus den mächtig, dunklen Sternen&#10;Wilde Gluten in mein Herz,&#10;Und mich faßt ein stürmendes Verlangen,&#10;Eine brennend heiße, tolle Sehnsucht,&#10;In die Arme wollustschauernd&#10;Dir zu stürzen,&#10;Deines Mundes Küsse aufzusaugen&#10;Wie den Sonnenstrahl der Heliosblume &amp;hellip;&#10;Und Du siehst die Flammen in mir wühlen,&#10;Siehst den Leib in Liebeskrämpfen beben -&#10;Und Du lächelst kühl und spöttisch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiegenlied für Irene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-fuer-irene/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-fuer-irene/</guid><description>&lt;p&gt;Einen Sommer lang&#10;Goldne Glocke schwang,&#10;Rief zu immer holderem Tag.&#10;Schlugst das Aug du auf,&#10;Lag mein Kuss darauf,&#10;Und dein Herz in meinen Händen lag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Sommer lang&#10;Lied und Lachen klang,&#10;Und wir waren ganz vor Glück entbrannt.&#10;Schlang und Eidechs kam,&#10;Und gezähmt sie nahm&#10;Süßigkeit aus deiner guten Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Sommer lang&#10;Mit dem Engel rang&#10;Ich, dass ewig dieser Sommer sei.&#10;Ach, ich war zu schwach,&#10;Und im Herbste brach&#10;Sensenmann das Ährenglück entzwei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Willst du eignen Schmerz zu tragen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/willst-du-eignen-schmerz-zu-tragen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/willst-du-eignen-schmerz-zu-tragen/</guid><description>&lt;p&gt;Willst du eignen Schmerz zu tragen&#10;Dir den Busen kräftigen,&#10;Lerne mit der Menschheit Fragen&#10;Edel dich beschäftigen.&#10;Wie die Seele sich erweitert,&#10;Wird dein Leben auch erheitert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterdämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterdaemmerung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterdaemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarze Himmel von Metall.&#10;Kreuz in roten Stürmen wehen&#10;Abends hungertolle Krähen&#10;Über Parken gram und fahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Gewölk erfriert ein Strahl;&#10;Und vor Satans Flüchen drehen&#10;Jene sich im Kreis und gehen&#10;Nieder siebenfach an Zahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Verfaultem süß und schal&#10;Lautlos ihre Schnäbel mähen.&#10;Häuser dräu′n aus stummen Nähen;&#10;Helle im Theatersaal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kirchen, Brücken und Spital&#10;Grauenvoll im Zwielicht stehen.&#10;Blutbefleckte Linnen blähen&#10;Segel sich auf dem Kanal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterfliegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterfliegen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterfliegen/</guid><description>&lt;p&gt;Beleuchtet von des Mondes kaltem Strahl&#10;Liegt starr die weisse Welt im Winterfrost.&#10;Wohl ihm, dem heut&amp;rsquo; ein Freund zur Seite steht&#10;Gleich mir, ein Freund, der eine Klafter Holz&#10;Behaglich bullernd aufgezehrt tagüber,&#10;Und nun in sich befriedigt freundlich ausstrahlt&#10;Den eignen Ueberschuss. Gesegnet sei&#10;Mein alter Ofen, du mein Winterfreund!&#10;Dem, welcher draussen klingt und knirscht, zum Trotz&#10;Behaglich Dasein schaffst nur du! - und nimmer&#10;Trägst du es nach, dass in der Sommerszeit&#10;Verachtet du in deiner Ecke stehst.&#10;Dann denkst du still: &amp;ldquo;Schon kommen wird die Zeit&#10;Da ihr an meine grünglasirten Kacheln,&#10;Anbetend fast voll Dank die Hände legt.&#10;Behaglich summt der Kessel mir zur Seite&#10;Umspielt von bläulich flammendem Geflacker -&#10;Sonst alles still; - nur dass zuweilen drauss'&#10;Ein Schritt vorüberknirscht in frost&amp;rsquo;ger Hast&#10;Und einsam, schneegedämpft ein Wagen rollt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wintergemälde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wintergemaelde/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wintergemaelde/</guid><description>&lt;p&gt;Es schneit im Wald&#10;Unheimlich kalt,&#10;Ein Mann versinkt im Schnee;&#10;Sein Ach, sein Weh,&#10;Verhallet bald&#10;Im tiefen Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Jagd, sie naht,&#10;Zertritt die Saat;&#10;Ein angeschossen Reh&#10;Versinkt im Schnee,&#10;Die Büchse knallt,&#10;Der Schuss verhallt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wintermeer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wintermeer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wintermeer/</guid><description>&lt;p&gt;Meer, du rasender Greis,&#10;Heldenlied, das über stürmender Harfe zieht&#10;Von Bardenbärten wild und weiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wolkenschatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wolkenschatten/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wolkenschatten/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarz schleichen Efeuwellen&#10;Über Goldlackranken.&#10;Im Glimmersande rauchen&#10;Violenschwüle Quellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aschenfalter wehen und tauchen&#10;Durch den klingenden Äther.&#10;Die Gesänge der Lilien&#10;Wanken und flehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XI a.   Ich bin iemer ander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xi-a-ich-bin-iemer-ander-9129/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xi-a-ich-bin-iemer-ander-9129/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin iemer ander und niht eine&#10;der grôzen liebe, der ich nie wart vrî.&#10;waeren nû die huotaere alle gemeine&#10;toup unde blint, swenne ich ir waere bî,&#10;Sô mohte ich mîn leit&#10;eteswenne mit sange ir wol künden.&#10;mohte ich mich mit rede zuo ir gevründen,&#10;sô wurde wunders vil von mir geseit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sî ensol niht allen liuten lachen&#10;alsô von herzen, same si lachet mir,&#10;und ir ane sehen sô minneclîch niht machen.&#10;waz hât aber ieman ze schouwen daz an ir,&#10;Der ich leben sol&#10;unde an der ist mîn wunne behalten?&#10;jâ enwil ich niemer des eralten,&#10;swenne ich si sihe, mir sî von herzen wol.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XIII.   Leitlîche blicke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xiii-leitliche-blicke-9132/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xiii-leitliche-blicke-9132/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leitlîche blicke unde grôzlîche riuwe&#10;hânt mir daz herze und den lîp nâch verlorn.&#10;mîn alte nôt die klagte ich vür niuwe,&#10;wan daz ich vürhte der schimpfaere zorn.&#10;Singe aber ich dur die, diu mich vrowet hie bevorn,&#10;sô velsche dur got nieman mîne triuwe,&#10;wan ich dur sanc bin ze der welte geborn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Maniger der sprichet: &amp;ldquo;nu sehent, wie der singet!&#10;waere ime iht leit, er taete anders danne sô.&amp;rdquo;&#10;der mac niht wizzen, waz mich leides twinget.&#10;nu tuon aber ich rehte, als ich tet aldô.&#10;Dô ich in leide stuont, dô huop sî mich gar unhô.&#10;diz ist ein nôt, diu mich sanges betwinget.&#10;sorge ist unwert, dâ die liute sint vrô.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XIX. Vrowe, wilt du mich genern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xix-vrowe-wilt-du-mich-genern/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xix-vrowe-wilt-du-mich-genern/</guid><description>&lt;p&gt;Vrowe, wilt du mich genern,&#10;sô sich mich ein vil lützel an.&#10;ich enmac mich langer niht erwern,&#10;den lîp muoz ich verlorn hân.&#10;Ich bin siech, mîn herze ist wunt.&#10;vrowe, daz hânt mir getân&#10;mîn ougen und dîn rôter munt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XVI.   Wê, wie lange sol ich ringen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xvi-we-wie-lange-sol-ich-ringen-9135/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xvi-we-wie-lange-sol-ich-ringen-9135/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wê, wie lange sol ich ringen&#10;umbe ein wîp, der i c h noch nie wort zuo gesprach?&#10;wie sol mir an ir gelingen?&#10;seht, des wundert m i c h, wan es ê niht geschach,&#10;Daz ein man also tobt, als ich tuon zaller zît,&#10;daz ich sî sô herzeclîche minne&#10;und es ê nie gewuoc und ir dient iemer sît.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiz vil wol, daz si lachet,&#10;swenne ich vor ir stân und enweiz, wer ich bin.&#10;sa zehant bin ich geswachet,&#10;swenne ir schoene nimt mir sô gar mînen sin.&#10;Got weiz wol, daz si noch mîniu wort nie vernam,&#10;wan daz ich ir diende mit gesange,&#10;sô ich beste kunde, und als ir wol gezam.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XVII.   Owê, war umbe volg ich tumbem wâne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xvii-owe-war-umbe-volg-ich-tumbem-wane-9136/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xvii-owe-war-umbe-volg-ich-tumbem-wane-9136/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Owê, war umbe volg ich tumbem wâne,&#10;der mich sô sêre leitet in die nôt?&#10;ich schiet von ir gar aller vröiden âne,&#10;daz sî mir trôst noch helfe nie gebôt.&#10;Doch wart ir varwe liljen wîz und rôsen rôt,&#10;und saz vor mir diu liebe wolgetâne,&#10;geblüet reht alsam ein voller mâne:&#10;daz was der ougen wunne und des herzen tôt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mîn staeter muot gelîchet niht dem winde.&#10;ich bin noch, als sî mich hât verlân,&#10;vil staete her von einem kleinen kinde,&#10;swie wê si mir nu lange hât getân,&#10;Als swîgende iegenôte, und ein verholner wân.&#10;wie dicke ich mich der tôrheit underwinde,&#10;swanne ich vor ir stân und sprüche ein wunder vinde,&#10;und muoz doch von ir ungesprochen gân?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XVIII. Diu vil guote</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xviii-diu-vil-guote/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xviii-diu-vil-guote/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Diu vil guote,&#10;daz si saelic müeze sîn!&#10;wê der huote,&#10;diu der welte sô liehten schîn&#10;An ir hât benomen, daz man si niht wan selten sêt,&#10;sô diu sunne, diu des âbendes under gêt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich muoz sorgen,&#10;wen diu lange naht zergê&#10;gegen dem morgen,&#10;daz ichs einest an gesê,&#10;Mîn vil liebe sunnen, diu mir sô wunnenclîchen taget,&#10;daz mîn ouge ein trüebez wolken wol verklaget.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXIV.   Solde ich iemer vrowen leit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxiv-solde-ich-iemer-vrowen-leit-9143/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxiv-solde-ich-iemer-vrowen-leit-9143/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solde ich iemer vrowen leit&#10;alder arc gesprechen, daz hât sî verschuldet wol,&#10;diu daz hât von mir geseit,&#10;daz ich singe owê von der ich iemer dienen sol.&#10;Si ist des liehten meien schîn&#10;und mîn ôsterlîcher tac.&#10;swenne ich sî an sihe, sô lachet ir daz herze mîn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mîn vrowe ist s ô genaedic wol,&#10;daz si mich noch tuot von allen mînen sorgen vrî.&#10;des bin ich v r ô reht als ich sol.&#10;ich waene, nieman lebe, der in sô ganzen vröiden sî.&#10;Wol ir hiute unde iemer mê!&#10;alsô sprich ich und wünsche ir des,&#10;diu mir hât benomen mit vröiden gar mîn alt owê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXIX. Wie sol vröidelôser tage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxix-wie-sol-vroeideloser-tage/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxix-wie-sol-vroeideloser-tage/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sol vröidelôser tage&#10;mir und sender jâre iemer werden rât?&#10;sô ist daz aber mîn hoehste klage,&#10;daz uns beide, an sange, an vröide, missegât.&#10;Sît daz diu werlt mit sorgen sô gar betwungen stât,&#10;maniger swîget nu, der doch dicke wol gesungen hât.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich was eteswenne vrô,&#10;dô mîn herze wânde nebent der sunnen stân.&#10;dur die wolken sach ich hô.&#10;nû muoz ich mîn ouge nider zer erde lân.&#10;Mich triuget alze sêre ein vil minneclîcher wân,&#10;sît daz ich von ir niht wan leit und herzeswaere hân.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXV.   Uns ist zergangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxv-uns-ist-zergangen-9144/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxv-uns-ist-zergangen-9144/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns ist zergangen der lieplîch sumer.&#10;dâ man brach bluomen, da lît nu der snê.&#10;mich muoz belangen, wenne sî mînen kummer&#10;welle volenden, der mir tuot so wê.&#10;Jâ klage ich niht den klê,&#10;swenne ich gedenke an ir wîplîchen wengel,&#10;diu man ze vröide so gerne ane sê.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht an ir ougen und merkent ir kinne,&#10;seht an ir kele wîz und prüevent ir munt.&#10;Si ist âne lougen gestalt sam diu minne.&#10;mir wart von vrouwen so liebez nie kunt.&#10;Jâ hât si mich verwunt&#10;sêre in den tôt. ich verliuse die sinne.&#10;genâde, ein&#10;küniginne&#10;, du tuo mich gesunt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXII. Mir ist geschehen als einem kindelîne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxii-mir-ist-geschehen-als-einem-kindeline/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxii-mir-ist-geschehen-als-einem-kindeline/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist geschehen als einem kindelîne,&#10;daz sîn schoenez bilde in einem glase gesach&#10;unde greif dar nâch sîn selbes schîne&#10;sô vil, biz daz ez den spiegel gar zerbrach.&#10;Dô wart al sîn wunne ein leitlich ungemach.&#10;alsô dâhte ich iemer vrô ze sîne,&#10;dô ich gesach die lieben vrouwen mîne,&#10;von der mir bî liebe leides vil geschach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Minne, diu der werelde ir vröude mêret,&#10;seht, diu brâhte in troumes wîs die vrouwen mîn,&#10;dâ mîn lîp an slâfen was gekêret&#10;und ersach sich an der besten wunne sîn.&#10;Dô sach ich ir liehten tugende, ir werden schîn,&#10;schoen unde ouch vür alle wîp gehêret,&#10;niuwen daz ein lützel was versêret&#10;ir vil vröuden rîchez rôtez mündelîn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXII.   Mir ist geschehen als einem kindelîne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxii-mir-ist-geschehen-als-einem-kindeline-9151/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxii-mir-ist-geschehen-als-einem-kindeline-9151/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist geschehen als einem kindelîne,&#10;daz sîn schoenez bilde in einem glase gesach&#10;unde greif dar nâch sîn selbes schîne&#10;sô vil, biz daz ez den spiegel gar zerbrach.&#10;Dô wart al sîn wunne ein leitlich ungemach.&#10;alsô dâhte ich iemer vrô ze sîne,&#10;dô ich gesach die lieben vrouwen mîne,&#10;von der mir bî liebe leides vil geschach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Minne, diu der werelde ir vröude mêret,&#10;seht, diu brâhte in troumes wîs die vrouwen mîn,&#10;dâ mîn lîp an slâfen was gekêret&#10;und ersach sich an der besten wunne sîn.&#10;Dô sach ich ir liehten tugende, ir werden schîn,&#10;schoen unde ouch vür alle wîp gehêret,&#10;niuwen daz ein lützel was versêret&#10;ir vil vröuden rîchez rôtez mündelîn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zeitgedichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zeitgedichte/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zeitgedichte/</guid><description>&lt;p&gt;Hochgeschwungen! Hochgeschwungen!&#10;Unsrer Lieder blankes Schwert,&#10;Daß der Kampf der Dämmerungen&#10;Sich in hellen Sieg verkehrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder, dem es mag gelingen,&#10;Sei zu lautem Sang bereit,&#10;Daß wir sie uns bald ersingen&#10;Unsrer Freiheit goldne Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber in der Rüstung Golde&#10;Denkt auch mild im ernsten Streit,&#10;Und vergeh mir nicht die holde,&#10;Ewigschöne Frühlingszeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vergeßt mir nicht den Glauben&#10;An der Wälder grüne Pracht,&#10;An das Glück in kühlen Lauben&#10;Und in süßer Sternennacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zenith und Nadir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zenith-und-nadir/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zenith-und-nadir/</guid><description>&lt;p&gt;Wo du auch wandelst im Raum, es knüpft dein Zenith und Nadir&#10;An den Himmel dich an, dich an die Achse der Welt.&#10;Wie du auch handelst in dir, es berühre den Himmel der Wille,&#10;Durch die Achse der Welt gehe die Richtung der Tat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zerbrechlich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zerbrechlich/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zerbrechlich/</guid><description>&lt;p&gt;O dieses Tollkopfs heller Duft!&#10;O Tulpenleuchten gelben Haares!&#10;O Gnadenblick in Flimmerluft!&#10;O Glücksminute dieses Jahres!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wusste nicht, dass ich besaß&#10;Ein Kupferglimmen früh im Lichte,&#10;Ich wusste nicht, dass ich vergaß&#10;Dies Dämmerlächeln der Gesichte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin ich, wie einst, so mild bestäubt?&#10;O Glas und Zweifel dünnsten Traumes!&#10;Du junger Kornduft, duftbetäubt,&#10;Besonnter Schein umschäumten Schaumes!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich halte, ganz in deinem Hauch,&#10;Dich: Apfelwange, Sommersprossen &amp;hellip;&#10;Es ist ein Traum, ein Gift, ein Rauch,&#10;Ein Lügen-Gold und schon zerflossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zielverbesserung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zielverbesserung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zielverbesserung/</guid><description>&lt;p&gt;Wer das Ziel kennt,&#10;kann entscheiden.&#10;Wer entscheidet, findet Ruhe.&#10;Wer Ruhe findet, ist sicher.&#10;Wer sicher ist, kann überlegen.&#10;Wer überlegt, kann verbessern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu den Gedichten von L. Rafael</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-den-gedichten-von-l-rafael/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-den-gedichten-von-l-rafael/</guid><description>&lt;p&gt;Dies Büchlein soll ich anempfehlen?&#10;O nein! So lang noch zarte Seelen&#10;Des Herzens Qual, glücklose Minne,&#10;Den Kampf der Pflichten und der Sinne,&#10;Das heilige Walten der Natur,&#10;Im kleinsten Ding der Gottheit Spur,&#10;Die Pein des Sehnens und Ertragens,&#10;Die Schmerzenwonne des Entsagens,&#10;Der Mutterliebe Glück und Wehn&#10;Nachfühlend fassen und versteh′n,&#10;So lange wird in deutschen Landen&#10;Geliebt dies Büchlein und verstanden,&#10;Das mit dem Weihekuß des Schönen&#10;Will friedvoll höchsten Schmerz versöhnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu den Kleinen zähl ich mich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-den-kleinen-zaehl-ich-mich/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-den-kleinen-zaehl-ich-mich/</guid><description>&lt;p&gt;An Goethe&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu den Kleinen zähl ich mich&#10;Liebe Kleine nennst Du mich.&#10;Willst Du immer so mich heißen,&#10;Werd ich stets mich glücklich preisen,&#10;Bleibe gern mein Leben lang&#10;Lang wie breit und breit wie lang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als den Größten kennt man Dich,&#10;Als den Besten ehrt man Dich,&#10;Sieht man Dich, muß man Dich lieben,&#10;Wärst Du nur bei uns geblieben,&#10;Ohne Dich scheint uns die Zeit&#10;Breit wie lang und lang wie breit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu der Scheffelfeier in Heidelberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-der-scheffelfeier-in-heidelberg/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-der-scheffelfeier-in-heidelberg/</guid><description>&lt;p&gt;Gern bin ich sangerbötig&#10;Zu jeder deutschen Feier:&#10;Hier aber ist nicht nöthig&#10;Mein Lied und meine Leier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alt Heidelberg, der Feinen,&#10;Natur und Art und Geist&#10;Zu singen ist des Einen,&#10;Der Joseph Victor heißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott Odhin hat die Lüfte,&#10;Erdhöhle hat der Zwerg,&#10;Der Riese Felsenklüfte&#10;Und Scheffel Heidelberg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu tun! Zu tun!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-tun-zu-tun/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-tun-zu-tun/</guid><description>&lt;p&gt;Heute lese ich da in der Zeitung:&#10;In Los Angeles gibt&amp;rsquo;s einen Schnapsverein,&#10;und man befürchtet seine Verbreitung&#10;in dem übrigen Land - dabei fällt mir ein:&#10;Ich sollte mal wieder an Edith schreiben&#10;(in Kalifornien) - seit Januar&#10;liegt der Brief da, und ich lass es bleiben&#10;und verschieb es nun schon ein halbes Jahr.&#10;Das ist nicht richtig. Es nimmt mir die Ruh.&#10;Aber&amp;hellip; ich komme nicht dazu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zueignung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zueignung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zueignung/</guid><description>&lt;p&gt;Es war an des Orangengartens Pforte,&#10;Wo Dich der Wagen donnernd von mir riß; –&#10;Ich sah ihm nach, – so blieb an diesem Orte&#10;Noch etwas mir auf weiter Welt gewiß, –&#10;Der Wagen schwand, der Schmerz kam nun zu Worte,&#10;Es drückte mich der Tränen Finsternis:&#10;All was mir lieb, es sind nun bloß Gedanken,&#10;Und was mir nah, es sind der Aussicht Schranken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Tages Auge sah auf mich hernieder,&#10;Gleich wie ein Leu aus einer Wüstenei,&#10;Zerrissen sind die fest verbundnen Glieder,&#10;Als wir beisammen, waren eins wir zwei;&#10;Blieb mir die Stimme nicht der Klagelieder,&#10;Mir blieb ein Herz, zu fühlen, was vorbei;&#10;Die Welt wird eng, das Herz um so viel bänger,&#10;Die Tage kurz und alle Schatten länger.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Bilde Scheffels</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-bilde-scheffels/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-bilde-scheffels/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, das ist meines lieben Victor Antlitz!&#10;Schlicht, treu und fest und deutsch in Ernst und Scherz:&#10;So blickte er, wann er zu Radolfszell,&#10;Erfreut, bewegt, der Jugendzeit gedenk,&#10;Mich in die Arme schloß und zur »Seehalde«&#10;Den grünen Angerpfad hinan mich führte! -&#10;Den schau′ Dir an, Du theure deutsche Jugend,&#10;Und dank′ ihm immerdar, daß er Dir reichte&#10;Aus deutscher Vorzeit quellbornfrischen Trank:&#10;Denn, was frivol, krank, süßlich und salonhaft,&#10;War ihm verhaßt: ein treuer Eckhard war er:&#10;Ihn sollt Ihr werth und hoch und theuer halten,&#10;So lang′ in Wolken ragt der Hohentwiel,&#10;Frau Aventiure auf den Straßen geistert,&#10;So lang′ des Alamannenlands Saphir,&#10;Der Bodensee, noch glänzt in lichter Bläue,&#10;So lang′ noch deutscher Dichtung Wort ertönt:&#10;Mit ihm vergleiche keiner sich, der lebt,&#10;Und keiner seinesgleichen kehrt uns wieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-ende/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-ende/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben der Natur ist Lauffen und Verlangen,&#10;Es eilet einig hin, wo es ist ausgegangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum ersten April anonym an Felix</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-ersten-april-anonym-an-felix/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-ersten-april-anonym-an-felix/</guid><description>&lt;p&gt;Ist′s wahr, was man an allen Orten&#10;Sich schon erzählt, mit scheuen Worten?&#10;»Frau Dahn hat einst zur Vollmondnacht&#10;Ein heidnisch Zauberwerk vollbracht:&#10;Ein Goldflechtwerk, reich ausgeschlagen&#10;Mit gelber Seide und getragen&#10;Von hohem Henkel, der die Last&#10;Der Seidenfalten kaum umfaßt.&#10;Die bauschen sich in weiten Bogen&#10;Von rothen Schnüren zugezogen:&#10;Ein Wunderkörbchen muß es sein:&#10;Es trägt ihr täglich Gutes ein.&#10;So oft sie′s aufthut, liegt darin,&#10;Was immer ihr erfreut den Sinn:&#10;Bald ist es Gold, bald Liedeswort, -&#10;Genug, es wundert immerfort.« -&#10;Ich bin Dir gut schon manches Jahr,&#10;Du wetterfestes Ehepar,&#10;Drum wünsch′ ich Frau Theresen auch&#10;Des Wunderkörbchens stäten Brauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Geburtstag meiner Schwester</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-geburtstag-meiner-schwester/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-geburtstag-meiner-schwester/</guid><description>&lt;p&gt;Schwebe, Du schwirrende,&#10;Schwarz-schwingige Schwalbe,&#10;Zur schönen Schwester:&#10;Des Bruders bist Du&#10;Und Baldurs Botin:&#10;Gern gönnt sie Dir Gastrecht:&#10;Frühling erfreut sie. -&#10;War′s doch ein wonniger,&#10;Sonniger Sonntag&#10;In mildestem Märzen:&#10;Falter flogen,&#10;Behende Bienen&#10;Im grünenden Garten:&#10;In Hecken hüpfte&#10;Süßen Gesanges&#10;Die braune Brunelle&#10;Und, am Springbrunn spielend,&#10;Rief Rothkehlchen,&#10;Seit lange mein Liebling,&#10;Sein lieblich lautendes Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam mir die Kunde:&#10;»Laß nun die Lanze!&#10;Hebe den Helm ab«: -&#10;Denn, ein Ritter, rannt′ ich,&#10;Durch′s Gefild im Gefecht&#10;Mit unendlichen Feinden! -&#10;»Komm′ in die Kammer:&#10;Es brachten dem Bruder&#10;Ein schwarzes Geschwister&#10;Schwirrende Schwalben.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Geburtstag seiner Hausfrau 1814</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-geburtstag-seiner-hausfrau-1814/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-geburtstag-seiner-hausfrau-1814/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Güter hat die milde Hand&#10;Der Vorsicht mir gegeben:&#10;Die Freiheit und das Vaterland,&#10;Und dich geliebtes Leben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie glänzen in der Freiheit Strahl&#10;Die Thäler und die Höhen!&#10;Wie wird mein freundliches Gemahl&#10;In ihnen sich ergehen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Frühling sendet schon den Hauch,&#10;Die Welt will sich verjüngen,&#10;O laß mich, schöne Herrin, auch&#10;Nun reuten, schaffen, singen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun hat die deutsche Heldenkraft&#10;Erkämpft die deutschen Ehren,&#10;Nun soll erst fromme Pilgrimschaft&#10;Uns rechte Lust gewähren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Geburtstage meiner Herrin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-geburtstage-meiner-herrin/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-geburtstage-meiner-herrin/</guid><description>&lt;p&gt;Karlsruhe, am 25. Jänner 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willkommen mir im jungen Jahr,&#10;Du schönster Schmuck der Erde!&#10;Schließ auf die Augen fromm und klar,&#10;Daß mir es Morgen werde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei Güter hat die milde Hand&#10;Der Vorsicht mir gegeben:&#10;Die Freiheit und das Vaterland,&#10;Um dich, mein holdes Leben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie glänzen in der Freiheit Strahl&#10;Die Thäler und die Höhen!&#10;Wie wird mein freundliches Gemahl&#10;In ihnen sich ergehen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Frühling sendet schon den Hauch,&#10;Die Welt will sich verjüngen;&#10;Drum will ich, süße Herrin, auch&#10;Nun pflanzen, schaffen, singen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Myrthen- und zum Silberkranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-myrthen-und-zum-silberkranz/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-myrthen-und-zum-silberkranz/</guid><description>&lt;p&gt;Zu dem heitersten Chor auch des festlichsten Tags, zu der Flöten melodischem Lustklang,&#10;Ein bedächtiges Wort, ein erinnersam Wort und ein mahnendes Wort für die Zukunft&#10;Sei der Dichtung gegönnt, die, ein heilig Geleit, uns des Lebens verworrene Töne&#10;Wie beschwichtigend weiht in der Rhythmen Gewog und in Silberaccorden der Harfe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie wahr sie doch ist und wie tief und wie alt, in unzähligen Seufzern bekundet,&#10;Um den Wechsel des Glücks und den Wandel der Zeit und das Welken der Jugend die Klage!&#10;Wie die Blätter am Baum, so erblüh′n und vergeh′n sie, die schwindenden Menschengeschlechter. - -&#10;Weissagen ist gut, verkünden ist leicht und es rundet von selbst das Gedicht sich,&#10;Wenn den Kindern man in der Aeltern Geschick mag zeigen das glücklichste Vorbild.&#10;Denn weit schöner fürwahr als ein jedes Gedicht ist was wir hier schau′n als Erlebniß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur goldenen Hochzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-goldenen-hochzeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-goldenen-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Vor fünfzig Jahren ward das Band gebunden,&#10;Das als ein goldenes wir grüßen heut′.&#10;Was war das Gold, das, dankbar tief empfunden,&#10;So lang′ hat reichen Segen ausgestreut?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst war′s das Gold der , der viel schönen:&#10;Im Blüthenschimmer sah das Par die Welt:&#10;Doch jede Hoffnung kann der Kranz nicht krönen,&#10;Und die Enttäuschung ist dem Wunsch gesellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wann die Hoffnung abgestreift die Blüthe,&#10;Dann reift die Frucht, die ihre Zukunft war:&#10;Es ist das lautre Gold der Herzens,&#10;Und echtes Gold wird nur im Feuer klar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Was das für ein Gezwitscher ist!&#10;Durchs Blau die Schwalben zucken&#10;Und schrein: »Sie haben sich geküßt!«&#10;Vom Baum Rotkehlchen gucken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Storch stolziert von Bein zu Bein;&#10;»Da muß ich fischen gehen -«&#10;Der Abend wie im Traum darein&#10;Schaut von den stillen Höhen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie im Traume von den Höhen&#10;Seh ich nachts meiner Liebsten Haus,&#10;Die Wolken darüber gehen&#10;Und löschen die Sterne aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit des Herrn von Pochhammer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-des-herrn-von-pochhammer/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-des-herrn-von-pochhammer/</guid><description>&lt;p&gt;Tief in der Brust mit verriegelnder Klammer&#10;Wahrte schön Hanna das Herzelein:&#10;Aber die Liebe mit pochendem Hammer,&#10;Sprengte das Schloß und zog in die Kammer&#10;Wie triumphirender Frühling herein.&#10;Nun, so erblühe denn, sprossende Keimniß!&#10;Singen und Sagen, sie schildern Dich nie.&#10;Versegestammel ist klägliche Reimniß&#10;Gegen der Minne geheiligt Geheimniß:&#10;Glückliche Lieb′ ist allein Poesie.&#10;Aber Ihr andern, Ihr fröhlichen Gäste,&#10;Hebet die Becher und jubelt mir laut:&#10;Glückliche Lieb′ ist das Seligste, Beste!&#10;Heil sei dem Hause und Heil sei dem Feste,&#10;Heil sei dem Bräutigam, Heil sei der Braut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit eines Försters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-eines-foersters/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-eines-foersters/</guid><description>&lt;p&gt;O wie den Freund und den Dichter erfreut,&#10;Was sich dem Auge, dem ahnenden, beut:&#10;Junge verschwiegene Liebe -,&#10;Seliges Wandeln im rauschenden Wald, -&#10;Fröhliches Schreiten und schämiges Halt, -&#10;Fern von der Menschen Getriebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ihr schreitet die Tannen entlang,&#10;Sieh, aus den nickenden Büschen nicht bang&#10;Aeuget das Rehlein, das falbe:&#10;Aber am Dach, wo an sonnigem First&#10;Frühest das Eis in dem Lenze zerbirst,&#10;Nistet Euch zwitschernd die Schwalbe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit eines Sternkundigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-eines-sternkundigen/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-eines-sternkundigen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie die Sprache so schön das Vermählungsfest und so weise genannt hat: die Hochzeit!&#10;Denn am heutigen Tag in der That auf den Höhn des Lebens erscheinet dies Par uns.&#10;Doch das Fest, es verrauscht, und die Rosen verblüh′n und es welkt auch die grünende Myrthe.&#10;Nur Ein Zauber vermag das vergängliche Glück in ein dauerndes weihend zu wandeln:&#10;Der Zauber, er liegt in der eigenen Brust der Vermählten verwahrt und geborgen:&#10;Wer im Staube des Pfads durch die lärmende Welt zu den Sternen richtet das Auge,&#10;Zu den Sternen, die still in stets leuchtendem Glanz auf den ewigen Bahnen dahinzieh′n, -&#10;Der empfängt in der Brust den gesegneten Glanz, der das Glück unvergänglich ihm weihet,&#10;Dann bestehet die Lieb′, und die Freude gedeiht, und der Friede waltet am Herde,&#10;Wo ein Par sich gelobt am geschmückten Altar nur den Idealen zu dienen,&#10;Denn die Sterne der Menschen auf Erden, sie sind es, die ewigen Ideale.&#10;Drum wünscht der Poet, daß der Sternendienst von Euch Beiden treulich gepflegt wird,&#10;Daß das Schöne zumal und die Muse der Kunst an dem Herd Euch dauernd verweile:&#10;Dann in »prästabilirter Harmonie« durch das Leben werdet Ihr wandern,&#10;Wie am Himmel dahin der melodische Gang der Gestirne nach ewigen Rhythmen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit eines Tonsetzers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-eines-tonsetzers/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-eines-tonsetzers/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl einem großen Tonwerk gleicht das Leben,&#10;Darin die Töne suchen sich und flieh′n:&#10;Und welche sich zuletzt zum Einklang weben, -&#10;Lang′ wird sich das dem Lauschenden entziehn:&#10;Bis endlich jene zu einander schweben,&#10;Die vorbestimmt zu sel′gen Harmonien!&#10;So ward, getrennt durch Berg und Thal, dies Par&#10;Zusammen doch geleitet wunderbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sie vereint hat, war die Macht der Töne.&#10;Ein gutes Zeichen liegt in diesem Wort:&#10;Verbunden sind sie durch das ewig Schöne&#10;Zu innig unauflöslichem Accord.&#10;Die Muse selbst, die göttliche Kamöne,&#10;Bleibt Weiherin des Hauses fort und fort&#10;Und in dem Wohlklang gleich gestimmter Seelen&#10;Wird mit der Kraft das Zarte sich vermählen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Stilling′schen silbernen Hochzeitsfeier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-stillingschen-silbernen-hochzeitsfeier/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-stillingschen-silbernen-hochzeitsfeier/</guid><description>&lt;p&gt;Am 19. November 1815.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Licht und Recht strahlt weit und breit,&#10;Vater sieht mit Wonne,&#10;Wie nach schwerer Prüfungszeit&#10;Glänzt die unbewölkte Sonne,&#10;Die versöhnte Königin,&#10;Auf des Lieblings Scheitel hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir singen unserm Herrn,&#10;Wir Großen und wir Kleinen,&#10;Der uns den hellen Stern&#10;Am Himmel ließ erscheinen.&#10;Er gab das ew′ge Licht,&#10;Er sprach das ew′ge Wort,&#10;Ist nah′ und fehlet nicht&#10;In keinem Land und Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jedem Kräfte gab,&#10;Womit er wirk′ und schaffe,&#10;Er ist des Greisen Stab,&#10;Des Schwachen Wehr und Waffe.&#10;Er schenket Brod und Wein,&#10;Ernähret Seel′ und Leib,&#10;Und segnet selber ein&#10;Den Bund von Mann und Weib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Unzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-unzeit/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-unzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wollte, wie gerne, dich herzen,&#10;Dich wiegen in meinem Arm,&#10;Dich drücken an meinem Herzen,&#10;Dich hegen so traut und so warm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man verscheuchet mit Rauch die Fliegen,&#10;Mit Verdrießlichkeit wohl den Mann;&#10;Und wollt ich an dich mich schmiegen,&#10;Ich täte nicht weise daran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl zieht vom strengen Norden&#10;Ein trübes Gewölk herauf,&#10;Ich bin ganz stille geworden,&#10;Ich schlage die Augen nicht auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Vermählung des Amtmanns Kinzinger in Carlsruhe mit Auguste Hoyer zu Gottesaue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-vermaehlung-des-amtmanns-kinzinger-in-carlsruhe-mit-auguste-hoyer-zu-gottesaue/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-vermaehlung-des-amtmanns-kinzinger-in-carlsruhe-mit-auguste-hoyer-zu-gottesaue/</guid><description>&lt;p&gt;den 29. August 1816.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blümlein von der Gottesaue&#10;Ist so fröhlich aufgeblüht,&#10;Gleich der Ros′ im Morgenthaue&#10;An Gestalt und an Gemüth.&#10;Kommt ein fremder Mann geschritten,&#10;»Blümlein von der Gottesau,«&#10;Spricht er, »komm zu meinen Hütten,&#10;Daß ich früh und spät dich schau;&#10;Gärtner will ich sein und pflegen&#10;Deiner Schönheit holde Zier,&#10;Schenke deinen Duft und Segen,&#10;Liebesfreuden schenke mir.&#10;Leben bricht von allen Enden,&#10;Blüten brechen schnell heraus,&#10;Und wir tragen und wir senden&#10;Sie den Eltern in das Haus,&#10;Daß sie wachsen und gedeihen&#10;Gleich der süßen jungen Frau,&#10;Hier im Stillen, hier im Freien,&#10;Auf der grünen Gottesau!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Warnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-warnung/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-warnung/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal nach einer lustigen Nacht&#10;War ich am Morgen seltsam aufgewacht:&#10;Durst, Wasserscheu, ungleich Geblüt,&#10;Dabei gerührt und weichlich im Gemüt,&#10;Beinah′ poetisch; ja ich bat die Muse um ein Lied.&#10;Sie, mit verstelltem Pathos, spottet′ mein,&#10;Gab mir den schnöden Bafel ein:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Wasserfall&#10;Und ein Vogel ebenfalls,&#10;Der schreibt sich Wendehals,&#10;Johann Jakob Wendehals;&#10;Der tut tanzen&#10;Bei den Pflanzen&#10;Obbemeld′ten Wasserfalls -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ging es fort; mir wurde immer bänger.&#10;Jetzt sprang ich auf: zum Wein! Der war denn auch mein Retter. -&#10;Merkt′s euch, ihr tränenreichen Sänger:&#10;Im Katzenjammer ruft man keine Götter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zuruf an die Gegend von Rom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zuruf-an-die-gegend-von-rom/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zuruf-an-die-gegend-von-rom/</guid><description>&lt;p&gt;Sey mit stürzenden Thränen der Freude gegrüßt,&#10;Was auch fern vor der Seele mir stand,&#10;Wo sich kühner der Keim der Gedanken erschließt,&#10;O du altes Saturnisches Land,&#10;Wo die heilige Höh′ und die wallende Fluth&#10;Mir entzünden und kühlen die sehnende Gluth,&#10;Die nach dir ich im Busen empfand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wem im Busen das Herz, in dem Herzen der Geist&#10;Sich erhebet zum höheren Seyn;&#10;Wem sich tiefer der Quell der Gedanken ergeußt,&#10;O wie fröhlich kann der hier gedeih′n!&#10;Stürzt die WeIt auch in stäubende Trümmer dahin,&#10;Im Unendlichen schwebet der geistige Sinn,&#10;Und verschmäht den betrüglichen Schein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Leben in einer Gestalt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-leben-in-einer-gestalt/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-leben-in-einer-gestalt/</guid><description>&lt;p&gt;Einst stand der Dorn ohne blühenden Duft,&#10;Verdorrend im eisigen Windeshauch,&#10;Da quoll vom Süden wabernde Luft:&#10;Und sonnig umwarb sie den Dornenstrauch;&#10;Da sproßten ihm Blätter und Knospen auch&#10;Mit zwingender Lebensgewalt.&#10;Nun brennen im blühenden Dornenstrauch&#10;Zwei Leben in einer Gestalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwiegespräch im Dunkel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwiegespraech-im-dunkel/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwiegespraech-im-dunkel/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will allein sein, geh! - &amp;ldquo;Du bist beherzt.&amp;rdquo;&#10;Wir fallen. Sage mir, wohin wir fallen?&#10;&amp;ldquo;Aus den Verzweiflungen.&amp;rdquo; - Aus allen?&#10;&amp;ldquo;Aus allen. - Schmerzt es dich so sehr?&amp;rdquo; - Es schmerzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Willst du allein sein?&amp;rdquo; - Gib mir das Geleit!&#10;&amp;ldquo;Wie weit noch?&amp;rdquo; - Mich benässt ein Strom -&#10;&amp;ldquo;Gewiss. Hier führt kein Weg nach Rom.&#10;Vorüber ist die gütige Zeit.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie brach wie ein verfolgtes Reh&#10;Ins Knie und ist zu Gott zurückgeschwommen.&#10;&amp;ldquo;Und schmerzt es dich?&amp;rdquo; - Es tut nicht weh.&#10;&amp;ldquo;Es schmerzt nicht mehr: dann bist du angekommen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwiegespräch mit mir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwiegespraech-mit-mir/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 11:57:01 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwiegespraech-mit-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Die Glockentürme schnalzen zum meckernden Mond.&#10;Die Landschaft harft sich hügelhin. Gewitter wiehern.&#10;Ich schlafe, wo die Schreibmaschinen Sammt sind.&#10;Traum leimte mir die Nase des Mefisto an den großen Zeh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O bück dich nicht zu breit. Der Seidenhase hebt die güldne Pranke.&#10;Ein Erbfluch geht von David bis Forseti.&#10;Kein Mensch weiß, ob der Rhein ein Fluss ist, ob er fließt.&#10;Erfinde die Phosphorgans, freundlicher Hofrat. Wecke den Weck.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>7. Juni 1834. Aus einem Briefe nach Karlsbad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/7-juni-1834-aus-einem-briefe-nach-karlsbad/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/7-juni-1834-aus-einem-briefe-nach-karlsbad/</guid><description>&lt;p&gt;Was heiß aus meiner Seele fleht,&#10;Und bang in diesen Zeilen steht&#10;Das soll dich nicht betrüben&#10;Die Liebe hat es ausgesäet&#10;Die Liebe hat hindurchgeweht,&#10;Die Liebe hat′s getrieben&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ist dies Feld einst abgemäht,&#10;Arm Lindi durch die Stoppeln geht,&#10;Sucht Ähren, die geblieben,&#10;Sucht Lieb, die mit ihr untergeht,&#10;Sucht Lieb, die mit ihr aufersteht,&#10;Sucht Lieb, die ich mußt lieben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend im Tal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-im-tal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-im-tal/</guid><description>&lt;p&gt;Tiefblau ist das Thal,&#10;Ueber den Wäldern gehet&#10;Die Sonne still zur Ruh′,&#10;Im sinkenden Strahl&#10;Der Wipfel Regung wehet&#10;Den leisen Sternen zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendempfindung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendempfindung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendempfindung/</guid><description>&lt;p&gt;Wie süß im dämmerhellen Walde,&#10;Wenn Harzduft von den Bäumen trieft,&#10;Zu ruhen an der Bergeshalde,&#10;In alter Sänger Lied vertieft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings Stille, daß vom Lärm der Erde&#10;Kaum einen Ton dein Ohr vernimmt,&#10;Als das Geläut der Ziegenherde,&#10;Die einsam an der Halde klimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und, wie dich aus den alten Rollen&#10;Der Hauch vergangner Zeit umquillt,&#10;Versinkt das Heut mit seinem Wollen&#10;Und Thun dir wie ein Schattenbild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist diese Luft, die mir mit leisen&#10;Windhauchen um die Schläfe spielt,&#10;Nicht noch dieselbe, die den Weisen&#10;Chaldäas einst die Stirn gekühlt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgang/</guid><description>&lt;p&gt;In der Schlucht beim Abenddämmern&#10;Schreit′ ich durch den düstern Wald.&#10;Stille ringsum in den Zweigen;&#10;Nur daß leise durch das Schweigen&#10;Von den fernen Eisenhämmern&#10;An mein Ohr ein Pochen schallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf viel verschlungnen Wegen&#10;Des Gedankens irrt mein Geist,&#10;Sinnt dem Rätsel nach, dem alten,&#10;Welcher Macht geheimes Walten&#10;Finstern Zielen uns entgegen&#10;Durch Geburt und Sterben reißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O der Mensch mit seinem Wollen,&#10;Wie er ringt und wie er strebt!&#10;Seine Wünsche unermessen;&#10;Dann zu ewigem Vergessen&#10;Ruht er unter kalten Schollen,&#10;Gleich als hätt′ er nie gelebt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendland/</guid><description>&lt;p&gt;Mond, als träte ein Totes&#10;Aus blauer Höhle,&#10;Und es fallen der Bluten&#10;Viele über den Felsenpfad.&#10;Silbern weint ein Krankes&#10;Am Abendweiher,&#10;Auf schwarzem Kahn&#10;Hinüberstarben Liebende.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder es läuten die Schritte&#10;Elis′ durch den Hain&#10;Den hyazinthenen&#10;Wieder verhallend unter Eichen.&#10;O des Knaben Gestalt&#10;Geformt aus kristallenen Tränen,&#10;Nächtigen Schatten.&#10;Zackige Blitze erhellen die Schläfe&#10;Die immerkühle,&#10;Wenn am grünenden Hügel&#10;Frühlingsgewitter ertönt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So leise sind die grünen Wälder&#10;Unsrer Heimat,&#10;Die kristallene Woge&#10;Hinsterbend an verfallner Mauer&#10;Und wir haben im Schlaf geweint;&#10;Wandern mit zögernden Schritten&#10;An der dornigen Hecke hin Singende&#10;im Abendsommer, In heiliger Ruh&#10;Des fern verstrahlenden Weinbergs;&#10;Schatten nun im kühlen Schoß&#10;Der Nacht, trauernde Adler.&#10;So leise schließt ein mondener Strahl&#10;Die purpurnen Male der Schwermut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlandschaft am Genfersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlandschaft-am-genfersee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlandschaft-am-genfersee/</guid><description>&lt;p&gt;Spiegelnd ruht&#10;Hier die Flut.&#10;Kreisend seh ich Fischlein blinken;&#10;Aus dem Busche singen Finken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still im Tau&#10;Ruht die Au.&#10;Dämmrung hüllt die schwanken Wipfel,&#10;Deckt der runden Hügel Gipfel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Veilchenduft&#10;Füllt die Luft;&#10;Grünlich knospen junge Bäume,&#10;Und der Hain treibt braune Keime.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Purpurn blinkt,&#10;Traulich sinkt&#10;Dort am Jura hin die Sonne,&#10;Und im Tal lacht Abendwonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch verschwebt,&#10;Gold umbebt,&#10;Ragt weit in des Äthers Grenzen,&#10;Weißer Berg! Dein reines Glänzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlich schon rauscht der Wald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlich-schon-rauscht-der-wald/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlich-schon-rauscht-der-wald/</guid><description>&lt;p&gt;Abendlich schon rauscht der Wald&#10;Aus den tiefsten Gründen,&#10;Droben wird der Herr nun bald&#10;An die Sternlein zünden.&#10;Wie so stille in den Schlünden,&#10;Abendlich nur rauscht der Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles geht zu seiner Ruh.&#10;Wald und Welt versausen,&#10;Schauernd hört der Wandrer zu,&#10;Sehnt sich recht nach Hause.&#10;Hier in Waldes stiller Klause,&#10;Herz, geh endlich auch zur Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendmahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendmahl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendmahl/</guid><description>&lt;p&gt;Joh. 6, 55.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;mein Blut ist der rechte Trank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reicher König, Wirt voll Gnaden,&#10;Mich verlangt nach deinem Mahl;&#10;Deine Knechte gingen laden,&#10;Rufend über Berg und Tal;&#10;Was da mag an Erdentischen&#10;Köstliches bereitet sein:&#10;Herzen kannst nur du erfrischen,&#10;Seelen sättigst du allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar der Weltlust Goldpokale&#10;Seh ich hier nicht aufgestellt,&#10;Finde nichts beim ersten Mahle,&#10;Was den Sinnen wohlgefällt;&#10;Doch ein Brot wird hier gebrochen,&#10;Und ein Trank wird hier gereicht,&#10;Und ein Gruß wird hier gesprochen,&#10;Dem kein irdisch Labsal gleicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstaendchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstaendchen/</guid><description>&lt;p&gt;Hör, es klagt die Flöte wieder,&#10;und die kühlen Brunnen rauschen!&#10;Golden weh′n die Töne nieder,&#10;stille, stille, laß uns lauschen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holdes Bitten, mild Verlangen,&#10;wie es süß zum Herzen spricht!&#10;Durch die Nacht, die mich umfangen,&#10;blickt zu mir der Töne Licht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendtöne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendtoene/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendtoene/</guid><description>&lt;p&gt;Wozu mich mein Schuh drückt?&#10;Das willst du wissen?&#10;Leg dich nur ruhig&#10;Auf dein Ruhekissen;&#10;Es wird zum Luftballon.&#10;Mit dem gehst du davon.&#10;Und deine Locken —&#10;Die werden klingen;&#10;Du sollst mit ihnen,&#10;Da sie rot sind,&#10;Die gelben Sterne umschlingen!&#10;Ach ja, dein verfluchter,&#10;Alter, dammlicher Luftballon&#10;Wird dich weit bringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;*&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die alte Türe,&#10;Die so herrisch knarrt,&#10;Kommt der Ofenmann&#10;Mit vielen schwarzen Bechern,&#10;Die so traurig sind wie schwarze Briefe.&#10;Na — was will denn der Ofenmann?&#10;Will er den alten Zechern&#10;Die letzten Tropfen schenken?&#10;Der Ofenmann hat kurze Beinchen;&#10;Sein Leib ist ein großes viereckiges Steinchen.&#10;Und auf dem Steinchen sitzt ein Wachskopf —&#10;Der geht natürlich ganz entzwei,&#10;Denn der Ofen ist ja warm.&#10;Und die schwarzen Becher fallen&#10;Diesem alten Ofenmann&#10;Aus den schwarzen alten Händen&#10;Auf die stillen weißen Dielen.&#10;Und der Wein macht die Dielen naß.&#10;Das macht den Zechern Spaß.&#10;Die Beinchen des Ofenmanns&#10;Brechen entzwei.&#10;Und der schwarze Ofen&#10;Steht an der Wand — wie einst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied vom Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-vom-rhein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-vom-rhein/</guid><description>&lt;p&gt;Nun gute Nacht! mein Leben,&#10;Du alter, treuer Rhein.&#10;Deine Wellen schweben&#10;Klar im Sternenschein;&#10;Die Welt ist rings entschlafen,&#10;Es singt den Wolkenschafen&#10;Der Mond ein Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schiffer schläft im Nachen&#10;Und träumet von dem Meer;&#10;Du aber, Du mußt wachen&#10;Und trägst das Schiff einher.&#10;Du führst ein freies Leben,&#10;Durchtanzest bei den Reben&#10;Die ernste Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer dich gesehen, lernt lachen;&#10;Du bist so freudenreich,&#10;Du labst das Herz der Schwachen&#10;Und machst den Armen reich.&#10;Du spiegelst hohe Schlösser&#10;Und füllest große Fässer&#10;Mit edlem Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von den Helden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-den-helden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-den-helden/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht Friedrichs Helden, welche der Brenne liebt,&#10;Schwerin und Heinrich, Bevern und Winterfeld,&#10;Nicht jeder Gwelse nur und Seidlitz&#10;Sind der gewaltigen Hymne würdig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch ihr, der Staaten friedliche Wächter, habt&#10;Ein hohes Recht an unsern geflügelten&#10;Gesängen; auch der tapfre Richter&#10;Mächtiger Frevel und armer Unschuld;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch deren Geist dem immer erneuerten&#10;Geschlecht der Menschen Güter und Künste fand;&#10;Auch wer allwachsam seinen Bürgern&#10;Ueberfluss, Sitte, Gesundheit austheilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch viele goldne Pfeile ruhn unversucht&#10;Im Köcher eines Dichters, der frühe schon&#10;Sein Leben ganz den liederreichen&#10;Schwestern Uraniens angelobt hat;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von der Jugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-der-jugend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-der-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Wie der zitternde Verbannte&#10;Steht an seiner Heimat Grenzen,&#10;Rückwärts er das Antlitz wendet,&#10;Rückwärts seine Augen glänzen,&#10;Winde die hinüberstreichen,&#10;Vögel in der Luft beneidet,&#10;Schaudernd vor der kleinen Scholle,&#10;Die das Land vom Lande scheidet;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die Gräber seiner Toten,&#10;Seine Lebenden, die süßen,&#10;Alle stehn am Horizonte,&#10;Und er muß sie weinend grüßen;&#10;Alle kleinen Liebesschätze,&#10;Unerkannt und unempfunden,&#10;Alle ihn wie Sünden brennen&#10;Und wie ewig offne Wunden;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschieds-Liedchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschieds-liedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschieds-liedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Hat meines Hertzens keusche Brunst&#10;Dann bey dem Himmel keine Gunst,&#10;Daß ich dich, Schönste, muß verlassen?&#10;Hie wo du stets mit Neid vnd List&#10;Der falschen Zungen, die dich hassen,&#10;Mein Sinnen-Trost, umbgeben bist?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entschlag dich aber aller Pein&#10;Vnd laß dein Hertz versichert seyn,&#10;Daß ich kurtzumb nicht von dir scheide,&#10;Mein blosser Schatten zeucht von hier,&#10;Ich aber bleib′ in Lieb′ vnd Leide&#10;Stets umb dich her vnd diene dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschiedswort der Neuen Rheinischen Zeitung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedswort-der-neuen-rheinischen-zeitung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedswort-der-neuen-rheinischen-zeitung/</guid><description>&lt;p&gt;Kein offner Hieb in offner Schlacht -&#10;Es fällen die Nücken und Tücken,&#10;Es fällt mich die schleichende Niedertracht&#10;Der schmutzigen West-Kalmücken!&#10;Aus dem Dunkel flog der tötende Schaft,&#10;Aus dem Hinterhalt fielen die Streiche -&#10;Und so lieg ich nun da in meiner Kraft,&#10;Eine stolze Rebellenleiche!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Lippe den Trotz und den zuckenden Hohn,&#10;In der Hand den blitzenden Degen,&#10;Noch im Sterben rufend: »Die Rebellion!« -&#10;So bin ich mit Ehren erlegen.&#10;Oh, gern wohl bestreuten mein Grab mit Salz&#10;Der Preuße zusamt dem Zare -&#10;Doch es schicken die Ungarn, es schickt die Pfalz&#10;Drei Salven mir über die Bahre!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abseits</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abseits/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abseits/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist so still; die Heide liegt&#10;Im warmen Mittagssonnenstrahle,&#10;Ein rosenroter Schimmer fliegt&#10;Um ihre alten Gräbermale;&#10;Die Kräuter blühn; der Heideduft&#10;Steigt in die blaue Sommerluft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laufkäfer hasten durch′s Gesträuch&#10;In ihren goldnen Panzerröckchen,&#10;Die Bienen hängen Zweig um Zweig&#10;Sich an der Edelheide Glöckchen;&#10;Die Vögel schwirren aus dem Kraut&#10;Die Luft ist voller Lerchenlaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein halbverfallen′ niedrig′ Haus&#10;Steht einsam hier und sennbeschienen&#10;Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,&#10;Behaglich blinzelnd nach den Bienen;&#10;Sein Junge auf dem Stein davor&#10;Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abziehendes Gewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abziehendes-gewitter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abziehendes-gewitter/</guid><description>&lt;p&gt;Gegen&#10;eine dunkele,&#10;dumpf verrollende, schrägschwarz abziehende&#10;Wetterwand,&#10;aus&#10;der mich noch&#10;die&#10;letzten schweren,&#10;stürzenden Schlossen treffen,&#10;plötzlich,&#10;die Luft wird licht, die Lachen&#10;flimmern,&#10;der gärende, wählende, weißgrau brodelnde Himmel über mir&#10;jählings, zerreißt,&#10;sprühblitzt &amp;hellip; die Sonne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jagende Wolken! Blendendes Blau!&#10;Ins grüne Gras greift der Wind, Silberweiden sträuben sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den&#10;Kopf vorgeduckt,&#10;die Augen fast zu, den Hut in die Stirn,&#10;kämpfe ich mich&#10;durch den fegend sausenden,&#10;stürmisch brausenden, entfesselt tobenden Frühlingsaufruhr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach Ja!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-ja/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-ja/</guid><description>&lt;p&gt;Ach ja! Jetzt weiß ich′s ganz genau!&#10;Von Max und Moritz kam ich her!&#10;Die lagen in einem Syrupmeer&#10;Und waren blöde wie der große Stier.&#10;Es kam ein Strahl durch das Revier&#10;Und hüpfte mit uns Dreien.&#10;Das sollte uns bald entzweien.&#10;Nach jenem Trubel durft ich endlich&#10;So selig ruhen auf dem Zuckersterne,&#10;Der mir aus allen seinen Kratern&#10;Ein glückliches Vergessen dampfte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach, wie prahlt ihr alte Herrn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wie-prahlt-ihr-alte-herrn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wie-prahlt-ihr-alte-herrn/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wie prahlt ihr alte Herrn&#10;Mit der Fülle eurer Tugend,&#10;Und vertauscht sie so gern&#10;Mit den Sünden eurer Jugend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adler/</guid><description>&lt;p&gt;Steig nur, Sonne,&#10;Auf die Höhn!&#10;Schauer wehn,&#10;Und die Erde bebt vor Wonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kühn nach oben&#10;Greift aus Nacht&#10;Waldespracht,&#10;Noch von Träumen kühl durchwoben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vom hohen&#10;Felsaltar&#10;Stürzt der Aar&#10;Und versinkt in Morgenlohen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frischer Morgen!&#10;Frisches Herz,&#10;Himmelwärts!&#10;Laß den Schlaf nun, laß die Sorgen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Advent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/advent/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/advent/</guid><description>&lt;p&gt;Am Himmel Wolkenjagd, bleifarb′ge Helle,&#10;In Frost erschauernd lag die Flur, die nackte;&#10;Fern sah herüber spukhaft der Soracte,&#10;Und lautlos schlich die gelbe Tiberwelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein junges Hirtenpaar, in Ziegenfelle&#10;Gehüllt, schritt mit dem Dudelsack im Takte&#10;Dem Tore zu, bis sie die Wache packte&#10;Und unsanft sie hinwegwies von der Schwelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erblichen ist in Rom, ihr guten Kinder,&#10;Der Stern, der einst in Bethlehem erglommen.&#10;Der Felsen Petri ward zur schroffen Klippe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adventsgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adventsgesang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adventsgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Wie soll ich dich empfangen&#10;Und wie begegn′ ich dir?&#10;O aller Welt Verlangen,&#10;O meiner Seelen Zier!&#10;O Jesu, Jesu, setze&#10;Mir selbst die Fackel bei,&#10;Damit, was dich ergötze,&#10;Mir kund und wissend sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Zion streut dir Palmen&#10;Und grüne Zweige hin,&#10;Und ich will dir in Psalmen&#10;Ermuntern meinen Sinn.&#10;Mein Herze soll dir grünen&#10;In stetem Lob und Preis&#10;Und deinem Namen dienen,&#10;So gut es kann und weiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aganippe und Phiala</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aganippe-und-phiala/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aganippe-und-phiala/</guid><description>&lt;p&gt;Wie der Rhein im höheren Thal fern herkomt,&#10;Rauschend, als käm Wald und Felsen mit ihm,&#10;Hochwogig erhebt sich sein Strom,&#10;Wie das Weltmeer die Gestade&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit gehobner Woge bestürmt! Als donnr′ er,&#10;Rauschet der Strom, schäumt, fliegt, stürzt sich herab&#10;Ins Blumengefild′, und im Fall&#10;Wird er Silber, das emporstäubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ertönt, so strömt der Gesang; Thuiskon,&#10;Deines Geschlechts. Tief lags, Vater, und lang&#10;In säumendem Schlaf, unerweckt&#10;Von dem Aufschwung und dem Tonfall&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Agrigent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/agrigent/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/agrigent/</guid><description>&lt;p&gt;Wie aus heiterstem Grün, o erhabenste Tempel Girgentis,&#10;Wie vom Himmel umglänzt steigt ihr der Nachwelt empor!&#10;Zwar in Trümmer schlug euch die Zeit; wohin ich mich wende,&#10;Zu des olympischen Zeus altem, titanischen Haus,&#10;Sei′s zum furchtbaren Schutt des Herakles, sei′s zu dem Hügel,&#10;Wo vom Frühling umblüht, Juno Lucina, du einst,&#10;Oder die Eintracht dort in dorischer Schöne gewohnet,&#10;Sei′s wo der Tempel Vulkans über der blumigen Kluft&#10;Von Limonen umduftet, umlacht von Indiens Feigen,&#10;Kaum den Blick mir zum Strand, kaum bis zum Meere gewährt.&#10;Euch umglühet Natur, und selbst aus dem Grab in der Mauer&#10;Strebt der blühende Baum mächtiger Aloe noch.&#10;Jüngst so irrt′ ich im Grün, mir lachten goldene Früchte,&#10;Hier entsprang der Granat, dort die Orange dem Laub.&#10;Eine Nachtigall schlug und die Tempel entragten den Hainen,&#10;Da erfüllete mir Wehmuth das einsame Herz,&#10;Unaussprechliche fast. So oft ins zerfallene Leben,&#10;Oft in die Trümmer des Glücks, oft in der Liebe Verlust&#10;Klagt ein süßer, ein seliger Laut mit der Nachtigall Stimme,&#10;Und das Schöne vielleicht wohnet am liebsten im Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Akme und Septimius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/akme-und-septimius/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/akme-und-septimius/</guid><description>&lt;p&gt;Nach Catull&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Akme, seine Geliebte, auf dem Schoße&#10;Haltend, sagte Septimius: »Meine Akme!&#10;Übermäßig hab ich dich lieb und will auch&#10;Jahr für Jahr dich beständig also lieben,&#10;So arg wie nur ein Mensch jemals imstand ist;&#10;Sieh, sonst mag mir’s geschehn, daß ich, ganz einsam,&#10;Sei’s in Libyen, sei’s im heißen Inder-&#10;Land, dem tödlichen Blick des Leun begegne!«&#10;Wie er dieses gesagt, niest Amor, herzlich&#10;Es bekräftigend (sonst war er ihm abhold).&#10;Akme, rückwärts ihr Köpfchen leicht gebogen,&#10;Und die trunkenen Augen ihres süßen&#10;Knaben küssend mit jenem Purpurmunde&#10;Sprach: »Mein Leben! o goldenes Septimchen!&#10;Künftig dienen wir diesem Herrn alleine,&#10;Ich, wie du - so gewiß als mir noch weit ein&#10;Heißer Feuer im zarten Marke glühet!«&#10;Wie sie dieses gesagt, niest Amor, herzlich&#10;Es bekräftigend (sonst war er ihr abhold).&#10;Auf so günstige Zeichen nunmehr bauend&#10;Tauschen beide von Herzen Lieb um Liebe.&#10;Nur in Akme allein noch lebt Septimius,&#10;Die ihm teurer als Syrien und Britannien,&#10;Nur Septimius widmet Akme treulich&#10;All ihr Süßes und alle Liebeswonnen.&#10;Kein glückseliger Paar hat man gesehen,&#10;Keine Liebe, so schön vom Gott besiegelt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle Birken grünen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-birken-gruenen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-birken-gruenen/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Birken grünen in Moor und Heid,&#10;Jeder Brahmbusch leuchtet wie Gold,&#10;Alle Heidlerchen dudeln vor Fröhlichkeit,&#10;Jeder Birkhahn kullert und tollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Augen, die gehen wohl hin und her&#10;Auf dem schwarzen, weißflockigen Moor,&#10;Auf dem braunen, grünschäumenden Heidemeer&#10;Und schweben zum Himmel empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Blauhimmel hin, wo ein Wölkchen zieht&#10;Wie ein Wollgrasflöckchen so leicht,&#10;Und mein Herz, es singt sein leises Lied,&#10;Das auf zum Himmel steigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle Landschaften haben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-landschaften-haben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-landschaften-haben/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Landschaften haben&#10;Sich mit Blau erfüllt.&#10;Alle Büsche und Bäume des Stromes,&#10;Der weit in den Norden schwillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leichte Geschwader, Wolken,&#10;Weiße Segel dicht,&#10;Die Gestade des Himmels dahinter&#10;Zergehen in Wind und Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Abende sinken&#10;Und wir schlafen ein,&#10;Gehen die Träume, die schönen,&#10;Mit leichten Füßen herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zymbeln lassen sie klingen&#10;In den Händen licht.&#10;Manche Flüstern und halten&#10;Kerzen vor ihr Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allegorie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allegorie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allegorie/</guid><description>&lt;p&gt;Ein wundervolles Weib, herrlich und stolz die Glieder,&#10;Zum weingefüllten Kelch wallt ihr das Haar hernieder.&#10;Der Liebe Gift, der Trank, den die Spelunke braut,&#10;Sie gleiten spurlos ab am Marmor ihrer Haut.&#10;Sie lacht dem Tod und höhnt der wilden Lust Begehren&#10;Der beiden Drachen, die da streicheln und versehren,&#10;Und im Vernichtungsspiel doch immer noch verschont&#10;Die strenge Hoheit, die im festen Körper wohnt.&#10;Ruhend der Haremsfrau, der Göttin gleich im Schreiten&#10;Wird in der Lust sie dir des Orients Rausch bereiten;&#10;Mit ihren Armen, die sie weit geöffnet hält,&#10;Winkt sie der Menschheit zu, umfängt sie eine Welt.&#10;Sie glaubt, sie weiss es, sie, die grosse Unfruchtbare,&#10;Die unentbehrlich doch im Gang der Weltenjahre,&#10;Dass Schönheit ein Geschenk so wundervoller Art,&#10;Dass jedem Frevel schon durch sie Entsühnung ward.&#10;Sie achtet Hölle nicht, nicht Fegefeuers Wehen,&#10;Und ruft die Stunde einst, den schwarzen Pfad zugehen,&#10;Dann wendet sie den Blick zum Tod hin ohne Scheu,&#10;Ein Kind, ganz unschuldvoll, ganz ohne Hass und Reu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allein mit der Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allein-mit-der-natur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allein-mit-der-natur/</guid><description>&lt;p&gt;O zu stromzerrißnen Thälern&#10;Führt mich, wo das Leben schweigt,&#10;Und die Felswand blau und stählern&#10;Unerklimmbar aufwärts steigt;&#10;Wo der Strauch der wilden Rose,&#10;Von der Bäche Schaum besprengt,&#10;Zitternd in die bodenlose&#10;Abgrundtiefe niederhängt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn in Klüften, tief geborsten,&#10;Dort der Sturm das Echo weckt&#10;Und aus ihren Felsenhorsten&#10;Die verstörten Adler schreckt,&#10;Grüßt mit tausendstimm′gen Chören&#10;Mich im Wogenschlag der Seen,&#10;In dem Rauschen durch die Föhren&#10;Des Naturgeists ew′ges Wehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aller-Seelen-Tag 1871</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aller-seelen-tag-1871/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aller-seelen-tag-1871/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Friedhof, wo bei gelber Blätter Fall&#10;Matt im Novemberlicht die Kreuze glänzen,&#10;Nun strömt das Volk, bei Trauerglockenschall&#10;Geliebte Gräber zu bekränzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War je der Jahre, die gewesen sind,&#10;So mördrisch eins wie dies? Mehr Hoffen&#10;Hat es, als Blätter der Novemberwind,&#10;Mit gift′gem Todespfeil getroffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie viele schleppten matt und todeswund&#10;Von Frankreichs blutgedüngten Stätten&#10;Die Glieder heim, nur um auf deutschem Grund&#10;Zur letzten Ruhe sich zu betten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allerseelen 1900</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allerseelen-1900/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allerseelen-1900/</guid><description>&lt;p&gt;Heut Allerseelentag, welch milde Lüfte,&#10;Bei solchem Sonnenschein thun sich auf die Grüfte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott, mutet an mich wie von fernen Zonen,&#10;Der Falter hier in Farbe der Citronen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An letzter Blume sich noch festzsaugen,&#10;der andre dort im Kleid der Pfauenaugen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von welchen Küsten doch, von welchen Reichen,&#10;Sie hergesegelt mit dem Wunderzeichen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch milder Tagesschein! Welch silbrig Weben!–&#10;Ja, so mags sein dereinst als Geist zu schweben!–&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allzeitwunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allzeitwunsch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allzeitwunsch/</guid><description>&lt;p&gt;In dieser wunderbaren Zeit&#10;Wo man zerstört und baut,&#10;Da hab ich viel gezweifelt&#10;Und habe viel vertraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Mitteln hört ich und vom Zweck,&#10;Von Recht und Unrecht stets,&#10;Von Recht und Rechtsgefühlen,&#10;Moral und Rechts-Gesetz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man schied Geschichte und Vernunft,&#10;Sprach von Altar und Thron,&#10;Von Wahrheit und von Freiheit,&#10;Man sprach von Religion.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah, was gut und böse sei,&#10;Und wünschte Jenem Heil,&#10;Doch ward uns ohne Dieses&#10;Auch Jenes nicht zu Theil.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Almosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/almosen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/almosen/</guid><description>&lt;p&gt;Es reicht der Armuth Hand das beste Bettelbrot;&#10;Wer selbst in Drangsal, hilft am rühmlichsten aus Noth,&#10;Und der wird meist von Gott geliebt,&#10;Der, weil er Andern giebt, die Hände selbst läßt leer;&#10;Denn Der, der wenig giebt von Wenigem, giebt mehr,&#10;Als Der, der viel von Vielem giebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als Er aus Rom geschidn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-aus-rom-geschidn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-aus-rom-geschidn/</guid><description>&lt;p&gt;XLI.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ade! Begriff der Welt! Stadt der nichts gleich gewesen /&#10;Vnd nichts zu gleichen ist / in der man alles siht&#10;Was zwischen Ost und West / und Nord und Suden blüht.&#10;Was die Natur erdacht / was je ein Mensch gelesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du / derer Aschen man nur nicht vorhin mit Bäsen&#10;Auff einen Hauffen kährt / in der man sich bemüht&#10;Zu suchen wo dein Grauß / (fliht trüben Jahre! Fliht / )&#10;Bist nach dem Fall erhöht / nach langem Ach / genäsen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als Hans vom Markt heimgieng</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-hans-vom-markt-heimgieng/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-hans-vom-markt-heimgieng/</guid><description>&lt;p&gt;Als Hans vom Markt heimgieng Als Hans vom Markt heimgieng,&#10;und seinem Schatz ein neu Spinnrad mitgebracht,&#10;und sich eine neue Peitsche gekauft hatte,&#10;sang er lustig:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Buchsbaumes Rädle,&#10;Ein′ flächsene Schwing,&#10;Mein Schatz heißt Antonele,&#10;Wie freut mich das Ding.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als Ihro Hoheit die Czaarische Printzessin ihren Geburts-Tag celebrirte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ihro-hoheit-die-czaarische-printzessin-ihren-geburts-tag-celebrirte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ihro-hoheit-die-czaarische-printzessin-ihren-geburts-tag-celebrirte/</guid><description>&lt;p&gt;Es wolte die Glückseeligkeit&#10;Sich mit den Menschen einst verbinden/&#10;Doch solte die Vollkommenheit&#10;Sich in derselben Tugend finden.&#10;Sie sah auf Anthon Ulrichs Hauß/&#10;Und sprach: diß hat mein Hertz erkohren/&#10;Charlotta wurde gleich daraus&#10;Die trefflichste der Welt gebohren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Fürstin war der Tugend Pracht/&#10;Der Anmuth ihr vollkommnes Wesen.&#10;Ein Printz/ den Gott der Russen Macht&#10;Zum Herrscher einsten auserlesen/&#10;Kam als ein theurer Fürst der Zeit/&#10;Dem nichts an hoher Tugend fehlet/&#10;Mit dem hat die Glückseeligkeit&#10;Durch die Printzeßin sich vermählet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als Se. Maj. von Preussen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-se-maj-von-preussen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-se-maj-von-preussen/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm Heldenmüht′ger Printz den Degen freudig an/&#10;Ihn giebt ein Brennus-Held/ von dem man sagen kan:&#10;Dein Degen habe nun so einen auch gefunden/&#10;Mit Klugheit/ Tepferkeit/ mit Glück und Ruhm verbunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Er giebt ihn/ Großer Printz/ nicht daß dein tapfrer Muht&#10;Ihn in die Feinde jagt/ darzu ist deiner gut.&#10;Nur die Unsterblichkeit sucht ihn wo aufzuhangen/&#10;Und zwar an schönsten Ort/ drum hast du ihn empfangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alß sie ein Poëtischer Geist tribe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alss-sie-ein-poetischer-geist-tribe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alss-sie-ein-poetischer-geist-tribe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich / der ich sonsten pflag von schlechten Dingen schreiben /&#10;bin gänzlich umgekehrt / nun muß mein Lob wohl bleiben /&#10;und grünen wie ein Zweig / iezt wil ich meinen Sinn /&#10;von dem / das niedrig ist / biß in die Wolcken ziehn.&#10;Die Göttin Fama wil mir selber Flügel geben /&#10;die immer für und für am hellen Himmel kleben /&#10;und wo der Venus Sohn hinfüro schiessen wil&#10;nach mir / so raht ich / daß er in die Wolcken Ziel.&#10;Da soll mein Ball=Plaz seyn / da soll das Glüder fliegen /&#10;wie Spreu / das brennen muß / und allzeit unten ligen.&#10;Die Clio bindet mir schon selbst die Lohrbeer=Kron /&#10;die Ewig grünen wird / nun soll die Kunst den Lohn&#10;erlangen / recht; So muß ein freyer Sinn bekleiben;&#10;nuhn / ich will immer auch bey meinen Worten bleiben /&#10;und steigen mit dem Sinn des Himmels Leiter an /&#10;ein jeder sey bereit / daß er mir folgen kan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alte Schrift</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-schrift/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-schrift/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngst verlockt′ es mich im Abendglimmen,&#10;Zum Lombardenturm emporzuklimmen,&#10;Dem verschollnen Herrscher hier im Gaue,&#10;Der die Ferne noch beherrscht, die blaue.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Mauern bin ich lang geblieben:&#10;Alte Namen standen rings geschrieben&#10;Hoch im Raume, wo die Luken schimmern,&#10;Doch die Wendeltreppe lag in Trümmern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die den Blick ins Weite dort gerichtet,&#10;Ihre Wanderstäbe sind vernichtet,&#10;Ihre leichten Mäntel sind verstoben,&#10;Ihre Sprüche blieben aufgehoben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einer dichtet Anno fünfzehnhundert:&#10;&amp;ldquo;Gott hab ich in der Natur bewundert!,&#10;&amp;ldquo;Gaudeamus!&amp;rdquo; gräbt ein flotter Zecher&#10;Um den keck entworfnen Riesenbecher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alter Spass</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alter-spass/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alter-spass/</guid><description>&lt;p&gt;Ja — meine Sonnenkälber&#10;Sind mit Öl begossen,&#10;Sind naß wie Badelaken&#10;Und erweichte Schrippen.&#10;Ich weiß mit diesen feuchten&#10;Märchenweltschleimtieren&#10;Nichts anzufangen — nichts.&#10;Solche alten Späße&#10;Sind doch eigentlich abscheulich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Altes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/altes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/altes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist gestorben und weißt es nicht,&#10;Erloschen ist dein Augenlicht,&#10;Erblichen ist dein rotes Mündchen,&#10;Und du bist tot, mein totes Kindchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In einer schaurigen Sommernacht&#10;Hab ich dich selber zu Grabe gebracht;&#10;Klaglieder die Nachtigallen sangen,&#10;Die Sterne sind mit zur Leiche gegangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zug, der zog den Wald vorbei,&#10;Dort widerhallt die Litanei;&#10;Die Tannen, in Trauermäntel vermummet,&#10;Sie haben Totengebete gebrummet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Weidensee vorüber gings,&#10;Die Elfen tanzten inmitten des Rings;&#10;Sie blieben plötzlich stehen und schienen&#10;Uns anzuschaun mit Beileidsmienen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Aktentisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-aktentisch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-aktentisch/</guid><description>&lt;p&gt;Da hab ich den ganzen Tag dekretiert;&#10;Und es hätte mich fast wie so manchen verführt:&#10;Ich spürte das kleine dumme Vergnügen,&#10;Was abzumachen, was fertigzukriegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Birkenbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-birkenbaum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-birkenbaum/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Der junge Jäger am Waldrand saß,&#10;Am Waldrand auf der Haar.&#10;Wie Blut schon die Blätter, gebleicht das Gras,&#10;Doch der Himmel sonnig und klar.&#10;Er sprach: die Bracken zieh′n sich zur Möhne!&#10;Vergebens mich auf den Fuchs gefreut!&#10;Fern, immer ferner des Hornes Töne –&#10;Kein Schuß mehr fällt auf dem Brandholz heut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ich nach nur schlend′re? Den Teufel auch!&#10;Ich lob′ mir im Sonnenschein&#10;Das Eckchen hier am Wacholderstrauch&#10;Und den grauen, mosigen Stein!&#10;Drauf streck′ ich mich aus, den nehm′ ich zum Polster,&#10;An die Buche lehn′ ich mein Doppelgewehr!&#10;Und nun aus dem Dichterwinkel der Holster,&#10;Mein Jagdgenosse, mein Byron, komm her! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Grabe Conradins</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-grabe-conradins/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-grabe-conradins/</guid><description>&lt;p&gt;Du Staufe, dem zum Throne&#10;Ein Blutgerüst verliehn,&#10;Der statt der Kaiserkrone&#10;Den Kranz von Rosmarin,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Statt Hermelin und Seide&#10;Ein Leichentuch geerbt&#10;Und es zum Purpurkleide&#10;Mit eignem Blut gefärbt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der nun am wälschen Strande,&#10;Wo fremd die Woge schäumt,&#10;In fremder Männer Lande&#10;Den Lebensschlaf verträumt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich grüßt von deinem Steine&#10;Der Heimatklang so traut,&#10;Wie dich in deinem Schreine&#10;Vielleicht mein deutscher Laut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm freundlich hin die Gaben,&#10;Die dir die Liebe streut,&#10;Die Grüße, die dein Schwaben&#10;Durch meine Hand dir beut;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Himmelstor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-himmelstor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-himmelstor/</guid><description>&lt;p&gt;Mir träumt′, ich komm ans Himmelstor&#10;Und finde dich, die Süsse!&#10;Du sassest bei dem Quell davor&#10;Und wuschest dir die Füsse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wuschest, wuschest ohne Rast&#10;Den blendend weissen Schimmer,&#10;Begannst mit wunderlicher Hast&#10;Dein Werk von neuem immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich frug: &amp;ldquo;Was badest du dich hier&#10;Mit tränennassen Wangen?&amp;rdquo; Du sprachst:&#10;&amp;ldquo;Weil ich im Staub mit dir,&#10;So tief im Staub gegangen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Letzten Tag des Jahres - Silvester</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-letzten-tag-des-jahres-silvester/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-letzten-tag-des-jahres-silvester/</guid><description>&lt;p&gt;Das Jahr geht um,&#10;der Faden rollt sich sausend ab.&#10;Ein Stündchen noch,&#10;das letzte heut,&#10;Und stäubend rieselt&#10;in sein Grab,&#10;was einstens war&#10;lebendge Zeit.&#10;Ich harre stumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;′s ist tiefe Nacht !&#10;Ob wohl ein Auge&#10;offen noch?&#10;In diesen Mauern&#10;rüttelt dein&#10;Verrinnen, Zeit !&#10;Mir schaudert, doch&#10;Es will die letzte&#10;Stunde sein&#10;Einsam durchwacht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gesehen all,&#10;Was ich begangen und gedacht.&#10;Was mir aus Haupt und Herzen stieg,&#10;Das steht nun eine&#10;ernste Wacht&#10;Am Himmelstor,&#10;O halber Sieg !&#10;O schwerer Fall!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Meere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-meere/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-meere/</guid><description>&lt;p&gt;Nun nimm mich wieder an deine Brust,&#10;Mein altes, geliebtes Meer!&#10;Noch rollst du in Mut und Jugendluft,&#10;Wie da ich dich ließ, einher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir tönt′s aus der brandenden Wogen Schwall&#10;Entgegen wie Freundeslaut;&#10;Als liebe Gespielen begrüß′ ich sie all,&#10;Die ich seit lang nicht geschaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich stürze hinein in die schäumende Flut;&#10;Mir jubelt die Seele mit ihr:&#10;Den Knaben, der einst ihr am Busen geruht,&#10;Erkennt sie freudig in mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Moor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-moor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-moor/</guid><description>&lt;p&gt;Wanderer im schwarzen Wind; leise flüstert das dürre Rohr&#10;In der Stille des Moors. Am grauen Himmel&#10;Ein Zug von wilden Vögeln folgt;&#10;Quere über finsteren Wassern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufruhr. In verfallener Hütte&#10;Aufflattert mit schwarzen Flügeln die Fäulnis;&#10;Verkrüppelte Birken seufzen im Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abend in verlassener Schenke. Den Heimweg umwittert&#10;Die sanfte Schwermut grasender Herden,&#10;Erscheinung der Nacht: Kröten tauchen aus silbernen Wassern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Moor (2.Fassung)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-moor-2-fassung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-moor-2-fassung/</guid><description>&lt;p&gt;Mantel im schwarzen Wind. Leise flüstert das dürre Rohr&#10;In der Stille des Moors; am grauen Himmel&#10;Ein Zug von wilden Vögeln folgt;&#10;Quere über finsteren Wassern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Knöchern gleiten die Hände durch kahle Birken,&#10;Knickt der Schritt in braunes Gehölz,&#10;Wo zu sterben ein einsames Tier wohnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufruhr. In verfallener Hütte&#10;Flattert mit schwarzen Flügeln ein gefallener Engel,&#10;Schatten der Wolke; und der Wahnsinn des Baums;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schrei der Elster. Altes Weiblein kreuzt den Weg&#10;Ins Dorf. Unter schwarzem Geäst&#10;O was bannt mit Fluch und Feuer den Schritt&#10;Stummes Glockengeläut; Nähe des Schnees.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Parnaß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-parnass/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-parnass/</guid><description>&lt;p&gt;Noch lebst du, schöner Gott des Lichts! Ob auch&#10;Dein letzter Tempel längst zerfallen&#10;Und nie mehr bei der Lyderflöten Hauch&#10;In Delphi fromme Chöre schallen:&#10;Noh flammen Hellas′ Felshöhn dir, Apoll,&#10;Bei jedem Frührot als Altäre,&#10;Noch donnern bei Korinth mit Flutgeroll&#10;Den Hymnus dir die beiden Meere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wem, von höherm Drang entflammt, das Herz&#10;Hinausstrebt aus der Zeiten Enge&#10;Zu dir, so wie die Blume sonnenwärts,&#10;O König ewiger Gesänge,&#10;Das Antlitz wendet er; nach Griechenland&#10;Führst du ihn heim in wachen Träumen&#10;Und lässest ihm am Munde, voll zum Rand&#10;Der Dichtung Götterbecher schäumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Rheine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rheine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rheine/</guid><description>&lt;p&gt;Abend sinkt mit seinem Frieden&#10;Auf die Berge, in das Thal -&#10;Holdes Bild! das mir beschieden&#10;Ist, im letzten Tagesstrahl!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An den blauen, duft′gen Höhen&#10;Dehnt sich glühend dort im West -&#10;Eines Grußes letztes Wehen -&#10;Noch des Abendgoldes Rest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und des Stromes glatte Bahnen&#10;Kaum die Welle mehr bewegt,&#10;Läßt die ew′ge Macht nur ahnen,&#10;Die ihn rastlos weiter trägt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An des Himmels fernsten Räumen&#10;Selbst die Wolke zögert still,&#10;Harrend, ob mit goldnen Säumen&#10;Sie das Mondlicht kränzen will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Rheinfall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rheinfall/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rheinfall/</guid><description>&lt;p&gt;Halte dein Herz, o Wanderer, fest in gewaltigen Haenden!&#10;Mir entstuerzte vor Lust zitternd das meinige fast.&#10;Rastlos donnernde Massen auf donnernde Massen geworfen,&#10;Ohr und Auge wohin retten sie sich im Tumult?&#10;Wahrlich, den eigenen Wutschrei hoerete nicht der Gigant hier,&#10;Laeg er, vom Himmel gestuerzt, unten am Felsen gekruemmt!&#10;Rosse der Goetter, im Schwung, eins ueber dem Ruecken des andern,&#10;Stuermen herunter und streun silberne Maehnen umher;&#10;Herrliche Leiber, unzaehlbare, folgen sich, nimmer dieselben,&#10;Ewig dieselbigen - wer wartet das Ende wohl aus?&#10;Angst umzieht dir den Busen mit eins, und, &lt;em&gt;wie&lt;/em&gt; du es denkest,&#10;Ueber das Haupt stuerzt dir krachend das Himmelsgewoelb!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Strande</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-strande/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-strande/</guid><description>&lt;p&gt;Am Strand, von Flocken Schaumes übertaut,&#10;Lieg′ ich gestreckt in duft′ges Heidekraut.&#10;Ich schaue, wie die Flut in Grün und Gold&#10;Und Purpur wechselnd mir zu Füßen rollt,&#10;Und mir ans Ohr tönt in der Wogen Schwall&#10;Geliebter Stimmen Widerhall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern durch der schaumbekrönten Wellen Tanz,&#10;Was schimmert weiß im Mittagssonnenglanz?&#10;Ein Segel ist′s; und noch ein andres blinkt,&#10;Indes die Flut sich hebt und wieder sinkt.&#10;Sie nahn! sie nahn! Die Fahrt geht küstenwärts!&#10;Was klopfst du, ungestümes Herz?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Ufer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ufer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ufer/</guid><description>&lt;p&gt;Ich schaute bang in die Wellenflut,&#10;Auf der du fortgezogen,&#10;Ich dachte dein — und mir war zu Mut&#10;Wie den lautaufrauschenden Wogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die stürzten wie Liebensboten heran,&#10;Das war ein Blinken und Grüßen,&#10;Ich sah es gleich den Wogen an -&#10;Die rauschten zu deinen Füßen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ammen-Uhr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ammen-uhr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ammen-uhr/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond, der scheint,&#10;Das Kindlein weint,&#10;Die Glock schlägt zwölf,&#10;Daß Gott doch allen Kranken helf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott alles weiß,&#10;Das Mäuslein beißt,&#10;Die Glock schlägt Ein,&#10;Der Traum spielt auf dem Küssen dein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Nönnchen läut&#10;Zur Mettenzeit,&#10;Die Glock schlägt zwei!&#10;Sie gehn ins Chor in einer Reih.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wind, der weht,&#10;Der Hahn, der kräht,&#10;Die Glock schlägt drei,&#10;Der Fuhrmann hebt sich von der Streu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Gaul, der scharrt,&#10;Die Stallthür knarrt,&#10;Die Glock schlägt vier,&#10;Der Kutscher siebt den Haber schier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor fati</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-fati/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-fati/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich ins Licht der Sonne sprang,&#10;stand meines Lebens Zickzackgang&#10;schon unzerstörbar vorgeschrieben;&#10;nun springe ich die Wege lang&#10;und fange diesen Zickzackgang&#10;wahrhaftig leise an zu lieben -&#10;doch dieser letzte Zickzackgang&#10;und lendenlahme Liebessang&#10;ist eben auch schon vorgeschrieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor und die Nymphen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-und-die-nymphen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-und-die-nymphen/</guid><description>&lt;p&gt;Als blöde Nymphen einst Cytherens Sohn&#10;Aus Furcht vor seinen Waffen flohn,&#10;Da warf der kleine Gott in Eil’&#10;Den Bogen weg, lief ohne Pfeil&#10;Und ohne Kleid, in nackender Gestalt,&#10;Den blöden Nymphen nach in einen Myrthenwald!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als die Nymphen da den Knaben ohne Waffen&#10;Und nackend sitzen sahn,&#10;Nicht fürchteten, ihn anzugaffen,&#10;Nicht scheuten, ihm zu nahn,&#10;Da rief aus einem Busch Diana: »Nymphen, wißt:&#10;Er ist gefährlicher, je nackender er ist!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor und Psyche auf einem Grabmal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-und-psyche-auf-einem-grabmal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-und-psyche-auf-einem-grabmal/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Traum, ein Traum ist unser Leben&#10;Auf Erden hier.&#10;Wie Schatten auf den Wogen schweben&#10;Und schwinden wir&#10;Und messen unsre trägen Tritte&#10;Nach Raum und Zeit;&#10;Und sind (und wissen′s nicht) in Mitte&#10;Der Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach manchem voller Müh und Sehnen&#10;Verseufzten Jahr&#10;Umarmte sich in frohen Thränen&#10;Ein liebend Paar.&#10;Der Mond sah freundlich auf sie nieder;&#10;Ein zarter Ton&#10;Aus allen Büschen hallte wider:&#10;&amp;ldquo;Endymion!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, daß uns ewig, ewig bliebe&#10;Der Augenblick!&#10;Im ersten holden Kuß der Liebe,&#10;Das reinste Glück!&amp;rdquo;&#10;Verstummend, halbvollendet weilte&#10;Das süße Wort;&#10;Die Seel′ auf Beider Lippen eilte,&#10;Sie eilte fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amselsang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amselsang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amselsang/</guid><description>&lt;p&gt;Fliehende kühle von jungen syringen,&#10;Dämmernde grotten cyanenblau,&#10;Wasser in klingenden bogen -&#10;Wogen -&#10;Auf fosfornen Schwingen&#10;Sehnende wogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Purpurne inseln in schlummernden fernen.&#10;Silberne äste auf mondgrüner au.&#10;Goldne lianen auf zu den sternen.&#10;Von zitternden welten&#10;Sinkt feuerthau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An -</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-1467/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-1467/</guid><description>&lt;p&gt;Die Kelche, oft im Traum erschaut,&#10;Wo Singvögel sich wiegen,&#10;Sind deine Lippen - und der Laut&#10;Melodisch draus entstiegen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Augenstrahl, mir sanft erglüht,&#10;Fällt mitten in dem Dunkel&#10;Auf mein undüstertes Gemüt&#10;Wie eines Sterns Gefunkel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Herz - dein Herz, seufz′ ich gepreßt&#10;Und träume bis zum Tage&#10;Vom Glück, das sich nicht greifen läßt.&#10;Doch will, daß man es wage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Amalie Hassenpflug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-amalie-hassenpflug/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-amalie-hassenpflug/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngst hab′ ich dich gesehn im Traum,&#10;So lieblich saßest du behütet&#10;In einer Laube grünem Raum,&#10;Von duftendem Jasmin umblütet,&#10;Durch Zweige fiel das goldne Licht,&#10;Aus Vogelkehlen ward gesungen,&#10;Du saßest da, wie ein Gedicht,&#10;Von einem Blumenkranz umschlungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und deine liebe Rechte trug&#10;Das Antlitz mit so edlen Sitten,&#10;Im Sand das aufgeschlagne Buch&#10;Schien von dem Schoße dir geglitten;&#10;Dich lehnend an den frischen Hag&#10;Hauchtest du flüsternd leise Küsse,&#10;Im Auge einer Träne lag,&#10;Wie Tau im Kelche der Narzisse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Baronesse van Oesteren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-baronesse-van-oesteren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-baronesse-van-oesteren/</guid><description>&lt;p&gt;Hochverehrte Baronesse,&#10;Wieder einmal, Dresden-Galerie,&#10;Die ich aufzusuchen nie vergesse.&#10;Denn ich werde müd zu schauen nie&#10;Des Teniers bizarre Schenkenspässe&#10;Und Ostades bunte bauernmesse&#10;Und dann Rubens, der den Farben lieh&#10;Jene Liebeshymmnen Melodie. -&#10;Raphaels verzückte - Madonnie&#10;Rembrandts halblichtschwere braune Blässe&#10;Dran manch Kritikus sich glühend schrie.&#10;Kranach auch, dem ich die bunten Pässe&#10;In das Fegefeuer nie verzieh.&#10;Hier van Dyck, den Freund der Königstresse&#10;Den ich nach den &amp;ldquo;Kindern Karls&amp;rdquo; messe&#10;Und Corregio, den ich nie vergesse&#10;Wegen seiner Wirklichkeitsmanie.&#10;Dort - Velasquez, welchem die Finesse&#10;Des Porträts im höchsten Maaß gedieh,&#10;Goya mit der Höllentheorie&#10;Und Murillos süsses Weingeesse&#10;Dann auch Dürer, der die Farbenpresse&#10;Brauchte - auch für seine Phantasie&#10;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;..&#10;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&amp;hellip;&#10;Unter diesem allen, Baronesse,&#10;Denk′ ich ganz von ungefähr an Sie &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Cäsar Augustus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-caesar-augustus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-caesar-augustus/</guid><description>&lt;p&gt;Feldschlachten wollt′ ich singen und Städtesieg,&#10;Da rauschte Phöbus′ Leier die Warnung mir,&#10;Aufs hohe Meer mich nicht mit schwachem&#10;Segel zu wagen. Es bracht′, o Cäsar,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Alter goldnen Segen der Heimatflur&#10;Und gab die Adler unserem Jupiter&#10;Zurück, den Siegstrophä′n der stolzen&#10;Parther entrissen. Und kriegsentlastet&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Janustempel schloß es und zügelte&#10;Die jeder Schranke spottende Leidenschaft&#10;Und, schonungslos des Lasters Wurzel&#10;Tilgend, erweckt′ es die Zucht der Väter,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Charlotte von Stein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-charlotte-von-stein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-charlotte-von-stein/</guid><description>&lt;p&gt;Warum gabst du uns die tiefen Blicke,&#10;Unsre Zukunft ahndungsvoll zu schaun,&#10;Unsrer Liebe, unserm Erdenglücke&#10;Wähnend selig nimmer hinzutraun?&#10;Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle,&#10;Uns einander in das Herz zu sehn,&#10;Um durch all die seltenen Gewühle&#10;Unser wahr Verhältnis auszuspähn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, so viele tausend Menschen kennen,&#10;Dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz,&#10;Schweben zwecklos hin und her und rennen&#10;Hoffungslos in unversehnem Schmerz;&#10;Jauchzen wieder, wenn der schnellen Freuden&#10;Unerwart′te Morgenröte tagt.&#10;Nur uns armen liebevollen beiden&#10;Ist das wechselseit′ge Glück versagt,&#10;Uns zu lieben, ohn uns zu verstehen,&#10;In dem andern sehn, was er nie war,&#10;Immer frisch auf Traumglück auszugehen&#10;Und zu schwanken auch in Traumgefahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Damis (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-damis-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-damis-2/</guid><description>&lt;p&gt;Freund, könnte mir ein Lied gelingen,&#10;Das schwülstig wär von Zärtlichkeit;&#10;Vielleicht würd ich mit Beyfall singen,&#10;Zum wenigsten für unsre Zeit.&#10;Allein der Trieb, der mich entzündet,&#10;Entsagt der Kunst und Schmeicheley.&#10;Die Liebe, die mich Dir verbindet,&#10;Hat keinen Glanz der Heucheley.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich, Gatte, den der Vorsicht Lenken&#10;Zur Lust des Lebens mir ersah,&#10;Beschloß sie, huldreich, mir zu schenken,&#10;Sie thats, und sieh, mein Glück war da.&#10;Ich weis sonst nirgends Lust zu finden,&#10;Als die mir deine Liebe giebt.&#10;Die will allein mein Herz empfinden,&#10;Das Dich mehr, als sich selber, liebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Demoiselle Slevoigt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-demoiselle-slevoigt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-demoiselle-slevoigt/</guid><description>&lt;p&gt;Zieh, holde Braut, mit unserm Segen,&#10;Zieh hin auf Hymens Blumenwegen!&#10;Wir sahen mit entzücktem Blick&#10;Der Seele Anmut sich entfalten,&#10;Die jungen Reize sich gestalten&#10;Und blühen für der Liebe Glück.&#10;Dein schönes Los, du hast′s gefunden;&#10;Es weicht die Freundschaft ohne Schmerz&#10;Dem süßen Gott, der dich gebunden;&#10;Er will, er hat dein ganzes Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu teuren Pflichten, zarten Sorgen,&#10;Dem jungen Busen noch verborgen,&#10;Ruft dich des Kranzes ernste Zier.&#10;Der Kindheit tändelnde Gefühle,&#10;Der freien Jugend flücht′ge Spiele,&#10;Sie bleiben fliehend hinter dir.&#10;Und Hymens ernste Fessel bindet,&#10;Wo Amor leicht und flatternd hüpft&#10;Doch für ein Herz, das schön empfindet,&#10;Ist sie aus Blumen nur geknüpft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Erlöser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-erloeser/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-erloeser/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hofft&amp;rsquo; es zu Dir, und ich habe gesungen,&#10;Versöhner Gottes, des neuen Bundes Gesang!&#10;Durchlaufen bin ich die furchtbare Laufbahn,&#10;Und Du hast mir mein Straucheln verziehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beginn den ersten Harfenlaut,&#10;Heißer, geflügelter, ewiger Dank!&#10;Beginn, beginn, mir strömet das Herz,&#10;Und ich weine vor Wonne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fleh&amp;rsquo; um keinen Lohn, ich bin schon belohnt&#10;Durch Engelfreuden, wenn ich Dich sang,&#10;Der ganzen Seele Bewegung&#10;Bis hin in die Tiefen ihrer ersten Kraft,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Erzherzog Karl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-erzherzog-karl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-erzherzog-karl/</guid><description>&lt;p&gt;Schauerlich ins Rad des Weltgeschickes&#10;Greifst du am Entscheidungstage ein,&#10;Und dein Volk lauscht, angsterfüllten Blickes,&#10;Welch ein Los ihm wird gefallen sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber leicht, o Herr, gleich deinem Leben&#10;Wage du das heilge Vaterland!&#10;Sein Panier wirf, wenn die Scharen beben,&#10;In der Feinde dichtsten Lanzenstand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht der Sieg ists, den der Deutsche fodert,&#10;Hülflos, wie er schon am Abgrund steht;&#10;Wenn der Kampf nur, fackelgleich, entlodert,&#10;Wert der Leiche, die zu Grabe geht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Herrn N**</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-herrn-n/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-herrn-n/</guid><description>&lt;p&gt;Freund, noch sind ich und du dem Glücke&#10;Ein leichter Schleiderball.&#10;Und doch belebt auf seine Tücke&#10;Kein beißend Lied den Widerhall?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tor gedeiht, der Spötter steiget,&#10;Dem Bösen fehlt kein Heil.&#10;Verdienst steht nach, und fühlt gebeuget&#10;Ein lohnend Amt dem Golde feil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf, Freund! die Geißel zu erfassen,&#10;Die dort vermodern will.&#10;Seit Juvenal sie fallen lassen,&#10;Liegt sie, Triumph ihr Laster! still.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geduld! Schon rauscht sie durch die Lüfte,&#10;Blutgierig rauscht sie her!&#10;Verbergt, verbergt die bloße Hüfte!&#10;Ein jeder Schmiß ein gift′ger Schwär!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den König von Preussen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-koenig-von-preussen-3769/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-koenig-von-preussen-3769/</guid><description>&lt;p&gt;Was blickst du doch zu Boden schweigend nieder,&#10;Durch ein Portal siegprangend eingeführt?&#10;Du wendest dich, begrüßt vom Schall der Lieder,&#10;Und deine schöne Brust, sie scheint gerührt.&#10;Blick auf, o Herr! Du kehrst als Sieger wieder,&#10;Wie hoch auch jener Cäsar triumphiert:&#10;Ihm ist die Schar der Götter zugefallen,&#10;Jedoch den Menschen hast du wohlgefallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast ihn treu, den Kampf, als Held getragen,&#10;Dem du, um nichtgen Ruhms, dich nicht geweiht!&#10;Du hättest noch, in den Entscheidungstagen,&#10;Der höchsten Friedensopfer keins gescheut.&#10;Die schönste Tugend, laß michs kühn dir sagen,&#10;Hat mit dem Glück des Krieges dich entzweit:&#10;Du brauchtest Wahrheit weniger zu lieben,&#10;Und Sieger wärst du auf dem Schlachtfeld blieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Vater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-vater/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-vater/</guid><description>&lt;p&gt;Ganz früh: Du tauchtest Dampf der morgendlichen Gärten&#10;In meine Seele. Der blauen Sichel des Mondes&#10;Namen gabst du, verwandt. Es reihten die Tiere&#10;Dir sich gehorsam, Zauberer, der du die Blumen&#10;Fremd im Abend beschworst zwischen Farrnkraut und Steinen.&#10;Mich auch einmal. Und gehst mir weiter die fremden&#10;Wege wie damals voran. Weißt schon den weißen&#10;Schimmer des Haars. So reichst du, das Endliche kennend&#10;Immer zuerst, den Tod wie damals den Tau, wie die Blumen.&#10;Aber die Liebe verfließt, ein dunkles Gewässer&#10;Ferne unendlich von Jedem einsam befahren.&#10;Spülte mir niemals zur Seite, der dich trägt, den Nachen,&#10;Hilfe verheißend. Es reichte mein Schrei&#10;Nicht ins Land dir der Nacht: versink ich, erstrahlst du,&#10;Tröstlich vielleicht, ein Letztes, verwandelt, als Stern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-wein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-wein/</guid><description>&lt;p&gt;Wein! ich möchte dich bald haßen,&#10;Ich bin deiner Allmacht feind,&#10;Denn du willst mir meinen Freund&#10;Immer nicht vom Becher lassen.&#10;Du bist meiner Freuden Dieb,&#10;Könnt ich dich doch ganz verachten.&#10;Milon hat dich gar zu lieb,&#10;Und mich läßt er schmachten. -&#10;Loben wollt ich die Begier,&#10;Wein zu trinken halbe Nächte,&#10;Wenn mein Milon nur mit mir&#10;Manchen Abend zechte;&#10;Aber nun trinkt er den Wein&#10;Mit den Männern ganz allein.&#10;Ha ihr Männer, ha ihr Zecher,&#10;Amor jag euch von dem Becher&#10;Durch die Pfeile, die im Köcher&#10;Aufgesammlet sind zur Pein&#10;Aller Herzenbrecher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-frauen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Krieg hat der Männer Zahl gemindert&#10;Und Menschen-Wachsthum sehr verhindert.&#10;Ihr Weiber sollt hier Rath zu schaffen,&#10;Die Sinnen recht zusammen raffen&#10;Und euch fein rund und kurtz erklären,&#10;Ob ihr stets Zwilling wolt gebären,&#10;Sonst oder Männern nicht verargen,&#10;Daß sie nur nicht mit einer kargen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freiheit 1823</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freiheit-1823/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freiheit-1823/</guid><description>&lt;p&gt;Was mir so leise einst die Brust durchbebte,&#10;Als ich zuerst zum Jüngling war erwacht,&#10;Was sich so hold in meine Träume webte,&#10;Ein lieblich Bild aus mancher Frühlingsnacht;&#10;Und was am Morgen klar noch in mir lebte,&#10;Was dann, zur lichten Flamme angefacht,&#10;Mit kühner Ahnung meine Seele füllte -&#10;Es wären nur der Täuschung Luftgebilde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ich geschaut im großen Buch der Zeiten,&#10;Wenn ich der Völker Schicksal überlas,&#10;Was ich erkannt, wenn ich die Sternenweiten&#10;Der Schöpfung mit dem trunknen Auge maß,&#10;Was ich gefühlt bei meines Volkes Leiden,&#10;Wenn sinnend ich am stillen Hügel saß -&#10;Ich fühle es an meines Herzens Glühen,&#10;Es war kein Traumbild eitler Phantasien!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Günstigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-guenstigen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-guenstigen/</guid><description>&lt;p&gt;Dichter lieben nicht zu schweigen,&#10;Wollen sich der Menge zeigen;&#10;Lob und Tadel muß ja sein!&#10;Niemand beichtet gern in Prosa;&#10;Doch vertraun wir oft sub Rosa&#10;In der Musen stillem Hain.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ich irrte, was ich strebte,&#10;Was ich litt und was ich lebte,&#10;Sind hier Blumen nur im Strauß;&#10;Und das Alter wie die Jugend,&#10;Und der Fehler wie die Tugend&#10;Nimmt sich gut in Liedern aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Königin Luise von Preussen (1. Fassung)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenigin-luise-von-preussen-1-fassung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenigin-luise-von-preussen-1-fassung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Glocke ruft, hoch, von geweihter Stelle,&#10;Zum Dom das Volk, das durch die Straßen irrt.&#10;Das Tor steht offen schon, und Kerzenhelle&#10;Wogt von dem Leuchter, der den Altar ziert.&#10;Bestreut, nach Festesart, ist Trepp und Schwelle,&#10;Die in das Innere der Kirche führt,&#10;Und, unter Tor′ und Pfeilern, im Gedränge,&#10;Harrt, lautlos, die erwartungsvolle Menge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die das Unglück, mit der Grazie Tritten,&#10;Auf jungen Schultern, herrlich jüngsthin trug,&#10;Als einzge Siegerin vom Platz geschritten,&#10;Da jüngst des Himmels Zorn uns niederschlug,&#10;Sie, die, aus giftiger Gewürme Mitten,&#10;Zum Äther aufstieg, mit des Adlers Flug:&#10;Sie tritt herein, in Demut und in Milde,&#10;Und sinkt auf Knieen hin, am Altarbilde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Parzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-parzen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-parzen/</guid><description>&lt;p&gt;Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!&#10;Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,&#10;Daß williger mein Herz, vom süßen&#10;Spiele gesättiget, dann mir sterbe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht&#10;Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;&#10;Doch ist mir einst das Heilge, das am&#10;Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!&#10;Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel&#10;Mich nicht hinab geleitet; Einmal&#10;Lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-schoenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-schoenheit/</guid><description>&lt;p&gt;So sind wir deinen Wundern nachgegangen&#10;wie Kinder die vom Sonnenleuchten trunken&#10;ein Lächeln um den Mund voll süßem Bangen&#10;und ganz im Strudel goldnen Lichts versunken&#10;aus dämmergrauen Abendtoren liefen.&#10;Fern ist im Rauch die große Stadt ertrunken&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;kühl schauernd steigt die Nacht aus braunen Tiefen.&#10;Nun legen zitternd sie die heißen Wangen&#10;an feuchte Blätter, die von Dunkel triefen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und ihre Hände tasten voll Verlangen&#10;auf zu dem letzten Sommertagsgefunkel&#10;das hinter roten Wäldern hingegangen -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Wolken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-wolken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-wolken/</guid><description>&lt;p&gt;Es jagen die Stürme&#10;Am herbstlichen Himmel&#10;Die fliehenden Wolken;&#10;Es wehen die Blätter&#10;Des Haines hernieder,&#10;Es hüllt sich in Nebel&#10;Das ferne Gebirg. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O jaget, Ihr Wolken,&#10;In stürmender Eile.&#10;Ihr ziehet nach Süden,&#10;Wo freundlich die Sonne&#10;Den wehenden Schleier&#10;Euch liebevoll schmücket&#10;Mit goldenem Saum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich trieben die Stürme&#10;Des Schicksals nach Norden&#10;Dort mangelt mir ewig&#10;Die Sonne der Freude,&#10;Und nimmer verkläret&#10;Ihr Lächeln die Wolken&#10;Des düsteren Sinnes.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An diß Buch.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-diss-buch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-diss-buch/</guid><description>&lt;p&gt;So wiltu dennoch jetzt auß meinen Händen scheiden&#10;Du kleines Buch vnnd auch mit andern seyn veracht?&#10;Gewiß du weissest nicht wie hönisch man jetzt lacht /&#10;Wie schwerlich sey der Welt Spitzfindigkeit zu meiden.&#10;Es muß ein jeglich Ding der Menschen Vrtheil leiden /&#10;Vnd / ob es tauglich sey / steht nicht in seiner Macht;&#10;Der meiste Theil ist doch auff schmähen nur bedacht /&#10;Vnd denckt was er nicht kan / dasselbe muß′ er neiden.&#10;Noch dennoch (daß du nicht so offt′ vnd viel von mir&#10;Auffs newe dulden dürffst daß ich dich nehme für)&#10;Muß ich dir loß zu seyn vnd außzugehn erleuben.&#10;So ziehe nun nur hin / weils ja dir so gefellt /&#10;Vnd nimb dein Vrtheil an / zieh′ hin / zieh′ in die Welt;&#10;Du hettest aber wol zu Hause können bleiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Eberhard Lempp</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eberhard-lempp/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eberhard-lempp/</guid><description>&lt;p&gt;Kennst du der Furien schlimmste, Freund? Ich hoffe, nein!Kein Dichter, nicht der alten, noch der neuen Zeit,Kein Mythograph hat sie zu nennen je gewagt;Ich selber, bange vor der leise hörenden,Tu es nur heimlich: Agrypnia heißet sie.Ach, als ich jung war, deuchte sie mir schön zu sein,Piërische Jungfrau, oder ihnen nah verwandt;Vielleicht auch ist sie’s, aber weh dem, der sie ruft!Denn der Gesundheit Farbe saugt ihr heißer BlickDem Jüngling von den Wangen, und verzehrt den Mann.An meinem Bette sitzt sie manche Mitternacht,Gleich einer Buhlerin, der man überdrüssig ist.Den Rücken ihr zukehrend blinz ich seufzend nur,Sooft die Glocke wieder schlägt, nach dem Gespenst,Ob es noch sitzt - es sitzet bis der Morgen graut!Seit Wochen hatt ich Ruh vor ihr, bis gestern nacht;Da trat sie schadenfroher Miene vor mich hin,Unheilverkündend, und wohl weiß ich, was sie meint:Es ist das Wort, das ich dir auf der Straße jüngstAm lichten Tag gegeben, nicht entging es ihr -Gib eilig, Bester, mir’s zurück, wenn du mich liebst!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein schönes Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-schoenes-kind/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-schoenes-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Du blickst, um deiner Mutter Hals dich schmiegend,&#10;Mich hold und lächelnd an, ein sel′ger Stummer;&#10;Die Wonne schließt den Mund, ihn löst der Kummer,&#10;Du brauchst die Sprache nicht, in Lust dich wiegend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch jetzt, der Kraft des Lenzes still erliegend,&#10;Durch Bienen eingesurrt und andre Summer,&#10;Von Duft betäubt, fällst du in tiefen Schlummer,&#10;Ein Rosenblatt, in einen Brunnen fliegend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! würdest du der Maler und der Dichter&#10;Gewaltigster, du wirst durch all dein Ringen&#10;Das Höchste nie, wie jetzt im Spiel, verraten,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Aeolsharfe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-aeolsharfe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-aeolsharfe/</guid><description>&lt;p&gt;Tu semper urges flebilibus modisMysten ademptum: nec tibi VesperoSurgente decedunt amores,Nec rapidum fugiente Solem.(Horaz)Angelehnt an die EfeuwandDieser alten Terrasse,Du, einer luftgebornen MuseGeheimnisvolles Saitenspiel,Fang an,Fange wieder anDeine melodische Klage!Ihr kommet, Winde, fern herueber,Ach! von des Knaben,Der mir so lieb war,Frisch gruenendem Huegel.Und Fruehlingsblueten unterweges streifend,Uebersaettigt mit Wohlgeruechen,Wie suess bedraengt ihr dies Herz!Und saeuselt her in die Saiten,Angezogen von wohllautender Wehmut,Wachsend im Zug meiner Sehnsucht,Und hinsterbend wieder.Aber auf einmal,Wie der Wind heftiger herstoesst,Ein holder Schrei der HarfeWiederholt, mir zu suessem Erschrecken,Meiner Seele ploetzliche Regung;Und hier - die volle Rose streut, geschuettelt,All ihre Blaetter vor meine Fuesse!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Arcadier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-arcadier/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-arcadier/</guid><description>&lt;p&gt;laeva in parte mamillae&#10;Nil salit Arcadico juveni.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du grübelst Tag und Nacht, umringt vom Dichterchor,&#10;Der in Athen und Rom der Kenner Lust gewesen.&#10;Was nutzt dein stummer Fleiß? Was hilft dein blindes Lesen?&#10;Dein bleierner Verstand steigt nicht, durch sie, empor.&#10;Es scheint fast jede Müh′ vom Ziel dich zu entfernen.&#10;An Witze bist du arm, doch an Poeten reich,&#10;Und nur den schweren Ankern gleich,&#10;Die stets im Wasser sind, und nimmer schwimmen lernen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen bewunderten Koloristen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-bewunderten-koloristen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-bewunderten-koloristen/</guid><description>&lt;p&gt;Uns machst du nicht perplex!&#10;Wo es gebricht an Haltung,&#10;An fixer Durchgestaltung,&#10;Ist alle Pracht der Farbe doch nur Klex.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieß ist unleugbar sancta lex.&#10;Zu einem ganzen Artifex&#10;Will es noch anderes Gewächs,&#10;Nein, du bist nicht pictorum rex,&#10;Du bist und bleibst ein Farbenfex.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund/</guid><description>&lt;p&gt;Du nimmst als Strebenden&#10;den kranken Mann,&#10;siehst als noch Lebenden&#10;den Toten an.&#10;O rufe nicht zur Wehr,&#10;mich nicht zum Tun;&#10;mir ziemt kein Kämpfen mehr,&#10;mir ziemt nur Ruhn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieg ich im Bette hier&#10;wie in der Gruft,&#10;steigt der Gedanke mir&#10;hoch in die Luft;&#10;ich überschau als Schwan&#10;mit Vogelblick&#10;des Lebens wirre Bahn&#10;und mein Geschick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht war, was ich geschafft,&#10;allwege gut.&#10;Ach, bald gebrach′s an Kraft&#10;und bald an Mut.&#10;Hier von des Glückes Huld&#10;ward ich begrüßt;&#10;dort hab′ ich eigne Schuld&#10;wie schwer gebüßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Jüngling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-juengling/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-juengling/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngling, laß dich nicht gelüsten&#10;Nach des Paradieses Äpfeln;&#10;Von den straffsten Mädchenbrüsten&#10;Wird dir nichts als Kummer tröpfeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wagst du dich heran und findst du&#10;Lust an diesen weißen Teufeln,&#10;Armer Freund, wie bald beginnst du&#10;Selbst von Traurigkeit zu träufeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Just die Kühnsten, Elegantsten&#10;Werden früh zu müden Krüppeln,&#10;Und die einst am flottsten tanzten,&#10;Müssen lahm zur Grube trippeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Moralisten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-moralisten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-moralisten/</guid><description>&lt;p&gt;Was zürnst Du unsrer frohen Jungendweise,&#10;Und lehrst, dass Lieben Tändeln sei?&#10;Du starrest in des Winters Eise,&#10;Und schmählest auf den goldnen Mai.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst, als Du noch das Nymphenvolk bekriegtest,&#10;Ein Held des Karnevals, den deutschen Wirbel flogst,&#10;Ein Himmelreich in beiden Armen wiegtest,&#10;Und Nektarduft von Mädchenlippen sogst,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ha, Seladon! Wenn damals aus den Achsen&#10;Gewichen wär′ der Erde schwerer Ball -&#10;Im Liebesknäul mit Julien verwachsen.&#10;Du hättest überhört den Fall!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Elisabeth v. K.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-elisabeth-v-k/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-elisabeth-v-k/</guid><description>&lt;p&gt;In deiner Seele mildem Lichte&#10;Ist mir der Frühling aufgeblüht;&#10;Gereift sind meine ersten Früchte,&#10;Allein von ihrem Strahl durchglüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als, sich vom Staub empor zu ringen,&#10;Mein Geist noch matt die Flügel schlug,&#10;Liehst du ihm, Freundin, Kraft der Schwingen&#10;Und sporntest ihn zu kühnem Flug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sehnsucht, die zu lichtern Räumen&#10;Sich aufschwingt aus dem dunklen Hier,&#10;Der Seele Rausch in hohen Träumen&#10;Als Lebensmitgift gabst du mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Elka</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-elka/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-elka/</guid><description>&lt;p&gt;Elka, länger kann ich mich nicht halten,&#10;Meine Sinne toben allzu wild;&#10;Und in allen weiblichen Gestalten&#10;Seh ich schon dein Götterbild!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch im Traum bist du mir schon erschienen,&#10;Dich entkleidend; oh wie ward mir da!&#10;Schwindlig ward mir hinter den Gardinen,&#10;Als ich deinen Busen sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine beiden Knie wurden brüchig,&#10;Von der Stirne triefte mir das Fett.&#10;Als das Hemd du abgetan, da schlich ich&#10;Wonneschauernd an dein Bett.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Ernst Stadler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ernst-stadler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ernst-stadler/</guid><description>&lt;p&gt;Ich grüße dich in der Ferne, ich begrüße deine weit spannende Nähe!&#10;Du, den ich nicht kenne.&#10;Aber ich sehe und erkenne hell deine ziehende Stimme&#10;Hin durch die Abendzonen meines frühen Grams:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die braunen Länder, die von Wolken triefen,&#10;Sind noch vom Weilen meiner Füße jung,&#10;Von Wünschen schwebend noch, die leuchtend aus mir riefen,&#10;Neu wie das Meer, das sich dahinter weitet,&#10;Darüber noch von jüngster Fahrt beschwingte Dünung kreisend gleitet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Eusebio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eusebio/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eusebio/</guid><description>&lt;p&gt;Vergib, o Freund! daß ich mit kind′scher Sprache,&#10;Aus deines Herzens tiefem Heiligthume,&#10;Akkorde leise nachzulallen wage,&#10;Beim Höchsten aber schülerhaft verstumme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und reden möcht′ ich doch zu deinem Ruhme,&#10;Vergib der Kühnheit, daß ich nicht verzage.&#10;Den Sommer mein′ ich mit der Einen Blume,&#10;Und Einen Strahl entwand ich nur dem Tage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch die Natur in ihrer heil′gen Fülle&#10;Sie offenbart sich ganz in jedem Handeln,&#10;Das höchste Leben in der tiefsten Stille.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An F.L.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-f-l/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-f-l/</guid><description>&lt;p&gt;Ein sanfter Friedensodem haucht mich an,&#10;Wenn ich dein Haus, o frommer Greis, betrete,&#10;Als ob mir milde Luft entgegenwehte&#10;Vom Hirtenlande Kanaan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer gab dir Macht, dir im Gewühl der Welt&#10;Die tiefe Seelenstille zu bewahren,&#10;Wie einer, der seit seiner Kindheit Jahren&#10;Geruht im Patriarchenzelt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob rings die Erde von der Völker Streit&#10;Erzitterte und von der Reiche Fallen:&#10;Nicht eine Stunde trübte bei dem allen&#10;Sich deiner Seele Heiterkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Georg Herwegh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-georg-herwegh/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-georg-herwegh/</guid><description>&lt;p&gt;Es scholl dein Lied mir in das Ohr&#10;So schwertesscharf, so glockentönig,&#10;Als wär′ aus seiner Gruft empor&#10;Gewallt ein alter Dichterkönig.&#10;Und doch! Ich weis′ es nicht von mir,&#10;Ich muß dich in die Schranken laden;&#10;Komm an in voller Harnischzier,&#10;Auf Tod und Leben Kampf mit dir,&#10;Kampf, du Poet von Gottes Gnaden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist du dir selber klar bewußt,&#10;Daß deine Lieder Aufruhr läuten;&#10;Daß jeglicher nach seiner Brust&#10;Das Ärgste mag aus ihnen deuten?&#10;Der Zwerg, der matte Pfeile schnitzt,&#10;Wohl, - schieß′ er, ohne fest zu zielen;&#10;Doch wer vom Wetterlicht umblitzt&#10;Im Donnerwagen grollend sitzt,&#10;Der soll nicht mit den Zügeln spielen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Herrn D. Wegnern in Frankfurt an der Oder...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-herrn-d-wegnern-in-frankfurt-an-der-oder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-herrn-d-wegnern-in-frankfurt-an-der-oder/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herr/ wann durch die last der auffgelegten bürde&#10;Sein hertze thränen-saltz/ das saltz zu blute würde/&#10;So könte dieses wohl ein zeugniß seiner pein/&#10;Doch keine schilderey so grosser schmertzen seyn.&#10;Denn wem ist nicht bekandt/ wie man um freunde trauret?&#10;Wie lange der verlust von einem kinde dauret?&#10;Zwey aber auff einmahl/ scheint warlich allzuviel/&#10;Wenn sie des himmels schluß und sein verborgnes ziel&#10;Aus unsern augen reist: Noch mehr/ wann ihre gaben&#10;Als wunderwercke sich der welt gewiesen haben/&#10;Und sie ein vater schon auff erden so erhöht/&#10;Daß ihrer jugend baum in vollen früchten steht.&#10;Doch sein gesetztes hertz/ das die gedult regieret/&#10;Wird durch den donnerschlag des todtes zwar gerühret/&#10;Nicht aber unterdrückt; denn seine seele denckt/&#10;Daß Gott und himmel offt im giffte zucker schenckt.&#10;Er hat mit saurer müh den einen lehren müssen/&#10;Wie auch ein tauber kan der reden deutung wissen.&#10;Den andern hat er gar durch fleiß dahin gebracht/&#10;Daß er sich vor der zeit durch sprachen groß gemacht.&#10;Allein der höchste will die lehre selbst vollenden/&#10;Drum müssen beyde sich in seine schule wenden:&#10;Er aber giebet sich mit grossem ruhme drein;&#10;Weil hier auff erden doch nur lauter pfuscher seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Jan Matejko</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-jan-matejko/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-jan-matejko/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Vaterland hast du die Kraft geweiht,&#10;Von der im tiefsten Wesen du durchdrungen,&#10;Und Farb′ und Form sind dir nur Flammenzungen,&#10;Zu künden deiner Heimat Ruhm und Leid!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du zeigst uns ihre alte Herrlichkeit,&#10;Den Lorbeer, der einst ihre Stirn umschlungen,&#10;Und wieder dann, wie nieder sie gerungen,&#10;Der eig′nen Sohne fluchbelad′ner Streit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich locken keine andern Siegeskronen!&#10;Nur an der Stätte, wo sie aufgebahret,&#10;Willst du als Hüther ihres Grabes wohnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An König Ludwig von Bayern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-koenig-ludwig-von-bayern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-koenig-ludwig-von-bayern/</guid><description>&lt;ol start="1828"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Zueignung der Todtenkränze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin gekrümmt vor Fürsten nie gekrochen,&#10;Ich habe nie nach ihrer Gunst begehrt,&#10;Ich habe nie ein Schmeichelwort gesprochen;&#10;Doch Ehrfurcht zollt&amp;rsquo; ich dem, der Ehrfurcht werth!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wirst mich nicht mitzählen zu der Menge,&#10;Die, feil und staubgewohnt, sich Jedem bückt,&#10;Die sich mit gleichem jubelnden Gedränge&#10;Um Antonin so wie um Nero drückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht, weil Du bist, nah&amp;rsquo; ich dem Throne,&#10;Miguel und Ludwig gelten mir nicht gleich,&#10;&amp;rsquo;s ist nicht der Glanz der königlichen Krone,&#10;Es ist Dein Herz, das groß Dich macht und reich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Marie Louise Shew</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-marie-louise-shew/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-marie-louise-shew/</guid><description>&lt;p&gt;In des Verstandes eitler Überhebung&#10;Verkündete ich einst die »Macht der Sprache«,&#10;Bestritt, daß ein Gedanke je erwache,&#10;Für den das Wort ohnmächtig zur Belebung.&#10;Und gleichsam, die Vermessenheit zu strafen&#10;(In der ich mich so überlegen wähnte),&#10;Haben zwei Worte, liebliche Akzente,&#10;Zweisilbig, italienisch - nur geschaffen,&#10;Auf Hermonshügeln, wo in Perlensträngen&#10;Vom Firmament Tautropfen niederhängen,&#10;Von Engelslippen musikalisch lind&#10;Zu zittern - aus dem abgrundtiefen Schachte&#10;Der Seele mir Gedanken, ungedachte&#10;(Welche die Seelen der Gedanken sind),&#10;Herausgelockt - zu wilden Phantasien,&#10;Als daß sie selbst der Engel Israfel&#10;Dem Gott der Stimmen lieblichste verliehen,&#10;Zu formen wüßte. Und trotz dem Befehl&#10;Aus deinem Munde fühl′ ich mich erlahmen;&#10;Mit diesen süßen Lauten, deinem Namen&#10;Als Text, versagt die Macht der Sprache -&#10;Kaum fühl′ ich mehr - nicht Fühlen ist dies wache,&#10;Der Welt entrückte, völlige Versinken,&#10;Lautlose Stehen an der goldnen Schwelle&#10;Der Träume, dieses Starren in die Helle,&#10;Dieses Erschauern, wenn ich mir zur Linken,&#10;Zur Rechten, vor mir, in der Höhe,&#10;Und weit, weit weg am fernsten Punkt, wo sich&#10;Mein Blick verliert, nichts andres sehe Als dich. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Mauern hin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mauern-hin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mauern-hin/</guid><description>&lt;p&gt;Es geht ein alter Weg entlang&#10;An wilden Gärten und einsamen Mauern.&#10;Tausendjährige Eiben schauern&#10;Im steigenden fallenden Windgesang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Falter tanzen, als stürben sie bald,&#10;Mein Blick trinkt weinend die Schatten und Lichter.&#10;Ferne schweben Frauengesichter&#10;Geisterhaft ins Blau gemalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Lächeln zittert im Sonnenschein,&#10;Indes ich langsam weiterschreite;&#10;Unendliche Liebe gibt das Geleite.&#10;Leise ergrünt das harte Gestein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Ernestine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-ernestine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-ernestine/</guid><description>&lt;p&gt;Frage nicht, was mir fehle, du Schmeichlerin; atm’ ich doch ringsum&#10;Düfte des sprossenden Laubs, höre die Nachtigall rings,&#10;Und betracht im Abend die wolkigen Riesengestalten,&#10;Welche mit Purpur den Leib gürten, mit Golde das Haupt.&#10;Siehe, mein Geist entschwebt zu den Heldenseelen der Vorwelt,&#10;Da man das Große noch groß achtete, Kleines noch klein;&#10;Da sich der Mensch noch seiner erinnerte, daß er verständig&#10;Sei, ein empfindender Geist, nicht ein gefräßiger Bauch;&#10;Und auch liebliche Blumen der Menschlichkeit emsig gewartet&#10;Blüheten, nicht allein Futter für Menschen und Vieh.&#10;Lebt’ ich in jener Zeit, da Homer den starken Achilleus,&#10;Und des duldenden Manns Tugend und Weisheit besang:&#10;Mühsam wandert’ ich fern aus den hyperborischen Wäldern,&#10;Wie zum krotonischen Greis Abaris, hin zu Homer.&#10;Nicht unkundig des Liedes, denn hell in den Hainen Apollons&#10;Tönt’ auch unser Gesang, würd ich sein Reisegenoß.&#10;Singend zögen wir bald in Ionien, bald in den Inseln,&#10;Bald durch Hellas umher, und das arkadische Tal;&#10;Sähn noch ungefälscht die Natur, und des Goldenen Alters&#10;Sitte, da gern ein Gott oder ein Engel erschien;&#10;Unschuld, Treu und Taten der ungefesselten Menschheit&#10;Sähn wir, und streuten zur Tat edleren Samen umher.&#10;Gleich willkommen im Hirtengeheg und Palaste des Königs,&#10;Beim nachbarlichen Schmaus oder bei Festen des Volks,&#10;Wären wir überall wie daheim, und nähmen mit Hauskost,&#10;Milch und Früchten vorlieb, lieber mit rötlichem Wein.&#10;Stattlich säßen wir beide mit Lorbeer gekränzt; und der Jungfraun&#10;Schönste, noch schöner vom Tanz, setzte sich traulich zu uns,&#10;Rühmte hold den Gesang, und betastete klimpernd die Saiten,&#10;Füllte dann unser Gefäß nötigend wieder mit Wein.&#10;So wie wir Täler und Höhn durchwanderten, hörten wir ringsum&#10;Unserer Lieder Klang: hier von dem Jäger im Forst,&#10;Dort beim Pflug und der Sense, vom Fischer am See, und der Hirtin;&#10;Unter den Linden des Dorfs lallten die Kinder sie nach&#10;Und Arbeiter am Weg und Wanderer zeigten mit Fingern,&#10;Nickten und grüßten uns zu, namentlich, und wie bekannt.&#10;Aber kehrten wir müd am Mittag oder am Abend&#10;In ein friedsames Dorf; schnell, wie der Ruf sich ergeußt,&#10;Wenn ein Mann mit Orgel und bildender Lampe daherkommt,&#10;Jubelt’ es nah und fern: freut euch, die Sänger sind da!&#10;Fröhlich käm aus der Türe die Tochter unseres Gastfreunds,&#10;Klatscht’ in die Händ’, und eilt’ ihren Gespielinnen zu:&#10;Seht doch, Vater Homer, und der hyperborische Fremdling!&#10;Mädchen, sein junger Gesell, welcher so angenehm küßt!&#10;Auch nicht ganz zu verachten ist sein Gesang, wenn er anfängt;&#10;Bei Apollon-Homers Liede vergißt man ihn zwar!&#10;Herzlich grüßt’ uns der Wirt, und stellte die Stäb’ in den Winkel,&#10;Macht’ uns bequem, und trüg emsig Erfrischungen auf.&#10;Wenn wir dann spät mit Gesang die horchende Menge belustigt,&#10;Und der ermüdete Greis oft auf die Harfe genickt,&#10;Von mutwilligen Mädchen verhöhnt; dann führte die Jungfrau&#10;Leuchtend uns beide zur Ruh in das bekannte Gemach.&#10;Also wanderten wir in den schönen Tagen des Sommers&#10;Singend von Stadt zu Stadt, singend von Dorfe zu Dorf.&#10;Aber käme der Herbst, der die Weg’ und grünenden Rasen&#10;Überschwemmt, und das Laub schattigen Bäumen entreißt;&#10;Klüglich zögen wir beide, bevor der Stolpernden Antlitz&#10;Schnee und Hagel zerschlug, heim in das Winterquartier.&#10;Wenn die Flur noch besponnen mit regenbogigem Schimmer&#10;Lachte, wenn gelb und rot streifte das falbe Gebüsch,&#10;Und für den neuen Gesang der lesende Winzer uns Trauben&#10;Schenkte, der Bauer am Weg allerlei Früchte des Baums:&#10;Ruhig kehrten wir dann von der Wallfahrt wieder gen Smyrna,&#10;Und bezögen vergnügt unser gemächliches Haus,&#10;Wo wir den Winter hindurch schulmeisterten, so wie gewöhnlich;&#10;Spinnen hatten indes Bänk’ und Katheder umwebt.&#10;Aber sobald die Viol aus zerronnenem Schnee, an dem Abhang&#10;Blühete, fröhlich das Lamm blökte durchs grünende Tal,&#10;Und holdselige Mädchen im Sonnenschein und im Mondschein&#10;Gern ausgingen aufs Feld: ach in der festlichen Zeit,&#10;Wenn sich des Dorfs Schulmeister beklagt, daß die Jugend ihm wegbleibt,&#10;Und beim Balle vergißt, was sie so mühsam gelernt:&#10;Siehe dann bliesen wir lustig den Winterstaub von den Harfen,&#10;Schüttelten uns, und hinaus ging’ es, wie vorigen Lenz.&#10;O wie bange geseufzt! Komm, küsse mich, Liebchen; ich bin ja&#10;Gerne geboren für dich, bleibe ja gerne bei dir.&#10;Weg mit dem Traum! Dann wäre mein Liebchen allein in der Einöd&#10;Ohne mich; und den Mund, welcher so herzlich mich küßt,&#10;Drückte mit plumpem Schmatz ein wirklicher Titeljustizrat,&#10;Oder ein pustender dickbäuchichter Dorfpredikant,&#10;Der vom alten Homer im Vorbeigehn etwa gehört hat,&#10;Daß er als blinder Heid itzo beim Teufel sich wärmt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meinen Freund Gurlitt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-freund-gurlitt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-freund-gurlitt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich dachte dein, als ich die Herrlichkeiten&#10;Der Steiermark vom Berg herab erblickte&#10;Und im Empfindungswirbel fast erstickte,&#10;Weil mir die Kraft gebrach, ihn abzuleiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wer, wie du, in nebelhafte Weiten&#10;Den Künstlerblick so oft schon siegreich schickte&#10;Und sicher war, daß keine ihn verstrickte,&#10;Vermag auch dort mit der Natur zu streiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar werde ich dir nie die Hand mißgönnen,&#10;Doch könnt′ ich dir das Auge fast beneiden,&#10;Vor dem des Chaos Formen nicht bestehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meinen Mann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-mann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-mann/</guid><description>&lt;p&gt;Laut heulet der Sturmwind&#10;im luftigen Haupt&#10;der zitternden Espe -&#10;es brausen die Wogen ans zackichte Ufer,&#10;weit über das Ufer,&#10;weit über die Steine,&#10;mit zischendem Schaum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich höre mit Zittern&#10;den rauschenden Sturm;&#10;Ich höre mit Beben&#10;die heulenden Wogen!&#10;Fern ist der Geliebte,&#10;im schaurigen Walde,&#10;am stürzenden Felsstrom,&#10;im hallenden Thal!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hellet kein Sternlein&#10;Dir, Lieber! den Pfad;&#10;Dir lächelt, dir winket&#10;kein Mondstral, o Trauter!&#10;In dunkleren Tiefen&#10;weh′n hüpfende Flämmchen -&#10;O! folge, Geliebter,&#10;den Täuschenden nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Pauline</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-pauline/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-pauline/</guid><description>&lt;p&gt;Zwar von stolzen Haargeflechten&#10;Ist mir jüngst ein Wort entfahren;&#10;Doch mit deinen blonden Haaren,&#10;Liebes Kind! will ich nicht rechten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von der ächten deutschen Farbe,&#10;In so schön gewundnen Glocken&#10;Senken sich die goldnen Locken&#10;Reich, wie unsrer Felder Garbe;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wallen um die Schultern lieblich,&#10;Ach! das will von Stolz nicht sagen;&#10;Sicher war′s in alten Tagen&#10;So bei deutschen Frauen üblich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dazu, liebes frommes Mühmchen!-&#10;(Was errötest du so züchtig?)&#10;Leuchten blauvergißmeinnichtig&#10;Deine Äuglein, wie ein Blümchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Richard Wagner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-richard-wagner/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-richard-wagner/</guid><description>&lt;ol start="8"&gt;&#10;&lt;li&gt;Februar 1873.&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die nüchterne Spree hat sich berauscht&#10;Und ihren Verstand verloren;&#10;Andächtig hat Dir Berlin gelauscht&#10;Mit großen, und kleinen Ohren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Gnade gefunden hat Dein Spiel&#10;Beim gnädigen Landesvater,&#10;Nur läßt ihm der Bau des Reichs nicht viel&#10;Mehr übrig für Dein Theater.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wärst Du der lumpigste General,&#10;So würd&amp;rsquo; man belohnen Dich zeusisch;&#10;Genügen laß Dir für dieses Mal&#10;Dreihundert Thälerchen preußisch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ertrage heroisch dies Mißgeschick&#10;Und mache Dir klar, mein Bester,&#10;Die einzig wahre Zukunftsmusik&#10;Ist schließlich doch Krupps Orchester.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Sie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sie/</guid><description>&lt;p&gt;Was birgst du dich vor mir? Ich habe&#10;In meinen Träumen schon als Knabe,&#10;Als Jüngling schon dich oft geschaut,&#10;Sanft deiner Nähe Hauch empfunden&#10;Und morgens, wenn du mir entschwunden,&#10;Mit Thränen meinen Pfühl betaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn nächtlich unterm Sternendache&#10;Das Rufen mir, das tausendfache,&#10;Von Wald und Flur zum Ohre drang,&#10;Oft fernher durch der Stürme Brausen,&#10;Der Ströme Rauschen, in den Pausen&#10;Vernahm ich deiner Stimme Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In allem Hohen, allem Schönen&#10;Der alten Dichtung, in den Tönen,&#10;Mozarts und Webers hört′ ich sie;&#10;Beim Orgelklang durch die Choräle&#10;Erscholl sie mir, und meine Seele&#10;Trank brünstig ihre Melodie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Sylvien, ihren namens-tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sylvien-ihren-namens-tag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sylvien-ihren-namens-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Dein edler namens-tag zeigt heute seinen schein;&#10;Mir aber meine pflicht/ dich würdig anzubinden;&#10;Allein wo soll ich was bey meiner armuth finden/&#10;Weil federn und papier für dich zu wenig seyn?&#10;Mein wollen ist zwar groß/ doch mein vermögen klein/&#10;Drum laß mich/ was ich kan/ dir zum geschencke winden:&#10;Denn wer die liebe will auff gold und reimen gründen/&#10;Schleust nur viel prahlerey und wenig freundschafft ein.&#10;Ich biete dir mein hertz zum opffer selber an/&#10;Mein hertze/ das dich zwar nicht/ schönste/ binden kan;&#10;Weil du es schon vorlängst mit ketten angebunden/&#10;Legst du es aber nur zu deinen füssen hin/&#10;So glaube/ daß ich auch in ketten lustig bin;&#10;Weil es nach so viel angst doch einen ruh-platz funden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Zante</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-zante/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-zante/</guid><description>&lt;p&gt;O schönes Eiland, das den holden Namen&#10;Der Blumen allerlieblichster entlehnt,&#10;Du weckst in meiner Seele wundersamen&#10;Erinnerungszauber, den ich tot gewähnt.&#10;Wie viele Stätten namenloser Wonnen,&#10;Wie viele Schatten von verwehten Träumen,&#10;Verlor′nen Hoffnungen, wieviel Visionen&#10;Von ihr, von ihr, die unter diesen Bäumen&#10;Nie mehr verweilt! Nie mehr! Weh, dieses Wort&#10;Magischen, dunklen Lauts verwandelt dich,&#10;Hin ist dein Zauber - ein verfluchter Ort&#10;Ist dein Gestade fürderhin für mich,&#10;O Hyazintheninsel, goldne Zante,&#10;Isola d′oro, fior′ di Levante!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andreas Hofer Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andreas-hofer-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andreas-hofer-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Mantua in Banden&#10;Der treue Hofer war.&#10;In Mantua zum Tode&#10;Führt ihn der Feinde Schar;&#10;Es blutete der Brüder Herz,&#10;Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz!&#10;Mit ihm das Land Tirol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hände auf dem Rücken,&#10;Andreas Hofer ging&#10;Mit ruhig festen Schritten,&#10;Ihm schien der Tod gering;&#10;Der Tod, den er so manchesmal&#10;Vom Iselberg geschickt ins Thal&#10;Im heil′gen Land Tirol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als aus Kerkergittern&#10;Im festen Mantua&#10;Die treuen Waffenbrüder&#10;Die Händ′ er strecken sah,&#10;Da rief er aus: &amp;ldquo;Gott sei mit euch,&#10;Mit dem verrathnen deutschen Reich,&#10;Und mit dem Land Tirol!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anno Domini...?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anno-domini/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anno-domini/</guid><description>&lt;p&gt;Hört mich, Kleingläubige! - wie vormals im Gefilde&#10;Der Marne bei Chalons die Sünderin Brunhilde&#10;Durch Knechte binden ließ mit ihrem grauen Haar&#10;An einen wilden Hengst, daß an dem dichten Schweife&#10;Er galoppirend sie durch´s Frankenlager schleife,&#10;Der Sohn des Chilperich, der andere Chlotar;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Hengst riß wiehernd aus; die Hinterhufe schlugen&#10;Das nachgeschleppte Weib, verrenkt in seinen Fugen&#10;Ward jedes Glied an ihr; um ihr entstellt Gesicht&#10;Flog ihr gebleichtes Haar; die spitzen Steine tranken&#10;Ihr königliches Blut, und schaudernd sahn die Franken&#10;Chlotars, des Zürnenden, erschrecklich Strafgericht;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antike Poesie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antike-poesie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antike-poesie/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah den Helikon in Wolkendunst,&#10;Nur kaum berührt vom ersten Sonnenstrahle:&#10;Schau! Jetzo stehen hoch mit einem Male&#10;Die Gipfel dort in Morgenrötebrunst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier unten spricht von keuscher Musen Gunst&#10;Der heilge Quell im dunkelgrünen Tale;&#10;Wer aber schöpft mit reiner Opferschale,&#10;Wie einst, den echten Tau der alten Kunst?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie? soll ich endlich keinen Meister sehn?&#10;Will keiner mehr den alten Lorbeer pflücken? -&#10;Da sah ich Iphigeniens Dichter stehn:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ärgerlich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aergerlich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aergerlich/</guid><description>&lt;p&gt;Aus der Mühle schaut der Müller,&#10;Der so gerne mahlen will.&#10;Stiller wird der Wind und stiller,&#10;Und die Mühle stehet still.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So gehts immer, wie ich finde,&#10;Rief der Müller voller Zorn.&#10;Hat man Korn, so fehlts am Winde,&#10;Hat man Wind, so fehlt das Korn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Asmus Teufel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/asmus-teufel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/asmus-teufel/</guid><description>&lt;p&gt;Die Pfingstfestglocken klingen,&#10;Maigrün ist Feld und Wald,&#10;Der bunten Finken Singen&#10;Aus allen Zweigen schallt;&#10;O Münden, du mußt vergehen,&#10;Münden, du vielschöne Stadt,&#10;Des Kaisers Fahnen wehen,&#10;Der Tilly säuft in Blut sich satt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es huben zwölf Kartaunen&#10;Wohl an ein schnöd Gebrumm,&#10;Bis daß von dem Posaunen&#10;Die Mauern fielen um;&#10;Ist mancher hingeworden&#10;In dieser Nacht der Not,&#10;Es ging das große Morden&#10;Vom Abend bis zum Morgenrot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auch er</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-er/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-er/</guid><description>&lt;p&gt;Rührend schöne Herzgeschichten,&#10;Die ihm vor der Seele schweben,&#10;Weiß der Dichter zu berichten.&#10;Wovon aber soll er leben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was er fein zusammenharkte,&#10;Sauber eingebundne Werklein,&#10;Führt er eben auch zu Markte&#10;Wie der Bauer seine Ferklein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf das Zerbrechen eines Glases durch den Ton</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-zerbrechen-eines-glases-durch-den-ton/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-zerbrechen-eines-glases-durch-den-ton/</guid><description>&lt;p&gt;Was denn? durch einen Ton die Gläser zu zerkerben,&#10;Ist es wohl wert, daß man mit solchem Unterricht&#10;Um ein zerbrechlich Glas den Kopf ihm so zerbricht?&#10;Wie bald kann doch ein Glas, wie bald ein Schall ersterben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brecht nur die Hälse nicht! Glas und Papier verderben&#10;Steht jedem frei. Sonst bricht man nur und bauet nicht.&#10;Es steht zum fall und Bruch. Man bricht Wort, Eid und Pflicht.&#10;Seht alles durch und durch, es sind zerbrochne Scherben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Pik von Teneriffa</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-pik-von-teneriffa/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-pik-von-teneriffa/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin, o Herz,&#10;Das fort und fort im Busen mich stachelt,&#10;In welches Wagnis mich hast du verlockt?&#10;Auf himmelnahem Gipfel,&#10;Den kaum der Gedanke erklimmt,&#10;Der einzig Atmende ich,&#10;Im unendlichen Raume verloren;&#10;Höher als ich nur der strahlende Orion,&#10;Den Schild durchs Unermeßliche streckend!&#10;Unten die Tiefe, die bodenlose,&#10;Drin Meer und Inseln begraben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uralte Nacht,&#10;Riesige Sphinx, die in dunkler Brust&#10;Des Daseins Rätsel du hütest,&#10;An deines Reiches Pforten&#10;Hier steh′ ich voll Grauen,&#10;Und schwindelnd, jähen Sturzes,&#10;Vom Kraterrande des Feuerberges&#10;Gleitet der Geist mir hinab&#10;In die unterirdischen Hallen,&#10;Wo deine Kinder, die finsteren Erdgewalten,&#10;Wie schlummernde Riesen&#10;Auf ihren Lagern ruhn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Schloß zu Heidelberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-schloss-zu-heidelberg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-schloss-zu-heidelberg/</guid><description>&lt;p&gt;Im Juli 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es zieht ein leises Klagen&#10;Um dieses Hügels Rand -&#10;Das klingt wie alte Sagen&#10;Vom lieben deutschen Land.&#10;Es spricht in solchen Tönen&#10;Sich Geistersehnsucht aus:&#10;Die theuren Väter sehnen&#10;Sich nach dem alten Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo der wilde Sturm nun sauset,&#10;Hat in seiner Majestät&#10;König Ruprecht einst gehauset,&#10;Den der Fürsten Kraft erhöht.&#10;Sänger kamen hergegangen&#10;Zu dem freien Königsmahl&#10;Und die goldnen Becher klangen&#10;In dem weiten Rittersaal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Flügeln des Gesanges...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-fluegeln-des-gesanges/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-fluegeln-des-gesanges/</guid><description>&lt;p&gt;Auf den Flügeln des Gesanges,&#10;Herzliebchen, trag′ ich dich fort,&#10;Fort nach den Fluren des Ganges,&#10;Dort weiß ich den schönsten Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort liegt ein rotblühender Garten&#10;Im stillen Mondenschein;&#10;Die Lotosblumen erwarten&#10;Ihr trautes Schwesterlein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Veilchen kichern und kosen&#10;Und schaun nach den Sternen empor;&#10;Heimlich erzählen die Rosen&#10;Sich duftende Märchen ins Ohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hüpfen herbei und lauschen&#10;Die frommen und klugen Gazellen;&#10;Und in der Ferne rauschen&#10;Des heiligen Stromes Wellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den letzten December</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-letzten-december/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-letzten-december/</guid><description>&lt;p&gt;Das alte Jahr ist hin! Wir Menschen mit dem Jahr/&#10;Noch nehmen wir der Zeitt und Jahre nimmer wahr/&#10;Wie komts daß wir nicht sehn daß hir nichts könne stehn&#10;Was zeitlich/ in dem selbst die Zeitt muß schnell vergehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Tod des L. P.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-des-l-p/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-des-l-p/</guid><description>&lt;p&gt;(Aus dem Lateinischen des Grafen Jos. Dessewffy.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jugendlich blühend erliegst Du, o Rasender, eignem Geschosse&#10;Dort auf dem marmornen Stein an der Gebärerin Grab.&#10;Statt mit Laubgewinden der Pappel die Schläfe zu kränzen,&#10;Hebst Du die blutige Hand grausam zum eigenen Mord;&#10;Und Du dünkst Dich erhaben, weil wild Du mit tödtlicher Kugel&#10;Oeffnest zum Herzen den Weg? – Armer! nur elend bist Du!&#10;Ach, Du kanntest sie nicht, die Hoffnungen, Keime des Edlen,&#10;Die Du nun alle zerstört mit dem unseligen Ball! –&#10;Aber weil Dich im Leben gehetzt die Sorge, die Schmerzen,&#10;Weil Du nie wiederzusehn wähnst die entflohene Lust,&#10;Brichst Du und sprengst mit Gewalt des Lebens beweglichen Kerker,&#10;Daß Dir dann, über dem Strom, blühe das bessere Glück.&#10;Unvorsichtig erspähst Du verborgene Räthsel des Lebens,&#10;Du, dem das Schicksal den Tod noch vor dem Tage bestimmt!&#10;Welcher Taumel ergreift Dich, dem Grab entgegen zu eilen,&#10;Löscht denn des Lebens Licht immer nicht zeitig genug?&#10;Wie doch freut Dich′s, den Boden gewaltsam mit Blute zu röthen,&#10;Jenem entflohenen Geist Deinen gesellest Du zu? – –&#10;Doch wenn Schicksalsschluß schon diesen Tod Dir bestimmt hat,&#10;Wenn Dich der Ueberdruß, Ekel dem Leben entführt:&#10;Drückt die Luft Dich und konntest Du nicht froh werden des Lichtes,&#10;War der siechende Geist Krankheit dem Körper zugleich –&#10;Wer dann beklagte Dich nicht, den Himmlische selber beweinen,&#10;Frommer, der müde der Welt, sich nach den Sternen gesehnt;&#10;Wissend, nicht Alles zerfalle, wenn auch diese Hülle zerstäubt ist,&#10;Sendest die Seele Du Gott, gibst Du der Erde den Staub! –&#10;Glücklich, wen, wenn er ermattet, die schwarze Nacht nie belastet,&#10;Welchem die Welle des Bluts hüpfend die Adern bewegt!&#10;Nimmer tödtet ihn Gram, sey auch der süßen Geliebten&#10;Zarter Schooß ihm verwehrt, folg′ auch ihr wankender Sinn&#10;Schönerer Form! Ihn tödtet nicht leichter Ehrgeiz, zu oft nur&#10;Nichtiger Hoffnungen Spiel, Armuth, die sklavische, nicht!&#10;Ihres Geschickes harren die Fröhlichen; Lethe′s Gestade&#10;Suchen sie nicht mit Gewalt, nicht durch bestürmend Gebet;&#10;Tapferes Muthes bekämpfen sie lieber die äußeren Feinde,&#10;Eh′ sie mit harter Faust greifen ins eigene Loos!&#10;Drum von den Fröhlichen lernt das Leben tragen, Betrübte,&#10;Muthvoll; Freude besieg′ Eueres Grames Gewalt.&#10;Doch auf den Staub dieses Todten, damit auch späten Geschlechtern&#10;Kunde werde von ihm, Schreibet dieß kurze Gedicht:&#10;Diesem gebot zu leben Geburt und Glück, und die Tugend;&#10;Künste, Schönheit und Geist hatten ihn reichlich geschmückt;&#10;Doch weil dieß irdische Leben ihn allzu bitter bedünkte,&#10;Und nicht genug des Raums für den unsterblichen Drang:&#10;Hat der Jüngling, fromm, dem Schatten der liebenden Mutter&#10;Seinen gesellet, am Grab′, das die Gebärerin deckt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Tod eines Zechers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-eines-zechers/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-eines-zechers/</guid><description>&lt;p&gt;Do hen si mer e Ma vergrabe.&#10;&amp;rsquo;s isch schad für sini bsundere Gabe.&#10;Gang, wo de witt, such no so ein!&#10;Sel isch verbei, de findsch mer kein.&#10;Er isch e Himmelsglehrte gsi.&#10;In allen Dörfere her und hi&#10;se het er gluegt vo Hus zu Hus,&#10;hangt nienen echt e Sternen us?&#10;Er isch e freche Ritter gsi.&#10;In alle Dörfere her und hi&#10;se heter gfrogt enanderno:&#10;&amp;ldquo;Sin Leuen oder Bäre do?&amp;rdquo;&#10;E gute Christ, sel isch er gsi.&#10;In alle Dörfere her und hi&#10;se het er untertags und z&amp;rsquo;nacht&#10;zum Chrütz si stille Bußgang gmacht.&#10;Si Namen isch in Stadt und Land&#10;bi große Here wohl bikannt.&#10;Si allerliebsti Kumpanie&#10;sin alliwil d&amp;rsquo;Drei Künig gsi.&#10;Jez schloft er und weiß nüt dervo.&#10;Es chunnt e Zit, goht&amp;rsquo;s alle so.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Straßenbahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-strassenbahn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-strassenbahn/</guid><description>&lt;p&gt;Wie der Wagen durch die Kurve biegt,&#10;Wie die blanke Schienenstrecke vor ihm liegt:&#10;Walzt er stärker, schneller.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Motore unterm Boden rattern,&#10;Von den Leitungsdrähten knattern&#10;Funken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Scharf vorüber an Laternen, Frauenmoden,&#10;Bild an Bild, Ladenschild, Pferdetritt, Menschenschritt –&#10;Schütternd walzt und wiegt der Wagenboden,&#10;Meine Sinne walzen, wiegen mit!:&#10;Voller Strom! Voller Strom!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der ganze Wagen, mit den Menschen drinnen,&#10;Saust und summt und singt mit meinen Sinnen.&#10;Das Wagensingen sausebraust, es schwillt!&#10;Plötzlich schrillt&#10;Die Klingel! –&#10;Der Stromgesang ist aus –&#10;Ich steige aus –&#10;Weiter walzt der Wagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Motten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-motten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-motten/</guid><description>&lt;p&gt;»Wo ist ein Volk, so frei von allen Plagen,&#10;Die andrer Völker traurig Erbteil sind,&#10;Ein glücklicher nutzniessrisch Heldenkind,&#10;Als unser Schweizervölklein zu erfragen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch, wie fiebernd seine Pulse schlagen!&#10;Für seiner Freiheit Überfülle blind,&#10;Hascht übermütig es nach leerem Wind,&#10;Wann enden seine undankbaren Klagen?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sprechen jene flink gelenken Motten,&#10;Die so gemütlich in dem Rauchwerk nisten,&#10;Dem warmen, köstlichen, und es zernagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Nur eben euch gilt es noch auszurotten&#10;(So sprechen wir, die radikalen Christen),&#10;Mit lindem Klopfen aus dem Pelz zu jagen!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Giftbecher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-giftbecher/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-giftbecher/</guid><description>&lt;p&gt;»Dir war noch nie so froh und leicht&#10;wie heute, wo der Hoffnung letzter Schein&#10;freundlich verdämmernd von dir weicht,&#10;und dir aus meinem kühlen Wein&#10;aufquillt des Todes Sicherheit&#10;von nun an bis in Ewigkeit.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einer Wanderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einer-wanderung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einer-wanderung/</guid><description>&lt;p&gt;In ein freundliches Städtchen tret′ ich ein,&#10;In den Straßen liegt roter Abendschein.&#10;Aus einem offnen Fenster eben&#10;Über den reichsten Blumenflor&#10;Hinweg hört man Goldglockentöne schweben,&#10;Und eine Stimme scheint ein Nachtigallenchor,&#10;Daß die Blüten beben,&#10;Daß die Lüfte leben,&#10;Daß in höherem Rot die Rosen leuchten vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lang′ hielt ich staunend, lustbeklommen.&#10;Wie ich hinaus vors Tor gekommen,&#10;Ich weiß es wahrlich selber nicht.&#10;Ach hier, wie liegt die Welt so licht!&#10;Der Himmel wogt in purpurnem Gewühle,&#10;Rückwärts die Stadt in goldnem Rauch;&#10;Wie rauscht der Erlenbach, wie rauscht im Grund die Mühle!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Helgoland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-helgoland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-helgoland/</guid><description>&lt;p&gt;Da bin ich nun am roten Fels&#10;Im weiten, grünen Meer,&#10;Nichts als der Wolken wilde Jagd,&#10;Und Brandung ringsumher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Möve schritt, die Seegel wehn,&#10;Der Lotse späht vom Strand&#10;Mit seinem blauen Frisenblick,&#10;Als säh er fernes Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich frug den Mann: was blickst du denn&#10;So bang nach jenem Ort,&#10;Als sahst du, wie Verderben droht&#10;Dem Seegler &amp;ldquo;Freiheit&amp;rdquo; dort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da zuckt ein Blick. Am Horizont&#10;Flammt auf ein sinkend Schiff. -&#10;Der kühne Seegler liegt zerschellt&#10;An starrem Felsenriff.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Se. Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-se-churfuerstl-durchl-zu-brandenburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-se-churfuerstl-durchl-zu-brandenburg/</guid><description>&lt;p&gt;Der Brennen ächter Fürst/ der als das Schwerdt gezückt/&#10;Mit zweyen Cronen kriegt/ und dennoch drey gebückt&#10;Er sitzt mit oben an auf aller Helden Throne/&#10;In seinen Thaten groß/ doch grösser in dem Sohne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf/</guid><description>&lt;p&gt;Komödianten ziehen vorüber,&#10;Wüst verwitterte Gestalten&#10;Mit verblichenen Gewändern,&#10;Lügnerisch verschminkten Falten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieses übertünchte Elend&#10;Diese rohe Prahlerei&#10;Ist doch einmal etwas Neues&#10;In dem eklen Einerlei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nehmt mich mit! Ich will das spielen,&#10;Was mich Welt und Liebe lehrte,&#10;Und ihr sollt euch wundern, Leute,&#10;Wie mein Elend ich verwerthe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff den König in Franckreich…</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-koenig-in-franckreich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-koenig-in-franckreich/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Deutschen saget doch zu euren nachbarn nicht/&#10;Daß Franckreichs Ludewig den frieden mit euch bricht/&#10;Indem er Straßburg nimmt. Er spricht: Es ist erlogen/&#10;Ich hab euch nicht bekriegt/ ich hab euch nur betrogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff die befreyung Engellands</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-befreyung-engellands/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-befreyung-engellands/</guid><description>&lt;p&gt;Ein rechter könig flieht/ eh man ihn noch verjagt/&#10;Sein eidam hilfft ihm fort/ den er doch stets geplagt/&#10;Armee und Flotte fällt/ bevor sie wird geschlagen;&#10;Der nie das reich gesucht/ dem wird es angetragen.&#10;Und dennoch fehlet es die rechten erben nicht.&#10;Die kirche steht erlöst/ die freiheit auffgericht:&#10;Und was man in Paris durch so viel hundert wochen&#10;Mit klugheit überlegt/ ist nun wie glaß zerbrochen.&#10;Mein leser dencke nicht/ aus furcht der prahlerey/&#10;Daß diese that ein werck von hundert jahren sey:&#10;Diß alles was man hier dich läst beysammen sehen/&#10;Ist eine zeit/ ein jahr/ und einen tag geschehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff die neue Fräuleinschafft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-neue-fraeuleinschafft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-neue-fraeuleinschafft/</guid><description>&lt;p&gt;Dass mancher itzt heisst Wollgebohren,&#10;Der erst die Schuh′, hernach den Bahrt vor Lohn geputzt;&#10;Das klingt was hart in meinen Ohren;&#10;Doch wenn das Wort der Sache nutzt,&#10;So geb′ ich alles nach, und ich bin nicht entrüsst,&#10;Dass man die Fräulein heisst, die keine Jungfer ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Ihren Abscheid auß Greiffswald (Gesang)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-abscheid-auss-greiffswald-gesang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-abscheid-auss-greiffswald-gesang/</guid><description>&lt;p&gt;Weil dann der Unholdt gäntzlich mir&#10;Zum Greiffswald nicht will lenger leiden /&#10;So bleibt dennoch mein Hertz alhier /&#10;Undt wirdt sich nimmer von euch scheiden!&#10;Wohin gedenckstu dann mein Sinn?&#10;Ist doch Europa gantz voll Kriegen /&#10;Es ist ja warlich kein Gewinn /&#10;Von einem stets zum andern fliegen.&#10;Zu Fretow wehr es gut genug /&#10;Da Phebus mit den Töchtern sitzet /&#10;Drüm wirt auch Fretow in das Buch&#10;Der greisen Ewigkeit geschnitzet.&#10;Da wehr ich fro undt ausser leit /&#10;Da wolt ich lesen / tichten / schreiben /&#10;Undt so den Nachrest meiner Zeit&#10;Mit ohnverfälschter Trew vertreiben.&#10;Itzt aber wil die Kriegerey&#10;Zu Fretow keinen Menschen dulden /&#10;Kein Ort ist von den Straffen frey /&#10;Die ich undt du / undt der vorschulden.&#10;Ich sag und klage für undt für /&#10;Das manche lange Nacht verflossen /&#10;Seit das ich auß der Frewden Thür&#10;Bin gantz undt gahr hinauß gestoßen.&#10;Was klag ich aber / weiß ich doch /&#10;Das meiner Augen heisse Zähren&#10;Nicht lindern dieses schwere Joch /&#10;Noch meinem Elend mögen wehren.&#10;Dan Trauren machet nur Verdruß;&#10;Laß alle rauhe Winde wehen /&#10;Laß sterben / wer da sterben muß /&#10;Was wündscht man viel den Todt zusehen?&#10;Dem Menschen ist gesetzt ein Ziel /&#10;Das kan er auch nicht überschreiten /&#10;Drüm ruff nur nicht den Todt zu viel /&#10;Er schleicht dir nach auff allen seiten.&#10;Was Odem bläst wirt nun geplagt /&#10;Kein Mensche fült itzund genügen;&#10;Man hört nicht mehr das einer fragt:&#10;Wo mag der Weg nach Fretow liegen?&#10;Nun gute Nacht / mein Vaterlandt!&#10;Da weylandt große Lust zu schawen /&#10;Ich muß mich nun Neptunus Handt /&#10;Und Thetis saltzen Schoß vertrawen.&#10;Gehab dich wohl / du werte Schar&#10;Der Schwieger= und der Schwägerinnen!&#10;Wer wirt nun mit euch übers Jahr&#10;Ins Dannenholtz spatzieren künnen?&#10;Wans euch nun geht / wie ihr begehrt /&#10;Wen euwer Weinen wirt zu Lachen /&#10;So denckt dan auch eins ohn beschwert&#10;Was mag doch unsre Lybis machen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Ihren Abscheid auß Greiffswald, Gesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-abscheid-auss-greiffswald-gesang-9474/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-abscheid-auss-greiffswald-gesang-9474/</guid><description>&lt;p&gt;Weil dann der Unholdt gäntzlich mir&#10;Zum Greiffswald nicht will lenger leiden&#10;So bleibt dennoch mein Hertz alhier&#10;Undt wirdt sich nimmer von euch scheiden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin gedenckstu dann mein Sinn?&#10;Ist doch Europa gantz voll Kriegen&#10;Es ist ja warlich kein Gewinn&#10;Von einem stets zum andern fliegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Fretow wehr es gut genug&#10;Da Phebus mit den Töchtern sitzet&#10;Drüm wirt auch Fretow in das Buch&#10;Der greisen Ewigkeit geschnitzet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Simonem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-simonem/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-simonem/</guid><description>&lt;p&gt;Simon wüntschet, daß sein Weib&#10;Eine Moschkowitin wäre;&#10;Wann er ihr gleich bleut den Leib,&#10;Daß sie sich doch nicht beschwere.&#10;Aber weil sie deutsch gesinnet,&#10;Schaut sie, wie sie sich erwehrt,&#10;Wie sie Oberhand gewinnet&#10;Und die Stube mit ihm kehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Buch der Liederlichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-buch-der-liederlichkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-buch-der-liederlichkeit/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte gerne, wo an allem Ort&#10;Ein hohes Fauenbild sich quälend sehnet&#10;Nach Liebesthat zu süßem Liebeswort,&#10;Ihr nahen, da sie Gluth sich nahe wähnet&#10;Und harret einsam an dem Steine dort,&#10;Dran sie gedankenvoll und prächtig lehnet:&#10;Ich möchte solcher Edeln jede finden&#10;Zu trauter Stunde, wenn die Strahlen schwinden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die rohen Narren, Männer sonst genannt,&#10;Gehn ihr vorüber, witzlos, ohne Fühlen,&#10;Mich hat ein unsagbarer Blick gebannt,&#10;Am Säulenschacht muß ich die Stirne kühlen,&#10;Auf reinen Formen weil′ ich unverwandt,&#10;Mit Aug′ und Sinn in Reiz mich einzuwühlen.&#10;Schon ist der Finger neckend Spiel begonnen&#10;Und ernste Rede führt zum Thron der Wonnen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem neuen Völker-Frühlingg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-neuen-voelker-fruehlingg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-neuen-voelker-fruehlingg/</guid><description>&lt;p&gt;Motto: Die Weltgeschichte ist das Weltgericht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heilige Gewässer wälzen&#10;Sich vom Grat des Himalaya,&#10;Und die Muse geht auf Stelzen,&#10;Kaufbesorgt vom Sohn der Maja:&#10;Aus erloschner Felsengrotte&#10;Tönet delphisches Orakel,&#10;Doch die Welt steht vor dem Gotte&#10;Mit der umgekehrten Fackel.&#10;Wenn sich Selene entschleiert dem Pol,&#10;Dunkler Geheimnisse Schmerz-Alkohol&#10;Jauchzt in Phiolen und schäumet Mirakel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus dem Geisterland der Skythen&#10;Weht es ahnungsvoll herüber,&#10;Durch die Dämmerung der Mythen&#10;Zittern Schwerter, gros Kaliber.&#10;Fluch, o Fluch dem kranken Wahne,&#10;Segen jeder stummen Klage,&#10;Tröstung jeder Karawane,&#10;Friede jedem Sarkophage!&#10;Sonnig im Ozean schlummert das Ei&#10;Seliger Insel und Akakelei&#10;Strahlt vom Skorpion und entschimmert der Waage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Talmud</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-talmud/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-talmud/</guid><description>&lt;p&gt;Das Werk der Schöpfung war vollbracht,&#10;Es lobte der Gestirne Pracht&#10;Den Herrn mit lichten Flammenzungen.&#10;Gesondert waren Fluth und Land,&#10;Der blaue Aether ausgespannt,&#10;Der Stoff von Gottes Hauch durchdrungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Vögel schwirrten in der Höh′,&#10;Von Fischen wimmelte die See,&#10;Der Wald von Thieren aller Arten,&#10;Und, selber noch ein Räthsel sich,&#10;Im halben Traume noch, durchstrich&#10;Der erste Mensch den Edensgarten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kreaturen sonder Zahl,&#10;Wie fühlten sie den Lebensstral&#10;So warm sich in ihr Blut ergießen!&#10;Ein Wonnemeer schien ihrem Blick&#10;Die Welt! das Dasein schon ein Glück,&#10;Und jeder Pulsschlag froh Genießen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-walde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-walde/</guid><description>&lt;p&gt;Mit dem alten Förster heut&#10;bin ich durch den Wald gegangen,&#10;während hell im Festgeläut′&#10;aus dem Dorf die Glocken klangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Golden floß ins Laub der Tag,&#10;Vöglein sangen Gottes Ehre,&#10;fast, als ob der ganze Hag&#10;wüßte, daß es Sonntag wäre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wir kamen ins Revier,&#10;wo, umrauscht von alten Bäumen,&#10;junge Stämmlein sonder Zier&#10;sproßten auf besonnten Räumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feierlich der Alte sprach:&#10;&amp;ldquo;Siehst du über unsern Wegen&#10;hochgewölbt das grüne Dach?&#10;Das ist unsrer Ahnen Segen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus den »Elsässischen Liedern«</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-den-elsaessischen-liedern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-den-elsaessischen-liedern/</guid><description>&lt;p&gt;Wir haben ich wieder erstritten&#10;In wetternder Völkerschlacht,&#10;Geweint um Dich und gelitten&#10;Und Opfer um Opfer gebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun lassen wir Dich nimmer&#10;Und halten Dich fest in der Hand,&#10;Bist wieder deutsch auf immer,&#10;Flurherrliches Wasgenland!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun rauscht Dir stolzer und freier&#10;Den jauchzenden Rhein entlang&#10;Die allemannische Leier,&#10;Der allemannische Sang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus deinen Burgen und Bergen&#10;Da schweben durch Hallen und Thor&#10;Mit Nixen und Elfen und Zwergen&#10;Viel alte Gestalten empor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Höhe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-hoehe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-hoehe/</guid><description>&lt;p&gt;Schreitend meinen Höhenpfad,&#10;Seh ich, statt lebendger Flut,&#10;Unter mir des Eises Flur,&#10;Drauf der Wettlauf Tausender&#10;Unermüdlich sich ergötzt.&#10;Horch! Ein dunkel Geisterlied&#10;Wie des Bienenkorbs Gesumms:&#10;Dröhnend sonder Unterbruch&#10;Durch die reine Winterluft&#10;Des gestählten Schuhes Ton!&#10;Meiner Jugend einzge Lust&#10;Läutet dumpf zu mir empor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus einem April</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-einem-april/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-einem-april/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder duftet der Wald.&#10;Es heben die schwebenden Lerchen&#10;mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war;&#10;zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war,-&#10;aber nach langen, regnenden Nachmittagen&#10;kommen die goldübersonnten&#10;neueren Stunden,&#10;vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten&#10;alle die wunden&#10;Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser&#10;über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.&#10;Alle Geräusche ducken sich ganz&#10;in die glänzenden Knospen der Reiser.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus meiner Kinderzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-meiner-kinderzeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-meiner-kinderzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Vaterglückchen, Mutterschößchen,&#10;Kinderstübchen, trautes Heim,&#10;Knusperhexlein, Tante Rös′chen&#10;Kuchen schmeckt wie Fliegenleim.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich in die Stube speie&#10;Lacht mein Bruder wie ein Schwein&#10;Wenn er lacht, haut meine Schwester,&#10;Wenn sie haut, weint Mütterlein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die weint, muss Vater fluchen.&#10;Wenn er flucht, trinkt Tante Wein&#10;Trinkt sie Wein, schenk sie mir Kuchen:&#10;Wenn ich Kuchen kriege, muss ich spein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus schweren Träumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-schweren-traeumen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-schweren-traeumen/</guid><description>&lt;p&gt;Fuhr ich oft auf und sah durch Tannenwipfel&#10;Den Mond ziehn übern stillen Grund und sang&#10;Vor Bangigkeit und schlummert wieder ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, Menschenstimme, hell aus frommer Brust!&#10;Du bist doch die gewaltigste, und triffst&#10;Den rechten Grundton, der verworren anklingt&#10;In all den tausend Stimmen der Natur!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ausblick aufs Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ausblick-aufs-meer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ausblick-aufs-meer/</guid><description>&lt;p&gt;So still ist mein Haus&#10;Und menschenleer,&#10;Durch Lauben und Buchten hinaus&#10;Schau′ ich in′s Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schau′ mich nicht satt&#10;An seinem Glanz,&#10;Sein Spiegel ist gleißend und glatt&#10;Und ruhet ganz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auß dem Lob einer Nachtmusic</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auss-dem-lob-einer-nachtmusic/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auss-dem-lob-einer-nachtmusic/</guid><description>&lt;p&gt;Die Music mein ich hier / die Sinn und Muht durchdringet /&#10;und mit der Liebligkeit biß in das Marck erklinget.&#10;wo nichtes anders sonst des Menschen Muht bewegt /&#10;da ist sie offters / die den Geist in ihm erregt;&#10;und der vohr lange Zeit betrübet hat gesessen /&#10;der kan durch die Music bald werden so vermessen /&#10;daß er mit gradem Fuß lest sehen was er kan /&#10;und stelt sich / als wolt er den hohen Himmel an.&#10;Und dieses hab ich selbst zuhm offtern so befunden /&#10;ja erst noch diese Nacht in mitnächtlicher Stunden /&#10;da mich die Gans im Bett auch kaum gehalten hat /&#10;weil dieses ganze Hauß mir vorkam als ein Radt:&#10;die Stüle hüpften mir vohr Augen auff und nieder /&#10;die Tisch und Bäncke gleich sich regten hin und wieder:&#10;so starck ist die Music gewesen diese Nacht /&#10;als recht in deren mitt′ ich war vohm Schlaff erwacht /&#10;und was zuhm offtern mir ein Fabel war gewesen /&#10;wan ich vohn Orpheus hatt und seiner Kunst gelesen /&#10;das fieng mir gänzlich an für Wahrheit einzugehn etc.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Avezzano</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/avezzano/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/avezzano/</guid><description>&lt;p&gt;Freundliche Hügel umgeben das Dorf, den dankbaren Boden&#10;Hat ein fleißiger Schlag südlicher Leutchen bepflanzt.&#10;Heimathlich fühl′ ich mich hier, und kehr′ ich nach Hause zum Heerde,&#10;Sagt mir ein Mädchen, dir blüht nirgends ein heimathlich Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Barbara Allen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/barbara-allen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/barbara-allen/</guid><description>&lt;p&gt;Es war im Herbst, im bunten Herbst,&#10;Wenn die rotgelben Blätter fallen,&#10;Da wurde John Graham vor Liebe krank,&#10;Vor Liebe zu Barbara Allen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine Läufer liefen hinab in die Stadt&#10;Und suchten, bis sie gefunden:&#10;»Ach, unser Herr ist krank nach dir,&#10;Komm, Lady, und mach′ ihn gesunden.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lady schritt zum Schloß hinan,&#10;Schritt über die marmornen Stufen,&#10;Sie trat ans Bett, sie sah ihn an:&#10;»John Graham, du ließest mich rufen.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Baum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/baum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/baum/</guid><description>&lt;p&gt;In den Himmel greifen und wachsen,&#10;Erde ziehen und schwellend fühlen&#10;Treue Bitternis&#10;Saftatmenden Bodens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Befiehl du deine Wege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/befiehl-du-deine-wege/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/befiehl-du-deine-wege/</guid><description>&lt;p&gt;Befiehl du deine Wege&#10;Und was dein Herze kränkt&#10;Der allertreusten Pflege&#10;Des, der den Himmel lenkt:&#10;Der Wolken, Luft und Winden&#10;Gibt Wege, Lauf und Bahn,&#10;Der wird auch Wege finden,&#10;Da dein Fuß gehen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Herren mußt du trauen,&#10;Wenn dirs soll wohlergehn,&#10;Auf sein Werk mußt du schauen,&#10;Wenn dein Werk soll bestehn.&#10;Mit Sorgen und mit Grämen&#10;Und mit selbsteigner Pein&#10;Läßt Gott ihm gar nichts nehmen,&#10;Es muß erbeten sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begräbnis eines verfemten Dichters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begraebnis-eines-verfemten-dichters/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begraebnis-eines-verfemten-dichters/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn sich dumpf der Abend senkt&#10;Wird den Dichterleib, den starren,&#10;Einst ein Mann, der christlich denkt,&#10;Hinter altem Schutt verscharren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keusche Sterne schliessen sacht&#10;Ihre Augen schlafbezwungen,&#10;Spinne dort ihr Netzlein macht,&#10;Und die Viper ihre Jungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nächtlich hörst zum Zeitvertreibe&#10;Über dem verfemten Leibe&#10;Du der wilden Wölfe Schrei′n&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Hexen tolle Weisen,&#10;Schlüpfrig Scherzen mit den Greisen,&#10;Schwarzer Schelme Gaunerein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begünstigte Tiere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beguenstigte-tiere/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beguenstigte-tiere/</guid><description>&lt;p&gt;Vier Tieren auch verheißen war,&#10;Ins Paradies zu kommen;&#10;Dort leben sie das ew′ge Jahr&#10;Mit Heiligen und Frommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Vortritt hier ein Esel hat,&#10;Er kommt mit muntern Schritten;&#10;Denn Jesus zur Prophetenstadt&#10;Auf ihm ist eingeritten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halb schüchtern kommt ein Wolf sodann,&#10;Dem Mahomet befohlen:&#10;&amp;ldquo;Laß dieses Schaf dem armen Mann!&#10;Dem Reichen magst du′s holen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun, immer wedelnd, munter, brav,&#10;Mit seinem Herrn, dem braven,&#10;Das Hündlein, das den Siebenschlaf&#10;So treulich mitgeschlafen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Beethovens Begräbnisse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-beethovens-begraebnisse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-beethovens-begraebnisse/</guid><description>&lt;p&gt;Was strömt das Volk dort jenem Haus entgegen,&#10;An dessen Thor sich seine Woge bricht?&#10;Unzählbar eilt es hin auf allen Wegen,&#10;Es faßt der Raum die Fluth der Menge nicht! –&#10;Und von den Thürmen tönt&amp;rsquo;s in dumpfen Schlägen,&#10;Um einen Sarg reiht sich der Fackeln Licht,&#10;Und Trauersang und der Posaunen Klänge&#10;Ertönen in&amp;rsquo;s entfernteste Gedränge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liegt dort ein König? geht ein Fürst zu Grabe,&#10;Daß weinend ihn ein ganzes Volk beklagt?&#10;Ich sehe nichts von Herrscherbind&amp;rsquo; und Stabe&#10;Auf jener Bahre, wo das Kreuz nur ragt!&#10;Und doch war eine Krone seine Habe,&#10;Und doch ist es ein König, den Ihr tragt:&#10;Gekrönt hat ihn die himmlische Kamöne,&#10;Und König ist er in dem Reich der Töne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei einem Carneval</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-einem-carneval/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-einem-carneval/</guid><description>&lt;p&gt;Das Spiel der Welt besteht aus Mummereien:&#10;Ein Hofmann schleicht in priesterlicher Tracht;&#10;Als Nonne winkt die Nymphe Schmeicheleien;&#10;Ein Wuchrer stutzt in eines Sultans Pracht;&#10;Der falsche Phrax erscheint im Schäferkleide;&#10;Als Bäurin stampft die zarte Flavia;&#10;Verblendend glänzt im stolzen Erbgeschmeide&#10;Atossa selbst, der Läufer Zulica;&#10;Als Fledermaus läßt Phryne sich nicht nennen,&#10;Auch Myrtis nicht, der bunte Papagei.&#10;O möchte man stets jedem sagen können:&#10;Dich, Maske, kenn′ ich; &amp;hellip; nur vorbei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Einweihung der Carls-Universität</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-einweihung-der-carls-universitaet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-einweihung-der-carls-universitaet/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Carl baut ein schwäbisches Athene! -&#10;Und ach! im Pomp der Weihe fällt&#10;Des Weisen und des Christen Thräne!&#10;Denn Oetinger, der Lehrer einer Welt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er. der ins ungeheure Ganze&#10;Mit scharfem Seheraug′ geblickt,&#10;Und ungeblendet von dem Glanze&#10;Des Wahns - mit Einfalt sich geschmückt; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, Oetinger - der wahre Jesusjünger -&#10;Der seine Größe zwar gefühlt -&#10;Und doch in Demuth sich geringer&#10;Als seine jüngsten Brüder hielt; -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bekannte Sterne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bekannte-sterne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bekannte-sterne/</guid><description>&lt;p&gt;Da steigen sie strahlend empor aufs neue,&#10;Die altbekannten Sterne, Licht an Licht,&#10;Und grüßen aus der nächtlich-dunklen Bläue&#10;Nach mir mit Freundesangesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du dort, der leuchtend durch die Pappelreihen&#10;Vor meines Vaters Haus mir schien, Arktur,&#10;Dem ich, mein Leben hohem Ziel zu weihen,&#10;In kühnem Seelendrange schwur;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Orion du, bei dessen keuschem Strahle&#10;Zuerst an der Geliebten Brust ich sank&#10;Und von den Lippen ihr zum erstenmale&#10;Den warmen Lebensodem trank;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berg und Burgen schaun herunter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berg-und-burgen-schaun-herunter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berg-und-burgen-schaun-herunter/</guid><description>&lt;p&gt;Berg und Burgen schaun herunter&#10;In den spiegelhellen Rhein,&#10;Und mein Schiffchen segelt munter,&#10;Rings umglänzt von Sonnenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhig seh ich zu dem Spiele&#10;Goldner Wellen, kraus bewegt;&#10;Still erwachen die Gefühle,&#10;Die ich tief im Busen hegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freundlich grüßend und verheißend&#10;Lockt hinab des Stromes Pracht;&#10;Doch ich kenn ihn, oben gleißend,&#10;Birgt sein Innres Tod und Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oben Lust, im Busen Tücken,&#10;Strom, du bist der Liebsten Bild!&#10;Die kann auch so freundlich nicken,&#10;Lächelt auch so fromm und mild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berg und Tal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berg-und-tal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berg-und-tal/</guid><description>&lt;p&gt;Erst auf den höchsten Zinnen,&#10;Die mühsam du erklommst,&#10;Wird′s hell in deinen Sinnen,&#10;Dem Himmel näher kommst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du ein Weilchen selig sein,&#10;So leg dich auf den Bauch&#10;dort in die nächste Wiese ′nein,&#10;lnmitt′ der Blumen Hauch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So bist der Gottheit näher,&#10;Das Herz, es schlägt dir froh:&#10;Nur meide nahe Späher,&#10;Die finden so was roh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bergpsalm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bergpsalm/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bergpsalm/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sturm hat seine Schlangen losgelassen.&#10;In langen Windungen zischt Gras und Rohr&#10;und keucht der See ans Land; die silberblassen&#10;zerwühlten Weiden seufzen laut empor.&#10;Empor, empor! Dort, wo die Kiefern sausen,&#10;auf kahler Höhe will ich einsam stehn&#10;und meine ferne Heimat dämmern sehn&#10;und hören, was die dunkeln Wolken brausen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr grauen Pilger über mir: wohin?!&#10;O könnt ich mit euch, ziellos, ohne Stocken,&#10;dies dumpfe Sehnen ohne Maß und Sinn&#10;ausschütten in den Sturm wie Nebelflocken!&#10;O meine Heimat! Silbern grüßt der Fluß&#10;und glänzt zum Himmel aus dem Blau der Bäume,&#10;und aus dem Zauberwald der Kinderträume&#10;winkt klar der Mutter Blick und Kuß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bergschloß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bergschloss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bergschloss/</guid><description>&lt;p&gt;Da droben auf jenem Berge,&#10;Da steht ein altes Schloß,&#10;Wo hinter Toren und Türen&#10;Sonst lauerten Ritter und Roß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verbrannt sind Türen und Tore&#10;Und überall ist es so still;&#10;Das alte, verfallne Gemäuer&#10;Durchklettr′ ich, wie ich nur will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hierneben lag ein Keller,&#10;So voll von köstlichem Wein;&#10;Nun steiget nicht mehr mit Krügen&#10;Die Kellnerin heiter hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie setzt den Gästen im Saale&#10;Nicht mehr die Becher umher,&#10;Sie füllt zum heiligen Mahle&#10;Dem Pfaffen das Fläschchen nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berliner in Italien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berliner-in-italien/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berliner-in-italien/</guid><description>&lt;p&gt;Die ganze Welt ist voll von Berlinern.&#10;Deutschland, Deutschland überall in der Welt.&#10;Ich sah sie auf der Promenade in Nervi sich gegenseitig bedienern,&#10;Und sie waren als Statisten beim Empfang des italienischen Königs&#10;in Mailand aufgestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da konnten sie einmal wieder aus vollem Herzen Hurra schreien.&#10;So ′n König, und sei er noch so klein, ist doch janz was anderes als so ′ne&#10;mickrige Republik.&#10;In Bellaggio wandeln sie unter Palmen und Zypressen zu zweien,&#10;Und aus dem Grandhotel tönt (fabelhaft echt italienisch; Pensionspreis&#10;täglich 200 Lire) die Jazzmusik.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bernsteinfischerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bernsteinfischerlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bernsteinfischerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Königsberg 1808.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Preis dem heil′gen Küstenhüter,&#10;Der die wunderbaren Güter&#10;Uns gereicht aus tiefer Flut!&#10;Bei dem ersten Morgenstrahle&#10;Füllen wir mit Gold die Schale,&#10;Schöpfen wir das Sonnengut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch ein Reichthum! Welche Fülle!&#10;Bist uns nah in Geisterhülle,&#10;Heil′ger Vater Adalbert!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In das weite Meer versunken,&#10;Von den Wellen eingetrunken,&#10;Ist ein sel′ges altes Land.&#10;Fischer schaun es noch in Träumen,&#10;Tropfen von den Lebensbäumen&#10;Sammeln wir mit reiner Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bewältigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bewaeltigung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bewaeltigung/</guid><description>&lt;p&gt;Und weil ich einst in dunkelsel′ger Stunde&#10;Dir weihte meines Lebens Lust und Gram,&#10;Weil gottbegeistert ich von deinem Munde&#10;Der Liebe süß bestrickend Wort vernahm,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil meine Brust an deiner hat gelegen,&#10;Weil einst dein Haupt geruht in meinem Schooß,&#10;Und weil als frommer, heil′ger Liebessegen&#10;Auf deine Stirne meine Thräne floß;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil du verstanden meiner Pulse Beben,&#10;Weil einst mein Kuß geglüht auf deiner Hand,&#10;Weil ich ein Theil einst war von deinem Leben&#10;Und weil du mich einst deine Braut genannt: –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bis auf weiters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bis-auf-weiters/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bis-auf-weiters/</guid><description>&lt;p&gt;Das Messer blitzt, die Schweine schrein,&#10;Man muß sie halt benutzen,&#10;Denn jeder denkt: »Wozu das Schwein,&#10;Wenn wir es nicht verputzen?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und jeder schmunzelt, jeder nagt&#10;Nach Art der Kannibalen,&#10;Bis man dereinst »Pfui Teufel!« sagt&#10;Zum Schinken aus Westfalen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bitten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bitten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bitten/</guid><description>&lt;p&gt;Gott, deine Güte reicht so weit,&#10;So weit die Wolken gehen;&#10;Du krönst uns mit Barmherzigkeit,&#10;Und eilst, uns beizustehen.&#10;Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort,&#10;Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort,&#10;Denn ich will vor dir beten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bitte nicht um Überfluß&#10;Und Schätze dieser Erden.&#10;Laß mir, so viel ich haben muß,&#10;Nach deiner Gnade werden.&#10;Gib mir nur Weisheit und Verstand,&#10;Dich, Gott, und den, den du gesandt,&#10;Und mich selbst zu erkennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blanka E. ins Stammbuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blanka-e-ins-stammbuch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blanka-e-ins-stammbuch/</guid><description>&lt;p&gt;Sei gesund, nicht öfter krank,&#10;Als die Sterblichkeit es bringt.&#10;Nie erfahre Trug und Rank,&#10;Der mit Schlangenring umschlingt.&#10;Zwist und Zwietracht, zäher Zank&#10;Bleib&amp;rsquo; auf weite Meilen fern.&#10;Ernte Dank und zolle Dank,&#10;Diene gern, nimm Gabe gern.&#10;Freue dich an Spiel und Schwank,&#10;Fröhlich sei zur guten Stund&amp;rsquo;,&#10;Aber ernst und ohne Wank&#10;Ankre in des Lebens Grund.&#10;Sag&amp;rsquo; die Wahrheit frei und frank,&#10;Hell, mit mildem Blick und Mund.&#10;Lerne gern, die Schülerbank&#10;Ziemt uns, nimmer lernt man aus;&#10;Der Gedanke, rein und schlank,&#10;Hebt den Geist aus Qualm und Graus.&#10;Halte deine Seele blank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blick in die Tiefe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blick-in-die-tiefe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blick-in-die-tiefe/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Was stehst du so düster und von mir gewandt?&#10;Was seh ich verhüllend die zitternde Hand&#10;An′s strömende Auge dich pressen?&#10;O laß uns, Geliebte! den peinlichen Streit,&#10;Der unsre Gemüther für Stunden entzweit,&#10;In süßer Versöhnung vergessen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hab ich verletzt dich mit thörichtem Wort,&#10;So mögen die eilenden Winde es fort&#10;Wie Nebel des Morgens verjagen!&#10;Oft kränket die Liebe so tief wie der Haß -&#10;Was irrend an dir sie verbrochen, o laß′&#10;Nicht Wurzeln im Herzen es schlagen!&amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blüte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bluete/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bluete/</guid><description>&lt;p&gt;Diamanten wandern übers Wasser!&#10;Ausgereckte Arme&#10;Spannt der falbe Staub zur Sonne!&#10;Blüten wiegen im Haar!&#10;Geperlt&#10;Verästelt&#10;Spinnen Schleier!&#10;Duften&#10;Weiße matte bleiche&#10;Schleier!&#10;Rosa, scheu gedämpft, verschimmert&#10;Zittern Flecken&#10;Lippen, Lippen&#10;Durstig, krause, heiße Lippen!&#10;Blüten! Blüten!&#10;Küsse! Wein!&#10;Roter&#10;Goldner&#10;Rauscher&#10;Wein!&#10;Du und Ich!&#10;Ich und Du!&#10;Du?!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brautseele I</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brautseele-i/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brautseele-i/</guid><description>&lt;p&gt;Das Gewand meiner Seele zittert im Sturm deiner Liebe,&#10;Wie tief im Hain&#10;Das Herz des Frühlings zittert.&#10;Ja du mein heftiges Herz: wir haben Frühling.&#10;Auf einmal ist nun alles Blühen da.&#10;Meine freudigen Wangen&#10;Sind aufgegangen&#10;Fromm nach deinen Küssen.&#10;Gefährlich bist du, o Frühling,&#10;Und verwirrt&#10;Wie von heftiger Süße&#10;Prangenden Weines&#10;Pocht meine Seele.&#10;Wie er so sonnend mich streichelt&#10;Mit seinen Strahlen allen&#10;Und schlafen möchte ich&#10;Immerzu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Breslauer Katholikentag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/breslauer-katholikentag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/breslauer-katholikentag/</guid><description>&lt;p&gt;An dem Oderstromgestade&#10;Ist der Glaube neu erstarkt,&#10;Denn hier war die Herbstparade,&#10;Scilicet, der Ochsenmarkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle sind sie dagewesen,&#10;Fern von ihrem Heimatsort;&#10;Ungeacht′ der Reisespesen&#10;Zog der Geist des Herrn sie fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit den Platt- und Bürgerfüßen&#10;Ist man stolz vorbeimarschiert,&#10;Um den Bischof zu begrüßen,&#10;Der hiebei ein Wort verliert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch der Papst gab seinen Segen,&#10;Oho - ho, und gern dazu.&#10;Ist euch was daran gelegen,&#10;Wenn ich jetzt das Nämlich tu?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brief einer Mutter nach Paris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brief-einer-mutter-nach-paris/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brief-einer-mutter-nach-paris/</guid><description>&lt;p&gt;Mai 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott grüße dich, mein deutsches Blut,&#10;Mit Siegeslust und Ehren,&#10;Er wolle dir den Heldenmuth&#10;Mit edler Speise nähren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wandle muthig weiter fort&#10;Im Dienst der Ewig-Reinen,&#10;Und laß auch an dem Sündenort&#10;Die deutschen Ehren scheinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die deutsche Keuschheit, deutsche Scham,&#10;Die Scheu vor allen Ketten,&#10;Die Lust an Freiheit, welche kam&#10;Selbst Feindesland zu retten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur Heimat wende dich, mein Kind,&#10;Wenn Kummer dich erfüllet,&#10;Vom Aufgang weht ein frischer Wind,&#10;Der Haß und Schmerzen stillet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Budapest im Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/budapest-im-mai/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/budapest-im-mai/</guid><description>&lt;p&gt;O! Ihr holden Maiennächte!&#10;Tanzen, singen, süße Geigen!&#10;Wird dies sein mein letzter Reigen?&#10;O! Wer mir die Wahrheit brächte!&#10;O! Wie wir im Auto beben,&#10;die Allee voll Fliederduft.&#10;Blindes Haar weht in der Luft&#10;Und so trinke ich das Leben&#10;Hier im Mai in Budapest.&#10;Autofahrt im Maienmorgen,&#10;ganz berauscht und ohne Sorgen.&#10;So genieße ich den Rest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Burg ′Fragmirnichtnach′</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/burg-fragmirnichtnach/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/burg-fragmirnichtnach/</guid><description>&lt;p&gt;Wo weiss die Landquart durch die Tannen schäumt,&#10;Irrt unbekümmert ich um Weg und Zeit,&#10;Da stand ein grauer Turm, wie hingeträumt&#10;In ungebrochne Waldeseinsamkeit.&#10;Ich sah mich um und frug: &amp;ldquo;Wie heisst das Schloss?&amp;rdquo;&#10;Ein bucklig Mütterlein, das Kräuter brach;&#10;Da murrte sie, die jedes Wort verdross:&#10;&amp;ldquo;Fragmirnichtnach.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schritt hinan; im Hof ein Brünnlein scholl,&#10;Durch den verwachsnen Torweg drang ich ein,&#10;Ein dünnes kühles Rieseln überquoll&#10;Auf einer Gruft den schwarzbemoosten Stein.&#10;Ich beugte mich nach des Verschollnen Spur,&#10;Entziffernd, was des Steines Inschrift sprach,&#10;Nicht Zahl, nicht Namen - ein Begehren nur:&#10;Frag mir nicht nach!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Burgunder-Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/burgunder-wein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/burgunder-wein/</guid><description>&lt;p&gt;Damit ich singen lerne,&#10;Soll mir der Saft der Reben&#10;Jetzt Muth und Töne geben&#10;Und neue Kunst verleihn.&#10;Mich reizen deine Sterne,&#10;Ihr Einfluß wirket Wunder,&#10;O feuriger Burgunder,&#10;O königlicher Wein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Burkens Denkmal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/burkens-denkmal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/burkens-denkmal/</guid><description>&lt;p&gt;Hier, Wanderer, nach Hader Zank und Strauß&#10;Ruht unser guter Edmund aus.&#10;Sein Geist durch Scharfsinn Witz und Genius geadelt,&#10;Wird kaum zu sehr gepriesen und getadelt.&#10;Sein allumfaßend Herz voll Liebe stolz und frei&#10;Engt er und fröhnte der Parthei,&#10;Erniedrigend der Einzelheit zum Knechte&#10;Was angehört dem menschlichen Geschlechte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bußtag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/busstag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/busstag/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Bild steigt auf aus meinen Jugendtagen.&#10;Im Gotteshause stehen Reih an Reihe&#10;Die Männer, Betgewänder umgeschlagen,&#10;Sich neigend nach geheimnisvollen Riten;&#10;Mein Vater unter ihnen singt mit Weihe&#10;Die Bussgebete der Israeliten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Haar ist silbern, und das weisse Leinen&#10;Der Priesterkleidung fliesst um seine Glieder.&#10;Gewaltig drängen zu dem furchtbar Einen,&#10;Der Licht und Wolken bläst vom Firmamente,&#10;Und bitten und beschwören immer wieder&#10;Die klagenden, vertrauenden Akzente.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Canova (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-1/</guid><description>&lt;p&gt;Großer Bildner, es öffnete dir die verschlossene Vorwelt,&#10;Deinem gelichteten Blick, alles verborgene Gold.&#10;Liebliche Rundung und Fülle, die sinnliche Lust und die Weichheit,&#10;Ueppige Formen und Reiz nahmst du in Menge heraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Canova (3)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-3/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-3/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Vermählung erkanntest du nicht: dir genügte die Weichheit,&#10;Und der weibliche Theil ohne den schöpfrischen Bund.&#10;Darum wirkst du auch nur mit dem Reiz, dem entartenden, selten&#10;Näherst dem weisen Maaß ruhiger Schönheit du dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Charfreitag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/charfreitag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/charfreitag/</guid><description>&lt;p&gt;Charfreitag ist′s - da trauert&#10;Die ganze Christenheit,&#10;Ich traure mehr als die Andern,&#10;Mein Herz trägt doppelt Leid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An diesem Tag der Schmerzen&#10;Ein theures Herz mir starb,&#10;Das beste und das treuste,&#10;Das ich im Leben erwarb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, Christenheit, du trauerst&#10;Nach heilig-frommem Brauch,&#10;Weil dich noch sanft umwehet&#10;Des Einz′gen Geisteshauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie aber muß ich klagen,&#10;Die ich den Stern geseh′n,&#10;Die Blumie, die so frühe&#10;Zur Ruhe mußte geh′n;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chiron</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chiron/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chiron/</guid><description>&lt;p&gt;Immer zu Pferde; schon kehret der Mond, schon füllt er die Scheibe&#10;Und der sikulische Herbst sieht mich noch immer zu Pferd.&#10;Fast ein Centaur erscheinet sich selbst der wandernde Sänger.&#10;Wohl ihm, fände sein Lied einen gelehr′gen Achill.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chor der Toten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chor-der-toten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chor-der-toten/</guid><description>&lt;p&gt;Wir Toten, wir Toten sind größere Heere&#10;Als ihr auf der Erde, als ihr auf dem Meere!&#10;Wir pflügten das Feld mit geduldigen Taten,&#10;Ihr schwinget die Sicheln und schneidet die Saaten,&#10;Und was wir vollendet und was wir begonnen,&#10;Das füllt noch dort oben die rauschenden Bronnen,&#10;Und all unser Lieben und Hassen und Hadern,&#10;Das klopft noch dort oben in sterblichen Adern,&#10;Und was wir an gültigen Sätzen gefunden,&#10;Dran bleibt aller irdische Wandel gebunden,&#10;Und unsere Töne, Gebilde, Gedichte&#10;Erkämpfen den Lorbeer im strahlenden Lichte,&#10;Wir suchen noch immer die menschlichen Ziele-&#10;Drum ehret und opfert! Denn unser sind viele!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christoph, Ruprecht, Nikolaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christoph-ruprecht-nikolaus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christoph-ruprecht-nikolaus/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kenn drei gute, deutsche Gesellen&#10;Mit großen Händen und Beinen schnellen;&#10;Mit dicken Säcken auf breiten Buckeln&#10;Stampfen sie eilig durchs Land mit Gehuckel;&#10;Haben Eis im Bart Und grimmige Art,&#10;Aber Augen gar milde;&#10;Führn Äpfel und Nüsse und Kuchen im Schilde&#10;Und schleppen und schleppen im Huckepack&#10;Himmeltausendschöne Sachen im Sack.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All drei sind früher Heiden gewesen.&#10;Der erste heißt Christoph: Auserlesen&#10;Hat er in einer eisgrimmigen Nacht&#10;Das Christkind über Wildwasser gebracht.&#10;Ruprecht der zweite ist genannt:&#10;Der fuhr voreinsten übers Land&#10;Tief nächten in Gespenstergraus&#10;Als Heidengott. den Nikolaus,&#10;Als wie der dritte ist geheißen,&#10;Tät man als einen Bischof preisen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christus/</guid><description>&lt;p&gt;Zu viele Christen sind gestorben,&#10;Kein Christus stieg von des Kreuzes Not,&#10;Ging durch die Felder, von Pestluft verdorben,&#10;Lebte und siegte über den Tod.&#10;Sie starben im Dunkel, das sie geboren&#10;Aus dem verhassten Schoße der Lust:&#10;Entfesselte Brut der bewusstlosen Toren,&#10;Rückwärts gebohrt in die eigene Brust.&#10;Der rächende Engel von Sodoms Stätte&#10;Zuckte auf ihrem Sündenfall&#10;Dumpfes Geschütz in der Bürger Bette.&#10;Sie fuhren nieder zur Hölle alle.&#10;Zweitausend Jahre nach seinem Namen:&#10;Die Gemeinschaft der Heiligen ist verdammt.&#10;Giftige Frucht aus der Feindschaft Samen&#10;Hat die Mäuler der Irren entflammt.&#10;In Mord und Hunger, Gewalt und Lüge,&#10;Bekränzt mit dem Glorienschein des Rechts:&#10;Kein Heiland, der die Augen aufschlüge,&#10;Sohn Gottes, Erlöser des falschen Geschlechts.&#10;Kein Heiland, der in der Schlacht als Seher,&#10;Wo dreier Jahre Sonne noch scheint,&#10;Ein Korn des Guten der Menschheit näher,&#10;Eine Träne Schmerz und Hoffnung geweint.&#10;Christus am Kreuz ist mit ihnen gefallen.&#10;Sein Reich ist verloren. Sein Name entweiht.&#10;Propheten Zions! Trompeten erschallen.&#10;Sei, Mensch, zur Hilfe der Menschen bereit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Coalition</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/coalition/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/coalition/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Politisch Lied, ein böses, böses Lied!&amp;rdquo;&#10;So sagt das Sprichwort; und Du willst, o Freund,&#10;Daß dichtend unsre Nation sogar&#10;Politisire? Hör ein Märchen an,&#10;Was ein politisch Wort, ein bloßes Wort,&#10;Für mancherlei Besinnung dem Gemüth&#10;Nur eines deutschen Hauses gab. Es hieß&#10;Coalisirte Mächte.-Dir ist noch&#10;Bekannt: man wiegte vor nicht langer Zeit&#10;Die Kinder mit coa-coalisirt&#10;In sanftern Schlaf. Das junge Fräulein fragte&#10;Die gnädige Mama: &amp;ldquo;Was machen jetzt&#10;Die gnäd′gen Tanten, die coalisirten&#10;Puissancen wol?&amp;rdquo; Der Informator hörte&#10;Das Wort mit Aerger: &amp;ldquo;Wahrer Solöcism!&#10;Coalui, coalitum! Es heißt&#10;(Soll′s ja so heißen) einzig coalirt,&#10;Und nicht coalisirt. Ein Emigré&#10;Erfand das Wort, als ob die ganze Welt&#10;Für ihn zusammenwachsen müßte.&amp;rdquo; &amp;ldquo;Nein,&amp;rdquo;&#10;Antwortete der Secretarius,&#10;&amp;ldquo;Der stolze Berg erfand′s, als ob die Welt&#10;Entgegen seinem Rath nichts mehr bedeute&#10;Als eine Reichstags-Coalition.&#10;Sie sangen ja den zweiten Psalm!&amp;rdquo; &amp;ldquo;Woher&#10;Es stamme,&amp;rdquo; sprach der Informator, &amp;ldquo;fremd&#10;Ist es und tauget nicht. Sonst nannte man′s&#10;Verbündet, und da denk′ ich mir den Bund.&amp;rdquo;&#10;Es hieß auch alliirt; da denk′ ich mir&#10;Die Allianz. Doch das Zusammenwachsen&#10;Der alliirten Mächte giebt kein Bild.&#10;Ich schlug das Buch der Richter auf, wie Bäume&#10;Sich um die Allianz und Monarchie&#10;Besprachen: &amp;ldquo;Soll ich meinen süßen Most&#10;Aufgeben?&amp;rdquo; sprach der Weinstock. &amp;ldquo;Und soll ich&#10;Aus meiner Wurzel treten, daß ich mich&#10;Coalisire?&amp;rdquo; sprach die Ceder. &amp;ldquo;Schlage&#10;Der Herr nur den Propheten Daniel&#10;Und Esra sammt der Offenbarung auf!&#10;Da findet er so manches schöne Bild&#10;Coalisirter Mächte: Adler, Leu&#10;Und Lamm und Greif; es giebt ein schönes Kupfer!&amp;rdquo;&#10;Die gnäd′ge Tante sprach′s. &amp;ldquo;Verzeihung!&amp;rdquo; bat&#10;Ein stattlicher Notarius; &amp;ldquo;allhier&#10;Gilt nicht die Bibel. In politicis&#10;Entscheiden wir; wir sind politici.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;So lange darfst Du Deines Landes Baum&#10;Und Kruste von dem Meinigen zurück-&#10;Begehren, als sie mit dem Boden noch&#10;Nicht coalirten.&amp;rdquo; Also spricht Alfenus&#10;Und Ulpian. &amp;ldquo;Getroffen!&amp;rdquo; riefen Alle,&#10;&amp;ldquo;Und gar politice.&amp;rdquo; &amp;ldquo;Doch noch nicht g′nug&#10;Bestimmt!&amp;rdquo; sprach ein Geheimer Rath; &amp;ldquo;die Kruste,&#10;Der Baum coalescirt; doch hohe Mächte&#10;Coalisiren sich. Sind′s freie Staaten,&#10;So heißt es Union; und schließen sie&#10;Ein Bündniß, heißt′s Conföderation;&#10;Coalisiren Cabinette sich,&#10;So folgt darauf Incorporation,&#10;Der fremden Erdenkruste Einverleibung-&#10;Ein angenehmer Actus.&amp;rdquo; Endlich ward&#10;Dem Herrn des Hauses dieser Tummelplatz&#10;Zu eng. &amp;ldquo;Ich dächte, Jedermann von uns&#10;Coalescirt′ und coalirte nur&#10;Zuerst mit sich und seiner Kruste.&amp;rdquo; &amp;ldquo;Das&#10;Ist′s eben, gnäd′ger Herr,&amp;rdquo; sprach ein Statist-&#10;Iker, der ex professo sich darauf&#10;Geleget hatte. &amp;ldquo;Als vor Jahren ich&#10;Mit meinem jungen Herrn auf Reisen war,&#10;Da fiel mir auf der letzten Station&#10;In Frankreich an der Grenze schwer es auf,&#10;Wie Alles dort so bald coalescire.&#10;Vor wenig Jahren waren Hennegau&#10;Und Flandern flämisch, Lothringen war deutsch;&#10;Und jetzt ist bis zur letzten Station&#10;Alles französisch, um- und umgewandt,&#10;Bekleibet, neugeschaffen, coalirt.&amp;rdquo;&#10;Und dicht daneben hängt, an Wulst und Leib&#10;Und Sprach′ und Sitten gleich, das Brabant an,&#10;Das Deutschland! &amp;ldquo;Wie coalescirt ein Reich?&amp;rdquo;&#10;Fragt′ ich mich selbst, &amp;ldquo;und wie coalisirt&#10;Es sich Provinzen, die′s incorporirt?&#10;Ein schweres Staatsproblem!&amp;rdquo; Hier sehen Sie&#10;Die große Länderkarte. Ostwärts dort&#10;Das ungeheure Kaiserthum Groß-Tschni,&#10;Tschong-Ku, Tschong-Hoa! Leider nennen wir′s&#10;Mit falschem Namen China! Dieses Reich&#10;Mit seinen tausendundvierhundertzwei-&#10;Undvierzig Strömen, vielen Brücken und&#10;Zweitausend Bergen, hundertneunundvierzig&#10;Millionen und sechshundertzweiundsechigtausend Menschen,&#10;Dort von der Mauer bis nach Canton zu,&#10;Ja bis nach Lao-Tschua, Cotschin-Tschina,&#10;Cambotscha, Tunkin, ist, wie ein Gewächs,&#10;Mit seinem Boden trefflich coalirt.&#10;Ein jeder Mandarin hat seinen Platz&#10;Und seine Feder. Kommt ein fremder Lord,&#10;Mit Freudenfeuern führt man ihn hinein,&#10;Und bald hinaus, daß er nicht coalire.&#10;Dagegen Hindostan, das arme Land,&#10;Ist elend coalirt. Bramanen, Schattri,&#10;Banjanen, Schutter, und die Fremden gar,&#10;Seiken, Dschaten, Gebern und Afghanen,&#10;Mongolen, Juden, Perser, Araber,&#10;Und Europäer aller Art, Maratten,&#10;Rasbatten; darum geht′s den guten Hindus&#10;Auch so erbärmlich. - Nun spazieren Sie&#10;Von den Fuchsinseln bis nach Kexholm hin;&#10;Wie hängt′s zusammen! Samojeden und&#10;Tungusen, Tatern, Kamtschadalen; da&#10;Lebt Jeder, wie er will, wenn er nur Pelze&#10;Und seinen Rubel giebt. - Das arme Polen,&#10;Warum denn ward′s zertheilt? Es war mit sich&#10;Nicht coalirt; drum schnitt man es entzwei;&#10;Nun wachsen seine Stücke neu und frisch&#10;Zusammen durch die Cur der Sympathie.&#10;&amp;ldquo;Das große Deutschland (warum liegt es doch&#10;So nah an Polen?), Holland, Engeland&#10;Mit Schottland, Irland, Caledonien,&#10;Italien und Griechenland, Türkei&#10;Und Walachei und Moldau -&amp;rdquo; &amp;ldquo;Ist′s denn noch&#10;Nicht aus?&amp;rdquo; rief der Baron. - &amp;ldquo;Das Beste kommt&#10;Anjetzt. - Nun treten Sie in Frankreich ein!&#10;Da weht französische Luft; da essen sie&#10;Und trinken, jauchzen, reden, singen ganz&#10;Französisch. Schon das Kind in Mutterleib,&#10;Ich glaub′, es denkt und spricht französisch. Selbst&#10;Latein und Griech′sch spricht man französisch aus,&#10;Und Alles mit Geschmack. Sie ziehn den Fremden&#10;So an sich, daß er mit coalescirt.&#10;Oft hab′ ich dran gedacht, warum denn Griechen&#10;Und Römer auch nicht so zusammenwuchsen.&#10;Was half den Griechen ihr Achäerbund,&#10;Ihr Panionium, Amphiktyonenhof,&#10;Ihr Panätolium? Was halfen den&#10;Etruriern die Lucumonen? was&#10;Den Römern ihr jus civitatis? und&#10;Den Celtiberiern -&amp;rdquo; &amp;ldquo;Ist′s noch nicht aus?&#10;Da seh′ der Herr die sieben Pfeile auf&#10;Holländischen Ducaten mit der Aufschrift&#10;Concordia!&amp;rdquo; &amp;ldquo;Ach, leider sind sie nur&#10;Im Golde des Ducaten coalirt!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Nun so coalisir′ Er denn!&amp;rdquo; &amp;ldquo;Er wird,&amp;rdquo;&#10;Antwortete der Arzt, der bis dahin&#10;Geschwiegen hatte, &amp;ldquo;jetzt erzählen, wie&#10;Man die in Eins Gewachsenen curirt.&#10;Dem Einen Schnupftobak, der Andre niest;&#10;Purgirt den Einen - denn wie Haller sagt,&#10;Kommt′s bei in Eins Gewachsnen nicht auf Köpfe&#10;Und Mägen an, sie sind ein Herz und Geist.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Nicht also!&amp;rdquo; sprach ein Casuist; &amp;ldquo;nach Köpfen&#10;Wird ein Coalitum getauft; was ist&#10;Da viel zu herzen?&amp;rdquo; Der Baron&#10;War dieses Streites müde. &amp;ldquo;Seht, Ihr Herrn,&#10;Ihr selber seid in Euern Meinungen,&#10;Ein Wort betreffend, weder coalirt,&#10;Noch wollt Ihr Euch coalisiren; und&#10;Coalisirt die Welt? Nutzlose Müh!&#10;Sei Jeder erst mit seinem Stand und Land&#10;Und Haus und Hof und Weib und Kind und Amt&#10;Und Pflicht, ja mit sich selbst recht coalirt;&#10;Er wird Tschin-Tschin vergessen. Lerne doch,&#10;Was Euch der Haushahn in der Fibel sagt,&#10;Ein Jeder seine Lection, so steht&#10;Es wohl in Hause, Stadt und Land und Welt.&amp;rdquo; -&#10;Sieh, Freund, so spricht die deutsche Politik&#10;Vom Fernsten immer und vom Weitesten,&#10;Nur nicht von sich. Und lohnt es wol der Müh,&#10;Die Musen mit dem Wuste zu entweihn?&#10;Verbannt aus Deutschland ist die Politik;&#10;Verbannet sei nur nicht die Menschlichkeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Colibri</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/colibri/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/colibri/</guid><description>&lt;p&gt;»Mein Nam’ ist Colibri, Mann von Hofe,&#10;An Liebreiz ein klein Ungeheuer,&#10;Der Königin Rose und ihrer Zofe,&#10;Dem schönen Haideröslein, gleich theuer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich summe Sonette zu ihrem Preise,&#10;Umschwebe sie artig und dienstbeflissen;&#10;Wer sich bewegt in so feinem Kreise,&#10;Darf Anstand und fein Gewand nicht missen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich trag’ ein Barett demantenflimmernd&#10;Staatsweste, Höslein goldbrokaten,&#10;Den Frack von grüner Seide schimmernd&#10;Und ausgenäht mit bunten Nahten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Schnäblein ist mein Galadegen,&#10;Mein Zünglein beweglich ist die Klinge;&#10;Was ich mit jenem nicht darf erlegen,&#10;Mit dieser ich’s sicherlich bezwinge.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cori</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cori/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cori/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Berge sie blühn in parthenopäischer Fülle,&#10;Südliche Lüfte, wie froh grüßt′ euch mein Auge, mein Herz!&#10;Ja, hier bin ich bezaubert, und wär′s auch ein Wunder, vom Meere&#10;Lockt ja die griechische Fee mich in ihr magisches Netz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>D Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/d-zeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/d-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Dia Zeituhr goht so still und gstät,&#10;Du hairscht koi&amp;rsquo; Rädle goura,&#10;Doch aih du dra&amp;rsquo; denkscht, hot se s dreht,&#10;Du merkscht as mit Bidoura,&#10;Daß s Jährle frei verlaura&amp;rsquo;n ischt&#10;Und du deim End vill näher bischt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwor wenn a&amp;rsquo;n Aunglück uff der reitt,&#10;Muascht freile Lankweil kriaga;&#10;Doch hoscht halbweags a guati Zeit,&#10;Noch saischt, ma&amp;rsquo; seah sie fliaga,&#10;Und jomarascht, daß so a Ma&amp;rsquo;,&#10;Wia du, dia Zeit it binda ka'.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Daheim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daheim/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daheim/</guid><description>&lt;p&gt;Alle wir, schon eh′ sie uns begraben,&#10;Wollen irgend eine Heimstatt haben,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo nichts Fremdes kältet oder schwült,&#10;Wo man wirklich sich zu Hause fühlt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weib und Kind im wohlverschloßnen Häuschen,&#10;Oder nur ein loses Miezemäuschen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Mutter, die uns ausgeharrt&#10;Als Asyl bis in die Gegenwart -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Stammtisch, guter Freundschaft froh,&#10;Oder das geheiligte Bureau -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Katheder vor der frischen Jugend,&#10;Eine Kanzel, wo man wirkt für Tugend,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Bühne, drauf man Künstler war&#10;Erst im braunen, dann im grauen Haar,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dahin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dahin-6497/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dahin-6497/</guid><description>&lt;p&gt;Mit gesenkten Blicken&#10;durch die Menge hin,&#10;durch die fremde dunkle Menge,&#10;eine traumentstiegene Palme,&#10;kam die junge Priesterin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit geschlossenen Wimpern&#10;an den Altar hin,&#10;ruhig an den flammenden Altar,&#10;eine nachtgewiegte Zypresse,&#10;trat die junge Priesterin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit aufstrahlenden Augen&#10;in zwei andre Augen hin,&#10;Augen aus der Fremde,&#10;niegesehene Heimatsaugen,&#10;eine starre Mimose,&#10;stand die junge Priesterin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit hochzuckenden Händen&#10;vor die Flamme hin,&#10;vor die heilige Opferflamme,&#10;eine blitzgetroffene Zeder,&#10;sank die junge Priesterin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dante</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dante/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dante/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle beten dich an, und keiner versteht dich, die Frage&#10;Ist es nun einzig, was sie thäten, verstünden sie dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sage mir redlich, mein Freund, wie gefällt dir Dante′s Comedia? -&#10;»Ei, ich bin orthodox, halt′ an der Mode mich fest.« -&#10;Aber wie so? »Nun ja, das Centrum aller Romantik&#10;Ist es nach Schlegel, und ich lese die Dichter nach ihm.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier gilt nur das Commando, man stößt in die stolze Trompete,&#10;Und als gemeiner Mann folg′ ich den andern getrost.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Auge des Blinden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-auge-des-blinden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-auge-des-blinden/</guid><description>&lt;p&gt;Durch das Marktgedräng von Namur&#10;Stelzt ein armer narbger Krüppel.&#10;&amp;ldquo;Leute, bringt mich zu Don Juan!,&#10;&amp;ldquo;Schweigst du wohl! Da ist Don Juan!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Schweigst du wohl, blick auf! da ist er!&amp;rdquo;&#10;In des Volkes Gasse reitet&#10;Ein Gespenst am hellen Tage:&#10;Don Juan der Österreicher -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Don Juan der Österreicher,&#10;Der im Wein das Gift getrunken&#10;König Philipps, seines Bruders,&#10;Und Don Juan weiss den Mörder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seinen Mörder kennt Don Juan,&#10;Auch den armen Krüppel kennt er,&#10;Der den Bügel ihm betastet,&#10;Der die Hand ihm deckt mit Küssen -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Brot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-brot/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-brot/</guid><description>&lt;p&gt;Er saß beim Frühstück äußerst grämlich,&#10;Da sprach ein Krümchen Brot vernehmlich:&#10;&amp;ldquo;Aha, so ist es mit dem Orden&#10;Für diesmal wieder nichts geworden.&#10;Ja, Freund, wer seinen Blick erweitert&#10;Und schaut nach hinten und nach vorn,&#10;Der preist den Kummer, der ihn läutert.&#10;Ich selber war ein Weizenkorn.&#10;Mit vielen, die mir anverwandt,&#10;lag ich im lauen Ackerland.&#10;Bedrückt von einem Erdenkloß,&#10;macht′ ich mich mutig strebend los.&#10;Gleich kam ein alter Has gehupft&#10;und hat mich an der Nas gezupft,&#10;und als es Winter ward, verfror,&#10;was peinlich ist, mein linkes Ohr,&#10;und als ich reif mit meiner Sippe,&#10;o weh, da hat mit seiner Hippe&#10;der Hans uns rundweg abgesäbelt&#10;und zum Ersticken festgeknebelt&#10;und auf die Tenne fortgeschafft,&#10;wo ihrer vier mit voller Kraft&#10;im regelrechten Flegeltakte&#10;uns klopften, daß die Scharte knackte!&#10;Ein Esel trug uns in die Mühle.&#10;Ich sage dir, das sind Gefühle,&#10;wenn man, zerrieben und gedrillt&#10;zum allerfeinsten Staubgebild′,&#10;sich kaum besinnt und fast vergißt,&#10;ob Sonntag oder Montag ist.&#10;Und schließlich schob der Bäckermeister,&#10;nachdem wir erst als zäher Kleister&#10;in seinem Troge baß gehudelt,&#10;vermengt, geknebelt und vernudelt,&#10;uns in des Ofens höchste Glut.&#10;Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?&#10;Frischauf, du hast genug, mein Lieber,&#10;greif zu und schneide nicht zu knapp&#10;und streiche tüchtig Butter drüber&#10;und gib den andern auch was ab !&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Brot ernährt dich nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-brot-ernaehrt-dich-nicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-brot-ernaehrt-dich-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Das Brot ernährt dich nicht:&#10;Was dich im Brote speist;&#10;Ist Gottes ew′ges Wort,&#10;Ist Leben und ist Geist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Brünnchen der Vergeßenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bruennchen-der-vergessenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bruennchen-der-vergessenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Verzehrt von Schwermuth und von Liebe&#10;Floß immer seufzend, immer trübe&#10;Selindor in ein Brünnchen hin;&#10;Und alle, die zu diesem kamen,&#10;Vergaßen trinkend selbst den Namen&#10;Der ungetreuen Schäferin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Philinden endlich zu vergeßen,&#10;Die schon zu lang dieß Herz beseßen,&#10;Kam ich auch jüngst hierher gerannt.&#10;Doch sie war mir zuvorgekommen&#10;Und hatte schon so viel genommen,&#10;Daß ich für mich kein Tröpfchen fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ende des Festes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ende-des-festes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ende-des-festes/</guid><description>&lt;p&gt;Da mit Sokrates die Freunde tranken&#10;Und die Häupter auf die Polster sanken,&#10;Kam ein Jüngling, kann ich mich entsinnen,&#10;Mit zwei schlanken Flötenbläserinnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den Kelchen schütten wir die Neigen,&#10;Die gesprächesmüden Lippen schweigen,&#10;Um die welken Kränze zieht ein Singen &amp;hellip;&#10;Still! Des Todes Schlummerflöten klingen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Fegefeuer des westfälischen Adels</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fegefeuer-des-westfaelischen-adels/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fegefeuer-des-westfaelischen-adels/</guid><description>&lt;p&gt;Wo der selige Himmel, das wissen wir nicht,&#10;Und nicht, wo der greuliche Höllenschlund,&#10;Ob auch die Wolke zittert im Licht,&#10;Ob siedet und qualmet Vulkanes Mund;&#10;Doch wo die westfälischen Edeln müssen&#10;Sich sauber brennen ihr rostig Gewissen,&#10;Das wissen wir alle, das ward uns kund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grau war die Nacht, nicht öde und schwer,&#10;Ein Aschenschleier hing in der Luft;&#10;Der Wanderbursche schritt flink einher,&#10;Mit Wollust saugend den Heimatduft;&#10;O bald, bald wird er schauen sein Eigen,&#10;Schon sieht am Lutterberge er steigen&#10;Sich leise schattend die schwarze Kluft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Fräulein stand am Meere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fraeulein-stand-am-meere/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fraeulein-stand-am-meere/</guid><description>&lt;p&gt;Das Fräulein stand am Meere&#10;Und seufzte lang und bang,&#10;Es rührte sie so sehre&#10;Der Sonnenuntergang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Mein Fräulein! Sein Sie munter,&#10;Das ist ein altes Stück;&#10;Hier vorne geht sie unter&#10;Und kehrt von hinten zurück.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das frühere Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fruehere-leben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fruehere-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wohnte lang in weiter Hallen Schweigen,&#10;Die abends in der Meeressonne Glut&#10;Sich stolz erheben und zur blauen Flut&#10;Sich gleich basaltnen Grotten niederneigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Meer, darauf des Himmels Abbild ruht,&#10;Tönt feierlich beim Auf- und Niedersteigen,&#10;Und der Akkorde übermächt′ger Reigen&#10;Strömt in den Abend voller Gold und Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort lebt′ ich lang in dämmerstillem Lächeln,&#10;Voll Wollust atmend Glanz und blaue Luft;&#10;Die nackten Sklaven, ganz getaucht in Duft,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Geheimniß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geheimniss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geheimniss/</guid><description>&lt;p&gt;Du fragst mich, Mädchen, was flüsternd der West&#10;Vertraue den Blüthenglocken?&#10;Warum von Zweige zu Zweig im Geäst&#10;Die zwitschernden Vögel sich locken?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum an Knospe die Knospe sich schmiegt,&#10;Und Wellen mit Wellen zerfließen,&#10;Und dem Mondstrahl, der auf den Kelchen sich wiegt,&#10;Die Violen der Nacht sich erschließen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O thörichtes Fragen! Wem Wissen frommt,&#10;Nicht kann ihm die Antwort fehlen;&#10;Drum warte, Kind, bis die Liebe kommt,&#10;Sie wird dir Alles erzählen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Geisterross</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geisterross/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geisterross/</guid><description>&lt;p&gt;Durch den dreigeteilten Bogen,&#10;Des Triumphes prangend Tor,&#10;Durch die lauten Menschenwogen&#10;Dort zum Kapitol empor&#10;Lenkt den Tanz der weissen Pferde&#10;Cäsars lässige Gebärde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinter des Triumphes Wagen&#10;Duldend oder grollend gehn&#10;Überwundne. Ketten tragen&#10;Cäsars lebende Trophän.&#10;&amp;ldquo;Dieser!&amp;rdquo; höhnt es im Gedränge,&#10;&amp;ldquo;Dieser Trotzge!&amp;rdquo; zischt die Menge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unberührt vom Hohn der Stunde&#10;Starren, traumgefüllten Blicks&#10;Geht, ein Singen auf dem Munde&#10;Ruhig Vercingetorix -&#10;Fremde Weise, fremde Worte&#10;Mit dem Geist an fremdem Orte:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Geisterschloß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geisterschloss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geisterschloss/</guid><description>&lt;p&gt;In der Täler grünstem Tale&#10;Hat, von Engeln einst bewohnt,&#10;Gleich des Himmels Kathedrale&#10;Golddurchstrahlt ein Schloß gethront.&#10;Rings auf Erden diesem Schlosse&#10;Keines glich;&#10;Herrschte dort mit reichem Trosse&#10;Der Gedanke - königlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gelber Fahnen Faltenschlagen&#10;Floß wie Sonnengold im Wind -&#10;Ach, es war in alten Tagen,&#10;Die nun längst vergangen sind! -&#10;Damals kosten süße Lüfte&#10;Lind den Ort,&#10;Zogen als beschwingte Düfte&#10;Von des Schlosses Wällen fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gelübde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geluebde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geluebde/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts pflegt der Rachbegier an Thorheit gleich zu sein.&#10;Ein Mann, der unverhofft sein feistes Kalb vermißte,&#10;Schwur, wenn er seinen Dieb nur zu entdecken wüßte,&#10;So wollt′ er einen Bock dem Pan zum Opfer weihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Wunsch ward ihm gewährt. Es kam ein Pantherthier,&#10;Das gafft′ und bleckt′ ihn an, und droht′ ihn zu verschlingen.&#10;Da seufzt′ er: ich will gern mein Opfer zehnfach bringen,&#10;Nur treib′, o starker Pan! den nahen Feind von hier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Hat wer von Glück gesprochen?&#10;Ist gar ein schönes Wort,&#10;Dem Ohr ist es verklungen,&#10;Dem Herzen hallt es fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie eine holde Sage,&#10;Vom Glauben fromm geweiht,&#10;So wie ein reizend Mährchen&#10;Aus längst vergangner Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es weckt so süße Ahnung&#10;Wo es die Herzen traf,&#10;Und wiegt auch große Kinder&#10;Zuweilen noch in Schlaf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Glückselige Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueckselige-berlin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueckselige-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Du Welt-gepriesenes Berlin/&#10;Erlauchter Sitz der Herrlichkeiten!&#10;Dein Glantz ist allen vorzuziehn/&#10;Und deinem Glücke nichts zur Seiten.&#10;Die Freude stimmt auch heute bey:&#10;Daß alles unvergleichlich sey.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Thron ist Salomonis Thron/&#10;Dein König jenem gleich erlesen;&#10;Nur daß er glücklicher im Sohn&#10;Als ehmahls Salomo gewesen:&#10;Voraus da dieser Sohn anitzt/&#10;Den Thron mit einem Erben stützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Adlers Blut ist Krafft und Geist/&#10;Denn solches steiget zu den Sternen/&#10;Wie es dein Cron-Printz dir verheist/&#10;Der seinem Vater folgen lernen:&#10;Und der/ nach welchem Er sich nennt/&#10;Von Friedrich Wilhelms Tugend brennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das große Turnerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grosse-turnerlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grosse-turnerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Das Turnen ist ein deutsches Ding,&#10;Darum ich gern vom Turnen sing′;&#10;â€˜s ist eine Kunst und ein Pläsir,&#10;Des Menschen Vorzug vor dem Thier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Stücke, die der Turner macht,&#10;Sind fein und herrlich ausgedacht,&#10;In jedem was besondres steckt,&#10;Das eigene Empfindung weckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Reck zuerst der edle Schwung&#10;Gibt Kraft ihm und Begeisterung,&#10;Sodann gewährt ihm Hochgenuß&#10;Das Rädle mit dem linken Fuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bauchwell′ an dem hohen Reck&#10;Ist eine Uebung ziemlich keck;&#10;Zehn, zwanzigmal - wie ächzt die Stang!&#10;Dem Schwächling wird es angst und bang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das grüne Wunder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gruene-wunder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gruene-wunder/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Birkenhain stand weiß und kahl,&#10;Die dünnen Stämmchen fror,&#10;Da kam April und zauberte&#10;Das Leben grün hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit einem Schleier angethan&#10;Steht nun mein Birkenhain;&#10;Das grüne Wunder ist geschehn,&#10;Nun laßt uns gläubig sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun laßt uns glauben wiederum,&#10;Daß Leben Schönheit heißt:&#10;Mein Birkicht ist ein Zauberwald,&#10;In dem das Wunder kreißt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Haidebild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haidebild/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haidebild/</guid><description>&lt;p&gt;Zigeuner mit alten Geigen,&#10;Grafen mit schwarzen Dirnen,&#10;Reizender, schamloser Reigen,&#10;Finsteres, sprechendes Schweigen,&#10;Schweißperlende Stirnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unheimlich alte Weiber,&#10;Glühende Gluthweinbecher,&#10;Zotende Rossetreiber,&#10;Mitunter Räuber,&#10;Unmaßgeblicher Beschreiber,&#10;Je interessanter je frecher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Herz ist weit...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-ist-weit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-ist-weit/</guid><description>&lt;p&gt;Das Hertz ist weit von dem/ was eine Feder schreibt.&#10;Wir dichten im Gedicht/ dass man die Zeit vertreibt.&#10;In uns flamt keine Brunst/ ob schon die Blätter brennen&#10;von liebender Begier. Es ist ein blosses nennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Heute</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heute/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heute/</guid><description>&lt;p&gt;Das Heut ist einem jungen Weibe gleich.&#10;Schlag Mitternacht wird ihm die Wange bleich.&#10;Es schaudert. Einen vollen Becher faßt&#10;Es gierig noch und schlürft in toller Hast.&#10;Der üpp&amp;rsquo;ge Mund, indem er lechzt und trinkt,&#10;Entfärbt sich und verwelkt. Der Becher sinkt.&#10;Langsam zieht es den Kranz sich aus dem Haar.&#10;Das Haar ergraut, das eben braun noch war,&#10;Tief runzelt sich das schöne schuld&amp;rsquo;ge Haupt,&#10;Zusammenbricht das Knie, der Kraft beraubt.&#10;Die Horen kleiden dicht in Schleier ein&#10;Und führen weg ein greises Mütterlein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hexlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hexlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hexlein/</guid><description>&lt;p&gt;Und woni uffem Schnidstuehl sitz&#10;für Basseltang, und Liechtspön schnitz,&#10;se chunnt e Hexli wohlgimut,&#10;und frogt no frei: &amp;ldquo;Haut′s Messer gut?&amp;rdquo;&#10;Und seit mer frei no &amp;ldquo;Gute Tag!&amp;rdquo;&#10;und woni lueg, und woni sag:&#10;&amp;ldquo;′s chönnt besser go, und Große Dank!&amp;rdquo;&#10;se wird mer′s Herz uf eimol chrank.&#10;Und uf, und furt enanderno,&#10;und woni lueg, isch′s nümme do,&#10;und woni rüef: &amp;ldquo;Du Hexli he!&amp;rdquo;&#10;se git′s mer scho kei Antwort meh.&#10;Und sieder schmeckt mer′s Esse nit;&#10;stell umme, was de hesch und witt,&#10;und wenn en anders schlofe cha,&#10;se höri alli Stunde schlah.&#10;Und was i schaff, das grotet nit,&#10;und alli Schritt und alli Tritt,&#10;se chunnt mim Sinn das Hexli für,&#10;und was i schwetz, isch hinterfür.&#10;′s isch wohr, es het e Gsichtli gha,&#10;′s verlueget si en Engel dra,&#10;und ′s seit mit so me freie Mut,&#10;so lieb und süß: &amp;ldquo;Haut′s Messer gut?&amp;rdquo;&#10;Und leider hani′s ghört und gseh,&#10;und sellemols und nümme meh.&#10;Dört isch′s an Hag und Hurst verbei,&#10;und witers über Stock und Stei.&#10;Wer spöchtet mer mi Hexli us,&#10;wer zeigt mer siner Mutter Hus?&#10;I lauf no, was i laufe cha,&#10;wer weiß, se triffi′s doch no a!&#10;I lauf no alli Dörfer us,&#10;i such und frog vo Hus zu Hus,&#10;und würd mer nit mi Hexli chund,&#10;se würdi ebe nümme gsund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hungerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hungerlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hungerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Verehrter Herr und König,&#10;Weißt du die schlimme Geschicht?&#10;Am Montag aßen wir wenig,&#10;Und am Dienstag aßen wir nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und am Mittwoch mussten wir darben,&#10;Und am Donnerstag litten wir Not;&#10;Und ach, am Freitag starben&#10;Wir fast den Hungertod!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum lass am Samstag backen&#10;Das Brot, fein säuberlich -&#10;Sonst werden wir sonntags packen&#10;Und fressen, o König, dich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ideal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ideal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ideal/</guid><description>&lt;p&gt;Nie sind′s die zarten Schönen der Vignetten,&#10;Ärmliche Zeugnisse aus kranker Zeit,&#10;Die mit verschnürtem Fuss, die Hand an Kastagnetten,&#10;Ein Herz wie meins erfüllt mit Freudigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lasst Gavarni die blut- und seelenlosen&#10;Lispelnden Schönen aus dem Hospital!&#10;Nicht eine dieser schwanken, bleichen Rosen&#10;Gleicht meinem glutenroten Ideal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein, für mein abgrundtiefes Herz erwähle&#10;Ich, Lady Macbeth, dich, gewaltige Seele,&#10;Äschlos′ Traum, erblüht im nordischen Wind;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dich, erhabene Nacht, Buonarrotis Kind,&#10;Die still in seltsam fremder Ruh′ entfaltet&#10;Die Reize, für Titanenmund gestaltet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das kananäische Weib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kananaeische-weib/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kananaeische-weib/</guid><description>&lt;p&gt;Als der Herr in Südons Land gekommen,&#10;Naht ein kananäisch Weiblein sich.&#10;»Herr!« spricht sie in Demut und in Frommen,&#10;»Herr! erbarme meiner Tochter dich!&#10;Sieh, sie liegt daheim in großen Peinen,&#10;Denn es wohnt in ihr ein böser Geist.«&#10;Und voll Trauer hebt sie an zu weinen,&#10;Als der Herr sie strenge von sich weist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sie schaut in seiner Augen Prachten,&#10;Und ihr treues Herz bleibt ungeschreckt,&#10;Einem Hündlein gleich will sie sich achten,&#10;Das die Krümlein von der Erde leckt,&#10;Ihre Demut hat sich durchgerungen:&#10;»Weib, dein Glaub′ hat dir geholfen«, spricht&#10;Jesu süße Stimme, und bezwungen&#10;Weicht der finstre Geist dem Gnadenlicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kind am Brunnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-am-brunnen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-am-brunnen/</guid><description>&lt;p&gt;Frau Amme, Frau Amme, das Kind ist erwacht!&#10;Doch die liegt ruhig im Schlafe.&#10;Die Vöglein zwitschern, die Sonne lacht,&#10;Am Hügel weiden die Schafe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frau Amme, Frau Amme, das Kind steht auf,&#10;Es wagt sich weiter und weiter!&#10;Hinab zum Brunnen nimmt es den Lauf,&#10;Da stehen Blumen und Kräuter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frau Amme, Frau Amme, der Brunnen ist tief!&#10;Sie schläft, als läge sie drinnen!&#10;Das Kind läuft schnell, wie es nie noch lief,&#10;Die Blumen locken′s von hinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kinderspiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kinderspiel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kinderspiel/</guid><description>&lt;p&gt;Wir Kinder, wir schmecken&#10;Der Freuden recht viel,&#10;Wir schäkern und necken,&#10;Versteht sich im Spiel;&#10;Wir lärmen und singen&#10;Und rennen rundum,&#10;Und hüpfen und springen&#10;Im Grase herum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ei, seht doch, ihr Brüder,&#10;Den Schmetterling da!&#10;Wer wirft ihn uns nieder?&#10;Doch schonet ihn ja!&#10;Dort flattert noch einer,&#10;Der ist wohl sein Freund,&#10;O schlag′ ihn ja keiner,&#10;Weil jener sonst weint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird dort nicht gesungen?&#10;Wie herrlich das klingt!&#10;Vortrefflich, ihr Jungen,&#10;die Nachtigall singt.&#10;Dort sitzt sie, dort oben&#10;Im Apfelbaum, dort;&#10;Wir wollen sie loben,&#10;So fährt sie wohl fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kolosseum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kolosseum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kolosseum/</guid><description>&lt;p&gt;Urbild des alten Roms! Reliquienschrein&#10;Erhabener Betrachtung! Nach so langer,&#10;Mühseliger Pilgerschaft und heißem Durst&#10;(Durst nach dem Quell des Einst, der in dir fließt)&#10;Knie′ ich, ein andrer, demutvoller Mann&#10;In deinem Schatten, und in vollen Zügen&#10;Trink ich vom Borne deiner Größe, deiner Weihe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unendlichkeit, ich höre deinen Strom!&#10;Ich fühl′ euch, dunkle Mächte der Zerstörung,&#10;Nacht, Schweigen, Endlichkeit, ich fühl′ euch jetzt!&#10;O Zauber, sichrer als Judäas Fürsten&#10;Ihn jemals in Gethsemane gelehrt,&#10;Gewaltiger als die Chaldäer ihn&#10;Vom Sternenhimmel in Verzückung lasen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das lesende Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lesende-kind/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lesende-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Auf den Schooß das Buch gebreitet,&#10;Scheinst du nichts um dich zu missen,&#10;Starrst hinein, indeß beflissen&#10;Ueber′s Blatt der Finger gleitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In das Meer der Zeichen leitet&#10;Dich kein Können noch und Wissen,&#10;Unbeschränkt, in schwanken Rissen&#10;Sich dein junges Sinnen weitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süßes Dämmern! Traumumwoben&#10;Schläft das Denken noch im Neste,&#10;Nur das Fühlen schwebt nach oben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, des Lebens trübe Reste&#10;Bleiben, wenn der Flor gehoben –&#10;Das Geheimniß ist das Beste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lieblingsörtchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lieblingsoertchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lieblingsoertchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl wölbet sich lieblich am kühligen Bach&#10;manch duftend Gewinde zum blühenden Dach;&#10;wohl hat sich schon mancher, von Sehnsucht gequält,&#10;ein heimliches Plätzchen zum Freunde gewählt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch kennt&amp;rsquo; ich sie alle, die Stellen der Ruh:&#10;es machte von allen mir keine, wie du,&#10;du Dörfchen im stillen bescheidenen Grund,&#10;die freiheitdürstende Seele gesund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie, innigst an liebende Arme gewöhnt,&#10;nach kurzer Entfernung das Liebchen sich sehnt,&#10;so wallet, wenn Tage der Trennung vergehn,&#10;mein liebender Busen, dich wieder zu sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied vom Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-dichter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Was ein gerechter Dichter ist,&#10;Macht Verse fast zu jeder Frist,&#10;Er reitet seinen Pegasum&#10;Und dichtet Alles um und um.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darum wird er auch selten fett,&#10;Denn morgens früh in seinem Bett,&#10;Bevor ein Andrer kaum erwacht,&#10;Hat er schon ein Sonett gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Terzinen werden eingestippt,&#10;Wenn er den Blümchen-Kaffee nippt;&#10;Verzehrt zum Frühstück er sein Ei,&#10;Macht er ein Triolett dabei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn er seine Suppe isst,&#10;Er löffelweis&amp;rsquo; die Jamben misst,&#10;Und wenn er seinen Braten kaut,&#10;Im Geiste er Trochäen baut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Magisterexamen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-magisterexamen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-magisterexamen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zier der Universität,&#10;Ob an der Sal&amp;rsquo;, ob an der Leine?&#10;Trat aus der Weisheit Lorbeerhaine&#10;Vor eine weise Fakultät,&#10;Daß sie sein Geld gehörig wäge&#10;Und zum Magister dann ihn präge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geprüft nun in Philosophie,&#10;Humanität, Statistik, Ethik,&#10;Heraldik, Kunstgeschicht&amp;rsquo;, Aesthetik,&#10;Und Algebra und Alchymie&#10;Und Wißenschaften aller Klassen,&#10;Ward er mit großem Ruhm entlaßen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als mit der Frag ein Schalk ihm naht:&#10;»Sag uns, der alles weiß und kennet,&#10;Woran wird attisch Salz erkennet?«&#10;Mit Lächeln drauf der Kanditat:&#10;»Ach dessen fiel mir in die Feder&#10;Kein Wort von keinerlei Katheder.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Morgenroth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-morgenroth/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-morgenroth/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngst stand ich früh am Fenster.&#10;Vorüber trugen schwarze Männer ernst&#10;Im Morgenzwielicht einen off’nen Sarg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da flammt’ empor das Frühroth.&#10;Der Leiche Antlitz glomm nun rosigroth,&#10;Als sei nach kurzer Wand’rung rückgekehrt&#10;Das Leben ins vorschnell verlass’ne Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kalt strich des Frühroths Odem.&#10;Da hüllten sich, vor Kälte leichenblaß,&#10;Die Männer in die schwarzen Mäntel tief,&#10;Als wickle sie der Tod ins Leichentuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wundervolles Frühroth!&#10;Dem Tode hauchst du Gluth ins welke Antlitz,&#10;Dem Leben hauchst du Eis in glüh’nde Pulse!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das nächtliche Geheimniss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-naechtliche-geheimniss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-naechtliche-geheimniss/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern Nachts, als Alles schlief,&#10;Kaum der Wind mit ungewissen&#10;Seufzern durch die Gassen lief,&#10;Gab mir Ruhe nicht das Kissen,&#10;Noch der Mohn, noch, was sonst tief&#10;Schlafen macht - ein gut Gewissen.&#10;Endlich schlug ich mir den Schlaf&#10;Aus dem Sinn und lief zum Strande.&#10;Mondhell war’s und mild - ich traf&#10;Mann und Kahn auf warmem Sande,&#10;Schläfrig beide, Hirt und Schaf: -&#10;Schläfrig stiess der Kahn vom Lande.&#10;Eine Stunde, leicht auch zwei,&#10;Oder war’s ein Jahr? - da sanken&#10;Plötzlich mir Sinn und Gedanken&#10;In ein ew’ges Einerlei,&#10;Und ein Abgrund ohne Schranken&#10;That sich auf: - da war’s vorbei! -&#10;Morgen kam: auf schwarzen Tiefen&#10;Steht ein Kahn und ruht und ruht - -&#10;Was geschah? so riefs, so riefen&#10;Hundert bald - was gab es? Blut? -&#10;Nichts geschah! Wir schliefen, schliefen&#10;Alle - ach, so gut! so gut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Rosenband</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-rosenband/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-rosenband/</guid><description>&lt;p&gt;Im Frühlingsschatten fand ich sie;&#10;da band ich sie mit Rosenbändern:&#10;sie fühlt′ es nicht und schlummerte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah sie an; mein Leben hing&#10;mit diesem Blick an ihrem Leben;&#10;ich fühlt′ es wohl und wußt′ es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch lispelt′ ich ihr sprachlos zu&#10;und rauschte mit den Rosenbändern:&#10;da wachte sie vom Schlummer auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sah mich an; ihr Leben hing&#10;mit diesem Blick an meinem Leben,&#10;und um uns ward′s Elysium.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Scheiden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-scheiden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-scheiden/</guid><description>&lt;p&gt;Muss es einmal geschieden sein,&#10;Und ist das Scheiden Pflicht,&#10;So mehre deines Herzens Pein&#10;Durch langes Zögern nicht.&#10;O hätt′ ich selber dies bedacht,&#10;Als Morgens schon um vier&#10;Mein Liebchen, nach durchwachter Nacht,&#10;Anklopft′ an meine Tür.&#10;Fünf schlug es, und mit nassem Blick′&#10;Ließ sie mich endlich gehn,&#10;Doch schluchzend rief sie mich zurück,&#10;Noch Einmal mich zu sehn.&#10;Hoch ging mein Busen, wie die See,&#10;Mein bleicher Mund ward stumm,&#10;Mein Aug′ erlosch bei Liebchens Weh,&#10;Und dreimal kehrt′ ich um.&#10;Warum gab ich dem Ruf′ Gehör?&#10;Warum war ich so schwach?&#10;Der ersten Trennung folgt nunmehr&#10;Vielleicht die letzte nach.&#10;Scheid′ ohne Abschied, wer einmal&#10;Vom Liebchen scheiden muss.&#10;Sonst wird ihr letztes Wort zur Qual,&#10;Zum Dolch ihr Abschiedskuss.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Schilf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schilf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schilf/</guid><description>&lt;p&gt;»Stille, er schläft! stille, stille!&#10;Libelle, reg′ die Schwingen sacht,&#10;Daß nicht das Goldgewebe schrille,&#10;Und, Ufergrün, halt gute Wacht,&#10;Kein Kieselchen laß niederfallen.&#10;Er schläft auf seinem Wolkenflaum&#10;Und über ihn läßt säuselnd wallen&#10;Das Laubgewölb′ der alte Baum;&#10;Hoch oben, wo die Sonne glüht,&#10;Wieget der Vogel seine Flügel,&#10;Und wie ein schlüpfend Fischlein zieht&#10;Sein Schatten durch des Teiches Spiegel.&#10;Stille, stille! er hat sich geregt,&#10;Ein fallend Reis hat ihn bewegt,&#10;Das grad zum Nest der Hänfling trug:&#10;Su, Su! breit′, Ast, dein grünes Tuch —&#10;Su, Su! nun schläft er fest genug.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Singen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-singen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-singen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich singe, weil du es begehrst,&#10;Und singe gern, weil du es gerne hörst:&#10;Denn dir wünsch ich vor allen,&#10;Mein Thyrsis, zu gefallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Thyrsis, sprich! was soll ich dir&#10;Stets singen? wie? hast du denn sonst bey mir&#10;Nichts, gar nichts anzubringen?&#10;Kann ich nichts mehr, als singen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das taube Mütterlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-taube-muetterlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-taube-muetterlein/</guid><description>&lt;p&gt;Wer öffnet leise Schloß und Thür?&#10;Wer schleicht in´s Haus herein?&#10;Es ist der Sohn, der wiederkehrt&#10;Zum tauben Mütterlein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er tritt hinein! sie hört ihn nicht,&#10;Sie saß am Herd und spann;&#10;Da tritt er grüßend vor sie hin,&#10;Und spricht sie: Mutter, an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie er spricht, so blickt sie auf,&#10;Und - wundervoll Geschick -&#10;Sie ist nicht taub dem milden Wort,&#10;Sie hört ihn mit dem Blick!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das treue Paar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-treue-paar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-treue-paar/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Liebste waren so traurig&#10;Uud gingen viel allein,&#10;Sie sind zusammen ertrunken&#10;Zu Nacht im tiefen Rhein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man hat sie beide gefunden&#10;Weit unten im fremden Land,&#10;Sie hielten sich noch umschlungen&#10;Und Niemand hat sie erkannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Unglück lieben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unglueck-lieben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unglueck-lieben/</guid><description>&lt;p&gt;Das Unglück lieben - o das heißt,&#10;Durch Dorngestrüppe, das uns blutig,&#10;Das uns das Kleid vom Leibe reißt,&#10;Im Dunkel gehn, am Abgrund mutig;&#10;Es heißt nicht gehn im Sonnenschein,&#10;Jedoch auch leiden nicht allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Unglück lieben heißt, zugleich&#10;Verachtung, Spott und ohne Klagen,&#10;Gefaßt auf jeden Wetterstreich,&#10;Der Erde Doppellast ertragen,&#10;Dem süßen vorziehn bittern Trank&#10;Und ernten, ach, nur kargen Dank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Unglück lieben heißt, ein Kind&#10;Mit heim von öder Straße nehmen,&#10;Beschützen vor dem rauhen Wind,&#10;Heißt, harten Sinn und Stolz beschämen,&#10;Selbst nicht vor Trotz und Widerstand&#10;Zurückziehn seine Retterhand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vaterland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vaterland/</guid><description>&lt;p&gt;Wir schwebten mit vollen Segeln&#10;Durch grüne Meeresfluth,&#10;Ein buntes Wandervölklein,&#10;Mit leichtem frohem Muth!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Völklein, wie es heute&#10;Der Wind zusammensät,&#10;Und wie er’s morgen wieder&#10;Flink auseinander weht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da war ein Mann aus Frankreich,&#10;Vom grünen Rhonestrand;&#10;Goldsaaten, Rebenhügel&#10;Nannt’ er sein Vaterland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Andrer pries als Heimat&#10;Des Nordens Felsenwall,&#10;Die Gletscher Skandinaviens,&#10;Die Seen von Kristall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort wo als ew’ger Leuchtthurm&#10;Vesuv, der hohe, glüht,&#10;Stand eines Dritten Wiege,&#10;Von Lorbern überblüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das versunkene Kloster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-versunkene-kloster/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-versunkene-kloster/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kloster ist versunken&#10;Tief in den wilden See,&#10;Die Nonnen sind ertrunken&#10;Zusamt dem Pater, weh!&#10;Der Nixen muntre Scharen,&#10;Sie schwimmen stracks herbei,&#10;Nun einmal zu erfahren,&#10;Was in den Mauern sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das plätschert und das rauschet&#10;In Kreuzgang und Dorment!&#10;Am Lokutorium lauschet&#10;Der schäkernde Konvent;&#10;Man hört Gesang im Chore&#10;Und lustig Orgelspiel;&#10;Das Glöcklein ruft zur Hore,&#10;Wann′s ihnen just gefiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei heitrem Vollmondglanze&#10;Lockt sie der grüne Strand&#10;Zu einem Ringeltanze&#10;In geistlichem Gewand;&#10;Die weißen Schleier flattern,&#10;Die schwarzen Stolen wehn,&#10;Die Kerzenflämmchen knattern,&#10;Wie sie im Sprung sich drehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Zeitgedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zeitgedicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zeitgedicht/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr meiner zeit genossen kanntet schon&#10;Bemaasset schon und schaltet mich - ihr fehltet.&#10;Als ihr in lärm und wüster gier des lebens&#10;Mit plumpem tritt und rohem finger ranntet:&#10;Da galt ich für den salbentrunknen prinzen&#10;Der sanft geschaukelt seine takte zählte&#10;In schlanker anmut oder kühler würde -&#10;In blasser erdenferner festlichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von einer ganzen jugend rauhen werken&#10;Ihr rietet nichts von quälen durch den stürm&#10;Nach höchstem first- von fährlich blutigen träumen.&#10;′Im bund noch diesen freund!′ und nicht nur lechzend&#10;Nach tat war der empörer eingedrungen&#10;Mit dolch und fackel in des feindes haus&amp;hellip;&#10;Ihr kundige las′t kein schauern - las′t kein lächeln -&#10;Wart blind für was in dünnem schleier schlief.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Daß er habe unbillig getan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dass-er-habe-unbillig-getan/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dass-er-habe-unbillig-getan/</guid><description>&lt;p&gt;vorgesetzt, sie in zweien Tagen nicht zu besuchen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich dachte, laß doch sehn, was denn die Liebe kan,&#10;wiewol sie sich noch nie mir recht hat kund getan!&#10;Dictyuna soll ihr Häupt zu zweien Malen zeigen,&#10;und zweimal soll von Ost Apollo wieder steigen,&#10;eh′ sie mich soll ersehn. Cupido war nicht weit.&#10;Was aber, sprach er, ist denn diß vor ein Bescheid?&#10;Mit diesem truckt er los. Ach Lieb, ich bin getroffen!&#10;Diß hier, diß war der Pfeil. Die Wunde steht weit offen.&#10;Giebst du mir einen Kuß, so hat es keine Not,&#10;siehst du mich sauer an, so bin ich plötzlich tot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dasselbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dasselbe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dasselbe/</guid><description>&lt;p&gt;Oft wenn im wunderbaren Schimmer&#10;Des Schlosses Trümmer vor mir stehn,&#10;Im Sonnenschein, glaub′ ich noch immer&#10;In seiner Jugend es zu sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit seinen Mauern, seinen Zinnen&#10;Fern leuchtend in das freie Thal,&#10;Der Helden starke Kraft darinnen&#10;Sich labend bei dem Rittermahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann klingt′s um mich wie ferne Stimmen,&#10;Ich fühl′ ein geisterhaftes Wehn,&#10;Fort treibt es mich, hinan zu klimmen&#10;Einsam auf jene Felsenhöh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch oben alles ganz zerfallen,&#10;Der Epheu schlingt sich um den Stein,&#10;Und in den offnen Fürstenhallen&#10;Spielt Waldesgrün mit Sonnenschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>De profundis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/de-profundis-3093/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/de-profundis-3093/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Stoppelfeld, in das ein schwarzer Regen fällt.&#10;Es ist ein brauner Baum, der einsam dasteht.&#10;Es ist ein Zischelwind, der leere Hütten umkreist -&#10;Wie traurig dieser Abend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Weiler vorbei&#10;Sammelt die sanfte Waise noch spärliche Ähren ein.&#10;Ihre Augen weiden rund und goldig in der Dämmerung&#10;Und ihr Schoß harrt des himmlischen Bräutigams.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei ihrer Heimkehr&#10;Fanden die Hirten den süßen Leib&#10;Verwest im Dornenbusch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Mund...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-mund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-mund/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Mund, vollathmend heiß an meinem Munde -&#10;Dein Herz mit hohem Schlag an meins gepreßt,&#10;Wie weihst du jede flüchtige Sekunde&#10;Des Tages mir zum Liebesfest!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dann die heil′gen, wonnemüden Nächte,&#10;Das Schwelgen Arm in Arm und Brust an Brust!&#10;Mißgönnen nicht dem sterblichen Geschlechte&#10;Die Götter solche Himmelslust?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, denk′ ich Alles, was du mir gegeben&#10;Und noch mir giebst, so fürcht′ ich ihren Neid;&#10;Leicht zuckt ihr Blitzstrahl nieder auf ein Leben,&#10;Das allzu voll von Seligkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deine weißen Lilienfinger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deine-weissen-lilienfinger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deine-weissen-lilienfinger/</guid><description>&lt;p&gt;Deine weißen Lilienfinger,&#10;Könnt ich sie noch einmal küssen,&#10;Und sie drücken an mein Herz,&#10;Und vergehn in stillem Weinen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine klaren Veilchenaugen&#10;Schweben vor mir Tag und Nacht,&#10;Und mich quält es: was bedeuten&#10;Diese süßen, blauen Rätsel?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem 31. Oktober 1817</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-31-oktober-1817/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-31-oktober-1817/</guid><description>&lt;p&gt;Dreihundert Jahre hat sich schon&#10;Der Protestant erwiesen,&#10;Daß ihn von Pabst- und Türkenthron&#10;Befehle baß verdrießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was auch der Pfaffe sinnt und schleicht,&#10;Der Prediger steht zur Wache,&#10;Und daß der Erbfeind nichts erreicht,&#10;Ist aller Deutschen Sache.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch ich soll gottgegebene Kraft&#10;Nicht ungenützt verlieren,&#10;Und will in Kunst und Wissenschaft&#10;Wie immer protestieren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem Erbprinzen von Weimar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-erbprinzen-von-weimar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-erbprinzen-von-weimar/</guid><description>&lt;p&gt;So bringet denn die letzte volle Schale&#10;Dem lieben Wandrer dar,&#10;Der Abschied nimmt von diesem stillen Tale,&#10;Das seine Wiege war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er reißt sich aus den väterlichen Hallen,&#10;Aus leiben Armen los,&#10;Nach jener stolzen Bürgerstadt zu wallen,&#10;Vom Raub der Länder groß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zwietracht flieht, die Donnerstürme schweigen,&#10;Gefesselt ist der Krieg,&#10;Und in den Krater darf man niedersteigen,&#10;Aus dem die Lava stieg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich führe durch das wild bewegte Leben&#10;Ein gnädiges Geschick,&#10;Ein reines Herz hat dir Natur gegeben,&#10;O bring′ es rein zurück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Originalen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-originalen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-originalen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Quidam sagt: &amp;ldquo;Ich bin von keiner Schule!&#10;Kein Meister lebt, mit dem ich buhle;&#10;Auch bin ich weit davon entfernt,&#10;Dass ich von Toten was gelernt.&amp;rdquo;&#10;Das heißt, wenn ich ihn recht verstand:&#10;&amp;ldquo;Ich bin ein Narr auf eigne Hand.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Toten der Revolution</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-toten-der-revolution/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-toten-der-revolution/</guid><description>&lt;p&gt;Todgeweihte Leiber,&#10;Trotzig gestemmt&#10;Wider den Bund&#10;Der rohen Bedränger,&#10;Löschte euch Schicksal&#10;Mit dunkler Gebärde.&#10;Wer die Pfade bereitet,&#10;Stirbt an der Schwelle,&#10;Doch es neigt sich vor ihm&#10;In Ehrfurcht der Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Denkst du dieses alte Spiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/denkst-du-dieses-alte-spiel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/denkst-du-dieses-alte-spiel/</guid><description>&lt;p&gt;Denkst du dieses alte Spiel&#10;Immer wieder aufzuführen?&#10;Willst du denn mein Mitgefühl&#10;Stets durch Tränen ausprobieren?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder möchtest du vielleicht&#10;Mir des Tanzes Lust versalzen?&#10;Früher hast du&amp;rsquo;s oft erreicht;&#10;Heute werd ich weiter walzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abgrund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abgrund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abgrund/</guid><description>&lt;p&gt;Pascal sah, wo er ging, des Abgrunds Spalt.&#10;Abgrund ist alles uns, Tat, Traum, Verlangen;&#10;Wie oft hob sich mein Haar in starrem Bangen,&#10;Durchschauerte mich Grauen eisig kalt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Höh′n und Tiefen, wo kein Ton mehr hallt,&#10;In Ländern, furchtbar und doch voller Prangen,&#10;Ist Gottes Hand durch meinen Schlaf gegangen,&#10;Ein Schreckbild malend, grausam, vielgestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fürchte mich vorm Schlaf, dein schwarzen Tor,&#10;Das Unheil birgt, wenn man den Weg verlor:&#10;Die Ewigkeit blickt starr durch alle Scheiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Adler, die Sau und die Katze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-adler-die-sau-und-die-katze/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-adler-die-sau-und-die-katze/</guid><description>&lt;p&gt;Tyrannin! die du jung und alt&#10;Mit unumschränkter Macht regierest!&#10;Dich mit der weiblichen Gestalt&#10;Der meisten Mode-Laster zierest,&#10;Und bald des Stolzes, bald der List,&#10;Auch oft der Einfalt Zuflucht bist,&#10;Verleumdung! deren Mund die Wahrheit selbst betäubet,&#10;Der Mund, den Zucht und Unschuld scheut;&#10;Dir sei zum ersten Mal ein Blatt von mir geweiht,&#10;Das jetzt ein Meisterstück, das du vollführt, beschreibet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hatt′ auf einem hohen Baum&#10;Der Vögel Königin den Obersitz genommen,&#10;Die Katze wählte sich der Eiche mittlern Raum.&#10;Den untersten hatt′ eine Sau bekommen.&#10;Die hielten gute Nachbarschaft;&#10;Durch Argwohn war noch nie die Eintracht unterbrochen;&#10;Doch endlich trennte sie der Bosheit Höllenkraft,&#10;Die Katze kam zum Adler hingekrochen,&#10;Und sprach: Hört! unsrer Kinder Tod,&#10;Wo nicht der unsere, (doch, das zu unterscheiden,&#10;Fällt Mutterherzen schwer) scheint gar nicht zu vermeiden.&#10;Ein guter Freund warnt in der Noth.&#10;Seht, ach! ich bitte, seht! wie wühlt die wilde Sau!&#10;Sie gräbt, und will den Baum ganz aus der Wurzel heben.&#10;Trau′, schaue wem; wie muß ich arme Frau&#10;An unsern Kindern das erleben!&#10;Ihr kennt nicht die Gefahr; mir aber, mir ist bange!&#10;Sobald die Eiche fällt, die schon beschädigt ist,&#10;So seh′ ich′s, wie die Sau die lieben Kätzchen frißt,&#10;Die ich verlass′nes Weib noch voller Furcht umfange.&#10;Ich bin den Lügen gram; ich suche keinen Zwist;&#10;Nein, ehrlich, ehrlich währet lange.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Aesthetische</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-aesthetische/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-aesthetische/</guid><description>&lt;p&gt;Bandwurmstrophen, göttliche Terzinen&#10;Oder auch geharn-ischte Sonette,&#10;Lass′ ich los, das eigne Versmas preisend,&#10;Aus Petrarka, Dante, Göthe weisend,&#10;Platen jedenfalls in Wunderglätte,&#10;Meisterbrief ausstellend Allen ihnen,&#10;Deutsches hold mit Wälschestem verschweißend,&#10;Zählend kunstverwandte Musenstädte,&#10;Gold vermählend dem Ultramarinen,&#10;Plaudernd über Tizian′s Palette,&#10;Etwas überflüssig um mich beißend,&#10;Als ob man mich angetastet hätte -&#10;Werd′ ich schließlich stumm,&#10;Steh′ vor hohem Publikum&#10;Da mit stolzen Bettlermienen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Alte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte/</guid><description>&lt;p&gt;Der weisheitvolle Greis, der gegenwärtge Zeiten&#10;Hofmeisterlich belehrt, der Freund der Schwierigkeiten,&#10;Ist hämisch, mißvergnügt, der Erben Trost und Last,&#10;Und hoffet, scherzt und liebt so frostig, als er haßt:&#10;Nichts rührt sein schlaffes Herz, als kluge Münzgesetze,&#10;Des Reichthums Majestät, die Heiligkeit der Schätze,&#10;Die er mit List, mit Furcht, die ihn zum Sklaven macht,&#10;Erwuchert, sammlet, zählt, umarmt, versteckt, bewacht,&#10;Verehrt, verschont, beseufzt. Scharf, und wie Schiffer pflegen,&#10;Sieht er nach Luft und Wind, und wittert Sturm und Regen,&#10;Scheut so den kürzesten, als längsten Tag im Jahr,&#10;Den Frühling, wie den Herbst, lebt mäßig wie Cornar,&#10;Auch eh′ ihm noch der Arzt die Hungercur empfiehlet:&#10;Bis ihn des Todes Geiz dem schönen Gelde stiehlet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte Todtengräber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-todtengraeber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-todtengraeber/</guid><description>&lt;p&gt;Er grub ein Grab mit müder Hand,&#10;Fast wollte die Kraft versagen.&#10;Für wen? Das war ihm unbekannt&#10;Er pflegte nicht mehr zu fragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er murrte nicht, es sei zu schwer,&#10;Er summte gemach und leise –&#10;Das helle Singen gieng nicht mehr –&#10;Eine alte Liederweise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Lied von Liebeslust und Leid,&#10;Es hatt&amp;rsquo; ihn stets erfreuet,&#10;Denn seiner Jugend Munterkeit,&#10;Sie hat ihn nie gereuet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald wird die Arbeit fertig sein –&#10;Da sind ihm die Sinne geschwunden,&#10;Er sinkt und fällt in das Grab hinein,&#10;Da hat man ihn todt gefunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der arme Sänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-arme-saenger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-arme-saenger/</guid><description>&lt;p&gt;»Was läuft das Volk zusammen?« Ein Schifflein stößt vom Strand:&#10;Inmitten steht der König, rothgolden sein Gewand,&#10;Auf seinem Haupt die Krone wirft lichten Schein umher,&#10;Als leuchtete die Sonne hellglänzend in das Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Wer steht selb Ihm der Zweite?« Das ist ein Sänger arm;&#10;Hat nichts als seine Cither und als sein Herze warm.&#10;Sein süßes Lieb beim Scheiden ihm einen Schleier gab,&#10;Der kommt wohl nie im Leben von seiner Brust herab!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bauer und die Schlange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bauer-und-die-schlange/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bauer-und-die-schlange/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Ackersmann fand eine Schlange,&#10;Die fast erstarrt vor Kälte war.&#10;Sein Arm entriß sie der Gefahr,&#10;Und ihrem nahen Untergange.&#10;Er nahm sie mit sich in sein Haus,&#10;Und sucht′ ihr einen Winkel aus,&#10;Wo noch ein Rest von Reisern glühte.&#10;Doch als ihr Frost und Noth entwich,&#10;Erholte, regt′, und hub sie sich,&#10;Und lohnte dem mit Biß und Stich,&#10;Den ihre Rettung so bemühte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Betrogne Huld und Zärtlichkeit,&#10;Die Frevlern blindlings Hilfe beut!&#10;Hier folgt der Schade stets der Güte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bauer, als er aus der Kirche kam</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bauer-als-er-aus-der-kirche-kam/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bauer-als-er-aus-der-kirche-kam/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wie erwähltet Ihr heut, Herr Pfarr, so erbauliche Lieder!&#10;Grade die Nummern, seht her, die ich ins Lotto gesetzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der bescheidne Schäfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bescheidne-schaefer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bescheidne-schaefer/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Schäfer, ach! der ist bescheiden!&#10;Er liebt mich, zärtlich liebt er mich!&#10;Der Innbegriff von seinen Freuden,&#10;Sagt er mir öfters, sey nur ich:&#10;Doch bleibt er allezeit bescheiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jüngst ließ die Mutter uns alleine;&#10;Was denkst du, ist alsdenn geschehn?&#10;Da stand er starr, gleich einem Steine,&#10;Guckt in den Hut, und wolte gehn,&#10;Und ach! wir waren ganz alleine!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bettler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bettler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bettler/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;En alte Maa, en arme Maa,&#10;er spricht Ich um e Wohltat a.&#10;E Stückli Brot ab Euem Tisch,&#10;wenn’s Eue guete Willen isch !&#10;He jo, dur Gotts Wille !&#10;In Sturm un Wetter, arm un bloß,&#10;gibore bin i uf der Strooß,&#10;un uf der Strooß in Sturm un Wind&#10;erzogen, arm, e Bettelchind.&#10;Druf wo n i chräftig worde bi,&#10;un d’Eltere sinn gstorbe gsi,&#10;se han i denkt: Saldatetod&#10;isch besser weder Bettelbrot.&#10;I ha in schwarzer Wetternacht&#10;vor Laudons Zelt un Fahne gwacht;&#10;i bi bym Paschal Paoli&#10;in Korsika Draguner gsi,&#10;un gfochte han i wie ne Maa&#10;un Bluet an Gurt un Säbel gha.&#10;I bi vor mengger Batterii,&#10;i bi in zwenzig Schlachte gsi&#10;un ha mit Treu un Tapferkait&#10;dur Schwert un Chugle’s Lebe trait.&#10;Zletscht henn si mi mit lahmem Arm&#10;ins Elend gschickt. Daß Gott erbarm!&#10;He jo, dur Gotts Wille ! &amp;quot;&#10;&amp;ldquo;Chumm, arme Maa !&#10;I gunn der’s, wie n i’s selber ha.&#10;Un helf der Gott uus dyner Not&#10;un tröst di, bis es besser goht.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Vergelt’s der Gott un dank der Gott,&#10;du zarten Engel, wyß un rot;&#10;un geb der Gott e brave Maa! -&#10;Was luegsch mi so biwegli a?&#10;Hesch öbben au ne Schatz im Zelt,&#10;mit Schwert un Roß im wyte Feld?&#10;Biwahr di Gott vor Weh un Laid&#10;un geb dym Schatz e sicher Glait&#10;un bring der ball e gsunde Maa!&#10;&lt;code&gt;s geht zimli scharf vor Mantua. &lt;/code&gt;s cha sii, i chönnt der Meldig gee. -&#10;Was luegsch mi a un wirsch wie Schnee&#10;un saisch nit: Henk dy Bettelgwand,&#10;dy falsche graue Bart an d’Wand?&#10;Jetz bschau mi recht, un chennsch mi no?&#10;Geb Gott, i seig Gottwilche do !&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Heer Jesis, der Fridli, my Fridli isch do!&#10;Gottwilche, Gottwilche, wohl chenn i di no !&#10;Wohl het mi biglaitet dy lieblichi Gstalt&#10;uf duftige Matten, im schattige Wald.&#10;Wohl het di biglaitet my bchümmeret Herz&#10;dur Schwerter un Chugle mit Hoffnig un Schmerz&#10;un briegget un bettet. Gott het mer willfahrt&#10;un het mer my Fridli un het mer en gspart.&#10;Wie chlopft’s mer im Buese, wie bin i so froh!&#10;O Muetter, chumm waidli, my Fridli isch do!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der blaue Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blaue-abend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blaue-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Es wettert Lichtkomplex vom Himmel auf die Straßen,&#10;Aus Fensterfronten wandeln hoch die blauen Huren.&#10;Oh holde Stunde sanfter Mädchennasen,&#10;Oh Unisono und Zusammenklang der Turm- und Taschenuhren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond steigt in die Rundung metaphysisch höher,&#10;Ein Pferd macht müde sich′s bequem in einem Vogelneste.&#10;Verzückt entschwebt dem Volk ein violetter Seher,&#10;Und schwarzer Violinklang tönt aus dem Asbeste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glasbläserei und Kuppel weißer Bögen,&#10;Wölbt hoch euch aus dem Lichtkreis dieser Stadt!&#10;Es ist, als ob aus Finsternis viel Tränen zögen&#10;Und kranken Gottes Haupt erglänzet matt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blume Rache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blume-rache/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blume-rache/</guid><description>&lt;p&gt;Auf des Lagers weichem Kissen&#10;Ruht die Jungfrau, schlafbefangen,&#10;Tiefgesenkt die braune Wimper,&#10;Purpur auf den heißen Wangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schimmernd auf dem Binsenstuhle&#10;Steht der Kelch, der reichgeschmückte,&#10;Und im Kelche prangen Blumen,&#10;Duft&amp;rsquo;ge, bunte, frischgepflückte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brütend hat sich dumpfe Schwüle,&#10;Durch das Kämmerlein ergossen,&#10;Denn der Sommer scheucht die Kühle,&#10;Und die Fenster sind verschlossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stille rings und tiefes Schweigen!&#10;Plötzlich, horch! Ein leises Flüstern!&#10;In den Blumen, in den Zweigen&#10;Lispelt es und rauscht es lüstern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Botenlauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-botenlauf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-botenlauf/</guid><description>&lt;p&gt;Blicke gen Himmel gewandt, gebreitete flehende Arme!&#10;Murmeln und schallender Ruf kniender Mädchen und Fraun&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Götter, beflügelt den Boten! Entscheidung lieber als Bangnis!&#10;Seit sich die Sonne erhob, ringen die Stadt und Tarquin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehe, die Sonne versinkt! Mitkämpfer, Kastor und Pollux,&#10;Denkt der verlassenen Fraun, sendet den Boten geschwind!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch! Achthufig Geklirr bergan. Zwei befreundete Reiter!&#10;Schon am heiligen Quell spülen die Waffen sie rein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann, zwei gewaltige Jünglinge, stehn auf der ragenden Burg sie,&#10;Gegen die schauernden Fraun hat sich der eine gekehrt:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Canarienvogel und der Häher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-canarienvogel-und-der-haeher/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-canarienvogel-und-der-haeher/</guid><description>&lt;p&gt;Durch Fragen wird man klug. Man kömmt damit nach Rom.&#10;Ein wahres Sprüchwort sagt′s, und selbst am Tiberstrom.&#10;Allein wir müssen nicht mit Fragen die beehren,&#10;Die selbst nicht fähig sind, was Gründliches zu lehren.&#10;Kein Blinder zeigt den Weg. Ein Flaccus, ein Virgil&#10;Zieht nicht den Bav zu Rath. Sie fragen den Quintil,&#10;Den ganz gelehrten Freund. Warum? Ein halber Kenner&#10;Verdient, zum höchsten, nur das Mitleid kluger Männer,&#10;Wenn er von Meisterschaft, voll Hochmuth, Neid und Zwist,&#10;An Witz ein Polyphem, an Wahn ein Argus ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Daxelhofen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-daxelhofen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-daxelhofen/</guid><description>&lt;p&gt;Den Hauptmann Daxelhofen&#10;Bestaunten in der Stadt Paris&#10;Die Kinder und die Zofen&#10;Um seines blonden Bartes Vliess -&#10;Prinz Condé zog zu Felde,&#10;Der Hauptmann Daxelhofen auch,&#10;Da fuhr am Bord der Schelde&#10;Der Blitz und quoll der Pulverrauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lilienbanner hoben&#10;Sich sachte weg aus Niederland&#10;Und schoben sich und schoben&#10;Tout doucement zum Rheinesstrand.&#10;&amp;ldquo;Herr Prinz, welch köstlich Düften!&#10;So duftet nur am Rhein der Wein!&#10;Und dort der Turm in Lüften,&#10;Herr Prinz, das ist doch Mainz am Rhein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Dorfdadaist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dorfdadaist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dorfdadaist/</guid><description>&lt;p&gt;In Schnabelschuhen und im Schnürkorsett&#10;Hat er den Winter überstanden,&#10;Als Schlangenmensch im Teufelskabinett&#10;Gastierte er bei Vorstadtdilletanten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun sich der Frühling wieder eingestellt&#10;Und Frau Natura kräftig promenierte,&#10;Hat ihn die Lappen- und Atrappenwelt&#10;Verdrossen erst und schließlich degoutieret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hat sich eine Laute aufgezimmert&#10;Aus Kistenholz und langen Schneckenschrauben,&#10;Die Saiten rasseln und die Stimme wimmert,&#10;Doch läßt er sich die Illusion nicht rauben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er brüllt und johlt, als hinge er am Spieße.&#10;Er schwenkt juchelend seinen Brautzylinder.&#10;Als Schellenkönig tanzt er auf der Wiese&#10;Zum Purzelbaum der Narren und der Kinder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Duft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-duft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-duft/</guid><description>&lt;p&gt;Hast du, mein Leser, je nach Schwelgerart&#10;Inbrünstiglich und langsam eingesogen&#10;Den Weihrauchduft im dunkeln Kirchenbogen,&#10;Den Moschushauch, den treu ein Kissen wahrt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O zaubrisch tiefer Reiz, in dessen Wogen&#10;Vergangenheit und Gegenwart sich paart,&#10;Wie wenn der Freund Erinnrungsblüten zart&#10;Um der Geliebten schlanken Leib gezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ihrem schweren Haar, das knisternd flammt,&#10;Schwellendes Kissen mir und Weihrauchschale,&#10;Entströmt der wilde Hauch, der brünstig fahle,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus ihrer Kleider Musselin und Samt,&#10;Durchtränkt von ihrer Jugend, Düfte steigen,&#10;Wie sie dem Fell der jungen Tiere eigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eich-Baum...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eich-baum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eich-baum/</guid><description>&lt;p&gt;Der geist der poesie hat manches schon erdacht/&#10;Wenn sie der todten grab mit farben angestrichen/&#10;Und bald aus ihrem thun granaten-frucht gemacht/&#10;Bald wieder ihren ruhm mit lorbeern hat verglichen;&#10;Heut aber fängt mein trieb was ungemeines an/&#10;Indem ich einen mann/ der voller kern gewesen/&#10;Der uns mehr nutz und frucht als palmen lassen lesen/&#10;Und wie ein balsam-baum sich allen auffgethan/&#10;Den edlen Gutsmuth nur mit einer blossen eichen/&#10;Nach seinem tode will in dieser schrifft vergleichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eierkuchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eierkuchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eierkuchen/</guid><description>&lt;p&gt;Am heiligen Karfreitag&#10;Grub ich ein Kräutlein fruh:&#10;In einem Eierkuchen&#10;schickt&amp;rsquo; ich&amp;rsquo;s dem Liebsten zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wird ihm gar nichts schaden,&#10;Ihr blonden Schwestern, wißt!&#10;Er ißt es mit dem Fladen,&#10;Und meiner nie vergißt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Entschluß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-entschluss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-entschluss/</guid><description>&lt;p&gt;Ja ja, der Trauben Gott allein&#10;Will ich die besten Stunden weihn:&#10;Ich fühlte gnug der Liebe Plagen,&#10;Kommt Brüder, helft mir sie verjagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sang ich; Brüder sangen drein:&#10;»Was ist die Liebe gegen Wein?&#10;Ein Auge gegen eine Rebe.&#10;Es sterbe Venus! Bacchus lebe!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So recht! fieng jeder an zu schreyn!&#10;Trotzt alle - - Chloe trat herein.&#10;Ich schwieg: mir bebten alle Glieder,&#10;Und schamvoll beugten sich die Brüder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Erste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste/</guid><description>&lt;p&gt;Dich möcht&amp;rsquo; ich kennen, stolzer Göttersohn,&#10;Der du zuerst im ungeheuern Schmerz&#10;Dem ew&amp;rsquo;gen Fluch, der blassen Furcht zum Hohn,&#10;Den Stahl gezücket auf das eigne Herz,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der du zuerst geboren und erfaßt&#10;Den Wuthgedanken, den kein Mensch noch trug,&#10;Von dir zu schleudern dieses Lebens Last,&#10;Den Blitz, der noch in keine Seele schlug,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den grellen Schrei, der durch die Himmel schallt,&#10;Den Bruch mit Allem, was das Herz erfreut,&#10;Den Sturz, den jede lebende Gewalt,&#10;Den Erd&amp;rsquo; und Höll&amp;rsquo; und Himmel uns verbeut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der erste Minnesänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-minnesaenger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-minnesaenger/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Blanka, Blanka von Kastilien,&#10;Herrscherin ob Frankreichs Lilien,&#10;Rein wie sie und kalt wie Schnee!&#10;Streng und ernst siehst du mein Minnen,&#10;Keinen Blick selbst kann gewinnen&#10;Meiner Liebe tiefes Weh!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Thibaut von Navarras Klagen&#10;Sinds, die so allnächtlich tragen&#10;Stille Lüfte durch die Au.&#10;All sein Sinnen, all sein Streben&#10;Hat er ihr dahin gegeben,&#10;Dieser königlichen Frau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber wie der Mond die Bahnen&#10;Ziehet, ohne nur zu ahnen&#10;Erdenleid, so geht sie her;&#10;Lebt in Ludwig ganz, dem Sohne;&#10;Den einst schmückt des Heilgen Krone -&#10;Und sein Lieben wird stets mehr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der erste Ostertag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-ostertag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-ostertag/</guid><description>&lt;p&gt;Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,&#10;Es macht ein jeder ein traurig Gesicht.&#10;Sie jammern und weinen:&#10;Die Sonn′ will nicht scheinen!&#10;Bei so vielem Regen&#10;Wie kann man da legen&#10;Den Kindern das Ei?&#10;O weih, o weih!&#10;Da sagte der König:&#10;So schweigt doch ein wenig!&#10;Lasst weinen und Sorgen&#10;Wir legen sie morgen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Faule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-faule/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-faule/</guid><description>&lt;p&gt;Rennt dem scheuen Glücke nach!&#10;Freunde, rennt euch alt und schwach!&#10;Ich nehm teil an eurer Müh:&#10;Die Natur gebietet sie.&#10;Ich, damit ich auch was tu -&#10;Seh euch in dem Lehnstuhl zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fischer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fischer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fischer/</guid><description>&lt;p&gt;Das Wasser rauscht&amp;rsquo;, das Wasser schwoll,&#10;Ein Fischer saß daran,&#10;Sah nach dem Angel ruhevoll,&#10;Kühl bis ans Herz hinan.&#10;Und wie er sitzt und wie er lauscht,&#10;Teilt sich die Flut empor;&#10;Aus dem bewegten Wasser rauscht&#10;Ein feuchtes Weib hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:&#10;&amp;ldquo;Was lockst du meine Brut&#10;Mit Menschenwitz und Menschenlist&#10;Hinauf in Todesglut?&#10;Ach wüßtest du, wie&amp;rsquo;s Fischlein ist&#10;So wohlig auf dem Grund,&#10;Du stiegst herunter, wie du bist,&#10;Und würdest erst gesund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fischer und der Schatz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fischer-und-der-schatz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fischer-und-der-schatz/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Fischer, der mit seinen Netzen&#10;Brod und Zufriedenheit gewann,&#10;That einen schweren Zug. Voll Mitleid und Entsetzen&#10;Traf er im Sack des Garns jetzt einen Todten an.&#10;Der soll, sprach er, von mir den letzten Dienst erhalten.&#10;Vielleicht, daß in der Todesnacht&#10;Dieß seinen Schatten ruhig macht.&#10;Wie der um′s Leben kam, so kann ich selbst erkalten.&#10;Aus Sorgfalt trägt er ihn an einen sichern Platz,&#10;Den nicht die hohe Flut erreichte.&#10;Da grub er tief, und schwitzt′, und keichte,&#10;Und fand, im Schaufeln, einen Schatz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Flötenbläser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-floetenblaeser/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-floetenblaeser/</guid><description>&lt;p&gt;Drum sollt ihr tanzen, bis ihr Hilfe! schreit,&#10;ihr sollt in unersättlicher Begier&#10;euch überfressen noch an mir&#10;und meiner Flöte wilden Traurigkeit,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;die euch in aller Dinge Rätselstreit&#10;taumelnd mitreißt und eure Eselsohren schier&#10;verrückt und völlig trunken macht, bis ihr&#10;mich und mein Flötenlied ausspeit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und dasteht wie der Pöbel, dem der Rausch&#10;und Wein der Nacht verflog -&#10;ich nehm den Ruhm der Ewigkeit in Tausch,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wenn ich nur einmal eure Stumpfheit hoch&#10;gejagt und ihr euch zitternd eingesteht:&#10;er hat uns wie ein Sturmwind fortgeweht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Flüchtling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fluechtling/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fluechtling/</guid><description>&lt;p&gt;Da sich mein Leib in jener Gärten Zaubergrund verirrte,&#10;Wo blauer Schierling zwischen Stauden dunkler Tollkirschblüten stand,&#10;Was hilft es, daß ein später Tagesschein den Knäuel bunter Fieberträume mirentwirrte,&#10;Und durch das Frösteln grauer Morgendämmerungen sich mein Fuß den Ausweg fand?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von jener Nächte frevelvollen Seligkeiten&#10;Gärt noch mein Blut so wie mit fremdem Fiebersaft beschwert&#10;Und aus dem Schwall der Stunden, die wie hingejagte Wolken mir entgleiten,&#10;Bleibt tief mein Traum wie über blaue Heimatseen in sich selbst gekehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fluß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fluss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fluss/</guid><description>&lt;p&gt;In den abendgelben Fluß&#10;grub mein Ruder schwarze Trichter;&#10;ohne Won und ohne Kuß&#10;sahn wir auf die Wellenlichter,&#10;sahn wir eine dunkle Bucht&#10;still das kahle Ufer spiegeln,&#10;sahn der Berge starre Wucht&#10;seine wirbelvolle Flucht&#10;vor uns, hinter uns verriegeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wir dann um Mittemacht&#10;in der Stadt mit Flüsterlauten&#10;auf der hohen Brückenwacht&#10;standen und hinunterschauten,&#10;schienen uns die schwarzen Mauem&#10;in dem grauen Wasserschacht&#10;ihren Einsturz zu belauem.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frater Kellermeister</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frater-kellermeister/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frater-kellermeister/</guid><description>&lt;p&gt;Den Frater Kellermeister,&#10;Den schickt man an den Rhein,&#10;Es war ein lust′ger, feister,&#10;Ein Kenner war′s vom Wein.&#10;Fürs Kloster soll er kaufen&#10;Ein Faß vom besten Wein,&#10;Doch nur das Wassertaufen&#10;Das mög′ er lassen sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herr Abt, den müßt ihr loben!&#10;Denn in derselben Nacht&#10;Hat er, den Wein zu proben,&#10;Sich auf den Weg gemacht.&#10;&amp;ldquo;Wo sind′ ich nur den rechten&#10;Wohlauf, wohlab den Rhein,&#10;Den duftigsten, den echten,&#10;Wie Gold so klar und fein?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freund/</guid><description>&lt;p&gt;Mir ward ein Freund hienieden!&#10;Als mir mein bestes Tun mißglückt,&#10;Hat er mein Aug′ gemieden&#10;Zartfühlend und bedrückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als mein Glück gestiegen,&#10;Da war der Wackre wieder da,&#10;Und schwelgt′ in meinen Siegen&#10;Mit Klang und Gloria!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott lohn′ ihm seine Treue,&#10;Die, was mir nottut, stets versteht -&#10;Und wahr′ ihn vor der Reue,&#10;Wenn′s wieder schlechter geht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Freundin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freundin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freundin/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn deine Hand in meiner ruht,&#10;Mein Herz den Schlag des deinen fühlet,&#10;Denk′ ich nicht mehr der dunkeln Fluth,&#10;Die leis′ mein Leben unterwühlet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergessen ist, was ich erfuhr,&#10;Verfehltes Streben und Beginnen!&#10;Der Zweifel und der Wunden Spur&#10;Tilgt deines Auges Stral von hinnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Voll freud′gen Schwunges, kühn und mild,&#10;Stark im Vollbringen, rein im Wollen,&#10;Stehst du vor mir, ein leuchtend Bild&#10;Deß was ich hätte werden sollen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frosch und die beiden Enten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frosch-und-die-beiden-enten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frosch-und-die-beiden-enten/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh′ da, zwei Enten jung und schön,&#10;Die wollen an den Teich hingehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Teiche gehn sie munter&#10;Und tauchen die Köpfe unter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die eine in der Goschen&#10;Trägt einen grünen Froschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie denkt allein ihn zu verschlingen.&#10;Das soll ihr aber nicht gelingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Ente und der Enterich,&#10;Die ziehn den Frosch ganz fürchterlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ziehn ihn in die Quere,&#10;Das tut ihm weh gar sehre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Frosch kämpft tapfer wie ein Mann.&#10;Ob das ihm wohl was helfen kann?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling [4]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-4/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-4/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,&#10;Die Tage kommen blütenreich und milde,&#10;Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen&#10;Vom Himmel abwärts, wo die Tag′ entstehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten&#10;Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten,&#10;Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,&#10;So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling [9]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-9/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-9/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn aus der Tiefe kommt der Frühling in das Leben,&#10;Es wundert sich der Mensch, und neue Worte streben&#10;Aus Geistigkeit, die Freude kehret wieder&#10;Und festlich machen sich Gesang und Lieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Leben findet sich aus Harmonie der Zeiten,&#10;Dass immerdar den Sinn Natur und Geist geleiten,&#10;Und die Vollkommenheit ist Eines in dem Geiste,&#10;So findet vieles sich, und aus Natur das meiste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühlingsabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehlingsabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehlingsabend/</guid><description>&lt;p&gt;Kühlender Abend steige vom Hügel&#10;Lieblich verguldet vom sonnigen Strahl;&#10;Thaue von deinem purpurnen Flügel&#10;Tropfen aufs durstige Blümlein im Thal.&#10;Gluckt, Nachtigallen, zärtlich Lieder,&#10;Reget ihr Weste euer Gefieder;&#10;Schüttelt vom Baum&#10;Seidene Pflaum!&#10;Walle, o Duft! Vom Blüthenzweig nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier auf der Erde blumigem Schooße&#10;Ruh′ ich! es ruhet mein Mädchen bei mir.&#10;Meine Geliebte: Kennst du die große,&#10;Kennst du die fühlende Freundin von dir?&#10;Lieblicher Abend, lächle der Trauten!&#10;Lächle der Schlanken, Himmlischgebauten!&#10;Schöner war nicht&#10;Florens Gesicht,&#10;Als sie des Morgens Tropfen bethauten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühlingsregen am Genfersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehlingsregen-am-genfersee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehlingsregen-am-genfersee/</guid><description>&lt;p&gt;Düstrer Wolkenzug, o schwebe näher,&#10;Walle still am Jura dort hinab;&#10;Und der Landmann, treuer Wetterspäher,&#10;Jub′le: Segen träufelt uns herab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht des schönen Sees Bett verdunkelt,&#10;Wo die Möve dort ins Wasser streift;&#10;Des Saleve Scheitel heiß umfunkelt;&#10;Jenes Huhn, das unters Obdach läuft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Graue Schatten wandeln, schweben, tauchen&#10;Schnell das Thal in trübe Dämm′rung ein;&#10;Kräuterknospen öffnen sich, und hauchen&#10;Süßern Duft als Zeilons Spezerein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Regen rieselt freundlich und gelinde&#10;Jetzt auf Hügel, Acker, Wies′ und Feld;&#10;Und der Vögelchor im Frühlingswinde&#10;Tönt im Busch, vom Zitterglanz erhellt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fuchs ohne Schwanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-ohne-schwanz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-ohne-schwanz/</guid><description>&lt;p&gt;Reinike verwirrte sich&#10;In die ihm gelegten Stricke,&#10;Und, wiewol er selbst entwich,&#10;Ließ er doch den Schwanz zurücke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um nicht lächerlich zu sein,&#10;Predigt′ er den Füchsen ein,&#10;Auch den ihren abzulegen.&#10;Seine Hörer zu bewegen,&#10;Sprach er als ein Cicero:&#10;Erstlich will′s der Wohlstand so,&#10;Um sich zierlicher zu regen:&#10;Denn man trabt damit zu schwer,&#10;Und zu unbequem einher.&#10;Zweitens macht ein Schweif zu kenntlich.&#10;Drittens hält er in dem Lauf&#10;Oft den schnellsten Brandfuchs auf.&#10;Viertens riecht er vielen schändlich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Glückstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckstag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckstag/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war am Morgen&#10;so frohen Mutes,&#10;als müsst&amp;rsquo; begegnen&#10;mir etwas Gutes.&#10;Wohlan, es komme&#10;das Glück gegangen!&#10;Bereit hier sitz&amp;rsquo; ich,&#10;es zu empfangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam ein Brief,&#10;den die Post mir brachte,&#10;ich brach ihn auf, sah&#10;hinein und lachte.&#10;Logierbesuch will&#10;ins Haus mir kommen:&#10;Sei er mit Jubel&#10;denn aufgenommen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drauf kam ein Mann, um&#10;von mir zu borgen,&#10;obwohl ich selbst war&#10;bedrängt von Sorgen.&#10;Dass er auf mich sein&#10;Vertrauen setzte,&#10;rührt&amp;rsquo; mich, ich gab ihm&#10;sorglos das Letzte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gott des Morgens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gott-des-morgens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gott-des-morgens/</guid><description>&lt;p&gt;Die Vögel und Veigel sitzen auf Simsen und Dächern des Himmels&#10;Schlafend in goldenen Träumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Morgen erwacht und schreitet ans grünlichen Toren, von Schaum gebaut.&#10;An seine Brust anklammert sich ein verfrühtes Mövenpaar&#10;Mit klatschenden Schwingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schreitet dahin, der Gott. Sein Kleid ist ein enganliegend Geflecht&#10;Ans Kelchen tautriefender Rosen. Des Meeres Tosen hängt ihm vom Haupte&#10;Herab im Lockengewühl, im Lockengefäll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Korallentand und Schneckengehäuse sind sein klingelnder Kopfaufputz.&#10;Lachende Riffe sind seiner Zähne weißblinkende Reihen.&#10;Auf der Oboe ans Pappelholz lockt er die Sonne herauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Graue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graue/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graue/</guid><description>&lt;p&gt;Im Walde steht die kleine Burg,&#10;Aus rohem Quaderstein gefugt,&#10;Mit Schart′ und Fensterlein, wodurch&#10;Der Doppelhaken einst gelugt;&#10;Am Teiche rauscht des Rohres Speer,&#10;Die Brücke wiegt und knarrt im Sturm,&#10;Und in des Hofes Mitte, schwer,&#10;Plump wie ein Mörser, steht der Turm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da siehst du jetzt umhergestellt&#10;Manch feuerrotes Ziegeldach,&#10;Und wie der Stempel steigt und fällt,&#10;So pfeift die Dampfmaschine nach;&#10;Es knackt die Form, der Bogen schrillt,&#10;Es dunstet Scheidewassers Näh′,&#10;Und überm grauen Wappenschild&#10;Liest man: Moulin à papier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hengert</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hengert/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hengert/</guid><description>&lt;p&gt;Vater Lucas sprach beim Frühstück:&#10;&amp;ldquo;Heute, Herr, ist hier ein Hengert!&amp;rdquo;&#10;Und ich fragte: &amp;ldquo;Was ist Hengert?&amp;rdquo;&#10;Mich belehrte Vater Lucas:&#10;&amp;ldquo;Hengert, Herr, bedeutet Reigen,&#10;Ball und Sprung und Fussgezappel&#10;In der Sprache der Grisonen,&#10;Und Ihr möchtet böse schlummern,&#10;Sucht Ihr heut nicht stillre Ruhstatt!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Vater Lucas, keine Sorge!&#10;Hab ich erst mich müd gewandert,&#10;Schlief ich auch in einem Meersturm!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freudig nahm ich meinen Bergstock&#10;Stieg hinan die saftgen Weiden,&#10;Wo sich tummeln braune Fohlen,&#10;Durch bewegliches Gerölle&#10;Klomm ich auf zum selgen Gipfel,&#10;Den mit leichtem Kuss berühren&#10;Heimatlose Wanderwolken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Herbsttag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbsttag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbsttag/</guid><description>&lt;p&gt;Die Bäume stehn der Frucht entladen,&#10;Und gelbes Laub verweht ins Tal;&#10;Das Stoppelfeld in Schimmerfaden&#10;Erglänzt am niedern Mittagsstrahl.&#10;Es kreist der Vögel Schwarm, und ziehet;&#10;Das Vieh verlangt zum Stall, und fliehet&#10;Die magern Aun, vom Reife fahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O geh am sanften Scheidetage&#10;Des Jahrs zu guter Letzt hinaus;&#10;Und nenn ihn Sommertag und trage&#10;Den letzten schwer gefundnen Strauß.&#10;Bald steigt Gewölk, und schwarz dahinter&#10;Der Sturm, und sein Genoß, der Winter,&#10;Und hüllt in Flocken Feld und Haus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Herr der Insel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herr-der-insel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herr-der-insel/</guid><description>&lt;p&gt;Die fischer überliefern das im süden&#10;Auf einer insel reich an zimt und öl&#10;Und edlen steinen die im sande glitzern&#10;Ein Vogel war der wenn am boden fußend&#10;Mit seinem schnabel hoher stämme krone&#10;Zerpflücken konnte - wenn er seine flügel&#10;Gefärbt wie mit dem saft der Tyrer-schnecke&#10;Zu schwerem niedrem flug erhoben: habe&#10;Er einer dunklen wolke gleichgesehn.&#10;Des tages sei er im Gehölz verschwunden&#10;Des abends aber an den strand gekommen&#10;Im külen windeshauch von salz und tang&#10;Die süße stimme hebend daß delfine&#10;Die freunde des gesanges näher schwammen&#10;im meer voll goldner federn goldner funken.&#10;So habe er seit urbginn gelebt&#10;Gescheiterte nur hätten ihn erblickt.&#10;Denn als zum erstenmal die weißen segel&#10;Der menschen sich mit günstigem geleit&#10;Dem eiland zugedreht sei er zum hügel&#10;Die ganze teure stätte zu beschaun gestiegen&#10;Verbreitet habe er die großen schwingen&#10;Verscheidend in gedämpften schmerzeslauten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der höhere Frieden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hoehere-frieden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hoehere-frieden/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn sich auf des Krieges Donnerwagen,&#10;Menschen waffnen, auf der Zwietracht Ruf,&#10;Menschen, die im Busen Herzen tragen,&#10;Herzen, die der Gott der Liebe schuf:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denk ich, können sie doch mir nichts rauben,&#10;Nicht den Frieden, der sich selbst bewährt,&#10;Nicht die Unschuld, nicht an Gott den Glauben,&#10;Der dem Hasse, wie dem Schrecken, wehrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht des Ahorns dunkelm Schatten wehren,&#10;Daß er mich, im Weizenfeld, erquickt,&#10;Und das Lied der Nachtigall nicht stören,&#10;Die den stillen Busen mir entzückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Irrtum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-irrtum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-irrtum/</guid><description>&lt;p&gt;Den Hund im Arm, mit bloßen Brüsten,&#10;Sah Lotte frech herab.&#10;Wie mancher ließ sichs nicht gelüsten,&#10;Daß er ihr Blicke gab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kam gedankenvoll gegangen&#10;Und sahe steif heran.&#10;Ha! denkt sie, der ist auch gefangen,&#10;Und lacht mich schalkhaft an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein, gesagt zur guten Stunde,&#10;Die Jungfer irrt sich hier.&#10;Ich sah nach ihrem bunten Hunde:&#10;Es ist ein artig Tier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Irrwisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-irrwisch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-irrwisch/</guid><description>&lt;p&gt;Spiele nur immer, gaukelnder Betrüger,&#10;Spiele nur immer deine leichten Tänze,&#10;Flüchtiges Dunstkind, das des Wandrers Füße&#10;Brünstig heranlockt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spröde dann fliehet, endlich ins Verderben&#10;Führet. Ich kenne diese Mädchenränke!&#10;Lernte sie all&amp;rsquo; aus Deinem blauen Auge,&#10;Flatternde Nais!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jäger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jaeger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jaeger/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Lieb ist ein Jäger, und grün ist sein Kleid,&#10;Und blau ist sein Auge, nur sein Herz ist zu weit.&#10;Mein Lieb ist ein Jäger, trifft immer ins Ziel,&#10;Und Mädchen berückt er, so viel er nur will.&#10;Mein Lieb ist ein Jäger, kennt Wege und Spur,&#10;Zu mir aber kommt er durch die Kirchtüre nur!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kirschenstrauß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirschenstrauss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirschenstrauss/</guid><description>&lt;p&gt;Blond und fein, ein Lockenköpfchen,&#10;Das kaum vier der Jahre hat,&#10;Trippelt ängstlich durch das Gäßchen,&#10;Jeder Schritt noch eine Tat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eier trägt es in den Händen,&#10;Die es so verlegen hält,&#10;Wie auf alten Kaiserbildern&#10;Karl der Große seine Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arme Kleine! Wenn sie fielen,&#10;Gäb′ es keinen Kuchen mehr,&#10;Und der Weg ist so gefährlich&#10;Und das Herzchen pocht so sehr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hätte sie geahnt, wie teuer&#10;Oft sich büßt der Tatendrang,&#10;Nimmer hätt′ sie ihn der Mutter&#10;Abgeschmeichelt, diesen Gang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Knabe sprach mit Lust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-sprach-mit-lust/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-sprach-mit-lust/</guid><description>&lt;p&gt;Der Knabe sprach mit Lust,&#10;Es saugt an meiner Brust&#10;Ein kleines Kindlein fein;&#10;Ei Knab, du bist betrogen,&#10;Oder hast selbst gelogen,&#10;Dies kann fürwahr nicht sein;&#10;Die Fraun alleine haben&#10;Die süßen Muttergaben,&#10;Zu ziehn den Amor groß;&#10;Denn daß in jungen Tagen&#10;Alle am Busen lagen&#10;Der Mutter in dem Schoß,&#10;Das zieht den Knaben groß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Lehrling der Griechen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lehrling-der-griechen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lehrling-der-griechen/</guid><description>&lt;p&gt;Wen des Genius Blick, als er gebohren ward,&#10;Mit einweihendem Lächeln sah,&#10;Wen, als Knaben, ihr einst Smintheus Anakreons&#10;Fabelhafte Gespielinnen,&#10;Dichtrische Tauben umflogt, und sein mäonisch Ohr&#10;Vor dem Lerme der Scholien&#10;Sanft zugirrtet, und ihm, daß er das Alterthum&#10;Ihrer faltigen Stirn nicht säh,&#10;Eure Fittige lieht, und ihn umschattetet,&#10;Den ruft, stolz auf den Lorberkranz,&#10;Welcher vom Fluche des Volks welkt, der Eroberer&#10;In das eiserne Feld umsonst,&#10;Wo kein mütterlich Ach bang bey dem Scheidekuß,&#10;Und aus blutender Brust geseufzt,&#10;Ihren sterbenden Sohn dir, unerbittlicher,&#10;Hundertarmiger Tod, entreißt!&#10;Wenn das Schicksal ihn ja Königen zugesellt,&#10;Umgewöhnt zu dem Waffenklang,&#10;Sieht er, von richtendem Ernst schauernd, die Leichname&#10;Stumm und seelenlos ausgestreckt,&#10;Segnet dem fliehenden Geist in die Gefilde nach,&#10;Wo kein tödtender Held mehr siegt.&#10;Ihn läßt gütiges Lob, oder Unsterblichkeit&#10;Deß, der Ehre vergeudet, kalt!&#10;Kalt der wartende Thor, der, des Bewunderns voll,&#10;Ihn großäugichten Freunden zeigt,&#10;Und der lächelnde Blick einer nur schönen Frau,&#10;Der zu dunkel die Singer ist.&#10;Thränen nach besserem Ruhm werden Unsterblichen,&#10;Jenen alten Unsterblichen,&#10;Deren daurender Werth, wachsenden Strömen gleich,&#10;Jedes lange Jahrhundert füllt,&#10;Ihn gesellen, und ihn jenen Belohnungen,&#10;Die der Stolze nur träumte, weihn!&#10;Ihm ist, wenn ihm das Glück, was es so selten that,&#10;Eine denkende Freundin giebt,&#10;Jede Zähre von ihr, die ihr sein Lied entlockt,&#10;Künftiger Zähren Verkünderin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Lindenbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lindenbaum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lindenbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Am Brunnen vor dem Tore&#10;Da steht ein Lindenbaum&#10;Ich träumt in seinem Schatten&#10;So manchen süßen Traum&#10;Ich schnitt in seine Rinde&#10;so manches liebes Wort&#10;Es zog in Freud und Leide&#10;Zu ihm mich immer fort&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich mußt auch heute wandern&#10;Vorbei in tiefer Nacht&#10;Da hab ich noch im Dunkel&#10;Die Augen zugemacht&#10;Und seine Zweige rauschten&#10;Als riefen sie mir zu:&#10;&amp;ldquo;Komm her zu mir, Geselle&#10;Hier findst du deine Ruh&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mai/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mai/</guid><description>&lt;p&gt;Der Nachtigall reizende Lieder&#10;Ertönen und locken schon wieder&#10;Die fröhlichsten Stunden ins Jahr.&#10;Nun singet die steigende Lerche,&#10;Nun klappern die reisenden Störche,&#10;Nun schwatzet der gaukelnde Staar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie munter sind Schäfer und Heerde!&#10;Wie lieblich beblümt sich die Erde!&#10;Wie lebhaft ist jetzo die Welt!&#10;Die Tauben verdoppeln die Küsse,&#10;Der Entrich besuchet die Flüsse,&#10;Der lustige Sperling sein Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie gleichet doch Zephyr der Floren!&#10;Sie haben sich weislich erkoren,&#10;Sie wählen den Wechsel zur Pflicht.&#10;Er flattert um Sprossen und Garben;&#10;Sie liebet unzählige Farben;&#10;Und Eifersucht trennet sie nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mai ist gekommen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mai-ist-gekommen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mai-ist-gekommen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus,&#10;Da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus;&#10;Wie die Wolken wandern am himmlischen Zelt,&#10;So steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt!&#10;Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht!&#10;Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert,&#10;Es gibt so manchen Wein, den ich nimmer noch probiert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch lebt und bestehet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-lebt-und-bestehet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-lebt-und-bestehet/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch lebt und bestehet&#10;Nur eine kleine Zeit;&#10;Und alle Welt vergehet&#10;Mit ihrer Herrlichkeit.&#10;Es ist nur Einer ewig und an allen Enden,&#10;Und wir in Seinen Händen.&#10;Und der ist allwißend, Halleluja!&#10;Und der ist heilig, Halleluja!&#10;Und der ist allmächtig, Halleluja!&#10;Ist barmherzig.&#10;Halleluja! Amen, Amen! Halleluja! Amen!&#10;Amen! Amen!&#10;Ehre Seinem großen Namen!&#10;Halleluja! Halleluja! Amen! Amen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mittwoch, eine dröstliche Hülsenblüthe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mittwoch-eine-droestliche-huelsenbluethe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mittwoch-eine-droestliche-huelsenbluethe/</guid><description>&lt;p&gt;Posaunen hauchen wilden Geisterlaut,&#10;Dazwischen hürchelt banges Orgelstöhnen,&#10;Leis wuchert bst! der Andacht Ginsterkraut -&#10;Da steh ich in dem Dom - umringt von Schönen.&#10;Sie dort, die Blonde unter Kerzgeflimmer!&#10;Ein einsam gramgeboren Frauenzimmer,&#10;Sie zupft, ha! mit dem Finger, prickt und pocht&#10;An der Laterne quirlendem Gedocht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drüben an der schmerlegrausen Säul′,&#10;Hohlhüstelnd ragt die schwimmelnde Matrone,&#10;Der Blick des Auges schwärmt dahin, ein Pfeil,&#10;Ausschwirrend durch des Lebens Nachtschablone.&#10;Hi! Still! na! o, ich bin verloren,&#10;Zerrückt, zerknistert, gluthig angeschmoren,&#10;Was ist das, die Laterne spritzt und kocht -&#10;Auch sie zupft, zirpst am eignen Lebensdocht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Patient</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-patient/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-patient/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lag gefährlich krank;&#10;Gequält von Pillen und von Trank,&#10;War, ach! mein Wunsch, mein Trost in dieser Noth&#10;Herr Doktor Markus und der Tod.&#10;Die Beiden zankten sich&#10;Wie unversöhnliche, geschworne Feind’ um mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Ach!« seufzt’ ich, »eh’ ich lang’ auf diesem Lager liege,&#10;So gib, o Gott, daß Einer bald nur siege!«&#10;Kaum war der Seufzer fort,&#10;Da schallet in mein Ohr das Wort:&#10;»Trink’!« – Und es stand vor meinem Bett ein Freund,&#10;(Mehr Freund, als Doktor Tod und Doktor Markus meint)&#10;Der reichte mir ein Glas Burgunder,&#10;Und sprach: »Trink’ das!« – Ich trank, und o welch Wunder,&#10;Der Magen, welcher Trank und Pillen&#10;Nicht annahm, nahm den Wein&#10;Gehorsam ein!&#10;Ich bat, Ein Glas nur noch zu füllen:&#10;Die Lebensgeister kommen wieder&#10;In die schon halb erstorb’nen Glieder,&#10;Frisch war mein Herz und roth der Mund,&#10;Mein Weinglas leer, und ich – gesund!&#10;Herr Markus und der Tod sahn sich einander an,&#10;Und fragten: »Du, wer ist der Mann?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Pilgrim vor St. Just</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pilgrim-vor-st-just/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pilgrim-vor-st-just/</guid><description>&lt;p&gt;Nacht ist′s und Stürme sausen für und für,&#10;Hispanische Mönche, schließt mir auf die Tür!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt hier mich ruhn, bis Glockenton mich weckt,&#10;Der zum Gebet euch in die Kirche schreckt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bereitet mir was euer Haus vermag,&#10;Ein Ordenskleid und einen Sarkophag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gönnt mir die kleine Zelle, weiht mich ein,&#10;Mehr als die Hälfte dieser Welt war mein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Haupt, das nun der Schere sich bequemt,&#10;Mit mancher Krone ward′s bediademt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Pudding</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pudding/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pudding/</guid><description>&lt;p&gt;Rumpumpel will essen,&#10;Nun fix was gebraten!&#10;Ein Kätzel, ein Spätzel&#10;Und sieben Soldaten;&#10;Das gibt einen Pudding&#10;So groß wie ein Haus!&#10;Zuletzt leckt Rumpumpel&#10;Die Kuchenschüssel aus!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Radi und die gelbe Rubn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-radi-und-die-gelbe-rubn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-radi-und-die-gelbe-rubn/</guid><description>&lt;p&gt;Die Veigerln blühn, die Baam schlagn aus,&#10;Im Wald springt′s junge Reh,&#10;Und weil jetzt niemand schießen darf,&#10;So schießt ′s Getrad in d′ Höh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in an Bacherl silberhell,&#10;Zwischen Moos und grün′n Fichtn,&#10;Da schwimmen Fischerln hin und her&#10;Und sagn sich schöne Gschichtn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur in an Garten hintern Haus&#10;Da steht a gelbe Rubn,&#10;Die kannt vor Lieb sich nimmer aus,&#10;Vor Sehnsucht wärs bald gsturbn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Tränen wie die Perlen weint&#10;Die Arm in ihrem Schmerz,&#10;Es liebt ja alles auf der Welt,&#10;A Rubn hat a a Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rebensproß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rebenspross/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rebenspross/</guid><description>&lt;p&gt;Fruchtschwer an Lesbos’ sonnigen Höhn erwuchs&#10;Ein hehrer Weinstock, welcher Ambrosia,&#10;Voll Hochgefühls und Hochgesanges,&#10;Zeitigte, durch Dionysos Obhut,&#10;Der rohen Tiersinn zähmte zu Menschlichkeit.&#10;Anstaunenswürdig, mitten im Tempelhain,&#10;Dichtlaubig, schwer von reifem Purpur,&#10;Stand der ambrosische Lebensweinbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier trank Arion schmelzenden Zauberhall,&#10;Mit Nymph und Satyr schwärmend im Hain; es trank&#10;Sturmlauten Freiheitsschwung Alkäos,&#10;Brautmelodien die entzückte Sappho.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar ach! verhallt sind ihre Gesäng in Nacht:&#10;Doch weht in Flaccus lebende Harmonie&#10;Nachhall; und sanft um tote Rollen&#10;Tönt in den Schlacken Vesuvs ihr Lispel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rechte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rechte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rechte/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Kynast hauste klug&#10;Junggräfin Kunigunde;&#10;Es war ein scharfer Zug&#10;An ihrem schönen Munde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ließ verkünden weit&#10;Im blütenweißen Maien:&#10;&amp;ldquo;Gern wär&amp;rsquo; ich wohl gefreit,&#10;Doch muß ein Held mich freien!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Muß furchtlos hoch zu Roß&#10;Auf schmaler Mauerzinne&#10;Umreiten dies mein Schloß -&#10;Dann wird ihm meine Minne!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl mancher Recke kam,&#10;Den Dank sich zu erwerben -&#10;Doch jeden Kecken nahm&#10;Der Abgrund ins Verderben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Fräulein war&amp;rsquo;s nicht leid&#10;Um all die schlimm Genarrten;&#10;Sie sprach: &amp;ldquo;Ich habe Zeit,&#10;Den Rechten abzuwarten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rhein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rhein/</guid><description>&lt;p&gt;An Isaak von Sinclair&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im dunkeln Efeu saß ich, an der Pforte&#10;Des Waldes, eben, da der goldene Mittag,&#10;Den Quell besuchend, herunterkam&#10;Von Treppen des Alpengebirgs,&#10;Das mir die göttlichgebaute,&#10;Die Burg der Himmlischen heißt&#10;Nach alter Meinung, wo aber&#10;Geheim noch manches entschieden&#10;Zu Menschen gelanget; von da&#10;Vernahm ich ohne Vermuten&#10;Ein Schicksal, denn noch kaum&#10;War mir im warmen Schatten&#10;Sich manches beredend, die Seele&#10;Italia zu geschweift&#10;Und fernhin an die Küsten Moreas.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ruhm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ruhm/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ruhm/</guid><description>&lt;p&gt;Es knüpft an Gott der Wohllaut, der geleitet,&#10;Ein sehr berühmtes Ohr, denn wunderbar&#10;Ist ein berühmtes Leben groß und klar,&#10;Es geht der Mensch zu Fuße oder reitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Erde Freuden, Freundlichkeit und Güter,&#10;Der Garten, Baum, der Weinberg mit dem Hüter,&#10;Sie scheinen mir ein Widerglanz des Himmels,&#10;Gewähret von dem Geist den Söhnen des Gewimmels. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn Einer ist mit Gütern reich beglücket,&#10;Wenn Obst den Garten ihm, und Gold ausschmücket&#10;Die Wohnung und das Haus, was mag er haben&#10;Noch mehr in dieser Welt, sein Herz zu laben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Säntis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saentis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saentis/</guid><description>&lt;p&gt;Frühling&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rebe blüht, ihr linder Hauch&#10;Durchzieht das tauige Revier,&#10;Und nah′ und ferne wiegt die Luft&#10;Vielfarb′ger Blumen bunte Zier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie′s um mich gaukelt, wie es summt&#10;Von Vogel, Bien′ und Schmetterling,&#10;Wie seine seidnen Wimpel regt&#10;Der Zweig, so jüngst voll Reifen hing.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch sucht man gern den Sonnenschein&#10;Und nimmt die trocknen Plätzchen ein;&#10;Denn nachts schleicht an die Grenze doch&#10;Der landesflücht′ge Winter noch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O du mein ernst gewalt′ger Greis,&#10;Mein Säntis mit der Locke weiß!&#10;In Felsenblöcke eingemauert,&#10;Von Schneegestöber überschauert,&#10;In Eisespanzer eingeschnürt:&#10;Hu! wie dich schaudert, wie dich friert!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schäfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schaefer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schaefer/</guid><description>&lt;p&gt;Es war ein fauler Schäfer,&#10;ein rechter Siebenschläfer,&#10;ihn kümmerte kein Schaf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Mädchen konnt ihn fassen:&#10;da war der Tropf verlassen,&#10;fort Appetit und Schlaf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es trieb ihn in die Ferne,&#10;des Nachts zählt′ er die Sterne,&#10;er klagt und härmt sich brav.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun, da sie ihn genommen,&#10;ist alles wieder kommen,&#10;Durst, Appetit und Schlaf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schiffbrüchige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schiffbruechige/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schiffbruechige/</guid><description>&lt;p&gt;Hoffnung und Liebe! Alles zertrümmert!&#10;Und ich selber, gleich einer Leiche,&#10;Die grollend ausgeworfen das Meer,&#10;Lieg ich am Strande,&#10;Am öden, kahlen Strande.&#10;Vor mir woget die Wasserwüste,&#10;Hinter mir liegt nur Kummer und Elend,&#10;Und über mich hin ziehen die Wolken,&#10;Die formlos grauen Töchter der Luft,&#10;Die aus dem Meer, in Nebeleimern,&#10;Das Wasser schöpfen,&#10;Und es mühsam schleppen und schleppen,&#10;Und es wieder verschütten ins Meer,&#10;Ein trübes, langweil′ges Geschäft,&#10;Und nutzlos, wie mein eignes Leben.&#10;|Die Wogen murmeln, die Möwen schrillen,&#10;Alte Erinnrungen wehen mich an,&#10;Vergessene Träume, erloschene Bilder,&#10;Qualvoll süße, tauchen hervor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schloßelf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlosself/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlosself/</guid><description>&lt;p&gt;In monderhellten Weihers Glanz&#10;Liegt brütend wie ein Wasserdrach&#10;Das Schloß mit seinem Zackenkranz,&#10;Mit Zinnenmoos und Schuppendach.&#10;Die alten Eichen stehn von fern,&#10;Respektvoll flüsternd mit den Wellen,&#10;Wie eine graue Garde gern&#10;Sich mag um graue Herrscher stellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Tore schwenkt, ein Steinkoloß,&#10;Der Pannerherr die Kreuzesfahn,&#10;Und courbettierend schnaubt sein Roß&#10;Jahrhunderte schon himmelan;&#10;Und neben ihm, ein Tantalus,&#10;Lechzt seit Jahrhunderten sein Docke&#10;Gesenkten Halses nach dem Fluß,&#10;Im dürren Schlunde Mooses Flocke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schnapsrausch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schnapsrausch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schnapsrausch/</guid><description>&lt;p&gt;Niedrig ist der Rausch des Schnapsoës&#10;Und kein Mensch hat Ruhm davon,&#10;Johann Raps, des alten Rapsoës&#10;Sohn war ein mißrathner Sohn.&#10;Laßt mich tief betrübt erzählen&#10;Wie sich Raps verlegt auf′s Stehlen&#10;Und, wiewohl ihm das verhaßt,&#10;Ward im Schnapsrausch abgefaßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eingestellt als Knecht des Hausuës,&#10;Schlank, was die Gestalt betrifft,&#10;Dient er treu bei Menke Mausuös,&#10;Bis ihn reizt das Fuselgift:&#10;Denn in dem Geschäft war dieses&#10;Während einer Handelskrises,&#10;Im Geschäftslokal des Herrn,&#10;Darum naschte Johann gern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schneemann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schneemann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schneemann/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Seht den Mann, o große Not!&#10;Wie er mit dem Stocke droht&#10;gestern schon und heute noch!&#10;Aber niemals schlägt er doch.&#10;Schneemann, bist ein armer Wicht,&#10;hast den Stock und wehrst dich nicht.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freilich ist′s ein gar armer Mann,&#10;der nicht schlagen noch laufen kann.&#10;Schleierweiß ist sein Gesicht.&#10;Liebe Sonne, scheine nur nicht,&#10;sonst wird er gar wie Butter weich&#10;und zerfließt zu Wasser gleich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schöne Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schoene-tag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schoene-tag/</guid><description>&lt;p&gt;In kühler Tiefe spiegelt sich&#10;Des Juli-Himmels warmes Blau,&#10;Libellen tanzen auf der Flut,&#10;Die nicht der kleinste Hauch bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Knaben und ein ledig Boot -&#10;Sie sprangen jauchzend in das Bad,&#10;Der eine taucht gekühlt empor,&#10;Der andre steigt nicht wieder auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein wilder Schrei: &amp;ldquo;Der Bruder sank!&amp;rdquo;&#10;Von Booten wimmelt′s schon. Man fischt.&#10;Den einen rudern sie ans Land,&#10;Der fahl wie ein Verbrecher sitzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der andre Knabe sinkt und sinkt&#10;Gemach hinab, ein Schlummernder,&#10;Geschmiegt das sanfte Lockenhaupt&#10;An einer Nymphe weiße Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schwan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwan/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwan/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Mühsal, durch noch Ungetanes&#10;schwer und wie gebunden hinzugehn,&#10;gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassen&#10;jenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,&#10;seinem ängstlichen Sich-Niederlassen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;in die Wasser, die ihn sanft empfangen&#10;und die sich, wie glücklich und vergangen,&#10;unter ihm zurückziehen, Flut um Flut;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;während er unendlich still und sicher&#10;immer mündiger und königlicher&#10;und gelassener zu ziehn geruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schwarze Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarze-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarze-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Erzittre Welt, ich bin die Pest,&#10;ich komm′ in alle Lande&#10;und richte mir ein großes Fest,&#10;mein Blick ist Fieber, feuerfest&#10;und schwarz ist mein Gewande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich komme vom Ägyptenland&#10;in roten Nebelschleiern,&#10;am Nilusstrand im gelben Sand&#10;entsog ich Gift dem Wüstenbrand&#10;und Gift aus Dracheneiern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Talein und aus, bergauf und ab,&#10;ich mäh′ zur öden Heide&#10;die Welt mit meinem Wanderstab,&#10;ich setz′ vor jedes Haus ein Grab&#10;und eine Trauerweide.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schwester Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwester-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwester-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Sie schläft. - Es ist die letzte Nacht des Jahres,&#10;Und wenn die Morgenglocken wieder tönen,&#10;Grüßt eine neue Zeit das holde Kind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man sagt, in dieser letzten Mitternacht&#10;Entsteigen ihren Gräbern manche Schatten,&#10;Die Seelen schweben von dem Himmel nieder,&#10;Die Heimat und die Freunde zu besuchen.&#10;Auch sie gedachte dieser alten Sage,&#10;Als sie im stillen, einsamen Gemach&#10;Die Ruhe suchte, und den schönen Augen&#10;Entströmten Tränen. Doch, nicht kind′sche Angst&#10;Vor der geheimnisvollen Wiederkehr&#10;Geschiedner Geister trübte ihre Blicke;&#10;Nein, die Erinnrung an geliebte Schatten,&#10;Die Wehmut um so manches teure Grab&#10;Senkte sich nieder in die stille Seele;&#10;Sie hat für sie gebetet und geweint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schwüle Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwuele-abend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwuele-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Gänzlich lahm ist Geist und Wille -&#10;diese Schwüle ist verteufelt;&#10;wie ein Gift ist ihre Stille,&#10;das in träge Säfte träufelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieben kleine Hexen sitzen&#10;grübelnd auf dem Galgensteine,&#10;ihre weißen Beinchen lauern&#10;auf die Nacht und auf das Eine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn sie dieses noch versäumen,&#10;bleibt vom ganzen Hexenspiele&#10;schließlich nur ein dumpfes Träumen&#10;von dem großen Besenstiele!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schwur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwur/</guid><description>&lt;p&gt;Du willst es, eine ewge Treu&#10;Soll ich dir, schöne Doris, schwören:&#10;Du dringst darauf? wohlan es sey!&#10;Doch mußt du meinen Wunsch erhören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eh hasse Freud und Jugend mich,&#10;Eh sey mein Wein von Wasser trübe;&#10;Eh ich nicht, schöne Doris, dich - -&#10;Wie alle Mädchen ewig liebe.&#10;Der Weisen unsrer Zeit nicht ein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-see/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-see/</guid><description>&lt;p&gt;In meinen jungen Jahren trieb&#10;Mich Sehnsucht oft an einen Ort,&#10;Der mich gebannt hielt wie ein Hort.&#10;So war die Einsamkeit mir lieb&#10;Von einem See, um dessen Rand&#10;Ein schwarzes Felsgemäuer stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn die Nacht ihr Bahrtuch warf&#10;Auf diese Stelle und auf mich,&#10;Und mystisch durch die Wellen strich&#10;Der Wind, bald klagend und bald scharf,&#10;Dann - ja - erschreckte mich oft jäh&#10;Die Einsamkeit am dunklen See.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sieg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sieg/</guid><description>&lt;p&gt;Die Laster stritten, wer von ihnen&#10;Am eifrigsten gewesen sey,&#10;Dem Bösen in der Welt zu dienen?&#10;Den Sieg erhielt – die Heuchelei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sieg der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sieg-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sieg-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;De Voltaire&#10;- Malheureux! qui n′en parle, qu′en Vers&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühl in der Brust&#10;Die zärtlichsten Triebe,&#10;Den Ursprung der Lust,&#10;Die göttliche Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon siegt der Affect!&#10;Entzückende Schmerzen,&#10;In Freude versteckt,&#10;Erwachen im Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es tobt in der Brust,&#10;Bey Seufzern und Thränen,&#10;Ein Vorwitz zur Lust,&#10;Ein treibendes Sehnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So oft ich dem Witz&#10;Zu lächeln befehle;&#10;Durchdonnert der Blitz&#10;Von Schrecken die Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Rosen verblühn,&#10;So schwinden die Kräfte:&#10;Wie Wetter aufziehn,&#10;So schleichen die Säfte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Silberdistelwald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-silberdistelwald/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-silberdistelwald/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Haus, es steht nun mitten&#10;Im Silberdistelwald.&#10;Pan ist vorbeigeschritten,&#10;Was stritt, hat ausgestritten&#10;In seiner Nachtgestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die bleichen Disteln starren&#10;Im Schwarz, ein wilder Putz.&#10;Verborgne Wurzeln knarren:&#10;Wenn wir Pans Schlaf verscharren,&#10;Nimmt niemand ihn in Schutz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht, dass eine Blüte&#10;Zu tiefer Kommunion&#10;Ihm nachfiel und verglühte:&#10;Mein Vater du, ich hüte,&#10;Ich hüte dich, mein Sohn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ort liegt waldinmitten,&#10;Von stillstem Licht gefleckt,&#10;Mein Herz - nichts kam geritten,&#10;Kein Einhorn kam geschritten -&#10;Mein Herz nur schlug erweckt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Soldat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-soldat/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-soldat/</guid><description>&lt;p&gt;Op. 40&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es geht bei gedämpfter Trommeln Klang;&#10;Wie weit noch die Stätte ! der Weg wie lang!&#10;O wär′ er zur ruh′ und alles vorbei!&#10;Ich glaub′, es bricht mir das Herz entzwei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ in der Welt nur ihn geliebt,&#10;Nur ihn, dem jetzt man den Tod doch gibt!&#10;Bei klingendem Spiele wird paradiert,&#10;Dazu, dazu bin auch ich kommandiert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun schaut er auf zum letzten Mal&#10;In Gottes Sonne freudigen Strahl;&#10;Nun binden sie ihm die Augen zu -&#10;Dir schenke Gott die ewige Ruh′!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommer [4]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-4/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-4/</guid><description>&lt;p&gt;Im Tale rinnt der Bach, die Berg an hoher Seite,&#10;Sie grünen weit umher an dieses Tales Breite,&#10;Und Bäume mit dem Laube stehn gebreitet,&#10;Dass fast verborgen dort der Bach hinunter gleitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So glänzt darob des schönen Sommers Sonne,&#10;Dass fast zu eilen scheint des hellen Tages Wonne,&#10;Der Abend mit der Frische kommt zu Ende,&#10;Und trachtet, wie er das dem Menschen noch vollende.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spinnerin Nachtlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spinnerin-nachtlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spinnerin-nachtlied/</guid><description>&lt;p&gt;Es sang vor langen Jahren&#10;Wohl auch die Nachtigall,&#10;Das war wohl süßer Schall,&#10;Da wir zusammen waren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sing&amp;rsquo; und kann nicht weinen,&#10;Und spinne so allein&#10;Den Faden klar und rein&#10;So lang der Mond wird scheinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wir zusammen waren&#10;Da sang die Nachtigall&#10;Nun mahnet mich ihr Schall&#10;Daß du von mir gefahren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So oft der Mond mag scheinen,&#10;Denk&amp;rsquo; ich wohl dein allein,&#10;Mein Herz ist klar und rein,&#10;Gott wolle uns vereinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Stieglitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stieglitz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stieglitz/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne blitzt, ein Distelfeld&#10;Belebt die stille Mittagswelt;&#10;Im starrgezackten Blättermeer&#10;Glühn purpurlockig kreuz und quer&#10;Die Blütenköpfe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und durch den eisengrauen Busch,&#10;Ein bunter Vogel, hupp, hup, husch,&#10;Hüpft durch das wilde Staudenheer,&#10;Als ob es ohne Stacheln wär:&#10;Ein junger Stieglitz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie wirr, wie wunderlich geschweift!&#10;Ein leichtes Lüftchen kommt und greift&#10;Von Blütenspeer zu Blütenspeer&#10;Und wirft die Schatten hin und her;&#10;Weg ist der Stieglitz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der stille Grund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stille-grund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stille-grund/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mondenschein verwirret&#10;die Täler weit und breit,&#10;die Bächlein, wie verirret,&#10;gehn durch die Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da drüben sah ich stehen&#10;den Wald auf steiler Höh′,&#10;die finstern Tannen sehen&#10;in einen tiefen See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kahn wohl sah ich ragen,&#10;doch niemand, der es lenkt,&#10;das Ruder war zerschlagen,&#10;das Schifflein halb versenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Nixe auf dem Steine&#10;flocht dort ihr goldnes Haar,&#10;sie meint′, sie wär′ alleine,&#10;und sang so wunderbar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Struwwelpeter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-struwwelpeter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-struwwelpeter/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Kinder artig sind&#10;kommt zu ihnen das Christkind;&#10;wenn sie ihre Suppe essen&#10;und das Brot auch nicht vergessen,&#10;wenn sie, ohne Lärm zu machen,&#10;still sind bei den Siebensachen,&#10;beim Spaziergehn auf den Gassen&#10;von Mama sich führen lassen,&#10;bringt es ihnen Guts genug&#10;und ein schönes Bilderbuch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Taback</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-taback/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-taback/</guid><description>&lt;p&gt;Dich, Taback, lobt der Medicus,&#10;weil uns dein fleißiger Genuss&#10;An Zahn und Augen wohl kurieret,&#10;Und Schleim und Kolster von uns führet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich Lobet der Philosophus,&#10;wenn er scharf meditieren muss;&#10;Weil er, so lang er dich genießet,&#10;Des Geistes Flatterigkeit vermisset.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich lobet der Theologus&#10;Durch einen homiletschen Schluss,&#10;Wenn er in deinem Rauch entzücket&#10;Ein Bild der Eitelkeit erblicket.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lob dich als ein Jurist,&#10;Was rechtens an dir löblich ist;&#10;Dass, wenigstens wie es mir dünket,&#10;Man mehr und öfter bei dir trinket.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tempel von Aegina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tempel-von-aegina/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tempel-von-aegina/</guid><description>&lt;p&gt;Halbauf noch ragt mit seinem Ruhm&#10;Der Wunderbau der Aegineten,&#10;Doch öde steht sein Heiligtum,&#10;Verwaist von Opfern und Gebeten;&#10;Zerbröckelnd in den Archipel&#10;Sinkt das Gestein vom Felsenhange,&#10;Um Säulensturz und Kapitäl&#10;In Ringeln windet sich die Schlange.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur wenn beim Sternenschein der Nacht&#10;Von Fels zu Fels die Schatten wallen,&#10;Erhebt in alter Dorerpracht&#10;Der hehre Tempel seine Hallen,&#10;Und durch die Säulengänge hin,&#10;Den goldnen Kranz im Lockenhaare,&#10;Tritt feierlich die Priesterin&#10;Im weißen Lichtkleid zum Altare&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tiber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tiber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tiber/</guid><description>&lt;p&gt;O Lethe, dessen Strome der alten Kraft&#10;Und Weltherrschaft Vergessenheit Rom entschlürft,&#10;Roms Schatte nur, wie oft den Fluthen,&#10;Da ihn die Mitwelt begrub, ersteht er&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleich einem Geist der Schicksalsgedanke mir,&#10;Ob von der Brücke, wo mir der Insel Bild&#10;Mit Kirch′ und Kloster und der Vesta&#10;Säulenrotunde, wo der Cäsare&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Palatin umstarrende Trümmer mir&#10;Erscheinen, oder ob in der Wildnis du&#10;Der schweigenden Campagna nur mit&#10;Thürmen der Vorwelt am sand′gen Strande&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod im Schacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-im-schacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-im-schacht/</guid><description>&lt;p&gt;Zweihundert Männer sind in den Schacht gefahren.&#10;Mütter drängen sich oben in Scharen.&#10;Rauch steigt aus dem Schacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kohlenwälder nachtunten glühen,&#10;urwilde Sonnenfeuer sprühen.&#10;Rauch steigt aus dem Schacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Retter sind hinabgestiegen;&#10;kamen nicht wieder, sie blieben liegen.&#10;Rauch steigt aus dem Schacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Brandschlund frisst seine Opfer - und lauert.&#10;Die brennenden Stollen werden zugemauert.&#10;Rauch steigt aus dem Schacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zweihundert waren in den Schacht gefahren.&#10;Mütter weinen an leeren Nahren.&#10;Rauch steigt aus dem Schacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod und das Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-und-das-maedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-und-das-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Das Mädchen:&#10;Vorüber! Ach, vorüber!&#10;Geh, wilder Knochenmann!&#10;Ich bin noch jung, geh Lieber!&#10;Und rühre mich nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tod:&#10;Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!&#10;Bin Freund, und komme nicht, zu strafen.&#10;Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,&#10;Sollst sanft in meinen Armen schlafen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tote</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tote/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tote/</guid><description>&lt;p&gt;Aus schwarzem Sarge starrt,&#10;Von Morgengrau erhellt,&#10;Ein Toter bleich und ernsthaft&#10;In die verlassne Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein müdes Schluchzen irrt&#10;Umher im Beigemach;&#10;Im starren Totenantlitz&#10;Wird keine Rührung wach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Wonne bricht der Morgen&#10;Herein mit rother Glut,&#10;Begrüßt von Vogelzwitschern; –&#10;Tief ernst der Tote ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er starrt empor und grübelt,&#10;Wie es nur möglich war,&#10;Daß er von Lust und Leide&#10;Gebebt so manches Jahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Unverbesserliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unverbesserliche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unverbesserliche/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr habt den Vogel gefangen,&#10;Der war so frank und frei,&#10;Nun ist ihms Fliegen vergangen,&#10;Der Sommer ist lange vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es liegen wohl Federn neben&#10;Und unter und über mir,&#10;Sie können mich alle nicht heben&#10;Aus diesem Meer von Papier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Papier! wie hör ich dich schreien,&#10;Da alles die Federn schwenkt&#10;In langen, emsigen Reihen -&#10;So wird der Staat nun gelenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Fenster am Pulte steht offen,&#10;Der Sonnenschein schweift übers Dach,&#10;Da wird so uraltes Hoffen&#10;Und Wünschen im Herzen wach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verlorne Augenblick, die verlorne Seeligkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlorne-augenblick-die-verlorne-seeligkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlorne-augenblick-die-verlorne-seeligkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Von nun an die Sonne in Trauer,&#10;Von nun an finster der Tag,&#10;Des Himmels Thore verschlossen!&#10;Wer ist der wieder eröffnen&#10;Mir wieder entschließen sie mag?&#10;Hier ausgesperret, verloren,&#10;Sitzt der Verworfne und weint,&#10;Und kennt im Himmel, auf Erden&#10;Gehäßiger nichts als sich selber,&#10;Und ist im Himmel, auf Erden&#10;Sein unversöhnlichster Feind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufgiengen die Thore,&#10;Ich sah die Erscheinung.&#10;Und war′s kein Traum?&#10;Und war′s so fremd mir? -&#10;Die Tochter, die Freude,&#10;Der Segen des Himmels,&#10;In weißen Gewölken&#10;Mit Rosen umschattet,&#10;Duftete sie hinüber zu mir.&#10;In Liebe hingesunken,&#10;Wie schrecklich in Reizen geschmückt,&#10;Schon hatt′ ich so selig, so trunken&#10;Fest an mein Herz sie gedrückt.&#10;Ich lag im Geist ihr zu Füßen,&#10;Mein Mund schwebt′ über ihr -&#10;Ach! diese Lippen zu küssen&#10;Und dann mit ewiger Müh&#10;Den süßen Frevel zu büßen! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Verlust des Adels</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlust-des-adels/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlust-des-adels/</guid><description>&lt;p&gt;Nun, adeliger Schuft, Verbrecher,&#10;Der frech betrogen und geraubt,&#10;Nun ist′s, den Unsern dich zu nennen,&#10;Uns bürgerlichem Pack erlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Beispiel deiner Ahnen folgend,&#10;Traf dich so hartes Mißgeschick!&#10;Jetzt nimmt man Räubern ihren Adel -&#10;So geht die schöne Zeit zurück!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun, Schurke, bist du unser worden,&#10;Da Schmach an deinem Namen klebt;&#10;Denn wir sind die gebornen Schurken,&#10;Von denen Staat und König lebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch tröste dich und strebe weiter,&#10;Verfolge deinen Galgenlauf!&#10;Dann, aus der bürgerlichen Sphäre,&#10;Zieht man dich wiederum hinauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wachtelruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wachtelruf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wachtelruf/</guid><description>&lt;p&gt;Wir gingen sacht dem Abend nach,&#10;Der Himmel war ein goldnes Dach,&#10;Der Tann voll dunkler Kammern stand,&#10;Und wie ein Bett das Ährenland.&#10;Ein Lockruf tat ans Ohr mir gehen,&#10;Andächtig blieb der Fuß uns stehen.&#10;Der Wachtel Herz noch spät anschlug,&#10;Sie hatte nicht vom Tag genug,&#10;Sie fand noch keine Abendzeit,&#10;Rief noch ihr Glück aus meilenweit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wächter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-waechter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-waechter/</guid><description>&lt;p&gt;Nächtlich macht der Herr die Rund,&#10;Sucht die Seinen unverdrossen,&#10;Aber überall verschlossen&#10;Trifft er Tür und Herzensgrund,&#10;Und er wendet sich voll Trauer:&#10;Niemand ist, der mit mir wacht. -&#10;Nur der Wald vernimmts mit Schauer,&#10;Rauschet fromm die ganze Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Waldwärts durch die Einsamkeit&#10;Hört ich über Tal und Klüften&#10;Glocken in den stillen Lüften,&#10;Wie aus fernem Morgen weit -&#10;An die Tore will ich schlagen,&#10;An Palast und Hütten: Auf!&#10;Flammend schon die Gipfel ragen,&#10;Wachet auf, wacht auf, wacht auf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Walfafisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-walfafisch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-walfafisch/</guid><description>&lt;p&gt;Das Wasser rinnt, das Wasser spinnt,&#10;bis es die ganze Welt gewinnt.&#10;Das Dorf ersäuft,&#10;die Eule läuft,&#10;und auf der Eiche sitzt ein Kind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Kind sind schon die Beinchen naß,&#10;es ruft: &amp;ldquo;Das Wass, das Wass, das Wass!&amp;rdquo;&#10;Der Walfisch weint&#10;und sagt: &amp;ldquo;Mir scheint,&#10;es regnet ohne Unterlaß.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Wasser rann mit Zasch und Zisch,&#10;die Erde ward zum Wassertisch.&#10;Und Kind und Eul,&#10;o Greul, o Greul -&#10;sie frissifraß der Walfafisch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zeuge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zeuge/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zeuge/</guid><description>&lt;p&gt;Fluch, Kaiser, dir! Ich spüre deine Hand,&#10;an ihr ist Gift und Nacht und Vaterland!&#10;Sie riecht nach Pest und allem Untergang.&#10;Dein Blick ist Galgen und dein Bart der Strang!&#10;Dein Lachen Lüge und dein Hochmut Haß,&#10;dein Zorn ist deiner Kleinheit Übermaß,&#10;der alle Grenze, alles Maß verrückt,&#10;um groß zu sein, wenn er die Welt zerstückt.&#10;Vom Rhein erschüttert ward sie bis zum Ganges&#10;durch einen Heldenspieler zweiten Ranges!&#10;Der alten Welt warst du doch kein Erhalter,&#10;gabst du ihr Plunder aus dem Mittelalter.&#10;Verödet wurde ihre Phantasie&#10;von einem ritterlichen Weltkommis!&#10;Nahmst ihr das Blut aus ihren besten Adern&#10;mit deinen Meer- und Luft- und Wortgeschwadern.&#10;Nie würde sie aus Dreck und Feuer geboren!&#10;Mit deinem Gott hast du die Schlacht verloren!&#10;Die offenbarte Welt, so aufgemacht,&#10;von deinem Wahn um ihren Sinn gebracht,&#10;so zugemacht, ist sie nur Fertigware,&#10;mit der der Teufel zu der Hölle fahre!&#10;Von Gottes Zorn und nicht von seinen Gnaden,&#10;regierst du sie zu Rauch und Schwefelschwaden.&#10;Rüstzeug des Herrn! Wir werde ihn erst preisen,&#10;wirft es dich endlich zu dem alten Eisen!&#10;Komm her und sieh, wie sich ein Stern gebiert,&#10;wenn man die Zeit mit Munition regiert!&#10;Laß deinen Kanzler, deine Diplomaten&#10;durch dieses Meer von Blut und Tränen waten!&#10;Fluch, Kaiser, dir und Fluch auch deiner Brut,&#10;hinreichend Blut, ertränk sie in der Flut!&#10;Ich sterbe, einer deutschen Mutter Sohn.&#10;Doch zeug′ ich gegen dich vor Gottes Thron!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der zufriedene Greis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zufriedene-greis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zufriedene-greis/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Nachbar von Gleims Hüttchen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sitze gern im Kühlen&#10;Auf meinerKnüppelbank,&#10;Und seh im Winde wühlen&#10;Das Rokkenfeld entlang.&#10;Dann flecht ich Stühl’ und Körbe,&#10;Und sing, und denke wohl:&#10;Bald sagt des Holzes Kerbe,&#10;Die vierte Stieg ist voll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie unvermerkt doch schlendert&#10;Die liebe Zeit dahin!&#10;Gar viel hat sich verändert,&#10;Seit ich im Dorfe bin.&#10;So manches Jugendspielers&#10;Gedenk ich: Ach der war!&#10;Der Sohn des Nebenschülers&#10;Hat auch schon graues Haar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zürchersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zuerchersee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zuerchersee/</guid><description>&lt;p&gt;Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht&#10;Auf die Fluren verstreut, schöner ein froh Gesicht,&#10;Das den großen Gedanken&#10;Deiner Schöpfung noch einmal denkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von des schimmernden Sees Traubengestaden her,&#10;Oder, flohest du schon wieder zum Himmel auf,&#10;Komm in rötendem Strahle&#10;Auf dem Flügel der Abendluft,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm, und lehre mein Lied jugendlich heiter sein,&#10;Süße Freude, wie du! gleich dem beseelteren&#10;Schnellen Jauchzen des Jünglings,&#10;Sanft, der fühlenden Fanny gleich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zwölf-Elf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zwoelf-elf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zwoelf-elf/</guid><description>&lt;p&gt;Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand:&#10;Da schlägt es Mitternacht im Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es lauscht der Teich mit offnem Mund&#10;Ganz leise heult der Schluchtenhund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Dommel reckt sich auf im Rohr&#10;Der Moosfrosch lugt aus seinem Moor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schneck horcht auf in seinem Haus&#10;Desglelchen die Kartoffelmaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Irrlicht selbst macht Halt und Rast&#10;auf einem windgebrochnen Ast-&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sophie, die Maid, hat ein Gesicht:&#10;Das Mondschaf geht zum Hochgericht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Galgenbrüder wehn im Wind.&#10;Im fernen Dorfe schreit ein Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Geistes Werden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-geistes-werden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-geistes-werden/</guid><description>&lt;p&gt;Des Geistes Werden ist den Menschen nicht verborgen,&#10;Und wie das Leben ist, das Menschen sich gefunden,&#10;Es ist des Lebens Tag, es ist des Lebens Morgen,&#10;Wie Reichtum sind des Geistes hohe Stunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die Natur sich dazu herrlich findet,&#10;Ist, dass der Mensch nach solcher Freude schauet,&#10;Wie er dem Tage sich, dem Leben sich vertrauet,&#10;Wie er mit sich den Bund des Geistes bindet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Knappen Eifersucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-knappen-eifersucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-knappen-eifersucht/</guid><description>&lt;p&gt;Was spornest du den Rappen?&#10;Wohin die blinde Flucht?&#10;Es narrt dich tollen Knappen&#10;Ein Traum der Eifersucht./&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Als Geier möcht ich steigen,&#10;Mein Flug ging′ hoch hinaus&#10;Und sollte dann sich neigen&#10;Zu meiner Gräfin Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schlüge mit dem Flügel&#10;An ihre Kammertür,&#10;Bis aufgesprengt der Riegel,&#10;Und bleich sie träte für.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei ihrem stolzen Nacken&#10;Wollt ich die Flechten fest&#10;Mit starkem Schnabel packen:&#10;Nun komm ins Geiernest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deß Krieges Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dess-krieges-alter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dess-krieges-alter/</guid><description>&lt;p&gt;Ie toller wird der Krieg, iemehr er krieget Jahr.&#10;Ey, Leute, die sehr alt, die werden wunderbar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutung/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist die Liebe? Les′t es, zart geschrieben,&#10;Im Laut des Worts: es ist ein innig Leben;&#10;Und Leben ein im Leib gefeßelt Streben,&#10;Ein sinnlich Bild von ewig geist′gen Trieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mensch nur liebt: doch ist sein erstes Lieben&#10;Der Lieblichkeit des Leibes hingegeben.&#10;Will sich, als Leibes Gast, der Geist erheben,&#10;So wird von Willkür die Begier vertrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch unauflöslich Leib und Geist verweben&#10;Ist das Geheimniß aller Lust und Liebe;&#10;Leiblich und geistig wird sie Quell des Lebens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Diabolo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/diabolo/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/diabolo/</guid><description>&lt;p&gt;Ganz allein auf dem abendstillen Platze&#10;Vor dem alten, finstergroßen Dome&#10;Spielt ein Mädelchen mit fliegendem Blondhaar&#10;Diabolo:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf und ab mit lustigem Wechselschlage&#10;Schwingt sie flink die Stäbchen, als ob sie schlüge&#10;Einen flotten Tanztakt allem Leben&#10;Weit ringsum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und derweil ich so ihr Spiel belausche,&#10;Merk&amp;rsquo; ich mehr und mehr: die muntere Kleine&#10;Ist das Leben selbst, das keck und kindlich&#10;Dirigiert..&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer spielt&amp;rsquo; es schon so, das wilde Mägdlein,&#10;Immer so im hastigen Zweischritt-Takte&#10;Dicht am alten, finstergroßen Dome&#10;Diabolo.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts andres ist geblichen als zuweilen&#10;Ein selbstgefundner Klang nur armem Mann.&#10;Der Riss in meinem Leben heilt daran&#10;Und manche Risse durch die Welten heilen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du große Sichel Wort! Du großer Rechen!&#10;Mit einem Stöhnen alle Schmerzen stöhnen&#10;Samt ihren Ahnen, ihren späten Söhnen!&#10;Mit einem Worte alle Worte sprechen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichters Arbeitslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichters-arbeitslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichters-arbeitslied/</guid><description>&lt;p&gt;Geh hin, mein Blick, über die grünen Bäume!&#10;Da huscht ein Vogel, der nimmt dich mit,&#10;Märchenvogel Edelschwarz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleib nicht zu lange im Reich der blauen Träume!&#10;Hier rasten Menschen am Straßenrand,&#10;ihre Hände sind vom Alltag schwarz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bring ihnen her den Abglanz der freien Räume!&#10;Sie möchten alle gern in ein Märchenland,&#10;ihr Sonntagskleid ist edelschwarz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Abendwinde wehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-abendwinde-wehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-abendwinde-wehen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Abendwinde wehen,&#10;Ich muß zur Linde gehen,&#10;Muß einsam weinend stehen,&#10;Es kommt kein Sternenschein;&#10;Die kleinen Vöglein sehen&#10;Betrübt zu mir und flehen,&#10;Und wenn sie schlafen gehen,&#10;Dann wein&amp;rsquo; ich ganz allein!&#10;&amp;ldquo;Ich hör&amp;rsquo; ein Sichlein rauschen,&#10;Woll rauschen durch den Klee,&#10;Ich hör&amp;rsquo; ein Mägdlein klagen&#10;Von Weh, von bitterm Weh!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich soll ein Lied dir singen,&#10;Ich muß die Hände ringen,&#10;Das Herz will mir zerspringen&#10;In bittrer Tränenflut,&#10;Ich sing&amp;rsquo; und möchte weinen,&#10;So lang der Mond mag scheinen,&#10;Sehn&amp;rsquo; ich mich nach der Einen,&#10;Bei der mein Leiden ruht!&#10;&amp;ldquo;Ich hör&amp;rsquo; ein Sichlein rauschen,&#10;Wohl rauschen durch den Klee,&#10;Ich hör&amp;rsquo; ein Mägdlein klagen&#10;Von Weh, von bitterm Weh!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Beiden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden/</guid><description>&lt;p&gt;Sie trug den Becher in der Hand -&#10;Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand -,&#10;So leicht und sicher war ihr Gang,&#10;Kein Tropfen aus dem Becher sprang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So leicht und fest war seine Hand:&#10;Er ritt auf einem jungen Pferde,&#10;Und mit nachlässiger Gebärde&#10;Erzwang er, daß es zitternd stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedoch, wenn er aus ihrer Hand&#10;Den leichten Becher nehmen sollte,&#10;So war es beiden allzu schwer:&#10;Denn beide bebten sie so sehr,&#10;Daß keine Hand die andre fand&#10;Und dunkler Wein am Boden rollte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beiden Waldfeuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-waldfeuer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-waldfeuer/</guid><description>&lt;p&gt;Waldfeuer drüben an der Bergeshalde,&#10;Dein Wölkchen Rauch&#10;Schwebt einsam nicht; aus meinem Tannenwalde&#10;Steigt gleicher Hauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob dort und hier zwei treue Herzen flammen,&#10;Getrennt durch Kluft und Strom/&#10;Den Rauch, die beiden Säulen, schmilzt zusammen&#10;Ein Himmelsdom.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Ferne hat ein Minnen uns beschieden,&#10;Das nicht genießt,&#10;Nur segnend grüßt/ und sanft zu Gottes Frieden&#10;Hinüberfließt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob ich ewig dunkel bliebe&#10;Wie traurig diese Wälder düstern!&#10;Kein Sonnengold tief innen lacht;&#10;Das tun die felsengrauen Rüstern,&#10;Von Laubgeflechten überdacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die berühmte Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beruehmte-frau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beruehmte-frau/</guid><description>&lt;p&gt;Beklagen soll ich dich? Mit Tränen bittrer Reue&#10;Wird Hymens Band von dir verflucht?&#10;Warum? Weil deine Ungetreue&#10;In eines Andern Armen sucht,&#10;Was ihr die deinigen versagen? -&#10;Freund, höre fremde Leiden an,&#10;Und lerne deine leichter tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich schmerzt, dass sich in deine Rechte&#10;Ein Zweiter teilt? - Beneidenswerter Mann!&#10;Mein Weib gehört dem ganzen menschlichen Geschlechte.&#10;Vom Belt bis an der Mosel Strand,&#10;Bis an die Apenninenwand,&#10;Bis in die Vaterstadt der Moden&#10;Wird sie in allen Buden feil geboten,&#10;Muss sie auf Diligencen, Paketbooten&#10;Vom jedem Schulfuchs, jedem Hasen&#10;Kunstrichterlich sich mustern lassen,&#10;Muss sie der Brille des Philisters stehn,&#10;Und wie′s ein schmutz′ger Aristarch befohlen,&#10;Auf Blumen oder heißen Kohlen&#10;Zum Ehrentempel oder Pranger gehn.&#10;Ein Leipziger - dass Gott ihn strafen wollte!&#10;Nimmt topographisch sie wie eine Festung auf,&#10;Und bietet Gegenden dem Publikum zu Kauf,&#10;Wovon ich billig doch allein nur sprechen sollte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die bösen Beinchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-boesen-beinchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-boesen-beinchen/</guid><description>&lt;p&gt;Guten Morgen, ihr Beinchen!&#10;Wie heißt ihr denn?&#10;Ich heiße Hampel,&#10;Ich heiße Strampel,&#10;Und das ist Füßchen Übermut,&#10;Und das ist Füßchen Tunichtgut!&#10;Übermut und Tunichgut&#10;Gehn auf die Reise,&#10;Patsch′ durch alle Sümpfe,&#10;Naß sind Schuh und Strümpfe;&#10;Kuckt die Rute um die Eck,&#10;Laufen sie alle beide weg!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Braut am Grabe des Geliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-braut-am-grabe-des-geliebten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-braut-am-grabe-des-geliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Geschmückt mit blauem Sternenschleyer&#10;Zieht bräutlich nun die Nacht heran:&#10;Und schmachtend folgt schon ihr Getreuer,&#10;Der Mond, auf wolkenloser Bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Stille herrscht; nur Philomele&#10;Singt noch ihr zärtlich schmelzend Ach!&#10;Und flöttet auch in meiner Seele&#10;Entschlummerte Gefühle wach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Echo hörts, und hallt die Lieder&#10;Der zärtlich treuen Sängerinn&#10;Am Grabeshügel traurig wieder,&#10;Wo ich verwais&amp;rsquo;t – verlassen bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh&amp;rsquo; mit grambenetzten Blicken&#10;Zum heitern, lieben Mond hinauf:&#10;Wann wird auch mich die Nacht beglücken?&#10;Wann endet meiner Prüfung Lauf?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dichterin und die Musen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichterin-und-die-musen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichterin-und-die-musen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich meynte bey dem Trieb, den ich gar oft verspührt,&#10;Und der durch Sehnsucht mir den regen Geist gerührt,&#10;Mich noch auf den Olymp beglückt hinauf zu schwingen&#10;Weil auch die Musen dort, als Frauenzimmer singen.&#10;Jedoch mein Hoffen fehlt; ich kann im voraus sehn,&#10;Daß, leider! selbiges unmöglich kann geschehn,&#10;Der Pierinnen Schaar drängt mich von ihren Stufen,&#10;So eifrig und bemüht ich ihr doch zu gerufen,&#10;Aus Eifersucht und Furcht, es möchte nach und nach&#10;Apollo, der sie liebt, zu nicht geringer Schmach,&#10;Und ihrem größten Schmerz, dem fremden Gast daneben&#10;Ein freundliches Gesicht, und holdes Blickchen geben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dichterin/ Fragment aus der Blechschmiede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichterin-fragment-aus-der-blechschmiede/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichterin-fragment-aus-der-blechschmiede/</guid><description>&lt;p&gt;Powrer noch als Zink und Zinn&#10;ist die deutsche Dichterin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor der ersten gelben Primel&#10;leiert sie ihr Lenzgeschwimel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lilien, Heliotropen, Rosen&#10;wiegen sie in Duftnarkosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hyazinthen und Azalien&#10;frisst ihr Vers wie Viktualien.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwischen Rittersporn und Malven&#10;knallt sie ihre Liedersalven.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Salbei und Türkenbund&#10;weint sie sich die Aeuglein wund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinter ihr mit ernster Miene&#10;runzelt sich die Georgine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst die herbstlich blaue Aster&#10;klebt auf ihre Wunde Pflaster.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (5)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-5/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-5/</guid><description>&lt;p&gt;Im Schatten dieser Bäume,&#10;Auf weichem grünen Gras&#10;Herrn Simon′s schöne Gattin&#10;Mit ihrer Base saß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hielt ihr junges Kindlein&#10;Fest an der jungen Brust,&#10;Das dunkle Auge blickte&#10;Darauf in sel′ger Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schwarze Locken wallen&#10;Um ihren Nacken klar,&#10;Es blühen ihre Lippen,&#10;Ein thanig Rosenpaar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die der West umfächelt,&#10;So übermüth′ger Scherz&#10;Sie schalkhaft stets umlächelt,&#10;Frisch, wie ihr frisches Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr ganzes Wesen funkelt,&#10;Ein blitzender Demant -&#10;Jolanthe ist der Perle&#10;Anmuth′gem Schmuck verwandt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehernen in der Innsbrucker Hofkirche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehernen-in-der-innsbrucker-hofkirche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehernen-in-der-innsbrucker-hofkirche/</guid><description>&lt;p&gt;Immer, wenn Tirol mich zog ans Herz,&#10;Trieb es mich, in euern Kreis zu treten&#10;Und auf meine Art bei euch zu beten,&#10;Alte, stumme Wunderschar von Erz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euch entsank die rote Fackelpracht,&#10;Die im Trauerpomp ihr einst gehalten;&#10;Doch ich seh&amp;rsquo;, ihr sinnenden Gestalten,&#10;Silberlicht in eurer Hand entfacht -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Licht der Kunst, die bis in fremde Zeit&#10;Kraft euch gab, in eurer Form zu dauern:&#10;Wenn Jahrhunderte vorüberschauern,&#10;Eine Wacht zu sein der Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ente</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ente/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ente/</guid><description>&lt;p&gt;Ente, wahres Bild von mir,&#10;Wahres Bild von meinen Brüdern!&#10;Ente, jetzo schenk′ ich dir&#10;Auch ein Lied von meinen Liedern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft und oft muß dich der Neid&#10;Zechend auf dem Teiche sehen.&#10;Oft sieht er aus Trunkenheit&#10;Taumelnd dich in Pfützen gehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch ein Tier – – o das ist viel!&#10;Hält den Satz für wahr und süße,&#10;Daß, wer glücklich leben will,&#10;Fein das Trinken lieben müsse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ente, ists nicht die Natur,&#10;Die dich stets zum Teiche treibet?&#10;Ja, sie ists; drum folg′ ihr nur.&#10;Trinke, bis nichts übrig bleibet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ersten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ersten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ersten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Ersten sinds, sie sind im besten Zug&#10;Vom willenlosen Haufen sich zu lösen.&#10;Erkennend eitel Schimmer, seichten Trug&#10;Der großen Reden abgenutzte Blößen,&#10;Klangvolle Phrasen, ein vereinter Schwall&#10;Der überflutet Erdehöhen und Täler,&#10;Allüberall der gleiche Wiederhall,&#10;Der gleiche Köder und der gleiche Wähler.&#10;Wohl wächst der Massen Schrei nach Glück und Brot&#10;Doch übertönt er nicht die Worte der Vertreter,&#10;Es fallen Opfer tiefster Seelennot,&#10;Die Masse fällt dem Zeichen der Verräter.&#10;So lausch ich freudig, wenn mit wildem Schrei&#10;Die Brust erfüllt von froher Zukunft ahnen&#10;Sich einer ringt vom Heerdentaumel frei&#10;Kraftvoll empor auf selbstgewollten Bahnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die ersten Höschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ersten-hoeschen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ersten-hoeschen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Schneidermeister Piekenich&#10;Ist ein geschickter Mann,&#10;Er kommt und mißt dem Peterle&#10;Die ersten Hosen an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er nimmt sein Buch und Metermaß,&#10;Schreibt sich die Zahlen auf,&#10;Und wenn der Bub nicht stille steht,&#10;Kriegt er eins hinten drauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Du lieber Meister Piekenich,&#10;Mach die Hosen schön,&#10;Ich will ja unter den Linden&#10;Damit spazieren gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle kleinen Jungens&#10;Gucken nach mir hin&#10;Und sehn an meinen Höschen,&#10;Das ich auch ein Junge bin!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Fabrik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fabrik/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fabrik/</guid><description>&lt;p&gt;Düster, breit, kahl und eckig&#10;Liegt im armen Vorort die Fabrik.&#10;Zuckend schwillt, schrill und brutal&#10;Aus den Toren Maschinen-Musik.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlot und Rohr und Schlot und Schlot,&#10;Heißdurchkochtes Turmgestein,&#10;Speien dickes Qualmgewölk&#10;Ueber traurigstarre Häuser, Straßenkot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tausend Mann, Schicht um Schicht,&#10;Saugt die laute Arbeits-Hölle auf.&#10;Zwingt sie all in harte Pflicht&#10;Stunde um Stunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis der Pfiff heiser gellt:&#10;Aus offnem Tore strömen dann&#10;Mädchen, Frauen, Mann und Mann –&#10;Blasses Volk – müde – verquält –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die feinen Ohren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-feinen-ohren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-feinen-ohren/</guid><description>&lt;p&gt;(Meiner Mutter)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du warst allein,&#10;ich sah durchs Schlüsselloch&#10;den matten Schein&#10;der späten Lampe noch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was stand ich nur und trat nicht ein?&#10;Und brannte doch,&#10;und war mir doch, es müßte sein,&#10;daß ich noch einmal deine Stirne strich&#10;und zärtlich flüsterte: Wie lieb′ ich dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die alte böse Scheu,&#10;dir ganz mein Herz zu zeigen,&#10;sie quält mich immer neu.&#10;Nun lieg′ ich durch die lange Nacht&#10;und horche in das Schweigen -&#10;ob wohl ein weißes Haupt noch wacht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Forelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-forelle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-forelle/</guid><description>&lt;p&gt;In einem Bächlein helle.&#10;Da schoss in froher Eil&#10;Die launische Forelle&#10;Vorüber wie ein Pfeil.&#10;Ich stand an dem Gestade&#10;Und sah in süßer Ruh&#10;Des muntern Fisches Bade&#10;Im klaren Bächlein zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Fischer mit der Rute&#10;Wohl an dem Ufer stand&#10;Und sahs mit kaltem Blute,&#10;Wie sich das Fischlein wand.&#10;So lang dem Wasser Helle,&#10;So dacht ich, nicht gebricht,&#10;So fängt er die Forelle&#10;Mit seiner Angel nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die fremde Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fremde-stadt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fremde-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel ist aus viel Zement gemauert,&#10;Sehr nah. Und grell mit Tünche übermalt&#10;Von jenem Blau, das Litfaßsäule strahlt;&#10;Aus Winkeln, dumpf und schwer, Verhängnis lauert,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Ecken starren, oh so todumschauert, -&#10;Klippen, - ich Woge, jählings dran zerschellt,&#10;Bis mich die Flut zerschmettert weiterwellt.&#10;In diesem Autopfiff, der Nächte überdauert,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ging mir die ewige Seligkeit verloren.&#10;- Oh Engelstimmen, oh Gesang der Harfen,&#10;Gebetshauch, Palmenduft, oh Flügelwehn! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gäste der Buche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gaeste-der-buche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gaeste-der-buche/</guid><description>&lt;p&gt;Mietegäste vier im Haus&#10;Hat die alte Buche.&#10;Tief im Keller wohnt die Maus,&#10;Nagt am Hungertuche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stolz auf seinen roten Rock&#10;Und gesparten Samen&#10;sitzt ein Protz im ersten Stock;&#10;Eichhorn ist sein Namen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiter oben hat der Specht&#10;Seine Werkstatt liegen,&#10;Hackt und zimmert kunstgerecht,&#10;Daß die Späne fliegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem Wipfel im Geäst&#10;Pfeift ein winzig kleiner&#10;Musikante froh im Nest.&#10;Miete zahlt nicht einer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gedanken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Am Albanersee&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings von Kühlung sanft umgossen,&#10;Ruhend in des Haines Schooß,&#10;Von der heil′gen Fluth umflossen,&#10;Wieg′ ich mir Gedanken groß;&#10;Töne schweben hin und wieder&#10;In dem leichten Blätterspiel,&#10;Bilder tauchen auf und nieder&#10;Aus der Woge tief und kühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Grotte leicht umschleiert,&#10;Wo das Brünnlein perlend quillt,&#10;Weilt die Schwermuth still und feiert&#10;Ihrer Sehnsucht holdes Bild!&#10;In des hellen Aethers Räume&#10;Steigt des hehren Berges Haupt,&#10;Und jahrtausendalte Bäume&#10;Halten ihm die Stirn umlaubt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geschichte vom bösen Friederich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-boesen-friederich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-boesen-friederich/</guid><description>&lt;p&gt;Der Friederich, der Friederich,&#10;das war ein arger Wüterich!&#10;Er fing die Fliegen in dem Haus&#10;und riß ihnen die Flügel aus.&#10;Er schlug die Stühl und Vögel tot,&#10;die Katzen litten große Not.&#10;Und höre nur, wie bös er war:&#10;er peitschte seine Gretchen gar!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Brunnen stand ein großer Hund,&#10;trank Wasser dort mit seinem Mund.&#10;Da mit der Peitsch’ herzu sich schlich&#10;der bitterböse Friederich;&#10;und schlug den Hund, der heulte sehr,&#10;und trat und schlug ihn immer mehr.&#10;Da biß der Hund ihn in das Bein,&#10;recht tief bis in das Blut hinein.&#10;Der bitterböse Friederich,&#10;der schrie und weinte bitterlich.&#10;Jedoch nach Hause lief der Hund&#10;und trug die Peitsche in dem Mund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-hanns-guck-in-die-luft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-hanns-guck-in-die-luft/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Hanns zur Schule ging,&#10;stets sein Blick am Himmel hing.&#10;Nach den Dächern, Wolken, Schwalben&#10;schaut er aufwärts allenthalben.&#10;Vor die eignen Füße dicht,&#10;ja, da sah der Bursche nicht,&#10;also daß ein jeder ruft:&#10;»Seht den Hanns Guck-in-die-Luft!«&#10;Kam ein Hund dahergerannt;&#10;Hännslein blickte unverwandt&#10;in die Luft.&#10;Niemand ruft:&#10;»Hanns! Gib acht, der Hund ist nah!«&#10;Was geschah?&#10;Bauz! Perdauz! — da liegen zwei,&#10;Hund und Hännschen nebenbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gezeichneten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gezeichneten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gezeichneten/</guid><description>&lt;p&gt;Auf ihrem Haupt stand früh der Stern, vergilbt und äschern;&#10;Aber dann blieb durch Jahre alles ungeschehn.&#10;Fast schon glichen sie Jenen, die unter Sonnen gehn.&#10;Nur daß manchmal die Angst - wie Angst vor Häschern&#10;Dem Fliehenden - an ihre Ferse sprang&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht damals doch. Der träumte hin ins Blau.&#10;Auch Einer, tief gebogen, noch vom Tau&#10;Der Fron die Stirn beglänzt. Ein Mädchen sang&#10;Ein leises Lied aus kaum entblößtem Munde -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Goldgräber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-goldgraeber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-goldgraeber/</guid><description>&lt;p&gt;Sie waren gezogen über das Meer,&#10;Nach Glück und Gold stand ihr Begehr,&#10;Drei wilde Gesellen, vom Wetter gebräunt,&#10;Und kannten sich wohl und waren sich freund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hatten gegraben Tag und Nacht,&#10;Am Flusse die Grube, im Berge den Schacht,&#10;In Sonnengluten und Regengebraus&#10;Bei Durst und Hunger hielten sie aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und endlich, endlich, nach Monden voll Schweiß,&#10;Da sahn aus der Tiefe sie winken den Preis,&#10;Da glüht es sie an durch das Dunkel so hold,&#10;Mit Blicken der Schlange, das feurige Gold.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Grabrose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grabrose/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grabrose/</guid><description>&lt;p&gt;Du Grabesrose wurzelst wohl&#10;In ihres Herzens Schooß,&#10;Und ihres ew′gen Schlafes Hauch&#10;Zog deine Keime groß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du saugest Gluth und Lebenskraft&#10;Aus ihres Herzens Blut,&#10;Sie gab ja Freude stets und Lust&#10;Und gibt′s noch, wenn sie ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Lächeln und dein Duften stahlst&#10;Und schlürftest du aus ihr,&#10;Den rothen Kelch, den formtest du&#10;Aus ihren Wangen dir;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Purpurblätter sogest du&#10;Aus ihrem süßen Mund,&#10;Drum sind sie auch so roth und lind,&#10;So duftig und so rund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die heilige Drei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heilige-drei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heilige-drei/</guid><description>&lt;p&gt;In erster Morgenfrühe&#10;Naht Herzog Heinrich schon,&#10;Sich für des Tages Mühe&#10;Zu weihen, Gottes Thron.&#10;Die alternde Kapelle&#10;Verschwimmt noch halb im Duft,&#10;Doch ist er gleich zur Stelle,&#10;Er sucht nur eine Gruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er sie gefunden,&#10;Kniet er in Demut hin;&#10;Ein Mensch mit tausend Wunden,&#10;Sein Heil′ger, schläft darin.&#10;Dem Tor, in Erz getrieben,&#10;Sind treu durch Bildners Hand&#10;Die Kämpfe eingeschrieben,&#10;Die er im Fleisch bestand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Henne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-henne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-henne/</guid><description>&lt;p&gt;Es war mal eine Henne fein,&#10;Die legte fleißig Eier;&#10;Und pflegte denn ganz ungemein Wenn sie ein Ei gelegt zu schrein,&#10;Als wär im Hause Feuer.&#10;Ein alter Truthahn in dem Stall,&#10;Der Fait vom Denken machte,&#10;Ward bös darob, und Knall und Fall Trat er zur Henn und sagte:&#10;&amp;ldquo;Das Schrein, Frau Nachbarin, war eben nicht vonnöten;&#10;Und weil es doch zum Ei nichts tut,&#10;So legt das Ei, und damit gut!&#10;Hört, seid darum gebeten!&#10;Ihr wisset nicht, wie′s durch den Kopf mir geht.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Hm!&amp;rdquo; sprach die Nachbarin, und tät&#10;Mit einem Fuß vortreten,&#10;&amp;ldquo;Ihr wißt wohl schön, was heuer&#10;Die Mode mit sich bringt, Ihr ungezognes Vieh!&#10;Erst leg ich meine Eier,&#10;Denn rezensier ich sie&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Herzensfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-herzensfrau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-herzensfrau/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mittag liegt mit mir im Gras,&#10;Die Wolken ziehn tiefblaue Straß,&#10;Die Welt ist grün und weiß und blau,&#10;Zu mir setzt sich die Herzensfrau.&#10;&amp;ldquo;Rot,&amp;rdquo; spricht sie, &amp;ldquo;ist die ganze Welt,&#10;Wenn man zum Kuß den Mund hinhält.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hysterix</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hysterix/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hysterix/</guid><description>&lt;p&gt;Das hinterindische Stachelschwein&#10;(hystrix grotei Gray),&#10;das hinterindische Stachelschwein&#10;aus Siam, das tut weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entdeckst du wo im Walde drauß&#10;bei Siam seine Spur,&#10;dann tritt es manchmal, sagt man, aus&#10;den Schranken der Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann gibt sein Zorn ihm so Gewalt,&#10;daß, eh du dich versiehst,&#10;es seine Stacheln jung und alt&#10;auf deinen Leib verschießt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von oben bis hinab sodann&#10;stehst du gespickt am Baum,&#10;ein heiliger Sebastian,&#10;und traust den Augen kaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Keule des Ariovist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-keule-des-ariovist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-keule-des-ariovist/</guid><description>&lt;p&gt;Nun höret, wie geschehen&#10;Der Tod des Ariovist,&#10;Den Niemand hat gesehen&#10;Und doch passiret ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ritt in stillem Zoren&#10;Der Held, gemächlich faul,&#10;Ohn′ Sattel, Zaum und Sporen&#10;Auf seinem Schwabengaul.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einer Römerheerstraß,&#10;Die fest und bucklig war,&#10;Begegnet von der Quergaß&#10;Ihm ein verlaufnes Paar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es waren alte Römer,&#10;Ein Jüngling und ein Mann,&#10;Denn ihnen war′s bequemer,&#10;Zu lotteln hinten dran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vermuthlich Marodierer&#10;Von Cäsars wildem Heer,&#10;Spaniolen oder Syrer,&#10;Man weiß es halt nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die kleinen Geigerlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleinen-geigerlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleinen-geigerlein/</guid><description>&lt;p&gt;Die Tante wird Frau Helferin,&#10;Der Onkel wird ihr Mann,&#10;Wir wissen′s ganz gewiß, sie hat&#10;Das Hochzeitkleidchen an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt darf sie nicht mehr von ihm fort,&#10;Bleibt nicht viel Wochen fern;&#10;Das freut uns recht, wir gönnen′s ihr,&#10;Sie hat ihn ja so gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie bleibt bei ihm in seinem Haus,&#10;Sie hat ihn alle Tag;&#10;Sie macht ihm morgens den Kaffee&#10;Und kocht ihm, was er mag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie backt ihm Kuchen groß und süß&#10;Und viele Zwiebeln drin,&#10;Wie kriegt′s der Onkel doch so gut&#10;Bei seiner Helferin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lämmerwolke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-laemmerwolke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-laemmerwolke/</guid><description>&lt;p&gt;Es blökt eine Lämmerwolke&#10;am blauen Firmament,&#10;sie blökt nach ihrem Volke,&#10;das sich von ihr getrennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Bomst das Luftschiff &amp;ldquo;Gunther&amp;rdquo;&#10;vernimmt′s und fährt empor&#10;und bringt die Gute herunter,&#10;die, ach, so viel verlor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Bomst wohl auf der Weide,&#10;da schwebt sie nun voll Dank,&#10;drei Jungfraun in weißem Kleide,&#10;die bringen ihr Speis und Trank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als der Morgen gekommen,&#10;der nächste Morgen bei Bomst,&#10;da war sie nach Schrimm verschwommen,&#10;wohin du von Bomst aus kommst &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lieb ein Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lieb-ein-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lieb-ein-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Tief im Walde sitzen zwei,&#10;Leis′ umrauschet von den Bäumen,&#10;Und es sprudelt hell der Quell&#10;Und sie flüstern, kosen, träumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weh′, du süßer Liebestraum,&#10;Wenn wir dein erwachen,&#10;Wie es auch geschäh′ – o weh –&#10;Ob mit Weinen oder Lachen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lorelei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lorelei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lorelei/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,&#10;Das ich so traurig bin;&#10;Ein Märchen aus alten Zeiten,&#10;Das kommt mir nicht aus dem Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Luft ist kühl und es dunkelt,&#10;Und ruhig fließt der Rhein;&#10;Der Gipfel des Berges funkelt&#10;Im Abendsonnenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schönste Jungfrau sitzet&#10;Dort oben wunderbar,&#10;Ihr goldnes Geschmeide blitzet,&#10;Sie kämmt ihr goldenes Haar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kämmt es mit goldenem Kamme,&#10;Und singt ein Lied dabei;&#10;Das hat eine wundersame,&#10;Gewaltige Melodei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachtigallen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigallen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigallen/</guid><description>&lt;p&gt;Möchteâ€˜ wissen, was sie schlagen&#10;So schön bei der Nacht,&#10;â€šs ist in der Welt ja doch niemand,&#10;Der mit ihnen wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Wolken, die reisen,&#10;Und das Land ist so blaß,&#10;Und die Nacht wandert leise&#10;Durch den Wald übers Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nacht, Wolken, wohin sie gehen,&#10;Ich weiß es recht gut,&#10;Liegt ein Grund hinter den Höhen,&#10;Wo meine Liebste jetzt ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zieht der Einsiedel sein Glöcklein,&#10;Sie höret es nicht,&#10;Es fallen ihr die Löcklein&#10;Übers ganze Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ratten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ratten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ratten/</guid><description>&lt;p&gt;Im Hof scheint weiß der herbstliche Mond.&#10;Vom Dachrand fallen phantastische Schatten.&#10;Ein Schweigen in leeren Fenstern wohnt;&#10;Da tauchen leise herauf die Ratten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und huschen pfeifend hier und dort&#10;Und ein gräulicher Dunsthauch wittert&#10;Ihnen nach aus dem Abort,&#10;Den geisterhaft der Mondschein durchzittert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie keifen vor Gier wie toll&#10;Und erfüllen Haus und Scheunen,&#10;Die von Korn und Früchten voll.&#10;Eisige Winde im Dunkel greinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Realistin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-realistin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-realistin/</guid><description>&lt;p&gt;Rosetta behauptet, die Liebe&#10;Sei lediglich Schweinerei,&#10;Die man nur deshalb betriebe,&#10;Weil einem so wohl dabei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß Menschen an Liebe gestorben,&#10;Das sei nicht schwer zu verstehn.&#10;Sie hätten sich eben verdorben,&#10;Wie′s öfter pflegt zu geschehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie selber sähe das peinlich,&#10;Denn ein verliebtes Schwein,&#10;Das müsse auswendig so reinlich&#10;Wie ein Engel inwendig sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ruhe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ruhe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ruhe/</guid><description>&lt;p&gt;Vergebner, heißer Wunsch nach Ruh,&#10;Was sättigt dich? Was stillt die Schmerzen&#10;Des unruhvollen, bangen Herzen?&#10;Was heilt die tiefen Wunden zu?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Welt ist nichts zu finden.&#10;Reichthum, Wollust, Ehre schwinden,&#10;und uns bleibt, nach dem Genuß,&#10;Ekel und Verdruß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umsonst such ich ein dauernd Glück&#10;In allen Gütern dieses Lebens.&#10;Sie fliehn zu schnell, und, ach! vergebens&#10;Ruff ich, ermüdend, sie zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Jugend, deren Ende&#10;Ich durch Suchen nach verschwende,&#10;Meine beste Zeit verschwand,&#10;Eh ich Ruhe fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schmiede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schmiede/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schmiede/</guid><description>&lt;p&gt;Wie kann der alte Apfelbaum&#10;So lockre Früchte tragen,&#10;Wo Mistelbüsch′ und Mooses Flaum&#10;Aus jeder Ritze ragen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halb tot, halb lebend, wie ein Prinz&#10;In einem Ammenmärchen,&#10;Die eine Seite voll Gespinns,&#10;Wurmfraß und Flockenhärchen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Langt mit der andern, üppig rot,&#10;Er in die Funkenreigen,&#10;Die knatternd aus der Schmiede Schlot&#10;Wie Sternraketen steigen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein zweiter Scävola hält Jahr&#10;Auf Jahr er seine Rechte&#10;Der Glut entgegen, die kein Haar&#10;Zu sengen sich erfrechte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schwaben im Winkel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwaben-im-winkel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwaben-im-winkel/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die süddeutschen Dichter, welche im schwäbischen Winkel sitzen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt her, die ihr mit feinen Witzen,&#10;Mit Nadelspitzen euch bewehrt!&#10;Die Schwaben, &amp;ldquo;die im Winkel sitzen,&amp;rdquo;&#10;Erwarten euch am frommen Herd!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennt ihr auch wohl den schnöden Winkel,&#10;Das düstre Haus, das uns umzirkt? -&#10;Smaragdnes Weinlaub, goldner Dinkel&#10;Hat Wand und Estrich ihm durchwirkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn der Flocken trüb Gewimmel&#10;Noch lang verfinstert eure Luft,&#10;Spannt schon ein frühlingsblauer Himmel&#10;Sein Dach aus über Blütenduft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schwierigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwierigkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwierigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;In ein großes Verhältnis, das fand ich oft, ist die Einsicht&#10;Leicht, das Kleinliche ists, was sich mit Mühe begreift.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die seeligen Augenblike</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seeligen-augenblike/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seeligen-augenblike/</guid><description>&lt;p&gt;an Laura.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laura, über diese Welt zu flüchten&#10;Wähn ich - mich in Himmelmaienglanz zu lichten&#10;Wenn dein Blik in meine Blike flimmt,&#10;Ätherlüfte träum’ ich einzusaugen,&#10;Wenn mein Bild in deiner sanften Augen&#10;Himmelblauem Spiegel schwimmt; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leyerklang aus Paradises Fernen,&#10;Harfenschwung aus angenehmern Sternen&#10;Ras’ ich in mein trunken Ohr zu ziehn,&#10;Meine Muse fühlt die Schäferstunde,&#10;Wenn von deinem wollustheißem Munde&#10;Silbertöne ungern fliehn; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Amoretten seh ich Flügel schwingen,&#10;Hinter dir die trunknen Fichten springen&#10;Wie von Orpheus Saitenruf belebt,&#10;Rascher rollen um mich her die Pole,&#10;Wenn im Wirbeltanze deine Sole&#10;Flüchtig wie die Welle schwebt; -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Seestädte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seestaedte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seestaedte/</guid><description>&lt;p&gt;Vor allen Städten seid ihr Meeresbräute&#10;Die herrlichsten; der Tiefe Schätze quellen&#10;Zu euch empor, des Glückes Segel schwellen&#10;An euren Strand der fernsten Länder Beute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da, Tyrus, Indien dir Weihrauch streute,&#10;Und da, Korinth, zu deinen Marmorschwellen&#10;Der Römer kam, da auf den hohen Wellen&#10;Dein Leu, Venedig, allen Flaggen dräute;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da war′s, da zog der Ruhm durch Siegestore,&#10;Da schien die Mittagsglut von goldnen Dächern&#10;Auf Heldenbilder längs der Korridore.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die sieben Hügel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sieben-huegel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sieben-huegel/</guid><description>&lt;p&gt;Auf grüner grüner Haide&#10;Stehn sieben Hügelein.&#10;Es flüstern Wind&amp;rsquo; im schaurigen Thal,&#10;Es tanzen Elfen auf mondlichem Strahl.&#10;Singt, Mädlein, auf grüner Haide,&#10;Singt: &amp;ldquo;Leide! Leide! Leide!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im tiefen Wiesengrunde&#10;Glänzt fern ein Weiher hell.&#10;Es klagen Unken aus tiefem Moor,&#10;Es steigen Gebilde so dunstig empor.&#10;Singt, Mädlein, auf grüner Haide,&#10;Singt: &amp;ldquo;Leide! Leide! Leide!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier war vor grauen Jahren&#10;Ein König, reich und groß.&#10;Er war gezogen in Krieg und Schlacht,&#10;Hatt&amp;rsquo; nicht der sieben Töchterlein dacht.&#10;Singt, Mädlein, auf grüner Haide,&#10;Singt: &amp;ldquo;Leide! Leide! Leide!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Söhne Haruns</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-soehne-haruns/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-soehne-haruns/</guid><description>&lt;p&gt;Harun sprach zu seinen Kindern Assur, Assad, Scheherban:&#10;&amp;ldquo;Söhne, werdet ihr vollenden, was ich kühnen Muts begann?&#10;Seit ich Bagdads Thron bestiegen, bin von Feinden ich umgeben!&#10;Wie befestigt ihr die Herrschaft? Wie verteidigt ihr mein Leben?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Assur ruft, der feurig schlanke: &amp;ldquo;Schleunig werb ich dir ein Heer,&#10;Zimmre Masten, webe Segel! Ich bevölkre dir das Meer!&#10;Rosse schul ich. Säbel schmied ich. Ich erbaue dir Kastelle.&#10;Dir gehören Stadt und Wüste! Dir gehorchen Strand und Welle!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sonnenblumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonnenblumen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonnenblumen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr goldenen Sonnenblumen,&#10;Innig zum Sterben geneigt,&#10;Ihr demutsvollen Schwestern&#10;In solcher Stille&#10;Endet Helians Jahr&#10;Gebirgiger Kühle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da erbleicht von Küssen&#10;Die trunkne Stirn ihm&#10;Inmitten jener goldenen&#10;Blumen der Schwermut&#10;Bestimmt den Geist&#10;Die schweigende Finsternis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Spinnen und die Fliegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spinnen-und-die-fliegen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spinnen-und-die-fliegen/</guid><description>&lt;p&gt;In einem Schlößchen, das verlassen&#10;Und darum halb verfallen stand,&#10;Herbergten in den öden Räumen&#10;Viel Dutzend Spinnen an der Wand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gesundheithalber aber mochte&#10;Der letzte der Insassen hier,&#10;Zerbrochne Scheiben nicht vertragen,&#10;Und flickte alle mit Papier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schnitt dadurch den vielen Spinnen&#10;Der Nahrung Zufuhr gründlich ab,&#10;Von außen kam nicht eine Fliege,&#10;Wie es bald innen keine gab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die netzewebende Gemeine&#10;Die wußte nicht, wie ihr geschah,&#10;Und war nach langem grimmen Fasten&#10;Dem bittern Hungertode nah′.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Spinnerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spinnerin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spinnerin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich saß und spann vor meiner Thür,&#10;Da kam ein junger Mann gegangen;&#10;Sein braunes Auge lachte mir,&#10;Und röther glühten seine Wangen.&#10;Ich sah vom Rocken auf und sann&#10;Und saß verschämt, und spann und spann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gar freundlich bot er guten Tag&#10;Und trat mit holder Scheu mir näher;&#10;Mir ward so angst; der Faden brach;&#10;Das Herz im Busen schlug mir höher.&#10;Betroffen knüpft&amp;rsquo; ich wieder an&#10;Und saß verschämt, und spann und spann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stadt im Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt-im-meer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt-im-meer/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist des Todes Residenz,&#10;Diese seltsame Stadt im fernen Westen.&#10;Hier thront er und erteilt Audienz&#10;Den Bösen und Guten, den Schlimmsten und Besten.&#10;Hier stehen mächtige Säulenhallen&#10;(Zermorschtes Gemäuer, das nicht zittert)&#10;Neben Kapellen und Kathedralen&#10;Und hohen Palästen, schwarz und verwittert.&#10;Ringsum, vom Winde vergessen, ruht,&#10;Wie schlafend, eine eisige Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Strahl aus dem himmlischen Gewölbe&#10;Fällt auf das Dunkel dieser Stadt;&#10;Doch einen Schimmer, traurig und matt,&#10;Entsendet das Meer, das rötlich gelbe.&#10;Und der kriecht hinauf an dunklen Palästen,&#10;An babylonischen Türmen und Vesten.&#10;Der kriecht empor an eisernen Kerkern&#10;Und schattigen, ausgestorbenen Erkern.&#10;Der schlängelt sich aufwärts an Säulenhallen&#10;Und an gigantischen Kathedralen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Statue einer Nymphe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-statue-einer-nymphe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-statue-einer-nymphe/</guid><description>&lt;p&gt;Am plätschernden Geräusch der Welle&#10;Entschlief ich Nymphe dieser Quelle.&#10;Du, der herab zum baden steigt,&#10;Du, der zu trinken, o schweigt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stiftung Cappenbergs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stiftung-cappenbergs/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stiftung-cappenbergs/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond mit seinem blassen Finger&#10;Langt leise durch den Mauerspalt&#10;Und kostet, streifend längs dem Zwinger,&#10;Norbertus′ Stirne feucht und kalt.&#10;Der lehnt an bröckelndem Gestein,&#10;Salpeterflocken seine Daunen,&#10;An seinem Ohre Heimchen raunen,&#10;Und wimmelnd rennt das Tausendbein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und überm Haupte fühlt er′s beben,&#10;Da geht es hoch, da zecht es frisch,&#10;In Pulsen schäumend pocht das Leben,&#10;Die Humpen tanzen auf dem Tisch.&#10;Der Graf von Arnsberg gibt ein Fest,&#10;Dem Schwiegersohn der graue Schwäher;&#10;So mehr er trinkt, so wird er zäher,&#10;So wirrer steht sein Lockennest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stimme aus dem Grab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stimme-aus-dem-grab/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stimme-aus-dem-grab/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Königssöhne standen zu Nacht,&#10;gelehnt an hohen Lanzenstab,&#10;und hielten vor einem Berg die Wacht,&#10;der Berg war ihres Vaters Grab.&#10;Von Wolken oft umsponnen,&#10;sah Mondlicht wechselnd drein;&#10;da ward Gespräch begonnen&#10;also von diesen zwein:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;”O Bruder mein, was denkst du wohl,&#10;bracht uns der Hirt wahrhafte Mär,&#10;daß dort in Vaters Berggrab hohl&#10;ein lust′ges Singen zu hören war?&#10;Mich dünkte, es kann nicht hausen&#10;bei Toten heller Klang;&#10;er fänd im kalten Grausen&#10;wohl schlechten Liebesdank.”&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Susannen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-susannen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-susannen/</guid><description>&lt;p&gt;Euch aber dort, euch kenn ich! Seht, schreib ich dies Wort euch: ×©×•×–×× ×&#10;Schwarz auf weiß hin: was gilts? denkt ihr - ich sag nur nicht, was.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Tempel von Agrigent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tempel-von-agrigent/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tempel-von-agrigent/</guid><description>&lt;p&gt;Glanzreichste Tochter, dor′sche, des Ruhmes voll&#10;Und Goldes, stolz am Ufer des Akragas,&#10;Am Heerd, dem nährenden, der Waffen&#10;Blut′gen Triumph mit der Lust vertauschend,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die aus olymp′schem Göttergelage nur&#10;Dem Sterblichen hellen′scher Geburt des Zeus&#10;Huldgöttinnen ins schöne Leben&#10;Hauchten, Persephones heil′ger Wohnsitz,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch sinn′ ich, ob Ortygias Fall, ob nicht&#10;Dein Sturz ein schicksalschwereres Loos dem Gott&#10;In zweifelhafter Hand geschwanket,&#10;Königin, holde, der blum′gen Hügel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Folg′ ich dem Strom festfeiernden, bunten Volks&#10;Zur heil′gen Anhöh′? Ueber die Felsmau′r ragt&#10;Der Säulen dor′sche Majestät, von&#10;Kränzen geschmückt der gewalt′ge Tempel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Titel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-titel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-titel/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Geheime-Ober-Hof-Buch-Drucker.&amp;rdquo;&#10;Der seltne Titel geht im Kopfe mir herum.&#10;Nach Unten wirkt der Druck, und taugt nicht zum Geheimen.&#10;Doch im Observatorium,&#10;Da sitzt - das wird sich besser reimen, -&#10;Der Offenbare-Ober-Himmel-Sterne-Gucker.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Türkin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tuerkin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tuerkin/</guid><description>&lt;p&gt;Leise Abendwinde necken&#10;Buhlerisch den Myrthenhain,&#10;Bergen sich in Lorbeerhecken,&#10;Wiegen dort die Blüthen ein;&#10;Flattern weiter dann zum Meere,&#10;Das in einer wilden Nacht&#10;Gott als eine Liebeszähre&#10;Einst der Erde gleichgemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mild umgaukeln bunte Lichter&#10;Schon des Abends goldnes Thor;&#10;Schweigend aus dem Dorf der Richter&#10;Tritt ein stolzes Weib hervor:&#10;Und auf öder Felsenklippe,&#10;Welche nach den Wogen faßt,&#10;Hält sie - Seufzer auf der Lippe&#10;Eine kurze Sclavenrast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die verborgenen Güter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verborgenen-gueter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verborgenen-gueter/</guid><description>&lt;p&gt;Daß die Zeit im Traum sich dehnt,&#10;Daß ein tatenvolles Leben&#10;In Minuten sich begeben,&#10;Wie es Märchenlust ersehnt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Muß es uns in unserm Wahn&#10;Nicht an falsche Maße mahnen,&#10;Die wir setzen unsern Bahnen,&#10;Armer Tagsicht untertan?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O viel reicher ist das Sein,&#10;Als die karge Sonne kündet -&#10;Tausend Welten unergründet,&#10;Ewigkeiten schließt es ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die verlorene Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verlorene-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verlorene-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ohne Glück und unrasiert,&#10;Meine Hosen drehn sich in Spiralen.&#10;Meinen Hut hat mir ein Herr entführt,&#10;Ohne ihn entsprechend zu bezahlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Gummischuhe weilen wo?&#10;Ebendort zweihundert Manuskripte,&#10;Die der Straßenreiniger rauh und roh&#10;In den Exkrementenkasten schippte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Goldne Nadel, die den Schlips bestach!&#10;O ihr braunpunktierten Oberhemden!&#10;Eines zieht das zweite andre nach;&#10;Meine Heimat wandelt unter Fremden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wäscherin stahl mir das letzte Glück.&#10;Die Vermieterin möblierter Höhlen&#10;Legt mir auf den Nachttisch Beil und Strick,&#10;Um mir zart das Jenseits zu empfehlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die verzauberte Jungfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verzauberte-jungfrau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verzauberte-jungfrau/</guid><description>&lt;p&gt;Die Jungfrau, die verzaubert dort&#10;Sitzt in der Höhle Grunde,&#10;Hat auf Erlösung fort und fort&#10;Gewartet bis zur Stunde;&#10;Wer sich an die Erlösung wagt,&#10;Muß einen Kuß nur unverzagt&#10;Aufdrücken ihrem Munde.&#10;Allein beim Küssen ziert sie sich,&#10;Und gar nicht hold jungfräulich,&#10;Verwandelnd umgebiert sie sich&#10;In viel Gestalten greulich,&#10;Daß nur ein unerschrockner Mann&#10;Es ansehn und sie küssen kann,&#10;Wie sie sich stellt abscheulich.&#10;Da war ein Schneider jung und keck,&#10;Der kühnste Mann auf Erden,&#10;Dem saß das Herz am rechten Fleck:&#10;Magst du dich nur gebärden!&#10;Und was du tust und was du sagst,&#10;Und wie du dich verwandeln magst,&#10;Du sollst erlöset werden.&#10;Die Jungfrau ward von Angesicht&#10;Zum schrecklichsten der Drachen;&#10;Der tapfre Schneider zittert nicht,&#10;Und küßt sie auf den Rachen;&#10;Die Jungfrau wird ein grimmer Leu,&#10;Schon will der Schneider auch nicht scheu&#10;Zum Kuß sich fertig machen.&#10;Die Jungfrau wird zum Krokodil,&#10;Er will zum Kusse schreiten;&#10;Und wie sie sich verwandeln will,&#10;Er wird sie doch erstreiten.&#10;Zuletzt wird sie ein Ziegenbock,&#10;Da rennt er über Stock und Block:&#10;Dich mag der Teufel reiten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wahnsinnige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahnsinnige/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahnsinnige/</guid><description>&lt;p&gt;Es tanzt &amp;rsquo;ne Frau im Mondesschein,&#10;Die glänzt gar weit in die Nacht hinein,&#10;Ihr Kleid, das wallt, ihr Aug&amp;rsquo;, das blitzt,&#10;Wie wenn Demant an Felsen sitzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Blau Meer, komm&amp;rsquo; hergegangen,&#10;Lass dich holdsüß umfangen,&#10;Kränz&amp;rsquo; mir das Haupt mit Weiden,&#10;Musst schön grünblau mich kleiden!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bring&amp;rsquo; zart Gold und rot Gestein,&#10;Drin springt und tanzt das Herzblut mein,&#10;Ein Trauter trug&amp;rsquo;s an warmer Brust,&#10;Hat in die Flut hinweg gemusst.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wahnsinnige A.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahnsinnige-a/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahnsinnige-a/</guid><description>&lt;p&gt;Aus elysischen Gefilden, Myrthenhainen,&#10;Wo die abgeschiednen Geister Liebe weinen,&#10;Von kristallnen Bächen, die der Mond beglänzt&#10;Und ein Frühling ewig jung und lächelnd kränzt,&#10;Will ich einsam in zerrißnen Lumpen eilen,&#10;Meinen finstern liebeskranken Gram zu heilen.&#10;Luna blieb am Himmel spät,&#10;Fröhlich schwebte Mab im Tanze,&#10;Oberon voll Majestät&#10;Sah, wie Mars mit seiner Lanze&#10;Die Liebesgöttin verwunden thät.&#10;In jener Primel tief begraben&#10;Liegt er in hellen Tropfen Thau.&#10;Täglich soll dich meine Thräne laben,&#10;Daß du nicht welkst, o Blümchen, auf der Au.&#10;Denn seit Er tot ist, hab ich keine Freude mehr!&#10;Vergißmeinnicht und Rosen will ich finden,&#10;Ein Kränzchen meinem Freund zu binden.&#10;Statt der Musik erschall ein Seufzen um mich her!&#10;In einen holen Baum will ich mich niederlegen,&#10;Dem Tode lächeln, segnen das Verderben&#10;Und sterben.&#10;Raben, Katzen, Fledermäuse&#10;In der bängsten, fürchterlichsten Weise&#10;Sollen Wald und Felsen zum Gefühl bewegen!&#10;Uhus, Eulen&#10;Sollen mir mein Grablied heulen!&#10;Saht ihr ihn nicht? Wie ihm die schwarzen Augen brennen!&#10;Mädchen, fürchtet ihre Macht!&#10;Nehmt euer Herz in Acht!&#10;Wie würdet, würdet ihr dem Mann entfliehen können!&#10;Horch, horch der alte Charon!&#10;Er will nicht länger warten!&#10;Die Furien erheben ihre Peitschen,&#10;Und rufen: von hinnen! von hinnen!&#10;So kehr ich denn zurück woher ich kam.&#10;Die Welt ist viel zu toll, nichts lindert meinen Gram.&#10;Was soll ich länger schmachten?&#10;Die Lieb&amp;rsquo; ist alles Elends Same,&#10;Ist eine Seifenblas&amp;rsquo;, ein Schatten und ein Name,&#10;Den Narren bewundern und Weise verachten.&#10;Kalt und hungrig bin ich nun -&#10;Unter Blumen will ich ruhn,&#10;Träumend hin auf Himmelsmatten sinken,&#10;Götterspeise kosten, Nectar trinken&#10;Und singen:&#10;Wer heiter ist und froh,&#10;Kann jeden Gram bezwingen.&#10;Bei Waßer und auf Stroh&#10;Bin ich in meinem Sinn&#10;Zufriedner als die Königin,&#10;So lang ich ohne Feßel bin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wahnsinnige B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahnsinnige-b/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahnsinnige-b/</guid><description>&lt;p&gt;Aus elysischen Myrtenhainen,&#10;Wo abgeschiedne Liebende weinen,&#10;Von stillen Bächen mondbeglänzt,&#10;Die ewig blühender Frühling kränzt,&#10;Kommt mit Grabeslumpen umhangen,&#10;Kommt die arme Hanne hergegangen,&#10;Linderung wo und Ruhe zu erlangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ha! wie blutig, wie düster&#10;Der sinkende Mond da scheint!&#10;Wie im Pappelgeflüster&#10;Der Nachtigall Stimme weint!&#10;Wie dort am quelligen Berge,&#10;Wo Feuerwürmer glühn,&#10;Die Elfen, Nixen und Zwerge&#10;Den ringelnden Reigen ziehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In jener Primel Kelch begraben,&#10;Ruht Er, gekühlt von hellem Thau. -&#10;Täglich soll dich meine Thräne laben,&#10;Daß du nicht welkst, o Blümchen der Au!&#10;Denn seit man ihn begraben,&#10;Hat Hanne keine Freude mehr.&#10;Vergißmeinnicht und Rosen will ich finden,&#10;Ihm einen Totenkranz zu binden,&#10;Von meinen Thränen schwer.&#10;Nicht Glockenklang,&#10;Nicht Grabgesang,&#10;Mein Seufzer nur erschall umher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Weiber von Weinsberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weiber-von-weinsberg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weiber-von-weinsberg/</guid><description>&lt;p&gt;Wer sagt mir an, wo Weinsberg liegt?&#10;Soll sein ein wackres Städtchen,&#10;Soll haben, fromm und klug gewiegt,&#10;Viel Weiberchen und Mädchen.&#10;Kömmt mir einmal das Freien ein,&#10;So werd&amp;rsquo; ich eins aus Weinsberg frei&amp;rsquo;n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsmals der Kaiser Konrad war&#10;Dem guten Städtlein böse,&#10;Und rückt&amp;rsquo; heran mit Kriegesschar&#10;Und Reisigengetöse,&#10;Umlagert&amp;rsquo; es, mit Roß und Mann,&#10;Und schoß und rannte drauf und dran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als das Städtlein widerstand,&#10;Trotz allen seinen Nöten,&#10;Da ließ er, hoch von Grimm entbrannt,&#10;Den Herold &amp;rsquo;nein trompeten:&#10;Ihr Schurken, komm&amp;rsquo; ich &amp;rsquo;nein, so, wißt,&#10;Soll hängen, was die Wand bepißt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt/</guid><description>&lt;p&gt;(Einem Clown zugeeignet)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Tage stampfen über Menschentiere,&#10;In weichen Meeren fliegen Hungerhaie.&#10;In Kaffeehäusern glitzern Köpfe, Biere.&#10;An einem Mann zerreißen Mädchenschreie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewitter stürzen. Wälderwinde blaken.&#10;Gebete kneten Fraun in dünnen Händen:&#10;Der Herr Gott möge einen Engel senden.&#10;Ein Fetzen Mondlicht schimmert in Kloaken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Buchleser hocken still auf ihrem Leibe.&#10;Ein Abend taucht die Welt in lila Laugen.&#10;Ein Oberkörper schwebt in einer Scheibe.&#10;Tief aus dem Hirne sinken seine Augen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Welt ist im Frühling gemacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-ist-im-fruehling-gemacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-ist-im-fruehling-gemacht/</guid><description>&lt;p&gt;Im Frühling ward die Welt verneut und wiederbracht,&#10;Drum sagst du recht, daß sie im Frühling ist gemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Weltreihen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weltreihen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weltreihen/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist unser tuhn auff Erden?&#10;An die Welt geboren werden:&#10;Sprach- und ganglos in der wiegen&#10;Sonder eigne hülffe liegen:&#10;Kriechen / lauffen / stehen/ sizen /&#10;Hungern/ dürsten / frieren / schwizen:&#10;Eitle müh und arbeit tragen:&#10;Sich mit vielen sorgen plagen:&#10;Stets in todsgefahren schweben:&#10;Und zu letst den geist aufgeben:&#10;Wiedrum staub′ und asche werden /&#10;Das ist unser thun auff Erden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die wilde Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wilde-rose/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wilde-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Da droben auf einsamer Höhe&#10;Die wilde Rose blüht,&#10;Und wer sie von Ferne gesehen,&#10;In heißer Sehnsucht erglüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu ihr über Felsen und Klüfte&#10;Ein kühner Jäger klimmt.&#10;Schon ist er in nächster Nähe -&#10;Das Auge in Thränen ihm schwimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er will sie erfassen und pflücken.&#10;Da strauchelt jäh sein Fuß;&#10;Des Abgrunds finstere Tiefe&#10;Empfängt ihn mit kaltem Kuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da droben auf einsamer Höhe&#10;Die wilde Rose blüht,&#10;Und wer sie von Ferne gesehen.&#10;In heißer Sehnsucht erglüht. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeichen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeichen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeichen/</guid><description>&lt;p&gt;O Mädchen, durch all dein Lachen und Singen&#10;Vernehm′ ich ein leises Seufzen oft;&#10;Hoch klopft dir das Herz, als wollt′ es zerspringen,&#10;Von dem, was es fürchtet und träumt und hofft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Wolken über die blühenden Matten,&#10;Wie über wogende Saaten der Wind,&#10;So ziehen rastlos Gedankenschatten&#10;Ueber dein lächelndes Antlitz, Kind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lippen im wachenden Traume bewegst du,&#10;Es ist, als pflögst du mit Geistern Gespräch;&#10;Dann plötzlich die Augen zu Boden schlägst du,&#10;Und hocherrötend eilst du hinweg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeit geht schnell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-geht-schnell/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-geht-schnell/</guid><description>&lt;p&gt;Lieb Vöglein, vor Blüten&#10;Sieht man dich kaum!&#10;Vom dämmernd beglühten&#10;Flüsternden Baum,&#10;Wann von blitzenden Funken&#10;Sprühn Täler und Quell,&#10;Singst du frühlingstrunken -&#10;Aber die Zeit geht schnell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie balde muß lassen&#10;Sein′ Blätter der Wald,&#10;Die Blumen erblassen,&#10;Die Gegend wird alt,&#10;Erstarrt ist im Eise&#10;Der muntere Quell -&#10;Rüst die Flügel zur Reise,&#10;Denn die Zeit geht schnell!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeit ist hin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-ist-hin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-ist-hin/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zeit ist hin; du löst dich unbewußt&#10;Und leise mehr und mehr von meiner Brust;&#10;Ich suche dich mit sanftem Druck zu fassen,&#10;Doch fühl′ ich wohl, ich muß dich gehen lassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So laß mich denn, bevor du weit von mir&#10;Ins Leben gehst, noch einmal danken dir;&#10;Und magst du nie, was rettungslos vergangen,&#10;In schlummerlosen Nächten heimverlangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier steh′ ich nun und schaue bang zurück;&#10;Vorüberrinnt auch dieser Augenblick,&#10;Und wieviel Stunden dir und mir gegeben,&#10;Wir werden keine mehr zusammenleben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zürcher Glocken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zuercher-glocken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zuercher-glocken/</guid><description>&lt;p&gt;O, du wunderbarer grüner&#10;See, im schönen Schweizerland,&#10;Wie so lieblich sich die stolze&#10;Zürich schmiegt an deinen Rand!&#10;Hüben sanfte Rebenhügel&#10;Hingestreut wie ein Idyll,&#10;Drüben majestätsche Alpen,&#10;Schneebedecket, ernst und still.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Mann ruhst du dazwischen,&#10;Dem ein Zaubrer Alles lieh,&#10;Tiefsten Ernst und Morgenfrische,&#10;Frohe, starke Poesie.&#10;Lächelst in so holder Schöne -&#10;Fast Vergessen mich umstrickt,&#10;Dass mir von den grünen Höhen&#10;Auch ein Grab entgegen blickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Doppelter Krieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/doppelter-krieg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/doppelter-krieg/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sollten sich des Schönen Priester hassen,&#10;Wie sollten sie unedel sich bekriegen!&#10;Ein jeder wird dem andern gern erliegen,&#10;Das heißt, sich gern von ihm bewirten lassen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch freilich werden sie das Schwert erfassen,&#10;Den Pfuscher, der den Thron der Kunst bestiegen&#10;Und ihn schon dadurch schändet, zu besiegen,&#10;Weil dem vor Zorn die Götter selbst erblassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ist es dort? Ein anmutsvolles Ringen,&#10;Ob einer leisten solle, ob genießen,&#10;Ob füllen oder leeren bloß die Schale.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dorfkirche im Regen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dorfkirche-im-regen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dorfkirche-im-regen/</guid><description>&lt;p&gt;In Bogensprüngen tanzt der Regen&#10;Herab am steilen Kirchendach,&#10;Und unter ihren leisen Schlägen&#10;Wird ein verlornes Klingen wach:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als sängen alle, die entschliefen,&#10;Die einst sich mühten hier im Tal,&#10;Versammelt in der Kirche Tiefen&#10;Andächtig wieder den Choral!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schwerer fällt das Regenschauern,&#10;Und deutlicher ertönt der Chor -&#10;Und dichter hüllt die grauen Mauern&#10;Des trüben Tages Trauerflor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dr. Stauzius an seine Collegen.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dr-stauzius-an-seine-collegen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dr-stauzius-an-seine-collegen/</guid><description>&lt;p&gt;Das, meine Herren Brüder, ist&#10;Des Satanas infamste List&#10;Daß just die Ketzer, die wir ihm ergeben,&#10;So tugendhaft, ja fast gottesfürchtig leben,&#10;Wodurch der Schalk manch unverwahrt Gemüt&#10;Vom Glauben ab ins Netz der guten Werke zieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drei Hasen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-hasen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-hasen/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Hasen tanzen im Mondschein&#10;im Wiesenwinkel am See:&#10;Der eine ist ein Löwe,&#10;der andre eine Möwe,&#10;der dritte ist ein Reh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer fragt, der ist gerichtet,&#10;hier wird nicht kommentiert,&#10;hier wird an sich gedichtet;&#10;doch fühlst du dich verpflichtet,&#10;erheb sie ins Geviert,&#10;und füge dazu den Purzel&#10;von einem Purzelbaum,&#10;und zieh aus dem Ganzen die Wurzel&#10;und träum den Extrakt als Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wirst du die Hasen sehen&#10;im Wiesenwinkel am See,&#10;wie sie auf silbernen Zehen&#10;im Mond sich wunderlich drehen&#10;als Löwe, Möwe und Reh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drinklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drinklied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drinklied/</guid><description>&lt;p&gt;Wer ist doch immer so geschossen,&#10;daß ab dem lieben rebensaft,&#10;der unsers herzens trost und kraft,&#10;er unwürsch sein solt und verdrossen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dan was kan doch ohn drinken wehren?&#10;und ist nicht unter dem gedrank&#10;der wein das best, mit lob und dank&#10;vor allem, was naß, hoch zu ehren?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Besehet doch, freind, wan es regnet,&#10;wie durch den starken regenguß,&#10;bisweilen auch durch einen fluß&#10;das erdreich sich voll saufend segnet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dritte Ode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dritte-ode/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dritte-ode/</guid><description>&lt;p&gt;Sei gefühllos!&#10;Ein leichtbewegtes Herz&#10;Ist ein elend Gut&#10;Auf der wankenden Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Behrisch, des Frühlings Lächeln&#10;Erheitre deine Stirne nie;&#10;Nie trübt sie dann mit Verdruß&#10;Des Winters stürmischer Ernst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lehne dich nie an des Mädchens&#10;Sorgenverwiegende Brust,&#10;Nie auf des Freundes&#10;Elendtragenden Arm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon versammelt&#10;Von seiner Klippenwarte&#10;Der Neid auf dich&#10;Den ganzen, luchsgleichen Blick,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dehnt die Klauen,&#10;Stürzt und schlägt&#10;Hinterlistig sie&#10;Dir in die Schultern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du schläfst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-schlaefst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-schlaefst/</guid><description>&lt;p&gt;Du schläfst - so will ich leise flehen:&#10;O schlafe sanft! und leise will ich gehen,&#10;Daß dich nicht störe meiner Tritte Gang,&#10;Daß du nicht hörest meiner Stimme Klang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du segnest herrlich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-segnest-herrlich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-segnest-herrlich/</guid><description>&lt;p&gt;Du segnest herrlich&#10;Das frische Feld,&#10;Im Blütendampfe&#10;Die volle Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mädchen, Mädchen,&#10;Wie lieb′ ich dich!&#10;Wie blickt dein Auge!&#10;Wie liebst du mich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So liebt die Lerche&#10;Gesang und Luft,&#10;Und Morgenblumen&#10;Den Himmelsduft,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ich dich liebe&#10;Mit warmem Blut,&#10;Die du mir Jugend&#10;Und Freud und Mut&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu neuen Liedern&#10;Und Tänzen gibst.&#10;Sei ewig glücklich,&#10;Wie du mich liebst!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du und ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-und-ich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-und-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Du und ich!&#10;Wunschlose Seligkeit&#10;Strömt deine Nähe über mich.&#10;Der Alltag wird zur Sonntagszeit,&#10;Unsterblich schlingt das Leben sich&#10;Um uns. Und Menschengöttlichkeit&#10;Fühl′ ich bei dir durch dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was einst gewesen, weiß ich kaum.&#10;Die enge Welt wird weiter Raum.&#10;Und Holz wird Eisen, Eisen Holz&#10;Und Stolz wird Demut, Demut Stolz.&#10;Gar wunderbare Weisen&#10;Singt dann bei seinen Kreisen&#10;Mein Blut im Paradies für mich.&#10;Es haben alle Wünsche Ruh′, -&#10;Ich weiß nicht mehr, wer bist dann du.&#10;Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du verstecktes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-verstecktes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-verstecktes/</guid><description>&lt;p&gt;Du verstecktes&#10;Zugedecktes&#10;Eingeschnecktes&#10;Ausgehecktes&#10;Schwarzgelocktes&#10;Leichtgesocktes&#10;Heiß geminntes&#10;Weis gesinntes&#10;Leis, geschwindes&#10;Spiel des Windes&#10;Sehend blindes&#10;Fein geschnürtes&#10;Bein geziertes&#10;Heiß ersehntes&#10;Leis versöhntes&#10;Gold verwöhntes&#10;Hold verschöntes&#10;Huld gekröntes&#10;Viel geprüftes&#10;Nur verbrieftes&#10;Und vertieftes&#10;Nie verschieftes&#10;All geliebtes&#10;Mir betrübtes&#10;Und geübtes&#10;Viel gereistes&#10;Mehl gespeistes&#10;Seel umkreistes&#10;Nie erzieltes&#10;Nie verspieltes&#10;Leicht gezäumtes&#10;Aufgeräumtes&#10;Mut gebäumtes&#10;Blut durchschäumtes&#10;Glut gesäumtes&#10;Leicht zu Pferdchen&#10;Tiefgelehrtchen&#10;Huldgebärdchen&#10;Treugefährtchen&#10;Unversehrtchen&#10;Harfenistin&#10;Scharfe Christin&#10;Bunt Palettchen&#10;Schlüsselkettchen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 5</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-5/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-5/</guid><description>&lt;p&gt;Frau Hertha Koenig zugeeignet&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer aber sind sie, sag mir, die Fahrenden, diese ein wenig&#10;Flüchtigern noch als wir selbst, die dringend von früh an&#10;wringt ein wem - wem zuliebe&#10;niemals zufriedener Wille? Sondern er wringt sie,&#10;biegt sie, schlingt sie und schwingt sie,&#10;wirft sie und fängt sie zurück; wie aus geölter,&#10;glatterer Luft kommen sie nieder&#10;auf dem verzehrten, von ihrem ewigen&#10;Aufsprung dünneren Teppich, diesem verlorenen&#10;Teppich im Weltall.&#10;Aufgelegt wie ein Pflaster, als hätte der Vorstadt-&#10;Himmel der Erde dort wehegetan.&#10;Und kaum dort,&#10;aufrecht, da und gezeigt: des Dastehns&#10;großer Anfangsbuchstab . . . , schon auch, die stärksten&#10;Männer, rollt sie wieder, zum Scherz, der immer&#10;kommende Griff, wie August der Starke bei Tisch&#10;einen zinnenen Teller.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ebenbild unseres Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ebenbild-unseres-lebens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ebenbild-unseres-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch, das Spiel der Zeit, spielt, weil er allhie lebt&#10;im Schauplatz dieser Welt; er sitzt, und doch nicht feste.&#10;Der steigt, und jener fällt, der suchet die Paläste&#10;und der ein schlechtes Dach; der herrscht, und jener webt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gestern war, ist hin; was itzt das Glück erhebt,&#10;wird morgen untergehn; die vorhin grüne Äste&#10;sind nunmehr dürr und tot; wir Armen sind nur Gäste,&#10;ob den′ ein scharfes Schwert an zarter Seide schwebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Een Boot is noch buten!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/een-boot-is-noch-buten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/een-boot-is-noch-buten/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ahoi! Klaas Nielsen und Peter Jehann!&#10;Kiekt nach, ob wi noch nich to Mus sind!&#10;Ji hewt doch gesehn dem Klabautermann?&#10;Gott Lob, dat wi wedder to Hus sind!&amp;rdquo;&#10;Die Fischer riefen&amp;rsquo;s und stiessen ans Land&#10;und zogen die Kiele bis hoch auf den Strand,&#10;denn dumpf an rollten die Fluten;&#10;Han Jochen aber rechnete nach&#10;und schüttelte finster sein Haupt und sprach:&#10;&amp;ldquo;Een Boot is noch buten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ernster keuchte die braune Schaar&#10;dem Dorf zu über die Dünen,&#10;schon grüssten von fern mit zerwehtem Haar&#10;die Frau&amp;rsquo;n an den Gräbern der Hünen.&#10;Und &amp;ldquo;Korl!&amp;rdquo; hiess es und &amp;ldquo;Leiw Marie!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;&amp;rsquo;t is doch man schön, dat ji wedder hie!&amp;rdquo;&#10;Dumpf an rollten die Fluten -&#10;&amp;ldquo;Un Hinrich, min Hinrich? Wo is denn dee?!&amp;rdquo;&#10;Und Jochen wies in die brüllende See:&#10;&amp;ldquo;Een Boot is noch buten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eiertanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eiertanz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eiertanz/</guid><description>&lt;p&gt;Magst du, statt einfach zu geh&amp;rsquo;n, zu stehn&amp;rsquo;n,&#10;Einen Eiertanz lieber tanzen,&#10;Mußt in die höchste Gesellschaft geh&amp;rsquo;n,&#10;Unter Orden und Litzen, Spitzen und Fransen,&#10;Mußt auf glattem Boden dich dreh&amp;rsquo;n.&#10;Da tanze nach Lust&#10;Mit gehobener Brust!&#10;Nur rutsche nicht aus, zertritt kein Ei,&#10;Sonst ist die Herrlichkeit vorbei. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ja! Dann werde du eben wieder&#10;Johann, der muntere Seifensieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eifersucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eifersucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eifersucht/</guid><description>&lt;p&gt;Vorzustellen: Michael Jaroschin - untertänigst - ist mein Name.&#10;Wohlgeboren, Hochgeboren auf dem Berge Gaurisankar.&#10;Sah von oben stets nach unten, von den Gletschern in die Täler,&#10;Von den Wolken auf die Wipfel, von der Sonne auf die Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so sah ich eines Tages - vorzustellen: Michael Jaroschin,&#10;Sonnengott von Profession - sah ich eines Tages nachts&#10;(Jaroschin scheint auch des Nachts), sah ich&#10;Durch ein unverhangnes Fenster&amp;hellip; die geliebte Frau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eigentum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eigentum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eigentum/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß, daß mir nichts angehört&#10;Als der Gedanke, der ungestört&#10;Aus meiner Seele will fließen,&#10;Und jeder günstige Augenblick,&#10;Den mich ein liebendes Geschick&#10;Von Grund aus läßt genießen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein böser Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-boeser-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-boeser-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Dort, Liebste, wo die Ruh nichts störet,&#10;Die die Zufriedenheit mir schenket,&#10;In jenem anmuthsvollen Busche&#10;Vergnügte ich mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zephirs hascheten sich scherzend;&#10;Sie zischten, lispelnd, sich entgegen,&#10;Wie sie in schatticht düstern Grotten&#10;Die Spröden behorcht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Harmonische Gesäng der Vögel&#10;Befeurten die beglückte Liebe.&#10;Im nahen Felde schlug die Wachtel;&#10;Das Echo erscholl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Bach, der wie Kristallen blitzte,&#10;Schlung sich gekrümmt durch zweene Felsen.&#10;Mich lockte sein verliebtes Murmeln;&#10;Hier setzt ich mich hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Bürger spricht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-buerger-spricht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-buerger-spricht/</guid><description>&lt;p&gt;Am Sonntag geh ich gerne ins Café.&#10;Ich treffe viele meinesgleichen,&#10;Die sich verträumt die neuste Anekdote reichen -&#10;Und manche Frau im Negligé.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sitzt zwar meist bei einem eleganten&#10;Betrübten Herrn -&#10;Ich sitz bei meinen Anverwandten&#10;Und streichle sie von fern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich streichle ihre hold entzäumten Glieder&#10;Und fühle ihr ein wenig auf den Zahn.&#10;Der Ober lächelt freundlich auf mich nieder.&#10;Ein junger Künstler pumpt mich an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein bürgerliches Schicksalslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-buergerliches-schicksalslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-buergerliches-schicksalslied/</guid><description>&lt;p&gt;Der Pflicht vergessen&#10;Wir Fische nie;&#10;Haben viel Müh&#10;Und karg zu essen,&#10;Baun spät und früh&#10;Uns luftge Schlösser,&#10;Hätten′s gern besser&#10;Statt immer schlimmer&#10;Und raten immer&#10;Und treffen′s nie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein deutscher Postillion</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-deutscher-postillion/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-deutscher-postillion/</guid><description>&lt;p&gt;Es fuhr der Herr von Zavelstein&#10;Gar lustig in die Welt hinein,&#10;Und vor ihm auf dem Kutscherthron&#10;Saß Michel hoch als Postillion,&#10;Ein Kern als wie ein Riese.&#10;Und fort gings durch den Böhmerwald,&#10;Da plötzlich tönt ein donnernd: Halt!&#10;Zwei Räuber nahn; doch kämpft voll Mut&#10;Der edle Herr, schon fließt sein Blut&#10;Aus mancher tiefen Wunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Postillion schaut ruhig drein,&#10;Da ruft der Herr von Zavelstein:&#10;&amp;ldquo;Nehmt alles, nur gerbt mir dem Hund&#10;Dort auf dem Bock das Fell erst wund,&#10;Der mich so feig verlassen!&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Gebet an den Mars</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gebet-an-den-mars/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gebet-an-den-mars/</guid><description>&lt;p&gt;Du Gott des Krieges, laß die Erde!&#10;Dein Schritt, mit Blut bemerkt, ist fürchterlich, ist schwer,&#10;Verändre doch die schreckliche Gebärde,&#10;Und schüttle länger nicht den Speer.&#10;Dein wartet der Olymp, und Amor mit dem Bogen&#10;Lauscht an der Mutter Fuß. Steig von des Mordens Bahn&#10;Zur Göttin; dann betrüg&amp;rsquo; den schlafenden Vulkan,&#10;Wie er vor Zeiten ward betrogen.&#10;Von Waffenschmieden ist er matt,&#10;Wie Venus, die nach dir sechs Jahr geschmachtet hat.&#10;Wie reizend liegt sie da im Elisäer Lenze!&#10;Die Nymphe windet dir und Venus Mirtenkränze,&#10;Mit Blumen untermengt. Schon gießt sie Nektartrank&#10;In goldne Schaalen ein; und wenn auch Götter krank&#10;Für heißer Sehnsucht sind, so ist&amp;rsquo;s gewiß Cythere!&#10;Horch im Getümmel auf, sie seufzet göttlich, höre!&#10;Begieb vom Kampfplatz dich zurück,&#10;Geharnischt wie du bist, an Haupt, an Arm und Fuße.&#10;Cupido zieht dich aus, und deinem ersten Kusse&#10;Dankt unsre ganze Welt ihr Glück.&#10;Der Zorn in einer Frau rief, Mavors, dich hernieder,&#10;Die Sehnsucht einer Frau hol&amp;rsquo; dich den Göttern wieder,&#10;Und ewig komm&amp;rsquo; uns nicht zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Hand-Buch?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-hand-buch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-hand-buch/</guid><description>&lt;p&gt;Ob sich eine Laune fände,&#10;Die mir eure Chronik schriebe,&#10;Sinngetreu, ihr meine Hände:&#10;Nacht- und Tagebuch der Liebe?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fändest du vielleicht es reizend,&#10;Rechte Hand, mir zu Gefallen,&#10;Stil-ertastend, finger-spreizend,&#10;Einst-Umkralltes zu umkrallen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle liebliche Erfahrung&#10;In ein dichtes Wort zu pressen&#10;Und der wildesten Gebahrung&#10;Knappste Kleidung anzumessen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip; Nein! die Hand-Schrift sei verhindert,&#10;Übersinnlich nichts erbeutet!&#10;Qual verharre ungelindert!&#10;Kein Geheimnis sei gedeutet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Liebesklang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-liebesklang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-liebesklang/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lacht die Flur im Frühlingsschein, —&#10;Die Rosenflammen glühen —&#10;Doch möcht ich keine Rose sein,&#10;Könnt ich nicht still am Busen dein&#10;Mit süßem Duft erblühen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie flammt der Thau im Morgenlicht&#10;Mit freudevollem Blinken —&#10;Ich möcht es nicht — wie laut er spricht,&#10;Könnt ich als stille Thräne nicht&#10;Aus deinem Auge sinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie tönt im Walde der Gesang&#10;Auf hellen Liederschwingen —&#10;Doch gerne wär ich nur ein Klang,&#10;Könnt ich in süßem Liebesdrang&#10;Aus deiner Seele klingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Ritt über die Haide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-ritt-ueber-die-haide/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-ritt-ueber-die-haide/</guid><description>&lt;p&gt;Es ritten über die weite Haide&#10;Zwei Ritter, Freunde in Lust und Leide.&#10;Da ragt kein Baum und kein Vogel singt,&#10;Da säuselt kein Laub, kein Bächlein klingt,&#10;Kein Röslein glüht; nur im falben Kleide&#10;Weithin dehnt stumm sich die glatte Haide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst reiten sie still dahin mit Schweigen,&#10;Wie also die Art ist Freunden eigen,&#10;Denn spräch’ auch Dieser hier aus das Wort,&#10;Längst fühlt’s und denkt’s der Andre dort;&#10;Nur weil so todesstumm die Haide,&#10;Fährt mählich Redelust in Beide.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Seliger an die Seinen in der Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-seliger-an-die-seinen-in-der-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-seliger-an-die-seinen-in-der-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Hier ist alles heilig, alles hehr!&#10;Und die kleinen Erdenfreuden,&#10;Und die kleinen Erdenleiden&#10;Kümmern uns nicht mehr.&#10;Doch wir denken hier an die da drüben,&#10;Denken hier an sie, und lieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Sommertagstraum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-sommertagstraum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-sommertagstraum/</guid><description>&lt;p&gt;Im tiefen West der Schwaden grollte,&#10;Es stand die Luft, ein siedend Meer,&#10;An meines Fensters Vorhang rollte&#10;Die Sonnenkugel, glüh und schwer;&#10;Und wie ein Kranker, lang gestreckt,&#10;Lag ich auf grünen Sophakissen,&#10;Das Haupt von wüstem Schmerz zerrissen,&#10;Die Stirne fieberhaft gefleckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um mich Geschenke, die man heute&#10;Zu meinem Wiegenfest gesandt,&#10;Denare, Schriften, Meeres Beute,&#10;Ich hab′ mich schnöde abgewandt;&#10;Zum Tode matt und schlafberaubt&#10;Studiert′ ich der Gardine Bauschen&#10;Und horchte auf des Blutes Rauschen&#10;Und Klingeln im betäubten Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Vogel federlos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-vogel-federlos/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-vogel-federlos/</guid><description>&lt;p&gt;Es kam ein Vogel federlos,&#10;saß auf dem Baume blattlos,&#10;da kam die Jungfer mundlos&#10;und fraß den Vogel federlos&#10;von dem Baume blattlos.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-frage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-frage/</guid><description>&lt;p&gt;Sag, weisch denn selber au, du liebi Seel,&#10;was ‘s Wiehnechtchindli isch, und hesch’s bidenkt?&#10;Denkwol i sag der’s, und i freu mi druf.&#10;O, ‘s isch en Engel usem Paradies&#10;mit sanften Augen und mit zartem Herz.&#10;Vom reine Himmel abe het en Gott&#10;de Chindlene zum Trost und Sege gschickt.&#10;Er hüetet sie am Bettli Tag und Nacht.&#10;Er deckt sie mittem weiche Fegge zu,&#10;und weiht er sie mit reinem Otem a,&#10;wird’s Äugli hell und ‘s Bäckli rund und rot.&#10;Er treit sie uf de Hände in der Gfohr,&#10;günnt Blüemli für sie uf der grüene Flur,&#10;und stoht im Schnee und Rege d’Wiehnecht do,&#10;se henkt er still im Wiehnechtchindlibaum&#10;e schöne Früehlig in der Stuben uf,&#10;und lächlet still, und het si süeßi Freud,&#10;und Mutterliebi heißt si schöne Name.&#10;Jo, liebi Seel, und gang vo Hus zu Hus,&#10;sag »Gute Tag«, und »Bhütich Gott«, und lueg!&#10;Der Wiehnechtchindlibaum verrotet bald,&#10;wie alli Müetter sin im ganze Dorf.&#10;Do hangt e Baum, nei lueg me doch und lueg!&#10;In alle Näste nüt as Zuckerbrot.&#10;‘s isch nit viel nutz. Die het e närschi Freud&#10;an ihrem Büebli, will em alles süeß&#10;und liebli mache, tut em, was es will.&#10;Gib acht, gib acht, es chunnt emol e Zit,&#10;se schlacht sie d’Händ no z’semmen überm Chopf,&#10;und seit: »Du gottlos Chind, isch das mi Dank?«&#10;Jo weger, Müetterli, das isch di Dank!&#10;Jez do sieht’s anderst dri ins Nochbers Hus.&#10;Scharmanti bruni Bire, welschi Nuß&#10;und menge roten Öpfel ab der Hurt,&#10;e Gufebüchsli, doch will’s Gott der Her&#10;ke Gufe drinn. Vom zarte Beseris&#10;e goldig Rüetli, schlank und nagelneu!&#10;Lueg, so ne Muetter het ihr Chindli lieb!&#10;Lueg, so ne Muetter zieht’s verständig uf,&#10;und wird mi Bürstli meisterlos, und meint,&#10;er seig der Her im Hus, se hebt si bherzt&#10;der Finger uf, und förcht ihr Büebli nit,&#10;und seit: »Weisch nit, was hinterm Spiegel steckt?«&#10;Und’s Büebli folgt, und wird e brave Chnab.&#10;Jez göhn mer wieder witers um e Hus.&#10;Zwor Chinder gnug, doch wo me luegt und luegt,&#10;schwankt wit und breit ke Wiehnechtchindlibaum.&#10;Chumm, weidli chumm, do blibe mer nit lang!&#10;O Frau, wer het die Muetterherz so gchüelt?&#10;Verbarmt’s di nit, und goht’s der nit dur d’Seel,&#10;wie dini Chindli, wie di Fleisch und Blut&#10;verwildern ohni Pfleg und ohni Zucht,&#10;und hungrig bi den andre Chinde stöhn&#10;mit ihre breite Rufe, schüch und fremd?&#10;Und Wi und Kaffi schmeckt dir doch so gut!&#10;Doch lueg im vierte Hus, daß Gott erbarm,&#10;was hangt am grüene Wiehnechtchindlibaum?&#10;Viel stachlig Laub, und näume zwische drinn&#10;ne schrumpfig Öpfeli, ne dürri Nuß!&#10;Sie möcht, und het’s nit, nimmt ihr Chind uf d’Schoß,&#10;und wärmt’s am Buse, lueget’s a und briegt;&#10;der Engel stüürt im Chindli Tränen i.&#10;Sel isch nit gfehlt, ‘s isch mehr as Marzipan&#10;und Zuckererbsli. Gott im Himmel sieht’s,&#10;und het us mengem arme Büebli doch&#10;e brave Ma und Vogt und Richter gmacht,&#10;und usem Töchterli ne bravi Frau,&#10;wenn’s numme nit an Zucht und Warnig fehlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine trübe Stunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-truebe-stunde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-truebe-stunde/</guid><description>&lt;p&gt;Das hab′ ich wohl erfahren&#10;In manchen bitt′ren Jahren,&#10;Es giebt für mich kein Glück!&#10;Wo Andre Rosen brechen,&#10;Mich nur die Dornen stechen:&#10;So will es mein Geschick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie streckt′ ich meine Hände&#10;Nach reichster Glückesspende,&#10;Ich brauche wenig nur:&#10;Ein freundliches Verstehen,&#10;Ein geistiges Umwehen,&#10;Und Trösterin Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein: »du sollst entbehren,&#10;Entbehrend dich verzehren!«&#10;So sprach das Leben hart.&#10;Was nützet eitle Klage,&#10;Was nützet mir die Frage,&#10;Warum dies Loos mir ward?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Zeichnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-zeichnung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-zeichnung/</guid><description>&lt;p&gt;Er wollte deine Reinheit malen&#10;Und ließ in geisterhaft und leis&#10;Gehauchten Nebeln einen schmalen,&#10;Dem Zweige leichten Vogel weiß -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Umriss - nur ein weißer Schatte.&#10;Ein Umriss wäre viel zu hart.&#10;So wurdest du auf seinem Blatte,&#10;Du Ungreifbare! Gegenwart.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem Gesunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-gesunden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-gesunden/</guid><description>&lt;p&gt;Du schiedest, sanft verklang des Posthorns Schall,&#10;Lang wiederholt von Fels und Wasserfall;&#10;Mir aber schien’s des alten Berggeists Sang,&#10;Der liebevoll dir nach zur Ferne klang:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»So lebe wohl denn, du mein liebster Gast,&#10;Der, was ich bieten kann, du selbst schon hast!&#10;Nicht lieb’ ich sieche Bettler, die nur flehn,&#10;Doch Männer, die als Gleiche vor mir stehn.&#10;Erhaben sind, wie meiner Felsen Firn,&#10;Die Lichtgedanken einer Mannesstirn;&#10;Wie Blumenpracht im Alpenthal mir blüht,&#10;So wogt und glüht Gefühl dir im Gemüth;&#10;Und wie mein Busen birgt manch gülden Erz,&#10;So hegt manch Goldkorn tief und still dein Herz;&#10;Wie sich mein Katarakt durch Felsen schlägt,&#10;Wallt frei dein Manneswort, trifft und bewegt;&#10;Und wie mein Heilquell welke Blumen hebt,&#10;Hat deine Huld manch trauernd Herz belebt. –&#10;Der so gesund an Seel’ und Körper ist,&#10;Nichts kann ich bieten dir; bleib’ wie du bist!&#10;Aufrecht und grad’ wie meiner Tannen Schaft,&#10;Behend wie meiner Gemsen Federkraft!&#10;Das Schneehaupt selbst, wie meiner Gletscher Eis,&#10;Ist dir nicht Last, nein, Schmuck und Ehrenpreis!&#10;Ein ganzer Mann, dem meine Alpenwelt&#10;Den Spiegel eigner Größ’ entgegenhält!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer jungen Freundin ins Stammbuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-jungen-freundin-ins-stammbuch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-jungen-freundin-ins-stammbuch/</guid><description>&lt;p&gt;Ein blühend Kind, von Grazien und Scherzen&#10;Umhüpft, so, Freundin, spielt um dich die Welt!&#10;Doch so, wie sie sich malt in deinem Herzen,&#10;In deiner Seele schönen Spiegel fällt -&#10;So ist sie nicht. Die stillen Huldigungen,&#10;Die deines Herzens Adel dir errungen,&#10;Die Wunder, die du selbst getan,&#10;Die Reize, die dein Dasein ihm gegeben,&#10;Die rechnest du für Reize diesem Leben,&#10;Für schöne Menschlichkeit uns an.&#10;Dem holden Zauber nie entweihter Jugend,&#10;Dem Talisman der Unschuld und der Tugend -&#10;Den will ich sehn, der diesem trotzen kann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsam</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsam/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsam/</guid><description>&lt;p&gt;Abgeschüttelt&#10;Hab&amp;rsquo; ich meiner Freunde Scharen,&#10;Einsam bin ich geworden&#10;Köstlich einsam&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ferner Brandung&#10;Schütterndes Tosen verklang&#10;Der Lärm des Lebens,&#10;Einsam bin ich geworden,&#10;Köstlich einsam&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus tödtlichem Schlummer&#10;Erstand meine Seele,&#10;Und mit leiser, leiser,&#10;Ängstlich-wagender Stimme singt sie&#10;Alte, süße,&#10;Thörichte Kinderweisen!&#10;Einsam bin ich geworden,&#10;Köstlich einsam. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einschlafen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einschlafen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einschlafen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tag ist aus, und nun - wie himmlisch wohl wird&amp;rsquo;s tun,&#10;Vergessend seine Müh&amp;rsquo;n in sanftem Schlaf zu ruhn.&#10;- Es war ein harter Tag. Vorüber und vorbei!&#10;Gott gebe, daß, der kommt, ein minder harter sei;&#10;Wenn nicht - nun denn, nun denn! - zu leiden und zu streben,&#10;Ob mit, ob ohne Lohn, das nennen wir ja leben.&#10;Die oft ersehnte Stund&amp;rsquo;, sie bleibt nicht aus am Ende,&#10;Da man zu ew&amp;rsquo;ger Rast darf kreuzen seine Hände.&#10;Erlösungbringer Tod! wer hat nicht dein gedacht,&#10;Als er sich hingestreckt zum Schlaf in stiller Nacht?&#10;Der Schlaf ist kurzer Tod, wir können Probe halten&#10;Vom dunkeln Schicksalsstück, darin als Held zu walten&#10;Jedwedem einst bestimmt. - Wär&amp;rsquo;s jedem auch beschieden,&#10;Mit sich und mit der Welt dahinzugehn in Frieden.&#10;In sel&amp;rsquo;gem Frieden &amp;hellip; Ach, braucht&amp;rsquo; ich zu wünschen nur,&#10;Die Menschen hätten ihn, ihn hätte die Natur,&#10;Kein Wesen fühlte Qual, selbst nicht der kleinste Wurm,&#10;Ich schafft&amp;rsquo; auch Ruh dem Meer, der Wolke und dem Sturm &amp;hellip;&#10;Ein sonderbares Wort hab&amp;rsquo; ich dereinst vernommen&#10;Und konnt darüber nie zu voller Klarheit kommen.&#10;- Nirwana war das Wort. Das heißt &amp;hellip; o Müdigkeit! -&#10;Nicht denken jetzt, nicht mehr - es ist ja Schlafenszeit,&#10;Willkommen, holde Zeit; sei gnädig mir, entrücke&#10;Mich allem Leid.&#10;Ich wollt&amp;rsquo;, ich fänd&amp;rsquo; einmal die Brücke,&#10;Die aus dem wachen uns, dem vollbewußten Sein&#10;Ins halbbewußte Reich des Traumes führt hinein.&#10;Ein zarter Wunderbau, ein rätselhafter Steg,&#10;Nur das geschloss&amp;rsquo;ne Aug&amp;rsquo; entdeckt zu ihm den Weg. - - -&#10;Ei horch, wie&amp;rsquo;s summt und klingt: - die Spieluhr regt sich wieder&#10;Und bringt ihr Liedchen vor vom muntren Seifensieder &amp;hellip;&#10;Der es so gerne hört, mein ferner Liebling, du,&#10;Wann endlich kehrst du heim? wann jauchzt dein Gruß mir zu? &amp;hellip;&#10;Viel Zeit muß noch vergehn, und Sommer muß es sein,&#10;Und linde Luft muß wehn durch unsern Fichtenhain &amp;hellip;&#10;Da steht er ja, er selbst - umhaucht von Harzesduft,&#10;Die Wipfel ragen schlank und schimmernd in die Luft. -&#10;Ich seh&amp;rsquo; die Wiesen rings im Frühlingsglanz sich breiten&#10;Und durch das junge Grün ein junges Kindlein schreiten.&#10;So komm! - wo bist du nun? &amp;hellip; gar nirgends zu entdecken -&#10;Beim ersten Wiedersehn spielt schon das Kind Verstecken - -&#10;Mit ihm verschwand der Tag; schneeweiße Nebel wallen,&#10;Die qualmend sich zerstreun, die sich zusammen ballen -&#10;Und jetzt - o Seligkeit - o Himmelsblumen: Sterne!&#10;Erhebt sichs wie Gesang so mild und rein -&#10;Ich schlafe nicht, noch lange nicht - o nein -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eisenbahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eisenbahn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eisenbahn/</guid><description>&lt;p&gt;Auf kühlen Eisen&#10;Will ich verreisen,&#10;Auf einer Bank, die rattern tut.&#10;Schischischischischen.&#10;Der Dampf dazwischen,&#10;Das tut den kranken Nerven gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Passagiere&#10;Sind Wirbeltiere&#10;Und haben weiter keinen Zweck.&#10;Die meisten scheinen&#10;Das nicht zu meinen,&#10;Doch diese wissen einen Dreck.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am meisten vorne&#10;Auf dem Balkorne,&#10;Da steht ein Mann, der führen kann.&#10;Diktatoren&#10;Sind unverfroren&#10;Und geben meist gewaltig an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eldorado</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eldorado/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eldorado/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist von Klang und Düften&#10;Ein wunderbarer Ort,&#10;Umrankt von stillen Klüften,&#10;Wir alle spielten dort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir alle sind verirret,&#10;Seitdem so weit hinaus&#10;Unkraut die Welt verwirret,&#10;Findt keiner mehr nach Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch manchmal tauchts aus Träumen,&#10;Als läg es weit im Meer,&#10;Und früh noch in den Bäumen&#10;Rauschts wie ein Grüßen her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hört den Gruß verfliegen,&#10;Ich folgt ihm über Land,&#10;Und hatte mich verstiegen&#10;Auf hoher Felsenswand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elysium</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elysium/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elysium/</guid><description>&lt;p&gt;Vorüber die stöhnende Klage!&#10;Elysiums Freudengelage&#10;Ersäufen jegliches Ach -&#10;Elysiums Leben&#10;Ewige Wonne, ewiges Schweben,&#10;Durch lachende Fluren ein flötender Bach&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jugendlich milde&#10;Beschwebt die Gefilde&#10;Ewiger Mai;&#10;Die Stunden entfliehen in goldenen Träumen,&#10;Die Seele schwillt aus in unendlichen Räumen,&#10;Wahrheit reißt hier den Schleier entzwei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unendliche Freude&#10;Durchwallet das Herz.&#10;Hier mangelt der Name dem trauernden Leide;&#10;Sanfter Entzücken nur heißet hier Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier strecket der wallende Pilger die matten&#10;Brennenden Glieder im säuselnden Schatten,&#10;Leget die Bürde auf ewig dahin -&#10;Seine Sichel entfällt hier dem Schnitter,&#10;Eingesungen von Harfengezitter,&#10;Träumt er geschnittene Halme zu sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Enis vor Harun al Raschid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/enis-vor-harun-al-raschid/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/enis-vor-harun-al-raschid/</guid><description>&lt;p&gt;Unter meinen Wunderhänden&#10;wächst ein Lied zum Preis der Schönheit:&#10;alle Töne wollen klingen,&#10;schwingen jeder Laut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich beuge mich am Werke,&#10;kaum dass ich die Augen hebe –&#10;unter meinen Wunderhänden&#10;wächst ein Lied zum Preis der Schönheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts wird dir verborgen bleiben,&#10;dir entfalten soll ich Alles,&#10;ja das Bild des Lebens selber&#10;soll sich strahlend dir verdichten&#10;unter meinen Wunderhänden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entflieht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entflieht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entflieht/</guid><description>&lt;p&gt;Entflieht auf leichten kähnen&#10;Berauschten sonnenwelten&#10;Dass immer mildre tränen&#10;Euch eure flucht entgelten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht diesen taumel blonder&#10;Lichtblauer traumgewalten&#10;Und trunkner wonnen sonder&#10;Verzückung sich entfalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass nicht der süße schauer&#10;In neues leid euch hülle -&#10;Es sei die stille trauer&#10;Die diesen frühling fülle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entführung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entfuehrung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entfuehrung/</guid><description>&lt;p&gt;Ach! aus Träumen fahr ich&#10;in die graue Luft,&#10;in die kalte starr′ ich.&#10;Ach, dein Samum war ich,&#10;du mein Ambraduft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die helle Wüste&#10;glühtest du dahin,&#10;und dein Atem küßte&#10;und dein Kuß versüßte&#10;Seele mir und Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsamkeiten hingen&#10;tief ins fliehende Land;&#10;Sonnenstill ein Ringen&#10;und mit Allahschwingen&#10;hielt ich dich umspannt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;riß ich dich nach oben,&#10;du mein Ambraduft&#10;Glut in Glut verwoben&#10;bist du mir zerstoben,&#10;in die graue Luft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Enthülltes Geheimnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/enthuelltes-geheimnis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/enthuelltes-geheimnis/</guid><description>&lt;p&gt;Von meinem Auge sank es wie ein Schleier,&#10;Da ich zuerst dich fand. Mir war,&#10;Als würd′ im Tempel mir bei heil′ger Feier&#10;Ein göttliches Geheimnis klar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in die Seele kam mir tiefes Schweigen;&#10;Mit Staunen, wie zum erstenmal,&#10;Sah ich die hocherhabne Sonne steigen,&#10;Des Mondes milden Dämmerstrahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst nun ist alles, alles mir erschlossen,&#10;Die Stimmen all von Wald und Flur&#10;Versteh′ ich nun, das Welken und das Sprossen&#10;Der ewig waltenden Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er ist′s</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-ists/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-ists/</guid><description>&lt;p&gt;Frühling laesst sein blaues Band&#10;Wieder flattern durch die Lüfte;&#10;Süsse, wohlbekannte Düfte&#10;Streifen ahnungsvoll das Land.&#10;Veilchen träumen schon,&#10;Wollen balde kommen.&#10;- Horch, von fern ein leiser Harfenton!&#10;Frühling, ja du bists!&#10;Dich hab ich vernommen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er klagt / daß der Frühling so kortz blüht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-klagt-dass-der-fruehling-so-kortz-blueht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-klagt-dass-der-fruehling-so-kortz-blueht/</guid><description>&lt;p&gt;Ode Trochaica&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kleine Bluhmen wie auß Glaß&#10;seh ich gar zu gerne /&#10;durch das tunckel-grüne Graß&#10;kukken sie wie Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gelb und rosa / roht und blau /&#10;schön sind auch die weissen;&#10;Trittmadam und Himmelstau /&#10;wie sie alle heissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kom und gib mir mitten-drin&#10;Küßgens ohnbemessen.&#10;Morgen sind sie lengst dahin&#10;und wir sälbst - vergessen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erlkönigs Tochter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erlkoenigs-tochter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erlkoenigs-tochter/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Oluf reitet spät und weit,&#10;Zu bieten auf seine Hochzeitsleut;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da tanzen die Elfen auf grünem Land,&#10;Erlkönigs Tochter reicht ihm die Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Willkommen, Herr Oluf! Was eilst von hier?&#10;Tritt her in den Reihen und tanz mit mir.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,&#10;Frühmorgen ist mein Hochzeittag.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,&#10;Zwei güldne Sporne schenk ich dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Hemd von Seide so weiß und fein,&#10;Meine Mutter bleicht&amp;rsquo;s mit Mondenschein.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eros</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eros/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eros/</guid><description>&lt;p&gt;Im Bett der Rose lag er eingeschlossen,&#10;Im Wechselschimmer ihrer zarten Seiten,&#10;Die taugebrochnen Strahlen schmeichelnd gleiten&#10;Hinein zu ihm, von Geisterhauch umflossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich dünkt, in Schlummer waren hingegossen&#10;Die reinen Glieder, durch des Dufts Verbreiten&#10;Und durch der Biene Summen, die zuzeiten&#10;Vorüberstreift an zitternden Geschossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch da beginnt mit einemmal zu schwellen&#10;Der Blume Kelch! Ins Freie nun gehoben,&#10;Erkenn ich ihn im Tagesglanz, dem hellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist mein Auge vor ihm zugesunken,&#10;Der mich so seltsam mit dem Blick umwoben,&#10;In seinem Lichte lieg ich traume-trunken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erquickung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erquickung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erquickung/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vater geht hinaus aufs Land,&#10;Sein muntres Knäblein an der Hand;&#10;Getragen ist des Tages Last,&#10;Nun geht er bei der Nacht zu Gast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solch frisches Menschenangesicht,&#10;Draus Heiterkeit und Friede spricht,&#10;Das ist mir, wie ein Bibelbuch,&#10;Ich schau hinein, und hab genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin längst nicht mehr der Tor, der fragt:&#10;Was hast du selber dir erjagt?&#10;Das aber gibt mir ein Gefühl,&#10;Als gäb′s für andre doch ein Ziel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erste Blumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-blumen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-blumen/</guid><description>&lt;p&gt;Erste Blumen, ihr habt immer&#10;Zaubrisch mir den Sinn befangen&#10;In des jungen Frühlings Schimmer,&#10;Sah ich sonder Prunk und Prangen&#10;Stille euch am Wege blühn&#10;Und dem Licht entgegenglühn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gestern um die Waldesecke&#10;Bog ich, als der Abend kam&#10;Und das Vöglein in der Hecke&#10;Seine neue Wohnung nahm:&#10;O die Freude, als ich wieder&#10;Euch erschaut beim Klang der Lieder! . .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ihr kündet ja auf′s neue,&#10;Daß die ew′ge Kraft noch währt&#10;Und Natur in alter Treue&#10;Ihre schönen Kinder nährt,&#10;Ob der Sturm auch auf sie schlug&#10;Und des Todes Fahne trug!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erster Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erster-schnee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erster-schnee/</guid><description>&lt;p&gt;Fern, irgendwo im Himmelblau,&#10;Ein sonderzartes Land.&#10;Die Heiden weiß,&#10;Besprossen lilaklare Primelblüten.&#10;Blüten groß, offen erschlossen,&#10;Augen, weite Augen, die an Tränen saugen,&#10;Sanfte Augen, die ein Paradies behüten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit weißen Fingern&#10;Ein stilles Kind&#10;Spielt mit den Primeln,&#10;Lacht mit dem Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zaudernd auf schleichenden Zehen,&#10;Über die Blüten,&#10;Weiße Rudel&#10;Von weißen Rehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles so licht und so eigen.&#10;Einsam entblättert das Schweigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erstes Begegnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erstes-begegnen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erstes-begegnen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Frau, die ich jüngst gesehen,&#10;Sie hat ein hold Gesicht,&#10;Und süß, melodisch wehen&#10;Die Töne, wenn sie spricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was sie spricht, ist sinnig,&#10;Anmuthig, nicht geziert;&#10;Sie fühlt – so scheint es, – innig, –&#10;Doch leicht ist&amp;rsquo;s, daß man irrt! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es ist ein Schnee gefallen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-ein-schnee-gefallen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-ein-schnee-gefallen/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Schnee gefallen&#10;Und ist es doch nit Zeit,&#10;Man wirft mich mit den Ballen,&#10;Der Weg ist mir verschneit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Haus hat keinen Giebel,&#10;Es ist mir worden alt,&#10;Zerbrochen sind die Riegel,&#10;Mein Stüblein ist mir kalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Lieb, laß dich′s erbarmen&#10;Daß ich so elend bin,&#10;Und schleuß mich in dein Arme!&#10;So fährt der Winter hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es leben die Soldaten...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-leben-die-soldaten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-leben-die-soldaten/</guid><description>&lt;p&gt;Es leben die Soldaten,&#10;So recht von Gottes Gnaden,&#10;Der Himmel ist ihr Zelt,&#10;Ihr Tisch das grüne Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Bette ist der Rasen,&#10;Trompeter müssen blasen,&#10;Guten Morgen, gute Nacht,&#10;Daß man mit Lust erwacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Wirtsschild ist die Sonne,&#10;Ihr Freund die volle Tonne,&#10;Ihr Schlafbuhl ist der Mond,&#10;Der in der Sternschanz wohnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sterne haben Stunden,&#10;Die Sterne haben Runden&#10;Und werden abgelöst,&#10;Drum Schildwacht sei getrost.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es stehet im Abendglanze...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-stehet-im-abendglanze/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-stehet-im-abendglanze/</guid><description>&lt;p&gt;Es stehet im Abendglanze&#10;Ein freies heiliges Haus&#10;Da sehen mit schimmernden Augen&#10;Viel Knaben und Jungfraun heraus,&#10;Dort hab ich mein Liebchen gesehen&#10;Ein freundliches zierliches Kind,&#10;Sie konnte wohl schweben und drehen,&#10;Wie fallende Blüten im Wind&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die in dem Hause wohnen&#10;Sind heilig und wissen es nicht&#10;Sie leben mit Kränzen und Kronen&#10;Alltäglich ein neues Gedicht&#10;Sie sind gleich den Göttern und handlen&#10;Wohl täglich in andrer Gestalt,&#10;Mein Liebchen wird auch sich verwandlen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ethischer Imperativ</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ethischer-imperativ/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ethischer-imperativ/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Tugenden halte für allgemeine des Menschen,&#10;Deine Fehler jedoch für dein besonderes Teil!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fahrt ins Fextal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fahrt-ins-fextal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fahrt-ins-fextal/</guid><description>&lt;p&gt;Als deine Sonne meinen Schnee beschien,&#10;ein Sonntag war′s im blauen Engadin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Winter glühte und der Frost war heiß,&#10;unendlich sprühten Funken aus dem Eis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Knirschend ergab sich alle Gegenwart,&#10;Licht tanzte zur Musik der Schlittenfahrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir fuhren jenseits aller Jahreszeit&#10;irgendwohin in die Vergangenheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was rauh begonnen war, verlief uns hold,&#10;ein Tag von Silber dankt dem Strahl von Gold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zauber führt in ein versunknes Reich.&#10;Wie bettet Kindertraum das Leben weich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Faun</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/faun/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/faun/</guid><description>&lt;p&gt;Im Walde Faun,&#10;Tief im Grase.&#10;Die Ohren gereckt, mit schnuppernder Nase,&#10;Horcht über die Halme zur sinkenden Sonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Affenstirne in Falten geschoben,&#10;Und zitternd die geballte Rechte gehoben:&#10;&amp;ldquo;Verfluchte Gewalt, du sollst mich nicht zwingen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne sinkt.&#10;Die Nachtdüfte steigen,&#10;Aus der Waldtiefe&#10;Schwillt rot das Schweigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Faun kriecht zusammen,&#10;In die harten Blätter am Boden,&#10;Scharrt Moos, Steine auf:&#10;&amp;ldquo;Erde, lass mich hinein!&amp;rdquo;&#10;Und er wühlt die Stirn in die Erde ein,&#10;Beißt um sich, zerfetzt, hackt -&#10;Aber alles bleibt reglos.&#10;Sie hören ihn nicht.&#10;Nur Stille rings mit versteintem Gesicht.&#10;Mondlicht brennt.&#10;Im Walde jagen die weißen eisigen Feuer,&#10;Und von brünstigen Flammen entfacht,&#10;Tanzt Faun und lacht,&#10;Und tanzt und lacht,&#10;Mit wunden Augen in brünstigen Flammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fenster/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fenster/</guid><description>&lt;p&gt;Fenster wo ich einst mit dir&#10;Abends in die landschaft sah&#10;Sind nun hell mit fremdem licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pfad noch läuft vom tor wo du&#10;Standest ohne umzuschaun&#10;Dann ins tal hinunterbogst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei der kehr warf nochmals auf&#10;Mond dein bleiches angesicht&amp;hellip;&#10;Doch es war zu spät zum ruf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkel- schweigen - starre luft&#10;Sinkt wie damals um das haus.&#10;Alle freude nahmst du mit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fernes Licht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fernes-licht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fernes-licht/</guid><description>&lt;p&gt;Fernes Licht mit nahem Schein&#10;wie ich mich auch lenke,&#10;lockt es dich nicht dazusein,&#10;wenn ich an dich denke?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo du bist, du sagst es nicht&#10;und du kannst nicht lügen.&#10;Nahen Schein von fernem Licht&#10;läßt du mir genügen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wüßt&amp;rsquo; ich, wo das ferne Licht,&#10;wo es aufgegangen,&#10;naher Schein, er wehrte nicht,&#10;leicht dich zu erlangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fernes Licht mit nahem Schein&#10;mir zu Lust und Harme,&#10;lockt es dich nicht da zu sein,&#10;wenn ich dich umarme?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Filippo Bruneleschi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/filippo-bruneleschi/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/filippo-bruneleschi/</guid><description>&lt;p&gt;Herrliche Zeiten, da einst in geselligem Bunde die Künste&#10;Sich in Einem zum Werk Aller so thätig vereint!&#10;Deinem Florenz zu nützen, hat Rom dich gelehrt, und dein Lohn war&#10;Nachruhm, dein Pantheon hast du in die Lüfte gebaut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fischpredigt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fischpredigt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fischpredigt/</guid><description>&lt;p&gt;St. Anton hat den Fischen gepredigt, aber ich wette,&#10;Kamen sie vor aus dem Meer, staken sie sämmtlich im Netz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Florida of Boston</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/florida-of-boston/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/florida-of-boston/</guid><description>&lt;p&gt;Das Weltmeer trug dich gern; du schwimmst am Ziel der Reise.&#10;Dies ist des Hafens Thor! - nur noch durch diese Schleuse,&#10;Und deinen Kupferbauch umplätschert das Bassin!&#10;Wie sich auf dem Verdeck die rüst´gen Lootsen drängen!&#10;Zur Arbeit singen sie; - einfach, mit rauhen Klängen&#10;Schallt über´s Wasser der Refrain!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bugspriet und Masten kahl; die Segel sind mit Schnüren&#10;Zu Bündeln eingerefft; - hier gilt es, zu bugsiren!&#10;Die Ankerwinde knarrt, das Schiff rückt langsam vor.&#10;Rasch mit den Speichen dreht sich Weißer und Mulatte,&#10;Und majestätisch zieht die schwankende Fregatte&#10;Durch das weitoffne Schleusenthor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fontana Trevi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fontana-trevi/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fontana-trevi/</guid><description>&lt;p&gt;Früh schon hab′ ich, fast noch Knabe,&#10;Meine Lippen so wie jetzt,&#10;Quelle Trevi, an der Labe&#10;Deiner reinen Flut genetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und von deinem Zaubertranke&#10;An die ew′ge Stadt gebannt,&#10;Jahr für Jahr, der Sehnsuchtkranke,&#10;Zog ich an den Tiberstrand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Saß auf bröckelndem Gesteine,&#10;Wo Metellas Asche ruht,&#10;Schweifte in Egerias Haine,&#10;Schlürfte, Quell, von deiner Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf mich, da der Albaner&#10;Berge wieder vor mir blaun,&#10;Seh′ ich nun als ernsten Mahner&#10;Cestius′ Denkstein niederschaun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frage/</guid><description>&lt;p&gt;Warum ist mir das Morgenroth&#10;So blutgestreift? die Welt so todt?&#10;Warum strahlt mir das Sonnelicht&#10;Oft so beschwerlich ins Gesicht?&#10;Und warum weint die Wolke mir?&#10;Was traurt der Linde Blüthenzier?&#10;Die Lüfte wimmern: jedes Bild&#10;Ist mir in Trauerflor gehüllt!&#10;Der Thau, beglänzt vom Sonnenschein,&#10;Däucht mir, vom Schnmerz geweint zu seyn,&#10;Die Wohlgerüche in der Luft&#10;Umschwimmen mich wie Gräberduft;&#10;Die lieben Blümlein allzumal&#10;Sind mir versengt vom Sonnenstrahl.&#10;Der Vogel aus der Luft herab&#10;Tönt mir, wie Sterbgesang am Grab;&#10;Und alles, alles um mich her&#10;Scheint kummervoll und thr äneschwer.&#10;Die Farben grün und weiß und roth,&#10;Sind abgestanden, schwarz und todt.&#10;Die Menschen. derenTrost ich such′,&#10;Sind Geister, die im Leichentuch&#10;Mich ansehn bleich, und furchtbarstumm.&#10;Du guter Gott! warum, warum?&#10;Hast du der ganzen Erde Pracht&#10;Zu einem Todtenschlund gemacht? -&#10;Ach nein! die Welt ist noch, wie vor,&#10;Nur dem, der, Freiheit! dich verlor&#10;Ist diese Welt, so schön gemacht,&#10;Ein Todtenschlund voll Fluch und Nacht&#10;Wo alles heult, den Schädel schlägt,&#10;Verzweiflung brüllt, - und Ketten trägt!&#10;O Gott im Himmel mach mich frei&#10;Aus dieser Höllentäuscherei -.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauenlob</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenlob/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenlob/</guid><description>&lt;p&gt;Frauenlob nur mag ich singen,&#10;Sing′ ein Andrer Krieg und Ruhm;&#10;Myrthenkränze will ich bringen,&#10;Cypris, in dein Heiligthum.&#10;Frauen haben mich erzogen,&#10;Ihrem Dienst mich früh geweiht,&#10;Haben meinen Sinn gebogen&#10;Von der Rohheit zu der Weiblichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allem Großen, allem Schönen&#10;Ist des Sängers Herz geweiht,&#10;Und er feiert es in Tönen,&#10;Wenn es seinem Blick sich beut.&#10;Aber was die Sehnsucht fodert,&#10;Was in Eden grünt und blüht,&#10;Jene Glut, die züchtig lodert,&#10;Zeigt sich nur im weiblichen Gemüth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frecher Bengel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frecher-bengel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frecher-bengel/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein kleiner Junge,&#10;ich bin ein großer Lump.&#10;Ich habe eine Zunge&#10;und keinen Strump.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr braucht mir keinen schenken,&#10;dann reiß ich mir kein Loch.&#10;Ihr könnt euch ruhig denken:&#10;Jottedoch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denk von euch dasselbe.&#10;Ich kuck euch durch den Lack.&#10;Ich spuck euch aufs Gewölbe.&#10;Pack!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freiheit! Gleichheit!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-gleichheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit-gleichheit/</guid><description>&lt;p&gt;Freiheit! Gleichheit! Diese Lehren&#10;sind so nicht, als du denkst.&#10;O es predigt, wollt´s gleich niemand hören,&#10;Jeder Kirchhof sie vorlängst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freundin Hörerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freundin-hoererin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freundin-hoererin/</guid><description>&lt;p&gt;Die Gegenwart der Nacht macht alles schlimmer.&#10;Die Phantasien der Lust entlaufen schnöde,&#10;Die Uhr schreit häßlich in der Herzeinöde,&#10;Ins Zimmer fliegen die früheren Zimmer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter die Stirne flieht die Gliederherde.&#10;Im Mund weißkleinen Zähnelichtes schreit es,&#10;Und Schrecken wächst im Antlitz wie ein zweites:&#10;Ach, ach, es friert über mich hin aus Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Bewußtsein glaubt noch nicht einmal&#10;Der chemischen Erlösung von dem Leide.&#10;Das Antlitz abgestreift an eine Weide,&#10;Mit Felderarmen liegen wir im Tal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freundschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freundschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Menschen sich aus innrem Werte kennen,&#10;So können sie sich freudig Freunde nennen,&#10;Das Leben ist den Menschen so bekannter,&#10;Sie finden es im Geist interessanter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hohe Geist ist nicht der Freundschaft ferne,&#10;Die Menschen sind den Harmonien gerne&#10;Und der Vertrautheit hold, daß sie der Bildung leben,&#10;Auch dieses ist der Menschheit so gegeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freundschaft, Liebe, Kirch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freundschaft-liebe-kirch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freundschaft-liebe-kirch/</guid><description>&lt;p&gt;Freundschaft, Liebe, Kirch und Heilge, Kreuze, Bilder,&#10;Altar und Kanzel und Musik. Es tönet ihm die Predigt.&#10;Die Kinderlehre scheint nach Tisch ein schlummernd müßig&#10;Gespräch für Mann und Kind und Jungfraun, fromme Frauen;&#10;Hernach geht er, der Herr, der Burgersmann und Künstler&#10;Auf Feldern froh umher und heimatlichen Auen,&#10;Die Jugend geht betrachtend auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fridericus Rex</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fridericus-rex/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fridericus-rex/</guid><description>&lt;p&gt;1831&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fridericus Rex, unser König und Herr,&#10;Der rief seine Soldaten allesamt ins Gewehr;&#10;Zweihundert Batallions und an die tausend Schwadronen,&#10;Und jeder Grenader kriegt sechzig Patronen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr verfluchten Kerls,&amp;quot; sprach Seine Majestät,&#10;»Daß jeder in der Bataille seinen Mann mir steht!&#10;Sie gönnen mir nicht Schlesien und die Grafschaft Glatz&#10;Und die hundert Millionen in meinem Schatz.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Die Kais′rin hat sich mit den Franzosen alliiert&#10;Und das römische Reich gegen mich revoltiert;&#10;Die Russen seind gefallen in Preußen ein;&#10;Auf, laßt uns sie zeigen, daß wir brave Landeskinder sein!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Friedrich Rotbart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/friedrich-rotbart/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/friedrich-rotbart/</guid><description>&lt;p&gt;Tief im Schoße des Kyffhäusers,&#10;Bei der Ampel rotem Schein&#10;Sitzt der alte Friedrich&#10;An dem Tisch von Marmorstein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihn umwallt der Purpurmantel,&#10;Ihn umfängt der Rüstung Pracht;&#10;Doch auf seinen Augenwimpern&#10;Liegt des Schlafes tiefe Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorgesunken ruht das Antlitz,&#10;Drin sich Ernst und Milde paart;&#10;Durch den Marmortisch gewachsen&#10;ist sein langer, goldner Bart.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings wie ehrne Bilder stehen&#10;Seine Ritter um ihn her,&#10;Harnischglänzend, schwertumgürtet,&#10;aber tief im Schlaf wie er.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frische Fahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frische-fahrt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frische-fahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Laue Luft kommt blau geflossen,&#10;Frühling, Frühling soll es sein!&#10;Waldwärts Hörnerklang geschossen,&#10;Mutger Augen lichter Schein;&#10;Und das Wirren bunt und bunter&#10;Wird ein magisch wilder Fluß,&#10;In die schöne Welt hinunter&#10;Lockt dich dieses Stromes Gruß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich mag mich nicht bewahren!&#10;Weit von euch treibt mich der Wind,&#10;Auf dem Strome will ich fahren,&#10;Von dem Glanze selig blind!&#10;Tausend Stimmen lockend schlagen,&#10;Hoch Aurora flammend weht,&#10;Fahre zu! Ich mag nicht fragen,&#10;Wo die Fahrt zu Ende geht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Froher Besitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/froher-besitz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/froher-besitz/</guid><description>&lt;p&gt;Einst war auf umrollender Welt&#10;Wechselndes Treiben&#10;Mein Auge gerichtet, mein Sinn gestellt:&#10;Nun laß ich&amp;rsquo;s bleiben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fort im behaglichen Müßiggang&#10;Leb&amp;rsquo; ich die Tage,&#10;Daß um der Zeiten Begebniß und Drang&#10;Nimmer ich frage!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;König bin ich im höchsten Reich,&#10;Regier&amp;rsquo; in Wonne;&#10;Keine Kron&amp;rsquo; ist der meinen gleich&#10;Unter der Sonne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht um das alte Liebchen des Stiers,&#10;Europa, tausch&amp;rsquo; ich&#10;Meine Liebst&amp;rsquo;! Auf das Brüllen des Thiers&#10;Nicht länger lausch&amp;rsquo; ich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fröhlich, zärtlich, lieblich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/froehlich-zaertlich-lieblich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/froehlich-zaertlich-lieblich/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fröhlich, zärtlich, lieblich und klärlich, anmutig, still und leise,&#10;in sanfter, süßer, keuscher, träger Weise&#10;erwache, du liebenswertes, schönes Weib,&#10;reck, streck, zeig deinen zarten, prächtigen Leib!&#10;Schließ auf deine hellen Äuglein so klar!&#10;Heimlich nimm′s wahr,&#10;wie sich verliert der Sternengarten&#10;in der schönen, heitren, klaren Sonne Glanz.&#10;Wohl auf zum Tanz!&#10;Flicht uns einen schönen Kranz&#10;der leucht von braunen, blauen, grauen,&#10;gelb-rot-weißen,&#10;violetten Blümlein ganz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sanft sich öffnen, schmeicheln, lispeln, wispern, flüstern in süßen Sprachen&#10;von ergötzlichen, guten, reinen Sachen&#10;soll dein voller roter Mund&#10;der so lieblich mein Herz hat entzündet&#10;und mich fürwahr schon tausendmal geweckt,&#10;freundlich aufgeschreckt&#10;aus des Schlafes Traum, wenn ich geschaut&#10;einen so wohlgeformten, roten, engen Spalt,&#10;in des Lächelns Gestalt,&#10;Zähnchen weiß darin gereiht,&#10;Lippen nippen koslich roslich,&#10;sind so hell,&#10;herrlich hingemalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frostfeuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frostfeuer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frostfeuer/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zehen sterben&#10;Atem schmilzt zu Blei&#10;In den Fingern sielen heiße Nadeln.&#10;Der Rücken schneckt&#10;Die Ohren summen Tee&#10;Das Feuer&#10;Klotzt&#10;Und&#10;Hoch vom Himmel&#10;Schlürft&#10;Dein kochig Herz&#10;Verschrumplig&#10;Knistrig&#10;Wohlig&#10;Sieden Schlaf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Fahre fort mit Dornenschlägen,&#10;Weiße Rose, meinem Herzen,&#10;Dem verbrannten, quillt ein Segen,&#10;Aus den Tränen aus den Schmerzen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Breche ganz mein altes Leben,&#10;Ich muß dir, die so erschienen&#10;Einen bessern Bruder geben&#10;Gott und dir in ihm zu dienen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles muß von dir ich nehmen&#10;Kann dir nichts, ach gar nichts geben,&#10;Denn du mußt den Drachen zähmen,&#10;Um dem Herrn den Schatz zu heben,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, ich beug mich dir zu Füßen&#10;Du Erbarmen, weine nieder,&#10;Lehre mich, wie du zu büßen&#10;Tränenquell der frommen Lieder&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling 1946</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-1946/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-1946/</guid><description>&lt;p&gt;Holde Anemone,&#10;bist du wieder da&#10;und erscheinst mit heller Krone&#10;mir Geschundenem zum Lohne&#10;wie Nausikaa?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Windbewegtes Bücken,&#10;Woge, Schaum und Licht!&#10;Ach, welch sphärisches Entzücken&#10;nahm dem staubgebeugten Rücken&#10;endlich sein Gewicht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah in Gorgos Auge&#10;eisenharten Glanz,&#10;ausgesprühte Lügenlauge&#10;hört ich flüstern, dass sie tauge,&#10;mich zu töten ganz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Anemone! Küssen&#10;lass mich dein Gesicht:&#10;Ungespiegelt von den Flüssen&#10;Styx und Lethe, ohne Wissen&#10;um das Nein und Nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling in Griechenland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-in-griechenland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-in-griechenland/</guid><description>&lt;p&gt;Nun zieht in die Fluten der Schiffer den Kiel;&#10;Heim kehren die zwitschernden Schwalben vom Nil&#10;Zu ihren geliebten Cykladen,&#10;Und jauchzend, erwacht aus dem Wintertraum,&#10;Durchflattert die Möwe den spritzenden Schaum&#10;An allen den Inselgestaden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am duft′gen Hymettus von neuem umsummt&#10;Der Chor der Bienen, der lange verstummt,&#10;Des Ginsters goldene Blüten;&#10;Und es wacht in der milderen Nacht des April&#10;Am Bach im Gestäude von Asphodill&#10;Der Hirt, um die Herde zu hüten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsahnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsahnen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsahnen/</guid><description>&lt;p&gt;Wohlig merken unsre Sinne&#10;Nun den Frühling allgemach,&#10;Denn es trauft aus jeder Rinne,&#10;Und es tropft von jedem Dach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise regt sich im Theater&#10;Dieser Welt ein Liebeston;&#10;Nächtens schreien viele Kater,&#10;Und der Hase rammelt schon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So auch uns ergreift die Glieder&#10;Wundersame Lebenskraft;&#10;Selbst solide Seifensieder&#10;Fühlen ihren Knospensaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Treibet das Geschäft der Paarung!&#10;Lasset der Natur den Lauf!&#10;Denn ihr wisset aus Erfahrung,&#10;Einmal hört es leider auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsbotschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsbotschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsbotschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Leise zieht durch mein Gemüt&#10;Liebliches Geläute.&#10;Klinge, kleines Frühlingslied,&#10;Kling hinaus ins Weite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kling hinaus, bis an das Haus,&#10;Wo die Blumen sprießen.&#10;Wenn du eine Rose schaust,&#10;Sag ich laß sie grüßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsdämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsdaemmerung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsdaemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;In der stillen Pracht,&#10;In allen frischen Büschen und Bäumen&#10;Flüsterts wie Träumen&#10;Die ganze Nacht.&#10;Denn über den mondbeglänzten Ländern&#10;Mit langen weißen Gewändern&#10;Ziehen die schlanken&#10;Wolkenfraun wie geheime Gedanken,&#10;Senden von den Felsenwänden&#10;Hinab die behenden&#10;Frühlingsgesellen, die hellen Waldquellen,&#10;Die′s unten bestellen&#10;An die duftgen Tiefen,&#10;Die gerne noch schliefen.&#10;Nun wiegen und neigen in ahnendem Schweigen&#10;Sich alle so eigen&#10;Mit Ähren und Zweigen,&#10;Erzählens den Winden,&#10;Die durch die blühenden Linden&#10;Vorüber den grasenden Rehen&#10;Säuselnd über die Seen gehen,&#10;Daß die Nixen verschlafen auftauchen&#10;Und fragen,&#10;Was sie so lieblich hauchen -&#10;Wer mag es wohl sagen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingserwachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingserwachen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingserwachen/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder hat sich die Natur verjüngt,&#10;wieder sich mit frischem Stoff gedüngt,&#10;und dem Moder wie den jungen Keimen&#10;hat die Kunst zu malen und zu reimen.&#10;Die Gebeine harren der Bestattung,&#10;währenddem die Früchte der Begattung&#10;fröhlich ins Bereich des Lebens ziehn -&#10;insoferne sie soweit gediehn.&#10;Viech- und Menschern heben sich die Büsen;&#10;in den Bäumen quillt′s und den Gemüsen.&#10;Tief im Kern der Erde hat′s gekracht:&#10;Ja, der Früh-, der Frühling ist erwacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingslied des Rezensenten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingslied-des-rezensenten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingslied-des-rezensenten/</guid><description>&lt;p&gt;Frühling ist′s, ich laß es gelten,&#10;Und mich freut′s, ich muß gestehen,&#10;Daß man kann spazieren gehen,&#10;Ohne just sich zu erkälten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Störche kommen an und Schwalben,&#10;Nicht zu frühe, nicht zu frühe!&#10;Blühe nur, mein Bäumchen, blühe!&#10;Meinethalben, meinethalben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja! ich fühl ein wenig Wonne,&#10;Denn die Lerche singt erträglich,&#10;Philomele nicht alltäglich,&#10;Nicht so übel scheint die Sonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß es keinen überrasche,&#10;Mich im grünen Feld zu sehen!&#10;Nicht verschmäh ich auszugehen,&#10;Kleistens Frühling in der Tasche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fuchs und Bär</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuchs-und-baer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuchs-und-baer/</guid><description>&lt;p&gt;Kam einst ein Fuchs vom Dorfe her,&#10;früh in der Morgenstunde,&#10;und trug ein Huhn im Munde;&#10;und es begegnet’ ihm ein Bär.&#10;&amp;ldquo;Ah! Guten Morgen, gnädiger Herr!&#10;Ich bringe hier ein Huhn für Sie;&#10;Ihr Gnaden promenieren ziemlich früh,&#10;wo geht die Reise hin?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Was heißest du mich gnädig, Vieh!&#10;Wer sagt dir, daß ich’s bin?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Sah Dero Zahn, wenn ich es sagen darf,&#10;und Dero Zahn ist lang und scharf.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fülle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuelle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuelle/</guid><description>&lt;p&gt;Genug ist nicht genug! Gepriesen werde&#10;Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!&#10;Tief beugt sich mancher allzu reich beschwerte,&#10;Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube!&#10;Die saftge Pfirsche winkt dem durstgen Munde!&#10;Die trunknen Wespen summen in die Runde:&#10;&amp;ldquo;Genug ist nicht genug!&amp;rdquo; um eine Traube.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen&#10;Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses,&#10;Das Herz, auch es bedarf des Überflusses,&#10;Genug kann nie und nimmermehr genügen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für die Zukunft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-die-zukunft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-die-zukunft/</guid><description>&lt;p&gt;Wer heut′ nicht die eigenen Zeiten versteht,&#10;Den lasse der Himmel nur sterben,&#10;Eh′ die glimmende Welt in Flammen aufgeht&#10;Und die Marmorpaläste verderben;&#10;Eh′ die Throne versinken im siedenden Meer&#10;Und der Blutrauch dampft durch die Gassen einher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glückselig die Menschen, die taumelfroh&#10;Sich durch das Jahrhundert trollen,&#10;Champagner trinken, ob lichterloh&#10;Auch draußen die Blitze rollen,&#10;Die nie beim Gelag′ der Gedanke bedräut:&#10;»Die Welt kann nimmer so bleiben wie heut.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für meine Söhne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-meine-soehne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-meine-soehne/</guid><description>&lt;p&gt;Hehle nimmer mit der Wahrheit!&#10;Bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue;&#10;Doch, weil Wahrheit eine Perle,&#10;Wirf sie auch nicht vor die Säue.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blüte edelsten Gemütes&#10;Ist die Rücksicht; doch zuzeiten&#10;Sind erfrischend wie Gewitter&#10;Goldne Rücksichtslosigkeiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wackrer heimatlicher Grobheit&#10;Setze deine Stirn entgegen;&#10;Artigen Leutseligkeiten&#10;Gehe schweigend aus den Wegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo zum Weib du nicht die Tochter&#10;Wagen würdest zu begehren,&#10;Halte dich zu wert, um gastlich&#10;In dem Hause zu verkehren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fußball</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fussball/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fussball/</guid><description>&lt;p&gt;Der Fußballwahn ist eine Krank-&#10;heit, aber selten, Gott sei Dank!&#10;Ich kenne wen, der litt akut&#10;an Fußballwahn und Fußballwut.&#10;Sowie er einen Gegenstand&#10;in Kugelform und ähnlich fand,&#10;so trat er zu und stieß mit Kraft&#10;ihn in die bunte Nachbarschaft.&#10;Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,&#10;ein Käse, Globus oder Igel,&#10;ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,&#10;ein Kegelball, ein Kissen war,&#10;und wem der Gegenstand gehörte,&#10;das war etwas, was ihn nicht störte.&#10;Bald trieb er eine Schweineblase,&#10;bald steife Hüte durch die Straße.&#10;Dann wieder mit geübtem Schwung&#10;stieß er den Fuß in Pferdedung.&#10;Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.&#10;Die Lampenkuppel brach sofort.&#10;Das Nachtgeschirr flog zielbewusst&#10;der Tante Berta an die Brust.&#10;Kein Abwehrmittel wollte nützen,&#10;nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,&#10;noch Puffer, außen angebracht.&#10;Er siegte immer, 0 zu 8,&#10;und übte weiter frisch, fromm, frei&#10;mit Totenkopf und Straußenei.&#10;Erschreckt durch seine wilden Stöße,&#10;gab man ihm nie Kartoffelklöße.&#10;Selbst vor dem Podex und den Brüsten&#10;der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,&#10;was er jedoch als Mann von Stand&#10;aus Höflichkeit meist überwand.&#10;Dagegen gab ein Schwartenmagen&#10;dem Fleischer Anlass zum Verklagen.&#10;Was beim Gemüsemarkt geschah,&#10;kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.&#10;Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen&#10;durch Publikum wie wilde Bienen.&#10;Da sah man Blutorangen, Zwetschen&#10;an blassen Wangen sich zerquetschen.&#10;Das Eigelb überzog die Leiber,&#10;ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.&#10;Kartoffeln spritzten und Zitronen.&#10;Man duckte sich vor den Melonen.&#10;Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.&#10;Dann donnerten die Kokosnüsse.&#10;Genug! Als alles dies getan,&#10;griff unser Held zum Größenwahn.&#10;Schon schäkernd mit der U-Boots-Mine,&#10;besann er sich auf die Lawine.&#10;Doch als pompöser Fußballstößer&#10;Fand er die Erde noch viel größer.&#10;Er rang mit mancherlei Problemen.&#10;Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?&#10;Dann schiffte er von dem Balkon&#10;sich ein in einen Luftballon.&#10;Und blieb von da an in der Luft,&#10;verschollen. Hat sich selbst verpufft. -&#10;Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,&#10;vor dem Gebrauch des Fußballwahns!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Galgenberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/galgenberg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/galgenberg/</guid><description>&lt;p&gt;Blödem Volke unverständlich&#10;treiben wir des Lebens Spiel.&#10;Gerade das, was unabwendlich,&#10;fruchtet unsrem Spott als Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Magst es Kinder-Rache nennen&#10;an des Daseins tiefem Ernst;&#10;wirst das Leben besser kennen,&#10;wenn du uns verstehen lernst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gang zum Schützengraben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gang-zum-schuetzengraben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gang-zum-schuetzengraben/</guid><description>&lt;p&gt;Durch Granattrichter,&#10;Schmutzige Pfützen,&#10;Stapfen sie.&#10;Über Soldaten,&#10;Frierend im Erdloch,&#10;Stolpern sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ratten huschen pfeifend übern Weg,&#10;Sturmregen klopft mit Totenfingern&#10;An faulenden Türen.&#10;Leuchtraketen&#10;Pestlaternen &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Graben zum Graben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefallen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefallen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefallen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel flaumt das Auge&#10;Die Erde krallt die Hand&#10;Die Lüfte sumsen&#10;Weinen&#10;Und&#10;Schnüren&#10;Frauenklage&#10;Durch&#10;Das strähne Haar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefunden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefunden/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ging im Walde&#10;So für mich hin,&#10;Und nichts zu suchen,&#10;Das war mein Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Schatten sah ich&#10;Ein Blümchen stehn,&#10;Wie Sterne leuchtend,&#10;Wie Äuglein schön.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollt es brechen,&#10;Da sagt es fein:&#10;Soll ich zum Welken&#10;Gebrochen sein ?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich grubs mit allen&#10;Den Würzlein aus,&#10;Zum Garten trug ichs&#10;Am hübschen Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und pflanzt es wieder&#10;Am stillen Ort;&#10;Nun zweigt es immer&#10;Und blüht so fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geiß und Schleiche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geiss-und-schleiche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geiss-und-schleiche/</guid><description>&lt;p&gt;Die Schleiche singt ihr Nachtgebet,&#10;die Waldgeiß staunend vor ihr steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Waldgeiß schüttelt ihren Bart&#10;wie ein Magister hochgelahrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie weiß nicht, was die Schleiche singt,&#10;sie hört nur, daß es lieblich klingt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schleiche fällt in Schlaf alsbald.&#10;Die Geiß geht sinnend durch den Wald.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Generalbeichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/generalbeichte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/generalbeichte/</guid><description>&lt;p&gt;Lasset heut im edeln Kreis&#10;Meine Warnung gelten!&#10;Nehmt die ernste Stimmung wahr!&#10;Denn sie kommt so selten.&#10;Manches habt ihr vorgenommen,&#10;Manches ist euch schlecht bekommen,&#10;Und ich muß euch schelten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reue soll man doch einmal&#10;In der Welt empfinden!&#10;So bekennt, vertraut und fromm,&#10;Eure größten Sünden!&#10;Aus des Irrtums falschen Weiten&#10;Sammelt euch und sucht bei Zeiten&#10;Euch zurechtzufinden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, wir haben, sei′s bekannt,&#10;Wachend oft geträumet,&#10;Nicht geleert das frische Glas,&#10;Wenn der Wein geschäumet;&#10;Manche rasche Schäferstunde,&#10;Flücht′gen Kuß vom lieben Munde,&#10;Haben wir versäumet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geranienrote Dächer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geranienrote-daecher/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geranienrote-daecher/</guid><description>&lt;p&gt;Vom nahen Holland fanden&#10;Die Bürger froh sich ein,&#10;Die Giebelguirlanden,&#10;Die sich zum Willkomm wanden.&#10;Nach 70 Prunkkasernen&#10;Nun neuer Jugendschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Germania an ihre Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/germania-an-ihre-kinder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/germania-an-ihre-kinder/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die des Maines Regionen,&#10;Die der Elbe heitre Au&amp;rsquo;n,&#10;Die der Donau Strand bewohnen,&#10;Die das Odertal bebaun,&#10;Aus des Rheines Laubensitzen,&#10;Von dem duft&amp;rsquo;gen Mittelmeer,&#10;Von der Riesenberge Spitzen,&#10;Von der Ost- und Nordsee her!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Chor&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horchet! - Durch die Nacht, ihr Brüder,&#10;Welch ein Donnerruf hernieder?&#10;Stehst du auf, Germania?&#10;Ist der Tag der Rache da?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deutsche, mut&amp;rsquo;ger Kinder Reigen,&#10;Die, mit Schmerz und Lust geküßt,&#10;In den Schoß mir kletternd steigen,&#10;Die mein Mutterarm umschließt,&#10;Meines Busens Schutz und Schirmer,&#10;Unbesiegtes Marsenblut,&#10;Enkel der Kohortenstürmer,&#10;Römerüberwinderbrut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang guter Geister</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-guter-geister/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-guter-geister/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr dürft nicht wissen,&#10;So heiß ihr giert,&#10;Weil erdentrissen&#10;Ihr nur verliert;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr sollt nicht gaffen&#10;Und fragen: warum?&#10;Vertrauend schaffen&#10;Ist Menschentum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr wärt als Weise&#10;Doch Narren bloß,&#10;Halb Kinder, halb Greise,&#10;Und heimatlos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur dieses Leben&#10;Im engen Kreis&#10;Ist euch gegeben&#10;Zu Kampf und Preis!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verachtet nimmer&#10;Das nahe Ziel,&#10;Weil Märchenschimmer&#10;Euch wohlgefiel -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was leicht zu träumen,&#10;Ist schwer getan:&#10;Statt grübelnd zu säumen,&#10;Greift wacker mit an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gewissheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gewissheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gewissheit/</guid><description>&lt;p&gt;Sei geduldig! Nimm gelassen,&#10;Wie der Tage Kette gleitet:&#10;Anfang, der nicht zu erfassen,&#10;Ende nicht. Und die sich breitet,&#10;Mitte, ziellos, offner, enger,&#10;Laß sie zögern, laß sie schweifen:&#10;Unerbittlich wird ein strenger&#10;Kreis zuletzt Dich einbegreifen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gewitter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gewitter/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarz fletscht in Weiß&#10;Die blauspielfrohen Dünste starren hagelgelb.&#10;Helle flackert&#10;Täubt zu Boden.&#10;Wüten&#10;Steinigt&#10;Schlossen!&#10;Tottoll krallet um die Nacht.&#10;Matt aufadert&#10;Blau das Recken&#10;Bebet bäumet&#10;Wuchtet&#10;Hebt sich&#10;Stemmt die Fäuste&#10;Hartscharfkantig&#10;Schellet Wolken&#10;Hellet Aengste&#10;Steht und streckt sich&#10;Packt das Gurgeln&#10;Und zerwürgt es&#10;Nach ihm stürzend&#10;Sich verbeißend&#10;Kollernd rollend&#10;In&#10;Die&#10;Leere!&#10;Augen&#10;Schleiern auf und schluchzen!&#10;Tränen&#10;Wellen&#10;Lösen&#10;Schrecken!&#10;Lichter&#10;Grellen&#10;Hoch im Bogen!&#10;Klänge&#10;Schwingen&#10;Freie&#10;Starke&#10;Sonnsiegklänge!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gina/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gina/</guid><description>&lt;p&gt;Noch weht um dich der Duft der großen Steppen,&#10;Der Sommer Polens, und der Wogengang&#10;Der Weizenfelder, wenn den Fluß entlang&#10;Der Treidler Schultern große Flöße schleppen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief, wie die schwarzen, herbstlichen Zisternen,&#10;Die einsam stechen in das Morgengraun,&#10;Sind deine Augen, die ins Weite schaun&#10;Aus engen Straßen nach den Wintersternen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wurdest für ein wildes Pferd geschaffen,&#10;Für einen Ritt durch Nächte und Gefahr,&#10;Die Tschapka auf der Stirn mit Goldagraffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glaube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glaube/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glaube/</guid><description>&lt;p&gt;Ich scheide, sprach der Knabe,&#10;Doch sei dir, liebe Maid,&#10;Herzinnige Treu geschworen&#10;In alle Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun er in fernen Landen&#10;Um blut&amp;rsquo;gen Lorbeer wirbt,&#10;Dem ungetreuen Manne&#10;Die Lieb&amp;rsquo; im Herzen stirbt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch immer, immer naget&#10;In seiner Brust der Wurm,&#10;Er hört die süße Stimme&#10;Durch Schlachtengraus und Sturm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sieht das klare Auge,&#10;Er schlafet oder wacht,&#10;Aufleuchtend, aufgeblättert&#10;In grabesschwarzer Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was frommt nur alle Reue?&#10;Ruft er in wildem Zorn,&#10;Es ist ja doch im Herzen&#10;Versiegt der Liebe Born,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glaubt mir!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glaubt-mir/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glaubt-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Glaubt mir! Den Hund ich töte,&#10;Der mir die schöne Kröte&#10;Zu rauben wagen sollte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ampeln dunkle Röthe&#10;Durchglühet meine Kröte,&#10;Als wenn sie brennen wollte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weh′ dem, der mir verböte,&#10;Die wunderbare Kröte&#10;Zu speisen und zu preisen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Kröte! Schöne Kröte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gleich und gleich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gleich-und-gleich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gleich-und-gleich/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Blumenglöckchen&#10;Vom Boden hervor&#10;War früh gesprosset&#10;In lieblichem Flor;&#10;Da kam ein Bienchen&#10;Und naschte fein.&#10;Die müssen wohl beide&#10;Für einander sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gleichzeitig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gleichzeitig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gleichzeitig/</guid><description>&lt;p&gt;Mohn an der römischen Mauer,&#10;Träume von Ewigkeit her!&#10;Bachbett voll glitzernder Trauer,&#10;Gruß aus dem Marmarameer.&#10;Rostiges Eisen. Kanister.&#10;Fliegenumwimmeltes Aas.&#10;Troja und Friedhof Geschwister&#10;tief unter Nesseln und Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ausdrusch, und Welle um Welle,&#10;wenn die Maschine sich wirft.&#10;Abgesang, Mündung wird Quelle,&#10;welche sich auftrinkt und schlürft.&#10;Spelz, der den Abend verdunkelt.&#10;Plump an dem Ufer der Schwan,&#10;später von Sternen umfunkelt,&#10;pfälzischer Leda Galan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich die Wagen, die Säcke,&#10;platzend von Körnern wie eh.&#10;Wieder der Pflug und die Egge,&#10;Kalk auf den Feldern wie Schnee.&#10;Frieden und nächtliche Kühle.&#10;Uralte Steine, gesellt,&#10;drehn ruhig sich in der Mühle.&#10;Brot zur Erlösung der Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gloria</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gloria/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gloria/</guid><description>&lt;p&gt;Auch ich auch ich, in unseligem Drang,&#10;Hab′ mit zuckenden Fingern, so lang, so lang,&#10;Von verzehrendem Fieber zerspalten,&#10;Gehascht nach des Ruhmes Lorbeergezweig,&#10;Mit fliegendem Atem, ringerbleich,&#10;Eine üppige Krone zu halten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch ich entrafft′ mich dem heimischen Herd&#10;Was hat mich die Träne der Mutter geschert,&#10;Was Marias geschluchzte Klagen?&#10;Es trieb mich so wild, so stürmisch hinaus&#10;Auf des Lebens weißschäumigen Wogenbraus,&#10;Den strahlenden Ruhm zu erjagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückwündschungs-Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckwuendschungs-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckwuendschungs-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Die schöne Sonne steiget,&#10;Die Lufft kriegt neue Zier,&#10;Fast kein Geflügel schweiget,&#10;Die Blumen scheinen für,&#10;Die grünen Hügel lachen,&#10;Die Saate gehet auff,&#10;Wald, Wild und Feld erwachen,&#10;Der Lentz kriegt seinen Lauff.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Vatter, Herr der Erden,&#10;Diß wird von dir gethan;&#10;Laß doch uns auch froh werden,&#10;Sieh’ uns auch wider an,&#10;Daß deines Segens Wonne&#10;Bald möge bey uns seyn,&#10;Und deiner Gnaden Sonne&#10;Uns gebe neuen Schein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gode Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gode-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gode-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Över de stille Straten&#10;Geit klar de Klokkenslag;&#10;God Nacht! Din Hart will slapen,&#10;Und morgen is ok en Dag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Din Kind liggt in de Weegen,&#10;Un ik bün ok bi di;&#10;Din Sorgen und din Leven&#10;Is allens um un bi.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch eenmal lat uns spräken:&#10;Goden Abend, gode Nacht!&#10;De Maand schient ob de Däken,&#10;Uns′ Herrgott hölt de Wacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Golgatha</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/golgatha/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/golgatha/</guid><description>&lt;p&gt;Gebeugte Menschen mit stumpfem Blick&#10;hocken in dumpfen Spelunken -&#10;den Neid im Auge, die Not im Genick,&#10;von elendem Fusel trunken.&#10;Da tönt eine Stimme von außen herein:&#10;&amp;ldquo;Kopf hoch! Ihr seid nicht verloren.&#10;Ich füll eure Becher mit goldenem Wein.&#10;Auch euch ist der Heiland geboren.&#10;Heraus ins Freie und folgt mir nach,&#10;wo Schätze liegen!&amp;rdquo;&#10;Die Stimme des Mannes, der also sprach,&#10;hat plötzlich geschwiegen.&#10;Ein Scherge führt ihn gefesselt fort.&#10;Den Menschen aber da drinnen&#10;klingt seiner Rede lockendes Wort&#10;wie ferner Traum in den Sinnen.&#10;Sie senken den Kopf auf des Tisches Brett&#10;und trinken mit heiserem Lachen &amp;hellip;&#10;Ein Jude zog aus von Nazareth,&#10;die Armen glücklich zu machen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grab der Cäcilia Metella</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grab-der-caecilia-metella/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grab-der-caecilia-metella/</guid><description>&lt;p&gt;Thurm der Einsamkeit, den ich lieb′, o festes&#10;Uralt rundes Römergebild, du Seufzer&#10;Byrons, der Campagna gerühmt als&#10;Capo di Bove!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich lobpreisend singet ein Lied der Dichter,&#10;Gern an Gräbern weilend, weil seine Lieben&#10;All′ im Grabe schlummern für ihn, und selbst sein&#10;Glaub′ an die Lieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber wie erreicht dich Gesang? Ein Wort ist&#10;Wenig für den Tod, und der Mensch zerstört nur,&#10;Aber baut die Vorwelt nicht auf. Doch ist der&#10;Dichter ihr Echo.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabgesang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Vor des Friedhofs dunkler Pforte&#10;Bleiben Leid und Schmerzen stehn,&#10;Dringen nicht zum heil′gen Orte,&#10;Wo die sel′gen Geister gehn,&#10;Wo nach heißer Tage Glut&#10;Unser Freund im Frieden ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu des Himmels Wolkentoren&#10;Schwang die Seele sich hinan,&#10;Fern von Schmerzen, neugeboren,&#10;Geht sie auf - die Sternenbahn;&#10;Auch vor jenen heil′gen Höhn&#10;Bleiben Leid und Schmerzen stehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sehnsucht gießet ihre Zähren&#10;Auf den Hügel, wo er ruht:&#10;Doch ein Hauch aus jenen Sphären&#10;Füllt das Herz mit neuem Mut;&#10;Nicht zur Gruft hinab - hinan,&#10;Aufwärts ging des Freundes Bahn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grablied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grablied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grablied/</guid><description>&lt;p&gt;Auf! Laßt uns fröhlich singen&#10;Ein Lied von Tod und Grab!&#10;Gar herrlich soll es klingen&#10;Ins letzte Bett hinab:&#10;Des Friedhofs stiller Hügel&#10;Kein Leben deckt er zu,&#10;Der Geist schwingt frohe Flügel&#10;Und fliegt der Heimat zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sagt der grünen Erde&#10;Die letzte gute Nacht,&#10;Denn Arbeit, Not, Gefährde&#10;Sie sind mit Gott vollbracht,&#10;Die Freuden und die Mühen&#10;Der armen Sterblichkeit -&#10;Nun sieht er Kränze blühen&#10;Im Lenz der Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabmal eines jungen Mädchens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabmal-eines-jungen-maedchens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabmal-eines-jungen-maedchens/</guid><description>&lt;p&gt;Wir gedenkens noch. Das ist, als müßte&#10;alles dieses einmal wieder sein.&#10;Wie ein Baum an der Limonenküste&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;trugst du deine kleinen leichten Brüste&#10;in das Rauschen seines Bluts hinein:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- jenes Gottes.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es war der schlanke&#10;Flüchtling, der verwöhnende der Fraun.&#10;Süß und glühend, warm wie dein Gedanke,&#10;überschattend deine frühe Flanke&#10;und geneigt wie deine Augenbraun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift auf Georg Forster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-auf-georg-forster/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-auf-georg-forster/</guid><description>&lt;p&gt;Weltumsegler! Du suchtest auf pfadlosem Ozean Zonen,&#10;Wo die Unschuld der Ruh böte vertraulich die Hand!&#10;Edler Forscher, was fandest du dort? Die Kinder der Erde&#10;All′ an Schwachheit sich gleich, alle dem Tode geweiht.&#10;Sohn der Freiheit! Du öffnetest ihr die männliche Seele,&#10;Ihr, die vom Himmel herab sandte der Vater zum Heil.&#10;Ach! Es wandte die Göttin sich schnell von der blutigen Erde;&#10;Forster! Du schwebtest mit ihr, hin wo dein Suchen sich lohnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift eines Ziegeiners</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-eines-ziegeiners/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-eines-ziegeiners/</guid><description>&lt;p&gt;In strenger Wanderschafft bracht ich mein Leben hin&#10;Zwey Reime lehren dich / wer ich gewesen bin.&#10;Aegypten / Ungern / Schweitz / Beeltzebub und Schwaben&#10;Hat mich genennt / erzeugt / genehrt / erwürgt / begraben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift Marianae GryphiaeBrudern Pauli Töchterlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-marianae-gryphiaebrudern-pauli-toechterlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-marianae-gryphiaebrudern-pauli-toechterlein/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Andreas Gryphius&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grabschrift Marianae Gryphiae&#10;Brudern Pauli Töchterlein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geboren in der Flucht, umringt mit Schwert und Brand,&#10;Schier in dem Rauch erstickt, der Mutter herbes Pfand,&#10;Des Vatern höchste Furcht, die an das Licht gedrungen,&#10;Als die ergrimmte Glut mein Vaterland verschlungen.&#10;Ich habe diese Welt beschaut und bald gesegnet:&#10;Weil mir auf einen Tag all&amp;rsquo; Angst der Welt begegnet.&#10;Wo ihr die Tage zählt; so bin ich jung verschwunden,&#10;sehr alt; wofern ihr schätzt, was ich für Angst empfunden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grotta ferrata</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grotta-ferrata/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grotta-ferrata/</guid><description>&lt;p&gt;Flohn einst Griechen hierher, in friedlichem Kloster sich bergend,&#10;Ein Arkadien hier, Tempe vergaßen sie leicht;&#10;Eure Natur hat euch der mildeste Himmel gesegnet,&#10;Eure Kapelle hat euch Dominichino geweiht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gruß aus Örterreich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss-aus-oerterreich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss-aus-oerterreich/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Brüder dort in fernem Reich,&#10;Die ihr im Lichte schreitet,&#10;Die ihr, an Geist und Liebe gleich,&#10;Die Freiheit kühn erstreitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich grüß auch laut im Dämmerschein,&#10;Der Oesterreich umsaumet,&#10;Der morgenrot und morgenrein&#10;Zu uns herüberträumet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O stralte doch das helle Licht&#10;Auch bald auf uns hernieder,&#10;Das Kerker lüftet, Ketten bricht,&#10;Und Liebe bringt und Lieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O brach ins schöne Oesterreich&#10;Herein der Stral der Liebe,&#10;Der in die Herzen flammengleich,&#10;Das Wort der Freiheit schriebe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Haruns Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/haruns-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/haruns-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Harun al Raschid, der Khalif,&#10;Verzückt zur Höll′ im bangen Traume,&#10;Fand als sein Blick sie schnell durchlief,&#10;In ihrem matervollsten Raume&#10;An eines Königes die Hand&#10;Von einem Derwisch fest geschloßen,&#10;Und nur verwechselt ihr Gewand,&#10;Sie gleicher Höllenpein Genoßen.&#10;»Sagt an, woher dies Urtheil,« rief&#10;Der höchst betroffene Khalif,&#10;»Da ihr so ganz verschieden scheinet,&#10;Daß gleiche Straf′ euch hier vereinet?«&#10;Ich hatte, sagte der Santon,&#10;Vom Königsehrgeiz wohl ein wenig.&#10;»Und ich, entgegnete der König,&#10;Vom Derwisch die Religion.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hauszauber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hauszauber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hauszauber/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist, als müßt ein Zauber,&#10;Dabei im Spiele sein,&#10;Daß alles ist so sauber&#10;Im Hause und so rein:&#10;Die Dielen und die Wände,&#10;Das Holzgerät und Glas -&#10;Und sind noch nur zwei Hände,&#10;Nur die bewirken das.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ertritt man nur die Schwelle,&#10;So fühlt man sich schon froh.&#10;Es waltet eine Helle&#10;Im Haus, die schmückt es so.&#10;Viel Pracht nicht würde taugen&#10;dazu und Reichtum nicht-&#10;Es ist nur ein paar Augen,&#10;Das spendet so viel Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimlichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimlichkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimlichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Das Horchen spricht&#10;Gluten klammen&#10;Schauer schielen&#10;Blut seufzt auf&#10;Dein Knie lehnt still&#10;Die heißen Ströme&#10;Brausen&#10;Heiß&#10;Zu Meere&#10;Und&#10;Unsere Seelen&#10;Rauschen&#10;Ein&#10;In&#10;Sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimweh nach Rügen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-nach-ruegen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-nach-ruegen/</guid><description>&lt;p&gt;O Land der dunklen Haine,&#10;O Glanz der blauen See,&#10;O Eiland, das ich meine,&#10;Wie tut′s nach dir mir weh!&#10;Nach Fluchten und nach Zügen&#10;Weit über Land und Meer,&#10;Mein trautes Ländchen Rügen,&#10;Wie mahnst du mich so sehr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie, mit goldnen Säumen&#10;Die Flügel rings umwebt,&#10;Mit Märchen und mit Träumen&#10;Erinnrung zu mir schwebt!&#10;Sie hebt von grauen Jahren&#10;Den dunkeln Schleier auf,&#10;Von Wiegen und von Bahren,&#10;Und Tränen fallen drauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heiterkeit, güldene, komm!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heiterkeit-gueldene-komm/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heiterkeit-gueldene-komm/</guid><description>&lt;p&gt;Heiterkeit, güldene, komm!&#10;du des Todes&#10;heimlichster, süßester Vorgenuß!&#10;- Lief ich zu rasch meines Wegs?&#10;Jetzt erst, wo der Fuß müde ward,&#10;holt dein Blick mich noch ein,&#10;holt dein Glück mich noch ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings nur Welle und Spiel.&#10;Was je schwer war,&#10;sank in blaue Vergessenheit -&#10;müßig steht nun mein Kahn.&#10;Sturm und Fahrt - wie verlernt er das!&#10;Wunsch und Hoffen ertrank,&#10;glatt liegt Seele und Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hellgrün</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hellgruen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hellgruen/</guid><description>&lt;p&gt;Das war ein fröstelnd banger Abend damals &amp;hellip;&#10;In Hildgards Zimmer. Aus dem Steinkamin&#10;Glitt röthlich Flackern über seid′ne Decken&#10;Und Sammt und Schleifen &amp;hellip; Alles wellengrün,&#10;Wie Wasser, das in Lunas Kuss vereiste,&#10;So kühl und hell und herzlos wellengrün.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Sofa sie. In Falten reich und rauschend&#10;Fiel schwermüthig′ das weisse Kleid hinab&#10;Und milde Perlen flossen durch die Haare -&#10;Das mondscheinblonde, weiche Frauenhaar,&#10;In dessen Netz ich mich verstrickt &amp;hellip; zu Tode -&#10;Sie wusste, dass mich Perlen traurig machen,&#10;Und darum trug sie Perlen &amp;hellip; Ihre Hand&#10;Lag in dem grünen Schaum der leichten Spitzen,&#10;So weiss und willenlos und todesmatt &amp;hellip;&#10;Und in dem Glas die sterbenden Narcissen &amp;hellip;&#10;Verbebend schwellten sie die blasse Luft,&#10;Und dufteten so räthselhaft, so schauernd &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Henrik Ibsen †</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/henrik-ibsen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/henrik-ibsen/</guid><description>&lt;p&gt;Du wirst nicht umgegossen,&#10;Knopfgießer hütet sich sehr -&#10;Du bleibst, in dir geschlossen,&#10;Ein Erzbild, ragend am Meer!&#10;Und die zu starr dich fanden,&#10;Die draußen in Wind und Flut&#10;Dein Schauen nicht verstanden:&#10;Sie werden bei dir noch landen -&#10;Sie steuern nach irrem Schweifen&#10;Zu dir, wenn sie begreifen,&#10;Was groß und wahr und gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstbild/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstbild/</guid><description>&lt;p&gt;Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!&#10;Die Luft ist still, als atmete man kaum,&#10;Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,&#10;Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O stört sie nicht, die Feier der Natur!&#10;Dies ist die Lese, die sie selber hält,&#10;Denn heute löst sich von den Zweigen nur,&#10;Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstentschluß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstentschluss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstentschluss/</guid><description>&lt;p&gt;Trübe Wolken, Herbstesluft,&#10;Einsam wandl′ ich meine Straßen,&#10;Welkes Laub, kein Vogel ruft -&#10;Ach, wie stille! wie verlassen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Todeskühl der Winter naht;&#10;Wo sind, Wälder, eure Wonnen?&#10;Fluren, eurer vollen Saat&#10;Goldne Wellen sind verronnen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist worden kühl und spät,&#10;Nebel auf der Wiese weidet,&#10;Durch die öden Haine weht&#10;Heimweh; - alles flieht und scheidet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herz, vernimmst du diesen Klang&#10;Von den felsentstürzten Bächen?&#10;Zeit gewesen wär′ es lang,&#10;Daß wir ernsthaft uns besprächen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlied/</guid><description>&lt;p&gt;Lasst uns auf alle Berge gehen,&#10;Wo jetzt der Wein zu Tale fliesst,&#10;Und überall am nächsten stehen,&#10;Wo sich der Freude Quell ergiesst,&#10;Uns tief in allen Augen spiegeln,&#10;Die durch das Rebenland erglühn!&#10;Lasst uns das letzte Lied entriegeln,&#10;Wo noch zwei rote Lippen blühn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht, wie des Mondes Antlitz glühend&#10;Im Rosenscheine aufersteht,&#10;Indes die Sonne, freudesprühend,&#10;Den Leib im Westmeer baden geht!&#10;Wie auf der Jungfrau′n einer Wange&#10;Der Widerschein des Mondes ruht,&#10;Dieweil erhöht vom Niedergange,&#10;Erglänzt der andern Purpurblut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstnacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich, ein Kind, am Strome ging,&#10;Wie ich da fest am Glauben hing,&#10;Wenn ich den Wellen Blumen gab,&#10;So zögen sie zum Meer hinab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun hält die schwarz verhüllte Nacht&#10;Erschauernd auf den Wäldern Wacht,&#10;Weil bald der Winter, kalt und still,&#10;Doch tödlich mit ihr ringen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon rauscht und wogt das weite Land&#10;Geschüttelt von des Sturmes Hand,&#10;Es braust von Wald zu Wald hinauf&#10;Entlang des Flusses wildem Lauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstseele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstseele/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstseele/</guid><description>&lt;p&gt;Jägerruf und Blutgebell;&#10;Hinter Kreuz und braunem Hügel&#10;Blendet sacht der Weiherspiegel,&#10;Schreit der Habicht hart und hell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über Stoppelfeld und Pfad&#10;Banget schon ein schwarzes Schweigen;&#10;Reiner Himmel in den Zweigen;&#10;Nur der Bach rinnt still und stad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald entgleitet Fisch und Wild.&#10;Blaue Seele′ dunkles Wandern&#10;Schied uns bald von Lieben, Andern.&#10;Abend wechselt Sinn und Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rechten Lebens Brot und Wein,&#10;Gott in deine milden Hande&#10;Legt der Mensch das dunkle Ende,&#10;Alle Schuld und rote Pein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hero und Leander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hero-und-leander/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hero-und-leander/</guid><description>&lt;p&gt;Seht ihr dort die altergrauen&#10;Schlösser sich entgegenschauen,&#10;Leuchtend in der Sonne Gold,&#10;Wo der Hellespont die Wellen&#10;Brausend durch der Dardanellen&#10;Hohe Felsenpforte rollt?&#10;Hört ihr jene Brandung stürmen,&#10;Die sich an den Felsen bricht?&#10;Asien riss sie von Europen;&#10;Doch die Liebe schreckt sie nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hero′s und Leanders Herzen&#10;Rührte mit dem Pfeil der Schmerzen&#10;Amors heil′ge Göttermacht.&#10;Hero, schön wie Hebe blühend,&#10;Er durch die Gebirge ziehend&#10;Rüstig im Geräusch der Jagd.&#10;Doch der Väter feindlich Zürnen&#10;Trennte das verbundne Paar,&#10;Und die süße Frucht der Liebe&#10;Hing am Abgrund der Gefahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr von Ribbeck auf Ribbeck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-von-ribbeck-auf-ribbeck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-von-ribbeck-auf-ribbeck/</guid><description>&lt;p&gt;Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,&#10;ein Birnbaum in seinem Garten stand,&#10;und kam die goldne Herbsteszeit&#10;und die Birnen leuchteten weit und breit,&#10;da stopfte, wenn′s Mittag vom Turme scholl,&#10;der von Ribbeck sich beide Taschen voll,&#10;und kam in Pantinen ein Junge daher,&#10;so rief er: &amp;ldquo;Junge, wiste ′ne Beer?&amp;rdquo;&#10;Und kam ein Mädchen, so rief er: &amp;ldquo;Lütt Dirn,&#10;kumm man röwer, ick hebb ′ne Birn.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ging es viel Jahre, bis lobesam&#10;der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.&#10;Er fühlte sein Ende. ′s war Herbsteszeit,&#10;wieder lachten die Birnen weit und breit,&#10;da sagte von Ribbeck: &amp;ldquo;Ich scheide nun ab.&#10;Legt mir eine Birne mit ins Grab.&amp;rdquo;&#10;Und drei Tage darauf aus dem Doppeldachhaus&#10;trugen von Ribbeck sie hinaus,&#10;alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht&#10;sangen: &amp;ldquo;Jesus meine Zuversicht&amp;rdquo;,&#10;und die Kinder klagten, das Herze schwer:&#10;&amp;ldquo;He ist dod nu. Wer giwt uns nu ′ne Beer?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr, dir sei Lob und Dank...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-dir-sei-lob-und-dank/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-dir-sei-lob-und-dank/</guid><description>&lt;p&gt;Herr, dir sei Lob und Dank,&#10;Um immer mich zu finden,&#10;Willst du mich müd und krank&#10;Hier an mein liebes Schmerzensbettlein binden,&#10;Ach, Herr! viel tausend Lob und Dank!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Will geschah′ an mir,&#10;Gib nur Geduld, dann strafe,&#10;Ich bin verschuldet dir,&#10;Sei ich dein freies Kind, sei ich dein Sklave,&#10;Ach, nur dein Will gescheh′ an mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herr! wie es dir gefällt&#10;Willst du aufs Kreuz mich legen,&#10;Sei ich ans Kreuz gestellt,&#10;Geh kreuzbeladen, Herr, ich dir entgegen,&#10;Ach alles, wie es dir gefällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hier in der Hölle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hier-in-der-hoelle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hier-in-der-hoelle/</guid><description>&lt;p&gt;Ob auch trügerische Kühlung&#10;Manchmal uns herniederträufel′:&#10;Jeder, bleibt er hübsch in Fühlung,&#10;Fühlt sich doch als armen Teufel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsre hohen Ofengrade&#10;Lassen sich nicht dauernd lindern,&#10;Und kein Recht und keine Gnade&#10;Gibt sich ab mit Satanskindern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keuchen müssen wir und schwitzen,&#10;Denn hier leidet′s keine Trägen -&#10;In den Pech- und Schwefelhitzen&#10;Müssen rastlos wir uns regen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Müssen, tief in Pein begraben,&#10;Selber noch einander quälen -&#10;Denn was sollten sonst wir haben&#10;Zum Pläsier, wir Höllenseelen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Himmel grau und wochentäglich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/himmel-grau-und-wochentaeglich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/himmel-grau-und-wochentaeglich/</guid><description>&lt;p&gt;Himmel grau und wochentäglich!&#10;Auch die Stadt ist noch dieselbe!&#10;Und noch immer blöd und kläglich&#10;Spiegelt sie sich in der Elbe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lange Nasen, noch langweilig&#10;Werden sie wie sonst geschneuzet,&#10;Und das duckt sich noch scheinheilig,&#10;Oder bläht sich, stolz gespreizet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schöner Süden! wie verehr ich&#10;Deinen Himmel, deine Götter,&#10;Seit ich diesen Menschenkehricht&#10;Wiederseh, und dieses Wetter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hippogryph</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hippogryph/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hippogryph/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist ein Flügelpferd mit Silberschellen,&#10;Das heitere Gesellen&#10;Empor hebt über Heidekraut und Klüfte,&#10;Daß durch den Strom der Lüfte,&#10;Die um den Reisehut melodisch pfeifen,&#10;Des Ernsts Gewalt und Torenlärm der Schlüfte&#10;Als Frühlingsjauchzen nur die Brust mag streifen;&#10;Und so im Flug belauschen&#10;Des trunknen Liedergottes rüstge Söhne,&#10;Wenn alle Höhn und Täler blühn und rauschen,&#10;Im Morgenbad des Lebens ewge Schöne,&#10;Die, in dem Glanz erschrocken,&#10;Sie glühend anblickt aus den dunklen Locken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Historienmaler - Französischer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/historienmaler-franzoesischer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/historienmaler-franzoesischer/</guid><description>&lt;p&gt;Wähle den Stoff nur gut, er sei fein klassisch, denn einzig&#10;Ist es das Klassische nur, was mit der Kunst sich verträgt.&#10;Römer und Griechen und Mythologie sind klassische Quellen,&#10;Aber verstehe mich, daß du den Effekt nicht vergißt.&#10;Ungewöhnlich sei Licht und Reflex, Halbschatten und Schatten,&#10;Denn das Gewöhnliche bleibt einmal für immer gemein.&#10;Was die Antike betrifft, so ahme den Reiz und die Wollust,&#10;Ahme die sinnliche Form, aber die Kälte nicht nach&#10;Gieb der Venus ein üppig Gelock, und künstliche Blumen,&#10;Und so lüstern sie kann, liege die Schmachtende da.&#10;Bildest du Helden, so bilde sie mir in rasender Stellung,&#10;Nimm das tragische Spiel großer Acteurs zum Modell.&#10;Componirest du Cäsars Tod, so denke, du malest&#10;Furien, und daß der Blick stier nur und fürchterlich ist!&#10;Nur nichts an Farben gespart, du hast auf Augen zu wirken,&#10;Und auf die Menge, was gehn Sinn und Verstand dich denn an?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochzeitslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitslied/</guid><description>&lt;p&gt;Aus der Eltern Macht und Haus&#10;Tritt die züchtge Braut heraus&#10;An des Lebens Scheide -&#10;Geh und lieb und leide!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freigesprochen, unterjocht,&#10;Wie der junge Busen pocht&#10;Im Gewand von Seide -&#10;Geh und lieb und leide!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frommer Augen helle Lust&#10;Überstrahlt an voller Brust&#10;Blitzendes Geschmeide -&#10;Geh und lieb und leide!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Merke dirs, du blondes Haar:&#10;Schmerz und Lust Geschwisterpaar,&#10;Unzertrennlich beide -&#10;Geh und lieb und leide!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffe doch nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffe-doch-nicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffe-doch-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;- du mußt es bezahlen&#10;Mit der Enttäuschung bittersten Qualen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wiege dich Hoffnung auch noch so schön,&#10;Tückisch wird sie doch untergeh′n!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- dir ist niemals gewähret,&#10;Was deine brennende Sehnsucht begehret:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob auch aus weinender Seele er quillt,&#10;Nie sich der rettende Wunsch erfüllt. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- es stillen die Thränen&#10;Nimmer dein heißes Bangen und Sehnen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wehr′ ihres Strom′s unbänd′ger Gewalt,&#10;Geh′ deines Weges ruhig und kalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- dein Herz ist kein Felsen,&#10;D′rauf du voll Groll dein Leid kannst wälzen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoffe!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoffe/</guid><description>&lt;p&gt;Stimme von dem braunen Hügel,&#10;Die du oft ins stille Tal&#10;Widertönst die lauten Worte,&#10;Lieben trauten Widerhall,&#10;Stimme, die du meine Lieder,&#10;Die Akkorde meiner Zither&#10;Widertönst, erschalle,&#10;Gib nicht neckend meine Frage wieder,&#10;Gib mir Antwort, Stimm im stillen Tale.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stiller Strom im grauen Bette,&#10;Eile nicht so schnell davon,&#10;Daß mein Ohr einmal verstände&#10;Deiner Wellen leisen Ton;&#10;Deine schönen Silberquellen&#10;Sollen traulich mir erzählen,&#10;Rausche lauter, rausche,&#10;Sprich zu meinem Ohr aus deinen Wellen,&#10;Daß ich deine Sagen mir erlausche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hör', es klagt die Flöte wieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoer-es-klagt-die-floete-wieder-7619/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoer-es-klagt-die-floete-wieder-7619/</guid><description>&lt;p&gt;Hör&amp;rsquo;, es klagt die Flöte wieder,&#10;Und die kühlen Brunnen rauschen.&#10;Golden wehn die Töne nieder,&#10;Stille, stille, laß uns lauschen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holdes Bitten, mild Verlangen,&#10;Wie es süß zum Herzen spricht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die Nacht, die mich umfangen,&#10;Blickt zu mir der Töne Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Huldigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/huldigung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/huldigung/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich in des Himmels Bläue&#10;Stillerhoben aufwärts schaue,&#10;Denke ich an blaue Augen,&#10;Und ich denk an Lieb und Treu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn ich im trüben&#10;In dein blaues Auge schaue,&#10;Denke ich an blauen Himmel,&#10;Und an blütenvollen Mai.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin das Meer der Liebe,&#10;Du bist die Perle darin,&#10;Und die Perle ist des Meeres&#10;Verschwiegne Königin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin der tiefe Himmel —&#10;Du bist der Sternenschein,&#10;Der in das Meer der Liebe&#10;Hellschimmernd fällt hinien.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymen und die Truppen Amors</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymen-und-die-truppen-amors/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymen-und-die-truppen-amors/</guid><description>&lt;p&gt;Hymen stand im Hinterhalte:&#10;Als ein Heer von Amuretten&#10;Seines Reiches Grenzen nahte!&#10;Wer da! rief er halberschrocken,&#10;Wer da! - oder soll ich schiesen?&#10;Holder Bruder, sprach ihr Führer,&#10;Fürchte nichts von Amors Truppen.&#10;Unser Endzweck ist nicht dieser,&#10;Deine Lande zu verheeren&#10;Oder in Besitz zu halten:&#10;Wir verlangen nur den Durchzug!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymne an die Muse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-an-die-muse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne-an-die-muse/</guid><description>&lt;p&gt;Schwach zu königlichem Feierliede,&#10;Schloß ich lang genug geheim und stumm&#10;Deine Freuden, hohe Pieride!&#10;In des Herzens stilles Heiligtum;&#10;Endlich, endlich soll die Saite künden,&#10;Wie von Liebe mir die Seele glüht,&#10;Unzertrennbarer den Bund zu binden,&#10;Soll dir huldigen dies Feierlied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf den Höh&amp;rsquo;n, am ernsten Felsenhange,&#10;Wo so gerne mir die Träne rann,&#10;Säuselte die frühe Knabenwange&#10;Schon dein zauberischer Othem an; -&#10;Bin ich, Himmlische, der Göttergnaden,&#10;Königin der Geister, bin ich wert,&#10;Daß mich oft, des Erdetands entladen,&#10;Dein allmächtiges Umarmen ehrt? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymnus an den Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymnus-an-den-mond/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymnus-an-den-mond/</guid><description>&lt;p&gt;Auch Du bist wirkendes Licht,&#10;Prangender Mond,&#10;Und Deinen Nächten gebietest Du&#10;Froh als unbestrittener Herrscher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wauu Du voll heraufsteigst&#10;Ueber die Kuppen des Gebirgs&#10;Hoch in den kühlenden Aether,&#10;Schwindet die Nacht vor Dir&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Deine Strahlen reichen&#10;Mächtigen Umfangs hinaus&#10;Ueber alles Gesilde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühlsames Leben durchschauerst Du;&#10;Trunken schwärmet die Seele&#10;Einsam dem Wandrer.&#10;Vögel erweckst Du aus wiegendem Schlaf,&#10;Freudenreich singt die Nachtigall&#10;Aus den silbernen Zweigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymnus an die Dummheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymnus-an-die-dummheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymnus-an-die-dummheit/</guid><description>&lt;p&gt;Dummheit, erhabene Göttin,&#10;Unsere Patronin,&#10;Die du auf goldenem Throne,&#10;Auf niedriger Stirne die blitzende Krone,&#10;Stumpfsinnig erhabenes Lächeln&#10;Auf breitem, nichtssagendem Antlitz -&#10;Königlich sitzest:&#10;Siehe herab mit der Milde Miene&#10;Auf deine treuen, dir nach-&#10;Dummenden Kinder,&#10;Verjage aus dem Land&#10;Die Dichter und Künstler und Denker,&#10;Unsere Verächter,&#10;Vernichte die Bücher, - Traumbuch und Rechenknecht,&#10;Briefsteller und Lacherbsen verschonend,&#10;Und wir bringen ein Eselchen dir,&#10;Dein Lieblingstier,&#10;Dein mildes, sanftes, ohrenaufsteigendes&#10;Lieblingstier&#10;Eine goldene Krippe dafür&#10;Und ein purpurnes Laken von Disteln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bleibe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bleibe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bleibe/</guid><description>&lt;p&gt;Durch die Nacht mit dumpfem Rauschen&#10;Treibt vorbei des Stromes Wut;&#10;Und mit träumerischem Lauschen&#10;Starr ich auf die dunkle Flut.&#10;Schattenhafte Kähne wallen&#10;Mir vorbei, in Nacht hinein;&#10;Liebe Stimmen, sie verhallen,&#10;Und die Strömung tönt allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ödes Schweigen, banges Dunkel!&#10;Schmerzlich irrt mein Blick empor.&#10;Da erblüht mit Trostgefunkel&#10;Ein Gestirn dem Wolkenflor.&#10;&amp;ldquo;Sieh, ich bleibe!&amp;rdquo; winkt sein Auge -&#10;Und die bange Seele zieht&#10;Auf zu diesem treuen Auge,&#10;Wie ein Kind zur Mutter flieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich denke dein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-denke-dein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-denke-dein/</guid><description>&lt;p&gt;Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen&#10;Der Frühling malt,&#10;Und wenn des Sommers mildgereifter Segen&#10;In Ähren strahlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend&#10;Gen Himmel hebt,&#10;Und vor der Wogen Wut das Ufer stöhnend&#10;Zurücke bebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denke dein, wenn sich der Abend rötend&#10;Im Hain verliert,&#10;Und Philomelens Klage leise flötend&#10;Die Seele rührt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beim trüben Lampenschein in bittren Leiden&#10;Gedacht ich dein;&#10;Die bange Seele flehte nah am Scheiden:&#10;Gedenke mein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich denke dein (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-denke-dein-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-denke-dein-1/</guid><description>&lt;p&gt;Ich denke dein, wenn über Roms Ruinen&#10;Die Sonne sinkt!&#10;Vom Abendroth durch Eichengrün beschienen&#10;Die heil′ge Tiber blinkt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein denk′ ich, wenn der grauen Vorwelt Schauer&#10;Der Hall′ entschwebt!&#10;Des Eppichs Netz an hoher Riesenmauer&#10;Im Mondstrahl silbern bebt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn in der Pinie ernstem Säulentempel&#10;Mein Aug′ erquickt,&#10;Betrachtung, Tiefsinn, eueren hehren Stempel&#10;Rings um sich her erblickt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort an des Grabes ew′ger Piramide&#10;Warst du mir nah!&#10;Mir nah als ich Orest der Eumenide&#10;Geweiht, voll Wehmuth sah!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-dichter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich den Tag schon opfre doch&#10;Rein nur Vergnügens Sachen,&#10;So will ich wenigst′ abends noch&#10;Ein klein Plaisir mir machen.&#10;Ich bitt′, du mußt nun hier vor all′n&#10;Auf jeden Scherz verzichten;&#10;Am Tage nämlich tu ich mal′n,&#10;Und abends tu ich dichten.&#10;Ich dicht′ auch emsig jeden Tag,&#10;Nicht ohne ihn zu malen,&#10;Ganz gleich, wenn es zuletzt auch mag&#10;Gar manchem nicht gefallen.&#10;Gehör′ zur Zahl der Dutzenddichter&#10;Und will auch für die Zeilen nichts,&#10;Das Honorar in Weis′, in schlichter,&#10;Bereits bezahlt ist′s mir - ich dicht′s.&#10;Zum täglich Brot gehört mir Dichten,&#10;Und bring′ ich′s auch nicht zu Papier,&#10;Muß auf Verleger ich verzichten -&#10;Der Selbstverlag bleibt selig mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich hab' es allen Büschen gesagt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-es-allen-bueschen-gesagt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-es-allen-bueschen-gesagt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab es allen Büschen gesagt,&#10;Und hab es allen Bäumen geklagt,&#10;Und jeder grünenden Pflanze,&#10;Und jeder Blum im Glanze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder von neuem klag ich es,&#10;Und immer von neuem sag ich es,&#10;Und immer haben indessen&#10;Sie wieder mein Leid vergessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergessen bist du in diesem Raum&#10;Von Blum und Pflanze, Busch und Baum,&#10;Nur nicht von diesem Herzen,&#10;Kind meiner Wonnen und Schmerzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich liebe solche weiße Glieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe-solche-weisse-glieder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe-solche-weisse-glieder/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe solche weiße Glieder,&#10;Der zarten Seele schlanke Hülle,&#10;Wildgroße Augen und die Stirne&#10;Umwogt von schwarzer Lockenfülle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist so recht die rechte Sorte,&#10;Die ich gesucht in allen Landen;&#10;Auch meinen Wert hat Euresgleichen&#10;So recht zu würdigen verstanden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast an mir den Mann gefunden,&#10;Wie du ihn brauchst. Du wirst mich reichlich&#10;Beglücken mit Gefühl und Küssen,&#10;Und dann verraten, wie gebräuchlich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich saß vergnüglich beim Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sass-vergnueglich-beim-wein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sass-vergnueglich-beim-wein/</guid><description>&lt;p&gt;Ich saß vergnüglich bei dem Wein&#10;Und schenkte eben wieder ein.&#10;Auf einmal fuhr mir in die Zeh&#10;Ein sonderbar pikantes Weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schob mein Glas sogleich beiseit&#10;Und hinkte in die Einsamkeit&#10;Und wusste, was ich nicht gewusst:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schmerz ist Herr und Sklavin ist die Lust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ick bin in Tempelhof jeboren ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ick-bin-in-tempelhof-jeboren-7525/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ick-bin-in-tempelhof-jeboren-7525/</guid><description>&lt;p&gt;Ick bin in Tempelhof jeboren&#10;Der Flieder wächst mich aus die Ohren.&#10;In meinem Maule grast die Kuh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ick geh zuweilen sehr und schwanger&#10;Auf einem Blumen-i-o-anger&#10;Mein Vater, was sagst Du dazu?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir gleichen sehr den Baletteusen,&#10;Pleureusen - Dösen - Schnösen - lösen.&#10;Gewollt zu haben - selig sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verehrte Herrn, verehrte Damen,&#10;Die um mich hören herzu kamen&#10;Dies widmet der Gesangverein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Jungfraun kamen wunderbar&#10;Geschmeide scheidegelb im Haar&#10;Mit schlankgestielten Lilien.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-bild/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Verfolgt vom edelsten der Triebe,&#10;Der sonst das Herz mit Lust beseelt,&#10;Verfolgt von hoffnungsloser Liebe,&#10;Und durch Erinnerung gequält,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leg&amp;rsquo; ich die schönsten meiner Tage,&#10;Von stillem Gram verzehrt, zurück.&#10;Mir scheint das Leben eine Plage,&#10;Der Tod Gewinn, das Grab ein Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich suche meinen Geist vergebens&#10;Durch andre Bilder zu zerstreun,&#10;Und dieses bangen, kurzen Lebens&#10;Mich Einmal, Einmal noch zu freun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich flieh die laute Stadt, und wähle&#10;Zum Aufenthalt das stille Land,&#10;Hier suchet ängstlich meine Seele&#10;Die Ruhe, die sie dort nicht fand,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Anfang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-anfang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-anfang/</guid><description>&lt;p&gt;Hing an einer goldenen Lenzwolke,&#10;als die Welt noch Kind war&#10;und Gott noch junger Vater war.&#10;Schaukelte, hei&#10;auf dem Ätherei,&#10;und meine Wollhärchen flatterten ringelrei.&#10;Neckte den wackelnden Mondgroßpapa,&#10;naschte Sonne der Goldmama,&#10;in den Himmel sperrte ich Satan ein&#10;und Gott in die rauchende Hölle.&#10;Die drohten mit ihrem größten Finger&#10;Und haben &amp;ldquo;klumbumm, klumbumm&amp;rdquo; gemacht,&#10;und es sausten die Peitschenwinde!&#10;Doch Gott hat nachher zwei Donner gelacht&#10;mit dem Teufel über meine Todsünde.&#10;Würde 10 000 Erdglück geben,&#10;noch einmal so gottgeboren zu leben,&#10;so gottgeborgen, so offenbar.&#10;Ja, ja,&#10;als ich noch Gottes Schlingel war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im April</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-april/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-april/</guid><description>&lt;p&gt;Du feuchter Frühlingsabend,&#10;Wie hab′ ich dich so gern!&#10;Der Himmel wolkenverhangen,&#10;Nur hie und da ein Stern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie leiser Liebesodem&#10;Hauchet so lau die Luft,&#10;Es steiget aus allen Talen&#10;Ein warmer Veilchenduft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möcht′ ein Lied ersinnen,&#10;Das diesem Abend gleich,&#10;Und kann den Klang nicht finden,&#10;So dunkel, mild und weich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Grünen zu singen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-gruenen-zu-singen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-gruenen-zu-singen/</guid><description>&lt;p&gt;War der Himmel trüb und schwer,&#10;Waren einsam wir so sehr,&#10;Voneinander abgeschnitten!&#10;Aber das ist nun nicht mehr:&#10;Lüfte fließen hin und her;&#10;Und die ganze Welt inmitten&#10;Glänzt, als ob sie gläsern wär.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sterne kamen aufgegangen,&#10;Flimmern mein - und deinen Wangen,&#10;Und sie wissens auch:&#10;Stark und stärker wird ihr Prangen;&#10;Und wir atmen mit Verlangen,&#10;Liegen selig wie gefangen,&#10;Spüren eins des andern Hauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Lenz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-lenz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-lenz/</guid><description>&lt;p&gt;Ahi, nun kommt die schöne Zeit&#10;Mit kleiner Vögelein Gesang,&#10;Die Linde grünet weit und breit,&#10;Vergangen ist der Winter lang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings auf der Erde ausgestreut&#10;Sind mannigfaltige Blümelein,&#10;Davon wird manches Herz erfreut,&#10;So sollt auch meins getröstet sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und oben auf dem Lindenbaum&#10;Sang hold ein kleines Vögelein,&#10;Da ward es laut am Waldessaum.&#10;Da schwang sich auf das Herze mein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es flog dahin, wo einst es war,&#10;Wo blühende Rosenbüsche stehn,&#10;Die wecken viel Gedanken gar,&#10;Die alle hin zur Liebsten gehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Tannwald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-tannwald/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-tannwald/</guid><description>&lt;p&gt;Unheimlich an hört sich im Wald das Knarren&#10;Der Tannen, die, von andern überhangen,&#10;Hinauf zum grauen Abendhimmel starren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So stört in Nächten oft, in kummerbangen,&#10;Der Schlafende den andern durch ein Schnarren&#10;Und seltsam Rufen, wirr im Traum begangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Zecherkreis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-zecherkreis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-zecherkreis/</guid><description>&lt;p&gt;Nacht ist&amp;rsquo;s. Trüb&amp;rsquo; flackert der Ampeln Licht,&#10;Des Mondes Schein durch die Fenster bricht.&#10;Wir sitzen im Kreis beim festlichen Mahl,&#10;Von Hand zu Hand geht der duftige Pokal.&#10;Wild-üppige Zecher sind wir zumeist,&#10;Manches Witzwort sprüht von Geist zu Geist.&#10;Dazwischen tönt der Dirnen Gelach,&#10;Das klingt so gell, das klingt so jach &amp;hellip;&#10;O tolles Schwelgen im Ueberfluß!&#10;Immer süßer berauscht uns der Dämon Genuß.&#10;Ob auch in nächster Stunde vielleicht&#10;Der Tod über unsere Häupter streicht:&#10;Uns kümmert es nicht. Brust wogend an Brust –&#10;So lasst uns sterben im Taumel der Lust!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Immer leiser wird mein Schlummer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-leiser-wird-mein-schlummer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-leiser-wird-mein-schlummer/</guid><description>&lt;p&gt;Immer leiser wird mein Schlummer,&#10;Nur wie Schleier liegt mein Kummer&#10;Zitternd über mir.&#10;Oft im Traume hör ich dich&#10;Rufen drauß vor meiner Tür,&#10;Niemand wacht und öffnet dir,&#10;Ich erwach und weine bitterlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, ich werde sterben müssen,&#10;Eine Andre wirst du küssen,&#10;Wenn ich bleich und kalt.&#10;Eh die Maienlüfte wehn,&#10;Eh die Drossel singt im Wald:&#10;Willst du mich noch einmal sehn,&#10;Komm, o komme bald!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Danzig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-danzig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-danzig/</guid><description>&lt;p&gt;Dunkle Giebel, hohe Fenster,&#10;Türme wie aus Nebel sehn.&#10;Bleiche Statuen wie Gespenster&#10;Lautlos an den Türen stehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träumerisch der Mond drauf scheinet,&#10;Dem die Stadt gar wohl gefällt,&#10;Als läg′ zauberhaft versteinet&#10;Drunten eine Märchenwelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ringsher durch das tiefe Lauschen,&#10;Über alle Häuser weit,&#10;Nur des Meeres fernes Rauschen.&#10;Wunderbare Einsamkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Türmer wie vor Jahren&#10;singet ein uraltes Lied:&#10;Wolle Gott den Schiffer wahren,&#10;Der bei Nacht vorüberzieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In den Beeren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-den-beeren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-den-beeren/</guid><description>&lt;p&gt;Singe, Mädchen, hell und klar,&#10;Sing′ aus voller Kehle,&#10;Daß uns nicht die Spatzenschar&#10;Alle Beeren stehle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mutter, mag auch weit der Spatz&#10;Flieh′n vor meinem Singen,&#10;Fürcht′ ich doch, es wird den Schatz&#10;Um so näher bringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freilich, für so dreisten Gauch&#10;Braucht es einer Scheuche,&#10;Warte nur, ich komme auch&#10;In die Beerensträuche!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tochter&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mutter, nein, das hat nicht Not:&#10;Beeren, schau, sind teuer,&#10;Doch der Küsse, reif und rot,&#10;Gibt es viele heuer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In den Nachmittag geflüstert</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-den-nachmittag-gefluestert/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-den-nachmittag-gefluestert/</guid><description>&lt;p&gt;Sonne, herbstlich dünn und zag,&#10;Und das Obst fällt von den Bäumen.&#10;Stille wohnt in blauen Räumen&#10;Einen langen Nachmittag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sterbeklänge von Metall;&#10;Und ein weißes Tier bricht nieder.&#10;Brauner Mädchen rauhe Lieder&#10;Sind verweht im Blätterfall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stirne Gottes Farben träumt,&#10;Spürt des Wahnsinns sanfte Flügel.&#10;Schatten drehen sich am Hügel&#10;Von Verwesung schwarz umsäumt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dämmerung voll Ruh und Wein;&#10;Traurige Guitarren rinnen.&#10;Und zur milden Lampe drinnen&#10;Kehrst du wie im Traume ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Osternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-osternacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-osternacht/</guid><description>&lt;p&gt;1881&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süß duftet und leise atmet&#10;Draußen die Osternacht,&#10;Ruhig träumen die Gassen,&#10;Vom blauen Monde bewacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die dürren Zweige der Linde&#10;Wiegen und schwanken im Wind,&#10;Und durch die schauernden Lüfte&#10;Das Blut des Frühlings rinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Glocken tönen und läuten&#10;Leise ins stille Gemach,&#10;Sie läuten und rufen den Frühling&#10;Im klopfenden Busen wach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und von den Blättern der Bibel&#10;Hebe ich träumend mein Haupt, -&#10;Und schaue des Heilands Augen,&#10;Den längst ich gestorben geglaubt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In gelben Buchten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-gelben-buchten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-gelben-buchten/</guid><description>&lt;p&gt;In gelben Buchten sogen wir der Fernen&#10;Verspülte Lüfte, die von Städten wissen,&#10;Wo Lüste grünen, angerührt von Wahnsinn.&#10;Wir schwammen auf dem Fieberschiff stromauf&#10;Und sonnten unsre Leiber an dem Buhlen&#10;Waldheißer Panther, die der Sommer quält.&#10;Der Klapperschlange nacktes Schlammgeringel&#10;Wand sich verstört, als wir vorüberkamen,&#10;Und in verschlafnen Dörfern gurgelte die Lust.&#10;Ein warmer, satter Wind strich durch die Palmen. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah dich weiß von Schlaf.&#10;Und als ich von dir ebbte, hoch erhoben&#10;Von meinem stolzen, satt gestürmten Blut:&#10;O Sturm der Nächte, der mich Blut-wärts zog&#10;Zu kühnen, die entdeckten Ländergürteln:&#10;O schwül Geliebte! Strom der Geheimnisse!&#10;Verschlafenes Land! Im Süden! O Sommer-Qual!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In jedes Menschen Gesichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-jedes-menschen-gesichte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-jedes-menschen-gesichte/</guid><description>&lt;p&gt;In jedes Menschen Gesichte&#10;Steht seine Geschichte,&#10;Sein Hassen und Lieben&#10;Deutlich geschrieben;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein innerstes Wesen,&#10;Es tritt hier ans Licht -&#10;Doch nicht jeder kann&amp;rsquo;s lesen,&#10;Verstehn jeder nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In′s Album einer Braut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ins-album-einer-braut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ins-album-einer-braut/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm ihn freundlich auf den Gruß,&#10;Den die Scheidende dir sendet,&#10;Ehe sich ihr flücht′ger Fuß&#10;Hin zu neuen Zielen wendet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine liebevolle Hand&#10;Schlichte dir des Lebens Wirren&#10;Während ich in fremdem Land,&#10;Freundlos, heimathlos muß irren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von der reinsten Seelenlust&#10;Sei das Dasein dir verschönet,&#10;Während meine wunde Brust&#10;Ihrer Freuden sich entwöhnet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dir werde zugesagt&#10;Alles, was an Glück und Frieden&#10;Ich zu hoffen einst gewagt,&#10;Und was mir nicht ward beschieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Innsbruck ich muss dich lassen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/innsbruck-ich-muss-dich-lassen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/innsbruck-ich-muss-dich-lassen/</guid><description>&lt;p&gt;Innsbruck, ich muss dich lassen,&#10;ich fahr dahin mein Strassen,&#10;in fremde Land dahin,&#10;Mein Freud ist mir genommen,&#10;die ich nit weiss bekommen,&#10;wo ich im Elend bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gross Leid muss ich jetzt tragen,&#10;das ich allein tu klagen&#10;dem liebsten Buhlen mein.&#10;Ach Lieb, nun lass mich Armen&#10;im Herzen dein erbarmen,&#10;dass ich muss dannen sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Trost ob allen Weiben,&#10;dein tu ich ewig bleiben,&#10;stet treu, der Ehren fromm,&#10;Nun muss dich Gott bewahren,&#10;in aller Tugend sparen,&#10;bis dass ich widerkomm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ironische Landschaften</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ironische-landschaften/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ironische-landschaften/</guid><description>&lt;p&gt;Brauner Äcker welliger Zug,&#10;Draus zweiarmig eine Mühle wächst.&#10;Ein paar Pflaumenbäume, wahllos hingekleckst,&#10;Ruhn auf eines Hügels schlankem Bug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Ferne seh ich ein paar Föhren,&#10;Stolzen Wuchses, mit Giraffenbeinen,&#10;Und sie scheinen&#10;Mir dem Fiskus zu gehören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleich einem Zuge grau zerlumpter Strolche&#10;Bedrohlich schwankend wie betrunkne Särge&#10;Gehn Abendwolken über jene Berge,&#10;In ihren Lumpen blitzen rote Sonnendolche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wächst, ein schwarzer Bauch, aus dem Gelände&#10;Der Landgendarm, daß er der Ordnung sich beflisse,&#10;Und scheucht mit einem bösen Schütteln seiner Hände&#10;Die Abendwolkenstrolche fort ins Ungewisse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ist Alles stumm und leer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-alles-stumm-und-leer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-alles-stumm-und-leer/</guid><description>&lt;p&gt;Ist Alles so öd und hin,&#10;Bange mein Geist und Sinn,&#10;Wollte, nicht weiß ich was&#10;Jagt mich ohne Unterlaß&#10;Wüßt ich wohin? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Bild von Meisterhand&#10;Hat mir den Sinn gebannt&#10;Seit ich das Holde sah&#10;Ists fern und ewig nah&#10;Mir anverwandt. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Klang im Herzen ruht,&#10;Der noch erfüllt den Muth&#10;Wie Flötenhauch ein Wort,&#10;Tönet noch leise fort,&#10;Stillt Thränenfluth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frühlinges Blumen treu,&#10;Kommn zurück aufs Neu,&#10;Nicht so der Liebe Glück&#10;Ach es kommt nicht zurück&#10;Schön doch nicht treu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ist doch - rufen sie vermessen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-doch-rufen-sie-vermessen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-doch-rufen-sie-vermessen/</guid><description>&lt;p&gt;»Ist doch - rufen sie vermessen -&#10;Nichts im Werke, nicht gethan!«&#10;Und das Große reift in dessen&#10;Still heran.&#10;Es erscheint nun; niemand sieht es,&#10;Niemand hört es im Geschrei:&#10;Mit bescheidner Trauer zieht es&#10;Still vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ist Lieb ein Feur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-lieb-ein-feur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-lieb-ein-feur/</guid><description>&lt;p&gt;Ist Lieb ein Feur, und kan das Eisen schmiegen,&#10;bin ich voll Feur, und voller Liebes Pein,&#10;Wohrvohn mag doch der Liebsten Hertze seyn?&#10;wans eisern wär, so würd eß mir erliegen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wans gülden wär, so würd ichs können biegen,&#10;durch meine Gluht; solls aber fleischern seyn,&#10;so schliess ich fort: Eß ist ein fleischern Stein:&#10;doch kan mich nicht ein Stein, wie sie, betriegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ists dan wie Frost, wie kalter Schnee und Eiß,&#10;wie presst sie dann auß mir den Liebesschweiß?&#10;Mich deucht: Ihr Herz ist wie die Loorberblätter,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jesuitenkirche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jesuitenkirche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jesuitenkirche/</guid><description>&lt;p&gt;Die blauen Wolken oben,&#10;Die duften wundersam,&#10;Und haben sich verschoben&#10;Ganz hoch sich aufgehoben -&#10;Bunt in die Bilderscheiben&#10;Die klare Sonne kam.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch der Altäre Prunken&#10;Wölbt sich wie Wolken hin,&#10;Im Dunkel goldene Funken.&#10;Abseits Gebet, versunken,&#10;Krauswilde Schmiederanken&#10;Ein Licht im Dämmern drin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Licht, wie droben knistert&#10;Wo strahlend steigt ein Schatz,&#10;Ein Licht hienieden flüstert&#10;Wo mildiglich es düstert:&#10;&amp;ldquo;Maria Schmerzensmutter,&#10;Gib mir am Kreuze Platz!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jetzt rede du!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jetzt-rede-du/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jetzt-rede-du/</guid><description>&lt;p&gt;Du warest mir ein täglich Wanderziel,&#10;Viellieber Wald, in dumpfen Jugendtagen,&#10;Ich hatte dir geträumten Glücks so viel&#10;Anzuvertraun, so wahren Schmerz zu klagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder such ich dich, du dunkler Hort,&#10;Und deines Wipfelmeers gewaltig Rauschen -&#10;Jetzt rede du! Ich lasse dir das Wort!&#10;Verstummt ist Klag und Jubel. Ich will lauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jetzt wohin?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jetzt-wohin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jetzt-wohin/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt wohin? Der dumme Fuß&#10;will mich gern nach Deutschland tragen;&#10;doch es schüttelt klug das Haupt mein Verstand&#10;und scheint zu sagen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar beendigt ist der Krieg,&#10;doch die Kriegsgerichte blieben,&#10;und es heißt, du habest einst&#10;viel Erschießliches geschrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist wahr, unangenehm&#10;wär mir das Erschossenwerden;&#10;bin kein Held, es fehlen mir&#10;die pathetischen Gebärden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern würd ich nach England gehen.&#10;wären dort nicht Kohlendämpfe&#10;und Engländer - schon ihr Duft&#10;gibt Erbrechen mir und Krämpfe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jetztzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jetztzeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jetztzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Billig ist die Klassizität&#10;auch jetzt noch so ziemlich in Ehren;&#10;Unseren Firnis und Glanz&#10;kannten die Alten noch nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Übrigens, wunderbar bleibt,&#10;wie doch die Maler, die alten,&#10;Ohne die Photographie&#10;brachten es wirklich so weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Architekt baut′s Haus!&#10;Die drinnen schmücken′s aus!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Jugend, die mir täglich schwindet,&#10;Wird durch raschen Mut ersetzt,&#10;Und mein kühnrer Arm umwindet&#10;Noch viel schlankre Hüften jetzt.&#10;Tat auch manche sehr erschrocken,&#10;Hat sie doch sich bald gefügt;&#10;Holder Zorn, verschämtes Stocken&#10;Wird von Schmeichelei besiegt.&#10;Doch, wenn ich den Sieg genieße,&#10;Fehlt das Beste mir dabei.&#10;Ist es die verschwundne, süße,&#10;Blöde Jugendeselei?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugendträume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendtraeume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendtraeume/</guid><description>&lt;p&gt;Kalt ist, wer nicht Liebe suchet,&#10;Spricht der Menschen große Zahl,&#10;Elend ist, wer nie empfunden&#10;Ihre Lust und ihre Qual!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Letzte was sie sagen,&#10;O, ich glaub es ihnen wohl,&#10;Aber niemals kann ich fassen,&#10;Dass man Liebe suchen soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe muss sich auf uns senken&#10;Wie ein schöner, goldner Traum,&#10;Ahnungslos muss sie durchdringen&#10;Unsres Herzens tiefsten Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn dann wir leis erwachen,&#10;Steht sie da als Königin,&#10;Und vor ihrem Strahlenblicke&#10;Sinken machtlos wir dahin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Katzenpastete</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/katzenpastete/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/katzenpastete/</guid><description>&lt;p&gt;Bewährt den Forscher der Natur&#10;Ein frei und ruhig Schauen,&#10;So folge Meßkunst seiner Spur&#10;Mit Vorsicht und Vertrauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar mag in einem Menschenkind&#10;Sich beides auch vereinen;&#10;Doch daß es zwei Gewerbe sind,&#10;Das läßt sich nicht verneinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war einmal ein braver Koch,&#10;Geschickt im Appretieren;&#10;Dem fiel es ein, er wollte doch&#10;Als Jäger sich gerieren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zog bewehrt zu grünem Wald,&#10;Wo manches Wildpret hauste,&#10;Und einen Kater schoß er bald,&#10;Der junge Vögel schmauste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kein Frühling mehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-fruehling-mehr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-fruehling-mehr/</guid><description>&lt;p&gt;Es sitzt in trauter Zelle&#10;Am Fenster ein Mägdlein bleich&#10;Und schaut hinab in die Welle,&#10;Da rollen zwei Perlen helle&#10;Wohl in das Wasser gleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hört eine Flöte von weitem,&#10;Sie blickt auf Schilf und Rohr;&#10;Da keimen verlorene Freuden,&#10;Da sprossen vergessene Leiden&#10;Ihr frisch im Herzen empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die Welle rinnt und schäumet,&#10;Grün Laub schmückt wieder den Baum.&#10;Ach, Frühling, hast lange gesäumet!&#10;Nur ist mir, als hätt′ ich geträumet&#10;Ein′n langen, schweren Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Keines Menschen Alltag ist frei...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/keines-menschen-alltag-ist-frei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/keines-menschen-alltag-ist-frei/</guid><description>&lt;p&gt;Keines Menschen Alltag ist frei von erbärmlichen Stunden,&#10;alles Menschenleben ist Krankheit und Wiedergesunden.&#10;Doch in der schwächsten Stunde flehe ich nicht um mein Leben;&#10;Gott, du kannst es mir nehmen, du hast mir´s gegeben.&#10;Eines erfleh ich im Stande der Schwachheit von dir allein:&#10;Laß die kraftlose Stunde mein letztes Stündlein nicht sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kennet euch selbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kennet-euch-selbst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kennet-euch-selbst/</guid><description>&lt;p&gt;Frankreich schuf sich frey. Des Jahrhunderts edelste That hub&#10;Da sich zu dem Olympus empor!&#10;Bist du so eng begränzt, dass du sie verkennest, umschwebet&#10;Diese Dämmerung dir noch den Blick,&#10;Diese Nacht: so durchwandre die Weltannalen, und finde&#10;Etwas darin, das ihr ferne nur gleicht,&#10;Wenn du kanst. O Schicksal! das sind sie also, das sind sie&#10;Unsere Brüder die Franken; und wir?&#10;Ach ich frag′ umsonst; ihr verstummet, Deutsche! Was zeiget&#10;Euer Schweigen? bejahrter Geduld&#10;Müden Kummer? oder verkündet es nahe Verwandlung?&#10;Wie die schwüle Stille den Sturm,&#10;Der vor sich her sie wirbelt, die Donnerwolken, bis Glut sie&#10;Werden, und werden Zerschmetterndes Eis!&#10;Nach dem Wetter, athmen sie kaum die Lüfte, die Bäche&#10;Rieseln, vom Laube träufelt es sanft,&#10;Frische labet, Gerüch′ umduften, die bläuliche Heitre&#10;Lächelt, das Himmelsgemählde mit ihr;&#10;Alles ist reg′, und ist Leben, und freut sich! die Nachtigall flötet&#10;Hochzeit! liebender singet die Braut!&#10;Knaben umtanzen den Mann, den kein Despot mehr verachtet!&#10;Mädchen das ruhige, säugende Weib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kino</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kino/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kino/</guid><description>&lt;p&gt;Wird Gustav, der Kommis, entlassen?&#10;Seit einer halben Stunde weiß ichs nicht &amp;hellip;&#10;Die greise Mutter löffelt, was sie kriegt,&#10;aus dicken Untertassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun kommt der Chef! Mit schultern Bartkoteletten&#10;und einem Mimenmund und uhrgeschmücktem Bauch &amp;hellip;&#10;Dumpf buchstabiert das Publikum: »Nee – ü-ber – Ihnen – a-ber –&#10;auch &amp;hellip;«&#10;Da gibt es nichts zu retten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier stehen Mutter, Tochter, Hund und Chef und seine Leiche!&#10;Nun aber steigt auf einer Geige jählings himmelan&#10;ein Lauf, der seinerseits im Baß begann &amp;hellip;&#10;Die nächste Nummer: »Jacob auf der Eiche.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klarer Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klarer-tag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klarer-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel leuchtet aus dem Meer;&#10;ich geh und leuchte still wie er.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und viele Menschen gehn wie ich,&#10;sie leuchten alle still für sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zuweilen scheint nur Licht zu gehn&#10;und durch die Stille hinzuwehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Lüftchen haucht den Strand entlang:&#10;o wundervoller Müßiggang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleines Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleines-glueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleines-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Sie geht in aller Frühe,&#10;noch eh die Dämmrung schwand,&#10;den Weg zur Tagesmühe&#10;im ärmlichen Gewand.&#10;Die dunklen Nebel feuchten&#10;noch in der Straße dicht,&#10;sonst sähe man beleuchten&#10;ein Lächeln ihr Gesicht.&#10;Die Götter mögen wissen,&#10;warum sie heimlich lacht -&#10;es weiß es nur das Kissen,&#10;was ihr geträumt heut nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleines norwegisches Wintergedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleines-norwegisches-wintergedicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleines-norwegisches-wintergedicht/</guid><description>&lt;p&gt;Schneeflocken fallen leise&#10;In monotoner Weise.&#10;Der Himmel ist so grau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kneipe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kneipe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kneipe/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Düsseldorf am Rheine,&#10;Da musiziert ein Haus,&#10;Wie wirft es seine Scheine&#10;So spät und ganz alleine&#10;Hin über weiche Fluten&#10;Und in die Nacht hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in dem alten Hause&#10;Ein Trio findest du,&#10;Trepphoch die Bauernklause:&#10;Das Auge bohrt das grause -&#10;Das ist allein das Eine -&#10;Die Geig′ geht immerzu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein jammerstumm Gequäle,&#10;Von allen Lastern krank&#10;Hintastend Blickgeschwehle&#10;Ein Ächzen in der Seele -&#10;Gesund nur ist die Fiedel,&#10;Und Hölle schlürft den Trank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Könnt´ ich verwehen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koennt-ich-verwehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koennt-ich-verwehen/</guid><description>&lt;p&gt;Könnt´ ich verwehen,&#10;zu Nebel vergehen,&#10;zerfließen in Luft;&#10;ich hielt´voll Erbarmen&#10;die Welt in den Armen.&#10;So mit dem Herzen&#10;voll Liebe und Schmerzen&#10;verglüh´ich allein&#10;und sinke in Flammen&#10;und Asche zusammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kracht der Topf in Scherben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kracht-der-topf-in-scherben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kracht-der-topf-in-scherben/</guid><description>&lt;p&gt;Kracht der Topf in Scherben,&#10;fliegt er auf den Dung.&#10;Menschlein, du mußt sterben,&#10;bist du noch so jung.&#10;Blumen müssen welken,&#10;und die Kuh verreckt,&#10;die wir heut noch melken,&#10;daß der Eimer leckt.&#10;Steine selbst zerfallen,&#10;Länderspur verwischt.&#10;Ton und Klang verhallen,&#10;und das Licht erlischt.&#10;Welten gehn in Stücke&#10;ohne Rest und Spur.&#10;Ewig lebt die Tücke′,&#10;lebt das Unheil nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kreislauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kreislauf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kreislauf/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn im März die erste Lerche singt -&#10;O wie hold verheissungsvoll das klingt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch! die Nachtigall im Rosenhag -&#10;O wie golden bist du Frühlingstag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Pirol ruft aus dem Kirschenbaum -&#10;Sommer ist′s und war doch Frühling kaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach wie bald weht Herbstresedaduft,&#10;Und der Kranich ruft aus hoher Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur ein Weilchen noch, dann starrt der See,&#10;Und die Krähen krächzen über′m Schnee!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie hold verheissungsvoll das klingt,&#10;Wenn im März die erste Lerche singt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/krieg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/krieg/</guid><description>&lt;p&gt;Wehe wühlt&#10;Harren starrt entsetzt&#10;Kreißen schüttert&#10;Bären spannt die Glieder&#10;Die Stunde blutet&#10;Frage hebt das Auge&#10;Die Zeit gebärt&#10;Erschöpfung&#10;Jüngt&#10;Der&#10;Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kriegserklärung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegserklaerung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegserklaerung/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich doch so schön wär′&#10;Wie die Mädchen auf dem Land!&#10;Sie tragen gelbe Hüte&#10;Mit rosenrotem Band.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glauben, daß man schön sei,&#10;Dächt′ ich, ist erlaubt.&#10;In der Stadt, ach! ich hab′ es&#10;Dem Junker geglaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun im Frühling, ach! ist′s&#10;Um die Freuden getan;&#10;Ihn ziehen die Dirnen,&#10;Die ländlichen, an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Taill′ und den Schlepp&#10;Verändr′ ich zur Stund′;&#10;Das Leibchen ist länger,&#10;Das Röckchen ist rund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kutscher auf dem Knie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kutscher-auf-dem-knie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kutscher-auf-dem-knie/</guid><description>&lt;p&gt;Wagen im Wind!&#10;Wie sitzt mein Kind!&#10;Wie geht mein Pferd!&#10;Alles verkehrt!&#10;Holdriutsch -&#10;Oben die Räder, unten die Kutsch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wagen im Schnee!&#10;Da guckt das Reh,&#10;Da schnuppert der Has&#10;Mit der wackligen Nas!&#10;Holdriuff -&#10;Da sitzt unser Kutscher wieder oben uff!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaft im Strom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft-im-strom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaft-im-strom/</guid><description>&lt;p&gt;Tief wittern die Nasen der Wolkenhunde,&#10;Ihre Schatten beben grau:&#10;Was schwindet im breiten Wassermunde?&#10;Verwischt und ungenau,&#10;Dach, Scharten, Brückenbogenrunde,&#10;Verschwommen rot und grau.&#10;Im schweren Strom schlägt eine Stunde,&#10;Verwischt und ungenau.&#10;Und Feuer, Wasser stehn im Bunde&#10;Feindfreundlich, rot und grau.&#10;Versiegelt mit dem Sonnenrunde,&#10;West Kind und Mann und Frau&#10;Und Maus und Haus im Stromesgrunde.&#10;Nun lagern sich fern im Blau,&#10;Nun strecken sich die Wolkenhunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaftsmaler - Deutscher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftsmaler-deutscher/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftsmaler-deutscher/</guid><description>&lt;p&gt;Welche Natur! welch Studium ist′s, das kostet des Schweißes,&#10;Kostet der Tage so viel, ach und das Geld ist so rar.&#10;Was nur der Ultramarin mich geängstiget! Doch ist′s der Himmel,&#10;Ist es das Ganze, der Geist, was ich erziele, noch nicht.&#10;Nein! der Vordergrund ist′s, ob dem ich möchte verzweifeln,&#10;Sieben Monate schon schaff′ ich mit Eifer daran.&#10;Aber es glückt, und ich mache nun doch zwei gemüthliche Blümlein&#10;Täglich, und schon hab′ ich hundert und zehen gemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laß deinen Sinn das Glücke nicht verdrehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-deinen-sinn-das-gluecke-nicht-verdrehn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-deinen-sinn-das-gluecke-nicht-verdrehn/</guid><description>&lt;p&gt;Laß deinen Sinn das Glücke nicht verdrehn/&#10;Das selten lang auff ebnem Fusse steht;&#10;Bleib unbewegt/ und lerne wie es geht/&#10;Gutt oder schlimm/ mit gleichem Auge sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laternentraum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/laternentraum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/laternentraum/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich tot bin,&#10;möchte ich immerhin&#10;so eine Laterne sein,&#10;und die müsste vor deiner Türe sein&#10;und den fahlen&#10;Abend überstrahlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder am Hafen,&#10;wo die großen Dampfer schlafen&#10;und wo die Mädchen lachen,&#10;würde ich wachen&#10;an einem schmalen schmutzigen Fleet&#10;und dem zublinzeln, der einsam geht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In einer engen&#10;Gasse möcht&amp;rsquo; ich hängen&#10;als rote Blechlaterne&#10;vor einer Taverne -&#10;und in Gedanken&#10;und im Nachtwind schwanken&#10;zu ihren Gesängen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lauriger Horatius, quam dixisti verum:</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lauriger-horatius-quam-dixisti-verum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lauriger-horatius-quam-dixisti-verum/</guid><description>&lt;p&gt;Hoc fonte derivata clades&#10;In patriam populumque fluxit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr müßt durch alle Schule wandern&#10;Und schon von Kindesbeinen an,&#10;Von einem Lehrer zu dem andern,&#10;Zu lernen, was man lernen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr müsset immerfort studieren,&#10;Das halbe liebe Leben lang,&#10;Ihr müsset zeitig euch dressieren&#10;In einen schulgerechten Zwang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr müsset Prüfungen bestehen,&#10;Die selbst ein Hiob kaum bestand,&#10;Und dann noch bitten, betteln, flehen,&#10;Als suchet ihr&amp;rsquo;s gelobte Land.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leidensantlitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leidensantlitz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leidensantlitz/</guid><description>&lt;p&gt;Ein bleiches Antlitz leidet hin&#10;Im Lebensleide bebt sein Sinn,&#10;Die Schmerzen aller im Gesicht,&#10;Mag es das eigen Dasein nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu eigenem Weh die fremde Lust,&#10;Wie schlägt sie herb dir auf die Brust:&#10;Zu eigener Lust das fremde Leid,&#10;Vergällt zerschreckt dir deine Freud'.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leise zieht durch mein Gemüt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leise-zieht-durch-mein-gemuet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leise-zieht-durch-mein-gemuet/</guid><description>&lt;p&gt;Leise zieht durch mein Gemüt&#10;Liebliches Geläute.&#10;Klinge, kleines Frühlingslied.&#10;Kling hinaus ins Weite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kling hinaus, bis an das Haus,&#10;Wo die Blumen sprießen.&#10;Wenn du eine Rose schaust,&#10;Sag, ich laß sie grüßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Felix Mendelsohn-Bartholdy ergänzte den Text&#10;für seine Vertonung durch eine Strophe&#10;von Hoffmann von Fallersleben,&#10;die er als zweite dazwischenschob:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2/&#10;Sprich zum Vöglein, das da singt&#10;Auf dem Blütenzweige;&#10;Sprich zum Bächlein, das da klingt,&#10;Daß mir keines schweige!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leise zieht durch mein Gemüt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leise-zieht-durch-mein-gemuet-8286/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leise-zieht-durch-mein-gemuet-8286/</guid><description>&lt;p&gt;Leise zieht durch mein Gemüt&#10;Liebliches Geläute.&#10;Klinge, kleines Frühlingslied.&#10;Kling hinaus ins Weite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kling hinaus, bis an das Haus,&#10;Wo die Blumen sprießen.&#10;Wenn du eine Rose schaust,&#10;Sag, ich laß sie grüßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letztes Leuchten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letztes-leuchten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letztes-leuchten/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn schon lang im Abendstrahl&#10;Rot verglomm der Berge Glühen,&#10;Hellt die Gipfel noch einmal&#10;Lilienbleich ein weißes Blühen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sinkend hat das Lebenslicht&#10;Seine Farben schon verloren,&#10;Und sein letztes Grüßen bricht&#10;Rein und kühl aus Todestoren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Nachtflut dunklem Weh&#10;Fels und Matten schwer verschwimmen -&#10;Nur der lauter-ewige Schnee&#10;Darf in diesem Licht noch glimmen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letztes Lied aus Capri</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letztes-lied-aus-capri/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letztes-lied-aus-capri/</guid><description>&lt;p&gt;Capri werde mir stets der Edelsteine&#10;Wundervollster genannt, den Vater Ocean&#10;Mit der Wogen Azur umfängt; kein Eiland&#10;Sei ihm gleich, ob′s mit Weinlaub Bacchus kränze,&#10;Ob′s in furchtbarem Fels der Vorwelt Schreckniß,&#10;Den Gedanken der Einsamkeit und deine&#10;Werkstatt, Mutter Natur, im Schooß verberge,&#10;Blüthenweckender Hauch des Westes oder&#10;Sturm das Haupt ihm umweht, ob′s Sitt′ und Unschuld&#10;Stillen Fischern, ein Greuel der Geschichte,&#10;Künft′gen Zeiten zum Graun geweiht: mein Eiland&#10;Bist du.&#10;Möge kein Frühling mir verblühen,&#10;Wo dein himmlischer Strand den Gast nicht aufnimmt,&#10;Nicht den Gast, denn Vertrauter, Kind und Liebling&#10;Bin ich dir; mich erkennet Haus und Garten,&#10;Palm′ und Feige, mich Fels und Fischerhütte,&#10;Mich der Mensch, die Natur; die falsche Meerfluth&#10;Ist′s allein, die den Kehrenden nicht kennet.&#10;So auch, was ich geliebt, gethan hienieden,&#10;Bleibt mir treu ins beständ′ge Herz gewurzelt;&#10;Mag das wechselnde Schicksal jede Stunde&#10;Die vergängliche Well′ im Sturm und Brandung&#10;Rauschend treiben zum Fels; beharrlich steht er.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lichtregen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lichtregen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lichtregen/</guid><description>&lt;p&gt;Leuchtende Tropfen:&#10;Leid,&#10;In das ein Lied&#10;Verklärend sieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieb und Leid im leichten Leben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieb-und-leid-im-leichten-leben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieb-und-leid-im-leichten-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Lieb und Leid im leichten Leben&#10;Sich erheben, abwärts schweben,&#10;Alles will das Herz umfangen,&#10;Nur Verlangen, nie erlangen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem Spiegel all ihr Bilder,&#10;Blicket milder, blicket wilder,&#10;Kann doch Jugend nichts versäumen&#10;Fort zu träumen, fort zu schäumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frühling soll mit süßen Blicken&#10;Mich entzücken und berücken,&#10;Sommer mich mit Frucht, und Mirten,&#10;Reich bewirten, froh umgürten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herbst du sollst mich Haushalt lehren,&#10;Zu entbehren, zu begehren,&#10;Und du Winter lehr mich sterben,&#10;Mich verderben, Frühling erben,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebchen am Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebchen-am-morgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebchen-am-morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne fährt durchs Morgentor&#10;Goldfunkelnd über den Bergen,&#10;Und wie zwei Veilchen im frühen Mai,&#10;Zwei blaue Augen klar und frei,&#10;Die lachen auf ihren Wegen&#10;Geöffnet ihr entgegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glück auf, mein Liebchen ist erwacht&#10;Mit purpurroten Wangen!&#10;Ihr Fenster glitzert im Morgenstrahl&#10;Und alle Blumen in Garten und Tal&#10;Erwarten sie mit Sehnen,&#10;Die Äuglein voller Tränen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist nichts Schöneres in der Welt,&#10;Als diese grüne Erde,&#10;Wenn man darauf ein Schätzlein hat,&#10;Das still und innig, früh und spat,&#10;Für einen lebt und blühet,&#10;Ein heimlich Feuerlein, glühet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe brauchet nicht Verstand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-brauchet-nicht-verstand/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-brauchet-nicht-verstand/</guid><description>&lt;p&gt;Vor Zeiten reißte der Verstand&#10;Nach Amathunt, wo er die Königin Cythere,&#10;Den blinden Cypripor, und viele Nymphen fand;&#10;Bey denen er, so gern als ich, geblieben wäre.&#10;Er bot sich allen an, that artig und galant.&#10;Wer mich zum Führer wählt, wird, sprach er, niemahls gleiten:&#10;Ich führ ihn immer an der Hand! &amp;ndash;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Cypris lacht′ und sprach: hier herrscht, seit alten Zeiten,&#10;Frau Thorheit, und muß mich und meine Kinder leiten;&#10;Besonders meinen Sohn, wann er den Bogen spannt!&#10;Die abzuschaffen macht zu viel Beschwerlichkeiten;&#10;Drum wandert immerhin zurück in euer Land,&#10;Mein allerliebster Herr Pedant;&#10;Dann Liebe leidet nicht Verstand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe des Tages Arbeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-des-tages-arbeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-des-tages-arbeit/</guid><description>&lt;p&gt;Aurora kompt herfür / sie zeiget auffzustehen /&#10;und nach Gebür und Recht eim jeden hin zu gehen /&#10;wo seine Arbeit wacht; ich gehe nuhn auch hin&#10;an meine schwäre Last / die Lieb′ ist mein Begin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe in der Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-in-der-fremde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-in-der-fremde/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder nennet froh die Seine,&#10;Ich nur stehe hier alleine,&#10;Denn was früge wohl die Eine:&#10;Wen der Fremdling eben meine?&#10;Und so muß ich, wie im Strome dort die Welle,&#10;Ungehört verrauschen an des Frühlings Schwelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie kühl schweift sichs bei nächtger Stunde,&#10;Die Zither treulich in der Hand!&#10;Vom Hügel grüß ich in die Runde&#10;Den Himmel und das stille Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ist da alles so verwandelt,&#10;Wo ich so fröhlich war, im Tal.&#10;Im Wald wie still! Der Mond nur wandelt&#10;Nun durch den hohen Buchensaal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe und Zorn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-zorn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-zorn/</guid><description>&lt;p&gt;Lieb und Zorn erhizt die Jugend/&#10;Toller Wahn und Eitelkeit&#10;Stihlt der Menschen beste Zeit/&#10;Mittel-Straße führt zur Tugend.&#10;Kohlen die am meisten rauchen&#10;Sind am mindsten zu gebrauchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe/ wann die Zeit verhanden&#10;Und Vernunfft den Weg geweist.&#10;Zürne/ wanns die Ehre heist/&#10;Daß du nicht bestehst mit Schanden.&#10;Rede/ was du kanst bekennen;&#10;Gleiche zu ist gutt zu rennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe, der Poeten Wezz-stein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-der-poeten-wezz-stein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-der-poeten-wezz-stein/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum ich nur von Lieben&#10;die Blätter voll geschrieben,&#10;warum mein Buch verzärtlet lacht:&#10;möchte einer wundernd fragen.&#10;Drüm will ich selber sagen,&#10;was mich darzu hat angebracht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Feuer-hauch der Musen&#10;hat meinen engen Busen&#10;mit solchen Flammen nicht gerührt.&#10;Apoll ist hier nicht Meister,&#10;nicht Pallas, so die Geister&#10;auff Helikons Gebüsche führt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lust, die Red′ und Blicke,&#10;der Glieder ihr Geschikke,&#10;und was Rosillen mehr beschönt:&#10;Ihr Wesen, Kleidung, Lachen,&#10;Betrübniß, Schlaf und Wachen&#10;hat mich mit Efeu umgekrönt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesfeuer, ewige Flammen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesfeuer-ewige-flammen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesfeuer-ewige-flammen/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du liebst mich, Schaz-Rosille,&#10;mehr als dein eigen Herz,&#10;mein Wollen ist dein Wille,&#10;mein Wiedersinn dein Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schleust mich mit viel küssen&#10;Fest in die Armen ein&#10;und lässest mich nicht wissen,&#10;was nur vergunnt mag sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist aber diß die Flammen&#10;zuleschen gnug, mein Kind,&#10;sie schlagen mehr zusammen&#10;und lodern in den Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="4"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Flucht kann Feuer tödten&#10;lescht was die Gluht verlezzt:&#10;Je mehr komm′ ich in Nöhten,&#10;ie mehr dein Mund mich nezzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied/</guid><description>&lt;p&gt;Oft, wenn wir lang im Dunkel schweifen&#10;Durch eine tiefverhüllte Nacht,&#10;Dann werden uns die Purpurstreifen&#10;Aurorens plötzlich angefacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzweifle keiner an den Wegen,&#10;Die das Verhängnis mächtig geht,&#10;Sie bringen uns dem Glück entgegen,&#10;Das wunderbar am Ziele steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hat dich Mißgeschick betroffen,&#10;Und hat dich mancher Schmerz verletzt,&#10;Hör dennoch nimmer auf zu hoffen,&#10;Und die Erfüllung naht zuletzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es quälen uns so manche Plagen,&#10;Eh′ uns der Götter Gunst beglückt,&#10;Wir müssen manche Dornen tragen,&#10;Eh′ uns der Kranz der Freude schmückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied auff eine Französische Melodey</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-auff-eine-franzoesische-melodey/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-auff-eine-franzoesische-melodey/</guid><description>&lt;p&gt;Dir / O mein Leben!&#10;bin ich ergeben /&#10;Ich tuh auch / was ein Diener kan /&#10;dennoch / mein Licht /&#10;lohnst du mir nicht /&#10;wie du wohl schuldig /&#10;weil ich gedultig&#10;die Marter nehme an.&#10;Wer wil vertragen&#10;so große Plagen /&#10;und haben keinen Lohn davohn?&#10;bist nicht ein Knecht /&#10;Der Treu und Recht&#10;dient / und gedultig /&#10;den Lohn auch schuldig?&#10;drümb gib mir meinen Lohn.&#10;Zwahr deinen Willen&#10;magst du erfüllen /&#10;dennoch dien ich dir nicht umbsonst /&#10;wilt du / mein Licht /&#10;mehr mir denn nicht /&#10;wilt du / mein Leben /&#10;mehr mir nicht geben /&#10;so gib mir deine Gunst.&#10;Wo dise Gaben&#10;ich nicht kan haben /&#10;so werd ich grau auff einen Tag /&#10;wo ich dis nicht&#10;erlang / mein Licht /&#10;daß deine Straalen&#10;auff mich frey fallen /&#10;verlohren ist die Sach.&#10;Schau der Welt Sachen /&#10;wie eß die machen /&#10;wie eß vohn anfang ist gemacht /&#10;Schaw an das Vieh /&#10;das sich / ohn Müh /&#10;fein pflegt zu paaren /&#10;laß uns auch fahren&#10;den Weg / da Glücke lacht.&#10;Soll′n dan die Zeiten&#10;vohrüber schreiten /&#10;in den′n die Jugend Bluhmen bringt /&#10;ohn Lust und Freud /&#10;in lauterm Leid?&#10;komb doch / mein Leben /&#10;du kanst mir geben /&#10;wohrnach die Jugend ringt.&#10;Ich wil gedenken /&#10;du wirst mir schencken&#10;für meine Müh die zarte Schoß /&#10;und was noch mehr&#10;ich auch begehr /&#10;kom / meine Sonne /&#10;komb meine Wonne /&#10;mach mich der Seuffzer loß!&#10;Wo diese Gabe&#10;ich nuhr bloß habe /&#10;so werd ich frey von aller Noht;&#10;geschiht eß nicht /&#10;daß mir mein Licht&#10;die Gunst wil geben /&#10;kan ich nicht leben /&#10;bin schon fast lebend todt.&#10;Drümb diss Bedingen&#10;lass mir gelingen;&#10;mein Lieb / wo du mich lieb gewinst /&#10;so liebe recht /&#10;wie ich dein Knecht;&#10;lass sich nicht enden&#10;die Lieb / noch wenden /&#10;so hab ich den Verdienst.&#10;Lass sich nicht enden /&#10;noch einmahl wenden&#10;die Liebe und Bestendigkeit /&#10;so kan ich seyn&#10;ganz ohne Pein /&#10;lass dich nicht lencken /&#10;du must gedencken&#10;Wo Lieb ist / ist auch Neid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-freundschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-freundschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch hat nichts so eigen,&#10;so wohl steht ihm nichts an,&#10;als dass er Treu&amp;rsquo; erzeigen&#10;und Freundschaft halten kann;&#10;wann er mit seinesgleichen&#10;soll treten in ein Band,&#10;verspricht sich, nicht zu weichen&#10;mit Herzen, Mund und Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Red&amp;rsquo; ist uns gegeben,&#10;damit wir nicht allein&#10;für uns nur sollen leben&#10;und fern von Leuten sein;&#10;wir sollen uns befragen&#10;und sehn auf guten Rat,&#10;das Leid einander klagen,&#10;so uns betreten hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied des Einsiedels</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-einsiedels/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-einsiedels/</guid><description>&lt;p&gt;Wie seltsam hat sich dies gewendet,  Daß aller Wege wirrer Sinn  Vor dieser schmalen Tür geendet  Und ich dabei so selig bin!&#10;Der stummen Sterne reine Nähe  Weht mich mit ihrem Zauber an  Und hat der Erde Lust und Wehe  Von meinen Stunden abgetan.&#10;Der süße Atem meiner Geige  Füllt nun mit Gnade mein Gemach,  Und so ich mich dem Abend neige,  Wird Gottes Stimme in mir wach.&#10;Wie seltsam hat sich dies gewendet,  Daß aller Wege wirrer Sinn  Vor dieser schmalen Tür geendet  Und ich dabei so selig bin,&#10;Und von der Welt nur dies begehre,  Die weißen Wolken anzusehn,  Die lächelnd, über Schmerz und Schwere,  Von Gott hin zu den Menschen gehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied und Leid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-und-leid/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-und-leid/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr, denen, was mein Haus von stillem Glücke&#10;Umfaßte, stand in meinen Liedern offen!&#10;Theilnehmend an so unscheinbaren Stoffen,&#10;Die nicht vertragen, daß viel Kunst sie schmücke;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nehmt eure Theilnahm&amp;rsquo; itzt auch nicht zurücke&#10;Und laßt für Beifallslächeln Thränen hoffen,&#10;Beim Schicksalsschlag, der so das Haus getroffen,&#10;Daß alles Glas der Freude ging in Stücke!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht verschlöß&amp;rsquo; ich besser solche Klänge;&#10;Und wahrlich nicht mit Lorbeer zu umweben&#10;Denk&amp;rsquo; ich die Stirn durch klagende Gesänge.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (6)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-6/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-6/</guid><description>&lt;p&gt;Wer hätte je so schwesterlich verbunden&#10;Die Kraft der ungesell′gen Elemente&#10;In einem einz′gen schönen Stern gefunden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verklärt schien mir in seinem Glanz die Erde,&#10;Das Irdische verewigt und vergeistigt,&#10;Ich wähnte, daß es nie vergehen werde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des ganzen Himmels Schöne lacht′ in blauen,&#10;In offnen, undurchdringlich hellen Tiefen,&#10;Nie konnt′ ich bis zu ihrem Grunde schauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Licht, es galt mir mehr als Mond und Sonne,&#10;Den Frühling bringen sie, mir brachte jenes&#10;Die keuschen Rosen erster Liebeswonne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (7)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-7/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-7/</guid><description>&lt;p&gt;Zwar keinen Freund, der gleich geliebt den Musen,&#10;Begeisterung entzündend und empfangend,&#10;Im schönen Taumel sänk′ an diesen Busen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Mädchen hab′ ich, das am Arm mir gienge,&#10;Wenn mich der Gott beseelt, schon auf der Lippe&#10;Das heiße Lied mit einem Kuß empfienge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum blieb mir die Erinn′rung noch an beides,&#10;Doch, ach, es ist nicht der vergangnen Freuden,&#10;Nur die Erinnerung vergangnen Leides.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Umgang, meine Freunde sind die alten&#10;Entblößten Felsen, der umrauschten Klippen&#10;Schwermüthige gigantische Gestalten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Sorrent (3)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-sorrent-3/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-sorrent-3/</guid><description>&lt;p&gt;Freunde glaubt′ ich im Vaterland nur einen,&#10;Dich zu haben, o großes Herz. Der Jugend&#10;Irrthum deutet die Welt zu schwer, und wenig&#10;Wird, wer größer als sie, erkannt. O Alles,&#10;Alles that sie, daß ich sie haßt′, und dennoch&#10;Mit verhülltem Gesicht und feuchten Augen&#10;Von mir stoßend, was sie mir gab, begann ich&#10;Die Verbannung; und mich nur, meiner Feinde&#10;Grimm und hämischen Neid, nicht dich anklagend,&#10;Heimath, pilgert′ ich in ersehnte Lande,&#10;Jung wie Konradin noch, wie er der Hoffnung&#10;Und hochherzigen Muthes voll, im Kampfe&#10;Mit dem Kinde der Nacht, dem stolzen Priester.&#10;Mag anmaßender Geistesdruck und Blödsinn,&#10;Mag, o Freunde, der Ghibelline siegen,&#10;Laßt uns streiten! Der Lohn ist eine Krone!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Nazarena - Viertes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-nazarena-viertes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-nazarena-viertes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Und du scheidest! - ach ich fürchte,&#10;Schon in Palestrina hast du&#10;Nazarenens Bild vergessen,&#10;Und die Schönheit Roms und deiner&#10;Reizend holden Römerinnen -&#10;Sicher, daß sie′s alsobald&#10;Dir aus Herz und Seele tilgen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein lebendig, wie dem Schiffer,&#10;Der allein auf schwachem Balken&#10;Irrte durch des Meeres Wüste,&#10;Nie das Bild des grünen Eilands,&#10;Wo er Rettung fand, verschwindet,&#10;Wird Olevano mir treu,&#10;Ewig in der Seele schweben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Untreue - Erstes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-erstes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-erstes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Bald, Geliebter, schickt der Vater&#10;Mich nach Rom ins Nonnenkloster,&#10;Täglich bitt′ ich ihn, es bittet&#10;Täglich auch die gute Mutter,&#10;Endlich naht das Wiedersehen&#10;Endlich von Olevano&#10;Scheid′ ich, und vielleicht auf immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnt′ ich, schöne Nazarena,&#10;Deine Hoffnung dir erfüllen,&#10;Jene Träume, die ich spielend&#10;Mit dem Feuerhauch der Sehnsucht&#10;Dir im Herzen aufgeblasen,&#10;Deren Süßigkeit und Glut&#10;Ich verwegen mit dir theilte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab′ ich mich nicht, mein Geliebter,&#10;Ganz dir anvertraut? Die Heimat,&#10;Unsre Felsen, unsre Berge,&#10;Gern verlass′ ich sie, die einz′ge&#10;Tochter bin ich meiner Eltern,&#10;Dennoch folg′ ich dir, mein Herz,&#10;Wenn nur du getreu mir bleibest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder des Römischen Carnevals - Viertes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-viertes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-viertes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Einen traurigen Gedanken,&#10;Siehe da, das Kind des Nordens!&#10;Doch wohlan, mit Pulcinella&#10;Lach′ ich schon, und der Doctoren&#10;Weisheit hör′ ich an, die Suada&#10;Eines Charlatans begeistert,&#10;Puterartig schreitet hier&#10;Auch der Graf in der Perrücke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ich werde rasch umfangen,&#10;Und mit hohem Federnhute,&#10;Schwarzem Antlitz, buntem Röckchen,&#10;Arlecchina mir zur Seite!&#10;»Sei willkommen, Freund, willkommen,&#10;Reiche mir den Arm!« - Wer bist du? -&#10;»Wer ich bin? Ei nun, damit&#10;Man′s nicht wisse, dient die Maske.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Linde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/linde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/linde/</guid><description>&lt;p&gt;Ich schritt vorbei an manchem Baum&#10;Im Spiel der Morgenwinde,&#10;Ich schwankte hin in wachem Traum&#10;Und sah nicht, wie der Blinde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch plötzlich fuhr ich auf im Traum&#10;Und rief: »O Gott, wie linde!«&#10;Ich fand mich unterm Lindenbaum,&#10;Er hauchte Duft im Winde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber sprach: »Du süßer Baum,&#10;Dich grüßt wohl auch der Blinde,&#10;Der deinen Namen selbst im Traum&#10;Noch nie gehört, als Linde.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lockung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lockung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lockung/</guid><description>&lt;p&gt;Hörst du nicht die Bäume rauschen&#10;Draußen durch die stille Rund?&#10;Lockts dich nicht, hinabzulauschen&#10;Von dem Söller in den Grund,&#10;Wo die vielen Bäche gehen&#10;Wunderbar im Mondenschein&#10;Und die stillen Schlösser sehen&#10;In den Fluß vom hohen Stein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennst du noch die irren Lieder&#10;Aus der alten, schönen Zeit?&#10;Sie erwachen alle wieder&#10;Nachts in Waldeseinsamkeit,&#10;Wenn die Bäume träumend lauschen&#10;Und der Flieder duftet schwül&#10;Und im Fluß die Nixen rauschen -&#10;Komm herab, hier ists so kühl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lord Byron</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lord-byron/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lord-byron/</guid><description>&lt;p&gt;Antonius-Bakchos,&#10;Ein ewiger Etonboy,&#10;Erzog dich die Schönheit&#10;Zu weicher Kraft und zu starker Schwäche.&#10;Eine Schicht Held und eine Schicht Unart.&#10;Tagumdrehender Freund der Natur,&#10;Freund der Nacht -&#10;Früh zogst du dir den Schnee aufs lockige Haupt&#10;Und fielest vor deinem Tode als Held&#10;An deines Leibes eigenem Mute.&#10;So recht deinen eignen Tod&#10;Bist du gestorben,&#10;Eigen im Opfer&#10;Nervöser Held.&#10;Deiner Knabenschmerzen holder Trotz,&#10;Sinnenstarke Knabenträume,&#10;In königlichen Willens freien Stolz gefügt&#10;Ragen deines Fühlens Bildnisreihen,&#10;Empörung gegen die Satzung, die anders gewendet,&#10;Du selber verehrtest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lucie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lucie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lucie/</guid><description>&lt;p&gt;Ich seh sie noch, ihr Büchlein in der Hand,&#10;Nach jener Bank dort an der Gartenwand&#10;Vom Spiel der andern Kinder sich entfernen;&#10;Sie wußte wohl, es mühte sie das Lernen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht war sie klug, nicht schön; mir aber war&#10;Ihr blaß Gesichtchen und ihr blondes Haar,&#10;Mir war es lieb; aus der Erinnrung Düster&#10;Schaut es mich an; wir waren recht Geschwister.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr schmales Bettchen teilte sie mit mir,&#10;Und nächtens Wang an Wange schliefen wir;&#10;Das war so schön! Noch weht ein Kinderfrieden&#10;Mich an aus jenen Zeiten, die geschieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lumpentum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lumpentum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lumpentum/</guid><description>&lt;p&gt;Die reichen Leute, die gewinnt&#10;man nur durch platte Schmeichelein -&#10;das Geld ist platt, mein liebes Kind,&#10;und will auch platt geschmeichelt sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Weihrauchfaß, das schwinge keck,&#10;vor jedem göttlich goldenen Kalb;&#10;bet an im Staub, bet an im Dreck,&#10;vor allem aber lob nicht halb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Brot ist teuer dieses Jahr,&#10;jedoch die schönsten Wörter hat&#10;man noch umsonst - besinge gar&#10;Mäcenas′ Hund, und friß dich satt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Luther</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/luther/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/luther/</guid><description>&lt;p&gt;In klarem Deutsch die heil′ge Schrift&#10;Gar großen Segen hat gestift′t.&#10;Sie ward verdeutscht durch Martin Lutz,&#10;Dem Papst und Clerisei zum Trutz.&#10;Der Ketzer war ein frommer Mann:&#10;Gott woll′ ihn ewig selig han.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Madeira</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/madeira/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/madeira/</guid><description>&lt;p&gt;Madeira blaut, vom Ozean umschrieben,&#10;Zuerst entdeckt von einem Liebespaare,&#10;Das Vaterfluch vom heimischen Altare&#10;Auf leichtem Kahn durchs wilde Meer getrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier starben sie; die schönen Leichen blieben&#10;Bewacht von Elfen auf umblühter Bahre,&#10;Bis neue Kolonieen spätrer Jahre&#10;Den Hain der Liebenden in Trümmer hieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erzürnt erhob ein Waldbrand seine Flügel,&#10;Die ganze Insel ward zum Aschenhügel,&#10;Und aus der Asche wieder sproßten Reben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ward ein Becher jetzt das Felsgesteine;&#10;Madeira ward ein Becher edler Weine,&#10;Worin noch jener Liebe Küsse beben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mahnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mahnung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mahnung/</guid><description>&lt;p&gt;Schilt nimmermehr die Stunde hart,&#10;Die fort von dir was Teures reißt;&#10;Sie schreitet durch die Gegenwart&#10;Als ferner Zukunft dunkler Geist;&#10;Sie will dich vorbereiten, ernst,&#10;Auf das, was unabwendbar droht,&#10;Damit du heut′ entbehren lernst,&#10;Was morgen sicher raubt der Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man frage nich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-frage-nich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-frage-nich/</guid><description>&lt;p&gt;Man frage nicht, was all die Zeit ich machte.&#10;Ich bliebe stumm;&#10;und sage nicht, warum.&#10;Und Stille gibt es, daß die Erde krachte.&#10;Kein Wort, das traf;&#10;man spricht nur aus dem Schlaf.&#10;Und träumt von einer Sonne, welche lachte.&#10;Es geht vorbei;&#10;nachher war&amp;rsquo;s einerlei.&#10;Das Wort entschlief, als jene Zeit erwachte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Manche Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/manche-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/manche-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Felder sich verdunkeln,&#10;fühl ich, wird mein Auge heller;&#10;schon versucht ein Stern zu funkeln,&#10;und die Grillen wispern schneller.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder Laut wird bilderreicher,&#10;das Gewohnte sonderbarer,&#10;hinterm Wald der Himmel bleicher,&#10;jeder Wipfel hebt sich klarer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du merkst es nicht im Schreiten,&#10;wie das Licht verhundertfältigt&#10;sich entringt den Dunkelheiten.&#10;Plötzlich stehst du überwältigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Marengo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/marengo/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/marengo/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarzblau der Alpen, und der kahlen Flur,&#10;Die Südsturm drohn. Mit Wolken tief verhangen&#10;Ist grau das Feld. Ein ungeheures Bangen&#10;Beengt den Tag. Den Atem der Natur&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stopft eine Faust. Hinab die Lombardei&#10;Ist Totenstille. Und kein Gras, kein Baum.&#10;Das Röhricht regt kein Wind im leeren Raum.&#10;Kein Vogel streift in niedrer Luft vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern sieht man Wagen, wo sich langsam neigt&#10;Ein Brückenpaar. Man hört den dumpfen Fall&#10;Am Wasser fort. Und wieder droht und schweigt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Matten Has</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/matten-has/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/matten-has/</guid><description>&lt;p&gt;Lütt Matten, de Has′,&#10;de maak sick een Spaß&#10;he weer bi′t Studeern&#10;dat Danzen to lehrn&#10;un danz ganz alleen&#10;op de achtersten Been&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keem Reinke de Voss&#10;un dach: dat′s een Kost!&#10;Un seggt: &amp;ldquo;Lüttje Matten,&#10;so flink op de Padden?&#10;Un danzst hier alleen&#10;op dien achtersten Been?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kumm laat uns tosam!&#10;Ik kann as de Daam!&#10;De Kreih, de speelt Fidel,&#10;denn geiht dat kandidel,&#10;denn geiht dat man scheun&#10;op de achtersten Been!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Maylied [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maylied-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maylied-2/</guid><description>&lt;p&gt;Alles liebet! Liebe gleitet&#10;Durch die blühende Natur,&#10;Liebe zeuget Blumen, breitet&#10;Manchen Teppich auf die Flur.&#10;Das verliebte Haingefieder,&#10;Das sich neue Zellen baut,&#10;Tönet süße Liebeslieder,&#10;Wenn der May vom Himmel thaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe malt jezt hellre Rosen&#10;Um den Mund der Schäferin,&#10;Schäferin und Schäfer kosen&#10;Manche goldne Stunde hin.&#10;Sizen unter Apfelblüthen,&#10;Arm in Arm, und Paar an Paar,&#10;Kleine Liebesgötter bieten&#10;Nektar ihren Lippen dar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unschuld blickt aus ihren Minen,&#10;Unschuld ihres Standes Loos,&#10;Rothe Blüthen taumeln ihnen&#10;Aus dem Wipfel in den Schoos.&#10;Blau und golden schwebt der Aether&#10;Im bebüschten Gartenteich,&#10;Alle Blüthen werden röther,&#10;Werden Edens Blüthen gleich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meeres Stille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meeres-stille/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meeres-stille/</guid><description>&lt;p&gt;Tiefe Stille herrscht im Wasser,&#10;Ohne Regung ruht das Meer,&#10;Und bekümmert sieht der Schiffer&#10;Glatte Fläche rings umher.&#10;Keine Luft von keiner Seite!&#10;Todesstille fürchterlich!&#10;In der ungeheuren Weite&#10;Reget keine Welle sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Geschmack</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-geschmack/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-geschmack/</guid><description>&lt;p&gt;Mich rührt kein finstrer Weiser,&#10;Der seine Stirn beständig&#10;Mit Falten überziehet,&#10;Und der nur von Monaden,&#10;Von andern schlechten Welten,&#10;Und von der Seelen Nahrung&#10;In Räthseln mit mir redet.&#10;Auch der nicht, der nur Zahlen,&#10;Nie aber Scherz und Küsse&#10;Quadriret und cubiret,&#10;Und der aus unsern Körpern&#10;Nur die Mechanik lernet.&#10;Auch nicht der stolze Dummkopf,&#10;Der immer disputiret;&#10;Der unter Popens Schöpsen&#10;Den ersten Rang verdiente,&#10;Weil er sich selbst vergöttert,&#10;Und in sich selbst die Dummheit;&#10;Der keine Pflicht sonst übet,&#10;Als solche, die ihn zwingen.&#10;Der Dummkopf würde täglich&#10;Um Küsse mit mir rechten,&#10;Und mich mir gar zu ofte&#10;Mit Schreyen übertäuben.&#10;Soll mir ein Freund gefallen,&#10;So muß er weislich denken;&#10;Er muß die Wissenschaften&#10;Verstehen und verehren,&#10;Doch muß die ernste Weisheit&#10;Nie sein Gesicht entstellen.&#10;Er muß die frohen Scherze,&#10;Doch feuerreiche Scherze,&#10;In seinen Umgang mischen,&#10;Und muß die süßen Triebe&#10;Der Freundschaft in sich fühlen.&#10;Ein solcher Freund ist Damis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Liebeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-liebeslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-liebeslied/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ein heimlicher Brunnen&#10;murmelt mein Blut,&#10;immer von dir, immer von mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter dem taumelnden Mond&#10;tanzen meine nackten, suchenden Träume,&#10;nachtwandelnde Kinder,&#10;leise über düstere Hecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, deine Lippen sind sonnig&amp;hellip;&#10;diese Rauschedüfte deiner Lippen&amp;hellip;&#10;und aus blauen Dolden silberumringt&#10;lächelst du&amp;hellip; du, du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer das schlängelnde Geriesel&#10;auf meiner Haut&#10;über die Schulter hinweg -&#10;ich lausche&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein heimlicher Brunnen&#10;murmelt mein Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Mathematikus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-mathematikus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-mathematikus/</guid><description>&lt;p&gt;In der Tertia war′s, in der Mathematikstunde,&#10;Da ward mir aus deinem Professorenmunde&#10;Der erste Hohn für mein Dichten verabreicht.&#10;Ein Jugendeindruck, der bis ans Grab reicht.&#10;Noch heute seh′ ich bei jedem Gedichte&#10;Dein mathematisches Professorengesichte&#10;Mir über die Schulter grinsen und lachen:&#10;Kann nicht rechnen und will Gedichte machen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Schlafrock</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-schlafrock/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-schlafrock/</guid><description>&lt;p&gt;Wie arg, daß jetzt mein Schlafrock hin,&#10;Zerfetzt und druchgefressen,&#10;Kaum siebzehn Jahr ich äleter bin,&#10;Seit er mir angemessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Wolle kaum mehr eine Spur.&#10;Durchlöchert schon von Schaben,&#10;Ich tröste mich mit solchen nur,&#10;Die keinen Schlafrock haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll ich mir jetzt als Sterbekleid&#10;Noch einen neuen schenken?&#10;Dann möcht′ ich ihn bequem und weit,&#10;Wenn sie ins Grab mich senken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-vaterland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-vaterland/</guid><description>&lt;p&gt;So schweigt der Jüngling lang,&#10;Dem wenige Lenze verwelkten,&#10;Und der dem silberhaarigen thatenumgebenen Greise,&#10;Wie sehr er ihn liebe! das Flammenwort hinströmen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ungestüm fährt er auf um Mitternacht,&#10;Glühend ist seine Seele!&#10;Die Flügel der Morgenröthe wehen, er eilt&#10;Zu dem Greis′, und saget es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So schwieg auch ich. Mit ihrem eisernen Arm&#10;Winkte mir stets die strenge Bescheidenheit!&#10;Die Flügel wehten, die Laute schimmerte,&#10;Und begann von selber zu tönen, allein mir bebte die Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Bekehrung zum Islam</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-bekehrung-zum-islam/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-bekehrung-zum-islam/</guid><description>&lt;p&gt;Planlos stand ich vor dem Laden eines grauen Orientalen&#10;und beäugte die Paraden alter Tassen, Waffen, Schalen,&#10;als mein Blick drei Worte fasste. - Unter silbernen Grelots&#10;auf dem Grunde eines Gürtels stand da deutlich und kurios:&#10;Allah ist groß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Diese Worte, die in blauer Seide silbern eingestickt,&#10;senkten in das Herz mir Trauer, das schon längst ein Gram gedrückt;&#10;denn in meiner Taschen Dunkel wuchs höchst spärlich nur das Moos,&#10;an der Börse, meiner Börse gab es Baisse stets satt Hausse:&#10;Allah ist groß?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-blume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-blume/</guid><description>&lt;p&gt;Sei gegrüßet, kleine Blume,&#10;Blume der Vollkommenheit,&#10;Die die Heiligen und Weisen&#10;Namlos preisen;&#10;Denn des Herzens schönste Zier&#10;Wohnt in Dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht auf Höhn, im stillen Thale&#10;Blühest Du, am frischen Quell,&#10;Zeigst des weiten Himmels Bläue,&#10;Reine Treue,&#10;Und in ihr der Sonne Gold,&#10;Mild und hold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fragst Du mich, wie heißt die Blume,&#10;Die den hohen Schmuck uns zeigt:&#10;Sonnengluth und Himmelsbläue,&#10;Lieb′ und Treue?&#10;Nimm hier dies Vergißmeinnicht,&#10;Treu′ und Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Gottheit bist du in Ewigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-gottheit-bist-du-in-ewigkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-gottheit-bist-du-in-ewigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;O Anna glaub&amp;rsquo;, ich lieb&amp;rsquo; nur dich,&#10;Nur dich sucht meine Seele,&#10;Du bist der Schönheit Stern für mich:&#10;Ganz Licht, ganz ohne Fehle.&#10;Dein Wort mein dürstend Herz nur füllt,&#10;Dein Glück hellt meine Nacht –&#10;Kämpf&amp;rsquo; ich auch jetzt nebelumhüllt:&#10;Als Sieger end&amp;rsquo; ich die Schlacht.&#10;Als Sieger kehr&amp;rsquo; ich zu dir mein Kind,&#10;Meiner Tage Sehnsucht und Traum,&#10;Dein Odem umweht mich friedenslind,&#10;Daß ich fern je – weiß ich kaum.&#10;An deiner Brust stirbt der Dämon Schmerz &amp;hellip;&#10;O holde Mährchenstund!&#10;Immer wieder küss&amp;rsquo; ich, du einziges Herz,&#10;Deinen vielsüßen Kindermund.&#10;Ich frage dich nicht; ich weiß es genau:&#10;Mein ist dein reiches Gemüth,&#10;Mein der seligleuchtende Frühlingsthau,&#10;Der deinen Augen entsprüht.&#10;Mein bist du; mein, o Seligkeit!&#10;Einzigmein in Lust und Graus!&#10;Meine Gottheit bist du in Ewigkeit!&#10;Und stirbst du – dann Sonne lisch&amp;rsquo; aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Irrtümer in diesem Liede...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-irrtuemer-in-diesem-liede/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-irrtuemer-in-diesem-liede/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Irrtümer in diesem Liede&#10;Wecken meine, so wie deine&#10;Schmerzen tief im Herzen&#10;Immer wieder, wieder&#10;Auf;&#10;Aber leider, leider, leider!&#10;Tränen, Sehnen, Gähnen&#10;Löschen, wäschen&#10;Sie im Fließpapier, Siegspanier&#10;Unsrer Wehmut, Demut&#10;Immer wieder wieder&#10;Aus.&#10;Denn wir lachen, machen Sachen,&#10;Solche Dinger für die Singer,&#10;Lieder draus,&#10;Vor den Mieder einen Strauß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meiner Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-mutter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Wie oft sah ich die blassen Hände nähen,&#10;ein Stück für mich - wie liebevoll du sorgtest!&#10;Ich sah zum Himmel deine Augen flehen,&#10;ein Wunsch für mich - wie liebevoll du sorgtest!&#10;Und an mein Bett kamst du mit leisen Zehen,&#10;ein Schutz für mich - wie sorgenvoll du horchtest!&#10;Längst schon dein Grab die Winde überwehen,&#10;ein Gruß für mich - wie liebevoll du sorgtest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meiner Tochter Christine ins Gebetbuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-tochter-christine-ins-gebetbuch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-tochter-christine-ins-gebetbuch/</guid><description>&lt;p&gt;Das Mägdlein tritt im weißen Feierkleid&#10;Zum erstenmal vor Gott an den Altar,&#10;Und auch der Greisin hält man es bereit,&#10;Die niedersinkt an ihrer Totenbahr′&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ich, du teures Kind, ich wünsche dir,&#10;Daß, wie am ersten und am letzten Tag,&#10;Dir dies Gewand, der Unschuld ew′ge Zier,&#10;An jedem andern auch geziemen mag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir schmückt die junge Brust ein Myrtenzweig,&#10;Und eine Rosenknospe glänzt dabei:&#10;O, werde du der frommen Myrte gleich,&#10;Damit dein Schicksal das der Rose sei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melancholie des Abends</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-des-abends/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-des-abends/</guid><description>&lt;p&gt;- Der Wald, der sich verstorben breitet -&#10;Und Schatten sind um ihn, wie Hecken.&#10;Das Wild kommt zitternd aus Verstecken,&#10;Indes ein Bach ganz leise gleitet&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Farnen folgt aus alten Steinen&#10;Und silbern glänzt aus Laubgewinden.&#10;Man hört ihn bald in schwarzen Schlünden -&#10;Vielleicht, daß auch schon Sterne scheinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der dunkle Plan scheint ohne Maßen,&#10;Verstreute Dörfer, Sumpf und Weiher,&#10;Und etwas täuscht dir vor ein Feuer.&#10;Ein kalter Glanz huscht über Straßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschliche Trauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliche-trauer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliche-trauer/</guid><description>&lt;p&gt;Die Uhr, die vor der Sonne fünfe schlägt -&#10;Einsame Menschen packt ein dunkles Grausen.&#10;Im Abendgarten morsche Bäume sausen;&#10;Des Toten Antlitz sich am Fenster regt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht daß diese Stunde stillesteht.&#10;Vor trüben Augen nächtige Bilder gaukeln&#10;Im Takt der Schiffe, die am Flusse schaukeln;&#10;Am Kai ein Schwesternzug vorüberweht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es scheint, man hört der Fledermäuse Schrei,&#10;Im Garten einen Sarg zusammenzimmern.&#10;Gebeine durch verfallne Mauern schimmern&#10;Und schwärzlich schwankt ein Irrer dort vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Millionen Nachtigallen schlagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/millionen-nachtigallen-schlagen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/millionen-nachtigallen-schlagen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sterne. Blaue. Ferne.&#10;Ein Flammensang der Sterne!&#10;Millionen Nachtigallen schlagen.&#10;Es blitzt der Lenz.&#10;Myriaden Wimpern zucken glühend auf.&#10;Das grüne Glück von Frühlingsnachtgelagen&#10;Beginnt sein eigenbrüstiges Geglänz.&#10;Die lauen Schauer nehmen ihren Zauberlauf:&#10;Millionen Nachtigallen schlagen.&#10;Erkenne ich ein freundliches Gespenst?&#10;Ich werde mich im Ernst darum bewerben.&#10;Der kleinste Wink will sich ins Wittern kerben:&#10;Wer weiß, wann meine Träumlichkeit erglänzt?&#10;Gespenster gleichen unsern sanften Tieren,&#10;Sie können schnell den Samt der Neigung spüren.&#10;Sie heben, schweben, weben sich heran,&#10;Und halten uns unfaßbar sacht im Bann.&#10;Ich will die Lichtgewimmelstille nicht verlieren,&#10;Ein altes Walten muß sich bald aus Sanftmut rühren.&#10;Millionen Nachtigallen schlagen.&#10;Die ganze Nacht ermahnen uns verwandte Stimmen.&#10;Es scheint ein Mond geheimnisvoll zu glimmen.&#10;Doch ist zu warm die Nacht, voll atmendem Behagen!&#10;Myriaden brunstbewußte Funken suchen sich im Fluge,&#10;Sie schwirren hin und her und doch im Frühlingszuge.&#10;Das Lenzgespenst, das Lenzgespenst geht um im Hage!&#10;Es kann der Laubwald wandern und sich selbst erwarten,&#10;Das schwankt und walzt nach allen alten Wandelarten;&#10;Es lacht die Nacht: der Wagen wagt, es wacht die Wage.&#10;Es blitzen da Myriaden tanzvernarrte Fragen -&#10;Millionen Nachtigallen schlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mine Haha Succuba</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mine-haha-succuba/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mine-haha-succuba/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Erziehung der jungen Mädchen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kind, wie bist Du ungeschickt!&#10;Muß man alles dir noch zeigen?&#10;Wenn dich nicht der Teufel spickt,&#10;Wirst du immer Trübsal geigen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glaubst du, daß er dich betrügt,&#10;Weil die Welt so schwarz ihn malte?&#10;Jede die sich ihm gefügt,&#10;Rühmt wie vornehm er bezahlte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hebe dein Pilasterbein,&#10;Tritt den Grabstein der Gesetzte -&#10;Doch in Höschen hüll′ es ein,&#10;Daß die Hölle ganz Dich schätze!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit den Besiegten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-den-besiegten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-den-besiegten/</guid><description>&lt;p&gt;Preist Ihr den Heldenlauf der Sieger, schmückt&#10;Sie mit dem Ruhmeskranz, Euch dran zu weiden -&#10;Ich will indessen, in den Staub gebückt,&#10;Erniedrigung mit den Besiegten leiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geringstes Volk! verpönt, geschmäht, verheert&#10;Und bis zur Knechtschaft in die Knie gezwungen -&#10;Du bist vor jedem stolzeren mir wert,&#10;Als wär&amp;rsquo; mit dir ich einem Stamm entsprungen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heiss brennt mich Scham, wenn das Triumphgebraus&#10;Dem Feinde Fall und Untergang verkündet,&#10;Wenn über der Zerstörung tost Applaus&#10;Und wilder noch die Machtgier sich entzündet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit dir!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-dir/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-dir/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm mich mit, wohin dein Fuß&#10;auf des Lebens Pfaden gehet,&#10;denn da weht mir Heimatgruß,&#10;wo dein süßer Atem wehet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm mich mit, wenn kühn dein Geist&#10;fliegt durch alle Himmelsräume&#10;und zur Erde, die verwaist&#10;bringt des Jenseits goldne Träume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm mich mit, wenn in′s Gefecht,&#10;wo du heldenherrlich streitest,&#10;für der Menschheit heilig Recht&#10;Du, ein edler Ritter, schreitest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm mich mit, wenn still, gebückt&#10;zu der tiefen Geisterquelle,&#10;deine Seele sich erquickt&#10;mit des Denkens Lebenswelle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit einem Jugendbildnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-jugendbildnis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-jugendbildnis/</guid><description>&lt;p&gt;Hier - doch keinem darfst dus zeigen,&#10;Solche Sanftmut war mir eigen,&#10;Durfte sie nicht lang behalten,&#10;Sie verschwand in harten Falten,&#10;Sichtbar ist sie nur geblieben&#10;Dir und denen, die mich lieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mittags unterm Baume liegend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mittags-unterm-baume-liegend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mittags-unterm-baume-liegend/</guid><description>&lt;p&gt;Kastanie du –&#10;Gnädig entzückt,&#10;Tragend flimmernde Hitze und Sonne,&#10;Fächelst du lächelnd&#10;Breitschweifende Zweige,&#10;Grünblättergehände mir zu;&#10;Festlich die traubigen Kerzen,&#10;Weißstrahlenden Lichtes&#10;Ins Grüne und Blaue gesteckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wieder, wie lange schon nicht,&#10;Daß mein Haar sich in Blumen verfing,&#10;Die Schultern sich drückten ins Gras,&#10;Spielst du mir Lichter&#10;Über geschlossene Lider,&#10;Darunter die Augen&#10;Ertrunken und traumtief erstaunen.&#10;Flatternde Schatten&#10;Fallen mit über die glühende Stirn&#10;Kühlend und streichelnd und gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mittagsruh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mittagsruh/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mittagsruh/</guid><description>&lt;p&gt;Über Bergen, Fluß und Talen,&#10;Stiller Lust und tiefen Qualen&#10;Webet heimlich, schillert, Strahlen!&#10;Sinnend ruht des Tags Gewühle&#10;In der dunkelblauen Schwüle,&#10;Und die ewigen Gefühle,&#10;Was dir selber unbewußt,&#10;Treten heimlich, groß und leise&#10;Aus der Wirrung fester Gleise,&#10;Aus der unbewachten Brust,&#10;In die stillen, weiten Kreise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondbeglänzte Zaubernacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondbeglaenzte-zaubernacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondbeglaenzte-zaubernacht/</guid><description>&lt;p&gt;Mondbeglänzte Zaubernacht,&#10;Die den Sinn gefangen hält,&#10;Wundervolle Märchenwelt,&#10;Steig′ auf in der alten Pracht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgentöne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgentoene/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgentoene/</guid><description>&lt;p&gt;Guten Morgen! schreit das Menschentier;&#10;Und mancher Schuft trinkt jetzt noch Bier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Guten Morgen! schreit auch der Tyrann;&#10;Früh fängt Er zu regieren an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An den Weltrand will ich heute gahn;&#10;Dort will ich einmal Fliegen fahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Guten Morgen! schreit der Kriegersmann;&#10;Ach, der ist immerzu im Tran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Guten Morgen! schreit man dort und hier;&#10;Und meine Uhr schlägt schon halb vier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mancher Schuft trinkt jetzt noch Bier;&#10;Guten Morgen! schreit das Menschentier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morphina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morphina/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morphina/</guid><description>&lt;p&gt;Im Traume fand ich dich,&#10;Mädchen, in mondener Nacht&#10;Kamst du mir zögernd entgegen.&#10;Auf deiner Stirne träumte ein Stern,&#10;Deine kleinen Schritte klangen wie Glas,&#10;Um deinen Mund ein überweltliches Lächeln.&#10;Deine schmalen Schultern froren im Wind.&#10;Ich umschlang dich, deinen eisigen Körper.&#10;Schwester! wie lange bist du gestorben&amp;hellip;&#10;Wir sanken, wir fielen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mohn umblühte unser Sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mund/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin nur noch ein Mund, der zu Dir spricht,&#10;So schwand ich hin, verlor sich mein Gesicht&#10;Und all der Leib, zu dem ich mich versammelt.&#10;Ich bin nur noch ein Mund, der zu Dir stammelt,&#10;Der leben blieb, sein Sterben Dir zu künden:&#10;Er tut sich auf, und muß schon in Dich münden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musik im Mirabell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-im-mirabell/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-im-mirabell/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Brunnen singt. Die Wolken stehn&#10;Im klaren Blau, die weißen, zarten.&#10;Bedächtig stille Menschen gehn&#10;Am Abend durch den alten Garten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ahnen Marmor ist ergraut.&#10;Ein Vogelzug streift in die Weiten.&#10;Ein Faun mit toten Augen schaut&#10;Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Laub fällt rot vom alten Baum&#10;Und kreist herein durchs offne Fenster.&#10;Ein Feuerschein glüht auf im Raum&#10;Und malet trübe Angstgespenster.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein weißer Fremdling tritt ins Haus.&#10;Ein Hund stürzt durch verfallene Gänge.&#10;Die Magd löscht eine Lampe aus,&#10;Das Ohr hört nachts Sonatenklänge.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach dem ersten nächtlichen Besuche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-ersten-naechtlichen-besuche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-ersten-naechtlichen-besuche/</guid><description>&lt;p&gt;Bin ich nüchtern, bin ich trunken?&#10;Wach ich oder träum ich nur?&#10;Bin ich aus der Welt gesunken?&#10;Bin ich anderer Natur?&#10;Fühlt` ein Mädchen schon so was?&#10;Wie begreif ich alles das?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiß ich, daß die Rosen blühen?&#10;Hör ich jene Raben schrein?&#10;Fühl ich, wie die Wangen glühen?&#10;Schmeck ich einen Tropfen Wein?&#10;Seh ich dieses Morgenrot?-&#10;Tot sind alle Sinnen, tot!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle seid ihr denn gestillet?&#10;Alle? Habet alle Dank!&#10;Könnt ich so in mich gehüllet,&#10;Ohne Speis und ohne Trank,&#10;Nur so sitzen Tag für Tag&#10;Bis zum letzten Herzensschlag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach der Schlacht an der englischen Front</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-schlacht-an-der-englischen-front/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-schlacht-an-der-englischen-front/</guid><description>&lt;p&gt;Die Totengräber haben schon&#10;Die Schaufeln angesetzt, da naht sich holpernd ein Viererzug,&#10;Und ihm entsteigen stolpernd die Reisenden der Firma Cook&#10;And Son.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eifrig und ernst begibt man sich ans Sammeln&#10;Leerer Patronenhülsen oder -taschen.&#10;Indem die steifen Missis Kognakbohnen naschen,&#10;Hört man Verwundete nach Wasser stammeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein toter Belgier&amp;hellip; Man hätte beinah was verpaßt&amp;hellip;&#10;Ein Fußballspieler schätzt den grünen Rasen.&#10;Ein leiser Knall&amp;hellip; Trompetenblasen&amp;hellip;&#10;Und ein ergrauter Lord erblaßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach oben!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-oben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-oben/</guid><description>&lt;p&gt;Du darfst dich nicht nach unten vergleichen!&#10;Hinz und Kunz sind leicht zu erreichen,&#10;Müller und Schulze sind bald übertroffen -&#10;Halt dir den Blick nach oben offen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachklänge (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachklaenge-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachklaenge-2/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Herbst, in linden Tagen&#10;Wie hast du rings dein Reich&#10;Phantastisch aufgeschlagen,&#10;So bunt und doch so bleich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie öde, ohne Brüder,&#10;Mein Tal so weit und breit,&#10;Ich kenne dich kaum wieder&#10;In dieser Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wunderbare Weise&#10;Singt nun dein bleicher Mund,&#10;Es ist, als öffnet′ leise&#10;Sich unter mir der Grund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich ruht überwoben,&#10;Du sängest immerzu,&#10;Die Linde schüttelt′ oben&#10;Ihr Laub und deckt′ mich zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachlass</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachlass/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachlass/</guid><description>&lt;p&gt;Ich werde so von hinnen eilen&#10;Mit tiefgeschlossenem Visier,&#10;Und ein paar arme, stumpfe Zeilen&#10;Die bleiben dann der Welt von mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach diesen werden sie mich wägen,&#10;Verdammung sprechen oder Lob,&#10;Nicht ahnend, ach, mit welchen Schlägen&#10;Sich oft mein Herz in meinem Busen hob,&#10;Wie ich am schönen Tag, in guter Stunde,&#10;Verschmelzend Geist in Geist gewebt,&#10;Mit einem kleinen Menschenbunde&#10;Ein ganzes, volles Leben durchgelebt;&#10;Wie wir das Herz, wie wir die Welt gemessen,&#10;Wie manch gewichtig Wort in Lethes Wellen fiel,&#10;Und wie wir dann in seligem Vergessen&#10;Manch kecken Scherz geübt, manch übermütig Spiel.&#10;Vor solchem Leben frisch und reich&#10;Wie sind die Lettern tot und bleich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtfrieden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtfrieden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtfrieden/</guid><description>&lt;p&gt;Thaue nur vom Himmel nieder,&#10;Süßer Frieden sink auf mich,&#10;Wie sich in die Augenlider&#10;Einst der Kindheit Schlummer schlich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß die Welt mit ihrem Leide,&#10;Laß sie mich vergessen ganz,&#10;Nimm mein Herz und segnend scheide&#10;Es von ihrem Prunk und Glanz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eitel Thorheit ist ja Alles,&#10;Was die Menge blind umschwärmt,&#10;Thorheit, wie sie lauten Schalles&#10;Ruhlos draußen wogt und lärmt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lege Du die Zauberschleier&#10;Sachte um die Seele mir,&#10;Daß mein Herz in sel′ger Feier&#10;Ganz sich in sich selbst verlier′!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtgedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgedanken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Die Straße ist nun fast schon tot –&#10;Vorüber klappt, tappt ein Schritt –&#10;Das Echo hastet hallend mit.&#10;Der träge Mond sieht dunstigrot&#10;Auf grünes Gaslicht-Flimmern –&#10;Nun schlafen alle Menschen in den Zimmern.&#10;Die Straße ist nun hohl und tot –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schwarze Schweigenacht hat sacht&#10;Die Menschenstadt in schweren Schlaf gedrückt.&#10;Doch himmeloben wacht&#10;So sonderbar verrückt&#10;Der übernächtig träge Mond.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Stadt ist traurigtot – als wenn sie unbewohnt –&#10;Doch himmeloben glüht der Mond:&#10;Doch himmeloben glühen große Leben&#10;Über unsern dunstigdunklen Nachtschlaf-Sphären:&#10;Ungeheure Stern-Schwärme schweben&#10;Prasseln, rasen, blitzen, und gebären&#10;Aus sich selber immer neue Funken:&#10;Millionen Sterne schweben, leben&#10;Über unsrer toten Nacht.&#10;Himmeloben brechen Feuerfluten aus Vulkanen,&#10;Weltenkörper rasen krachend unermeßliche Bahnen.&#10;Sonnenkörper-Splitter irren trunken,&#10;Zitternd, splitternd in den All-Orkanen –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nadowessiers Totenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nadowessiers-totenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nadowessiers-totenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Seht, da sitzt er auf der Matte,&#10;Aufrecht sitzt er da,&#10;Mit dem Anstand, den er hatte,&#10;Als er′s Licht noch sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wo ist die Kraft der Fäuste,&#10;Wo des Athems Hauch,&#10;Der noch jüngst zum großen Geiste&#10;Blies der Pfeife Rauch?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo die Augen, falkenhelle,&#10;Die des Renntiers Spur&#10;Zählten auf des Grafes Welle,&#10;Auf dem Tau der Flur?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Diese Schenkel, die behender&#10;Flohen durch den Schnee,&#10;Als der Hirsch, der Zwanzigender,&#10;Als des Berges Reh?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Namenlos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/namenlos/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/namenlos/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe nur ihr großes Herz gekannt&#10;Und ihres teuren Leibes Paradies. -&#10;Nicht weiß ich, wer sie war und wie sie hieß,&#10;Denn ihren Namen hat sie nie genannt.&#10;Doch auch den meinen wies sie stolz zurück:&#10;&amp;ldquo;Ich brauch&amp;rsquo; ihn nicht! - In meiner Seele lebt&#10;Für alle Zeit das namenlose Glück,&#10;Mit der Erinnerung an Dich verwebt.&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist ihr gleich, Du bräunlich blasses Kind. -&#10;Dein tiefgelegnes, dunkles Auge rief&#10;Vergangnes jach empor. - Ein Wirbelwind&#10;Wühlt Alles auf, was tränenmüde schlief.&#10;Und wieder flutet um das teure Bild&#10;Der süßesten Erinnerungen Meer,&#10;Und aus der Seele, stoßend, dumpf und schwer,&#10;Ein fassungsloses Schluchzen bricht und quillt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nänie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naenie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naenie/</guid><description>&lt;p&gt;Urguet? cui pudor et justitiae soror,&#10;Incorrupta fides, nudaque veritas&#10;Quando ullum inveniet parem?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horat. od. I. 24, 5-8.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Starb der theure Mann von Ehre&#10;Starb der Herr von Schafskopf doch!&#10;Traun er lebt und schriebe noch,&#10;Wenn er nicht gestorben wäre!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Staunen mußten selbst Minister,&#10;Gab er ihnen Lehr und Rath.&#10;Wo er falsch geweißagt hat,&#10;War die Zukunft ihm zu düster.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lob der Großen war der Angel&#10;Den er aus nach Gelde warf.&#10;Hatt&amp;rsquo; er, was ein Mensch bedarf,&#10;Keines Dings dann spürt&amp;rsquo; er Mangel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nein!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nein/</guid><description>&lt;p&gt;Pfeift der Sturm?&#10;Keift ein Wurm?&#10;Heulen&#10;Eulen&#10;hoch vom Turm?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist des Galgenstrickes&#10;dickes&#10;Ende, welches ächzte,&#10;gleich als ob&#10;Im Galopp&#10;eine müdgehetzte Mähre&#10;nach dem nächsten Brunnen lechzte&#10;(der vielleicht noch ferne wäre).&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nemt, vrouwe, disen kranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nemt-vrouwe-disen-kranz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nemt-vrouwe-disen-kranz/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Nemt, vrouwe, disen kranz:&amp;rdquo;&#10;alsô sprach ich zeiner wol getânen maget:&#10;&amp;ldquo;Sô zieret ir den tanz,&#10;mit den schœnen bluomen, als ir si ûfe traget.&#10;hete ich vil edele gesteine,&#10;daz müeste ûf iuwer houbet,&#10;ob ir mirs geloubet.&#10;sêt mîne triuwe, daz ichz meine.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Si nam daz ich ir bôt,&#10;einem kinde vil gelîch daz êre hât.&#10;ir wangen wurden rôt,&#10;sam diu rôse, dâ si bî der liljen stât.&#10;dô erschamten sich ir liehten ougen:&#10;doch neic si mir schône.&#10;daz wart mir ze lône:&#10;wirt mirs iht mêr, daz trage ich tougen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Weise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-weise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-weise/</guid><description>&lt;p&gt;Es klang in deutschen Landen&#10;Ein lieblicher Gesang&#10;Von süßen Liebesbanden,&#10;Von grünem Frühlingsdrang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war ein sorglos Reimen,&#10;Da kam nur &amp;ldquo;Herz&amp;rdquo; auf &amp;ldquo;Schmerz&amp;rdquo;&#10;Da ließ man sich nicht träumen&#10;Den starken Reim von &amp;ldquo;Erz&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war ein Sang von &amp;ldquo;Lauben&amp;rdquo;,&#10;Von &amp;ldquo;Pracht&amp;rdquo; und &amp;ldquo;Sternennacht&amp;rdquo;,&#10;Da wollte man nicht glauben,&#10;Daß sich auch reimt &amp;ldquo;erwacht&amp;rdquo;!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist nun anders worden.&#10;Es tönt ein neuer Sang —&#10;Der deutsche Sängerorden&#10;Erweckt nun lautern Klang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nie noch war ein Januar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-noch-war-ein-januar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-noch-war-ein-januar/</guid><description>&lt;p&gt;Nie noch war ein Januar&#10;So gelind,&#10;Und so gar im Februar&#10;Frühlingswind,&#10;Wie in diesem Jahr&#10;Wunderbar&#10;Beide Monde sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie doch war im Januar&#10;Sturm und Wind,&#10;Nie im Jahr der Februar&#10;Ungelind,&#10;Wie auf immerdar&#10;Mir dies Paar&#10;Unglücksmonde sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Bahr im Januar&#10;Lag mein Kind;&#10;Bringst du dar, o Februar,&#10;Kranzgewind?&#10;Deine Tage klar&#10;Nehmen wahr&#10;Augen thränenblind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nieman kann mit gerten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nieman-kann-mit-gerten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nieman-kann-mit-gerten/</guid><description>&lt;p&gt;Nieman kann mit gerten&#10;kindes zuht beherten:&#10;den man zêren bringen mac,&#10;dem ist ein wort als ein slac.&#10;dem ist ein wort als ein slac,&#10;den man zêren bringen mac:&#10;kindes zuht beherten&#10;nieman kann mit gerten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hüetet iuwer zungen:&#10;daz zimt wol den jungen.&#10;stôz den rigel vür die tür,&#10;lâ kein bœse wort dar vür.&#10;lâ kein bœse wort dar vür,&#10;stôz den rigel vür die tür:&#10;daz zimt wol den jungen.&#10;hüetet iuwer zungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noch einmal!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-einmal-6909/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-einmal-6909/</guid><description>&lt;p&gt;Noch einmal fällt in meinen Schoß&#10;Die rote Rose Leidenschaft;&#10;Noch einmal hab ich schwärmerisch&#10;In Mädchenaugen mich vergafft;&#10;Noch einmal legt ein junges Herz&#10;An meines seinen starken Schlag;&#10;Noch einmal weht an meine Stirn&#10;Ein juniheißer Sommertag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Novemberlaub</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberlaub/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberlaub/</guid><description>&lt;p&gt;Auf stöhnender Föhre fidelt der Sturm&#10;Heulende düstre Balladen;&#10;Es schnaubt sein Odem, nebelfeucht&#10;Von nordischen Seegestaden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So trübe der Himmel, als wär′s schon spät.&#10;Die Wolken pilgern traurig.&#10;Im Strudel taumelt verkommenes Laub&#10;Um Baumgerippe so schaurig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein letztes Blättchen am Dornenstrauch&#10;Fröstelt in starrem Weh &amp;hellip;&#10;O mach ein Ende, Novembersturm!&#10;Deck zu, du wogender Schnee!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Novembertag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/novembertag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/novembertag/</guid><description>&lt;p&gt;Geht ein sonnenloser Tag&#10;wiederum zur Neige,&#10;und der graue Nebel tropft&#10;durch die kahlen Zweige.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise atmend ruht die See,&#10;müde, traumumsponnen&amp;hellip;&#10;eine Woge, schaumgekrönt,&#10;ist im Sand zerronnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur ein Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-ein-mensch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-ein-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Ich stand auf sturmbestrichnem, granitnem Bergeshaupt,&#10;Umbrüllt vom Eisorkane, von stechendem Schnee umstaubt –&#10;Tief unter mir, umschlungen vom Nebelgewande der Nacht,&#10;Lag Wahn und Menschenschicksal, lag Elend und Kronenpracht . . .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lag all′ das wirre Suchen: die Pilgerfahrt zum Licht –&#10;Lag all′ das ewige Irren: ein wüstes Höllengedicht!&#10;Lag gleißender Glanz und Entsagung – Gethsemane und Rom:&#10;Dort wurmt sich ein armer Schwärmer – hier schwillt der Lüste Strom!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur ein Röslein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-ein-roeslein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-ein-roeslein/</guid><description>&lt;p&gt;Nur ein Röslein fand ich in dem Grase&#10;Auf dem Pfade durch den Wald gewunden,&#10;Wie der Seher auf der Himmelsstraße&#10;Irgendeine Wunderwelt gefunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch bist du Stern der Waldesgassen&#10;Wie du Rose in den Himmelsbreiten&#10;Nur ein Einen und Zusammenfassen&#10;Ungezählter Weltenseligkeiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber schmerzhaft zuckt mirs nach dem Innern,&#10;Und das Herz will mirs zusammenpressen,&#10;Daß von beiden nur ein kurz Erinnern&#10;Überbleiben soll vor dem Vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Wie hoch die Welt sich bäumet,&#10;Wie laut auf breiter Spur&#10;Das Leben schäumet,&#10;Uns alle träumet&#10;Der Weltgeist nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nymphenburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nymphenburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nymphenburg/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Erzittern, glückliches Fiebern des Hirns und Taumeln der Brust, taucht in graugedehnte, rasengrüne Parkavenuen.&#10;Es war eine Beschwörung: die Gifttapete berste,&#10;Die mir, seit ich wühle (seit es irgendwo leuchtete) die lichte Scheidekraft verstellt.&#10;&amp;hellip;.. Es quoll ein grünes Auge;&#10;In Bastseide, durchsickert von malvenfarbenen Eisenbahnschienen,&#10;Räkelte sich Pierrot, der klügste, katholischste Amerikaner,&#10;Grau das Wüstlingshaar, das Jünglingshaar, knisternd dem Weinlaub, dem Lorbeer und Frauen-Nägeln.&#10;Aus Lackschuhen, glänzendster Eremitage, plätscherten die weißblauen, wolkenzarten Adern eines sehr hellen Nervenbeins.&#10;(Soviel Wässer, Toilettenwässer, soviel Zärtlichkeit!)&#10;Ein dunkler Mund zerteilte höflich den behutsamen Dampf.&#10;Und es wurde Orphisches doziert.&#10;Ich versank - lächelnd, vergiftet.&#10;Da wusste ich meine heiteren Gefahren,&#10;Und, edlerer Bürde nun gewürdigt, erschloss ich mir das volkgemiedne Land.&#10;&amp;hellip; Schon formt sich in der Stachelhülle,&#10;Was, schmelz-duftig, nebelreif-atmend, die kältere Erde grüßen wird;&#10;Prunkend die Avenue denkt gelbe Gedankenbäume, weite, bergige, spitzfindige wie die Lust (&amp;hellip; die Lust &amp;hellip;),&#10;Eine weiße Fontaine zischelt Médisance, Marquise in gepuderter Wellen Perücke,&#10;Die Marmorgötter lauschen und kichern und schmiegen sich lächelnd aus ihren Gewändern&#10;(Welcher Doktor besorgt eure Kosmetik, Beine Dianens?),&#10;Und, jenseits des Königsschlosses, lassen die Spiegelleiber heiliger Teiche,&#10;Schwäne sind ihre Brüste,&#10;Brüste,&#10;Sich einbetten in Festungswälle,&#10;Ritterlich wehrende, mit galant abfallenden Schultern, Pagenschultern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O Haupt voll Blut und Wunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-haupt-voll-blut-und-wunden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-haupt-voll-blut-und-wunden/</guid><description>&lt;p&gt;O Haupt voll Blut und Wunden&#10;Voll Schmerz und voller Hohn,&#10;O Haupt, zum Spott gebunden&#10;Mit einer Dornenkron.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O heischt nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-heischt-nicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-heischt-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;O heischt nicht, daß man kühl und achtsam&#10;im Grenzbild seiner Kräfte lebt&#10;und daß man niemals unbedachtsam&#10;das eigene Können überstrebt.&#10;Der Selbstvergrößerung Rausch und Wonne&#10;erhält lebendig mich und dich -&#10;denn jeder bracht wie Luft und Sonne,&#10;den Aberglauben an sein Ich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O sieh mich nicht so schmerzlich an</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-sieh-mich-nicht-so-schmerzlich-an/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-sieh-mich-nicht-so-schmerzlich-an/</guid><description>&lt;p&gt;O sieh mich nicht so schmerzlich an,&#10;Mein totenblasses Lieb,&#10;Und hab&amp;rsquo; ich Dir auch wehgetan,&#10;Vergib, vergib!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schatten der Vergangenheit&#10;Das kranke Herz umspannt,&#10;Und ihn vertreibt in Ewigkeit&#10;Auch nicht der Liebe Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O sieh mich nicht so schmerzlich an,&#10;Mein totenblasses Lieb,&#10;Und hab&amp;rsquo; ich Dir auch wehgetan,&#10;Vergib, vergib!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O Welt, sieh hier dein Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-welt-sieh-hier-dein-leben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-welt-sieh-hier-dein-leben/</guid><description>&lt;p&gt;O Welt, sieh hier dein Leben&#10;am Stamm des Kreuzes schweben,&#10;dein Heil sinkt in den Tod.&#10;Der große Fürst der Ehren&#10;läßt willig sich beschweren&#10;mit Schlägen, Hohn und großem Spott.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tritt her und schau mit Fleiße,&#10;sein Leib ist ganz mit Schweiße&#10;des Bluites überfüllt;&#10;aus seinem edlen Herzen&#10;vor unerschöpften Schmerzen&#10;ein Seufzer nach dem andern quillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer hat dich so geschlagen,&#10;mein Heil, und dich mit plagen&#10;so übel zugericht?&#10;Du bist ja nicht ein Sünder,&#10;wie wir und unsre Kinder,&#10;von Übeltaten weißt du nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O, Großpapa, o Graspopo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-grosspapa-o-graspopo/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-grosspapa-o-graspopo/</guid><description>&lt;p&gt;O, Großpapa, o Graspopo&#10;Wir sind bald wie, wir sind bald wo?&#10;Wir sind warum? Weswegen?&#10;Der Eduard zieht den Degen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Eduard steck den Degen ein.&#10;Was denkst Du dir denn dadabei′n&#10;Des morgens um halb fünfe?&#10;Er sagte nichts mehr dadarauf.&#10;Er stützt sich auf den Degenknauf&#10;Und macht sich auf die Strümpfe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ode an die Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-an-die-zeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-an-die-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Sei mir gegrüßt, o Zeit,&#10;Gegrüßt du fließendes Meer,&#10;Sei gegrüßt,&#10;Du Meer der Zeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ungestadet&#10;Rollst du dahin,&#10;Fällst erzener Woge,&#10;Schnellst wie ein Pfeil&#10;Hinein in der Zukunft&#10;Nichtigen Raum.&#10;Es rollten die Welten&#10;Aus Schöpferhand&#10;Ins endlose Blau,&#10;Da kommst du geglitten&#10;Von Fingern der Allmacht&#10;Im Riesensturz,&#10;Wogtest unter das Sonnen-&#10;Unter das Erdenheer.&#10;Sausend vom Gottespuls,&#10;Hobest dich stolz&#10;Unter glänzenden Sphären&#10;Und rolltest sie weiter,&#10;Schwimmende Inseln,&#10;Rollst sie noch jetzt.&#10;Auf erster erobernder Welle&#10;Trägst du die Welten,&#10;Trägst du mich,&#10;Trägst du mein Lied.&#10;Auf deiner Wogen Erster&#10;Schwebt es dahin.&#10;Höre das Lied&#10;Und hebe mich,&#10;Wenn sinken ich sollte&#10;Auf Ruhmeswarte&#10;Flutüberragendem Fels,&#10;Hoch und fest&#10;Ob Wogen und Schwinden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ode I. Galathee.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-i-galathee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-i-galathee/</guid><description>&lt;p&gt;Coridon der gieng betrübet&#10;An der kalten Cimbersee /&#10;Wegen seiner Galathee /&#10;Die er vor so sehr geliebet /&#10;Die jhm vor so sehr behagt&#10;Eh′ er ward von jhr verjagt.&#10;Seit daß ich hinweg bin kommen /&#10;Seit daß wir geschieden seyn /&#10;Sang er / hat deß Mondens schein&#10;Viermal ab vnd zugenommen:&#10;Galathee / so lange Zeit&#10;Bin ich von dir allbereit.&#10;Nun du wirst dich noch besinnen&#10;Daß ich bey dir gantz vnd gar&#10;Fuß zu halten willens war /&#10;Vnd auch kaum gesegnen können:&#10;Rawe Heidelberg mich sehr /&#10;Du viel tausend mal noch mehr.&#10;Galathee / ich were blieben /&#10;Vngeschewt der Kriegesnoth;&#10;Der verlacht Gefahr vnd Tod&#10;Welcher trewlich pflegt zu lieben:&#10;Aber es ist dir wol kundt&#10;Daß es gar bey mir nicht stundt.&#10;Ich zoh hin von meinen Schaffen /&#10;War auch schon biß an den Mayn;&#10;Doch es wolte gantz nicht seyn /&#10;Ich vermochte nicht zu schlaffen /&#10;Biß ich wieder zu dir kam /&#10;Vnd noch einmal Abschied nahm.&#10;Dann must′ ich / was solt ich machen?&#10;Wieder auff mein Franckfurt zu:&#10;Tityrus der sprach: wie nu?&#10;Wie stehts jetzund umb die Sachen?&#10;Mich bedüncket gantz vnd gar /&#10;Daß dir vor viel besser war.&#10;Tityrus ist recht gewesen;&#10;Ich ward jmmer ärger kranck:&#10;Thyrsis gab′ mir einen Tranck /&#10;Ob ich köndte so genesen;&#10;Aber alle Kräuterkunst&#10;War vergebens vnd vmbsunst.&#10;Keiner Müh′ hab′ ich geschonet /&#10;Schifft′ hin in das Niederlandt;&#10;Leyden wird die Stadt genanndt /&#10;Da der grosse Daphnis wohnet;&#10;Daphnis der berümbte Mann /&#10;Der so trefflich spielen kan.&#10;Ich kam zu jhm / wolte singen&#10;Wie zu Heidelberg vorhin:&#10;Nein / es schlieff mir Muth vnd Sinn;&#10;Alle Worte must′ ich zwingen.&#10;Bloß mein Schatten gieng allhier /&#10;Ich war nirgend als bey dir.&#10;Doch er ließ es jhm gefallen /&#10;Sagte: wol mein Coridon /&#10;Fahre fort; dein guter Thon&#10;Kan noch weit vnd breit erschallen:&#10;Es war aber nicht vor mich;&#10;Ich gedachte nur an dich.&#10;Bin ich vnten oder oben /&#10;Es gilt alles eben viel /&#10;Vnd was hilfft es das mein Spiel&#10;Alle die es hören loben /&#10;Du hergegen / O mein Liecht /&#10;Die ich lobe hörst es nicht?&#10;Nachmals kam ich zu den Friesen /&#10;Sah′ ihr schönes Vieh da stehn /&#10;Vnd im feisten Grase gehn /&#10;Vnd die Lämmer auff den Wiesen:&#10;O wie wol ist doch daran /&#10;Sprach ich / der so leben kan!&#10;Nun ich wil euch gar nicht neiden /&#10;Ja ich wüntsche noch darzu&#10;Daß jhr lange Zeit in Rhu /&#10;Liebe Hirten / möget weiden.&#10;Aber ich hier vnbekandt&#10;Flieh′ anjetzt mein Vatterlandt.&#10;Jhr köndt singen bey den Quellen /&#10;Daß man höret weit vnd breit&#10;Von der schönen Freundligkeit&#10;Das gestade Wiederschellen:&#10;Ich muß singen auff der See:&#10;Wo ist meine Galathee?&#10;O wie bistu so verdrungen!&#10;Wo ist jetzt die Herrligkeit /&#10;Corydon / wie vor der Zeit?&#10;Nun sing wie du vor gesungen:&#10;Galathee / bey dir allein&#10;Wil ich jetzt vnd jmmer seyn.&#10;Geh′ jetzund hin zu dem Brunnen /&#10;Da deß Wolffes strenge Macht&#10;Mutter Jetten vmbgebracht /&#10;Da sich offtes durch der Sonnen&#10;Heisse Stralen angeregt&#10;Galathee zu dir gelegt;&#10;Da sie dich mit vielen Küssen&#10;In die weissen Armen schloß;&#10;Da du in der zarten Schoß&#10;Deine Lust recht kondtest büssen:&#10;Aber jetzt / O Corydon /&#10;Ach wie weit bistu darvon!&#10;Nun wir haben es erlebet /&#10;Was du / Gott / verhangen hast /&#10;Daß bey vns ein frembder Gast&#10;Auff den schönen äckern gräbet:&#10;Was wir haben außgestrewt /&#10;Wird von andern abgemeyt.&#10;Wol dem der sein Feld kan bawen /&#10;Lieben Schäffer / gleich wie jhr /&#10;Darff sein Leben nicht mit mir&#10;Nur dem blossen Winde trawen:&#10;Jhr habt ewer Vattergut /&#10;Ich muß auff die wüste Flut.&#10;Nach dem hin vnd wieder ziehen&#10;Kam ich endlich doch hieher /&#10;Galathee / weit vber Meer:&#10;Weiter kan ich nun nicht fliehen;&#10;Weiter fliehen kan ich nicht /&#10;Weil mir Wind vnd See gebricht.&#10;Wo die Schiffe vor geflossen /&#10;Da liegt scharffes Eiß vnd Schnee.&#10;Dieses Vfer da ich geh&#10;Hat der Winter gantz verschlossen;&#10;Vor der grünen Felder Lust&#10;Ist hier lauter Reiff vnd Frost.&#10;Nun ich wolte gerne leiden&#10;Was ich immer leiden soll;&#10;Ja / mir were gantz so wol /&#10;Wann ich dich nicht dörffte meiden:&#10;Alle Trawrigkeit vnd Pein&#10;Fühl ich nur von wegen dein.&#10;Alle Nacht pflegt mir zu träumen&#10;Wie ich bey dem Necker sey /&#10;Wie ich aller Sorgen frey&#10;Bey den rauchen Kestenbäumen&#10;Mit dir / liebe Galathee /&#10;Oepffel auff zu lesen geh.&#10;Dein Verstand vnd kluge Sinnen /&#10;Die mir meine liessen nicht /&#10;Deiner schönen Augen Liecht /&#10;Die ich muste lieb gewinnen /&#10;Deiner roten Lippen Ziehr&#10;Sind ohn vnterlaß allhier.&#10;Gantz verstarret vnd erfroren&#10;Durch den Schnee vnd strengen Nort&#10;Jrr′ ich offters vmb den Port /&#10;Ruffe dir die ich verlohren.&#10;O vergebens / Corydon /&#10;Sie ist allzuweit hiervon.&#10;Täglich geht die Sonne nieder&#10;Steht auch täglich wider auff /&#10;Vnd helt jhren alten Lauff;&#10;Aber wann seh′ ich dich wieder?&#10;Ach / wie weit ist doch der Tag /&#10;Daß ich dich vmbfangen mag!&#10;Manches Land muß ich noch sehen /&#10;Vnd mich lassen hin vnd her&#10;Durch das weite wilde Meer&#10;Manche rauhe Winde wehen /&#10;Eh′ ich / reicht mir Gott die Hand /&#10;Schawen kan mein Vaterland.&#10;Vnterdessen meine Frewde /&#10;Galathee gehab dich wol /&#10;Biß ich / wo ich leben soll&#10;Weit von Trawren vnd von Leide&#10;Bey den meinen vnd bey dir&#10;Bleiben werde für vnd für.&#10;Dieses Vfer wil ich haben;&#10;Galathee in deiner Schoß&#10;Kan ich werden frey vnd loß;&#10;Hier wil ich mein Leyd vergraben:&#10;Hier soll weit von Angst vnd Pein&#10;Meiner Reise Ruhstadt seyn.&#10;Also sang er / daß die Wellen&#10;Vnd das Vfer an der See&#10;Galathee / O Galathee /&#10;Sämptlich muste wiederschellen /&#10;Biß die Abendröthe kam /&#10;Vnd die Nacht den Tag weg nahm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oft/</guid><description>&lt;p&gt;Warum erscheint mir immer wieder&#10;Ein Abendtal, sein Bach und Tannen?&#10;Es blickt ein Stern verständlich nieder&#10;Und saht mir: wandle still von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann zieh ich fort von guten Leuten.&#10;Was konnte mich nur so verbittern?&#10;Die Glocken fangen an zu läuten.&#10;Und der Stern beginnt zu zittern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oft aus den tiefen Schächten der Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-aus-den-tiefen-schaechten-der-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-aus-den-tiefen-schaechten-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Oft aus den tiefen Schächten der Nacht&#10;Steigst Du empor: Dir trieft&#10;Dunkel Schweigens Gewässer&#10;Aus dem verworrenen Haar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft vor der Röte des Morgens&#10;Steht das Gebirg, Deine Stirn,&#10;Schweifender Hang der Wange um&#10;Deines Mundes vereisten Grat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abends dämmert Dein Schatten oft.&#10;Tief aus dem Spiegel des Sees,&#10;Blicklosen Blickes hebt&#10;Sich Dein goldenes Auge auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein im Mittag seh ich Dich&#10;Beweglich, flüchtigen Fußes&#10;Ziehn wie die Zeit. Du schüttelst&#10;Lächelnd Hände und Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Olevano</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano/</guid><description>&lt;p&gt;Müde bin ich angelangt,&#10;In diese Bergeinsamkeit,&#10;Umstarrt von nahen und fernen Felsen,&#10;Vor mir die dunkle kleine Stadt,&#10;Drüben am zackigen Gipfel&#10;Hängend die Burg.&#10;Und der Vollmond&#10;Leuchtet vom klaren Himmel,&#10;Und wie ich schlummre,&#10;Tönt helles Gelächter&#10;Und Ton von Zittern&#10;Und tanzendes Gaukeln&#10;In meinen Schlaf,&#10;Vom Vorsaal herüber.&#10;So weich, so warm, so hell&#10;War noch keine Sommernacht,&#10;Kein Schlummer so süß,&#10;Keine Störung des Schlafes&#10;Je so erfreulich,&#10;Denn wie ich das Auge&#10;Matt halb öffne&#10;Stralt im Glanz das Gebirge,&#10;Der Mond vom reinen Himmel,&#10;Der Scherz der Mädchen und Freunde,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Orgie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/orgie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/orgie/</guid><description>&lt;p&gt;Der Abend küsste geheimnisvoll&#10;die knospenden Oleander.&#10;Wir spielten und bauten Tempel Apoll&#10;und taumelten sehnsuchtsvoll&#10;ineinander.&#10;Und der Nachthimmel goss seinen schwarzen Duft&#10;in die schwellenden Wellen der brütenden Luft,&#10;und Jahrhunderte sanken&#10;und reckten sich&#10;und reihten sich wieder golden empor&#10;zu sternenverschmiedeten Ranken.&#10;Wir spielten mit dem glücklichsten Glück,&#10;mit den Früchten des Paradiesmai,&#10;und im wilden Gold Deines wirren Haars&#10;sang meine tiefe Sehnsucht&#10;Geschrei,&#10;wie ein schwarzer Urwaldvogel.&#10;Und junge Himmel fielen herab,&#10;unersehnbare, wildsüße Düfte;&#10;wir rissen uns die Hüllen ab&#10;und schrieen!&#10;Berauscht vom Most der Lüfte.&#10;Ich knüpfte mich an Dein Leben an,&#10;bis dass es ganz in ihm zerrann,&#10;und immer wieder Gestalt nahm&#10;und immer wieder zerrann.&#10;Und unsere Liebe jauchzte Gesang,&#10;zwei wilde Symphonieen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Osterspaziergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/osterspaziergang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/osterspaziergang/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Eise befreit sind Strom und Bäche&#10;Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,&#10;Im Tale grünet Hoffnungsglück;&#10;Der alte Winter, in seiner Schwäche,&#10;Zog sich in rauhe Berge zurück.&#10;Von dorten sendet er, fliehend, nur&#10;Ohnmächtige Schauer körnigen Eises&#10;In Streifen über die grünende Flur;&#10;Aber die Sonne duldet kein Weißes,&#10;Überall regt sich Bildung und Streben,&#10;Alles will sie mit Farben beleben;&#10;Doch an Blumen fehlt′s im Revier,&#10;Sie nimmt geputzte Menschen dafür.&#10;Kehre dich um, von diesen Höhen&#10;Nach der Stadt zurückzusehen.&#10;Aus dem hohlen, finstern Tor&#10;Dringt ein buntes Gewimmel hervor.&#10;Jeder sonnt sich heute so gern.&#10;Sie feiern die Auferstehung des Herrn,&#10;Denn sie sind selber auferstanden;&#10;Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,&#10;Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,&#10;Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,&#10;Aus der Straßen quetschender Enge,&#10;Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht&#10;Sind sie alle ans Licht gebracht.&#10;Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge&#10;Durch die Gärten und Felder zerschlägt,&#10;Wie der Fluß in Breit′ und Länge&#10;So manchen lustigen Nachen bewegt,&#10;Und bis zum Sinken überladen&#10;Entfernt sich dieser letzte Kahn.&#10;Selbst von des Berges fernen Pfaden&#10;Blinken uns farbige Kleider an.&#10;Ich höre schon des Dorfs Getümmel,&#10;Hier ist des Volkes wahrer Himmel,&#10;Zufrieden jauchzet groß und klein:&#10;Hier bin ich Mensch, hier darf ich′s sein.&amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Palestrina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/palestrina/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/palestrina/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Berge sind nackt. Kaum ragt aus dem Schutt noch die Pinie,&#10;Aermlich baust du und wild über die Trümmer dich hin.&#10;Deine größte Ruin′ ist der Tempel der alten Fortuna,&#10;Stolzes Präneste, und so schmachtest in Armuth du denn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Parkett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/parkett/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/parkett/</guid><description>&lt;p&gt;Das Stück hat Weltanschauung. Neben mir Ottilchen&#10;hat weit die grauen Augen aufgemacht:&#10;Der, nach dem Spiel, erhofft ein Kartenspielchen,&#10;der eine Nacht &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Diener meldet die Kommerzienräte,&#10;die Gnädige empfängt, ein Sektglas klirrt.&#10;Ich streichle ihre Hand, die sonst die Hüte nähte &amp;hellip;&#10;Ob das was wird?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da oben gibt es Liebe und Entsetzen,&#10;doch so gemäßigt, wie sichs eben schickt.&#10;»Ottilie«, flüstre ich, »vermagst du mich zu schätzen?!«&#10;Sieh da: sie nickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Passionslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/passionslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/passionslied/</guid><description>&lt;p&gt;O Haupt voll Blut und Wunden,&#10;Voll Schmerz und voller Hohn,&#10;O Haupt, zu Spott gebunden&#10;Mit einer Dornenkron!&#10;O Haupt, sonst schön gezieret&#10;Mit höchster Ehr und Zier,&#10;Jetzt aber hoch schimpfieret,&#10;Gegrüßet seist du mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du edles Angesichte,&#10;Davor sonst schrickt und scheut&#10;Das große Weltgewichte,&#10;Wie bist du so bespeit,&#10;Wie bist du so erbleichet,&#10;Wer hat dein Augenlicht,&#10;Dem sonst kein Licht nicht gleichet,&#10;So schändlich zugericht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pause</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pause/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pause/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Laute hab ich gehängt an die Wand,&#10;Hab sie umschlungen mit einem grünen Band -&#10;Ich kann nicht mehr singen, mein Herz ist zu voll,&#10;Weiß nicht, wie ich′s in Reime zwingen soll.&#10;Meiner Sehnsucht allerheißesten Schmerz&#10;Durft ich aushauchen in Liederscherz,&#10;Und wie ich klagte so süß und fein,&#10;Glaubt ich doch, mein Leiden wär nicht klein.&#10;Ei, wie groß ist wohl meines Glückes Last,&#10;Daß kein Klang auf Erden es in sich faßt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Perstet amicitiae semper venerabile Faedus!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/perstet-amicitiae-semper-venerabile-faedus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/perstet-amicitiae-semper-venerabile-faedus/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch hat nichts so eigen,&#10;So wohl steht ihm nichts an,&#10;Als daß er Treu erzeigen&#10;Und Freundschaft halten kann;&#10;Wann er mit seinesgleichen&#10;Soll treten in ein Band,&#10;Verspricht sich, nicht zu weichen&#10;Mit Herzen, Mund und Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Red ist uns gegeben,&#10;Damit wir nicht allein&#10;Vor uns nur sollen leben&#10;Und fern von Leuten sein;&#10;Wir sollen uns befragen&#10;Und sehn auf guten Rat,&#10;Das Leid einander klagen&#10;So uns betreten hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pfingsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pfingsten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pfingsten/</guid><description>&lt;p&gt;Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen;&#10;es grünten und blühten Feld und Wald;&#10;auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken&#10;übten ein fröhliches Lied die neu ermunterten Vögel;&#10;jede Wiese sprosste von Blumen in duftenden Gründen,&#10;festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phantasie auf Albano′s Höhen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasie-auf-albanos-hoehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasie-auf-albanos-hoehen/</guid><description>&lt;p&gt;Luftige Bläue!&#10;Selig dahin&#10;Schwebt auf der Weihe&#10;Flügeln mein Sinn!&#10;Über die Erde, wohl über das Meer&#10;Trägt mich der strahlende Fittig daher!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fessellos Streben&#10;Himmlisches Seyn!&#10;Du lohnst das Leben,&#10;Du nur allein!&#10;Tauchen den Fittig in Abendrothduft,&#10;Trinken die reine, die himmlische Luft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heiliger Fluthen&#10;Schimmerndes Blau,&#10;Pupurne Gluthen&#10;Wolken voll Thau&#10;Kränzen und gürten Ausonia′s Strand,&#10;Strahlen um′s alte Saturnische Land!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ewiger Frühling,&#10;Ewiges Grün&#10;Schattender Kühlung&#10;Schweben dahin,&#10;Wonnige Tage im duftenden Kranz&#10;Und in der Horen sanftwallendem Tanz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Philine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/philine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/philine/</guid><description>&lt;p&gt;Singet nicht in Trauertönen&#10;Von der Einsamkeit der Nacht!&#10;Nein, sie ist, o holde Schönen,&#10;Zur Geselligkeit gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie das Weib dem Mann gegeben&#10;Als die schönste Hälfte war,&#10;Ist die Nacht das halbe Leben,&#10;Und die schönste Hälfte zwar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnt ihr euch des Tages freuen,&#10;Der nur Freuden unterbricht?&#10;Er ist gut, sich zu zerstreuen;&#10;Zu was anderm taugt er nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber wenn in nächt′ger Stunde&#10;Süßer Lampe Dämmrung fließt,&#10;Und vom Mund zum nahen Munde&#10;Scherz und Liebe sich ergießt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pietá</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pieta/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pieta/</guid><description>&lt;p&gt;So seh ich, Jesus, deine Füße wieder,&#10;die damals eines Jünglings Füße waren,&#10;da ich sie bang entkleidete und wusch;&#10;wie standen sie verwirrt in meinen Haaren&#10;und wie ein weißes Wild im Dornenbusch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So seh ich deine niegeliebten Glieder&#10;zum erstenmal in dieser Liebesnacht.&#10;Wir legten uns noch nie zusammen nieder,&#10;und nun wird nur bewundert und gewacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, siehe, deine Hände sind zerrissen-:&#10;Geliebter, nicht von mir, von meinen Bissen.&#10;Dein Herz steht offen, und man kann hinein:&#10;das hätte dürfen nur mein Eingang sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Poesie des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/poesie-des-lebens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/poesie-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;An ***&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wer möchte sich an Schattenbildern weiden,&#10;Die mit erborgtem Schein das Wesen überkleiden,&#10;Mit trügrischem Besitz die Hoffnung hintergehn?&#10;Entblößt muß ich die Wahrheit sehn.&#10;Soll gleich mit meinem Wahn mein ganzer Himmel schwinden,&#10;Soll gleich den freien Geist, den der erhabne Flug&#10;Ins grenzenlose Reich der Möglichkeiten trug,&#10;Die Gegenwart mit strengen Fesseln binden,&#10;Er lernt sich selber überwinden,&#10;Ihn wird das heilige Gebot&#10;Der Pflicht, das furchtbare der Not&#10;Nur desto unterwürfger finden.&#10;Wer schon der Wahrheit milde Herrschaft scheut,&#10;Wie trägt er die Notwendigkeit?&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Polterabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/polterabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/polterabend/</guid><description>&lt;p&gt;Zu meinem Polterabend, lieber Freund,&#10;bin ich so frei, Sie herzlichst einzuladen.&#10;Fürchten Sie nicht, daß man &amp;ldquo;en masse&amp;rdquo; erscheint:&#10;ich weiß ja den Geschmack von Euer Gnaden.&#10;Ein ganz intimer Kreis von wen′gen Leuten,&#10;die zu den Freunden uns′res Hauses zählen;&#10;darunter Sie, der Sie uns mehr bedeuten —&#10;als Dichter — kurz, da dürfen Sie nicht fehlen.&#10;Mein Brätigam, der Ihnen nicht bekannt,&#10;dem ich von Ihnen viel und oft berichtet,&#10;ein Mann von Gaben, wenn er auch nicht — dichtet,&#10;ist, Sie zu kennen, äußerst schon gespannt.&#10;Auf keinen Fall ist Förmlichkeit vonnöten.&#10;Sie kommen im Sakko. Wahrscheinlich wird&#10;im Garten, wenn das Wetter schön, soupiert.&#10;Blumen und Toaste hab′ ich mir verbeten;&#10;und nun adieu! Für heute muß ich schließen.&#10;Am Mittwoch also! Mit den besten Grüßen&#10;von allen (auch von meinem Bräutigame)&#10;verbleib′ ich Ihre treue &amp;hellip;.&amp;quot; Klex und Name.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Poseidon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/poseidon/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/poseidon/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonnenlichter spielten&#10;Über das weithinrollende Meer;&#10;Fern auf der Reede glänzte das Schiff,&#10;Das mich zur Heimat tragen sollte;&#10;Aber es fehlte an gutem Fahrtwind.&#10;Und ich saß noch ruhig auf weißer Düne,&#10;Am einsamen Strand,&#10;Und ich las das Lied vom Odysseus,&#10;Das alte, ewig junge Lied,&#10;Aus dessen meerdurchrauschten Blättern&#10;Mir freudig entgegenstieg&#10;Der Atem der Götter,&#10;Und der leuchtende Menschenfrühling,&#10;Und der blühende Himmel von Hellas.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Preis des Schöpfers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/preis-des-schoepfers/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/preis-des-schoepfers/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht,&#10;Die Weisheit deiner Wege,&#10;Die Liebe, die für alle wacht,&#10;Anbetend überlege:&#10;So weiß ich, von Bewundrung voll,&#10;Nicht, wie ich dich erheben soll,&#10;Mein Gott, mein Herr und Vater!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Auge sieht, wohin es blickt,&#10;Die Wunder deiner Werke.&#10;Der Himmel, prächtig ausgeschmückt,&#10;Preist dich, du Gott der Stärke!&#10;Wer hat die Sonn an ihm erhöht?&#10;Wer kleidet sie mit Majestät?&#10;Wer ruft dem Heer der Sterne?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Preisgesang der Blumengöttinn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/preisgesang-der-blumengoettinn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/preisgesang-der-blumengoettinn/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin die Blumenköniginn,&#10;Die Welt- und Himmelsgärtnerinn;&#10;Denn Berg und Thal, Gebirg′ und Wiesen säugen&#10;Die edeln Blumen nicht allein:&#10;Sie wachsen in Krystall und Stein,&#10;Sie lassen sich in Erz und Muscheln zeugen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Flüsse, Seen und das Meer&#10;Sind nicht von Klee und Veilchen leer;&#10;Ja, Vorwitz hat sogar die Pracht&#10;Agtsteinenen Geblüms und Rosen aus Krystallen,&#10;Als die sich in der Luft versteinernden Korallen,&#10;Aus Thetis Schooß′ an′s Licht gebracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Priamel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/priamel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/priamel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Sänger mit rundem, weichem Tenor,&#10;Der schmelzende Arien süß trägt vor,&#10;Im Schauspiel ein liebender junger Held,&#10;Der schön deklamirt und rührend fällt,&#10;Ein Akrobat auf dem schmalen Seil&#10;Aufschreitend zum Giebel hoch und steil,&#10;Ein Offizier in schmucker Montur,&#10;Feurig blickend, schlank von Figur,&#10;Ein munterer Jäger in grünem Rock,&#10;Birschend auf Hirsch und Gemsenbock,&#10;Ein Maler mit dunklem Lockenhaar&#10;Und Augen im Kopfe frisch und klar,&#10;Ein junger Geistlicher, sanft und keck,&#10;Auf der Kanzel predigend ohne Schreck,&#10;Ein Mörder, gruselig interessant,&#10;Den Tod erwartend von Henkershand!&#10;Diese gewinnen allerwärts&#10;Ohne viel Werben ein Weiberherz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prinz Eugen, der edle Ritter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prinz-eugen-der-edle-ritter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prinz-eugen-der-edle-ritter/</guid><description>&lt;p&gt;Zelte, Posten, Werda-Rufer!&#10;Lustge Nacht am Donauufer!&#10;Pferde stehn im Kreis umher&#10;Angebunden an den Pflöcken;&#10;An den engen Sattelböcken&#10;Hangen Karabiner schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um das Feuer auf der Erde,&#10;Vor den Hufen seiner Pferde&#10;Liegt das östreichsche Pikett.&#10;Auf dem Mantel liegt ein jeder,&#10;Von den Tschakos weht die Feder.&#10;Leutnant würfelt und Kornett.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neben seinem müden Schecken&#10;Ruht auf einer wollnen Decken&#10;Der Trompeter ganz allein:&#10;&amp;ldquo;Laßt die Knöchel, laßt die Karten!&#10;Kaiserliche Feldstandarten&#10;Wird ein Reiterlied erfreun!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prinz Roccocco</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prinz-roccocco/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prinz-roccocco/</guid><description>&lt;p&gt;Prinz Roccocco, hast dir Gassen&#10;Abgezirkelt fein von Bäumen&#10;Und die Bäume scheren lassen,&#10;Daß sie nicht vom Wald mehr träumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo sonst nur gemein Gefieder&#10;Ließ sein bäurisch Lied erschallen,&#10;Muß ein Papagei jetzt bieder:&#10;»Vivat Prinz Roccocco!« lallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Quellen, die sich unterfingen,&#10;Durch die Waldesnacht zu tosen,&#10;Läßt du als Fontänen springen&#10;Und mit goldnen Bällen kosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und bei ihrem sanften Rauschen&#10;Geht Damöt bebändert flöten&#10;Und in Rosenhecken lauschen&#10;Daphnen fromm entzückt Damöten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Punschlied (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/punschlied-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/punschlied-2/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der Berge freien Höhen,&#10;In der Mittagssonne Schein,&#10;An des warmen Strahles Kräften&#10;Zeugt Natur den goldnen Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und noch Niemand hat′s erkundet,&#10;Wie die große Mutter schafft;&#10;Unergründlich ist das Wirken,&#10;Unerforschlich ist die Kraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Funkelnd wie ein Sohn der Sonne,&#10;Wie des Lichtes Feuerquell,&#10;Springt er perlend aus der Tonne,&#10;Purpurn und kristallenhell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und erfreuet alle Sinnen,&#10;Und in jede bange Brust&#10;Gießt er ein balsamisch Hoffen&#10;Und des Lebens neue Lust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Qual</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/qual/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/qual/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Komm&amp;rsquo; mit, Geliebte! - Allzu mächtig&#10;Treibt uns der Morgen jetzt nach Haus.&#10;Wie siehst du blaß und übernächtig&#10;In diesem fahlen Lichte aus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch schmäler wurden deine Wangen,&#10;Seit sie die Lust verlassen hat,&#10;Und deine Worte eben klangen,&#10;Als seist du selbst des Lärmens satt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum komm&amp;rsquo;: ich will dich in den Wagen&#10;- Er bringt uns heim zu unserm Nest! -&#10;Wie einen müden Vogel tragen&amp;hellip;&#10;Komm&amp;rsquo; mit, eh&amp;rsquo; ganz vorbei das Fest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Quelle der Verjüngung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/quelle-der-verjuengung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/quelle-der-verjuengung/</guid><description>&lt;p&gt;Glaubt mir, es ist kein Märchen, die Quelle der Jugend, sie rinnet&#10;Wirklich und immer. Ihr fragt, wo? In der dichtenden Kunst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rache/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rache/</guid><description>&lt;p&gt;Gedichte, Romane und Dramen&#10;Habt ihr mir zugeschifft,&#10;Auch Manuskripte gar kamen&#10;In augenmordender Schrift.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn schon der Kopf mir erkrachte,&#10;Von Arbeit überschneit,&#10;Ein Jeder von euch sich dachte:&#10;Für mich ja doch hat er wohl Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sollte das Zeug studiren,&#10;Wenn ich todesmüd schon war,&#10;Dann einen Brief komponiren,&#10;Verleger noch suchen sogar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zuletzt noch mußt&amp;rsquo; ich mich placken,&#10;Fluchend wie ein Pandur,&#10;Stöße Papier zu verpacken&#10;Mit Sigellack und mit Schnur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raffael (3)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-3/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-3/</guid><description>&lt;p&gt;Ja schon dem Lichte vertraut und dem höheren Reiche des Lebens&#10;Schwand er der Erde nun satt, plötzlich den Jüngern hinweg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regentropfen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regentropfen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regentropfen/</guid><description>&lt;p&gt;Regentropfen warm und groß&#10;Machen aus der Nacht sich los,&#10;Regentropfen warm und groß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da die Nacht steht ganz in Glanz,&#10;Einen Augenblick da stand′s,&#10;Ein Geisterantlitz, da entschwand′s.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da, ein Blitz hat Licht gemacht,&#10;Ganz in Glanz da stand die Nacht,&#10;Da, ein Blitz hat Licht gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Helle wird im Lied das Leid,&#10;Leuchtet auf wie ein Geschmeid,&#10;Leuchtend wird im Lied das Leid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und da steht es in der Nacht,&#10;Still in seiner Geisterpracht&#10;Steht sein Antlitz in der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reiters Morgenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reiters-morgenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reiters-morgenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Morgenrot!&#10;Leuchtest mir zum frühen Tod?&#10;Bald wird die Trompete blasen,&#10;Dann muß ich mein Leben lassen,&#10;Ich und mancher Kamerad!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum gedacht,&#10;War der Lust ein End gemacht!&#10;Gestern noch auf stolzen Rossen,&#10;Heute durch die Brust geschossen,&#10;Morgen in das kühle Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch! wie bald&#10;Welket Schönheit und Gestalt!&#10;Prangst du gleich, mit deinen Wangen,&#10;Die wie Milch und Purpur prangen,&#10;Ach! die Rosen welken all.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was ist&#10;Aller Mannsbild Freud und Lust?&#10;Unter Kummer, unter Sorgen&#10;Sich bemühen früh am Morgen,&#10;Bis der Tag vorüber ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rigi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rigi/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rigi/</guid><description>&lt;p&gt;Ist mir oft der Wunsch gekommen&#10;Abzuschütteln diese Glieder,&#10;Dieses Herz voll Sturm und Wunden -&#10;Seid mir theuer, bittre Stunden,&#10;Aber kehret niemals wieder!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kannst du zwischen Zeilen lesen,&#10;Steht es flammend dir geschrieben:&#10;Nur der Wahnsinn flucht dem Leben,&#10;Nur den Thoren macht es beben -&#10;Wers begriffen, wird es lieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson sucht Gott</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-sucht-gott/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-sucht-gott/</guid><description>&lt;p&gt;Ists darum, daß du schweigst, Gott, weil du haust&#10;In dem Verstummenden? Bist du der leere&#10;Schallose Raum, in dem es schweigt, und baust&#10;Dich rund um uns? Bist, den ich kniend ehre,&#10;Der Angespiene Eines, und es gleichen&#10;Gebet und Fluch dir Ohrenlosem längst&#10;Sich aus, eh sie ertönten? Und es streichen&#10;Sich Schmerz und Freude, daß nichts bleibt? Du hängst&#10;Ein großer Ausgleich, bist wie das Bemessen&#10;Der Wage, die im Gleichgewicht besteht?&#10;Alles geht auf? Und daß mir hier, vergessen&#10;Fast von mir selbst, die Einsamkeit vergeht&#10;Und sich erneut, unendlich, trifft dich nicht?!&#10;Du weißt sie drüben gehn in bunten Scharen,&#10;Sie staunen vor den rasch verschäumten Jahren,&#10;Und warfst mich hin: ihr einiges Gewicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson und der Papagei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-und-der-papagei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-und-der-papagei/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich dich traf mit dem gefiederten Pfeil,&#10;Du schönes Farbenspiel von Blau und Grün,&#10;Langsam genasest du. Dein Fuß war heil;&#10;Doch mochtest du nicht ganz mir mehr entfliehn:&#10;Oft hört ich flattern plötzlich dich vom Ast -&#10;Ich wanderte - da, dein vertrauter Ton&#10;Rief, spottend, mich zurück, der ich mir fast&#10;Entgangen endlich, rief:&#10;Robinson! Robinson&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rodomonte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rodomonte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rodomonte/</guid><description>&lt;p&gt;Graf Bojardo ritt zum Jagen&#10;Aber nicht auf Hirsch′ und Rehe,&#10;Denn in seinem Innern nagen&#10;Eines Dichters Gram und Wehe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er, der kühne Rolandsänger,&#10;Sonst um Namen nicht verlegen,&#10;Sucht just einen immer länger&#10;Für den kecksten seiner Degen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn der Name schien zur Sache&#10;Wichtig ihm aus vielen Gründen;&#10;Unter′m grünen Waldesdache&#10;Hofft′ er heute ihn zu finden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch, da reißt vom Bergesstollen&#10;Sich ein Fels mit einem Male,&#10;Und mit ungestümem Rollen&#10;Stürzt er donnernd in die Thale.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rokokoesk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rokokoesk/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rokokoesk/</guid><description>&lt;p&gt;Cupido, Freund Fährtefinder,&#10;Fröhlichstes der Götterkinder,&#10;Feinster Finder, schlauster Winder,&#10;Quälgeist arger, ungelinder,&#10;Komm geschwinder,&#10;Mutterwitzig Bübchen du,&#10;Säume nicht, so weitvertummelt -&#10;Tags verschäckert, nachts verträumt,&#10;Lässt du doch sonst mir nicht Ruh.&#10;Komm geschwinder, komm geschwinder,&#10;Komm geschwinder auf mich zu!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ha! Die Lockung hat gezogen,&#10;Schon bist du hereingeflogen,&#10;Süßes Wichtchen, muntres Ding,&#10;Ich erhasch dich, ich fass dich,&#10;Du entschlüpfst nicht, du entwischst nicht,&#10;Übermütger Schmetterling!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rom 1872</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rom-1872/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rom-1872/</guid><description>&lt;p&gt;Abend war&amp;rsquo;s, vom Capitole&#10;Stieg ich nach dem Forum nieder.&#10;Eines Jägerhornes lust&amp;rsquo;ge,&#10;Stürmisch rasche Marschesweise&#10;Hört&amp;rsquo; ich; zu den muntern Klängen&#10;Sah ich durch den Titusbogen&#10;Einen Zug Bersaglieri&#10;Im Geschwindschritt sich bewegen,&#10;Aus den breiten Schützenhüten&#10;Flatterten die Hahnenfedern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traumhaft wurde mir zu Muthe;&#10;Von des altersgrauen, stolzen&#10;Baues mächtigem Gesimse&#10;Schien ein lorbeerkranzgeschmücktes&#10;Geisterhaupt herabzublicken;&#10;Gleich als hätten es die Töne&#10;Einer Tuba wach gerufen,&#10;Schien es diesen jungen braunen&#10;Kriegern mit der unbekannten&#10;Feuerwaffe auf den Schultern&#10;Seltsam staunend nachzuschauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rosen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rosen/</guid><description>&lt;p&gt;Es drängt mein Selbst, das blütenlose,&#10;Voll Sehnsucht ewig nach der Rose,&#10;Die schlank in blonde Lüfte taucht,&#10;Und tiefe, süsse Freude haucht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollt′ an ihrem Kelche singen,&#10;Von Brisen, Thau und Schmetterlingen;&#10;Und all das weite, bange Leben&#10;Sollt′ mich ein Rosenduft umschweben &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rote Lehre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rote-lehre/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rote-lehre/</guid><description>&lt;p&gt;»Ich bin rot und hab′s erwogen&#10;Und behaupt′ es unverweilt!&#10;Könnt′ ich, würd′ ich jeden köpfen,&#10;Der nicht meine Meinung teilt!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In des Baders enger Stube&#10;Vetter Hansen also sprach,&#10;Eben als ′nem feisten Bäcker&#10;Jener in die Ader stach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und des Blutes muntrer Bogen&#10;Aus dem dicken drallen Arm&#10;Fiel dem Vetter auf die Nase,&#10;Sie begrüssend freundlich warm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleich, entsetzt fuhr er zusammen,&#10;Wusch darauf sich siebenmal;&#10;Doch noch lang rümpft er die Nase,&#10;Fühlt noch lang den warmen Strahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder ruht mir in den Armen&#10;Der geliebte braune Körper&#10;Mit dem dunklen Kranz der Haare&#10;Auf der heißen, vollen Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wieder bett ich meine Lippen&#10;Und mein tränenfeuchtes Antlitz&#10;In das warme, duftdurchströmte&#10;Lebenslust-durchglühte Fleisch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die braunen, starken Arme&#10;Pressen sich um meinen Nacken&#10;Unter Lachen, unter Tränen,&#10;Leidenschaftlich, wild und heiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, Du bist der Born der Liebe,&#10;Bist der Anfang und das Ende,&#10;Und der müde Wandrer wendet&#10;Nach der Fahrten trübem Irrsal,&#10;Freudig wieder heim zu Dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Salome</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/salome/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/salome/</guid><description>&lt;p&gt;Meines Blutes böser Reigen,&#10;Mordend, flehend.&#10;Sollst dich einem König zeigen -&#10;Mordend flehend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollst umschlingen,&#10;Und umzwingen&#10;Dir ein Haupt,&#10;Schwer von strengem Haar umlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieses Haupt hat sterben müssen,&#10;Nun kann meine Inbrunst küssen&#10;Hassend heute, morgen klagend,&#10;Drohend es im Herzen tragend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meines Blutes böser Reigen,&#10;Mordend, flehend&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sängers Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/saengers-abschied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/saengers-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Die Muse schweigt; mit jungfräulichen Wangen,&#10;Erröten im verschämten Angesicht,&#10;Tritt sie vor dich, ihr Urteil zu empfangen;&#10;Sie achtet es, doch fürchtet sie es nicht.&#10;Des Guten Beifall wünscht sie zu erlangen,&#10;Den Wahrheit rührt, den Flimmer nicht besticht;&#10;Nur wem ein Herz, empfänglich für das Schöne,&#10;Im Busen schlägt, ist wert, dass er sie kröne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht länger wollen diese Lieder leben,&#10;Als bis ihr Klang ein fühlend Herz erfreut,&#10;Mit schönern Phantasien es umgeben,&#10;In höheren Gefühlen es geweiht;&#10;Zur fernen Nachwelt wollen sie nicht schweben,&#10;Sie tönten, sie verhallen in der Zeit.&#10;Des Augenblickes Lust hat sie geboren,&#10;Sie fliehen fort im leichten Tanz der Horen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Scherzlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/scherzlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/scherzlied/</guid><description>&lt;p&gt;Freund des Himmels, steht das wol,&#10;Fremde Müh′ und Arbeit stehlen?&#10;Solches pfleg′ ich zu befehlen&#10;Einem, der bald kläglich sol&#10;Seine Sünd′ im Regen büßen&#10;Und uns segnen mit den Füßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bekenn′, es war ja schlecht,&#10;Was ich dazumal geschrieben;1&#10;Niemals pflag′ ich das zu lieben,&#10;Was ich schreib′, als wär es recht;&#10;Auch sogar, daß meine Sachen&#10;Keiner könte besser machen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weg mit solchem Uebermut!&#10;Das sind rechte Midasohren.&#10;Andre sind auch keine Thoren.&#10;Solcher Stolz thut nimmer gut.&#10;Der ist billig klug zu nennen,&#10;Der sein′ eigne Fehl kan kennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schicksalsspruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schicksalsspruch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schicksalsspruch/</guid><description>&lt;p&gt;Unhemmbar rinnt und reißt der Strom der Zeit,&#10;in dem wir gleich verstreuten Blumen schwimmen,&#10;unhemmbar braust und fegt der Sturm der Zeit,&#10;wir riefen kaum, verweht sind unsre Stimmen.&#10;Ein kurzer Augenaufschlag ist der Mensch,&#10;den ewige Kraft auf ihre Werke tut;&#10;ein Blinzeln - der Geschlechter lange Reihn,&#10;ein Blick - des Erdballs Werden und Verglut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlägerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaegerlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaegerlied/</guid><description>&lt;p&gt;(Weise: Schön ist′s, unter freiem Himmel)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brüder, auf! erhebt die Klingen,&#10;Laßt sie hell und freundlich blinken,&#10;Stoßt auf ihre Siege an;&#10;Lasset uns zu ihrem Preise&#10;Lieder weihn nach alter Weise,&#10;Denn die Klinge ziert den Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu bewahren seine Ehre,&#10;Zieht der Bursch die blanke Wehre,&#10;Schwingt den Schläger frank und frei;&#10;Denn das ist ja Burschenadel,&#10;Daß die Ehre ohne Tadel,&#10;Ohne Schmach der Name sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja! wie in der Vorzeit Tagen&#10;Darf der freie Bursch es wagen:&#10;Fordern seines Feindes Blut.&#10;Tief verachtet er den Feigen,&#10;Er darf Männerkraft noch zeigen,&#10;Darf noch zeigen Heldenmut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlegels Grabschrift</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlegels-grabschrift/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlegels-grabschrift/</guid><description>&lt;p&gt;Er starb der Genius vom tragischen Cothurne.&#10;Noch liegt Melpomene gebückt auf seiner Urne,&#10;Giebt ihren Lieblingen nur selten einen Blick&#10;Und denkt an Schlegeln stets zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlußwort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlusswort/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlusswort/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl! so hänget Eure Kränze&#10;An dem heil&amp;rsquo;gen Hügel auf,&#10;Und sein gluthbeseeltes Auge&#10;Blicke aus den Sternen drauf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt Ihr wissen, wo er schwebet?&#10;Seht der goldnen Schein&#10;Dort am Abendhimmel glänzen,&#10;Bei der Leyer muß er seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt Ihr, wie er aussieht, wissen,&#10;Wollt Ihr wissen, was er thut?&#10;Ob er, sturmbewegt auf Erden,&#10;Nun im Himmelshause ?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf den Wolken sitzt er sinnend,&#10;Und es greifet seine Hand&#10;In die ungeheuern Saiten,&#10;Zwischen Sternen ausgespannt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schön Hedwig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoen-hedwig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoen-hedwig/</guid><description>&lt;p&gt;Im Kreise der Vasallen sitzt&#10;Der Ritter, jung und kühn;&#10;Sein dunkles Feuerauge blitzt,&#10;Als wollt′ er ziehn zum Kampfe,&#10;Und seine Wangen glühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein zartes Mägdlein tritt heran&#10;Und füllt ihm den Pokal.&#10;Zurück mit Lächeln tritt sie dann,&#10;Da fällt auf ihre Stirne&#10;Der klarste Morgenstrahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ritter aber faßt sie schnell&#10;Bei ihrer weißen Hand.&#10;Ihr blaues Auge, frisch und hell,&#10;Sie schlägt es erst zu Boden,&#10;Dann hebt sie′s unverwandt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schöne Fraun mit schönen Katzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoene-fraun-mit-schoenen-katzen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoene-fraun-mit-schoenen-katzen/</guid><description>&lt;p&gt;Schöne Fraun und Katzen pflegen&#10;Häufig Freundschaft, wenn sie gleich sind,&#10;Weil sie weich sind&#10;Und mit Grazie sich bewegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil sie leise sich verstehen,&#10;Weil sie selber leise gehen,&#10;Alles Plumpe oder Laute&#10;Fliehen und als wohlgebaute&#10;Wesen stets ein schönes Bild sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter sich sind sie Vertraute,&#10;Sie, die sonst unzähmbar wild sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fell wie Samt und Haar wie Seide.&#10;Allverwöhnt. - Man meint, daß beide&#10;Sich nach nichts, als danach sehnen,&#10;Sich auf Sofas schön zu dehnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schöne Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoene-fremde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoene-fremde/</guid><description>&lt;p&gt;Es rauschen die Wipfel und schauern,&#10;Als machten zu dieser Stund&#10;Um die halbversunkenen Mauern&#10;Die alten Götter die Rund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier hinter den Myrtenbäumen&#10;In heimlich dämmernder Pracht,&#10;Was sprichst du wirr wie in Träumen&#10;Zu mit, phantastische Nacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es funkeln auf mich alle Sterne&#10;Mit glühendem Liebesblick,&#10;Es redet trunken die Ferne&#10;Wie von künftigem, großem Glück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schöne Junitage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoene-junitage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoene-junitage/</guid><description>&lt;p&gt;Mitternacht, die Gärten lauschen,&#10;Flüsterwort und Liebeskuß,&#10;Bis der letzte Klang verklungen,&#10;Weil nun alles schlafen muß -&#10;Flußüberwärts singt eine Nachtigall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonnengrüner Rosengarten,&#10;Sonnenweiße Stromesflut,&#10;Sonnenstiller Morgenfriede,&#10;Der auf Baum und Beeten ruht -&#10;Flußüberwärts singt eine Nachtigall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Straßentreiben, fern, verworren,&#10;Reicher Mann und Bettelkind,&#10;Myrtenkränze, Leichenzüge,&#10;Tausendfältig Leben rinnt -&#10;Flußüberwärts singt eine Nachtigall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Langsam graut der Abend nieder,&#10;Milde wird die harte Welt,&#10;Und das Herz macht seinen Frieden,&#10;Und zum Kinde wird der Held -&#10;Flußüberwärts singt eine Nachtigall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schöne Mondfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoene-mondfrau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoene-mondfrau/</guid><description>&lt;p&gt;Schöne Mondfrau, gehst du schlafen&#10;Lächelnd und so munter,&#10;Leise mit den Silberschafen&#10;In die Nacht hinunter?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O und du im hellen Kleide,&#10;Liebe Schehrazade,&#10;Spielst du, dass die Nacht nicht leide&#10;Deine Serenade?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wandermüde, wandertrunken&#10;Komm in meine Ruhe.&#10;Blaue, weiche Sternenfunken&#10;Küssen deine Schuhe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, die Nacht ist s lebendig,&#10;Voller Duft und Gnade.&#10;In den Bäumen eigenhändig&#10;Spielt sie sich die Serenade.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwäbische Magister in Rom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwaebische-magister-in-rom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwaebische-magister-in-rom/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt nur alle herbei! Es ziehn süddeutsche Magister&#10;Jetzt in Menge nach Rom, wie ins Collegium ein.&#10;Das ist ein Reisen, und das ist ein Kurs! Ein halb Dutzend nun hat sich&#10;Wochenlang von Bier und von Dogmatik erzählt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum ist′s Examen erstanden, so packt man auch schon sich das Ränzchen,&#10;Und im geistlichen Frack reist man Italien zu,&#10;Ja, das gehet so schnell, man beschmutzt, von den Qualen des Durchfalls&#10;Noch studentisch geplagt, selber das klassische Rom.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwanenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwanenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwanenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Augen brechen,&#10;Wenn die Lippen nicht mehr sprechen,&#10;Wenn das pochende Herz sich stillet&#10;Und der warme Blutstrom nicht mehr quillet:&#10;Oh, dann sinkt der Traum zum Spiegel nieder,&#10;Und ich hör der Engel Lieder wieder,&#10;Die das Leben mir vörübertrugen,&#10;Die so selig mit den Flügeln schlugen&#10;Ans Geläut der keuschen Maiesglocken,&#10;Daß sie all die Vöglein in den Tempel locken,&#10;Die so süße, wild entbrannte Psalmen sangen,&#10;Daß die Liebe und die Lust so brünstig rangen,&#10;Bis das Leben war gefangen und empfangen;&#10;Bis die Blumen blühten;&#10;Bis die Früchte glühten&#10;Und gereift zum Schoß der Erde fielen,&#10;Rund und bunt zum Spielen;&#10;Bis die goldnen Blätter an der Erde rauschten&#10;Und die Wintersterne sinnend lauschten,&#10;Wo der stürmende Sämann hin sie säet,&#10;Daß ein neuer Frühling schön erstehet.&#10;Stille wird′s, es glänzt der Schnee am Hügel,&#10;Und ich kühl im Silberreif den schwülen Flügel,&#10;Möcht ihn hin nach neuem Frühling zücken,&#10;Da erstarret mich ein kalt Entzücken -&#10;Es erfriert mein Herz, ein See voll Wonne,&#10;Auf ihm gleitet still der Mond und sanft die Sonne,&#10;Unter den sinnenden, denkenden, klugen Sternen&#10;Schau ich mein Sternbild an in Himmelsfernen;&#10;Alle Leiden sind Freuden, alle Schmerzen scherzen,&#10;Und das ganze Leben singt aus meinem Herzen:&#10;Süßer Tod, süßer Tod&#10;Zwischen dem Morgen- und Abendrot!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwarzburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarzburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarzburg/</guid><description>&lt;p&gt;In sich gehüllt, umkränzt von grünen Hügeln,&#10;leis&amp;rsquo; angewebt von milder Schwermut Flügeln,&#10;ruht dort das Tal in stiller Dämmerung.&#10;Ein kühler Luftstrom wallt mir sanft entgegen,&#10;und der Begeist&amp;rsquo;rung süße Schauer regen&#10;des Herzens Saitenspiel mit leisem Schwung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier lege, was ihm Menschen aufgedrungen,&#10;des Vorurteils erträumte Forderungen,&#10;der frohe Wand&amp;rsquo;rer ehrerbietig ab,&#10;und geh&amp;rsquo; allein, sich selbst zurückgegeben,&#10;der Wahrheit und Natur mit reinem Sinn zu leben,&#10;ein freier Mensch mit seinem Pilgerstab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwerer Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwerer-abend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwerer-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Die Tore aller Himmel stehen hoch dem Dunkel offen,&#10;Das lautlos einströmt, wie in bodenlosen Trichter&#10;Land niederreißend. Schatten treten dichter&#10;Aus lockren Poren nachtgefüllter Schollen.&#10;Die Pappeln, die noch kaum von Sonne troffen,&#10;Sind stumpf wie schwarze Kreuzesstämme übers Land geschlagen.&#10;Die Acker wachsen grau und drohend – Ebenen trüber Schlacke.&#10;Nacht wirbelt aus den Wolkengruben, über die die Stöße rollen&#10;Schon kühler Winde, und im dämmrigen Gezacke&#10;Hellgrüner Weidenbüschel, drin es rastend sich und röchelnd eingeschlagen,&#10;Verglast das letzte Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seegesicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seegesicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seegesicht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Küste ruht.&#10;Weites Tritonengetut&#10;Silberne Wunden der Flut&#10;Tobende Augen der Wut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Krähende Pausbacks auf steigenden Rossen,&#10;Plätschernder Spielen purpurne Flossen,&#10;Neckisch Bedräuen mit Zacken und Spießen,&#10;Kräftig anfassendes Leiberumschließen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sieh, eine Muschel fleischgelb und zart&#10;Von Amorinen flüsternd bewahrt.&#10;Hingegossen ruhende Linien,&#10;Grüßender rauschender Palmen und Pinien.&#10;Angeblühte rosige Brüste.&#10;Lächelnde sonnengestreifte Küste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fürder kein Dräuen mit Zacken und Spießen&#10;Müdhinlallendes Leiberumschließen.&#10;Nickende Pausbacks auf schlürfenden Rossen. -&#10;Grünhinflüsternde, finstere Flossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seelenlos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seelenlos/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seelenlos/</guid><description>&lt;p&gt;Sie sagen, du hast keine Seele,&#10;Arm bleiche Birkenmaid.&#10;Du kauerst starr und stumm&#10;Auf düster struppiger Heid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du kauerst in der Öde,&#10;Ein ausgestoßen Kind.&#10;Dein Haargezweige zaust&#10;Der raue Märzenwind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein mürrisch Brausen wogt&#10;Durch Heidekraut und Ginster.&#10;Ins weite Nebelgrau&#10;Pilgern Wolken finster.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Krähe treibt im Sturm&#10;Taumelig vorbei;&#10;Heiser und erstickt&#10;Ihr grimmer Klageschrei&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Bettelkind, o Birke,&#10;Ist also arm und bloß;&#10;Es hat eine Seele, zu weinen -&#10;Dich heißen sie seelenlos.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seereise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seereise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seereise/</guid><description>&lt;p&gt;Pitsch - patsch -Badefaß,&#10;Rumpumpel planscht die Stube naß;&#10;Ist ein junger Wasserheld,&#10;Segelt durch die ganze Welt&#10;Im Wipp - im Wapp - im Schaukelkahn&#10;Über den großen Ozean!&#10;Stehn alle Wilden still&#10;Und schrein: Was bloß Rumpumpel will?&#10;So spliternackt und pitschenaß,&#10;In Seinem kleinen Schaukelfaß?&#10;Schnell das Badelaken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehet, was hat Gott gegeben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehet-was-hat-gott-gegeben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehet-was-hat-gott-gegeben/</guid><description>&lt;p&gt;Sehet, was hat Gott gegeben:&#10;seinen Sohn zum ew´gen Leben.&#10;Dieser kann und will uns heben,&#10;aus dem Leid in Himmels Freud.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Philomelens bange Liebesklage&#10;Mir neu ertönt im leisen Pappelhain,&#10;Da denk′ ich sehnend der vergangnen Tage,&#10;Und seufze schmerzlich: ach, ich bin allein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O fühltest mit mir das warme Leben,&#10;Das neu erwacht, rings um mich her sich regt,&#10;Das Leben der Natur, die mit dem ew′gen Streben&#10;Im Jugendglanz sich jetzt empor bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn zwiefach schön war mir des Jahres Morgen&#10;Mit seinem holden Lächeln neben Dir.&#10;O banne schnell der Liebe leise Sorgen,&#10;Und eil′ auf ihren Flügeln her zu mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seiner Freundin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seiner-freundin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seiner-freundin/</guid><description>&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wir zum Schlagen rückten&#10;Und nun die Stadt erblickten,&#10;Bei der man künftig schwört;&#10;Da dachten wir im Herzen&#10;Auch an den zweiten Mai,&#10;Und deine Wittwenschmerzen&#10;Erwachten in uns neu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sahen Wolken schwimmen,&#10;Wir hörten Geisterstimmen&#10;Vom nahen Lützenheer.&#10;Die Donner Gottes klangen&#10;In Ost, Süd, Nord und West,&#10;Da haben wir begangen&#10;Der Brüder Leichenfest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In jenen hehren Tagen&#10;Hat mich, gleich milden Sagen,&#10;Dein liebes Bild umschwebt.&#10;Ich sah dein Antlitz scheinen,&#10;Ein leuchtendes Panier,&#10;Vernahm dein stilles Weinen&#10;Um jenes Schlachtrevier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selige Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selige-sehnsucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selige-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Sagt es niemand, nur den Weisen,&#10;Weil die Menge gleich verhöhnet,&#10;Das Lebend′ge will ich preisen,&#10;Das nach Flammentod sich sehnet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Liebesnächte Kühlung,&#10;Die dich zeugte, wo du zeugtest,&#10;Ueberfällt die fremde Fühlung&#10;Wenn die stille Kerze leuchtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht mehr bleibest du umfangen&#10;In der Finsterniß Beschattung,&#10;Und dich reißet neu Verlangen&#10;Auf zu höherer Begattung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keine Ferne macht dich schwierig,&#10;Kommst geflogen und gebannt,&#10;Und zuletzt, des Lichts begierig,&#10;Bist du Schmetterling verbrannt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sensationen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sensationen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sensationen/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr weichen Düfte und Ihr kühlen Farben,&#10;Euch dank&amp;rsquo; ich meine letzte Seligkeit,&#10;In Eurem wonneschwülen Bannkreis starben&#10;Die rothen Qualen, die mich wild umwarben,&#10;Der graue Jammer und das bleiche Leid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Bettler war ich - martervolles Darben&#10;War meines Lebens traurig-ödes Loos.&#10;Nun sprüht mit eins in üppig-reichen Garben,&#10;In weichen Düften und in kühlen Farben&#10;Das große Glück in meiner Seele Schoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;O Tuberosen, süße, wächsernbleiche,&#10;O heißgeliebte, regungslose Schar!&#10;Dass Euer Anblick nimmer mir entweiche!&#10;Und Euer Hauch, der feuchte, zärtlich-reiche,&#10;Süß-duftig wie die Haarflut einer Leiche,&#10;Er möge mich umzittern immerdar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (9) - Die Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-9-die-frauen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-9-die-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Lasset Schul′ und Katheder und Beichtstuhl, Kanzel und Hörsaal,&#10;Bücher und Bibliothek, laßt sie und höret mich an.&#10;Eifrer der Frömmigkeit, euch preis′ ich Siciliens Frauen;&#10;Denn ein herrlich Geschlecht schmücket Trinakrien noch.&#10;Fremden gefällig, von lüsternem Geist, von feurigen Sinnen,&#10;Wer vermöcht′ euch darum, Töchter von Zankle, zu schmähn?&#10;Zarte Kinder, von blondem Gelock, blauglänzenden Augen&#10;Bietet Catania dir, bietet die freundliche dar.&#10;Zwar kaum hatte den goldenen West, den reinen, die erste&#10;Abendröthe mit Gluth über dem Hybla gefärbt:&#10;Sieh, und es zeigt vom Balkon ein Liebchen mir schon Arethusa,&#10;Und Ortygia dünkt längst mir die Heimath zu sein.&#10;Doch nicht wüßt′ ich darum Syrakusas Töchter zu preisen,&#10;Denn mit der Quelle gefolgt sind sie dem niederen Dienst.&#10;Frisches Blut und kräft′ge Natur und edle Gesundheit,&#10;Unverdorbene Zucht, fern der Verführung der Welt&#10;Findest am Aetna du, wo Indiens Feig′ und die Rebe,&#10;Wo Orang′ und Granat glückliche Städte bedeckt.&#10;Oder im fernen Buscemi, im pinienumgrünten Piazza,&#10;Oder auf luftigem Fels, auf dem gigantischen dort,&#10;Wo mit Dianen einst Proserpina Veilchen gepflücket&#10;Und Aphrodite selbst heilige Keuschheit bewahrt;&#10;Oder auf Trapanis Berg, nur daß die blühenden Reize&#10;Neidisch der Schleier dem Blick hier, der arab′sche, bedeckt.&#10;Dennoch aber der Preis der hohen Königin sei er,&#10;Mutter der schönsten Frau′n, dir, o Palermo, geweiht.&#10;Denn wie du selbst die erhabenste bist der Städte, wie üppig&#10;Berg und Hügel und Thal Flora mit Blüthen bedeckt,&#10;Hat die Natur, die mit Palmen dich schmückt und Aloe, der Menschheit&#10;Zärteste Blumen auch euch, reizende Frauen, geliebt.&#10;Hört′s, o Eifrer, an Süßigkeit gleicht Palermos Orangen&#10;Kein′, und Palermos Geschlecht gleicht in Trinakrien keins.&#10;Nun zu Schul′ und Katheder, zu Beichtstuhl, Kanzel und Hörsaal,&#10;Bücher und Bibliothek kehret mir wieder zurück.&#10;Nennet euch tugendhaft und schmähet mich fort, doch die Strafe&#10;Giebt sich selber wer nie menschliche Liebe gefühlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie schreitet in Schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-schreitet-in-schoenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-schreitet-in-schoenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Sie schreitet in Schönheit, wie die Nacht&#10;bei wolkenlosen Atmosphären&#10;und sternklaren Himmeln;&#10;und alte Vorzüge des Dunklen und Hellen&#10;vereinigen sich in ihrer Erscheinung&#10;und ihren Augen:&#10;so gemildert zu jenem zarten Licht,&#10;das der Himmel dem grellen Tag verweigert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Schatten mehr, ein Strahl weniger&#10;hätte die unbeschreibliche Anmut&#10;fast beeinträchtigt,&#10;welche in jeder rabenschwarzen Locke wallt&#10;oder weich über ihr Antlitz leuchtet;&#10;wo heitersüße Gedanken&#10;zum Ausdruck bringen,&#10;wie rein, wie teuer ihre Wohnstatt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sieg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sieg/</guid><description>&lt;p&gt;In Dämmerung die Erde ruht,&#10;Und leise strömt die Wellenflut,&#10;Und alles schweigt im dunklen Raum&#10;Und schlummert tief und athmet kaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da rauscht es von den Feldern auf,&#10;Und Lerchen schwingen sich hinauf,&#10;Und flattern aus mit Sang und Schall&#10;Wie der Drommete Schlachtsignal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht hin nach Ost! wie dicht und wild&#10;Ein Meer von dunklen Wolken quillt;&#10;Sie lagern sich zur Todesschlacht,&#10;Und horch! wie laut der Donner kracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Simm Gredlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/simm-gredlin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/simm-gredlin/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Simm Gredlin, Gret, mein Gredelein,&#10;mein zarter bül, herz lieb gemait,&#10;dein züchtlich er an mir nicht weich!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Halt wie es get, mein Öselein,&#10;in deiner schül treu stetikait,&#10;die wil ich leren ewikleich.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Die wort sol ich behalten mir&#10;und schreiben in meins herzen grund&#10;von deinem röselochten munt.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Mein hort, das selb ist wol mein gier,&#10;wann ich wil nicht wencken.&#10;Gedenck, liebs Öselein, an mich,&#10;dein Gredlin sol erfreuen dich.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Singet leise, leise, leise...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/singet-leise-leise-leise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/singet-leise-leise-leise/</guid><description>&lt;p&gt;Singet leise, leise, leise,&#10;Singt ein flüsternd Wiegenlied,&#10;Von dem Monde lernt die Weise,&#10;Der so still am Himmel zieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn es schlummern in dem Rheine&#10;Jetzt die lieben Kindlein klein,&#10;Ameleya wacht alleine&#10;Weinend in dem Mondenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Singt ein Lied so süß gelinde,&#10;Wie die Quellen auf den Kieseln,&#10;Wie die Bienen um die Linde&#10;Summen, murmeln, flüstern, rieseln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sizilianisches Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sizilianisches-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sizilianisches-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr schwarzen Äugelein!&#10;Wenn ihr nur winket,&#10;Es fallen Häuser ein,&#10;Es fallen Städte;&#10;Und diese Leimenwand&#10;Vor meinem Herzen -&#10;Bedenk′ doch nur einmal -&#10;Die sollt′ nicht fallen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So laßt mich scheinen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-lasst-mich-scheinen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-lasst-mich-scheinen/</guid><description>&lt;p&gt;So laßt mich scheinen, bis ich werde;&#10;Zieht mir das weiße Kleid nicht aus!&#10;Ich eile von der schönen Erde&#10;Hinab in jenes feste Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort ruh ich eine kleine Stille,&#10;Dann öffnet sich der frische Blick;&#10;Ich lasse dann die reine Hülle,&#10;Den Gürtel und den Kranz zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und jene himmlischen Gestalten&#10;Sie fragen nicht nach Mann und Weib,&#10;Und keine Kleider, keine Falten&#10;Umgeben den verklärten Leib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar lebt ich ohne Sorg und Mühe,&#10;Doch fühlt ich tiefen Schmerz genung.&#10;Vor Kummer altert ich zu frühe;&#10;Macht mich auf ewig wieder jung!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So oder so</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-oder-so/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-oder-so/</guid><description>&lt;p&gt;Die handeln und die dichten,&#10;das ist der Lebenslauf,&#10;der eine macht Geschichten,&#10;der andre schreibt sie auf,&#10;und der will beide richten;&#10;so schreibt und treibt sich&amp;rsquo;s fort,&#10;der Herr wird alles schlichten,&#10;verloren ist kein Wort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommerabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerabend/</guid><description>&lt;p&gt;Faltenlos sind alle Dinge,&#10;Wie vergessen, leicht und matt.&#10;Heilighoch spült grüner Himmel&#10;Stille Wasser an die Stadt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fensterschuster leuchten gläsern.&#10;Bäckerläden warten leer.&#10;Straßenmenschen schreiten staunend&#10;Hinter einem Wunder her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip; Rennt ein kupferroter Kobold&#10;Dächerwärts hinauf, hinab.&#10;Kleine Mädchen fallen schluchzend&#10;Von Laternenstöcken ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommerende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerende/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerende/</guid><description>&lt;p&gt;Hat auch die Made verrostet&#10;Pflaume und Spilling wie toll -&#10;da sie, von Wahnsinn umglostet,&#10;selbst sich im Fruchtfleisch gekostet,&#10;war sie der Pfeil des Apoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mochte das Eichhorn die Schalen,&#10;knisternder Nusskerne voll,&#10;scharf wie durch Feuer zermahlen -&#10;zuckend im Laubwerk, dem fahlen,&#10;war es der Blitz des Apoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spilling und Nüsse und Pflaumen,&#10;ach, wie es pochte und scholl:&#10;&amp;ldquo;Spinnweb läuft bald übern Daumen,&#10;Süßigkeit löst sich vom Gaumen&#10;und von der Erde Apoll!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommertraum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommertraum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommertraum/</guid><description>&lt;p&gt;Golddurchflammte Ätherwogen,&#10;Schwerer Äste grüne Bogen,&#10;Süss verwob′ne Träumerei′n &amp;hellip;&#10;Sommer, deine warmen Farben,&#10;Helle Blumen, gold′ne Garben&#10;Leuchten mir ins Herz hinein &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem Wald, dem dämm′rig düstern,&#10;Hörst du′s rauschen, lispeln, flüstern,&#10;Elfenmärchen - Duft und Schaum &amp;hellip;?&#10;Blumenkinder nicken leise,&#10;Lauschen fromm der alten Weise&#10;Von des Waldes Sommertraum &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der See, der windumfächelt&#10;Lallend plätschert, sonnig lächelt,&#10;Netzt das Schilf aus lauem Born &amp;hellip;&#10;Rosen blühen am Gelände,&#10;Rosenglut, wo ich mich wende,&#10;Und im Herzen tief ein Dorn &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnenuntergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenuntergang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenuntergang/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bist du? trunken dämmert die Seele mir&#10;Von aller deiner Wonne; denn eben ist′s,&#10;Dass ich gelauscht, wie, goldner Töne&#10;Voll, der entzückende Sonnenjüngling&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Abendlied auf himmlischer Leier spielt′;&#10;Es tönten rings die Wälder und Hügel nach.&#10;Doch fern ist er zu frommen Völkern,&#10;Die ihn noch ehren, hinweggegangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnwendabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnwendabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnwendabend/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sträucher ducken fiebernd sich zusammen&#10;im Rieseln brauner Schleier und im Schwanken&#10;nachtbleicher Falter um erglühte Ranken.&#10;Nun schüren wir das falbe Laub zu Flammen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und feiern wiegend in verlornen Tänzen&#10;und Liedern· die im lauen Duft verfluten·&#10;den flüchtigen Rausch der sommerlichen Gluten&#10;und Mädchen weich das Haar genetzt mit Kränzen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und strahlend bleich im schwebenden Gefunkel&#10;streun brennend dunklen Mohn und blasse Nelken.&#10;Und bebend fühlen wir den Abend welken.&#10;Und wilder glühn die Feuer in das Dunkel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spätes Erkennen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetes-erkennen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetes-erkennen/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wär&amp;rsquo; ich fern geblieben!&#10;Vom Sehen kommt das Lieben,&#10;Vom Lieben kommt der Schmerz:&#10;Mit ihm rastloses Sehnen,&#10;Mit ihm unzähl&amp;rsquo;ge Thränen,&#10;In Thränen bricht das Herz!&#10;Das Herz, gebrochen eben,&#10;Kann fürder nicht mehr leben,&#10;Muß sterbend bald vergehen.&#10;Bringt Liebe solche Noth,&#10;Und kommt die Lieb&amp;rsquo; vom ,&#10;So bringt das Sehen Tod!&#10;Ach wär&amp;rsquo; ich fern geblieben&#10;Vom Sehen und vom Lieben! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spleen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spleen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spleen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war zu lang bei Todten &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, so lange&#10;Lag seine blasse Hand auf meinem Blick,&#10;Dass fahle Schleier auf die Erde fielen -&#10;Und alles ward so fern und schwer und todt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich war zu lang bei Todten &amp;hellip; O, ich lechze&#10;Nach neuem Leben, neuer grüner Luft,&#10;- Vielleicht nach feuchten, weissen Hyacinthen&#10;Mit ihrem quälend süssen Seelenduft -&#10;Vielleicht nach feuchten, silbergrauen Tagen &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Erde starrt so trostlos matt empor.&#10;Vereist sind ihr die heissen Liebesverse,&#10;Sie hüllt sich fröstelnd in ein weisses Lied &amp;hellip;&#10;Das bleiche Winterlied &amp;hellip; das Lied der Menschheit &amp;hellip;&#10;Da plötzlich huscht ein laues Weh′n dahin,&#10;Und in der Luft, der herbgeschwellten, zittert&#10;Ein ahnungsbanges, ungesproch′nes Wort,&#10;So tief, so seltsam &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sprüchlein der Regentrude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spruechlein-der-regentrude/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spruechlein-der-regentrude/</guid><description>&lt;p&gt;Dunst ist die Welle,&#10;Staub ist die Quelle!&#10;Stumm sind die Wälder,&#10;Feuermann tanzet über die Felder!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm dich in acht!&#10;Eh du erwacht,&#10;Holt dich die Mutter&#10;Heim in die Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Städtedichtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/staedtedichtung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/staedtedichtung/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Düsseldorf am Rheine,&#10;Jan Willem sitzt zu Pferd,&#10;Wo bitterschön der Heine&#10;Den Hippogryphen seine&#10;Wildhufend graziosen&#10;Gambaden meisternd lehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Still!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/still/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/still/</guid><description>&lt;p&gt;Tiefstiller dunkler Schlaf&#10;sinkt über meinen Tag,&#10;daß ich nichts hoffen mehr,&#10;nichts fürchten mag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ganze Leben &amp;hellip;&#10;ich entsinne mich kaum,&#10;war es froh, war es traurig?!&#10;Alles wird Traum &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist eine Wiege,&#10;von heimlicher Hand&#10;leise geschaukelt&#10;an Grabesrand!&#10;Still! &amp;hellip; Still!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stimmen im Strom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stimmen-im-strom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stimmen-im-strom/</guid><description>&lt;p&gt;Liebende klagende zagende wesen&#10;Nehmt eure zufluch in unser bereich -&#10;Werdet geniessen und werdet genesen -&#10;Arme und worte umwinden euch weich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leiber wie muscheln - korallene lippen&#10;Schwimmen und tönen in schwankem palast -&#10;Haar verschlungen in ästigen klippen&#10;Nahend und wieder vom strudel erfasst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bläuliche lampen die halb nur erhellen -&#10;Schwebende säulen auf kreisendem schuh&#10;Geigend erzitternde ziehende wellen&#10;Schaukeln in selig beschauliche ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Müdet euch aber das sinnen das singen -&#10;Fliessender freuden bedächtiger lauf -&#10;Trifft euch ein kuss: und ihr löst euch in ringen&#10;Gleitet als wogen hinab und hinauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stintenburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stintenburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stintenburg/</guid><description>&lt;p&gt;Insel der froheren Einsamkeit,&#10;Geliebte Gespielin des Wiederhalls&#10;Und des Sees, welcher itzt breit, dann, versteckt&#10;Wie ein Strom, rauscht an des Walds Hügeln umher,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selber von steigenden Hügeln voll,&#10;Auf denen im Rohr die Moräne weilt,&#10;Sich des Garns Tücke nicht naht, und den Wurm&#10;An dem Stahl, leidend mit ihm, ferne beklagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flüchtige Stunden verweilt&amp;rsquo; ich nur&#10;An deinem melodischen Schilfgeräusch;&#10;Doch verlässt nie dein Phantom meinen Geist,&#10;Wie ein Bild, welches mit Lust Geniushand&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stoßseufzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stossseufzer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stossseufzer/</guid><description>&lt;p&gt;Am Weihnachtsonntag kam er zu mir,&#10;In Jack′ und Schurzfell, und roch nach Bier&#10;Und sprach zwei Stunden zu meiner Qual&#10;Von Zinsen und von Kapital;&#10;Ein Kerl, vor dem mich Gott bewahr!&#10;Hat keinen Festtag im ganzen Jahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Strandlust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/strandlust/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/strandlust/</guid><description>&lt;p&gt;Gern bin ich allein an des Meeres Strand,&#10;Wenn der Sturmwind heult und die See geht hohl,&#10;Wenn die Wogen mit Macht rollen zu Land,&#10;O wie wird mir so kühn und so wonnig und wohl!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die segelnde Möwe, sie rufen ihren Gruß&#10;Hoch oben aus jagenden Wolken herab;&#10;Die schäumende Woge, sie leckt meinen Fuß,&#10;Als wüßten sie beide, wie gern ich sie hab′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Sturm, der lustig das Haar mir zaust,&#10;Und die Möw′ und die Wolke, die droben zieht,&#10;Und das Meer, das da vor mir brandet und braust,&#10;Sie lehren mich alle manch herrliches Lied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Streikjustiz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/streikjustiz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/streikjustiz/</guid><description>&lt;p&gt;Du siehst sie durchs Gefilde hupfen:&#10;die Wangen angenehm verpudert,&#10;frech, nicht mehr jung, und auch verludert,&#10;verschminkt &amp;hellip; zwei rosarote Tupfen &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Waage wackelt hin und her.&#10;Das Schwert – mein Gott – es ist aus Pappe,&#10;sie trägt es scherzhaft als Attrappe,&#10;ein eisernes ist ihr zu schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie richtet so! O ja – man siehts!&#10;die schwarzen, hohen Stöckelschuhe&#10;zertrampeln alles – schaffen Ruhe.&#10;So tänzelt Fräulein Streikjustiz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Strophe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/strophe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/strophe/</guid><description>&lt;p&gt;Gewiß, ich wäre schon so ferne, ferne,&#10;So weit die Welt nur offen liegt, gegangen,&#10;Bezwängen mich nicht übermächt′ge Sterne,&#10;Die mein Geschick an deines angehangen,&#10;Daß ich in dir nun erst mich kennenlerne.&#10;Mein Dichten, Trachten, Hoffen und Verlangen&#10;Allein nach dir und deinem Wesen drängt,&#10;Mein Leben nur an deinem Leben hängt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stunden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stunden/</guid><description>&lt;p&gt;Wasserträgerinnen&#10;Hochgeschürzte Töchter&#10;Schreiten schwer herab die Totenstraße&#10;Auf den Köpfen wiegend&#10;Einen Krug voll Zeit&#10;Eine Ernte ungepflückter Tropfen&#10;Die schon reifen auf dem Weg hinab&#10;Wasserfälle Flüsse Tränen Nebel Dampf&#10;Immer geheimere Tropfen immer kargere Zeit&#10;Schattenträgerinnen&#10;Schon vergangen schon verhangen&#10;Ewigkeit&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Süße Gottestrunkenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/suesse-gottestrunkenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/suesse-gottestrunkenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Vorüber ist der Graus der Nacht,&#10;Gebrochen ist des Sturmes Macht.&#10;Wie weht die Morgenluft so lau!&#10;Wie glitzert licht die grüne Au!&#10;Ein jeder Bach, ein jeder Rain&#10;Lockt weiter in die Welt hinein.&#10;Ich bette mich in&amp;rsquo;s weiche Moos,&#10;Ich träume in des Waldes Schooß.&#10;Rings duftet der Wachholderdorn,&#10;Vor meinen Augen wogt das Korn,&#10;Die Lerche jubilirt im Blau –&#10;Nur sonniges Glück, wohin ich schau&amp;rsquo;.&#10;In süßer Gottestrunkenheit&#10;Dehnt sich die Seele frei und weit,&#10;Sie möchte untertauchen ganz&#10;In all&amp;rsquo; dem Duft, in all&amp;rsquo; dem Glanz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Süßer Maie Blütenjunge...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/suesser-maie-bluetenjunge/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/suesser-maie-bluetenjunge/</guid><description>&lt;p&gt;Süßer Maie Blütenjunge&#10;Bring ihr blühnde Friedenszweige,&#10;Bitte sie mit süßer Zunge,&#10;Daß sie dir die Blume zeige&#10;Der sie gerne mag vertrauen&#10;In den Busen ihr zu blicken.&#10;Und dann will ich auf den Auen&#10;Einen lieben Kranz ihr pflücken,&#10;Will die Blumen sprechen lehren&#10;»Wolle Huld der Schuld gewähren,&#10;Die schon harte Straf erlitte.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tagesanbruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tagesanbruch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tagesanbruch/</guid><description>&lt;p&gt;Oft in des Morgens klarer Frische,&#10;Wann kräftig flammt der Seele Licht,&#10;Naht plötzlich mir ein Bild, womit ich Tag und Licht&#10;Auf einen Augenblick verwische.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh&amp;rsquo; mich selber, fern und doch wie nah,&#10;Dahingestreckt, wie ich den Vater sah,&#10;Die Lippen stumm, die Augen eingedrückt,&#10;Des Herzens Schlag gebrochen und erstickt,&#10;Und folge mit dem Blick dem feierlichen Zug,&#10;Der auch die Vor&amp;rsquo;gen so hinuntertrug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zerfließe, Traumgebild! und Luft und Morgenschein,&#10;Umfittigt mich mit sichern Lebensmahlen!&#10;Die Seele badet doppelt froh sich rein&#10;So in des Geistes, wie der Sonne Strahlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Täglicher Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/taeglicher-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/taeglicher-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Mehlthau auf die Blume fiel,&#10;Da sinkt sie ohne Hoffen,&#10;Und ward ein Baum des Blitzes Ziel,&#10;Stürzt er, zu Tod getroffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn in einer Menschenbrust&#10;Erregt die Qualen werden,&#10;Da ist ihr′s innig tief bewußt,&#10;Daß Heilung nicht auf Erden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Baum, der Blume wird sofort&#10;Bald stille Ruh′ gegeben,&#10;Das Menschenherz allein lebt fort&#10;Sein täglich sterbend′ Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Täuschung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/taeuschung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/taeuschung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ruhte aus vom Wandern,&#10;Der Mond ging eben auf,&#10;Da sah ich fern im Lande&#10;Der alten Tibet Lauf,&#10;Im Walde lagen Trümmer,&#10;Paläste auf stillen Höhn&#10;Und Gärten im Mondesschimmer -&#10;O Welschland, wie bist du schön!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als die Nacht vergangen,&#10;Die Erde blitzte so weit,&#10;Einen Hirten sah ich bangen&#10;Am Fels in der Einsamkeit.&#10;Den fragt ich ganz geblendet:&#10;Komm ich nach Rom noch heut?&#10;Er dehnt′ sich halbgewendet:&#10;Ihr seid nicht recht gescheut!&#10;Eine Winzerin lacht′ herüber,&#10;Man sah sie vor Weinlaub kaum,&#10;Mir aber gings Herze über -&#10;Es war ja alles nur Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thaufrischer Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thaufrischer-mai/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thaufrischer-mai/</guid><description>&lt;p&gt;Aus der Gassen wüstem Lärmgedränge,&#10;Aus der Großstadt staubig-dumpfer Enge&#10;Wall&amp;rsquo; ich wonnigfroh zu dir, Natur!&#10;Tausend Träume trunken mich umweben,&#10;Ueber mir die Lerchen jubelnd schweben,&#10;Jauchzend wandle ich der Sonne Spur.&#10;Und ein Meer von süßen Melodien&#10;Fühl&amp;rsquo; ich wogend mir im Busen glühen!&#10;Meine Seele athmet seligfrei:&#10;Plötzlich stirbt der Sinne Gluthverlangen,&#10;Gottes ewiger Hauch hat mich umfangen,&#10;Frieden spendest du, thaufrischer Mai.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thekla</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thekla/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thekla/</guid><description>&lt;p&gt;Wo ich sei, und wo mich hingewendet,&#10;Als mein flücht′ger Schatten dir entschwebt?&#10;Hab′ ich nicht beschlossen und geendet,&#10;Hab′ ich nicht geliebet und gelebt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du nach den Nachtigallen fragen,&#10;Die mit seelenvoller Melodie&#10;Dich entzückten in des Lenzes Tagen?&#10;Nur solang sie liebten, waren sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ich den Verlorenen gefunden?&#10;Glaube mir, ich bin mit ihm vereint,&#10;Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden,&#10;Dort, wo keine Träne wird geweint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-1/</guid><description>&lt;p&gt;Größerer Bildner, es öffnete dir die verschlossene Vorwelt,&#10;Deinem gelichtetern Blick, tiefer verborgenes Gold,&#10;Und nicht den sinnlichen Reiz, den erhabenen Sinn und die Hoheit,&#10;Geist und Schönheit, Verstand nahmst du begeistert heraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thränen der Jungferschafft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-der-jungferschafft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-der-jungferschafft/</guid><description>&lt;p&gt;Susser Gifft verliebter Hertzen,&#10;Schwaches Werck-Zeug voller Krafft,&#10;Werthes Ziel der keuschen Schmertzen,&#10;Du berühmte Jungferschafft!&#10;Freylich gehet deine Zier&#10;Allen schönen Sachen für.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die Rosen in dem Meyen&#10;Ihre bleiche Lieblichkeit&#10;Niemals schöner von sich streuen,&#10;Als wenn ihre Sicherheit&#10;Vnberührt und unbefleckt&#10;In dem grünen Stocke steckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also muß man dich erheben,&#10;Weil du keiner fremden Hand&#10;Dich zum Raube wilst ergeben,&#10;Sondern das beliebte Pfand&#10;Aller Ruh und Lebens-Rast&#10;An der süssen Freyheit hast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thuiskon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thuiskon/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thuiskon/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Strahlen vor der Dämrung nun entfliehn und der Abendstern&#10;Die sanfteren, entwölkten, die erfrischenden Schimmer nun&#10;Nieder zu dem Haine der Barden senkt,&#10;Und melodisch in dem Hain die Quell&amp;rsquo; ihm ertönt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So entsenket die Erscheinung des Thuiskon, wie Silber stäubt&#10;Von fallendem Gewässer, sich dem Himmel, und komt zu euch,&#10;Dichter, und zur Quelle. Die Eiche weht&#10;Ihm Gelispel. So erklang der Schwan Venusin,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da verwandelt er dahin flog. Und Thuiskon vernimts, und schwebt&#10;In wehendem Geräusche des begrüssenden Hains, und horcht;&#10;Aber nun empfangen, mit lauterm Gruss,&#10;Mit der Sait&amp;rsquo; ihn und Gesang, die Enkel um ihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Totenwache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/totenwache/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/totenwache/</guid><description>&lt;p&gt;Das Grab hielt dich die erste Nacht.&#10;Mein Herz drang zu dir in die Erde,&#10;In seiner Kümmernis bedacht,&#10;Ob nichts die Ruhe dir gefährde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es stürmte. Wilder Regen brach,&#10;Von Ungewittern losgerissen,&#10;Mit jähen Stürzen auf mein Dach&#10;Und rauschte in den Finsternissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lauschte angstvoll und gepresst:&#10;Wie, wenn im Zwang der Grabeswände&#10;Ein letzter, allerletzter Rest&#10;Gebannten Lebens noch empfände?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn von der Erde Aufruhr, drin&#10;Der Sturm entfesselt schlägt die Schwinge,&#10;Ein schattenhafter letzter Sinn&#10;Die ferne Botschaft noch empfinge?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinken und Singen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinken-und-singen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinken-und-singen/</guid><description>&lt;p&gt;Viel Essen macht viel breiter&#10;Und hilft zum Himmel nicht,&#10;Es kracht die Himmelsleiter,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt so ein schwerer Wicht.&#10;Das Trinken ist gescheiter,&#10;Das schmeckt schon nach Idee,&#10;Da braucht man keine Leiter,&#10;Das geht gleich in die Höh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Chor&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da braucht man keine Leiter,&#10;Das geht gleich in die Höh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Reden ist manierlich:&#10;&amp;ldquo;Wohlauf?&amp;rdquo; - Ein wenig flau. -&#10;&amp;ldquo;Das Wetter ist spazierlich.&amp;rdquo;&#10;Was macht die liebe Frau? -&#10;&amp;ldquo;Ich danke&amp;rdquo; - und so weiter,&#10;Und breiter als ein See&#10;Das Singen ist gescheiter,&#10;Das geht gleich in die Höh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt mich trinken, laßt mich trinken,&#10;Laßt von diesem Feuerwein&#10;Immer neue Fluten sinken&#10;Mir in&amp;rsquo; s durst&amp;rsquo;ge Herz hinein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedes Ende sei vergessen!&#10;Wie&amp;rsquo;s im Innern drängt und schafft!&#10;Sagt, wer will mir jetzo messen&#10;Grenz&amp;rsquo; und Schranke meiner Kraft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stellt mir schwere, weite, blanke&#10;Becher ohne Ende her,&#10;Füllet sie mit diesem Tranke,&#10;Und ich trink&amp;rsquo; euch alle leer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bringt mir Mädchen, schöne, wilde,&#10;Noch so spröd und noch so stolz,&#10;Schickt die schreckliche Brunhilde,&#10;Alle trifft der Liebesbolz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trippel Trippel trap, trab, trap...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trippel-trippel-trap-trab-trap/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trippel-trippel-trap-trab-trap/</guid><description>&lt;p&gt;Trippel Trippel trap, trab, trap&#10;Heut schließ ich die Tür nicht ab&#10;Wenn ich dich erst bei mir hab&#10;Küß ich dich recht tüchtig ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weck mir nicht die Mutter auf&#10;Nur nicht hust, nicht nies, nicht schnauf,&#10;Nicht zu stolz renn mir herauf,&#10;Wer hoffärtig fällt leicht drauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weck mir nicht die Martinsgans,&#10;Tritt dem Hund nicht auf den Schwanz,&#10;Schleiche wie der Mondenglanz,&#10;Wie ein Floh im Hochzeitskranz&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-2/</guid><description>&lt;p&gt;Friedevoll und feierlich&#10;Liegt der Wald im Schweigen,&#10;Leise nur die Wipfel sich&#10;Zu einander neigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heil′ger, süßer Ahnung gleich&#10;Dämmert′s in den Bäumen,&#10;Und es flötet sanft und weich&#10;Wie von goldnen Träumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Plötzlich aber schwankt ein Strauch,&#10;Und die Wipfel beben,&#10;Und die süßen Stimmen auch&#10;Nach und nach verschweben &amp;hellip; .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sturmwind brauste wild; — doch bald&#10;Ist er schon beschworen,&#10;Und es ruht der ganze Wald&#10;Wieder traumverloren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trösterchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/troesterchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/troesterchen/</guid><description>&lt;p&gt;Blümchen hängt das Köpfchen,&#10;Der Tau ist ihm zu schwer;&#10;Kommt der durstige Morgenwind,&#10;Trägt die Tropfen ins Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätzchen piepst und bettelt,&#10;Das Kröpfchen ist ihm leer;&#10;Pferdchen hat die Krippe voll,&#10;Streut Körnerchen umher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kindchen weint noch immer,&#10;Böckchen stößt so sehr!&#10;Schenkt ihm Mutter einen Kuß:&#10;Sieh mal! nun weint′s nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trübsinn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/truebsinn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/truebsinn/</guid><description>&lt;p&gt;Weltunglück geistert durch den Nachmittag.&#10;Baraken fliehn durch Gärtchen braun und wüst.&#10;Lichtschnuppen gaukeln um verbrannten Mist,&#10;Zwei Schläfer schwanken heimwärts, grau und vag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der verdorrten Wiese läuft ein Kind&#10;Und spielt mit seinen Augen schwarz und glatt.&#10;Das Gold tropft von den Büschen trüb und matt&#10;Ein alter Mann dreht traurig sich im Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Abend wieder über meinem Haupt&#10;Saturn lenkt stumm ein elendes Geschick.&#10;Ein Baum, ein Hund tritt hinter sich zurück&#10;Und schwarz schwankt Gottes Himmel und entlaubt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trutz, blanke Hans</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trutz-blanke-hans/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trutz-blanke-hans/</guid><description>&lt;p&gt;Heut bin ich über Rungholt gefahren,&#10;die Stadt ging unter vor fünfhundert Jahren.&#10;Noch schlagen die Wellen da wild und empört,&#10;wie damals, als sie die Marschen zerstört.&#10;Die Maschine des Dampfers zitterte, stöhnte,&#10;aus den Wassern rief es unheimlich und höhnte:&#10;Trutz, blanke Hans.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von der Nordsee, der Mordsee, vom Festland geschieden,&#10;liegen die friesischen Inseln im Frieden.&#10;Und Zeugen weltenvernichtender Wut,&#10;taucht Hallig auf Hallig aus fliehender Flut.&#10;Die Möwe zankt schon auf wachsenden Watten,&#10;der Seehund sonnt sich auf sandigen Platten.&#10;Trutz, blanke Hans.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über eine Skizze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-eine-skizze/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-eine-skizze/</guid><description>&lt;p&gt;Verzweiflung an der Liebe in der Liebe&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Liebeskampf? In Todes Kampf gesunken?&#10;Ob Atem noch von ihren Lippen fließt?&#10;Ob ihr der Krampf den kleinen Mund verschließt?&#10;Kein Öl die Lampe? oder keinen Funken?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jüngling - betend? tot? in Liebe trunken?&#10;Ob er der Jungfrau höchste Gunst genießt?&#10;Was ist′s, das der gefallne Becher gießt?&#10;Hat Gift, hat Wein, hat Balsam sie getrunken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Jünglings Arme, Engelsflügel werden -&#10;Nein Mantelsfalten - Leichentuches Falten.&#10;Um sie strahlt Heilgen Schein - zerraufte Haare.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Überall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberall/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberall/</guid><description>&lt;p&gt;Überall ist Wunderland&#10;Überall ist Leben&#10;Bei meiner Tante im Strumpfenband&#10;wie irgendwo daneben.&#10;Überall ist Dunkelheit&#10;Kinder werden Väter.&#10;Fünf Minuten später&#10;stirbt sich was für einige Zeit.&#10;Überall ist Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn Du einen Schneck behauchst&#10;Schrumpft er ins Gehäuse,&#10;Wenn Du ihn in Kognak tauchst,&#10;Sieht er weiße Mäuse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Überfliessende Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberfliessende-himmel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberfliessende-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Überfliessende Himmel verschwendeter Sterne&#10;prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen,&#10;weine hinauf. Hier, an dem weinenden schon,&#10;an dem endenden Antlitz,&#10;um sich greifend, beginnt der hin-&#10;reißende Weltraum. Wer unterbricht,&#10;wenn du dort hin drängst,&#10;die Strömung? Keiner. Es sei denn,&#10;daß du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung&#10;jener Gestirne nach dir. Atme.&#10;Atme das Dunkel der Erde und wieder&#10;aufschau! Wieder. Leicht und gesichtlos&#10;lehnt sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste&#10;nachtenthaltne Gesicht giebt dem deinigen Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Um Wahrheit ich ficht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/um-wahrheit-ich-ficht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/um-wahrheit-ich-ficht/</guid><description>&lt;p&gt;Um Wahrheit ich ficht,&#10;Niemand mich abbricht.&#10;Es brech oder gang:&#10;Gotts Geist mich bezwang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Umbra Vitae</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/umbra-vitae/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/umbra-vitae/</guid><description>&lt;p&gt;Die Menschen stehen vorwärts in den Straßen&#10;Und sehen auf die großen Himmelszeichen,&#10;Wo die Kometen mit den Feuernasen&#10;Um die gezackten Türme drohend schleichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle Dächer sind voll Sternedeuter,&#10;Die in den Himmel stecken große Röhren.&#10;Und Zaubrer, wachsend aus den Bodenlöchern,&#10;In Dunkel schräg, die einen Stern beschwören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Krankheit und Mißwachs durch die Tore kriechen&#10;In schwarzen Tüchern. Und die Betten tragen&#10;Das Wälzen und das Jammern vieler Siechen,&#10;Und welche rennen mit den Totenschragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und auf einmal steht es neben dir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-auf-einmal-steht-es-neben-dir/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-auf-einmal-steht-es-neben-dir/</guid><description>&lt;p&gt;Und auf einmal merkst du äußerlich:&#10;Wie viel Kummer zu dir kam,&#10;Wie viel Freundschaft leise von dir wich,&#10;Alles Lachen von dir nahm.&#10;Fragst verwundert in die Tage.&#10;Doch die Tage hallen leer.&#10;Dann verkümmert Deine Klage -&#10;Du fragst niemanden mehr.&#10;Lernst es endlich, dich zu fügen,&#10;Von den Sorgen gezähmt.&#10;Willst dich selber nicht belügen&#10;Und erstickst, was dich grämt.&#10;Sinnlos, arm erscheint das Leben dir,&#10;Längst zu lang ausgedehnt. &amp;mdash;&#10;Und auf einmal &amp;ndash;: Steht es neben dir,&#10;An dich angelehnt &amp;ndash;&#10;Was?&#10;Das, was du so lang ersehnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und wieder vor der Kompanie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-wieder-vor-der-kompanie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-wieder-vor-der-kompanie/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip; Und wieder vor der Kompanie&#10;Tappt meines Fuchsen müder Schritt.&#10;Durch Wald und Nachtwind führ′ ich sie,&#10;Und hundert Füße rauschen mit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wald ist wie ein Sterbedom,&#10;Der von verwelkten Kränzen träuft,&#10;Die Kompanie ein grauer Strom,&#10;Der müde Wellen rauschend häuft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der graue Strom rauscht hinter mir,&#10;Durch Sand und Schnee, durch Laub und Staub,&#10;Und Well′ um Welle dort und hier&#10;Wird Sonnenraub, wird Erdenraub.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schwillt der Strom und ebbt und schwillt . . . .&#10;Mein Herz ist müd′, mein Herz ist krank&#10;Nach manchem hellen Menschenbild,&#10;Das in dem grauen Strom versank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unerwidert</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unerwidert/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unerwidert/</guid><description>&lt;p&gt;Die Blicke sengen kahle Male&#10;Dein Nahsein fragt und harrt&#10;Und&#10;Martert Antwort&#10;Auf meiner Seele klagt&#10;Dein sehnglutschweres Haupt.&#10;Der Mund kraust&#10;Haß&#10;Und&#10;Meine Blicke kichern höhneln&#10;An dir&#10;Runter!&#10;Die Nähe würgt&#10;Und nur die ferne&#10;Haucht&#10;Und beiden&#10;Ruhe Ruhe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unglücksstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ungluecksstern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ungluecksstern/</guid><description>&lt;p&gt;Der Bruder hat mit sanfter Hand&#10;Die Augen ihn. geschlossen,&#10;Sonst kräht in der Welt kein Hahn nach ihm,&#10;Der heute sich erschossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Vater war Genie und Lump,&#10;Sucht&amp;rsquo; über&amp;rsquo;m Meer sein Glücke&#10;Und kehrte als Genie und Lump&#10;Mit Weib und Kind zurücke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sohn trat seine Erbschaft an:&#10;Die bucklich hohe Stirne,&#10;Den feinen Geist, das Lumpenthum&#10;Und einen Spahn im Hirne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat dennoch wacker sich geplackt&#10;Auf steilen, dornigen Pfaden,&#10;Stets wieder einen Streich gemacht&#10;Und ist ihm nichts gerathen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unser Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unser-herz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unser-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Kleines Ding, um uns zu quälen,&#10;Hier in diese Brust gelegt,&#10;Wüßte mancher was er trägt,&#10;Würde wünschen, tätst ihm fehlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Schläge, wie so selten,&#10;Mischt sich Lust in sie hinein&#10;Und wie sind sie schnell, mit Pein&#10;Jede Lust ihm zu vergelten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dennoch, weder Lust noch Qualen&#10;Wär′ weit schrecklicher als das.&#10;Lieber schmelzt mein Herz zu Glas!&#10;Meines Schicksals heiße Strahlen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieben, hassen, streben, zittern,&#10;Hoffen, zagen bis ins Mark.&#10;Ach, das Leben wär′ ein Quark&#10;Tätest du es nicht verbittern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsre Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsre-zeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsre-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Siegeslieder hört′ ich singen&#10;In den Gauen weit und breit;&#10;Unsers Volkes Ruhm erklingen&#10;In dem Spiel der Eitelkeit.&#10;Haltet ein, betörte Lieder!&#10;Gottes Flammen leuchten wieder&#10;In das dunkle Meer der Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind die Dolche denn Befreier,&#10;Selbst der eignen bangen Brust?&#10;Werdet frei erst, wahrhaft freier,&#10;Innen Gottes euch bewußt!&#10;Werft vor Seiner Kraft euch wieder,&#10;Vor dem ew′gen Rechte nieder;&#10;Dann genießt der Ehre Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ihr andern wollt beschwören&#10;Durch ein künstlich Nichts den Sturm?&#10;Wen kann solch Geweb′ abwehren,&#10;Selbst zernagt vom Lügenwurm?&#10;Was nicht Gott erbaut, muß fallen;&#10;Also ruft die Stimm′ uns allen,&#10;Nieder stürzt der Babelturm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Untreu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/untreu/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/untreu/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Lächeln weint in meiner Brust&#10;Die glutverbissnen Lippen eisen&#10;Im Atem wittert Laubwelk!&#10;Dein Blick versargt&#10;Und&#10;Hastet polternd Worte drauf.&#10;Vergessen&#10;Bröckeln nach die Hände!&#10;Frei&#10;Buhlt dein Kleidsaum&#10;Schlenkrig&#10;Drüber rüber!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Urworte. Orphisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/urworte-orphisch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/urworte-orphisch/</guid><description>&lt;p&gt;Daimon, Dämon&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,&#10;Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,&#10;Bist alsobald und fort und fort gediehen&#10;Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.&#10;So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen,&#10;So sagten schon Sibyllen, so Propheten;&#10;Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt&#10;Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tychê, das Zufällige&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die strenge Grenze doch umgeht gefällig&#10;Ein Wandelndes, das mit und um uns wandelt;&#10;Nicht einsam bleibst du, bildest dich gesellig,&#10;Und handelst wohl so, wie ein andrer handelt:&#10;Im Leben ist&amp;rsquo;s bald hin-, bald widerfällig,&#10;Es ist ein Tand und wird so durchgetandelt.&#10;Schon hat sich still der Jahre Kreis geründet,&#10;Die Lampe harrt der Flamme, die entzündet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vber Herrn Andreas Hindenberges new erfundenen Zehltisch.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vber-herrn-andreas-hindenberges-new-erfundenen-zehltisch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vber-herrn-andreas-hindenberges-new-erfundenen-zehltisch/</guid><description>&lt;p&gt;Wer sind die Leute doch die gäntzlich darvor halten&#10;Daß wir bey weitem nicht zugleichen sind den Alten /&#10;Was Kunst vnd Witz belangt? sie leben in der Welt /&#10;Vnd wissen nicht was Gott mit jhr vor Ordnung helt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der weise Künstler hat ein Wechsel aller Sachen&#10;Die auff der Erden sind / vnd die wir Menschen machen /&#10;Nicht bloß auß vnsrer Krafft: es ist hier so bewandt /&#10;Daß nichts beständig sey als nur der Vnbestand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venedig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venedig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venedig/</guid><description>&lt;p&gt;An der Brücke stand&#10;jüngst ich in brauner Nacht.&#10;Fernher kam Gesang:&#10;goldener Tropfen quoll′s&#10;über die zitternde Fläche weg.&#10;Gondeln, Lichter, Musik -&#10;trunken schwamm′s in die Dämmerung hinaus&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Seele, ein Saitenspiel,&#10;sang sich, unsichtbar berührt,&#10;heimlich ein Gondellied dazu,&#10;zitternd von bunter Seligkeit.&#10;- Hörte Jemand ihr zu?&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus im Bade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-im-bade/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-im-bade/</guid><description>&lt;p&gt;Schüchtern fliehn die Jungen Hirten?&#10;Wen verbergen diese Myrthen,&#10;In geheimnißvoller Nacht,&#10;Unter ihren leisen Blättern?&#10;O von tausend Liebesgöttern&#10;Wird der ganze Hain bewacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Täubchen lassen sich hernieder,&#10;Huldgöttinnen singen Lieder:&#10;Ist es Venus? will sie hier&#10;In dem Silberteiche baden?&#10;Ihr gefälligen Dryaden,&#10;Einen Blick gewähret mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt ihr unter euern Zweigen&#10;Mich beschützen, mir sie zeigen?&#10;Ewig dank ich euch mein Glück,&#10;Ewig soll mein Lied euch ehren;&#10;Zeigt, ach! zeiget mir Cytheren:&#10;O ihr Nymphen, einen Blick!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus Regina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-regina/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-regina/</guid><description>&lt;p&gt;Ich träumte, und ich wußte, daß ich träume;&#10;ich träumte, eine Fürstin sei gestorben.&#10;Barhäuptig, nur ein spärliches Gefolge&#10;von Trauernden, so stehn wir auserwählt&#10;in einem grauen Räume, dumpf beengt&#10;vom düstem Kreis der alten Sandsteinsäulen,&#10;vom Balsamdufte, den die Tote atmet.&#10;Am Sarkophage, der von Eisen ist,&#10;steht der gebeugte Fürst; von oben stiebt&#10;ein fahles Licht in die Rotunde, streift&#10;sein jugendliches Haar, den Sarg, und flimmert&#10;zu seinen Füßen in der offnen Gruft.&#10;Der Fürst weint. Seine Tränen, einzeln, langsam,&#10;zerblitzen an dem Eisenrand der Truhe;&#10;der Stein des Bodens saugt die Tropfen ein.&#10;Und auf der Truhe les ich wie im Traum,&#10;nein nicht, ich träume nicht, ich lese deutlich&#10;in großen, grauen, eisernen Buchstaben:&#10;REGINA SEMPITERNA MORTUA -&#10;seltsam: die Herrscherin, die ewig lebt,&#10;die liegt hier tot. Ich habe ein Gefühl:&#10;der Fürst hat seine Gattin sehr geliebt!&#10;Ich höre staunend, wie wir alle singen,&#10;ich selbst mitsingend:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verabredung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verabredung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verabredung/</guid><description>&lt;p&gt;Der Torweg fängt mit streifen Bändern ein&#10;mein Stock schilt&#10;klirr&#10;den frechgespreizten Prellstein&#10;das Kichern&#10;schrickt&#10;durch Dunkel&#10;trügeneckend&#10;in&#10;warmes Beben&#10;stolpern&#10;hastig&#10;die Gedanken.&#10;Ein schwarzer Kuß&#10;stiehlt scheu zum Tor hinaus&#10;flirr&#10;der Laternenschein&#10;hellt&#10;nach&#10;ihm&#10;die Gasse&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verborgenes Leid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verborgenes-leid/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verborgenes-leid/</guid><description>&lt;p&gt;Im Walde wohnt mein Leid,&#10;Ich darf es niemand klagen,&#10;Zum Walde muß ich′s tragen&#10;Zur tiefsten Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt je in künft′ger Zeit&#10;Ein Mensch zu jenen Gründen,&#10;Im Walde kann er finden&#10;Mein scheues Herzeleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieht er im Walde weit,&#10;Recht einsam und verschwiegen,&#10;die tiefsten Schatten liegen,&#10;Das ist mein finstres Leid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verfall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verfall/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verfall/</guid><description>&lt;p&gt;Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,&#10;Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,&#10;Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,&#10;Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten&#10;Träum ich nach ihren helleren Geschicken&#10;Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.&#10;So folg ich über Wolken ihren Fahrten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.&#10;Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.&#10;Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergangenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergangenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergangenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Seh ich deine Schleier sich entfalten,&#10;Heil′ge Vorzeit, Weltbeglückerin,&#10;Seh′ ich, durch die Nebelhülle hin,&#10;Deiner Söhn′ ehrwürdige Gestalten,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die im Glanze deiner Tage wallten,&#10;Ruhmgekrönt und hehr vorüberziehn;&#10;Horcht die Seele mit Begeistrungsglühn&#10;Tönen, die verklangen und verhallten:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann, vom Hauche deines Geist′s durchbebt,&#10;Fühl′ ich′s an dem frischbewegten Schlage&#10;Meines Herzens, jener schönen Tage&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Götterbild, das hold vorüberschwebt,&#10;Ist der Freiheit Kind, und neu erhebt&#10;Um die Frühverschwundne sich die Klage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verkehrte Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verkehrte-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verkehrte-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist ja die verkehrte Welt,&#10;Wir gehen auf den Köpfen!&#10;Die Jäger werden dutzendweis&#10;Erschossen von den Schnepfen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kälber braten jetzt den Koch,&#10;Auf Menschen reiten die Gäule;&#10;Für Lehrfreiheit und Rechte des Lichts&#10;Kämpft die katholische Eule.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Häring wird ein Sanskülott,&#10;Die Wahrheit sagt uns Bettine,&#10;Und ein gestiefelter Kater bringt&#10;Den Sophokles auf die Bühne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Affe lässt ein Pantheon&#10;Erbauen für deutsche Helden.&#10;Der Massmann hat sich jüngst gekämmt,&#10;Wie deutsche Blätter melden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verlorene Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verlorene-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verlorene-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Lieder schweigen jetzt und Klagen,&#10;Nun will ich erst fröhlich sein,&#10;All mein Leid will ich zerschlagen&#10;Und Erinnern - gebt mir Wein!&#10;Wie er mir verlockend spiegelt&#10;Sterne und der Erde Lust,&#10;Stillgeschäftig dann entriegelt&#10;All die Teufel in der Brust,&#10;Erst der Knecht und dann der Meister,&#10;Bricht er durch die Nacht herein,&#10;Wildester der Lügengeister,&#10;Ring mit mir, ich lache dein!&#10;Und den Becher voll Entsetzen&#10;Werf ich in des Stromes Grund,&#10;Daß sich nimmer dran soll letzen&#10;Wer noch fröhlich und gesund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verrauscht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verrauscht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verrauscht/</guid><description>&lt;p&gt;Sturmwolken mir zu Häupten zieh&amp;rsquo;n,&#10;Verweht der Vögel Melodien&#10;Nach Südens Zauberlande;&#10;Nur einige Blumen einsam blüh&amp;rsquo;n,&#10;Im Sonnenstrahl sie nicht erglüh&amp;rsquo;n,&#10;Nun welken sie im Sande.&#10;Wirr braut der Nebel auf dem Fluß,&#10;Verrauscht ist längst der Liebe Kuß,&#10;Wie schwand der Lenz so balde!&#10;Rauh breitet nun sein Leichentuch&#10;Der Winter. Und ein düst&amp;rsquo;rer Fluch&#10;Legt sich auf Flur und Halde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verschwendung und Geitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwendung-und-geitz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwendung-und-geitz/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonn ist albereit von uns hinweg gewichen;&#10;Es ist im Westen schon, das Abend-Roth verblichen.&#10;Die Nacht hat jez mit schwarz, den Himmel übermahlet,&#10;Aus dem ein zwitzernd Heer, zerstreuter Sternen strahlet.&#10;Der Mond erhellt die Erd, mit seinem schwächern Licht,&#10;Daß man die Gegen-Ständ, schwach und betrüglich sicht.&#10;Grillen, Wünsch, verliebte Stutzer, Eulen, Forcht und Nacht-Gespänster,&#10;Schwermen jetz durch alle Gassen, und umflattern thür und Fenster;&#10;Man hört nichts mehr, als wacher Hunde bällen etc.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verschwiegene Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwiegene-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwiegene-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Über Wipfel und Saaten&#10;In den Glanz hinein -&#10;Wer mag sie erraten,&#10;Wer holte sie ein?&#10;Gedanken sich wiegen,&#10;Die Nacht ist verschwiegen,&#10;Gedanken sind frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Errät′ es nur eine,&#10;Wer an sie gedacht,&#10;Beim Rauschen der Haine,&#10;Wenn niemand mehr wacht,&#10;Als die Wolken, die fliegen -&#10;Mein Lieb ist verschwiegen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>VI a. West ich, ob ez verswîget möhte sîn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vi-a-west-ich-ob-ez-verswiget-moehte-sin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vi-a-west-ich-ob-ez-verswiget-moehte-sin/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;West ich, ob ez verswîget möhte sîn,&#10;ich lieze iuch sehen mîne schoene vrouwen,&#10;der enzwei braeche mir daz herze mîn,&#10;der möhte sî schône drinne schouwen.&#10;Si kam her dur diu ganzen ougen&#10;sunder tür gegangen.&#10;ôwê, solde ich von ir süezen minne sîn&#10;als minneclîch enpfangen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der sô lange rüeft in einen touben walt,&#10;ez antwürt im dar ûz eteswenne.&#10;nû ist diu klage vor ir dicke manicvalt&#10;gegen mîner nôt, swie sis niht erkenne.&#10;Doch klaget ir maniger mînen kumber&#10;vil dicke mit gesange.&#10;ôwê, jâ hât sî geslâfen allez her&#10;alder geswigen alze lange.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vittoria Colonna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vittoria-colonna/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vittoria-colonna/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Neid das Zeichen nicht gemeiner Seelen,&#10;Vor allen Frauen müßt′ ich dich beneiden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du lebtest in des Geistes heil′gen Zeiten,&#10;Da Poesie und Kunst sich neu vermählen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du durftest zwischen Myrth′ und Lorbeer wählen,&#10;Doch höchste Lebensfülle zu bereiten,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wand dir die Muse einen Kranz aus beiden,&#10;Damit der Gattin Wonne könnt′ erzählen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Dichterin, die doppelt sie empfunden;&#10;Und als er starb, dem sie sich treu verbunden,&#10;Da war ihr Lied nur seinem Preis geweiht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vitzliputzli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vitzliputzli/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vitzliputzli/</guid><description>&lt;p&gt;Präludium&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieses ist Amerika!&#10;Dieses ist die Neue Welt!&#10;Nicht die heutige, die schon&#10;Europäisieret abwelkt. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieses ist die Neue Welt,&#10;Wie sie Christoval Kolumbus&#10;Aus dem Ozean hervorzog.&#10;Glänzet noch in Flutenfrische,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träufelt noch von Wasserperlen,&#10;Die zerstieben, farbensprühend,&#10;Wenn sie küßt das Licht der Sonne.&#10;Wie gesund ist diese Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist kein Kirchhof der Romantik,&#10;Ist kein alter Scherbenberg&#10;Von verschimmelten Symbolen&#10;Und versteinerten Perucken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus gesundem Boden sprossen&#10;Auch gesunde Bäume - keiner&#10;Ist blasiert und keiner hat&#10;In dem Rückgratmark die Schwindsucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Harze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-harze/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-harze/</guid><description>&lt;p&gt;O stille, graue Frühe!&#10;Die Blätter flüstern sacht;&#10;der Hirsch hat seine Kühe&#10;Zum Waldrand schon gebracht.&#10;Zum Waldrand in die Saaten!&#10;Da steht und stampft er schon!&#10;Im Busch ruhn die Kossathen,&#10;Der Vater und sein Sohn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Alte wiegt in Händen&#10;Den rost’gen Flintenlauf!&#10;&amp;ldquo;Ein Hirsch von vierzehn Enden!&#10;Kerl, Schwerenot, halt drauf!&amp;rdquo;&#10;Der junge drückt - ein Knallen!&#10;Das heiß’ ich gute Birsch!&#10;Sie sehn zur Erde fallen&#10;Den vierzehnend’gen Hirsch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Pythagoräischen Lehrsatz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-pythagoraeischen-lehrsatz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-pythagoraeischen-lehrsatz/</guid><description>&lt;p&gt;Die Wahrheit, sie besteht in Ewigkeit,&#10;Wenn erst die blöde Welt ihr Licht erkannt;&#10;Der Lehrsatz, nach Pythagoras benannt,&#10;Gilt heute, wie er galt zu seiner Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Opfer hat Pythagoras geweiht&#10;Den Göttern, die den Lichtstrahl ihm gesandt;&#10;Es thaten kund, geschlachtet und verbrannt,&#10;Einhundert Ochsen seine Dankbarkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Ochsen seit dem Tage, wenn sie wittern,&#10;Daß eine neue Wahrheit sich enthülle,&#10;Erheben ein unendliches Gebrülle;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pythagoras erfüllt sie mit Entsetzen;&#10;Und machtlos, sich dem Licht zu widersetzen,&#10;Verschließen sie die Augen und erzittern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von einem unglücklichen Bauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-einem-ungluecklichen-bauer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-einem-ungluecklichen-bauer/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Baur geht in die Stadt/&#10;Und weil er einen Bart von funfzig Ellen hat/&#10;So läßt er sich balbieren.&#10;Ein junger Kerl/ der nicht die Kunst versteht/&#10;Kömt über ihn/ sein Messer zu probiren.&#10;Er schiert/ daß Haar und Haut herunter geht.&#10;Der Baur sang trefflich schön/&#10;Und muste sich zum Gelde doch verstehn.&#10;Er kam hiernechst in einen Streit.&#10;Ein junger Advocat war hier nicht weit/&#10;Sein Handwerck anzubieten.&#10;Ob Kluge schon zu dem Vergleiche riethen:&#10;So war der junge Rabulist&#10;Doch so geschickt/ den Bauren zu betrügen.&#10;Das Urtheil lief sehr schlecht; die Kunst war aus zulügen.&#10;Ich weiß/ daß Hauß und Hoff darauf gegangen ist.&#10;Der arme Baur verfiel in großen Kram/&#10;Daß über ihn ein starckes Fieber kam.&#10;Ein junger Artzt/ der kaum so viele Lachen&#10;Als Krancken je gehabt/ gieng selbst zu ihm ins Hauß/&#10;Er striche seine Pillen raus.&#10;Das Fieber solte gleich vor seinem Pulver weichen.&#10;Darneben war auch eine Gold-Tinctur/&#10;Die aus des Krancken Beutel fuhr.&#10;Die Artzeney schlug trefflich an/&#10;So daß sich ietzt der Baur nicht mehr beklagen kan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor meinem Fenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-meinem-fenster/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-meinem-fenster/</guid><description>&lt;p&gt;Vor meinem Fenster&#10;singt ein Vogel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still hör ich zu; mein Herz vergeht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er singt,&#10;was ich als Kind besass,&#10;und dann - vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor vierzig Jahren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-vierzig-jahren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-vierzig-jahren/</guid><description>&lt;p&gt;Da gab es doch ein Sehnen,&#10;Ein Hoffen und ein Glühn,&#10;Als noch der Mond &amp;ldquo;durch Tränen&#10;In Fliederlauben&amp;rdquo; schien,&#10;Als man dem &amp;ldquo;milden Sterne&amp;rdquo;&#10;Gesellte was da lieb,&#10;Und &amp;ldquo;Lieder in die Ferne&amp;rdquo;&#10;Auf sieben Meilen schrieb!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob dürftig das Erkennen,&#10;Der Dichtung Flamme schwach,&#10;Nur tief und tiefer brennen&#10;Verdeckte Gluten nach.&#10;Da lachte nicht der leere,&#10;Der übersatte Spott,&#10;Man baute die Altäre&#10;Dem unbekannten Gott.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drüber man den Brodem&#10;Des liebsten Weihrauchs trug,&#10;Lebend&amp;rsquo;gen Herzens Odem,&#10;Das frisch und kräftig schlug,&#10;Das schamhaft, wie im Tode,&#10;In Traumes Wundersarg&#10;Noch der Begeistrung Ode&#10;Der Lieb&amp;rsquo; Ekloge barg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorstadt im Föhn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorstadt-im-foehn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorstadt-im-foehn/</guid><description>&lt;p&gt;Am Abend liegt die Stätte öd und braun,&#10;Die Luft von gräulichem Gestank durchzogen.&#10;Das Donnern eines Zugs vom Brückenbogen &amp;ndash;&#10;Und Spatzen flattern über Busch und Zaun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geduckte Hütten, Pfade wirr verstreut,&#10;In Gärten Durcheinander und Bewegung,&#10;Bisweilen schwillt Geheul aus dumpfer Regung,&#10;In einer Kinderschar fliegt rot ein Kleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Kehricht pfeift verliebt ein Rattenchor.&#10;In Körben tragen Frauen Eingeweide,&#10;Ein ekelhafter Zug voll Schmutz und Räude,&#10;Kommen sie aus der Dämmerung hervor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vortheil des Alterthums</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vortheil-des-alterthums/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vortheil-des-alterthums/</guid><description>&lt;p&gt;Im Alterthum hatten die Schneider&#10;Noch wenig zu schreiben in&amp;rsquo;s Buch,&#10;Denn meistens trug man die Kleider&#10;Aus ungenähtem Tuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum trugen die Menschen auch innen&#10;Noch weniger Schnitt und Bruch&#10;Und war in allem Beginnen&#10;Noch nicht soviel Schneidergeruch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vox Coelesta</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vox-coelesta/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vox-coelesta/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt euch helfen, laßt euch halten&#10;aufwärts zieht der Engel Heer,&#10;vielgestaltige Gestalten,&#10;Mächte, Trone und Gewalten -&#10;aufwärts zum kristallnen Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aller Mühe, allem Ringen&#10;gibt die heilige Schar Geleit.&#10;Jedes Wesen zu durchdringen,&#10;breitet schirmend seine Schwingen&#10;eine Bruderwesenheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt euch helfen, Helferhände&#10;sind euch segnend zugesellt,&#10;scharfen rastlos ohne Ende&#10;eurer Seelen Sonnenwende&#10;und die Osternacht der Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt entsiegeln eure Sinne,&#10;werdet Blut von Seinem Blut,&#10;daß ihr ruht in Maienminne,&#10;wo im Schoß der Urbeginne&#10;Judas rote Rose ruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wacht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nacht wiegt auf den Lidern&#10;Müdigkeit flackt und neckt&#10;Der Feind verschmiegt&#10;Die Pfeife schmurgt&#10;Verloren&#10;Und&#10;Alle Räume&#10;Frösteln&#10;Schrumpfig&#10;Klein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahnsinn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahnsinn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahnsinn/</guid><description>&lt;p&gt;Bittre Schmerzen reißen wild.&#10;Herz sei mild!&#10;Denn du magst es doch nicht sagen;&#10;Nimmer half ja noch dein Klagen,&#10;Seit zerbrochen dir dein Bild.&#10;Tod wär&amp;rsquo; Freude,&#10;Nähme nur die Erd&amp;rsquo; uns beide!&#10;Kühlung saugen&#10;Möchten gern die trocknen Augen,&#10;Brennen heißer stets im Leide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laute, diesen Mißlaut sprich,&#10;Und dann brich,&#10;Eh&amp;rsquo; ich ganz in Haß versunken,&#10;Wahnsinn rede todestrunken,&#10;Weil die Einz&amp;rsquo;ge von mir wich.&#10;Gebt mir Blut,&#10;Daß ich lindre diese Glut,&#10;Und wer&amp;rsquo;s tat,&#10;Ewig schmacht&amp;rsquo; er ohne Rat,&#10;Oder sink&amp;rsquo; in gleiche Flut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahrheit ohn´Erbittern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrheit-ohn-erbittern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrheit-ohn-erbittern/</guid><description>&lt;p&gt;Wahrheit ohn´Erbittern,&#10;Rafft unsre Kraft empor,&#10;Gleich fruchtenden Gewittern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldesmorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldesmorgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldesmorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Im dunklen Tannenwalde&#10;Da wogt ein See im Gestein,&#10;Da ftüstern die schattigen Zweige&#10;Wie Märchen zur Flut hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Morgens helles Gefunkel&#10;Ergießt sich ins grüne Thal,&#10;Des Waldes Schattendunkel&#10;Erdämmert im Sonnenstral.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da heben sich leise die Wellen&#10;Und Heilen sich klingend empor,&#10;Und heben mit kosenden Armen&#10;Lachende Nixlein hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und heben sie ans Ufer&#10;Mit ihrer Glieder Schnee,&#10;Mit ihren grünen Haaren —&#10;Und jubelnd erbraust der See.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldlieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldlieder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldlieder/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Kirchhof dort bin ich gestanden,&#10;Wo unten still das Rätsel modert&#10;Und auf in Grabesrosen lodert;&#10;Es blüht die Welt in Todesbanden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort lächelt auf die Gräber nieder&#10;Mit himmlisch duldender Gebärde&#10;Vom Kreuz das höchste Bild der Erde;&#10;Ein Vogel drauf, sang seine Lieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch kaum daß sie geklungen hatten,&#10;Flog scheu zum Wald zurück der Wilde;&#10;Ich sang, wie er, ein Lied dem Bilde&#10;Und kehrte heim in meine Schatten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldmädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldmaedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldmaedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Bin ein Feuer hell, das lodert&#10;Von dem grünen Felsenkranz,&#10;Seewind ist mein Buhl und fodert&#10;Mich zum lustgen Wirbeltanz,&#10;Kommt und wechselt unbeständig.&#10;Steigend wild,&#10;Neigend mild,&#10;Meine schlanken Lohen wend ich:&#10;Komm nicht nah mir, ich verbrenn dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo die wilden Bäche rauschen&#10;Und die hohen Palmen stehn,&#10;Wenn die Jäger heimlich lauschen,&#10;Viele Rehe einsam gehn.&#10;Bin ein Reh, flieg durch die Trümmer,&#10;Über die Höh,&#10;Wo im Schnee&#10;Still die letzten Gipfel schimmern,&#10;Folg mir nicht, erjagst mich nimmer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Walzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/walzer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/walzer/</guid><description>&lt;p&gt;Hinunter die Pfade des Lebens gedreht&#10;Pausiert nicht, ich bitt euch so lang es noch geht&#10;Drückt fester die Mädchen ans klopfende Herz&#10;Ihr wißt ja wie flüchtig ist Jugend und Scherz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt fern von uns Zanken und Eifersucht sein&#10;Und nimmer die Stunden mit Grillen entweihn&#10;Dem Schutzgeist der Liebe nur gläubig vertraut&#10;Es findet noch jeder gewiß eine Braut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wandelt sich rasch auch die Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wandelt-sich-rasch-auch-die-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wandelt-sich-rasch-auch-die-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Wandelt sich rasch auch die Welt&#10;wie Wolkengestalten,&#10;alles Vollendete fällt&#10;heim zum Uralten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über dem Wandel und Gang,&#10;weiter und freier,&#10;währt noch dein Vor-Gesang,&#10;Gott mit der Leier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht sind die Leiden erkannt,&#10;nicht ist die Liebe gelernt,&#10;und was im Tod uns entfernt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ist nicht entschleiert.&#10;Einzig das Lied überm Land&#10;heiligt und feiert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wanderlied der Prager Studenten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderlied-der-prager-studenten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderlied-der-prager-studenten/</guid><description>&lt;p&gt;Nach Süden nun sich lenken&#10;Die Vöglein allzumal,&#10;Viel Wandrer lustig schwenken&#10;Die Hüt im Morgenstrahl.&#10;Das sind die Herrn Studenten,&#10;Zum Tor hinaus es geht,&#10;Auf ihren Instrumenten&#10;Sie blasen zum Valet:&#10;Ade in die Läng und Breite&#10;O Prag, wir ziehn in die Weite:&#10;Et habeat bonam pacem,&#10;Qui sedet post fornacem!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachts wir durchs Städtlein schweifen,&#10;Die Fenster schimmern weit,&#10;Am Fenster drehn und schleifen&#10;Viel schön geputzte Leut.&#10;Wir blasen vor den Türen&#10;Und haben Durst genug,&#10;Das kommt vom Musizieren,&#10;Herr Wirt, einen frischen Trunk!&#10;Und siehe über ein kleines&#10;Mit einer Kanne Weines&#10;Venit ex sua domo -&#10;Beatus ille homo!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wappen von Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wappen-von-berlin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wappen-von-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;In Silber, aufgerichtet, ein schwarzer Bär.&#10;Die Bärin spricht: Ich habe sie getragen,&#10;Die Stadt in meinem Schoße, Höhlenbrut.&#10;Uns kam der Jäger, und ich musst ihn schlagen.&#10;Ihr Schlaf in dickverschneiten Wäldertagen&#10;War gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wiegte sie mit diesem tiefen Brummen;&#10;Mein Tatzenschlag hieß sanft, doch ernst sie stehn.&#10;Ich leerte Honigwachs, wo Bienen summen,&#10;Und süßes Kraut in erdgeformten Kummen&#10;Sie sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Klotz, die mörderische Eisenklemme,&#10;Den Grubentrug - denn Menschenlist ist viel -&#10;Verklagt ich ihr. Und zeigte braune Schwämme,&#10;Gab graue Kiesel ihr und Kiefernstämme&#10;Zum Spiel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warum bin ich ein Mädchen?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-bin-ich-ein-maedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-bin-ich-ein-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Warum bin ich ein Mädchen?&#10;Wär′ ich ein kühner Knab′,&#10;Ich hätte längst ergriffen&#10;Den muntern Wanderstab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Land ein Land aus durchwallte&#10;Ich keck die weite Welt,&#10;Besucht′ uralte Städte&#10;Und des Nomaden Zelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gebirge, Wüsten, Meere&#10;Und Wasserfäll′ und Seen,&#10;Und Feuerberg′ und Inseln,&#10;Nichts würde mir entgehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich ginge, Nil und Ganges,&#10;Längs eurer Ströme Lauf,&#10;Trotz Wald, Sand, Sumpf und Gletschern,&#10;Zu euerm Quell hinauf;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erstieg′ trotz seiner Mütze&#10;Der Kapstadt Tafelberg;&#10;Säh′ Nachts an Grönlands Küste&#10;Des Poles Feuerwerk.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was bleibt?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-bleibt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-bleibt/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, was bleibt? - Ein kleiner Hügel,&#10;Drüben mit dem leichten Flügel&#10;Froh ein Sommerfalter fliegt&#10;Und das Gras im Wind sich wiegt.&#10;Eine Weile Angedenken&#10;Mag man wohl den Schläfer schenken;&#10;Bald weiß niemand, wer da liegt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manche, die der Ruhm erhoben,&#10;Hört man ein Jahrhundert lang,&#10;Bis auch sie die Zeit verschlang.&#10;Die zum Höchsten einst erkoren -&#10;Ihr Gedächtnis ging verloren,&#10;Wie ein Lied im Wind verklang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ist ein Kuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-ein-kuss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-ein-kuss/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Wunder, ein Geheimnis ist der Kuß;&#10;Denn wie des Morgenlandes Weisen sangen,&#10;Die Lippe küßt, wohin das Herz sich neigt;&#10;Ehrfurcht die Hände, Sklavendienst das Kleid,&#10;Die Freundschaft auf die Wangen; auf die Stirne&#10;Küßt tröstend Mitefühl; doch auf die Lippen&#10;Drückt Liebe ihren Kuß, wildloderndes&#10;Verlangen auf das müd´geschlossne Auge,&#10;Und Sehnsucht haucht ihn seufzend in die Luft:&#10;Noch mehr! Ein Kuß ist das, was ihr ihn schätzt;&#10;Nichts, wenn ihr scherzt, und wenn ihr´s ernst meint, alles;&#10;Er kühlt und glüht; er fragt und er gibt Antwort,&#10;Er heilt und er vergiftet, trennt und bindet;&#10;Er kann versöhnen und entzweien, kann&#10;Vor Wonne töten, und kann Tote wecken.&#10;Und mehr noch, mehr! Was könnte nicht ein Kuß?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wechsel der Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wechsel-der-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wechsel-der-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Die Welt ist nimmer geblieben&#10;Die herrliche Welt des Homer,&#10;Die Götter sind längst vertrieben,&#10;Gestürzt sind die Tempel ins Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verschollen die heiligen Lieder,&#10;Verwirbelt der Opferrauch,&#10;In Hohn und Gespött darnieder&#10;Gebrochen der Priester Brauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht betende Völker mehr wallen&#10;Zu schimmernden Säulenreihn,&#10;Den hohen Olympiern allen&#10;Geschmückte Geschenke zu weihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmlischen mußten erliegen&#10;In toller Jahrhunderte Kampf,&#10;Es schwelgt in Trophäen und Siegen,&#10;Es herrscht: der allmächtige Dampf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wehmut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wehmut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wehmut/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr verblühet, süße Rosen,&#10;Meine Liebe trug euch nicht;&#10;Blühet, ach! dem Hoffnungslosen,&#10;Dem der Gram die Seele bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jener Tage denk&amp;rsquo; ich trauernd,&#10;Als ich, Engel, an dir hing,&#10;Auf das erste Knöspchen lauernd,&#10;Früh zu meinem Garten ging;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Blüten, alle Früchte&#10;Noch zu deinen Füßen trug,&#10;Und vor deinem Angesichte&#10;Hoffnung in dem Herzen schlug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr verblühet, süße Rosen,&#10;Meine Liebe trug euch nicht;&#10;Blühet, ach! dem Hoffnungslosen,&#10;Dem der Gram die Seele bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weide/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weide/</guid><description>&lt;p&gt;Über dir mein Singen wie Regen,&#10;Glitzernd sprühnder Staub,&#10;Und du sollst darunter dich legen&#10;Mit dem süßen Laub,&#10;Junge Weide, zärtliche Flechte,&#10;Die aus dem Spiegel trinkt,&#10;Der vom Weinen armer Nächte&#10;Sich erfüllt und blinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Demut weicher ?ießender Strähne,&#10;Still verwehtes Haupt,&#10;Das dem Kreisen der Höckerschwäne,&#10;Ihrem Schweigen glaubt;&#10;Lächelnd tauchen Kräuselgestalten&#10;Dir aus Haaren, Kind,&#10;Wenn ich wiegen dich darf und falten&#10;In einem nilblauen Wind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihestunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihestunde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihestunde/</guid><description>&lt;p&gt;O Weihestunde!&#10;O köstliche Stunde!&#10;Sanft küßt die Nacht,&#10;Die vielholde Trösterin,&#10;Die tagmüde Erde.&#10;Und mählich verhallen&#10;Im ewigen Schweigen&#10;Die Stimmen des Lebens &amp;hellip;&#10;Immer lichter umwebt&#10;Die erstorbenen Auen,&#10;Des Mondes fluthender&#10;Silberschleier.&#10;Mild grüßen hernieder&#10;Die ewigen Sterne –&#10;Lautlos wogt&#10;Der wortlose Zauber&#10;Unendlicher Ruhe.&#10;Nur manchmal&#10;Flüstert&amp;rsquo;s und raunt&amp;rsquo;s&#10;Im üppigen Laube;&#10;Wie in Geisterumarmung&#10;Erschauern jählings&#10;Die Bäume und Sträucher,&#10;Als wollten sie künden&#10;Die ewigen Räthsel,&#10;Die da walten von Urbeginn&#10;In Höhen und Tiefen &amp;hellip;&#10;Wie Erlösung umspinnt&#10;Die qualdüst&amp;rsquo;ren Sinne&#10;Süßes Märchenvergessen.&#10;Eingewiegt von der Sphären&#10;Leisrauschenden Hymnen,&#10;Umspielt vom Traumodem&#10;Der wonnesam schlummernden&#10;Allmutter Natur&#10;Trink&amp;rsquo; auch ich&#10;Unaussprechlicher Inbrunst voll&#10;Gottseligen Frieden,&#10;Glück ohne Ende &amp;hellip;&#10;In der Mainacht Duftthau.&#10;Im ewigen Hauche&#10;Ersterben des Leibes&#10;Fiebernde Pulse.&#10;Mit Sternen und Welten&#10;Wall&amp;rsquo; ich entgegen&#10;Dem dämmernden Morgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachtabend 1852</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtabend-1852/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtabend-1852/</guid><description>&lt;p&gt;Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,&#10;Der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.&#10;Weihnachten war′s; durch alle Gassen scholl&#10;Der Kinderjubel und des Markts Gebraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,&#10;Drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:&#10;»Kauft, lieber Herr!« Ein magres Händchen hielt&#10;Feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schrak empor, und beim Laternenschein&#10;Sah ich ein bleiches Kinderangesicht;&#10;Wes Alters und Geschlechts es mochte sein,&#10;Erkannt ich im Vorübertreiben nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachtschnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtschnee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtschnee/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf,&#10;Es riecht nach Weihnachtstorten;&#10;Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd&#10;Und bäckt die feinsten Sorten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Kinder, sperrt die Augen auf,&#10;Sonst nehmt den Operngucker:&#10;Die große Himmelsbüchse, seht,&#10;Tut Ruprecht ganz voll Zucker.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er streut - die Kuchen sind schon voll -&#10;Er streut - na, das wird munter:&#10;Er schüttelt die Büchse und streut und streut&#10;Den ganzen Zucker runter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Kinder sperrt die Mäulchen auf,&#10;Schnell! Zucker schneit es heute;&#10;Fangt auf, holt Schüsseln - ihr glaubt es nicht?&#10;- Ihr seid ungläubige Leute!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachtslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtslied/</guid><description>&lt;p&gt;in Soest, und von ihnen gesungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn traulich mit schimmernden Flocken&#10;Der Winter die Erde bestreut,&#10;Und rings die metallenen Glocken,&#10;Sich regen zum Weihnachtsgeläut;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann senkt sich auf goldigem Wagen&#10;Das Christkind zur Erde herab,&#10;Von rosigen Wolken getragen,&#10;Im Händchen der silberne Stab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von purpurnem Samt ist sein Röckchen,&#10;Das Krönlein von edlem Gestein,&#10;Und über den wallenden Löckchen&#10;Glänzt blendend ein Heiligenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Engel mit farbigen Schwingen&#10;Umringen das liebliche Kind,&#10;Und zitternde Glöckchen erklingen,&#10;Und huldigend flüstert der Wind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weinlese</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weinlese/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weinlese/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stöcke hängen vollgepackt mit Frucht. Geruch von Reben&#10;Ist über Hügelwege ausgeschüttet. Bütten stauen sich auf Wagen.&#10;Man sieht die Erntenden, wie sie, die Tücher vor der braunen&#10;Spätjahrsonne übern Kopf geschlagen,&#10;Sich niederbücken und die Körbe an die strotzendgoldnen Euter heben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Städtchen unten ist geschäftig. Scharen reihenweis gestellter,&#10;Beteerter Fässer harren schon, die neue Last zu fassen.&#10;Bald klingt Gestampfe festlich über alle Gassen,&#10;Bald trieft und schwillt von gelbem Safte jede Kelter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weise des Dichters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weise-des-dichters/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weise-des-dichters/</guid><description>&lt;p&gt;Wie tief im Waldesdunkel Winde rauschen,&#10;Ihr Lied dazwischen Nachtigallen schlagen,&#10;Der muntre Vogel singt in Frühlingstagen,&#10;Daß wir dem fernen Ruf bezaubert lauschen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So seht ihr hier jedwede Weise tauschen,&#10;Betrachtung, linde Seufzer, tiefe Klagen,&#10;Der Scherze Lust, der Liebe kühnes Wagen,&#10;Und was den Seher göttlich mag berauschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Anklänge aus der Sehnsucht alten Reichen&#10;Sind es, die bald sich spielend offenbaren,&#10;Uns ihr Geheimnis bald mit Ernst verkünden;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weiser Vorsatz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weiser-vorsatz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weiser-vorsatz/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will nicht dein gedenken,&#10;Sollst nicht mehr bei mir sein&#10;In allem meinem Denken,&#10;In meinem ganzen Sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rose wird gepflücket&#10;Vom Sturm, an einem Tag,&#10;Den Felsen selbst zerstücket&#10;Ein einz′ger Donnerschlag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So will ich′s auch erringen,&#10;Dem Alles ist geweiht -&#10;Schnell soll dies Herz erzwingen&#10;Sich die Vergeßlichkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht, wie ja Alles müde&#10;Zu Grabe endlich schwankt,&#10;Nein, wie die Ros′ verblühte,&#10;Und wie der Felsen wankt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltende/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltende/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,&#10;In allen Lüften hallt es wie Geschrei.&#10;Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei&#10;Und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen&#10;An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.&#10;Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.&#10;Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wem ein Seufzer fiel in den Schoß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wem-ein-seufzer-fiel-in-den-schoss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wem-ein-seufzer-fiel-in-den-schoss/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tag legt endlich die Krone ab,&#10;Groß und mächtig wächst jeder Baum;&#10;Sehnsucht tritt an der Wipfel Saum,&#10;Und Seufzer fallen von Wolken herab.&#10;Die Blätter hängen wie Stein bei Stein,&#10;Nachtwinde schläfern die Erde ein.&#10;Wem ein Seufzer fiel in den Schoß,&#10;Den lassen die Tränen nicht mehr allein,&#10;Den läßt die Dunkelheit nicht mehr los,&#10;Dem wandern die Füße rastlos fort,&#10;Sein Mund spricht manches begrabene Wort,&#10;Die Nacht hängt als Schleppe an seinem Kleid,&#10;Bis ihn ein Herz von dem Seufzer befreit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn die Sonne weggegangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-die-sonne-weggegangen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-die-sonne-weggegangen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Sonne weggegangen,&#10;Kömmt die Dunkelheit heran,&#10;Abendroth hat goldne Wangen,&#10;Und die Nacht hat Trauer an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seit die Liebe weggegangen,&#10;Bin ich nun ein Mohrenkind,&#10;Und die rothen, frohen Wangen,&#10;Dunkel und verschlossen sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkelheit muß tief verschweigen,&#10;Alles Wehe, alle Lust,&#10;Aber Mond und Sterne zeigen,&#10;Was ihr wohnet in der Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Lippen dir verschweigen&#10;Meines Herzens stille Gluth&#10;Müssen Blicke und Thränen zeigen,&#10;Wie die Liebe immer ruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich dereinst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-dereinst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-dereinst/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich dereinst ganz alt und schwach,&#10;Und&amp;rsquo;s ist mal ein milder Sommertag,&#10;So hink ich wohl aus dem kleinen Haus&#10;Bis unter den Lindenbaum hinaus.&#10;Da setz ich mich denn im Sonnenschein&#10;Einsam und still auf die Bank von Stein,&#10;Denk an vergangene Zeiten zurücke&#10;Und schreibe mit meiner alten Krücke&#10;Und mit der alten zitternden Hand&#10;So vor mir in den Sand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Werben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/werben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/werben/</guid><description>&lt;p&gt;Geheimnis bogt das Tor&#10;Erde Himmel&#10;Harren!&#10;Harren!&#10;Auf schließt dein Blick!&#10;Blend&#10;Wirrt und greift&#10;Und tastet&#10;Krampf in leeren Händen.&#10;Dein Lächeln wehrt.&#10;Verschlossen blickt das Tor.&#10;Mein Harren harrt&#10;Und&#10;Gott und Himmel pochen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie ich mir mein Grab wünsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-ich-mir-mein-grab-wuensche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-ich-mir-mein-grab-wuensche/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Grotten, Quellen ihr,&#10;Die aus dem Felsrevier&#10;Hinstürzet unverwandt,&#10;Ein gleitend Band,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Wälder, Bachgerinn&#10;Durch grüne Wiesen hin,&#10;Ihr Ufer, Haine dort,&#10;Vernehmt mein Wort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will es die Schicksalsstund,&#10;Daß ich nun geh zugrund,&#10;Und wird genommen mir&#10;Was schön war hier,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll nimmermehr es sein,&#10;Daß man aus Marmorstein&#10;Voll übertriebener Pracht&#10;Ein Grab nur macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Baum soll mich allein&#10;Beschatten statt dem Stein,&#10;Mit seiner Blätter Kleid,&#10;Grün alle Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie jenem König Midas...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-jenem-koenig-midas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-jenem-koenig-midas/</guid><description>&lt;p&gt;Wie jenem König Midas: Er vernarrte&#10;Zuletzt dem Schein von Goldenem sich so,&#10;Daß was er griff zu gelbem Glanz erstarrte,&#10;Speise und Trank; die Erde, drauf er floh&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor seinem Fluch, glänzte ihm unterm Schritt&#10;Vergoldet auf. So wandelt sich in Glut&#10;Was mich berührt. So unentrinnbar tritt&#10;Geliebtes plötzlich aus der fremden Hut,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So unausweichlich nahst mir Du aus allen&#10;Weiten des Himmels, das verhängte Ziel,&#10;Dem jeder Weg schon zu Beginn verfallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie manches Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-manches-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-manches-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Wie manches Lied hab ich zu der Zeit aufgesetzt,&#10;Mit dem sich Königsberg noch diese Stund ergetzt&#10;Zu Zeiten rührt ich auch die Saiten meiner Geigen.&#10;Die Vögel sungen mit und zwangen mich zu schweigen&#10;Im stillen Pregel schrie der geilen Frösche Schar,&#10;Am Laube ward ich dann der Raupen wohl gewahr,&#10;Die weiße Rose ward bestohlen von den Bienen&#10;Indessen kamst Du, und Blum samt Roberthinen,&#10;Auch Fauljoch, der mit uns so manchen lieben Tag&#10;In Zucht gemäßer Lust hinwegzubringen pflag.&#10;Welch Anmut oder Scherz ist damals hinten blieben!&#10;Wer zählt die Fröhlichkeit, mit welcher wir vertrieben&#10;Die noch so kurzen Tag? &amp;hellip;&#10;&amp;hellip; Dies Ort war wie man spürt&#10;Mit Erd am Pregelstrom in etwas aufgeführt.&#10;&amp;hellip;&#10;Hat Rom so manches Reich, so manches Volk verheert&#10;Ein Got und Wend hat oft sie selbst ganz umgekehrt.&#10;O könnt ich Deiner doch, o Magdeburg, hie Schweigen.&#10;Was kannst uns Du jetzt noch von Deiner Schönheit zeigen!&#10;Ich habe Dich gesehen und oft gesagt, Du mußt&#10;Des Höchsten Gnüge sein, sein Herz und beste Lust.&#10;Ist aber dieses Lieb? Ist dieses Gunst gewesen,&#10;Daß er uns andern dich zum Scheusal hat erlesen?&#10;Und war er dazumal in deine Schön entbrannt,&#10;Als er dich übergab in deiner Feinde Hand?&#10;Als Schänden, Raub und Tod zu dir sind eingewzogen&#10;Und du in einer Glut bist himmelauf geflogen?&#10;Die Elbe sich verfärbt und in dein Glut versteckt&#10;Und wußte keinen Lauf, mit Leichen zugedeckt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiedersehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedersehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedersehen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hatt&amp;rsquo; ihn lang nicht mehr gesehen –&#10;Und mich beinahe todt gesehnt;&#10;Ich kam zurück zu ihm –&#10;Und habe mich glücklich gewähnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei Stunden stand ich vor dem Thor&#10;Im Regen pudelnaß&#10;Und holte mir einen Schnupfen&#10;Und Husten so zum Spaß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In später Nacht kam er nach Haus&#10;Und lud&amp;rsquo; mich mit Müh&amp;rsquo; nur ein;&#10;Erzählte, er habe Kopfweh&#10;Von schlechtem Ofnerwein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann sprach er von seinem Windspiel,&#10;Daß es kein schön&amp;rsquo;res gibt;&#10;Und dann von einer Todten,&#10;Die er vor Zeiten geliebt. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiegenliedchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenliedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenliedchen/</guid><description>&lt;p&gt;dem Sack- und Spaldingischen Enkel zu Magdeburg gewidmet&#10;Den 3ten September 1771&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mischt immer eure Blätter, spielet&#10;Gedankenvoll, und hoffend fühlet&#10;Die Freuden des Gewinnes ganz;&#10;Mein Geist, zu stoisch und zu trocken,&#10;Ließ nie die Charten sich verlocken,&#10;Und hüpfte nie zu einem Tanz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu steif den Fuß im Tact zu lenken,&#10;Zu roh, beym Spiele was zu denken,&#10;Blieb ich in beyden ungelehrt;&#10;Ich kenne nicht der Blätter Nahmen,&#10;Weiß nicht, was Buben sind und Damen,&#10;Weiß nichts vom Blatt, dem Sieg gehört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiener Elegien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiener-elegien/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiener-elegien/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also seh&amp;rsquo; ich dich wieder, du schimmernde Stadt an der Donau,&#10;Die ich seit Jahren bereits nur mehr im Fluge gestreift!&#10;Traut umfing mich ein ländliches Heim, es heischte die Muse&#10;Ernsteste Sammlung - und so hielt ich mich selber verbannt.&#10;Jetzt, am Abend des Lebens, nach fast vollendetem Tagwerk,&#10;Treibt Erinn&amp;rsquo;rung mich, treibt mich die Sehnsucht zurück.&#10;Freilich bist du nicht mehr, die du warst! Es gingen die Zeiten&#10;Mit veränderndem Lauf über dein Weichbild dahin.&#10;Altes, Gewohntes versank, daran mir die Seele gehangen,&#10;Und ein Fremdling längst bin ich dem neuen Geschlecht.&#10;Aber es weht noch die Luft herüber vom Kahlengebirge,&#10;Die ich geathmet als Kind, die mich zum Manne gereift;&#10;Noch zu gewahren dem Aug&amp;rsquo; sind Reste entschwundener Tage,&#10;Still wehmüthig erfreu&amp;rsquo;n sie des Elegikers Herz.&#10;Und so sei mir gegrüßt! Für immer nun bleib&amp;rsquo; ich der Deine,&#10;Ob du auch nie mich vermißt, hältst du mich liebend doch fest.&#10;Singen will ich ein Lied dir noch als treu&amp;rsquo;ster der Söhne-&#10;Und wo die Wiege mir stand, find&amp;rsquo; ich zuletzt auch ein Grab!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wilhelm der lieben Mutter an ihrem Geburtstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wilhelm-der-lieben-mutter-an-ihrem-geburtstage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wilhelm-der-lieben-mutter-an-ihrem-geburtstage/</guid><description>&lt;p&gt;Was bring ich denn in Deiner Kinder Reihn&#10;O Mutter! Dir an Deinem Ehrentage?&#10;Darf ich Dir wohl zum Angebinde weihn&#10;Was heute ich im vollen Herzen trage?&#10;Nein Du verschmähest nicht was ich gefühlt,&#10;So nimm es hin, mög es Dir Freude bringen&#10;Und mög es aufwärts zu dem Vater dringen&#10;Der unsre Gute Mutter stets erhielt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oh! sieh wie fröhlich alles zu Dir dringt,&#10;Wie sie Dir reichen ihre kleinen Gaben,&#10;Wie glücklich jedes, daß es etwas bringt,&#10;Wie glücklich sie sich dünken Dich zu haben.&#10;Doch hast der Gaben schönste Du erblickt?&#10;Die Liebe ist′s die Dir aus allen Blicken&#10;Entgegendringt, das kindliche Entzücken&#10;Das Dich und uns an diesem Tag beglückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wilhelm Tell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wilhelm-tell/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wilhelm-tell/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn rohe Kräfte feindlich sich entzweien,&#10;Und blinde Wut die Kriegesflamme schürt;&#10;Wenn sich im Kampfe tobender Parteien&#10;Die Stimme der Gerechtigkeit verliert;&#10;Wenn alle Laster schamlos sich befreien,&#10;Wenn freche Willkür an das Heil′ge rührt,&#10;Den Anker löst, an dem die Staaten hängen:&#10;- Da ist kein Stoff zu freudigen Gesängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn ein Volk, das fromm die Herden weidet,&#10;Sich selbst genug, nicht fremden Guts begehrt,&#10;Den Zwang abwirft, den es unwürdig leidet,&#10;Doch selbst im Zorn die Menschlichkeit noch ehrt,&#10;Im Glücke selbst, im Siege sich bescheidet:&#10;- Das ist unsterblich und des Liedes wert.&#10;Und solch ein Bild darf ich dir freudig zeigen,&#10;Du kennst′s, denn alles Große ist dein eigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Willst du noch länger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/willst-du-noch-laenger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/willst-du-noch-laenger/</guid><description>&lt;p&gt;Willst du noch länger auf den kahlen böden&#10;Nach frühern vollen farben spähn -&#10;Auf früchte warten in den fahlen öden&#10;Und ähren von verdrängten sommern mähn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bescheide dich wenn nur im schattenschleier&#10;Mild schimmernd du genosssene fülle schaust&#10;Und durch die müden lüfte ein befreier&#10;Der wind der weiten zärtlich um uns braust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sieh ! die tage die die wunden brannten&#10;In unsrer vorgeschichte schwinden schnell&amp;hellip;&#10;Doch alle dinge die wir blumen nannten&#10;Versammeln sich am toten quell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winkel am Wald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winkel-am-wald/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winkel-am-wald/</guid><description>&lt;p&gt;Braune Kastanien. Leise gleiten die alten Leute&#10;In stilleren Abend; weich verwelken schöne Blätter.&#10;Am Friedhof scherzt die Amsel mit dem toten Vetter,&#10;Angelen gibt der blonde Lehrer das Geleite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Todes reine Bilder schaun von Kirchenfenstern;&#10;Doch wirkt ein blutiger Grund sehr trauervoll und düster.&#10;Das Tor blieb heut verschlossen. Den Schlüssel hat der Küster.&#10;Im Garten spricht die Schwester freundlich mit Gespenstern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In alten Kellern reift der Wein ins Goldne, Klare.&#10;Süß duften Äpfel. Freude glänzt nicht allzu ferne.&#10;Den langen Abend hören Kinder Märchen gerne;&#10;Auch zeigt sich sanftem Wahnsinn oft das Goldne, Wahre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterlieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlieder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlieder/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben ist ein Garten,&#10;Wo tausend Blumen blühn,&#10;Wo goldne Früchte lachen&#10;Und aus dem Laube glühn.&#10;Die Quellen rauschen rege&#10;Durch&amp;rsquo;s duftende Gehege,&#10;Die süße Biene schwärmt,&#10;Sonne von oben wärmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und froh, die Brust geweitet,&#10;Athm&amp;rsquo; ich die frische Luft:&#10;In freien durst&amp;rsquo;gen Zügen&#10;Trink&amp;rsquo; ich den würz&amp;rsquo;gen Duft.&#10;Mich kühlt im Bad die Welle,&#10;Mich stärkt die Sonnenhelle,&#10;Ich fühl&amp;rsquo; im Lebensmark&#10;Mich überwohl und stark.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wintermärchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wintermaerchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wintermaerchen/</guid><description>&lt;p&gt;Auf dem Baum vor meinem Fenster&#10;Saß im rauhen Winterhauch&#10;Eine Drossel, und ich fragte:&#10;&amp;ldquo;Warum wanderst du nicht auch?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum bleibst du, wenn die Stürme&#10;Brausen über Flur und Feld,&#10;da dir winkt im fernen Süden&#10;Eine sonnenschöne Welt?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Anwort gab sie leisen Tones:&#10;&amp;ldquo;Weil ich nicht wie andre bin,&#10;die mit Zeiten und Geschicken&#10;Wechseln ihren leichten Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die da wandern nach der Sonne&#10;Ruhelos von Land zu Land,&#10;Haben nie das stille Leuchten&#10;In der eignen Brust gekannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wintermorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wintermorgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wintermorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein trüber Wintermorgen war′s,&#10;Als wollt′ es gar nicht tagen,&#10;Und eine dumpfe Glocke ward&#10;Im Nebel angeschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als die dumpfe Glocke bald,&#10;Die einzige, verklungen,&#10;Da ward ein heisres Grabeslied,&#10;Ein einz′ger Vers gesungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war ein armer, alter Mann,&#10;Der lang gewankt am Stabe,&#10;Trüb, klanglos, wie sein Lebensweg,&#10;So war sein Weg zum Grabe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun höret er in lichten Höhn&#10;Der Engel Chöre singen&#10;Und einen schönen, vollen Klang&#10;Durch alle Welten schwingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterrätsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterraetsel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterraetsel/</guid><description>&lt;p&gt;Ich falle vom Himmel&#10;in wirrem Gewimmel.&#10;Ich schimmre&#10;und flimmre&#10;und decke das Land&#10;zahllos wie Sand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch unversehens&#10;im Sonnenschein&#10;schleich ich&#10;und weich ich&#10;und schlüpf ins Dunkel&#10;der Erde hinein&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterstiefel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterstiefel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterstiefel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Scherzo aus dem Vorfrühling&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat ja nur sich selber an,&#10;Schämt sich nicht, hat Freud&amp;rsquo; daran&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Krauses Haar wie lachend Gold,&#10;Das von tausend Teufeln tollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beide Beine flink und fein&#10;Sinken in zwei Stiefel ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kappen plump und Absatz schwer,&#10;Lachend schleppt es sich daher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also ob die Welt nur Leder wär!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwarz das Leder, ros&amp;rsquo; das Bein:&#10;Stiefel, sag&amp;rsquo;, was fällt dir ein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Hup, mein Jung, da fliegt er hin:&#10;Will dir zeigen, was ich bin!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterwärts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterwaerts/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterwaerts/</guid><description>&lt;p&gt;Eben noch goldiger Maienglanz&#10;Heute schon fallender Blätter Tanz.&#10;Müde senkt sich der welke Mohn&#10;Leise taumeln die Flocken schon.&#10;Und ein großes Schweigen&#10;Hüllt die Welten ein.&#10;Tod mit seiner Geigen&#10;Schreitet auf dem Rain.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir Juden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-juden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-juden/</guid><description>&lt;p&gt;Nur Nacht hört zu. Ich liebe dich, ich liebe dich, mein Volk,&#10;Und will dich ganz mit Armen umschlingen heiß und fest,&#10;So wie ein Weib den Gatten, der am Pranger steht, am Kolk&#10;Die Mutter den geschmähten Sohn nicht einsam sinken lässt.&#10;Und wenn ein Knebel dir im Mund den blutenden Schrei verhält,&#10;Wenn deine zitternden Arme nun grausam eingeschnürt,&#10;So lass mich Ruf, der in den Schacht der Ewigkeiten fällt,&#10;Die Hand mich sein, die aufgereckt an Gottes hohen Himmel rührt.&#10;Denn der Grieche schlug aus Berggestein seine weißen Götter hervor,&#10;Und Rom warf über die Erde einen ehernen Schild,&#10;Mongolische Horden wirbelten aus Asiens Tiefen empor,&#10;Und die Kaiser in Aachen schauten ein südwärts gaukelndes Bild.&#10;Und Deutschland trägt und Frankreich trägt ein Buch und ein blitzendes Schwert,&#10;Und England wandelt auf Meeresschiffen bläulich silbernen Pfad,&#10;Und Russland ward riesiger Schatten mit der Flamme auf seinem Herd.&#10;Und wir, wir sind geworden durch den Galgen und das Rad.&#10;Dies Herzzerspringen, der Todesschweiß, ein tränenloser Blick&#10;Und der ewige Seufzer am Marterpfahl, den heulenden Wind verschlang.&#10;Und die dürre Kralle, die elende Faust, die aus Scheiterhaufen und Strick&#10;Ihre Adern grün wie Vipernbrut dem Würger entgegenrang.&#10;Der greise Bart, in Höllen versengt, von Teufelsgriff zerfetzt,&#10;Verstümmelt Ohr, zerrissene Brau und dunkelnder Augen fliehn:&#10;Ihr! Wenn die bittere Stunde reift, so will ich aufstehn hier und jetzt,&#10;So will ich wie ihr Triumphtor sein, durch das die Qualen ziehn!&#10;Ich will den Arm nicht küssen, den ein strotzendes Zepter schwellt,&#10;Nicht das erzene Knie, den tönernen Fuß des Abgotts harter Zeit;&#10;O könnt ich wie lodernde Fackel in die finstere Wüste der Welt&#10;Meine Stimme heben: Gerechtigkeit! Gerechtigkeit! Gerechtigkeit!&#10;Knöchel. Ihr schleppt doch Ketten, und gefangen klirrt mein Gehn.&#10;Lippen. Ihr seid versiegelt, in glühendes Wachs gesperrt.&#10;Seele. In Käfiggittern einer Schwalbe flatterndes Flehn.&#10;Und ich fühle die Faust, die das weinende Haupt auf den Aschenhügeln mir zerrt.&#10;Nur Nacht hört zu. Ich liebe dich, mein Volk im Plunderkleid.&#10;Wie der heidnischen Erde, Gäas Sohn entkräftet zur Mutter glitt,&#10;So wirf dich zu dem Niederen hin, sei schwach, umarme das Leid,&#10;Bis einst dein müder Wanderschuh auf den Nacken des Starken tritt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir lagen lang an Küsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-lagen-lang-an-kuesten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-lagen-lang-an-kuesten/</guid><description>&lt;p&gt;Wir lagen lang an Küsten&#10;Und sind nun aufgewacht.&#10;Ach, wenn die andern wüßten&#10;Um unsere Mitternacht.&#10;Das Wasser in dem Tale,&#10;Der Berg in dunkler Ruh,&#10;Die Luft ist leis und fahle&#10;Und schillert immerzu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind im nächtigen Walde&#10;Ein flatternder Verein.&#10;Die schwesterliche Halde&#10;Pflegt ihre Brüderlein.&#10;Von Spitzen über Täler&#10;Wir setzen kühn hinweg,&#10;Wir fliehn die Sterbemäler&#10;Und suchen doch Versteck.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Gipfeln und auf Graten&#10;Uns wächst ein hoher Schwung.&#10;Von unseren Mannestaten&#10;Blüht die Erinnerung.&#10;Und während wir uns halten&#10;Im Wind, der uns umgibt,&#10;Verspüren wir ein Walten&#10;Und fühlen uns geliebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wird die Welt ein altes Wrack</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wird-die-welt-ein-altes-wrack/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wird-die-welt-ein-altes-wrack/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt kommt der Herbst mit langem Bein&#10;Und zieht die Wolken an der Lein,&#10;Er stampft die grünen Lauben ein,&#10;Mein Schatz, der schließt die Fensterlein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schatz, wird die Welt ein altes Wrack,&#10;Lieb′ schützt uns vor dem Wolkenpack.&#10;Hast du mein Herz in Tasch und Sack,&#10;So macht der Herbst nur naß den Frack.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wolken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wolken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wolken/</guid><description>&lt;p&gt;Der Toten Geister seid ihr, die zum Flusse,&#10;Zum überladnen Kahn der Wesenlosen&#10;Der Bote führt. Euer Rufen hallt im Tosen&#10;Des Sturms und in des Regens wildem Gusse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Todes Banner wird im Zug getragen.&#10;Des Heers carroccio führt die Wappentiere.&#10;Und graunhaft weiß erglänzen die Paniere,&#10;Die mit dem Saum die Horizonte schlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es nahen Mönche, die in Händen bergen&#10;Die Totenlichter in den Prozessionen.&#10;Auf Toter Schultern morsche Särge thronen.&#10;Und Tote sitzen aufrecht in den Särgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wolkenüberflaggt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wolkenueberflaggt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wolkenueberflaggt/</guid><description>&lt;p&gt;Blei-weiß die Fläche, wolkenüberflaggt,&#10;Darein zwei Segel schwarze Furchen graben.&#10;Zwei Uferbäume ragen hochgezackt,&#10;Die frühes Traumgrün auf den Zweigen haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Hunde keuchen übers Ufergras&#10;Und wollen eine heiße Stunde jagen.&#10;Zwei Schüler kommen, schlank und bücher-blass,&#10;Die scheue Liebe wie zwei Leuchter tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein junger Dichter wacht auf einer Bank&#10;Und spricht, die Hände um sein Knie gefaltet:&#10;&amp;ldquo;Wie sind die Dinge heute sehnsuchts-krank!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er aufblickt, hat sich neu gestaltet&#10;Die Welt und ist erschütternd tränen-blank, -&#10;&amp;ldquo;Was&amp;rdquo;, ruft er, &amp;ldquo;hat mein Herz denn so zerspaltet!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunder über Wunder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunder-ueber-wunder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunder-ueber-wunder/</guid><description>&lt;p&gt;Du wunderst wunderlich dich über Wunder,&#10;Verschwendest Witzespfeile, blank geschliffen.&#10;Was du begreifst, mein Freund, ist doch nur Plunder,&#10;Und in Begriffen nicht mit einbegriffen&#10;Ist noch ein unermeßliches Revier,&#10;Du selber drin das größte Wundertier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunderwerck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunderwerck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunderwerck/</guid><description>&lt;p&gt;Zuvor ists auch geschehn und darff auch mehr geschehen,&#10;Ich hab es selbst gesehen, begehrs nicht mehr zu sehen,&#10;Daß auff gepflügtem Feld, in dem es Gerst empfangen,&#10;Sind Pferde nachmals da in kurtzem auffgegangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Würde der Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wuerde-der-frauen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wuerde-der-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Ehret die Frauen! Sie flechten und weben&#10;Himmlische Rosen ins irdische Leben,&#10;Flechten der Liebe beglückendes Band,&#10;Und in der Grazie züchtigem Schleier&#10;Nähren sie wachsam das ewige Feuer&#10;Schöner Gefühle mit heiliger Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ewig aus der Wahrheit Schranken&#10;Schweift des Mannes wilde Kraft;&#10;Unstet treiben die Gedanken&#10;Auf dem Meer der Leidenschaft;&#10;Gierig greift er in die Ferne,&#10;Nimmer wird sein Herz gestillt;&#10;Rastlos durch entlegne Sterne&#10;Jagt er seines Traumes Bild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XIII. Leitlîche blicke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xiii-leitliche-blicke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xiii-leitliche-blicke/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leitlîche blicke unde grôzlîche riuwe&#10;hânt mir daz herze und den lîp nâch verlorn.&#10;mîn alte nôt die klagte ich vür niuwe,&#10;wan daz ich vürhte der schimpfaere zorn.&#10;Singe aber ich dur die, diu mich vrowet hie bevorn,&#10;sô velsche dur got nieman mîne triuwe,&#10;wan ich dur sanc bin ze der welte geborn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Maniger der sprichet: &amp;ldquo;nu sehent, wie der singet!&#10;waere ime iht leit, er taete anders danne sô.&amp;rdquo;&#10;der mac niht wizzen, waz mich leides twinget.&#10;nu tuon aber ich rehte, als ich tet aldô.&#10;Dô ich in leide stuont, dô huop sî mich gar unhô.&#10;diz ist ein nôt, diu mich sanges betwinget.&#10;sorge ist unwert, dâ die liute sint vrô.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXVII. Si hât mich verwunt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxvii-si-hat-mich-verwunt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxvii-si-hat-mich-verwunt/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Si hât mich verwunt&#10;rehte aldurch mîn sêle&#10;in den vil toetlîchen grunt,&#10;dô ich ir tet kunt,&#10;daz ich tobte unde quêle&#10;umb ir vil güetlîchen munt.&#10;Den bat ich zeiner stunt,&#10;daz er mich ze dienste ir bevêle&#10;und daz er mir stêle&#10;von ir ein senftez küssen, sô waer ich iemer gesunt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie wirde ich gehaz&#10;ir vil rôsevarwen munde,&#10;des ich noch niender vergaz!&#10;doch sô müet mich daz,&#10;daz si mir zeiner stunde&#10;sô mit gewalt vor gesaz.&#10;Des bin ich worden laz,&#10;alsô daz ich vil schiere wol gesunde&#10;in der helle grunde&#10;verbrunne, ê ich ir iemer diende, in wisse umbe waz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXVIII. Ich bin keiser âne krône</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxviii-ich-bin-keiser-ane-kra-ne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxviii-ich-bin-keiser-ane-kra-ne/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin keiser âne krône,&#10;sunder lant: daz meinet mir der muot;&#10;der gestuont mir nie sô schône.&#10;danc ir liebes, diu mir sanfte tuot.&#10;Daz schaffet mir ein vrowe vruot.&#10;dur die sô wil ich staete sîn,&#10;wan in gesach nie wîp sô rehte guot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;lsquo;Gerne sol ein rîter ziehen&#10;sich ze guoten wîben. dêst mîn rât.&#10;boesiu wîp diu sol man vliehen.&#10;er ist tump, swer sich an sî verlât,&#10;Wan sîne gebent niht hohen muot.&#10;iedoch sô weiz ich einen man,&#10;den ouch die selben vrowen dunkent guot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zagen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zagen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Himmel hangen&#10;Schatten haschen Wolken&#10;Ängste&#10;Hüpfen&#10;Ducken&#10;Recken&#10;Schaufeln schaufeln&#10;Müde&#10;Stumpf&#10;Versträubt&#10;Die&#10;Gehre&#10;Gruft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zeitgeist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zeitgeist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zeitgeist/</guid><description>&lt;p&gt;Die Uhr der Zeit läßt nicht zurück sich stellen,&#10;Denn vorwärts drängt der Zeiger ohne Rast;&#10;Und all das Bollwerk will und muß zerschellen,&#10;Das hemmend in des Rades Speichen faßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zeit, wo man mit Ammenmärchen schreckte,&#10;Die Zeit, wo man in starre Fesseln schlug&#10;Den Geist, der tief im Schlamm des Irrwahns steckte,&#10;- Die ist vorbei - vorbei der Pfaffentrug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch immer noch will man den Zeiger rücken,&#10;Damit&amp;rsquo;s am Morgen schlage Mitternacht;&#10;Noch immer will den Geist man niederdrücken,&#10;Der lichtwärts strebt, nach langer, banger Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zergangen ist mein Herzeweh...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zergangen-ist-mein-herzeweh/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zergangen-ist-mein-herzeweh/</guid><description>&lt;p&gt;Zergangen ist mein Herzeweh&#10;seit daß nun fließen will der Schnee&#10;von Seiser Alm und Flagg.&#10;Erwachet sind die Erden Dünste,&#10;es mehren sich die Wasserrünste&#10;von Kastelruh in Eissack.&#10;Das will mir wohl behagen.&#10;Ich hör die Vögleine groß und klein&#10;In meinem Wald am Hauenstein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zorn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zorn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zorn/</guid><description>&lt;p&gt;1810&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seh ich im verfallnen, dunkeln&#10;Haus die alten Waffen hangen,&#10;Zornig aus dem Roste funkeln,&#10;Wenn der Morgen aufgegangen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und den letzten Klang verflogen,&#10;Wo im wilden Zug der Wetter,&#10;Aufs gekreuzte Schwert gebogen,&#10;Einst gehaust des Landes Retter;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein neu Geschlecht von Zwergen&#10;Schwindelnd um die Felsen klettern,&#10;Frech, wenns sonnig auf den Bergen,&#10;Feige krümmend sich in Wettern,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihres Heilands Blut und Tränen&#10;Spottend noch einmal verkaufen,&#10;Ohne Klage, Wunsch und Sehnen&#10;In der Zeiten Strom ersaufen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zorn eines Verliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zorn-eines-verliebten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zorn-eines-verliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Brief und Wink verhießen mir&#10;schon um zwei die liebste Schöne;&#10;doch der Zeiger ging auf vier,&#10;und mir fehlte noch Climene.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So Geduld als Zeit verstrich,&#10;und ich schwur, den Trug zu rächen;&#10;endlich aber wies sie sich,&#10;endlich hielt sie ihr Versprechen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wie so schön&amp;rdquo;, sagt′ ich aus Hohn,&#10;&amp;ldquo;hast du alles wahrgenommen!&#10;Nur zwei Stunden wart′ ich schon;&#10;konntest du nicht später kommen?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da mein Eifer Raum gewann,&#10;wollt′ ich sie noch schärfer lehren;&#10;doch: &amp;ldquo;was lärmst du&amp;rdquo;, hub sie an,&#10;&amp;ldquo;wird man mich denn auch nicht hören?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu Abend mein Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-abend-mein-herz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-abend-mein-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Am Abend hört man den Schrei der Fledermäuse,&#10;Zwei Rappen springen auf der Wiese,&#10;Der rote Ahorn rauscht.&#10;Dem Wanderer erscheint die kleine Schenke am Weg.&#10;Herrlich schmecken junger Wein und Nüsse,&#10;Herrlich: betrunken zu taumeln in dämmernden Wald.&#10;Durch schwarzes Geäst tönen schmerzliche Glocken,&#10;Auf das Gesicht tropft Tau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu der Apfel-Verkäuferin...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-der-apfel-verkaeuferin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-der-apfel-verkaeuferin/</guid><description>&lt;p&gt;Zu der Apfel-Verkäuferin&#10;Kamen Kinder gelaufen,&#10;Alle wollten kaufen;&#10;Mit munterm Sinn&#10;Griffen sie aus dem Haufen,&#10;Beschauten mit Verlangen&#10;Nah und näher rotbäckige Wangen -&#10;Sie hörten den Preis&#10;Und warfen sie wieder hin&#10;Als wären sie glühend heiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was der für Käufer haben sollte&#10;Der Ware gratis geben wollte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu einer goldnen Hochzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-einer-goldnen-hochzeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-einer-goldnen-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Schweift der Geist zurück in jene Tage&#10;Alter Zeiten, Schönres er nicht findet,&#10;Als das Schicksal, welches eine Sage&#10;Uns von Philemon und Baucis kündet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Treuerprobt im Glücke und im Leide,&#10;Wuchs ihr Leben so in Eins zusammen,&#10;Dass - damit der Tod sie niemals scheide,&#10;Ließ ein Gott aus ihnen Bäume stammen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deren Zweige unauflöslich breiten&#10;Sich zum Schattendache, und ein Tempel&#10;Werden vielen Paaren, die voll Freuden&#10;Nehmen dran ein liebendes Exempel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu Neujahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-neujahr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-neujahr/</guid><description>&lt;p&gt;Will das Glück nach seinem Sinn&#10;dir was Gutes schenken,&#10;sage Dank und nimm es hin&#10;ohne viel Bedenken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jede Gabe sei begrüßt,&#10;doch vor allen Dingen:&#10;das, worum du dich bemühst,&#10;möge dir gelingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu später Lohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-spaeter-lohn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-spaeter-lohn/</guid><description>&lt;p&gt;Wann nach des Tages Sorg und Frohne&#10;Mich Abends nun entläßt die Pflicht,&#10;Und ich der Chinarose nicht&#10;Und nicht des Oleanders schone,&#10;Die Hand zur stolzen Anemone&#10;Bescheidenes Vergißmeinnicht,&#10;Schasmin, Resed und Myrthe bricht,&#10;Und der Begleiterin zur Krone&#10;Sie unter Scherz und Liedern flicht;&#10;In holder Anmut wie Dione&#10;Lacht dann das Mädchen mir und spricht:&#10;»Dir Altem gleich gibts wo ich wohne&#10;Der Sänger und der Gärtner nicht.«&#10;Und mit dem freundlichsten Gesicht&#10;Reicht sie mir einen Kuss zum Lohne.&#10;Warum sprach man in solchem Tone&#10;Vor zwanzig Jahren mir noch nicht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zuflucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zuflucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zuflucht/</guid><description>&lt;p&gt;Hinterm Elternhaus am kleinen Weiher,&#10;dicht umdunkelt rings von Weidenruten,&#10;breitet eine Pappel ihre schwanken&#10;Zweige nickend über Schilf und Fluten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seltsam heimlich ist′s an diesem Orte;&#10;schon als Knabe hab ich hier gesessen&#10;und mich ausgeweint im Schutz der hohen&#10;Binsen und mein junges Leid vergessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wieder starr ich in das schwarze Wasser,&#10;aber keine Träne will mir kommen;&#10;nur die schwanken Pappelzweige seh ich&#10;dort sich spiegeln, winkend, bleich, verschwommen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-abschied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Dies ist der Hag, wildgrün und weit,&#10;Den ich dereinst durchschritten&#10;In meiner Jugend Maienzeit&#10;Mit jugendfrischen Sitten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er liegt so schön, so duftiggrün.&#10;Er hat die alten wieder,&#10;Die Quelle springt, die Blumen blühn&#10;Wie sonst den Berghang nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O meiner Jugend goldne Zeit,&#10;Nur du bist hingeronnen,&#10;Die alte stille Seligkeit,&#10;Die alten, süßen Wonnen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fremd ist die Welt, gar vieles brach,&#10;Manch Herz mir nicht mehr glühet,&#10;Galt weht der Wind, der Rosenhag&#10;Der Jugend ist verblühet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Abschied meiner Tochter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-abschied-meiner-tochter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-abschied-meiner-tochter/</guid><description>&lt;p&gt;Der Herbstwind schüttelt die Linde,&#10;Wie geht die Welt so geschwinde!&#10;Halte dein Kindelein warm.&#10;Der Sommer ist hingefahren,&#10;Da wir zusammen waren -&#10;Ach, die sich lieben, wie arm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie arm, die sich lieben und scheiden!&#10;Das haben erfahren wir beiden,&#10;Mir graut vor dem stillen Haus.&#10;Dein Tüchlein läßt du noch wehen,&#10;Ich kann′s vor Tränen kaum sehen,&#10;Schau still in die Gasse hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gassen schauen nochnächtlich,&#10;Es rasselt der Wagen bedächtig -&#10;Nun plötzlich rascher der Trott&#10;Durchs Tor in die Stille der Felder,&#10;Da grüßen so mutig die Wälder,&#10;Lieb Töchterlein, fahre mit Gott!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Verkauf eines Rembrandtbildes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-verkauf-eines-rembrandtbildes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-verkauf-eines-rembrandtbildes/</guid><description>&lt;p&gt;Große Kunst ist nur zu lohnen&#10;Mit Millionen, mit Millionen!&#10;Voll Begeist′rung schreit′s die Welt,&#10;Opfert gern ihr schönstes Geld,&#10;Wann es zu erwerben gilt&#10;Ein signiertes Meisterbild!&#10;Doch Bedingung ist dabei:&#10;Daß der Meister tot schon sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schuldenreich und guldenarm&#10;Schied Herr Rembrandt aus dem Schwarm:&#10;Aber jetzt - man lach′ und weine -&#10;Durch ein einzig Bild, dies eine,&#10;Würd′ er Doppelmillionär ..&#10;Wenn er noch vorhanden wär′.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zuneignung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zuneignung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zuneignung/</guid><description>&lt;p&gt;Wem ich die Blumen meines Sanges streue,&#10;Forscht Ihr von mir, und seht mich fragend an?&#10;Der ich mein Herz und meine Seele weihe,&#10;Ihr sind auch diese Blüthen unterthan.&#10;O, daß die Himmlische sich ihrer freue,&#10;Wohl schönern Lohn kein Sänger je gewann!&#10;O, möge ihr mein tönend Spiel gefallen,&#10;Der Einen nur, die herrlich unter Allen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu ihrem Preise soll in späten Tagen&#10;Mein Lied noch tönen aus der Enkel Mund;&#10;Den holden Namen soll&amp;rsquo;s zur Nachwelt tragen,&#10;Ihr hohes Lob thu&amp;rsquo; es begeisternd kund;&#10;Wie Sänger einst die Saiten angeschlagen,&#10;In ew&amp;rsquo;gen Liedern feiernd solchen Bund,&#10;Gleich wie Petrark, hoch über alle Sterne&#10;Trüg&amp;rsquo; ich den Ruhm der Heißgeliebten gerne! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zuschauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zuschauen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zuschauen/</guid><description>&lt;p&gt;Wer es dahin gebracht hat,&#10;dem eigenen Leben&#10;zuschauen zu können,&#10;ist den Leiden des Lebens entronnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Königskinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-koenigskinder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:26:26 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-koenigskinder/</guid><description>&lt;p&gt;(16. Jh.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es waren zwei Königskinder,&#10;die hatten einander so lieb,&#10;sie konnten zusammen nicht kommen,&#10;das Wasser war viel zu tief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herzliebster, kannst du nicht schwimmen?&#10;Herzlieb, schwimm herüber zu mir!&#10;Zwei Kerzen will ich hier anzünden,&#10;und die sollen leuchten dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das hört eine falsche Nonne,&#10;die tat, als ob sie schlief.&#10;Sie tat die Lichter auslöschen,&#10;der Jüngling ertrank so tief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war an ei&amp;rsquo;m Sonntagmorgen,&#10;die Leut&amp;rsquo; waren alle so froh,&#10;bis auf die Königstochter,&#10;sie weinte die Äuglein rot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>"Masse Mensch"</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/masse-mensch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/masse-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin die Masse.&#10;Ich bin niemand und alle.&#10;Ich fühle mich und ahne dumpf, was ich will.&#10;Wenn ich mich einmal zusammenballe,&#10;wird das einzelne Ding in mir still.&#10;Ein Ruf nur:&#10;&amp;ldquo;Rule Britannia -!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Untertauchen in mir Angestellte und Fabrikanten,&#10;Volksschullehrerinnen und Präsidenten vom Fußballverein;&#10;alle sehen mit dem gleichen gespannten&#10;Ausdruck nach vorn - alle sind nur noch ein&#10;Leib, ein Herz, eine einzige Demokratie:&#10;&amp;ldquo;Allons, enfants de la patrie -!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>"Zum ewigen Frieden" von Immanuel Kant!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-ewigen-frieden-von-immanuel-kant/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-ewigen-frieden-von-immanuel-kant/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;quot;&#10;Bei dem traurigen Anblick nicht sowohl der Übel, die das menschliche Geschlecht&#10;aus Naturursachen drücken, als vielmehr derjenigen, welche die Menschen sich&#10;untereinander selbst anthun, erheitert sich doch das Gemüth durch die Aussicht,&#10;es könne künftighin besser werden; und zwar mit uneigennützigem Wohlwollen,&#10;wenn wir längst im Grabe sein und die Früchte, die wir zum Teil selbst gesät haben,&#10;nicht einernten werden.&#10;&amp;quot;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie las ein Blick, von Thränen übermannt,&#10;ein Wort wie dieses von Immanuel Kant.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>10. Jänner 1834</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/10-jaenner-1834/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/10-jaenner-1834/</guid><description>&lt;p&gt;Wo schlägt ein Herz das bleibend fühlt?&#10;Wo ruht ein Grund nicht stäts durchwühlt,&#10;Wo strahlt ein See nicht stäts durchspült,&#10;Ein Mutterschoß, der nie erkühlt,&#10;Ein Spiegel nicht für jedes Bild&#10;Wo ist ein Grund, ein Dach, ein Schild,&#10;Ein Himmel, der kein Wolkenflug&#10;Ein Frühling, der kein Vögelzug,&#10;Wo eine Spur, die ewig treu&#10;Ein Gleis, das nicht stäts neu und neu,&#10;Ach wo ist Bleibens auf der Welt,&#10;Ein redlich ein gefriedet Feld,&#10;Ein Blick der hin und her nicht schweift,&#10;Und dies und das und nichts ergreift,&#10;Ein Geist, der sammelt und erbaut,&#10;Ach wo ist meiner Sehnsucht Braut;&#10;Ich trage einen treuen Stern&#10;Und pflanzt ihn in den Himmel gern&#10;Und find kein Plätzchen tief und klar,&#10;Und keinen Felsgrund zum Altar,&#10;Hilf suchen, Süße, halt o halt!&#10;Ein jeder Himmel leid′t Gewalt!&#10;Amen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>1813</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/1813/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/1813/</guid><description>&lt;p&gt;Nun weiß es doch das Volk der Denker!&#10;Der liebe Gott als Schlachtenlenker&#10;Verlor uns Jena. Später dann&#10;War Er′s, der Leipzig uns gewann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er will von allen Weltbezirken&#10;Besonders stark in Preußen wirken.&#10;Sein ganzes Trachten lenkt ihn hin&#10;Zum Weltennabel, nach Berlin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach Friedrich, der so fromm gewesen,&#10;Wie wir in allen Büchern lesen,&#10;Zog eine freiere Idee&#10;Sich an und um den Strand der Spree.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da half nun Gott den Ohnehosen.&#10;Ja — ausgerechnet den Franzosen!&#10;Sie hatten ihn zwar abgesetzt,&#10;Doch schien er nicht dadurch verletzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>1917</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/1917/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/1917/</guid><description>&lt;p&gt;Halte wach den Hass. Halte wach das Leid.&#10;Brenne weiter am Stahl der Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glaube nicht, wenn du liest auf diesem Papier,&#10;ein Mensch ist getötet, er gleicht nicht dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glaube nicht, wenn du siehst den entsetzlichen Zug&#10;Einer Mutter, die ihren Kleinen trug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus dem rauchenden Kessel der brüllenden Schlacht,&#10;Das Unglück ist nicht von Dir gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heran zu den elenden Leichenschein,&#10;Wo aus Fetzen starrt eines Toten Bein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>20. Ahndung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/20-ahndung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/20-ahndung/</guid><description>&lt;p&gt;Freundlicher Mond, du gießest milden Schimmer&#10;Auf mein goldnes Klavier, und winkest lächelnd,&#10;Mit des seelenschmelzenden Gluck: Willkommen!&#10;Dich zu begrüßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber mir sagt der tiefe bange Seufzer,&#10;Daß mit Thränen der Sehnsucht meine Selma&#10;Jetzt dich anblickt: freundlicher Mond, ich kann dich&#10;Jetzt nicht begrüßen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>A la Gabriel Max</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/a-la-gabriel-max/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/a-la-gabriel-max/</guid><description>&lt;p&gt;O laß mich, laß mich,&#10;Du blasse Dirne,&#10;Du so heiß begehrtes,&#10;So schnöde verdammtes&#10;Kind der Sünde!&#10;Was soll das Lächeln,&#10;Da sinnverwirrende,&#10;Das den reizenden&#10;Kleinen schwellenden Mund&#10;Dir so lieblich umknospet?&#10;Was soll deiner großen&#10;Nachtschwarzen Kinderaugen&#10;Wehmüthige Räthselfrage,&#10;All&amp;rsquo; die bachantische Glut,&#10;All&amp;rsquo; das lustsatte Leid,&#10;Das dein müdes Gesichtchen&#10;Mir wechselnd kündet?&#10;Ich kann dich nicht retten&#10;Aus dem Pfuhl der Verderbniß,&#10;Du schöne Verlorene! &amp;hellip;&#10;Nicht darf ich mehr bergen&#10;Dein süßes Lockenhaupt&#10;An meine starke&#10;Pochende Männerbrust,&#10;Nicht mehr mit zitternden Fingern&#10;Voll seliger Trunkenheit&#10;Wühlen in deinem Seidenhaar.&#10;Ich lieb&amp;rsquo; eine Andere! &amp;hellip;&#10;Wie du mich liebst&#10;Mit all&amp;rsquo; der Stärke und Reine&#10;Und thaufrischen Frühlingsempfindung&#10;All&amp;rsquo; der herzfüllenden Leidenschaft&#10;Der wahren Liebe! – – –&#10;Ach, nicht deiner Seele&#10;Holdes Geheimniß&#10;Suchte ich brünstig,&#10;Aug&amp;rsquo; in Auge gesenkt&#10;Lippe hangend an Lippe&#10;In der Wollustumarmung&#10;Wildlodernder Küsse,&#10;Nur deines Leibes&#10;Jungfräulich herber&#10;Berauschender Dufthauch&#10;Trieb mich fiebernd&#10;In deine weichen Arme,&#10;Daß ich wild an mich preßte&#10;Deiner weißwogenden Brüste&#10;Schimmernde Fülle,&#10;Zu sättigen der Sinne&#10;Ewig rege Dämonen &amp;hellip;&#10;Ich kann dich nicht retten &amp;hellip;&#10;O fluche nicht dem Unseligen!&#10;Auch ich bin gebannt&#10;In sternlose Nacht&#10;Wie du;&#10;Unstät und flüchtig&#10;Muß ich weiter irren&#10;Durch pfadleere Wüste,&#10;Stumm weiterschleppen&#10;Die Qualenlast&#10;Nie gestillter Sehnsucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>A la Makart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/a-la-makart/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/a-la-makart/</guid><description>&lt;p&gt;Mit dämonischen Reizen&#10;Schmückte dich Venus,&#10;Die Göttin der Liebe:&#10;Du wollüstig blasse,&#10;Lustheischende Dirne.&#10;Wie schön bist du!&#10;Leise heben sich&#10;In zitternden Wogen&#10;Deiner üppigen Brüste&#10;Zartknospende Rosen.&#10;Phantastisch flutet&#10;Deines Seidenhaars&#10;Duftige Lockenfülle&#10;Auf den blüthenweißen&#10;Nacken hernieder,&#10;Der so lieblich gerundet &amp;hellip;&#10;Immer heißer zehrt&#10;Am innersten Mark mir&#10;Deiner nachtschwarzen Augen&#10;Wildlodernde Glut.&#10;Wollustathmend,&#10;Fieberheiß,&#10;Blüht mir entgegen&#10;Deines schwellenden Leibes&#10;Nacktschimmernde Pracht;&#10;Und wonnig umschlungen&#10;Von dem sammetweichen Fleische&#10;Deiner weißkosigen Arme&#10;Sinke ich liebeächzend&#10;In deines feuchten&#10;Brünstigen Schooßes&#10;Thauspendende Tiefen.&#10;Voll süßer Gier,&#10;In wahnsinniger Trunkenheit&#10;Preß ich dich an mich;&#10;Lippe brennt auf Lippe,&#10;Leib schwelgt an Leib,&#10;In seligen Schauern&#10;Rinnt in einander&#10;Der Seelen Geheimniß &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abbitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abbitte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abbitte/</guid><description>&lt;p&gt;Heilig Wesen! gestört hab′ ich die goldene&#10;Götterruhe dir oft, und der geheimeren,&#10;Tiefern Schmerzen des Lebens&#10;Hast du manche gelernt von mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O vergiß es, vergib! gleich dem Gewölke dort&#10;Vor dem friedlichen Mond, geh′ ich dahin, und du&#10;Ruhst und glänzest in deiner&#10;Schöne wieder, du süßes Licht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend im Park</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-im-park/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-im-park/</guid><description>&lt;p&gt;Sommerabend liebt das Schweigen&#10;Nach des Tages Lärm und Gier:&#10;Stille dunkle Wipfel steigen&#10;In den Himmel von Saphir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch darunter flüstern Paare&#10;Von dem Glück der Dämmernacht,&#10;Bis der Liebe süße Ware&#10;Wieder an den Mann gebracht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis die Müden ruhn vom Reigen&#10;Selig unter Baum und Strauch -&#10;Sommerabend liebt das Schweigen:&#10;Liebe liebt es endlich auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendfeier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendfeier/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendfeier/</guid><description>&lt;p&gt;Im Abendgoldbrand&#10;Lohen die Fenster,&#10;Brennen die Giebel,&#10;Glühen die Wolken,&#10;Wundergleich&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was scheidest du so feierlich,&#10;Sinkende Sonne?&#10;Von unsern schlichten Tagen&#10;Ein schlichtester ging hin -&#10;Was ist geschehn,&#10;Was hast du vollbracht,&#10;Daß ein Fanal du zündest,&#10;Wie&amp;rsquo;s ungeheurer Tat,&#10;Wie&amp;rsquo;s Götterfesten ziemt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Millionen Wesen weckt&amp;rsquo; ich&#10;Aus allen Erdenfugen&#10;Heute zu Leben und Licht -&#10;Millionen Müde streckt&amp;rsquo; ich,&#10;Weil sie mich nimmer ertrugen,&#10;Nieder zum letzten Verzicht!&#10;Unzählige, die ich geschaffen,&#10;Führt&amp;rsquo; ich in Kränzen und Waffen&#10;Heute zur höchsten Lust -&#10;Unzählige, die mir nicht minder&#10;Liebe und würdige Kinder,&#10;Hab&amp;rsquo; ich mit hundert Qualen&#10;Heut&amp;rsquo; martern gemußt..&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendgebet einer erkälteten Negerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgebet-einer-erkaelteten-negerin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgebet-einer-erkaelteten-negerin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich suche Sternengefunkel.&#10;Sonne brennt mich dunkel.&#10;Sonne drohet mit Stich.&#10;Warum brennt mich die Sonne im Zorn?&#10;Warum brennt sie gerade mich?&#10;Warum nicht Korn?&#10;Ich folge weißen Mannes Spur.&#10;Der Mann war weiß und roch so gut.&#10;Mir ist in meiner Muschelschnur&#10;So neglige zu Mut.&#10;Kam in mein Wigwam&#10;Weit über das Meer,&#10;Seit er zurückschwamm,&#10;Das Wigwam&#10;Blieb leer.&#10;Drüben am Walde&#10;Kängt ein Guruh &amp;ndash;&#10;Warte nur balde&#10;Kängurst auch du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgefuehl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Friedlich bekämpfen&#10;Nacht sich und Tag.&#10;Wie das zu dämpfen,&#10;Wie das zu lösen vermag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der mich bedrückte,&#10;Schläfst du schon Schmerz?&#10;Was mich beglückte,&#10;Sage, was war′s doch, mein Herz?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freude, wie Kummer,&#10;Fühl ich zerrann,&#10;Aber den Schlummer&#10;Führten sie leise heran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und im Entschweben,&#10;Immer empor,&#10;Kommt mir das Leben&#10;Ganz, wie ein Schlummerlied vor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgesang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Wandre, Seele, nimm dir zum Geleit&#10;Wind und Wolke, morgen bist du weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frühe schimmert; Dämmrung schwindet ganz,&#10;Dunst wird Bläue, Nebel wird zum Glanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Äther flutet flimmernd wie ein Meer:&#10;Bist du jung? Bist du von alters her?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, die schwarzen Tannen stehen dicht!&#10;Gipfel tauchen aus der fernsten Sicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus der Ebne, zwischen reifer Saat,&#10;Blitzt ein Fluss herauf wie Silberdraht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt ein Dunkel, greift dir Sturm ins Haar,&#10;Jagt Gewölk wie eine Flüchtlingsschar -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendländisches Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlaendisches-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlaendisches-lied/</guid><description>&lt;p&gt;O der Seele nächtlicher Flügelschlag:&#10;Hirten gingen wir einst an dämmernden Wäldern hin&#10;Und es folgte das rote Wild, die grüne Blume und der lallende Quell&#10;Demutsvoll. O, der uralte Ton des Heimchens,&#10;Blut blühend am Opferstein&#10;Und der Schrei des einsamen Vogels über der grünen Stille des Teichs.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, ihr Krenzzüge und glühenden Martern&#10;Des Fleisches, Fallen purpurner Früchte&#10;Im Abendgarten, wo vor Zeiten die frommen Jünger gegangen,&#10;Kriegsleute nun, erwachend aus Wunden und Sternenträumen.&#10;O, das sanfte Zyanenbündel der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied wenn man aus dem Wirtshaus geht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-wenn-man-aus-dem-wirtshaus-geht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied-wenn-man-aus-dem-wirtshaus-geht/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt schwingen wir den Hut.&#10;Der Wein, der war so gut.&#10;Der Kaiser trinkt Burgunder Wein,&#10;Sein schönster Junker schenkt ihm ein,&#10;Und schmeckt ihm doch nicht besser,&#10;Nicht besser.&#10;Der Wirt, der ist bezahlt,&#10;Und keine Kreide malt&#10;Den Namen an die Kammertür&#10;Und hintendran die Schuldgebühr.&#10;Der Gast darf wiederkommen,&#10;Ja kommen.&#10;Und wer sein Gläslein trinkt,&#10;Ein lustig Liedlein singt&#10;Im Frieden und mit Sittsamkeit&#10;Und geht nach Haus zu rechter Zeit,&#10;Der Gast darf wiederkehren,&#10;Mit Ehren.&#10;Des Wirts sein Töchterlein&#10;Ist züchtig, schlank und fein,&#10;Die Mutter hält’s in treuer Hut,&#10;Und hat sie keins, das ist nicht gut,&#10;Musst’ eins in Strassburg kaufen,&#10;Ja kaufen.&#10;Jetzt, Brüder, gute Nacht!&#10;Der Mond am Himmel wacht;&#10;Und wacht er nicht, so schläft er noch.&#10;Wir finden Weg und Haustür doch&#10;Und schlafen aus im Frieden,&#10;Ja Frieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendphantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendphantasie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendphantasie/</guid><description>&lt;p&gt;Süßes Bild,&#10;Schwebst mir vor mit leisem Sehnen!&#10;Klagst mit wehmuthsvollen Thränen,&#10;Tief in Trauerflor verhüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wonnezeit!&#10;Ach! Umstrahlt von Frühlingsmilde,&#10;Froh in Tempe′s Lichtgefilde,&#10;Lebt′ ich dir, o Zärtlichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Thränen fließt!&#10;Thauend, wie die kleine Quelle&#10;Rieselnd, perlend, Well′ an Welle&#10;Über Blumen sich ergießt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles schweigt!&#10;Kaum, daß in des Westes Flüstern,&#10;Unterm Schattendach des düstern&#10;Tannenhains, der Halm sich beugt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holder Traum!&#10;Fliehe nicht auf Rosenflügeln;&#10;Weile an des Baches Spiegeln,&#10;Suche nicht des Aethers Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abenteuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abenteuer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abenteuer/</guid><description>&lt;p&gt;Nun hat der weite Weg mich ganz verloren,&#10;Wie floh mich Anfang, Ende und die Mitte!&#10;Ich bin in einem tiefen Kreis geboren,&#10;Ich höre meine leichten Schritte&#10;In einem fernen Lande widerhallen,&#10;Ich höre meine leisen Worte&#10;In eine dunkle Stille niederfallen,&#10;Ich schreite durch viel fremde Orte,&#10;Fühl mich gehalten, stille, wie zu Haus,&#10;Und muß doch gehn, und gehe wie für immer,&#10;Und schau nach meiner Rückkehr lächelnd aus -&#10;Ich weiß so viel: Ich kenne schon das Zimmer,&#10;Der blauen Ampel süß gestilltes Licht,&#10;Ich hörte schon vor tausend Jahren diese Stimme,&#10;Wie sie mir zitternd das Willkommen spricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abisag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abisag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abisag/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie lag. Und ihre Kinderarme waren&#10;von Dienern um den Welkenden gebunden,&#10;auf dem sie lag die süßen langen Stunden,&#10;ein wenig bang vor seinen vielen Jahren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und manchmal wandte sie in seinem Barte&#10;ihr Angesicht, wenn eine Eule schrie;&#10;und alles, was die Nacht war, kam und scharte&#10;mit Bangen und Verlangen sich um sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sterne zitterten wie ihresgleichen,&#10;der Duft ging suchend durch das Schlafgemach,&#10;der Vorhang rührte sich und gab ein Zeichen,&#10;und leise ging ihr Blick dem Zeichen nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abreise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abreise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abreise/</guid><description>&lt;p&gt;Fertig schon zur Abfahrt steht der Wagen,&#10;Und das Posthorn bläst zum letztenmale.&#10;Sagt, wo bleibt der vierte Mann so lange?&#10;Ruft ihn, soll er nicht dahinten bleiben!&#10;- Indes fällt ein rascher Sommerregen;&#10;Eh man hundert zählt, ist er vorüber;&#10;Fast zu kurz, den heissen Staub zu löschen;&#10;Doch auch diese Letzung ist willkommen.&#10;Kühlung füllt und Wohlgeruch den weiten&#10;Platz und an den Häusern ringsum öffnet&#10;Sich ein Blumenfenster um das andre.&#10;Endlich kommt der junge Mann. Geschwinde!&#10;Eingestiegen! - Und fort rollt der Wagen.&#10;Aber sehet, auf dem nassen Pflaster&#10;Vor dem Posthaus, wo er stillgehalten,&#10;Lässt er einen trocknen Fleck zurücke,&#10;Lang und breit, sogar die Räder sieht man&#10;Angezeigt und wo die Pferde standen.&#10;Aber dort in jenem hübschen Hause,&#10;Drin der Jüngling sich so lang verweilte,&#10;Steht ein Mädchen hinterm Fensterladen,&#10;Blicket auf die weiss gelassne Stelle,&#10;Hält ihr Tüchlein vors Gesicht und weinet.&#10;Mag es ihr so ernst sein? Ohne Zweifel;&#10;Doch der Jammer wird nicht lange währen:&#10;Mädchenaugen, wisst ihr, trocknen hurtig,&#10;Und eh auf dem Markt die Steine wieder&#10;Alle hell geworden von der Sonne,&#10;Könnet ihr den Wildfang lachen hören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied an Dornburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-an-dornburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-an-dornburg/</guid><description>&lt;p&gt;Du Berg, der frei die hohe Stirn erhebt,&#10;wo oft der Strahl des Morgens mich umwebt,&#10;du Welle, die das Ufer spielend neckt,&#10;wie Menschenstimmen oft mich leicht erschreckt,&#10;du Abendrot, das auf der Welle schwimmt,&#10;ihr Würmchen, die, in Dämmerung entglimmt,&#10;durch Busch und Flur in schnellen, leichten Tänzen,&#10;mir, wie herabgefallne Sterne glänzen,&#10;du ewig unbewegter Tannenwald,&#10;der stillen Sorge trauter Aufenthalt,&#10;der Hain, wo einsam Philomele girrt,&#10;worin ich oft mutwillig mich verirrt,&#10;der Weide Duft, der still die Lüfte küßt,&#10;- seid alle mir zum letztenmal gegrüßt!&#10;Lebt wohl! Ihr habt mit unschuldvollem Scherz,&#10;mit goldnem Traum oft mein Gemüt entschleiert,&#10;und meine Ruhe fühlend mitgefeiert!&#10;Auch ihr vermißt der Freundin leichte Spur,&#10;denn was ist, ohne das empfindungsvolle Herz,&#10;das sie versteht, die lieblichste Natur?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied vom Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-vom-walde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-vom-walde/</guid><description>&lt;p&gt;Wie liegst du fromm gebreitet,&#10;Du lichter grüner Wald!&#10;Im Gras ein Rehlein weidet,&#10;Der Schlag der Amsel hallt.&#10;Wie oft hab&lt;code&gt; ich geschwärmet In dir, du duft&lt;/code&gt;ger Tann,&#10;Und wenn ich mich gehärmet,&#10;Du warst nicht schuld daran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O schau` mit deinen Augen&#10;Mich nicht so innig an;&#10;Laß deinen Duft nur hauchen,&#10;Wie immer du getan;&#10;Laß deine Wipfel wehen,&#10;Die stets von Märchen voll —&#10;Ich muß, ach! weitergehen,&#10;Mein Wald, so lebe wohl!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von Bremen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-bremen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-bremen/</guid><description>&lt;p&gt;Mündlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Bremen, ich muß dich nun lassen,&#10;O du wunderschöne Stadt,&#10;Und darinnen muß ich lassen&#10;Meinen allerschönsten Schatz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir haben oft beisamm gesessen,&#10;Manche schöne Monden-Nacht,&#10;Manchen Schlaf zusamm vergessen,&#10;Und die Zeit so zugebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Koffer rollt, der Morgen kühlet,&#10;Ach, die Straßen sind so still,&#10;Und was da mein Herze fühlet,&#10;Nimmermehr ich sagen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weg mich schmerzlich wieder lenket&#10;Hin, wo Liebchen sah herab,&#10;Daß sie ja noch mein gedenket,&#10;Drück ich zwei Pistolen ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von der Junggesellenzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-der-junggesellenzeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-der-junggesellenzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Agathe, wackel nicht mehr mit dem Busen!&#10;Die letzten roten Astern trag herbei!&#10;Laß die Verführungskünste bunter Blusen,&#10;Das Zwinkern laß, den kleinen Wohllustschrei&amp;hellip;&#10;Nicht mehr für dich foxtrotten meine Musen -&#10;Vorbei - vorbei -&#10;Es schminkt sich ab der Junggesellenmime:&#10;Leb wohl! Ich nehm mir eine Legitime!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leb, Magdalene, wohl! Du konntest packen,&#10;Wenn du mich mochtest, bis ich grün und blau.&#10;Geliebtendämmerung. Der Mond der weißen Backen&#10;Verdämmert sacht. Jetzt hab ich eine Frau.&#10;Leb, Lotte, wohl! Dein kleiner fester Nacken&#10;Ruht itzt in einem andern Liebesbau&amp;hellip;&#10;Lebt alle wohl! Muß ich von Kindern lesen:&#10;Ich schwör sie ab. Ich bin es nicht gewesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von Olevano</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-olevano/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-olevano/</guid><description>&lt;p&gt;Leb′ wohl, du unvergeßliches Felsendorf,&#10;Leb′ wohl! Mit heiter scherzendem Lied nicht mehr&#10;Will ich dich preisen, wie′s den Kindern,&#10;Göttern und Glücklichen ist gegeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der leichte Scherz, der flüchtig im Sommertag&#10;Dem Schmetterling vergleichbar die Blumen neckt,&#10;Ist nicht mein Erbtheil, anders lenkt′ es&#10;Jener zerstörende Geist, den schauernd&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Lebenskampf mein glühendes Herz erprüft.&#10;Gefährlich ist′s zu spielen; die Nemesis&#10;Ist eine ernste Macht, die Charis&#10;Fliehet vor ihr in das Reich der Kindheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschiedsgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedsgesang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedsgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Dies siehst du häufig auf den Straßen:&#10;Im Auto vor den Sektterrassen&#10;schwimmt mild ein Fettkloß in dem Wagen -&#10;Beruf: Nie sollst du mich befragen.&#10;Der Motor surrt. Das Fett, es zittert.&#10;Sieh da: es hat sich ausgewittert&#10;mit Bolschewismus, mit Verträgen -&#10;es wird sich alles wieder legen.&#10;Der Dicke strahlt. Er ist der Alte&amp;hellip;&#10;Der ganze Bauch ist eine Falte!&#10;Und kennst du seine Weiblichkeiten?&#10;Wer wagt, den Liebreiz zu bestreiten&#10;der jungen Mädchen aus dem Osten,&#10;indem, daß sie so ville kosten?&#10;&amp;ldquo;Der Stein ist Tineff!&amp;rdquo; haucht sie lind.&#10;&amp;ldquo;Und der - der will mein Schklave sind?&amp;rdquo;&#10;Als deiner anderswo gefeiert,&#10;mein Kind, hast du dich entgeschleiert,&#10;so tief, daß ich nach hinten prallte&amp;hellip;&#10;Der ganze Bauch war eine Falte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschiedsklage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedsklage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedsklage/</guid><description>&lt;p&gt;Ach in Trauern muß ich leben,&#10;Ach! wie hab ichs denn verschuldt?&#10;Weil mirs hat mein Schatz aufgeben,&#10;Muß ichs leiden mit Geduld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vater und Mutter, die wollens nicht leiden,&#10;Gelt mein Schatz, das weißt du wohl?&#10;Du hast recht in allen Sachen,&#10;Kannst dein Glück noch besser machen,&#10;Weil ich dich nicht kriegen soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rosmarin und Lorbeerblätter&#10;Verehr ich dir zu guter lezt,&#10;Das soll seyn das lezt Gedenken,&#10;Weil du mich nochmals ergötzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschiedslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschiedslied/</guid><description>&lt;p&gt;Fahr wohl, du alte Schraube!&#10;Mir warst du sehr egal.&#10;Mir schmeckt die Lebenstraube,&#10;Und dir ist alles Qual!&#10;Tu immer, was du wolltest;&#10;Ich stör dich nicht dabei.&#10;Ich weiß nicht, was du solltest;&#10;Ich laß dich gerne frei.&#10;Und wenn du wieder grolltest,&#10;So wär′s mir einerlei.&#10;Schrei nur, mein Liebchen, schrei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abt Neithards und seiner Münche Chor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abt-neithards-und-seiner-muenche-chor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abt-neithards-und-seiner-muenche-chor/</guid><description>&lt;p&gt;Manuscript Neithards des Minnesängers, sämmtliche&#10;Streiche mit den&#10;Bauren enthaltend, in meiner Bibliothek.&#10;C. Brentano.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will mich aber freuen gegen diesen Mayen,&#10;Der mir gar üppiglichen Muth soll verleihen,&#10;Das sey eim Bauer und seinen Gesellen leide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe der Lieben gedient also lange,&#10;Oft und viel mit meinem neuen Gesange,&#10;Die gelben Blümelein bracht ich ihr von der Heyde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die trug sie gar hübschlich zu dem Tanze,&#10;Alle meine Hoffnung mußt mir werden ganze,&#10;Da ich sie sah die säuberliche Magd.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach wenn ich doch ein Täublein wär</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wenn-ich-doch-ein-taeublein-waer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wenn-ich-doch-ein-taeublein-waer/</guid><description>&lt;p&gt;Dort oben auf dem Berge,&#10;Da steht ein hohes Haus,&#10;Da fliegen alle Morgen,&#10;Zwey Turteltäublein raus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach wenn ich nur ein Täublein wär!&#10;Wollt fliegen aus und ein,&#10;Wollt fliegen alle Morgen!&#10;Zu meinem Brüderlein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Haus wollt ich mir bauen,&#10;Ein Stock von grünem Klee,&#10;Mit Buchsbaum wollt ichs decken,&#10;Und rothen Nägelein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn das Haus gebauet wär,&#10;Bescheert mir Gott was n′ein,&#10;Ein kleines, kleines Kindelein,&#10;Das soll mein Täublein seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach wiltu mich verlassen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wiltu-mich-verlassen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wiltu-mich-verlassen/</guid><description>&lt;p&gt;Ach wiltu mich verlassen /&#10;O liebste Galate?&#10;du meinst / die ich nicht seh /&#10;die müß ich auch fort hassen;&#10;Nein / ich lieb solcher massen /&#10;daß ich für dich vergeh /&#10;und schmeltze / wie der Schne /&#10;den Phebus pflegt zu fassen.&#10;Du bist mein Freud und Wonn′&#10;und meines Hertzens Sonn′!&#10;Ach sih′ / ich bin ergeben&#10;dem / das du wenig liebst /&#10;und darüm mich betrübst /&#10;dem losen Venus Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach, die Augen sind es wieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-die-augen-sind-es-wieder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-die-augen-sind-es-wieder/</guid><description>&lt;p&gt;LXXVII&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, die Augen sind es wieder,&#10;Die mich einst so lieblich grüßten,&#10;Und es sind die Lippen wieder,&#10;Die das Leben mir versüßten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Stimme ist es wieder,&#10;Die ich einst so gern gehöret!&#10;Nur ich selber bins nicht wieder,&#10;Bin verändert heimgekehret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von den weißen, schönen Armen&#10;Fest und liebevoll umschlossen,&#10;Lieg ich jetzt an ihrem Herzen,&#10;Dumpfen Sinnes und verdroßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Achtundvierzig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/achtundvierzig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/achtundvierzig/</guid><description>&lt;p&gt;Siebzig Jahre ist das nun her.&#10;Siebzig Jahre wiegen so schwer.&#10;Schwarz-rot-goldene Fahnen flatterten,&#10;Vater Wrangels Musketen knatterten -&#10;Wofür?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie glühten die Herzen! wie glühten die Köpfe!&#10;Kampf! Kampf gegen die Bürgertröpfe,&#10;gegen die nickenden Zipfelmützen -&#10;Klatschen in trübe Fürstenpfützen -&#10;Und dann?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der große Sieg in den siebziger Jahren&#10;ist uns verdammt in die Krone gefahren.&#10;Die Krone gleißte. Die Bürger krochen.&#10;Die treusten deutschen Herzen pochen&#10;im Proletariat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ad notam</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ad-notam/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ad-notam/</guid><description>&lt;p&gt;Nachts bis drei Uhr&#10;Im Café wichtig tun und dösen,&#10;Wenn ich eure Fratzen seh,&#10;Wünsch ich mir den Bösen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ihr schnüffelt&#10;Und ihr grunzt mit gefurchten Mienen&#10;Über eure Pseudokunst,&#10;Die der Mond beschienen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch die Kunst lebt nur besonnt,&#10;Läßt sich nicht beriechen,&#10;Und sie zeigt die Hinterfront&#10;Dem Melangeniechen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arbeit, Arbeit, still gewagt,&#10;Die Moral vom Liede,&#10;Wenn sie euch auch nicht behagt:&#10;Songez au solide!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adam und der Fruchtkern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adam-und-der-fruchtkern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adam-und-der-fruchtkern/</guid><description>&lt;p&gt;Adam hatte die Frucht mit großem Behagen genossen,&#10;Doch an dem steinernen Kern biß er die Zähne sich aus.&#10;Grimmig warf er ihn von sich und stampfte in wütendem Schmerze&#10;Mit dem erhobenen Fuß tief in die Erde ihn ein.&#10;Aber nun trieb der Kern den Schößling, er sah es verwundert,&#10;Und so hat ihn der Zorn Bäume zu pflanzen gelehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ade zur guten Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ade-zur-guten-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ade-zur-guten-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond, der steht am höchsten,&#10;Die Sonn will untergehn,&#10;Mein Feinslieb liegt in Nöthen,&#10;Ach Gott, wie solls ihr gehn,&#10;In Regen und in Wind,&#10;wo soll ich mich hinkehren,&#10;Da ich mein Feinslieb find!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Feinslieb wollt mich lehren,&#10;Wie ich ihr dienen soll,&#10;In Züchten und in Ehren,&#10;Das weiß ich selbst gar wohl,&#10;Und kann auch noch viel mehr,&#10;Wer sich seins Buhlen rühmet,&#10;Dem bringt es wenig Ehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aderlässe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aderlaesse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aderlaesse/</guid><description>&lt;p&gt;Des Lebens Purpurstrahl&#10;Fährt schäumend aus der kleinen Ritze;&#10;O Schöpfer! wann verfliegt einmal&#10;Dies Blut, das ich in fauler Rast versprütze?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll alle meine Kraft&#10;Im Feuer banger Qualen schmelzen?&#10;Gebricht′s nicht bald an neuem Saft,&#10;Die Kügelchen des Blutes fortzuwälzen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist so heiß, o Blut!&#10;Was sprudelst du in dieser irdnen Schale?&#10;Hast du noch Gluth, noch Sonnengluth?&#10;Zückt Freiheit noch in deinem rothen Strahle?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Arzt! so binde du&#10;Nur schnell, nur schnell mit deiner Binde&#10;Die offne Ader wieder zu:&#10;Denn Freiheit ist des Deutschen größte Sünde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Afrikanische Huldigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/afrikanische-huldigung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/afrikanische-huldigung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lege meine Stirn auf deines Thrones Stufen;&#10;Ich führe dieses Heer von hunderttausend Hufen,&#10;Ich führe diesen Raub und diesen Sklaventroß,&#10;Ich führe diese Schaar von Ringern und von Schützen,&#10;Die mit dem Dolch gewandt den Bauch der Feinde schlitzen,&#10;Zurück, o König, vor dein Schloß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewonnen ist die Schlacht! Wir waren gute Schlächter!&#10;Der Feinde König fiel, ein schlanker, wilder Fechter;&#10;Sein langer Hals war nackt, mein Säbel schnell und scharf.&#10;Im Sande liegt sein Rumpf, der Tigerin zum Mahle.&#10;Erlaube, daß ich dir auf dieser goldnen Schale&#10;Sein triefend Haupt verehren darf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ägypten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aegypten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aegypten/</guid><description>&lt;p&gt;Blau ist meines Himmels Bogen,&#10;Ist von Regen nie umzogen,&#10;Ist von Wolken nicht umspielt,&#10;Nie vom Abendtau gekühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Bäche fließen träge,&#10;Oft verschlungen auf dem Wege&#10;Von der durstgen Steppe Sand&#10;Bei des langen Mittags Brand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Sonn′, ein gierig Feuer,&#10;Nie gedämpft durch Nebelschleier,&#10;Dringt durch Mark mir und Gebein&#10;In das tiefste Leben ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwer entschlummert sind die Kräfte,&#10;Aufgezehrt die Lebenssäfte;&#10;Eingelullt in Fiebertraum&#10;Fühl′ ich noch mein Dasein kaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ain new lied herr Ulrichs von Hutten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ain-new-lied-herr-ulrichs-von-hutten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ain-new-lied-herr-ulrichs-von-hutten/</guid><description>&lt;p&gt;1&#10;Ich habs gewagt mit sinnen&#10;und trag des noch kain rew,&#10;mag ich nit dran gewinnen,&#10;noch muoß man spüren trew;&#10;dar mit ich main nit aim allain,&#10;wenn man es wolt erkennen:&#10;dem land zuo guot, wie wol man tuot&#10;ain pfaffenfeind mich nennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&#10;Da laß ich ieden liegen&#10;und reden was er wil;&#10;hett warhait ich geschwigen,&#10;mir wären hulder vil:&#10;nun hab ichs gsagt, bin drum verjagt,&#10;das klag ich allen frummen,&#10;wie wol noch ich nit weiter fliech,&#10;villeicht werd wider kummen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alcon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alcon/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alcon/</guid><description>&lt;p&gt;Apollo stand betäubt durch Söhne seiner Kunst,&#10;Denn jeder singt ihm Dank, oft für weit größre Gunst,&#10;Als ihm der Gott gewährt, und nach verrauschten Chören&#10;Bat Alcon insgeheim Apoll um neue Lehren.&#10;Er kam, vergnügt, zurück. Gleich denkt die ganze Schaar:&#10;Was wird denn eben dem, vor andern, offenbar?&#10;Und einer rief ihm zu: Nun bist du, frei von Fehde,&#10;Voll Gottheit, voll Olymp. Umstirnt mit Wahrheit, rede&#10;Aetherisch! Genius! Uranisch ist dein Ruhm!&#10;Sprich! Was entwölkte dir Apollens Heiligthum?&#10;Er sprach: Ihr Dichter, hört! Mir hat der Gott befohlen,&#10;In meinem Ausdruck mich nicht stets zu wiederholen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>All mein' Gedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/all-mein-gedanken-7737/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/all-mein-gedanken-7737/</guid><description>&lt;p&gt;All mein&amp;rsquo; Gedanken, mein Herz und mein Sinn,&#10;da, wo die Liebste ist, wandern sie hin.&#10;Gehn ihres Weges trotz Mauer und Tor,&#10;da hält kein Riegel, kein Graben nicht vor,&#10;gehn wie die Vögelein hoch durch die Luft,&#10;brauchen kein&amp;rsquo; Brücken über Wasser und Kluft,&#10;finden das Städtlein und finden das Haus,&#10;finden ihr Fenster aus allen heraus.&#10;Und klopfen und rufen: Mach auf, lass uns ein,&#10;wir kommen vom Liebsten und grüßen dich fein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>All mein′ Gedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/all-mein-gedanken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/all-mein-gedanken/</guid><description>&lt;p&gt;All mein′ Gedanken, mein Herz und mein Sinn,&#10;da, wo die Liebste ist, wandern sie hin.&#10;Gehn ihres Weges trotz Mauer und Tor,&#10;da hält kein Riegel, kein Graben nicht vor,&#10;gehn wie die Vögelein hoch durch die Luft,&#10;brauchen kein′ Brücken über Wasser und Kluft,&#10;finden das Städtlein und finden das Haus,&#10;finden ihr Fenster aus allen heraus.&#10;Und klopfen und rufen: Mach auf, lass uns ein,&#10;wir kommen vom Liebsten und grüßen dich fein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle bey Gott, die sich lieben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-bey-gott-die-sich-lieben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-bey-gott-die-sich-lieben/</guid><description>&lt;p&gt;Mündlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hatt′ ein Herr ein Töchterlein,&#10;Mit Nahmen hieß es Annelein,&#10;Ein Herrn wollt man ihr geben,&#10;Frau Markgräfin sollte es werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Vater ich nehm noch keinen Mann,&#10;Ich bin nicht älter dann elf Jahr,&#10;Ich bin ein Kind und sterb fürwahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es stund nicht an ein halbes Jahr,&#10;Das Fräulein mit dem Kinde ging,&#10;Sie bat ihren Herrn im Guten,&#10;Er sollt jezt holen ihre Mutter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er in den finstern Wald einritt,&#10;Ihm seine Schwieger entgegen schritt:&#10;»Wo habt ihr dann euer Fräulein?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aller-Seelen-Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aller-seelen-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aller-seelen-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tag verglomm mit blassem gelbem Streife;&#10;Einsam war ich zum Thor hinausgegangen&#10;Auf Pfaden, weiß vom ersten Winterreife.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie um mich in des Novembers Schauer&#10;Die letzten welken Blätter niederstoben,&#10;Verhüllte meine Seele sich in Trauer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Lieben all, die ich verloren hatte,&#10;Dacht′ ich und hub, versunken in Erinnrung,&#10;Von jedes Grabe noch einmal die Platte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So, nicht der Stunden achtend, wie sie schwanden,&#10;War ich verirrt zu einem Platz gekommen,&#10;Auf welchem nie zuvor mein Fuß gestanden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allerseelen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allerseelen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allerseelen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Männlein, Weiblein, traurige Gesellen,&#10;Sie streuen heute Blumen blau und rot&#10;Auf ihre Grüfte, die sich zag erhellen.&#10;Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! wie sie hier voll Angst und Demut scheinen,&#10;Wie Schatten hinter schwarzen Büschen stehn.&#10;Im Herbstwind klagt der Ungebornen Weinen,&#10;Auch sieht man Lichter in die Irre gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Seufzen Liebender haucht in Gezweigen&#10;Und dort verwest die Mutter mit dem Kind.&#10;Unwirklich scheinet der Lebendigen Reigen&#10;Und wunderlich zerstreut im Abendwind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles in Dir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-in-dir/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-in-dir/</guid><description>&lt;p&gt;In Dir, o Mensch, ist alles:&#10;In Dir ist der Schlaf und das Wache:&#10;In Dir ist die Zeit.&#10;Und ohne Dich ist keine Zeit.&#10;In Dir ist die Zeit&#10;Und die Fülle der Zeit:&#10;Der qualmende Dampfer,&#10;Die rollende Bahn,&#10;Der eiserne Lärm&#10;Und das Schweigen des Domes.&#10;Der Stein und der Mörtel:&#10;Das Haus und die Stadt.&#10;In Dir ist die Fülle&#10;Des zeitlichen Werkes.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Dir, o Mensch, ist alles:&#10;Die mordende Hand&#10;Und das Künstler-Gehirn, -&#10;Das ruchlose, stinkende Wort&#10;Und das schwellende, schwebende Lied.&#10;Die Liebe um Liebe:&#10;Die Liebe der männlichen Stärke&#10;Zu weiblicher Weichheit.&#10;Und trübe verzehrende Liebe&#10;Der Gleichen zu Gleichem.&#10;Ist Beides in Dir:&#10;Der Gott und das Böse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles längst nun, längst vorüber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-laengst-nun-laengst-vorueber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-laengst-nun-laengst-vorueber/</guid><description>&lt;p&gt;Alles längst nun, längst vorüber!&#10;Fünfmal schon ward′s Winter drüber!&#10;immer andres drängte her!&#10;Neue Jahre, neue Ziele!&#10;Selten spiel ich jene Spiele&#10;und noch seltener sing ich mehr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die Zeit es eben ändert:&#10;jener landet, dieser kentert,&#10;der liegt windstill wo auf See &amp;hellip;&#10;bleibt man nur auf seinem Posten&#10;und läßt Kopf und Herz nicht rosten,&#10;geh es immer, wie es geh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meist wohl ist′s ja dummer Plunder;&#10;manchmal doch glückt auch ein Wunder,&#10;noch viel eher aber fällt′s!&#10;Was drum rinnt, laß ruhig rinnen!&#10;nur wer aushält, wird gewinnen &amp;hellip;&#10;nicht ein jeder freilich hält′s!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles neu macht der Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-neu-macht-der-mai/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-neu-macht-der-mai/</guid><description>&lt;p&gt;Alles neu, macht der Mai,&#10;Macht die Seele frisch und frei&#10;Lasst das Haus, kommt hinaus,&#10;Windet einen Strauß!&#10;Rings erglänzet Sonnenschein,&#10;Duftend pranget Flur und Hain;&#10;Vogelsang, Hörnerklang&#10;Tönt den Wald entlang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir durchziehen Saaten grün,&#10;Haine, die ergötzend blüh&amp;rsquo;n,&#10;Waldespracht, neu gemacht&#10;nach des Winters Nacht.&#10;Dort im Schatten an dem Quell&#10;rieselnd munter silberhell&#10;Klein und Groß ruht im Moos,&#10;wie im weichen Schoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier und dort, fort und fort,&#10;wo wir ziehen, Ort für Ort,&#10;alles freut sich der Zeit,&#10;die verschönt erneut.&#10;Widerschein der Schöpfung blüht&#10;uns erneuend im Gemüt.&#10;Alles neu, frisch und frei&#10;macht der holde Mai.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles um Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-um-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-um-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Vorbei! Die Stunden wandern;&#10;Ins Schattenreich entschwebt&#10;Der eine Tag zum andern &amp;hellip;&#10;O Herz, heißt das gelebt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch blüht ihr, letzte Rosen,&#10;Vom Abendstrahl umloht;&#10;Mit kalter Hand zu kosen,&#10;Kommt diese Nacht der Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Garten wird verschneien ..&#10;Dann fragt ein Seufzen schwer:&#10;Warum nur blieb im Maien&#10;Dies Herz von Liebe leer?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Leben geb ich gerne&#10;Um Kuß und zärtlich Wort.&#10;Und bleibt die Liebe ferne,&#10;Ich werf es achtlos fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allgegenwart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allgegenwart/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allgegenwart/</guid><description>&lt;p&gt;Gleich wie das Eine große Licht,&#10;Der Urquell alles Guten,&#10;Sich hell in tausend Strahlen bricht,&#10;Das Weltall zu durchfluten;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie der Farben bunte Pracht,&#10;Das Dunkle wie das Helle,&#10;Das deine Sinne trunken macht,&#10;Nur Eines Stromes Welle;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So hat der Eine Gott sich auch,&#10;Der alles hält umschlossen,&#10;Mit Schöpferdrang, mit Liebeshauch&#10;Weit durch das All ergossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du siehst in jeder Creatur,&#10;Rings durch das Weltgetriebe,&#10;Von seiner Allmacht eine Spur,&#10;Ein Denkmal seiner Liebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allgemeines Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allgemeines-gebet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allgemeines-gebet/</guid><description>&lt;p&gt;Herr und Vater aller Wesen, aller Himmel, aller Welten,&#10;Aller Zeiten, aller Völker! Ewiger! Herr Zebaoth!&#10;Die Verehrung schwacher Menschen kann dein Wohlthun nicht vergelten,&#10;Gott, dem alle Götter weichen! Unaussprechlich-großer Gott!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weise, Heilige, Barbaren fühlen, denken und bekennen&#10;Dich, du Ursprung aller Dinge! Unerforschter Geist der Kraft!&#10;Mein Verständniß ist begrenzet: nur dich groß und gut zu nennen,&#10;Und mich selber blind zu wissen, das ist meine Wissenschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, in diesem dunklen Stande meiner Sinnen und Gedanken,&#10;Gabst du mir zu unterscheiden, was hier gut und übel sei.&#10;Stellte gleich der Arm der Allmacht der Natur gemess′ne Schranken,&#10;Ließ dennoch das freiste Wesen, Willen und Gewissen frei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allheimat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allheimat/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allheimat/</guid><description>&lt;p&gt;Könnt ich mich lösen vom starren Gebein,&#10;Von erdegeborener Schwere:&#10;Könnt ich in Lüften eine Wolke sein, –&#10;Ein Funkeln im Sternenheere –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnt ich zerbrechen den drückenden Zaum,&#10;In Licht und in Brausen verließen:&#10;In rollende Wogen, in stürzenden Schaum&#10;Die durstende Seele ergießen –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O könnt ich in rauschendem, rasendem Spiel,&#10;Im Sturm sein ein seliger Reiter:&#10;Ich weiß nicht wohin – ohne Maß, ohne Ziel&#10;Immer weiter, immer weiter – –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alma von Goethe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alma-von-goethe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alma-von-goethe/</guid><description>&lt;p&gt;Das hast du nicht gedacht, Gewaltger du,&#10;Als du noch weiltest in der Menschheit Schlacken,&#10;Dass einst dein Enkelkind frühzeitge Ruh&#10;Soll finden in dem &amp;ldquo;Lande der Phäaken&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dass der Mann, der schüchtern vor dir stand,&#10;Den Blick gesenkt vorm hehren Strahl des deinen,&#10;Am fabelgleichen fernen Isterstrand&#10;Bei ihrem offnen Grabe werde weinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es kommt so manches anders, als man meint,&#10;Und ist gekommen, warst du gleich der Weise.&#10;Die Sonne, wenn sie hoch im Mittag scheint,&#10;Senkt schon zum Untergang sich mählich leise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alpenszene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alpenszene/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alpenszene/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch auf den höchsten Höhen&#10;Gedeiht am besten das Rindvieh,&#10;Da wohnen die seligen Trotteln&#10;Dem Himmel etwa am nächsten,&#10;Doch freilich am fernsten der Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie scheren geduldige Schafe,&#10;Sie melken die strotzenden Kühe,&#10;Sie leben vom Fette der Herden,&#10;In Form der Köpfe die Kröpfe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie falten die Hände voll Andacht,&#10;Bekreuzen hohltönende Stirnen.&#10;Was unten geschieht in den Tälern,&#10;Stört nicht ihre selige Ruhe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geduldig sind sie, bescheiden,&#10;Es fehlt der Antrieb zum Bösen,&#10;Und tun sie wirklich ein Unrecht,&#10;Wärs unrecht, sie drob zu beschuldgen,&#10;Und Nachsicht ersetzt ihre Einsicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alphons der Weise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alphons-der-weise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alphons-der-weise/</guid><description>&lt;p&gt;Am Tagus herrschte einst ein Fürst, den Fama preist&#10;Und noch auf diesen Tag Alphons den Weisen heißt;&#10;Nicht weil er klug, o nein, weil er gelehrt gewesen.&#10;Alphonsus konnte nicht nur lesen,&#10;Er war auch Astronom. Weit besser als sein Land&#10;War ihm das Firmament bekannt,&#10;Und er vergaß oft Staatsrat und Finanzen,&#10;Wenn er auf seiner Warte stand.&#10;Einst als er sich, umringt von seinen Schranzen,&#10;Dahin begab, sprach er entzückt im Gehen:&#10;Ich hoffe heut durch meine neuen Tuben&#10;Die Menschen in dem Mond zu sehen.&#10;Ei was, erwiderten die schlauen Lotterbuben,&#10;Dies wäre zu gemein; ein bärtiger Komet,&#10;Den noch kein Auge sah, wird sich herunter neigen&#10;Und ehrfurchtsvoll sich Ihro Majestät&#10;Versuchtem Adlerblicke zeigen.&#10;Indes man also schwatzte, trat&#10;Ein Greis mit kahlem Haupt und bloßer Ferse&#10;Dem König in den Weg und bat&#10;Um ein Geschenk aus seiner Börse.&#10;Allein Alphons ward seiner nicht gewahr;&#10;Der Alte trabt ihm nach und hält den Hut ihm dar;&#10;Doch der Monarch sprach ohne stillzustehen&#10;Nur immerfort: Ich werde heut&#10;Die Menschen in dem Monde sehen.&#10;Nun fasset ihn der Greis bei seinem Purpurkleid&#10;Und ruft mit hohem Ernst: Sie wohnen nicht dort oben,&#10;Herr, deine Brüder, deren Not&#10;Zu lindern Gott dich auf den Thron erhoben,&#10;Hier sind sie, hier, und fordern Brot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als der Sohn unsers Kronprinzen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-der-sohn-unsers-kronprinzen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-der-sohn-unsers-kronprinzen/</guid><description>&lt;p&gt;Mit den vielen andern, Groß und Kleinen,&#10;Klag’ ich schmerzlich Deinen Tod;&#10;Will bei Deinem Sarge satt mich weinen&#10;Und die Augen rot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht: daß Du Dich nicht, nach Herzensgnüge,&#10;An die holde Mutter schmiegst,&#10;Und daß Du, statt freundlich in der Wiege,&#10;Tot im Sarge liegst, –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier ist Vorplatz nur, spät oder frühe&#10;Gehn wir alle weiter ein,&#10;Und es lohnt sich wahrlich nicht der Mühe&#10;Lange hier zu sein,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als ich ein Zimmer verließ</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-ein-zimmer-verliess/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-ein-zimmer-verliess/</guid><description>&lt;p&gt;Du lieber Raum, nun müssen wir uns trennen!&#10;Ins Fenster grüßt die schlanke Rosenranke&#10;noch einmal wie ein glücklicher Gedanke&#10;aus Tagen, die mich ganz ihr eigen nennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du warst die Ruhe! Deine sanften Wände&#10;umfingen meines Wesens dunklen Bronnen;&#10;von ihnen glitt das Auge kühl versonnen&#10;durchs Fenster in das lieblichste Gelände:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sprang der Fluss verwegen durch die Stille,&#10;da schrieb der Wind den Rhythmus meiner Lieder&#10;im weißen Buch des Holderbaumes nieder,&#10;und mein war all des Sommers Farbenfülle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-luise-die-briefe-ihres-ungetreuen-liebhabers-verbrannte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-luise-die-briefe-ihres-ungetreuen-liebhabers-verbrannte/</guid><description>&lt;p&gt;Erzeugt von heißer Phantasie,&#10;In einer schwärmerischen Stunde&#10;Zur Welt Gebrachte, geht zugrunde,&#10;Ihr Kinder der Melancholie!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr danket Flammen euer Sein,&#10;Ich geb euch nun den Flammen wieder,&#10;Und all die schwärmerischen Lieder,&#10;Denn ach! er sang nicht mir allein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr brennet nun, und bald, ihr Lieben,&#10;Ist keine Spur von euch mehr hier.&#10;Doch ach! der Mann, der euch geschrieben,&#10;Brennt lange noch vielleicht in mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alt Mütterlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alt-muetterlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alt-muetterlein/</guid><description>&lt;p&gt;In Sonnenglut, in Mittagsruh&#10;Liegt stumm das Hospital;&#10;Es sitzt ein altes Mütterlein,&#10;Am Fenster bleich und fahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Aug′ ist trüb, ihr Haar schneeweiß,&#10;Ihr Mieder rein und schlicht,&#10;Sie freut sich wohl und lächelt still,&#10;Im warmen Sonnenlicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Fenster blüht ein Rosenstock&#10;Viel Bienlein rings herum,&#10;Stört denn die stille Alte nicht&#10;Das emsige Gesumm?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schaut in all′ die Sonnenlust&#10;So selig stumm hinein:&#10;Noch schöner wird′s im Himmel sein,&#10;Du liebes Mütterlein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Altbrandenburgisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/altbrandenburgisch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/altbrandenburgisch/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Gott — für König — und fürs Vaterland!&#10;Wir kennen die Devise als geschichtlich&#10;Und wissen auch, Dass Preußens Adelsstand&#10;Sich von ihr leiten lässt, ganz offensichtlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Gott — der protestantischen Kulör —&#10;Doch kann man sich für Geld dazu verstehen&#10;Und ist katholisch noch so contre coeur,&#10;Mit Rom und Zentrum Arm in Arm zu gehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und für den König! Majestät gehört&#10;Ein jedes der Gefühle, die nicht rosten,&#10;Und deren Heilighaltung jeder schwört,&#10;Und die — was Vorbedingung ist — nichts kosten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alte Geschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-geschichte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;»Lieben, wies nicht Andre können,&#10;Will ich dich, mein Kind,&#10;Wenns die Götter nur vergönnen,&#10;Und nicht neidisch sind.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprach zu Hero einst Leander,&#10;Als er sie gesehn,&#10;»Lieben wollen wir einander,&#10;Bis wir untergehn!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwischen hohem Felsenufer&#10;Rauscht das wilde Meer,&#10;Worte tauschen helle Rufer&#10;Nimmer hin und her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch hinüber schwamm Leander,&#10;Wenn die Sonne sank,&#10;Und die Heißgeliebte fand er&#10;Drüben liebekrank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Mädchen flog vom Thurme,&#10;Wo sie lauschend stand,&#10;Niedersah zum Wellensturme,&#10;Nieder auf den Strand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alte Geschichten!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-geschichten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-geschichten/</guid><description>&lt;p&gt;In dem Bürgerzeughaus blinkt es von Gewehren mannigfalt,&#10;Waffen aller Zeiten glänzen, wie Annalen der Gewalt;&#10;Stahl an Stahl rings an den Wänden: seltener Tapetenschmuck!&#10;Erz auf Erz an Säul’ und Decke: wohl ein sondrer ehrner Stuck!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manch ein blanker Heldenpanzer, manch ein fürstliches Gewand:&#10;Oede Häuser, deren Eigner ausgewandert aus dem Land!&#10;Manch ein rostend Schwert der Tapfern, manch ein schlankgereckter Speer:&#10;Ruder ohne Steuermänner in des Krieges blut’gem Meer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alte Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-rose/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Rosenknospe war&#10;Sie, für die mein Herz erglühte;&#10;Doch sie wuchs, und wunderbar&#10;Schoss sie auf zu voller Blüte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ward die schönste Ros im Land,&#10;Und ich wollt die Rose brechen,&#10;Doch sie wusste mich pikant&#10;Mit den Dornen fortzustechen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt&#10;Und verklatscht von Wind und Regen -&#10;Liebster Heinrich bin ich jetzt,&#10;Liebend kommt sie mir entgegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heinrich hinten, Heinrich vorn,&#10;Klingt es jetzt mit süssen Toenen;&#10;Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,&#10;Ist es an dem Kinn der Schönen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alte und neue Kinderzucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-und-neue-kinderzucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-und-neue-kinderzucht/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In seiner Buchenhalle saß ein Greis auf grüner Bank,&#10;Vor ihm, in grünlichem Pokal, der Rebe Feuertrank;&#10;Zur Seite seiner Jugend Sproß, sich lehnend an den Zweigen,&#10;Ein ernster Vierziger, vernahm des Alten Wort in Schweigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Sohn«, sprach der Patriarch, es klang die Stimme schier bewegt:&#10;»Das Kissen für mein Sterbebett, du hast es weich gelegt;&#10;Ich weiß es, eine Träne wird das Leichentuch mir netzen,&#10;In meinen Sessel wird dereinst ein Ehrenmann sich setzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alter und Jugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alter-und-jugend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alter-und-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr könnt nicht uns verstehen&#10;Und wir nicht euren Rat:&#10;Wohlan, so laßt uns gehen&#10;Ein jeder seinen Pfad.&#10;Ihr legt die Stirn in Falten,&#10;Ihr nennt euch selbst die Alten,&#10;Die Nüchternen, die Kalten:&#10;Und wir sind jung und wir sind frisch&#10;Und wir sind rasch und wir sind risch,&#10;Das kann nicht Friede halten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen euch nicht zürnen,&#10;Ade, ihr alten Herrn!&#10;Vor euren kahlen Stirnen&#10;Beugt unser Knie sich gern.&#10;Doch sagt, vor unsern Locken,&#10;Vor unsers Flaumes Flocken,&#10;Warum steht ihr erschrocken?&#10;Auch euer Haupt war einmal braun,&#10;Auch euer Auge konnte taun;&#10;Nun aber ist es trocken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Altweibergespräch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/altweibergespraech/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/altweibergespraech/</guid><description>&lt;p&gt;Mutter Anne und Hanne,&#10;Mutter Camille und Sibille,&#10;Frau Murksen, Frau Mucksen,&#10;Frau Drucksen, Frau Luxen,&#10;Die saßen zusammen an einem Tage.&#10;Da begann Frau Murksen mit dieser Klage:&#10;′s ist doch viel Not in der Welt, Mutter Hanne!&#10;– Ja, ja, Frau Murksen, das Bier kost sieben Kreuzer die Kanne!&#10;Und das liebe Geld ist so rar,&#10;Wies noch gar in der Welt nicht war!&#10;Nur dummes Volk hat die Taschen voll,&#10;Und Glück hat niemand, der es haben soll!&#10;– Ja, ja, Frau Hanne, das ist sehr wahr&#10;Und ward mir an mir selber klar.&#10;Mir träumte heut nacht, ich würde zum Peterberge&#10;Geführt von einem kleinen allerliebsten niedlichen Zwerge.&#10;Der sagte: Was fragt Ihr nach roten Dreiern:&#10;Hier sitzt eine goldne Gans auf goldnen Eiern.&#10;Das Peterbild zeigt mit der Hand,&#10;Wo man sie suchen muß im Sand.&#10;Da sah ich, wie das Bild sich neigte&#10;Und mir die Gans im Sande zeigte.&#10;Ich grub sie mit allen Eiern aus&#10;Und trug sie, versteht sich im Traum, nach Haus.&#10;Nun aber erwacht ich wieder&#10;Vom Schlaf und rieb mir die Augenlider,&#10;Stand auf und lief in aller Frühe&#10;Und sucht das Bild mit großer Mühe.&#10;Ich fand es; aber, daß Gott erbarm!&#10;Dem Bilde fehlte der rechte Arm:&#10;Es zeigte nicht mehr! Ich wußte nicht wo&#10;Ich graben sollte und – ließ es so! –&#10;– Ach, sprach Mutter Hanne, das sind ja nur Träume,&#10;Und Träume sind Schäume!&#10;Ich glaube wenig an solche Zwerge;&#10;Auch sitzt die Gans nicht im Peterberge:&#10;Sie sitzt bei Mansfeld versteckt vor der Sonne&#10;Und dicht dabei das Bild von einer Nonne.&#10;Wo das hin sieht, wird die Gans gefunden.&#10;Doch sind dem Bilde die Augen verbunden,&#10;Und keiner merkts wohin es blickt.&#10;Das macht die Leute dort bald verrückt.&#10;Die Binde von Stein läßt sich nicht schieben;&#10;So ist das Finden noch unterblieben. –&#10;– Da sprach Frau Camilla: Was Nonnengesicht!&#10;Die Gans sitzt auch in Mansfeld nicht:&#10;In Farnstedt hat sie gesessen einmal,&#10;Im Nonnenkloster am wüsten Saal:&#10;Da fand sie ein frommer Jesuit,&#10;Der fing sie sich ein und nahm sie mit.&#10;Es war ein Mensch von Sünden rein,&#10;Was wir dermalen all nicht sein! –&#10;– Nun, sprach Frau Drucksen, ich will nicht streiten,&#10;Daß da eine Gans saß vor alten Zeiten:&#10;Dann aber ließ eine neue sich wieder&#10;Um die Kapelle bei Landsberg nieder.&#10;Da sitzt sie noch auf goldnen Eiern,&#10;Wie alle Leute dort beteuern. –&#10;– Jetzt räusperte sich Frau Mucksen und spricht:&#10;O liebe Frau Drucksen, da sitzt sie nicht!&#10;Nach Gibichenstein da führt ein Gang,&#10;Der Gang ist finster und schmählich lang:&#10;Da sitzt sie, aber hinten am Ende!&#10;Und ist keine Gans nicht, es ist eine Ente.&#10;Das sagen in Halle alle Leute;&#10;Ich selber weiß es ja noch wie heute.&#10;Es gingen drei Weiber von Halloren&#10;In dem langen Gange beinah verloren.&#10;Die wollten sie suchen mit einem Lichte,&#10;Allein das bliesen aus die Wichte,&#10;Sie aber tappten im Dunkel nach Hause&#10;Und dankten Gott in der Moritz-Klause&#10;Für die Erlösung aus Angst und Bangen:&#10;Man sieht noch ihre drei Jacken hangen. –&#10;– Da schluckte Frau Luxen hinab ihre Semmel&#10;Und sprach und rückte mit dem Schemmel:&#10;Frau Mucksen hat wohl recht mit der Ente&#10;Und sagts so richtig, als ichs nur könnte;&#10;Doch das mit den Jacken sind nur Mären,&#10;Womit die Halloren die Weiber scheeren.&#10;Auch sitzt die Ente nicht in dem Gange,&#10;Die sitzt wo anders, wer weiß wie lange! –&#10;– Und wo denn wohl? – Sie sitzt gemach&#10;Bei Eisleben, zu Sittichenbach,&#10;Unter dem Deichtenn, im faulen Stocke,&#10;Und brütet auf einem ganzen Schocke&#10;Und, kriecht keins aus, so legt sie in Ruh&#10;Immer wieder ein neues hinzu. –&#10;– Das ärgert endlich Frau Sibille,&#10;Sie schwieg ohnedem zu lange stille:&#10;Frau Luxen, bei meinem Haubenstocke,&#10;Ihr übertreibts mit eurem Schocke!&#10;Der Eier sind dreizehn, nicht mehr, nicht minder,&#10;Wollt ihrs nicht glauben, so fragt die Kinder.&#10;Und die Ente sitzt, das wissen hier alle,&#10;Und schnattert im Gutenberg bei Halle.&#10;– Nun, wißt ihr die Örter, Frau Gevattern,&#10;Wo solche goldne Enten schnattern,&#10;Warum wollt ihr die Eier nicht ergattern?&#10;– Es war schon lange Zeit mein Wille,&#10;Entgegnete Frau Murksen Frau Sibille,&#10;Allein mir fehlts an einem Zwerge,&#10;Der mir wie euch Anweisung gäb im Berge.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am 5. September</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-5-september/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-5-september/</guid><description>&lt;p&gt;An Ida.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als dämmernd noch das Leben vor mir lag,&#10;Mein Herz noch nichts errungen, nichts verloren,&#10;Nicht ahnt′ ich da, daß mir an diesem Tag′&#10;Mein bestes Kleinod ward zur Welt geboren!&#10;Nicht ahnte ich, daß heut′ der hellste Stern&#10;An meinem Horizonte anfgegangen,&#10;Daß meines Wesens innerlichster Kern&#10;Den vollen Abschluß heute erst empfangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich ahnt′ es nicht; erst jetzt erkenn′ ich′s ganz!&#10;Nur Eines kann ich auch noch jetzt nicht fassen:&#10;Daß deiner Liebe heller Stralenkranz&#10;Auf meine Stirn′ sich mochte niederlassen.&#10;Es heißt ja doch, daß nur um Gleich und Gleich&#10;Die Bande sich wahrhaft′ger Freundschaft weben.&#10;Du aber bist so reich, so überreich,&#10;Und ich, – – was hab′ ich Arme dir zu geben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Bächle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-baechle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-baechle/</guid><description>&lt;p&gt;S Bächle schwätzt im Busch verborga&#10;Und as sait: &amp;ldquo;Heazbruder, lach&#10;Au mit miar, wirf deini Sorga&#10;Keackle zuamer rei&amp;rsquo; in Bach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wött i ällas äschtamiara,&#10;Windla oder Schlotzerbleatz,&#10;Glei da&amp;rsquo;n Appatit verliara,&#10;Brüaderle, noch wär as leatz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Richt mer au a reacht verheiter&#10;Bour sei&amp;rsquo; Güll ins Bettle nei&amp;rsquo;,&#10;Lauf i denischt luschtig weiter,&#10;Wear vom sealbar wieder rei'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder wenn a mol a Gearber&#10;Seine kirri Kogahäut&#10;In mi hängt und druff der Färber&#10;Noch sei&amp;rsquo; Giftbrüah in me keit,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Baume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-baume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-baume/</guid><description>&lt;p&gt;Am Baum′ hab′ ich gestanden,&#10;Der war so hoffnungsgrün,&#10;Nicht lange mehr kann′s dauern&#10;Und freudig wird er blüh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Zweiglein nur streckt trauernd&#10;Die Arme nach mir aus,&#10;Es ist so kahl und dürre,&#10;Schlägt nirgends knospend aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, Zweiglein! was erwachest&#10;Du nicht im Frühlingshauch?&#10;Die Sonne küßt die Fluren,&#10;Sie küsset dich ja auch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lockt nicht des Himmels Bläue,&#10;Der lauen Lüfte Weh′n,&#10;Dich, wie die Nachbarzweige&#10;Im Blüthenschmuck zu steh′n?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am deutschen Gränzstein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-deutschen-graenzstein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-deutschen-graenzstein/</guid><description>&lt;p&gt;Mir auch pochte das Herz, als von den Alpen ich&#10;Weit hin schaut&amp;rsquo; in das Land, mythischer Zauber voll,&#10;Daß süßdämmernd, ein Traum mir vor der Seele lag,&#10;Den ich geträumt in der Jugend Schlummer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich auch eilte dem Süd sehnsuchtgestachelt zu,&#10;Wo hin tobt der Torrent, wo in Pontevas Schlucht&#10;Starr aufraget der Fels, schwindelnd der Weg sich zieht,&#10;Mächtig von Quadern umzäunt, am Abgrund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort vom Morgen beglänzt, hebt sich Venedigs Pracht&#10;Aus tiefblauendem Schooß stiller Lagun&amp;rsquo; empor;&#10;Schon durchfährt den Kanal, ruderbewegt, entlang&#10;Tausend Palästen, die schlanke Gondel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am ersten Sontag deß Advents</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ersten-sontag-dess-advents/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ersten-sontag-dess-advents/</guid><description>&lt;p&gt;Wer einen Herren hat, darff keinen mehr begehren,&#10;Sonst wird er Ehr und Leib mit Schmach und Pein beschweren.&#10;Die Welt hält mich in sich; doch ist nur Christus mein,&#10;Und solt ich tausendmal der Welt Rebelle seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Fluß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fluss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fluss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich gehe auf und nieder&#10;Den dunkelgrünen Fluß,&#10;Und schicke Liebeslieder&#10;Hinab mit Gruß und Kuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weit unten am Gestade&#10;Liegt eine traute Stadt,&#10;Die viele krumme grade&#10;Belebte Gassen hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort wohnet, wenn ich schicke&#10;Die Lieder, Gruß und Kuß,&#10;Dort schaun herauf zwei Blicke&#10;Den dunkelgrünen Fluß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Wellen und ihr Winde,&#10;Die ihr selbander zieht,&#10;Begegnet meinem Kinde&#10;Und rauscht ihm dieses Lied!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Kamin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-kamin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-kamin/</guid><description>&lt;p&gt;Stürme, Dezember, vor meinem Gemach,&#10;Hänge Zapfen von Eis an das Dach;&#10;Nichts doch weiß ich vom Froste;&#10;Hier am wärmenden, trauten Kamin&#10;Ist mir, als ob des Frühlings Grün&#10;Rings um mich rankte und sproßte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All das Gezweig, wie es flackert und flammt,&#10;Plaudert vom Walde, dem es entstammt,&#10;Redet von seligen Tagen,&#10;Als es, durchfächelt von Sommerluft,&#10;Knospen und Blüten voll Glanz und Duft,&#10;Grünende Blätter getragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fernher hallenden Waldhornklang&#10;Glaub′ ich zu hören, Drosselgesang,&#10;Sprudelnder Quellen Schäumen,&#10;Tropfenden Regen durchs Laubgeäst,&#10;Der die brütenden Vögel im Nest&#10;Weckt aus den Mittagsträumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Kongo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-kongo/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-kongo/</guid><description>&lt;p&gt;Sultanen, zaudert nicht! es gilt ein Fest zu feiern!&#10;Berauscht mit Palmwein euch aus halben Straußeneiern!&#10;Schmückt euch, wie jenen Tag, an dem des Harems Thor&#10;Sich vor euch öffnete! entfaltet eure besten&#10;Gewande! kleidet euch, wie sonst bei hohen Festen!&#10;Ein großes Glück steht euch bevor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menge draußen jauchzt, und die Batuken schallen.&#10;Vom vollen Nacken laßt den falt′gen Scharlach wallen!&#10;Hängt die Korallen um, aus denen Feuer sprüht!&#10;Die rothe Erde nehmt, die Wangen zu bestreichen!&#10;Laßt euer Angesicht dem Morgenhimmel gleichen,&#10;Wenn er in dunkler Röthe glüht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am liebsten bey der Liebsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-liebsten-bey-der-liebsten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-liebsten-bey-der-liebsten/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Upatell / auff der Insel Riga / gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schawt doch / wie lustig Leben&#10;das auff den Dörffern ist?&#10;Ich will die Stadt wohl geben&#10;dem / der sie außerkießt.&#10;Schawt / wie die Bluhmen stehen /&#10;wie lieblich sie doch sind /&#10;und fast im Haus auffgehen /&#10;schawt / wie man Obst hier findt.&#10;Hört / hört doch einmahl singen&#10;die lieben Vögelein /&#10;last ewre Laut erklingen /&#10;und stimmet mit ihn ein.&#10;Fühlt ihr der Sonnen Strahlen&#10;in ewern Häusern nicht?&#10;hier läst sie auff uns fallen&#10;fast doppelt heisses Licht.&#10;Schmeckt kecklich diese Früchte /&#10;die hier beyn Bauren seyn etc.&#10;Seht / wie die Kühe weiden!&#10;und auch der Schaffen Schar /&#10;ich will die Stadt wohl meiden /&#10;so bin ich auß Gefahr.&#10;So schreckt mich die Posaune /&#10;das Spiel der Schwerdter nicht /&#10;die grausame Kartaune&#10;kompt nie mir ins Gesicht.&#10;Ja / alles was ich finde&#10;in Dörffern weit und breit /&#10;der Hirsch / das Schaff / das Rinde /&#10;der Wälder Zierligkeit /&#10;Das ist weit vohrzuziehen&#10;den Sachen in der Stadt /&#10;da man sich muß bemühen&#10;und wirds doch niemahl satt.&#10;Was sag ich? Nach dem allen&#10;frag ich nicht sonders vihl;&#10;mir soll die Stadt gefallen /&#10;dieweil ich gerne will&#10;Die Lust im Grünen lassen /&#10;mein Lieb / mein eigen Ich&#10;ist hier nicht ümbzufassen /&#10;die ich lieb inniglich.&#10;Ist hier auff grühner Awen /&#10;und bey der Schaffen Schaar&#10;kein einig mahl zu schawen /&#10;drümb hat eß hier Gefahr.&#10;Ich will die Stadt nicht meiden /&#10;Ich hab sie außerkiest;&#10;kanst du dein Lieb nicht leiden /&#10;so sey nicht / wo sie ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Meerufer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-meerufer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-meerufer/</guid><description>&lt;p&gt;Und Welle kommt und Welle flieht,&#10;Und der Wind stürzt sein Lied,&#10;Schaumwasser spielt an deine Schuhe&#10;Knie nieder, Wandrer, ruhe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wälzt das Meer zur Sonne hin,&#10;Und aller Himmel blüht darin.&#10;Mit welcher Welle willst du treiben?&#10;Es wird nicht immer Mittag bleiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es braust ein Meer zur Ewigkeit,&#10;In Glanz und Macht und Schweigezeit,&#10;Und niemand weiß wie weit –&#10;Und einmal kommst du dort zur Ruh,&#10;Lebenswandrer, Du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-see/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-see/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Im tiefen Walde einsam ruht&#10;Der See mit dämmerblauem Schein,&#10;Es zittert in die dunkle Flut&#10;Des Sommers heißer Mittagsschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Wasserröslein still erblüht&#10;Im See so einsam, duftigrot,&#10;Ein Schwan so einsam ihn durchzieht&#10;Und singt sein Lied vor seinem Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blaut und glitzert im Grund der See,&#10;Zwei Schwäne darüber zogen;&#10;Sie sangen ein Lied so süß und weh,&#10;Es rauschten so leise die Wogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Sonnabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-sonnabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-sonnabend/</guid><description>&lt;p&gt;Die Woche ist geendet,&#10;Das Tagewerk vollendet,&#10;Vergessen Noth und Schmerz -&#10;Es kömmt ein heil′ger Morgen,&#10;Am Sabbath ruhn die Sorgen,&#10;So ruhe nun, mein Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am vierten Sonntage im Advent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-vierten-sonntage-im-advent/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-vierten-sonntage-im-advent/</guid><description>&lt;p&gt;Ev.: Vom Zeugnisse Johannes.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie fragten: »Wer bist du?« -&#10;und er bekannte und leugnete nicht:&#10;&amp;ldquo;Ich bin eine Stimme des Rufenden in der Wüste. -&#10;Ich taufe euch mit Wasser, aber er steht mitten unter euch,&#10;den ihr nicht kennt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fragst du mich, wer ich bin? Ich berg′ es nicht:&#10;Ein Wesen bin ich sonder Farb′ und Licht,&#10;Schau mich nicht an; dann wendet sich dein Sinn;&#10;Doch höre! höre! höre! denn ich bin&#10;Des Rufers in der Wüste Stimme.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Wegrand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-wegrand/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-wegrand/</guid><description>&lt;p&gt;Tausend Menschen ziehen vorüber -&#10;Den ich ersehne, er ist nicht dabei!&#10;Ruhlos stiegen die Blicke hinüber,&#10;Fragen den Eilenden, ob er es sei&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber sie fragen und fragen vergebens.&#10;Keiner gibt Antwort: &amp;ldquo;Hier bin ich. Sei still.&amp;rdquo;&#10;Sehnsucht erfüllt die Bezirke des Lebens,&#10;Welche Erfüllung nicht füllen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so steh ich am Wegrand-Strande,&#10;Während die Menge vorüberfließt,&#10;Bis - erblindet vom Sonnenbrande -&#10;Mein ermüdetes Auge sich schließt&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Weihnachtsabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-weihnachtsabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-weihnachtsabend/</guid><description>&lt;p&gt;Aachen 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willkommen, trautes Dämmerlicht!&#10;Willkommen, Mondenschein!&#10;Ihr bleibt getreu, verlaßt mich nicht,&#10;Sonst bin ich ganz allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Wie magst du klagen undankbar,&#10;Und merkst nicht was geschieht,&#10;Und grüßest nicht das Friedensjahr,&#10;Das heute frisch erblüht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ja frohe Weihnachtszeit,&#10;Engleins- und Kindleins Lust;&#10;Verbanne Streit und Herzeleid&#10;Nur schnell aus deiner Brust.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist es ja, das ist es ja,&#10;Das einzig, was mich quält;&#10;Wol denk ich, was vordem geschah&#10;Und was mir heute fehlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am zweiten Sonntage im Advent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-zweiten-sonntage-im-advent/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-zweiten-sonntage-im-advent/</guid><description>&lt;p&gt;Evang.: Von Zeichen an der Sonne&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo bleibst du, Wolke, die den Menschensohn&#10;Soll tragen?&#10;Seh′ ich das Morgenrot im Osten schon&#10;Nicht leise ragen?&#10;Die Dunkel steigen, Zeit rollt matt und gleich;&#10;Ich seh′ es flimmern, aber bleich, ach, bleich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein eignes Sinnen ist es, was da quillt&#10;Entzündet,&#10;Wie aus dem Teiche grün und schlammerfüllt&#10;Sich wohl entbindet&#10;Ein Flämmchen und von Schilfgestöhn umwankt&#10;Unsicher in dem grauen Dunste schwankt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor betrogen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-betrogen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-betrogen/</guid><description>&lt;p&gt;Cupido einmal sehr verdrossen,&#10;daß er hat so vil pfeil umsunst&#10;auf meine Myrta los geschossen,&#10;die niemals achtet seiner kunst,&#10;erwählet, ihre zarte schoß&#10;zu wunden, zornig, ein geschoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also flog er bald in den garten,&#10;da er dieselb zu sein gedacht,&#10;und nehmend war von fern der zarten,&#10;die ihn in dise welt gebracht,&#10;»wolan, sprach er, nu soll dein blut&#10;recht büßen, Myrta, deinen mut.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er spannet, unweis, seinen bogen,&#10;und, zilend auf das herz ohn gnad,&#10;schoß er ihn plötzlich los, betrogen,&#10;in seiner mutter brust gerad,&#10;darauf dan ein elender schmerz&#10;vergiftet bald der göttin herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor und Venus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-und-venus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor-und-venus/</guid><description>&lt;p&gt;Amor pflückte Rosen&#10;In Cytherens Garten,&#10;Seinen goldnen Locken&#10;Einen Kranz zu flechten.&#10;Plötzlich stachen Dornen&#10;Seinen zarten Finger,&#10;Purpurrothe Tropfen&#10;Sieht er quellen; weinend&#10;Ruft er: »Mutter, Mutter!&#10;Deine bösen Rosen&#10;Stachen ihre Lanzen&#10;Hier in meinen Finger;&#10;Sieh’ doch, welche Wunde!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Venus küßt den Finger&#10;Ihres lieben Amor;&#10;Plötzlich ist die Wunde&#10;Wieder heil geworden.&#10;»Mütterchen«, sagt Amor,&#10;»Deine bösen Rosen&#10;Mögen immer stechen!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amors Amme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amors-amme/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amors-amme/</guid><description>&lt;p&gt;Amors Ankunft in Cythere&#10;Wird ein allgemeines Fest,&#10;Als sich Venus nicht die Ehre&#10;Ihn zu stillen rauben läßt.&#10;Weil er aber nur betrachtet&#10;Und, schon Kind nicht mehr, allein&#10;Des Gefäßes Reizen schmachtet,&#10;Will ihm keine Milch gedeihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rath in solcher Noth gewähren&#10;Heißt die Göttin ihren Hof:&#10;Haben Amorn aufzunähren,&#10;Andre doch vielleicht den Stoff.&#10;Da den Vorzug zu gewinnen&#10;Treten in gedrängter Zahl&#10;Heldentöchter und Göttinnen&#10;Und die Tugenden zur Wahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An —</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-2241/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-2241/</guid><description>&lt;p&gt;Ich seh′ dein Haupt mit Lorbeern reich bekränzt,&#10;Doch auch vom Schnee des Alters weiß umglänzt.&#10;O, kauftest du, der Welt, wie dir, zum Glück,&#10;Jetzt für den Kranz die Locken dir zurück!&#10;Du wurdest durch den Ruhm, der dich verklärt,&#10;Des Lebens, das er kostet, doppelt wert:&#10;Warum versagt dir die Natur den Preis?&#10;Welch einen Jüngling gäbe solch ein Greis!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An **</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-4230/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-4230/</guid><description>&lt;p&gt;Entfliehe nicht! du hörst ja keine Klagen;&#10;Kein nasser Blick und keine Seufzer sagen,&#10;Was tief mein Herz in sich verschließt.&#10;Noch immer war mein einziges Verlangen,&#10;Dieß Sonnenlicht zu sehn auf deinen Wangen,&#10;In dieser Luft, die dich umfließt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O könnt′ ich nur, o könnt′ ich, ungesehen,&#10;Mein Leben lang an deiner Seite gehen,&#10;Und Tag und Nacht dein Engel seyn!&#10;Du solltest nichts von meiner Liebe wissen;&#10;Ich wollte gern den Lohn der Treue missen,&#10;Und bliebe doch auf ewig dein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Anna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-anna/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-anna/</guid><description>&lt;p&gt;Lange harrt′ ich, aber endlich breiten&#10;Auseinander sich des Fensters Flügel&#10;Und an seinem weißen Kreuze stehs du,&#10;Berg und Tal ein stiller Friedensengel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vöglein ziehen nah′ an dir vorüber,&#10;Täublein sitzen auf dem nahen Dache,&#10;Kommt der Mond und kommen alle Sterne,&#10;Blicken all′ dir keck ins blaue Auge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steh′ ich einsam in der Ferne,&#10;Habe keine Flügel hinzufliegen,&#10;Habe keine Strahlen hinzusenden,&#10;Steh′ ich einsam in der Ferne!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Anna aus der Ferne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-anna-aus-der-ferne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-anna-aus-der-ferne/</guid><description>&lt;p&gt;Aurora, schlummre noch an deines Liebsten Brust,&#10;es ist der tiefen Nacht kein Morgen noch bewußt.&#10;Diana führt die Sternen&#10;noch höher in die Luft,&#10;will weiter von mir lernen,&#10;was ich ihr vorgeruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neun Stunden sind nun gleich von Nächten durchgebracht,&#10;Neun Stunden hab′ ich nun an Korilen gedacht,&#10;an Korilen, die schöne,&#10;von der ich bin so weit,&#10;drum klinget mein Getöne&#10;nach Nichts denn Traurigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nehmt Korilen in Acht, ihr Wächter aller Welt,&#10;für ihren treuen Sinn, den sie mir vorbehält.&#10;Ich will nicht müde werden&#10;in ihrer festen Pflicht,&#10;bis daß der Feind der Erden&#10;auch mir mein Urtheil spricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An August Duvau...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-august-duvau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-august-duvau/</guid><description>&lt;p&gt;Beim Abschied, im Nahmen einiger seiner Freunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glück und Ruhe möge Dich begleiten&#10;In das ferne Land, das Dich gebahr,&#10;Das der Schauplatz Deiner ersten Freuden,&#10;Deines ersten bittern Kummers war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stiller Friede, wie nur schöne Seelen&#10;So wie Du - zu fühlen ihn verstehn,&#10;Müsse niemahls Deinem Herzen fehlen,&#10;Müsse immer lächelnd Dich umwehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Erinnrung Deiner frühen Leiden&#10;Dünke Dir ein Traum der Prüfung nur;&#10;Bei des Wiedersehens Götterfreuden,&#10;Flieh′ auf ewig seine dunkle Spur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Auguste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-auguste/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-auguste/</guid><description>&lt;p&gt;Als du gestorben, hab′ um′s Haupt ich dir&#10;Den letzten Schmuck gewunden,&#10;Aus Rosen, Myrthen und Cypressengrün&#10;Von meiner Hand gebunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sanft wirst du ruh′n in deiner stillen Gruft,&#10;Ich aber weine, weine,&#10;Auf Blatt und Blüthe fallen Thränen hell&#10;Wie thau′ge Edelsteine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rosen, nimm′ sie alle mit hinab,&#10;Ich will sie dir nicht neiden,&#10;Die Myrthen auch, es wird ihr sanfter Schmuck&#10;Nie meine Stirne kleiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier oben will ich Eines nur für mich&#10;Behalten an dem Herzen;&#10;Von dir, Cypresse, nur den düstren Zweig,&#10;Du Bild der Trennungsschmerzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Belindens Bett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-belindens-bett/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-belindens-bett/</guid><description>&lt;p&gt;Du kleines Lager, wo vergnügt&#10;Die Schönheit mit der Unschuld liegt!&#10;Beglücktes Heiligthum der Liebe,&#10;Bey dem, gewöhnt an frechen Raub,&#10;Ein roher Satyr schüchtern bliebe!&#10;Dir will ich noch das letzte Laub&#10;Der längst gestorbnen Rose streuen;&#10;Dich soll ein Dichter nicht entweihen,&#10;Der gerne mit dem Amor spielt,&#10;Und doch den Werth der Weisheit fühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geheimer Schauder! Stille Lust!&#10;Bemächtigt euch des Jünglings Brust.&#10;Du Schlummerstätte meiner Schönen!&#10;O zeige mir Belindens Bild;&#10;Hier siehst du jeden Reiz enthüllt;&#10;Hier sagt sie dir mit halben Tönen&#10;Vielleicht, was ihren Wünschen fehlt,&#10;Was sie noch selber sich verhehlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Celsus, einen jungen anacreontischen Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-celsus-einen-jungen-anacreontischen-dichter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-celsus-einen-jungen-anacreontischen-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Erheb′ und zeige dich dem deutschen Vaterlande!&#10;Doch, sollen jetzt noch Kuß und Wein&#10;Der Inhalt deiner Töne sein,&#10;So singe beider Lob nicht zu der Sitten Schande!&#10;Wie dir Anacreon gefällt,&#10;So heiße stets der klugen Welt&#10;Ein Weiser, wie er hieß, in jeglichem Verstande!&#10;Auch folg′ einst einem Rath, der weder eilt noch irrt,&#10;Sei nicht der Grille gleich, die bis zum Tode schwirrt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Cidli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-cidli/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-cidli/</guid><description>&lt;p&gt;Unerforschter, als sonst etwas den Forscher täuscht,&#10;Ist ein Herz, das die Lieb′ empfand,&#10;Sie, die wirklicher Werth, nicht der vergängliche&#10;Unsers dichtenden Traums gebahr,&#10;Jene trunkene Lust, wenn die erweinete,&#10;Fast zu selige Stunde komt,&#10;Die dem Liebenden sagt, dass er geliebet wird!&#10;Und zwo bessere Seelen nun&#10;Ganz, das erstemal ganz, fühlen, wie sehr sie sind!&#10;Und wie glücklich! wie ähnlich sich!&#10;Ach, wie glücklich, dadurch! Wer der Geliebten spricht&#10;Diese Liebe mit Worten aus?&#10;Wer mit Thränen? und wer mit dem verweilenden&#10;Vollen Blick, und der Seele drin?&#10;Selbst das Trauren ist süss, das sie verkündete,&#10;Eh die selige Stunde kam!&#10;Wenn diess Trauren umsonst Eine verkündete;&#10;O dann wählte die Seele falsch,&#10;Und doch würdig! Das webt keiner der Denker auf,&#10;Was vor Irren sie damals ging!&#10;Selbst der kennt sie nicht ganz, welcher sie wandelte,&#10;Und verspäht sich nur weniger.&#10;Leise redets darin: Weil du es würdig warst,&#10;Dass du liebtest, so lehrten wir&#10;Dich die Liebe. Du kennst alle Verwandlungen&#10;Ihres mächtigen Zauberstabs!&#10;Ahm den Weisen nun nach: Handle! die Wissenschaft,&#10;Sie nur, machte nie Glückliche!&#10;Ich gehorche. Das Thal, (Eden nur schattete,&#10;Wie es schattet,) der Lenz im Thal&#10;Weilt dich! Lüfte, wie die, welche die Himlischen&#10;Sanft umathmen, umathmen dich!&#10;Rosen knospen dir auf, dass sie mit süssem Duft&#10;Dich umströmen! dort schlummerst du!&#10;Wach, ich werfe sie dir leis′ in die Locken hin,&#10;Wach vom Thaue der Rosen auf.&#10;Und (noch bebt mir mein Herz, lange daran verwöhnt,)&#10;Und o wache mir lächelnd auf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Clara</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-clara/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-clara/</guid><description>&lt;p&gt;Da dein Bruder&#10;Das Ruder&#10;Des Hauswesens fuehrt&#10;Und kein Narr ist,&#10;Sondern Pfarr’ ist,&#10;Der ganz Sulzbach regiert,&#10;Der zwar, genoetigt,&#10;Auf Predigt&#10;Und manches verzicht’t,&#10;Auch im Kranze&#10;Keine Lanze&#10;Fuer Steudel mehr bricht;&#10;Da man ihn ferner&#10;Trotz Justin Kerner&#10;Als Dichter begruesst,&#10;Und, obgleich Dichter,&#10;Er doch die Lichter&#10;Fuer die Haushaltung giesst;&#10;Da er dir endlich&#10;Unendlich&#10;Viel Gutes erweist,&#10;Wie er noch gestern&#10;Seine Schwestern&#10;Mit Zimtstern gespeist:&#10;So sollt ich schliessen&#10;Aus allem diesen -&#10;Doch ists gescheiter,&#10;Ich sag nicht weiter&#10;Und mach’ ohne Zirkel&#10;Einen schoenen .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Clärchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-claerchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-claerchen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Freundin immer neu zu schmücken,Ich seh es wohl, ist deine Lust;Darfst du ins Haar den Kranz ihr drücken,Des eignen bist du kaum bewußt.Und deinen Augen zu gefallenErlaubt sie gern das müßge Spiel.Ach täglich mehr gefällt sie allen,Die allen schon zu sehr gefiel!Du machst sie, wie dir’s auch gelungen,Kaum lieblicher als je sie war,Doch jede dieser NeuerungenBringt neue Sorge und Gefahr.Heut ringeltest du KinderlockenWie schön um Hals und Nacken ihr!Ein Mädchen sieht das unerschrocken,Allein bedenk, bedenke, wir!Zwar muß vom Reiz ein Dichter leben,Er heischt zurück was du versteckt,Ihm bleibt der Pfeil ins Herz gegebenDes Schönen, das ihn ewig neckt;Nur höre auf, der Welt zu zeigenDen Schatz, den sie uns schon mißgönnt!Wer gern ein Kleinod hat zu eigen,Es ist genug, daß er es kennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Dahlmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-dahlmann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-dahlmann/</guid><description>&lt;p&gt;In diesem Kreise trauter Zecher,&#10;Bei diesem bangen Abschiedsfest,&#10;Ein letzter Gruß, ein letzter Becher&#10;Dem Manne, der uns heut verläßt:&#10;Dem heut nach mancher stummen Klage,&#10;Nach mancher kummervollen Nacht,&#10;Dem heut nach manchem trüben Tage&#10;Die Sonne der Erfüllung lacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Abschiedsfest - und dennoch kränze&#10;Die Hoffnung dieses letzte Mahl!&#10;Ein Abschiedsfest - und doch kredenze&#10;Die Freude lächelnd den Pokal!&#10;Denn den mit Schmerzen wir verlieren,&#10;Den heut die Götter uns entziehn,&#10;Ihn nennt die Welt aufs neu den ihren,&#10;Und die Geschichte fordert ihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An das Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-meer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-meer/</guid><description>&lt;p&gt;O Meer, verlieh′st du nicht den brennendrothen Saft,&#10;Den heil′gen Purpur, draus man Kön′gen Mäntel schafft,&#10;Den Männern von Beryt und Tyrus?&#10;O finstres Meer, lag nicht in deiner grauen Flut&#10;Die dunkle Röthe, die mit königlicher Glut&#10;Umfloß den Heldenleib des Cyrus?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O du, des schwärzlichen Meergottes farb′ger Sohn,&#10;Purpur, bedecktest du nicht Alexanders Thron&#10;Im Land der Inder und der Scythen? -&#10;O Meer, dein dunkler Schooß verbirgt ein Labyrinth&#10;Von Wundern; - ist nicht auch die Perl′, o Meer, dein Kind?&#10;Gebarst du nicht selbst Aphrodite′n?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Abendstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-abendstern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-abendstern/</guid><description>&lt;p&gt;O Stern, der du vom fernen Osten her&#10;So einsam kommst, verlassen von den andern,&#10;Was ziehst du ruhelos im steten Wandern,&#10;Ein müder Pilger, über Land und Meer?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Strahl hängt bebend auf der Wellenbucht&#10;Und zittert durch die trüben Nebel nieder,&#10;So wie durch thränenvolle Augenlider&#10;Ein Blick von dem, der stets vergebens sucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Abend grüßt mein Auge dich, wenn matt&#10;Der Fuß mir strauchelt von des Tages Mühe,&#10;Und dich, sobald die erste Dämmerfrühe&#10;Empor mich scheucht von meiner Lagerstatt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Bach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-bach/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-bach/</guid><description>&lt;p&gt;Der du immerdar die Fläche&#10;Dieser Auen strömst entlang,&#10;Mich, du lieblichster der Bäche!&#10;Zieht auch stets derselbe Hang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deines Murmelns sanfte Klage&#10;Uebertäubt nicht diesen Raum;&#10;Leise bricht, was ich ertrage,&#10;Aus gespresstem Herzen kaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rein von den Gewäßern allen&#10;Rinnet deine Silberflut,&#10;Doch nicht reiner kann sie wallen&#10;Als in mir der Liebe Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stürme, die das Meer empören,&#10;Halten deinen Lauf nicht auf;&#10;Keines Schicksals Wetter stören&#10;Meiner Liebe treuen Lauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Frieden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-frieden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-frieden/</guid><description>&lt;p&gt;Friedensgöttin, komm, ich flehe&#10;Dir mit hochgehobner Hand,&#10;Komm herab von deiner Himmelshöhe,&#10;Dich bedarf mein armes Vaterland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh im Maienmonde wollen&#10;Heere ziehen in das Feld.&#10;Wie sie schon die Augen blutig rollen,&#10;Zu verheeren eine ganze Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freude flieht vor Mavors Rufe,&#10;Der sich schlachtendurstig naht;&#10;Seiner kriegerischen Rosse Hufe&#10;Stampfen, knicken unsre Frühlingssaat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blumen sterben, wo die Sohle&#10;Eines erznen Kriegers geht;&#10;Traurig liegt das Röschen, die Viole,&#10;Jedes Blümchen auf zertretnem Beet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Genius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-genius/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-genius/</guid><description>&lt;p&gt;Sei du mir treu, bis ich von hinnen muß,&#10;Der durch die Welt du mich bisher geleitet!&#10;Wie für die Wonnen, die du mir bereitet,&#10;Soll ich dir danken, hoher Genius?&#10;Arm wär′ ich ohne das, was du gegeben,&#10;Und, flöhest du, was gölte mir dies Leben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Knabe schon, wenn ich von den Genossen,&#10;Den lärmenden, zur Einsamkeit entfloh,&#10;In meiner Seele, allen sonst verschlossen,&#10;Empfand ich deinen Odem stolz und froh,&#10;Und leicht ward in der Jugend goldner Frühe&#10;Durch dich mir jede Pein und jede Mühe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Grafen Platen (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-grafen-platen-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-grafen-platen-2/</guid><description>&lt;p&gt;Noch gedenk′ ich jenes Morgens,&#10;Da wir uns zum erstenmale&#10;So von ohngefähr gefunden,&#10;Auf dem Esquilin! Des Klosters&#10;Stillem Garten sahn wir mächtig&#10;Sich der Palme Wuchs entheben,&#10;Und in ihrer Herrlichkeit&#10;Roms Ruinen sich entfalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oftmals wanderten wir einsam&#10;Der Metella Riesengrabe,&#10;Oft der Grotte der Egeria,&#10;Oft des Pincio süßen Höhen,&#10;Oder wohl des Tibers Brücken&#10;Und des Forums Tempeltrümmern,&#10;Und dem Colosseum zu,&#10;Wo der Genius uns geführet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Gralprinzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-gralprinzen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-gralprinzen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn wir uns ansehn,&#10;Blühn unsere Augen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie wir staunen&#10;Vor unseren Wundern - nicht?&#10;Und alles wird so süß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Sternen sind wir eingerahmt&#10;Und flüchten aus der Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich glaube wir sind Engel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Herrn von Tschirnhaus...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-herrn-von-tschirnhaus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-herrn-von-tschirnhaus/</guid><description>&lt;p&gt;So offt ich bey mir selbst die schwere post bedencke/&#10;Die der betrübte Job auff einen tag erhielt;&#10;So offt erstarren mir puls/ adern und gelencke/&#10;Und ich empfinde fast mehr als er selbst gefühlt.&#10;Ein mann/ ein frommer mann/ dem Gott das zeugniß giebet/&#10;Daß er sein lebenlang was schlecht und recht gethan;&#10;Der böses stets gehaßt/ und gutes stets geliebet/&#10;Ward ohne seine schuld der ärmste bettelmann.&#10;Was sag ich bettelmann? Ein vater ohne kinder/&#10;Ein land-herr ohne vieh/ ein hauswirth ohne knecht;&#10;Denn eine stunde nahm ihm söhne/ knecht und rinder/&#10;In einer stunde war lust/ ehr und gut geschwächt.&#10;Und dennoch ließ er sich das wetter nicht erschüttern/&#10;Und stund als wie ein fels/ den keine flucht bewegt/&#10;Als wie ein eichen-baum/ den/ wenn die fichten zittern/&#10;Doch weder wind noch sturm im walde niederschlägt.&#10;Gott/ sprach er/ hat es mir gegeben und genommen/&#10;Des Herren name sey gelobet und gepreist.&#10;O unerschrockner Job! wer ist dir gleich gekommen?&#10;Wer ist/ der so viel hertz bey solchen schmertzen weist?&#10;Du bist es/ o du licht und krone der gelehrten/&#10;Mein Tschirnhaus/ dessen ruhm biß an die wolcken steigt/&#10;Die schläge/ die dem Job die süsse lust verstörten/&#10;Sind heute noch einmahl der welt in dir gezeigt.&#10;Denn einer kommt/ und sagt/ daß deine liebste stirbet/&#10;Ein weib/ das niemahls dich mit willen hat betrübt/&#10;Und auch im grabe noch das theure lob erwirbet/&#10;Daß sie mehr ihren mann/ als ihren schmuck/ geliebt.&#10;Weil dieser annoch spricht/ so kommt die post geflogen/&#10;Es sey auch allbereit um deinen sohn geschehn/&#10;Um deinen liebsten sohn/ den du so aufferzogen/&#10;Daß du dich so in ihm/ wie er in dir/ gesehn.&#10;Ja weil auch dieser noch das wort im munde führet/&#10;So meldt der dritte schon die herbe zeitung an/&#10;Daß dir die todte frau ein todtes kind gebiehret/&#10;Dem weder du noch sie die pflegung reichen kan.&#10;Wen schrecket nicht der blitz von dreyen ungewittern?&#10;Welch schiffer weiß ihm wohl beym dritten sturme rath?&#10;Von dreyen minen muß der größte thurm zersplittern.&#10;Was soll ein mensch nicht thun der fleisch und adern hat?&#10;Wer/ was die liebe sey/ durch lieben selbst erfahren/&#10;Wird wissen/ wie ihr bruch durch marck und hertze bricht;&#10;Denn menschen können sich zwar leicht zusammen paaren/&#10;Das scheiden aber steht in ihren kräfften nicht.&#10;Man liebt ein treues weib offt höher/ als man glaubet/&#10;Und fühlt vor freuden nicht die flamme/ so uns brennt;&#10;Doch wenn der blasse tod uns ihr gesichte raubet/&#10;So sieht man allererst/ daß man die liebe kennt.&#10;Denn will man haus und hoff und alle güter geben/&#10;Man bietet selber sich vor sie zum opffer an/&#10;Und wünscht/ sie möchte nur noch eine stunde leben/&#10;Ob würde die uns thun/ was nicht ein jahr gethan.&#10;Was man um frauen fühlt/ geschiehet auch an kindern/&#10;Auff die man seinen trost und alle hoffnung setzt;&#10;Man siehet lieber sich als ihre zahl vermindern/&#10;Und weinet/ daß man sie nicht aber uns verletzt.&#10;Was aber thut man nicht/ wann uns die kinder sterben/&#10;Bevor sie die geburt zu rechten menschen macht?&#10;Denn alles/ was wir sehn vor seiner zeit verderben/&#10;Ist mehrenteils von uns am meisten groß geacht.&#10;Wir hoffen/ was wir sonst kaum würden hoffen können/&#10;Drum kan auch in der welt kein härter stoß geschehn/&#10;Als wenn die eltern sich von kindern müssen trennen/&#10;Die sie als kinder doch niemahlen angesehn.&#10;Diß ein&amp;rsquo; ist schon genug uns dreymahl zu begraben;&#10;Wie aber soll sich nicht ein armer vater mühn/&#10;Den alle drey/ mein Herr/ wie dich betroffen haben/&#10;Von dem auff einen tag kind/ sohn und liebste ziehn.&#10;Jedoch dein fester geist trotzt alle qval und schmertzen/&#10;Du küssest mit gedult die ruthe/ die dich schlägt/&#10;Und nimmst den grossen fall zwar wie ein mensch zu hertzen/&#10;Doch nur als einen dorn/ der endlich rosen trägt.&#10;Was hastu anders nun als Hiobs glück zu hoffen?&#10;Ihm brachte Gottes hand den seegen doppelt ein:&#10;So steht dir auch bereits der himmel wieder offen/&#10;Wo deine thränen nur nicht deine mörder seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mistral</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mistral/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mistral/</guid><description>&lt;p&gt;Mistral-Wind, du Wolken-Jäger,&#10;Trübsal-Mörder, Himmels-Feger,&#10;Brausender, wie lieb ich dich!&#10;Sind wir zwei nicht Eines Schoßes&#10;Erstlingsgabe, Eines Loses&#10;Vorbestimmte ewiglich?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier auf glatten Felsenwegen&#10;Lauf ich tanzend dir entgegen,&#10;Tanzend, wie du pfeifst und singst:&#10;Der du ohne Schiff und Ruder&#10;Als der Freiheit freister Bruder&#10;Über wilde Meere springst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum erwacht, hört ich dein Rufen,&#10;Stürmte zu den Felsenstufen,&#10;Hin zur gelben Wand am Meer.&#10;Heil! da kamst du schon gleich hellen&#10;Diamantnen Stromesschnellen&#10;Sieghaft von den Bergen her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Morgenstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-morgenstern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-morgenstern/</guid><description>&lt;p&gt;Von allen, die am Himmel sind,&#10;Wie dich lieb′ ich nicht einen,&#10;Mein Auge hängt, wie da ich Kind,&#10;An deinem Glanz, dem reinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch träumend liegt der junge Tag&#10;Auf den begrünten Matten&#10;Und blickt, die Augen reibend, zag&#10;Durch die gebrochnen Schatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf schwingt zu dir im Frühgesang&#10;Mit schnellen Flügelschlägen&#10;Die Lerche sich, und Glockenklang&#10;Hallt feiernd dir entgegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie, im Morgenlicht erwacht,&#10;Die Ströme, Fluren blinken,&#10;Seh′ ich des Lebens lange Nacht&#10;Fern hinter mir versinken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Schlaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-schlaf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-schlaf/</guid><description>&lt;p&gt;Müd′ ist mein Auge; doch noch immer lärmen&#10;Vor meinem Ohre wüste Lebensklänge;&#10;Noch immer seh′ ich bunte Bilder schwärmen,&#10;Gleich Wolken, die in farbigem Gepränge&#10;Das Abendrot, das schimmernde, umwallen;&#10;Wann flieht das rastlos flutende Gedränge?&#10;Wann wird die laute Wirklichkeit verhallen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was säumst du, liebstes von den Zwillingskindern&#10;Der heil′gen Nacht? Mit deinen Silberschwingen&#10;Umfächle mich, der Stirne Glut zu lindern!&#10;Komm, deine Wiegenlieder mir zu singen,&#10;Süß, wie die Mutter einst sie sang dem Sohne,&#10;Und mir im goldnen Kelch die Flut zu bringen,&#10;Die traumreich quillt aus dem geweihten Mohne!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den verlornen Schlaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-verlornen-schlaf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-verlornen-schlaf/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bist du hin, du Tröster in Beschwerde,&#10;Mein güldner Schlaf?&#10;An dem ich sonst die Größesten der Erde&#10;Weit übertraf.&#10;Du hast mich oft an Wassern und an Büschen&#10;Sanft übereilt,&#10;Und konntest mich mit beßrer Rast erfrischen,&#10;Als mir vorjetzt der weiche Pfühl ertheilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein bedeckt vom himmlischen Gewölbe&#10;Schlief ich dann ein.&#10;Die stolze Thems, die Saal und Hamburgs Elbe&#10;Kann Zeugin sein.&#10;Dort hab′ ich oft, in längstvergrünten Jahren,&#10;Mich hingelegt,&#10;Und hoffnungsreich, in Sorgen unerfahren,&#10;Der freien Ruh′ um ihren Strand gepflegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Wasserfall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-wasserfall/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-wasserfall/</guid><description>&lt;p&gt;Ist das der Ort, wo sonst Entzyken&#10;Im sanften Schatten auf mich kam?&#10;Bist du es, Fels! wo aus den Stræuchen&#10;Die Quelle hoch herunterstyrzt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wo sonst deine klare Quelle&#10;Auf Schaum und Moos herab sich styrzt,&#10;Da blinkt von Eis izt eine Sæule&#10;Vom unterhoelten Fels herab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie oed, wie nakt sind die Gestræuche,&#10;Wo sonst im dunkeln Laub-Gewoelb&#10;Die Zephir mit den Blythen spielten,&#10;Und mit dem sanft-bewegten Laub,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Denselben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-denselben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-denselben/</guid><description>&lt;p&gt;Milon, gestern war ich selig,&#10;Wie ein Sonnenbürger ist:&#10;Ach mein Auge hat unzählig&#10;Diese Stirne sanft geküßt,&#10;Die der Mahler kaum so göttlich&#10;Mahlen wird, als du sie hast.&#10;Mache mir doch künftig spöttlich&#10;Nicht die Tage mehr zur Last -&#10;O was hab ich ausgestanden,&#10;Als Zemire ward gespielt,&#10;Und mich deine Blicke fanden,&#10;Und ich nicht den Trost erhielt,&#10;Daß du in der Nähe bliebest.&#10;Sage mir, warum du so&#10;Meiner Seele Kummer liebest?&#10;Sprich, warum dein Fuß entfloh,&#10;Daß ich deiner vollen Schläfe&#10;Feine Locken nicht mehr sah?&#10;Denke nur, wie mir geschah,&#10;Fast als ob ein Blitz mich träfe,&#10;Weinen wollt ich eine Fluth,&#10;Durfte nicht und mussts ersticken.&#10;Schmerz durchflammete mein Blut,&#10;Wehmut saß in meinen Blicken,&#10;Bis Zemirens Rose kam,&#10;Und ich meine Rosen dachte,&#10;Und der gar zu schwere Gram&#10;Sich durch Thränen leichter machte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An der Krippe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-der-krippe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-der-krippe/</guid><description>&lt;p&gt;Kleiner Knabe, großer Gott,&#10;schönste Blume, weiß und rot,&#10;von Maria neugeboren,&#10;unter tausend auserkoren,&#10;allerliebstes Jesulein,&#10;lasse mich dein Diener sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm mich an, geliebtes Kind,&#10;und befiel mir nur geschwind,&#10;rege deine süßen Lippen,&#10;rufe mich zu deiner Krippen:&#10;tu mir durch deinen holden Mund&#10;deinen liebsten Willen kund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir soll meine Seel′ allzeit&#10;samt den Kräften sein bereit,&#10;und mein Leib mit allen Sinnen&#10;soll nichts ohne dich beginnen;&#10;mein Gemüte soll an dich&#10;denken jetzt und ewiglich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An der Straßenecke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-der-strassenecke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-der-strassenecke/</guid><description>&lt;p&gt;An der Straßenecke, in der Häuser Gedränge,&#10;in der Großstadt wogender Menschenmenge,&#10;inmitten von Wagen, Karren, Karossen&#10;ist heimlich ein Märchenwald entsprossen,&#10;von leisem Glockenklingen durchhallt:&#10;von Weihnachtsbäumen ein Tannenwald.&#10;Da hält ein Wagen, ein Diener steigt aus&#10;und nimmt den größten Baum mit nach Haus.&#10;Ein Mütterchen kommt, und prüft und wegt,&#10;bis endlich den rechten sie heimwärts trägt.&#10;Verloren zur Seite ein Stämmchen stand,&#10;das fasste des Werkmanns ruhige Hand.&#10;So sah ich einen Baum nach den andern&#10;in Schloss und Haus und Hütte wandern,&#10;und schimmernd zog mit jedem Baum&#10;ein duftiger, glänzender Märchentraum. –&#10;Frohschaukelnd auf der Zweige Spitzen&#10;schneeweißgeflügelte Englein sitzen.&#10;Die einen spielen auf Zinken und Flöten,&#10;die andern blasen die kleinen Trompeten,&#10;die wiegen Puppen, die tragen Konfekt,&#10;die haben Bleisoldaten versteckt,&#10;die schieben Puppentheaterkulissen,&#10;die werfen sich mit goldenen Nüssen,&#10;und ganz zuhöchst, in der Hand einen Kringel,&#10;steht triumphierend ein pausbackiger Schlingel.&#10;Da tönt ein Singen, ein Weihnachtsreigen –&#10;verschwunden sind alle zwischen den Zweigen.&#10;Am Tannenbaum hängt, was in Händen sie trugen.&#10;Ein Jubelschrei schallt; und von unten lugen&#10;mit Äuglein, hell wie Weihnachtslichter,&#10;glückselig lachende Kindergesichter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Deutschland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-deutschland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-deutschland/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, Mutter, es ist wahr: ich habe diese Zeit,&#10;Die Jugend, mehr als faul und übel angewendet.&#10;Ich hab es nicht getan, wie ich mich dir verpfändet.&#10;So lange bin ich aus, und denke noch so weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, Mutter, zürne nicht; es ist mir mehr als leid,&#10;Der Vorwitz, dieser Mut, hat mich zu sehr verblendet.&#10;Nun hab ich allzuweit von dir, Trost, abgeländet&#10;Und kann es ändern nicht, wie hoch es mich auch reut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Dichtkunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-dichtkunst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-dichtkunst/</guid><description>&lt;p&gt;Gespielinn meiner Neben-Stunden,&#10;Bey der ein Theil der Zeit verschwunden,&#10;Die mir, nicht andern, zugehört:&#10;O Dichtkunst, die das Leben lindert!&#10;Wie manchen Gram hast Du verhindert,&#10;Wie manche Fröhlichkeit vermehrt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kraft, der Helden Trefflichkeiten&#10;Mit tapfern Worten auszubreiten,&#10;Verdankt Homer und Maro dir.&#10;Die Fähigkeit, von hohen Dingen&#10;Den Ewigkeiten vorzusingen,&#10;Verliehst du ihnen und nicht mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lust, von Wahn mich zu entfernen&#10;Und Deinem Flaccus abzulernen,&#10;Wie man durch echten Witz gefällt;&#10;Die Lust, den Alten nachzustreben,&#10;Ist mir im Zorn von dir gegeben,&#10;Wenn nicht mein Wunsch das Ziel erhält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Empfindsamen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-empfindsamen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-empfindsamen/</guid><description>&lt;p&gt;Weichheit ist gut an ihrem Ort,&#10;Aber sie ist kein Losungswort,&#10;Kein Schild, keine Klinge und kein Griff;&#10;Kein Panzer, kein Steuer für dein Schiff.&#10;Du ruderst mit ihr vergebens.&#10;Kraft ist die Parole des Lebens:&#10;Kraft im Zuge des Strebens,&#10;Kraft im Wagen,&#10;Kraft im Schlagen,&#10;Kraft im Behagen,&#10;Kraft im Entsagen,&#10;Kraft im Ertragen,&#10;Kraft bei des Bruders Noth und Leid&#10;Im stillen Werke der Menschlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Erwählte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-erwaehlte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-erwaehlte/</guid><description>&lt;p&gt;Hand in Hand! und Lipp auf Lippe!&#10;Liebes Mädchen, bleibe treu!&#10;Lebe wohl! und manche Klippe&#10;Fährt dein Liebster noch vorbei;&#10;Aber wenn er einst den Hafen,&#10;Nach dem Sturme, wieder grüßt,&#10;Mögen ihn die Götter strafen,&#10;Wenn er ohne dich genießt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frisch gewagt ist schon gewonnen,&#10;Halb ist schon mein Werk vollbracht!&#10;Sterne leuchten mir wie Sonnen,&#10;Nur dem Feigen ist es Nacht.&#10;Wär ich müßig dir zur Seite,&#10;Drückte noch der Kummer mich;&#10;Doch in aller dieser Weite&#10;Wirk ich rasch und nur für dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freiheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-freiheit/</guid><description>&lt;p&gt;O Freiheit, Freiheit! Gottes Schoß entstiegen,&#10;Du aller Wesen seligstes Vergnügen,&#10;An tausendfachen Wonnen reich,&#10;Machst du die Menschen Göttern gleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo find′ ich dich, wo hast du deine Halle?&#10;Damit auch ich anbetend niederfalle;&#10;Dann ewig glücklich - ewig frei&#10;Ein Priester deines Tempels sey.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst walltest du so gern in Deutschlands Hainen,&#10;Und ließest dich vom Mondenlicht bescheinen,&#10;Und unter Wodanseichen war&#10;Dein unentweihtester Altar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sonnte Hermann sich in deinem Glanze,&#10;An deine Eiche lehnt` er seine Lanze,&#10;Und ach, mit mütterlicher Lust&#10;Nahmst du den Deutschen an die Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Hausgeister</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-hausgeister/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-hausgeister/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder in dem alten Gleise&#10;Rollt das Rad der Tage nun;&#10;Von des Lebens irrer Reise&#10;Kehr′ ich, um in euerm Kreise&#10;Froh und glücklich auszuruhn.&#10;Meines Vaterhauses Laren,&#10;Mich vor Irrsal zu bewahren,&#10;Hütet mich bei Tag und Nacht,&#10;Wie ihr, euern Reigen schlingend,&#10;Süße Lieder leise singend,&#10;Meine Wiege schon bewacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun aufs neu mit Glockenklange&#10;Weckt mich, wenn der Morgen graut!&#10;Bei der Schwalbe Frühgesange,&#10;Die sich an dem Bogengange&#10;Heimatlich ihr Nest gebaut,&#10;Sei ich in der Dämmerfrische&#10;An dem trauten Arbeitstische&#10;Von der Bücherwelt umringt,&#10;Während ihr mit lust′gem Klettern&#10;Aus den Schränken, von den Brettern&#10;Mir die lieben Bände bringt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die hoch-adel. frau mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-hoch-adel-frau-mutter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-hoch-adel-frau-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Im nahmen eines andern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wie ein donner-keil durch hohle cedern fährt/&#10;Wenn der gepreßte knall den grünen wald erschüttert:&#10;So hat des himmels krafft auch meinen geist verzehrt/&#10;Da sie/ betrübteste/ vor seinem donner zittert.&#10;Mein brieff soll voller trost und voller zucker seyn;&#10;Was aber soll mir doch die schwache feder rühren/&#10;Indem wir halb erstarrt cypressen-zweige streun/&#10;Und ihren liebsten sohn zum schwartzen grabe führen?&#10;Ach allzulieber sohn/ ach allzuschwartzes grab!&#10;Wie bald kan glück und zeit doch seinen wechsel finden!&#10;Wie bald fällt doch die frucht der reiffen hoffnung ab/&#10;Wenn unser lebens-baum läst seine pracht verschwinden.&#10;So unbeständig ist der grosse Barmach nicht;&#10;So weiß Suratta nicht das wetter zu verkehren;&#10;Als wenn des himmels schluß durch die gedancken bricht/&#10;Und unsre Babel sich wie schatten-werck verzehren.&#10;Wer rühmte/ seligster/ nicht deiner jugend glantz/&#10;Die wie ein feigenbaum vor blüte frucht getragen/&#10;Als dir die tugend selbst den grünen lorbeer-krantz&#10;Und ihren ehren-preiß um deinen kopff geschlagen?&#10;Und dennoch schleust die grufft itzt deinen schimmer ein/&#10;Der freunde lust-stern muß mit deiner brust erbleichen;&#10;Und dein entseelter mund wird selber zeuge seyn/&#10;Daß muth und jugend nur dem porcellane gleichen.&#10;Des vaters edler ruhm/ der ahnen tapfferkeit/&#10;Wird nunmehr allererst auff erden sich vermissen;&#10;Nachdem der wunder-fall der kummer-vollen zeit&#10;Dich/ als ihr ebenbild/ der stoltzen welt entrissen.&#10;Doch dieses nicht allein: das theure Schlesien&#10;Fängt auch an über dich/ als seinen sohn/ zu klagen/&#10;Und schaut mit thränen an/ daß hier die Najaden/&#10;Und nicht sein mutter-arm dich kan zu grabe tragen.&#10;Zuletzt kommt Themis selbst und denn die tapfferkeit:&#10;Die bricht den festen schild bey deiner grufft in stücken/&#10;Und jene hat den leib mit flor und boy bestreut/&#10;Und will dich noch als kind an ihre brüste drücken.&#10;Diß schreib ich aber nicht/ was deiner brüder weh&#10;Vor liebes-seuffzer läst nach deiner seele schiessen;&#10;Noch wie die mutter selbst aus ihrer hertzens-see&#10;Das saltz der thränen läst als rundte perlen fliessen.&#10;Ein offtbeklagter todt verdoppelt nur die pein/&#10;Und der muß grausamer als rasende Cyrcassen/&#10;Und unempfindlicher als wilde Mohren seyn/&#10;Der nicht auff deinen ruhm soll frische thränen lassen.&#10;Welch nebel aber klebt doch meinen augen an?&#10;Genug/ betrübteste/ die thränen sind verstrichen:&#10;Ihr allerliebster sohn tritt auff des himmels bahn/&#10;Und ist dem Ninive der erden ausgewichen.&#10;Sein blut-bespritzter leib macht nun in Jesu schooß&#10;Die rosen-rothe bach zu reinen silber-quellen:&#10;Nachdem die seele sich von allen sünden loß/&#10;Vor Gottes augen kan in weissem atlaß stellen.&#10;Die engel waschen selbst der wunden scharlach ab/&#10;Und lehren wie er soll dem höchsten opffer bringen;&#10;Er/ der zu guter nacht/ durch das bedeckte grab/&#10;An seine freunde noch läst diesen trost erklingen:&#10;Adjeu! Ich lebe wohl; denn ist gleich meine brust/&#10;So wie der abend-glantz bepurpert untergangen:&#10;So glaubt/ daß nach der zeit die sonne meiner lust&#10;Auch wie der morgen wird in vollem golde prangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-hoffnung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-hoffnung/</guid><description>&lt;p&gt;O Hoffnung! holde! gütiggeschäftige!&#10;Die du das Haus der Trauernden nicht verschmähst,&#10;Und gerne dienend, Edle! zwischen&#10;Sterblichen waltest und Himmelsmächten,&#10;Wo bist du? wenig lebt′ ich; doch atmet kalt&#10;Mein Abend schon. Und stille, den Schatten gleich,&#10;Bin ich schon hier; und schon gesanglos&#10;Schlummert das schaudernde Herz im Busen.&#10;Im grünen Tale, dort, wo der frische Quell&#10;Vom Berge täglich rauscht, und die liebliche&#10;Zeitlose mir am Herbsttag aufblüht,&#10;Dort, in der Stille, du Holde, will ich&#10;Dich suchen, oder wenn in der Mitternacht&#10;Das unsichtbare Leben im Haine wallt,&#10;Und über mir die immerfrohen&#10;Blumen, die blühenden Sterne glänzen,&#10;O du des Äthers Tochter! erscheine dann&#10;Aus deines Vaters Gärten, und darfst du nicht&#10;Ein Geist der Erde, kommen, schröck′, o&#10;Schröcke mit anderem nur das Herz mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Könige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenige/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenige/</guid><description>&lt;p&gt;Soll wieder eine ganze Welt vergehen?&#10;Bricht wieder eine Sündfluth ein?&#10;Und sollen wieder alle Tempel und Trophäen&#10;Berühmte Trümmer seyn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle Künste spät aus Asch′ und Moder&#10;Und Todtengrüften aufersteh′n,&#10;Und aus der Nacht des regellosen Zufalls oder&#10;Auf ewig untergeh′n?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn nun die weise Vorwelt ausgestorben,&#10;Das unerzogne Kindeskind&#10;Ein Räuber ist; die nicht zu Räubern angeworben,&#10;Armsel′ge Pflüger sind? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O ihr, verderblicher, als der entbrannte&#10;Vesuv, als unterirdische&#10;Gewitter! ihr des magern Hungers Bundsverwandte,&#10;Der Pest Verschworene!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Königin Luise von Preussen (3. Fassung)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenigin-luise-von-preussen-3-fassung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenigin-luise-von-preussen-3-fassung/</guid><description>&lt;p&gt;Erwäg ich, wie in jenen Schreckenstagen,&#10;Still deine Brust verschlossen, was sie litt,&#10;Wie du das Unglück, mit der Grazie Tritt,&#10;Auf jungen Schultern herrlich hast getragen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie von des Kriegs zerrißnem Schlachtenwagen&#10;Selbst oft die Schar der Männer zu dir schritt,&#10;Wie, trotz der Wunde, die dein Herz durchschnitt,&#10;Du stets der Hoffnung Fahn uns vorgetragen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Herrscherin, die Zeit dann möcht ich segnen!&#10;Wir sahn dich Anmut endlos niederregnen,&#10;Wie groß du warst, das ahndeten wir nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Kunstrichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-kunstrichter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-kunstrichter/</guid><description>&lt;p&gt;Schweigt, unberauschte, finstre Richter!&#10;Ich trinke Wein, und bin ein Dichter.&#10;Tut mir es nach, und trinket Wein,&#10;So seht ihr meine Schönheit ein.&#10;Sonst wahrlich, unberauschte Richter,&#10;Sonst wahrlich seht ihr sie nicht ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-mutter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Träume sah am Bette&#10;Ich jüngst die Mutter stehn,&#10;So wie sie zu den Kindern&#10;Pflegt&amp;rsquo; abendlich zu gehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie strich mit ihren Händen&#10;Die Linnen glatt und fein,&#10;Und nahm die weichen Decken&#10;Und hüllt&amp;rsquo; mich fester drein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie küsste mir die Augen,&#10;Sie küsste mir den Mund;&#10;Ich war so froh und wähnte,&#10;Sie sei nun ganz gesund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als ich drauf erwachte,&#10;Da ward mir&amp;rsquo;s wieder klar.&#10;Dass sie vor vielen Monden&#10;Ja schon gestorben war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die oberen Zehntausend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-oberen-zehntausend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-oberen-zehntausend/</guid><description>&lt;p&gt;O kehrtet einmal ihr aus den Palästen&#10;Im dunstigen Dunkel enger Gassen ein!&#10;O kehrtet einmal ihr von euren Festen&#10;Ins vierte Stockwerk, wo beim Öllichtschein&#10;Blutarme Näherinnen um den Bissen&#10;Des lieben Brots zehn Stunden nähen müssen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kröcht′ einmal ihr mit eurem Schmuck behangen&#10;Zur Kellerwohnung, wo der Schuster flickt,&#10;Sein armes Weib mit hungerbleichen Wangen&#10;Den Säugling an die welken Brüste drückt,&#10;Von einer Mark oft sieben Menschen leben,&#10;Die doch dem Kaiser noch den Groschen geben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-rose/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Sprößling einer Thrän&amp;rsquo; Aurorens,&#10;Oder ob dich Amor schuf,&#10;O vernimm, geweihte Florens,&#10;Eines Herzens leisen Ruf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schleuß, o Rose! - Nein, versag&amp;rsquo; es&#10;Meiner Sehnsucht Bitten noch!&#10;Blumen, Kinder eines Tages,&#10;Glänzen frisch und welken doch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sanft erröthend, wie du glühest,&#10;Wird Filinde bald dich sehn.&#10;Ach! sie blühet, wie du blühest,&#10;Und wie du wird sie vergehen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast du meinen Ruf vernommen?&#10;Oefnest deine Knospe schon?&#10;Süße Rose, sei willkommen!&#10;Deiner harrt ein süßer Lohn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Schweiz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-schweiz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-schweiz/</guid><description>&lt;p&gt;Im December 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es tönt in allen Landen&#10;Ein Ruf zum heil′gen Streit;&#10;In ihrer Kraft erstanden&#10;Ist neu die Christenheit.&#10;Die Stürme Gottes fahren&#10;Und wecken jeden Mann,&#10;Wie da vor grauen Jahren&#10;Der Kreuzeszug begann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uralte Kräfte regen&#10;Sich schön und fürchterlich,&#10;In ihrer Gruft bewegen&#10;Die Freiheithelden sich.&#10;Es tritt aus seiner Höhle&#10;Der Felsengreis, der Tell,&#10;Und jauchzt aus voller Seele,&#10;Und prüft den Bolzen schnell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Sittlichkeitskonferenz zu Magdeburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sittlichkeitskonferenz-zu-magdeburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sittlichkeitskonferenz-zu-magdeburg/</guid><description>&lt;p&gt;Seh′ ich euch wieder, hochehrwürd′ge Herren,&#10;Nachdem für euch mich etwas einzusperren&#10;In herber Strenge suchten fromme Schwaben?&#10;— Bis jetzt nur »suchten«, weil sie mich nicht haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So hat nun Gott der Herr mich heimgesuchet,&#10;Ganz offenbarlich, weil ihr mich verfluchet.&#10;Er musste wohl, und war′s nur, um euch Biedern&#10;Die vielen Dienste freundlich zu erwidern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halläh! und Lujah! singt jetzt, frohe Sieger!&#10;Und Bäh! und Muh! geliebte Kinderkrieger!&#10;Auch eure Frauen singen um die Wette,&#10;Das heißt: die paar, die nicht im Wochenbette.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Soldaten des großen Krieges</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-soldaten-des-grossen-krieges/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-soldaten-des-grossen-krieges/</guid><description>&lt;p&gt;Herauf! aus Gräben, Lehmhöhlen, Betonkellern, Steinbrüchen!&#10;Heraus aus Schlamm und Glut, Kalkstaub und Aasgerüchen!&#10;Herbei! Kameraden! Denn von Front zu Front, von Feld zu Feld&#10;Komme euch allen der neue Feiertag der Welt!&#10;Stahlhelme ab, Mützen, Käppis! und fort die Gewehre!&#10;Genug der blutbadenden Feindschaft und Mordehre!&#10;Euch alle beschwör′ ich bei eurer Heimat Weilern und&#10;Städten,&#10;Den furchtbaren Samen des Hasses auszutreten, zu jäten,&#10;Beschwöre euch bei eurer Liebe zur Schwester, zur Mutter, zum Kind,&#10;Die allein euer narbiges Herz noch zum Singen stimmt.&#10;Bei eurer Liebe zur Gattin - auch ich liebe ein Weib!&#10;Bei eurer Liebe zur Mutter - auch mich trug ein Mutterleib!&#10;Bei eurer Liebe zum Kinde - denn ich liebe die Kleinen!&#10;Und die Häuser sind voll von Fluchen, Beten, Weinen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sonne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Seele der Welt, unermüdete Sonne!&#10;Mutter der Liebe, der Freuden, des Weins!&#10;Auch ohne dich erstarret die Erde&#10;Und die Geschöpfe in Traurigkeit.&#10;Und wie kann ich von deinem Einfluß&#10;Hier allein beseelt und beseligt&#10;Ach wie kann ich den Rücken dir wenden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wärme, Milde! mein Vaterland&#10;Mit deinem süßesten Strahl, nur laß mich&#10;Ach ich flehe, hier dir näher,&#10;Nah wie der Adler dir bleiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Tadler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-tadler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-tadler/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr schmäht, Ihr seht mich Eure Zeichen tragen,&#10;Und dennoch sey ich Keiner von den Euern!&#10;Nie werd′ ich′s seyn, das kann ich Euch betheuern;&#10;Weit eher würd′ ich meinen Schild zerschlagen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh′ Euch nur nach Eurem Vortheil jagen,&#10;Mich muß ein höh′res Ziel zum Kampf befeuern:&#10;Der Menschheit Adel, den allein mir theuern,&#10;Möcht′ ich erhalten sehn den künft′gen Tagen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Ihr besitz′ ich, was ich nicht verachte,&#10;Doch auch nicht achte mehr als sich gebühret;&#10;′s ist nicht vom Fuchs die Fabel und der Trauben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Tauben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-tauben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-tauben/</guid><description>&lt;p&gt;Im Spätjahr 1815 aus Koblenz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fliegt nur aus, geliebte Tauben!&#10;Euch als Boten send′ ich hin;&#10;Sagt ihr, und sie wird euch glauben,&#10;Daß ich krank vor Liebe bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr könnt fliegen, ihr könnt eilen,&#10;Tauben, froh bergab und an;&#10;Ich muß in der Fremde weilen,&#10;Ewig ein gequälter Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch mein Brieflein soll noch gehen&#10;Heut zu ihr, mein Liebesgruß,&#10;Soll sie suchen auf den Höhen,&#10;An dem schönen grünen Fluß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Trocknen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-trocknen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-trocknen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich zum Schöppchen geh&amp;rsquo; am Abend,&#10;Von Arbeit müde und erhitzt,&#10;O, wie ist mir der Anblick labend,&#10;Wenn Euereins am Tische sitzt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da werd&amp;rsquo; ich ein Gespräch genießen,&#10;Fern von der Leidenschaften Gluth,&#10;Gespräch das nur gemächlich fließen,&#10;Ja nur so anetröpfeln thut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Reben und von Hopfenblüthe&#10;Fällt etwan ein zufriednes Wort,&#10;Vom Ferndigen und seiner Güte,&#10;Von Bier und Tobak und sofort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der breite Herr im Mittelsitze:&#10;Seht ihn, wie er gemüthlich schmaucht,&#10;Mitunter die Cigarrenspitze&#10;Besieht, wie weit sie angeraucht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Weltverbesserer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-weltverbesserer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-weltverbesserer/</guid><description>&lt;p&gt;Pochest du an - poch nicht zu laut,&#10;Eh′ du geprüft des Nachhalls Dauer!&#10;Drückst du die Hand - drück nicht zu traut!&#10;Eh du gefragt des Herzens Schauer!&#10;Wirfst du den Stein - bedenke wohl,&#10;Wie weit ihn deine Hand wird treiben!&#10;Oft schreckt ein Echo, dumpf und hohl,&#10;Reicht goldne Hand dir den Obol,&#10;Oft trifft ein Wurf des Nachbars Scheiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höhlen gibt es am Meeresstrand,&#10;Gewalt′ge Stalaktitendome,&#10;Wo bläulich zuckt der Fackeln Brand,&#10;Und Kähne gleiten wie Phantome.&#10;Das Ruder schläft, der Schiffer legt&#10;Die Hand dir angstvoll auf die Lippe,&#10;Ein Räuspern nur, ein Fuß geregt,&#10;Und donnernd überm Haupte schlägt&#10;Zusammen dir die Riesenklippe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Edom!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-edom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-edom/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Jahrtausend schon und länger,&#10;Dulden wir uns brüderlich,&#10;Du, du duldest, daß ich atme,&#10;Daß du rasest, dulde Ich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manchmal nur, in dunkeln Zeiten,&#10;Ward dir wunderlich zu Mut,&#10;Und die liebefrommen Tätzchen&#10;Färbtest du mit meinem Blut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt wird unsre Freundschaft fester,&#10;Und noch täglich nimmt sie zu;&#10;Denn ich selbst begann zu rasen,&#10;Und ich werde fast wie Du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Eduard Weigelin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eduard-weigelin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eduard-weigelin/</guid><description>&lt;p&gt;Freund! dein heiterer Blick und deine gelassene MieneHeißt uns die Klage des Abschieds sparen; doch tief in der Brust dirSelber bewegt sich das männliche Herz. Wer möcht es ihm wehren?Denn du verlässest das Haus, das dir wie dein eigenes lieb war,Dem du die Blüte der Jahre geweiht im redlichen Tagwerk.Aber glücklich genug, der still sich dessen bewußt ist!Siehe, die Zeit kommt auch, da wir weggehn nacheinander,Ungern jeder fürwahr, doch keiner mit besserem Ruhme,Noch von treueren Wünschen der dankbaren Liebe begleitet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein goldnes Herz, das er am Halse trug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-goldnes-herz-das-er-am-halse-trug/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-goldnes-herz-das-er-am-halse-trug/</guid><description>&lt;p&gt;Angedenken du verklungner Freude,&#10;Das ich immer noch am Halse trage,&#10;Hältst du länger als das Seelenband uns beide?&#10;Verlängerst du der Liebe kurze Tage?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flieh′ ich, Lili, vor dir! Muß noch an deinem Bande&#10;Durch fremde Lande,&#10;Durch ferne Täler und Wälder wallen!&#10;Ach, Lili′s Herz konnte so bald nicht&#10;Von meinem Herzen fallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Vogel, der den Faden bricht&#10;Und zum Walde kehrt,&#10;Er schleppt des Gefängnisses Schmach&#10;Noch ein Stückchen des Fadens nach;&#10;Er ist der alte freigeborne Vogel nicht,&#10;Er hat schon jemand angehört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine edle Liebende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-edle-liebende/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-edle-liebende/</guid><description>&lt;p&gt;Du meinst in deiner Seele Dämmerweben,&#10;Dir sei das Tiefste so gelöst in Liebe,&#10;Daß dir nichts Eignes zu bewahren bliebe,&#10;Drum willst du ganz und gar dich ihm ergeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, tu′ es nicht! Es gibt ein Widerstreben,&#10;So rein von jedem selbstisch-rohen Triebe,&#10;Daß sich das Höchste still zu nichts zerriebe,&#10;Erschlösse dies ihm nicht ein ew′ges Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und könntest du, im Edelsten erglommen,&#10;Auch deines Wesens Form vor ihm vernichten&#10;Die Elemente bleiben, die sie waren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Feder 17. Jänner 1834</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-feder-17-jaenner-1834/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-feder-17-jaenner-1834/</guid><description>&lt;p&gt;Danke, danke, süße Feder!&#10;Liebchen ist es, die dich schnitte,&#10;Solche Huld geschieht nicht jeder,&#10;Denn sie hat nach Kindersitte&#10;Dich mit ihrem Mund benetzet,&#10;Ihre süße linde Lippe,&#10;Die noch nie ein Kind verletzet,&#10;Küßte lindernd deine Nippe,&#10;Und du trankst auch eine Zähre,&#10;Die um mich sie hat vergossen,&#10;Federchen nicht mehr begehre,&#10;Du hast Lust und Leid genossen,&#10;Schwarz will ich dich nie betinten,&#10;Tinte ist so herb und bitter&#10;Und ein Linderkuß gleicht linden&#10;Rosen um ein Perlengitter&#10;Komm und schreib:&#10;Mit meinem Blute&#10;Das die Linde hat versüßet,&#10;O du liebe, süße, gute!&#10;Sei vom treusten Herz gegrüßet&#10;Das an deinem Herzen ruhte&#10;Und gerungen und gebüßet&#10;Und geküßt die scharfe Rute&#10;Wie ein Kind, als sie erblühte&#10;Unter deinen linden Händen,&#10;O du Überfluß der Güte&#10;Willst du nicht dein Werk vollenden?&#10;Lasse doch die Dornenhiebe&#10;Rosen deiner Seele tragen,&#10;Daß mein Blut sich Ruh erschriebe:&#10;Laß die linde Lippe sagen:&#10;Ich vergebe, denn ich liebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Geschminckte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-geschminckte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-geschminckte/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist an Euch/ das Ihr Ewr eigen möget nennen?&#10;Die Zähne sind durch Kunst in leeren Mund gebracht;&#10;Euch hat der Schmincke dunst das Antlitz schöngemacht/&#10;Daß Ihr tragt frembdes Haar/ kan leicht ein jederkennen/&#10;Vnnd daß Ewr Wangen von gezwungner Rötebrennen/&#10;Ist allen offenbahr/ deß Halses falsche Pracht/&#10;Vnd die polirte Stirn wird billich außgelacht,&#10;Wenn man die salben sich schawt vmb die Runtzelntrennen.&#10;Wenn diß von aussen ist/ was mag wol in Euchsein/&#10;Alß List vnd Trügerey/ Ich bild mir sicher ein/&#10;Daß vnter einem Haupt/ das sich so falsch gezieret/&#10;Auch ein falsch Hertze steh/ voll schnöderheucheley.&#10;Sambt eim geschminckten Sin vnd Gleißnereydarbey/&#10;Durch welche (wer Euch trawt) wird jammerlichverführet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Jungfraw.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-jungfraw/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-jungfraw/</guid><description>&lt;p&gt;Vnd du wirst auch bey meiner Buhlschafft stehen /&#10;O Delia / du Bildnuß aller Ziehr:&#10;Ich wil auch dich durch meine Verß′ erhöhen;&#10;Ich wil dein Lob erweitern für vnd für.&#10;Sey nicht erzürnt / Asterie / mein Leben /&#10;Weil ich anjetzt so sehr weit von dir bin /&#10;Daß ich mich hab′ in andre Huld ergeben /&#10;Vnd frembde Gunst mir kommen in den Sinn.&#10;Ich habe dich in jhren Augen funden:&#10;Dein Angesicht′ und rosenrother Mund /&#10;Dein schönes Haar ist so in jhr verbunden /&#10;Daß ich sie nicht für dir erkennen kundt′.&#10;Ich fandt in jhr was ich bey dir verlassen;&#10;Ich fand in jhr dich so gebildet ein /&#10;Daß ich vermeyn′ ich könne sie nicht hassen&#10;Ich müsse denn auch dir zu wider seyn.&#10;O Delia / du Spiegel meiner Frewden /&#10;Du Ebenbild der schönsten in der Welt /&#10;Vergönne doch daß sich mein′ Augen weiden /&#10;Weil deine Ziehr mein Leben in sich helt;&#10;Weil jhr Gesicht′ ist so in dich geschrieben /&#10;Daß sie jhr selbst nicht ähnlicher seyn kan /&#10;Wie wolt′ ich dich / mein′ Augenlust / nicht lieben?&#10;Ach nimb mich doch von jhrentwegen an.&#10;So wil ich auch mit steten Versen ehren&#10;Dein′ hohe Ziehr / vnd edlen Augenschein.&#10;So lange man von Liebe nur wird hören /&#10;Wird man zügleich′ auch deiner inndenck seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Lieblingsbuche meines Gartens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-lieblingsbuche-meines-gartens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-lieblingsbuche-meines-gartens/</guid><description>&lt;p&gt;Holdeste Dryas, halte mir still! es schmerzet nur wenig:  Mit wollüstigem Reiz schließt sich die Wunde geschwind.Eines Dichters Namen zu tragen bist du gewürdigt,  Keinen Lieberen hat Wiese noch Wald mir genannt.Sei du künftig von allen deinen Geschwistern die erste,  Welche der kommende Lenz wecket und reichlich belaubt!Und ein liebendes Mädchen, von deinem Dunkel umduftet,  Sehe den Namen, der, halb nur verborgen, ihr winkt.Leise drückt sie, gedankenvoll, die Lippen auf diese  Lettern, es dringet ihr Kuß dir an das innerste Mark.Wehe der Hand, die dich zu schädigen waget! Ihr glücke  Nimmer, in Feld und Haus, nimmer ein friedliches Werk!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Malabaresin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-malabaresin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-malabaresin/</guid><description>&lt;p&gt;So fein sind Hand und Fuss, so weich der Hüften Biegen,&#10;Europens Schönste müsst′ im Wettstreit dir erliegen;&#10;Des Künstlers Blick voll Lust den holden Körper schaut&#10;Und deiner Augen Samt, der schwärzer als die Haut.&#10;Da, wo dein Gott dich schuf in heissen, blauen Gründen,&#10;Ist deine einzige Pflicht, des Herren Pfeife zünden.&#10;Mit Wasser duftend frisch füllst du für ihn den Krug&#10;Und wehrst von seinem Bett der giftigen Mücken Flug.&#10;Und wenn im Morgenwind leis singen die Platanen,&#10;Kaufst du dir Ananas und saftige Bananen.&#10;Auf nacktem Fuss läufst du, wohin dein Herz dich zieht,&#10;Und trällerst vor dich hin ein altes, fremdes Lied.&#10;Und senkt der Abend dann des Scharlachmantels Schatten,&#10;Streckst du die Glieder sanft auf den geflochtenen Matten,&#10;Und Träume flattern auf, den bunten Vögeln gleich,&#10;Beschwingt und zart wie du, wie du an Anmut reich.&#10;Was zieht dich, glücklich Kind, nach unsrem fernen Lande,&#10;Von Menschen übervoll und voll von Leid und Schande,&#10;Dass du dich anvertraust den Schiffern und den Winden&#10;Und heissen Abschied nimmst von deinen Tamarinden?&#10;Du, halbbekleidet nur mit zartem Musselin,&#10;Wenn dich der Hagel trifft, Schneestürme dich umziehn,&#10;Wie wirst du weinen um die Tage, die verrannen,&#10;Wie wird der Schnürleib dir die Hüften roh umspannen!&#10;Und wenn du müde ziehst durch unsren Schlamm und Kot,&#10;Den seltsam fremden Reiz verkaufst ums Abendbrot,&#10;Dann wird dein Auge starr durch trübe Nebel träumen,&#10;Dann siehst du fern und wirr Schatten von Kokosbäumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Quelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-quelle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-quelle/</guid><description>&lt;p&gt;Arme Nixe, die tief im Tannengesäusel des Schwarzwalds&#10;Leidendem Menschengeschlecht herrliche Labung ergießt,&#10;Hast du es so gemeint, daß dich die Herren vom Amte&#10;Für zinstragenden Pacht legen in Riegel und Schloß?&#10;Zweimal des Tags zwei Stunden ist dir zu fließen gestattet,&#10;Ueppigem Volke der Stadt rinnet dein silberner Quell.&#10;Kann er nicht schöpfen zur Zeit, der Lechzende, der sich ein Büschel&#10;Holz gieng suchen im Wald, nun so entbehre er denn!&#10;Fliehen wollt&amp;rsquo; ich die Stadt, im Grünen, im Dunkel des Waldes&#10;Wollt&amp;rsquo; ich vergessen, denn ach! jetzt ist Vergessen so süß!&#10;Aber was spreizt sich umher, was gagert, was schnarret, was plappert?&#10;Ludwigsburger und Stuttgarter Familienbrei,&#10;Starres Beamtenthum, gichtbrüchige Pensionäre&#10;Und mit dem vollen Sack klapperndes Geldmachervolk.&#10;»Fehlmich, Herr Oberjustiz« und »Fehlmich, Herr Legationsrath!«&#10;»Fehlmich, Herr Hofrath, wie geht&amp;rsquo;s, wie hat das Schläfchen geschmeckt?«&#10;»Auch schon am Werk, Herr Kommerzienrath? Wie steht&amp;rsquo;s? Am wie vielten&#10;Gläschen sind sie denn schon?« »»Halb ist das dritte verdaut.««&#10;»Ah, wen seh&amp;rsquo; ich? Herr Je! Mein Vetter, der Herr Kameralver-&#10;walter aus Bopfingen ist&amp;rsquo;s,« jubelt ein Bempflinger dort,&#10;Und der Bempflinger schüttelt des Bopfingers biedere Rechte&#10;Und der Bopfinger auch schüttelt des Bempflingers Hand.&#10;Und der Bempflinger draus: »Du bist doch das alte fidele&#10;Haus noch?« Und Arm in Arm wallen die Vettern dahin.&#10;In dem gewichtigen Kreis, mit höchlicher Spannung erwartet,&#10;Fehlt – o erhabenes Gestirn! – nur Frau Ministerin noch.&#10;Früh am Morgen beginnt das obligate Getrampel,&#10;Fünfzehn Minuten genau auf das getrunkene Glas.&#10;Suchst du, den Trunk zu vergeh&amp;rsquo;n, im Forste geschlängelten Irrweg,&#10;Suchst in der einsamen Schlucht reizende Wildniß du auf:&#10;O, da ist Weg und Steg von ärarischem Gelde gebügelt,&#10;Nach der messenden Schnur gähnt der beschnittene Pfad.&#10;Schläfrig kehr&amp;rsquo; ich zurück, vollbracht ist der lähmende Pflichtgang&#10;Und nach dem lieben Kaffee sehnet sich tief das Gemüth.&#10;Ist Poesie auch fern, es gibt doch ein breites Behagen,&#10;Mit den Philistern umher suche Philister zu sein:&#10;Wenn ich im Wasserzopf hintorkelte unter die Linden,&#10;Sucht&amp;rsquo; ich mit dieser Sentenz mir zu betrösten das Herz.&#10;Aber was schießet daher stoßvogelartig? Was ziehet,&#10;Mich zu erfassen bereit, drohende Kreise ringsum?&#10;Geistlichen Hochmuths voll ein halb irrsinniger Priester&#10;Nimmt sich den Ketzer auf&amp;rsquo;s Korn für sein Bekehrungsgeschütz,&#10;Predigt von Bibel und Teufel und demokratischen Rotten&#10;Grob auf die Freiheit hin, die er als Narre genießt.&#10;Bin ich ihm mühsam entfloh&amp;rsquo;n und habe gebadet, geschlendert,&#10;Endlich zum Mittagsmahl läutet die Glocke – zu spät!&#10;Ja, zu spät, denn zu hoch ist der knurrende Hunger gewachsen&#10;Und auf den üppigen Schmaus spannt sich verhaltene Gier.&#10;Was dir am Morgen die Quelle genützt, verderbt dir am Mittag&#10;Mit des Speisengemischs Reizen der würzende Koch.&#10;Aber was thut&amp;rsquo;s, wenn gründlich gestopft der Magen sich blähet?&#10;Just dem Fraße zulieb kam ja das städtische Volk.&#10;Wie sie vom Tische hinweg nun unter gemüthlichem Gähnen&#10;Unter die Linden hinab schleppen den schwellenden Bauch!&#10;Zum Kaffee geht&amp;rsquo;s wieder, es folgt ein zahmer Spaziergang,&#10;Dann geht&amp;rsquo;s wieder zu Tisch, dann von den Tischen in&amp;rsquo;s Bett.&#10;Ringsum aber im Dorf und rings in Bergen und Thälern&#10;Zwischen Fabriken umher wohnt ein verkommenes Volk.&#10;Müßten die Hungernden nicht das Prasserleben mitanseh&amp;rsquo;n,&#10;Ließ&amp;rsquo; ich das Städtergeschlecht gerne dem stumpfen Genuß,&#10;Ließe belachend es gern als Beute den saugenden Vampyrn,&#10;Welche den Schlemmern auf&amp;rsquo;s Haupt sandte ein strafender Gott.&#10;Denn das Gesind&amp;rsquo; umher, der Kellner, die Köchin, der Hausknecht,&#10;Badknecht, Diener am Quell, Stubenmagd und Polizei&#10;Bücken sich, schwänzeln und wedeln und jede Gebärde heißt: Trinkgeld,&#10;Trinkgeld die Hand und der Fuß, Trinkgeld der gierige Blick.&#10;Wend&amp;rsquo; ich zur Sonne hinauf vom widrigen Bilde die Augen,&#10;Wahrlich am Ende sie selbst bettelt um Trinkgeld mich an,&#10;Und zum gebührenden Lohn für die Heizung, die sie verabreicht,&#10;Ihr in das volle Gesicht schnell&amp;rsquo; ich den Zwanz&amp;rsquo;ger hinauf.&#10;Aber das ärmliche Volk, das grün vor Hunger umhersteht,&#10;Wenn vom brodelnden Herd wirbeln die Düfte empor!&#10;Blöd und stier und grinsend, verzwergt, verbogen vom Elend&#10;Sieht es mit Tantalus&amp;rsquo; Qual Schüssel an Schüssel gereiht.&#10;Selbst die Pfade umher, die heimischen, soll es nicht wandeln:&#10;Fort! Monopol ist der Park, ist für die Bettler nicht da! –&#10;Hab&amp;rsquo; ich darum die Berge, die ländlichen Hütten, die Quellen,&#10;Düfte des Tannenwalds, Lüfte des Himmels gesucht,&#10;Daß die verkrümmende Noth und daneben der schwelgende Geldsack&#10;Mir erneue den Riß, welcher die Menschheit zerreißt?&#10;Daß die Quelle mir fast, die rein entsprudelt dem Erdschoß,&#10;Auf dem verbitterten Nerv schmecke wie Schweiß und wie Blut?&#10;Gebt mir zur reinen Natur auch Menschen, die noch Natur sind,&#10;Gebt zum lebendigen Born Bild der Gesundheit und Kraft!&#10;Sehen mag ich das Volk, das ungebrochen und ganz noch,&#10;Dem von männlicher Kraft stählern der Muskel sich spannt,&#10;Hell das Auge und scharf mit Adlerblicken sich aufschlägt&#10;Und auf der Wangen Roth blühende Frische noch lacht,&#10;Volk, das pflüget und sät und weidet Rinder und Rosse,&#10;Frei von trägem Genuß, frei von bedrängender Noth,&#10;Alter Sitte getreu, noch nicht durchbeizt von dem Pesthauch,&#10;Den in&amp;rsquo;s Gebirg einschleppt leckrer Touristen Geschmeiß,&#10;Kriegerisch noch, jagdlustig und mit weitschallendem Jodler&#10;Gerne den Wiederhall weckend in Thal und Geklüft.&#10;War&amp;rsquo; ich bei euch, mich sollte die Herrenstube nicht sehen –&#10;Gleich in die Laube hinaus, unter die Juppen hinein!&#10;Lächelnd streicht sich den Bart und weist auf den Stutzen der Waidmann&#10;Und mit prüfendem Blick fragt er mich: möchtet Ihr mit?&#10;»Freilich.« – Er holt aus dem Schrank mir eine der blinkenden Waffen,&#10;Früh in des Morgens Hauch geht&amp;rsquo;s in die Berge hinauf.&#10;Nicht entrinnt er dem Blei, dem sicher gezielten, der scheue&#10;Gemsbock, den wir am Rand gähnender Schrecken erspürt.&#10;Klettern wir Abends zu Thal mit der köstlichen Beute beladen,&#10;Steht ein Becher, ein Mahl, einfach und kräftig, bereit;&#10;Warm vom erquickenden Trunk ergreift die Zither der Bursche,&#10;Wirbelnd in nervigem Arm walzen die Dirnen umher –&#10;Hellauf, Müller, Halloh! nun gürte dein hurtigstes Maulthier!&#10;Fort aus dem Froschpfuhl, fort! Schnell über Hügel und Thal!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine rothaarige Bettlerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-rothaarige-bettlerin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-rothaarige-bettlerin/</guid><description>&lt;p&gt;Bleiche du im roten Haar,&#10;Not und Armut schaut fürwahr&#10;Aus den Löchern deines Kleids&#10;Und viel holder Reiz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, dein schmächtiger Körper beut,&#10;Sommersprossenüberstreut,&#10;Seine Süssigkeit sogar&#10;Armen Dichtern dar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stolz und zierlich gehst du hin,&#10;Keine Märchenkönigin&#10;Trägt so leicht den seidnen Schuh,&#10;Wie den Holzpantoffel du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Statt der Lumpen sollte dich&#10;Schwer umhüllen, feierlich&#10;Prunkvoll Kleid, das faltig bauscht&#10;Und den Fuss umrauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Statt zerrissner Strümpfe sollt′&#10;An dem Bein ein Dolch von Gold&#10;Lüstlings Blicke auf sich ziehn,&#10;Helle Funken sprühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Tänzerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-taenzerin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-taenzerin/</guid><description>&lt;p&gt;Kastagnetten lustig schwingen&#10;Seh ich dich, du zierlich Kind!&#10;Mit der Locken schwarzen Ringen&#10;Spielt der sommerlaue Wind.&#10;Künstlich regst du schöne Glieder,&#10;Glühendwild,&#10;Zärtlichmild&#10;Tauchest in Musik du nieder&#10;Und die Woge hebt dich wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum sind so blaß die Wangen,&#10;Dunkelfeucht der Augen Glanz,&#10;Und ein heimliches Verlangen&#10;Schimmert glühend durch den Tanz?&#10;Schalkhaft lockend schaust du nieder,&#10;Liebesnacht&#10;Süß erwacht,&#10;Wollüstig erklingen Lieder -&#10;Schlag nicht so die Augen nieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einem Sarge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einem-sarge/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einem-sarge/</guid><description>&lt;p&gt;Unsel′ger du! der Dichter sich genannt,&#10;Ohn′ daß die heil′ge Flamme ihn durchdrungen!&#10;Für einen Traum, der trugvoll dich bezwungen&#10;Hast du dich von der Wirklichkeit gewandt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Irrlicht, dem du hoffend nachgerannt,&#10;Zum Abgrund führte es, der dich verschlungen!&#10;Umsonst hast du gelebt, umsonst gesungen!&#10;Vom Loos des Dichters nur den Schmerz gekannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh! jenen Kranz nach dem du Jahr′ um Jahre&#10;So heiß gekämpft auf dornenvoller Bahn,&#10;Das Mitleid legt ihn jetzt auf deine Bahre!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Baum am Spalier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-baum-am-spalier/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-baum-am-spalier/</guid><description>&lt;p&gt;Armer Baum! - an deiner kalten Mauer&#10;festgebunden, stehst du traurig da,&#10;fühlest kaum den Zephyr, der mit süßem Schauer&#10;in den Blättern freier Bäume weilt&#10;und bey deinen leicht vorübereilt.&#10;O! dein Anblick geht mir nah!&#10;und die bilderreiche Phantasie&#10;stellt mit ihrer flüchtigen Magie&#10;eine menschliche Gestalt schnell vor mich hin,&#10;die, auf ewig von dem freien Sinn&#10;der natur entfernt, ein fremder Drang&#10;auch wie dich in steife Formen zwang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Freund zu Hausen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-zu-hausen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-zu-hausen/</guid><description>&lt;p&gt;bei Übersendung der alemannischen Gedichte&#10;Hoch von der langen schwarzen Möhr herab,&#10;vom Platzberg her, auf wohlbekanntem Pfad,&#10;erschein ich dir, o Freund, den Blumenkranz&#10;dir bringend, den ich jüngst in Wald und Flur&#10;und von der Wiese duftigem Gestad,&#10;und um die stillen Dörfer her gepflückt.&#10;Zwar nur Gamänderlein und Ehrenpreis,&#10;nur Erdbeerblüten, Dolden, Wohlgemut&#10;und zwischendurch ein dunkles Rosmarin,&#10;geringe Gabe. Doch so gut sie kann,&#10;hat lächelnd und mit ungezwungner Hand&#10;des Feldes Muse sie in diesen Kranz&#10;gewunden; und der reine Freundessinn,&#10;der dir ihn bietet, sei allein sein Wert.&#10;Und hing er nun hier unterm Spiegel schön,&#10;so schwankt er schöner doch am Lindenast&#10;in freier Weitung, leichter Weste Spiel.&#10;Dort schwank er denn! Und sammelt um sich her&#10;die Linde unterm Sonntagshimmelblau&#10;das frohe Völklein aus dem nahen Dorf,&#10;das gute Völklein, das dich liebt und ehrt,&#10;und unter ihnen mancher mir von Blut&#10;verwandt und mancher aus der goldnen Zeit&#10;der frohen Kindheit mir noch wert und lieb,&#10;so teilst du gern des kleinen Spaßes Freuden&#10;mit ihnen. &amp;ldquo;Seht, zu diesem leichten Strauße&amp;rdquo;,&#10;so sagst du, &amp;ldquo;sind die besten Blümlein doch&#10;von unsrer Flur und unser Eigentum&#10;mit Recht.&amp;rdquo; - jo weger, uf em Alzebüehl,&#10;jo weger, uf em Maiberg henn si blüeiht;&#10;un bin i nit im frische Morgetau&#10;dur d’Matte gstraift un über d’Gräbe gumpt?&#10;Un han i nit ab menggem hoche Berg&#10;mit nassen Augen abegluegt ins Dorf-&#10;un han ich Frid un gueti Stunde gwünscht?&#10;`s isch weger wohr; un glaubsch mer’s nit, se froog&#10;der Bammert; menggmool het er mi verscheucht&#10;im Habermark un im verhängte Wald.&#10;Se bschauet denn my Bluemechränzli au&#10;am Lindenast, un’s freut mi, wenn’s ich gfallt;&#10;un nemmet so verlieb; es isch nit viil!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Ingenieur, Liebhaber der Phyllis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-ingenieur-liebhaber-der-phyllis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-ingenieur-liebhaber-der-phyllis/</guid><description>&lt;p&gt;Du kennst den Grund der Festungswerke.&#10;Mit einem Blicke messest du&#10;Der Schanzen und der Mauern Stärke;&#10;Doch meine Muse ruft dir zu:&#10;So wahr, als Friedrich unvergessen&#10;Bewundert wird in später Zeit,&#10;So wahr ist dies Unmöglichkeit&#10;Des Herzens Tiefen auszumessen.&#10;Sei klug, bedenke dich so schlau&#10;Wie einst Ulysses ist gewesen,&#10;Nie wirst du der verschmitzten Frau&#10;Verborgenste Gedanken lesen.&#10;Sie decket ihre feinste List&#10;Mit Blumen zu, bis du gefangen&#10;Gleich einem Dohnenvogel bist.&#10;Sie schmachtet, seufzt, netzt ihre Wangen&#10;Mit Thränen, die sie künftig weint.&#10;Sie nennt dich oft in einer Stunde&#10;Wohl tausendmal den besten Freund,&#10;Und schwört mit schmeichlerischem Munde&#10;Beim Grabmal ihres Vaters, bei&#10;Den Sternen und bei allen Göttern,&#10;Bei Sonnenschein und Donnerwettern,&#10;Daß ihr dein Kuß noch süßer sei,&#10;Als Süßigkeit von jungen Bienen;&#10;Und zaubert dich mit holden Mienen&#10;An ihre giftbestrichne Brust&#10;Und nennt dich ihre größte Lust,&#10;Den ersten Abgott ihrer Seele,&#10;Den reichsten Jüngling von der Welt,&#10;Den Menschen, der in einer Höhle&#10;Mehr ihren Augen wohlgefällt,&#10;Als Prinzen, die so fein nicht fühlen&#10;Im Prunksaal und auf goldnen Stühlen&#10;Und einer sammtbezognen Bank.&#10;Sie stellt sich gar vor Liebe krank,&#10;Und redet nur gebrochne Töne.&#10;O sanfter Jüngling, glaub es nicht:&#10;Es ist die Stimme der Syrene,&#10;Die ausstudirte Worte spricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen unschuldig Leidenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-unschuldig-leidenden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-unschuldig-leidenden/</guid><description>&lt;p&gt;XXXIV.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Brand-Pfall und ein Rad / Pech / Folter / Bley und Zangen /&#10;Strick / Messer / Hacken / Beill / ein Holtzstoß und ein Schwerdt&#10;Vnd sidend Oel / und Bley / ein Spiß / ein glüend Pferd /&#10;Sind den’n nicht schrecklich die was schrecklich / nicht begangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer umb die Tugend leid’t / umb recht-thun wird gefangen&#10;Vnd wenn es Noth sein Blutt / doch ohne Schuld gewehrt&#10;Dem wird für kurtze Pein unendlich Preiß beschert /&#10;Er wird den Ehren-Krantz / der nicht verwelckt erlangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einige große Häuser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einige-grosse-haeuser/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einige-grosse-haeuser/</guid><description>&lt;p&gt;Der Croupier war euch recht, weil er ein Pompier war;&#10;Doch hattet ihr bereits bis in das dritte Jahr&#10;Den Brand zu Haus gelöscht und wahrlich nur zu sehr!&#10;Ihr brauchtet ja den Pompier nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freilich der Edle sprach so ein gemüthlich Wort:&#10;»Fried&amp;rsquo; ist das Kaiserreich! Regiert nur ruhig fort!« –&#10;Man grüßet, man besucht, man küßt, umarmet sich,&#10;Zum Bruder wird der Bruder Liederlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da greift er aus und holt aus dem Verehrer-Chor&#10;Des Nordens Bären sich, den Lässigsten, hervor –&#10;Er war es, der zuletzt ihn zu begrüßen kam –;&#10;Er haut und trifft und legt ihn wirklich lahm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Elise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-elise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-elise/</guid><description>&lt;p&gt;Du weißt es lange wohl, wie wert du mir,&#10;Was sollt′ ich es nicht froh und offen tragen,&#10;Ein Lieben, das so frischer Ranken Zier&#10;Um meinen kranken Lebensbaum geschlagen?&#10;Und manchen Abend hab′ ich nachgedacht,&#10;In leiser Stunde träumerischem Sinnen,&#10;Wie deinen Morgen, meine nah′nde Nacht&#10;Das Schicksal ließ aus Einer Urne rinnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu alt zur Zwillingsschwester möchte ich&#10;Mein Töchterchen dich nennen, meinen Sprossen,&#10;Mir ist, als ob mein fliehend Leben sich,&#10;Mein rinnend Blut in deine Brust ergossen.&#10;Wo flammt im Herzen mir ein Opferherd,&#10;Daß nicht der deine loderte daneben,&#10;Von gleichen Landes lieber Luft genährt,&#10;Von gleicher Freunde frommen Kreis umgeben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Elsabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-elsabe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-elsabe/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist umsonst, das Klagen,&#10;Das du um mich&#10;Und ich um dich,&#10;Wir umeinander tragen.&#10;Sie ist umsonst, die harte Pein,&#10;Mit der wir itzt umfangen sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß das Verhängnüs walten.&#10;Was dich dort ziert&#10;Und mich hier führt,&#10;Das wird uns doch erhalten.&#10;Dies, was uns itzt so sehr betrübt,&#10;Ist′s dennoch, das uns Freude gibt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei unterdessen meine,&#10;Mein mehr als ich,&#10;Und schau auf mich,&#10;Daß ich bin ewig deine.&#10;Vertraute Liebe weichet nicht,&#10;Hält allzeit, was sie einmal spricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Emilie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-emilie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-emilie/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Garten ging ich früh hinaus,&#10;Ob ich vielleicht ein Sträußchen finde?&#10;Nach manchem Blümchen schaut ich aus,&#10;Ich wollt′s für dich zum Angebinde;&#10;Umsonst hatt ich mich hinbemüht,&#10;Vergebens war mein freudig Hoffen;&#10;Das Veilchen war schon abgeblüht,&#10;Von andern Blümchen keines offen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und trauernd späht ich her und hin,&#10;Da tönte zu mir leise, leise,&#10;Ein Flüstern aus der Zweige Grün,&#10;Gesang nach sel′ger Geister Weise;&#10;Und lieblich, wie des Morgens Licht&#10;Des Tales Nebelhüllen scheidet,&#10;Ein Röschen aus der Knospe bricht,&#10;Das seine Blätter schnell verbreitet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Fanny</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fanny/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fanny/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn einst ich todt hin, wenn mein Gebein zu Staub′&#10;Ist eingesunken, wenn du, mein Auge, nun&#10;Lang′ über meines Lebens Schicksal,&#10;Brechend im Tode, nun ausgeweint hast,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und stillanbetend da, wo die Zukunft ist,&#10;Nicht mehr hinauf blickst, wenn mein ersungner Ruhm,&#10;Die Frucht von meiner Jünglingsthräne,&#10;Und von der Liebe zu dir, Messias!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun auch verweht ist, oder von wenigen&#10;In jene Welt hinüber gerettet ward:&#10;Wenn du alsdann auch, meine Fanny,&#10;Lange schon todt bist, und deines Auges&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Fatima</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fatima/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fatima/</guid><description>&lt;p&gt;O Mädchen, dein beseligend Angesicht&#10;Übt größere Wunder als das Sonnenlicht!&#10;Die Sonne kann uns nicht mit Glut erfüllen,&#10;Wenn Nacht und Wolken ihren Glanz verhüllen,&#10;Sie muß in ganzer Majestät sich zeigen,&#10;In uns die Glut zu wecken, die ihr eigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich aber, Mädchen, brauch′ ich nicht zu sehn,&#10;Um ganz in Glut und Wonne zu vergehn:&#10;So strahlend lebt dein Bild in meinem Innern,&#10;Ich brauche bloß mich deiner zu erinnern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Felix: Aufmunterung zum Trinken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-felix-aufmunterung-zum-trinken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-felix-aufmunterung-zum-trinken/</guid><description>&lt;p&gt;Gründlichster Germanen-&#10;Könige-Kundiger,&#10;Muthiger Mann,&#10;Flinker, fleißiger,&#10;Braver Baier!&#10;Kühl′ Dir im Keller&#10;Wahrst Du verholen&#10;Bairischen Bockbiers&#10;Trefflichen Trank.&#10;Zögernd zapfte&#10;Und sorgsam, - sie selber! -&#10;Dein würdiges Weib,&#10;Von den vollen Fässern&#10;Den schäumenden Saft&#10;In glänzende Gläser.&#10;Heimlich that sie&#10;Die arge Arbeit&#10;Mit Mechthild, der Magd.&#10;Glücklicher, Guter,&#10;Vergieße, vergeude&#10;Mit Freuden die Fluth&#10;Des brausenden Bieres.&#10;Du, Trunkes Tüchtiger,&#10;Wotangeweihter&#10;Asengenoß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Flavien, als sie kranck war</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-flavien-als-sie-kranck-war/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-flavien-als-sie-kranck-war/</guid><description>&lt;p&gt;Man klaget/ Flavia! daß ich dir weh gethan/&#10;Und redet öffentlich/ du werdest bald verscheiden/&#10;Du selber zeigest es durch deine schwachheit an;&#10;So dencke nun/ was ich muß in der seele leiden.&#10;Ich komme/ liebes kind/ mir als ein teuffel für/&#10;Und bin so mir als dir zu einem hencker worden.&#10;Dann alle meine lust bestehet bloß in dir/&#10;Und darumb kan ich dich nicht ohne mich ermorden.&#10;O himmel! wende doch die schulden von mir ab/&#10;Hilff meiner Flavia/ und lege mich ins grab!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Florinden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-florinden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-florinden/</guid><description>&lt;p&gt;Florinde / soll ich dich ersuchen /&#10;Und hab ich nicht zu grob gespielt /&#10;So sage doch nur / ob dein fluchen&#10;Auff freundchafft oder feindschafft zielt?&#10;Sonst muß ich fort / sonst muß ich fliehn /&#10;Und dir aus deinen augen ziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein griff wird dich ja nicht verdriessen /&#10;Greifft man doch wohl den käyser an;&#10;Du weist ja / daß aus griff und küssen&#10;Kein krancker leib entstehen kan:&#10;Denn was von aussen nur geschehn /&#10;Läßt keine grosse flecken sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Fr. T.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fr-t/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fr-t/</guid><description>&lt;p&gt;Mit des Auges hellem Strahle&#10;Schickst du Gaben frisch und blank,&#10;Sendest mir in edler Schale&#10;Unverdienten Blumendank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht so arm sind doch wir Alten!&#10;Nach des Lebens hartem Strauß&#10;Fällt uns durch der Anmuth Walten&#10;Noch ein Röslein in das Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das erquickt! – Ach, unsre Würde&#10;Ist zur Hälfte Lug und Trug&#10;Und sie trägt sich schwer, die Bürde:&#10;Alt und noch nicht alt genug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Franzi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-franzi/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-franzi/</guid><description>&lt;p&gt;Einsam geh ich durch die Gassen,&#10;Und der Abend senkt sich nieder,&#10;Leise sing ich deine Lieder,&#10;Ach, ich fühl mich so verlassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem fahlen roten Licht,&#10;Oh, wie war dein Mund so schmerzlich,&#10;Süß und bleich dein Angesicht,&#10;Und dein Volkslied klang so herzlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Augen, die die Tränen kannten,&#10;Die der Liebe Leid erfahren,&#10;Die wie zwei dunkle Sterne waren,&#10;In denen leise Feuer brannten&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Fürstin Amalie von Fürstenberg zum Namenstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fuerstin-amalie-von-fuerstenberg-zum-namenstag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-fuerstin-amalie-von-fuerstenberg-zum-namenstag/</guid><description>&lt;p&gt;Sie hen mer gseit im Dorf, i sott’s nit tue.&#10;Sie hen mer gseit: »Es schickt si nit. Sie zürnt’s.&#10;Du weisch nit, wie me mit der Fürstin redt&#10;in diner guten Einfalt. Blib deheim!«&#10;O nei, ‘s isch nit so, edli Fürstefrau!&#10;Nei, d’Liebi het e gueti fini Red,&#10;und so ne Gmüet wie eueres zürnt ‘s nit.&#10;Der sind jo in ganz Fürsteberg so lieb&#10;Der wüßet’s nit, der glaubet’s nit, wie lieb.&#10;Drum hani denkt, i gang und sageres&#10;und bringere mi frumme Segenswunsch&#10;und bringere mi treu und dankbar Herz.&#10;O Fürstin, euer schöne Name wohnt&#10;in alle Herzen, und im Himmel stoht&#10;er, denkwohl, au, und isch den Engle lieb.&#10;Den Engle gfallt, was frumm und güetig isch&#10;und in der Hoheit Demut übt und gern&#10;mit Wort und Werk und süßem Blick erfreut.&#10;Vergelt’s Gott, was dr tüent und was dr sind.&#10;Mehr gilt wohl, was men isch, as was me tut.&#10;O Frau, es hen der süße Freude viel&#10;im Menscheherze Platz, so eng es isch,&#10;im Muetterherze gar. Erfüll Gott euch&#10;und eue Her mit Freuden ohni Maß,&#10;und heig Gott euch und eui Chindli lieb&#10;und schenk em Töchterli der Muetter Gmüet,&#10;em junge Herli ‘s Vaters Sinn und Geist!&#10;Das isch mis Herze Wunsch zum schöne Tag,&#10;zum Name, wo in alle Herze wohnt.&#10;O nehmet’s güetig uf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Gott den Heiligen Geist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gott-den-heiligen-geist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gott-den-heiligen-geist/</guid><description>&lt;p&gt;O Fewer wahrer lieb! O brun der gutten gaben!&#10;O Meister aller kunst! O Höchste Heilikeit!&#10;O dreymall grosser Gott! O lust die alles leid&#10;Vertreibt! O keusche taub! O furcht der Hellen raben!&#10;Die/ ehr das wüste meer/ mit bergen rings vmbgraben/&#10;Ehr luft vnd erden ward/ ehr das gestirnste kleid&#10;Dem himmell angelegt/ ja schon vor ewikeit&#10;Die zwey die gantz dir gleich/ von sich gelassen haben.&#10;O weisheit ohne maaß; O reiner Seelen gast/&#10;O tewre gnaden quell′/ O trost in herber last!&#10;O regen der in angst mitt segen vns befeuchtet!&#10;Ach laß ein tröpfflin nur von deinem lebens-taw&#10;Erfrischen meinen Geist. Hilff das ich doch nur schaw′&#10;Ein füncklin deiner glutt; so bin ich recht erleuchtet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Graf Holmer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-graf-holmer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-graf-holmer/</guid><description>&lt;p&gt;Wie der Sänger des Hains in dem Käficht, unter dem Maibusch,&#10;Welchen die Tochter des Herrn sorgsam im Topfe gepflegt,&#10;Um mit früherem Laube des Lieblings Haus zu beschatten,&#10;Froher des Sonnenscheins, hüpft und melodischer singt:&#10;Klösterlich schwermutsvoll im Ofendunst an dem Fenster,&#10;Welches von Nachtfrost blinkt’, oder von Hagel und Sturm&#10;Rasselte, saß er bisher mit strupfichter Schwinge, des Sommers&#10;Eingedenk, da er frei Wälder und Auen durchflog;&#10;Aber nun hüpft er und singt vor dem offenen Fenster des Gartens,&#10;Froher des Sonnenscheins, unter dem schimmernden Grün,&#10;Daß vor dem hellen Gesange die Jungfrau lächelnd am Nähpult&#10;Sich ihr gellendes Ohr schirmet, und Ruh ihm gebeut:&#10;Also freut sich der Dichter, der, lange verscheucht, sein umgrüntes&#10;Einsames Gartenhaus endlich in Friede bewohnt,&#10;Und aus traulicher Kammer, von Mond und Sonne beleuchtet,&#10;Garten und Insel und See, Hügel und Wälder umschaut.&#10;Immer durchschwärmt sein Blick die Gegenden: oft wie die Biene,&#10;Welche Blumen umirrt, und bei den süßeren weilt;&#10;Stürmend oft und entzückt, wie der Adler Zeus, da er Nektar&#10;Und Ambrosia einst aus der elysischen Flur&#10;Brachte, dem Knaben zur Kost, der, ein künftiger Herrscher des Donners,&#10;Unter der Grott im Glanz seiner Unsterblichkeit schlief.&#10;Heil mir! ich zittre vor Wonn! Ist es Wirklichkeit oder Erscheinung?&#10;Meine Stimme, wie hell! fließet von selbst in Gesang!&#10;Welchen unsterblichen Namen verkündet der Welt und der Nachwelt&#10;Mein Gesang? Wer schuf diese Gefild um mich her?&#10;Bin ich dem Markt entflohn, und dem ringsumrasselten Rathaus?&#10;Schreckt mich nicht mehr des Gerichts, oder der Gilden Tumult?&#10;Nicht der Senatorschmaus, der, vom drängenden Pöbel bewundert,&#10;Laut in den Wiegengesang, über der Wöchnerin, tobt?&#10;Nicht anwohnender Schergen Besuch, noch des Bürgergehorsams&#10;Nächtlicher Lärm? nicht mehr kreischender Buben Gewühl,&#10;Zankender Kauf und Verkauf, und des Fuhrmanns Fluch, und der Räder&#10;Rollen, die knallende Peitsch, oder der Hunde Gebell?&#10;Noch der Greuel des Marktes, der gotische Pranger, des Galgens&#10;Bruder! zum Schaugepräng hoch auf den Hügel gepflanzt?&#10;Jetzo stört mich nur etwa die Nachtigall fern am bebüschten&#10;See, die Schwalb am Gesims, oder das purpurne Licht,&#10;Welches durch wankende Rosen und Pfirsiche sanft in die Fenster&#10;Meines Kämmerleins schlüpft, und aus dem Traume mich weckt.&#10;Oder, wandl’ ich durch Blumen, von duftender Blüte beschattet,&#10;Denkend einher, dann umsumst etwa ein Bienchen mein Haupt;&#10;Oder die Taube vom Dach umsäuselt mich; oder ein Sperling&#10;Schwirrt aus dem Kirschenbaum, schwirrt aus den Erbsen empor.&#10;Oft auch, wann ich, beschirmt vor dem Mittag, unter dem Fruchtbaum&#10;Lieg, und starrend mein Blick Würmer im Grase verfolgt,&#10;Schreckt mich ein fallender Apfel zur Seit, und der grünliche Laubfrosch,&#10;Der im Johannsbeerbusch quackend den Regen erseufzt.&#10;Oder wenn ich am plätschernden See, in der Linden Umschattung,&#10;Sinnend die Wellen zähl, oder den östlichen Blitz&#10;Und den farbigen Bogen bewundere, der in des Wassers&#10;Zitterndem Spiegel sich krümmt, und das zerstreute Gewölk;&#10;Springt oft plötzlich ein Schwarm von Gründlingen hinter der Wolke&#10;Fliehendem Schatten empor, schimmernd im sonnigen Glanz;&#10;Oder es rauscht unvermutet der Regen durchs Laub, daß ich triefend&#10;Heim zu dem Weiblein entflieh, welches am Fenster mich höhnt.&#10;Freundliche liebte Natur, du lächelst Weisheit und Einfalt,&#10;Freien Sinn, und zur Tat Kraft und Entschluß in das Herz!&#10;Wen dein lächelnder Blick zum vertrauteren Liebling geweiht hat,&#10;Eilet gern aus dem Dunst und dem Gerassel der Stadt,&#10;Eilt in die grünen Gefild, und atmet auf, und empfindet&#10;Menschlicher, neben des Hains luftigem Bache gestreckt.&#10;Aber wenn sein Schicksal in dumpfige Mauren ihn kerkert,&#10;Pflanzt er sich, wie er kann, irgend ein Gärtchen zum Trost;&#10;Myrte, Zitron und Rose, die Balsamin und der Goldlack,&#10;Und süßduftendes Kraut, schmücken sein Fenstergesims;&#10;Eine blühende Lind und Kastanie, nicht von des Gärtners&#10;Bildender Schere gestutzt; oder umrankender Wein,&#10;Der, voll junger Trauben, sein schwebendes Laub an der Wohnung&#10;Sonnige Fenster geschmiegt, säuselt ihm Kühlung und Ruh.&#10;Kränz, o Viol und Narzisse, mein Haar! Des Gefildes Bewohner&#10;Bin ich, und nicht der Stadt! Schauere Blüten herab,&#10;Heiliger Baum, der oft mit Begeisterung meinen geliebten&#10;Stolberg einsam umrauscht’; oft uns vereinigte hier,&#10;Ihn und Agnes und mich, beschattete: wann, von der Freundschaft&#10;Und der schönen Natur himmlischem Nektar entflammt,&#10;Unsere Seelengespräche den Edelsten unter den Fürsten&#10;Segneten! Heiliger Baum, schauere Blüten herab!&#10;Feiernd denk ich Sein, des Edelsten! der nach der Arbeit&#10;Hier zu ruhn mir vergönnt; feiernd, o Holmer, auch dein:&#10;Denn du sahst das Getümmel um mich, und brachtest die Botschaft&#10;Unserm Vater, der uns gerne wie Kinder erfreut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Grillparzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-grillparzer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-grillparzer/</guid><description>&lt;p&gt;»Laß, hehrer Aar, uns durch die Wolken dringen!&#10;Du bist der stärkre, ziehe Du voran! –&#10;An Muth Dir gleich, an Kraft Dir unterthan,&#10;Versuch′ auch ich′s, und prüfe meine Schwingen.« –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sprach ein Schwan. – Da hört er siegreich klingen&#10;Des Aares Fittig, der den Flug begann,&#10;In stiller Kraft hob er sich sonnenan;&#10;Der Schwan ersah′s, – da wollt′ das Herz ihm springen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie den Aar die Lichtgefild′ umweben,&#10;Er auf dem Saum der Rosenwolke ruht,&#10;Da rief der Schwan bald in Begeistrungsgluth:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Hedwig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hedwig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hedwig/</guid><description>&lt;p&gt;(Eine holsteinische junge Schauspielerin.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war in schöner Frühlingszeit,&#10;Als ich dich fand bei Spiel und Scherz,&#10;Da drängte all die Lieblichkeit&#10;Sich lind, wie nie noch, an mein Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du selber warst dem Frühling gleich,&#10;Der nur verspricht, doch nicht gewährt,&#10;Drum ward ich nicht vor Sehnsucht bleich&#10;Und von Entzücken nicht verklärt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war der Morgen vor dem Fest,&#10;An dem man nur noch Träume tauscht,&#10;Das Weh, das keinen Stachel läßt,&#10;Die Freude, welche nicht berauscht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Helene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-helene/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-helene/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geliebtes Kind! zum Trost, daß ferne&#10;Von dir die Welle mich verschlug,&#10;Wie ruf′ ich mir so oft, so gerne&#10;Zurück dein Antlitz, Zug für Zug!&#10;Als wär′st du leibhaft mir erschienen&#10;Stehst du vor mir, Geberd′ und Mienen&#10;So hold, so sittig und so klug!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja! tief hab′ ich es eingesogen,&#10;Dein Bild in meiner Seele Grund!&#10;Ich seh′ der Stirne reinen Bogen,&#10;Das zarte Kinn, den weichen Mund,&#10;Der Augen klare Lichtkristalle,&#10;Das blonde Haar, im lock′gen Falle&#10;Umspielend des Gesichtchens Rund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Helene (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-helene-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-helene-1/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah dich einmal, einmal nur - vor Jahren.&#10;Es war in einer Julinacht; vom klaren&#10;Gestirnten Himmel, wo in sichrer Schwebe&#10;Der volle Mond eilends die Bahn durchlief,&#10;Fiel weich und schmeichlerisch ein Lichtgewebe&#10;Auf einen Garten, der verzaubert schlief -,&#10;Fiel weich und schmeichlerisch ein silbern lichter,&#10;Duftiger Schleier und verhüllte tief&#10;Die himmelan gehobenen Gesichter&#10;Von vielen hundert Rosen, die in Farben&#10;Jungfräulich reiner, ernster Schönheit blühten,&#10;Die in dem Liebeslichte schämig glühten,&#10;Zum Dank sich selber gaben - und so starben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Henriette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-henriette/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-henriette/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Gram und Taumel fortgerissen,&#10;Verzweiflungsvoll dein Bild zu küssen,&#10;Ach, alles, was mir übrig ist.&#10;Dies Bild will ich am Munde halten,&#10;Wenn alles an mir wird erkalten&#10;Und du mir selbst nicht denkbar bist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzeih den Kranz, den eines Wilden Hand&#10;Um dein geheiligt Bildniß wand,&#10;Hier, wo er unbekannt der Welt,&#10;In dunkeln Wäldern, die ihn schützen,&#10;Im Tempel der Natur es heimlich aufgestellt,&#10;Und wenn er davor niederfällt,&#10;Die Götter selbst auf ihren Flammensitzen&#10;Für eifersüchtig hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Henriette Froriep</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-henriette-froriep/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-henriette-froriep/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Seele war bey dir&#10;Ich stand an deinem Sterbebette&#10;Hörte den lezten ängstlichen Athemzug&#10;Deiner heisen Brust -&#10;Sahe den Blik,&#10;Der mir so oft lächelte -&#10;Sich trüben - brechen -&#10;Und endlich hinstarren,&#10;Auf dieser Welt nichts mehr suchend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da warf ich mich auf dich hin&#10;Schüttelte dich&#10;Rief dir&#10;Und wollte dich mit meinen heissen Thränen erwärmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber du bliebst kalt&#10;Und stumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie legten dich in eben den Sarg&#10;Den ich und Du&#10;So oft Schlafstelle genannt hatten.&#10;Aber da sie dich hineinschlossen&#10;War er mir Sarg&#10;War er mir die fürchterliche Hölle&#10;Der Vernichtung.&#10;Nicht nur dein Mensch von Erde&#10;Sollte verwesen&#10;Du selbst wurdest verriegelt&#10;Um nimmermehr wieder hervorzugehen.&#10;Sie trugen dich fort&#10;Zitternd stürzte ich mich durch die schwarze Reyhe&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Henriette von</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-henriette-von/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-henriette-von/</guid><description>&lt;p&gt;Durch die Gebüsche&#10;Singend und helle,&#10;Stürzet die frische&#10;Silberne Quelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhige Lieder&#10;Flüstern die Bäume,&#10;Selige Träume,&#10;Säuseln hernieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief in dem Schatten,&#10;Sehnend und milde,&#10;Girret die wilde&#10;Taube dem Gatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tieferes Sehnen&#10;Klagt Philomele,&#10;Hauchet in Tönen&#10;Liebend die Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wildes Gefieder&#10;Singet dazwischen&#10;Seltsame Lieder&#10;Aus den Gebüschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und des Akkordes&#10;Fröhlicher Wahrheit,&#10;Fehlt nur des Wortes&#10;Schönere Klarheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du! mit dem dunkeln&#10;Aug&amp;rsquo; der Gazelle!&#10;Laß an der Quelle&#10;Bald es mir funkeln!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Herren Christian Fürsten zu Anhalt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-herren-christian-fuersten-zu-anhalt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-herren-christian-fuersten-zu-anhalt/</guid><description>&lt;p&gt;Der feind gleichwie der freind wird dich in dieser nacht,&#10;da tugend und fromkeit ganz ligen überdrungen,&#10;ein wunder in dem rat, ein dunder in der schlacht,&#10;mit ehr, verwundrung, lob zu nennen stracks gezwungen.&#10;Auch deines geists, leibs, munds weis, stark und süß macht&#10;(was zu der helden lob die Griechen je gesungen)&#10;bereiten für dein haupt mit dreimal reichem pracht&#10;ein dreifach reichen kranz durch dein schwert, feder, zungen.&#10;Wan du dan in der welt (die kaum ein andern sohn&#10;der, wie du, kan zumal wol reden, streiten, schreiben)&#10;bist des feinds hohn und forcht und des freinds ruhm und wohn:&#10;Wie kan dan unser land in längerm zweifel bleiben,&#10;daß du nicht werdest bald, sein Phöbus und patron,&#10;die wolken des unglücks durch deinen glanz vertreiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Hygin, einen gesunden Alten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hygin-einen-gesunden-alten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hygin-einen-gesunden-alten/</guid><description>&lt;p&gt;Hygin, du bist von sechzig Jahren,&#10;Und nur im Kränkeln unerfahren.&#10;Das Podagra, der Krampf, die Gicht&#10;Verbittern dir den Steinwein nicht.&#10;Dich kann kein Arzt zu Elixiren,&#10;Zum Lebensöl, zum Salz verführen:&#10;Macht er dir Aphorismos kund,&#10;So lachst du, bist und bleibst gesund.&#10;Ein andrer zähle seine Tage,&#10;Und rechne nicht die Zeit der Plage,&#10;Noch was vom Leben überhaupt&#10;Schmerz, Krankheit oder Kummer raubt;&#10;So scheinen ihm die Jahre minder:&#10;Wir heißen alt, und sind noch Kinder.&#10;Dem, der mir Nestors Dauer preist,&#10;Und Priams Alter trefflich heißt,&#10;Dem werd′ ich nimmer Beifall geben:&#10;Nur die Gesundheit ist das Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Hyperbolus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hyperbolus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hyperbolus/</guid><description>&lt;p&gt;Du sagst uns güldne Berge zu,&#10;Und leistest nichts, und darfst dies Geben nennen:&#10;So wirst du heute mir vergönnen,&#10;Freigebiger zu sein, als du.&#10;Ich schenke dir, so mancher Wahrheit wegen;&#10;Ich schenke dir, Hyperbolus:&#10;In deinen Bücherschatz den ganzen Livius;&#10;In deinen Waffensaal des großen Rolands Degen;&#10;Zehn Stück, ins Cabinet, von Rubens freier Hand;&#10;Ein ächtes Phönixnest, die Beute ferner Reisen:&#10;Für dein Gemahl Pitts großen Diamant;&#10;Für deinen ersten Sohn den Wasserstein der Weisen;&#10;Und alles, was du sonst, dich zu bereichern, liebst:&#10;Herr, das empfange, wie du gibst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ihre Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ihre-augen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ihre-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin kein Adler nicht/ der deiner Sonnen Blincken/&#10;Der deiner Wangen Glantz kan schauen unverwandt.&#10;Wann deiner Augen Glutt in meinen widerstralt/&#10;Und ihrer Flammen Schein auff meine Wangen mahlt/&#10;So müssen sie beschämt zur Erde niedersincken;&#10;Doch aber will ich nicht der scheuen Eule gleichen/&#10;Die vor des Tages Zier erwehlt die braune Nacht;&#10;Ich eile nach dem Feur/ das mich zu Asche macht&#10;Verdirbt die Mücke gleich durch selbst-gesuchten Brand/&#10;Der edle Phönix wird doch eben so zur Leichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ihren verstorbenen Oheim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ihren-verstorbenen-oheim/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ihren-verstorbenen-oheim/</guid><description>&lt;p&gt;Kommt heraufgestiegen aus dem Sande&#10;Ihr Gebeine, die ihr in dem Lande&#10;Meiner Jugend eure Ruhe habt!&#10;Teurer Greis, belebe deine Glieder,&#10;Und ihr Lippen redet einmal wieder,&#10;Die ihr mir der Lehren Honig gabt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder du, auf des Olympus Höhe&#10;Weißer Schatten, siehe! wo ich gehe:&#10;Hinter Rindern auf der Weide nicht!&#10;Blick auf diese feinern Menschen nieder,&#10;Alle reden deiner Nichte Lieder;&#10;Hör auf ihr Gespräch, dein Lobgedicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Klara Kugler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-klara-kugler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-klara-kugler/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lieblich fließt durch grüne Tannen&#10;Auf Böhmens Höhn der Sonne Strahl!&#10;Durchs Dickicht rauscht das Reh von dannen,&#10;Durch Felsen blinkt der Quell ins Tal,&#10;Und fern zu blauen Bergeswarten&#10;Verliert sich träumend Aug&amp;rsquo; und Sinn,&#10;Du aber wandelst durch den Garten&#10;In stiller Anmut lächelnd hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie dein Blick mit leiser Frage&#10;Sich freundlich zu dem meinen neigt,&#10;Da muß ich denken jener Tage,&#10;Die mir zuerst dein Herz gezeigt;&#10;Da ich, ein ungestümer Knabe,&#10;Von dunklem Jugenddrang bewegt&#10;Der ersten Lieder frühe Gabe&#10;Schamrot in deine Hand gelegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Köln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-koeln/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-koeln/</guid><description>&lt;p&gt;O Köln, du große Freudenstadt,&#10;Was sag ich noch zu deinem Ruhme?&#10;Wie du geblüht im grauen Altertume,&#10;So blühst du noch - die schönste Blume,&#10;Die je geblühet hat!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich preis ich, Königin, allein!&#10;Der hohe Dom ist deine Krone!&#10;Ha! wie es rauscht an deinem Uferthrone!&#10;Die Völker bringt dir, jeder Zone,&#10;Der rebengrüne Rhein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frohlockend grüßt dich ihr Gesang;&#10;Und rascher schlägt den Schaum der Wellen&#10;Der Schiffer, wenn in Tönen, wunderhellen,&#10;Herab von Kirchen und Kapellen&#10;Erklingt der Glocken Klang;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Lottchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-lottchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-lottchen/</guid><description>&lt;p&gt;Mitten im Getümmel mancher Freuden,&#10;Mancher Sorgen, mancher Herzensnot&#10;Denk′ ich dein, o Lottchen, denken dein die beiden,&#10;Wie beim stillen Abendrot&#10;Du die Hand uns freundlich reichtest,&#10;Da du uns auf reich bebauter Flur,&#10;In dem Schoße herrlicher Natur,&#10;Manche leicht verhüllte Spur&#10;Einer lieben Seele zeigtest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl ist mir′s, daß ich dich nicht verkannt,&#10;Daß ich gleich dich in der ersten Stunde,&#10;Ganz den Herzensausdruck in dem Munde,&#10;Dich ein wahres gutes Kind genannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Luise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-luise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-luise/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wollt in Liedern oft dich preisen,&#10;Die wunderstille Güte,&#10;Wie du ein halbverwildertes Gemüte&#10;Dir liebend hegst und heilst auf tausend süße Weisen,&#10;Des Mannes Unruh und verworrnem Leben&#10;Durch Tränen lächelnd bis zum Tod ergeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie den Blick ich dichtend wende,&#10;So schön still in stillem Harme&#10;Sitzt du vor mir, das Kindlein auf dem Arme,&#10;Im blauen Auge Treu und Frieden ohne Ende,&#10;Und alles lass ich, wenn ich dich so schaue -&#10;Ach, wen Gott lieb hat, gab er solche Fraue!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Lukianos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-lukianos/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-lukianos/</guid><description>&lt;p&gt;Freund! Vetter! Bruder! Kampfgenosse!&#10;Zweitausend Jahre - welche Zeit!&#10;Du wandeltest im Fürstentrosse,&#10;du kanntest die Athenergosse&#10;und pfiffst auf alle Ehrbarkeit.&#10;Du strichst beschwingt, graziös und eilig&#10;durch euern kleinen Erdenrund -&#10;Und Gottseidank: nichts war dir heilig,&#10;du frecher Hund!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du lebst, Lucian! Was da: Kulissen!&#10;Wir haben zwar die Eisenbahn -&#10;doch auch dieselben Hurenkissen,&#10;dieselbe Seele, jäh zerrissen&#10;von Geld und Geist - du lebst, Lucian!&#10;Noch heut: das Pathos als Gewerbe&#10;verdeckt die Flecke auf dem Kleid.&#10;Wir brauchen dich. Und ist dein Erbe&#10;noch frei, wirfs in die große Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An mein väterlich Gut, so ich drey Jahr nicht gesehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mein-vaeterlich-gut-so-ich-drey-jahr-nicht-gesehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mein-vaeterlich-gut-so-ich-drey-jahr-nicht-gesehen/</guid><description>&lt;p&gt;Glück zu, du ödes Feld! Glück zu, ihr wüsten Auen!&#10;Die ich, wann ich euch seh, mit Threnen muß betauen,&#10;Weil ihr nicht mehr seyd ihr; so gar hat euren Stand&#10;Der freche Mord-Gott Mars grund auß herum gewand.&#10;Seyd aber doch gegrüst, seyd dennoch fürgesetzet&#10;Dem allem, was die Stat für schön und köstlich schätzet.&#10;Ihr wart mir lieb; ihr seyd, ihr bleibt mir lieb und werth;&#10;Ich bin, ob ihr verkehrt, noch dennoch nicht verkehrt.&#10;Ich bin, der ich war vor. Ob ihr seyd sehr vernichtet,&#10;So bleib ich dennoch euch zu voller Gunst verpflichtet,&#10;So lang ich ich kan seyn. Wann dann mein seyn vergeht,&#10;Kans sein, daß Musa wo an meiner Stelle steht.&#10;Gehab dich wol, o Stadt! die du in deinen Zinnen&#10;Hast meinen Leib gehabt, nicht aber meine Sinnen.&#10;Gehab dich wol! mein Leib ist nun vom Kerker los;&#10;Ich darff nun nicht mehr seyn, wo mich zu seyn verdroß.&#10;Ich habe dich, du mich, du süsse Vater-Erde!&#10;Mein Feuer gläntzt nunmehr auff meinem eignen Herde.&#10;Ich geh, ich steh, ich sitz, ich schlaf, ich wach umbsonst;&#10;Was theuer mir dort war, das hab ich hier aus Gunst&#10;Des Herren der Natur um Habe-Dank zu nissen&#10;Und um gesunden Schweiss; darff nichts hingegen wissen&#10;Von Vortel und Betrug, von Hinterlist und Neid,&#10;Und wo man sonst sich durch schickt etwan in die Zeit.&#10;Ich ess′ ein selig Brot, mit Schweiß zwar eingeteiget,&#10;Doch daß durch Beckers Kunst und Hefen hoch nicht steiget,&#10;Das zwar Gesichte nicht, den Magen aber füllt&#10;Und dient mehr, daß es nährt, als daß es Heller gilt.&#10;Mein Trinken ist nicht falsch; ich darf mir nicht gedenken,&#10;Es sei gebrauen zwier, vom Bräuer und vom Schenken.&#10;Mir schmeckt der klare Safft; mir schmeckt das reine Naß,&#10;Das ohne Keller frisch, das gut bleibt ohne Vaß,&#10;Drum nicht die Nymphen erst mit Ceres dürffen kämpffen,&#10;Wer Meister drüber sei, das nichts bedarff zum dämpffen,&#10;Weils keinen Schweffelrauch noch sonsten Einschlag hat,&#10;Das ohne Geld steht feil, das keine frevle That&#10;Hat den iemals gelehrt, der dran ihm ließ genügen.&#10;Der Krämer fruchtbar Schwur und ihr genißlich Lügen&#10;Hat nimmer Ernt′ um mich; der viel-geplagte Lein&#10;Der muß, der kan mir auch anstat der Seiden seyn.&#10;Bewegung ist mein Artzt. Die kräuterreichen Wälde&#10;Sind Apotheks genug. Geld, Gold wächst auch im Felde;&#10;Was mangelt alsdann mehr? Wer Gott zum Freunde hat&#10;Und hat ein eignes Feld, fragt wenig nach der Stat,&#10;Der vortelhafften Stat, da Nahrung zu gewinnen,&#10;Fast ieder muß auff List, auff Tück′, auff Ränke sinnen.&#10;Drum hab dich wol, o Stat! Wenn ich dich habe, Feld,&#10;So hab ich Haus und Kost, Kleid, Ruh, Gesundheit, Geld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An mein Volk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mein-volk/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mein-volk/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte wohl geliebt von Vielen sein,&#10;und auch geehrt; ich weiß es wohl.&#10;Aber niemals soll&#10;mein Stolz und Wert mir drum gemein&#10;mit hunderttausend Andern sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab ein großes Vaterland:&#10;zehn Völkern schuldet meine Stirn&#10;ihr bißchen Hirn.&#10;Ich habe nie das Volk gekannt,&#10;aus dem mein reinster Wert entstand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meiner Heimat steht ein Baum,&#10;den liebe ich, der steht sehr stolz&#10;mitten im Mittelholz.&#10;Da träumt ich manchen jungen Traum;&#10;er wurzelt tief, der hohe Baum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Wanduhr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-wanduhr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-wanduhr/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarzwaldtochter, gute, alte,&#10;Gelt, wir kennen uns schon lange?&#10;Haben redlich miteinander&#10;In gesetzter Kameradschaft&#10;Manches Jährchen ausgehalten.&#10;Gute Zeiten, schlimme Zeiten&#10;Haben wir verlebt zusammen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die schlimmste war von allen,&#10;Als es soweit kommen mußte,&#10;Daß wir ordentliche Freunde&#10;Unter uns beinah&amp;rsquo; zerfielen.&#10;Damals war es, als du draußen&#10;In dem Hausgang dunkel hiengest&#10;Und ich deines Pendels Picken&#10;Fast nicht mehr ertragen konnte.&#10;Weil die Stunden, die er zählte,&#10;Stunden waren, wie Verdammte&#10;In der Hölle Schlund sie zählen,&#10;Damals, als ich nur mit Seufzern,&#10;Schwer aus tiefer Brust geholten,&#10;Ueber meine eigne Schwelle,&#10;In des eignen Hauses Räume&#10;Trat und als der Schritt zum Grabe&#10;Leichter mir denn Heimkehr däuchte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Mignon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mignon/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mignon/</guid><description>&lt;p&gt;Über Tal und Fluß getragen&#10;Ziehet rein der Sonne Wagen.&#10;Ach, sie regt in ihrem Lauf,&#10;So wie deine, meine Schmerzen&#10;Tief im Herzen,&#10;Immer morgens wieder auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum will mir die Nacht noch frommen;&#10;Denn die Träume selber kommen&#10;Nun in trauriger Gestalt.&#10;Und ich fühle dieser Schmerzen,&#10;Still im Herzen,&#10;Heimlich bildende Gewalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon seit manchen schönen Jahren&#10;Seh′ ich unten Schiffe fahren;&#10;Jedes kommt an seinen Ort.&#10;Aber ach, die steten Schmerzen,&#10;Fest im Herzen,&#10;Schwimmen nicht im Strome fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Neuffer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-neuffer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-neuffer/</guid><description>&lt;p&gt;Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder,&#10;Noch altert nicht mein kindisch fröhlich Herz,&#10;Noch rinnt vom Auge mir der Thau der Liebe nieder&#10;Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch tröstet mich mit süßen Augenwinken&#10;Der blaue Himmel und die grüne Flur,&#10;Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude.&#10;Die jugendliche freundliche Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Getrost, es ist der Schmerzen werth, dies Leben,&#10;So lang uns Armen Gottes Sonne scheint,&#10;Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben,&#10;Und, ach, mit uns ein treues Auge weint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Rechnungsrat Gyßer in Müllheim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-rechnungsrat-gysser-in-muellheim/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-rechnungsrat-gysser-in-muellheim/</guid><description>&lt;p&gt;Dunderschieß! Wer rennt mer in mi Gäu?&#10;Isch’s der Gyßer? – ‘s isch bi miner Treu&#10;Euer Glück, aß Ihr’s sind, Meister Gyßer!&#10;Rime her! – Potz Fürio, und Miser-&#10;ere, Domine! ‘s hätt schier verseit,&#10;hätt mi nit d’Verzwiflung use treit.&#10;Jez, was Euer Versli abetrifft,&#10;uf mi Seecht, i bi voll Chib und Gift,&#10;aß me Ratte mit mer chönnt verge.&#10;Drum, i ha gmeint, ‘s chönn ‘s sust niemes meh,&#10;weder ich, mit miner lange Pfife,&#10;und Ihr wüsset’s au so schön z’begrife.&#10;Lueget, ‘s Hamberch sott enander schelte,&#10;doch, wil Ihr’s sind, willi ‘s Recht lo gelte.&#10;Euer Versli isch so nett und gschlacht,&#10;aß i schier mein, i heig’s selber gmacht.&#10;Frili, wer’s bidenkt, es isch ke Wunder,&#10;aß er’s chönnet, schla’ mi au der Dunder.&#10;Ihr trinket urig Poesie&#10;in lange Züge z’Müllen an der Post.&#10;Tausig Sappermost,&#10;isch sel nit e chospire Wi!&#10;Aber chömmet, sind er’s echt im Stand,&#10;doher au ne Rung ins Welschchornland,&#10;sufet Prosa usem nasse Züber&#10;in der Chuchi (‘s tribt mer d’Augen über);&#10;sel bi Gollig luegt en anderst a.&#10;Zwor i wil’s bikenne, jo i ha&#10;au no Oberländer Poesie&#10;imme Fäßli, und henk d’Zunge dri,&#10;wenn’s nit go will. Aber ‘s isch ke Art,&#10;nei es isch nüt, uf der sandige Hart.&#10;He der wüsset’s wohl, i hannich jo&#10;lang und mengmol gseh bim Füeßli stoh.&#10;(Churz het Euch no niene niemes gseh,&#10;wer’s bihauptet, seit ke Wohret meh.)&#10;Selmols, traui, het’s au Batze gchost,&#10;bis der füürig Geist in Eure Odere&#10;und in Eurem Chopf het welle lodere,&#10;und ‘s isch doch nit gsi, wie an der Post.&#10;Neie wohl! Se hettich au der Schmid&#10;z’Hüglen überlistet mit mim Lied!&#10;So ne gscheite Ma, wie Ihr sust sind,&#10;chauft e Chatz im Sack, und seig sie blind!&#10;Geb der Himmel, aß sie schöner Art&#10;und mit chloren Augen use fahrt,&#10;wenni ‘s Säckli lös und lock und sag:&#10;»Büüsli chumm, und loß di seh am Tag!«&#10;Jez, Her Gyßer, bhüetich Gott der Her!&#10;Haltet mer mi Grobheit für en Ehr!&#10;Und Sanct Michael mit langem Säbel&#10;Sollich bschirme! – Johann Peter Hebel.&#10;Am fünften November Tusig Achthundert Zwei;&#10;i hätt’s schier vergesse, mi armi Treu!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Reptill</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-reptill/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-reptill/</guid><description>&lt;p&gt;Rebuff verfolget mich; ihn darfst du nicht erbittern:&#10;Und Arbas; doch auch er ist dir ein Matador:&#10;Selbst Struma; »Struma selbst?« Du widersprichst nicht Rittern,&#10;Und wie schwingt Struma sich aus Staub und Nacht empor!&#10;Urgande will sich mehr, als alle die, erkühnen:&#10;Du bist ein Wittwenfreund, und sie ist reich, Reptill.&#10;Mein Gönner, lebe wohl! Nicht Sklaven mag ich dienen:&#10;Frei muß der Stolze sein, der mir gebieten will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Se. Excellentz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-se-excellentz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-se-excellentz/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe/ grosser mann/ zehn jahre dich gekannt/&#10;Und drey jahr dich gehört; gleichwohl ist meine hand/&#10;Die manchem stümper offt ein ehren-lied geschrieben/&#10;Dir dein verdientes lob mit fleisse schuldig blieben.&#10;Mit fleisse denckestu? Ja/ grosser Stryck/ mit fleiß;&#10;Denn du hast alles zwar/ was man zu rühmen weiß.&#10;Die mutter hat dich nicht mit grober milch erzogen;&#10;Die Musen sind dir mehr/ als du begehrst/ gewogen/&#10;Und gehn/ wohin du ziehst/ mit vollem hauffen nach.&#10;Dein thun ist wohlbedacht/ und wie ein stiller bach/&#10;Der kein geräusche macht/ und doch mehr nutzen bringet/&#10;Als mancher wilder strohm/ der wall und tamm durchdringet.&#10;Nechst diesem bist du schön und herrlich anzusehn/&#10;Und darffst die worte nicht erst in dem munde drehn/&#10;Nicht auff die nägel schaun/ nicht mit dem halse dehnen/&#10;Und gantze tacte lang an einer sylbe stehnen.&#10;Denn deine wissenschafft ist lauter werck und that/&#10;Und weiß nicht/ wie dem ist/ der viel gelesen hat/&#10;Der einen bücher-kram in seinem kopffe träget/&#10;Und dennoch alle krafft mit ihnen niederleget.&#10;Mit kurtzem: die natur hat/ da sie dich gemacht/&#10;Mehr auff ein wunderwerck als einen mensch gedacht;&#10;Und hat/ was sieben sonst besonders haben sollen/&#10;Der welt in dir allein beysammen zeigen wollen.&#10;So würdig als du bist/ so sehr wirst du geliebt;&#10;Kein hoff ist/ so dir nicht geneigte blicke giebt;&#10;Die Kön&amp;rsquo;ge suchen dich auff mehr als hundert meilen.&#10;Und liesse sich dein leib/ wie dein verstand/ zertheilen/&#10;So würdest du bereits in halb Europa seyn.&#10;Diß alles/ sag ich/ schreibt dich zwar den sternen ein/&#10;Und ist wohl rühmens werth; Allein wie/ nach der lehre&#10;Des weisen Solons/ auch bey vollem gut und ehre&#10;Kein mensch/ bevor er stirbt/ sich glücklich achten kan/&#10;So war hingegen ich/ und stecke noch im wahn/&#10;Daß sich ein vater erst kan einen vater nennen/&#10;Wenn er sich selbst nicht mehr kan vor den kindern kennen.&#10;Drum schien dein wohlseyn mir voll kummer und gefahr/&#10;So lange nicht dein sohn in gleichem stande war.&#10;Denn ob ich schon gesehn/ wie du ihn aufferzogen/&#10;Wie er der weißheit milch zu Dantzig eingesogen/&#10;Zu Wittenberg vor fleiß und eyffer offt gebrannt/&#10;Auff reisen keinen blick unfruchtbar angewandt/&#10;Und die gesundheit eh&amp;rsquo;/ als seine zeit/ verschwendet;&#10;Ja/ ob ich gleich gesehn/ wie er den lauff vollendet/&#10;Sich auff die renne-bahn der lehrer schon gestellt/&#10;Und diß in Halle thut/ was dich in aller welt&#10;Zu einem wunder macht; So fehlte seinem leben&#10;Doch etwas/ so ihm leicht den garaus konte geben:&#10;Ich meyne eine frau. Nichts ist so allgemein/&#10;Als eine nacht vermählt/ und schon gequälet seyn.&#10;Der aussatz findet sich auch an dem schönsten leibe/&#10;Und Socrates hat recht/ daß mancher nur beym weibe&#10;Zwey gute tage hat: den einen/ da er freyt/&#10;Den andern/ da er sie mit erden überstreut.&#10;Heut aber hat dich Gott hierinnen auch erhöret;&#10;Dein sohn ist wohl beweibt/ dein hauß ist wohl vermehret/&#10;Und nimmt ein solches kind zu seiner tochter an/&#10;Das himmel und vernunfft nicht besser bilden kan/&#10;Und man hier künfftig auch wird ohne namen kennen;&#10;Denn wer sie nennen will/ darff nur die schönste nennen.&#10;Und nun begreiff ich erst/ was mancher nicht bedenckt/&#10;Warum dir die natur nur einen sohn geschenckt.&#10;Sie wuste dich so wohl in stücke nicht zu fassen/&#10;Drum wolte sie dich gantz und nicht gestümpelt lassen.&#10;O hocherhobner mann! dein lob-lied ist zu schwer;&#10;Wo nähm ich doch papier/ wo dint&amp;rsquo; und federn her?&#10;Die worte würden eh&amp;rsquo;/ als deine thaten/ fehlen;&#10;So kan ich mich auch nicht in diesen orden zehlen/&#10;Der mit der schnellen post zum Musen-berge reist/&#10;Der verße/ wie ein brunn das wasser/ von sich geußt/&#10;Und zehen bogen kunst aus einem ermel schüttelt.&#10;Die sorgen haben mir die kräffte schon verrüttelt;&#10;Und ich empfinde zwar zum reimen einen sinn/&#10;Doch auch bey weitem nicht/ daß ich ein tichter bin.&#10;Wiewohl du fragest nichts nach tichtern und poeten;&#10;Denn dein erleuchter ruhm hat keinen glantz von nöthen.&#10;Wer schreibt/ was du gethan/ und saget/ wer du bist/&#10;Hat so viel wahres schon/ daß er der kunst vergist.&#10;Drum laß ich andere bey diesem feste singen/&#10;Und weil dein wohlseyn doch nicht höher ist zu bringen/&#10;Wünsch ich/ wie ehemahls Philippus hat gedacht/&#10;Als man ihm einen tag vier gute posten bracht:&#10;Der himmel möge doch/ dafern er ja will plagen/&#10;Auff dieses glücke nur mit kleinen ruthen schlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An sich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sich/</guid><description>&lt;p&gt;Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!&#10;Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,&#10;vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,&#10;hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren;&#10;nimm dein Verhängnis an. Laß alles unbereut.&#10;Tu, was getan muß sein, und eh man dir′s gebeut.&#10;Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An sich selbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sich-selbst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sich-selbst/</guid><description>&lt;p&gt;Magst nun für immer ruhn,&#10;mein müdes Herz. Dahin die äußerste Täuschung,&#10;Dass ich mich ewig wähnte. Dahin. Erloschen sind,&#10;Ich fühl es, die Hoffnung und das Verlangen&#10;Nach milden Täuschungen.&#10;Ruh′ nun für immer. Du hast genug&#10;Geschlagen. Umsonst dein&#10;Aufruhr, die Welt ist deine Seufzer&#10;Nicht wert. Bitter und schal ist&#10;Das Leben, nichts niemals sonst; und Schlamm die ganze Welt.&#10;Beruhige dich nun. Verzweifle&#10;Ein letztes Mal. Einzig das Sterben&#10;Ist unserem Geschlecht gegeben. Verachte also&#10;Dich, die Natur, die böse&#10;Macht, die im Verborgenen über gemeines Unglück herrscht,&#10;Und die unendliche Eitelkeit aller Dinge.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Sophie an ihrem Hochzeitstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sophie-an-ihrem-hochzeitstage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sophie-an-ihrem-hochzeitstage/</guid><description>&lt;p&gt;War eine Witwe lobesam&#10;Die hatte ein Paar Mädchen,&#10;Zu ihr ein Paar Studenten kam,&#10;Die Würdigsten im Städtchen.&#10;Sie waren voll Gelehrsamkeit,&#10;Die beiden Herrn Studenten,&#10;Und brachten′s endlich mit der Zeit&#10;Sogar zum Repetenten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der ältste sah die ältste gern;&#10;Er zog wohl aus bis Bremen,&#10;Doch kam er wieder aus der Fern,&#10;Das holde Kind zu nehmen.&#10;Der Kleinste sah′s und dachte: so?&#10;Er freit? ich kann′s nicht minder;&#10;Die kleinere ist nicht von Stroh,&#10;Sind beide liebe Kinder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Swedenborg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-swedenborg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-swedenborg/</guid><description>&lt;p&gt;Traurend fühlt ich unsers Wissens Mängel,&#10;Ach woher? wohin? da rief mein Engel,&#10;Den mir Gott zu meinem Leiter gab,&#10;Trockne deine Tränen, komm und höre&#10;Meines Swedenborgs erhabne Lehre&#10;Komm und lege deine Zweifel ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich folgte seinem hohen Rufen,&#10;Wankte hin an deines Tempels Stufen&#10;Zitternd an des frohen Engels Hand,&#10;Du empfingst mich freundlich an der Schwelle,&#10;Führtest mich zur reinen Wahrheits-Quelle,&#10;Und die dichte Finsternis verschwand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Uhlands Geist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-uhlands-geist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-uhlands-geist/</guid><description>&lt;p&gt;Ems 1871, als an der Wirthstafel ein Kellner aufwartete, der Sonntags zwei Orden trug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn heut dein Geist herniederstiege&#10;In diese deine deutsche Welt,&#10;Wie sie nach neuem heil&amp;rsquo;gem Kriege&#10;Ihr Haus gemauert und bestellt:&#10;Hoch auf dem Giebel Preußens Krone,&#10;Der Bau ein erblich Kaiserthum, –&#10;Du zögst in Falten zweifelsohne&#10;Die Stirn und schautest kaum dich um;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Auge sänk&amp;rsquo; in seine Höhle,&#10;Ein Seufzer kündete dein Leid:&#10;»O, von der Freiheit heil&amp;rsquo;gem Oele&#10;Ist solch ein Scheitel nicht geweiht!&#10;O Tag, so bist du nicht gewesen,&#10;An den ich lange fromm geglaubt,&#10;Tag, wo mein Volk sich würd&amp;rsquo; erlesen&#10;In freier Wahl sein Herrscherhaupt!« –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Viele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-viele/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-viele/</guid><description>&lt;p&gt;Eines weiß ich, ob ihr mir auch grollt,&#10;Daß ich stets das Beste nur gewollt!&#10;Sprecht, warum war ich euch denn einst lieb,&#10;Welch ein Reiz war′s, der euch zu mir trieb?&#10;Schönheit blieb mir fern und Reichthum fehlt,&#10;Witz und Geist ist Andern mehr erwählt,&#10;Doch ein treues Herz und fester Muth&#10;Für das Rechte und der Wahrheit Gut,&#10;Liebe zu der Menschheit, die da klagt,&#10;Und ein Geist, der nicht vor Mächt′gen zagt -&#10;Dies allein ist′s, was mich liebenswerth&#10;Machen konnte und zum Freund begehrt!&#10;Und nun wundert ihr euch, daß ich heiß&#10;Glühe für des Lebens höchsten Preis,&#10;Und ihr scheltet, wenn ich laut und frei&#10;Rede gegen Lüg′ und Tyrannei,&#10;Scheltet, wenn mein Herz von Gram bewegt&#10;Für der Menschheit ew′ge Rechte schlägt,&#10;Wenn es mitkämpft in dem heil′gen Krieg&#10;Für der Liebe großen Sieg! -&#10;Was als Wahrheit ich erkannte rein,&#10;Muß in′s Leben tragen ich hinein,&#10;Künden dürfen, wie der Lerche Lied&#10;Morgenfrisch zum freien Himmel flieht!&#10;Wendet euch denn von mir - sonder Scheu&#10;Steh′ ich einsam, doch mir selbst getreu!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anarchie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anarchie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anarchie/</guid><description>&lt;p&gt;Immer geschmäht, verflucht - verstanden nie,&#10;Bist du das Schreckbild dieser Zeit geworden&amp;hellip;&#10;Auflösung aller Ordnung, rufen sie,&#10;Seist du und Kampf und nimmerendend Morden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O laß sie schrei&amp;rsquo;n! - Ihnen, die nie begehrt,&#10;Die Wahrheit hinter einem Wort zu finden,&#10;Ist auch des Wortes rechter Sinn verwehrt.&#10;Sie werden Blinde bleiben unter Blinden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du aber, Wort, so klar, so stark, so rein,&#10;Das alles sagt, wonach ich ruhlos trachte,&#10;Ich gebe dich der Zukunft! - Sie ist dein,&#10;Wenn jeder endlich zu sich selbst erwachte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andächtige Weihnachts-Gedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andaechtige-weihnachts-gedanken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andaechtige-weihnachts-gedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Willkommen allerliebstes Kind&#10;Du Herr der Potentaten!&#10;O Glück! daß man dich jetzo findt.&#10;Wo bist du hingeraten?&#10;Du kömmst auf dieses Jammertal,&#10;Verlässt den schönen Himmels-Saal,&#10;Erwählst der Menschen Orden,&#10;Und bist ein Kind geworden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedoch ich wundre mich nicht mehr&#10;Dass du den Thron verlassen,&#10;Dass du die allergrößte Ehr,&#10;Auf eine Zeit willst hassen,&#10;Herr, deine Liebe hats gemacht,&#10;Die hat dich auf die Welt gebracht,&#10;Uns dadurch von den Ketten&#10;Der Finsternis zu retten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andreas Baumkirchner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andreas-baumkirchner/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andreas-baumkirchner/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das also der Lohn für stete Treu,&#10;Für Hilfe in Todesnöthen,&#10;Daß, spottend jeglicher Scham und Scheu,&#10;Mein Recht sie mit Füßen treten?&#10;Dem Kaiser zu helfen, hab′ ich mein Schloß,&#10;All′ meine Güter verpfändet,&#10;Dem Kaiser, deß schuft′ger Schreibertroß&#10;Mich tückisch beraubt und schändet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachdem sie mich wie ein Wild gehetzt,&#10;Genarrt mich hüben und drüben,&#10;Erklären sie meine Ford′rung jetzt,&#10;Die Schurken! für übertrieben!&#10;Zu Deutsch besagt dieser Worte Sinn,&#10;Ich habe den Kaiser betrogen,&#10;Aus seinem und des Landes Ruin&#10;Gewinn und Vortheil gezogen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Angebinde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/angebinde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/angebinde/</guid><description>&lt;p&gt;Ein ehrend Kleinod möcht′ ich gern Dir geben,&#10;Möcht Dir so gern, wie ich Dich liebe, zeigen;&#10;Doch arm bin ich und nenne nichts mein eigen;&#10;Was zierlich sonst und reich das heitre Leben&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit frischem Glanz und Schimmer mag umschweben,&#10;Es steht mir fern; die frohen Klänge schweigen,&#10;Geknickt vom Sturm sich alle Blüthen neigen,&#10;Und keine kann ich Dir zum Kranze weben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Pelikane tränken ihre Jungen&#10;Ja mit dem Blut, das warm der Brust entsprungen,&#10;Und spenden den verborgnen Quell der Freuden:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anke van Tharaw</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anke-van-tharaw/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anke-van-tharaw/</guid><description>&lt;p&gt;Anke van Tharaw öß, de my geföllt,&#10;Se öß mihn Lewen, mihn Goet on mihn Gölt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Anke van Tharaw heft wedder eer Hart&#10;Op my geröchtet ön Löw′ on ön Schmart.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Anke van Tharaw mihn Rihkdom, min Goet,&#10;Du mihne Seele, mihn Fleesch on mihn Bloet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Quöm′ allet Wedder glihk ön ons tho schlahn,&#10;Wy syn gesönnt by een anger tho stahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kranckheit, Verfälgung, Bedröfnös on Pihn,&#10;Sal vnsrer Löve Vernöttinge syn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anno Domini 1812</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anno-domini-1812/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anno-domini-1812/</guid><description>&lt;p&gt;Über Rußlands Leichenwüstenei&#10;faltet hoch die Nacht die blassen Hände;&#10;funkeläugig durch die weiße, weite,&#10;kalte Stille stam die Nacht und lauscht.&#10;Schrill kommt ein Geläute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dumpf ein Stampfen von Hufen, fahl flatternder Reif;&#10;ein Schlitten knirscht, die Kufe pflügt&#10;stiebende Furchen, die Peitsche pfeift,&#10;es dampfen die Pferde, Atem fliegt,&#10;flimmernd zittern die Birken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Du - was honest du von Bonaparte&amp;rdquo; -&#10;Und der Bauer horcht und will′s nicht glauben,&#10;daß da hinter ihm der steinern starre&#10;Fremdling mit den hanen Lippen&#10;Wone so voll Trauer sprach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antworten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antworten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antworten/</guid><description>&lt;p&gt;»Dichter, bleib’ bei deinen Blumen! Nicht an Thronen frech gemeistert! –&#10;Wenn dich mehr als Blumenkronen eines Fürsten Kron’ begeistert,&#10;Feire, wie’s so manch’ bescheidner, vaterländ’scher Sänger thut,&#10;Hohe Fest- und Namenstage, huldigend mit Sangesgluth!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hohn bedünkt es mich, den Fürsten sonst zum Ruhme nichts zu singen,&#10;Als daß sie geboren wurden, und auch Namen gar empfingen!&#10;Buben mögen solches rühmen! Aber schweigen laßt mein Lied,&#10;Bis es große Thaten ragen, Licht und Freiheit strahlen sieht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antworten bei einem gesellschaftlichen Fragespiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antworten-bei-einem-gesellschaftlichen-fragespiel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antworten-bei-einem-gesellschaftlichen-fragespiel/</guid><description>&lt;p&gt;Was ein weiblich Herz erfreue&#10;In der klein- und großen Welt?&#10;Ganz gewiß ist es das Neue,&#10;Dessen Blüte stets gefällt;&#10;Doch viel werter ist die Treue,&#10;Die auch in der Früchte Zeit,&#10;Noch mit Blüten uns erfreut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Paris war, in Wald und Höhlen,&#10;Mit den Nymphen wohl bekannt,&#10;Bis ihm Zeus, um ihn zu quälen,&#10;Drei der Himmlischen gesandt;&#10;Und es fühlte wohl im Wählen,&#10;In der alt und neuen Zeit,&#10;Niemand mehr Verlegenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anziehender Schauder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anziehender-schauder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anziehender-schauder/</guid><description>&lt;p&gt;Schau dieses Himmels fahle Seltsamkeiten,&#10;Wie dein Geschick zerrissen, wunderlich,&#10;Was mag durch deine leere Seele gleiten,&#10;Was fühlst du bei dem Anblick? Wüstling, sprich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühle Gier nach wirren Dunkelheiten,&#10;Nach Qual und Ungewissheit lechze ich,&#10;Doch nicht voll Jammer starr ich in die Weiten,&#10;Wie einst Ovid, da Rom für ihn erblich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr wild zerrissnen, grauen Himmelsräume,&#10;Ihr seid, wie ich, von Trotz und Stolz erfüllt!&#10;Und eure Wolken trauerflorumhüllt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anziehliedchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anziehliedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anziehliedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wer strampelt im Bettchen?&#10;Versteckt sich wie&amp;rsquo;n Dieb?&#10;Das ist der Rumpumpel,&#10;Den haben wir lieb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was guckt da für&amp;rsquo;n Näschen?&#10;Ein Bübchen sitzt dran.&#10;Das ist der Rumpumpel,&#10;Den ziehn wir jetzt an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst wird er gewaschen&#10;Vom Kopf bis zur Zeh;&#10;Er weint nicht, er greint nicht,&#10;Denn es tut ja nicht weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnell her mit dem Hemdchen:&#10;Da schlüpfen wir fein&#10;Erst rechts und dann links&#10;In die Ärmelchen ´rein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apollo und Minerva</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apollo-und-minerva/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apollo-und-minerva/</guid><description>&lt;p&gt;An den Verfasser der Trauerspiele: die Horatier und Timoleon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Behrmann, den Geschmack und Witz und Redlichkeit&#10;Von niederträcht′gem Wahn entfernet,&#10;Den auch ein innrer Reichthum körnet,&#10;Der weder Wind noch Fluten scheut,&#10;Ermüde nicht, in lehrenden Gedichten&#10;Die deutschen Musen zu erfreun.&#10;Der Dünkel meistre dich; es mag die Thorheit richten;&#10;Nicht aber dich mit Witz und Kunst entzwein.&#10;Der Einfalt lächerliches Lachen&#10;Muß deine Seele nicht klein, träg′ und irdisch machen.&#10;Sei stets der Wahrheit hold, (sie nutzt vor tausend Sachen)&#10;Und schäme dich nicht, klug zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>April</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/april/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/april/</guid><description>&lt;p&gt;Laut flötet der Wind durch den Haselnußstrauch,&#10;Schneeflocken durchwirbeln den Hain,&#10;Bald Hagel, bald Regen und eisiger Hauch,&#10;Bald lachendster Lenzsonnenschein.&#10;Ich weiß ja, daß kurz dieser Sonnenblick dauert,&#10;Daß Hagel und Regen und Schneefall schon lauert&#10;Und Nordwinds erstarrendes Wehn,&#10;Und dennoch mich freudige Hoffnung durchschauert,&#10;Es ist ja so schön, ja so frühlingshaft schön.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erfrieren auch die Veilchen, die gestern erblüht,&#10;Verstummt auch der Fink in dem Wald -&#10;So lieb ich, April dich, in meinem Gemüt&#10;Ist′s auch heute warm, morgen kalt.&#10;Auch dich hatt′ ich lieb, die so oft mich belogen,&#10;So oft mich mit Lachen und Weinen betrogen,&#10;Dich Mädel, trotz Falschheit und Lug,&#10;Ja, Zauberkraft war′s, die zu dir mich gezogen,&#10;Ja Trug, doch berauschender, seliger Trug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arbeite</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arbeite/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arbeite/</guid><description>&lt;p&gt;Du Mann im schlechten blauen Kittel,&#10;Arbeite! Schaffe Salz und Brot!&#10;Arbeite! Arbeit ist ein Mittel,&#10;Probat für Pestilenz und Not.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arbeite! Rühre deine Arme!&#10;Arbeite sechzehn Stunden so!&#10;Arbeite! Nachts ja lacht das warme,&#10;Das Lager dir von faulem Stroh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arbeite! Hast ja straffe Sehnen.&#10;Arbeite! Denk, mit schwangerem Leib&#10;Harrt in der Hütte dein mit Tränen&#10;Ein schönes leichenbleiches Weib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arbeite! Gleich der Stirn der Rinder&#10;Ist ja die deine breit und dick.&#10;Arbeite! Deine nackten Kinder,&#10;Die küssen dich, kehrst du zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Archibald Douglas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/archibald-douglas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/archibald-douglas/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich hab&amp;rsquo; es getragen sieben Jahr&#10;Und ich kann es nicht tragen mehr,&#10;Wo immer die Welt am schönsten war,&#10;Da war sie öd&amp;rsquo; und leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will hintreten vor sein Gesicht&#10;In dieser Knechtsgestalt,&#10;Er kann meine Bitte versagen nicht,&#10;Ich bin ja worden alt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und trüg&amp;rsquo; er noch den alten Groll,&#10;Frisch wie am ersten Tag,&#10;So komme, was da kommen soll,&#10;Und komme, was da mag.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Graf Douglas spricht&amp;rsquo;s. Am Weg ein Stein&#10;Lud ihn zu harter Ruh,&#10;Er sah in Wald und Feld hinein,&#10;Die Augen fielen ihm zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ariette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ariette/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ariette/</guid><description>&lt;p&gt;Das war ein Tier, mein Mauleselein!&#10;Konnt&amp;rsquo; alle Tag&amp;rsquo; ein Ratsherr sein,&#10;trat einher mit festem Schritte,&#10;ging auf dem Wege stets in der Mitte,&#10;reckte bei jedem Schall das Ohr&#10;zwanzig Zoll hoch zierlich empor,&#10;trug ohne Murren, wie Menschen nie pflegen,&#10;schwere Lasten auf schweren Wegen,&#10;scheute nicht Hitze, scheute nicht Frost,&#10;nahm verlieb mit magerer Kost;&#10;schritt so sicher auf glattem Eise,&#10;sprach kein Wörtchen auf der Reise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arme Leute</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arme-leute/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arme-leute/</guid><description>&lt;p&gt;Bei düstern Heidekiefern&#10;Stehn spärlich magre Ähren,&#10;Sie saugen an dürrem Sande,&#10;Verzweifelnd, sich zu nähren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kauert ein lehmig Häuschen&#10;Mit Düngerhaufen und Karren.&#10;Kläglich meckert die Ziege,&#10;Und struppige Hühnchen scharren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus der Türe humpelt ein krummer&#10;Kleinbauer, empor zu spähen&#10;Zur bleiern schleichenden Wolke,&#10;Zu hungrig krächzenden Krähen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur karge Mitleidszähren&#10;Vermag die Wolke zu schenken;&#10;Dann schleicht sie trübe weiter,&#10;Ohne Kraft, zu tränken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selber arm und traurig,&#10;Folg ich der weinenden Wolke&#10;Und denk an arme Leute&#10;Und leide mit meinem Volke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arme Lieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arme-lieder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arme-lieder/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;Meine Nachbarschaft&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Fenster schaut auf einen düstern Hof,&#10;Auf schmutzge Dächer und auf russge Mauern,&#10;Doch wer wie ich ein Stückchen Philosoph,&#10;Lässt darum sich noch lange nicht bedauern.&#10;Ein wenig Luft, ein wenig Sonnenlicht&#10;Dringt schliesslich auch durch seine trüben Scheiben,&#10;Zu hungern und zu frieren brauch ich nicht&#10;Und all mein Thun ist nur ein wenig Schreiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein wenig Schreiben, wenn ich stundenlang&#10;Mich einlas in die Wunderwelt der Alten,&#10;Bis endlich, endlich es auch mir gelang,&#10;Was ich gefühlt, zum Wohllaut zu gestalten.&#10;Dann fliesst es um mich wie ein Heilgenschein,&#10;Und mir im Herzen bauen sich Altäre;&#10;So könnt ich glücklich und zufrieden sein,&#10;Wenn ach, nur meine Nachbarschaft nicht wäre!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Armins Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/armins-klage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/armins-klage/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wissen willst du, was ich leise seufze,&#10;Warum Trauer meine Stirn umhüllt?&#10;Nicht gering, o Cormar, ist mein Kummer,&#10;Meine Kinder ruhn in Todesschlummer&#10;Und von Schmerz ist meine Brust erfüllt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Armin ist der Letzte seines Stammes,&#10;Seine Glieder werden schwach und alt -&#10;Finster ach! o Daura, ist dein Bette,&#10;Tief dein Schlaf an kalter Grabesstätte,&#10;Deiner Stimme Melodie verhallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herbsteswinde, rauschet durch die Heide!&#10;Bergesströme, brauset wild empor!&#10;Stürme tobet in dem Haupt der Eichen,&#10;Lass dein Angesicht, o Mond, sich zeigen,&#10;Tritt aus halb zerrissnen Wolken vor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arnold Böcklin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arnold-boecklin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arnold-boecklin/</guid><description>&lt;p&gt;Zum 75. Geburtstag des toten Meisters, am 16. Oktober&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ging dahin wo seine Werke wohnen. -&#10;Mit angetürmtem Nacken ihm zur Seiten trabt der Eroberer.&#10;Aus tiefem Sande grinsen fremde Zeichen:&#10;Gebeine sind es, die so leuchtend bleichen.&#10;Vor rohen Hufen knirscht die heiße Wüste;&#10;Grün steigt ein Hügel auf und ruht&#10;In Blumenkühle aus vom heißen Gleißen.&#10;In träger Schräge ruht ein alter Faun&#10;Und glotzt in Weiten, die wie bald verloren ihm,&#10;Mit schwerem Auge, fremdbekümmert.&#10;Ein Fäunlein, goldnes Stroh im roten Nacken,&#10;Reckt tief zum Quell die drallen Bäcklein nieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Asrael</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/asrael/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/asrael/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, mein Vater, mein Kind schlägt eben&#10;Die Augen auf.&#10;Es will einen Kuß dir ja geben,&#10;O nimm es auf.&#10;Und lege es an dein Herz,&#10;Und lege es an dein Weltenherz,&#10;Und lege es an dein Vaterherz,&#10;Das für alles schlägt,&#10;Was Leben und was Seele trägt;&#10;Sieh mal, wie warm, wie tränenwarm&#10;Auffunkelt das Herz:&#10;In Freudenfluten überfließt der Harm,&#10;Die roten Bäckchen glühen vor tiefem Herz;&#10;Die blauen Augen sieh,&#10;Wie sie&#10;Verwundert und verschleiert.&#10;An deinem Herzen halt′ du es,&#10;Indes&#10;Die kleine Seele feiert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auch ein Trinklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-ein-trinklied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-ein-trinklied/</guid><description>&lt;p&gt;Nun noch einmal, wackre Zecher,&#10;füllet einmal noch die Becher,&#10;füllt sie schäumend bis zum Rand:&#10;Dieser letzte Becher allen,&#10;die als Opfer sind gefallen&#10;für das heißgeliebte Vaterland!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selig, die den Tod gefunden&#10;unter Leichen, unter Wunden&#10;auf dem offnen Siegesplan!&#10;Diese wohl sind zu beneiden,&#10;denn sie durften hoffend scheiden,&#10;eh′ die Schmach sie unsrer Tage sahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch mit schwerverhaltner Träne&#10;wir gedenken auch an jene,&#10;die der Kerker uns entrafft;&#10;die wie Blumen tun im Sande,&#10;welkten in dem Druck der Bande,&#10;in dem Elend der Gefangenschaft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf das Trinkglas eines verstorbenen Freundes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-trinkglas-eines-verstorbenen-freundes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-trinkglas-eines-verstorbenen-freundes/</guid><description>&lt;p&gt;Du herrlich Glas, nun stehst du leer,&#10;Glas, das er oft mit Lust gehoben;&#10;Die Spinne hat rings um dich her&#10;Indes den düstren Flor gewoben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt sollst du mir gefüllet sein&#10;Mondhell mit Gold der deutschen Reben!&#10;In deiner Tiefe heil′gen Schein&#10;Schau′ ich hinab mit frommem Beben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ich erschau′ in deinem Grund&#10;Ist nicht Gewöhnlichen zu nennen.&#10;Doch wird mir klar zu dieser Stund′,&#10;Wie nichts den Freund vom Freund kann trennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-meer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-meer/</guid><description>&lt;p&gt;(Bei einer Überfahrt nach Kopenhagen im Feuerjahr 1842.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allheilig Meer! Es donnern deine Klänge&#10;Mir so gewaltig ins erschreckte Ohr,&#10;Als brächen die verhaltnen Fluchgesänge&#10;Begrabener Titanen draus hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie stürzten sich hinab in deine Wogen,&#10;Sie wollten sterben; aber um den Tod&#10;Hat eine falsche Tiefe sie betrogen,&#10;Sie tragen noch des Lebens öde Not.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wissen′s jetzt: man kann nicht einzeln sterben;&#10;Solange noch ein Zwerg auf Erden lebt,&#10;Wird sich kein Gott den ganzen Tod erwerben,&#10;Ob er im Meer, im Ätna sich begräbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Schlachtfelde von Aspern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-schlachtfelde-von-aspern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-schlachtfelde-von-aspern/</guid><description>&lt;p&gt;Herbstlich über Asperns Fluren schien die Sonne müd’ und lau,&#10;Störche schifften schon nach Süden durch der Lüfte ruhig Blau,&#10;Ueber stille weite Felder schritt ich einsam, unbelauscht,&#10;Und mit mir ein kalter Herbstwind, der durch fahle Stoppeln rauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dachte dessen jüngst der Landmann, als er hier die Garben wand,&#10;Daß in einem Menschenherzen manche ihrer Wurzeln stand?&#10;Denkt der Städter, wenn beim Mahle er sein weißes Brod genießt,&#10;Daß gedüngt es mit dem Blute eines Heldenbruders ist?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Segeberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-segeberg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-segeberg/</guid><description>&lt;p&gt;Hier stand auch einer Frauen Wiege,&#10;Die Wiege einer deutschen Frau;&#10;Die schaut mich an mit Augen blau,&#10;Und auf dem Felsen, drauf ich liege,&#10;Schließt sie mich plötzlich an die Brust.&#10;Da werd ich mir des Glücks bewußt;&#10;Ich seh die Welt so unvergänglich,&#10;Voll Schönheit mir zu Füßen ruhn;&#10;Und alle Sorgen, die so bänglich&#10;Mein Herz bedrängten, schweigen nun.&#10;Musik! Musik! Die Lerchen singen,&#10;Aus Wies′ und Wäldern steigt Gesang,&#10;Die Mücken in den Lüften schwingen&#10;Den süßen Sommerharfenklang.&#10;Und unten auf besonnter Flur&#10;Seh ich des Kornes Wellen treiben,&#10;In blauen Wölkchen drüber stäuben&#10;Ein keusch Geheimnis der Natur.&#10;Da tauchen an des Berges Seite&#10;Zwei Köpfchen auf aus dem Gestein;&#10;Zwei Knaben steigen durchs Gekräute;&#10;Und sie sind unser, mein und dein.&#10;Sie jauchzen auf, die Felsen klingen;&#10;Mein Bursche schlank, mein Bursche klein!&#10;Schau, wie sie purzeln, wie sie springen,&#10;Und jeder will der erste sein.&#10;In Kinderlust die Wangen glühen;&#10;Die Welt, die Welt, o wie sie lacht!&#10;Nun hängen sie an deinen Knien,&#10;Nun an den meinen unbedacht;&#10;Der Große hier, und hier der Kleine,&#10;Sie halten mich so eng umfaßt,&#10;Daß in den Thymian der Steine&#10;Mich hinzieht die geliebte Last.&#10;Die Schatten, die mein Auge trübten,&#10;Die letzten, scheucht der Kindermund;&#10;Ich seh der Heimat, der geliebten,&#10;Zukunft in dieser Augen Grund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Turm des Seraskiers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-turm-des-seraskiers/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-turm-des-seraskiers/</guid><description>&lt;p&gt;Welch Brausen um mich her? Mir ist, als wehte&#10;Ein Schöpfungsodem durch die Welt,&#10;Da unten sich die Kaiserin der Städte&#10;Im ersten Tagesstrahl erhellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herein durchs Klippenthor der Symplegaden&#10;Melodisch saust der Bosporus&#10;Und giebt, aufschäumend an den Felsgestaden,&#10;Zwei Welten seinen Wogenkuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Morgenwinde jagen Segelboote&#10;Heran vom blauen Hellespont;&#10;Fern strahlt das Schneehaupt des Olymp, vom Rote&#10;Des nahen Lichtgestirns besonnt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hoch und höher leuchten auf die Dome,&#10;Und weiße Minarete glühn,&#10;Friedhöfe, Brunnen, mächt′ge Hippodrome&#10;Aus dunkelndem Cypressengrün.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Gothilas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-gothilas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-gothilas/</guid><description>&lt;p&gt;Der stolze Gothilas, ein neugedruckter Dichter,&#10;Ein Geist von starker Zeugungskraft,&#10;Fand, seiner Einsicht nach, den Glauben fehlerhaft,&#10;Und ward des Christenthums unbärt′ger Winkelrichter.&#10;Er quälte sein Gehirn, die Werkstatt früher List,&#10;Dir, o Spinoza, nachzuäffen:&#10;Als ein unsterblicher Deist,&#10;Der kleinen Ketzer Schwarm dereinst zu übertreffen!&#10;Dies Klügeln ward sein liebster Zeitvertreib;&#10;Doch, da er lange g′nug dem Himmel Hohn gesprochen,&#10;Erzürnt der Himmel sich, und spricht im Zorne: Schreib!&#10;Er schreibt: man pfeift ihn aus: der Himmel wird gerochen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Auer Dult</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-auer-dult/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-auer-dult/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen lauter bunten Dingen,&#10;Trödlerkram und Putz und Tand,&#10;Tempelleuchtern, Ketten, Ringen,&#10;Humpen und Toleder Klingen&#10;träumt ein grauer Bücherstand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun, er ist nicht überlaufen!&#10;Nur ein bleicher junger Mann&#10;wühlt in dem verstaubten Haufen,&#10;um für wenig Geld zu kaufen,&#10;was er nachts verschlingen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sieh da! Wie viel Kollegen&#10;von der gleichen Fakultät,&#10;deren Ruhm gewohnheitswegen&#10;stets wir zu verkünden pflegen,&#10;find&amp;rsquo; ich in dem Bücherbeet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Dein gedenk ich, Wilhelm Raabe!&#10;Mancher Schelm und mancher Lump,&#10;doch auch mancher feine Knabe,&#10;manche goldne Dichtergabe&#10;fault hier auf dem &amp;ldquo;Schüdderump&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Station</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-station/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-station/</guid><description>&lt;p&gt;Nur eine Stunde sah ich dich,&#10;Und sprach kein Wort mit dir,&#10;Doch haben deine Züge sich&#10;Tiefeingeprägt in mir.&#10;Was du beginnst, wie du dich giebst,&#10;Ein Zauber liegt darin -&#10;Der Eine, den du sicher liebst,&#10;Verwirrt mir ganz den Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will nicht fragen, wer du bist,&#10;Es bleibe besser fern,&#10;Ich bin ein leidlich guter Christ,&#10;Und mache Verse gern;&#10;Wer dich erblickt, der schuldet dir&#10;Ein huldigendes Wort,&#10;Gott sei mit dir, verzeihe mir,&#10;Und lach und reise fort!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Wanderung am Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-wanderung-am-rhein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-wanderung-am-rhein/</guid><description>&lt;p&gt;Nonnen-Eiland in dem Flusse,&#10;Rolandseck auf steiler Höh′,&#10;Seid gegrüßt mit gutem Gruße,&#10;Weil ich hier vorüber geh′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Muß ich stets vorüber ziehen,&#10;Brech′ ich keine Früchte ab,&#10;Soll mir keine Laube blühen,&#10;Pflanz′ ich nie den Wanderstab?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flüchtet, flüchtet, ihr Gedanken,&#10;Nach der süßen Ruhestatt,&#10;Die mit holden Zauberschranken&#10;Euren Flug gefangen hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rückwärts, rückwärts, meine Blicke,&#10;Nach dem fernen stillen Haus,&#10;Baut euch muthig eine Brücke&#10;Ueber Berg und Thal hinaus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Trägheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-traegheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-traegheit/</guid><description>&lt;p&gt;»Wie lange wird mir doch in Leipzig hier die Zeit!«&#10;Sprach Muffel voller Angst in seiner Einsamkeit,&#10;Als er vom Jagen kam und schon in sieben Wochen&#10;Die kranken Bücher nicht vor Ekel angerochen.&#10;»Es ist doch,« fuhr er auf, »ein recht verdammter Ort.&#10;Die Thaler fliegen so wie Fledermäuse fort;&#10;Man muß von Morgen an bis auf den Abend borgen,&#10;Bald für den Krämerknecht, bald für den Doktor sorgen;&#10;Doch thät&amp;rsquo; ich alles noch, hätt&amp;rsquo; ich nur Lust dabei;&#10;So ist der Zeitvertreib allhier Melancholei.&#10;Man sieht den ganzen Tag nur kaufen und verkaufen,&#10;Nur in die Kirche gehn und in die Schule laufen,&#10;Und wenn ein Schatten sich von Freuden noch bewegt,&#10;So wird der Weg dazu durch Häscher auch verlegt.&#10;Soll ich –?« Hier legte sich der allzu große Jammer;&#10;Es trat Androphilus in die betrübte Kammer.&#10;Sobald ihn Muffel sah, so rief er schon nach Wein;&#10;Dann holt&amp;rsquo; er erst den Gast mit Komplimenten ein,&#10;Und beide satzten sich. Das allererste Fragen&#10;War, was sich neues jetzt in Pommern zugetragen.&#10;»Nichts,« sprach Androphilus, »als daß sich Schweden wehrt&#10;Und lieber Krieg und Tod als Fried&amp;rsquo; und Ruh&amp;rsquo; begehrt.«&#10;»Ist denn der Schwede toll?« fing Muffel an zu schreien,&#10;»Es kann ihm ja ein Kind das Ende prophezeien.&#10;Sieh nur die Karten an: Hier ist der Sachsen Stand,&#10;Dort hat der Däne sich, da Preußen hingewandt,&#10;Und hier ist Schweden schon zu Wasser abgeschnitten.&#10;Er muß, beim Element, er muß um Friede bitten!«&#10;»Was,« sprach Androphilus, »gehn mich die Schweden an?&#10;Bei mir wird aller Krieg mit Gläsern abgethan.«&#10;»Ha!« sagte Muffel drauf, »ich hätt&amp;rsquo; es bald vergessen:&#10;Es lebe, was das Schwert auf Schweden abgemessen!«&#10;»Es lebe, was uns liebt!« sprach nur Androphilus.&#10;»Auf einen solchen Trunk schmeckt auch ein süßer Kuß,«&#10;Versetzte Muffel gleich. »Hast du was ausgefunden,&#10;Da man das Herze kühlt und die so schweren Stunden&#10;Durch Scherz versüßen kann?« »Mein Freund, ich hab&amp;rsquo; es schon,«&#10;War bald des andern Wort. »Es hat kein Fürstenthron&#10;Ein schöner Weibesbild; allein du mußt dich zwingen&#10;Und nur von ferne gehn, nicht gleich auf Werke dringen.«&#10;»Ich thue, was du sagst,« sprach Muffel ganz erfreut,&#10;»Nur hebe bald die Last von meiner Traurigkeit.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ein altes Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-altes-maedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-altes-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Auge glüht nicht mehr, wie einst,&#10;Und deine Wang′ ist nicht mehr rot,&#10;Und wenn du jetzt vor Sehnsucht weinst,&#10;So gilt es keinem, als dem Tod.&#10;Nichts bist du, als ein Monument,&#10;Das, halb verwittert und gering,&#10;Nur kaum noch einen Namen nennt,&#10;Mit dem ein Leben unterging.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, wie hervor die Toten gehn&#10;Aus ihrer Gruft in mancher Nacht,&#10;Darfst du zuweilen auferstehn&#10;Zu altem Glanz und alter Pracht,&#10;Wenn tief dich ein Gefühl ergreift,&#10;Wie es vielleicht dich einst bewegt,&#10;Und dir den Schnee vom Herzen streift,&#10;Der längst sich schon darauf gelegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ein Ei geschrieben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-ei-geschrieben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-ei-geschrieben/</guid><description>&lt;p&gt;Ostern ist zwar schon vorbei,&#10;Also dies kein Osterei;&#10;Doch wer sagt, es sei kein Segen,&#10;Wenn im Mai die Hasen legen?&#10;Aus der Pfanne, aus dem Schmalz&#10;Schmeckt ein Eilein jedenfalls,&#10;Und kurzum, mich tät’s gaudieren,&#10;Dir dies Ei zu präsentieren,&#10;Und zugleich tät es mich kitzeln,&#10;Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sophisten und die Pfaffen&#10;Stritten sich mit viel Geschrei:&#10;Was hat Gott zuerst erschaffen,&#10;Wohl die Henne? wohl das Ei?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ein sehr schönes junge Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-sehr-schoenes-junge-maedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-sehr-schoenes-junge-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl lächelt mir dein roter Mund,&#10;Wohl reizt mich deine Huldgestalt,&#10;Doch such′ ich nicht mit dir den Bund,&#10;Denn du bist jung und ich bin alt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir würde ein Antinous,&#10;Der aller Götter Liebling ist,&#10;Noch zagen unterm ersten Kuß,&#10;Ob er sich nicht zu viel vermißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Mädchenauge schloß der Tod,&#10;Du erbtest seinen reinsten Blitz,&#10;Und deiner Wangen sanftes Rot&#10;Ist jedes Lächelns holder Sitz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie wagt′ ich′s wohl, mich dir zu nahn,&#10;Der zürnenden Natur zum Hohn,&#10;Du stehst im Anfang deiner Bahn,&#10;Ich seh′ das dunkle Ende schon.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf eine Biene in der Villa Medicis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-biene-in-der-villa-medicis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-biene-in-der-villa-medicis/</guid><description>&lt;p&gt;Holdes Bienchen, du irrst! Dort winkt dir blühend der Lorbeer,&#10;Sprich, was umsurrst du denn mir emsig die Wang′ und den Mund?&#10;Honig entsaugst du mir nicht, du seist denn ein schelmisches Mädchen,&#10;Das sich vermummte, und dann komm in der wahren Gestalt!&#10;Sinnst du mir aber ein Arges, gedenkst du, dafür mich zu strafen,&#10;Daß ich ein Mensch nur bin, nimmer die Rose des Tals,&#10;Oder bin ich dir gar aus alter Zeit noch verschuldet,&#10;Hab′ ich als Blume vielleicht einst dir geweigert den Trunk:&#10;O, besieh mich vorher, ob nicht mit schärferem Stachel&#10;Dich ein stärkerer Feind lange an mir schon gerächt;&#10;Sieht, du setztest dich leicht auf eine Narbe, denn manche&#10;Hab′ ich, ich zuckte dir kaum, aber du littest den Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf eine vornehme Vermählung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-vornehme-vermaehlung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-vornehme-vermaehlung/</guid><description>&lt;p&gt;Paar, das, vom Glück geliebt, auch Liebe glücklich macht, –&#10;Sie, die ein fühlend Herz, und nicht die Ahnen schätzet,&#10;Und nicht der Würden saure Pracht,&#10;Und nicht der Taten Glanz, die man in Marmor ätzet –&#10;Er kömmt, hier ist er schon, der schönste deiner Tage,&#10;Der schönste, weil die Lieb′ ihn schmückt,&#10;Und ihr erfüllter Wunsch der Hoffnung süße Plage&#10;Im Wechselkuß erstickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort in Aurorens Reich, am Quell vom ew′gen Licht,&#10;Wo unsre Tage stehn, die Wieg und Grab umgrenzen –&#10;Ein sterblich Auge zählt sie nicht –&#10;Dort sah, Beglückte glaubts, der Dichter eure glänzen!&#10;Schnell hob sich dieser Tag, kenntbar am Rosenkränze,&#10;Aus der gemeinen Tage Schar.&#10;Es wuchs sein Glanz, und wuchs und überstieg am Glanze&#10;Den Tag, der euch gebar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Granatapfel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-granatapfel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-granatapfel/</guid><description>&lt;p&gt;Find&amp;rsquo; ich dich hier in deiner grünen Krone?&#10;Zerspaltest du die purpurrothe Brust&#10;An dieser Sonn&amp;rsquo;? o Liebling der Pomone!&#10;O Proserpinens Apfel! die mit Lust&#10;Und Wollust deine goldnen Körner&#10;Im Reich des Höllengottes ass,&#10;Und allen Nektar ferner&#10;Und den Olymp vergass.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Erdball ändert sich: das Meer entfliehet,&#10;Und macht dem Pfluge Raum; der Fels sinkt ein;&#10;Und, o Berlin! dein dürrer Boden blühet:&#10;Pomona füllt ihr Horn in dir allein,&#10;In dir kann Flora, nach Begehren,&#10;Sich tausendfache Kränze drehn,&#10;Und ganz verdeckt in Aehren&#10;Die blonde Ceres gehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einer Burg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einer-burg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einer-burg/</guid><description>&lt;p&gt;Eingeschlafen auf der Lauer&#10;Oben ist der alte Ritter;&#10;Drüber gehen Regenschauer,&#10;Und der Wald rauscht durch das Gitter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eingewachsen Bart und Haare,&#10;Und versteinert Brust und Krause,&#10;Sitzt er viele hundert Jahre&#10;Oben in der stillen Klause.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Draußen ist es still und friedlich,&#10;Alle sind ins Tal gezogen,&#10;Waldesvögel einsam singen&#10;In den leeren Fensterbogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Hochzeit fährt da unten&#10;Auf dem Rhein im Sonnenscheine,&#10;Musikanten spielen munter,&#10;Und die schöne Braut die weinet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Leben und Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-leben-und-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-leben-und-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Dann wundert sich′s, daß also weiß der Schnee,&#10;Und Blümlein spricht: »Mich wird der Schnee doch nicht verletzen,&#10;Mir weh thun nicht; – er ist so weiß!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Der Rhapsode der Dimbovitza.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In üppigen Sonnenfluten&#10;Badet sich der Park,&#10;Der mit glänzendem Blättergewoge&#10;Grausteinerne Häuserwälle bespült.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus schattiger Straßenmündung strömt,&#10;Buntblitzenden Wellen gleich,&#10;Blütenfarbig geputztes Volk:&#10;Mädchen mit buntbebänderten Hüten,&#10;Blühenden Augen, schimmernden Zähnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Plaudern plätschert&#10;Der Ruhebank vorbei&#10;Unter lila blühendem Flieder,&#10;Wo ich sitze bei spielenden Kindern.&#10;Im Strauche flötet die Nachtigall;&#10;Fernes Konzert&#10;Weht mit Düften süß heran&#10;Und zittert in meiner Seele &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf meinen am 15. November 1890dahingegangenen Papagei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meinen-am-15-november-1890dahingegangenen-papagei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meinen-am-15-november-1890dahingegangenen-papagei/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Friederike Kempner&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf meinen am 15. November 1890&#10;dahingegangenen Papagei&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allgeliebter Vogel Du,&#10;Gingest auch zur ewigen Ruh&#10;Liebenswürdig zahm und zart&#10;Und von selten geistiger Art!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warst mir zweiundzwanzig Jahr,&#10;Was kein Anderer mir war,&#10;Steter Freund, ach lebenslang,&#10;Nehme meinen heißen Dank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mancher hat Dich arg betrübt,&#10;Weil Du allgemein beliebt,&#10;Gönnte diesen Trost mir nicht,&#10;- Das ist Wahrheit im Gedicht -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf meines Kindes Tod (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meines-kindes-tod-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meines-kindes-tod-2/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ist mir denn so wehe?&#10;Es liegt ja wie im Traum&#10;Der Grund schon, wo ich stehe,&#10;Die Wälder säuseln kaum&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch von der dunklen Höhe.&#10;Es komme wie es will,&#10;Was ist mir denn so wehe -&#10;Wie bald wird alles still.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ists, was mich ganz verstöret:&#10;Daß die Nacht nicht Ruhe hält,&#10;Wenn zu atmen aufgehöret&#10;Lange schon die müde Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß die Glocken, die da schlagen,&#10;Und im Wald der leise Wind&#10;Jede Nacht von neuem klagen&#10;Um mein liebes, süßes Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Mutterschoß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-mutterschoss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-mutterschoss/</guid><description>&lt;p&gt;Betende Hände,&#10;Gottbetroffene Jungfrau,&#10;Flattern und Beben,&#10;Heiliges Lallen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Werk ist träg in der verdürstenden Geister&#10;Verdürstetem Greifen.&#10;Dunkelruhen!&#10;Gebären. Arbeit,&#10;Bang, groß,&#10;Seelen in hastender Arbeit.&#10;Alle halten zusammen und - haben nichts.&#10;Qualen die furchtbar sind.&#10;Unerhörte Worte&#10;Unerhörter Dinge.&#10;Und es sollen Frühlinge sein,&#10;Und - Trauer ist Jubel.&#10;Ein Brausen in lichtentschmetterndem Ringe.&#10;Und fern, wie sehr,&#10;An goldbraunen, reifen, jubelnd roten, blühenden Wangen.&#10;Starkes Gekicher.&#10;Tänze gell wie Sonnenlohen.&#10;Tamburin, wirbelnd&#10;Wie goldumzügelte&#10;Blumen der Sonne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff den mund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-mund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-mund/</guid><description>&lt;p&gt;Mund! der die seelen kan durch lust zusammen hetzen/&#10;Mund! der viel süsser ist als starcker himmels-wein/&#10;Mund! der du alikant des lebens schenckest ein/&#10;Mund! den ich vorziehn muß der Inden reichen schätzen/&#10;Mund! dessen balsam uns kan stärcken und verletzen/&#10;Mund! der vergnügter blüht/ als aller rosen schein.&#10;Mund! welchem kein rubin kan gleich und ähnlich seyn.&#10;Mund! den die Gratien mit ihren qvellen netzen;&#10;Mund! Ach corallen-mund/ mein eintziges ergetzen!&#10;Mund! laß mich einen kuß auff deinen purpur setzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff den Nahmenstag Ihrer Vielgeehrten Freundin B. G.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-nahmenstag-ihrer-vielgeehrten-freundin-b-g/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-nahmenstag-ihrer-vielgeehrten-freundin-b-g/</guid><description>&lt;p&gt;Du Licht der gantzen Welt / Ey Sonne sey gebeten /&#10;Ein wenig still zu stehn / undt nicht so schnell zu treten&#10;Des hohen Himmels Bahn! Ihr Stunden eilt so nicht!&#10;Ey Luna schlaff doch lang / undt laß uns Phebus Licht!&#10;Der Tagk sey noch so lang! Ihr güldnen Himmels Noten /&#10;Ihr Sternen / die ihr seit der schwartzen Nacht Vorbotten /&#10;Brecht nicht so balt herfür / last meiner Leyer Zeit /&#10;Das sie besingen mag / was man besinget heut!&#10;Ey / ey / was wil ich thun? Diana wil schon wachen /&#10;Apollo will den Kreiß der Erden Taglooß machen /&#10;Und eilt zur ruh ins Mähr; drüm / Freundin / nemt doch an&#10;Was in der Eilenflucht ich itzt erdencken kan.&#10;Was liegt mir im Gehirn / das ich so gar vergessen&#10;Mein heutiges Gebüer? Ich kan es kaum ermessen /&#10;Was mich verhindert hat; Ihr Geister kompt zu hauß /&#10;Hier felt was nötigs für / komt / komt / und fliegt nicht auß!&#10;Ey Clio hastu noch den Bandt nicht voll gewunden /&#10;Da meine Freundin mit soll werden angebunden?&#10;Gib her / es ist zwar schlecht / doch die ihn haben soll /&#10;Gibt nicht auff stoltzen Pral / undt ist der Demuth voll.&#10;Ey Feder bistu stumpf / undt ist die Dint zu dicke!&#10;Verstöre mich doch nicht / damit ich mich noch schicke&#10;In die so schnelle Zeit! Jung geh / steck an das Licht /&#10;Undt bring mein Pittschaft her / das dient vor frembt gesicht.&#10;Lauf fort / das ist der Briff / wündsch ihr viel guts darneben /&#10;Und das sie diesen Tag mag tausendt mahl erleben /&#10;In Fried und Fröligkeit / geh / geh / undt seum dich nicht /&#10;Schau / wie der Abendstern schon durch die Wolcken bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff den Sontag deß wider erscheinenden Richters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-sontag-dess-wider-erscheinenden-richters/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-sontag-dess-wider-erscheinenden-richters/</guid><description>&lt;p&gt;Schau′t schau′t ihr Völcker schau′t/ die schweren Wunder-Zeichen!&#10;Das grosse Firmament/ der Himmel Krafft zubricht/&#10;Der Monden steht in Blutt/ es schwind′t der Sternen Licht&#10;Man siht die klare Sonn in hellem Tag erbleichen.&#10;Die auffgeschwellte See wil über Berge reichen/&#10;Wer hört der Winde Gri i/ der Lüffte Rasen nicht?&#10;Ein ieder Mensch verschmacht/ vnd weiß nicht was er spricht&#10;Vor grosser Hertzens Angst. Die rauen Felsen weichen.&#10;Auch zittert Berg′ vnd Thal. O Herr der Herrligkeit&#10;Der du in Feur′ die Welt zu richten dich bereit.&#10;Hilff/ daß ich ja mein Hertz mit Sünden nicht beschwere!&#10;Weck auff Herr/ wenn mich Sorg vnd Sicherheit anfält/&#10;Daß/ wenn dein harter Zorn einbricht die grosse Welt/&#10;Mich nicht der Donnerstral deß letzten Tag′s verzehre!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff den Tag deß Apostels Andreæ</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-tag-dess-apostels-andre/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-tag-dess-apostels-andre/</guid><description>&lt;p&gt;Es fahre was mich hält! es fahre Schiff vnd Netze!&#10;Es fahre Gunst vnd Ruhm! es fahre Pracht vnd Geld!&#10;Es fahre Schein vnd Ehr! es fahre/ was die Welt&#10;Hoch/ Groß vnd herrlich nennt! was acht ich ihrer Schätze?&#10;Mein Schatz/ auff den ich Gut/ Hertz/ Haab vnd Geister setze&#10;Ist einig meine Lust! ob schon der Himmel fällt&#10;Doch wil ich durch ihn stehn/ was acht ich/ ob das Zelt&#10;Der Erden mir zu eng′/ vnd ob man Schwerdter wetze&#10;Auff diß mein irrdisch Fleisch? ihr Feinde schnaubt vnd thut&#10;Was Grimm vnd Haß euch lehrt! vergiest die Handvol Blutt&#10;Zureist den schwachen Leib/ zutrent diß matte Leben!&#10;O seelig/ wenn ich frey von dieser Glieder Band&#10;Durch diß was sterben heist/ dir Jesu in die Hand&#10;Zum Pfand verliebter Treu/ die Seele werde geben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff die krönung des Römischen Königs Josephi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-kroenung-des-roemischen-koenigs-josephi/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-kroenung-des-roemischen-koenigs-josephi/</guid><description>&lt;p&gt;Europa zanckte sich und wolte gerne wissen/&#10;Wer in Germanien noch würde könig seyn.&#10;Der stoltze Ludewig war äusserst drauff beflissen/&#10;Wie er das deutsche reich möcht auseinander streun:&#10;Drum spahrt&amp;rsquo; er weder gelt/ noch müh und schmeicheleyen/&#10;Und bot sein eignes kind zu einem käyser an:&#10;Wer/ sprach er/ wird euch mehr als dieser Printz erfreuen/&#10;Der so/ wie ich/ die kunst sich zu vergrössern kan?&#10;Allein der himmel rieff: Behalte deine Gaben/&#10;Ich will ein Josephs-Hertz und keinen Nero haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff die Perlitz-Mühlendorffische Hochzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-perlitz-muehlendorffische-hochzeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-perlitz-muehlendorffische-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Das grüne feigenblat/ das Adam vor sich nahm/&#10;War kaum mit schlechter kunst um seinen leib gewunden/&#10;Als Eva schon bey sich in die gedancken kam:&#10;Ey/ warum haben wir uns beyde doch verbunden?&#10;Ist Adam so wie ich an gliedern auch bestellt/&#10;So dürffen wir uns ja nicht vor einander schämen?&#10;Und führt er sonsten was/ das etwan mir gefällt/&#10;Warum will die natur mir mein geschencke nehmen?&#10;Sie hätte noch vielmehr der sachen nachgedacht/&#10;Was aber ließ sie doch die kurtze zeit umfassen?&#10;Weil gleich den augenblick das urtheil ward gebracht:&#10;Sie solten beyderseits das paradieß verlassen.&#10;Nach diesem schlug das feur zwar frische flammen an/&#10;Sie fand sich aber noch zu zeiten sehr betrogen;&#10;Denn Adam war nunmehr mit peltzen angethan/&#10;Und hatte leib und haut mit fellen überzogen.&#10;Wer war wohl ärmer nun als Eva dazumahl?&#10;Sie mischte speiß und tranck mit kummer-reichen thränen;&#10;Ihr hertze war voll angst/ die seele voller qual/&#10;Und muste sich umsonst nach ihrer kühlung sehnen.&#10;Doch weil sie mittler zeit noch solche grillen fieng/&#10;Und der gedancken schiff ließ hin und wieder fliegen/&#10;Geschah es ungefähr/ daß sie zu felde gieng/&#10;Und ihren Adam fand im grünen grase liegen.&#10;Sein leib war mehrenteils von kleidern unbedeckt/&#10;Die glieder streckten sich/ wie silberne Colossen/&#10;Nur diß/ was die natur zum zunder ausgesteckt/&#10;War noch zu mehrer lust in rauches fell verschlossen.&#10;Wie/ wenn nach trüber nacht der schwartze schatten weicht/&#10;Wenn himmel/ wolck und lufft in reinem golde strahlen/&#10;Alsdenn der kühle thau die felder überstreicht/&#10;Und sich die tulipen mit frischem purpur mahlen.&#10;So zog der Even hertz den freuden-balsam an;&#10;Die adern stürtzten sich in geister-volle flammen/&#10;Und was ihr ehermahls das gröste leid gethan/&#10;Schlug itzt in einen dampff der grösten lust zusammen.&#10;Sie fiel vor süsser qual in den begrünten klee/&#10;Die füsse suncken ihr bey ihrem Adam nieder/&#10;Und endlich drückte sie des leibes zarten schnee/&#10;Und ihre schwanen-brust an seine marmel-glieder.&#10;Der stirne taffel-werck/ des halses helffenbein/&#10;Der lichte carmasin der rothen mund-corallen/&#10;Die alle dauchten ihr nur leerer schaum zu seyn/&#10;Auff die ein heisser mund läßt seine küsse fallen.&#10;Sie forschte weiter nach/ und blößte seinen schooß/&#10;Ihr finger rührte sich um seine weiche lenden;&#10;Da war sie völlig nun der alten sorgen loß/&#10;Und schaute den betrug in ihren liljen-händen.&#10;Ja/ sprach sie/ voller scham/ das hab ich wohl gedacht/&#10;Daß Adam nicht umsonst die blätter vorgenommen;&#10;Wer aber hat ihm nur den plunder angemacht/&#10;Und wo ist Adam doch zu diesem schaden kommen?&#10;Doch/ was bedenck ich mich? die brust ist ja zu klein;&#10;Vielleicht hat die natur mir meinen mann betrogen/&#10;Und hat/ was sonsten soll am busen oben seyn/&#10;Durch ihre wunder-kunst biß unten hin gezogen.&#10;Ich weiß nicht/ ob sie gar zu laute worte sprach:&#10;Denn Adam fieng nun an vom schlaffe zu erwachen:&#10;Doch als er endlich sah/ was Even noch gebrach/&#10;Da must er bey sich selbst der blinden einfalt lachen.&#10;Er schloß ihr zartes haupt mit seinen armen ein/&#10;Und netzte mund und hand mit hundert tausend küssen/&#10;Biß daß die stille krafft der unbekandten pein/&#10;Ihm ließ das sanffte gifft durch seine nieren fliessen.&#10;Da schärfft er allererst der Even den verstand/&#10;Sie laß aus seiner hand die süssen zucker-beeren/&#10;Und beyde wünschten nun/ daß diß versüßte band/&#10;Und diese stunden doch nur möchten ewig währen.&#10;Hierauff zerfloß ihr geist durch die zerstreute welt/&#10;Der starcke dampff ergriff den gantzen kreyß der erden/&#10;Und selbst im himmel ward der feste schluß gefällt:&#10;Es solten künfftig nun aus jungfern frauen werden.&#10;Was wunder ist es denn/ daß euch/ geehrtes paar/&#10;Das anmuths-volle garn der liebes-lust umschlossen?&#10;Weil diese süsse noth unüberwindlich war/&#10;Und euer gefängniß selbst aus Adams schooß geflossen.&#10;Was fleisch ist/ sauget auch vom fleische seine krafft/&#10;Und wer ist der mir will mit worten widerstreben?&#10;Daß nicht/ weil Eva sich am apffel hat vergafft/&#10;Die engel oben nur/ und unten menschen leben?&#10;Ihr thut/ was die natur auff erden eingesetzt/&#10;Was selbst der himmel hat in eure brust geschrieben;&#10;Was auch das Alterthum vor reine lust geschätzt/&#10;Und fast vor aller welt ist unverworffen blieben.&#10;Drum kan der himmel euch auch nicht zuwider seyn.&#10;Das glücke wird euch stets in vollen ampeln brennen/&#10;Und dieser zeiten gifft wird durch der sorgen pein/&#10;So wenig eure lust/ als die gemüther trennen;&#10;Wo euer fuß hintritt/ da werden rosen stehn/&#10;Doch solt ihr beyde nicht die scharffe dornen fühlen;&#10;Sie soll als eine braut in balsam ströhmen gehn/&#10;Und er soll lebens-lang mit jungfer-äpffeln spielen.&#10;Wo hätt&amp;rsquo; ihr besser wohl eur leben angebracht?&#10;Wie solt eur freuden-baum wohl andre früchte tragen/&#10;Als itzt/ da eure lust in voller blüte lacht/&#10;Und eure liebe muß in tausend knospen schlagen?&#10;Seyd eurem glücke nur nicht selber hinderlich/&#10;Und lasst den perlen-thau nicht in der lufft zerfliegen/&#10;Denn freut euch beyderseits/ wenn um Jacobi sich&#10;Ein junger Perlitz wird in seiner muschel wiegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff einen namens-tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-einen-namens-tag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-einen-namens-tag/</guid><description>&lt;p&gt;O Venus leihe mir den zierath deiner wahre/&#10;Vergiß ja keine schminck/ umzircke doch die haare&#10;Der schönsten Tharackin/ nimm diamanten-stein/&#10;Und was noch köstlicher alls alles diß kan seyn/&#10;Das leg′ ihr um das haupt. Vergiß auch nicht der ohren/&#10;Laß deinen kleinen sohn bald lauffen zu den mohren/&#10;Und bringen perlen her/ die jenen gäntzlich gleich/&#10;So die Cleopatra/ da sie ihr schönes reich&#10;Zu zeigen emsig war/ in einer nacht verschwendet;&#10;Damit das schöne haupt/ dem wir so hoch verpfändet/&#10;Noch schöner möge seyn/ und dessen wunder-pracht&#10;Zu zeigen/ wie ein stern/ der bey gewölckter nacht&#10;Den weiten himmel ziert; komm Flora/ binde kräntze/&#10;Ihr Nymphen säumt euch nicht/ und heget neue täntze&#10;Um eure königin. Bekennet auch dabey/&#10;Daß ihr berühmter leib der schatz der schönheit sey.&#10;Ach könt ich Paris seyn! solt ich ein urtheil fällen!&#10;Wem doch mit würden sey der apffel zuzustellen/&#10;Den Venus überkam; Ich nähme deine hand/&#10;Ich gäb′ ihr einen kuß/ und dieses schönheits-pfand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Herrn Doctor Johann Geißels Hochzeit.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-herrn-doctor-johann-geissels-hochzeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-herrn-doctor-johann-geissels-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Vnd jhr / Herr Bräutigam / vermeynet frey zu bleiben&#10;Durchs Regiment der Lieb′ / vnd laßt bey jhr euch schreiben /&#10;In dem gantz Teutschland fast anjetzt zu Felde liegt /&#10;Vnd vnser schönes Reich sich feindlich selbst bekriegt.&#10;Nein; hier ist gleichfals Streit. ich will nicht viel vermelden&#10;Wie die Amazonen gleich allen hohen Helden&#10;Sich mit der Faust erzeigt / die Brüste weg gebrand /&#10;Den Spieß daran gesetzt / vnd auff den Feind gerannt.&#10;So auch erwehn′ ich nichts von der Spartaner Frawen /&#10;Wie sie jhr Hertze mehr dann Weiblich lassen schawen /&#10;Als Pyrrhus in jhr Land die Elephanten bracht /&#10;Vnd jhre Männer selbst verzagt dardurch gemacht.&#10;Wil von der Böhmischen Valasca nichts nicht sagen /&#10;Die sieben Männer hat in einem Streit′ erschlagen /&#10;Vnd vielen andern mehr / die mit gewehrter Hand&#10;Nicht weniger behertzt / nur minder sind bekand.&#10;Diß laß ich alles gehn; ich will nur bloß berühren /&#10;Wie Venus Krieg auch pflegt gleich als jhr Mars zu führen.&#10;Die Jugend zuvorauß taug vnter beyder Fahn:&#10;Ein alter Knecht ist schwach: so auch ein alter Mann.&#10;Sie halten beyde Wach. Hier dieser steht gemeine&#10;Für seines Hertzen Haus / der für dem Capitayne:&#10;Sie wenden jhr Gemüth vnd Augen für vnd für&#10;Der auff des Feindes Thor; der auff der Liebsten Thür.&#10;Ein Kriegesmann muß fort durch Wind / Schnee / Frost vnd Regen:&#10;Ist dessen schönste weg / er leßt sich nichts bewegen /&#10;Zeucht vber Land vnd See / fragt nach den Wellen nicht:&#10;Sein Wind ist jhre Gunst / sein Nortstern jhr Gesicht.&#10;Ein Landsknecht darff allzeit nach Weine sich nicht sehnen /&#10;Lescht offtmals mit der Bach: ein Buhler mit den Threnen.&#10;Der Krieg ist vngewiß: auch hier ist schlüpffrig Eiß;&#10;Man weiß nicht was man will / vnd will nit was man weiß.&#10;Diß Volck ist auch bewehrt: die Stirnen sind die Schantzen /&#10;Die Oberwehr der Mund / die Augen jhre Lantzen /&#10;Die Brüst′ ein ander Schild. wer lieben Faulheit nennt /&#10;Der gibt genung an Tag wie wenig er es kennt.&#10;Achilles der ist nie so laß von Troja kommen /&#10;Als wann Briseis jhm den starcken Sinn benommen:&#10;So matt gieng Hercules von keiner Helden That /&#10;Als wann jhn Omphale / er sie gefangen hat.&#10;Den edlen grossen Mann hat noch deß Löwens Rachen /&#10;Noch die Stymphalides / noch bleiche Gifft deß Drachen /&#10;Vnd was deß Wesens mehr / nie vnter sich gebracht /&#10;Doch ward sein hoher Sinn gelegt durch Weibermacht.&#10;So köndte mancher nun wol diß vnd jenes sagen;&#10;Mich aber meines Theils / Herr Bräutigam / zu fragen /&#10;Ich halt′ es gantz mit euch. Hier ist kein andrer Streit /&#10;Als der erreget wird durch Lieb′ vnd Freundligkeit /&#10;Durch Freundligkeit vnd Lieb′. O wol / der weit von Kriegen /&#10;Von Kämpffen / Haß vnnd Neyd hier schöpffet sein Genügen /&#10;Hie findet seine Lust/ nimpt keines Feindes wahr /&#10;Ist jnner Rast vnd Rhue / vnd ausser der Gefahr.&#10;Hört nicht das Feldgeschrey vnd der Posaunen Krachen /&#10;Darff von den donnernden Kartaunen nicht erwachen /&#10;Sieht nicht die Lufft voll Staub / die Stätte voller Brand /&#10;Die Felder ohne Feld / die Leichen in dem Sand′.&#10;Er darff in Todesangst nicht Augenblicklich schweben /&#10;Kan weit von falscher Lust mit seiner Freundin leben /&#10;Legt aller Sorgen Last in ihren Armen hin /&#10;Stellt nur auff Gott vnd sie sein Hertze / Muth vnd Sinn.&#10;Nun diesen Port sollt ihr / O werther Freund erlangen:&#10;Die schöne Zierligkeit / der Schnee der weissen Wangen /&#10;Der hellen Augen Glantz / die freundliche Gestalt&#10;So euch fieng zuvorhin / habt ihr jetzt in Gewalt.&#10;Die Lippen. Aber seht das grosse Liecht der Erden /&#10;Die Sonn′ ist in das Meer mit ihren schnellen Pferden /&#10;Der silberweisse Mond′ hat sich herfür gemacht /&#10;Streckt seine Strahlen auß / steht in der Lufft vnd wacht.&#10;Viel tausend tausend par der wunderschönen Sternen&#10;Sind vmb den Himmel her euch zu zusehn von fernen /&#10;Vnd gantz bey sich bedacht so lange da zu stehn /&#10;Biß sie euch sehn nicht so wie jetzt von sammen gehn.&#10;Die schöne Venus kömpt mit ihren kleinen Knaben:&#10;Der führt die Braut herzu / der will die Fackel haben /&#10;Ein jeder ist bemüht: die Göttin selber lacht /&#10;Sieht Braut vnd Bräutgam an / wündscht jnen gute Nacht /&#10;Vnd singet vberlaut: Geht hin / ihr Kinder / gehet /&#10;Vnd flieht dasselbe nicht / da manches Sinn nach stehet:&#10;Geht hin / ihr liebes par / geht / geht das Streiten ein;&#10;Dann sonst kan zwischen euch kein rechter Friede seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff ihre eifersucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-eifersucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-eifersucht/</guid><description>&lt;p&gt;Zürne nicht/ betrübtes hertze!&#10;Denn die lebens-volle kertze&#10;Meiner liebe brennet noch.&#10;Phyllis mag die hoffnung haben;&#10;Dein verstand und deine gaben&#10;Bleiben doch mein süsses joch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist es möglich/ daß du weinest?&#10;Ist es möglich/ daß du meynest/&#10;Daß ich dich verlassen kan?&#10;Ey so schaue doch von fernen/&#10;Auch einmahl bey andern sternen&#10;Dich/ o sonne/ selber an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein erhobnes angesichte&#10;Machet allen glantz zu nichte/&#10;Der die blinde welt bethört.&#10;Phyllis selbst muß mit betrüben&#10;Sich in deinen mund verlieben/&#10;Wenn sie deine lieder hört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff ihre haare</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-haare/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-haare/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt Berenicens haupt mit güldnen haaren prangen/&#10;Schreib/ Conon/ wie du wilst/ sie in die sternen ein.&#10;Leug/ leug/ Callimachus/ daß wann der tag vergangen&#10;Sie dieser unter-welt statt einer lampe seyn.&#10;Eur ruhm ist fabel-werck, und wär es auch geschehen/&#10;Was wunder wär es denn ein rothes haar zu sehen?&#10;Schaut, meine liebste führt kein feuer auff dem kopffe/&#10;Dann dieses steht allein nur ihren augen an;&#10;Ihr haar ist seid und flachs/ und ihrem lichten zopffe&#10;Fehlt nichts/ als daß man ihn nicht recht beschreiben kan.&#10;Wer wolte sich denn nun nicht willig lassen binden/&#10;Wenn man die fässel kan in solchen stricken finden?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff ihre hände</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-haende/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-haende/</guid><description>&lt;p&gt;So offt ich euch beschau/ ihr angenehmen hände/&#10;So offtmahls fühl ich auch im hertzen neue brände/&#10;Und saug/ ich weiß nicht was für süsse funcken ein.&#10;Wie geht es aber zu? Ihr seyd von elffen-beine/&#10;Die finger gleichen schnee und reinem marmel-steine/&#10;Daß euer schnee zugleich kan glut und flammen speyn.&#10;Jedoch was frag ich erst? Ich hab es ja empfunden/&#10;Das feuer brennet noch in meinen tieffen wunden;&#10;Wiewohl ich klag allhier euch meine wunden nicht.&#10;Ihr habet recht gethan/ ich will es also haben/&#10;Eur schnee/ der mich entzündt/ kan mich auch wieder laben/&#10;Und giebt mir, sterb ich schon/ auch noch im tode licht.&#10;Durch euch allein kan ich die gantze welt besiegen;&#10;Dann kan sich manche gleich an ihrer brust vergnügen/&#10;Hat Doris ihr gesicht mit kreid und kalck gebleicht/&#10;Und Phillis einen mund/ den Venus selbst gepriesen/&#10;So bin und bleib ich doch im hertzen überwiesen/&#10;Daß keine Sylvien an ihren händen gleicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff ihre schultern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-schultern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-schultern/</guid><description>&lt;p&gt;Ist dieses schnee? Nein/ nein/ schnee kan nicht flammen führen.&#10;Ist dieses helffenbein? bein weiß nicht weis zu seyn.&#10;Ist hier ein glatter schwan? mehr als der schwanen schein/&#10;Ist weiche woll allhier? Wie kan sich wolle rühren?&#10;Ist alabaster hie? er wächst nicht bey saphiren/&#10;Ist hier ein liljen-feld? der acker ist zu rein.&#10;Was bist du endlich doch? weil schnee und helffenbein/&#10;Weil alabaster/ schwan/ und liljen sich verlieren.&#10;Du schaust nun/ Lesbie/ wie mein geringer mund&#10;Vor deine schultern weiß kein rechtes wort zu finden/&#10;Doch daß ich nicht zu sehr darf häufen meine sünden/&#10;So macht ein kurtzer reim dir mein gemüthe kund:&#10;Muß Atlas und sein hals sich vor dem himmel biegen/&#10;So müssen götter nur auf deinen schultern liegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff ihren abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-abschied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Verzeihe mir allhier/ mein widriges gestirne/&#10;Wofern ich mich zu sehr auff deinen lauff erzürne/&#10;Du hast mir allzuviel auff einen tag gethan.&#10;Mein leben reiset fort/ und dennoch soll ich leben:&#10;Du nimmest/ was du doch mir niemahls hast gegeben/&#10;Und legst mir unverhört die gröste martern an.&#10;War es dann nicht genug/ daß ich mit tausend thränen&#10;Mich täglich/ doch umsonst/ nach kühlung muste sehnen?&#10;Soll ich von Sylvien auch noch geschieden sein?&#10;Ach armer Celadon! du hast zu viel erfahren/&#10;Doch diese stunde mehr/ als vor in zwantzig jahren.&#10;Drumb hoffe nur nicht erst auff neuen sonnenschein;&#10;Du wirst/ du solst/ du must auff dieser auen sterben:&#10;Umb/ wie es scheint/ den platz mit purpur anzufärben/&#10;Wo ehmahls Sylvia so schöne blumen laß.&#10;Gedencke nur nicht mehr an die vergnügten stunden;&#10;Wie sich ihr keuscher arm um deinen hals gewunden/&#10;Und wie sie milch und brodt aus deinen händen aß.&#10;Die lust ist schon vorbey. Itzt ist der todt erschienen.&#10;Der tod/ so dir allein kan zur ergetzung dienen;&#10;Nachdem die gantze welt dir ihren trost versagt.&#10;Die zeit verändert sich offt anders als man meynet.&#10;Heut&amp;rsquo; hat dein treues hertz umb Sylvien geweinet:&#10;Wer weiß/ wer morgen schon auch wieder dich beklagt.&#10;O himmel/ wald und thal/ und ihr begrünten auen/&#10;Wo ich mich früher offt ließ als Aurora schauen/&#10;Nehmt/ wo ihr mich noch kennt/ die letzten seuffzer hin/&#10;Und saget Sylvien/ wenn man mich hat begraben/&#10;Und sie sich wieder wird an euren blumen laben/&#10;Daß ich für sie allein allhier gestorben bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aurelia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aurelia/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aurelia/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Geflohn hab′ ich den gelben Tiber,&#10;Und dich, o Weib, das mich betrog,&#10;Als Liebe mir, ein glühend Fieber,&#10;Am Mark des Lebens sog.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, ob uns Himmelweiten trennen,&#10;Noch klopft mein Herz mit wildem Schlag,&#10;Und heiß die Wange fühl′ ich brennen,&#10;Wie an dem Scheidetag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der schwarzen Augen sengend Feuer -&#10;Wollüstig wallt durch Geist und Sinn&#10;Mir noch von ihm ein immer neuer&#10;Glutstrom entnervend hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aurora</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aurora/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aurora/</guid><description>&lt;p&gt;Nach Hause stiefeln wir verstört und alt,&#10;Die grelle, gelbe Nacht hat abgeblüht.&#10;Wir sehn, wie über den Laternen, kalt&#10;Und dunkelblau, der Himmel droht und glüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun winden sich die langen Straßen, schwer&#10;Und fleckig, bald, im breiten Glanz der Tage.&#10;Die kräftige Aurore bringt ihn her,&#10;Mit dicken, rotgefrorenen Fingern, zage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Feld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-feld/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-feld/</guid><description>&lt;p&gt;Ab die Helme! weg die Schwerter!&#10;Werfet euch ins Gras!&#10;Weicher ruht kein Ehegärter -&#10;Jetzt nur Wein ins Glas!&#10;Marketendrin, schenke ein!&#10;Marketendrin, hast du Wein?&#10;Lustig wollen wir sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freunde trinkt, der letzte Batzen&#10;Soll hinunter heut!&#10;Aus, vorbei sind die Strapatzen,&#10;Und der Feind zerstreut.&#10;Spielleut, stellt euch in die Reihn,&#10;Macht Musik und schenkt euch ein,&#10;Trommler wirble drein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heisa lustig Lagerleben&#10;Nach der bittern Schlacht!&#10;Gott hat uns den Sieg gegeben,&#10;Er hats brav gemacht.&#10;Herrlich ist, nach Noth und Pein&#10;Auszuruhn im Sonnenschein,&#10;Wieder lustig sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Tagebuch eines Berliner Arbeiters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-tagebuch-eines-berliner-arbeiters/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-tagebuch-eines-berliner-arbeiters/</guid><description>&lt;p&gt;Dännemärkerken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu besiegen det marklose Dännemark,&#10;Det war doch für uns en wahrer Quark,&#10;Aber jejen drei oder vier Diplomaten&#10;Sind wir sogleich – in die Tinte jerathen.&#10;Man immer englisch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt haben wir schon Konstaplersch hier&#10;Janz nach de englische Manier;&#10;Nu noch en adlijet Oberhaus,&#10;Denn ha’n wir jespaßt, denn is et aus!&#10;Mir scheint als wollten Die, die rejieren,&#10;Unsre errung’ne Freiheit englisiren.&#10;Det heeßt: die englische Krankheit jeb’n se uns jern,&#10;Die Jesundheit von England halten se fern.&#10;1 = 10.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-daemmerung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-daemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;In Kapellen mit schrägen Gewölben· zerfallnen Verließen&#10;und Scheiben flammrot wie Mohn und wie Perlen grün&#10;und Marmoraltären über verwitterten Fliesen&#10;sah ich die Nächte wie goldne Gewässer verblühn:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;der schlaffe Rauch zerstäubt aus geschwungnen Fialen&#10;hing noch wie Nebel schwankend in starrender Luft·&#10;auf Scharlachgewirken die bernsteinschillernden Schalen&#10;schwammen wie Meergrundwunder im bläulichen Duft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dämmrigen Nischen die alten süßen Madonnen&#10;lächelten müd und wonnig aus goldrundem Schein.&#10;Rieselnde Träume hielten mich rankend umsponnen·&#10;säuselnde Lieder sangen mich selig ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Ghaseleefabrik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-ghaseleefabrik/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-ghaseleefabrik/</guid><description>&lt;p&gt;Ob es die Locken lockend, Augen auch,&#10;Die Lippenseime? weiß ich ganz und gar nicht.&#10;Ob ich im Strahle deines Angesichts,&#10;Im Wellenbade süßen Redeworts,&#10;In Liebe taumle oder Trunkenheit,&#10;Wach′ oder träume, weiß ich ganz und gar nicht.&#10;D′rum auch verzeihe mir, daß dich zu schau′n&#10;Ich Zeit versäume fleißig ganz und gar nicht;&#10;Weil And′res kaum mich Kranken hoffen läßt&#10;Fruchtlorbeerbäume - Reisig ganz und gar nicht.&#10;Dich aber, Zauberin, liebliche Nachtigall,&#10;Da deinem Lied der Seel′ entfalten sich&#10;Die Rosenkeime, preis ich ganz und gar nicht,&#10;So du dich nur in leere Luft verhauchst,&#10;Statt in die Saiten meines Busenspiels -&#10;Millionen Zäume leg der Sehnsucht an&#10;Und nur der Zäume dreißig ganz und gar nicht:&#10;Indem ich schwerlich bei Verstande bin,&#10;Wenn ich begeistert stolze Verse feil′,&#10;Denn arme Reime reiß ich ganz und gar nicht.&#10;Noch weniger aber dichten ungereimt&#10;Kann ich, denn Seume heiß ich ganz und gar nicht -&#10;Ein Dichter, wisset, liebesgramberauscht,&#10;Ist insgeheime bei sich ganz und gar nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Jugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-jugend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ging vorbei am Gotteshaus,&#10;Darin ich lang nicht war,&#10;Die Orgel lärmte waldhinaus&#10;So feierlich und klar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gar düster sah die Kirche drein&#10;Mit ihrem morschen Thurm,&#10;Doch rastlos dränget aus und ein&#10;Der frommen Menge Sturm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch! jetzt verstummt der Feierklang&#10;Und ruhig wirds umher,&#10;Die Menge betet still und lang,&#10;Mir wird es auch nicht schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ein Abend freundlich lind,&#10;Die Winde schlummern all,&#10;Wenn erst die Winde stille sind,&#10;Vernehm ich innern Schall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Jugendzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-jugendzeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-jugendzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit&#10;Klingt ein Lied mir immerdar;&#10;O wie liegt so weit, o wie liegt so weit,&#10;Was mein einst war!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang,&#10;Die den Herbst und Frühling bringt;&#10;Ob das Dorf entlang, ob das Dorf entlang&#10;Das jetzt noch klingt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,&#10;Waren Kisten und Kasten schwer;&#10;Als ich wieder kam, als ich wieder kam,&#10;War alles leer.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus Gastein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-gastein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-gastein/</guid><description>&lt;p&gt;Es wäre Schlafenszeit; – doch das ist schlimm,&#10;Nicht schlafen läßt mich hier der Ache Grimm,&#10;Grad’ unterm Fenster schlägt ihr Katarakt&#10;Auf Felsenpulte dröhnend seinen Takt!&#10;Musik zur Unzeit! Was zu thun da sei?&#10;Zu horchen wach der Räthselmelodei: –&#10;Einförmig tost’s und doch so wechselvoll,&#10;Wie Harfen jetzt, und jetzt wie Donnergroll!&#10;Ist’s Wagenrasseln, das die Stadt durchrollt?&#10;Ist’s Mühlgestampf, das täglich Brod dir zollt?&#10;Sind’s Eisenhämmer, schmiedend Waffenerz?&#10;Ist’s Orgelton jetzt, der dir schmilzt das Herz?&#10;Nun Posthornklang, der dich zur Ferne reißt!&#10;Nun Waldesrauschen, das dich bleiben heißt!&#10;Nun Glockenschall, der fromm die Gläub’gen ruft!&#10;Nun Trauermarsch, geleitend in die Gruft! –&#10;Dem Leben gleich! Und Alles Staub und Schaum!&#10;Doch sang’s dich unbewußt in Schlaf und Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus Spanien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-spanien/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-spanien/</guid><description>&lt;p&gt;Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Platz ist leer, das Volk hat sich verlaufen,&#10;Der Dampf verflog, die Schüsse sind verhallt;&#10;Nur hier und dort steht einsam noch ein Haufen,&#10;Im Auge Zorn, die Hände starr geballt;&#10;Husaren ziehn; - ein Tag der Schmach war euer!&#10;Ihr goßt das Blei, das seine1 Brust zerriß!&#10;Ihr schoßt es ab! Euch galt sein Wort: &amp;ldquo;Gebt Feuer!&#10;. . . .&#10;Exoriare aliquis!&#10;&amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aussicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aussicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aussicht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Menschen fröhlich sind, ist dieses vom Gemüte,&#10;Und aus dem Wohlergehn, doch aus dem Felde kommet,&#10;Zu schaun der Bäume Wuchs, die angenehme Blüte,&#10;Da Frucht der Ernte noch den Menschen wächst und frommet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gebirg umgibt das Feld, vom Himmel hoch entstehet&#10;Die Dämmerung und Luft, der Ebnen sanfte Wege&#10;Sind in den Feldern fern, und über Wasser gehet&#10;Der Mensch zu Örtern dort die kühn erhöhten Stege.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erinnerung ist auch dem Menschen in den Worten,&#10;Und der Zusammenhang der Menschen gilt die Tage&#10;Des Lebens durch zum Guten in den Orten,&#10;Doch zu sich selber macht der Mensch des Wissens Frage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auswanderungslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auswanderungslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auswanderungslied/</guid><description>&lt;p&gt;Unsre Fürsten hatten viel versprochen,&#10;Doch das Halten schien nicht ihre Pflicht.&#10;Haben wir denn nun soviel verbrochen,&#10;daß sie hielten ihr Versprechen nicht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlimmer wird es jetzt von Tag zu Tage,&#10;Schweigen ist nur unser einzig Recht:&#10;Untertanen ziemet keine Klage,&#10;Und gehorchen muß dem Herrn der Knecht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsre Brüder werden ausgewiesen,&#10;Mehr als alles Recht gilt Polizei.&#10;Heute trifft es jenen, morgen diesen,&#10;Jeder, jeder Deutsch&amp;rsquo; ist vogelfrei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Axiochus und Alcibiades</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/axiochus-und-alcibiades/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/axiochus-und-alcibiades/</guid><description>&lt;p&gt;Axiochus, ein Schalk von schmeichelhaften Sitten,&#10;Und Alcibiades, der Stutzer von Athen,&#10;Zween Freunde gleicher Art, bei Mädchen wohl gelitten,&#10;Schlau, feurig, jung, galant, beredt und wunderschön,&#10;Verstärkten da die Treu′, wo manche sie verscherzen;&#10;Was beiden reizend schien, hieß beiden auch gemein.&#10;Fand einer keine Lust, den eignen Schatz zu herzen,&#10;So stellte sich dafür des andern Mädchen ein.&#10;Wie artig jede war, dient wenig zur Geschichte:&#10;G′nug, daß die eine drauf ein Töchterchen gebar,&#10;Die in den Windeln schon liebreizend von Gesichte,&#10;Und Helenen vielleicht an Zügen ähnlich war.&#10;Flugs sieht man beiderseits zur kleinen Doris eilen,&#10;Ein jeder nennet sie sein wahres Ebenbild,&#10;Und will das Vaterrecht nicht mit dem Freunde theilen,&#10;Das Recht, das sie zugleich mit Lust und Neid erfüllt.&#10;Jedoch, als Doris nur, der Mutter nachzuahmen,&#10;Und Küsse zu verstehn, sich alt genug befand,&#10;Entsagten beiderseits dem ernsten Vaternamen,&#10;Und suchten Gegengunst, die Pflicht und Furcht nicht band.&#10;Der eine sprach: du bist der Vater zu dem Kinde;&#10;Dies ist dein Aug′ und Mund. Was kann dir gleicher sein?&#10;Halt! rief der andre drauf, auf mich, auf mich die Sünde!&#10;Herr Schwager, glaube mir, sie stammt von dir allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Babeno und Gabriele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/babeno-und-gabriele/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/babeno-und-gabriele/</guid><description>&lt;p&gt;Schon lag die Nacht in tiefer Stille&#10;Und feierlich auf der Natur,&#10;Und sparsam aus der Wolkenhülle&#10;Sah Luna nieder in die Flur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da trat Babeno - großer Ahnen&#10;Ein Sprößling - unter′s Sternenzelt,&#10;Hin zu den nächtlichen Balkanen,&#10;Bis Liebchen ihn umschlungen hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wandeln von dem Zephyrwinde&#10;Umlispelt und mit ros′gem Sinn&#10;Durch Silbertannen-Labyrinthe&#10;Zu einem Felsenhügel hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da war′s, wo sich um alte Trümmer&#10;Von einer Burg nur Epheu schlang,&#10;Und aus dem öden Felsenzimmer&#10;Nichts, als der Eule Grablied drang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Babylonische Sorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/babylonische-sorgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/babylonische-sorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Mich ruft der Tod - Ich wollt′, o Süße,&#10;Daß ich dich in einem Wald verließe,&#10;In einem jener Tannenforsten,&#10;Wo Wölfe heulen, Geier horsten&#10;Und schrecklich grunzt die wilde Sau,&#10;Des blonden Ebers Ehefrau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich ruft der Tod - Es wär noch besser,&#10;Müßt ich auf hohem Seegewässer&#10;Verlassen dich, mein Weib, mein Kind,&#10;Wenngleich der tolle Nordpolwind&#10;Dort peitscht die Wellen, und aus den Tiefen&#10;Die Ungetüme, die dort schliefen,&#10;Haifisch′ und Krokodile, kommen&#10;Mit offnem Rachen emporgeschwommen -&#10;Glaub mir, mein Kind, mein Weib, Mathilde,&#10;Nicht so gefährlich ist das wilde,&#10;Erzürnte Meer und der trotzige Wald&#10;Als unser jetziger Aufenthalt!&#10;Wie schrecklich auch der Wolf und der Geier,&#10;Haifische und sonstige Meerungeheuer:&#10;Viel grimmere, schlimmere Bestien enthält&#10;Paris, die leuchtende Hauptstadt der Welt,&#10;Das singende, springende, schöne Paris,&#10;Die Hölle der Engel, der Teufel Paradies -&#10;Daß ich dich hier verlassen soll,&#10;Das macht mich verrückt, das macht mich toll!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bajazzo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bajazzo/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bajazzo/</guid><description>&lt;p&gt;Seltsam sind des Glückes Launen,&#10;Wie kein Hirn sie noch ersann,&#10;Daß ich meist vor lauter Staunen&#10;Lachen nicht noch weinen kann!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber freilich steht auf festen&#10;Füßen selbst der Himmel kaum,&#10;Drum schlägt auch der Mensch am besten&#10;Täglich seinen Purzelbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wem die Beine noch geschmeidig,&#10;Noch die Arme schmiegsam sind,&#10;Den stimmt Unheil auch so freudig,&#10;Daß er′s innig liebgewinnt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Baldur-Christus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/baldur-christus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/baldur-christus/</guid><description>&lt;p&gt;Und wieder ward der zeugende Tropfen Bluts aus Baldurs Wundenmalen&#10;Zu roter Blüte erlöst in der Seele eines Menschen.&#10;Das war, als der südliche Mittag mit glühenden Lippen&#10;Verdurstend an den Steppen sog von Palästina.&#10;Heiß gärte ihr Blut, und von der trocknen Straße stieg&#10;Ein Feueratem auf&#10;Und wirbelte in braunen Flocken&#10;Um sonnverbrannte, staubstarrende Gesichter,&#10;Als sie ihn zum ersten Male sahen.&#10;Der Sommerwind riß gierig Jubelrufe&#10;Von ihrem Mund und schleifte sie die Gassen lang:&#10;»Hosianna! Hosianna!«&#10;Palmen schwankten und bunte Tücher,&#10;Und ein Leuchten floß&#10;Von ihm in alle Seelen&#10;Und jauchzte durch die Welt . . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Vater war ein Seebär,&#10;Meine Mutter kam aus Holland her,&#10;Sie hatte Blondhaar, wie Gold so schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Vater war ein grobes Schwein,&#10;Meine Mutter war zart und klein,&#10;Sie war zu schwach, sie sagte nicht nein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie haßte ihn, daß er sie zwang,&#10;Und gab ihm elf Monate lang&#10;Zwei Taler wöchentlich zum Dank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als ich dann zu Lichte kam,&#10;Meine Mutter mich an ihre zarten Brüste nahm,&#10;Mein Vater schlug sie krumm und lahm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade des äußeren Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-des-aeusseren-lebens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-des-aeusseren-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen,&#10;Die von nichts wissen, wachsen auf und sterben,&#10;Und alle Menschen gehen ihre Wege.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und süße Früchte werden aus den herben&#10;Und fallen nachts wie tote Vögel nieder&#10;Und liegen wenig Tage und verderben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und immer weht der Wind, und immer wieder&#10;Vernehmen wir und reden viele Worte&#10;Und spüren Lust und Müdigkeit der Glieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Straßen laufen durch das Gras, und Orte&#10;Sind da und dort, voll Fackeln, Bäumen, Teichen,&#10;Und drohende, und totenhaft verdorrte &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade in U-Dur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-in-u-dur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-in-u-dur/</guid><description>&lt;p&gt;Es lebte Herr Kunz von Karfunkel&#10;mit seiner verrunzelten Kunkel&#10;auf seinem Schlosse Punkpunkel&#10;in Stille und Sturm.&#10;Seine Lebensgeschichte war dunkel,&#10;es murmelte manch Gemunkel&#10;um seinen Turm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Täglich ließ er sich sehen&#10;beim Auf- und Niedergehen&#10;in den herrlichen Ulmenalleen&#10;seines adlichen Guts.&#10;Zuweilen blieb er stehen&#10;und ließ die Federn wehen&#10;seines Freiherrnhuts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war just hundert Jahre,&#10;hatte schneeschlohweiße Haare&#10;und kam mit sich ins klare:&#10;Ich sterbe nicht.&#10;Weg mit der verfluchten Bahre&#10;und ähnlicher Leichenware!&#10;Hol&amp;rsquo; sie die Gicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade vom Schatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-vom-schatten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-vom-schatten/</guid><description>&lt;p&gt;Engte mich mein kleiner Schatten ein,&#10;Kleiner Schatten, der mich streng umschrieb,&#10;Mir drei Schritt voraus, zur Seite ging&#10;Oder drei in meinem Rücken blieb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprach ich: Schatten, böser Spiegel Schatten,&#10;Soll ich ewig treuer Diener sein,&#10;Immerfort von deinem Maß beschlossen,&#10;Ewig Abbild und für ewig dein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schatten sprach darauf: Gib mir ein Licht,&#10;Größres Licht gib mir, mich drin zu strecken,&#10;Und ich geh von dir, groß und namenlos&#10;Weithin fremde Erde zu bedecken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Barbarossa</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/barbarossa/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/barbarossa/</guid><description>&lt;p&gt;Der alte Barbarossa,&#10;Der Kaiser Friederich,&#10;Im unterird′schen Schlosse&#10;Hält er verzaubert sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ist niemals gestorben,&#10;Er lebt darin noch jetzt;&#10;Er hat im Schloß verborgen&#10;Zum Schlaf sich hingesetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hat hinabgenommen&#10;Des Reiches Herrlichkeit,&#10;Und wird einst wiederkommen&#10;Mit ihr, zu seiner Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Stuhl ist elfenbeinern,&#10;Darauf der Kaiser sitzt;&#10;Der Tisch ist marmelsteinern,&#10;Worauf sein Haupt er stützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Bart ist nicht von Flachse,&#10;Er ist von Feuersglut,&#10;Ist durch den Tisch gewachsen,&#10;Worauf sein Kinn ausruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Barbillchen, die Zukker-dokke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/barbillchen-die-zukker-dokke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/barbillchen-die-zukker-dokke/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du süßbeliebtes Honig-kind,&#10;Barbillchen, Labnüß meiner Seelen,&#10;der Indiens süsse Zukker-hölen&#10;an Anmuht nicht zugleichen sind.&#10;Ich wil es, daß es alle wissen,&#10;warum ich dich so offt muß küssen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zukker-trozz, der Nektar-Wein,&#10;der in den göldnen Demant-schaalen&#10;springt bey der Götter Feyermahlen&#10;macht, daß sie ewig trunken sein,&#10;weil deß Geschmakks, des Zukker-süssen&#10;sie nimmer mögen satt geniessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein unverglichner Labsal-Mund&#10;ist solch′ ein Nektar meinem Herzen,&#10;für meiner Liebe Wermuht Schmerzen.&#10;Was auß Hymettens bunten Grund′&#10;am Morgen die bemühte Biene&#10;äzzt ab, ist deiner Jugend grüne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Baum im Herbste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/baum-im-herbste/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/baum-im-herbste/</guid><description>&lt;p&gt;Was habt ihr plumpen Tölpel mich gerüttelt&#10;Als ich in seliger Blindheit stand:&#10;Nie hat ein Schreck grausamer mich geschüttelt&#10;&amp;ndash; Mein Traum, mein goldner Traum entschwand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nashörner ihr mit Elephanten-Rüsseln&#10;Macht man nicht höflich erst: Klopf! Klopf?&#10;Vor Schrecken warf ich euch die Schüsseln&#10;Goldreifer Früchte &amp;ndash; an den Kopf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beethoven</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beethoven/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beethoven/</guid><description>&lt;p&gt;Es traf mein Ohr ein Machtposaunenton,&#10;Ich sprang zu dem, was meine Sinne hörten:&#10;Es war, als wenn wo Saurushirsche röhrten,&#10;Es war so seltsamgroßer Grollerton –&#10;Da stand Er! stand ein Mann auf höchster Spitze!&#10;Da blies Er, mächtig, mächtig wie voll Zorn&#10;Vom lichtgehüllten Wolkendonnersitze, –&#10;Mein Hirn war ob des Wunders ganz verworrn –&#10;Ich lag mit offnem Munde&#10;Am tiefen, tiefen Grunde –&#10;Der Ton noch dicker quoll und schwoll und schwoll:&#10;Mein Grund fing langsam an zu wanken,&#10;Der Wolkenmensch dort oben blies wie toll,&#10;Ein Zittern hob des Berges Flanken&#10;Und schwarze Wolken krallten sich hochoben fest&#10;Und Sturm begann am Fels zu wühlen,&#10;Als wollte er den Mann&#10;Von seiner Riesenkanzel spülen,&#10;Und alles Licht ward jäh vom Dunkel fortgepreßt,&#10;Und drohend rührten sich die Donnertrommeln –&#10;Doch fest stand hoch der Weltentöneschichter:&#10;Er brüllte rasendlauter durch den Trichter –&#10;Noch grauser schwoll das finstre Rommeln –&#10;Der Riese aber blies –&#10;Da brach am Berg der erste Donnerkrach,&#10;Und Ein Blitz sprang ihm nach&#10;Und hieb&#10;Den Mann vom Felsen!&#10;Die Tuba sprang&#10;Der Himmel sprang&#10;Das Allgeschrei in Nacht ertrank – –&#10;Ich weiß nicht mehr, wo alles blieb.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begegnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begegnung/</guid><description>&lt;p&gt;Verschlossen willst du′s tragen,&#10;Du willst es nie ihr sagen,&#10;Wovon dein Herz so wund;&#10;Sie wird ja nie dein eigen,&#10;Drum hüte männlich Schweigen&#10;Den Hort im Seelengrund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch da vernimmt dein Lauschen&#10;Leis ihres Kleides Rauschen,&#10;Den Schritt, dir wohlbekannt,&#10;Dieß leichtbeschwingte Schreiten,&#10;Wie Fee′n im Mondlicht gleiten,&#10;Bis selbst sie vor dir stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Brust wird dir so enge,&#10;Der Athem stockt, es dränge&#10;Heraus kein Wörtchen klein;&#10;Mit Schauern, die beglücken,&#10;Mit Gluthen, die erquicken,&#10;Durchfiebert′s dein Gebein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begnüge dich mit Pferden!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begnuege-dich-mit-pferden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begnuege-dich-mit-pferden/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wie? wie? Zu Pferde, Herr Pastor?&#10;Ihr laßt es wacker traben!&#10;Doch kommt das Ding mir spanisch vor —&#10;Verzeiht dem alten Knaben!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Herr und Meister ritt ja nur&#10;Auf einem Esel weiter!&#10;Ihr folgt mir schön des Meisters Spur!&amp;quot;&#10;Da sprach der Pfarrer heiter:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;&amp;ldquo;Herr Schultheiß, schaut Euch doch nur um!&#10;Das Ding ist nicht zum Lachen:&#10;Im Stall kein Esel um und um —&#10;Was soll ich Ärmster machen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei der Bestattung des Herzogs von Augustenburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-der-bestattung-des-herzogs-von-augustenburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-der-bestattung-des-herzogs-von-augustenburg/</guid><description>&lt;p&gt;Volk, was tummelst du dich? »Der Herzog wird ja begraben!&#10;Hörst du die Glocken denn nicht? Laut genug hallen sie doch!«&#10;O, du glückliche Menge, dir kann es nimmermehr fehlen,&#10;Alles wird dir zum Fest, ganz, wie die Hochzeit, der Tod.&#10;Männer und Weiber, der Greis mit silberhaarigem Scheitel&#10;Und das quellende Kind dort auf dem Arme der Magd,&#10;Alle strömen herbei, sie wollen die stolzen Karossen&#10;Sehen, die Pferde im Putz und die Lakaien im Staat.&#10;Würde er selbst hier, der Tod, bestattet, und läge die Hippe&#10;Statt des Schwerts auf dem Sarg, welche uns alle bedroht,&#10;Bunter wäre es nicht und lustiger kaum, das Gefolge,&#10;Traun, sie blicken darein, wie es Unsterblichen ziemt.&#10;Jener Greis, er zählt sein Alter von Hundert herunter,&#10;Und da bleiben ihm noch zwanzig der Jahre, und mehr,&#10;Dieses Kind, es läßt gar von der Magd sich versprechen,&#10;Daß man ihm morgen zur Lust Kaiser und König begräbt.&#10;Ich nur sehe den Toten mit seinem geschlossenen Auge,&#10;Ich nur das lehmerne Bild, welches der Deckel verbirgt.&#10;Doch schon sehe auch ich ihn nicht mehr, dort lächelt ein Mädchen,&#10;Und es kommt mir so vor, daß sie mich kennt und mir winkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Grabbes Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-grabbes-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-grabbes-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Dämm´rung! - Das Lager! - Dumpf herüber schon&#10;Vom Zelt des Feldherrn donnerte der Ton&#10;Der abendlichen Lärmkanonen;&#10;Dann Zapfenstreich, Querpfeifen, Trommelschlag,&#10;Zusammenflutend die Musik darnach&#10;Von zweiundzwanzig Bataillonen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie betete: &amp;ldquo;Nun danket alle Gott!&amp;rdquo;&#10;Sie ließ nicht mehr zu Sturmschritt und zu Trott&#10;Die Büchse fällen und den Zaum verhängen;&#10;Sie rief die Krieger bittend zum Gebet,&#10;Von den Gezelten kam sie hergeweht&#10;Mit vollen, feierlichen Klängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond ging auf. Mild überlief sein Strahl&#10;Die Leinwand rings, der nackten Schwerter Stahl&#10;Und die Musketenpyramiden.&#10;Ruf durch die Rotten jetzo: &amp;ldquo;Tzako ab!&amp;rdquo;&#10;Und nun kein Laut mehr! Stille, wie im Grab -&#10;Es war im Krieg ein tiefer Frieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Halle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-halle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-halle/</guid><description>&lt;p&gt;Da steht eine Burg überm Tale&#10;Und schaut in den Strom hinein,&#10;Das ist die fröhliche Saale,&#10;Das ist der Gibichenstein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hab ich so oft gestanden,&#10;Es blühten Täler und Höhn,&#10;Und seitdem in allen Landen&#10;Sah ich nimmer die Welt so schön!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durchs Grün da Gesänge schallten,&#10;Von Rossen, zu Lust und Streit,&#10;Schauten viel schlanke Gestalten,&#10;Gleichwie in der Ritterzeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir waren die fahrenden Ritter,&#10;Eine Burg war noch jedes Haus,&#10;Es schaute durchs Blumengitter&#10;Manch schönes Fräulein heraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beim Erwachen in der Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-erwachen-in-der-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-erwachen-in-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Gott, mein erstes Wort, ich bin erwacht!&#10;Fern ist der Tag mit seinem Flammenschilde,&#10;Und wie ein schwarzer Rauch bedeckt die Nacht&#10;Zwar leicht, doch dicht ein jegliches Gebilde.&#10;Fern ist der Mond, der Wächter der Natur,&#10;Und keine Sterne seh′ ich freudig glühen;&#10;Vielleicht bedeckt ein Nebelsee die Flur,&#10;Vielleicht auch mögen dunkle Wolken ziehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stumm ist die Nacht, doch ist sie tatenschwer,&#10;Und Gottes Wunder wird von ihr geboren;&#10;Sie sendet uns im Tau die Ernte her,&#10;Sie ist das Füllhorn, das sich Gott erkoren.&#10;Indes der Mensch dem Leibe zahlt die Schuld&#10;Und nicht vermag an seinen Gott zu denken,&#10;Will ihm der Herr, o übergroße Huld,&#10;Mit milder Hand ein neues Leben schenken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beim Flachsbrechen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-flachsbrechen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-flachsbrechen/</guid><description>&lt;p&gt;Plauderinnen, regt euch stracks!&#10;Brecht den Flachs,&#10;Daß die Schebe springe,&#10;Und der Brechen Wechselklang&#10;Mit Gesang&#10;Fern das Dorf durchdringe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herbstlich rauscht im Fliederstrauch&#10;Kalter Hauch,&#10;Und der Nachttau feuchtet!&#10;Dennoch brecht mit bloßem Arm,&#10;Brecht euch warm,&#10;Weil der Mond uns leuchtet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brich, du armer Flachs! Dir droht&#10;Müh und Not,&#10;Mehr denn je du träumtest,&#10;Als du grün im Sonnenschein,&#10;Junger Lein,&#10;Blaue Blumen keimtest!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, die harte Raufe hat&#10;Gleich zur Saat&#10;Dir die Boll entrissen,&#10;Wochenlang dann auf der Au&#10;Sonn und Tau&#10;Röstend dich zerrissen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beim Friedensschluß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-friedensschluss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-friedensschluss/</guid><description>&lt;p&gt;Jez, Fliege, lönt mi all ungheit&#10;und meld si keini wit und breit;&#10;der sehnt jo, aßi d’Zitig lis,&#10;und chöm mer ein’, i triff si gwis.&#10;Gönnt, schaffet au ne halbe Tag&#10;vo Glockeschlag zu Glockeschlag:&#10;was gilt’s, der lueget anderst dri,&#10;und ‘s wird ich nümme gumperig si.&#10;I ha ne schweri Arbet gha;&#10;drum lacht mi jez mi Chrüsli a.&#10;Gang, Jergli, reich e Chäs zum Brot:&#10;‘s schmeckt besser, wenn’s selbanger goht.&#10;Jowol, se hen sie Friede gmacht,&#10;und ‘s het en End mit Chrieg und Schlacht.&#10;Gott Lob und Dank für Mensch und Vieh!&#10;‘s wäre nümme lang z’ prästire gsi.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beim Siegeseinzug in Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-siegeseinzug-in-berlin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beim-siegeseinzug-in-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Steig′ empor,&#10;Herrlichste der Sonnen,&#10;Die über Deutschland geleuchtet!&#10;O den Tag, den du bringst,&#10;Ganz und voll zu genießen,&#10;Ist es genug nicht des Glücks für ein Leben?&#10;Den sterbenden Greis&#10;Laß das Auge nicht schließen,&#10;Bevor er ihn erblickt,&#10;Und in der Wiege dem Säugling&#10;Oeffne des Geistes Sehkraft,&#10;Daß sein Gedanke ihn fasse,&#10;Und er einst noch den Enkeln künde:&#10;Ich habe den großen Tag erlebt.&#10;Horch! Trommelwirbel&#10;Und Fall von hunderttausend Tritten!&#10;Sie sind es, sie nahen,&#10;Die durch den Donner der Schlachten&#10;Ueber stürzender Brüder Leichen dahin&#10;Deutschlands Banner getragen!&#10;Noch scheinen ihre Lanzen&#10;Vom Wirbelsturm des Kampfes zu zittern.&#10;Doch Hoch! erschallt es, Hoch!&#10;Durch des Volkes wogende Reihen,&#10;Und mit dem Grün des Friedens bekränzt,&#10;Wallen durchs Thor die Siegesfahnen.&#10;Gen Himmel flackert&#10;Im Sonnenlichte der Glanz&#10;Der wogenden Helme und Waffen,&#10;Wie durch die geschmückten Straßen&#10;Der Zug der Krieger sich wälzt,&#10;Und Fanfarengeschmetter nun&#10;Und hochaufhallender Jubelruf;&#10;Sie kommen, die glorreichen Führer,&#10;Die Lieblinge des Ruhmes,&#10;Die noch nach Jahrtausenden&#10;In ungeborner Völker&#10;Gesängen leben werden!&#10;Aus ihrer Mitte hervor,&#10;Wie Orion unter den anderen Sternen,&#10;Leuchtet der Herrliche,&#10;Der Retter Deutschlands!&#10;Laßt Platz für sein Roß,&#10;Ihr Weiber, die mit euren Kleinen&#10;Heran ihr euch drängt,&#10;Um, seine Kniee umklammernd, ihm zu danken,&#10;Daß er euch Haus und Herd&#10;Vor Schande geschützt!&#10;Wohl mehr, als des Krieges Gewühl,&#10;Liebt er, Kinder um sich spielen zu sehen;&#10;Aber noch einmal heut, zum letztenmale,&#10;Eh zur Pflugschar das Schwert sich wandelt,&#10;In seines Heeres Mitte&#10;Mit den krachenden Feuerschlünden&#10;Muß er Zwiesprach′ halten.&#10;Horch! das sind die ehernen Stimmen -&#10;Er kennt sie -,&#10;Die ihn in zwanzig Siegesschlachten umdonnert,&#10;Vor denen hundert Vesten&#10;Und ein Reich in Trümmer gesunken.&#10;Von allen Türmen die Glocken fallen ein,&#10;O! und weiter dahin, durch den Blumenregen,&#10;Der von Fenstern und Dächern niederstäubt,&#10;Zieht er achtlos vorüber an uns,&#10;Denen an der Wimper die Freudenthräne zittert,&#10;Während die Lippe verstummt&#10;Und nur des Herzens Klopfen&#10;Dank ihm stammelt,&#10;Daß er uns ein Vaterland geschenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Belloisens Lebenslauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/belloisens-lebenslauf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/belloisens-lebenslauf/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ward geboren ohne feierliche Bitte&#10;Des Kirchspiels, ohne Priesterflehn&#10;Hab ich in strohbedeckter Hütte&#10;Das erste Tageslicht gesehn,&#10;Wuchs unter Lämmerchen und Tauben&#10;Und Ziegen bis ins fünfte Jahr,&#10;Und lernt′ an einen Schöpfer glauben,&#10;Weil′s Morgenroth so lieblich war,&#10;So grün der Wald, so bunt die Wiesen,&#10;So klar und silberschön der Bach.&#10;Die Lerche sang für Belloisen,&#10;Und Belloise sang ihr nach.&#10;Die Nachtigall in Elsensträuchen&#10;Erhub ihr süßes Lied, und ich&#10;Wünscht′ ihr im Tone schon zu gleichen.&#10;Hier fand ein alter Vetter mich&#10;Und sagte: du sollst mit mir gehen.&#10;Ich ging und lernte bald bei ihn&#10;Die Bücher lesen und verstehen,&#10;Die unsern Sinn zum Himmel ziehn.&#10;Vier Sommer und vier Winter flogen&#10;Zu sehr beflügelt uns vorbei;&#10;Des Vetters Arm ward ich entzogen&#10;Zu einer Bruderwiege neu.&#10;Als ich den Bruder groß getragen,&#10;Trieb ich drei Rinder auf die Flur,&#10;Und pries in meinen Hirtentagen&#10;Vergnügt die Schönheit der Natur,&#10;Ward früh ins Ehejoch gespannet,&#10;Trugs zweimal nach einander schwer,&#10;Und hätte mich wol nicht ermannet,&#10;Wenn′s nicht den Musen eigen wär,&#10;Im Unglück und in bittern Stunden&#10;Dem beizustehn, der ihre Huld&#10;Vor der Geburt schon hat empfunden.&#10;Sie gaben mir Muth und Geduld,&#10;Und lehreten mich Lieder dichten,&#10;Mit kleinen Kindern auf dem Schooß.&#10;Bei Weib- und Magd- und Mutterpflichten,&#10;Bei manchem Kummer, schwer und groß,&#10;Sang ich den König und die Schlachten,&#10;Die Ihm und seiner Heldenschaar&#10;Unsterblichgrüne Kränze brachten,&#10;Und hatte noch manch saures Jahr,&#10;Eh frei von andrer Pflichten Drang&#10;Mir Tage wurden zu Gesang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Belsatzar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/belsatzar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/belsatzar/</guid><description>&lt;p&gt;Die Mitternacht zog näher schon;&#10;in stummer Ruh lag Babylon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur oben in des Königs Schloss,&#10;das flackerts, da lärmt des Königs Tross.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort oben in dem Königssaal&#10;Belsatzar hielt sein Königsmahl.&#10;Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,&#10;und leerten die Becher mit funkelndem Wein.&#10;Er klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht;&#10;so klang es dem störrigen Könige recht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Königs Wangen leuchten Glut;&#10;im Wein erwuchs ihm kecker Mut.&#10;Und blindlings reisst der Mut ihn fort;&#10;und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.&#10;Und er brüstet sich frech und lästert wild;&#10;die Knechtenschar ihm Beifall brüllt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berg/</guid><description>&lt;p&gt;Über Felsen, windumflattert,&#10;Klimm ich hoch hinan zum Freien;&#10;Droben will ich mich entladen&#10;Dieser Qual, im Sturme baden,&#10;Neugeboren meine Seele weihen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Berg, vor deinem Riesenantlitz&#10;Kann mein Kleinmut nicht bestehen.&#10;Sturm, im Brausen deiner Kraft,&#10;Die den Forst zusammenrafft,&#10;Muß mein Seufzer wie ein Staub verwehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beruhigt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beruhigt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beruhigt/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei mal zwei gleich vier ist Wahrheit.&#10;Schade, daß sie leicht und leer ist,&#10;Denn ich wollte lieber Klarheit&#10;Über das, was voll und schwer ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Emsig sucht ich aufzufinden,&#10;Was im tiefsten Grunde wurzelt,&#10;Lief umher nach allen Winden&#10;Und bin oft dabei gepurzelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich baut ich eine Hütte.&#10;Still nun zwischen ihren Wänden&#10;Sitz ich in der Welten Mitte,&#10;Unbekümmert um die Enden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bescheidenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bescheidenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bescheidenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Dringe Nachts am Sternenhimmel&#10;Scharf ins flimmernde Gewimmel&#10;Mit erfreuten Augen ein,&#10;Manches Sternlein wirst du finden,&#10;Und im Augenblick verschwinden&#10;Wird sein anspruchloser Schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer neue wird erreichen,&#10;Selbst in Mondeshof die bleichen,&#10;Deiner Blicke Adlerschwung,&#10;Aber alle, kaum gesehen,&#10;Werden wieder rasch verwehen,&#10;Spurlos in die Dämmerung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also wie am Sternenhimmel&#10;Forsch im menschlichen Getümmel,&#10;Aber suche scharf und gern,&#10;Und verwundert wirst zu zählen&#10;Tausend, tausend scheue Seelen,&#10;Aber jede ist ein Stern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bescheidner Wunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bescheidner-wunsch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bescheidner-wunsch/</guid><description>&lt;p&gt;Wären lieber wir Chinesen!&#10;Leichter würd′ ich es ertragen,&#10;daß wir erst so stolz gewesen&#10;und nun so zugrund geschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blieb′ uns doch der Opiumbecher,&#10;drin Vergessenheit zu suchen,&#10;blieb uns doch, als tolle Zecher,&#10;unsern Ärger auszufluchen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blieb′ uns doch der Schmuck der Köpfe,&#10;jene zarten, jene langen,&#10;blieben uns ja doch die Zöpfe,&#10;selber uns dran aufzuhangen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bescherung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bescherung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bescherung/</guid><description>&lt;p&gt;Hei, wie das trippelt und tastet und späht,&#10;Aufgreift und mustert in fiebernder Eile,&#10;Bis dann ein jedes Menschlein steht&#10;Stolz überschauend vor seinem Teile!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und von der Beute, der bunten, entzückt&#10;Jauchzen die kleinen Herren und Damen:&#10;Aber am meisten sind sie beglückt,&#10;Weil sie auch alle gleich viel bekamen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freut euch nur wacker im zaubrischen Bann&#10;Silberumwobenen, strahlenden Baumes -&#10;Lustig und hell, solange sie kann,&#10;Leuchte die Liebe des Gleichheitstraumes!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Besitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/besitz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/besitz/</guid><description>&lt;p&gt;Großer Garten liegt erschlossen,&#10;Weite schweigende Terrassen:&#10;Müßt mich alle Teile kennen,&#10;Jeden Teil genießen lassen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schauen auf vom Blumenboden,&#10;Auf zum Himmel durch Gezweige,&#10;Längs dem Bach ins Fremde schreiten,&#10;Niederwandeln sanfte Neige:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann erst komme ich zum Weiher,&#10;Der in stiller Mitte spiegelt,&#10;Mir des Gartens ganze Freude&#10;Träumerisch vereint entriegelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber solchen Vollbesitzes&#10;Tiefe Blicke sind so selten!&#10;Zwischen Finden und Verlieren&#10;müssen sie als göttlich gelten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beständige Erinnerung des Todes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bestaendige-erinnerung-des-todes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bestaendige-erinnerung-des-todes/</guid><description>&lt;p&gt;Was sorgst du ängstlich für dein Leben?&#10;Es Gott gelassen übergeben,&#10;Ist wahre Ruh und deine Pflicht.&#10;Du sollst es lieben, weislich nützen,&#10;Es dankbar, als ein Glück, besitzen,&#10;Verlieren, als verlörst du′s nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tod soll dich nicht traurig schrecken:&#10;Doch dich zur Weisheit zu erwecken,&#10;Soll er dir stets vor Augen sein.&#10;Er soll den Wunsch zu leben mindern,&#10;Doch dich in deiner Pflicht nicht hindern,&#10;Vielmehr dir Kraft dazu verleihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bestellte Poesie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bestellte-poesie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bestellte-poesie/</guid><description>&lt;p&gt;Bleib nur stille,&#10;Gottes Wille&#10;Hat auch dich ja ausersehn,&#10;Alle Armut, alle Fülle&#10;Wird auch dir vorübergehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleib nur innig&#10;Treu und sinnig,&#10;Wie dich auch der Engel grüßt,&#10;Spreche: Deine Magd, Herr! bin ich,&#10;Die dir nie ihr Herz verschließt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleib nur heiter,&#10;Blick nicht weiter&#10;Als zum Hirten, der dich führt.&#10;Sorge bricht die Himmelsleiter,&#10;Weil sie aus der Erde rührt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleib vertrauend&#10;Aufwärts schauend,&#10;Nimm nur fremde Not ans Herz,&#10;Und auf die Verheißung bauend&#10;Trag die Erde himmelwärts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bestrafte Falschheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bestrafte-falschheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bestrafte-falschheit/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt wollen wir mal singen&#10;Das nagelneue Lied,&#10;Von einem schmucken Junker, -&#10;Ei, ei, vom schmucken Junker!&#10;Der sich in Zwei verliebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Eine war die Freiheit,&#10;Die Zweit&amp;rsquo; die Höferei;&#10;Die Freiheit ließ er fahren, -&#10;Ei, ei, die ließ er fahren!&#10;Und schwur der Höferei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Höferei frägt leise:&#10;Warst du und bleibst mir treu?&#10;»Der Schwarze soll mich holen, -&#10;Ei, ei, der soll ihn holen!&#10;Ich war und bleib&amp;rsquo; dir treu!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bettlerballade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bettlerballade/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bettlerballade/</guid><description>&lt;p&gt;Prinz Bertarit bewirtet Veronas Bettlerschaft&#10;Mit Weizenbrot und Kuchen und edlem Traubensaft.&#10;Gebeten ist ein jeder, der sich mit Lumpen deckt,&#10;Der, heischend auf den Brücken der Etsch, die Rechte reckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf edlen Marmorsesseln im Saale thronen sie,&#10;Durch Riss und Löcher gucken Ellbogen, Zeh und Knie.&#10;Nicht nach Geburt und Würden, sie sitzen grell gemischt,&#10;Jetzt werden noch die Hasen und Hühner aufgetischt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der tastet nach dem Becher. Er durstet und ist blind.&#10;Den Krüppel ohne Arme bedient ein frommes Kind.&#10;Ein reizend stumpfes Näschen guckt unter struppgem Schopf.&#10;Mit wildem Mosesbarte prahlt ein Charakterkopf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beutst du dem Geiste seine Nahrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beutst-du-dem-geiste-seine-nahrung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beutst-du-dem-geiste-seine-nahrung/</guid><description>&lt;p&gt;Beutst du dem Geiste seine Nahrung,&#10;So laß nicht darben dein Gemüt,&#10;Des Lebens höchste Offenbarung&#10;Doch immer aus dem Herzen blüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Gruß aus frischer Knabenkehle,&#10;Ja mehr noch, eines Kindes Lall′n,&#10;Kann leuchtender in deine Seele&#10;Wie Weisheit aller Weisen fall′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst unter Kuß und Spiel und Scherzen&#10;Erkennst du ganz , was Leben heißt;&#10;O lerne denken mit dem Herzen,&#10;Und lerne fühlen mit dem Geist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bewaffneter Friede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bewaffneter-friede/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bewaffneter-friede/</guid><description>&lt;p&gt;Ganz unverhofft an einem Hügel&#10;Sind sich begegnet Fuchs und Igel.&#10;Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!&#10;Kennst du des Königs Ordre nicht?&#10;Ist nicht der Friede längst verkündigt,&#10;Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,&#10;Der immer noch gerüstet geht?&#10;Im Namen seiner Majestät&#10;Geh her und übergib dein Fell.&#10;Der Igel prach: Nur nicht so schnell.&#10;Laß dir erst deine Zähne brechen,&#10;Dann wollen wir uns weiter sprechen!&#10;Und allsogleich macht er sich rund,&#10;Schließt seinen dichten Stachelbund&#10;Und trotzt getrost der ganzen Welt&#10;Bewaffnet, doch als Friedensheld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bey Ansehung der Sternen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bey-ansehung-der-sternen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bey-ansehung-der-sternen/</guid><description>&lt;p&gt;O Ihr Sterne / O ihr Strahlen&#10;die ihr an dem Himmel leucht&#10;wann die Sonne von uns weicht!&#10;wie beliebt ihr mir vor allen!&#10;es ist meiner Augen Liecht&#10;schnurstracks gegen euch gericht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euer Blitzen / euer Glitzen&#10;eure Hochheit liebt mir wol:&#10;daß mein Geist verlangens voll&#10;wünschet neben euch zu sitzen.&#10;Daß ich nicht mehr Irdisch wär&#10;nicht aus Hoffart / ichs begehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr vollzieht des Höchsten heissen&#10;in gehorsams höchstem Grad:&#10;bleibt in seiner Ordnung Pfad&#10;mit dem Einfluß / Lauff / und gleissen.&#10;eures Thun und Lassens Ziel&#10;ist / vollbringen was GOtt will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bin ich in später Nacht allein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bin-ich-in-spaeter-nacht-allein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bin-ich-in-spaeter-nacht-allein/</guid><description>&lt;p&gt;Bin ich in später Nacht allein,&#10;Wenn alles ruht, wenn alles schweigt,&#10;O wie sich dann mein ganzes Sein&#10;Zu dir mit Macht hinüber neigt!&#10;Und wieder kommt dein liebes Bild&#10;Hold lächelnd wie an jenen Tagen,&#10;Und nickt mir zu, als spräch es mild:&#10;&amp;ldquo;Mein armer Junge, laß dein Klagen!&#10;Noch bist du mein, noch bin ich dein,&#10;Schütt aus dein Herz an meinem Herzen,&#10;Vergessen wirst du alle Pein&#10;Und alle noch so herben Schmerzen.&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blick in den Strom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blick-in-den-strom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blick-in-den-strom/</guid><description>&lt;p&gt;Sahst du ein Glück vorübergehn,&#10;Das nie sich wiederfindet,&#10;Ists gut in einen Strom zu sehn,&#10;Wo alles wogt und schwindet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! starre nur hinein, hinein,&#10;Du wirst es leichter missen,&#10;Was dir, und solls dein Liebstes sein,&#10;Vom Herzen ward gerissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blick unverwandt hinab zum Fluß,&#10;Bis deine Tränen fallen,&#10;Und sieh durch ihren warmen Guß&#10;Die Flut hinunterwallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinträumend wird Vergessenheit&#10;Des Herzens Wunde schließen;&#10;Die Seele sieht mit ihrem Leid&#10;Sich selbst vorüberfließen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blödigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bloedigkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bloedigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Sind denn dir nicht bekannt viele Lebendigen?&#10;Geht auf Wahrem dein Fuß nicht, wie auf Teppichen?&#10;Drum, mein Genius! tritt nur&#10;Bar ins Leben, und sorge nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was geschiehet, es sei alles gelegen dir!&#10;Sei zur Freude gereimt, oder was könnte denn&#10;Dich beleidigen, Herz, was&#10;Da begegnen, wohin du sollst?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, seit Himmlischen gleich Menschen, ein einsam Wild,&#10;Und die Himmlischen selbst führet, der Einkehr zu,&#10;Der Gesang und der Fürsten&#10;Chor, nach Arten, so waren auch&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Boccaccio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/boccaccio/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/boccaccio/</guid><description>&lt;p&gt;Laß in den Garten mich ein, wo deine Versammlung erzählet,&#10;Immer hab′ ich ja gern lustige Schwänke gehört;&#10;Glücklich sind die, so dir lauschen, gewiß der olympische Vater&#10;Schämte sich nicht und mit Lust hört′ ein Histörchen er an.&#10;Glücklich sind sie. Doch über den Alpen versteht man die Späße&#10;Nicht mehr, in Deutschland ist man allzu gebildet und fein.&#10;Man erröthet, man spricht von Moral, und hat sie im Munde,&#10;Aber im Herzen ist man, aber im Leben ihr Feind.&#10;Doch so ist′s immer. Man trieb in Eden Alles in Unschuld,&#10;Und nach dem Sündenfall kam erst der Teufel in Ruf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Boleslaus der Vierte von Oppeln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/boleslaus-der-vierte-von-oppeln/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/boleslaus-der-vierte-von-oppeln/</guid><description>&lt;p&gt;Als Boleslaus zu sterben kam,&#10;Geistlichen Trost er nicht annahm.&#10;Stolz rief er zu dem Dienertroß:&#10;»Führt her mein allerbestes Roß,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und tut mir an mein Fürstenkleid,&#10;Mein Panzerhemd und licht Geschmeid.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man kleidet ihn und setzt gemach&#10;Ihn auf das Roß, der Herzog sprach:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Zu Fuße möchte nicht fürstlich sein,&#10;So gehts zu Roß zur Höllenpein!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drauf setzet er die Sporen ein&#10;Und jaget über Stock und Stein! –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch hinter ihm ward eine Schar&#10;Von schwarzen Reutern offenbar!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bonnaek, Chan der Polowzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bonnaek-chan-der-polowzer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bonnaek-chan-der-polowzer/</guid><description>&lt;p&gt;Schürt das Feuer, laßt den Becher kreisen!&#10;Nichts befürchte David Igorewitsch!&#10;Nichts befürchtet ihr Polowzer Helden,&#10;Die ihr hier, im Wald gelagert, zittert!&#10;Sei der Ungarn Heer wie Stern am Himmel,&#10;Unsre Schar so klein wie Wespenschwärme,&#10;Bald zerstäuben wir die Macht der Stolzen,&#10;Bald erretten wir das Reich von Feinden!&#10;Eben ritt ich weit hinaus ins Blachfeld&#10;Durch die Mitternacht um gute Zeichen.&#10;Als ich auf die Steppe kam, da brüllt ich&#10;Wie der Wolf und – Vetter Wolf gab Antwort,&#10;Da wie dort in allen Büschen heult er.&#10;Heulen ließ ich den, und weiter brummt ich&#10;Wie der Bär und – rings aus allen Höhlen&#10;Kam der Bär und rieb am Baum und brummte.&#10;Brummen ließ ich den, und jetzo bellt ich&#10;Wie der Fuchs – da liefen tausend Füchse&#10;Bellend hin und her, ich ließ sie bellen.&#10;Dann wie Eulen und wie Geier schrie ich, –&#10;Rings am Himmel schrien Eul und Geier,&#10;Weit umher auf leichten Flügeln kreisend.&#10;Schreien ließ ich sie und ging zum Sanstrom,&#10;An den Schild mit diesem Schwerte schlug ich:&#10;Aale stiegen da herauf ans Ufer,&#10;Aus dem Wasser sprang jedweder Fisch da,&#10;Mit dem Maule jappend wie vor Hunger. –&#10;Gute Zeichen sind das! Wißt, die Tiere&#10;Da im Strom, im Feld und hoch in Lüften&#10;Wittern im voraus der Ungarn Leichen. –&#10;Schürt das Feuer, laßt den Becher kreisen!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bös und gut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/boes-und-gut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/boes-und-gut/</guid><description>&lt;p&gt;Wie kam ich nur aus jenem Frieden&#10;Ins Weltgetös?&#10;Was einst vereint, hat sich geschieden,&#10;Und das ist bös.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun bin ich nicht geneigt zum Geben,&#10;Nun heißt es: Nimm!&#10;Ja, ich muß töten, um zu leben,&#10;Und das ist schlimm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch eine Sehnsucht blieb zurücke,&#10;Die niemals ruht.&#10;Sie zieht mich heim zum alten Glücke,&#10;Und das ist gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Braga</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/braga/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/braga/</guid><description>&lt;p&gt;Säumst du noch immer an der Waldung auf dem Heerd′, und schläfst&#10;Scheinbar denkend ein? Wecket dich der silberne Reif&#10;Des Decembers, o du Zärtling! nicht auf?&#10;Noch die Gestirne des krystallnen Sees?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lachend erblick′ ich dich am Feuer, in des Wolfes Pelz,&#10;Blutig noch vom Pfeil, welcher dem entscheidenden Blick,&#10;In die Seite des Eroberers schnell&#10;Folgte, dass nieder in den Strauch er sank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf denn, erwache! Der December hat noch nie so schön,&#10;Nie so sanft, wie heut, über dem Gefilde gestrahlt!&#10;Und die Blume von dem nächtlichen Frost&#10;Blühte noch niemals, wenn es tagte, so!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Braut-Ballade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/braut-ballade/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/braut-ballade/</guid><description>&lt;p&gt;Der Ring an meiner Hand,&#10;Der Kranz aufs Haar gesetzt -&#10;Mein ist nun Prunk und Tand&#10;Und wunderbar Gewand,&#10;Und ich bin glücklich jetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mein Herr, er liebt mich sehr;&#10;Doch sein Schwur hat mich entsetzt -&#10;Sein Wort klang dumpf und schwer&#10;Wie Grabgeläute her&#10;Und klang, als spräche er,&#10;Der kämpfend fiel im Heer -&#10;Und der wohl glücklich jetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch er beruhigte mich&#10;Mit sanftem Kuß zuletzt,&#10;Indes ein Träumen mich&#10;Zum Kirchhof trug und ich&#10;D′Elormie, dem Toten, mich&#10;Vermählte innerlich.&#10;»O ich bin glücklich jetzt!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brautseele II</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brautseele-ii/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brautseele-ii/</guid><description>&lt;p&gt;Das Gewand meiner Seele erzittert im Sturm deiner Liebe,&#10;Wie tief im Hain&#10;Das Herz des Frühlings zittert.&#10;Ja, mein heftiges Herz,&#10;Wir haben Frühling:&#10;Auf einmal ist dann alles Blühen da.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was schön ist auf dieser Weltwiese,&#10;Ist nur aus Sehnen und Liebe schön,&#10;Und will dich holen mit Farbe und Duft.&#10;O komm, ich bin ja so schön nach dir!&#10;O komm, ich bin ja so süß nach dir!&#10;Ich, deine wartende Zier, deine lebendige,&#10;Vergehe nach dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Breite und Tiefe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/breite-und-tiefe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/breite-und-tiefe/</guid><description>&lt;p&gt;Es glänzen viele in der Welt,&#10;Sie wissen von allem zu sagen,&#10;Und wo was reizet und wo was gefällt,&#10;Man kann es bei ihnen erfragen,&#10;Man dächte, hört man sie reden laut,&#10;Sie hätten wirklich erobert die Braut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch gehn sie aus der Welt ganz still,&#10;Ihr Leben war verloren.&#10;Wer etwas Treffliches leisten will,&#10;Hätt gern was Großes geboren,&#10;Der sammle still und unerschlafft&#10;Im kleinsten Punkte die höchste Kraft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bretagne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bretagne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bretagne/</guid><description>&lt;p&gt;An den Ufern der Bretagne, horch! welch nächtlich Wiederhallen!&#10;Aus den Wellen, aus den Wogen hör′ ich es wie Lieder schallen,&#10;Und ein Glöcklein tönt herüber, leise wundersamen Klang;&#10;Doch das ist nicht Schiffsgeläute, das ist nicht Matrosensang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An den Ufern der Bretagne wohnt ein Volk von alter Sitte,&#10;Kreuz und Krone, Gott und König gelten hoch in seiner Mitte;&#10;Doch der König ist gerichtet, und den heiligen Altar&#10;Hält mit blankem Schwert umlagert eine mordgewohnte Schaar.&#10;&amp;ldquo;Unsern König, den geliebten, wohl! ihr konntet ihn uns nehmen;&#10;Doch des Glaubens heil′ge Flamme sollt ihr nimmer uns bezähmen!&#10;Ist doch Gott an allen Orten, in den Tiefen, auf den Höhn,&#10;Und an allen, allen Orten hört ich seiner Kinder Flehn.&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brief</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brief/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brief/</guid><description>&lt;p&gt;Das war ein Balsam für mein wundes Herz,&#10;Das war ein kühler Thau für meine Seele,&#10;Die, schon verschmachtend, trank den heißen Schmerz,&#10;Daß nicht der kalte Gram zu Tod sie quäle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war ein Wehen milder Abendluft&#10;Nach heißem Tag, an dem ich sterben wollen,&#10;Es war ein Klang, es war ein Stral, ein Duft,&#10;Der aus dem Himmel deiner Lieb gequollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie einer Blume zaubervoller Schein&#10;Ist meinem Aug ein jedes Wort gewesen,&#10;So mag den hellen Sternen oben sein,&#10;Wenn sie die Blumenschrift der Erde lesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brigitte B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brigitte-b/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brigitte-b/</guid><description>&lt;p&gt;Ein junges Mädchen kam nach Baden,&#10;Brigitte B. war sie genannt,&#10;Fand Stellung dort in einem Laden,&#10;Wo sie gut angeschrieben stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Dame, schon ein wenig älter,&#10;War dem Geschäfte zugetan,&#10;Der Herr ein höherer Angestellter&#10;Der königlichen Eisenbahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Dame sagt nun eines Tages,&#10;Wie man zur Nacht gegessen hat:&#10;»Nimm dies Paket, mein Kind, und trag es&#10;Zu der Baronin vor der Stadt.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf diesem Wege traf Brigitte&#10;Jedoch ein Individium,&#10;Das hat an sie nur eine Bitte,&#10;Wenn nicht, dann bringe er sich um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bruch der Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bruch-der-freundschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bruch-der-freundschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Nessun maggior dolore.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob auch nur schwer, doch läßt es sich verwinden,&#10;Wenn Liebe ihren flücht′gen Schwur uns bricht.&#10;Wie sollten mit dem Lebensfrühling nicht&#10;Auch seine Düfte und sein Glanz verschwinden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß ein bänger, schmerzlicher Empfinden:&#10;Der Freundschaft, die einst uns′rer Seele Licht,&#10;Zu starren in das todte Angesicht,&#10;Und wieder einsam sich im All zu finden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sonst dein Herz an Freuden auch verlor,&#10;Verglichen mit so ungeheuerm Wehe,&#10;Schnellt jedes andern Schale hoch empor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bruchstücke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bruchstuecke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bruchstuecke/</guid><description>&lt;p&gt;Es lütet Bettzit überal,&#10;der Himmel dunklet no und no,&#10;und ‘s flimmeret im Himmelssaal&#10;e Sternli dört, e Sternli do.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wächter rüeft der Morgen a:&#10;»Wacht auf, wacht auf, der Tag beginnt!«&#10;Druf luegt ei Sternli ‘s ander a:&#10;»Wär’s mügli? Wie doch d’Zit verrinnt!«&#10;Der Mond luegt, was si Zitli seit,&#10;er traut em nit, er hebt’s ans Ohr,&#10;er seit, der Wächter isch nit gscheit,&#10;si Uhr goht um zwo Stunde vor.&#10;Druf sitze d’Sternli alli nieder&#10;und nehme’s Rad und spinne wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brücke der Angst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bruecke-der-angst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bruecke-der-angst/</guid><description>&lt;p&gt;Zitterst du vor der Brücke,&#10;Schreckt dich ihr düsteres Kleid?&#10;Oder ahnst du die Lücke -?&#10;Stürzest ja doch in ein Leid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wage jetzt deine Schritte,&#10;klopft auch zum Sterben das Herz.&#10;Bald umfängt dich die Mitte,&#10;ein Abgrund dunkel von Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bundeslied für den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bundeslied-fuer-den-allgemeinen-deutschen-arbeiterverein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bundeslied-fuer-den-allgemeinen-deutschen-arbeiterverein/</guid><description>&lt;p&gt;Eurer sind viele, ihrer sind wenige.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bet&amp;rsquo; und arbeit&amp;rsquo;! ruft die Welt,&#10;Bete kurz! denn Zeit ist Geld.&#10;An die Türe pocht die Not -&#10;Bete kurz! denn Zeit ist Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du ackerst und du säst,&#10;Und du nietest und du nähst,&#10;Und du hämmerst und du spinnst -&#10;Sag&amp;rsquo;, o Volk, was du gewinnst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wirkst am Webstuhl Tag und Nacht,&#10;Schürfst im Erz- und Kohlenschacht,&#10;Füllst des Überflusses Horn,&#10;Füllst es hoch mit Wein und Korn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Burg Rodenstein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/burg-rodenstein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/burg-rodenstein/</guid><description>&lt;p&gt;Jahre sind′s, und doch mit Schauern&#10;Denk′ ich noch an jene Stunden,&#10;Da wir in den düstern Mauern&#10;Deiner Ahnenburg gehaust,&#10;Jener Burg, in deren Türmen&#10;Sonst allein die Dohlen nisten,&#10;Die der Hauch von Winterstürmen&#10;In Novembernacht durchsaust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Finster hängt sie, zeitgetroffen,&#10;An des Bergen kahlem Scheitel,&#10;Ringsum Wüste, nur am schroffen&#10;Felsenhang ein Föhrenhain;&#10;Ihre Zinnen, spukhaft ragend,&#10;Sieht der Wanderer mit Beben,&#10;Und des Kreuzes Zeichen schlagend&#10;Spricht er: Das ist Rodenstein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bürgerliche Wohltätigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buergerliche-wohltaetigkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buergerliche-wohltaetigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh! Da steht das Erholungsheim&#10;einer Aktiengesellschafts-Gruppe;&#10;morgens gibt es Haferschleim&#10;und abends Gerstensuppe.&#10;Und die Arbeiter dürfen auch in den Park&amp;hellip;&#10;Gut. Das ist der Pfennig.&#10;Und wo ist die Mark -?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie reichen euch manch Almosen hin&#10;unter christlichen frommen Gebeten;&#10;sie pflegen die leidende Wöchnerin,&#10;denn sie brauchen ja die Proleten.&#10;Sie liefern auch einen Armensarg&amp;hellip;&#10;Gut. Das ist der Pfennig. Und wo ist die Mark -?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Burschenschaft und Corps</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/burschenschaft-und-corps/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/burschenschaft-und-corps/</guid><description>&lt;p&gt;Das war die alte Burschenschaft,&#10;Die hoffte mit Ideen-Kraft&#10;Und mit viel Trinken und Singen&#10;Und festlichem Schlägerschwingen&#10;Das ganze deutsche Vaterland,&#10;Das schon so lang aus Rand und Band,&#10;Unter Einen Hut zu bringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was Corps hieß, war gestreng verdammt,&#10;Weil es vom Sondergeiste stammt;&#10;»Laßt Junker da stolziren,&#10;Um Tand sich duelliren,&#10;Indessen wir in edler Gluth&#10;Alldeutschlands stolzen Zukunftshut&#10;Eindünsten und prepariren!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die stolze Hoffnung war zu jäh,&#10;Der Filz zu haarig, hart und zäh,&#10;Er stach, er kratzte, brannte,&#10;Die Mühe verlief im Sande,&#10;Da kam ein alter Corpsbursch her&#10;Und packt den Filz und walkt ihn sehr&#10;Und brachte den Hut zu Stande.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Burschenschaftslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/burschenschaftslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/burschenschaftslied/</guid><description>&lt;p&gt;Kommt′s von oben, so wird′s bestehn,&#10;Ist′s von der Erde, muß′s untergehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als einst vom blut′gen Waffentanze&#10;Heim zogen in dem Siegerkranze,&#10;Der deutschen Krieger tapfre Reihn,&#10;Da schwuren sie′s mit treuen Händen,&#10;Ob Ost, ob West und Nord sie trennten,&#10;Ein freies deutsches Volk zu sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So zogen zu den alten Musen,&#10;Begeisterung im treuen Busen,&#10;Die Burschen aus dem Kampf zurück;&#10;Doch was sie sich so heiß ersehnten,&#10;Was sie so schön zu finden wähnten,&#10;Sie fanden nicht der Eintracht Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bußlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/busslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/busslied/</guid><description>&lt;p&gt;An dir allein, an dir hab ich gesündigt,&#10;Und übel oft vor dir getan.&#10;Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt;&#10;Sieh, Gott, auch meinen Jammer an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen,&#10;Und meine Tränen sind vor dir.&#10;Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen?&#10;Wie lang entfernst du dich von mir?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden,&#10;Vergilt mir nicht nach meiner Schuld.&#10;Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden,&#10;Du Gott der Langmut und Geduld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Butterstullenwerfen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/butterstullenwerfen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/butterstullenwerfen/</guid><description>&lt;p&gt;Es fliegt ein Stein (die Hand warf ihn gut)&#10;Kräftig, waagrecht über die Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Säule steigt auf, und der Sonne Schein&#10;Malt einen Regenbogen hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weiter, ein zweites und drittes Mal,&#10;Erhebt sich der siebenfarbige Strahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber je weiter vom Ufer entfernt,&#10;Der Stein im Fluge das Fliegen verlernt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Schwere zieht ihn, es ebbt seine Kraft,&#10;Der Strahl ermattet und erschlafft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kräuseln noch einmal, ein Tropfen blinkt,&#10;Und dann Ruh&amp;rsquo; und Stille - der Stein versinkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cabaret (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cabaret-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cabaret-2/</guid><description>&lt;p&gt;Der Exhibitionist stellt sich gespreizt am Vorhang auf,&#10;Und Pimpronella reizt ihn mit den roten Unterröcken.&#10;Koko der grüne Gott klatscht laut im Publikum.&#10;Da werden geil die ältesten Sündenböcke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tsingtara! Da ist ein langes Blasinstrument.&#10;Daraus fährt eine Speichelfahne. Darauf steht: »Schlange«.&#10;Das packen alle ihre Damen in die Geigenkästen ein&#10;Und verziehen sich. Da wird ihnen bange.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Eingang sitzt die ölige Camödine.&#10;Die schlägt sich die Goldstücke als Flitter in die Schenkel.&#10;Der sticht eine Bogenlampe die Augen aus.&#10;Und das brennende Dach fällt herunter auf ihren Enkel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Café in deutscher Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cafe-in-deutscher-stadt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cafe-in-deutscher-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kellnerfrack. Der Demut feile Geste&#10;Geduckt ein Dichter nachsinnt neuer Pose.&#10;Der feiste Wirt, in sehr befleckter Hose,&#10;Breit grinsend grüßt die vornehmeren Gäste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Pikkolo verstummt vor schmalen Frauen.&#10;Er starrt verstört. Die Geigen gurren geil.&#10;Bebauchte Bürger, stämmig, steif und steil,&#10;Glotzblickig blöde, dösen und verdauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kokotten lächeln - sündeseliger Segen.&#10;Sehr provozierend wirken neben fetten&#10;Profitvisagen protzig Epauletten,&#10;Verwelkte Weiber wonnig zu bewegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Dichter döst. Das Dudeln macht ihn dumm.&#10;Ein grauer Greis sielt sich in Dreckjournalen.&#10;Ein rauer Ruf zerreißt den Raum: &amp;ldquo;Bezahlen!&amp;rdquo;&#10;Der Dichter geht. Sehr langsam, träge, krumm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Campagna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/campagna/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/campagna/</guid><description>&lt;p&gt;Ja! Die Ebne ruht in satten Düften,&#10;hingeschmiegt in sanfter Hügellinie –&#10;drüben, hoch in noch durchsonnten Lüften,&#10;still und einsam–schattend steht die Pinie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alte Gräber dunkeln, morsche Steine –&#10;fern und unsichtbar berührt dich Rom –&#10;doch empor aus goldnem Abendscheine&#10;steigt die Kuppel von Sanct Peters Dom.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du ahnest, wie sich Flügel heben,&#10;gleich den abendfarbnen Wolkenstreifen,&#10;denn die Seele will zur Höhe schweben&#10;und der Wille durch die Fernen schweifen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Campo Vaccino</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/campo-vaccino/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/campo-vaccino/</guid><description>&lt;p&gt;Götter, wohin durch die Nacht? ich folge mit bebender Seele,&#10;Ueber die Sinne habt ihr Nebel und Schleier gehüllt.&#10;Götter, wohin? ich glaub′ es noch nicht, nur begeisterte Täuschung,&#10;Nur ein verwegener Traum, aber nicht Wirklichkeit ist′s.&#10;Träumte der Knabe nicht schon von der Stunde der großen Erscheinung,&#10;O und es wäre nun mehr, mehr als ein fliehender Wahn?&#10;Dürft′ ich es glauben, du hättest dieß Herz, o Genius Roma′s,&#10;Hättest zu heiligem Schau′n endlich mein Auge geweiht?&#10;Noch bin ich blind, und doch wandelt′s von furchtbaren Schatten der Vorwelt&#10;Wie ein erstehendes Reich größerer Geister um mich.&#10;Sind wir so nah′ schon? O leite mich du, mit schüchternem Fuße&#10;Folg′ ich und schwanke - so gieb, Genius, doch mir die Hand!&#10;Aber, o Donnerer, hilf, ihr zahllos uranischen Schaaren,&#10;Götter des alten Olymps, stehet dem Menschen ihr bei?&#10;Plötzlich vorm dämmernden Aug′ entfalten sich schwarze Gestalten,&#10;Vor dem gewaltigen Geist reißt mir der Schleier entzwei,&#10;Nacht der Erfüllung, des Schau′ns! was gewahr ich? das römische Forum?&#10;Welch ein Schrecken, wie graut′s tausendgestaltig umher!&#10;Ja das ist Rom! Dein Triumph, Septimius, ging mit dem Cäsar&#10;Nicht zu Grabe, noch ragt düster sein Bogen empor!&#10;Dort mit dem finstern Gebälk die Tempelsäulen der Eintracht,&#10;Ueber des Abhangs Gebüsch, dort der tarpejische Fels!&#10;Todtenruhe! aus Schutt und Trümmer und Säulen und Bögen,&#10;Einsame Kirchen ans Grab römischer Götter gebaut!&#10;Kaum, daß die stille Allee noch ein Mönch einsiedlerisch wandelt,&#10;Kaum, daß ein flüchtlicher Wind nächtlich im Laube noch rauscht.&#10;Jupiter Stator, wie schlank in der Kraft korinthischer Schönheit,&#10;Ueberm verödeten Feld, deine Ruine sich zeigt!&#10;Düstert nicht geisterhaft durch der Säulen erhabene Hoheit,&#10;Halb nur erkennbar im Duft, Nero, dein goldner Palast?&#10;Wag′ ich mich weiter! wie dort sich gigantische Bögen entfalten,&#10;Sind sie′s, die Vespasian dankbar dem Frieden geweiht?&#10;Wie auf der Felsenstirn der gebietrischen Wölbungen oben&#10;Noch dem bewachsnen Gestein luftig ein Gärtchen entblüht!&#10;Tief erschaudernd dem Geist des Verhängnisses steig′ ich hinunter,&#10;Steig′ ich hinauf, wo mein Fuß Hügel von Marmor durchirrt.&#10;Da urplötzlich starrt und thürmt in entsetzlichen Massen,&#10;Wie ein zertrümmert Gebirg′, Vorwelt, dein Wunder sich auf!&#10;Gleich dem Krater des wilden Vulkans, vom Donner zerspalten,&#10;Oeffnet′s die Tiefe voll Grau′n furchtbar der schweigenden Nacht!&#10;Unter den Tempeln umher und den Bergen voll einsamer Reste&#10;Ragt′s wie der Vater der Welt unter den Ew′gen hervor.&#10;Staunend steh′ ich: es zittert voll sanftem friedlichen Lichte&#10;Ueber dem Schauergewölb lieblich im Aether ein Stern.&#10;Götter, wie hold! er lächelt in zarter himmlischer Schöne&#10;Ueber den Schrecken des Grab′s süß wie die Liebe herab.&#10;Könnt′ ich mich trennen! versuch′ ich′s zu gehn, ich stehe gefesselt,&#10;Diese titanische Nacht! ach und dies schmachtende Licht!&#10;Langsam voll sinnendem Ernst schleich′ ich den Hügel hinunter,&#10;Und ins verlassene Herz senkt sich der irrende Blick,&#10;Nun so zerfallen, zerstört vom langen Sturme des Schicksals,&#10;Ach, von der brennenden Gluth kühner Gefühle verzehrt,&#10;Sieht es die blühende Welt nicht zur düsteren Ruine zertrümmert?&#10;Wandl′ ich nicht einsam, das Herz bitt′rer Erinn′rungen voll?&#10;Fühl′ ich im stummen Gemüth nur Eine Regung der Sehnsucht&#10;Nach der Heimath, die mir jegliche Freude vergällt,&#10;Ja, wo die lautere Seele geheim im Heiligthum liebte,&#10;Selbst den Altar mir befleckt, der mich vom Pöbel getrennt?&#10;Stille, das bleibe verscharrt im großen Grabe des Herzens,&#10;Find′ ich ja Cäsars Welt über der Erde nicht mehr.&#10;Aber o freundliches Licht, dir öffn′ ich die schaurige Stätte,&#10;Wo meine Lieben geruht, todt und lebendig, mein Herz!&#10;Sieh, schon umfängt mich herrlich der Siegesbogen des Titus,&#10;Und durch die Bäume zurück wandl′ ich in schnellerem Schritt.&#10;Schon entsteigt dem Abgrund dein graues Denkmal, Severus,&#10;Deiner Colonnen Gestalt, Jupiter Donn′rer, dem Berg.&#10;Und die Treppen hinauf, die steinernen, führt mich der Dämon,&#10;Und dein gewalt′ges Bild dämmert mir auf, Capitol!&#10;Und du umpfängst mich! den Geist voll erhab′ner Erinn′rungen wandl′ ich&#10;Ueber den schweigenden Berg deine Paläste vorbei.&#10;Wunderbar rauscht durch die Stille der Nacht der lebendige Brunnen,&#10;Rossebänd′ger, wie zart lächelt euch Sternenlicht an!&#10;Und ich eile hinab, und wende noch einmal mich rückwärts,&#10;Und zu den Himmlischen steigt schaudernd ein heilig Gelübd′.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Carpe diem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/carpe-diem-5720/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/carpe-diem-5720/</guid><description>&lt;p&gt;Ich empfinde fast ein Grauen,&#10;dass ich, Plato, für und für&#10;bin gesessen über dir.&#10;Es ist Zeit hinauszuschauen&#10;und sich bei den frischen Quellen&#10;in dem Grünen zu ergehn.&#10;wo die schönen Blumen stehn&#10;und die Fischer Netze stellen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wozu dienet das Studieren&#10;als zu lauter Ungemach!&#10;Unterdessen läuft die Bach&#10;unsers Lebens, das wir führen,&#10;ehe wir es inne werden,&#10;auf ihr letztes Ende hin:&#10;dann kömmt ohne Geist und Sinn&#10;dieses alles in die Erden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cäsar Borjas Ohnmacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/caesar-borjas-ohnmacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/caesar-borjas-ohnmacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wer bin ich? Einer, welcher unterging,&#10;Den Kranz im Haar, den Becher in der Faust,&#10;Mit einem herkulanischen Gelag&#10;Von einem ungeheuren Sturz bedeckt?&#10;Ich weiss den Becher nur und meinen Sturz &amp;hellip;&#10;Im Belvedere &amp;hellip; Gestern &amp;hellip; Am Bankett &amp;hellip;&#10;Den Becher, ihn kredenzte schlürfend mir&#10;Der Papst, der ewig heiter lächelnde,&#10;Denn Cäsar Borja bin ich, Sohn des Papsts!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Ampel über meinem Lager kämpft&#10;Mit eines neuen Tages fahlem Schein &amp;hellip;&#10;Obs gestern oder ehegestern war,&#10;Ich weiss es nicht, doch eines weiss ich wohl:&#10;In jenem Becher gor der Borja Gift.&#10;Er galt dem Gast, dem Bischof. Selbst gewürzt&#10;Hat sich der Vater ewgen Schlummers Trunk!&#10;Ein Becher ward verwechselt. Warum nicht?&#10;Verrat des Schenken? Zufall? &amp;hellip; Es geschah.&#10;Ich lebe. Meine Drachenkraft bezwang&#10;Das Drachengift. Die Stunde ruft. Zur Tat!&#10;Leer steht ein Thron, und eine Krone rollt.&#10;Verbraucht ist das Apostelmärchen. Weg&#10;Damit. Der Vater war der letzte Papst!&#10;Ein König folgt ihm nach, und der bin ich.&#10;Entscheidungsstunde, nicht erschreckst du mich,&#10;Ich habe lange dich voraus bedacht:&#10;Entlarve mir dein kühnes Angesicht!&#10;Du heissest Heute! Kämmrer, gib das Schwert!&#10;Reif stehn die Ernten und die Sichel blitzt.&#10;Marsch, meine Banden! Richtet das Geschütz&#10;Auf des Konklave Kammern! Suchst du mich,&#10;Hauptmann? Im Borgo, sagst du, wird gekämpft?&#10;Ich komme! Ich vertausendfache mich!&#10;Ich steige mordend auf das Kapitol&#10;Und mit Italiens Krone krön ich mir&#10;Dies Haupt, das seine Frevel überragt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Charakter eines würdigen Predigers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/charakter-eines-wuerdigen-predigers/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/charakter-eines-wuerdigen-predigers/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist Theophilus ein Lehrer jeder Pflicht:&#10;So heilig wie sein Amt, so wahr als sein Gesicht:&#10;Dem Irrthum billig feind, ohn′ Irrende zu hassen:&#10;Voll Liebe, wie sein Gott, und, als sein Knecht, gelassen:&#10;Nur eifrig für das Wort: besorgt für aller Heil,&#10;Und keinem Eigennutz und keiner Meinung feil.&#10;Er sucht die Ehre nicht, noch Güter dieser Erde;&#10;Die Ehre suchet ihn, damit sie edler werde.&#10;Er unterscheidet sich so sehr vom Geist der Welt,&#10;Daß er, im Priesterrock, uns, und nicht sich, gefällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Charlotte Corday</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/charlotte-corday/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/charlotte-corday/</guid><description>&lt;p&gt;Die in Schleiern schwebend und geweiht,&#10;Eine aschenblonde Kerze, glomm:&#10;Ihre Augen blühten klar und fromm,&#10;Ihre Hände griffen Dunkelheit;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkelheit umschmiegte, was sie barg,&#10;Ihres Mordes streng erwählte Pflicht,&#10;Da sie ohne Flackern ihr Gesicht&#10;Leuchtend hinhob an den nahen Sarg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den düstern Käfig stieg sie hell.&#10;Ach, die Treppe war so schwer zu gehn!&#10;Jede Stufe ward ihr zehnmal zehn,&#10;Alle Stufen schwanden viel zu schnell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ihr Mut die Glocke droben zog,&#10;Schrie das Herz, schrie Wehe ob der Hand,&#10;Rief so tönend, daß sie nicht verstand,&#10;Wie ihr Mund die Öffnende belog.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chloris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chloris/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chloris/</guid><description>&lt;p&gt;In jenem zarten Alter,&#10;Als ich mit meinem Schäfchen&#10;Mich noch zu messen pflegte&#10;Und älter war, doch kleiner,&#10;Als mein getreues Schäfchen,&#10;Da folgt ich schon der Chloris,&#10;Wie mir mein treues Schäfchen.&#10;Auch schon in jenen Zeiten&#10;War sie in meinen Augen&#10;Mehr als ein sterblich Mädchen,&#10;Und ist noch eine Göttin,&#10;Und mir die schönste Göttin,&#10;Die jemals sichtbar worden.&#10;Einst sagt′ ich ihr: ich liebe;&#10;Ich liebe dich, o Chloris.&#10;Dies war des Herzens Sprache,&#10;Dies sagten meine Seufzer;&#10;Die kindisch blöde Zunge&#10;Ließ Herz und Seufzer reden&#10;Und fand sich keine Worte.&#10;Doch mich verstand die Schöne&#10;Und schenkte mir ein Mäulchen,&#10;Ein unvergeßlich Mäulchen.&#10;Und sprach zu mir: Du Kleiner,&#10;Du kennst noch nicht die Liebe.&#10;Seitdem entbrannte Chloris,&#10;Jedoch für andre Schäfer.&#10;Seitdem fing mancher Schäfer&#10;Aus Chloris Augen Feuer.&#10;Seitdem kam ich ins Alter,&#10;In dem wir Menschen lieben,&#10;Wie unsre Väter liebten.&#10;Es reiften meine Jahre,&#10;Es gab mir jeder Frühling&#10;Mehr Zärtlichkeit und Wünsche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chorus der Lyriker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chorus-der-lyriker/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chorus-der-lyriker/</guid><description>&lt;p&gt;O Mainacht, Mond und Mandoline!&#10;wer schwärmte früher für Lassalle?&#10;Heut gellt der Pfiff der Dampfmaschine&#10;Ins Hohelied der Nachtigall!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man schimpft uns &amp;ldquo;ewge Sekundaner&amp;rdquo;&#10;Doch falsch ist ihre Strategie:&#10;Wir sind die letzten Mohikaner&#10;Der deutschen Stimmungspoesie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir klopfen an die leere Tonne&#10;Und rufen: Wein her, rothen Wein!&#10;Auch uns erfreut das Licht der Sonne,&#10;Nur darf es nicht elektrisch sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lasst uns die Henkelkrüge schwingen:&#10;Ju Evoë, Anakreon!&#10;Was geht die Zeit uns an? Wir singen&#10;Von Mammuth und vom Mastodon!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christel/</guid><description>&lt;p&gt;Hab′ oft einen dampfen, düstern Sinn,&#10;Ein gar so schweres Blut!&#10;Wenn ich bei meiner Christel bin,&#10;Ist alles wieder gut.&#10;Ich seh sie dort, ich seh′ sie hier&#10;Und weiß nicht auf der Welt,&#10;Und wie und wo und wann sie mir,&#10;Warum sie mir gefällt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das schwarze Schelmenaug′ dadrein,&#10;Die schwarze Braue drauf,&#10;Seh ich ein einzig Mal hinein,&#10;Die Seele geht mir auf.&#10;Ist eine, die so lieben Mund,&#10;Liebrunde Wänglein hat?&#10;Ach, und es ist noch etwas rund,&#10;Da sieht kein Aug′ sich satt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cloris, deine rohte Wangen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cloris-deine-rohte-wangen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cloris-deine-rohte-wangen/</guid><description>&lt;p&gt;Cloris / deine rohte Wangen /&#10;deiner Augen helles Licht /&#10;und dein Purpurangesicht&#10;hält mich nuhn nicht mehr gefangen.&#10;Ich kan nicht mehr an dir hangen /&#10;weil du dich erbarmest nicht /&#10;ob mir schon mein Hertze bricht;&#10;deiner schnöden Hoffart Prangen /&#10;und dein hönisches Gemüht&#10;krencket mir mein jung Geblüht /&#10;daß ich dich wil gerne meiden /&#10;wan mich meine Galate /&#10;die mir macht dis süße Weh /&#10;wil in ihren Diensten leiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Colombo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/colombo/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/colombo/</guid><description>&lt;p&gt;»So ganz verwandelt du, der beim Orkan&#10;Sonst tollkühn in die Meerflut stach&#10;Und mit dem Kiel, daß wir es zitternd sahn,&#10;Die Wogenschäume lachend brach?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sag an, warum du einsam träumst und sinnst,&#10;Dem Freunde sag′s, Christoforo!&#10;Die Sorge scheuch, das eitle Hirngespinst!&#10;Sei neu mit uns beim Ballspiel froh!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umsonst! Wie viel von Fragen auch bestürmt,&#10;Der Jüngling bricht das Schweigen nicht:&#10;Er brütet, Schriften vor sich aufgetürmt,&#10;Vom Morgen bis zum Abendlicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Columbus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/columbus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/columbus/</guid><description>&lt;p&gt;Steure, mutiger Segler! Es mag der Witz dich verhöhnen,&#10;Und der Schiffer am Steu′r senken die lässige Hand.&#10;Immer, immer nach West! Dort muss die Küste sich zeigen.&#10;Liegt sie doch deutlich und liegt schimmernd vor deinem Verstand.&#10;Traue dem leitenden Gott und folge dem schweigenden Weltmeer!&#10;Wäre′ sie noch nicht, sie stieg′ jetzt aus den Fluten empor.&#10;Mit dem Genius steht die Natur im ewigen Bunde;&#10;Was der eine verspricht, leistet die andre gewiss.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>D Sonn- und Mau'fanger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/d-sonn-und-mau-fanger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/d-sonn-und-mau-fanger/</guid><description>&lt;p&gt;Däaffat mi koin Lugnar schealta,&#10;Wenn i sag, as hä der Bussa&#10;Mol a Jungs voar alti Zealta&#10;Gworfa hinter Altha dussa.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Saget it: &amp;ldquo;Was luigt dear Silli?&amp;rdquo;&#10;Want er s Rätsle inna weara?&#10;Seahnt, der Aischterbearg isch &amp;rsquo;s Fülli&#10;Und der Bussa d Füllamäahra.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und deam Fülli hot ui d Sonna,&#10;Wenn se drübert num ischt ganga,&#10;Äll Täg s Hor vom Buckel bronna,&#10;Denn dött danna wills nia ranga.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dahin!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dahin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dahin/</guid><description>&lt;p&gt;Seit du dich von mir gewendet,&#10;Weiß ich erst, was du mir warst;&#10;All der holde Zauber endet,&#10;Und der Wunderring zerbarst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als des Hauses gute Stunde&#10;Kamst und gingst du ein und aus,&#10;Fröhlich Wort auf heitrem Munde&#10;Führtest du das Glück ins Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie der Lichtstrahl kamst du, Holde,&#10;Der nur leuchten, wärmen mag,&#10;Daß von seinem klaren Golde&#10;Heller noch der hellste Tag;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie das Mondlicht kamst du, Süße,&#10;Das nur zu verklären strebt&#10;Und die lichten Silbergrüße&#10;Still in dunkle Stunden webt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Damals</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/damals/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/damals/</guid><description>&lt;p&gt;Es war in schönen Tagen,&#10;Als ich so mit ihr ging,&#10;Mein Auge mit Behagen&#10;An ihren Zügen hing.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort unter Schattenbäumen&#10;War eine traute Bank,&#10;Dort faßt ich ohne Säumen&#10;Sie um die Hüfte schlank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Köpfchen legt sie leise,&#10;Erröthend sanft an mich,&#10;Eine Thräne eine heiße,&#10;Aus ihrer Wimper schlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Armen halt ich selig&#10;Das jugendreiche Kind,&#10;Die Athemzüge zähl ich&#10;Und schaue schier mich blind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Damenpoesie nach dem tollen Jahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/damenpoesie-nach-dem-tollen-jahr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/damenpoesie-nach-dem-tollen-jahr/</guid><description>&lt;p&gt;Wo ist das Land, da noch Gesetze blühn,&#10;Wo Tugenden Millionen Herzen glüh′n,&#10;Ein Vaterauge sanft auf Alles blickt,&#10;Und der Verführung einmal gar Nichts glückt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ist das Schloß voll wunderschöner Prinzen,&#10;Da nicht Verräthermienen teuflisch grinzen,&#10;Wo nur die Treue wandelt aus und ein,&#10;Und stumme Ehrfurcht ist kein leerer Schein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ist der Staat, da Sinn für Ordnung ist,&#10;Zu Würden nur gelangt der wahre Christ,&#10;Zufriedenheit bei Unterthanen wohnt,&#10;Und sich Verdienst in milder Gnade sonnt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmergang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmergang/</guid><description>&lt;p&gt;Du lebst meerüber&#10;In blauer Ferne&#10;Und du besuchst mich&#10;Beim ersten Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich mach im Felde&#10;Die Dämmerrunde,&#10;Umbellt, umsprungen&#10;Von meinem Hunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rauscht im Dickicht,&#10;Es webt im Düster,&#10;Auf meine Wange&#10;Haucht warm Geflüster.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Weggeleite&#10;Wird trauter, trauter,&#10;Du schmiegst dich näher,&#10;Du plauderst lauter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da gibt′s zu schelten,&#10;Da gibt′s zu fragen,&#10;Und hell zu lachen&#10;Und leis zu klagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wedelt Barry&#10;So glückverloren?&#10;Du kraust dem Liebling&#10;Die weichen Ohren&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Damon und Doris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/damon-und-doris/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/damon-und-doris/</guid><description>&lt;p&gt;Doris.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geh Damon, sahst du nicht, wie jener Schmetterling&#10;Die junge Rose dort boshaftig hinterging?&#10;Kaum küßt er sie, so fliegt der Schalk zu andern Rosen!&#10;Sprich, wenn du von mir gehst, wen eilst du liebzukosen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Damon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schalk! ich seh es, ja; doch wirst du auch gewahr?&#10;Dem Schmeichler bot sie kaum den schönen Busen dar,&#10;So läßt sie gleiches Glück der Biene hier genießen:&#10;Wenn Damon dich verläßt, sprich, wer wird Doris küssen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dann gibt es nur eins!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dann-gibt-es-nur-eins/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dann-gibt-es-nur-eins/</guid><description>&lt;p&gt;Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelme und Maschinengewehre. dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN! Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst&#10;statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Hasslieder singen, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du&#10;sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen,&#10;du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransport, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:&#10;Sag NEIN!&#10;Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:&#10;Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!&#10;Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:&#10;dann:&#10;In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschelüberwest den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben -&#10;die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Straßen -&#10;eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam - der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken -&#10;in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln -&#10;in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen - das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln  zerbröckeln  zerbröckeln &#10;dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend - und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch  all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute Nacht schon, vielleicht heute Nacht, wenn  wenn  wenn ihr nicht NEIN sagt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dann, wenn du gehst...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dann-wenn-du-gehst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dann-wenn-du-gehst/</guid><description>&lt;p&gt;Dann, wenn Du gehst, scheinst Du mir nie gewesen.&#10;Ich finde mich, wie der vom Traum erwacht,&#10;Versehnt nach einer nächsten tiefern Nacht,&#10;Zur alten Lüge lächelnd zu genesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann, wenn Du kommst, weiß ich mich nicht erhalten&#10;Je ohne Dich, Du Herz der toten Welt:&#10;Du Brand, vor dessen Glut mich das Erkalten,&#10;Dem ich entrann, erinnernd überfällt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So schwank ich, willig immer zu verlachen&#10;Der frühern Stunde Armut; find ich mich&#10;Zwischen Phantomen taumelnd; in den Rachen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Daphnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daphnis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daphnis/</guid><description>&lt;p&gt;An einem Hügel voller Linden&#10;Saß Amarill, und war bemüht,&#10;Aus Blumen einen Kranz zu winden,&#10;Und sang ein angenehmes Lied.&#10;Sie, die so manches Herz gerühret,&#10;Sie, vieler Seufzer einz′ges Ziel,&#10;Ward hier vom Daphnis ausgespüret,&#10;Der ihr vor allen wohlgefiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie manches kam ihm jetzt zu statten!&#10;Die Lockung stiller Abendzeit,&#10;Ein sichrer und verschwiegner Schatten,&#10;Der Mai, ein Freund der Zärtlichkeit,&#10;Ihr Mund und Auge reich an Freuden,&#10;Ihr ihm schon oft verrathner Sinn;&#10;Allein, der Schäfer war bescheiden,&#10;Und ging nicht bis zur Schäferin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das alte Haus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alte-haus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alte-haus/</guid><description>&lt;p&gt;Der Maurer schreitet frisch heraus,&#10;er soll dich niederbrechen;&#10;da ist es mir, du altes Haus,&#10;als hörte ich dich sprechen:&#10;»Wie magst du mich, das lange Jahr′&#10;der Lieb′ und Eintracht Tempel war,&#10;wie magst du mich zerstören?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Ahnherr hat mich einst erbaut&#10;und unter frommem Beten&#10;mit seiner schönen, stillen Braut&#10;mich dann zuerst betreten.&#10;Ich weiß um alles wohl Bescheid,&#10;um jede Lust, um jedes Leid,&#10;was ihnen widerfahren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das alte Wirtshaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alte-wirtshaus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alte-wirtshaus/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngst ging ich meinem Verlangen nach&#10;In ein Bergnest, das einst mich freute:&#10;Noch flirrten die Erlen, noch rauschte der Bach,&#10;Noch grüßten mich freundliche Leute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch den Platz, wo ich damals träumte und trank&#10;In brausenden Jugendstunden:&#10;Vorm alten Wirtshaus die alte Bank,&#10;Die hab&amp;rsquo; ich nimmer gefunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein grellfunkelnagelneues Hotel&#10;Stand breit an selbigem Orte:&#10;Kein braunverwettertes Holzgestell,&#10;Ein Gebäude patentester Sorte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl war mein Wirtshaus lediglich&#10;Eine Einkehr für die Bagage -&#10;Das neue, gottlob, das hält auf sich,&#10;Und hat sogar Autogarage!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Attentat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-attentat/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-attentat/</guid><description>&lt;p&gt;Am Flügel sitzt der Freund mit der Sonate. Fred reizt indes die Kili-Kili-Schlange. Dann klemmt er sie mit einer Christbaumzange In einen Rosenstrauß zum Attentate. Als sich der Großfürst breit im Wagen nahte Streift ihn der Strauß an seiner rechten Wange. Im Séparé stirbt er beim zweiten Gange, Miß Lily zieht entsetzt den Wirt zu Rate.&#10;Die Polizei stellt sorgsam ihre Netze. Scheinwerfer nachts bei wilder Dächerhetze. Die Freunde flüchten in die Kohlenzechen.&#10;Dort trifft man sich zu heimlicher Verschwörung. Die Nihilisten feiern das Verbrechen. Im Lande schwelt die Flamme der Empörung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Auge der Schlange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-auge-der-schlange/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-auge-der-schlange/</guid><description>&lt;p&gt;Kennst Du die Sage wohl von jener Schlange,&#10;Der sichrer Tod im Blick des Auges liegt!&#10;Der Vogel, der sie ansieht, wirr und bange,&#10;Fällt starr vom Zweig, auf dem er sich gewiegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Häschen, das geduckt im Grase lauschet,&#10;Von ihrem Anschaun wundersam umstrickt,&#10;Wird willenlos und zauberhaft berauschet,&#10;Und stirbt, sobald ihr Aug&amp;rsquo; es angeblickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie aber glänzt in bunten Farbenringen,&#10;Und achtet nicht der Beute, die sie hält,&#10;Die Macht nur ist&amp;rsquo;s, der Sieg und das Gelingen,&#10;Es ist das grause Spiel, das ihr gefällt. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Autograph</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-autograph/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-autograph/</guid><description>&lt;p&gt;Pst! — St! — ja, ja,&#10;Das mocht′ eine Pracht noch heißen,&#10;Als ich am Ärmel sah&#10;Die goldenen Tressen gleißen!&#10;Wie waren die Hände weiß und weich,&#10;Wie funkelten die Demanten!&#10;Wie schwammen drüber, so duftig, reich,&#10;Die breiten Brüsseler Kanten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das waren Bilder und Lockenpracht,&#10;Wie mähnige Leun in Rahmen!&#10;Das Vasen! wo in der Galatracht&#10;Spazierten schäfernde Damen!&#10;Und, o, das war eine Blumensee,&#10;Ein farbiges Blütengewimmel!&#10;Das eine berauschende Äthernäh′&#10;Von heißem südlichem Himmel!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Banket</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-banket/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-banket/</guid><description>&lt;p&gt;Die Diener eilen hin und her,&#10;Sie tragen auf zum Feste,&#10;Die Tafel prangt von Silber schwer,&#10;Wo bleiben nur die Gäste?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eh&amp;rsquo; ich wart&amp;rsquo; in Ewigkeit,&#10;Schreit wild der Herr vom Hause,&#10;So seien alle Teufel heut&#10;Geladen zu dem Schmause!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da glänzt im Hofe Fackelschein,&#10;Da scharrt es auf dem Gange,&#10;Geputzte Herren treten ein&#10;Mit hellem Sporenklange.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willkomm, ihr Herrn, so spricht der Graf,&#10;Lang seid ihr ausgeblieben,&#10;Nun aber sei mit Trinken brav&#10;Und Schmaus die Zeit vertrieben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das bittere Trünklein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bittere-truenklein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bittere-truenklein/</guid><description>&lt;p&gt;Ein betrogen Mägdlein irrt im Walde,&#10;Flieht den harten Tag und sucht das Dunkel,&#10;Wirft auf eine Felsenbank sich nieder&#10;Und beginnt zu weinen unersättlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den wettermürben Stein des Felsens&#10;Ist gegraben eine kleine Schale -&#10;Da das Mägdlein sich erhebt zu wandern,&#10;Bleibt die Schale voller bittrer Zähren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abends kommt ein Vöglein hergeflattert,&#10;Aus gewohntem Becherlein zu trinken,&#10;Wo sich ihm das Himmelswasser sammelt&#10;Schluckt und schüttelt sich und fliegt von hinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das bucklicht Männlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bucklicht-maennlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bucklicht-maennlein/</guid><description>&lt;p&gt;(sp. 18. Jh.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will ich in mein Gärtlein gehen,&#10;will mein&amp;rsquo; Zwiebeln gießen,&#10;steht ein bucklicht Männlein da,&#10;fängt als an zu niesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will ich in mein Küchel gehen,&#10;will mein Süpplein kochen,&#10;steht ein bucklicht Männlein da,&#10;hat mein Töpflein brochen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will ich in mein Stüblein gehn,&#10;will mein Müslein essen,&#10;steht ein bucklicht Männlein da,&#10;hat&amp;rsquo;s schon halber gessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will ich auf mei&amp;rsquo;n Boden gehn,&#10;will mein Hölzlein holen,&#10;steht ein bucklicht Männlein da,&#10;hat mir&amp;rsquo;s halber g&amp;rsquo;stohlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Christkind in der Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-christkind-in-der-fremde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-christkind-in-der-fremde/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe bei Becherschimmer&#10;Gestern allein gewacht,&#10;Und habe wohl wie immer&#10;An Schlachten und Stürme gedacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wein, der kraftgewürzte,&#10;War hell wie Heldenblut,&#10;Doch je mehr ich hinunterstürzte,&#10;Je trüber ward mein Mut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich mocht’ es nicht mehr tragen,&#10;Ich ging in die Nacht hinein;&#10;Lichtwellen sah ich schlagen&#10;Aus Fenster und Fensterlein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sah wie ein Bettlerkind ich&#10;In jeden erhellten Raum;&#10;Wo meine Mutter find’ ich,&#10;Wo steht mein Weihnachtsbaum?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das eigensinnige Schwein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-eigensinnige-schwein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-eigensinnige-schwein/</guid><description>&lt;p&gt;Das Schwein, das Schwein, das steckt so recht&#10;Voll Trotz und Eigensinn.&#10;Wohin man&amp;rsquo;s gerne haben möcht&amp;rsquo;,&#10;Da will&amp;rsquo;s durchaus nicht hin.&#10;Drum, soll es vorwärts, zieht man fein&#10;Am Schwänzlein es zurück;&#10;Und dass ein Schwänzlein ist am Schwein,&#10;Das ist ein wahres Glück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Einhorn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-einhorn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-einhorn/</guid><description>&lt;p&gt;Der Heilige hob das Haupt, und das Gebet&#10;fiel wie ein Helm zurück von seinem Haupte:&#10;denn lautlos nahte sich das niegeglaubte,&#10;das weiße Tier, das wie eine geraubte&#10;â€šhülflose Hindinâ€˜ mit den Augen fleht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Beine elfenbeinernes Gestell&#10;bewegte sich in leichten Gleichgewichten,&#10;ein weißer Glanz glitt selig durch das Fell,&#10;und auf der Tierstirn, auf der stillen, lichten,&#10;stand wie ein Turm im Mond,das Horn so hell,&#10;und jeder Schritt geschah, es aufzurichten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das eiserne Kreuz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-eiserne-kreuz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-eiserne-kreuz/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der Nogat grünen Wiesen&#10;Steht ein Schloß in Preußenland,&#10;Das die frommen deutschen Riesen&#10;Einst Marienburg genannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An der Mauer ist zu schauen&#10;Bildniß leuchtend groß und klar,&#10;Bildniß unsrer lieben Frauen,&#10;Die den Heiland uns gebar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieb′ und Glaube wollten geben&#10;Jener Fülle milden Reiz,&#10;In den Lüften sah man schweben,&#10;In den Fahnen hoch das Kreuz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heil′ges Zeichen ward erlesen&#10;Fern im weisen Morgenland,&#10;Und nach seinem tiefsten Wesen&#10;Ward es deutsches Kreuz genannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ende vom Liede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ende-vom-liede/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ende-vom-liede/</guid><description>&lt;p&gt;Vergessen können ja! Das ist die Kunst,&#10;Von allen Künsten dieser Welt die erste&#10;Von allen Künsten dieser Welt die schwerste,&#10;Und bist du ihrer Herr, ist alles Dunst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist alles Wurst, was jemals du gewesen,&#10;Was du geliebt, gehaßt, getan, gefehlt, gewollt,&#10;Ob sich dein Leben prunkvoll aufgerollt,&#10;Ob du für andre warst bequemer Besen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob Sklave oder Herr dann ist′s egal,&#10;Vergessen können und nicht dran ersticken,&#10;Hinunterschlucken, lachen, weiterkrücken,&#10;Ins Leben weiter noch ein dutzendmal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Fass des Hasses</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fass-des-hasses/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fass-des-hasses/</guid><description>&lt;p&gt;Der Hass ist bleicher Danaiden Fass;&#10;Umsonst mag Rache mit den rauhen Händen&#10;Ins weite Dunkel ohne Unterlass&#10;Aus grossen Eimern Blut und Tränen senden,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geheim durchbohrt ein Dämon das Gelass,&#10;Und Schweiss und Blut von tausend Jahren schwänden,&#10;Selbst wenn die Opfer, neubelebt vom Hass,&#10;Aufs neue bluten müssten und verenden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Trinker gleicht der Hass, dem in Spelunken&#10;Mit jedem Schluck der wildre Durst erwacht&#10;Und sich der Hydra gleich verhundertfacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Fensterkreuz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fensterkreuz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fensterkreuz/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Neuhaus in dem Schlosse war’s: der Kurfürst hielt ein Jägermahl;&#10;Die Gäste saßen dicht gereiht, und Hörner schmetterten im Saal.&#10;Der Mundschenk goß die Gläser voll, die Diener drängten sich zuhauf,&#10;Es war ein schwüler Sommertag, die Fenster alle standen auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und durch die offnen Fenster rings sah man den kühlen, grünen Wald;&#10;Der Wald, das war zu dieser Zeit des Fürsten liebster Aufenthalt!&#10;In dem vergaß er, hell umtönt von Hirschgeschrei und Rosseshuf,&#10;Den Ärger, den zu Königsberg der böse Landtag dreist ihm schuf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Feuerschiff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-feuerschiff/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-feuerschiff/</guid><description>&lt;p&gt;Auf glatter, grauer Woge ruht das feuerrote Feuerschiff,&#10;Es rührt sich nicht; der Anker hält es fest im Meeressande;&#10;Fahrwasser weist sein Feuerschein durch Sandbank und durch Felsenriff&#10;Den Fischern in der Nebelnacht und leitet sie zum Strande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Matrosen grau und lendenlahm, Erleber mancher wilden Fahrt,&#10;Die halten hier das Feuer wach bei Nacht in Wind und Wetter;&#10;Dem wurde grau in Tropenglut das Blondhaar und der rote Bart,&#10;Den trugen bis nach Grönland hin die stahlbeschlagenen Bretter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das fröhliche Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-froehliche-leben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-froehliche-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich auf die Wiese komme,&#10;Wenn ich auf dem Felde jetzt,&#10;Bin ich noch der Zahme, Fromme,&#10;Wie von Dornen unverletzt.&#10;Mein Gewand in Winden wehet,&#10;Wie der Geist mir lustig fragt,&#10;Worin Inneres bestehet,&#10;Bis Auflösung diesem tagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O vor diesem sanften Bilde,&#10;Wo die grünen Bäume stehn,&#10;Wie vor einer Schenke Schilde&#10;Kann ich kaum vorübergehn.&#10;Denn die Ruh an stillen Tagen&#10;Dünkt entschieden trefflich mir,&#10;Dieses musst du gar nicht fragen,&#10;Wenn ich soll antworten dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das fruchtlose Beyspiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fruchtlose-beyspiel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fruchtlose-beyspiel/</guid><description>&lt;p&gt;Unser deutscher Kaiser&#10;Ist ein edler Mann,&#10;Seine Unterthanen&#10;Hört er selber an,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spricht dann den Bedrängten&#10;Rath und Tröstung zu,&#10;Sorgt, selbst wann sie schlafen,&#10;Noch für ihre Ruh'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So will er dem Staate&#10;Tag und Nacht sich weihn,&#10;Nur durch Müh&amp;rsquo; und Sorge&#10;Erster Kaiser seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sein hehres Beyspiel&#10;Frommt mir armen nicht.&#10;Seit ich Nettchen kenne,&#10;Kenn&amp;rsquo; ich keine Pflicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer schwebt ihr liebes&#10;Bild mir vor dem Sinn,&#10;Und mein ganzes Wesen&#10;Füllt die Zauberinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Geisterschiff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geisterschiff/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geisterschiff/</guid><description>&lt;p&gt;Es rauschen die Winde, die Nebel ziehn,&#10;Der Himmel ist sternenleer;&#10;Hoch über den schäumenden Wogen hin&#10;Durchschwebt ein Segel das Meer:&#10;Das Schiff ist, gesteuert von Geisterhand,&#10;In unaufhaltsamem Lauf,&#10;Ihm schadet kein Sturm, kein Klippenstrand,&#10;Kein Lebender weilet drauf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weit über der See, wo die Welle schweigt,&#10;Ein Eiland verborgen liegt:&#10;Ein einsamer Fels zum Himmel steigt,&#10;Die Wolke sein Haupt umfliegt.&#10;Dort blühet kein Halm, dort grünet kein Baum,&#10;Kein Vogel sein Nest dort baut;&#10;Nur der Adler allein aus der Lüfte Raum&#10;Die starrende Oede beschaut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gemälde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gemaelde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gemaelde/</guid><description>&lt;p&gt;Trüb brennt der Schenke Kerzenlicht,&#10;Der Wirtin junges Angesicht,&#10;Ermüdet, schlummertrunken,&#10;Nickt auf die Brust gesunken,&#10;Denn schon ist Mitternacht vorbei.&#10;Am Schiefertische spielen zwei,&#10;Die weissen Würfel schallen,&#10;Schlecht ist der Wurf gefallen -&#10;Ein junges wildes Augenpaar&#10;Droht aus verworrnem Lockenhaar:&#10;&amp;ldquo;Das war mein letztes Silberstück!&#10;Doch wenden muss sich jetzt das Glück!&#10;Du, Alter, musst mir borgen!&#10;Wir spielen bis zum Morgen!,&#10;Mit grünen Katzenaugen blitzt&#10;Der andre, der im Dunkel sitzt:&#10;&amp;ldquo;Lass dich zu Bette legen,&#10;Die Mutter spricht den Segen!&amp;rdquo;&#10;Des Jungen Faust zerdrückt das Glas&#10;Mit einem Fluch - &amp;ldquo;Kind, weisst du was?&#10;,Ein Schlösslein steht auf grünem Plan′,&#10;So fängt ein altes Märchen an.&#10;Ich meine das im Walde,&#10;Hier oben an der Halde.&#10;Verschlossen sind die Fenster,&#10;Drin hausen nur Gespenster&#10;Für den, der an Gespenster glaubt -&#10;Sobald das Jahr den Wald entlaubt,&#10;Macht sich der Herr von hinnen&#10;Von diesen luftgen Zinnen -&#10;Schwelgt in der Stadt im Marmorsaal&#10;Und spielt bei lustgem Kerzenstrahl.&#10;Kling, kling! Ich hör es klingen,&#10;Wie goldne Füchse springen &amp;hellip;&#10;Dein Vater - ward mir recht gesagt? -&#10;War Pächter und ist ausgejagt &amp;hellip;&#10;Da weisst du droben ein und aus,&#10;Du kennst den Hund, du kennst das Haus -&#10;Ich borge mir mein Spielgeld frisch&#10;Von dieses reichen Mannes Tisch!&#10;Nimm, was da liegt, nimm was da steht,&#10;Ein Prunkgeschirr ein Goldgerät,&#10;Mir darfst dus gleich verhandeln,&#10;Ich kanns in Münze wandeln.&#10;Von selber öffnet sich der Schrein,&#10;Du müsstest nicht ein Schlosser sein &amp;hellip;&amp;rdquo;&#10;Der Bursche lauscht mit dumpfem Hirn&#10;Dem höllischen Gemunkel,&#10;Ein Schatten steht auf seiner Stirn,&#10;Ein Schatten tief und dunkel:&#10;Und wieder leis und lüstern&#10;Beginnt das grimme Flüstern:&#10;&amp;ldquo;Kurt, sieh den Lauf der Welt dir an!&#10;Was wohl gelingt, ist wohl getan!&#10;Betrachte dir die Taten&#10;Der grossen Diplomaten,&#10;Die klugen Herrn verstehn den Pfiff,&#10;Ein leiser Schritt, ein sichrer Griff!&#10;Dann spielt man hübsch Verstecken&#10;Und lässt sich nicht entdecken -&#10;Du blickst so wild, als wolltst du mich&#10;Erstechen, Kurt, besinne dich!&#10;Wo suchst du deine Schlüssel, Kurt?&#10;Du trägst den ganzen Bund am Gurt!&amp;rdquo; &amp;hellip;&#10;Er stürzt hinaus, empört, betört,&#10;Die Wirtin, die ihn schreiten hört,&#10;Lallt halb im Traum, sie weiss nicht wie:&#10;&amp;ldquo;Wie gehts der Mutter? Grüsse sie!&amp;rdquo;&#10;Er taumelt in die Nacht hinaus,&#10;Um seine Stirn fliegt ein Gebraus&#10;Betrunkener Gedanken&#10;Und seine Schritte wanken.&#10;Er stürmt empor die Strecke&#10;Zum Schloss auf Schnees Decke,&#10;Das Gitter übersteigt er leis,&#10;Und knisternd bricht das Tannenreis,&#10;Er schleicht und nach der Leiter langt&#10;Er, die am Dach der Scheune hangt,&#10;Er steht am Herrenhause schon,&#10;Er klettert über den Balkon,&#10;Sein Herz, er hört es pochen &amp;hellip;&#10;Und hat die Tür erbrochen.&#10;Rasch ist ein Wachslicht angebrannt,&#10;Laut kracht es in der Täfelwand,&#10;Ihm steigt das Haar, hin starrt er wild&#10;Und sieht ein farbenlieblich Bild,&#10;Von lichtem Reif umgeben,&#10;Sich aus dem Düster heben.&#10;Den Schlummer eines Knaben sieht&#10;Er, neben dem die Mutter kniet,&#10;Die blauen Augen strahlen licht&#10;Von einer guten Zuversicht.&#10;Nicht kann den Blick er wenden&#10;Von diesen flehnden Händen &amp;hellip;&#10;Da muss mit Tränenbächen&#10;Die harte Rinde brechen -&#10;Dumpf klirrend fällt der Schlüsselbund.&#10;Die Mutter dankt mit frohem Mund.&#10;Er flüchtet über den Balkon,&#10;Die Leiter trägt er schnell davon,&#10;Als wandelt er auf Gluten -&#10;Und wendet sich zum Guten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Genie und die Talente</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-genie-und-die-talente/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-genie-und-die-talente/</guid><description>&lt;p&gt;An der höhern Stufe vermißt ihr gewöhnlich die niedre,&#10;Lernt′s doch endlich, sie wird eben mit dieser erkauft.&#10;Daß ein Ganzes werde, muß jeglicher Teil sich bescheiden,&#10;Tritt er einzeln hervor, wuchert er, wie er nur kann,&#10;Und er wird, wo er herrscht, sich freilich stärker erweisen,&#10;Als er tut, wo er dient, aber ein Tor nur vergleicht.&#10;Denkt nur an den Menschen! Ihm gaben alle Geschöpfe&#10;Von dem Ihrigen ab, doch er erreicht auch nicht eins,&#10;Oder hat er die Klaue des Löwen, den Fittich des Vogels?&#10;Selbst das stumpfe Insekt trotzt ihm mit seinem Instinkt.&#10;Dennoch ist er ihr König, und jedes muß sich ihm beugen,&#10;Aber ihm gleicht das Genie, das die Talente vereint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das geraubte Schäfchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geraubte-schaefchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geraubte-schaefchen/</guid><description>&lt;p&gt;Als Joabs Heldenheer die Kinder Ammon schreckte,&#10;Und schon ganz Israel das Land um Rabba deckte,&#10;Wo der Gewaltigen und Hanons Unverstand&#10;Die Boten schänden ließ, die David abgesandt,&#10;Da raubte sein Befehl Uria Glück und Leben&#10;Um das geliebte Weib, das ihm der Herr gegeben,&#10;Die Tochter Eliams, die Davids Freundin war,&#10;Und, als sie ausgetraurt, ihm einen Sohn gebar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Herrn mißfiel die That, und Nathan ward ersehen,&#10;Mit Worten Seines Zorns zum Könige zu gehen.&#10;Er sprach: In einer Stadt befanden sich zugleich&#10;Zween Männer; einer arm, der andre groß und reich.&#10;Der Reiche sahe stets in Tagen voller Freuden&#10;Die Heerden seines Hofs auf grünen Hügeln weiden;&#10;Die Rinder unzerstreut bei jungen Farren ruhn;&#10;Der Geiß′ und Widder Muth im Felde fröhlich thun;&#10;Die Lämmer ohne Fehl um ihre Mütter springen;&#10;Das Lastvieh durch den Klee mit reichen Bürden dringen;&#10;Die Blüten dicker Saat sich an den Wassern blähn,&#10;Und seiner Schnitter Fleiß die schönsten Halmen mähn.&#10;Dem Armen, ach! was war dem Armen doch bescheeret?&#10;Ein einzig kleines Schaf, das er gekauft, genähret.&#10;Das wuchs, und ward bei ihm und seinen Kindern groß,&#10;Und kannte seinen Ruf, und schlief in seinem Schooß,&#10;Und trank von seinem Kelch, und aß von seinen Bissen,&#10;Und folgte seiner Hand, und lief nach seinen Küssen:&#10;Er hielte dieses Schaf, sein liebstes auf der Welt,&#10;Wie in Jerusalem man eine Tochter hält.&#10;Dem Reichen kam ein Gast; daß der bewirthet würde,&#10;Nahm er kein Rind, kein Schaf aus seiner Weid′ und Hürde:&#10;Die räuberische Faust macht ihm ein Freudenmahl&#10;Von jenem weißen Schaf, das er dem Armen stahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gericht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gericht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gericht/</guid><description>&lt;p&gt;Das Fallbeil fiel; auf dem Schaffot&#10;Bekam er seinen Lohn;&#10;Den roten Ring um seinen Hals&#10;Stand er vor Gottes Thron.&#10;Die weißen Engel schlugen all′&#10;Die Hände vor′s Gesicht,&#10;Und eine tiefe Stimme sprach:&#10;&amp;ldquo;Es sei ihm das Gericht!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sprach der Geist mit hartem Blick:&#10;&amp;ldquo;So fahr′ zur Hölle hin;&#10;Du hast vergossen Bruderblut,&#10;Die Nacht sei dein Gewinn!&amp;rdquo;&#10;Die schwarzen Engel, augenlos,&#10;Mit Mienen tot und stumm,&#10;Die stellten um den Schächer sich&#10;Ganz eng und dicht herum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gesellschaftliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gesellschaftliche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gesellschaftliche/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Freunde, zecht bei freudenvollen Chören!&#10;Auf! stimmt ein freies Scherzlied an.&#10;Trink′ ich so viel, so trink′ ich euch zu ehren,&#10;Und daß ich heller singen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Rundtrunk muß der Stimmen Bund beleben,&#10;So schmeckt der Wein uns doppelt schön;&#10;Und ein Gesetz, nur eines will ich geben:&#10;Laßt nicht das Glas zu lange stehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Freunde! zecht, wie unsre Väter zechten:&#10;Sie waren alt und klug genung,&#10;Und manchen Zank, bei dem wir Söhne rechten,&#10;Ertränkten sie im Reihentrunk.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gespräch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gespraech/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gespraech/</guid><description>&lt;p&gt;Steffen. O Bruder welch Entzücken,&#10;Schafft mir mein guter Wein!&#10;Bey eines Mädgens Blicken,&#10;Da soll man froher seyn?&#10;Freund glaub, ein jeder Tropfe Wein,&#10;Stürzt neue Lust in mich hinein.&#10;Kunz. O Bruder welch Entzücken,&#10;Schaft mir mein muntres Weib!&#10;Das Feuer in den Blicken,&#10;Ihr schöngebauter Leib!&#10;Bey dieser Lust, bey diesen Freuden,&#10;Freund glaub, muß mich ein Fürst beneiden.&#10;Steffen. Ein schäumend Glas aufs andre leeren,&#10;Und stets dabey den Kuß entbehren! - -&#10;Ich glaub die Freude würd sich mehren,&#10;Wann diese Ding beysamen wären.&#10;Kunz. Doch ja! Bey meinen Küssen,&#10;Hab ich nicht einen Tropfen Wein,&#10;Bald glaubt’ ich, würd ich den nicht missen,&#10;Ich würde noch entzückter seyn.&#10;Steffen. Freund wie! mir fällt ein Mittel ein,&#10;Wir können unser Glück vermehren.&#10;Du hast ein Weib, ich habe Wein,&#10;Und die, die haben wir gemein,&#10;Nicht wahr? diß läßt sich hören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Glöcklein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gloecklein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gloecklein/</guid><description>&lt;p&gt;Er steht an ihrem Pfühl in herber Qual,&#10;Den jungen Busen muss er keuchen sehn -&#10;Er ist ein Arzt. Er weiss, sein traut Gemahl&#10;Erblasst, sobald die Morgenschauer wehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat geschlummert: Lieber, du bei mir?&#10;Mir träumte, dass ich auf der Alpe war.&#10;Wie schön mir träumte, das erzähl ich dir -&#10;Du schickst mich wieder hin das nächste Jahr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort vor dem Dorf - du weisst den moosgen Stein -&#10;Sass ich, umhallt von lauter Herdgetön,&#10;An mir vorüber zogen mit Schalmein&#10;Die Herden nieder von den Sommerhöhn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Glück und die Weisheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-und-die-weisheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-und-die-weisheit/</guid><description>&lt;p&gt;Entzweit mit einem Favoriten&#10;Flog einst Fortun′ der Weisheit zu:&#10;&amp;ldquo;Ich will dir meine Schätze bieten,&#10;Sei meine Freundin du!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit meinen reichsten schönsten Gaben&#10;Beschenkt′ ich ihn so mütterlich,&#10;Und sieh, er will noch immer haben,&#10;Und nennt noch geizig mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm Schwester, laß uns Freundschaft schließen,&#10;Du marterst dich an deinem Pflug,&#10;In deinen Schoß will ich sie gießen,&#10;Hier ist für dich und mich genug.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sophia lächelt diesen Worten,&#10;Und wischt den Schweiß vom Angesicht;&#10;&amp;ldquo;Dort eilt dein Freund, sich zu ermorden,&#10;Versöhnet euch, ich brauch′ dich nicht.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Glück und Melinde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-und-melinde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-und-melinde/</guid><description>&lt;p&gt;Aus einem Sonett des Girolamo Gigli.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sahe jüngst das Glück, und durft′ ihm kühnlich sagen:&#10;Bereue deinen falschen Tand;&#10;Dein flatterhafter Unbestand&#10;Berechtigt alle Welt zu klagen.&#10;Was du am Morgen kaum verliehn,&#10;Darfst du am Abend schon entziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Glück versetzte mir: Wie kurz ist aller Leben!&#10;Unendlich ist der Güter Wahl,&#10;Unendlich meiner Sklaven Zahl:&#10;Sollt′ ich nicht jedem etwas geben?&#10;Dient, was ich einem nehmen muß,&#10;Nicht gleich dem andern zum Genuß?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Goldtuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-goldtuch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-goldtuch/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ihr Mägde; schaut, was ihr im Schreine habt!&#10;Nicht darfst du mir von hinnen unbegabt,&#10;Mein blondgelockter Enkel, der mir bot&#10;Mit priesterlichen Händen Gott im Brot!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mathilde sprachs, die Fürstin, sterbeschwach.&#10;Richburg, die Schaffnerin, seufzt′: &amp;ldquo;Weh und Ach!&#10;Hin gabst den Armen alles du! Allein&#10;Dein goldgewoben Bahrtuch liegt im Schrein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die goldne Decke! Gebt dem Bischof die!&#10;Bahrtuch und Totenhemd, das mangelt nie!&amp;rdquo;&#10;Der Bischof zaudert &amp;hellip; &amp;ldquo;Nimm die Decke! Kränk&#10;Mich nicht!&amp;rdquo; Der Jüngling zieht mit dem Geschenk &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Grab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grab/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grab/</guid><description>&lt;p&gt;Das Grab ist tief und stille,&#10;Und schauderhaft sein Rand;&#10;Es deckt mit schwarzer Hülle&#10;Ein unbekanntes Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Lied der Nachtigallen&#10;Tönt nicht in seinem Schoß;&#10;Der Freundschaft Rosen fallen&#10;Nur auf des Hügels Moos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verlaßne Bräute ringen&#10;Umsonst die Hände wund;&#10;Der Waise Klage dringen&#10;Nicht in der Tiefe Grund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, sonst an keinem Orte&#10;Wohnt die ersehnte Ruh′;&#10;Nur durch die dunkle Pforte&#10;Geht man der Heimat zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Grab am Busento</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grab-am-busento/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grab-am-busento/</guid><description>&lt;p&gt;Nächtlich am Busento lispeln bei Cosenza dumpfe Lieder;&#10;Aus den Wassern schallt es Antwort, und in Wirbeln klingt es wieder!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und den Fluß hinauf, hinunter zieh′n die Schatten tapfrer Goten,&#10;Die den Alarich beweinen, ihres Volkes besten Toten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allzu früh und fern der Heimat mußten hier sie ihn begraben,&#10;Während noch die Jugendlocken seine Schulter blond umgaben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und am Ufer des Busento reihten sie sich um die Wette,&#10;Um die Strömung abzuleiten, gruben sie ein frisches Bette.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Grab der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grab-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grab-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ballade&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es steht ein Fels von der Wog′ umrauscht,&#10;In Provincia′s purpurnen Fluthen,&#10;Da hab′ ich einst Seel′ um Seele getauscht&#10;In liebezerschmelzenden Gluthen!&#10;Es schwebten im ewigen Reihentanz&#10;Die Sternlein auf mondlicher Wogen Glanz,&#10;O heilige Stunde der Liebe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nachtigall sang im Myrtenhain&#10;Aus den abendrothglühenden Schatten;&#10;Es rief daß girrende Täubelein&#10;Zur Liebe, zur Liebe den Gatten!&#10;Und fernher ertönte von Thal und Höh′n&#10;Ein flötendes schmachtendes Sehnsuchtsgetön&#10;Aus liebedurchathmeten Schatten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das graue Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-graue-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-graue-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Warum wird mir so dumpf und düster doch,&#10;So matt und trüb um die beengte Seele,&#10;Wenn ich an einem grauen Nachmittag&#10;An meinen Büchern mich vergeblich quäle, –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn wie ein aschenfarbiges Gewand&#10;Der Himmel hängt ob den verschlafnen Auen&#10;Und weit und breit von dem geliebten Blau&#10;Nicht eine Spur das Auge kann erschauen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Geiglein tönt aus einem fernen Haus,&#10;Man hört es kaum, gefühlvoll thät&amp;rsquo; es gerne,&#10;Gezognem Weinen eines Kindes gleich&#10;Mit dünnem Klang langweilig in die Ferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das große Feuerwerk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grosse-feuerwerk/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grosse-feuerwerk/</guid><description>&lt;p&gt;Das große Feuerwerk ist nun verpufft.&#10;Und, tausend losgespritzte Fünkchen, hängen&#10;Noch kleine Sterne in des Dunkels Fängen.&#10;Die Nacht ist lang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lehn&amp;rsquo; am Baum und sinn&amp;rsquo; am Himmel hin&#10;Und sehe wieder dünnen Sprühgoldregen&#10;Dem Teich enttanzen, sich vertropfend legen.&#10;Die Nacht ist lang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiß ist mein Hut, mein Kleid ist leicht; mich friert.&#10;Bleich blühten Chrysantemen ob den Wellen,&#10;Zerrieselten in sieben ros&amp;rsquo;ge Quellen.&#10;Die Nacht ist lang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das grosse Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grosse-kind/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-grosse-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Da fliegt er hin, der stolze Knabe,&#10;Rasch trägt sein Rößlein ihn vom Ort;&#10;Dem ich mich ganz ergeben habe,&#10;Mein süßer Schatz, schon ist er fort!&#10;Die Stunde schlug, von meinem Herzen&#10;Riß er sich zögernd, riß sich los,&#10;Und lächelnd bald und bald mit Schmerzen&#10;Sprach er: &amp;ldquo;Ade, ′s ist Mannesloos!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mannesloos, o Traum der Ehre,&#10;Von Männern allzuhoch geschätzt!&#10;Ich wollt′, daß er ein Kindlein wäre,&#10;Und mein Geliebter doch wie jetzt;&#10;Auf meinem Schoß wollt′ ich ihn wiegen&#10;Mit süßem Tändeln, warm und lind,&#10;In meinen Armen sollt′ er liegen,&#10;Mein großes, mein verliebtes Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Haar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-haar/</guid><description>&lt;p&gt;O Vlies des Wellen auf die Schultern fluten!&#10;O Locken, schwer von müdem Wohlgeruch,&#10;Erinnerungen, die da träumend ruhten,&#10;Verzückung fühl′ ich durch den Abend gluten,&#10;Breit′ ich die Locken wie ein wehend Tuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Asiens Schmachten, Afrikas Erglühen,&#10;Die Ferne fühl′ ich, längst verwehte Luft,&#10;Duftenden Wald aus deinen Tiefen sprühen.&#10;Mag Andrer Geist auf Tönen schwellend blühen,&#10;Der meine, Liebe, schwimmt auf deinem Duft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dorthin, wo Baum und Mensch voll Saft und Leben&#10;In Sonnenglut sich dehnt zu langer Rast,&#10;Seid Flechten, Wellen mir und lasst mich schweben,&#10;Meer, schwarz wie Ebenholz, du sollst mir weben&#10;Den Traum von Segel, Flamme, Ruder, Mast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das heilige Feuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heilige-feuer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heilige-feuer/</guid><description>&lt;p&gt;Auf das Feuer mit dem goldnen Strahle&#10;Heftet sich in tiefer Mitternacht&#10;Schlummerlos das Auge der Vestale,&#10;Die der Göttin ewig Licht bewacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn sie schlummerte, wenn sie entschliefe,&#10;Wenn erstürbe die versäumte Glut,&#10;Eingesargt in Gruft und Grabestiefe&#10;Würde sie, wo Staub und Moder ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Flamme zittert mir im Busen&#10;Lodert warm zu jeder Zeit und Frist&#10;Die, entzündet durch den Hauch der Musen,&#10;Ihnen ein beständig Opfer ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Heiligtum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heiligtum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heiligtum/</guid><description>&lt;p&gt;Waldnacht. Urmächtge Eichen, unter die&#10;Des Blitzes greller Strahl geleuchtet nie!&#10;Dämmernde Wölbung, Ast in Ast verwebt&#10;Von keines Vogels Lustgeschrei belebt!&#10;Ein brütend Schweigen, nie vom Sturm gestört,&#10;Ein heilig Dunkel, das dem Gott gehört&#10;Darin, umblinkt von Schädel und Gebein&#10;Sich ungewiss erhebt ein Opferstein &amp;hellip;&#10;Es rauscht. Es raschelt. Schritte durch den Wald!&#10;Das kurze römische Kommando schallt.&#10;Geleucht von Helmen! Eine Kriegerschar!&#10;Vorauf ein Gallier und ein Legionar:&#10;&amp;ldquo;Die Stämme können dienen. Beil in Schwung!&#10;Cäsar braucht Widder zur Belagerung!&amp;rdquo;&#10;Erbleichend spricht der Gallier ein Gebet&#10;Den Römer selbst ergreift die Majestät&#10;Des Orts, doch hebt gehorchend er die Axt -&#10;Der Gallier flüstert: &amp;ldquo;Weisst du, was du wagst?&#10;Die Stämme - diese Riesen - sind gefeit,&#10;Hier wohnt ein mächtger Gott seit alter Zeit&#10;In dessen Nähe nur der Priester tritt,&#10;Ein totenblasses Opfer schleppt er mit.&#10;Versehrtest nur ein Blatt du freventlich&#10;Stracks kehrte sich die Waffe wider dich!&amp;rdquo; &amp;hellip;&#10;Die heilgen Eichen drohen Baum an Baum&#10;Die Römer lauschen bang und atmen kaum,&#10;Schwer, schwerer wird der Hand des Beiles Wucht&#10;Und ihr entsinkts. Sie stürzen auf die Flucht.&#10;&amp;ldquo;Steht!&amp;rdquo; und sie stehn. Denn es ist Cäsars Ruf&#10;Der ihre Seelen sich zu Willen schuf!&#10;Er ist bei seiner Schar. Er deutet hin&#10;Auf eine Eiche. Sie umschlingen ihn,&#10;Sie decken ihn wie im Gedräng der Schlacht,&#10;Sie flehn. Er ringt. Er hat sich losgemacht,&#10;Er schreitet vor. Sie folgen. Er ergreift&#10;Ein Beil, hebts, führt den Schlag, der saust und pfeift &amp;hellip;&#10;Sank er verwundet von dem frevlen Beil? Er&#10;lächelt: &amp;ldquo;Schauet Kinder, ich bin heil.&#10;Erstaunen! Jubel! Hohngelächter! Spott!&#10;Soldatenwitz: &amp;ldquo;Verendet hat der Gott!&amp;rdquo;&#10;Die Rinde fliegt! Des Stammes Stärke kracht!&#10;Vom Laub zu dunklerm Laube flieht die Nacht.&#10;Die Beile tun ihr Werk. Die Wölbung bricht,&#10;Und Riesentrümmer überströmt das Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Herz ist mir bedrückt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-ist-mir-bedrueckt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-herz-ist-mir-bedrueckt/</guid><description>&lt;p&gt;Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich&#10;Gedenke ich der alten Zeit;&#10;Die Welt war damals noch so wöhnlich,&#10;Und ruhig lebten hin die Leut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch jetzt ist alles wie verschoben,&#10;Das ist ein Drängen! eine Not!&#10;Gestorben ist der Herrgott oben,&#10;und unten ist der Teufel tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alles schaut so grämlich trübe,&#10;So krausverwirrt und morsch und kalt,&#10;Und wäre nicht das bißchen Liebe,&#10;So gäb es nirgends einen Halt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hundegrab auf Oxia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hundegrab-auf-oxia/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hundegrab-auf-oxia/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Mahnruf&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein kahles Eiland in der Meereswüste&#10;Von Menschen unbewohnt, da nicht ein Quell&#10;Hervorbricht aus dem starren Felsengrund,&#10;Der Nahrung böte einem Grashalm nur,&#10;Indes die Sonne südlich hohe Glut&#10;Herniedersendet. So Jahrtausendlang&#10;Stand allgemieden, trostlos, wie verfemt&#10;Die Klippe da.&#10;Doch heute, wer im Boot&#10;Der Insel naht - auf einmal staunend sieht&#10;Sein Aug&amp;rsquo; ein wimmelnd Leben dort am Strand,&#10;Wo einst des Todes Schweigen nur geherrscht.&#10;Und Grauen wird das Staunen, wenn er sieht:&#10;Was dort sich regt, ist schauriger als Tod,&#10;Der Wohltat wär&amp;rsquo; den Unglückseligen,&#10;Verdammt zu langsamen Verschmachtens Qual,&#10;Ein Schicksal, das dem schlimmsten Mörder nicht&#10;Verhängt das härtste Strafgesetz.&#10;Wer sind&#10;Die Jammervollen? Was verbrachen sie?&#10;Unschuld&amp;rsquo;ge sind&amp;rsquo;s, hier grausam eingepfercht&#10;Von Menschen, die unmenschlich sind, denn gut&#10;Und edel sei der Mensch, indessen sie&#10;Vergaßen aller Güte, da es hier&#10;Nur Tiere gilt, und für die Folterung&#10;Von armen Hunden keine Rechenschaft&#10;Zu geben ist am Tage des Gerichts!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Joch am Leman</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-joch-am-leman/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-joch-am-leman/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die einen liegen tot mit ihren Wunden,&#10;Die andern treiben wir daher gebunden!&#10;Den Römeraar der Zwillingslegion,&#10;Im Männerkampf, im Rossgestampf entrissen&#10;Der eingegarnten Wölfin scharfen Bissen,&#10;Schwingt Divico, der Berge Sohn!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weit blaut die Seeflut. Scheltend jagen Treiber&#10;Am Ufer einen Haufen Menschenleiber,&#10;Die nackte Schmach umjauchzt Triumphgesang,&#10;Ein Jüngling kreist auf einem falben Pferde&#10;Um die zu zwein gepaarte Römerherde&#10;Die Krümmen des Gestads entlang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schleudert auf den Aar mit stolzem Schreie,&#10;Er schickt den Ruf empor zur Firnenreihe -&#10;Die Grät und Wände blicken gross und bleich -:&#10;&amp;ldquo;Hebt, Ahnen, euch vom Silbersitz, zu schauen&#10;Die Pforte, die wir für den Räuber bauen&#10;Der sich verstieg in euer Reich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kapitäl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kapitael/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kapitael/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sich aus eines Traumes Ausgeburten&#10;aufsteigend aus verwirrendem Gequäl&#10;der nächste Tag erhebt: so gehen die Gurten&#10;der Wölbung aus dem wirren Kapitäl&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und lassen drin, gedrängt und rätselhaft&#10;verschlungen, flügelschlagende Geschöpfe:&#10;ihr Zögern und das Plötzliche der Köpfe&#10;und jene starken Blätter, deren Saft&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wie Jähzorn steigt, sich schließlich überschlagend&#10;in einer schnellen Geste, die sich ballt&#10;und sich heraushält-: alles aufwärtsjagend,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;was immer wieder mit dem Dunkel kalt&#10;herunterfällt, wie Regen Sorge tragend&#10;für dieses alten Wachstums Unterhalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Karussell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-karussell/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-karussell/</guid><description>&lt;p&gt;Sie standen stumm und lauschten dem Getön&#10;Verstimmter Instrumente tief in Schlaf:&#10;Die starren Tiere, bunt und wunderschön.&#10;Da sie ein Kinderblick in Schmerz betraf,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erwachten sie. Die Löwenmähne flog&#10;Im Wind. So klang vom Elefantenzahn&#10;Geläut der Schellen. Rüssel schnob. Es zog&#10;In langem Zug die stolze Karawane&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahin. Vor ihrem steilen Aufbruch lag&#10;Ein Palmenwald, verstrickt in Abenteuer,&#10;Aus Lichtraketen schoß der heiße Tag,&#10;Kakteen brannten, purpurn, ungeheuer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kätzlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kaetzlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kaetzlein/</guid><description>&lt;p&gt;Zog der junge Wladislaw, zu jagen,&#10;Einst von seiner hohen Burg herunter.&#10;Wie er durch ein Dörflein kam gegangen,&#10;Kam ein weißes Kätzlein, das die Hunde&#10;Aufgescheucht, an ihm vorbeigesprungen.&#10;Und er mochte nicht mehr jagen gehen,&#10;Sondern mußte immer, immer horchen,&#10;Wie es sprach in seinem lieben Herzen:&#10;Daß ich doch dein kleines Kätzlein wäre,&#10;Das an deinem Bette jeden Morgen&#10;Bettelnd steht und lang nach deinen Augen,&#10;Nach den zugeschlossenen lieben Augen,&#10;Harrend blinzt, bis du sie aufgeschlagen.&#10;Wie das kleine Kätzlein das ersiehet,&#10;Schnurrt und spinnt es und die weichen Seiten&#10;Drückt es schmeichelnd an des Bettes Pfosten.&#10;Und du sagst dem Kätzlein guten Morgen&#10;Und du streckst die runden weißen Arme&#10;Aus dem Bett und nimmst die kleine Katze,&#10;Legst sie neben dich auf&amp;rsquo;s linde Kissen,&#10;Streichelst ihr die Stirne und den Rücken.&#10;Und das Kätzlein auf dem linden Kissen&#10;Liegt bei deinen weißen, warmen Brüsten,&#10;Die in sanftem Athemzug sich heben&#10;Und sich senken, wie zwei reine Lilien&#10;Auf des Flusses grüner Welle schwebend&#10;Bald sich tauchen unter sanfte Wogen,&#10;Bald erscheinen mit den süßen Kelchen.&#10;Und das Kätzlein auf dem linden Kissen,&#10;Und das Kätzlein, das du schwatzend streichelst,&#10;Und das Kätzlein an den weißen Brüsten,&#10;Die gleich Wasserlilien ruhig wogen,&#10;Schnurrt und spinnt und drücket zu die Augen;&#10;Daß ich doch dein kleines Kätzlein wäre!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kind des Steuermannes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-des-steuermannes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kind-des-steuermannes/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die Segel eingezogen,&#10;und alle Mann aufs Deck!&amp;rdquo;&#10;Der Sturm kommt angeflogen&#10;aus finsterem Versteck;&#10;die Wogen wälzen rollend&#10;sich schon heran mit Macht;&#10;der Donner regt sich grollend,&#10;und Mittag wird zur Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch hinten steht im Schiffe&#10;der Steuermann am Rad&#10;und lenkt mit Blick und Griffe&#10;des schwanken Kieles Pfad,&#10;weiß klug vorbeizuhalten&#10;am mörderischen Riff,&#10;die Wellen kühn zu spalten;&#10;denn ihm gehorcht sein Schiff.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O braver Seemann, zwinge&#10;des Elementes Wut,&#10;o wackres Schifflein, dringe&#10;voran durch Sturm und Flut;&#10;viel bange Herzen zagen,&#10;und mit des Sturms Geräusch&#10;mischt sich der Kinder Klagen,&#10;der Frauen Angstgekreisch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das kleine Tümmelding</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kleine-tuemmelding/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kleine-tuemmelding/</guid><description>&lt;p&gt;Der Bauer hier zu Land ist just kein Wicht;&#10;Allein so reich wie Thümmel wird er nicht.&#10;Das war der reichste Bauer in der Welt:&#10;Der maß mit Scheffeln nur sein Buttergeld.&#10;Der fuhr mit drei vier Rappen querfeldein,&#10;Wos ihm gefiel, und ließ die Leute schrein,&#10;Griff in den Sack und warf die Strafe hin:&#10;Da durft er ungehindert weiter ziehn.&#10;Er strich die Butter auf den Käs und aß&#10;Den Zucker eingetunkt ins Honigfaß.&#10;Er schmauste sein gebraten Schwein in Ruh&#10;Und Rindfleisch knappert er statt Brots dazu!&#10;Das Bier trank er nur eben oben ab;&#10;Doch Fässer Weins bis auf den Grund hinab.&#10;Bat ihn um ein Stück Brot ein armer Mann,&#10;Reicht er es hinterrücks, sah ihn nicht an,&#10;Und sagte einer: tausend Gotteslohn!&#10;Sprach er: geh zu mit deinem Gotteslohn!&#10;Ich brauch das nicht, ich habe ja vollauf!&#10;Und lachend setzt er einen Schluck darauf.&#10;– Das Leben währt noch eine gute Weil;&#10;Allein auf einmal hat der Tod nun Eil&#10;Und holt ihn ab und bricht den Übermut,&#10;Und Thümmels Seele ging es nun nicht gut:&#10;Sie wollte querfeldein ins Paradies,&#10;Wohin Sanct Peter sie jedoch nicht ließ.&#10;Sie hatte Gottes Lohn verschmäht und nun&#10;Begehrte sie ihn doch: was war zu tun? –&#10;Sie mußte zwischen Erd und Himmel gehn,&#10;Bis sie aufs neu sich Gottes Lohn gewönn:&#10;Man sah wie sie gehüllt in Feuer ging&#10;Und hieß sie nur das kleine Tümmelding. –&#10;– Mein kleines Tümmelding zog nun umher&#10;Probieren, ob ihm jemand günstig wär?&#10;Allein die Leute liefen von dem Ort,&#10;Wos kleine Tümmelding sich zeigte, fort.&#10;Man hielt den Tümmel für nichts Gutes mehr,&#10;Weil er im Feuer ging: das brannte sehr! –&#10;Doch aber merkt man endlich mit der Zeit,&#10;Das Tümmelding tut niemand was zu leid.&#10;Ging einer dort im Marschland überquer,&#10;So liefs im Finstern eben nebenher&#10;Und leuchtete nach Hause – dann und wann&#10;Rief man zum Leuchten sich das Ding heran.&#10;Ach! wie das kleine Tümmelding da ging&#10;Und Müh sich gab, daß es den Dank erzwing!&#10;Doch niemand sprach nun irgend »Gotteslohn!«&#10;Und so vergingen viele Jahre schon.&#10;Zwar sagte: »schönen großen Dank!« etwann&#10;Auch: »schamster Diener!« der und jener Mann,&#10;Auch: »sehr verbunden!« und dergleichen mehr,&#10;Auch: »bleib gesund!« doch – half ihm das nicht sehr!&#10;Denn niemand sagte schlichthin: »Gottes Lohn!«&#10;Es schien am Ende aus der Mode schon . . .&#10;Bis dermaleinst ein Trunkenbold, bei Nacht,&#10;Durch vieles Trinken sich so weit gebracht,&#10;Daß er den Graben hielt für einen Weg&#10;Und so ins Wasser plumpte von dem Steg.&#10;Obwohl er unten nun bald nüchtern war,&#10;Sah er im Graben doch nicht just und klar&#10;Und rief: wenn doch das kleine Tümmelding&#10;Hier wär! – Da kam das Tümmelding gar flink&#10;Und fing ihn, zischend durch den wüsten Schlamm,&#10;Und stellt ihn rauchend wieder auf den Damm&#10;Und trocknet ihn und leuchtet ihm nach Haus.&#10;Da rief gerührt der Halbgesottne aus:&#10;»O kleines Tümmelding, nun find ich schon,&#10;Nimm für dein Leuchten tausend Gotteslohn!« –&#10;Da flackert es vor Freuden lichterloh:&#10;Gottlob! ich bin erlöset! rief es froh:&#10;Hoch hüpfete das kleine Tümmelding,&#10;Hoch, hoch, bis in den Sternen es verging.&#10;Und seit derselben Stunde bleibt es fort:&#10;Man siehts nicht wieder auf der Heide dort.&#10;Aus alle dem jedoch zu merken ist,&#10;Daß ein »Gott lohns!« nicht zu verachten ist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Königslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-koenigslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-koenigslied/</guid><description>&lt;p&gt;Es lag ein junger König&#10;In seinem guldenen Bett.&#10;Die Kron drückt ihn nicht wenig,&#10;Die er auf dem Haupte hätt.&#10;Doch drückten ihn wohl im Herzen&#10;Die Liebesgedanken noch mehr.&#10;Er sprach zu seinem Diener:&#10;&amp;ldquo;Ruf mir den Narren her!&#10;Er soll ein Liedlein mir singen,&#10;Des Herzens Gram bezwingen.&amp;rdquo;&#10;Der Narre kam gelaufen&#10;Mit seiner güldnen Harfen:&#10;&amp;ldquo;Herr König, weil die Sinnen&#10;So schwer und glühend dir sind,&#10;Will ich ein Liedlein singen&#10;Vom leichten kühlen Wind.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Vom Winde willst du singen,&#10;Von kühler Nächte Duft?&#10;Laß sein, ich will′s nicht hören,&#10;Will selber an die Luft.&#10;Den Fels will ich erklimmen&#10;In dieser grausen Nacht,&#10;Und Lieder will ich dort singen,&#10;Bis daß der Tag erwacht.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Laß bleiben, laß bleiben, Herr König,&#10;Die Wind haben keinen Respekt,&#10;Die achten dein gar wenig,&#10;Sie werfen dich in Dreck.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Und schleudern sie mich vom Felsen&#10;Wohl tief in das Wasser hinein,&#10;So mögen sie doch auch wohl kühlen&#10;Die Gluten im Herzen mein.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ei König, wie willst du gehen,&#10;Barfuß und ohne Zierd,&#10;Ich bitt, laß mich erflehen,&#10;Kleid dich, wie dir′s gebührt.&#10;Bind an die Füße Sandalen,&#10;Häng um die goldene Kett,&#10;Und deine nackten Schultern&#10;Mit dem roten Purpur bedeck,&#10;Und in die Augen drücke&#10;Dir tief die schwere Kron,&#10;Damit sie dir nicht trage&#10;Der erste Wind davon.&#10;Und um die Lenden gürte&#10;Dir fest dein stählern Schwert,&#10;Damit den Winden ein König&#10;Zum leichtesten Spiel nicht werd!&#10;Und in den Gürtel stecke&#10;Dir noch den Zepter dein&#10;Und um die Schulter hänge&#10;Dir noch die Harfen mein.&amp;rdquo;&#10;Da kann der König nicht gehen,&#10;Es zog ihn schwer zurück,&#10;Da trat er in seinem Zorne&#10;Die Harfen in tausend Stück.&#10;Der Narre begann zu weinen,&#10;Da er die Harfen sah&#10;In tausend Stücken liegen,&#10;Die ach so schöne war.&#10;Der König den Fels erklomm,&#10;Wo tausend Bächlein flossen&#10;Und unten in einem Strom&#10;Zusammen sich ergossen.&#10;Die Winde hatten gesehen&#10;In dunkel schwarzer Nacht&#10;Den roten Purpur wehen&#10;Und auch der Krone Pracht.&#10;Sie breiten aus die Schwingen&#10;Und kommen alle herbei,&#10;Zu hören, wie er tät singen,&#10;Zu sehen sein herrliches Kleid.&#10;Und als sie hatten gehöret&#10;Das trübe Königslied,&#10;Da hatten sie ihren Gefallen,&#10;Es sollt ihnen werden ein Spiel.&#10;Der eine tat hoch aufbrausen&#10;In seinem Purpur rot,&#10;Der andre zog durch die Krone&#10;Die Locken wild hervor.&#10;Der dritt tät mit dem Schwerte&#10;Wohl klappern hin und her,&#10;Der Hirt zog ihn an der Kette&#10;Wie an dem Zaum ein Pferd.&#10;Er muß die Lethe trinken&#10;Mit schwerem Atemzug.&#10;Muß immer tiefer sinken&#10;In seinem grausen Flug.&#10;Um Hilf der König schreiet,&#10;Die Winde sprechen ihm Hohn,&#10;Sie tragen ihn vom Felsen&#10;Herunter in den Strom.&#10;Da eben stand der Narre,&#10;Der sah die Winde fliegen&#10;Und in dem nassen Grabe&#10;Sah er den König liegen.&#10;Da wandelt er sich um&#10;In lauter grün Gezweig,&#10;Das schöne Blüten trug&#10;Und goldne Frücht zugleich.&#10;Ein Adler kam geflogen&#10;Und baut sein kühnes Nest,&#10;Hoch in das grün Gezweige,&#10;Eh Wurzel es gefaßt.&#10;Die Wurzel faßt es tief&#10;Ins jungen Königs Herz,&#10;Der eben fest gar schlief&#10;Und nimmer fühlte Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Krähen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kraehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kraehen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Grobschmied hatt ein Töchterlein,&#10;Das konnte nicht schöner und feiner sein.&#10;Da kam der Hans den einen Tag,&#10;Ein Bursche, wies viele geben mag:&#10;Der warb um die Tochter: sie war ihm gut;&#10;Doch hatte der Vater nicht gleichen Mut&#10;Und sagte: Er hat nicht Gut und Geld&#10;Und will doch freien in dieser Welt? –&#10;Da sprach der Bursch: Geld, Gut ist Dunst;&#10;Viel besser ist eine gute Kunst! –&#10;Was kann er für eine? ich will doch sehn! –&#10;Da sprach der Bursche: ich kann gut krähn! –&#10;Da lachten Mutter und Töchterlein,&#10;Der alte Schmied auch hinterdrein,&#10;Und sprach: So zeig er wie ers kann;&#10;Da fing der Bursch zu krähn an:&#10;Kikeriküh! und kikeriküh!&#10;Recht wie der Hahn und sonder Müh.&#10;Der Alte sprach: Ein Spaß ist das;&#10;Doch sag er an, was hilft so was? –&#10;Gar viel, begann der junge Mann:&#10;Nur sag er, bin ich sein Eidam dann,&#10;Wenn ich dahier auf seinen Sand&#10;Ein Schloß hinschaff und Gartenland&#10;Und wird das andre rings bestellt&#10;Zu einem schönen Weizenfeld? –&#10;Ja, sagte der Schmied, schaffst du den Sand,&#10;Den ich nicht mag, zum Gartenland&#10;Und baust ein schönes Schloß darauf,&#10;So nimm das andre dazu in Kauf! –&#10;Topp! Eltern! und topp! Töchterlein!&#10;Das Schloß, das Feld, die Braut sind mein! –&#10;– Da sahen sich die Leute an;&#10;Doch es begann der junge Mann&#10;Nun allerlei Brimborium –&#10;Und sah sich unterweilen um.&#10;Nun wußte niemand wies geschah,&#10;Auf einmal stand ein Teufel da!&#10;Und dem verschrieb sich Hans mit Blut.&#10;– Hm! denkt der Schmied, das wird nicht gut!&#10;– Im Pakt versprach der Teufel: den Zaun,&#10;Das Feld, den Garten, das Schloß zu baun,&#10;Darin den reichsten schönsten Schatz&#10;Und rings umher einen lustgen Platz:&#10;Das alles am selben Abend spat,&#10;Noch vor der ersten Hahnenkrat;&#10;Doch, würd er nicht fertig und fehlt ein Stein,&#10;Sollt Hansens Seele gerettet sein!&#10;Er sollte da wohnen wies ihm gefiel,&#10;Und machen seiner Tage viel. –&#10;– Nun ging die Teufelsarbeit los:&#10;Die Angst der Mutter, der Braut war groß.&#10;Der Grobschmied sprach: welch dummer Streich!&#10;Der Teufel schafft das freilich gleich! –&#10;Ganz lustig ist allein der Hans&#10;Und freut sich an der Geister Tanz:&#10;Die schleppen herzu, ohn Rast und Ruh:&#10;Es wächst da alles in einem Nu!&#10;Flink klappert der Zaun zusammen sich,&#10;Gras, Kraut und Baum sprießt wunderlich,&#10;Und Vögel singen und Schwäne ziehn&#10;Auf den rings umirrenden Wassern hin.&#10;Nun steigt der Palast, das schönste Haus&#10;Auf dem schönsten Platz vom Boden heraus:&#10;Der Keller, die Küche, die Treppe jetzt,&#10;Der zweite Stock wird aufgesetzt,&#10;Der dritte nun, nun kommt das Dach.&#10;Hausrat und Schatz füllt jedes Gemach.&#10;Das Dach wächst höher . . . o Angst, o Pein!&#10;Es fehlt bald nur der letzte Stein!&#10;O Hans, o Hans, nun holt er den,&#10;Und noch will hier kein Hahn nicht krähn!&#10;Da lacht der Hans und ohne Müh&#10;Kräht er beherzt sein: kikeriküh! –&#10;Da sah der Teufel ihn höhnisch an:&#10;Das gilt hier nicht; du bist kein Hahn! –&#10;– So hör doch Teufel! – Kikeriküh!&#10;Ertönts im ganzen Dorfe hie,&#10;Ja selbst auf dem Turm der Wetterhahn&#10;Fängt lustig mit zu krähen an.&#10;Da wirft der Teufel hin den Stein,&#10;Und ruft: verdammte Künstelein!&#10;Aus ist der Pakt, das Schloß ist dein!&#10;Nun macht euch lustig und zieht hinein! –&#10;Da fährt der Teufel zum untersten Grund&#10;Und prügelt vor Wut den Höllenhund. –&#10;Der Grobschmied gibt dem jungen Mann&#10;Sein Töchterchen – weil er krähen kann.&#10;Zwar fehlt am Palaste der letzte Stein,&#10;Und setzt man noch so oft ihn ein,&#10;Er fällt herunter und fällt sich klein;&#10;Doch machts den Leuten keine Pein –&#10;Und auf der Hochzeit sangen sie&#10;Dem Teufel zur Schur nur: kikerikih!&#10;Im ganzen Haus hin: kikerikih!&#10;Im Keller: kikrih! in der Küche: kikrih!&#10;Auf den Treppen und Fluren nur: kikerikih!&#10;In allen Gemächern: kikikerikih!&#10;Beim Essen und Trinken nur: kikerikih!&#10;Drei Tage und Nächte: kikikerikih!&#10;Auf Tischen und Bänken: kikikerikih!&#10;Dem Teufel zur Schur nur: kikikerikih!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das kranke Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kranke-herz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kranke-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt nicht leicht an schönern Stand&#10;Als was a Dokter is,&#10;Wo no an Kranken z′ helfen is,&#10;Da hilft der Dokter gwiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für jeden is er, wer da will,&#10;Für jeden, der no lebt,&#10;Für jeden, fehlt im no so viel,&#10;Der Dokter hat′s Rezept.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was a rechter Dokter is,&#10;Der kon a no viel mehr,&#10;A so a Dokter, der kuriert&#10;Zivil und Militär.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sagens! Hilft aber der für alls,&#10;Für alles, was oan fehlt?&#10;′s gibt ja allerhand so I.eid&#10;Und Krankheit in der Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Kreuz in Hellas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kreuz-in-hellas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-kreuz-in-hellas/</guid><description>&lt;p&gt;(Fragment. 1828.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Was macht den Blick in weiter Ferne weilen,&#10;Was pochst du Herz, was stürmst du fort, o Seele,&#10;Auf Wehmuthstönen durch die Luft getragen?&#10;Was stehst du dort, mein Auge, o erzähle,&#10;Daß du das Herz so zwingst, dir nach zu eilen!?&#10;Was regt im Geist dieß Sehnen, laß mich fragen,&#10;Dieß Hoffen und dieß Zagen? – –&#10;Ruf′ in die Lüft′ es, Stimme meiner Lieder!&#10;Kommt um mich her, Ihr Völker in der Runde,&#10;Ihr alle, die vom großen Liebesbunde&#10;Die unzertrennlich auserwählten Glieder!&#10;Euch will ich′s sagen! und wie milder Regen&#10;Wird Thränenthau die Herzen Euch bewegen! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Land der Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-land-der-freiheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-land-der-freiheit/</guid><description>&lt;p&gt;Es schlief ein Greis auf Hellas’ Feld, wo man die Schlacht geschlagen,&#10;Er schlief wohl an zehn Stunden schon, seit ausgetobt der Schlachtlärm,&#10;Und wer den grauen Schläfer sah, seufzt: Friede mit den Todten!&#10;Doch jetzt erhebt der Greis sein Haupt, reibt sich den Schlaf vom Auge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es liegt ein stiller See vor ihm mit purpurrothen Wellen.&#10;»Du ebner See,« so lispelt er, »wie friedlich fließt dein Wasser,&#10;Wie glühen deine Wellen all’ so schön im Morgenrothe!&#10;So hehr erglänzt das Frühroth nur im goldnen Land der Freiheit!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Es fuhr ein knecht hinaus zum wald.&#10;Sein bart war noch nicht flück.&#10;Er lief sich irr im wunderwald.&#10;Er kam nicht mehr zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ganze dorf zog nach ihm aus&#10;Vom früh- zum abendrot&#10;Doch fand man nirgends seine spur.&#10;Da gab man ihn für tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So flossen sieben jahr dahin.&#10;Und eines morgens stand&#10;Auf einmal wieder er vorm dorf&#10;Und ging zum brunnenrand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie fragten wer er wär und sahn&#10;Ihm fremd ins angesicht.&#10;Der vater starb die mutter starb&#10;Ein andrer kannt ihn nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied Almas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-almas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-almas/</guid><description>&lt;p&gt;Der Knabe saß am Bach,&#10;Das Wasser war so hell,&#10;Am Grunde schwamm ein Fisch,&#10;Der Fisch schwamm blitzeschnell.&#10;Der Knabe sprang hinab,&#10;Das Wasser war so tief,&#10;Und unten auf dem Grund,&#10;Wie es da ferne rief:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist nicht hier am Bach,&#10;Und was hier blinket hell,&#10;Das ist kein flinker Fisch.&#10;Du sprangest blitzeschnell,&#10;Du sprangest tief hinab,&#10;Du sprangest weit und fern:&#10;Hier unten auf dem Grund&#10;Da ist der fremde Stern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied vom Reifen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-reifen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-reifen/</guid><description>&lt;p&gt;Seht meine lieben Bäume an,&#10;Wie sie so herrlich stehn,&#10;Auf allen Zweigen angetan&#10;Mit Reifen wunderschön!&#10;Von unten an bis oben ´naus&#10;Auf allen Zweigelein&#10;Hängt´s weich und zierlich, zart und kraus,&#10;Und kann nicht schöner schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Engel Gottes geht bei Nacht,&#10;Streut heimlich hier und dort,&#10;Und wenn der Bauersmann erwacht,&#10;Ist er schon wieder fort.&#10;Du Engel, der so gütig ist,&#10;Wir sagen Dank und Preis,&#10;O mach uns doch zum heil´gen Christ&#10;Die Bäume wieder weiß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied vom Tode für’s Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-tode-fuers-vaterland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-tode-fuers-vaterland/</guid><description>&lt;p&gt;Wir müssen alle fort von hier&#10;An einen andern Ort;&#10;Der Tod, der klopft an jede Thür,&#10;Wir müssen alle fort!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hilft kein Bitten und kein Flehn,&#10;Kein Alter und kein Stand;&#10;Das Best’ ist, daß wir willig gehn&#10;An unsers Führers Hand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der stirbt am Fieber, Der an Gicht,&#10;An Schwindsucht Der und Der!&#10;»Willkommen, Tod!« sagt Keiner nicht;&#10;Ist doch nichts kläglicher!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sterbt, alle Menschen! ist Gebot,&#10;In aller Welt bekannt!&#10;Ich wüßte keinen schönern Tod,&#10;Als den für’s Vaterland!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mädchen auf dem Eurotas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-auf-dem-eurotas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-auf-dem-eurotas/</guid><description>&lt;p&gt;Schwankend auf der Spiegelwelle&#10;Tanzt der leichtbewegte Kahn:&#10;Wie so freundlich, klar und helle!&#10;Bald hinunter, bald hinan!&#10;Wie die alte liebe Sonne&#10;Nieder aus dem Aether quillt,&#10;Und mit junger Lebenswonne&#10;Den erwärmten Busen füllt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Lämmer, wie sie klettern&#10;Um die vollen Hügel hin!&#10;Unter grünen Lorbeerblättern&#10;Zarte weiße Schwäne ziehn!&#10;Und der Berge Duftgestalten&#10;Wie mit weichem Liebes-Kuß&#10;In der Ferne sich entfalten&#10;Ueber′m blauen Königsfluß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mädchen im Kampf mit sich selbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-im-kampf-mit-sich-selbst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-im-kampf-mit-sich-selbst/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Schweigend sinkt die Nacht hernieder,&#10;Und in tiefster Dunkelheit&#10;Löst das Mädchen ihre Glieder&#10;Aus dem engen Sonntagskleid.&#10;Aber ihre Hände irren&#10;Bei den Locken dann und wann,&#10;Und um diese zu entwirren,&#10;Zündet sie ihr Lämpchen an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schüchtern nun bei seinem Strahle&#10;Schaut sie in des Spiegels Rund,&#10;Und ihr tut zum ersten Male&#10;Ihrer Schönheit Macht sich kund.&#10;Tief errötend, dennoch zaudernd,&#10;Blickt sie fort und fort hinein;&#10;Dann, wie vor sich selbst erschaudernd,&#10;Löscht sie schnell der Lampe Schein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mädchen spricht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-spricht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-spricht/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Es spürt mich Einer in allem Rosenduft,&#10;Ahne ich manchmal. Und er sucht mich auch&#10;In Fliederblüten und den blauen Glocken.&#10;Aber ich weiß mich selber nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will ihm gerne beide Hände reichen;&#10;Nur meine Glieder sind so unbeschwert,&#10;Daß ich mir immer wie ein Wind entgleite.&#10;Ich glaube, daß ich noch nicht geboren bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Einmal aber werde ich sein.&#10;Ganz plötzlich. Wie von einem Stern&#10;Der helle Stein zur Erde fällt,&#10;Wird tief mein Name in ihn fallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mährchen vom Geist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maehrchen-vom-geist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maehrchen-vom-geist/</guid><description>&lt;p&gt;Den verdammten Kerl, den Geist,&#10;Müssen wir doch kriegen,&#10;Daß dem Demagogen nicht&#10;Wir noch unterliegen!&#10;Zehn Mal Hunderttausend Mann!&#10;Auf, Soldaten, drauf und dran!&#10;Ladet die Gewehre,&#10;Rettet unsre Ehre!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie schießen wuthentbrannt&#10;Selbst sich todt, die Blinden;&#10;Sie vernichten Stadt und Land:&#10;Geist - ist nicht zu finden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das hier ist die letzte Stadt,&#10;Hier müßt ihr ihn fassen!&#10;Seht! verwegen hüpft er dort&#10;Munter durch die Gassen.&#10;Polizei, entwickle dich!&#10;Du ergreifst ihn sicherlich!&#10;Ist er dein geworden,&#10;Schmücke dich ein Orden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mährchen vom Reichthum und der Noth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maehrchen-vom-reichthum-und-der-noth/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maehrchen-vom-reichthum-und-der-noth/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;lsquo;S war einmal Bruder und Schwester:&#10;Der Reichthum und die Noth;&#10;Er schwelgte in tausend Genüßen,&#10;Sie hatte kaum trocken Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schwester diente beim Bruder&#10;Viel Hundert Jahre lang;&#10;Ihn rührt es nicht, wenn sie weinte,&#10;Noch wenn sie ihr Leiden besang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er fluchte und trat sie mit Füßen;&#10;Er schlug ihr in&amp;rsquo;s sanfte Gesicht;&#10;Sie fiel auf die Erde und flehte:&#10;Hilfst du, o Gott, mir nicht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie wird das Lied wohl enden?&#10;Das ist ein traurig Lied!&#10;Ich will&amp;rsquo;s nicht weiter hören,&#10;Wenn Nichts für die Schwester geschieht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mühlrad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-muehlrad/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-muehlrad/</guid><description>&lt;p&gt;Das Rad, wie sichs hebt&#10;Mit wuchtigen Hieben!&#10;Es scheint belebt -&#10;Und es wird nur getrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die strömende Welt&#10;Geht drüber im Schwalle:&#10;Das funkelt und fällt -&#10;So narrt es uns alle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie blitzt es und blinkt&#10;Im Perlengetraufel!&#10;Doch sinkt es und sinkt&#10;Von Schaufel zu Schaufel,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis fließend verging&#10;Ein Lasten, ein Freuen,&#10;Des Rades Ring&#10;Sich neigt einem Neuen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau&amp;rsquo;, wie sichs dreht!&#10;Das Ding ist heiter -&#10;Es geht und geht,&#10;Und kommt doch nicht weiter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Opfer des Frühlings</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-opfer-des-fruehlings/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-opfer-des-fruehlings/</guid><description>&lt;p&gt;Sah ich je ein Blau, wie droben&#10;Klar und voll den Himmel schmückt?&#10;Nicht in Augen, sanft gehoben,&#10;Nicht in Veilchen, still gebückt!&#10;Leiser scheint der Fluß zu wallen&#10;Unter seinem Widerschein,&#10;Vögel schweigen, und vor allen&#10;Dämmert meine Seele ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, es gilt auch eine Feier!&#10;Schaut den Lenz im Morgenglanz!&#10;Hinter grauer Nebel Schleier&#10;Flocht der Jüngling sich den Kranz.&#10;Wenn sein Hauch, die Nebel teilend,&#10;Ihn zu früh schon halb verriet,&#10;Wich er scheu zurück, enteilend&#10;In ein dunkleres Gebiet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Parterre spricht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-parterre-spricht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-parterre-spricht/</guid><description>&lt;p&gt;Strenge Fräulein zu begrüßen,&#10;Muß ich mich bequemen;&#10;Mit der lüderlichen Süßen&#10;Werd ich′s leichter nehmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Bühne lieb ich droben&#10;Keine Redumschweife;&#10;Soll ich denn am Ende loben,&#10;Was ich nicht begreife?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lose, faßliche Gebärden&#10;Können mich verführen;&#10;Lieber will ich schlechter werden&#10;Als mich ennuyieren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Persönliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-persoenliche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-persoenliche/</guid><description>&lt;p&gt;Schreib, schreib &amp;hellip;&#10;Schreib von der Unsterblichkeit der Seele,&#10;vom Liebesleben der Nordsee-Makrele;&#10;schreib von der neuen Hauszinssteuer,&#10;vom letzten großen Schadenfeuer;&#10;gib dir Mühe, arbeite alles gut aus,&#10;schreib von dem alten Fuggerhaus;&#10;von der Differenz zwischen Mann und Weib &amp;hellip;&#10;Schreib &amp;hellip; schreib &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schreib sachlich und schreib dir die Finger krumm:&#10;kein Aas kümmert sich darum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber:&#10;schreibst du einmal zwanzig Zeilen&#10;mit Klatsch – die brauchst du gar nicht zu feilen.&#10;Nenn nur zwei Namen, und es kommen in Haufen&#10;Leser und Leserinnen gelaufen.&#10;&amp;ldquo;Wie ist das mit Fräulein Meier gewesen?&amp;rdquo;&#10;Das haben dann alle Leute gelesen.&#10;&amp;ldquo;Hat Herr Streuselkuchen mit Emma geschlafen?&amp;rdquo;&#10;Das lesen Portiers, und das lesen Grafen.&#10;&amp;ldquo;Woher bezieht Stadtrat Mulps seine Gelder?&#10;Das schreib – und dein Ruhm hallt durch Felder und Wälder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Rechte und Schlechte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-rechte-und-schlechte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-rechte-und-schlechte/</guid><description>&lt;p&gt;Mit frechen Feinden kriegen,&#10;Und sie nur stets besiegen,&#10;Das wär schon recht!&#10;Doch ohn ein Schwert zu ziehen,&#10;Nur immer, immer fliehen,&#10;Ei, das ist schlecht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit immer tapfern Kämpfen,&#10;Des Feindes Rachgier dämpfen,&#10;Das wär schon recht!&#10;Mit Planen, die nichts taugen,&#10;Das Land nur auszusaugen,&#10;Ei, das ist schlecht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn Schurken sich beraten,&#10;Und Leut und Land verraten,&#10;Das ist nicht recht!&#10;Doch sie zu pensionieren,&#10;Statt zu arkebusieren,&#10;Ei, das ist schlecht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Riesenspielzeug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-riesenspielzeug/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-riesenspielzeug/</guid><description>&lt;p&gt;Burg Niedeck ist im Elsaß der Sage wohlbekannt.&#10;Die Höhe, wo vorzeiten die Burg der Riesen stand.&#10;Sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer.&#10;Du fragest nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst kam das Riesenfräulein aus jener Burg hervor,&#10;Erging sich sonder Wartung und spielend vor dem Tor&#10;Und stieg hinab den Abhang bis in das Tal hinein,&#10;Neugierig zu erkunden, wie&amp;rsquo;s unten möchte sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ritterpferd und der Klepper</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ritterpferd-und-der-klepper/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ritterpferd-und-der-klepper/</guid><description>&lt;p&gt;Ein kriegerisches Pferd, die Lust der Ritterschaft,&#10;War würdig seiner Zucht, und freudig, voller Kraft,&#10;War gleich an Muth und Kunst, an Dauer und Vermögen,&#10;Zog aus, und wieherte Geharnischten entgegen,&#10;Und spottete der Furcht. Es hatt′ aus Feld und Schlacht,&#10;Und Wettlauf und Turnier stets Ehre heimgebracht.&#10;Kopf, Schenkel, Farb′ und Huf war schön an ihm zu nennen;&#10;Doch zog sein zweiter Herr, beim ersten Ringelrennen,&#10;Ihm Hans, den Klepper, vor. Sogar der Sattelknecht&#10;Belacht des Junkers Wahl, und heißt sie ungerecht.&#10;Ein alter Reiter sieht′s, und seufzt, daß, auch in Pferden,&#10;Verdienste schlecht erkannt, und nicht vergolten werden.&#10;Der Junker bricht den Hals. Es kömmt das Pferd zuletzt&#10;In eines Fürsten Stall, der es nach Würden schätzt.&#10;Der Alte hört′s, und lacht, und spricht: Man darf nur leben:&#10;Verdiensten muß die Zeit Recht und Belohnung geben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Schlachtfeld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schlachtfeld/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schlachtfeld/</guid><description>&lt;p&gt;Sanft schläft der Helden Schaar, die hier zur Ruhe sank;&#10;Es segnet Ihre Gruft des Vaterlandes Dank.&#10;So oft der Lenz mit Thau bethränet&#10;Ihr heiliges Gebein verschönet,&#10;Entblüht mehr Anmut seinem Pfad,&#10;Als je der Fuß der Fantasei betrat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachts tönt von Feenhand der Todtenklocke Klang&#10;Und Luftgebild erhebt den leisen Grabgesang.&#10;Die Ehr&amp;rsquo; in grauer Pilgerhülle&#10;Weiht oft der Rasenhügel Stille;&#10;Die ernste Freiheit wählt hinfort&#10;Als trauernde Einsiedlerin den Ort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Schloß Boncourt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schloss-boncourt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schloss-boncourt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich träum als Kind mich zurücke,&#10;Und schüttle mein greises Haupt;&#10;Wie sucht ihr mich heim, ihr Bilder,&#10;Die lang ich vergessen geglaubt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch ragt aus schatt&amp;rsquo;gen Gehegen&#10;Ein schimmerndes Schloß hervor,&#10;Ich kenne die Türme, die Zinnen,&#10;Die steinerne Brücke, das Tor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schauen vom Wappenschilde&#10;Die Löwen so traulich mich an,&#10;Ich grüße die alten Bekannten,&#10;Und eile den Burghof hinan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort liegt die Sphinx am Brunnen,&#10;Dort grünt der Feigenbaum,&#10;Dort, hinter diesen Fenstern,&#10;Verträumt ich den ersten Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Schwabenmädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schwabenmaedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schwabenmaedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich Mädchen bin aus Schwaben,&#10;Und braun ist mein Gesicht;&#10;Der Sachsenmädchen Gaben&#10;Besitz′ ich freilich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die können Bücher lesen,&#10;Den Wieland, und den Gleim;&#10;Und ihr Gezier und Wesen&#10;Ist süß wie Honigseim.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Spott, mit dem sie stechen,&#10;Ist scharf wie Nadelspitz;&#10;Der Witz, mit dem sie sprechen,&#10;Ist nur Romanenwitz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir fehlt zwar diese Gabe,&#10;Fein bin ich nicht und schlau;&#10;Doch kriegt ein braver Schwabe&#10;An mir ′ne brave Frau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Segelschiff des Knaben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-segelschiff-des-knaben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-segelschiff-des-knaben/</guid><description>&lt;p&gt;Es stand im elterlichen Birkenschranke&#10;Hinter Kram und Glas,&#10;Aber seine Planke&#10;War vom Räubermeere nass.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch Bauernmohn und Balsaminen&#10;Glückselig schwebend, schnitt sein Kiel,&#10;Ihm nachzustaunen, war im Knabenspiel&#10;Dein erstes ernstes Dienen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und saß dein Kinderschopf gefangen&#10;In Staub- und Schulgeruch -&#10;Schon wieder: die Matrosen sangen&#10;Durch das Vokabelbuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und einmal waren alle tot.&#10;So kam das Schiff gezogen,&#10;Als um dein ländlich frühes Abendbrot&#10;Septemberwespen flogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Spinnlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spinnlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spinnlein/</guid><description>&lt;p&gt;Nei, lueget doch das Spinnli a,&#10;wie&amp;rsquo;s zarti Fäde zwirne cha!&#10;Bas Gvatter, meinsch, chasch&amp;rsquo;s au ne so?&#10;De wirsch mer&amp;rsquo;s, traui, blibe lo.&#10;Es macht&amp;rsquo;s so subtil und so nett,&#10;i wott nit, aß i &amp;rsquo;s z&amp;rsquo;hasple hätt.&#10;Wo het&amp;rsquo;s die fini Riste gno,&#10;bi wellem Meister hechle lo?&#10;Meinsch, wemme &amp;rsquo;s wüßt, wol mengi Frau,&#10;sie wär so gscheit, und holti au!&#10;Jez lueg mer, wie &amp;rsquo;s si Füeßli sezt,&#10;und d&amp;rsquo;Ermel streift, und d&amp;rsquo;Finger nezt.&#10;Es zieht e lange Faden us,&#10;es spinnt e Bruck ans Nochbers Hus,&#10;es baut e Landstroß in der Luft,&#10;morn hangt sie scho voll Morgeduft,&#10;es baut e Fußweg nebe dra,&#10;&amp;rsquo;s isch, aß es ehne dure cha.&#10;Es spinnt und wandlet uf und ab,&#10;potz tausig, im Galopp und Trab!&#10;Jez goht&amp;rsquo;s ringum, was hesch, was gisch!&#10;Siehsch, wie ne Ringli worden isch?&#10;Jez schießt es zarti Fäden i.&#10;Wird&amp;rsquo;s öbbe solle gwobe si?&#10;Es isch verstuunt, es haltet still,&#10;es weiß nit recht, wo &amp;rsquo;s ane will,&#10;&amp;rsquo;s goht weger zruck, i sieh&amp;rsquo;s em a;&#10;&amp;rsquo;s muß näumis Rechts vergesse ha.&#10;&amp;lsquo;Zwor&amp;rsquo;, denkt es, &amp;lsquo;sel pressiert jo nit,&#10;i halt mi nummen uf dermit.&amp;rsquo;&#10;Es spinnt und webt, und het kei Rast,&#10;so gliichlig, me verluegt si fast.&#10;Und &amp;rsquo;s Pfarers Christoph het no gseit,&#10;&amp;rsquo;s seig jede Fade zsemmegleit.&#10;Es mueß ein guti Auge ha,&#10;wer&amp;rsquo;s zehlen und erchenne cha.&#10;Jez puzt es sini Händli ab,&#10;es stoht, und haut der Faden ab.&#10;Jez sizt es in si Summerhus,&#10;und luegt die lange Stroßen us.&#10;Es seit: &amp;lsquo;Me baut si halber z&amp;rsquo;tod,&#10;doch freut&amp;rsquo;s ein au, wenn&amp;rsquo;s Hüsli stoht.&amp;rsquo;&#10;In freie Lüfte wogt und schwankt&amp;rsquo;s,&#10;und an der liebe Sunne hangt&amp;rsquo;s;&#10;sie schint em frei dur d&amp;rsquo;Beinli dur,&#10;und &amp;rsquo;s isch em wohl. In Feld und Flur&#10;sieht &amp;rsquo;s Mückli tanze, jung und feiß;&#10;&amp;rsquo;s denkt bi nem selber: &amp;lsquo;Hätti eis!&amp;rsquo;&#10;O Tierli, wie hesch mi verzückt!&#10;Wie bisch so chlei, und doch so gschickt!&#10;Wer het di au die Sache glehrt?&#10;Denkwol der, wonis alli nährt,&#10;mit milde Händen alle git.&#10;Bis z&amp;rsquo;frieden! Er vergißt di nit.&#10;Do chunnt e Fliege, nei wie dumm!&#10;Sie rennt em schier gar &amp;rsquo;s Hüsli um.&#10;Sie schreit und winslet Weh und Ach!&#10;Du arme Chetzer hesch di Sach!&#10;Hesch keine Auge bi der gha?&#10;Was göhn di üsi Sachen a?&#10;Lueg, &amp;rsquo;s Spinnli merkt&amp;rsquo;s enanderno,&#10;es zuckt und springt und het si scho.&#10;Es denkt: &amp;lsquo;I ha viel Arbet gha,&#10;jez mußi au ne Brotis ha!&amp;rsquo;&#10;I sag&amp;rsquo;s jo, der, wo alle git,&#10;wenn&amp;rsquo;s Zit isch, er vergißt ein nit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Trauerspiel von Afghanistan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-trauerspiel-von-afghanistan/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-trauerspiel-von-afghanistan/</guid><description>&lt;p&gt;Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,&#10;Ein Reiter vor Dschellalabad hält,&#10;&amp;ldquo;Wer da!&amp;rdquo; - &amp;ldquo;Ein britischer Reitersmann,&#10;Bringe Botschaft aus Afghanistan.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Afghanistan! Er sprach es so matt;&#10;Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,&#10;Sir Robert Sale, der Kommandant,&#10;Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,&#10;Sie setzen ihn nieder an den Kamin,&#10;Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,&#10;Er atmet hoch auf und dankt und spricht:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das trunkne Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-trunkne-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-trunkne-lied/</guid><description>&lt;p&gt;O Mensch! Gib, acht!&#10;Was spricht die tiefe Mitternacht?&#10;&amp;ldquo;Ich schlief, ich schlief -&#10;aus tiefem Traum bin ich erwacht: -&#10;Die Welt ist tief,&#10;und tiefer als der Tag gedacht.&#10;Tief ist ihr Weh -,&#10;Lust - tiefer noch als Herzeleid:&#10;Weh spricht: vergeh!&#10;doch alle Lust will Ewigkeit -,&#10;- will tiefe, tiefe Ewigkeit&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das über Sr. Chur-Fürst. Durchl. zu Hannover</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ueber-sr-chur-fuerst-durchl-zu-hannover/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ueber-sr-chur-fuerst-durchl-zu-hannover/</guid><description>&lt;p&gt;im Nahmen eines andern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch ungemeiner Glantz will unsre Brust bestrahlen/&#10;Welch Sonnen-reines Licht mag unsre Felder mahlen/&#10;Und füllt durch seinen Schein das Chur- und Fürsten-Hauß!&#10;So rief Hanover jetzt mit seinen Landen aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie? sprach die Tugend drauf/ die mit zurück gekommen/&#10;Ist dein Erlauchter Held dir aus der Brust genommen/&#10;Da Ihn des Reiches Noth aus deinen Augen trennt?&#10;Nein/ nur die Freude fragt/ die keines gleichen kennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das unbekannte Grab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unbekannte-grab/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unbekannte-grab/</guid><description>&lt;p&gt;Halb schon verschüttet von dem weh′nden Sande&#10;Ragt einsam dies verfallne Grab;&#10;Die Sonne flammt darauf in lohem Brande,&#10;Wie vor Aeonen, noch herab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In keinem Grashalm, nicht im dürrsten Moose&#10;Ringsum von Leben eine Spur;&#10;Weit dehnen sich bis in das Grenzenlose&#10;Der Himmel und die Wüste nur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Bilder seh′ ich auf dem Stein und Zeichen&#10;In einer Schrift, die keiner kennt,&#10;Gestalten, die der Völker keinem gleichen,&#10;So viele die Geschichte nennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das verlassene Mägdelein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verlassene-maegdelein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verlassene-maegdelein/</guid><description>&lt;p&gt;Früh, wann die Hähne krähn,&#10;Eh′ die Sternlein verschwinden,&#10;Muß ich am Herde stehn,&#10;Muß Feuer zünden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schön ist der Flammen Schein,&#10;Es springen die Funken;&#10;Ich schaue so drein,&#10;In Leid versunken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Plötzlich, da kommt es mir,&#10;Treuloser Knabe,&#10;Daß ich die Nacht von dir&#10;Geträumet habe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träne auf Träne dann&#10;Stürzet hernieder.&#10;So kommt der Tag heran -&#10;O ging′ er wieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Vermächtnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vermaechtnis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-vermaechtnis/</guid><description>&lt;p&gt;Hör′ des Sterbenden Vermächtnis,&#10;Höre meinen letzten Laut:&#10;Diese Blume, welk und farblos,&#10;Sei als Gabe dir vertraut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sie teuer, wie sie kostbar,&#10;Dir ist es ja ganz bewußt:&#10;An dem Tag, als mein du wurdest,&#10;Raubt′ ich sie von deiner Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebchen, laß an deinem Busen,&#10;Laß die welke Blume ruhn,&#10;Einst der Liebe traute Gabe,&#10;Doch des Schmerzens Gabe nun!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wirst du′s im Herzen lesen,&#10;Gleich der Schrift im Leichenstein:&#10;Wann und wie sie dir geraubt ward,&#10;Wann und wie sie wieder dein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das verschlossene Thor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verschlossene-thor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verschlossene-thor/</guid><description>&lt;p&gt;Hinwälzt sich wild durch Ktesiphon&#10;Das Römerheer mit Brand und Morde.&#10;Verwüstet hat die Räuberhorde&#10;Des Ormuzd großen Tempel schon;&#10;Durch Reihn gesunkener Pilaster&#10;Nun dringt sie in die Halle vor,&#10;Wo um das Feu′r des Zoroaster&#10;Anbetend kniet ein Magierchor&#10;Und Greife von Granit und Drachen&#10;Ein ries′ges Thor von Erz bewachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In krausen Zügen wunderbar&#10;Flammt Spruch auf Spruch an jenem Thore,&#10;Und dumpf schallt zu der Römer Ohre&#10;Das Lied der Magier vom Altar:&#10;»Ihr Priester, schürt das heil′ge Feuer,&#10;Uebt an der Pforte treu die Wacht!&#10;Gebunden sind die Ungeheuer,&#10;Die Schreckgeburt der alten Nacht,&#10;So lang der düstre Schlund versiegelt;&#10;Weh, würde je das Thor entriegelt!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Verwunschene Schloss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verwunschene-schloss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verwunschene-schloss/</guid><description>&lt;p&gt;Inmitten einer lieblichen Au,&#10;Die kristallenes Licht übergoß,&#10;Stand ehemals ein stolzer Bau,&#10;Ein strahlend schönes Schloß.&#10;Das Reich, wo es sich luftig erhob,&#10;War des Königs »Gedanke« Land,&#10;Und Seraphschwingen waren darob&#10;Unsichtbar ausgespannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Goldgelbe Banner aus Damast&#10;Wallten in Sonnenglut&#10;Herab vom schimmernden Palast&#10;Wie eine goldene Flut.&#10;Und jeder schmeichlerische Zephyr,&#10;Der mit den Blüten dort&#10;Gekost, flog aus dem Zauberrevier&#10;Als Wohlgeruch wieder fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wanderer blickten in jenem Tal&#10;Durch Fenster aus leuchtendem Glas&#10;In einen hohen, blendenden Saal,&#10;Wo des Reiches Gebieter saß.&#10;Sein Thron war ganz aus edlem Gestein&#10;Mir purpurnem Baldachin;&#10;Davor schlangen Genien einen Reih′n&#10;Zu Harfenmelodien.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wasser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wasser/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wasser/</guid><description>&lt;p&gt;Ohne Wort, ohne Wort&#10;rinnt das Wasser immerfort!&#10;andernfalls, andernfalls&#10;spräch es doch nichts andres als:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bier und Brot, Lieb und Treu, -&#10;und das wäre auch nicht neu.&#10;Dieses zeigt, dieses zeigt,&#10;daß das Wasser besser schweigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Weltrad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weltrad/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weltrad/</guid><description>&lt;p&gt;Das Weltrad saust,&#10;Ich sause mit!&#10;Es schüttert, schleudert, rast, braust&#10;Pfeifendschrill –&#10;Ich schleudere, rase, brause mit&#10;Weil ich will! weil ich will!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich geh täglich meine mühsamen Schritte,&#10;Doch – zu wirbelndem Fluge&#10;Im Zeit-Zuge&#10;Reißt mich des Weltrades Kraftmitte&#10;Vorwärts!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Weltradsausen singt,&#10;Der unaufhörlich große Ton bezwingt&#10;Mich in den Rasekreis:&#10;Das ist mein Schicksalsbeschluß,&#10;Das ist alles, was ich weiß:&#10;Daß ich mitsausen,&#10;Daß ich mitbrausen&#10;Muß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wichtigste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wichtigste/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wichtigste/</guid><description>&lt;p&gt;(5. Januar 1908)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Mordshallo hat′s einst gegeben,&#10;Als Cäsar nahm den Rubikon,&#10;Bei uns gibt′s andre Überschritte,&#10;Jedoch wir sagen keinen Ton.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob Rathaus oder etwas andres,&#10;Nie kommt man aus mit dem Etat,&#10;Zuweilen scheint′s, als würd′ es langen,&#10;Doch hinterher ist alles da.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die neue Rennbahn hat′s bewiesen;&#10;Kein Nachtrag? Kinder, welch Malheur!&#10;Doch nein, es stimmt, denn als man nachsah,&#10;Da waren′s hunderttausend mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Stadthall′nbau sehn drum entgegen&#10;Wir mit Vertrauensvölligkeit;&#10;Ist erst der Bauetat bewilligt,&#10;Der Nachtrag find′t sich mit der Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das zerbrochene Ringlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zerbrochene-ringlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zerbrochene-ringlein/</guid><description>&lt;p&gt;In einem kühlen Grunde&#10;Da geht ein Mühlenrad,&#10;Meine Liebste ist verschwunden,&#10;Die dort gewohnet hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat mir Treu versprochen,&#10;Gab mir ein′n Ring dabei,&#10;Sie hat die Treu gebrochen,&#10;Mein Ringlein sprang entzwei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möcht als Spielmann reisen&#10;Weit in die Welt hinaus,&#10;Und singen meine Weisen,&#10;Und gehn von Haus zu Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möcht als Reiter fliegen&#10;Wohl in die blutge Schlacht,&#10;Um stille Feuer liegen&#10;Im Feld bei dunkler Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>daz es kein edele herze...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daz-es-kein-edele-herze/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daz-es-kein-edele-herze/</guid><description>&lt;p&gt;daz es kein edele herze enbirt,&#10;sît ez hie von geherzet wirt.&#10;ich weiz ez wârez alse den tôt&#10;und erkenne ez bî der selben nôt:&#10;der edele senedære&#10;der minet senediu mære.&#10;von diu swer seneder mære ger,&#10;der envar niht verrer danne her.&#10;ich wil in wol bemæren&#10;von edelen senedæren,&#10;die reiner sene wol tâten schîn:&#10;ein senedære und ein senedærîn,&#10;ein man ein wîp, ein wîp ein man,&#10;Tristan Isolt, Isolt Tristan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>De nui Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/de-nui-zeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/de-nui-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Grad eaba hot a Wäldele&#10;No an der Landstroß grüant,&#10;Hot ussam Busch am Häldele&#10;No s Vogelsang verteant.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeatz aber isch as anderescht,&#10;Sind Laub und Gsang verbei,&#10;Und wenn du d Stroßa wanderescht,&#10;Ischt älles gro wia Blei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ma&amp;rsquo; sait jeatz sei as freier,&#10;Seitdeam der Wald sei weag,&#10;Und a&amp;rsquo;glau sei der Weiher&#10;Und a&amp;rsquo;bout jeder Fleack.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ällz soll se nu&amp;rsquo; rentiara&#10;Und schaffa Geald und Kraft,&#10;- Jo s Land verunganiara&#10;Ischt uja Wissaschaft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>De profundis clamavi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/de-profundis-clamavi/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/de-profundis-clamavi/</guid><description>&lt;p&gt;Zu dir, du Einzige, soll mein Ruf erschallen&#10;Aus tiefster Nacht, darin mein Herz versank.&#10;Hier ist die Luft wie Blei, die Erde krank,&#10;Und Fluch und Schauder durch das Dunkel wallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sechs Monde schwebt die Sonne kalt und fahl,&#10;Sechs Monde sind von eisiger Nacht umsponnen,&#10;Es grünt kein Baum, kein Strauch, es rauscht kein Bronnen,&#10;Auf Erden ist kein Land so tot und kahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nichts auf dieser Erde weit und breit&#10;Gleicht jener kalten Sonne Grausamkeit,&#10;Dem Chaos dieser ungeheuren Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Antlitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-antlitz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-antlitz/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Antlitz war mit Träumen ganz beladen.&#10;Ich schwieg und sah dich an mit stummem Beben.&#10;Wie stieg das auf! Daß ich mich einmal schon&#10;In frühern Nächten völlig hingegeben&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Mond und dem zuviel geliebten Tal,&#10;Wo auf den leeren Hängen auseinander&#10;Die magern Bäume standen und dazwischen&#10;Die niedern kleinen Nebelwolken gingen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und durch die Stille hin die immer frischen&#10;Und immer fremden silberweißen Wasser&#10;Der Fluß hinrauschen ließ - wie stieg das auf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Haupt an meine Brust gelegt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-haupt-an-meine-brust-gelegt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-haupt-an-meine-brust-gelegt/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Haupt an meine Brust gelegt,&#10;Schließe die Augen zum Schlummer!&#10;Die Wonne, damit das Herz sie erträgt,&#10;Muß ruhen, gleich dem Kummer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur matt, wie über Wellen das Bild&#10;Von zitterndem Laub und Gestäude,&#10;Gleite durch deinen Traum und mild&#10;Die Erinnrung vergangner Freude!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du Erquickung geschlürft hast still&#10;Aus des Schlafs sanft quellenden Bronnen,&#10;Mit meinen Küssen dann, Mädchen, will&#10;Ich dich wecken zu neuen Wonnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Delirium! Delirium!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/delirium-delirium/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/delirium-delirium/</guid><description>&lt;p&gt;Alte Knaben sitzen auf den leersten Tonnen,&#10;Und die Nächte siegen über alle Sonnen.&#10;Hinten nagen unsichtbare weiße Mäuse&#10;An dem bös zerbeulten großen Hirngehäuse.&#10;Hör doch, wie die ganze Schädelhöhle quarrt!&#10;Ist die alte Rinde »wirklich« noch so hart?&#10;Alles geht zu Ende - auch der dickste Kopf&#10;Ach, die weißen Mäuse haben dich am Schopf!&#10;Glaubst du, Läuse sitzen bloß in deinem Puder?&#10;Nein, du bist ein unverschämtes dummes Luder,&#10;Und die Frechheit kommt in erster Reihe ran.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem Censor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-censor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-censor/</guid><description>&lt;p&gt;Manchen Priester kennt die Sage, der, ein Held genannt mit Fug,&#10;Durch die Welt das Wort der Wahrheit kühn und unaufhaltsam trug,&#10;Der im Königssaal gerufen: Pfui, ich witt’re Kerkerluft!&#10;Und es manch’ besterntem Heuchler laut gesagt: Du bist ein Schuft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär’ ich solch ein Held der Wahrheit, mit dem Mönchkleid angethan,&#10;Alsbald an des Censors Wohnung trieb’ es mich zu pochen an;&#10;Und ich spräche zu dem Manne: »Erzschelm, sink’ aufs Knie zur Stell’!&#10;Denn du bist ein großer Sünder, beichte und bekenne schnell!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem gnädigsten Herrn von Lebret</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-gnaedigsten-herrn-von-lebret/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-gnaedigsten-herrn-von-lebret/</guid><description>&lt;p&gt;Sie, Edler! sind der Mensch, von dem das Beste sagen&#10;Nicht fälschlich ist, da jeder Mensch es kennet,&#10;Doch die Vollkommenheit enthält verschiedne Fragen,&#10;Wenn schon der Mensch es leicht bezeuget nennet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie aber haben dies in recht gewohntem Leben,&#10;In der Gewogenheit, von der sich Menschen ehren,&#10;Das ist den Würdigern als wie ein Gut gegeben,&#10;Da viele sich in Not und Gram verzehren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So unverlierbar dies, so geht es, hoch zu gelten,&#10;Aus der Gewogenheit; die Menschen leben nimmer&#10;Allein und schlechterdings von ihrem Schein und Schimmer,&#10;Der Mensch bezeuget dies und Weisheit geht in Welten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem Könige von Preußen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-koenige-von-preussen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-koenige-von-preussen/</guid><description>&lt;p&gt;(zum Kölner Dombaufest, 1842)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Festgeläut, Standarten, Ehrenbogen,&#10;den König grüßt der königliche Rhein,&#10;wie glänzt der Strom, wie drängen sich die Wogen!&#10;Wie schaun die Ufer stolz und froh darein!&#10;Die Freude jauchzt aus tausend muntern Kehlen,&#10;und donnernd trägt der Widerhall sie fort;&#10;doch darf zum Guten nicht das Beste fehlen:&#10;das ist, o Herr, ein freies Wort!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du kommst, o Fürst, zum Kölner Dombaufeste,&#10;mit eigner Hand den zweiten Grund zu weihn;&#10;sie rührten dich, der Vorzeit edle Reste,&#10;laut sprach zu dir das bröckelnde Gestein.&#10;Ein Wink von dir -, und die Gerüste steigen,&#10;sich widerspiegelnd in dem goldnen Strom,&#10;und was sich auch für Wetterwolken zeigen,&#10;fortbaun willst du den Kölner Dom.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem Todten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-todten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-todten/</guid><description>&lt;p&gt;Schwestern helft mir tragen&#10;Meinen großen Schmerz,&#10;Oder laßt mich klagen&#10;Wie ein redlich Herz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimmerwiederbringen&#10;Könnt ihr mir den Freund;&#10;Will mich schon bezwingen,&#10;Hab ich ausgeweint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leben einzuhauchen,&#10;Euerm Trost gebricht;&#10;Aus den lieben Augen&#10;Flamme losch und Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von den lieben Wangen&#10;Floh das muntre Roth -&#10;Er ist hingegangen&#10;In den bittern Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herrlich und in Freuden&#10;Lebten Herz und Geist,&#10;Wußten nicht, was Leiden&#10;Und Entbehren heißt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem Unendlichen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-unendlichen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-unendlichen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie erhebt sich das Herz, wenn es dich,&#10;Unendlicher, denkt! wie sinkt es,&#10;Wenns auf sich herunterschaut!&#10;Elend schauts wehklagend dann, und Nacht und Tod!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein du rufst mich aus meiner Nacht, der im Elend,&#10;der im Tod hilft!&#10;Dann denk ich es ganz, daß du ewig mich schufst,&#10;Herrlicher! den kein Preis, unten am Grab′, oben am&#10;Thron,&#10;Herr, Herr, Gott! den dankend entflammt kein Jubel&#10;genug besingt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weht, Bäume des Lebens, ins Harfengetön!&#10;Rausche mit ihnen ins Harfengetön, kristallner Strom!&#10;Ihr lispelt, und rauscht, und, Harfen, ihr tönt&#10;Nie es ganz! Gott ist es, den ihr preist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den abgehenden Brüdern im Herbst 1823</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-abgehenden-bruedern-im-herbst-1823/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-abgehenden-bruedern-im-herbst-1823/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Himmel ist der Geist entsprossen,&#10;Der unser Herz zum Höchsten hebt,&#10;Der auf die scheidenden Genossen&#10;Noch einmal segnend niederschwebt.&#10;Es schwebt um euch in alle Lande&#10;Der Bruderliebe mildes Licht,&#10;Denn ewig sind des Geistes Bande,&#10;Wenn auch die Zeit die Form zerbricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und feiernd zu dem Bundesmahle&#10;Naht der Erinnrung schönes Bild;&#10;Sie neigt die volle Opferschale,&#10;Daß reich ihr Opfer niederquillt,&#10;Und wie der Strom die grünen Hügel&#10;Auf klarer Welle freundlich zeigt,&#10;Zeigt sie der Freude goldnen Spiegel,&#10;Wenn sie die volle Schale neigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Deutschen in Oesterreich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-deutschen-in-oesterreich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-deutschen-in-oesterreich/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt laut die Töne klingen,&#10;Wie mächtig dröhnend Erz,&#10;Aufschreckend sollen sie dringen&#10;In jedes schwanke Herz;&#10;Dem Schwerte gleich soll′s wettern&#10;Das Wort gewaltigen Streichs,&#10;Das Kampflied soll erschmettern,&#10;Der Deutschen Oesterreichs!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war ein heißes Mühen,&#10;Rastlose deutsche Hand,&#10;Bis du in helles Blühen&#10;Gekleidet weit das Land;&#10;Das war ein eifrig Bauen,&#10;Ein Zimmern unverzagt,&#10;Bis herrlich anzuschauen&#10;Der Bau zur Höh′ geragt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sieh′! in deutscher Krone&#10;Glänzt Austria so hehr;&#10;Dem deutschen Fleiß zum Lohne&#10;Schwillt golden der Saaten Meer;&#10;Durch deutsches Wort verbunden&#10;Schließt eng sich Glied an Glied;&#10;Den schönsten Kranz gewunden&#10;Hat rings das deutsche Lied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Feinden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-feinden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-feinden/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sollt′ ich euch zürnen&#10;Geheim oder laut?&#10;Meine Haut ist hürnen&#10;Wie Siegfrieds Haut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, besser geborgen&#10;Bin ich als er:&#10;Denn mir macht Sorgen&#10;Kein Fleckchen mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab′ Feiung gefunden&#10;Am ernsten Tag -&#10;Könnt nirgends mich wunden&#10;Mit Stich oder Schlag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Drachenblute&#10;Wusch ganz ich mich hart:&#10;Nun ist nur das Gute&#10;Mir Gegenwart!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-frauen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr richtet streng, der Sitte heil′ge Vehm′,&#10;Und schleudert auf mein Haupt das Anathem!&#10;Mögt ihr zu Boden stürzen eure Kerzen&#10;Und schlagen an die Brust, so tugendreich:&#10;Ich fühl′ es mächtig in dem tiefsten Herzen,&#10;Daß meine Sünde eurer Tugend gleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Unschuld Lilien mögen euch umblühn,&#10;Das Roth der Schaam auf euern Wangen glühn;&#10;Wie Schwäne sich auf stillen Fluthen schaukeln,&#10;Gefühle still durch eure Seele ziehn;&#10;Wie Falter neckend durch die Blumen gaukeln,&#10;Der Liebe Wünsche leis′ vorüberfliehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Kranken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-kranken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-kranken/</guid><description>&lt;p&gt;Im Griechenlande, bei den großen Alten,&#10;Den geistig freien, pries man als beglückt&#10;Den Mann, dem von des Schicksals ernstem Walten&#10;Ein Leid voll Segen ward auf′s Haupt gedrückt.&#10;Nicht war dies kranke Lust an Schmerz und Wunden -&#10;Wo blühte schöner heitrer Sinn und Geist?&#10;Nein, Weisheit war es, welche tief empfunden,&#10;Wie ernst, bedeutsam, was da Leben heißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht feig erliegen, selbstbewußt es tragen,&#10;Wie eine Freude nach der andern weicht,&#10;Kann er′s, der nie geübt sich im Entsagen,&#10;Dem Blüthen nur das Glück stets dargereicht?&#10;Ein hoher Segen aber ruht auf Schmerzen,&#10;Und, wie die Perl′ im dunklen Meeresschacht&#10;Sich formt und bildet, wächst im Menschenherzen&#10;Ein edler Schatz aus finstrer Leidensnacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Kuß auf morgen nicht verschieb'</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-kuss-auf-morgen-nicht-verschieb/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-kuss-auf-morgen-nicht-verschieb/</guid><description>&lt;p&gt;Den Kuß auf morgen nicht verschieb′!&#10;Küß mir ihn auf der Stelle!&#10;Gepflückt vom Strauch, gepflückt von Lieb′&#10;Muß werden schnelle, schnelle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn weg vom Strauch die Blum′ verweht;&#10;Drum pflücke sie im Blühen,&#10;Und nach dem Kuß die Lust vergeht -&#10;Drum küß mich rasch im Glühen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Lichtgenossen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-lichtgenossen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-lichtgenossen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Weihnachtslied&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hundert Kerzen trägt die Fichte,&#10;Prangt in ihrem Silberlichte&#10;Wie ein reicher Märchentraum -&#10;So als hundert Seelenflammen&#10;Stellt das Schicksal uns zusammen,&#10;Lichter uns am Lebensbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wir Nachbarn in der Runde&#10;Einen uns zum Feuerbunde:&#10;Heller strahlt ein heitrer Glanz!&#10;Wo der eigne Schimmer endet,&#10;Was der andern Glut gespendet,&#10;Wohl kein Flämmchen weiß es ganz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn eines tiefer brannte,&#10;Schneller seine Kraft versandte,&#10;Flackernd in die Nacht verging:&#10;Merkt ein jedes von uns Frohen,&#10;Die noch ruhig weiterlohen,&#10;Was es Licht von ihm empfing!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den weinenden Philosophen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-weinenden-philosophen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-weinenden-philosophen/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, was macht ihr Bängerlinge&#10;Vor der Zeit euch miserabel?&#10;Wohl, wir sind nur Engerlinge&#10;Für den großen Rabenschnabel:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch was ist, das kann genieren&#10;Nur, solang&amp;rsquo; wir&amp;rsquo;s nicht vergessen -&#10;Was uns frißt, vom Ignorieren&#10;Wird es selber aufgefressen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hunderttausend Flammenstunden&#10;Führen hunderttausend Schnäbel:&#10;Und der Rabe ist verschwunden&#10;Wesenlos im Feuernebel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Zukunftschwärmern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-zukunftschwaermern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-zukunftschwaermern/</guid><description>&lt;p&gt;Ein neues Leben, meint ihr, wird beginnen,&#10;Wenn vor dem Licht, das eifrig ihr entfachtet,&#10;Der Wahn, von dem die Welt jetzt noch umnachtet,&#10;Wie Nebel vor der Sonne wird zerrinnen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Weht einst der Freiheit Banner von den Zinnen,&#10;»Wird Jeder einst dem Andern gleich geachtet,&#10;»Dann flieht der Schmerz, in dem die Menschheit schmachtet,&#10;»Flieht alle Qual und alle Noth von hinnen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vermeßt euch nicht zu viel! Ob, muthgeschwellt,&#10;Im Kampfe wider Pfaffen und Tyrannen,&#10;Ihr einst die letzte ihrer Burgen fällt:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der 51. Psalm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-51-psalm/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-51-psalm/</guid><description>&lt;p&gt;Herr, richte dein Gemüthe,&#10;Nach deiner grossen Güte&#10;Und nicht nach meiner That;&#10;Laß meine schwere Sünden&#10;Barmhertzigkeit empfinden,&#10;Die keine Masse hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geuß über meinen Schaden&#10;Die Ströme der Genaden&#10;Und wasch ihn klar und rein:&#10;O wasche meine Glieder,&#10;Mein Gott, und laß mich wieder&#10;Von Lastern sauber seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich muß bestehen und sprechen,&#10;Es klage mein Verbrechen&#10;Mich selber bey mir an.&#10;Wohin ich mich will wenden,&#10;Vermein ich, aller Enden&#10;Sey diß, was ich gethan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abend sinkt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-sinkt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend-sinkt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sehne mich, am Schluß der Dissonanzen,&#10;Die auch den sommerhellsten Tag verschneien,&#10;Nach frohen Stunden endlich, bürdefreien,&#10;Um hinter guten Wein mich zu verschanzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach Witz und freiem Wort, statt Schild und Lanzen,&#10;Nach warmen Schüsseln, Firlefanzereien,&#10;Nach schönen Frauen, Liedern und Schalmeien,&#10;Nach Tänzerinnen, die Fandango tanzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Polstern liegend mit dem Nargileh,&#10;Vertreib ich, wie die Hummeln aus dem Klee,&#10;Mit blauem Rauch die letzten Sorgensummer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Garten draußen heult, ganz ohne Kummer,&#10;Der Sturm und stemmt den ungeschlachten Nacken&#10;An meine Klause, daß die Pfosten knacken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Affe und der Delphin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-affe-und-der-delphin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-affe-und-der-delphin/</guid><description>&lt;p&gt;Den Mutterwitz bringt jeder auf die Welt;&#10;Der Schulwitz wird durch Bücher uns gegeben;&#10;Der eitle Mensch, dem Schein und Wahn gefällt,&#10;Sucht überdies dem dritten nachzustreben.&#10;Das ist der Witz, den man, galant zu leben,&#10;Auf Reisen sucht, nur in der Fremd′ erhält,&#10;Wo, ehe man den letztern aufgespüret,&#10;Manch′ Mutterkind die ersten oft verlieret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dennoch ist′s ein Ruhm, (ich leiste die Gewähr)&#10;Mit Vorwitz, Gold und Stolz sich auf den Weg zu machen.&#10;Man holt von Städten, Leuten, Sachen&#10;Zum wenigsten die Namen her.&#10;Ist dieses nicht genug? wer darf noch mehr verlangen?&#10;Wer alles wissen will, der gehe selbst dahin,&#10;Wo ich bereits gewesen bin;&#10;Da kann er Unterricht empfangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-garten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-garten/</guid><description>&lt;p&gt;Kaiserkronâ€˜ und Päonien rot,&#10;die müssen verzaubert sein,&#10;denn Vater und Mutter sind lange tot,&#10;was blühn sie hier so allein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Springbrunnen plaudert noch immerfort&#10;von der alten schönen Zeit,&#10;eine Frau sitzt eingeschlafen dort,&#10;ihre Locken bedecken ihr Kleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat eine Laute in der Hand,&#10;als ob sie im Schlafe spricht,&#10;mir ist, als hättâ€˜ ich sie sonst gekannt -&#10;still geh vorbei und weck sie nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte Mann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-mann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-mann/</guid><description>&lt;p&gt;Das Haus wuchs hoch&#10;Im Stadtgewog.&#10;Hinauf - hinaus der Mieter zog -&#10;Geht alles seinen Gang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nacht vergeht,&#10;Der Lärm ersteht.&#10;Der Herbstwind nach dem Sommer weht -&#10;Geht alles seinen Gang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Junge lärmt.&#10;Ein Weib sich härmt.&#10;Der alte Mann die Hände wärmt -&#10;Geht alles seinen Gang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist Alles Wechsel ohne Ende,&#10;Im Lebensjahr, im Schutz der Wände.&#10;Geht alles seinen Gang -&#10;Wie lang?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte Zieten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-zieten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-zieten/</guid><description>&lt;p&gt;Joachim Hans von Zieten,&#10;Husarengeneral,&#10;Dem Feind die Stirne bieten&#10;Er tat′s wohl hundertmal;&#10;Sie haben′s all′ erfahren,&#10;Wie er die Pelze wusch&#10;Mit seinen Leibhusaren,&#10;Der Zieten aus dem Busch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hei, wie den Feind sie bläuten&#10;Bei Hennersdorf und Prag,&#10;Bei Liegnitz und bei Leuthen&#10;Und weiter, Schlag auf Schlag;&#10;Bei Torgau, Tag der Ehre,&#10;Ritt selbst der Fritz nach Haus,&#10;Doch Zieten sprach: Ich kehre&#10;Erst noch mein Schlachtfeld aus.&amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Anbeter der Gottheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-anbeter-der-gottheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-anbeter-der-gottheit/</guid><description>&lt;p&gt;Zu dir erhebt sich mein Lied, o ewige Quelle des Lebens!&#10;O, du von den Lippen danksagender Weisen Jehova gegrüßet,&#10;Und Oromazes und Gott! gleich groß im Tropfen des Thaues,&#10;Der hier vom Grase rollt, gleich groß in der Sonne, die rastlos&#10;Rings um sich an goldenen Seilen glückselige Weiten herumführt;&#10;Im Wurme, der einen bestäubten Erntetag lebt, und im Cherub,&#10;Der alle Naturen durchforscht seit seiner undenklichen Jugend,&#10;Und viele Glieder bereites an der Kette der Wesen verknüpft sieht,&#10;Er selbst, der Oberste: doch in deiner Größe versinket, –&#10;Wie soll ich in menschlicher Rede den Kindern der Erde dich nennen, –&#10;Dich, deines unendlichen Weltraums allbelebende Fülle? – –&#10;Mit Schaudern versenkt sich in ihn mein Geist in den Tempeln der Wälder.&#10;Auf himmelstrebenden Felsen am Rande der grausenden Tiefe!&#10;Und o! wie verschwindet mir dann die sinnliche Freude! wie werden&#10;Mir alle Begierden erhöht. – Du Weltgeist, hier steh&amp;rsquo; ich verloren&#10;Auf einem Staube des Ganzen, und breite die Hände zu dir aus:&#10;Erhältst du, wenn einst dies zarte Gewebe des Leibes sich auflös&amp;rsquo;t,&#10;Ein höheres Antheil von mir, so soll die Bewunderung deiner&#10;Mein langes Geschäft verbleiben, mein langer Gesang &amp;hellip;..&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der andere Mann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-andere-mann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-andere-mann/</guid><description>&lt;p&gt;Du lernst ihn in einer Gesellschaft kennen.&#10;Er plaudert. Er ist zu dir nett.&#10;Er kann dir alle Tenniscracks nennen.&#10;Er sieht gut aus. Ohne Fett.&#10;Er tanzt ausgezeichnet. Du siehst ihn dir an&amp;hellip;&#10;Dann tritt zu euch beiden dein Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du vergleichst sie in deinem Gemüte.&#10;Dein Mann kommt nicht gut dabei weg.&#10;Wie er schon dasteht - du liebe Güte!&#10;Und hinten am Hals der Speck!&#10;Und du denks bei dir so: &amp;ldquo;eigentlich &amp;hellip;&#10;Der da wäre ein Mann für mich ! &amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der arme Fischer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-arme-fischer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-arme-fischer/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn des Flusses klare Wellen&#10;Mondbeglänzt vorüber ziehn,&#10;Schau ich trübe nach den hellen&#10;Fenstern ihres Schlosses hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es zittern bange Schauer&#10;Mir durch Mark und durch Gebein,&#10;Denn in hoffnungsloser Trauer&#10;Muss ich mich der Sehnsucht weihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach ich kann sie nicht erreichen!&amp;ndash;&#10;An der Gluth, die mich zerstört,&#10;Wird mein Leben bald verbleichen,&#10;Ungeliebt und ungehört.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seit mein Auge sie gesehen,&#10;Ist verwandelt mein Gemüth,&#10;Und ich muss vor ihr vergehen,&#10;Wie ein Frühlingstag verblüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der arme Kranke und der Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-arme-kranke-und-der-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-arme-kranke-und-der-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Greis, den Alter, Frost und Gram,&#10;Und Gicht und Krampf und Hunger krümmten,&#10;Dem oft sein bittres Weh die Lust zum Leben nahm,&#10;Das Zeit und Schicksal ihm bestimmten,&#10;Rief voller Ungeduld und Noth:&#10;Ach! komm′ doch bald, gewünschter Tod!&#10;Der Tod erschien, die Qual zu heben;&#10;Da fleht′ er, aus verzagtem Sinn:&#10;Freund, geht zu meinem Nachbar hin&#10;Und laßt mich armen Alten leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So weibisch ist der meisten Herz;&#10;Auch brechend wünscht es kaum zu sterben.&#10;Verfolgung, Drangsal, Schimpf, Noth, Armuth, Krankheit, Schmerz,&#10;Nichts wird dem Tode Gunst erwerben.&#10;Ihn hält ein zärtlicher Mäcen&#10;Auch auf der Folter nicht so schön;&#10;Vielleicht starb Cato nicht gelassen.&#10;Oft scheuet der, den Krebs und Aussatz frißt,&#10;Der sein und andrer Scheusal ist,&#10;Mehr als dies alles, sein Erblassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ball</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ball/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ball/</guid><description>&lt;p&gt;Du Runder, der das Warme aus zwei Händen&#10;im Fliegen, oben, fortgiebt, sorglos wie&#10;sein Eigenes; was in den Gegenständen&#10;nicht bleiben kann, zu unbeschwert für sie,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;zu wenig Ding und doch noch Ding genug,&#10;um nicht aus allem draußen Aufgereihten&#10;unsichtbar plötzlich in uns einzugleiten:&#10;das glitt in dich, du zwischen Fall und Flug&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;noch Unentschlossener: der, wenn er steigt,&#10;als hätte er ihn mit hinaufgehoben,&#10;den Wurf entführt und freiläßt -, und sich neigt&#10;und einhält und den Spielenden von oben&#10;auf einmal eine neue Stelle zeigt,&#10;sie ordnend wie zu einer Tanzfigur,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bär und der Liebhaber seines Gartens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-baer-und-der-liebhaber-seines-gartens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-baer-und-der-liebhaber-seines-gartens/</guid><description>&lt;p&gt;Ein unerfahrner Bär voll wilder Traurigkeit,&#10;Den in den dicksten Wald sein Eigensinn verstecket,&#10;Vertrieb, unausgeforscht, durch Klipp′ und Berg gedecket,&#10;Wie ein Bellerophon die Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier sträubet sich der Petz; er liebt nur diese Kluft,&#10;Und meidet stets die Spur der Bären, seiner Brüder.&#10;Mit Brummen wälzt er sich im Felsen auf und nieder;&#10;Sein schwaches Haubt scheut freie Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies macht ihn ganz verwirrt. Ihm gleicht vielleicht die Zunft&#10;Der Weisen dunkler Art, der schweren Sonderlinge;&#10;Die fliehen Licht und Welt, und haschen Wunderdinge;&#10;Nur nicht die Gabe der Vernunft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Baum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-baum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-baum/</guid><description>&lt;p&gt;Sonne hat ihn gesotten,&#10;Wind hat ihn dürr gemacht,&#10;Kein Baum wollte ihn haben,&#10;Überall fiel er ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur eine Eberesche&#10;Mit roten Beeren bespickt&#10;Wie mit feurigen Zungen,&#10;Hat ihm Obdach gegeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und da hing er mit Schweben,&#10;Seine Füße lagen im Gras.&#10;Die Abendsonne fuhr blutig&#10;Durch die Rippen ihm naß,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlug die Ölwälder alle&#10;Über der Landschaft herauf,&#10;Gott in dem weißen Kleide&#10;Tat in den Wolken sich auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Becher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-becher/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-becher/</guid><description>&lt;p&gt;Auf dem Becher aus klarem Golde&#10;Bilde einen kleinen Knaben,&#10;Wie er eine volle Traube,&#10;Mit den Händchen drückend, aussaugt,&#10;Schwelgend in dem süßen Moste.&#10;Und daneben steh ein Jüngling,&#10;Der ein Mädchen hält und küsset.&#10;Neben einem vollen Schlauche&#10;Sitz ein Alter dann am Boden:&#10;Abgewendet füll er eifrig&#10;Sich zu neuem Trunk den Becher!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Beduine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beduine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beduine/</guid><description>&lt;p&gt;Ich leb&amp;rsquo; im heißen Sonnenbrand,&#10;Die Wüste ist mein Vaterland,&#10;Die Heimath, wo mein Zelt erbaut,&#10;Und wo ein grüner Weidplatz schaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wo ein dürftig Quellchen rinnt,&#10;Ein Dattelbaum sein Mark gewinnt,&#10;Wo müde das Kameel sich streckt,&#10;Dort wird mein Lager ausgesteckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab&amp;rsquo; ein Roß, das, wie ein Pfeil&#10;Vom Bogen, fliegt mit Windeseil&amp;rsquo;,&#10;Es geht zur Weide zügelfrei&#10;Und kommt auf meinen Ruf herbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf der Haut vom Panther wild&#10;Hängt Bogen, Köcher, Schwert und Schild,&#10;Und hinter meines Zeltes Thor&#10;Mein sichertreffend Feuerrohr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Berg und der Poet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-berg-und-der-poet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-berg-und-der-poet/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Götter, rettet! Menschen, flieht!&#10;Ein schwangrer Berg beginnt zu kreisen,&#10;Und wird jetzt, eh′ man sich′s versieht,&#10;Mit Sand und Schollen um sich schmeißen.&#10;Er brüllt, er kracht, und Thal und Feld&#10;Sind durch gerechte Furcht entstellt.&#10;Was kann dem nahen Unfall wehren?&#10;Es wird ein Wunderwerk geschehn:&#10;Er muß mit Städten trächtig stehn,&#10;Und bald ein neues Rom gebären.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Suffenus schwitzt und lärmt und schäumt,&#10;Nichts kann den hohen Eifer zähmen;&#10;Er stampft, er knirscht; warum? er reimt,&#10;Und will jetzt den Homer beschämen.&#10;So setzt sich Pythons Priesterin&#10;Halb rasend auf den Dreifuß hin,&#10;Und spürt in Hirn und Busen Wehen.&#10;Was ist der stolzen Feder Frucht?&#10;Was wirkt des Dichters Wirbelsucht?&#10;Zum mindsten, glaub′ ich, Odysseen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der beste Liebesbrief</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beste-liebesbrief/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beste-liebesbrief/</guid><description>&lt;p&gt;Hat sie′s dir denn angetan&#10;Im Vorüberschweben,&#10;So verfolge rasch die Bahn&#10;Zu dem neuen Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hasche dir den Schmetterling&#10;Auf dem Rosenhügel,&#10;Nimm ihm mit dem blauen Ring&#10;Seinen weißen Flügel;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Borge von der Biene dann&#10;Dir den Honigrüssel,&#10;Der zum Griffel dienen kann,&#10;Wie zum Blumenschlüssel;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß das Blatt nun ohne Scheu&#10;Durch die Lüfte schnellen:&#10;Ist dir Amor hold und treu,&#10;Wird′s der Wind bestellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der beste Sinn, das Fühlen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beste-sinn-das-fuehlen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beste-sinn-das-fuehlen/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist es, edles Fühlen,&#10;du schönster Sinn allein,&#10;dehm aller Tichter Kielen&#10;zu Dienste sollen sein,&#10;und ihm ein Lobmahl sezzen&#10;das nicht Gewalt noch Zeit,&#10;noch Unfall kan verlezzen,&#10;biß nach der Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt her, ihr Weißheit-Gründer,&#10;ihr Priester der Natur,&#10;kommt alle Föbus-Kinder,&#10;wofern ihr nur der Spur&#10;der Wahrheit nachzugehen&#10;ein wenig seid gesinnt:&#10;so sollt ihr mir gestehen&#10;daß fühlen überwindt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Gesicht, die Götter-Gabe,&#10;so zwar unschäzbar ist,&#10;bringt manchen zu dem Grabe,&#10;der sich zu sehr vergist&#10;in einer Schönen blikken,&#10;was ich nicht sehen kan,&#10;das kan mich nicht bestrikken&#10;noch sträfflich reizen an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blick/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blick/</guid><description>&lt;p&gt;Schaust Du mich aus Deinen Augen&#10;lächelnd wie aus Himmeln an,&#10;fühl′ ich wohl, daß keine Lippe&#10;solche Sprache führen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnte sie′s auch wörtlich sagen&#10;was dem Herzen tief entquillt,&#10;still den Augen aufgetragen&#10;wird es süßer nur erfüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich seh′ des Himmels Quelle,&#10;die mir lang verschlossen war,&#10;wie sie bricht in reinster Helle&#10;aus dem reinsten Augenpaar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich öffne still im Herzen&#10;alles, alles diesem Blick.&#10;Und den Abgrund meiner Schmerzen&#10;füllt er strömend aus mit Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blinde und der Lahme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde-und-der-lahme/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blinde-und-der-lahme/</guid><description>&lt;p&gt;Von ungefähr muß einen Blinden&#10;Ein Lahmer auf der Straße finden,&#10;Und jener hofft schon freudenvoll,&#10;Daß ihn der andre leiten soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir, spricht der Lahme, beizustehn?&#10;Ich armer Mann kann selbst nicht gehn;&#10;Doch scheints, daß du zu einer Last&#10;Noch sehr gesunde Schultern hast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entschließe dich, mich fortzutragen:&#10;So will ich dir die Stege sagen:&#10;So wird dein starker Fuß mein Bein,&#10;Mein helles Auges deines sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Lahme hängt mit seiner Krücken&#10;Sich auf des Blinden breiten Rücken.&#10;Vereint wirkt also dieses Paar,&#10;Was einzeln keinem möglich war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blitzzug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blitzzug/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blitzzug/</guid><description>&lt;p&gt;Quer durch Europa von Westen nach Osten&#10;Rüttert und rattert die Bahnmelodie.&#10;Gilt es die Seligkeit schneller zu kosten?&#10;Kommt er zu spät an im Himmelslogis?&#10;&amp;hellip;..Fortfortfortfortfortfort drehn sich die Räder&#10;&amp;hellip;..Rasend dahin auf dem Schienengeäder,&#10;&amp;hellip;..Rauch ist der Bestie verschwindender Schweif,&#10;&amp;hellip;..Schaffnerpfiff, Lokomotivengepfeif.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Länder verfliegen und Städte versinken,&#10;Stunden und Tage verflattern im Flug,&#10;Täler und Berge, vorbei, wenn sie winken,&#10;Traumbilder, Sehnsucht und Sinnenbetrug.&#10;&amp;hellip;..Mondschein und Sonne, noch einmal die Sterne,&#10;&amp;hellip;..Bald ist erreicht die beglückende Ferne,&#10;&amp;hellip;..Dämmerung, Abend und Nebel und Nacht,&#10;&amp;hellip;..Stürmisch erwartet, was glühend gedacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blumenkranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blumenkranz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blumenkranz/</guid><description>&lt;p&gt;Dort, wo die Alster sich in engen Ufern krümmt,&#10;Und rauschend ihren Lauf durch Busch und Wälder nimmt,&#10;Wo deutsche Treue sich beim deutschen Handschlag findet,&#10;Des Landmanns froher Fleiß für sich die Garben bindet&#10;Und alte Freiheit noch den angeerbten Hut&#10;Frisch in die Augen drückt, und unbefehdet ruht;&#10;Da ist ein kühler Ort, dem keine Schönheit fehlet,&#10;Den Amor hundert Mal der Eifersucht verhehlet,&#10;Und dem allein entdeckt, der ihn zum Führer wählet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blutstropfen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blutstropfen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blutstropfen/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Zeit der Lese wars im Winzerhaus.&#10;Des Herdes goldne Flamme prasselte,&#10;Die Fensterscheiben überhauchten sich&#10;Und draussen scholl das Evoe geisterhaft&#10;Aus Nebeldämmer. Becher klangen. Jung&#10;Und alt empfand die bacchische Gewalt.&#10;Mit einem zarten Schimmer röteten&#10;Selbst ihr die Wangen sich, die unser Gast&#10;Und dieser Erde Gast nicht lange war,&#10;Ein stilles, scheues, ungezähmtes Kind.&#10;Zum Reigen rief Lyäus. Jene schlich&#10;Sich weg. Ins Freie blickte sie hinaus&#10;Durchs Fenster. Dann beschrieb sie träumerisch&#10;Die ganz sich unbeachtet Wähnende&#10;Die Scheibe mit dem Finger. Weh! umstellt,&#10;Belauert wurde sie von einem Schwarm&#10;Und überfallen. Rasch in Trümmer schlug&#10;Das Antlitz glutbedeckt, die Scheibe sie&#10;Sich selbst verwundend. Dieses Tüchlein hier&#10;Das als Reliquie mir im Schreine liegt&#10;Fing, über die verletzte Hand gelegt&#10;Das Quellen eines Tropfen Blutes auf&#10;Der warm ihr eben erst im Herzen rann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Brahmine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-brahmine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-brahmine/</guid><description>&lt;p&gt;In den bängsten Qualen windet&#10;sich der frömmste der Brahminen,&#10;Jahre hat er′s ausgehalten,&#10;heute ist der Tag erschienen,&#10;wo die Kräfte ihn verlassen,&#10;die in ihm den Göttern dienen;&#10;statt sie stumm wie sonst zu segnen,&#10;stöhnt er laut empor zu ihnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber aus der Zelle Winkel&#10;kommt der Tod herangeschritten,&#10;und er spricht mit heller Stimme:&#10;»Endlich hast du ausgelitten.&#10;Wolle nur, und all die Schmerzen,&#10;die dir Mark und Bein zerschnitten,&#10;werden diesen Hund zerreißen,&#10;der dir naht mit leisen Tritten.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Braut die Schwester mit dem Myrthenkranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-braut-die-schwester-mit-dem-myrthenkranz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-braut-die-schwester-mit-dem-myrthenkranz/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Schwesterhand nimm diesen Kranz entgegen,&#10;Das Feierzeichen hoher Seligkeit,&#10;Und sei gewiß: die Gabe bringt Dir Segen,&#10;Die treue, tiefe Liebe Dir geweiht.&#10;Wann Du nun gehst auf glanzbesonnten Wegen,&#10;Gedenke manchmal noch der Mädchenzeit:&#10;Es rufe Dir des eignen Hauses Glück&#10;Hier diesen Herd, den wir getheilt, zurück.&#10;Es mögen alle Genien Dich begleiten,&#10;Die unsrer Aeltern schönen Herd geschmückt:&#10;Dann wird vorauf Dir in Dein Eh-Haus schreiten&#10;Die Herzens Eintracht, die allein beglückt:&#10;Dann bleibt der Brautkranz hier für alle Zeiten&#10;Wie heute grünend Dir und unzerstückt,&#10;Und eine Zauber-Krone, nie entlaubt,&#10;Unsichtbar weiht und schirmt er Dir das Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Brief</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-brief/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-brief/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts ist mir von dir geblieben&#10;Als der Brief, den du geschrieben,&#10;Meines Lebens höchstes Gut;&#10;Mag das Auge mir erblinden,&#10;Tröstung kann ich einzig finden,&#10;Wenn es auf dem Blatte ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann erstehn mir sel′ge Stunden&#10;Mit den Wonnen, die geschwunden,&#10;Wieder aus der Totengruft;&#10;Und um meine wehmuttrunkne&#10;Seele hauchen lang versunkne&#10;Lenze ihren Blütenduft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ueber mir im Abendwinde&#10;Rauscht das Wipfellaub der Linde&#10;So wie ehmals wiederum,&#10;Als wir Arm in Arm gelegen&#10;Und nur mit des Herzens Schlägen&#10;Zwiesprach hielten, wonnestumm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Condor und die Staaren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-condor-und-die-staaren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-condor-und-die-staaren/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Recht verhalten sich die Herren kleiner Staaten,&#10;So wie die großen Potentaten;&#10;Doch sind die Klügsten jederzeit&#10;Mit Recht auch eingedenk, in Worten und in Thaten,&#10;Der unvollkommnen Aehnlichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rüstete, vor vielen Jahren,&#10;Der große Condor sich zum Krieg,&#10;Und er versammelte der edlen Vögel Schaaren,&#10;Die fürchterlich, gewohnt zum Sieg,&#10;Und dieses Haubtes würdig waren.&#10;Zugleich erschien ein Schwarm von Staaren,&#10;Und rief, einmüthig im Geschrei:&#10;Wir stimmen diesem Kriege bei,&#10;Um, wie der Condor, zu verfahren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Contrabandiste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-contrabandiste/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-contrabandiste/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin der Contrabandiste,&#10;Weiß wohl Respekt mir zu schaffen.&#10;Allen zu trotzen, ich weiß es,&#10;Furcht nur, die hab′ ich vor keinem.&#10;Drum nur lustig, nur lustig!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer kauft Seide, Tabak!&#10;Ja wahrlich, mein Rößlein ist müde,&#10;Ich eil′, ja eile,&#10;Sonst faßt mich noch gar die Runde,&#10;Los geht der Spektakel dann.&#10;Lauf nur zu, mein lustiges Pferdchen,&#10;Ach, mein liebes, gutes Pferdchen,&#10;Weißt ja davon, mich zu tragen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Dämon des Sokrates</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-daemon-des-sokrates/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-daemon-des-sokrates/</guid><description>&lt;p&gt;Sokrates, der grosse Geisteskämpfer,&#10;Hatte einen Flüstrer und Erreger,&#10;Einen Weiser Leiter Halter Dämpfer&#10;Und auch Diener und Laternenträger,&#10;Wo es galt durch Finsterniß zu wanken.&#10;Diese Ohrenflüsterer Haucher Lauscher,&#10;Aller seiner Triebe und Gedanken&#10;Kluger Mitdurchsprecher Gegentauscher&#10;Galt ihm, wie uns Andern das Gewissen;&#10;Dämon schalt er ihn und all sein Wissen&#10;All sein Ahnden Lieben Denken Wollen-&#10;Wie in uns auch Geisterchen sich rollen-&#10;Schob er diesem Führer zu und Folger.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Denar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-denar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-denar/</guid><description>&lt;p&gt;O! über deinen König! ganz dir gleich,&#10;Du glattgeschlagner Lumpen, o, sein Reich&#10;Das Inselchen, des kärglichen Tribut&#10;Lukull in eine Silberschüssel lud,&#10;Gebannt in eine Perle Cäsars Hand&#10;In der Ägypterfürstin Locken wand.&#10;Du, zitternd vor Satrapenblicke, fahl&#10;Wärst du zerstäubt vor seiner Augen Strahl,&#10;Wenn langsam übers Forum im Triumph&#10;Das Viergespann ihn rollte; hörst du dumpf,&#10;Wie halberwachten Donner oder Spülen&#10;Der Brandung, Pöbelwoge ziehn und wühlen,&#10;Um die Quadriga summend, wie im Nahn&#10;Prüft seine Stimme murrend der Orkan?&#10;»Heil, Cäsar, Heil!« um seine kahle Stirn&#10;Ragt Lorbeer, wie die Ficht′ um Klippenfirn;&#10;Er lächelt, und aus seinem Lächeln fließet&#10;Ein leise schläfernd Gift, o Roma, dir,&#10;Sein halbgeschloßnes Auge Fäden schießet,&#10;Ein unzerreißbar Netz. — Gebückt und stier,&#10;Zerzausten Haares, vor den Rossen klirrt&#10;Endloser Gallierzug, die Fesseln schleifen,&#10;Und aus der Pöbelwelle gellt und schwirrt&#10;Gezisch, Gejubel, Cymbelklang und Pfeifen.&#10;Denare fliegen aus des Siegers Hand,&#10;Ha, wie es krabbelt im Arenasand! —&#10;Der Imperator nickt und klingelt fort.&#10;Noch lieg′ ich unberührt im Byssusbeutel, —&#10;Was steigt so schwarz am Kapitole dort?&#10;Es dunkelt, dunkelt; — über Cäsars Scheitel&#10;Ein Riesenaar mit Flügelrauschen steigt,&#10;Die Sonne schwindet — doch ein Leuchten streicht&#10;Um der Liktoren Beile — wieder itzt —&#10;Sie zucken, schwenken sich — es blitzt! — es blitzt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Deserteur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-deserteur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-deserteur/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der Hauptwacht sitzt geschlossen&#10;Des Gebirges schlanker Sohn,&#10;Morgen frühe wird erschossen,&#10;Der dreimal der Fahn’ entflohn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heute gönnten mit Erbarmen&#10;Sie ihm Wein und Prasserkost;&#10;Doch in seiner Mutter Armen&#10;Gibt und nimmt er letzten Trost:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Mutter, seht, die närr’schen Leute&#10;Heischten Treu’ und Eid mir ab,&#10;Die ich doch, und nicht erst heute,&#10;Meiner lieben Sennin gab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll mein Blut dem Fürsten geben,&#10;Mag wohl sein ein guter Mann;&#10;Doch er fordre nicht mein Leben!&#10;Was blieb’ euch, o Mutter, dann?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der dicke Sack</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dicke-sack/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dicke-sack/</guid><description>&lt;p&gt;Ein dicker Sack - den Bauer Bolte,&#10;Der ihn zur Mühle tragen wollte,&#10;Um auszuruhn mal hingestellt&#10;Dicht an ein reifes Ährenfeld, -&#10;Legt sich in würdevolle Falten&#10;Und fängt ′ne Rede an zu halten.&#10;Ich, sprach er, bin der volle Sack.&#10;Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.&#10;Ich bin′s, der Euch auf dieser Welt&#10;In Einigkeit zusammenhält.&#10;Ich bin′s, der hoch vonnöten ist,&#10;Daß Euch das Federvieh nicht frißt,&#10;Ich, dessen hohe Fassungskraft&#10;Euch schließlich in die Mühle schafft.&#10;Verneigt Euch tief, denn ich bin Der!&#10;Was wäret ihr, wenn ich nicht wär?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Dokter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dokter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dokter/</guid><description>&lt;p&gt;Jetz sitz i dreizeah&amp;rsquo; Maunat hia,&#10;Hau&amp;rsquo; gmoi&amp;rsquo;t, i spinn gauh&amp;rsquo; Seida -&#10;Do hau&amp;rsquo; koi&amp;rsquo; Kägereschtaug noh nia&#10;Koim Bour i däarfa bschneida,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Koim gotziga a&amp;rsquo;n Oder schla&#10;Und in en Oisa picka,&#10;Au koim a Boi&amp;rsquo;le neamma&amp;rsquo;n a,&#10;A Schmarra zema flicka.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rezettla hau&amp;rsquo;n i Stucka neu'&#10;A&amp;rsquo;fanga zwor verschrieba,&#10;Doch traget mer au dia nix ei&amp;rsquo;,&#10;Denn äll sinds schuldig blieba.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Füar was hau&amp;rsquo;n i denn jetz gstudiart&#10;Uff älli Waih und Leida,&#10;An armi Teufel d Kau&amp;rsquo;scht probiart&#10;Im Säaga&amp;rsquo;n und im Schneida?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ehrentag Karl Friedrichs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ehrentag-karl-friedrichs/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ehrentag-karl-friedrichs/</guid><description>&lt;p&gt;I ha scho menge Sturm und Schnee&#10;i ha scho menge Früehlig gseh,&#10;und Chrieg und Elend überal&#10;im Rebland und im Wiesetal.&#10;An so ne Zit, wo alles singt&#10;und jung und alt in Freude springt,&#10;an so ne Tag, wie Gott ein schenkt,&#10;an so ne Freud het niemes denkt.&#10;O wär er do, o chönnt er’s seh,&#10;der liebi Fürst, Gott het en ge!&#10;Er isch so gnädig, isch so guet,&#10;‘s wird Wohltat, was er denkt und tuet.&#10;»Du, Gott im Himmel, sei sein Lohn,&#10;und schirme seinen Fürstenthron.«&#10;Siehsch, Friederli, sel Engelsbild?&#10;Wie luegt’s ein a so lieb und mild!&#10;Es isch di Fürst, wo sorgt und wacht;&#10;er het is alli glücklich gmacht.&#10;Das lohnt em Gott, und uf si Hus&#10;gießt Gott si Huld und Segen us.&#10;O Chind, de bisch so jung und zart,&#10;und wenn di Lebe Gott bewahrt,&#10;und bisch emol dim Vater glich,&#10;so wohnt di Fürst im Himmelrich,&#10;und andere Zite chömme no.&#10;Doch blibt si Geist und Liebi do,&#10;und tröstet wieder treu und mild,&#10;und segnet in sim Ebebild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Einsiedler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-einsiedler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-einsiedler/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, Trost der Welt, du stille Nacht!&#10;Wie steigst du von den Bergen sacht,&#10;Die Lüfte alle schlafen,&#10;Ein Schiffer nur noch, wandermüd′,&#10;Singt übers Meer sein Abendlied&#10;Zu Gottes Lob im Hafen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Jahre wie die Wolken gehn&#10;Und lassen mich hier einsam stehn,&#10;Die Welt hat mich vergessen,&#10;Da tratst du wunderbar zu mir,&#10;Wenn ich beim Waldesrauschen hier&#10;Gedankenvoll gesessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Trost der Welt, du stille Nacht!&#10;Der Tag hat mich so müd gemacht,&#10;Das weite Meer schon dunkelt,&#10;Laß ausruhn mich von Lust und Not,&#10;Bis daß das ew′ge Morgenrot&#10;Den stillen Wald durchfunkelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eintritt des 1752sten Jahres</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eintritt-des-1752sten-jahres/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eintritt-des-1752sten-jahres/</guid><description>&lt;p&gt;Im Spiel, dem Huld und Macht&#10;Die Welt zur Bühne gab, das Weisheit ausgedacht,&#10;In diesem Spiel zur kurzen Szen′ erlesen,&#10;Jahr! Zeit, für Sterbliche gewesen!&#10;Für ihn, der eh du kamst, dich als gekommen sah,&#10;Für Gott noch da!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wie ein Strom, der aus der Erde bricht,&#10;Und wenig Meilen rollt, und wieder sich verkriecht,&#10;Bist du, aus der du dich ergossen,&#10;Zur Ewigkeit, – die Gott, mit aller Welten Last,&#10;Im Zipfel seines Kleides faßt, –&#10;Zur Ewigkeit zurück geflossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eintritt des Jahres 1754 in Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eintritt-des-jahres-1754-in-berlin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eintritt-des-jahres-1754-in-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Wem tönt dies kühnre Lied? dies Lied, zu wessen Lobe,&#10;Hört es noch manche späte Welt?&#10;Hier steh′ ich, sinne nach, und glüh′ und stampf′ und tobe,&#10;Und suche meiner Hymnen Held.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer wird es sein? Vielleicht im blut′gen Panzerkleide&#10;Des Krieges fürchterlicher Gott?&#10;Um ihn tönt durch das Feld gedungner Krieger Freude,&#10;Und der Erwürgten lauter Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie, oder ists vielmehr in fabellosen Zeiten&#10;Ein neuer göttlicher Apoll,&#10;Der, schwer entbehrt, mit schnell zurückberufnen Saiten&#10;Den Himmel wieder füllen soll?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eremit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eremit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eremit/</guid><description>&lt;p&gt;Dem stürmischen Geräusch der schnöden Welt entrissen&#10;In diesem finstern einsamen Hayn,&#10;An den Gedankenreichen Flüssen&#10;Will ich mich ganz der Weisheit weihn.&#10;Von keinem eitlen Wahn bethört,&#10;Von tummen Narren nicht beschwert&#10;Soll mich die ernste Stille lehren - -&#10;Mein Glas in frohen Zügen leeren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem kritischen Geschwätz der neidschen Welt entrissen,&#10;Im Feld, im Thal, im schattichten Hayn,&#10;An diesen blumenreichen Flüssen&#10;Will ich mich der Natur ganz weihn.&#10;Wenn iezt die Sonn im Majestät&#10;Dort auf, der Mond hier untergeht,&#10;So lehr die Flucht der Zeit mich schließen -&#10;Jetzt sey es Zeit, mein Mädchen zu küssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eremit und das Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eremit-und-das-glueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eremit-und-das-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Es lebt ein Eremit, der, eitlem Zwange feind,&#10;Die Kunst der schlauen Wollust lernet,&#10;Die keine Mühe kennt, vom Ekel weit entfernet,&#10;Nach dem Genusse schöner scheint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzeiht es mir, erhabne Musensöhne,&#10;Für die schon unsre Pflicht den Lorbeerkranz bestellt,&#10;Mein Held ist kein gelehrter Held;&#10;Und er besaß auf dieser Welt&#10;Nichts, als ein Buch, ein Glas, und eine Schöne.&#10;Doch diese drei, ihn zu erfreun,&#10;Sind, wie man sagt, nur selten ungelesen,&#10;Unangefüllt, und ungeküßt gewesen.&#10;Er lebet. Wie gar viel schließt dieses Wort nicht ein!&#10;Ihr Weisen, saget mir, heißt leben mehr, als sein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Esel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel/</guid><description>&lt;p&gt;Es stand vor eines Hauses Tor&#10;Ein Esel mit gespitztem Ohr,&#10;Der käute sich sein Bündel Heu&#10;Gedankenvoll und still entzwei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun kommen da und bleiben stehn&#10;Der naseweisen Buben zween,&#10;Die auch sogleich, indem sie lachen,&#10;Verhaßte Redensarten machen,&#10;Womit man denn bezwecken wollte,&#10;Daß sich der Esel ärgern sollte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch dieser hocherfahrne Greis&#10;Beschrieb nur einen halben Kreis,&#10;Verhielt sich stumm und zeigte itzt&#10;Die Seite, wo der Wedel sitzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Esel des Buridan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel-des-buridan/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel-des-buridan/</guid><description>&lt;p&gt;Rechts Heu und Klee, links Heu und Klee!&#10;Die allerfettsten Weiden -&#10;Dem Esel tut das Wählen weh,&#10;er kann sich nicht entscheiden.&#10;Er schnopert rechts, er schnopert links&#10;und dreht sich dreimal um -&#10;O Buridan, o Buridan,&#10;was ist dein Esel dumm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rechts Gras und Korn, links Gras und Korn,&#10;wie knurrt es ihm im Magen!&#10;Und immer wieder geht&amp;rsquo;s von vorn,&#10;er mag die Wahl nicht wagen.&#10;So zwischen beiden bleibt er stehn&#10;und fällt vor Hunger um -&#10;O Buridan, o Buridan,&#10;was war dein Esel dumm! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fischer von Gotin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fischer-von-gotin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fischer-von-gotin/</guid><description>&lt;p&gt;Was regt sich dort um Mitternacht?&#10;Elz hat das Netz zu Strand gebracht,&#10;Die Havel hegt viel Fische.&#10;Da rufts von drüben mit fremdem Laut:&#10;»Hol über!« so wüst daß Eulen graut,&#10;Elz aber frägt: Wer ruft da?&#10;»Hol über!« rufts mit grimmem Ton;&#10;Ein andrer wär da bald entflohn,&#10;Elz aber ruft: Wer seid ihr?&#10;»Hol über!« rufts mit solcher Wut,&#10;Daß her zum Nachen rauscht die Flut,&#10;Elz aber nimmt das Ruder,&#10;Kennt keine Furcht und keinen Schreck,&#10;Er springt ins Schiff und rudert keck,&#10;Bis er gelangt zum Strande.&#10;Da schleppt sich herab aus wildem Wald&#10;Eine riesig dunkle Graungestalt&#10;Ins Schiff wie mit bleiernen Füßen,&#10;So schwer, daß fast es niedergeht.&#10;Doch Elz stößt ab das Boot und steht&#10;Hochschwebend am andern Ende.&#10;Wie auch das schwanke Holz erkracht,&#10;Elz stehet fest und lenkts mit Macht&#10;Hin durch den Strom der Havel.&#10;Der Fremde blickt ihn furchtbar an,&#10;Elz wieder ihn, als echter Mann,&#10;Und schwingt gemach das Ruder.&#10;Und wie er kommt zum andern Strand&#10;Steigt schweren Tritts der Gast ans Land,&#10;Elz aber heischt das Fährgeld.&#10;»Es liegt im Schiff worin ich saß,&#10;Den keiner zu fahren sich je vermaß&#10;Als du allein, du Kühner!&#10;Denn wisse, daß der Tod ich bin:&#10;Ich ziehe vor Tage nach Gotin&#10;Und alles wird da sterben.&#10;Nur du sollst spät mich sonder Graun&#10;Mit leichten Flügeln wiederschaun&#10;Als sanften Seelenlöser.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Föhn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-foehn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-foehn/</guid><description>&lt;p&gt;Der Atem stockt; denn schwer und trunken schmiegt&#10;sich heut der Tag der Erde an&#10;und eines dummen Vogels Lied fliegt,&#10;fliegt, ein Ding das noch nicht fliegen kann&#10;und immer wieder gleich zur Erde fällt,&#10;ängstlich durch die wüstenwarme Welt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und regt mich auf! Wie sich der Tag&#10;mit unerträglich weicher Schwere&#10;drängt in dieses jungen Vogels Lied!&#10;Und himmelan mit Hast und Flügelschlag&#10;flattert in die kühle braune Leere!&#10;Und ihn ewige Ermattung mit&#10;tausend Armen immer wieder niederzieht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der freywillige Liebhaber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freywillige-liebhaber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freywillige-liebhaber/</guid><description>&lt;p&gt;An einen Braeutigam&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin kein Freund der Zaertlichkeit;&#10;Das sag ich ohne Scheu.&#10;Ich liebe nach Gelegenheit,&#10;Und schwöre keine Treu.&#10;Und sag es ein vor allemal,&#10;Daß der kein Weiser ist,&#10;Der waehlt, und immer nach der Wahl&#10;Dieselben Lippen küsst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, ach! wie bald kann es geschehn,&#10;Daß Doris Reiz verdirbt?&#10;So bald, wie wir die Rose sehn,&#10;Die welkt, sich neigt, und stirbt.&#10;Bleib, bleib, du künftger Ehemann,&#10;Bey deiner Doris Kuß!&#10;Ich liebe, wenn ich lieben kann,&#10;Und hasse, wenn ich muß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der frohe Wandersmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frohe-wandersmann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frohe-wandersmann/</guid><description>&lt;p&gt;Wem Gott will rechte Gunst erweisen,&#10;Den schickt er in die weite Welt;&#10;Dem will er seine Wunder weisen&#10;In Berg und Wald und Strom und Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Trägen, die zu Hause liegen,&#10;Erquicket nicht das Morgenrot,&#10;Sie wissen nur von Kinderwiegen,&#10;Von Sorgen, Last und Not um Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bächlein von den Bergen springen,&#10;Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,&#10;Was sollt ich nicht mit ihnen singen&#10;Aus voller Kehl und frischer Brust?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frosch, ein Doktor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frosch-ein-doktor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frosch-ein-doktor/</guid><description>&lt;p&gt;Aus einem Teiche voller Rohr&#10;Kroch einst ein dicker Frosch hervor;&#10;Die Zeit ward ihm im Wasser lang,&#10;Er nahm zur Lust d′rum einen Gang&#10;Hin nach dem nächsten grünen Wald,&#10;Dem angenehmen Aufenthalt&#10;Von manchem groß′ und kleinen Thier.&#10;Da stieg er voller Ruhmbegier&#10;Auf einen runden Eichenklotz,&#10;Sah um sich her mit edlem Trotz;&#10;Und als sich auf den Blumenmatten&#10;Viel Thier′ um ihn versammelt hatten,&#10;Blies er die Backen auf und sprach:&#10;Fühlt etwan wer ein Ungemach&#10;An Leber, Lunge, Milz und Herzen;&#10;Hat einer Pein, und große Schmerzen&#10;Von Podagra, von Stein und Gicht;&#10;Hat einer keine Oeffnung nicht;&#10;Ist er von hektischer Natur;&#10;Liegt er am Fieber, an der Ruhr,&#10;An Cachexie, Epilepsie,&#10;An Agrypnie, Hydropisie;&#10;Hat er den Appetit verloren,&#10;Fühlt Sausen, Brausen in den Ohren -&#10;Der trete dreist zu mir heran,&#10;Und nehme von mir Tropfen an!&#10;Honnette Herr′n nach Standsgebühr,&#10;Sie sehn den größten Doktor hier!&#10;Ich bin die halbe Welt durchreist,&#10;Und meinen großen Namen preist&#10;Paris und London, Wien und Rom,&#10;Der Rhein, der Main, der Donaustrom,&#10;Denn Alles hab′ ich ausstudirt,&#10;Und Tausende hab′ ich kurirt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-2/</guid><description>&lt;p&gt;Wie selig ist′s, zu sehn, wenn Stunden wieder tagen,&#10;Wo sich vergnügt der Mensch umsieht in den Gefilden,&#10;Wenn Menschen sich um das Befinden fragen,&#10;Wenn Menschen sich zum frohen Leben bilden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sich der Himmel wölbt, und auseinander dehnet,&#10;So ist die Freude dann an Ebnen und im Freien,&#10;Wenn sich das Herz nach neuem Leben sehnet,&#10;Die Vögel singen, zum Gesange schreien.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mensch, der oft sein Inneres gefraget,&#10;Spricht von dem Leben dann, aus dem die Rede gehet,&#10;Wenn nicht der Gram an einer Seele naget,&#10;Und froh der Mann vor seinen Gütern stehet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling [5]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-5/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-5/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch vergisst die Sorgen aus dem Geiste,&#10;Der Frühling aber blüht, und prächtig ist das meiste,&#10;Das grüne Feld ist herrlich ausgebreitet,&#10;Da glänzend schön der Bach hinuntergleitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Berge stehn bedecket mit den Bäumen,&#10;Und herrlich ist die Luft in offnen Räumen,&#10;Das weite Tal ist in der Welt gedehnet&#10;Und Turm und Haus an Hügeln angelehnet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühlingsmorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehlingsmorgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehlingsmorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Der erste Frühlingsmorgen&#10;Erwachet über mir,&#10;Und findet mich in Sorgen,&#10;Und sieht mich fern von dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst fand er mich in Freuden&#10;An deiner trauten Hand,&#10;Mir waren Trennungsleiden&#10;Und Gram noch unbekannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun treibt mich banges Sehnen&#10;Auf Wiese, Feld und Au:&#10;Dort mischen meine Thränen&#10;Sich mit dem Morgenthau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Obschon zu künft&amp;rsquo;gen Früchten&#10;Die Erde Blüthen trägt,&#10;Die Nachtigall Geschichten&#10;Von treuer Liebe schlägt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die holde Frühlingssonne&#10;Auf uns hernieder lacht,&#10;Und jedes Herz zur Wonne&#10;Und zum Gebeth erwacht:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fuchs und der Habicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-und-der-habicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-und-der-habicht/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte doch wohl von dir wissen,&#10;(Hub einst, gedrungen vom Gewissen,&#10;Der Fuchs zu einem Habicht an)&#10;Was dir das Taubenvolk gethan,&#10;Daß du so oft auf sie ergrimmst,&#10;Und sie zu deinem Raube nimmst?&#10;Der Habicht sprach: Kann dir′s wohl sagen!&#10;Man hat das Amt mir aufgetragen,&#10;Auf Recht und Billigkeit zu sehn;&#10;Als Richter jegliches Vergehn&#10;Scharf zu bestrafen; ohne Schonen&#10;Jedwedem nach Verdienst zu lohnen.&#10;Man muß den Tauben strenge seyn,&#10;Sie fressen Waizen, Erbsen, Lein&#10;Und ließe man sie stets so walten,&#10;Der Landmann würde nichts behalten,&#10;Gut! (sprach der Fuchs) das Ding hat Schein;&#10;Doch warum strafst du nicht den Weih′n,&#10;Und Geier, Adler, Trappen, Raben,&#10;Die so viel Korn zu Schande traben?&#10;Die armen Tauben trifft dein Mord,&#10;Und jenen sagst du nicht ein Wort.&#10;Die sind zu stark, (erwiedert ihm&#10;Der Habicht) voller Ungestüm&#10;Würd′ ihre Wuth vereint mich beißen,&#10;Und mich vielleicht in Stücken reißen.&#10;Du strafst ja auch den armen Hasen,&#10;Der auf dem allgemeinen Rasen&#10;Sonst nichts als Gras und Kräuter ißt,&#10;Und schonst des Wolfs, der Lämmer frißt!&#10;Wir sind hierin wohl gleiche Brüder;&#10;Man schonet uns, wir schonen wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fürst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuerst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuerst/</guid><description>&lt;p&gt;Übergang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf eines Berges Rücken hoch steht ein Cederbaum,&#10;Kein zweiter zeigt den Blicken weitum sich in dem Raum,&#10;Es schaut fern in die Lande des Riesen Kraftgestalt,&#10;Sein Stamm: ein Berg am Berge, sein Laub: ein ganzer Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief in den Aether greift er mit grünen Armen empor,&#10;Als wagt’ er’s anzupochen kühn an des Himmels Thor,&#10;Als Schleier nimmt er Wolken, die er im Flug geraubt,&#10;Und setzt die goldne Sonne als Krone sich aufs Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fürstenjüngling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuerstenjuengling/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuerstenjuengling/</guid><description>&lt;p&gt;Uebergang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gepflanzt hat eine Rebe der Winzer vor sein Haus,&#10;Manch frisches saft’ges Blättlein treibt sie im Lenz heraus,&#10;Der Sprößling schüttelt freudig des Laubes üppig Grün,&#10;Und grüßet Lenz und Erde, und Erd’ und Lenz grüßt ihn;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Frühling kommt auf Frühling, der Stamm dringt kühn hervor,&#10;Und höher, immer höher steigt sein Gezweig empor,&#10;Und reicher, immer reicher schwillt seiner Blätter Schaar,&#10;Und beut mit grünen Armen die erste Traube dar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gang aufs Eis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gang-aufs-eis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gang-aufs-eis/</guid><description>&lt;p&gt;Sausend und surrend in wechselndem Ringel&#10;Schwingt sich das Jungvolk selbzweit und selbdritt -&#10;Herz, du mein rüstiges, lüstiges Dingel,&#10;Tätest und drehtest du heute nicht mit?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jettchen und Nettchen, ihr flotten und flinken,&#10;Laßt ihr die Schüler noch immer nicht los?&#10;Seht ihr den Meister nicht warten und winken,&#10;Ist euch das wirklich so tuttmämschos′?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jettchen! mein Herz, es pocht wie ein Hammer!&#10;Nettchen, ich komme! nun wird mir′s zu dumm ..&#10;Plötzlich von hinten mit knöcherner Klammer&#10;Hängt mir′s am Arme und reißt mich herum!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gang von Wittow nach Jasmund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gang-von-wittow-nach-jasmund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gang-von-wittow-nach-jasmund/</guid><description>&lt;p&gt;Verdammte lange schmale Heide!&#10;Zu beiden Seiten brummt das Meer,&#10;Versteckt in einem Aschenkleide,&#10;Senkt sich der Himmel tief und schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Wege liegen scharfe Steine&#10;Und schneiden in die Sohlen mir -&#10;Was Wunder, wenn ich seufz und weine,&#10;So oft ich scheiden muß von hier?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Wittows weizengrünen Auen&#10;Wohnt meine liebe Mähderin:&#10;Ich muß auf Jasmund Kreide hauen,&#10;Dieweil ein Taugenichts ich bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gaul</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gaul/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gaul/</guid><description>&lt;p&gt;Es läutet beim Professor Stein.&#10;Die Köchin rupft die Hühner.&#10;Die Minna geht: Wer kann das sein? -&#10;Ein Gaul steht vor der Türe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Minna wirft die Türe zu.&#10;Die Köchin kommt: Was gibts denn?&#10;Das Fräulein kommt im Morgenschuh.&#10;Es kommt die ganze Familie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin, verzeihn Sie,&amp;rdquo; spricht der Gaul,&#10;&amp;ldquo;der Gaul vom Tischler Bartels.&#10;Ich brachte Ihnen dazumaul&#10;die Tür- und Fensterrahmen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die vierzehn Leute samt dem Mops,&#10;sie stehn, als ob sie träumten.&#10;Das kleinste Kind tut einen Hops,&#10;die andern stehn wie Bäume.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gefangene Räuber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene-raeuber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene-raeuber/</guid><description>&lt;p&gt;Von Sabinerbergen nieder&#10;Wallt das braune Räuberweib,&#10;Schmiegend ihres Knäbleins Glieder&#10;Sorglich fest an ihren Leib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sie tritt durch Roma’s Pforte,&#10;Glocken, Trommeln und Gebet!&#10;Ist’s ein Fest, ist Markt am Orte?&#10;Beides hier gar nahe steht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feierklänge von Sankt Peter!&#10;Dudelsack hier schnarrend grell!&#10;Possen reißen heil’ge Väter,&#10;Salbung predigt Pulcinell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Affen, Charlatane, Springer,&#10;Auf dem Seile Gauklertritt!&#10;Jetzt an fremder Bestien Zwinger&#10;Lenkt das Räuberweib den Schritt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Geiger zu Gmünd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geiger-zu-gmuend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geiger-zu-gmuend/</guid><description>&lt;p&gt;Einst ein Kirchlein sondergleichen,&#10;Noch ein Stein von ihm steht da,&#10;Baute Gmünd der sangesreichen&#10;Heiligen Cäcilia.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lilien von Silber glänzten&#10;Ob der Heil&amp;rsquo;gen mondenklar,&#10;Hell wie Morgenrot bekränzten&#10;Goldne Rosen den Altar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schuh&amp;rsquo; aus reinem Gold geschlagen&#10;Und von Silber hell ein Kleid&#10;Hat die Heilige getragen:&#10;Denn da war&amp;rsquo;s noch gute Zeit,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeit, wo überm fernen Meere,&#10;Nicht nur in der Heimat Land,&#10;Man der Gmündschen Künstler Ehre&#10;Hell in Gold und Silber fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gelehrte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte/</guid><description>&lt;p&gt;Beglückt ist der, zu dem sein Vater spricht:&#10;Sohn, sei gelehrt! und der den Vater höret,&#10;Und, nur auf Ruhm, auf Meisterschaft erpicht,&#10;Bald vieles lernt, und endlich alles lehret,&#10;Mit gleichem Muth bejahet und verneint,&#10;Beweisen darf, und zu beweisen scheint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Ernst verschmäht, was Höfen stets gefiel:&#10;Den Ueberfluß geschmückter Freudenfeste,&#10;Die frühe Jagd, den späten Tanz, das Spiel,&#10;Das Nachtgepräng′ erleuchteter Paläste,&#10;Der Masken Scherz, wo Mummerei und List&#10;Verliebte paart, Gepaarten günstig ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Geliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geliebten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Der Blas- und Eu-Phemieen reiche Kette&#10;Hab′ ich geschlungen dir, Geliebte, um das Bein.&#10;Und wenn ich sonst nichts von Belang mehr täte,&#10;So könntest du mir Kakadu und Sperber sein.&#10;Erinnre dich der Nacht in jenem Bette,&#10;Als eine Spinne alle weißen Perlen fraß,&#10;Als über dich gebeugt die Freundin Juliette&#10;Zu Häupten dir und mir zu Füßen saß.&#10;Empörte Fistelstimmen stelzten aus der Mette.&#10;Tuberkulinsaft blumte groß auf Tisch und Wänden.&#10;Der Mond hing sich ans Morgenrot in Glatzenglätte&#10;Und malte grüne Ringel deinen Händen.&#10;Dann kam der Sommer und ein groß Gefrette.&#10;Auch Kraniche geruhn, sich hoch zu schneuzen.&#10;Und wenn ich dies nicht zu bemerken hätte,&#10;So hätte jenes nichts zu benedeuzen.&#10;Nur sollt ich nicht gehabt die Telegraphendrätte&#10;Zu sehr bewegt nach dir, als schließlich du entschwandest.&#10;Denn dieses tatst du in der Magensätte&#10;Des ersten Tags mit dem, den du nicht kanntest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Genfersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-genfersee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-genfersee/</guid><description>&lt;p&gt;An deinen Ufern, wo, vom Winzerheerd&#10;Bis zu des Burgpalastes Marmorhallen,&#10;Der Überfluß sein goldnes Füllhorn leert,&#10;So weit der Freiheit Jubelhymnen schallen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo stets die Freude mir, sokratisch mild,&#10;Die unbewölkte Stirn mit Efeu kränzte&#10;Seitdem des weifsen Berges Riesenbild&#10;Zum erstenmal in deiner Flut mir glänzte;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo einsam, auf bemooster Felsenwand,&#10;Am Bergstrom, der aus Tannendunkel schäumte,&#10;Mein Geist, an Xenofons und Platons Hand,&#10;Sich des Jlissus Mirtenhaine träumte;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Glücksritter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gluecksritter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gluecksritter/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Fortuna spröde tut,&#10;Laß ich sie in Ruh,&#10;Singe recht und trinke gut,&#10;Und Fortuna kriegt auch Mut,&#10;Setzt sich mit dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ich geb mir keine Müh:&#10;&amp;ldquo;He, noch einer her!&amp;rdquo;&#10;Kehr den Rücken gegen sie,&#10;Laß hoch leben die und die -&#10;Das verdrießt sie sehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und bald rückt sie sacht zu mir:&#10;&amp;ldquo;Hast du deren mehr?&amp;rdquo;&#10;Wie Sie sehn. - &amp;ldquo;Drei Kannen schier,&#10;und das lauter Klebebier!&amp;rdquo; -&#10;′s wird mir gar nicht schwer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gnädige Löwe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gnaedige-loewe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gnaedige-loewe/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tiere schrecklichsten Despoten&#10;Kam unter Knochenhügeln hingewürgter Toten&#10;Ein Trieb zur Großmut plötzlich an.&#10;Komm, sprach der gnädige Tyrann&#10;Zu allen Tieren, die in Scharen&#10;Vor seiner Majestät voll Angst versammelt waren.&#10;Komm her, beglückter Untertan,&#10;Nimm dieses Beispiel hier von meiner Gnade an!&#10;Seht, diese Knochen schenk′ ich euch!-&#10;Dir, rief der Tiere sklavisch Reich,&#10;Ist kein Monarch an Gnade gleich!-&#10;Und nur ein Fuchs, der nie den Ränken&#10;Der Schüler Machiavels geglaubt;&#10;Sprach in den Bart: Hm, was man uns geraubt,&#10;Und bis aufs Bein verzehrt, ist leichtlich zu verschenken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Goldschmiedsgesell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-goldschmiedsgesell/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-goldschmiedsgesell/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist doch meine Nachbarin&#10;Ein allerliebstes Mädchen!&#10;Wie früh ich in der Werkstatt bin,&#10;Blick ich nach ihrem Lädchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Ring′ und Kette poch′ ich dann&#10;Die feinen goldnen Drähtchen.&#10;Ach, denk′ ich, wann, und wieder, wann&#10;Ist solch ein Ring für Käthchen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und tut sie erst die Schaltern auf,&#10;Da kommt das ganze Städtchen,&#10;Und feilscht und wirbt mit hellem Hauf&#10;Um′s Allerlei im Lädchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich feile; wohl zerfeil′ ich dann&#10;Auch manches goldne Drähtchen.&#10;Der Meister brummt, der harte Mann!&#10;Er merkt, es war das Lädchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gosausee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gosausee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gosausee/</guid><description>&lt;p&gt;O komm Geliebte, komm und laß uns hier&#10;In diesem Bergeseden Hütten bauen,&#10;Ein einsam Plätzchen suchen Dir und mir,&#10;Hier wo die hohen Kulmen niederschauen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier, nah dem Himmel – und noch näher Dir!&#10;O komm mit mir, laß meine Hand Dich leiten,&#10;Klimm kühn hinan die unbekannten Pfade,&#10;Dich lohnen nie geahnte Herrlichkeiten,&#10;Zu deren Schau ich Dich, mein Kleinod, lade!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sey unbesorgt, ich lasse Dich nicht gleiten! – –&#10;Wie spielt das Licht durch&amp;rsquo;s dunkle Grün so eigen,&#10;Laub perlt und Gras vom nächt&amp;rsquo;gen Regenbade,&#10;Und Diamanten tropfen von den Zweigen!&#10;Die Sonne, die noch hinter Schleiern ringt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Graf von Habsburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graf-von-habsburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graf-von-habsburg/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Aachen in seiner Kaiserpracht,&#10;Im altertümlichen Saale,&#10;Saß König Rudolphs heilige Macht&#10;Beim festlichen Krönungsmahle.&#10;Die Speisen trug der Pfalzgraf des Rheins,&#10;Es schenkte der Böhme des perlenden Weins,&#10;Und alle die Wähler, die Sieben,&#10;Wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt,&#10;Umstanden geschäftig den Herrscher der Welt,&#10;Die Würde des Amtes zu üben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und rings erfüllte den hohen Balkon&#10;Das Volk in freud′gen Gedränge,&#10;Laut mischte sich in der Posaunen Ton&#10;Das jauchzende Rufen der Menge;&#10;Denn geendigt nachlangem verderblichen Streit&#10;War die kaiserlose, die schreckliche Zeit,&#10;Und ein Richter war wieder auf Erden;&#10;Nicht blind mehr waltet der eiserne Speer,&#10;Nicht fürchtet der Schwache, der Friedliche mehr&#10;Des Mächtigen Beute zu werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Graf von Thal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graf-von-thal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graf-von-thal/</guid><description>&lt;p&gt;Das war der Graf von Thal,&#10;So ritt an der Felsenwand;&#10;Das war sein ehlich Gemahl,&#10;Die hinter dem Steine stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schaut′ im Sonnenstrahl&#10;Hinunter den linden Hang,&#10;»Wo bleibt der Graf von Thal?&#10;Ich hört′ ihn doch reiten entlang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob das ein Hufschlag ist?&#10;Vielleicht ein Hufschlag fern?&#10;Ich weiß doch wohl ohne List,&#10;Ich hab′ gehört meinen Herrn!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie bog zurück den Zweig.&#10;»Bin blind ich oder auch taub?«&#10;Sie blinzelt′ in das Gesträuch&#10;Und horcht′ auf das rauschende Laub.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Granatbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-granatbaum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-granatbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Fern vom Granatenhaine&#10;Steht ein Granatenbaum,&#10;Er grünt und blüht ganz einsam&#10;Hart an des Meeres Saum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob ihm aus der Erde&#10;Auch Keim und Nahrung quoll,&#10;Doch neigt er Stamm und Aeste&#10;Zum Meere sehnsuchtsvoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er spiegelt sich so gerne&#10;Im klaren Wellenschein,&#10;All’ seine Blüthen und Blätter&#10;Streut er ins Meer hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, was am meisten schade,&#10;Die saft’gen Aepfel von Gold,&#10;Er streut ins Meer sie alle,&#10;Aufs Land nicht einer rollt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der greise Kopf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-greise-kopf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-greise-kopf/</guid><description>&lt;p&gt;Der Reif hatt′ einen weißen Schein&#10;Mir über′s Haar gestreuet.&#10;Da meint′ ich schon ein Greis zu sein,&#10;Und hab′ mich sehr gefreuet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch bald ist er hinweggethaut,&#10;Hab′ wieder schwarze Haare,&#10;Daß mir′s vor meiner Jugend graut -&#10;Wie weit noch bis zur Bahre!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Abendroth zum Morgenlicht&#10;Ward mancher Kopf zum Greise.&#10;Wer glaubt′s? Und meiner ward es nicht&#10;Auf dieser ganzen Reise!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der große Krebs im Mohriner See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grosse-krebs-im-mohriner-see/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grosse-krebs-im-mohriner-see/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stadt Mohrin hat immer acht,&#10;Kuckt in den See bei Tag und Nacht.&#10;Kein gutes Christenkind erlebs,&#10;Daß los sich reiß der große Krebs!&#10;Er ist im See mit Ketten geschlossen unten an,&#10;Weil er dem ganzen Lande Verderben bringen kann.&#10;Man sagt: er ist viel Meilen groß&#10;Und wendt sich oft und, kommt er los,&#10;So währts nicht lang, er kommt ans Land:&#10;Ihm leistet keiner Widerstand.&#10;Und weil das Rückwärtsgehen bei Krebsen alter Brauch,&#10;So muß dann alles mit ihm zurücke gehen auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der grüne König</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gruene-koenig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gruene-koenig/</guid><description>&lt;p&gt;Wir, Johann, Amadeus Adelgreif,&#10;Fürst von Saprunt und beiderlei Smeraldis,&#10;Erzkaiser über allen Unterschleif&#10;Und Obersäckelmeister vom Schmalkaldis&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erheben unsern grimmen Löwenschweif&#10;Und dekretieren vor den leeren Saldis:&#10;&amp;ldquo;Ihr Räuberhorden, eure Zeit ist reif.&#10;Die Hahnenfeder ab, ihr Garibaldis!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man sammle alle Blätter unserer Wälder&#10;Und stanze Gold daraus, soviel man mag.&#10;Das ausgedehnte Land braucht neue Gelder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eine Hungersnot liegt klar am Tag.&#10;Sofort versehe man die Schatzbehälter&#10;Mit Blattgold aus dem nächsten Buchenschlag.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gute Kampf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gute-kampf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gute-kampf/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Freunde, die wir zusammen&#10;Gezogen in die Schlacht,&#10;Wie hat der Tod gezehntet,&#10;Unser Häuflein klein gemacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht, wie der Feind so mächtig!&#10;Wie seine Reihen so dicht,&#10;Wie er von allen Seiten&#10;Stets enger uns umflicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und unsre Wurden brennen&#10;Und unser dunkles Blut&#10;Fließt nieder aus hundert Quellen, –&#10;Doch unsre Schwerter sind gut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und unsre Fahne flattert&#10;Noch in den Lüften hoch;&#10;Zwar sind wir arg bedränget,&#10;Allein wir noch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gütige Besuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-guetige-besuch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-guetige-besuch/</guid><description>&lt;p&gt;Ein offner Kopf, ein muntrer Geist,&#10;Kurz, einer von den feinen Leuten,&#10;Die ihr Beruf zu Neuigkeiten&#10;Nie denken, ewig reden heißt;&#10;Die mit Gewalt es haben wollen,&#10;Daß Kluge närrisch werden sollen;&#10;Ein solcher Schwätzer trat herein,&#10;Dem Dichter den Besuch zu geben.&#10;&amp;ldquo;O!&amp;rdquo; rief er, &amp;ldquo;welch ein traurig Leben!&#10;Wie? schlafen Sie denn nicht bei ihren Büchern ein?&#10;So sind Sie denn so ganz allein,&#10;Und müssen gar vor Langerweile lesen?&#10;Ich dacht es wohl, drum kam ich so geschwind.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Haidhauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-haidhauer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-haidhauer/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Gluttag in die Haidmark zieht;&#10;Noch sind vom Tau die Büsche naß,&#10;Noch liegt es silbern auf dem Ried,&#10;Noch sind die Grillen stumm im Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da schanzt er schon im braunen Feld,&#10;Macht Platz dem Korn im Ödeland;&#10;Mit seinen harten Händen hält&#10;Den Twickenstiel er fest umspannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blitzt das Eisen in der Luft,&#10;Die Plagge reißt es knirschend fort;&#10;Der Haideerde saurer Duft&#10;Steigt auf von dem geschälten Ort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Halbmond glänzet am Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-halbmond-glaenzet-am-himmel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-halbmond-glaenzet-am-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Der Halbmond glänzet am Himmel,&#10;Und es ist neblicht und kalt.&#10;Gegrüßt sei du Halber dort oben,&#10;Wie du, bin ich einer, der halb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halb gut, halb übel geboren,&#10;Und dürftig in beider Gestalt,&#10;Mein Gutes ohne Würde,&#10;Das Böse ohne Gewalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halb schmeckt ich die Freuden des Lebens,&#10;Nichts ganz als meine Reu;&#10;Die ersten Bissen genossen,&#10;Schien alles mir einerlei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halb gab ich mich hin den Musen,&#10;Und sie erhörten mich halb;&#10;Hart auf der Hälfte des Lebens&#10;Entflohn sie und ließen mich alt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Halligmatrose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-halligmatrose/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-halligmatrose/</guid><description>&lt;p&gt;Kaptain, ich bitt&amp;rsquo; euch, laßt mich fort,&#10;O lasset mich frei, sonst lauf ich von Bord,&#10;Ich muß heim, muß heim nach der Hallig!&#10;Schon sind vergangen drei ganze Jahr,&#10;Daß ich stets zu Schiff, daß ich dort nicht war,&#10;Auf der Hallig, der lieben Hallig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein, Jasper, nein, das sag&amp;rsquo; ich dir,&#10;Noch diese Reise machst du mit mir,&#10;Dann darfst du gehn nach der Hallig.&#10;Doch sage mir, Jasper, was willst du dort?&#10;Es ist ein so öder, armseliger Ort,&#10;Die kleine, einsame Hallig.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Handschuh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-handschuh/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-handschuh/</guid><description>&lt;p&gt;Vor seinem Löwengarten,&#10;Das Kampfspiel zu erwarten,&#10;Saß König Franz,&#10;Und um ihn die Großen der Krone,&#10;Und rings auf hohem Balkone&#10;Die Damen in schönem Kranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie er winkt mit dem Finger,&#10;Auf tut sich der weite Zwinger,&#10;Und hinein mit bedächtigem Schritt&#10;Ein Löwe tritt,&#10;Und sieht sich stumm&#10;Rings um,&#10;Mit langem Gähnen,&#10;Und schüttelt die Mähnen,&#10;Und streckt die Glieder,&#10;Und legt sich nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der König winkt wieder,&#10;Da öffnet sich behend&#10;Ein zweites Tor,&#10;Daraus rennt&#10;Mit wildem Sprunge&#10;Ein Tiger hervor.&#10;Wie der den Löwen erschaut,&#10;Brüllt er laut,&#10;Schlägt mit dem Schweif&#10;Einen furchtbaren Reif,&#10;Und recket die Zunge,&#10;Und im Kreise scheu&#10;Umgeht er den Leu&#10;Grimmig schnurrend;&#10;Drauf streckt er sich murrend&#10;Zur Seite nieder.&#10;Und der König winkt wieder,&#10;Da speit das doppelt geöffnete Haus&#10;Zwei Leoparden auf einmal aus,&#10;Die stürzen mit mutiger Kampfbegier&#10;Auf das Tigertier,&#10;Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,&#10;Und der Leu mit Gebrüll&#10;Richtet sich auf, da wirds still,&#10;Und herum im Kreis,&#10;Von Mordsucht heiß,&#10;Lagern die greulichen Katzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hecht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hecht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hecht/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Hecht, vom heiligen Anton&#10;bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn,&#10;am vegetarischen Gedanken&#10;moralisch sich emporzuranken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er aß seit jenem nur noch dies:&#10;Seegras, Seerose und Seegrieß.&#10;Doch Grieß, Gras, Rose floß, o Graus,&#10;antsetzlich wieder hinten aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der ganze Teich war angesteckt.&#10;Fünfhundert Fische sind verreckt.&#10;Doch Sankt Anton, gerufen eilig,&#10;sprach nichts als &amp;ldquo;Heilig! heilig! heilig!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Herbst des Einsamen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst-des-einsamen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst-des-einsamen/</guid><description>&lt;p&gt;Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,&#10;Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.&#10;Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;&#10;Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.&#10;Gekeltert ist der Wein, die milde Stille&#10;Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hier und dort ein Krenz auf ödem Hügel;&#10;Im roten Wald verliert sich eine Herde.&#10;Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;&#10;Es ruht des Landmanns rubige Geberde.&#10;Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel&#10;Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Herzenswechsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herzenswechsel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herzenswechsel/</guid><description>&lt;p&gt;Du giebst mir also nicht Dein Herz?&#10;So gieb das meine mir!&#10;Denn, Liebe, hab′ ich Deines nicht,&#10;Was soll das meine Dir?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gieb es mir wieder! Doch laß sein!&#10;Bekäm′ ich′s auch zurück,&#10;Du stiehlst es mir ja tausendmal&#10;Mit jedem neuen Blick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Behalt es! wahr in Deiner Brust&#10;Fortan der Herzen zwei!&#10;Wol hauchet eins das andre an&#10;Mit Lieb′ und zarter Treu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weg denn, Zweifel! weg, o Schmerz!&#10;Ihr findet keine Statt;&#10;Ich glaub′ es fest, ich hab′ ihr Herz,&#10;Weil sie das meine hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hexenritt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hexenritt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hexenritt/</guid><description>&lt;p&gt;In der Sommernacht&#10;Der Knecht erwacht,&#10;Da sieht er die Mägde geschäftig gehn&#10;Und mit Marei am Herde stehn.&#10;Mit Salbe beklexen&#10;Sich Besen die Hexen,&#10;Dann geht es im Saus&#10;Zum Schornstein hinaus.&#10;Zieht eine fort,&#10;So ist ihr Wort:&#10;Flieg auf, flieg aus, flieg um, nicht an!&#10;Mir nach, mir nach, wers auch so kann!&#10;Dann reitet die Hexe&#10;Auf Besen-Gezäckse&#10;Zum süßen Konnexe,&#10;Zum Gänsegeschleckse:&#10;Hih hoh, heh heeh!&#10;Hahhih, hehheeh!&#10;Durch die Lüfte geschwind&#10;Wie der sausende Wind.&#10;Jetzt meint der Knecht,&#10;Das war mir recht!&#10;Nimmt einen Stock und sucht im Rauch&#10;Die Hexensalbe, und salbt ihn auch.&#10;O welch Vergnügen&#10;Ihr nach zu fliegen!&#10;Die fang ich im Tanz&#10;Um den Kessel der Gans!&#10;Im Zorn will er fort&#10;Und spricht das Wort;&#10;Allein anstatt »flieg um, nicht an«&#10;Sagt »um und an« der arme Mann.&#10;Nun bleibt er nicht stecken,&#10;Doch fliegt er zum Schrecken&#10;(Er kann sich nicht decken)&#10;An Mauern und Ecken,&#10;Piff paff, ho heh!&#10;Rumm bumm, weh weh!&#10;Mit dem Kopf an den Baum:&#10;Ihm wird wie im Traum! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hidalgo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hidalgo/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hidalgo/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist so süß zu scherzen&#10;Mit Liedern und mit Herzen&#10;Und mit den ernsten Streit!&#10;Erglänzt des Mondes Schimmer,&#10;Da treibt′s mich fort vom Zimmer,&#10;Durch Platz und Gassen weit;&#10;Da bin zur Lieb′ ich immer&#10;Wie zum Gefecht bereit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schönen von Sevilla&#10;Mit Fächern und Mantilla&#10;Blicken den Strom entlang;&#10;Sie lauschen mit Gefallen,&#10;Wenn meine Lieder schallen&#10;Zum Mandolinenklang.&#10;Und dunkle Rosen fallen&#10;Mir vom Balkon zum Dank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hirtenknabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hirtenknabe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hirtenknabe/</guid><description>&lt;p&gt;König ist der Hirtenknabe,&#10;Grüner Hügel ist sein Thron;&#10;Über seinem Haupt die Sonne&#10;Ist die große, goldne Kron.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihm zu Füßen liegen Schafe,&#10;Weiche Schmeichler, rotbekreuzt;&#10;Kavaliere sind die Kälber,&#10;Und sie wandeln stolzgespreizt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hofschauspieler sind die Böcklein;&#10;Und die Vögel und die Küh,&#10;Mit den Flöten, mit den Glöcklein,&#10;Sind die Kammermusici.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das klingt und singt so lieblich,&#10;Und so lieblich rauschen drein&#10;Wasserfall und Tannenbäume,&#10;Und der König schlummert ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hohenstaufen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hohenstaufen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hohenstaufen/</guid><description>&lt;p&gt;Da steht er wieder, ernst und hoch und kahl!&#10;Ein weißes Tuch umhüllet sein Gelände,&#10;Der Wintersonne später, bleicher Strahl&#10;Fällt auf die weichgeschwungnen Bergeswände.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Westen kommt dieß geisterhafte Licht,&#10;Weiß wie der Schnee, auf dem es wiederstrahlet;&#10;Doch schau&amp;rsquo;, wie sich das Weiß in&amp;rsquo;s Rothe bricht!&#10;Abhang und Gipfel scheint in Blut gemalet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Himmelszeichen! Heilig Opferblut&#10;Krönt fernher scheinend deinen Scheitel wieder!&#10;Ein Kaisermantel wallt in Purpurglut&#10;Auf&amp;rsquo;s Neue dir um deine Heldenglieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der hügel wo wir wandeln...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-huegel-wo-wir-wandeln/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-huegel-wo-wir-wandeln/</guid><description>&lt;p&gt;Der hügel wo wir wandeln liegt im schatten ·&#10;Indes der drüben noch im lichte webt ·&#10;Der mond auf seinen zarten grünen matten&#10;Nur erst als kleine weisse wolke schwebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die strassen weithin-deutend werden blasser&#10;Den wandrern bietet ein gelispel halt ·&#10;Ist es vom berg ein unsichtbares wasser&#10;Ist es ein vogel der sein schlaflied lallt ?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der dunkelfalter zwei die sich verfrühten&#10;Verfolgen sich von halm zu halm im scherz . .&#10;Der rain bereitet aus gesträuch und blüten&#10;Den duft des abends für gedämpften schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hunger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hunger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hunger/</guid><description>&lt;p&gt;Er fuhr in einen Hund, dem groß er sperrt&#10;Das rote Maul. Die blaue Zunge wirft&#10;Sich lang heraus. Er wälzt im Staub. Er schlürft&#10;Verwelktes Gras, das er dem Sand entzerrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein leerer Schlund ist wie ein großes Tor,&#10;Drin Feuer sickert, langsam, tropfenweis,&#10;Das ihm den Bauch verbrennt. Dann wäscht mit Eis&#10;Ihm eine Hand das heiße Speiserohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er wankt durch Dampf Die Sonne ist ein Fleck,&#10;Ein rotes Ofentor. Ein grüner Halbmond führt&#10;Vor seinen Augen Tänze. Er ist weg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Invalide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-invalide/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-invalide/</guid><description>&lt;p&gt;Frei zieh ich durch Dörfer und Städte,&#10;Frei zieh ich von Haus zu Haus,&#10;Und um mein Amt zu vermelden:&#10;Ich glaub, ich säe die Helden&#10;Für künftige Schlachten aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst hatt ich, was ich brauchte,&#10;Jetzt brauch ich, was ich hab,&#10;Noch gibt man mir ganz so gerne,&#10;Wie man mir in der Ferne,&#10;In Feindes Landen gab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort schrieb das Quantum der Degen,&#10;Hier schreibt′s der Stelzfuß vor;&#10;Viel schmäler, meinetwegen!&#10;Gewann ich doch an Segen,&#10;Was ich an Brot verlor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ister</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ister/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ister/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt komme, Feuer!&#10;Begierig sind wir,&#10;Zu schauen den Tag,&#10;Und wenn die Prüfung&#10;Ist durch die Knie gegangen,&#10;Mag einer spüren das Waldgeschrei.&#10;Wir singen aber vom Indus her&#10;Fernangekommen und&#10;Vom Alpheus, lange haben&#10;Das Schickliche wir gesucht,&#10;Nicht ohne Schwingen mag&#10;Zum Nächsten einer greifen&#10;Geradezu&#10;Und kommen auf die andere Seite.&#10;Hier aber wollen wir bauen.&#10;Denn Ströme machen urbar&#10;Das Land. Wenn nämlich Kräuter wachsen&#10;Und an denselben gehn&#10;Im Sommer zu trinken die Tiere,&#10;So gehn auch Menschen daran.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der junge Gelehrte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-gelehrte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-gelehrte/</guid><description>&lt;p&gt;Ein junger Mensch, der viel studierte,&#10;Und, wie die Eltern ganz wohl sahn,&#10;Was Großes schon im Schilde führte,&#10;Sprach einen Greis um solche Schriften an,&#10;Die stark und sinnreich denken lehrten,&#10;Mit einem Wort, die zum Geschmack gehörten.&#10;Der Alte ward von Herzen froh&#10;Und lobt′ ihm den Homer, den Plato, Cicero&#10;Und hundert mehr aus alt und neuer Zeit,&#10;Die mit den heil′gen Lorbeerkränzen&#10;Der Dichtkunst und Wohlredenheit,&#10;Umleuchtet von der Ewigkeit,&#10;Den Jünglingen entgegenglänzen.&#10;&amp;ldquo;O!&amp;rdquo; hub der junge Mensch mit stolzem Lächeln an:&#10;&amp;ldquo;Ich habe sie fast alle durchgelesen;&#10;Allein -&amp;rdquo; &amp;ldquo;Nun gut&amp;rdquo;, sprach der gelehrte Mann,&#10;&amp;ldquo;Sind sie nach Seinem Sinn gewesen:&#10;So muß Er sie noch zweimal lesen;&#10;Doch sind sie Ihm nicht gut genug gewesen:&#10;So sag′ Er′s ja den Klugen nicht;&#10;Denn sonst erraten sie, woran es Ihm gebricht,&#10;Und heißen Ihn die Zeitung lesen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jüngling und die Spinne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-und-die-spinne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-und-die-spinne/</guid><description>&lt;p&gt;vor sich mit wachsender Trunkenheit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie liebt mich! Wie ich nun die Welt besitze&#10;Ist über alle Worte, alle Träume:&#10;Mir gilt es, daß von jeder dunklen Spitze&#10;Die stillen Wolken tieferleucht′te Räume&#10;Hinziehn, von ungeheurem Traum erfaßt:&#10;So trägt es mich - daß ich mich nicht versäume!&#10;Dem schönen Leben, Meer und Land zu Gast.&#10;Nein! wie ein Morgentraum vom Schläfer fällt&#10;Und in die Wirklichkeit hineinverblaßt,&#10;Ist mir die Wahrheit jetzt erst aufgehellt:&#10;Nicht treib ich als ein Gast umher, mich haben&#10;Dämonisch zum Gebieter hergestellt&#10;Die Fügungen des Schicksals: Junge Knaben&#10;Sind da, die Ernst und Spiele von mir lernten,&#10;Ich seh, wie manche meine Mienen haben,&#10;Geheimnisvoll ergreift es mich, sie ernten&#10;Zu sehn; und an den Ufern, an den Hügeln&#10;Spür ich in einem wundervoll entfernten&#10;Traumbilde sich mein Innerstes entriegeln&#10;Beim Anblick, den mir ihre Taten geben.&#10;Ich schaue an den Himmel auf, da spiegeln&#10;Die Wolkenreiche, spiegeln mir im Schweben&#10;Ersehntes, Hergegebenes, mich, das Ganze!&#10;Ich bin von einem solchen großen Leben&#10;Umrahmt, ich habe mit dem großen Glanze&#10;Der schönen Sterne eine also nah&#10;Verwandte Trunkenheit –&#10;Nach welcher Zukunft greif ich Trunkner da?&#10;Doch schwebt sie her, ich darf sie schon berühren:&#10;Denn zu den Sternen steigt, was längst geschah,&#10;Empor, und andre, andre Ströme führen&#10;Das Ungeschehene herauf, die Erde&#10;Läßt es empor aus unsichtbaren Türen,&#10;Bezwungen von der bittenden Gebärde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kadett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kadett/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kadett/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht mir ein Alter, matt und siech,&#10;Nicht mir der Tod auf dem Krankenbett!&#10;Nein, sterben möcht′ ich im fröhlichen Krieg,&#10;Wie bei Aspern der junge Kadett;&#10;Ihm that es von allen im Hillerschen Corps&#10;Beim Stürmen des Dorfes nicht einer zuvor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unnahbar drohte die Schanze dort,&#10;Von der die französische Batterie&#10;Den Deutschen entgegen fort und fort&#10;Kartätschen und Kugeln spie,&#10;Und »Vorwärts das dritte Bataillon!«&#10;Erscholl das Kommando zweimal schon.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kaiser und der Abt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kaiser-und-der-abt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kaiser-und-der-abt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will euch erzählen ein Märchen, gar schnurrig:&#10;Es war &amp;lsquo;mal ein Kaiser; der Kaiser war knurrig;&#10;Auch war &amp;lsquo;mal ein Abt, ein gar stattlicher Herr;&#10;Nur schade! sein Schäfer war klüger, als Er.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Kaiser ward&amp;rsquo;s sauer in Hitz&amp;rsquo; und in Kälte:&#10;Oft schlief er bepanzert im Kriegeszelte;&#10;Oft hatt&amp;rsquo; er kaum Wasser zu Schwarzbrot und Wurst;&#10;Und öfter noch litt&amp;rsquo; er gar Hunger und Durst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Pfäfflein, das wusste sich besser zu hegen,&#10;Und weidlich am Tisch und im Bette zu pflegen.&#10;Wie Vollmond glänzte sein feinstes Gesicht.&#10;Drei Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kaiser von China spricht:</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kaiser-von-china-spricht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kaiser-von-china-spricht/</guid><description>&lt;p&gt;In der Mitte aller Dinge&#10;Wohne Ich, der Sohn des Himmels.&#10;Meine Frauen, meine Bäume,&#10;Meine Tiere, meine Teiche&#10;Schließt die erste Mauer ein.&#10;Drunten liegen meine Ahnen:&#10;Aufgebahrt mit ihren Waffen,&#10;Ihre Kronen auf den Häuptern,&#10;Wie es einem jeden ziemt,&#10;Wohnen sie in den Gewölben.&#10;Bis ins Herz der Welt hinunter&#10;Dröhnt das Schreiten meiner Hoheit.&#10;Stumm von meinen Rasenbänken,&#10;Grünen Schemeln meiner Füße,&#10;Gehen gleichgeteilte Ströme&#10;Osten-, west- und süd- und nordwärts,&#10;Meinen Garten zu bewässern,&#10;Der die weite Erde ist.&#10;Spiegeln hier die dunkeln Augen.&#10;Bunten Schwingen meiner Tiere,&#10;Spiegeln draußen bunte Städte,&#10;Dunkle Mauern, dichte Wälder&#10;Und Gesichter vieler Völker.&#10;Meine Edlen, wie die Sterne,&#10;Wohnen rings um mich, sie haben&#10;Namen, die ich ihnen gab,&#10;Namen nach der einen Stunde.&#10;Da mir einer näher kam,&#10;Frauen, die ich ihnen schenkte,&#10;Und den Scharen ihrer Kinder;&#10;Allen Edlen dieser Erde&#10;Schuf ich Augen, Wuchs und Lippen.&#10;Wie der Gärtner an den Blumen.&#10;Aber zwischen äußern Mauern&#10;Wohnen Völker meine Krieger,&#10;Völker meine Ackerbauer.&#10;Neue Mauern und dann wieder&#10;Jene unterworfnen Völker,&#10;Völker immer dumpfern Blutes,&#10;Bis ans Meer, die letzte Mauer,&#10;Die mein Reich und mich umgibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kampf mit dem Drachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kampf-mit-dem-drachen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kampf-mit-dem-drachen/</guid><description>&lt;p&gt;Was rennt das Volk, was wälzt sich dort&#10;Die langen Gassen brausend fort?&#10;Stürzt Rhodus unter Feuers Flammen?&#10;Es rottet sich im Sturm zusammen,&#10;Und ein Ritter, hoch zu Ross,&#10;Gewahr′ ich aus dem Menschentross;&#10;Und hinter ihm, welch Abenteuer!&#10;Bringt man geschleppt ein Ungeheuer;&#10;Ein Drache scheint es von Gestalt,&#10;Mit weitem Krokodilesrachen,&#10;Und alles blickt verwundert bald&#10;Den Ritter an und bald den Drachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und tausend Stimmen werden laut:&#10;&amp;ldquo;Das ist der Lindwurm, kommt und schaut,&#10;Der Hirt und Herden uns verschlungen!&#10;Das ist der Held, der ihn bezwungen!&#10;Viel′ andre zogen vor ihm aus,&#10;Zu wagen den gewalt′gen Strauß,&#10;Doch Keinen sah man wiederkehren;&#10;Den kühnen Ritter soll man ehren!&amp;rdquo;&#10;Und nach dem Kloster geht der Zug,&#10;Wo Sankt Johanns, des Täufers, Orden,&#10;Die Ritter des Spitals, im Flug&#10;Zu Rate sind versammelt worden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kaufmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kaufmann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kaufmann/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin segelt das Schiff? Es trägt sidonische Männer,&#10;Die von dem frierenden Nord bringen den Bernstein, das Zinn.&#10;Trag′ es gnädig, Neptun, und wiegt es schonend, ihr Winde,&#10;In bewirtender Bucht rausch′ ihm ein trinkbarer Quell.&#10;Euch, ihr Götter, gehört der Kaufmann. Güter zu suchen,&#10;Geht er, doch an sein Schiff knüpfet das Gute sich an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der keiser als spileman</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-keiser-als-spileman/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-keiser-als-spileman/</guid><description>&lt;p&gt;Ob ich mich selben rüemen sol,&#10;sô bin ich des ein hübescher man,&#10;daz ich sô manege unfuoge dol&#10;sô wol als ichz gerechen kan.&#10;ein klôsenære, ob erz vertrüege? ich wæne, er nein.&#10;hæt er die stat als ich si hân,&#10;bestüende in danne eine zörnelîn,&#10;ez wurde unsanfter widertân.&#10;swie sanfte ichz alsô lâze sîn,&#10;daz und ouch mê vertrage ich doch dur eteswaz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frouwe, ir sît schoene und sît ouch wert:&#10;der zwein stêt wol genâde bî.&#10;waz schadet iu daz man iuwer gert?&#10;joch sint iedoch gedanke frî.&#10;wân und e wunsch daz wolde ich allez ledic lân:&#10;höveschent mîne sinne dar,&#10;waz mag ichs, gebents iu mînen sanc?&#10;des nement ir lîhte niender war:&#10;sô hân ichs doch vil hôhen danc.&#10;treit iuch mîn lop ze hove, daz ist mîn werdekeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der kern aller Prediger und Christen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kern-aller-prediger-und-christen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kern-aller-prediger-und-christen/</guid><description>&lt;p&gt;Der zunder der natur/ den Adam noch behielt/&#10;Als klugheit und verstand wie zucker war zerronnen/&#10;Hat zwar in heyden auch so grosses licht gewonnen/&#10;Daß seiner flammen glut durch stumme bilder spielt:&#10;Wenn Rom und Persien unsterblich feuer ehret/&#10;Aus dem die ewigkeit des grossen Gottes blitzt:&#10;Athen der weißheit brunn in der Minerva lehret;&#10;Egypten Isis bild mit hundert brüsten schnitzt/&#10;Zu zeigen: Daß die krafft der geister-vollen erden/&#10;Durch brüste der natur muß unterhalten werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der kleine Franz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kleine-franz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kleine-franz/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern noch im muntern Spiel&#10;Mit den Seifenblasen&#10;Sprang er viel und lachte viel&#10;Auf dem grünen Rasen;&#10;Abends drauf von meinen Knien&#10;Späht′ er nach den Sternen;&#10;Jeden, der am Himmel schien,&#10;Wollt′ er kennen lernen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Gute Nacht nun! Morgen dann&#10;Mir erzählst du weiter!&amp;rdquo;&#10;Und er lächelte mich an,&#10;Hüpfte fort so heiter;&#10;Gestern noch so frisch im Glanz&#10;Seiner sieben Jahre,&#10;Liegt er heut, der kleine Franz,&#10;Auf der Totenbahre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Knabe im Moor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-im-moor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-im-moor/</guid><description>&lt;p&gt;O schaurig ist&amp;rsquo;s übers Moor zu gehn,&#10;Wenn es wimmelt vom Heiderauche,&#10;Sich wie Phantome die Dünste drehn&#10;Und die Ranke häkelt am Strauche,&#10;Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,&#10;Wenn aus der Spalte es zischt und singt,&#10;O schaurig ist&amp;rsquo;s übers Moor zu gehn,&#10;Wenn das Röhricht knistert im Hauche!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fest hält die Fibel das zitternde Kind&#10;Und rennt als ob man es jage;&#10;Hohl über die Fläche sauset der Wind -&#10;Was raschelt drüben am Hage?&#10;Das ist der gespenstige Gräberknecht,&#10;Der dem Meister die besten Torfe verzecht;&#10;Hu, hu, es bricht wie ein irres Rind!&#10;Hinducket das Knäblein zage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Knabe mit dem Wunderhorn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-mit-dem-wunderhorn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-mit-dem-wunderhorn/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein lust′ger Geselle,&#10;Wer könnt auf Erden fröhlicher sein!&#10;Mein Rößlein so helle,&#10;Das trägt mich mit Windesschnelle&#10;Ins blühende Leben hinein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es tönt an meinem Munde&#10;Ein silbernes Horn von süßem Schall,&#10;Es tönt wohl manche Stunde,&#10;Von Fels und Wald in der Runde&#10;Antwortet der Widerhall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und komm ich zu festlichen Tänzen,&#10;Zu Scherz und Spiel im sonnigen Wald,&#10;Wo schmachtende Augen mir glänzen&#10;Und Blumen den Becher bekränzen,&#10;Da schwing ich vom Roß mich alsbald.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Knabe und die Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-und-die-mutter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe-und-die-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Mutter, wo der Vater?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glücklicher Knabe,&#10;Der du lächelnd träumest,&#10;Wonneworte lallest,&#10;Nicht denkst, daß wir&#10;Bald entwandern dem Lande,&#10;Das all′ uns wiegt,&#10;Dich, mich, den Vater,&#10;All′ uns nährte,&#10;Wie ich dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Mutter, wo der Vater?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinaus,&#10;Mit wilder Wehr,&#10;Mit Lanz und Schwerdt,&#10;Dem Feind entgegen!&#10;Hinaus!&#10;Weit über die Berge,&#10;Die steilen, felsumthürmten,&#10;In die Ebene,&#10;Wo du nie warst, Knabe,&#10;Da ist der Feind,&#10;Da ist der Vater!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Komet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-komet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-komet/</guid><description>&lt;p&gt;Der Stern, der bei der Venus steht,&#10;schau, Mädchen, und begreif:&#10;Der neue Stern ist ein Komet.&#10;Kühn spreizt sich ihm der Schweif.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es staunt der Mond: Was will der Wicht&#10;mit seinem langen Schwanz?&#10;Mich dünkt das ganze Himmelslicht&#10;erstrahlt in jungem Glanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau, Mädchen, wie der Mond von Gift&#10;und Eifersucht sich bläht,&#10;weil des Kometen starke Schrift&#10;am Himmel Sünden sät.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es glitzert Venus, Juno lacht,&#10;Uranus aber zwinkt,&#10;wenn dieser Neuling Nacht für Nacht&#10;mit seinem Zierat winkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der König von Thule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-koenig-von-thule/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-koenig-von-thule/</guid><description>&lt;p&gt;Es war einst ein König in Thule,&#10;Gar treu bis an das Grab,&#10;Dem sterbend seine Buhle&#10;einen goldnen Becher gab.&#10;Es ging ihm nichts darüber,&#10;Er leert′ ihn jeden Schmaus;&#10;Die Augen gingen ihm über,&#10;So oft trank er daraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er kam zu sterben,&#10;Zählt′ er seine Städt′ im Reich,&#10;Gönnt′ alles seinen Erben,&#10;Den Becher nicht zugleich.&#10;Er saß beim Königsmahle,&#10;Die Ritter um ihn her,&#10;Auf hohem Vätersaale&#10;Dort auf dem Schloß am Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kranke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke/</guid><description>&lt;p&gt;Der Kranke in seinem Bette,&#10;Wie schlief er so schwer und so bang,&#10;Als hin zu der schwülen Stätte&#10;Der erste Lenzhauch drang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Fenster war aufgegangen,&#10;Durch das er hinein sich stahl,&#10;Nun kühlt er die heißen Wangen,&#10;Die glühende Stirn zumal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und all dies linde Kosen,&#10;Das Blüten gelockt aus dem Baum,&#10;Es gibt dem Hoffnungslosen&#10;Genesung in süßem Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ach, der holde Gedanke&#10;Erschüttert zu sehr sein Herz,&#10;Vor Freude erwacht der Kranke&#10;Und fühlt den alten Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der kranke Aar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke-aar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranke-aar/</guid><description>&lt;p&gt;Am dürren Baum, im fetten Wiesengras&#10;Ein Stier behaglich wiederkäut′ den Fraß;&#10;Auf niederm Ast ein wunder Adler saß,&#10;Ein kranker Aar mit gebrochnen Schwingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Steig auf, mein Vogel, in die blaue Luft,&#10;Ich schau dir nach aus meinem Kräuterduft.&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;Weh, weh, umsonst die Sonne ruft&#10;Den kranken Aar mit gebrochnen Schwingen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;O Vogel, warst so stolz und freventlich&#10;Und wolltest keine Fessel ewiglich!&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;Weh, weh, zu viele über mich,&#10;Und Adler all, - brachen mir die Schwingen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der letzte Gruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-gruss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-gruss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kam vom Walde hernieder,&#10;Da stand noch das alte Haus,&#10;mein Liebchen, sie schaute wieder&#10;Wie sonst zum Fenster hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat einen andern genommen,&#10;Ich war draußen in Schlacht und Sieg,&#10;Nun ist alles anders gekommen,&#10;Ich wolltâ€˜, es wärâ€˜ wieder erst Krieg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Wege dort spielte ihr Kindlein,&#10;Das glich ihr recht auf ein Haar,&#10;Ich küßt′s auf sein rotes Mündlein:&#10;&amp;ldquo;Gott segne dich immer dar!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie aber schaute erschrocken&#10;Noch lange Zeit nach mir hin,&#10;Und schüttelte sinnend die Locken,&#10;Und wußte nicht wer ich bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der letzte Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-traum/</guid><description>&lt;p&gt;(zum Gedenken an Detlev v. Liliencron)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war am sechsten Abend, und Gott sprach:&#10;Alles ist gut geworden. Alles. Nur&#10;der Mensch: was ist der Mensch? Er träumt wie Ich.&#10;Er möchte ewig leben, ewig träumen.&#10;Wenn ich nur schlafen könnte! endlich schlafen! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war am sechsten Abend, und ein Dichter&#10;sprach auf dem Sterbebett: Was ist der Mensch?&#10;Er hielt die Hand des liebsten Freunds umklammert,&#10;er wollt ihn ansehn mit den Schöpferaugen,&#10;sie irrten durch ihn hin wie Säuglingsaugen&#10;durch eine fremde, unerschöpflich fremde,&#10;traumvolle Welt - er stammelte:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebe Dauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-dauer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-dauer/</guid><description>&lt;p&gt;O lieb&amp;rsquo; so lang&amp;rsquo; du lieben kannst!&#10;O lieb&amp;rsquo; so lang&amp;rsquo; du lieben magst!&#10;Die Stunde kommt, die Stunde kommt,&#10;Wo du an Gräbern stehst und klagst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sorge, daß dein Herze glüht&#10;Und Liebe hegt und Liebe trägt,&#10;So lang&amp;rsquo; ihm noch ein and&amp;rsquo;res Herz&#10;In Liebe warm entgegenschlägt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wer dir seine Brust erschließt,&#10;O tu&amp;rsquo; ihm, was du kannst, zu lieb!&#10;Und mach&amp;rsquo; ihm jede Stunde froh,&#10;Und mach&amp;rsquo; ihm keine Stund trüb!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebe Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-trennung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-trennung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Reigerbaize.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Lenz die Erde wieder im ersten Kuß umschloß,&#10;Da ritt aus Brügges Thoren ein bunter Jägertroß,&#10;Viel schmucke Falkoniere sah man zu Rosse ziehn,&#10;Und an des Gatten Seite die schöne Herzogin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Arm saß ihr ein Falke. Ob seinem weißen Gewand&#10;Ward er bei Hofe schwerzweis der Dominikaner genannt,&#10;Ein schwarzes Käppchen bedeckt’ ihn, er trug ein silbern Collar,&#10;Darauf das Wörtlein: Aufwärts! in Gold zu lesen war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Lump</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lump/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lump/</guid><description>&lt;p&gt;Und bin ich auch ein rechter Lump,&#10;So bin ich dessen unverlegen;&#10;Ein frech Gemüt, ein fromm Gesicht,&#10;Herzbruder, sind ein wahrer Segen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Links nehm von Christi Mantel ich&#10;Ein Zipfelchen, daß es mir diene,&#10;Und rechts - du glaubst nicht, wie das deckt -,&#10;Rechts von des Königs Hermeline.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mann von Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mann-von-schnee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mann-von-schnee/</guid><description>&lt;p&gt;Schneemann dort am Gartenzaune&#10;Hat gar eine üble Laune.&#10;Steht er da voll Trutz und Groll,&#10;Weiß nicht, was er reden soll.&#10;Und die Sonne blinkt und blitzt,&#10;Daß er wie ein Kranker schwitzt.&#10;Weil der Himmel ist so blau,&#10;Aergert er sich braun und grau;&#10;Weil die Wiesen werden grün,&#10;Aergert er sich schmal und dünn.&#10;Schneemann ist in großer Noth,&#10;Denn es winkt ihm schon der Tod.&#10;Noch ein Schnapper, noch ein Schnauf&#10;Und er steht nicht wieder auf.&#10;Kommen dann die schwarzen Raben,&#10;Seine Leiche zu begraben.&#10;Und Schneeglöcklein will vor Freuden,&#10;Ihm die Sterbeglocke läuten.&#10;Und die Lerch′ vor allen Dingen&#10;Ihm ein Schlummerliedchen singen.&#10;Aber wo ist er zu finden?&#10;Vornen nicht, und auch nicht hinten.&#10;Freilich, weil ihm ganz zerbrochen&#10;An der Sonne seine Knochen,&#10;Weil zu Wasser er zerronnen&#10;An dem Glanz der goldnen Sonnen.&#10;Kommt der Storch dazu geflogen,&#10;Und die Schwalbe hergezogen,&#10;Fragen nach dem todten Mann,&#10;Niemand von ihm sagen kann:&#10;Wälzt der Storch mit seinem Bein&#10;An den Zaun hin einen Stein;&#10;Und die Schwalbe mit dem Schnabel&#10;Schreibt darauf die ganze Fabel:&#10;Hier liegt Einer, der im Leben,&#10;Weiter keinen Taug gegeben;&#10;Der sich faul und sehr verstockt,&#10;Lebenslang daher gehockt;&#10;Und damit er doch nicht länger&#10;Bleiben soll ein Müßiggänger,&#10;Und ein Griesgram und ein Hasser,&#10;Schmolz der Frühling ihn zu Wasser;&#10;Und damit will er begießen&#10;All′ die Blumen auf den Wiesen,&#10;Daß sie weiß und gelb und grün&#10;Euch zur Lust und Freude blüh′n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Maulwurf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maulwurf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maulwurf/</guid><description>&lt;p&gt;In seinem Garten freudevoll&#10;Geht hier ein Gärtner namens Knoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch seine Freudigkeit vergeht,&#10;Ein Maulwurf wühlt im Pflanzenbeet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnell eilt er fort und holt die Hacke,&#10;Daß er den schwarzen Wühler packe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt ist vor allem an der Zeit&#10;Die listige Verschwiegenheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aha! Schon hebt sich was im Beet,&#10;Und Knoll erhebt sein Jagdgerät.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwupp! Da - und Knoll verfehlt das Ziel.&#10;Die Hacke trennt sich von dem Stiel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mohnkopf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mohnkopf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mohnkopf/</guid><description>&lt;p&gt;Im herben Wind am Dornenzaun&#10;Bei toten, raschelnden Ranken,&#10;Verödet muss dies Greisenhaupt&#10;Die trüben Tage durchwanken -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und aschendürr und aschenfahl,&#10;Von Gram gebeugt, hinab&#10;Zur wüsten Erde starren:&#10;Du meiner Hoffnung Grab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach wohl, im Sommer, als flammend heiß&#10;Im Blauen die Sonne stand,&#10;Da war von üppigen Träumen&#10;Mein jugendlich Haupt entbrannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich loderte glutig und dünkte mich selbst&#10;Solch herrlicher Flammenbronnen&#10;Und wollt im Herbste Garten und Flur&#10;Besäen mit roten Sonnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mönch von Bonifazio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-moench-von-bonifazio/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-moench-von-bonifazio/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Korsen, löst des Portes Ketten! Jede Hoffnung ist verschwunden!&#10;Nirgend weht ein rettend Segel! Gebt Euch! Pfleget eure Wunden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genua, euer hats vergessen! Spähet aus von eurem Riffe!&#10;Sucht im Meere! Schärft die Augen! Nirgend, nirgend Genuas Schiffe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eure Kinder hör ich wimmern, eure Fraun, die hungermatten&#10;Blicken hohl wie Nachtgespenster und ihr selber wankt wie Schatten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Verdeck des Schiffes rufts empor zu Bonifazios Walle&#10;König Alfons milden Sinnes, aber droben schweigen alle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mond ist aufgegangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-ist-aufgegangen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-ist-aufgegangen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond ist aufgegangen,&#10;die goldnen Sternlein prangen&#10;am Himmel hell und klar;&#10;der Wald steht schwarz und schweiget,&#10;und aus den Wiesen steiget&#10;der weiße Nebel wunderbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ist die Welt so stille&#10;und in der Dämmrung Hülle&#10;so traulich und so holt&#10;als eine stille Kammer,&#10;wo ihr des Tages Jammer&#10;verschlafen und vergessen sollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht ihr den Mond dort stehen?&#10;Er ist nur halb zu sehen&#10;und ist doch rund und schön.&#10;So sind wohl manche Sachen,&#10;die wir getrost belachen,&#10;weil unsre Augen sie nicht sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mondberg-Uhu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mondberg-uhu/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mondberg-uhu/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mondberg-Uhu hat ein Bein,&#10;sein linkes Bein, im Sonnenschein.&#10;Das rechte Bein jedoch des Vogels&#10;bewohnt das Schattenreich des Kogels.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis hundertfunfzig Grad im Licht&#10;gibt Herschel ihm (zwar Langsley nicht),&#10;im Dustern andrerseits desgleichen&#10;dasselbe mit dem Minuszeichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Wohl befiehlt ihm (man versteht),&#10;daß er sich stetig ruckweis dreht.&#10;Er funktioniert wie eine Uhr&#10;und ist doch bloß ein Uhu nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Morgenkuss nach einem Ball</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgenkuss-nach-einem-ball/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgenkuss-nach-einem-ball/</guid><description>&lt;p&gt;Durch eine ganze Nacht sich nahe seyn,&#10;So Hand in Hand, so Arm im Arme weilen,&#10;So viel empfinden ohne mitzutheilen -&#10;Ist eine wonnevolle Pein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So immer Seelenblick im Seelenblick&#10;Auch den geheimsten Wunsch des Herzens sehen,&#10;So wenig sprechen, und sich doch verstehen -&#10;Ist hohes martervolles Glück!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Lohn für die im Zwang verschwundne Zeit&#10;Dann bey dem Morgenstrahl, warm, mit Entzücken&#10;Sich Mund an Mund, und Herz an Herz sich drücken -&#10;O dies ist – Engelseligkeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Morgenstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgenstern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-morgenstern/</guid><description>&lt;p&gt;Woher so früeih, wo ane scho,&#10;Heer Morgestern, enandernoo&#10;in dyner glitzrige Himmelstracht,&#10;in dyner guldige Locke Pracht,&#10;mit dynen Auge, chloor un blau&#10;un suufer gwäschen im Morgetau?&#10;Hesch gmaint, de seigsch ellainig do?&#10;Nai, weger nai, mer mäihe scho!&#10;Mer mäihe scho ne halbi Stund;&#10;früeih ufstoh isch de Glidere gsund,&#10;es macht e frische, frohe Muet,&#10;un d’Suppe schmeckt aim no so guet.&#10;`s gitt Lüt, si dose friili no,&#10;si chönne schier nit uuse choo.&#10;Der Mähder un der Morgestern&#10;stöhn zytli uf un wache gern;&#10;un was rne früeih um vieri tuet,&#10;das chunnt aim z’Nacht um nüüni guet.&#10;Un d’Vögeli sinn au scho do,&#10;si stimmen ihri Pfiifli scho,&#10;un uf ein Baum un hinterm Hag&#10;sait ais im andere guete Tag!&#10;Un ’s Turteltüübli ruukt un lacht,&#10;un’s Bettzytglöckli isch au verwacht.&#10;&amp;ldquo;Se helf is Gott, un geb is Gott&#10;e guete Tag, un bhüet is Gott!&#10;Mer betten um e christli Herz,&#10;es chunat aim wohl in Freud un Schmerz;&#10;wer christli lebt, het frohe Muet:&#10;der lieb Gott stoht für alles guet.&amp;rdquo;&#10;Waisch, Jobbeli, was der Morgestern&#10;am Himmel suecht? Me sait’s nit gern!&#10;Er wandtet ime Sternli noo,&#10;er cha schier gar nit von ein loo;&#10;doch rnaint sy Muetter,’s müeß nit sii,&#10;un tuet en wie ne Hüehnli ii.&#10;Drum stoht er uf vor Tag un goht&#10;syrn Sternli noo im Morgerot;&#10;er suecht, un’s wird ein windeweh,&#10;er möcht ein gern e Schmützli gee;&#10;er möcht ein sagen: &amp;ldquo;I bi der hold!&amp;rdquo;&#10;Es wär em über Geld un Gold.&#10;Doch wenn er schier gar by n ein wär,&#10;verwacht sy Muetter handumchehr;&#10;un wenn si rüeft enandernoo,&#10;sen isch rny Bürstli niene do.&#10;Druf flicht sie ihre Chranz ins Hoor&#10;un lueget hinter de Berge vor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Musensohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-musensohn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-musensohn/</guid><description>&lt;p&gt;Durch Feld und Wald zu schweifen,&#10;Mein Liedchen wegzupfeifen,&#10;So geht′s von Ort zu Ort!&#10;Und nach dem Takte reget,&#10;Und nach dem Maß beweget&#10;Sich alles an mir fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kann sie kaum erwarten,&#10;Die erste Blum′ im Garten,&#10;Die erste Blüt′ am Baum.&#10;Sie grüßen meine Lieder,&#10;Und kommt der Winter wieder,&#10;Sing ich noch jenen Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sing′ ihn in der Weite,&#10;Auf Eises Läng und Breite,&#10;Da blüht der Winter schön!&#10;Auch diese Blüte schwindet&#10;Und neue Freude findet&#10;Sich auf bebauten Höh′n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Narr des Grafen von Zimmern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-narr-des-grafen-von-zimmern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-narr-des-grafen-von-zimmern/</guid><description>&lt;p&gt;Was rollt so zierlich, klingt so lieb&#10;Treppauf und -ab im Schloss?&#10;Das ist des Grafen Zeitvertrieb&#10;Und stündlicher Genoss:&#10;Sein Narr, annoch ein halbes Kind&#10;Und rosiges Gesellchen,&#10;So leicht und luftig wie der Wind,&#10;Und trägt den Kopf voll Schellchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch ohne Arg, wie ohne Bart,&#10;An Possen reich genug,&#10;Ist doch der Fant von guter Art&#10;Und in der Torheit klug;&#10;Und was vergecken und verdrehn&#10;Die zappeligen Hände,&#10;Gerät ihm oft wie aus Versehn&#10;Zuletzt zum guten Ende.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Neid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neid/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neid/</guid><description>&lt;p&gt;Neide nicht, o junges Mädchen,&#10;Deiner Schwester Lieblichkeit!&#10;Ahme nicht mit heißem Eifer&#10;Nach, was die Natur verbeut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Blume, noch im Werden,&#10;Sah die Lilie vor sich stehn&#10;Und, vergessend ihrer selber&#10;(Denn auch sie war hold und schön),&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neidet, zürnt sie, brennet ängstig,&#10;Lilie zu werden. Weh!&#10;Was geschieht? Die arme Blume&#10;Wird zu Feuerlilie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der neue Columbus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-columbus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-columbus/</guid><description>&lt;p&gt;Freundin! - sprach Columbus - traue&#10;keinem Genueser mehr!&#10;Immer starrt er in das Blaue -&#10;Fernstes lockt ihn allzusehr!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fremdestes ist nun mir teuer!&#10;Genua, das sank, das schwand -&#10;Herz, bleib kalt! Hand, halt das Steuer!&#10;Vor mir Meer - und Land? - und Land? &amp;mdash;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stehen fest wir auf den Füßen!&#10;Nimmer können wir zurück!&#10;Schaun hinaus: von fernher grüßen&#10;Uns Ein Tod, Ein Ruhm, Ein Glück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der neue Rattenfänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-rattenfaenger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-rattenfaenger/</guid><description>&lt;p&gt;Juchheisa! Und ich führ den Zug&#10;Hopp über Feld und Graben.&#10;Des alten Plunders ist genug,&#10;Wir wollen neuen haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Was! Wir gering? Ihr vornehm, reich?&#10;Planierend schwirrt die Schere,&#10;Seid Lumps wie wir, so sind wir gleich,&#10;Hübsch breit wird die Misere!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das alte Lied, das spiel ich neu,&#10;Da tanzen alle Leute,&#10;Das ist die Vaterländerei,&#10;O Herr, mach uns gescheute! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Nibelungen Hort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-nibelungen-hort/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-nibelungen-hort/</guid><description>&lt;p&gt;Der Schiffer treibt im Nachen&#10;Auf mondbeglänzter Fluth,&#10;Die Wellen rauschen lockend,&#10;Wie er so träumend ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schauen Burgruinen&#10;Vom Ufer groß und hehr,&#10;Er denkt der alten Zeiten,&#10;Wo sie nicht wüst und leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zeiten, wo die Liebe,&#10;Das Glück dem Tapfern hold;&#10;Wo ist der Durst nach Ruhme?&#10;Es herrscht der Durst nach Gold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süß hallet über′s Wasser&#10;Der Lorelei Gesang,&#10;Der Nebel regt und formt sich&#10;Am fels′gen Uferhang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Papagei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-papagei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-papagei/</guid><description>&lt;p&gt;Es war einmal ein Papagei,&#10;der war beim Schöpfungsakt dabei&#10;und lernte gleich am rechten Ort&#10;des ersten Menschen erstes Wort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Menschen erstes Wort war A&#10;und hieß fast alles, was er sah,&#10;z.B. Fisch, z.B. Brot,&#10;z.B. Leben oder Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst nach Jahrhunderten voll Schnee&#10;erfand der Mensch zum A das B&#10;und dann das L und dann das Q&#10;und schließlich noch das Z dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gedachter Papagei indem&#10;ward älter als Methusalem,&#10;bewahrend treu in Brust und Schnabel&#10;die erste menschliche Vokabel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Pasquillant</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pasquillant/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pasquillant/</guid><description>&lt;p&gt;Auch konnt es unserm Scharfsinn nicht entgehen,&#10;Daß ein Herr Geist uns zu bemäkeln pflegt,&#10;Indem er ein Pasquill zusammenträgt,&#10;Das ihm die Winde um die Ohren säen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald kritzelt er, bald hüpft er aufgeregt&#10;Um uns herum, dann bleibt er zuckend stehen&#10;Und reckt den Schwartenhals, um zu erspähen,&#10;Was sich in unserm Kabinett bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Bleistiftstummel hat er ganz zerbissen,&#10;Die Drillichnaht ist hinten aufgeschlissen,&#10;Doch dünkt er sich ein Diplomatenjäger.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der philosophische Egoist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-philosophische-egoist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-philosophische-egoist/</guid><description>&lt;p&gt;Hast du den Säugling gesehn, der, unbewusst noch der Liebe,&#10;Die ihn wärmet und wiegt, schlafend von Arme zu Arm&#10;Wandert, bis bei der Leidenschaft Ruf der Jüngling erwachet,&#10;Und des Bewussteins Blitz dämmernd die Welt ihm erhellt?&#10;Hast du die Mutter gesehn, wenn die süßen Schlummer dem Liebling&#10;Kauft mit dem eigenen Schlaf und für das Träumende sorgt,&#10;Mit dem eigenen Leben ernährt die zitternde Flamme,&#10;Und mit der Sorge selbst sich für die Sorge belohnt?&#10;Und du lästerst die große Natur, die, bald Kind und bald Mutter,&#10;Jetzt empfänget, jetzt gibt, nur durch Bedürfnis besteht?&#10;Selbst genügsam willst du dem schönen Ring dich entziehen,&#10;Der Geschöpf an Geschöpf reiht in vertraulichem Bund?&#10;Willst du Armer stehen allein und allein durch dich selber,&#10;Wenn durch der Kräfte Tausch selbst das Unendliche steht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Prager Musikant</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-prager-musikant/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-prager-musikant/</guid><description>&lt;p&gt;Mit der Fiedel auf dem Rücken,&#10;Mit dem Kappel in der Hand,&#10;Ziehn wir Prager Musikanten&#10;Durch das weite Christenland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unser Schutzpatron im Himmel&#10;Heißt der heilge Nepomuk,&#10;Steht mit seinem Sternenkränzel&#10;Mitten auf der Prager Bruck.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich da hinausgewandert,&#10;Hab ich Reverenz gemacht,&#10;Ein Gebet ihm aus dem Kopfe&#10;Recht bedächtig hergesagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steht also in keinem Büchel,&#10;Wie man′s auf dem Herzen hat:&#10;Wanderschaft mit leerem Beutel,&#10;Und ein Schätzel in der Stadt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Prophet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-prophet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-prophet/</guid><description>&lt;p&gt;In einer Halle hat er mich empfangen&#10;Die rätselhaft mich ängstet mit Gewalt&#10;Von süssen Düften widerlich durchwallt,&#10;Da hängen fremde Vögel, bunte Schlangen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Tor fällt zu, des Lebens Laut verhallt&#10;Der Seele Athmen hemmt ein dumpfes Bangen&#10;Ein Zaubertrunk hält jeden Sinn befangen&#10;Und alles flüchtet, hilflos, ohne Halt.&#10;Er aber ist nicht wie er immer war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Auge bannt und fremd ist Stirn und Haar.&#10;Von seinen Worten, den unscheinbar leisen&#10;Geht eine Herrschaft aus und ein Verführen&#10;Er macht die leere Luft beengend kreisen&#10;Und er kann töten, ohne zu berühren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rappe des Comturs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rappe-des-comturs/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rappe-des-comturs/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Konrad Schmid legt′ um die Wehr,&#10;Man führt′ ihm seinen Rappen her:&#10;&amp;ldquo;Den Zwingli lass ich nicht im Stich,&#10;Und kommt ihr mit, so freut es mich.&amp;rdquo;&#10;Da griffen mit dem Herren wert&#10;Von Küsnacht dreissig frisch zum Schwert:&#10;Mit Mann und Ross im Morgenrot&#10;Stiess ab das kriegbeladne Boot.&#10;Träg schlich der Tag; dann durch die Nacht&#10;Flog Kunde von verlorner Schlacht.&#10;Von drüben rief der Horgnerturm,&#10;Bald stöhnten alle Glocken Sturm,&#10;Und was geblieben war zu Haus,&#10;Das stand am See, lugt′ angstvoll aus.&#10;Am Himmel kämpfte lichter Schein&#10;Mit schwarzgeballten Wolkenreihn.&#10;&amp;ldquo;Hilf Gott, ein Nachtgespenst!&amp;rdquo; Sie sahn&#10;Es drohend durch die Fluten nahn.&#10;Wo breit des Mondes Silber floss,&#10;Da rang und rauscht ein mächtig Ross,&#10;Und wilder schnaubts und näher fuhrs &amp;hellip;&#10;&amp;ldquo;Hilf Gott, der Rappe des Komturs!&amp;rdquo;&#10;Nun trat das Schlachtross festen Grund,&#10;Die bleiche Menge stand im Rund.&#10;Zur Erde starrt′ sein Augenstern,&#10;Als sucht′ es dort den toten Herrn &amp;hellip;&#10;Ein Knabe hub dem edeln Tier&#10;Die Mähne lind: &amp;ldquo;Du blutest hier!&amp;rdquo;&#10;Die Wunde badete die Flut,&#10;Jetzt überquillt sie neu von Blut.&#10;Und jeder Tropfen schwer und rot&#10;Verkündet eines Mannes Tod.&#10;Die Komturei mit Turm und Tor&#10;Ragt weiss im Mondenglanz empor.&#10;Heim schritt der Rapp das Dorf entlang,&#10;Sein Huf wie über Grüften klang,&#10;Und Alter, Witwe, Kind und Maid&#10;Zog schluchzend nach wie Grabgeleit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Regen scheint besessen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-regen-scheint-besessen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-regen-scheint-besessen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hör′ den Regen dreschen&#10;Und übers Pflaster fegen.&#10;Der Regen scheint besessen&#10;Und will die Welt auffressen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich muss mich näher legen&#10;Ins Bett zu meiner Frauen.&#10;Wird sich ihr Äuglein regen,&#10;Kann ich ins Blaue schauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Reiche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-reiche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-reiche/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr wollt mich lästern,&#10;Ja lächerlich leugnen,&#10;Gehirnmikroben&#10;Auf euer&amp;rsquo;m wirbelnden Sandkorn,&#10;Weil das alternd&#10;Unter euch einbrach&#10;Und hunderttausend&#10;Von euch begrub?&#10;Als hielte mich Anstand und Pflicht,&#10;Nach eurer Art&#10;Sorglich zu sparen&#10;Mit dem, was mein ist!&#10;Ihr Bettlerseelen!&#10;Wisset ihr denn, wie reich ich bin?&#10;Wär&amp;rsquo;t ihr geworden,&#10;Ihr Traurigen alle,&#10;Wär&amp;rsquo; ich so arm,&#10;So knickerig ängstlich,&#10;So wählend und zählend&#10;vWie euresgleichen?&#10;Doch ich bin reich -&#10;Darum wurdet auch ihr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Reiter und der Bodensee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-reiter-und-der-bodensee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-reiter-und-der-bodensee/</guid><description>&lt;p&gt;Der Reiter reitet durchs helle Thal,&#10;Auf Schneefeld schimmert der Sonne Strahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er trabet im Schweiß durch den kalten Schnee,&#10;Er will noch heut an den Bodensee;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch heut mit dem Pferd in den sichern Kahn,&#10;Will drüben landen vor Nacht noch an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf schlimmem Weg, über Dorn und Stein,&#10;Er braust auf rüstigem Ross feldein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den Bergen heraus, ins ebene Land,&#10;Da sieht er den Schnee sich dehnen, wie Sand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Revoluzzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-revoluzzer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-revoluzzer/</guid><description>&lt;p&gt;War einmal ein Revoluzzer,&#10;im Zivilstand Lampenputzer;&#10;ging im Revoluzzerschritt&#10;mit den Revoluzzern mit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er schrie: &amp;ldquo;Ich revolüzze!&amp;rdquo;&#10;Und die Revoluzzermütze&#10;schob er auf das linke Ohr,&#10;kam sich höchst gefährlich vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch die Revoluzzer schritten&#10;mitten in der Strassen Mitten,&#10;wo er sonsten unverdrutzt&#10;alle Gaslaternen putzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie vom Boden zu entfernen&#10;rupfte man die Gaslaternen&#10;aus dem Strassenpflaster aus,&#10;zwecks des Barrikadenbaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber unser Revoluzzer&#10;schrie: &amp;ldquo;Ich bin der Lampenputzer&#10;dieses guten Leuchtelichts.&#10;Bitte, bitte, tut ihm nichts!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ring</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ring/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ring/</guid><description>&lt;p&gt;Liebchen wallt in fernem Lande:&#10;Meine Küsse geb′ ich dir,&#10;Goldnes Ringlein! dich zum Pfande&#10;Ließ sie, unter Küssen, mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! da kam sie, leiser, trauter;&#10;Hatt′ ein Auge, rein und hold;&#10;Und ein Herz! ein Herz, so lauter,&#10;Schönes Ringlein! wie dein Gold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebchen gab dich mir, und sagte:&#10;Nimm es, bleib′ ihm ewig gut!&#10;Und ich schwör′ es dir: Ich wagte,&#10;Dir zu Gunsten, all mein Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Goldnes Ringlein! süßes, liebes!&#10;Machst, daß mir die Sonne scheint;&#10;Kommt ein Wölkchen oft, ein trübes,&#10;Hat′s in kurzem ausgeweint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ritt zur Schule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ritt-zur-schule/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ritt-zur-schule/</guid><description>&lt;p&gt;Am Kloster San Lorenzo&#10;Ein Bauer leise schellt,&#10;Der am verbrämten Zaume&#10;Fest seinen Esel hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Thier wiegt auf dem Kopfe&#10;Stolz seinen Federschwall,&#10;Als wär’s in seinem Volke&#10;Schier Hof- und Feldmarschall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es trägt auf seinem Rücken&#10;Den Korb von ries’gem Maß,&#10;Dazu des Bauers Söhnlein&#10;Und Hühnerstall und Faß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Kind steckt in der Kutte&#10;Just nach des Paters Schnitt,&#10;Der aus der Klosterpforte&#10;Gar feierlich jetzt tritt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rosenkranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rosenkranz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rosenkranz/</guid><description>&lt;p&gt;An des Beetes Umbuschung&#10;brach sie Rosen zum Kranz,&#10;feurig prangte die Mischung&#10;rings im tauigen Glanz.&#10;Ros’ auf Ros’ in das Körbchen sank,&#10;purpurrot und wie Silber blank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar den Grazien heilig,&#10;sang sie, blühet ihr dort,&#10;warum aber so eilig abgeblüht und verdorrt.&#10;Die so eben geöffnet stehn,&#10;werden bald in dem Winde wehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du rotstreifiges Knöpfchen&#10;zitternd schaust du dein Grab,&#10;und ein perlendes Tröpfchen&#10;hängt als Träne herab.&#10;Bleib, du sollst in dem Sonnenschein&#10;dich des flüchtigen Lebens freun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Salzsee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-salzsee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-salzsee/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond leckt wie ein Wintertier das Salz deiner Hände,&#10;Doch schäumt dein Haar violett wie ein Fliederbusch,&#10;In dem das erfahrene Käuzchen ruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da steht für uns erbaut die gesuchte Traumstadt,&#10;In der die Straßen alle schwarz und weiß sind.&#10;Du gehst im Glitzerschnee der Verheißung,&#10;Mir sind gelegt die Schienen der dunklen Vernunft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Häuser sind mit Kreide gegen den Himmel gezeichnet&#10;Und ihre Türen bleigegossen;&#10;Nur oben unter Giebeln wachsen gelbe Kerzen&#10;Wie Nägel zu zahllosen Särgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saenger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saenger/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Was hör′ ich draußen vor dem Tor,&#10;Was auf der Brücke schallen?&#10;Laß den Gesang vor unserm Ohr&#10;Im Saale widerhallen!&amp;rdquo;&#10;Der König sprach′s, der Page lief;&#10;Der Knabe kam, der König rief:&#10;&amp;ldquo;Laßt mir herein den Alten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Gegrüßet seid mir, edle Herrn,&#10;Gegrüßt ihr, schöne Damen!&#10;Welch reicher Himmel! Stern bei Stern!&#10;Wer kennet ihre Namen?&#10;Im Saal voll Pracht und Herrlichkeit&#10;Schließt, Augen, euch; hier ist nicht Zeit,&#10;Sich staunend zu ergetzen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der satanistische Poet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-satanistische-poet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-satanistische-poet/</guid><description>&lt;p&gt;Ach du armer Satanist,&#10;Bang gezwungen, zu verrenken&#10;All dein Reden, Dichten, Denken,&#10;Weil du sonst &amp;ldquo;erledigt′′ bist:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht dir selbst gehörst du mehr,&#10;Rastlos mußt du dich verwandeln,&#10;Um ein Bravo einzuhandeln,&#10;Was doch so verteufelt schwer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Armes, armes Elend-Häufel!&#10;Meintest in Verwegenheiten&#10;Uns den Teufel vorzureiten -&#10;Und nun reitet dich der Teufel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schäfer und der Reiter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schaefer-und-der-reiter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schaefer-und-der-reiter/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Schäfer sah im Grünen,&#10;Sein Liebchen saß im Arm,&#10;Durch Buchenwipfel schienen&#10;Der Sonne Strahlen warm.&#10;Sie kosten froh und heiter&#10;Den Glücklichen vorbei.&#10;”Sitz ab und suche Kohle”,&#10;Rief ihm der Schäfer zu.&#10;”Des Mittags nahe Schwüle&#10;Gebietet stille Ruh′.&#10;Noch lacht im Morgenglanze&#10;So Strauch als Blume hier,&#10;Und Liebchen pflückt zum Kranze&#10;Die schönsten Blumen dir.”&#10;Da sprach der finstre Reiter:&#10;”Nie hält mich Wald und Flur;&#10;Mich treibt mein Schicksal weiter,&#10;Und ach, mein erster Schwur.&#10;Ich gab mein junges Leben&#10;Dahin um schönen Sold,&#10;Glück kann ich nicht erstreben&#10;Nur höchstens Ruhm und Gold.&#10;Drum schnell, mein Roß und trabe&#10;Vorbei wo Blumen blüh′n,&#10;Einst lohnt wohl Ruh im Grabe&#10;Des Kämpfenden Bemühn.”&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schatzgräber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schatzgraeber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schatzgraeber/</guid><description>&lt;p&gt;Arm am Beutel, krank am Herzen,&#10;Schleppt ich meine langen Tage.&#10;Armut ist die größte Plage,&#10;Reichtum ist das höchste Gut!&#10;Um zu enden meine Schmerzen,&#10;Ging ich einen Schatz zu graben.&#10;Meine Seele sollst du haben!&#10;Schrieb ich hin mit eignem Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so zog ich Kreis um Kreise,&#10;Stellte wunderbare Flammen,&#10;Kraut und Knochenwerk zusammen:&#10;Die Beschwörung war vollbracht.&#10;Und auf die gelehrte Weise&#10;Grub ich nach dem alten Schatze&#10;Auf dem angezeigten Platze;&#10;Schwarz und stürmisch war die Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schizophrene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schizophrene/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schizophrene/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Opfer der Zerstückung, ganz besessen&#10;Bin ich - wie nennt ihr′s doch? - ein Schizophrene.&#10;Ihr wollt, daß ich verschwinde von der Szene,&#10;Um euren eigenen Anblick zu vergessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber werde eure Worte pressen&#10;In des Sonettes dunkle Kantilene.&#10;Es haben meine ätzenden Arsene&#10;Das Blut euch bis zum Herzen schon durchmessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Tages Licht und der Gewohnheit Dauer&#10;Behüten euch mit einer sichern Mauer&#10;Vor meinem Aberwitz und grellem Wahne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schmelzofen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schmelzofen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schmelzofen/</guid><description>&lt;p&gt;Gspröch in der Weserei&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetz brennt er in der schönsten Art,&#10;un ’s Wasser ruuscht, der Bloosbalg gahrt,&#10;un bis aß d’Nadit vom Himmel fallt,&#10;se würd die ersti Maaßle chalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Un’s Wasser ruuscht, der Bloosbalg gahrt;&#10;i ha druf hi e Gulde gspart.&#10;Gang, Chünggi, leng is alte Wii,&#10;mer wenn e wenggli lustig sii !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ne Freudestund isch nit verwehrt;&#10;me gnießt mit Dank, was Gott bischert,&#10;me trinkt e fri´sche, frohe Muet,&#10;un druf schmeckt wider ’s Schaffe guet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schmetterling auf einem Vergißmeinnichtchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schmetterling-auf-einem-vergissmeinnichtchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schmetterling-auf-einem-vergissmeinnichtchen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Blümchen, das sich zwar nicht mehr&#10;Für unsre Lage schickt,&#10;Hab&amp;rsquo; ich doch, Freund, von Ungefähr&#10;Für dich jüngst abgepflückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wiss&amp;rsquo;, als ich es pflückte, hing&#10;Ein Schmetterling daran.&#10;Ich sah, dass auch ein Schmetterling&#10;Dies Blümchen lieben kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Wunder der Natur entging&#10;Dann meinem Blicke nicht:&#10;Drum schick&amp;rsquo; ich dir den Schmetterling&#10;Und das Vergißmeinnicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schmied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schmied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schmied/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hör meinen Schatz,&#10;Den Hammer er schwinget,&#10;Das rauschet, das klinget,&#10;Das dringt in die Weite,&#10;Wie Glockengeläute,&#10;Durch Gassen und Platz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am schwarzen Kamin,&#10;Da sitzet mein Lieber,&#10;Doch geh ich vorüber,&#10;Die Bälge dann sausen,&#10;Die Flammen aufbrausen&#10;Und lodern um ihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schrecken im Bade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schrecken-im-bade/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schrecken-im-bade/</guid><description>&lt;p&gt;Klug doch, von List durchtrieben, ist die Grete,&#10;Wie kein′ im Dorf mehr! »Mütterchen«, so spricht sie,&#10;Und gleich, als scheute sie den Duft der Nacht,&#10;Knüpft sie ein Tuch geschäftig sich ums Kinn:&#10;»Laß doch die Pforte mir, die hintre, offen;&#10;Denn in der Hürd ein Lamm erkrankte mir,&#10;Dem ich Lavendelöl noch reichen muß«:&#10;Und, husch! statt nach der Hürde, die Verrätrin,&#10;Drückt sie zum Seegestade sich hinab. -&#10;Nun heiß, fürwahr, als sollt er Ernten reifen,&#10;War dieser Tag des Mais und, Blumen gleich,&#10;Fühlt jedes Glied des Menschen sich erschlafft. -&#10;Wie schön die Nacht ist! Wie die Landschaft rings&#10;Im milden Schein des Mondes still erglänzt!&#10;Wie sich der Alpen Gipfel umgekehrt,&#10;In den kristallnen See danieder tauchen!&#10;Wenn das die Gletscher tun, ihr guten Götter,&#10;Was soll der arme herzdurchglühte Mensch?&#10;Ach! Wenn es nur die Sitte mir erlaubte,&#10;Vom Ufer sänk ich selbst herab, und wälzte,&#10;Wollüstig, wie ein Hecht, mich in der Flut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schreckenberger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schreckenberger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schreckenberger/</guid><description>&lt;p&gt;Aufs Wohlsein meiner Dame,&#10;Eine Windfahn ist ihr Panier,&#10;Fortuna ist ihr Name,&#10;Das Lager ihr Quartier!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wendet sie sich weiter,&#10;Ich kümmre mich nicht drum,&#10;Da draußen ohne Reiter,&#10;Da geht die Welt so dumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Statt Pulverblitz und Knattern&#10;Aus jedem wüsten Haus&#10;Gevattern sehn und schnattern&#10;Alle Lust zum Land hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fortuna weint vor Ärger,&#10;Es rinnet Perl auf Perl.&#10;»Wo ist der Schreckenberger?&#10;Das war ein andrer Kerl.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schwan von Pulitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwan-von-pulitz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwan-von-pulitz/</guid><description>&lt;p&gt;Schneeweißer Schwan, wo fliegst, wo klingst du her?&#10;Wo kommst du Frühlingsklinger hergeflogen?&#10;Aus meiner grünen Insel stillem Meer?&#10;Aus Pulitz&amp;rsquo; sturmgeschirmten Wogen?&#10;Flogst du aus seinen stillen Buchten her?&#10;Und trägst im goldnen Schnabel goldne Mär?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast du die kleinern Inseln auch besehn?&#10;Die steile Oi, vom Vilm die stolzen Buchen?&#10;Den Rugard, Putbus&amp;rsquo; waldbekränzte Höhn,&#10;Wo Reiz und Schönheit Aug&amp;rsquo; und Herz versuchen?&#10;O klinge mir den süßen Heimatklang!&#10;Mein greises Haupt, es neigt zum Schwanensang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schwarze Mönch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarze-moench/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarze-moench/</guid><description>&lt;p&gt;(Aus dem Englischen des Lord Byron.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor dem schwarzen Mönch auf dem Marmorstein&#10;In Gnaden bewahret seyd:&#10;Er murmelt Gebet′ in die Nacht hinein,&#10;Und die Mess′, wie in voriger Zeit.&#10;Als der Lord vom Berge, Amandeville,&#10;Die Normanskirche gewann,&#10;Vertrieb er die Mönche; doch Einer will&#10;Nicht weichen vom Platz fortan. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für Heinrich der Lord in den Waffen stand,&#10;Das Gut soll erbeutet seyn!&#10;Das Schwert zur Hand und der Fackel Brand,&#10;Wagt′s Einer und spräche »nein!«&#10;Ein Mönch nur blieb unvertrieben und frei,&#10;Er schien nicht vom Staube gemacht;&#10;Die Kirche vorbei, durch den Hof der Abtei&#10;Wallt′ er, doch immer bei Nacht! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schwarzwälder in Breisgau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarzwaelder-in-breisgau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarzwaelder-in-breisgau/</guid><description>&lt;p&gt;Z’Müllen an der Post,&#10;Tausigsappermost!&#10;Trinkt me nit e guete Wii!&#10;Goht er nit wie Baumöl ii,&#10;z’Müllen an der Post!&#10;Z’Bürglen uf der Höh,&#10;nai, was cha me seh!&#10;Oh, wie wechsle Berg un Tal,&#10;Land un Wasser überal,&#10;z’Bürglen uf der Höh !&#10;Z’Staufen uf em Märt&#10;henn si, was me gehrt:&#10;Tanz un Wii un Lustberkait,&#10;was airn numme ’s Herz erfreut,&#10;z’Stauf en uf cm Märt !&#10;Z’Fryburg in der Stadt,&#10;suufer isch’s un glatt;&#10;riichi Heere, Geld un Guet,&#10;Jumpfere wie Milch un Bluet,&#10;z’Fryburg in der Stadt.&#10;Wo n i gang un stand,&#10;wär’s e lustig Land.&#10;Aber zaig mer, was de witt,&#10;numme näumis find i nit&#10;in dem schöne Land.&#10;Mynen Auge gfallt&#10;Heerischried im Wald.&#10;Wo n i gang, se denk i dra;&#10;&lt;code&gt;s chunnt mer nit uf d’Gegnig a, z’Heerischried im Wald. Ime chlaine Huus wandlet ii un uus, gell, de mainsch, i sag der, wer? &lt;/code&gt;s isch e Si, es isch kai Er,&#10;ime chlaine Huus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sclavin Teppich (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sclavin-teppich-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sclavin-teppich-1/</guid><description>&lt;p&gt;Der Morgen graut in jener fernen Zone,&#10;Wo sich um Palmen die Liane schlingt,&#10;Wo in dem Schatten grünender Bananen&#10;Am klaren Quell das schlanke Lama trinkt;&#10;Und aus des reichen Pflanzers offner Pforte&#10;Zieht Paar um Paar der Schwarzen Schaar heraus,&#10;Zu bringen heut′ des Hanfes reiche Ernte&#10;Dem weißen Manne in sein stattlich Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die letzt′ im Zug, mit trüb gesenktem Auge,&#10;Geht langsam eine junge Negerin,&#10;Zum ersten Mal thut heut′ sie Sclavendienste&#10;Und blicket weinend auf die Halme hin:&#10;»Wie euch, ihr Pflanzen, von der warmen Erde,&#10;Der ihr entsprießt, jetzt löset meine Hand,&#10;So riß man grausam unter tausend Thränen&#10;Mich los von dem geliebten Vaterland!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sclavin Teppich (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sclavin-teppich-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sclavin-teppich-2/</guid><description>&lt;p&gt;Der Morgen graut im heim′schen Abendlande,&#10;Ein Kauffartheischiff naht dem sich′ren Port,&#10;Des Kaffees Frucht von jenes reichen Pflanzers&#10;Plantagen trägt es wohlverwahrt an Bord;&#10;Gepackt in Säcke, die das arme Mädchen&#10;Mit den Genossen trauernd hat gewebt,&#10;An jedem eine bitt′re Thränenquelle,&#10;An jedem banger Schrei nach Freiheit klebt!&#10;Und sieh, wie man auf Gräber Blumen pflanzet,&#10;So, auf die rauhen Säcke, sonst verkannt,&#10;Streut wie versöhnend tausend bunte Blüthen&#10;De weißen Frauen kunstgeübte Hand. -&#10;Der Thränen Spur, wohl ist sie auszutilgen,&#10;Doch ach, ihr Quell rinnt stets noch unversiecht!&#10;Soll das Geweb′ nur sich mit Blumen schmücken,&#10;Indess′ im Sclavenbann der Weber liegt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sennerin Heimkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sennerin-heimkehr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sennerin-heimkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Es blinken die Alpenzinnen&#10;In Eis schon silbern ganz,&#10;Der Herbst entlaubt im Thale&#10;Der Bäume grünen Kranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ums Dörflein dort am Hange&#10;Grünt noch die Wiese fort,&#10;Doch auf der Wiese die Blumen&#10;Sind alle schon verdorrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch, was erklingt vom Berge&#10;Wie voller Glockenklang?&#10;Was tönt zum Thale nieder&#10;Wie süßer Brautgesang?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist mit ihrer Heerde&#10;Die junge Sennerin,&#10;Die von den Alpen nieder&#10;Zur Heimat wallt dahin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sklave</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sklave/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sklave/</guid><description>&lt;p&gt;Bei meinem lieben Topf voll Reis&#10;Verschmaus ich, Sklav des großen Deys,&#10;Der Freiheit Last und Kummer.&#10;Von Ketten lieblich eingeklirrt,&#10;Schlaf ich, bis früh die Peitsche schwirrt,&#10;Der Arbeit süßen Schlummer.&#10;Zwar schnaubt mein Dey: Du Christenhund!&#10;Und geißelt mir den Rücken wund,&#10;Und sieht aus wie der Teufel:&#10;Doch jeder hat so seinen Tick;&#10;Und ich verwette mein Genick,&#10;Gut meint er’s ohne Zweifel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ihr nur seinen Tick nicht reizt,&#10;Und ihm so vor der Nase kreuzt,&#10;Maltesische Verschwörer!&#10;Der Christen Freiheit rächet ihr?&#10;Bei Machmuds Bart! das fühlen wir!&#10;Ihr seid nur Friedensstörer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommer- und Winter-Geheimrat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-und-winter-geheimrat/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-und-winter-geheimrat/</guid><description>&lt;p&gt;Um die Sommerszeit sind sie wie andre Menschen&#10;Aus Schwiebus, Reppen oder Bentschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zumal in Bädern, in Ostseefrischen&#10;Sitzt man mit ihnen an selben Tischen,&#10;Und sind auch verschieden der Menschheit Lose,&#10;Gleichmacherisch wirkt die Badehose,&#10;Der alte Adam mit seinen Gebrechen&#10;Läßt manches schweigen und manches sprechen.&#10;Am Spill wurde gestern ein Seehund geschossen,&#10;Zu drängen sich alle Strandgenossen;&#10;Man will ein Kinderhospiz errichten,&#10;»Sie könnten einen Prolog uns dichten.«&#10;Allgemeines heitres sich Anbequemen,&#10;Ein Unterschied ist nicht wahrzunehmen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommerabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommerabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommerabend/</guid><description>&lt;p&gt;Oh, lueg doch, wie isch d’Sunn so müed,&#10;lueg, wie si d’Haimet abezieht!&#10;O lueg, wie Strahl um Strahl verglirnrnt,&#10;un wie si’s Fazenetli nimmt,&#10;e Wülkli, blau mit rot vermüscht,&#10;un wie si an der Stirne wüscht !&#10;&lt;code&gt;s isch wohr, si het au übel Zyt, im Sumrner gar: der Weg isch wyt, un Arbet findt si überal, in Huus un Feld, in Berg un Tal; &lt;/code&gt;s will alles Liecht un Wärrni ha&#10;un spricht si um e Segen a.&#10;Mengg Blüemli het sie uusstaffiert&#10;un mit charmante Farbe ziert&#10;un menggem Immli z’trinke gee&#10;un gfroogt: Hesch gnueg, un witt no rneh?&#10;Un’s Chäferli het hintenoo&#10;doch au sy Tröpfli überchoo.&#10;Mengg Soomechöpf li het si gsprengt&#10;un’s zytig Söömli uuseglengt.&#10;Henn d´Vögel nit bis z´allerletscht&#10;e Bettles gha un d’Schnäbel gwetzt?&#10;Un kain goht hungerig ins Bett,&#10;wo nit sy Tail im Chröpfli het.&#10;Un wo am Baum e Chriesi lacht,&#10;se het si ’m roti Bäckli gmacht;&#10;un wo im Feld en Ahri schwankt,&#10;un wo am Pfohl e Rebe rankt,&#10;se het si eben abeglengt&#10;un het’s mit Laub un Bluest umhängt.&#10;Un uf der Blaichi het si gschafft&#10;hütie un ie uus aller Chraft.&#10;Der Blaicher het si selber gfreut,&#10;doch het er nit vergelt’s Gott! gsait.&#10;Un het e Frau ne Wäschli gha,&#10;se het si trochnet druf un dra.&#10;&lt;code&gt;s isch weger wohr, un überal, wo d’Sägesen im ganze Tal dur Gras un Halme gangen isch, se het si gheuet froh un frisch. Es isch e Sach, by myner Treu, am Morgc Gras un z’Obe Heu ! Drum isch si jetz so sölli müed un bruucht zuem Schloof kai Obelied; kai Wunder, wenn si schnuuft un schwitzt, Lueg, wie si dört ufs Bergli sitzt! Jetz lächlet si zuem letschtemool; j etz sait si: Schloofet alli wohl ! Un dunten isch si!Bhüet di Gott! Der Guhl, wo uf ein Chilchturn stoht, het no nit gnueg, er bschaut si no. Du Wunderfitz, was gaffsch denn so? Was gilt’s, sie tuet der ball derfür un zieht e roten Umhang f ür. Si duuret ain, die gueti Frau, si het ihr redli Huuschtütz au. Si lebt gwiß mit ein Maa nit guet, un chunnt si haim, nimmt er sy Huet. Un was i sag: jetz chunnt er bald; dört sitzt er scho im Fohrewald. Er macht so lang, was triibt er echt? Me maint schier gar, er trau nit recht. Chumm numme, si isch nümme do; &lt;/code&gt;s wird alles sii, se schlooft si scho.&#10;Jetz stoht er uf, er luegt ins Tal,&#10;un’s Möhnli grüeßt en überal.&#10;Denkwohl, mer göhn jetz au ins Bett;&#10;un wer kai Dorn im Gwisse het,&#10;der bruucht zuem Schloofen au kai Lied;&#10;me wird vom Schaffe selber müed;&#10;un öbbe hemmer Schöchli gmacht!&#10;Drum geb is Gott e gueti Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spas/</guid><description>&lt;p&gt;Die alte buhlende Finette&#10;Fragt einst, ich war allein mit ihr;&#10;Ob ich ihr nichts zu sagen hätte?&#10;»Ich? Nichts - - als - - Sie gefallen mir.«&#10;Sie seufzt und sinkt aufs Ruhebette;&#10;Im Ernst, seufzt sie, sie glauben das?&#10;Ich Thor! daß ich so albern redte!&#10;Versteht die Närrin keinen Spas?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein aus dichtbewachsnen Hecken&#10;Guckt lauschend Doris, ruft mich an,&#10;Und eilt, sich wieder zu verstecken,&#10;Doch so, daß man sie finden kann.&#10;Ich greife nach dem losen Kinde,&#10;Und zieh sie kämpfend in das Gras;&#10;Sie schreyt, ob ich nicht Spas verstünde?&#10;Doch da versteh ich keinen Spas.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spaziergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spaziergang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spaziergang/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Wälder schön an der Seite,&#10;Am grünen Abhang gemalt,&#10;Wo ich umher mich leite,&#10;Durch süße Ruh bezahlt&#10;Für jeden Stachel im Herzen,&#10;Wenn dunkel mir ist der Sinn,&#10;Den Kunst und Sinnen hat Schmerzen&#10;Gekostet von Anbeginn.&#10;Ihr lieblichen Bilder im Tale,&#10;Zum Beispiel Gärten und Baum,&#10;Und dann der Steg, der schmale,&#10;Der Bach zu sehen kaum,&#10;Wie schön aus heiterer Ferne&#10;Glänzt einem das herrliche Bild&#10;Der Landschaft, die ich gerne&#10;Besuch′ in Witterung mild.&#10;Die Gottheit freundlich geleitet&#10;Uns erstlich mit Blau,&#10;Hernach mit Wolken bereitet,&#10;Gebildet wölbig und grau,&#10;Mit sengenden Blitzen und Rollen&#10;Des Donners, mit Reiz des Gefilds,&#10;Mit Schönheit, die gequollen&#10;Vom Quell ursprünglichen Bilds.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sperling am Fenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sperling-am-fenster/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sperling-am-fenster/</guid><description>&lt;p&gt;Zaig, Chind ! Wie het sell Spätzli gsait?&#10;Waisch’s nümme recht? Was luegsch rni a? -&#10;&amp;ldquo;&lt;code&gt;s het gsait: I bi der Vogt im Dorf; i mueß vo allem d’Vorles ha.&amp;quot; Un wo der Spöötlig sait: ’s isch gnueg!, was tuet my Spatz, wo d’Vorles het? - &amp;quot;Er list am Bode d’Brösli uf, sust müeßt er hungerig ins Bett.&amp;quot; Un wo der Winter d’Felder denkt, was tuet my Spatz in syner Not? &amp;quot;Er pöpperlet am Fenster a un bettlet um e Stückli Brot. Gang, gib ern, Muetter ! &lt;/code&gt;s friert en sust.&amp;rdquo;&#10;Zaig, sag mer zerst, ’s pressiert nit so:&#10;wie chunnt’s der mit dem Spätzli vor?&#10;Mainsch nit, es chönnt aim au so goh? -&#10;Chind, wird’s der wohl un ’s goht der guet,&#10;sag nit: i bi ne riiche Heer,&#10;un iß nit Brotis alli Tag!&#10;,s chönnt anderst werde, handumchehr.&#10;Iß nit der chrosplig Ranft vom Brot&#10;un loß die waiche Brosme stoh!&#10;- De hesch’s im Bruuch! - Es chunnt e Zyt,&#10;un wenn de’s hättsch, wie wärsch so froh!&#10;Ne blaue Möntig währt nit lang,&#10;un d’Wuche het no menggi Stund,&#10;un menggi Wuche lauft dur’s Dorf,&#10;bis jedem au sy letschti chunnt.&#10;Un was men in sym Früehlig lehrt,&#10;me trait nit schwer un het’s emool,&#10;un was men in sym Summer spart,&#10;das chunnt aim in sym Spöötlig wohl.&#10;Chind, denk mer dra, un halt di guet!&#10;&amp;ldquo;O Muetter, lueg! der Spatz will goh!&#10;Se gang er! Leng die Hirse dört&#10;un streu ein! Er wird widerchoo!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der sterbende Fechter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-fechter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-fechter/</guid><description>&lt;p&gt;Längst – bewältiget einst von wildanstürmender Mehrzahl –&#10;Lebt’ als Sklave der Fürst im weltherrschenden Rom.&#10;Er im germanischen Wald bei Schlacht und Jagden voran stets,&#10;Folgte dem mürrischen Wink trüblicher Meister jetzt nach,&#10;Fels auf Fels herwälzend mit riesiger Kraft in den Baugrund,&#10;Bis sich in üppiger Pracht zierlich die Villa erhob.&#10;Stumm erduldend, verschmähend die Kunde weichlicher Mundart,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wog er im mächtigen Geist düster sein herbes Geschick.&#10;Da mit eins – erhört ein Gott den sehnendsten Wunsch ihm? –&#10;Wo hochherrlicher Bau aufstrahlt zum wölbenden Himmel,&#10;Ringsum drängend gereiht, nicht Zuschauer – ein Volk!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der sterbende General</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-general/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-general/</guid><description>&lt;p&gt;Er lag im dichtverhängten Saal,&#10;wo grau der Sonnenstrahl sich brach,&#10;auf seinem Schmerzensbette lag&#10;der alte kranke General.&#10;Genüber ihm am Spiegel hing&#10;Echarpe, Orden, Feldherrnstab.&#10;Still war die Luft, am Fenster ging&#10;langsam die Schildwach auf und ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie der verwitterte Soldat&#10;so stumm die letzte Fehde kämpft!&#10;Zwölf Stunden, seit zuletzt gedämpft&#10;um »Wasser« er, um »Wasser« bat.&#10;An seinem Kissen beugten zwei,&#10;des einen Auge rotgeweint,&#10;des andern düster, fest und treu,&#10;ein Diener und ein alter Freund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der sterbende Vater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-vater/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende-vater/</guid><description>&lt;p&gt;Sollte Glück, mein Sohn, dich meiden,&#10;Dir nicht geben Geld und Gut,&#10;Sollst du es geduldig leiden&#10;Und behalten frohen Muth;&#10;Deinem Gott sollst du es danken,&#10;Seiner Gnade dich erfreun,&#10;Und nicht weichen und nicht wanken,&#10;Jener Freuden werth zu seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Armuth ist ein Schlafgeselle,&#10;Der’s getreu und redlich meint;&#10;Dich zu sichern vor der Hölle,&#10;Gibt’s fast keinen bessern Freund!&#10;Ist des Sünders Auge trübe,&#10;Sohn, er fügt, gedenk’ daran,&#10;Zwischen Gott und dir die Liebe,&#10;Die kein Engel fügen kann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Stern der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stern-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stern-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Am Himmel steht ein schöner Stern,&#10;Der heißt der Stern der Liebe,&#10;Man sucht ihn auf, man sieht ihn gern,&#10;Und ist’s am Himmel trübe,&#10;Dann missen wir sein schönes Licht,&#10;Denn durch die Wolken scheint er nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich zu meinem Mädchen geh’&#10;Im Kühlen und im Dunkeln,&#10;Und dann den Stern der Liebe seh’&#10;Am dunkeln Himmel funkeln,&#10;Dann fühl’ ich Liebe, dann ruf’ ich:&#10;Komm’ Mädchen, komm’ und küsse mich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Steuermann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-steuermann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-steuermann/</guid><description>&lt;p&gt;»Gen Süden gesteuert! Auf, zu den Rah′n,&#10;Matrosen, auf, zu den Reffen!&#10;Die Brigg treibt der Teufel uns auf die Bahn,&#10;Wir konnten′s nicht besser treffen!&#10;Geschwind sie gekapert! Und ist es gethan,&#10;So sei, ich schwör′ es heilig und teuer,&#10;Die Hälfte von dem Erbeuteten euer!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schiffsherr ruft′s; mit Jubelgeschrei&#10;Begrüßen sein Wort die Matrosen.&#10;»Wohlauf zur lustigen Kaperei!&#10;Weh auf der Brigg den Franzosen!«&#10;Nur der Steuermann Tom trotzt kühn und frei:&#10;»Was? plündern will die verworfene Rotte?&#10;Nie soll das geschehn, beim lebendigen Gotte!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Strohhalm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-strohhalm/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-strohhalm/</guid><description>&lt;p&gt;»Wo blieb er, daß er so plötzlich verschwand?&#10;Wir müssen ihn suchen, den Höllenbrand;&#10;Denn solch ein Hauptmann, beim Teufel, ist rar!«&#10;So schallt′s durch den Haufen von Mansfelds Schar&#10;Im Dickicht der düsteren Tannen.&#10;Der Hauptmann indes, von den Seinen verirrt,&#10;Stürmt, wo das Gebirg sich am wildesten wirrt,&#10;Nachdem er die Klöster in Brand gesteckt&#10;Und den Boden mit Trümmern und Leichen bedeckt,&#10;Auf brausendem Rosse von dannen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Subalterne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-subalterne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-subalterne/</guid><description>&lt;p&gt;»Immer Achselzucken (es ist zum Lachen),&#10;Und doch sind wir es, die es machen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Bißchen Deutschland zusammenzuschweißen,&#10;Das lag in der Zeit, das will nicht viel heißen -&#10;Und Sedan? Nach links und rechts zu schwenken,&#10;Ist auch nichts Gefährlichs auszudenken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin nicht für Ruhm, ich bin nicht für Ehr′,&#10;Es ist mit alledem nicht weit her,&#10;Und es wär′ mir ein Leichtes, mich drin zu finden,&#10;Wär′ nicht die Frau - die kann′s nicht verwinden.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tag und die Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tag-und-die-sonne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tag-und-die-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin von Seimen überfließend!&#10;Tag rings in Runde gießend,&#10;Wohin meine Blicke schenkten.&#10;Alles sprießend!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tag:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tagvergießerin,&#10;Blumensprießerin,&#10;Traubensüßerin,&#10;Erdengrüßerin,&#10;Glutansauserin,&#10;Licht-Erbrauserin,&#10;Raumaufspalterin,&#10;Kraftzaumhalterin,&#10;Siehe dein Sohn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tänzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-taenzer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-taenzer/</guid><description>&lt;p&gt;Du stehst,&#10;Eine steile Fackel.&#10;Hell ist dein Gesicht.&#10;Rein&#10;Wie eine Blüte,&#10;Wie eine Taube,&#10;Wie neugefallener Schnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise rühren sich die Finger,&#10;Heben sich die Hände,&#10;Breiten,&#10;Weiten sich die Arme&#10;Der Unendlichkeit.&#10;Langsam,&#10;Schwer von Demut,&#10;Leiden,&#10;Inbrunst,&#10;Neigt sich&#10;Dein verzückter Körper,&#10;Deine Seele.&#10;Gibt sich gläubig der Musik.&#10;Gibt sich allen Menschen.&#10;Gibt sich Gott.&#10;Innig biegen sich die Knie,&#10;Schreiten,&#10;Tanzen schwebend&#10;Deine zarten Füße.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Taucher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-taucher/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-taucher/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp,&#10;Zu tauchen in diesen Schlund?&#10;Einen goldnen Becher werf ich hinab,&#10;Verschlungen schon hat ihn der schwarze Mund.&#10;Wer mir den Becher kann wieder zeigen,&#10;Er mag ihn behalten, er ist sein eigen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der König spricht es und wirft von der Höh&#10;Der Klippe, die schroff und steil&#10;Hinaushängt in die unendliche See,&#10;Den Becher in der Charybde Geheul.&#10;&amp;ldquo;Wer ist der Beherzte, ich frage wieder,&#10;Zu tauchen in diese Tiefe nieder?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Teetisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-teetisch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-teetisch/</guid><description>&lt;p&gt;Leugnen willst du Zaubertränke,&#10;Lachst mir höhnisch in die Zähne,&#10;Wenn Isoldens ich gedenke,&#10;Wenn Gudrunens ich erwähne?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was deine kluge Amme&#10;In der Dämmrung dir vertraute,&#10;Von Schneewittchen und der Flamme,&#10;Die den Hexenschwaden braute;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles will dir nicht genügen,&#10;Überweiser Mückensieber?&#10;Nun, so laß die Feder liegen,&#10;Schieb dich in den Zirkel, Lieber,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo des zopfigen Chinesen&#10;Trank im Silberkessel zischet,&#10;Sein Aroma auserlesen&#10;Mit des Patschuls Düften mischet;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Teufeltanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-teufeltanz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-teufeltanz/</guid><description>&lt;p&gt;»Geht, Pater Ambros! Wenn man Euch gebraucht,&#10;So pflegt man Euch vor sich zu laden.« -&#10;»Ich muß Euch sprechen, Euch sprechen, Durchlaucht!&#10;Sonst nähme die Seele mir Schaden.&#10;Geschwiegen hab′ ich von Opern, Balletts&#10;Und allem, was, Euch zu locken ins Netz,&#10;Der Teufel gebraucht als Köder;&#10;Nichts sagt′ ich zum Spiele, wie arg Ihr′s triebt,&#10;Nichts zu den Aktricen, die Ihr geliebt;&#10;Doch schwieg ich zu dem, was jetzt sich begiebt,&#10;Ein Judas wär′ ich, ein schnöder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Thurm am See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-thurm-am-see/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-thurm-am-see/</guid><description>&lt;p&gt;Es saß ein edler König&#10;Am hohen Uferrand,&#10;Stets waren sein Blicke&#10;Hinaus in&amp;rsquo;s Meer gewandt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er saß beim Morgenschimmer,&#10;Sah in die Fluth hinein,&#10;Er saß beim Sternenschein,&#10;Sein Aug&amp;rsquo; in Thränen immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Schiffe kamen, gingen,&#10;Ein jedes weilt&amp;rsquo; im Port,&#10;Und immer blickt&amp;rsquo; der König&#10;In&amp;rsquo;s Meer vom selben Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwarz waren seine Locken,&#10;Als er sich hingesetzt,&#10;Und silberweiße Flocken&#10;Deckten die Scheitel jetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hatte große Schätze,&#10;Kleinode ohne Zahl;&#10;Doch konnt&amp;rsquo; ihn nichts ergötzen,&#10;Er sah sie nicht einmal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod der Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-der-nachtigall/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-der-nachtigall/</guid><description>&lt;p&gt;Du, die unsterblich, vom Geschlechte&#10;Der Feen und Elfen ich geglaubt,&#10;O holde Freundin meiner Nächte,&#10;So hat der Tod dich mir geraubt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im weichen Mondlicht vom Balkone&#10;Wie oft dir lauscht′ ich andachtsvoll,&#10;Wenn aus der grünen Blätterkrone&#10;Dein heil′ges Lied herüberscholl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf horchte selbst das Seelenlose&#10;Den Tönen deiner Melodie;&#10;Die bleiche Lilie, die Rose&#10;In ihrem Schlummer hörten sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Abgrundtiefen bald versunken,&#10;Wo kein Gestirn des Lichtes kreist,&#10;Bald von des Himmels Wonne trunken&#10;Schien im Gesang dein Sehergeist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod Jesu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-jesu/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-jesu/</guid><description>&lt;p&gt;Eine geistliche Cantate&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du, dessen Augen flossen,&#10;Sobald sie Zion sah&amp;rsquo;n,&#10;Zur Frevelthat entschlossen,&#10;Sich seinem Falle nah&amp;rsquo;n,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ist das Thal, die Höhle,&#10;Die Jesu dich verbirgt?&#10;Verfolger seiner Seele,&#10;Habt ihr ihn schon erwürgt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Odem ist schwach; -&#10;Seine Tage sind abgekürzet;&#10;Seine Seele ist voll Jammer;&#10;Sein Leben ist nahe bei der Hölle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gethsemane!&#10;Wen hören deine Palmen hier&#10;So bange, so verlassen klagen?&#10;Wer ächzet hier die Seel&amp;rsquo; in tausend Aengsten aus?&#10;Ist das mein Jesus? - Bester aller Menschenkinder,&#10;Du zagst? du zitterst, gleich dem Sünder,&#10;Dem die Gerechtigkeit das Todesurtheil fällt? -&#10;Ach seht! er sinket hin, der fromme Held,&#10;Als trüg&amp;rsquo; er allen Zorn des Himmels, alle Plagen&#10;Von einer ganzen Welt.&#10;Sein Herz, in Arbeit, fliegt aus seiner Höhle.&#10;Sein Schweiß rollt purpurroth&#10;Die Schläf&amp;rsquo; herab. Er ruft: Betrübt ist meine Seele&#10;Bis in den Tod!&#10;Laß, Vater diese Stunde&#10;Laß sie vorübergeh&amp;rsquo;n!&#10;Nimm weg, nimm weg den bittern Kelch von meinem Munde! -&#10;Du nimmst ihn nicht? - Wohlan! dein Wille soll gescheh&amp;rsquo;n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Todesengel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-todesengel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-todesengel/</guid><description>&lt;p&gt;′s gibt eine Sage, daß wenn plötzlich matt&#10;Unheimlich Schaudern einen übergleite,&#10;Daß dann ob seiner künft′gen Grabesstatt&#10;Der Todesengel schreite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hörte sie, und malte mir ein Bild&#10;Mit Trauerlocken, mondbeglänzter Stirne,&#10;So schaurig schön, wie′s wohl zuweilen quillt&#10;Im schwimmenden Gehirne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In seiner Hand sah ich den Ebenstab&#10;Mit leisem Strich des Bettes Lage messen,&#10;- So weit das Haupt - so weit der Fuß - hinab!&#10;Verschüttet und vergessen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Topf mit Orden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-topf-mit-orden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-topf-mit-orden/</guid><description>&lt;p&gt;Auf dem Balkon des Palastes&#10;Steht Seine Excellenz mit dem Topf,&#10;Und unten harret die Masse&#10;Des Volkes Kopf an Kopf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Topf - wohl über die falsche&#10;Bestimmung weinend - tropft,&#10;Und ist mit bunten Orden&#10;Und Sternen vollgestopft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine Excellenz der Minister beugt sich&#10;Ueber&amp;rsquo;s Geländer hinaus;&#10;Dann ruft er warnend: Kopf weg!&#10;Und gießt den Inhalt aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Totentanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-totentanz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-totentanz/</guid><description>&lt;p&gt;Der Türmer, der schaut zumitten der Nacht&#10;Hinab auf die Gräber in Lage;&#10;Der Mond, der hat alles ins Helle gebracht,&#10;Der Kirchhof, er liegt wie am Tage.&#10;Da regt sich ein Grab und ein anderes dann:&#10;Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann,&#10;In weißen und schleppenden Hemden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das reckt nun, es will sich ergötzen sogleich,&#10;Die Knöchel zur Runde, zum Kranze,&#10;So arm und so jung, und so alt und so reich;&#10;Doch hindern die Schleppen am Tanze.&#10;Und weil hier die Scham nun nicht weiter gebeut,&#10;Sie schütteln sich alle: da liegen zerstreut&#10;Die Hemdelein über den Hügeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Träumer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traeumer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traeumer/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war ein Kind, mit großen Kinderaugen,&#10;Die nur zu träumerischem Schauen,&#10;Nicht zum Berechnen und zum schlauen&#10;Erwerben taugen;&#10;In dumpfen Stuben bangte mir, ich scheute&#10;Gespräche nüchtern kluger Leute&#10;Und stahl mich fort mit stiller Wonne&#10;Zu Blumen, Gras und Sonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort sog ich Luft wie ein Befreiter, lauschte&#10;Den Bienen, Grillen, schwankendem Gesträuch,&#10;Das wogengleich im weichen Winde rauschte;&#10;Mit Staunen und Entzücken schaute&#10;Mein Aug′ empor zu ihm, der tief und weithin blaute;&#10;Und der bethörte Träumersinn&#10;Schwamm mit dem wunderbaren,&#10;Wie Schneegebirge klaren&#10;Gewölke sanft dahin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der traurige Lukas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traurige-lukas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traurige-lukas/</guid><description>&lt;p&gt;Als Lukas bey der Flasche saß,&#10;Da weint er laut bey jedem Glaß,&#10;Das er sich eingeschenkt:&#10;Sein Nachbar sah ihm lange zu,&#10;Und rief zuletzt: was weinest du?&#10;Mein, sag mir, Lukas, was dich kränkt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Flasche, seufzt er, kränket mich!&#10;Trink ich einmal, wie grämt sie sich!&#10;Wie schrecklich nimmt sie ab!&#10;Ach ja, rief Stax, itzt seh ichs ein!&#10;Und half dem armen Lukas schreyn,&#10;Wenn dieser ihm zu trinken gab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der traurige Onkel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traurige-onkel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traurige-onkel/</guid><description>&lt;p&gt;Wundre dich nicht, wenn ich meine,&#10;Weil ein Mensch doch dann und wann&#10;Trotz des besten Willens seine&#10;Sorgen nicht verbergen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm aus meiner Schreibtischlade&#10;Den Revolver mir nicht fort,&#10;Auch das Gift nicht. Und verrate&#10;Niemandem davon ein Wort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du selber sollst nicht weinen,&#10;Wenn du über mich was liest,&#10;Oder wenn du plötzlich meinen&#10;Hut im Wasser treiben siehst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frage nicht, warum ich heute&#10;Etwa etwas seltsam bin.&#10;Grüße bitte meine Leute. -&#10;Schau das Laub! - Es welkt dahin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der trinkende Bauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-trinkende-bauer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-trinkende-bauer/</guid><description>&lt;p&gt;Des Schulzen kichernde Hanne&#10;Neckt nur und spottet der Kanne,&#10;Die gegenüber mir steht.&#10;Wie knapp auch immer sie geht,&#10;Ich laße, mag sie sich brüsten,&#10;Mich ihrer traun! nicht gelüsten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir lob ich Bärbel die runde!&#10;Komm ich mit lallendem Munde,&#10;So reicht sie schlau mir das Glas:&#10;»Auf mein Vergnügen noch das!«&#10;Sie nähm ich, wenn sie das Bette&#10;Auch unterm Leibe nicht hätte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der über uns</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ueber-uns/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ueber-uns/</guid><description>&lt;p&gt;Hans Steffen stieg bei Dämmerung (und kaum&#10;konnt er vor Näschigkeit die Dämmerung erwarten)&#10;in seines Edelmannes Garten&#10;und plünderte den besten Apfelbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Johann und Hanne konnten kaum&#10;vor Liebesglut die Dämmerung erwarten&#10;und schlichen sich in ebendiesen Garten&#10;von ungefähr an ebendiesen Apfelbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hans Steffen, der im Winkel oben saß&#10;und fleißig brach und aß,&#10;ward mäuschenstill vor Wartung böser Dinge,&#10;daß seine Näscherei ihm diesmal schlecht gelinge.&#10;Doch bald vernahm er unten Dinge,&#10;worüber er der Furcht vergaß&#10;und immer sachter weiteraß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Unbekannte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unbekannte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unbekannte/</guid><description>&lt;p&gt;Durch das enge Thor des Städtchens&#10;Zieht ein alter Bettler fort,&#10;Niemand spendet ihm Geleite,&#10;Lebewohl und Abschiedswort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht verräth die graue Wolke,&#10;Daß sie Botschaft Gottes trägt;&#10;Nicht verräth der graue Felsen,&#10;Daß er Schachte Goldes hegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dem kahlen Baum im Winter&#10;Seht ihr’s auch nicht an sogleich,&#10;Daß er einst so fröhlich grünte&#10;Und an Blüth’ und Frucht so reich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von dem Mann am Bettelstabe&#10;Hätt’ es Keiner wohl geglaubt,&#10;Daß er einst im Purpur strahlte&#10;Kronumglänzt sein Lockenhaupt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ungläubige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unglaeubige/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unglaeubige/</guid><description>&lt;p&gt;Sie hatten ihn in seinem Sessel sacht&#10;ans Fenster hingerollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne sank;&#10;auf allen Gärten lag ein Purpurschimmer,&#10;ein strahlend Licht, das jede Kreatur&#10;mit einem goldnen Heiligenschein umwob.&#10;Von Duft berauschte, laue Abendwinde&#10;erhoben sich und brausten durch die Bäume,&#10;und spielten mit dem Schnee der jungen Blüten,&#10;und sträubten kleiner Vögel zart Gefieder,&#10;daß sie mit Jauchzen in das Rot sich stürzten &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kranke sah mit weichem Blick hinaus&#10;und faltete die abgezehrten Hände.&#10;»O Gott, du großer, mächtiger Herr und Meister&#10;des Wunderwerkes Welt, du hoher Künstler,&#10;der Frühlinge wie junge Rosen flicht&#10;ums altersgraue Haupt der Ewigkeit,&#10;der in den schwarzen Aether güldene Bälle&#10;hinzauberte, damit sich seine Augen&#10;am Farbenspiel ergötzen, der Musik&#10;in grüne Wälder goß, die Purpurmeere&#10;mit Perlen und mit köstlich reichem Luxus&#10;erfüllte, der den dunklen Schooß der Erde&#10;mit Gold- und Silberschätzen schmückte, du,&#10;du großer Bildner, Hingerissener&#10;von deinen Schöpfungsplänen, du Jehova,&#10;Unauszusprechender, wie, befaßtest&#10;dich mit dem deiner Kreaturen? ..&#10;Du wüßtest, wenn von meinem Haupt ein Haar&#10;zu Boden fällt, wenn Kränkung meine Brust&#10;erschütterte, wenn meine Wünsche eitel,&#10;mein Traum und Hoffen trog?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verurtheilte Soldat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verurtheilte-soldat/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verurtheilte-soldat/</guid><description>&lt;p&gt;Ein junger, tapferer Soldat&#10;Ward wegen einer Uebelthat,&#10;Die er in bösem Trunk begangen,&#10;Dafür sein Urtheil zu empfangen,&#10;Hinausgeführt. Sein braunes Haar,&#10;Der großen schwarzen Augen Paar,&#10;Sein gut Gesicht, die schöne Länge,&#10;Bewegten ringsumher die Menge;&#10;Vor Allem ward er, wie man sagt,&#10;Vom weiblichen Geschlecht beklagt.&#10;Schon kniet er nieder auf den Sand,&#10;Und schon war von des Henkers Hand&#10;Das scharfe Schwert gezückt, als Halt!&#10;Durch den geschloss′nen Kreis erschallt.&#10;Ein Mädchen drang zugleich herbei,&#10;Und rief mit ängstlichem Geschrei:&#10;Pardon! Pardon! Ihr Leute denkt,&#10;Man hat sein Leben mir geschenkt.&#10;Ich fiel dem Landesherrn zu Füßen,&#10;Und ließ so lange Thränen fließen,&#10;Bis ich vom Tod ihn losgemacht.&#10;Ihm ist Verzeihung zugedacht,&#10;Wenn er zur Frau mich nehmen will!&#10;Der arme Sünder sah sie still&#10;Und voller Ueberlegung an.&#10;Was du (sprach er) für mich gethan,&#10;Ist dankenswerth. Doch, trügt mich nicht&#10;Dein wildes, kupfriges Gesicht,&#10;Dein rothes Aug′, dein spitzes Kinn,&#10;So bist du eine Teufelin,&#10;Die mir zur allerschwersten Bürde&#10;Mein elend Leben machen würde!&#10;Ein böses Stündchen ist fürwahr&#10;Erträglicher, als zwanzig Jahr′&#10;Mit einem Weibe, so wie du,&#10;In steter Qual; d′rum haut nur zu!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Verzückte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verzueckte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verzueckte/</guid><description>&lt;p&gt;Und manchmal überfällt mich eine tolle Seligkeit.&#10;Alle Dinge tragen den Orchideenmantel der Herrlichkeit.&#10;Alle Gesichte tragen an goldenen Stäben zur Schau ihr innerstes Wesen.&#10;Die Inschriften der Natur fangen zu stammeln an, leicht zu lesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Wunder drängen wie Seesterne an die Oberfläche.&#10;Die Golfströme der Luft kreisen und schweben wie diamantene Bäche.&#10;Aus jedem toten Gerät wollen sich hundert staunende Augen erheben.&#10;In jedem Stein überschlägt sich wild eifersüchtiges Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vogel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vogel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vogel/</guid><description>&lt;p&gt;Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,&#10;Er flattert sehr und kann nicht heim.&#10;Ein schwarzer Kater schleicht herzu,&#10;Die Krallen scharf, die Augen gluh.&#10;Am Baum hinauf und immer höher&#10;Kommt er dem armen Vogel näher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Vogel denkt: Weil das so ist&#10;Und weil mich doch der Kater frißt,&#10;So will ich keine Zeit verlieren,&#10;Will noch ein wenig quinquilieren&#10;Und lustig pfeifen wie zuvor.&#10;Der Vogel, scheint mir, hat Humor&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vulkan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vulkan/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vulkan/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, die Zeichen sind alle erfüllet,&#10;Als sich der Himmel so dunkel umhüllet,&#10;Sonne auf blutenden Gleisen entstieg.&#10;Wie die häuslichen Tiere sich bargen,&#10;Ha, da schauderte allen vorm Argen,&#10;Ahnend der Unteiwelt nahenden Sieg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glühender; stiller werden die Winde,&#10;Vögel verfliegen vom Neste geschwinde,&#10;Säulen des Wassers wirbeln im Meer.&#10;Rollende Donner von unten und oben,&#10;Gegen die Flammen, die unter uns toben&#10;Stiebet der Himmel in Blitzen sich leer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wald/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wald/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm mich in kühligen, schattigen Arm,&#10;Säuselnder Hain!&#10;Fern von rauschender Freuden Schwarm,&#10;Ungestört vom nagenden Harm,&#10;Will ich deiner mich freu′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieblich strömt von den Gipfeln herab&#10;Wallender Duft;&#10;Langsam ans moosige Ufer hinab,&#10;Rollen die murmelnden Wellen ins Grab,&#10;Spiegelschimmernder Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Natur! wie bist du so schön;&#10;Lieblich und hehr&#10;Deine verjüngende Schönheit zu sehn,&#10;So durch′s Leben lächelnd zu gehn,&#10;Mit der Unschuld daher!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unschuld nur, und du, o Natur!&#10;Seliges Band!&#10;Ihr versüßet das Leben uns nur;&#10;Stets will ich folgen der blumigen Spur&#10;Mit der Lieb′ an der Hand!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Wanderer schreitet durch die Nacht,&#10;Sein Auge sucht die Sterne;&#10;Der Heimat hat er still gedacht&#10;In weiter, weiter Ferne;&#10;Das Herz schlägt ihm so sehnsuchtsbang,&#10;Er lauscht, ein fernes Glöcklein klang,&#10;Das mahnet ernst zum Beten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vorwärts eilt er, näher schon&#10;Hört er die Glocke schlagen,&#10;Ihm klingt so heimatlich der Ton&#10;Wie in den gold′nen Tagen,&#10;Wo er, ein Kind an Mutterhand,&#10;Zum Dom gewallt im Festgewand,&#10;Zu singen und zu beten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wanderer in der Sägemühle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-in-der-saegemuehle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-in-der-saegemuehle/</guid><description>&lt;p&gt;Dort unten in der Mühle&#10;Saß ich in guter Ruh&#10;Und sah dem Räderspiele&#10;Und sah dem Wasser zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah zu der blanken Säge,&#10;Es war mir wie ein Traum,&#10;Die bahnte lange Wege&#10;In einem Tannenbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tanne war wie lebend,&#10;In Trauermelodie,&#10;Durch alle Fasern bebend&#10;Sang diese Worte sie:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du trittst zur rechten Stunde,&#10;O Wanderer! hier ein,&#10;Du bist&amp;rsquo;s, für den die Wunde&#10;Mir dringt ins Herz hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der wandernde Student</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wandernde-student/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wandernde-student/</guid><description>&lt;p&gt;Bei dem angenehmsten Wetter&#10;Singen alle Vögelein,&#10;Klatscht der Regen auf die Blätter,&#10;Sing ich so für mich allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn mein Aug kann nichts entdecken,&#10;Wenn der Blitz auch grausam glüht,&#10;Was im Wandern könnt erschrecken&#10;Ein zufriedenes Gemüt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frei von Mammon will ich schreiten&#10;Auf dem Feld der Wissenschaft,&#10;Sinne ernst und nahm zu Zeiten&#10;Einen Mund voll Rebensaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin ich müde vom Studieren,&#10;Wann der Mond tritt sanft herfür,&#10;Pfleg ich dann zu musizieren&#10;Vor der Allerschönsten Tür.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wegweiser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wegweiser/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wegweiser/</guid><description>&lt;p&gt;Was vermeid′ ich denn die Wege,&#10;Wo die ander′n Wand′rer gehn,&#10;Suche mir versteckte Stege&#10;Durch verschneite Felsenhöh′n?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Habe ja doch nichts begangen,&#10;Daß ich Menschen sollte scheu′n, -&#10;Welch ein törichtes Verlangen&#10;Treibt mich in die Wüstenei′n?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiser stehen auf den Wegen,&#10;Weisen auf die Städte zu,&#10;Und ich wand′re sonder Maßen&#10;Ohne Ruh′ und suche Ruh′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Weiser seh′ ich stehen&#10;Unverrückt vor meinem Blick;&#10;Eine Straße muß ich gehen,&#10;Die noch keiner ging zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Weidenbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weidenbaum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weidenbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Welch ein Blühen, Duften, Quellen&#10;In des Königs Artus Garten!&#10;Früchte aller Zonen schwellen&#10;Zwischen Blüthen aller Arten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur am Teiche eine Weide&#10;Steht gebeugt in stummer Klage,&#10;Wie versenkt in tiefem Leide,&#10;Daß sie nicht auch Früchte trage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die gelösten Haare fallen&#10;Nieder ihr, ein grün Verstecke,&#10;Dran die Kön’gin fand Gefallen&#10;Und auch Lanzelot, der Kecke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem Baum sitzt jetzt der König,&#10;Im Gezweig sich wohl versteckend,&#10;Sein gesalbtes Haupt ein wenig&#10;Allzuweit hervor nur streckend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der weise Narr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weise-narr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weise-narr/</guid><description>&lt;p&gt;Es zogen Reiter in Schwadronen,&#10;Fußsöldner, Schützen mit Kanonen&#10;Der Straßen hin voll Lustgeschrei&#10;An einem Narrenschalk vorbei.&#10;&amp;ldquo;Was habt ihr doch?&amp;rdquo; der Narre fragte,&#10;&amp;ldquo;&amp;ldquo;Frischfröhlich Kriegen!&amp;rdquo;&amp;rdquo; jeder sagte;&#10;&amp;ldquo;Was thut man denn im Krieg, ihr Leute?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;&amp;ldquo;Man sticht, man schießt, gewinnet Beute,&#10;Brennt Dörfer nieder; Korn und Wein&#10;Mag freilich drob verdorben sein.&amp;rdquo;&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Und dies warum?&amp;rdquo; &amp;ldquo;&amp;ldquo;Ei für den Frieden,&#10;Der endet jeden Krieg hienieden!&amp;rdquo;&amp;rdquo;&#10;Da lacht der Narr: &amp;ldquo;Hier nehmt, ihr Leute&#10;So Kapp′ wie Kolben gleich als Beute!&#10;Macht vorher Frieden, eh′ zum Schaden&#10;Der lust′ge Krieg dem Land geraten!&#10;Wenn Glut geflossen, Glutenschein&#10;Den Himmel rötet, Korn und Wein&#10;Verdorben, und ihr selbst gestorben —&#10;Heißt das nicht Narrending erworben?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Werwolf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-werwolf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-werwolf/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Werwolf eines Nachts entwich&#10;von Weib und Kind, und sich begab&#10;an eines Dorfschullehrers Grab&#10;und bat ihn: Bitte, beuge mich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Dorfschulmeister stieg hinauf&#10;auf seines Blechschilds Messingknauf&#10;und sprach zum Wolf, der seine Pfoten&#10;geduldig kreuzte vor dem Toten:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Der Werwolf&amp;rdquo;,- sprach der gute Mann,&#10;&amp;ldquo;des Weswolfs, Genitiv sodann,&#10;dem Wemwolf, Dativ, wie man′s nennt.&#10;den Wenwolf,- damit hat′s ein End′.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,&#10;er rollte seine Augenbälle.&#10;Indessen, bat er, füge doch&#10;zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wind und die Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wind-und-die-rose/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wind-und-die-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Kleine blasse Rose!&#10;Der Wind, von Luv, der lose,&#10;der dich zerwühlte,&#10;als wär dein Blatt&#10;das Kleid von einer Hafenfrau -&#10;er kam so wild und kam so grau!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht auch fühlte&#10;er sich für Sekunden matt&#10;und wollt in deinen dunklen Falten&#10;den Atem sanft verhalten.&#10;Da hat dein Duft ihn so betört,&#10;berauscht,&#10;dass er sich bäumt und bauscht&#10;und dich vor Lust zerstört,&#10;dass er sich noch mit deinem Kusse bläht,&#10;wenn er am bangen Gras vorüberweht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zeitgeist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zeitgeist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zeitgeist/</guid><description>&lt;p&gt;Die Menschen finden sich in dieser Welt zum Leben,&#10;Wie Jahre sind, wie Zeiten höher streben,&#10;So wie der Wechsel ist, ist übrig vieles Wahre,&#10;Daß Dauer kommt in die verschiednen Jahre;&#10;Vollkommenheit vereint sich so in diesem Leben,&#10;Daß diesem sich bequemt der Menschen edles Streben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Untertänigkeit&#10;Scardanelli.&#10;24 Mai 1748.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zoologe von Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zoologe-von-berlin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zoologe-von-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Hört ihr Kinder, wie es jüngst ergangen&#10;Einem Zoologen in Berlin!&#10;Plötzlich führt ein Schutzmann ihn gefangen&#10;Vor den Untersuchungsrichter hin.&#10;Dieser tritt ihm kräftig auf die Zehen,&#10;Nimmt ihn hochnotpeinlich ins Gebet&#10;Und empfiehlt ihm, schlankweg zu gestehen,&#10;Daß beleidigt er die Majestät.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieser sprach: &amp;ldquo;Herr Richter, ungeheuer&#10;Ist die Schuld, die man mir unterlegt;&#10;Denn daß eine Kuh ein Wiederkäuer,&#10;Hat noch nirgends Ärgernis erregt.&#10;Soweit ist die Wissenschaft gediehen,&#10;Daß es längst in Kinderbüchern steht.&#10;Wenn Sie das auf Majestät beziehen,&#10;Dann beleidigen Sie die Majestät!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zwerg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zwerg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zwerg/</guid><description>&lt;p&gt;Hang an Hang, und Hang an Feld und Felder,&#10;Strauch an Baum, und Wald an Wälder,&#10;Tal an Berg und Tal an Berg:&#10;Erden-Weite-Breite rundherüberall:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Mensch, der Zwerg:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tappt verschüchtert,&#10;Geht ernüchtert,&#10;Stolzt voll Dünkel hier und dort,&#10;Schürft sich Lehm und backt sich Ziegel,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Häuft aus Mauern, Dächern seinen Ort.&#10;Schließt mit Schloß und Riegel&#10;Sorgevoll sein Haus,&#10;Klopft und bohrt darin herum –&#10;Dünkt sich klug und andre dumm –&#10;Geht kaum aus der Straße raus – –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des alten Mannes Sehnsucht nach dem Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-alten-mannes-sehnsucht-nach-dem-sommer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-alten-mannes-sehnsucht-nach-dem-sommer/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn endlich Juli würde anstatt März,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts hielte mich, ich nähme einen Rand,&#10;Zu Pferd, zu Wagen oder mit der Bahn&#10;Käm ich hinaus ins schöne Hügelland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da stünden Gruppen großer Bäume nah,&#10;Platanen, Rüster, Ahorn oder Eiche:&#10;Wie lang ists, daß ich keine solchen sah!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da stiege ich vorn Pferde oder riefe&#10;Dem Kutscher: Halt! und ginge ohne Ziel&#10;Nach vorwärts in des Sommerlandes Tiefe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und unter solchen Bäumen ruht ich aus;&#10;In deren Wipfel wäre Tag und Nacht&#10;Zugleich, und nicht so wie in diesem Haus,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Deutschen Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-deutschen-vaterland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-deutschen-vaterland/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist des Deutschen Vaterland?&#10;Ist´s Preussenland, ist´s Schwabenland?&#10;Ist´s, wo am Rhein die Rebe blüht?&#10;Ist´s, wo am Belt die Möwe zieht?&#10;O nein! nein! nein!&#10;Sein Vaterland muss grösser sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ist des Deutschen Vaterland?&#10;Ist&amp;rsquo;s Bayerland, ist&amp;rsquo;s Steierland?&#10;Ist&amp;rsquo;s, wo des Marsen Rind sich streckt?&#10;Ist&amp;rsquo;s, wo der Märker Eisen reckt?&#10;O nein! nein! nein!&#10;Sein Vaterland muss grösser sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ist des Deutschen Vaterland?&#10;Ist&amp;rsquo;s Pommerland, Westfalenland?&#10;Ist&amp;rsquo;s, wo der Sand der Dünen weht?&#10;Ist&amp;rsquo;s, wo die Donau brausend geht?&#10;O nein! nein! nein!&#10;Sein Vaterland muss grösser sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Jahrhunderts verlorene Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-jahrhunderts-verlorene-kinder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-jahrhunderts-verlorene-kinder/</guid><description>&lt;p&gt;Ein freudlos erlösungheischend Geschlecht,&#10;Des Jahrhunderts verlorene Kinder,&#10;So taumeln wir hin! weß Schmerzen sind echt?&#10;Weß Lust ist kein Rausch? wer kein Sünder? &amp;hellip;&#10;Selbstsucht treibt Alle, wilde Gier nach Gold,&#10;Unersättlich Sinnengelüste,&#10;Keinem Einzigen ist Mutter Erde hold –&#10;Rings graut nur unendliche Wüste!&#10;Chaotische Brandung wirr uns umtost;&#10;Verzehrt von dämonischen Gluthen,&#10;Von keinem Strahl ewigen Lichts umkost,&#10;Müssen wir elend verbluten&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Mädchens Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-maedchens-klage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-maedchens-klage/</guid><description>&lt;p&gt;Der Eichwald brauset, die Wolken ziehn,&#10;Das Mägdlein sitzet an Ufers Grün,&#10;Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,&#10;Und sie seufzt hinaus in die finstre Nacht,&#10;Das Auge vom Weinen getrübet:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Das Herz ist gestorben, die Welt ist leer,&#10;Und weiter gibt sie dem Wunsche nichts mehr.&#10;Du Heilige, rufe dein Kind zurück,&#10;Ich habe genossen das irdische Glück,&#10;Ich habe gelebt und geliebet!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rinnet der Tränen vergeblicher Lauf,&#10;Die Klage, sie wecket die Toten nicht auf;&#10;Doch nenne, was tröstet und heilet die Brust&#10;Nach der süßen Liebe verschwundener Lust,&#10;Ich , die Himmlische, will′s nicht versagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Morgens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-morgens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-morgens/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher&#10;Eilt schon die wache Quelle; die Birke neigt&#10;Ihr schwankes Haupt und im Geblätter&#10;Rauscht es und schimmert; und um die grauen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewölke streifen rötliche Flammen dort,&#10;Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;&#10;Wie Fluten am Gestade wogen&#10;Höher und höher die Wandelbaren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell,&#10;Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!&#10;Denn offener fliegt, vertrauter dir mein&#10;Auge, du Freudiger! zu, solange du&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Müllers Blumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-muellers-blumen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-muellers-blumen/</guid><description>&lt;p&gt;Am Bach viel kleine Blumen stehn,&#10;Aus hellen blauen Augen sehn;&#10;Der Bach, der ist des Müllers Freund,&#10;Und hellblau Liebchens Auge scheint,&#10;Drum sind es meine Blumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dicht unter ihrem Fensterlein,&#10;Da will ich pflanzen die Blumen ein,&#10;Da ruft ihr zu, wenn alles schweigt,&#10;Wenn sich ihr Haupt zum Schlummer neigt,&#10;Ihr wißt ja, was ich meine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn sie tät die Äuglein zu&#10;Und schläft in süßer, süßer Ruh,&#10;Dann lispelt als ein Traumgesicht&#10;Ihr zu: Vergiß, vergiß mein nicht!&#10;Das ist es, was ich meine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Sängers Fluch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-saengers-fluch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-saengers-fluch/</guid><description>&lt;p&gt;Es stand in alten Zeiten ein Schloß, so hoch und hehr,&#10;Weit glänzt es über die Lande bis an das blaue Meer,&#10;Und rings von duft′gen Gärten ein blütenreicher Kranz,&#10;Drin sprangen frische Brunnen in Regenbogenglanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort saß ein stolzer König, an Land und Siegen reich,&#10;Er saß auf seinem Throne so finster und so bleich;&#10;Denn was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut,&#10;Und was er spricht, ist Geißel, und was er schreibt, ist Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Schiffers Braut am Meere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-schiffers-braut-am-meere/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-schiffers-braut-am-meere/</guid><description>&lt;p&gt;Es braust der Sturm - mit schaumbedeckten Wellen&#10;Erhebt sich rauschend das erzürnte Meer,&#10;Und rascher Blitze Feuerstrahlen hellen&#10;Der Dämmrung Nebel grausend um mich her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort in der Hütte mir ein Obdach wählen,&#10;Möcht′ ich so gern, doch ach, der nasse Blick&#10;Schaut um aufs neu das bange Herz zu quälen,&#10;Nach dem empörten Element zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kann die Schauerszene nicht verlassen,&#10;Die das Gemüth mit schwarzer Ahndung füllt,&#10;Denn des Geliebten fernes Schiff umfassen&#10;Die Wellen tobend, rings von Graun umhüllt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Seemanns Zechlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-seemanns-zechlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-seemanns-zechlied/</guid><description>&lt;p&gt;Gewähre mir Bacchus&#10;Preiswürdig und hehr&#10;Des Weines nicht Tonnen,&#10;Ein völliges Meer!&#10;Im Weinozeane&#10;Bemannen ein Schiff&#10;Mir Brüder, wie Lust hier&#10;Zusammen sie rief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewinnet an Klippen&#10;Das Schiff auch den Leck,&#10;Nie ruft uns zur Arbeit&#10;Die Pump aufs Verdeck.&#10;Wir schwimmen, wir sinken,&#10;Es bleibet dabei&#10;Daß nicht Element nur&#10;Das Waßer uns sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und droht auch Verderben,&#10;So hat es nicht Noth:&#10;Wir finden im Weine&#10;Den trunkenen Tod.&#10;Es treibe die Woge,&#10;Wohin ihrs gefällt,&#10;Lebendig den Leichnam&#10;Und todt um die Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deus noster refugium et virtus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deus-noster-refugium-et-virtus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deus-noster-refugium-et-virtus/</guid><description>&lt;p&gt;Psalm 46&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein feste Burg ist unser Gott,&#10;Ein gute Wehr und Waffen.&#10;Er hilft uns frei aus aller Not,&#10;Die uns jetzt hat betroffen.&#10;Der alt böse Feind&#10;Mit Ernst ers jetzt meint,&#10;Groß Macht und viel List&#10;Sein grausam Rüstung ist,&#10;Auf Erd ist nicht seinesgleichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit unsrer Macht ist nichts getan,&#10;Wir sind gar bald verloren,&#10;Es streit für uns der Rechte Mann,&#10;Den Gott hat selbst erkoren.&#10;Fragst du, wer der ist?&#10;Es heißt Jesu Christ,&#10;Der Herr Zebaoth,&#10;Und ist kein ander Gott,&#10;Das Feld muß er behalten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutsche Kaiserkrone</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsche-kaiserkrone/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsche-kaiserkrone/</guid><description>&lt;ol start="1848"&gt;&#10;&lt;li&gt;&#10;&lt;ol start="1849"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie hat im letzten Märzen&#10;Der Sonnenbrand gekocht,&#10;Wie habt ihr deutschen Herzen&#10;Gelodert und gepocht!&#10;Eu′r Pochen, das zermalmte&#10;Die ehrnen Götzen im Fall,&#10;Von eurem Lodern qualmte&#10;Zerschmelzend Kronmetall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Frankfurt hieß die Esse,&#10;Dort steigt aus Flammen wohl,&#10;Daß sich′s in Formen presse,&#10;Der neuen Zeit Symbol;&#10;Die Gluth verzehrt den Flitter,&#10;Womit sich Schmach umhing,&#10;Und schmilzt die Trümmer und Splitter&#10;Zum mächt′gen Einheitsring.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im neuen Märzen ging es&#10;Aus dunkler Form zu Tag:&#10;Da statt des mächt′gen Ringes&#10;Ein machtlos Krönchen lag.&#10;Ein Schrei erscholl im Lande:&#10;Weh, ein mißrathner Guß!&#10;Solch′ ungeheurem Brande&#10;So jammervoller Schluß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutscher Brauch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutscher-brauch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutscher-brauch/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Gruft sank Kaiser Friedrich. Gott geb’ ihm sanfte Ruh!&#10;Max faßt sein gülden Zepter, – ei, Sonnenaar, Glück zu!&#10;Zu Worms nun hielt er Reichstag. Auf, Fürstenschaar, herbei,&#10;Zu rathen und zu fördern, daß Recht und Licht gedeih!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst in dem dumpfen Rathsaal sprang Max empor in Hast,&#10;Der Staub der Pergamente nahm ihm den Odem fast,&#10;Die spitzen, klugen Reden, die machten toll ihn schier,&#10;Da rief er seinen Narren: »Freund Kunze, komm’ mit mir!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutscher Künstler in Rom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutscher-kuenstler-in-rom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutscher-kuenstler-in-rom/</guid><description>&lt;p&gt;O wann kehret die Zeit, die unschätzbare, alte, vergangne,&#10;Wann der Frühling der Kunst wieder ins Leben zurück?&#10;Allgemein, wie die Sonne, war einst die Kunst, es erfreute&#10;Ihr erquickliches Licht jedem das offene Herz.&#10;Welch ein Wechsel! Ach nun ist sie dem Leben entflohen,&#10;Nur noch in Gallerien, auf dem Katheder ist sie.&#10;Schwach ist die Liebe für sie, die Pensionen noch schwächer,&#10;Schirmlos, arm und entblößt steht die Verschmachtende da.&#10;Willen haben wir wohl, will′s Gott auch Kraft und Gedanken,&#10;Wenigstens Hände, doch fehlt einzig das leidige Geld.&#10;Kommt ein Wechselchen an, so kommt auch der Wirth und der Schuster,&#10;Kommt der Schneider, und fast reißen in Stücke sie mir′s.&#10;Allzutheuer ist mir ein Modell: ich kann′s nicht erschwingen,&#10;Farb′ und Leinwand! es läuft jämmerlich gleich mir ins Geld.&#10;Was der Pöbel verlangt, der unverständige, mach′ ich,&#10;Statt für Ehr′ und für Kunst schaff′ ich fürs tägliche Brod.&#10;Meiner Sehnsucht und meiner Idee, dem schöpfrischen Drange&#10;Ist mir nur selten zu glühn, doch nicht zu folgen vergönnt.&#10;Hab′ ich etwas vollendet, so hab′ ich Schulden; bezahl′ ich,&#10;Bleibt mir weder das Bild, noch der geringe Erwerb.&#10;Und was das ärgste mir ist, ich muß zusehn, wie man die Arbeit&#10;In der Schenke, wie man gar sie im Kunstblatt beschimpft.&#10;Jeder erlaubt sich zu kritteln, und keiner bezahlt: wer ein Aug′ hat,&#10;Rezensirt, und mir ist keine Vertheid′gung erlaubt.&#10;Denn es ist wahr, im Schreiben sind wir nicht immer die Besten,&#10;Und so rauft sich und zieht jeglicher Sudler mich durch.&#10;Einige Jahre vielleicht studir′ ich in Rom, und studire&#10;Mehr als alles, wie man heutigen Tags sich behilft.&#10;Keine Ruh′ erquickt mich: denn niederträcht′ge Kabalen,&#10;Eifersucht, Bosheit und Neid rauben mir Frieden und Lust.&#10;Geh′ ich unter die Leute, so grüßen sie freundlich, und scheid′ ich,&#10;Machen sich alle sogleich über mich Armen sich her.&#10;Jeder verkleinert den andern, und jeder lästert und schadet,&#10;Jeder gilt nur, indem andre zu Pfuschern er macht.&#10;Statt sich wechselnd mit Rath und Verstand und Erfahrung zu helfen,&#10;Deckt sich jeder, indem andern den Schleier er lüpft.&#10;So verbittern die Leiden der Kunst auch die Freuden des Lebens,&#10;Und im geselligen Kreis forscht man die Schwächen sich aus.&#10;Doch es liebt sich der Deutsche den Wein, und ohne die Schenke&#10;Kann er nicht leben, so sucht Abends den Deutschen er auf.&#10;Dutzende sitzen beisammen in uralt römischer Höhle,&#10;Kaum durch ein düsteres Loch stiehlt hier der Tag sich herein.&#10;Unser Mahl ist frugal, doch trinken wir gern, und im Dampfe&#10;Derben Tabackes vergißt leicht man den heimlichen Feind.&#10;So bis Mitternacht oft wird geplaudert; es flieht uns der Römer,&#10;Denn er scheut den Taback, wie das barbarische Deutsch!&#10;Aber den andern Tag giebt′s viel zu sprechen von gestern,&#10;Was der eine gesagt, wird von dem andern verhöhnt.&#10;Nun wird gedreht und gedrechselt, geschimpft und tüchtig verleumdet,&#10;Und durchs germanische Rom läuft′s wie ein Feuer herum.&#10;Spricht man ein kräftiges Wort, so lauschen die Frommen, wie Nattern,&#10;Spricht man ein Urtheil, so wird′s gleich von der Dummheit verlacht.&#10;Nichts bleibt verborgen, sie wissen es all, und wenn du gehustet,&#10;Deutelt′s den folgenden Tag auch schon der Pincio dir aus.&#10;Ja, zur Karikatur strengt sich die gerunzelte Hand an,&#10;Die vor Jahren dem Herrn erst noch die Stiefel geputzt.&#10;Aber Bedientenwitz träuft nur wie Regen auf Lorbeer&#10;Ohne Schaden und wird, was er auch ist, nur zu Koth.&#10;Kommt denn endlich ein Abschied heran, und scheidet ein Bruder,&#10;Und versammelt man sich nun in der Schenke zum Fest,&#10;Singt man ein deutsches Lied nach Burschenweis′, und erhält man&#10;Alten Trinkbrauch, der noch mächtig ermuntert, im Gang,&#10;Wird herkömmlicher Witz vom Schultheiß und von den Schwaben&#10;Nun zum hundertstenmal auch zu dem Abschied gebracht.&#10;Gleich kommt wieder ein Neuer: der Scheidende trifft schon am Thore&#10;Seinen Landsmann und wird trefflich des Abend ersetzt.&#10;Kommt man aber hinaus, so beginnt die Noth erst entsetzlich,&#10;Und das Leben in Rom scheint jetzt ein glücklicher Traum,&#10;Dann ist man froh und begnügt sich, ein Stammbuchblättchen zu malen,&#10;Drunter schreibt man: ich bin Künstler und war einst in Rom.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutsches Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsches-gebet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsches-gebet/</guid><description>&lt;p&gt;Herr , der Abend macht uns bange ,&#10;der allmählich uns beschleicht ,&#10;deine Stimme schweigt schon lange&#10;und die Schmach hat uns erreicht .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Krieg und Zwietracht allerwege&#10;hat uns tief in Not gebracht ,&#10;daß der Sturm sich endlich lege ,&#10;liegt allein in deiner Macht .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß die Schmach nicht ewig dauern ,&#10;wir verzagen schon zu sehr ,&#10;daß die Völker nimmer trauern ,&#10;einen Helden schicke her .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutsches Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsches-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsches-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Hat tändelnd Glockenspiel, hat Zithertönen&#10;Mein Ohr in lust&amp;rsquo;ger Weise leicht umklungen?&#10;»&amp;rsquo;s ist fränkisch Lied, am Seinestrand gesungen!&#10;Dem leichten Sinne gnügt ein leichtes Spiel,&#10;Ein ernsteres Gemüth sucht sich ein würd&amp;rsquo;ger Ziel!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was klingt so hold die Alpenhöhn herüber?&#10;O süße Lust, o himmlisch schöne Lieder!&#10;»&amp;rsquo;s ist welscher Sang! – Wie Flöten tönt er wieder;&#10;Die Sinn&amp;rsquo; umwogt ein Heer von Harmonie:&#10;Das Ohr entzückt es wohl, das Herz befriedigt&amp;rsquo;s nie.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ahnenbilder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ahnenbilder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ahnenbilder/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem altergrauen Rahmen&#10;Blickt ihr fremd auf mich herab,&#10;Und ins Aug′ euch mit Vertrauen&#10;Wie ein Sohn nicht kann ich schauen;&#10;Nichts mit euch ja als den Namen&#10;Teil′ ich und dereinst das Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still am väterlichen Herde,&#10;An die Scholle festgebannt,&#10;Lebtet ihr im Kreis, dem engen,&#10;Kanntet nicht das wilde Drängen,&#10;Das mich über diese Erde&#10;Ruhlos trieb von Land zu Land;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht der Nächte bleiche Qualen,&#10;Wenn der Geist in Fieberhast&#10;Sucht ein Traumbild zu erreichen,&#10;Doch es weichen sieht und weichen,&#10;Bis es in des Morgens Strahlen&#10;Wie ein Meteor erblaßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die alte Brücke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-bruecke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-bruecke/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Bogen, grauer Zeit entstammt&#10;Steht manch Jahrhundert ausser Amt;&#10;Ein neuer Bau ragt über dir:&#10;Dort fahren sie! Du feierst hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Strasse, die getragen du,&#10;Deckt Wuchs und rote Blüte zu!&#10;Ein Nebel netzt und tränkt dein Moos,&#10;Er dampft aus dumpfem Reussgetos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit einem luftgewobnen Kleid&#10;Umschleiert dich Vergangenheit,&#10;Und statt des Lebens geht der Traum&#10;Auf deines Pfades engem Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Carmen, das der Schüler sang,&#10;Träumt noch im Felsenwiderklang,&#10;Gewieher und Drommetenhall&#10;Träumt und verdröhnt im Wogenschwall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die alte Jungfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-jungfer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-jungfer/</guid><description>&lt;p&gt;Niemand zu Liebe, niemand zu Last,&#10;ist sie erloschen und verblaßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In ihrem Stübchen sann sie und sann,&#10;Bis ihr einsames Leben darüber verrann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keiner hat nach ihr die Hand ausgestreckt&#10;Und die flügelgebundene Seele erweckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keiner hat in der Sommernacht&#10;Zu seligem Weinen sie gebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch flogen Locken auch ihr ums Gesicht,&#10;Und ihre Augen glänzten jung und licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch schlug auch ihr in verschwiegener Brust&#10;Die Sehnsucht nach Sonne und Frühlingslust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die alte Waschfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-waschfrau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-waschfrau/</guid><description>&lt;p&gt;Du siehst geschäftig bei dem Linnen&#10;die Alte dort in weißem Haar,&#10;die rüstigste der Wäscherinnen&#10;im sechsundsiebenzigsten Jahr.&#10;So hat sie stets mit sauerm Schweiß&#10;ihr Brot in Ehr und Zucht gegessen&#10;und ausgefüllt mit treuem Fleiß&#10;den Kreis, den Gott ihr zugemessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat in ihren jungen Tagen&#10;geliebt, gehofft und sich vermählt;&#10;sie hat des Weibes Los getragen,&#10;die Sorgen haben nicht gefehlt;&#10;sie hat den kranken Mann gepflegt,&#10;sie hat drei Kinder ihm geboren;&#10;sie hat ihn in das Grab gelegt&#10;und Glaub&amp;rsquo; und Hoffnung nicht verloren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Alten und die Jungen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alten-und-die-jungen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alten-und-die-jungen/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Unverständlich sind uns die Jungen&amp;rdquo;,&#10;wird von den Alten beständig gesungen;&#10;meinerseits möchte ich′s damit halten:&#10;&amp;ldquo;Unverständlich sind mir die Alten.&amp;rdquo;&#10;Dieses Am-Ruder-bleiben-Wollen&#10;In allen Stücken und allen Rollen,&#10;dieses Sich-unentbehrlich-Vermeinen&#10;samt ihrer &amp;ldquo;Augen stillem Weinen&amp;rdquo;,&#10;als wäre der Welt ein Weh getan -&#10;ach, ich kann es nicht verstahn.&#10;Ob unsere Jungen, in ihrem Erdreisten,&#10;wirklich was Besseres schaffen und leisten,&#10;ob dem Parnasse sie näher gekommen&#10;oder bloß einen Maulwurfshügel erklommen,&#10;ob sie mit anderen Neusittenverfechtern,&#10;die Menschheit bessern oder verschlechtern,&#10;ob sie Frieden sä′n oder Sturm entfachen,&#10;ob sie Himmel oder Hölle machen -&#10;eins läßt sie stehn auf siegreichem Grunde:&#10;sie haben den Tag, sie haben die Stunde;&#10;der Mohr kann gehen, neu Spiel hebt an,&#10;sie beherrschen die Szene, sie sind dran.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ampel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ampel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ampel/</guid><description>&lt;p&gt;An des Jahres Wende sprach ich: Muse,&#10;Keiner Mutter Hand beschert mich! Gib mir&#10;Du mein Angebinde, Muse! fleht ich.&#10;In die Kammer, lauschend von dem Lager,&#10;Sah ich bald der Schwestern eine schreiten.&#10;Auf mein Tischchen setzt′ sie einer Ampel&#10;Zarte Form mit schlankgeschweiften Henkeln,&#10;Aber die mir keineswegs antik schien.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich erschrak. Was meinst du, Muse? Rätst du&#10;Nächtlich auszufeilen meine Verse?&#10;Schon entschwebend, wandte sie das Antlitz&#10;Halb. Ich sah des Musenhauptes edeln&#10;Umriss mit den spottend feinen Lippen &amp;hellip;&#10;Als ich dann in neuem Jahr erwachte,&#10;Keine Ampel! Doch ich fand sie wieder -&#10;Und erkannte gleich sie an der zarten&#10;Form und an den schlankgeschweiften Henkeln -&#10;In des Liebchens Hand, das mir die Treppe&#10;Nächtlich hellt′ mit stillen Ampelstrahlen.&#10;Scheidend auf die letzte Stufe setzt′ sie&#10;Das Geschenk der Muse sacht und küsst′ mich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ankunft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ankunft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ankunft/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr, die Ihr diese Zeilen nie lesen werdet. Dürftige Mädchen, die in ungesehenen Winkeln von Soldaten gebären,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fiebrige Mütter, die keine Milch haben, ihre Kinder zu nähren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schüler, die mit erhobnem Zeigefinger stramm stehen müssen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Fünfzehnjährige mit dunklem Augrand und Träumen von Maschinengewehrschüssen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr gierige Zuhälter, die den Schlagring verbergt, wenn Ihr dem Fremden ins Menschenauge seht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Mob, die Ihr klein seid und zu heißen Riesenmassen schwellt, wenn das Wunder durch die Straßen geht,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die arme Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-arme-frau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-arme-frau/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Mann? mein dicker Mann, der Dichter?&#10;Du lieber Gott, da seid mir still!&#10;Ein Don Juan? Ein braver, schlichter&#10;Bourgeois - wie Gott ihn haben will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da steht in seinen schmalen Büchern,&#10;wie viele Frauen er geküsst;&#10;von seidenen Haaren, seidenen Tüchern,&#10;Begehren, Kitzel, Brunst, Gelüst&amp;hellip;&#10;Liebwerte Schwestern, lasst die Briefe,&#10;den anonymen Veilchenstrauß!&#10;Es könnt ihn stören, wenn er schliefe.&#10;Denn meist ruht sich der Dicke aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und faul und fett und so gefräßig&#10;ist er und immer indigniert.&#10;Und dabei gluckert er unmäßig&#10;vom Rotwein, den er temperiert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Athener in Syrakus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-athener-in-syrakus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-athener-in-syrakus/</guid><description>&lt;p&gt;Frühmorgens auf seinem Söller saß&#10;Klearch mit dem Sohne Gorgias;&#10;Vor ihm, gedehnt an des Hügels Fuß,&#10;Das unermeßliche Syrakus&#10;Mit Tempeln und Hallen und Thermen,&#10;Und drüber hinweg des Aetna Schnee&#10;Und das hochgezinnte Epipolä&#10;Und der Häfen tobendes Lärmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Du weißt, Sohn, was ich dem Ares versprach,&#10;Als er die Macht der Athener zerbrach!&#10;Eh Boreas noch, der eisige, tobt,&#10;Muß ich, so wie ich im Kampfe gelobt,&#10;Im Tempel das Opfer ihm zünden.&#10;Geh, ruf mir den Meister des Bau′s herbei!&#10;Ob nun vollendet das Prachtthor sei&#10;Und der Giebel, soll er mir künden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Auswanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-auswanderer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-auswanderer/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann den Blick nicht von euch wenden;&#10;Ich muß euch anschaun immerdar:&#10;Wie reicht ihr mit geschäft′gen Händen&#10;Dem Schiffer eure Habe dar!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Männer, die ihr von dem Nacken&#10;Die Körbe langt, mit Brot beschwert,&#10;Das ihr aus deutschem Korn gebacken,&#10;Geröstet habt auf deutschem Herd;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ihr, im Schmuck der langen Zöpfe,&#10;Ihr Schwarzwaldmädchen, braun und schlank,&#10;Wie sorgsam stellt ihr Krüg′ und Töpfe&#10;Auf der Schaluppe grüne Bank!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bank</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bank/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bank/</guid><description>&lt;p&gt;Im Parke weiß ich eine Bank,&#10;Die schattenreichste nicht von allen,&#10;Nur Erlen lassen, dünn und schlank,&#10;Darüber karge Streifen wallen;&#10;Da sitz′ ich manchen Sommertag&#10;Und laß mich rösten von der Sonnen,&#10;Rings keiner Quelle Plätschern wach,&#10;Doch mir im Herzen springt der Bronnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies ist der Fleck, wo man den Weg&#10;Nach allen Seiten kann bestreichen,&#10;Das staub′ge Gleis, den grünen Steg,&#10;Und dort die Lichtung in den Eichen:&#10;Ach manche, manche liebe Spur&#10;Ist unterm Rade aufgeflogen!&#10;Was mich erfreut, bekümmert, nur&#10;Von drüben kam es hergezogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bank des Alten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bank-des-alten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bank-des-alten/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin einmal in einem Tal gegangen,&#10;Das fern der Welt, dem Himmel nahe war,&#10;Durch das Gelände seiner Wiesen klangen&#10;Die Sensen rings der zweiten Mahd im Jahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schritt durch eines Dörfchens stille Gassen.&#10;Kein Laut. Vor einer Hütte sass allein&#10;Ein alter Mann, von seiner Kraft verlassen,&#10;Und schaute feiernd auf den Firneschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zuweilen, in die Hand gelegt die Stirne,&#10;Seh ich den Himmel jenes Tales blaun,&#10;Den Müden seh ich wieder auf die Firne,&#10;Die nahen, selig klaren Firne schaun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bauern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bauern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bauern/</guid><description>&lt;p&gt;Vorm Fenster tönendes Grün un Rot.&#10;Im schwarzverräucherten, niederen Saal&#10;Sitzen die Knechte und Mägde beim Mahl;&#10;Und sie schenken den Wein und sie brechen das Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im tiefen Schweigen der Mittagszeit&#10;Fällt bisweilen ein karges Wort.&#10;Die Äcker flimmern in einem fort&#10;Und der Himmel bleiern und weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fratzenhaft flackert im Herd die Glut&#10;Und ein Schwarm von Fliegen summt.&#10;Die Mägde lauschen blöd und verstummt&#10;Und ihre Schläfen hämmert das Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Begegnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-begegnung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-begegnung/</guid><description>&lt;p&gt;Noch seh′ ich sie, umringt von ihren Frauen,&#10;Die herrlichste von allen, stand sie da.&#10;Wie eine Sonne war sie anzuschauen;&#10;Ich stand von fern und wagte mich nicht nah.&#10;Es fasste mich mit wolllustvollem Grauen,&#10;Als ich den Glanz vor mir verbreitet sah;&#10;Doch schnell, als hätten Flügel mich getragen,&#10;Ergriff es mich, die Saiten anzuschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ich in jenem Augenblick empfunden,&#10;Und was ich sang, vergebens sinn′ ich nach.&#10;Ein neu Organ hatt′ ich in mir gefunden,&#10;Das meines Herzens heil′ge Regung sprach;&#10;Die Seele war′s, die Jahre lang gebunden,&#10;Durch alle Fesseln jetzt auf einmal brach,&#10;Und Töne fand in ihren tiefsten Tiefen,&#10;Die ungeahnt und göttlich in ihr schliefen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Beichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beichte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beichte/</guid><description>&lt;p&gt;Die Beichte&#10;Ist eine leichte&#10;Und seichte&#10;Manier, sich der Schuld zu entladen.&#10;Man packt zusammen den Schaden&#10;Und wirft das Paket zum Spediren,&#10;Zum Forteskamotiren&#10;Hinüber dem ehrwürdigen Sündenbittel,&#10;Dem Herrn im langen, schwarzen Kittel,&#10;Der so willfährig tritt in&amp;rsquo;s Mittel.&#10;Aber man muß seine Sachen&#10;Mit dem lieben Gott selbst abmachen,&#10;Denn es ist doch klar:&#10;Er hat keinen Vikar.&#10;Und übrigens ist&amp;rsquo;s eine Lügenschule,&#10;Dieweil man dem Herren, der sitzt im Stuhle,&#10;Wie wißbegierig er horcht und fragt,&#10;Doch nimmer die ganze Wahrheit sagt;&#10;Da kann es denn schließlich auch nicht fehlen:&#10;Man lernt vor sich selber lügen und hehlen,&#10;Man macht&amp;rsquo;s dem Gewissen, das gar so bitter,&#10;Just wie dem Pfaffen hinter dem Gitter;&#10;Ein Beichtkind ließe sich eher verbrennen,&#10;Als es lernt, sich selber prüfen und kennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beiden Prinzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-prinzen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-prinzen/</guid><description>&lt;p&gt;Matt flackert die Lampe; der Kurfürst ringt&#10;Am Bette des Sohnes die Hände&#10;Und fleht, indes er den Liebling umschlingt,&#10;Daß Rettung der Himmel sende.&#10;O, muß ihm also zum erstenmal&#10;Sein Friedrich Kummer bereiten?&#10;Und immer noch will kein Hoffnungsstrahl&#10;Durchs nächtige Dunkel gleiten!&#10;Seitdem er am Lager des Kranken gewacht,&#10;Ist das die dritte, schrecklichste Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Jubel hallen zur selben Zeit&#10;Des Schlosses Erkergemächer;&#10;Dort schwelgt, als höhnt′ er des Vaters Leid,&#10;Prinz Rupert im Kreise der Zecher.&#10;Lust leuchtet in aller Gäste Blick;&#10;Stromweise gießen die Diener&#10;In die Römer das duftende Kirchenstück&#10;Und von Forst den goldnen Traminer,&#10;Und fröhlich erschallt bei Becherklang&#10;Das Gaudeamus im Rundgesang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beiden Tauben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-tauben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-tauben/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Täubchen liebten sich mit zarter Liebe.&#10;Jedoch, der weichen Ruhe überdrüssig,&#10;Ersann der Tauber eine Reise sich.&#10;Die Taube rief: »Was unternimmst du, Lieber?&#10;Von mir willst du, der süßen Freundin, scheiden:&#10;Der Übel größtes, ists die Trennung nicht?&#10;Für dich nicht, leider, Unempfindlicher!&#10;Denn selbst nicht Mühen können, und Gefahren,&#10;Die schreckenden, an diese Brust dich fesseln.&#10;Ja, wenn die Jahrszeit freundlicher dir wäre!&#10;Doch bei des Winters immer regen Stürmen&#10;Dich in das Meer hinaus der Lüfte wagen!&#10;Erwarte mindestens den Lenz: was treibt dich?&#10;Ein Rab auch, der den Himmelsplan durchschweifte,&#10;Schien mir ein Unglück anzukündigen.&#10;Ach, nichts als Unheil zitternd werd ich träumen,&#10;Und nur das Netz stets und den Falken sehn.&#10;Jetzt, ruf ich aus, jetzt stürmts: mein süßer Liebling,&#10;Hat er jetzt alles auch was er bedarf,&#10;Schutz und die goldne Nahrung, die er braucht,&#10;Weich auch und warm, ein Lager für die Nacht,&#10;Und alles Weitre, was dazu gehört?« -&#10;Dies Wort bewegte einen Augenblick&#10;Den raschen Vorsatz unsers jungen Toren;&#10;Doch die Begierde trug, die Welt zu sehn,&#10;Und das unruhge Herz, den Sieg davon.&#10;Er sagte: »Weine nicht! Zwei kurze Monden&#10;Befriedigen jedweden Wunsch in mir.&#10;Ich kehre wieder, Liebchen, um ein kleines,&#10;Jedwedes Abenteuer, Zug vor Zug,&#10;Das mir begegnete, dir mitzuteilen.&#10;Es wird dich unterhalten, glaube mir!&#10;Ach, wer nichts sieht, kann wenig auch erzählen.&#10;Hier, wird es heißen, war ich; dies erlebt ich;&#10;Dort auch hat mich die Reise hingeführt:&#10;Und du, im süßen Wahnsinn der Gedanken,&#10;Ein Zeuge dessen wähnen wirst du dich.« -&#10;Kurz, dies und mehr des Trostes zart erfindend,&#10;Küßt er, und unterdrückt was sich ihm regt,&#10;Das Täubchen, das die Flügel niederhängt,&#10;Und fleucht. -&#10;Und aus des Horizontes Tiefe&#10;Steigt mitternächtliches Gewölk empor,&#10;Gewitterregen häufig niedersendend.&#10;Ergrimmte Winde brechen los: der Tauber&#10;Kreucht untern ersten Strauch, der sich ihm beut.&#10;Und während er, von stiller Öd umrauscht,&#10;Die Flut von den durchweichten Federn schüttelt,&#10;Die strömende, und seufzend um sich blickt,&#10;Denkt er, nach Wandrerart, sich zu zerstreun,&#10;Des blonden Täubchens heim, das er verließ.&#10;Und sieht erst jetzt, wie sie beim Abschied schweigend&#10;Das Köpfchen niederhing, die Flügel senkte,&#10;Den weißen Schoß mit stillen Tränen netzend:&#10;Und selbst, was seine Brust noch nie empfand,&#10;Ein Tropfen, groß und glänzend, steigt ihm auf.&#10;Getrocknet doch, beim ersten Sonnenstrahl,&#10;So Aug wie Leib, setzt er die Reise fort,&#10;Und kehrt, wohin ein Freund ihn warm empfohlen,&#10;In eines Städters reiche Wohnung ein.&#10;Von Moos und duftgen Kräutern zubereitet,&#10;Wird ihm, ein Nest, an Nahrung fehlt es nicht,&#10;Viel Höflichkeit, um dessen, der ihn sandte,&#10;Wird ihm zuteil, viel Güt und Artigkeit:&#10;Der lieblichen Gefühle keins für sich.&#10;Und sieht die Pracht der Welt und Herrlichkeiten,&#10;Die schimmernden, die ihm der Ruhm genannt,&#10;Und kennt nun alles, was sie Würdges beut,&#10;Und fühlt unsel′ger sich, als je, der Arme,&#10;Und steht, in Öden steht man öder nicht,&#10;Umringt von allen ihren Freuden, da.&#10;Und fleucht, das Paar der Flügel emsig regend,&#10;Unausgesetzt, auf keinen Turm mehr achtend,&#10;Zum Täubchen hin, und sinkt zu Füßen ihr,&#10;Und schluchzt, in endlos heftiger Bewegung,&#10;Und küsset sie, und weiß ihr nichts zu sagen -&#10;Ihr, die sein armes Herz auch wohl versteht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bill</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bill/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bill/</guid><description>&lt;p&gt;Einst fiel dem Löwen ein, es wäre&#10;Doch gegen eines Königs Ehre&#10;Und gegen das Jus publicum,&#10;Daß er sich selbst sein Futter schaffe.&#10;Sein weises Ministerium,&#10;Der Fuchs, der Büffel und der Affe,&#10;Trat des Monarchen Meynung bey.&#10;Sogleich gebot er allen Thieren,&#10;Ihm einen Schoß von Korn und Heu&#10;Und Wildpret jährlich abzuführen.&#10;Der Esel mußte das Edict,&#10;Als Wappenherold bunt geschmückt,&#10;An allen Ecken ausposaunen.&#10;Das Volk vernahm es mit Erstaunen:&#10;Es drang sich in Proceßion,&#10;Wie dort in Vater Noahs Kasten,&#10;Vereint vor des Monarchen Thron&#10;Und wollte von den neuen Lasten&#10;Befreyet seyn. Der Elephant&#10;Sprach männlich als Repräsentant:&#10;Wie, Herr, was konnte dich bewegen,&#10;Uns diese Steuer aufzulegen?&#10;Schweig, fiel ihm der Despot hier ein,&#10;Uns Könige darf Zevs allein&#10;Zur Rechnung ziehen. Loser Spötter!&#10;Versetzt der Bär, erst gestern noch&#10;Sprachst du, es gäbe keine Götter.&#10;Nun ward man laut. Der Menge kroch&#10;Das Ding zu Kopfe. Schließlich machte&#10;Das Volk mit reifem Vorbedachte&#10;Die Bill: daß, weil ein Großsultan&#10;Den höchsten Richter unsrer Thaten&#10;Verachten oder läugnen kann,&#10;Man vor der Hand den Autokraten&#10;Verpflichten soll, der Nation&#10;Von seiner Wirtschaft auf dem Thron,&#10;Mit unter auch von seinem Leben&#10;Genaue Rechenschaft zu geben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die böse Farbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-boese-farbe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-boese-farbe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte ziehn in die Welt hinaus,&#10;Hinaus in die weite Welt;&#10;Wenn′s nur so grün, so grün nicht wär,&#10;Da draußen in Wald und Feld!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte die grünen Blätter all&#10;Pflücken von jedem Zweig,&#10;Ich möchte die grünen Gräser all&#10;Weinen ganz totenbleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Grün, du böse Farbe du,&#10;Was siehst mich immer an&#10;So stolz, so keck, so schadenfroh,&#10;Mich armen weißen Mann?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte liegen vor ihrer Tür&#10;In Sturm und Regen und Schnee.&#10;Und singen ganz leise bei Tag und Nacht&#10;Das eine Wörtchen: Ade!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Brücke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bruecke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bruecke/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Brücke kenn’ ich, Liebchen,&#10;Drauf so wonnig sich’s ergeht,&#10;Drauf mit süßem Balsamhauche&#10;Ew’ger Frühlingsodem weht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus dem Herzen, zu dem Herzen&#10;Führt der Brücke Wunderbahn,&#10;Doch allein der Liebe offen,&#10;Ihr alleinig unterthan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe hat gebaut die Brücke,&#10;Hat aus Rosen sie gebaut!&#10;Seele wandert drauf zur Seele,&#10;Wie der Bräutigam zur Braut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe wölbte ihren Bogen,&#10;Schmückt’ ihn lieblich wundervoll;&#10;Liebe steht als Zöllner droben,&#10;Küsse sind der Brückenzoll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bürgschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-buergschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-buergschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich&#10;Damon, den Dolch im Gewande;&#10;ihn schlugen die Häscher in Bande.&#10;&amp;ldquo;Was wolltest Du mit dem Dolche, sprich!&amp;rdquo;&#10;entgegnet ihm finster der Wüterich.&#10;&amp;ldquo;Die Stadt vom Tyrannen befreien!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Das sollst Du am Kreuze bereuen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin&amp;rdquo;, spricht jener, &amp;ldquo;zum Sterben bereit&#10;und bitte nicht um mein Leben:&#10;Doch willst du Gnade mir geben,&#10;Ich flehe dich um drei Tage Zeit,&#10;bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;&#10;Ich lasse den Freund dir als Bürgen,&#10;ihn magst du, entrinn ich, erwürgen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Büsumer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-buesumer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-buesumer/</guid><description>&lt;p&gt;Die Büsumer wohnen am Meeresstrand&#10;Und sind für kluge Leute bekannt,&#10;Nur treiben sie die Bescheidenheit&#10;In manchem Stücke gar zu weit.&#10;Des einen Sonntags ihrer neun&#10;Schwimmen sie weit in die See hinein.&#10;Auf einmal, wie das Meer so schwankst,&#10;Wird einem um die andern Angst,&#10;Und zählt sie alle: Eins, zwei, drei,&#10;Bis acht - und läßt sich aus dabei,&#10;Denn er ist echtes Büsumer Kind,&#10;Die immer so bescheiden sind.&#10;Ein zweiter probierts, zählt: Eins, zwei, drei,&#10;Bis acht - und vergißt sich auch dabei.&#10;Da schwimmen sie alle bestürzt ans Land,&#10;Wo eben ein kluger Fremder stand.&#10;Dem klagten sie jammernd ihre Not&#10;Und sagten: Von uns ist einer tot!&#10;Und wußten nicht, welcher ertrunken sei!&#10;Und jammern und zählen immer aufs neu,&#10;Und finden immer nur wieder acht,&#10;Weil jeder bescheiden an sich nicht gedacht.&#10;Der Fremde sprach: Bescheidenheit&#10;Führt euch, ihr guten Leute, zu weit,&#10;Steck jeder die Nas in den Sand einmal,&#10;Und zählt die Tupfen, so habt ihr die Zahl.&#10;Sie folgten dem Fremden, da zählten sie - neun!&#10;Und luden vor Freud ihn zum Frühstück ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Camille unter den Blumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-camille-unter-den-blumen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-camille-unter-den-blumen/</guid><description>&lt;p&gt;Bleiche Camille, Du blühst verachtet im einsamen Felde,&#10;Denn Dein simples Gewand reizet die Lüsternen nicht.&#10;Farblos stehst Du verlassen im säuselnden Hauche des Windes -&#10;Nimmer wählt′ Dich zum Kranz jugendlich fröhliche Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass denn den schwärmenden Tross die bunteren Blumen erjagen,&#10;Kränke, Bescheidne! Dich nicht, dass Dich die Freude verschmäht.&#10;Blühe einsam nur fort am grünen Rande des Weges,&#10;Bricht auch die Liebe Dich nicht - findet das Leiden Dich doch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Courtisane</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-courtisane/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-courtisane/</guid><description>&lt;p&gt;Venedigs Sonne wird in meinem Haar&#10;ein Gold bereiten: aller Alchemie&#10;erlauchten Ausgang. Meine Brauen, die&#10;den Brücken gleichen, siehst du sie&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;hinführen ob der lautlosen Gefahr&#10;der Augen, die ein heimlicher Verkehr&#10;an die Kanäle schließt, so dass das Meer&#10;in ihnen steigt und fällt und wechselt. Wer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;mich einmal sah, beneidet meinen Hund,&#10;weil sich auf ihm oft in zerstreuter Pause&#10;die Hand, die nie an keiner Glut verkohlt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-daemmerung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-daemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;Ein dicker Junge spielt mit einem Teich.&#10;Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.&#10;Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,&#10;Als wer ihm die Schminke ausgegangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf lange Krücken schief herabgedrückt&#10;Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.&#10;Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.&#10;Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An einem Fenster klebt ein fetter Mann.&#10;Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.&#10;Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.&#10;Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die deutsche Muse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-deutsche-muse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-deutsche-muse/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Augustisch Alter blühte,&#10;Keines Medicäers Güte&#10;Lächelte der deutschen Kunst;&#10;Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme,&#10;Sie entfaltete die Blume&#10;Nicht am Strahl der Fürstengunst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von dem größten deutschen Sohne,&#10;Von des großen Friedrichs Throne&#10;Ging sie schutzlos, ungeehrt.&#10;Rühmend darf′s der Deutsche sagen,&#10;Höher darf das Herz ihm schlagen:&#10;Selbst erschuf er sich den Wert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darum steigt in höherm Bogen,&#10;Darum strömt in vollern Wogen&#10;Deutscher Barden Hochgesang,&#10;Und in eigner Fülle schwellend&#10;Und aus Herzens Tiefen quellend,&#10;Spottet er der Regeln Zwang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dorfkirche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dorfkirche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dorfkirche/</guid><description>&lt;p&gt;In einem Dorf, am frühen Morgen,&#10;Sah ich ein Kirchlein offen stehn,&#10;Und wie&amp;rsquo;s mir freundlich schien zu winken,&#10;Trieb mich das Herz, hinein zu gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur wenig Beter fand ich knieen,&#10;Denn Werktag war&amp;rsquo;s und Erntezeit;&#10;Ein greiser Priester sprach den Segen&#10;Und hielt das heil&amp;rsquo;ge Mahl bereit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da naht ein Weib sich dem Altare,&#10;Den zarten Säugling an der Brust:&#10;Ihr Antlitz schwamm in Doppelgluthen&#10;Der Andacht und der Mutterlust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die drei gemalten Ritter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-gemalten-ritter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-gemalten-ritter/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Frau Berte, hört: Ihr dürftet nun&#10;Mir einmal einen Gefallen tun!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Was denkt Ihr, Graf? Wohin denket Ihr?&#10;Vor den drei gemalten Rittern hier?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei Ritter prahlen auf der Wand&#10;Mit rollenden Augen, am Dolch die Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wer, Frau, ist diese Ritterschaft?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Drei Vettern und alle drei tugendhaft&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gelobt Ihr, Graf, die Ehe mir&#10;Bei den drei gemalten Rittern hier,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will ich - Ihr lasst es doch nicht ruhn -&#10;Euch einmal einen Gefallen tun.&amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die drei Reiche der Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-reiche-der-natur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-reiche-der-natur/</guid><description>&lt;p&gt;Ich trink′, und trinkend fällt mir bei,&#10;Warum Naturreich dreifach sei.&#10;Die Tier′ und Menschen trinken, lieben,&#10;Ein jegliches nach seinen Trieben:&#10;Delphin und Adler, Floh und Hund&#10;Empfindet Lieb′, und netzt den Mund.&#10;Was also trinkt und lieben kann,&#10;Wird in das erste Reich getan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Pflanze macht das zweite Reich,&#10;Dem ersten nicht an Güte gleich:&#10;Sie liebet nicht, doch kann sie trinken;&#10;Wenn Wolken träufelnd niedersinken,&#10;So trinkt die Zeder und der Klee,&#10;Der Weinstock und die Aloe.&#10;Drum, was nicht liebt, doch trinken kann,&#10;Wird in das zweite Reich getan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die drei Sterne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-sterne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-sterne/</guid><description>&lt;p&gt;Es traten einst um Mitternacht&#10;Der Sterne drei zusammen,&#10;In nie gesehner heller Pracht,&#10;In nie gesehnen Flammen.&#10;Da scholl es aus des ersten Mund&#10;Von blasser Silberlippe:&#10;&amp;ldquo;Ich tat den Weg den Völkern kund&#10;Zu eines Gottes Krippe.&amp;rdquo;&#10;Und stolz darein der zweite schaut,&#10;Wie um sich selbst zu sonnen:&#10;&amp;ldquo;Auf mich hat Caesar einst vertraut&#10;Und eine Welt gewonnen.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Zu mir blickt&amp;rdquo;, fuhr der dritte fort,&#10;&amp;ldquo;Das schönste Kind von allen.&amp;rdquo; -&#10;Am Himmel klang noch laut sein Wort,&#10;Der Stern war schon gefallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die drei Zigeuner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-zigeuner/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-zigeuner/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Zigeuner fand ich einmal&#10;Liegen an einer Weide,&#10;Als mein Fuhrwerk mit müder Qual&#10;Schlich durch sandige Heide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hielt der eine für sich allein&#10;In den Händen die Fiedel,&#10;Spielte, umglüht vom Abendschein,&#10;Sich ein feuriges Liedel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hielt der zweite die Pfeif im Mund,&#10;Blickte nach seinem Rauche,&#10;Froh, als ob er vom Erdenrund&#10;Nichts zum Glücke mehr brauche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der dritte behaglich schlief,&#10;Und sein Zimbal am Baum hing,&#10;Über die Saiten der Windhauch lief,&#10;Über sein Herz ein Traum ging.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die dreyfache glücks- und ehren-krone...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dreyfache-gluecks-und-ehren-krone/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dreyfache-gluecks-und-ehren-krone/</guid><description>&lt;p&gt;Als Franckreich seinen sohn den Pohlen wieder nahm/&#10;Und Heinrich durch die flucht zum zweyten throne kam/&#10;Da warff er die vernunfft erst auff der welt getümmel/&#10;Nahm Solons lehren an/ die er dem Crösus gab/&#10;Und riß auff reinen grund drey göldne kronen ab/&#10;Mit dieser überschrifft: die dritte bleibt im himmel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Betrübte! darff ich mich zu rühmen unterstehn/&#10;Wie eure freundin schon den himmel hier gesehn/&#10;Und unter dornen auch mit rosen sich verbunden;&#10;So lernet/ daß ihr geist von gleicher würde war/&#10;Und darum eher nicht/ als auff der todten-bahr/&#10;So wie der könig hat die dritte krone funden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-1/</guid><description>&lt;p&gt;Einst zu Turin am Hofe versammelte zum Feste&#10;Der Herzog Karl der Dritte gar viele edle Gäste;&#10;Man trank in vollen Zügen den rothen Veltlinwein&#10;Und rings im Kreise scholl es von lust′gen Neckerei′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um eine Tafel saßen sie alle in der Runde,&#10;Die sich bereits ergeben dem süßen Ehebunde;&#10;Um eine andre Alles, was jung und ledig war -&#10;Ein Blumenbeet zu schauen ist nicht so frisch und klar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-2/</guid><description>&lt;p&gt;Es war am zwölften Mai&#10;Um funfzehnhundertvier,&#10;Der Herold rief herbei&#10;Die Herrn zu dem Turnier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorm Schlosse zu Turin&#10;Ließ man die Schranke bau′n,&#10;Der ganze Hof erschien&#10;Der Ritter Kampf zu schau′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herr Simon saß gar schlank,&#10;In schwarz und rothem Kleid,&#10;Auf einem Schimmel blank&#10;In edler Männlichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reich war sein Roß geschmückt,&#10;Von Kopf zu Fuß behängt&#10;Mit Decken goldgestickt,&#10;Von Wohlgeruch durchtränkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herr Corsant sprengt herfür&#10;Auf einem Rappen wild,&#10;Er und sein edles Thier&#10;Der kecken Jugend Bild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (3)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-3/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-3/</guid><description>&lt;p&gt;Unwegsame, rauhe Pfade mußte nun Herr Corsant zieh′n,&#10;Die Gigantenwelt der Alpen thürmt sich furchtbar um ihn hin,&#10;Wo der alte Bergesriese geisterhaft das weiße Haupt&#10;Kühn und trotzig bis zur Sonne beinah′ zu erheben glaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neben ihm mit wildem Donner die Lawine niederkracht,&#10;Brausend wälzet sich der Bergstrom durch den tiefen Felsenschacht,&#10;Gletscher stürzen in die Thäler, die sich winden schmal und eng&#10;Durch die schroffen Bergeswände und der Felsen wild Gedräng.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (9)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-9/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-9/</guid><description>&lt;p&gt;Und wieder wogt′s geschäftig durch die Hallen&#10;Des Schlosses, denn des Hauses Herr ist nah,&#10;Noch einmal fast so fröhlich hört man schallen&#10;Frau Bertha′s helles, frisches Lachen da.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Voll Eifer eilet sie durch Schloß und Gänge&#10;Noch ordnend dies und jenes schnell behend,&#10;Herr Corsant stehet bei der Diener Menge&#10;Und sieht, wie schön solch Weiberregiment.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sieht, wie lieblich auch Jolanthe waltet,&#10;Kaum hat zu einem Blick sie für ihn Zeit,&#10;Wie wird′s erst sein, wenn sie als Hausfrau schaltet&#10;Auf seinem Schloß so leer und öd′ bis heut′.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die eheliche Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eheliche-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eheliche-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Klorinde starb; sechs Wochen drauf&#10;Gab auch ihr Mann das Leben auf,&#10;Und seine Seele nahm aus diesem Weltgetümmel&#10;Den pfeilgeraden Weg zum Himmel.&#10;&amp;ldquo;Herr Petrus, rief er, aufgemacht!&#10;&amp;ldquo;Wer da? - &amp;ldquo;Ein wackrer Christ. -&#10;&amp;ldquo;Was für ein wackrer Christ? -&#10;&amp;ldquo;Der manche Nacht,&#10;Seit dem die Schwindsucht ihn aufs Krankenbette brachte,&#10;In Furcht, Gebet und Zittern wachte.&#10;Macht bald! - - Das Tor wird aufgetan.&#10;&amp;ldquo;Ha! ha! Klorindens Mann!&#10;Mein Freund, spricht Petrus, nur herein;&#10;Noch wird bei Eurer Frau ein Plätzchen ledig sein.&#10;&amp;ldquo;Was? meine Frau im Himmel? wie?&#10;Klorinden habt Ihr eingenommen?&#10;Lebt wohl! habt Dank für Eure Müh′!&#10;Ich will schon sonst wo unterkommen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehre Gottes aus der Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehre-gottes-aus-der-natur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehre-gottes-aus-der-natur/</guid><description>&lt;p&gt;Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,&#10;Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.&#10;Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere;&#10;Vernimm, O Mensch, ihr göttlich Wort!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?&#10;Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt?&#10;Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne,&#10;Und läuft den Weg, gleich als ein Held.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vernimm′s, und siehe die Wunder der Werke,&#10;Die die Natur dir aufgestellt!&#10;Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke&#10;Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Elemente</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-elemente/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-elemente/</guid><description>&lt;p&gt;Der Morgen, der Jäger&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo die Felsenlager stehen,&#10;Sich des Schnees Daunen blähen,&#10;Auf des Chimborasso Höhen&#10;Ist der junge Strahl erwacht;&#10;Regt und dehnt die ros′gen Glieder,&#10;Schüttelt dann sein Goldgefieder,&#10;Mit dem Flimmerauge nieder&#10;Blinzt er in des Tales Schacht.&#10;Hörst du, wie es fällt und steigt?&#10;Fühlst du, wie es um dich streicht?&#10;Dringt zu dir im weichen Duft&#10;Nicht der Himmelsodem — Luft?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins frische Land der Jäger tritt:&#10;»Gegrüßt du fröhlicher Morgen!&#10;»Gegrüßt du Sonn′, mit dem leichten Schritt&#10;Wir Beiden ziehn ohne Sorgen.&#10;Und dreimal′ gegrüßt mein Geselle Wind,&#10;Der stets mir wandelt zur Seite,&#10;Im Walde flüstert durch Blätter lind,&#10;Zur Höh′ gibt springend Geleite.&#10;Und hat die Gems, das listige Tier,&#10;Mich verlockt in ihr zackiges Felsrevier,&#10;Wie sind wir drei dann so ganz allein,&#10;Du, Luft, und ich und der uralte Stein!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erde und der Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erde-und-der-mensch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erde-und-der-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;freundschaftlichst zugeeignet.&#10;(1846 gedichtet.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich, alte Erde, muß ich etwas fragen,&#10;Damit ich endlich mir das Rätsel löse,&#10;Mit dem in unsern ungewissen Tagen&#10;Sich ängstlich plagt der Gute, wie der Böse.&#10;Du magst mir, was du willst, als Antwort sagen,&#10;Ich ruf′ es treu hinaus in das Getöse&#10;Der Millionen wild verworrner Stimmen,&#10;Gleichgültig, ob sie jauchzen, ob ergrimmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh′ den holden Frühling wiederkehren,&#10;Und reicher war er niemals noch gestaltet,&#10;Als wolltest du dich jedes Keims entleeren,&#10;So hat sich üppig alles rings entfaltet,&#10;Die Fülle hört nicht auf, sich zu vermehren,&#10;Verschwenderisch erscheint der Geist, der waltet,&#10;Man fragt: kann jetzt ein zweiter Lenz noch kommen?&#10;Allein man weiß: dem Herbst wird dieser frommen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erwartung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erwartung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erwartung/</guid><description>&lt;p&gt;Hör′ ich das Pförtchen nicht gehen?&#10;Hat nicht der Riegel geklirrt?&#10;Nein, es war des Windes Wehen,&#10;Der durch diese Pappeln schwirrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O schmücke dich, du grün belaubtes Dach,&#10;Du sollst die Anmutstrahlende empfangen!&#10;Ihr Zweige, baut ein schattendes Gemach,&#10;Mit holder Nacht sie heimlich zu umfangen!&#10;Und all′ ihr Schmeichellüfte, werdet wach&#10;Und scherzt und spielt um ihre Rosenwangen,&#10;Wenn seine schöne Bürde, leicht bewegt,&#10;Der zarte Fuß zum Sitz der Liebe trägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erzstufe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erzstufe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erzstufe/</guid><description>&lt;p&gt;Ja Blitze, Blitze! der Schwaden drängt&#10;Giftiges Gas am Risse hinaus,&#10;Auf einem Blitze bin ich gesprengt&#10;Aus meinem funkelnden Kellerhaus.&#10;O, wie war ich zerbrochen und krank,&#10;Wie rieselt′s mir über die blanke Haut,&#10;Wenn langsam schwellend der Tropfen sank,&#10;Des Zuges Schneide mich angegraut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennst du den Bergmönch, den braunen Schelm,&#10;Dem auf der Schulter das Antlitz kreist?&#10;Schwarz und rauh wie ein rostiger Helm,&#10;Wie die Grubenlampe sein Auge gleißt.&#10;O, er ist böse, tückisch und schlimm!&#10;Mit dem Gezähe hackt er am Spalt,&#10;Bis das schwefelnde Wetter im Grimm&#10;Gegen die weichende Rinde schwallt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Fei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fei/</guid><description>&lt;p&gt;Mondnacht und Flut. Sie hängt am Kiel&#10;Umklammert mit den Armen ihn,&#10;Sie treibt ein grausam lüstern Spiel,&#10;Den Nachen in den Grund zu ziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ferge stöhnt: &amp;ldquo;In Seegesträuch&#10;Reisst nieder uns der blanke Leib!&#10;Rasch, Herr! Von Sünde reinigt Euch,&#10;Begehrt Ihr heim zu Kind und Weib!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ritter hält den Schwertesgriff&#10;Sich als das heilge Zeichen vor -&#10;Aus dunkeln Haaren lauscht am Schiff&#10;Ein schmerzlich bleiches Haupt empor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Felswand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-felswand/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-felswand/</guid><description>&lt;p&gt;Feindselig, wildzerrissen steigt die Felswand.&#10;Das Auge schrickt zurück. Dann irrt es unstät&#10;Daran herum. Bang sucht es, wo es hafte.&#10;Dort! über einem Abgrund schwebt ein Brücklein&#10;Wie Spinnweb. Höher um die scharfe Kante&#10;Sind Stapfen eingehaun, ein Wegesbruchstück!&#10;Fast oben ragt ein Tor mit blauer Füllung:&#10;Dort klimmt ein Wanderer zu Licht und Höhe!&#10;Das Aug verbindet Stiege, Stapfen, Stufen.&#10;Es sucht. Es hat den ganzen Pfad gefunden,&#10;Und gastlich, siehe, wird die steile Felswand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Flamingos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-flamingos/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-flamingos/</guid><description>&lt;p&gt;Jardin des plantes, Paris&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Spiegelbildern wie von Fragonard&#10;ist doch von ihrem Weiß und ihrer Röte&#10;nicht mehr gegeben, als dir einer böte,&#10;wenn er von seiner Freundin sagt: sie war&#10;noch sanft von Schlaf. Denn steigen sie ins Grüne&#10;und stehn, auf rosa Stielen leicht gedreht,&#10;beisammen, blühend, wie in einem Beet,&#10;verführen sie verführender als Phryne&#10;sich selber; bis sie ihres Auges Bleiche&#10;hinhalsend bergen in der eignen Weiche,&#10;in welcher Schwarz und Fruchtrot sich versteckt.&#10;Auf einmal kreischt ein Neid durch die Voliere;&#10;sie aber haben sich erstaunt gestreckt&#10;und schreiten einzeln ins Imaginäre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die fleißige Familie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fleissige-familie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fleissige-familie/</guid><description>&lt;p&gt;Was von mir stammt, das muß musizieren&#10;Und von mir sich lassen dirigieren -&#10;Als Papa&#10;Sitz′ ich da&#10;Mit des Cellos führender Gewalt,&#10;Geb′ dem Ganzen Takt und Halt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Phyllis streicht die Violine,&#10;Meine Chloris bläst die Klarinette:&#10;Dazu singen mit galanter Miene&#10;Meine Kavaliere eine Kavatine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Emmeline,&#10;Du mein Weib!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bitter zwar ist der Verzicht:&#10;Musikalisch bist du nicht,&#10;Da ist alle Müh′ umsunst -&#10;Aber fruchtbar ist dein Leib,&#10;Und auch damit förderst du die Kunst!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Flucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-flucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-flucht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Meeresfluten blitzen,&#10;Bestrahlt vom Mondenschein.&#10;Im schwanken Kahne sitzen&#10;Zwei Buhlen, die schiffen allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Du wirst ja blass und blasser,&#10;Du Herzallerliebste mein!&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;Geliebter! dort ruderts im Wasser,&#10;Mein Vater holt uns ein.&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wir wollen zu schwimmen versuchen,&#10;Du Herzallerliebste mein!&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;Geliebter! ich hör ihn schon fluchen,&#10;Ich höre ihn toben und schrei&amp;rsquo;n.&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Halt nur den Kopf in die Höhe,&#10;Du Herzallerliebste mein!&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;Geliebter! das Wasser, o wehe,&#10;Dringt mir in die Ohren hinein.&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Frauen gehen an Don Juan vorüber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-frauen-gehen-an-don-juan-vorueber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-frauen-gehen-an-don-juan-vorueber/</guid><description>&lt;p&gt;Geh! Weib!&#10;Deinen Leib,&#10;Dein Wort,&#10;Was du denkst:&#10;Kenne ich längst!&#10;Geh! fort!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du mit dem Glutblick,&#10;Du Schwarze erschrick:&#10;Ich spei dich an!&#10;Ich lache deiner Liebe, –&#10;Weißt ja, Triebe&#10;Hat der Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir hab ich frech das Herz entblößt&#10;Und holden Wahnsinn eingeflößt;&#10;Und dein Blut war wie Gärwein flüssig; –&#10;Auch du warst einst für mich entbrannt,&#10;Doch glaub, du warst mir Tand.&#10;Ihr wart mir Alle, Alle überdrüssig!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die freie Schweiz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freie-schweiz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freie-schweiz/</guid><description>&lt;p&gt;Ein freies Volk, ein freies Land&#10;Darf keine Fessel dulden,&#10;Und hebt es nicht zur Wehr die Hand,&#10;Verdient es alle Schmach und Schand&#10;Durch eigenes Verschulden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Geist des Lichtes und der Lieb&#10;Ist stammend auferstanden,&#10;Wer da noch gern im Dunkel blieb,&#10;Wer da nicht folgt der Seele Trieb,&#10;Der schlägt sich selbst in Banden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Schweizervolk, du Schweizerland,&#10;Das oft so kühn gestritten,&#10;Es treff dich Spott und Schmach und Schand,&#10;Wenn du nicht stark mit Herz und Hand&#10;Verjagst die Jesuiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Frühlingsfeier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fruehlingsfeier/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fruehlingsfeier/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht in den Ozean der Welten alle&#10;Will ich mich stürzen! schweben nicht,&#10;Wo die ersten Erschafnen, die Jubelchöre der Söhne des Lichts,&#10;Anbeten, tief anbeten! und in Entzückung vergehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur um den Tropfen am Eimer,&#10;Um die Erde nur, will ich schweben, und anbeten!&#10;Halleluja! Halleluja! Der Tropfen am Eimer&#10;Rann aus der Hand des Allmächtigen auch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da der Hand des Allmächtigen&#10;Die grösseren Erden entquollen!&#10;Die Ströme des Lichts rauschten, und Siebengestirne wurden,&#10;Da entrannest du, Tropfen, der Hand des Allmächtigen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gaukler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gaukler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gaukler/</guid><description>&lt;p&gt;Am Strande des Gelobten Lands&#10;Im glühen Stich des Sonnenbrands&#10;Kämpft Ludowig der Fromme;&#10;Er trägt in sich des Todes Keim,&#10;Ihm ahnt es, dass er nimmer heim&#10;Ins schöne Frankreich komme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Scheu lauscht in Zeltes Dämmerschein&#10;Ein junger Edelknecht herein&#10;Und hinter ihm die andern:&#10;&amp;ldquo;Herr König, es sind Gaukler da,&#10;Drei Brüder aus Armenia,&#10;Die nach dem Grabe wandern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es heisst, sie spielen wunderschön!&#10;Erlaubt ein frisches Horngetön&#10;Uns allen anzuhören!&amp;rdquo;&#10;Der König seufzt: &amp;ldquo;Betrug der Welt!&#10;Bringt mir die Gaukler in das Zelt,&#10;Dass sie euch nicht betören!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gebüsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gebuesche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gebuesche/</guid><description>&lt;p&gt;Komm! Komm!&#10;Das Blättergeräusch,&#10;Es lockt dich,&#10;Unser Glanz,&#10;Unser frisches Grün;&#10;|Wir lieben dich,&#10;Trag′ uns dein Herz entgegen,&#10;Was verschmähst du uns?&#10;Alles kann nicht Wald sein,&#10;Alles kann nicht Blume sein,&#10;Muß auch Kinder geben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gefangenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gefangenen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gefangenen/</guid><description>&lt;p&gt;Hörst du sie schlucken, Herrgott?&#10;Sie sitzen muffig riechend und essen ein muffiges Essen,&#10;holen es mit dem Blechlöffel aus den amtlichen Gefäßen&#10;und führen es in ihren privaten Mund.&#10;Der Körper verdaut es,&#10;und es ist ganz sinnlos, was sie da tun.&#10;Hörst du sie schlucken, Herrgott?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehst du sie im Hof trotten, Herrgott?&#10;Man bewegt sie wie die Pferde, damit sie nicht frühzeitig&#10;sterben -&#10;sie sollen leidensfähig erhalten werden,&#10;und im Schubkasten des Gefängnispastors liegt eine Bibel.&#10;Daraus liest er ihnen von Zeit zu Zeit etwas vor und glaubt&#10;wirklich,&#10;er sei besser als sie.&#10;Siehst du sie in ihrer Kirche sitzen, Herrgott?&#10;Fühlst du sie leiden?&#10;Nachts bedrängen sie wüste Träume;&#10;ihre innere Sekretion ist nicht in Ordnung,&#10;sie sehen riesige Geschlechtsteile auf Beinen&#10;und zupfen an sich herum&amp;hellip;&#10;Fühlst du sie leiden?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die gelbe Schlange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gelbe-schlange/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gelbe-schlange/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war ein Mädchen auch im Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und meine Brüste lagen, helle Inseln,&#10;Auf jeder eine kleine braune Stadt&#10;Mit spitzem Turm&#10;Und rot geheimer Ströme unterirdnem Rinseln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann werden weiße Quellen aus den Steinen brechen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schlange zuckte&#10;Ungesehn durch Kraut.&#10;Ach, alle Moose, die sie grüßte,&#10;Verrotteten.&#10;Ihr Leib ließ eine Wüste.&#10;Baumgrün vergilbte vor der gelben Haut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die gelbe Schlange kam.&#10;Sie zog sich über Meer&#10;Und sank in Grund,&#10;Wo seltsam bunt und schwer&#10;Tierblumen an verfallnen Schiffen saugen&#10;Mit zähnelosem Mund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die geneigten Krüge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geneigten-kruege/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geneigten-kruege/</guid><description>&lt;p&gt;Nun wir bebend die geneigten Krüge  Jäh beglückter Leidenschaften sehn,  Wie nun wild und wehmutsvoll die Flüge  Einer Frage durch die Stunden wehn:&#10;»War dies süßer nicht, als wir noch gingen  Reiner Sehnsucht priesterlich geweiht  Und das Dunkle in den vielen Dingen  Die Verheißung schien der letzten Lieblichkeit,&#10;Da uns, nur den Fernen hingegeben  Traum ein wundersames Leben ward,  Dem der Seelen schwisterliches Schweben  Sich in reinem Sternenflug gepaart,&#10;Da wir träumten wie durch weiße Gärten,  Deren Tempeltüren keiner fand  Und noch nicht dies arme Glück begehrten,  Das zerfließt in unsrer heißen Hand?«&#10;War dies süßer nicht? &amp;hellip; Durch Liebeslüge  Fühlen wir die Frage schmerzlich wehn,  Nun wir bebend die geneigten Krüge  Unsrer jungen Leidenschaften sehn &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geschichte vom wilden Jäger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-wilden-jaeger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-vom-wilden-jaeger/</guid><description>&lt;p&gt;Es zog der wilde Jägersmann&#10;sein grasgrün neues Röcklein an;&#10;nahm Ranzen, Pulverhorn und Flint&#10;und lief hinaus ins Feld geschwind.&#10;Er trug die Brille auf der Nas’&#10;und wollte schießen tot den Has.&#10;Das Häschen sitzt im Blätterhaus&#10;und lacht den wilden Jäger aus.&#10;Jetzt schien die Sonne gar zu sehr,&#10;da ward ihm sein Gewehr zu schwer.&#10;Er legte sich ins grüne Gras;&#10;das alles sah der kleine Has.&#10;Und als der Jäger schnarcht und schlief,&#10;der Has ganz heimlich zu ihm lief&#10;und nahm die Flint und auch die Brill&#10;und schlich davon ganz leis und still.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die geschiedene Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschiedene-frau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschiedene-frau/</guid><description>&lt;p&gt;Ja&amp;hellip; da wär nun also wieder einer&amp;hellip;&#10;das ist komisch!&#10;Vor fünf Jahren, da war meiner;&#10;dann war eine ganze Weile keiner&amp;hellip;&#10;Und jetzt geht ein Mann in meiner Wohnung um,&#10;findet manches, was ich sage, dumm;&#10;lobt und tadelt, spricht vom Daseinszwecke&#10;und macht auf das Tischtuch Kaffeeflecke -&#10;Ist das alles nötig -?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja&amp;hellip; er sorgt. Und liebt. Und ist&amp;rsquo;s ein trüber&#10;Morgen, reich ich meine Hand hinüber&amp;hellip;&#10;Das ist komisch:&#10;Männer&amp;hellip; so in allen ihren Posen&amp;hellip;&#10;Und frühmorgens, in den Unterhosen&amp;hellip;&#10;Plötzlich wohnt da einer auch in meiner Seele.&#10;Quält mich; liebt mich; will, dass ich ihn quäle;&#10;dreht mein Leben anders, lastet, lässt mich fliegen -&#10;siegt, und weil ich klug bin, lass ich mich besiegen&amp;hellip;&#10;Habe ich das nötig -?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geschlechter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschlechter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschlechter/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh in dem zarten Kind zwei liebliche Blumen vereinigt,&#10;Jungfrau und Jüngling, sie deckt beide die Knospe noch zu.&#10;Liese löst sich das Band, es entzweien sich zart die Naturen,&#10;Und von der holden Scham trennet sich feurig die Kraft.&#10;Gönne dem Knaben zu spielen, in wilder Begierde zu toben;&#10;Nur die gesättigte Kraft kehret zur Anmut zurück.&#10;Aus der Knospe beginnt die doppelte Blume zu streben,&#10;Köstlich ist jede, doch stillt keine dein sehnendes Herz.&#10;Reizende Fülle schwellt der Jungfrau blühende Glieder,&#10;Aber der Stolz bewacht streng, wie der Gürtel, den Reiz.&#10;Scheu, wie das zitternde Reh, das ihr Horn durch die Wälder verfolget,&#10;Flieht sie im Mann nur den Feind, hasset noch, weil sie nicht liebt.&#10;Trotzig schauet und kühn aus finstern Wimpern der Jüngling,&#10;Und, gehärtet zum Kampf, spannet die Sehen sich an.&#10;Fern in der Speere Gewühl und auf die stäubende Rennbahn&#10;Ruft ihn der lockende Ruhm, reißt ihn der brausende Mut.&#10;Jetzt beschütze dein Werk, Natur! Auseinander auf immer&#10;Fliehet, wenn du nicht vereinst, feindlich, was ewig sich sucht.&#10;Aber da bist du, du Mächtige, schon: Aus dem wildesten Streite&#10;Rufst du der Harmonie göttlichen frieden hervor.&#10;Tief verstummet die lärmende Jagd, des rauschenden Tages&#10;Tosen verhallet, und leis sinken die Sterne herab.&#10;Seufzend flüstert das Rohr, sanft murmelnd gleiten die Bäche,&#10;Und mit melodischem Lied füllt Philomela den Hain.&#10;Was erreget zu Seufzern der Jungfrau steigenden Busen?&#10;Jüngling, was füllet den Blick schwellend mit Tränen dir an?&#10;Ach, sie suchet umsonst, was sie sanft anschmiegend umfasse,&#10;Und die schwellende Frucht beuget zur Erde die Last.&#10;Ruhelos strebend verzehrt sich in eigenen Flammen der Jüngling,&#10;Ach, der brennenden Glut wehet kein lindernder Hauch.&#10;Siehe, da finden sie sich, es führet sie Amor zusammen,&#10;Und dem geflügelten Gott folgt der geflügelte Sieg,&#10;Göttliche Liebe, du bist′s, die der Menschheit Blumen vereinigt!&#10;Ewig getrennt, sind sie doch ewig verbunden durch dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gestirne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gestirne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gestirne/</guid><description>&lt;p&gt;Es tönet sein Lob Feld, und Wald, Thal, und Gebirg,&#10;Das Gestad′ hallet, es donnert das Meer dumpfbrausend&#10;Des Unendlichen Lob, siehe des Herlichen,&#10;Unerreichten von dem Danklied der Natur!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es singt die Natur dennoch dem, welcher sie schuf,&#10;Ihr Getön schallet vom Himmel herab, lautpreisend&#10;In umwölkender Nacht rufet des Strahls Gefährt&#10;Von den Wipfeln, und der Berg′ Haupt es herab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rauschet der Hain, und sein Bach lispelt es auch&#10;Mit empor, preisend, ein Feyrer, wie er! die Luft wehts&#10;Zu dem Bogen mit auf! Hoch in der Wolke ward&#10;Der Erhaltung und der Huld Bogen gesetzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die glücklichen Gatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gluecklichen-gatten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gluecklichen-gatten/</guid><description>&lt;p&gt;Nach diesem Frühlingsregen,&#10;Den wir so warm erfleht,&#10;Weibchen, o sieh den Segen,&#10;Der unsre Flur durchweht!&#10;Nur in der blauen Trübe&#10;Verliert sich fern der Blick;&#10;Hier wandelt noch die Liebe,&#10;Hier hauset noch das Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Pärchen weißer Tauben,&#10;Du siehst, es fliegt dorthin,&#10;Wo um besonnte Lauben&#10;Gefüllte Veilchen blüh′n.&#10;Dort banden wir zusammen&#10;Den allerersten Strauß&#10;Dort schlugen unsre Flammen&#10;Zuerst gewaltig aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als uns vom Altare,&#10;Nach dem beliebten Ja,&#10;Mit manchem jungen Paare&#10;Der Pfarrer eilen sah;&#10;Da gingen andre Sonnen&#10;Und andre Monden auf,&#10;Da war die Welt gewonnen&#10;Für unsern Lebenslauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die göttliche Vorsehung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-goettliche-vorsehung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-goettliche-vorsehung/</guid><description>&lt;p&gt;Sey mein Gesang, du, die von Ewigkeit&#10;Mit Jubelschall die Morgensterne lobten,&#10;Allsehende! die eher als die Zeit&#10;Und eher war als Meer und Kriege tobten,&#10;Durchdringe du mit deiner Wahrheit Licht&#10;Den dicken Schley&amp;rsquo;r, vor die Vernunft gebreitet,&#10;Und sey du selbst mein großer Unterricht,&#10;Wenn sich mein Herz zu deinem Lob bereitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich läugnet frech der Unsinn und der Spott,&#10;Der Wurm, den du aus seinem Nichts gezogen;&#10;Die Lüste sind sein Himmel und sein Gott,&#10;Und in ihm baut das Laster Ehrenbogen.&#10;Sein düstrer Wahn der taumelt blind vorbey,&#10;Und die Natur wird nicht von ihm gehöret,&#10;Die doch von dir mit zeugendem Geschrey,&#10;Mit Harmonie und tausend Zungen lehret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Grippe und die Menschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grippe-und-die-menschen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grippe-und-die-menschen/</guid><description>&lt;p&gt;(1920)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Würger zieht im Land herum&#10;Mit Trommel und mit Hippe,&#10;Mit schauerlichem Bum, bum, bumm,&#10;Tief schwarz verhüllt die Grippe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kehrt in jedem Hause ein&#10;und schneidet volle Garben -&#10;Viel rosenrote Jungfräulein&#10;Und kecke Burschen starben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schrie das Volk in seiner Not&#10;Laut auf zu den Behörden:&#10;&amp;ldquo;Was wartet Ihr? Schützt uns vorm Tod -&#10;Was soll aus uns noch werden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr habt die Macht und auch die Pflicht -&#10;Nun zeiget eure Grütze -&#10;Wir raten euch: Jetzt drückt euch nicht.&#10;Zu was seid ihr sonst nütze!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Grotte der Diana am Albanersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grotte-der-diana-am-albanersee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grotte-der-diana-am-albanersee/</guid><description>&lt;p&gt;O du vom heil′gen Boden der Fabelwelt,&#10;Vom Frühlingsgarten meines Hesperiens,&#10;Von meiner Sehnsucht Grab und Wiege&#10;Süßestes, theuerstes Schattenplätzchen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin die Schwermuth flüchtet, die Ewige&#10;Verlassend, die Jahrtausende nicht gelehrt&#10;Ihr stolzes Herrscherhaupt zu bücken,&#10;Roma, die Einsame, wie die Eine!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn also ist des Menschen Gemüth. Der Geist,&#10;Der einsam lastet über den Trümmern all′,&#10;Oft drückt er, und ein starkes Herz zürnt,&#10;Wenn sich die Hehre vor ihm entfaltet,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gunst des Augenblicks</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gunst-des-augenblicks/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gunst-des-augenblicks/</guid><description>&lt;p&gt;Und so finden wir uns wieder&#10;In dem heitern bunten Reihn,&#10;Und es soll der Kranz der Lieder&#10;Frisch und grün geflochtne sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber wem der Götter bringen&#10;Wir des Liedes ersten Zoll?&#10;Ihm vor allen lasst uns singen,&#10;Der die Freude schaffen soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn was frommt es, dass mit Leben&#10;Ceres den Altar geschmückt?&#10;Dass den Purpursaft der Reben&#10;Bacchus in die Schale drückt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zuckt vom Himmel nicht der Funken,&#10;Der den Herd in Flammen setzt:&#10;Ist der Geist nicht freudetrunken,&#10;Und das Herz bleibt umergötzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Harfenjule</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-harfenjule/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-harfenjule/</guid><description>&lt;p&gt;Emsig dreht sich meine Spule,&#10;Immer zur Musik bereit,&#10;Denn ich bin die Harfenjule&#10;Schon seit meiner Kinderzeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Niemand schlägt wie ich die Saiten,&#10;Niemand hat wie ich Gewalt.&#10;Selbst die wilden Tiere schreiten&#10;Sanft wie Lämmer durch den Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich schlage meine Harfe,&#10;Wo und wie es immer sei,&#10;Zum Familienbedarfe,&#10;Kindstauf oder Rauferei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reich mir einer eine Halbe&#10;Oder einen Groschen nur,&#10;Als des Sommers letzte Schwalbe&#10;Schwebe ich durch die Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hexenjagd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hexenjagd/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hexenjagd/</guid><description>&lt;p&gt;»Nun müssen wir reiten durch Nacht und Sturm;&#10;Schon wieder flohn drei aus dem Drudenturm,&#10;Die morgen mir brennen sollten.&#10;Auf, meine Dogge, mein Höllenzwang!&#10;Herbei, ihr Knechte! Denn solch einem Fang,&#10;Dem hat es seit lang nicht gegolten.«&#10;So sprengt aus dem Thore von Lindheim Geiß,&#10;Der grimmige Bauernbedränger;&#10;Ihm folgen die Büttel auf sein Geheiß&#10;Und die Hunde, die Hexenfänger.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von dannen stürmt er mit wildem Hallo.&#10;Was braut auf dem Moore? Was flackert so loh?&#10;Was huschelt und raunt auf der Wiese?&#10;Dort kauern am Feuer von qualmendem Torf&#10;Die Hanne, der Schrecken vom ganzen Dorf,&#10;Die alte Margret und die Lise;&#10;Sie schaffen am Kessel und rühren geschwind&#10;Das schwarze Gebräu mit der Kelle,&#10;Und schüren die Glut im Wirbelwind:&#10;»Hilf, Teufel! Hilf, Buhlgeselle!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die himmlische und irdische Venus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-himmlische-und-irdische-venus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-himmlische-und-irdische-venus/</guid><description>&lt;p&gt;Mich ließ Apoll auf Parnaßes Höhen&#10;Die himmlische und ird′sche Venus sehen;&#10;Die ein′ umgab von Tugenden ein Thor:&#10;Ich sah bey ihr die Weisheit selber stehen;&#10;Ihr Finger wieß entfernt des Glückes Thor.&#10;Die zwot′, umhüpft von Scherzen und von Freuden,&#10;Warf Rosen aus, sang Amorn lächelnd vor.&#10;Wähl′, sprach Apoll, die würdigste von beyden! -&#10;Gelehrter Gott, versetzt′ ich demuthsvoll:&#10;Gebiete nicht, daß ich sie trennen soll:&#10;Gewähre mir, dann so nur geh′ ich sicher!&#10;Die für mich selbst, die dort für meine Bücher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die hundert Männer von Haswell</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hundert-maenner-von-haswell/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hundert-maenner-von-haswell/</guid><description>&lt;p&gt;Die hundert Männer von Haswell,&#10;Die starben an einem Tag;&#10;Die starben zu einer Stunde;&#10;Die starben auf einen Schlag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als sie still begraben,&#10;Da kamen wohl hundert Fraun;&#10;Wohl hundert Fraun von Haswell,&#10;Gar kläglich anzuschaun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kamen mit ihren Kindern,&#10;Sie kamen mit Tochter und Sohn:&#10;&amp;ldquo;Du reicher Herr von Haswell,&#10;Nun gib uns unsern Lohn!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der reiche Herr von Haswell,&#10;Der stand nicht lange an;&#10;Er zahlte wohl den Wochenlohn&#10;Für jeden gestorbnen Mann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Industrie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-industrie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-industrie/</guid><description>&lt;p&gt;Vor ihm sind tausend Jahre wie der Tag,&#10;Der gestern schied mit feierlichem Prangen;&#10;Denn was der Sturm der Zeiten auch zerbrach -&#10;Ihm ist er machtlos nur vorbeigegangen,&#10;Ihm nur, der Menschheit wundervollem Geist,&#10;Den ewig seine eigne Schöne preist,&#10;Der frei entwandelt jeglicher Vernichtung,&#10;Der leuchtend zieht die eigne Bahn und Richtung!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er wohnte an des Indus heil&amp;rsquo;ger Flut,&#10;Er stürmte durch der Griechen grüne Felder,&#10;Er strahlt&amp;rsquo; und blühte in ital&amp;rsquo;scher Glut&#10;Und sang sein Lied im Dunkel deutscher Wälder.&#10;Er schwebte durch der Meere wüsten Schwall,&#10;Und in des Niagara Donnerfall&#10;Erscholl sein Ruf: &amp;ldquo;Wie auch die Jahre schreiten:&#10;Ich bin derselbe wie zu alten Zeiten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Insel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-insel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-insel/</guid><description>&lt;p&gt;Nordsee&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die nächste Flut verwischt den Weg im Watt,und&#10;alles wird auf allen Seiten gleich;&#10;die kleine Insel aber draußen hat&#10;die Augen zu; verwirrend kreist der Deich&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;um ihre Wohner, die in einen Schlaf&#10;geboren werden, drin sie viele Welten&#10;verwechseln, schweigend; denn sie reden selten,&#10;und jeder Satz ist wie ein Epitaph&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;für etwas Angeschwemmtes, Unbekanntes,&#10;das unerklärt zu ihnen kommt und bleibt.&#10;Und so ist alles was ihr Blick beschreibt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Insel auf dem Bielersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-insel-auf-dem-bielersee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-insel-auf-dem-bielersee/</guid><description>&lt;p&gt;An Rousseau′s Schatten&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo Wogen das liebliche Eiland umzieh′n,&#10;Da sitz ich hoch über dem Felsen im Grün,&#10;Und höre, mit schmachtendem Sehnen,&#10;Die Fluthen vertönen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von ferneher rauschen, mir tief aus dem See&#10;Erschallend, empor in die luftige Höh′,&#10;Verdoppelte dumpfige Schläge&#10;Ans Ufergehege!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umschwebt nicht im West, der das Eichenblatt beugt,&#10;Dein klagender Schatten, ätherisch und leicht,&#10;Die vormals geliebten Gefilde&#10;Mit himmlischer Milde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort, hoch aus dem silberumflossenen Blau,&#10;O senke dich nieder, wie kühlender Thau;&#10;Verkünde der traurigen Müden&#10;Elysischen Frieden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Jagd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jagd/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jagd/</guid><description>&lt;p&gt;Hell der Himmel ist erleuchtet,&#10;Sonnenstrahlen hin und her,&#10;Frischer Tau den Rasen feuchtet,&#10;Silbern glänzt das Jagdgewehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Jagd ist′s! Blutig jagend&#10;Eilt der Jäger durch den Wald,&#10;Für das Böse Alles wagend,&#10;Mordruf weit und breit erschallt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufgescheucht flieh′n junge Rehe&#10;Von dem blut′gen Schauplatz fort,&#10;Doch der Jäger Todesnähe&#10;Eilet nach von Ort zu Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit der Hast, dem wilden Grimme,&#10;Der das Böse gern beschönt,&#10;Der betäubend jene Stimme&#10;Ernsten Mahnens wild verhöhnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die junge Magd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-magd/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-magd/</guid><description>&lt;p&gt;Oft am Brunnen, wenn es dämmert,&#10;Sieht man sie verzaubert stehen&#10;Wasser schöpfen, wenn es dämmert.&#10;Eimer auf und nieder gehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Buchen Dohlen flattern&#10;Und sie gleichet einem Schatten.&#10;Ihre gelben Haare flattern&#10;Und im Hofe schrein die Ratten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und umschmeichelt von Verfalle&#10;Senkt sie die entzundenen Lider.&#10;Dürres Gras neigt im Verfalle&#10;Sich zu ihren Füßen nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stille schafft sie in der Kammer&#10;Und der Hof liegt längst verödet.&#10;Im Hollunder vor der Kammer&#10;Kläglich eine Amsel flötet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kathedrale</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kathedrale/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kathedrale/</guid><description>&lt;p&gt;In jenen kleinen Städten, wo herum&#10;die alten Häuser wie ein Jahrmarkt hocken&#10;der sie bemerkt hat plötzlich und, erschrocken,&#10;die Buden zumacht und, ganz zu und stumm,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;die Schreier still, die Trommel angehalten,&#10;zu ihr hinaufhorcht aufgeregten Ohrs -:&#10;dieweil sie ruhig immer in dem alten&#10;Faltenmantel ihrer Contreforts&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;dasteht und von den Häusern gar nicht weiß:&#10;in jenen kleinen Städten kannst du sehn,&#10;wie sehr entwachsen ihrem Umgangskreis&#10;die Kathedralen waren. Ihr Erstehn&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Katze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-katze/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-katze/</guid><description>&lt;p&gt;Als meine Katze, die mir schwesterlich gesinnt,&#10;Jählings aus ihrem indischen Traum erwachte,&#10;Da sah sie sich so wirr unfaßbar um,&#10;Daß ich ihr derb ins furchige Antlitz lachte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kam von einer haßerfüllten Jagd.&#10;Ihr stand das Maul noch breit von fetten Lüsternheiten.&#10;Es troff noch ganz von Schilf und Dschungelduft ihr Fell.&#10;Schweif und Gebiß aus höllischen Gebreiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun saß sie aufrecht da mit einem Rucke&#10;Kraft ihrer eingestemmten erzgeschärften Klauen&#10;Wie ein gefoppter Nachtmahr der auf Tücke sinnt,&#10;In böser Rachlust funkelnd anzuschauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kinderjahre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinderjahre/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinderjahre/</guid><description>&lt;p&gt;Uie Pappelweide zittert&#10;Vom Abendschein durchblinkt,&#10;Wo, von Jasmin umgittert,&#10;Die Laube traulich winkt,&#10;Und mit gellochtnem Pfortchen,&#10;Das auf den Weiher sieht,&#10;Ein ländlichstilles Gärtchon&#10;Die Halmenhütt′ umblüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Opfer des Atriden&#10;Im goldnen Opernsaal&#10;Eilt′ ich zu deinem Frieden,&#10;Umbüschtes Rhonethal!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach Einsamkeit nur schmachtend&#10;Wähl′ ich die Gartenthür,&#10;Der Landschaft Reiz betrachtend,&#10;Zur Opernloge mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Dach mit dunkeim Mose,&#10;Dies frische Rebengrün,&#10;Dies Beet wo Malv′ und Rose&#10;Und Nachtviole blühn;&#10;Die unbeschorne Hecke,&#10;Der Hopfenranke Wehn,&#10;Der Hof wo Bienenstöcke&#10;Im Fliederschalten stehn;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kirmes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kirmes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kirmes/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist ein Geigen und Flöten&#10;Bis über das Dorf hinaus:&#10;Sie feiern die Kirmes heute&#10;Mit Tanz und Spiel und Schmaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich ein Mädchen wäre,&#10;So schaut′ ich die Burschen an,&#10;Doch jetzt betracht′ ich die Mädchen,&#10;Ein Mann sucht keinen Mann!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blonde hat mir gefallen,&#10;Solang′ ich die Braune nicht sah,&#10;Jetzt ist mir, als hätt′ ich gesündigt,&#10;Ei, war sie denn schon da?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es darf sie nur einer küssen,&#10;Doch jeder tanzt mit ihr,&#10;Und auch den plattsten Gesellen&#10;Vergoldet ihr Auge mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die kleine Blanche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-blanche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-blanche/</guid><description>&lt;p&gt;An dem kleinen Hofe von Navarra&#10;War das Leben eine lose Fabel,&#10;Eine drohnde oder heitre Maske&#10;Eine überraschende Novelle,&#10;Ein phantastisch wahrheitsloses Schauspiel. -&#10;Der am Hofe war auf kurzen Urlaub,&#10;Hauptmann Duplessis sass vor der Bühne,&#10;Drauf ein Mädchen an verratner Liebe&#10;Starb. Im letzten Akte lag sie marmorn&#10;Auf dem Grabmal als ihr eigen Bildnis,&#10;Schluchzend rang die Hände der Verräter,&#10;Sieh! da hob sie sachte sich und lebte.&#10;Andern Tages wandelte der Hauptmann&#10;In des Schlosses irrsam dunkeln Gärten,&#10;An die zarte kleine Blanche denkend,&#10;Die er schnell geküsst und schnell verraten -&#10;Etwas sieht er schimmern durch Zypressen:&#10;Auf dem Grabmal liegt die kleine Blanche&#10;Marmorn. An dem Sockel ist zu lesen:&#10;&amp;ldquo;Blanche schlummert nach verratner Liebe.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Heb dich, kleine Blanche!&amp;rdquo; ruft der Hauptmann,&#10;&amp;ldquo;Wickle dich aus deinen weissen Tüchern!&#10;Spiel nicht mit dem Tode, kleine Blanche!&amp;rdquo;&#10;Doch der Marmor fühlte nichts. Es fühlte&#10;Nichts, die drunter schläft. Sie starb im Ernste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die kleine Hexe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-hexe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-hexe/</guid><description>&lt;p&gt;So lang noch hübsch mein Leibchen,&#10;Lohnt sich&amp;rsquo;s schon, fromm zu sein.&#10;Man weiß, Gott liebt die Weibchen,&#10;Die hübschen obendrein.&#10;Er wird&amp;rsquo;s dem art&amp;rsquo;gen Mönchlein&#10;Gewisslich gern verzeihn,&#10;Dass er, gleich manchem Mönchlein,&#10;So gern will bei mir sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein grauer Kirchenvater!&#10;Nein, jung noch und oft roth,&#10;Oft gleich dem grausten Kater&#10;Voll Eifersucht und Noth!&#10;Ich liebe nicht die Greise,&#10;Er liebt die Alten nicht:&#10;Wie wunderlich und weise&#10;Hat Gott dies eingericht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Königstochter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-koenigstochter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-koenigstochter/</guid><description>&lt;p&gt;»Was brütest und träumst du, junger Fant?&#10;Heut gilt es kein Lied zur Zither;&#10;Links weichen die Unsern; dort halte stand,&#10;Und selbst dich schlag′ ich zum Ritter!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Errötend stürmte der Edelknecht&#10;Beim Wort des Königs von dannen;&#10;In die dichtesten Reihn der Feinde hinein&#10;Von neuem riß er die Mannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch flammte sein Schwert; zu Boden sank&#10;Ein Feind bei jedem der Streiche;&#10;Beim sinkenden Tag am Boden lag&#10;Der Jüngling selber als Leiche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Küsse (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuesse-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuesse-1/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Küßchen, das ein Kind mir schenket,&#10;Das mit den Küssen nur noch spielt,&#10;Und bei dem Küssen noch nichts denket,&#10;Das ist ein Kuß, den man nicht fühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kuß, den mir ein Freund verehret,&#10;Das ist ein Gruß, der eigentlich&#10;Zum wahren Küssen nicht gehöret:&#10;Aus kalter Mode küßt er mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kuß, den mir mein Vater gibet,&#10;Ein wohlgemeinter Segenskuß,&#10;Wenn er sein Söhnchen lobt und liebet,&#10;Ist etwas, das ich ehren muß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Laubwolke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-laubwolke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-laubwolke/</guid><description>&lt;p&gt;Beständig ist das leicht Verletzliche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lange hing die grüne Wolke über der Erde,&#10;Wohin ging sie?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im neuen Frühling schwebt sie wieder an&#10;Und erfüllt ihren Ort&#10;Zwischen Grund und Höhe.&#10;Vom Winde gesteuert,&#10;Vom Regen gedrängt,&#10;Vom Licht gehoben,&#10;Kehrt sie immer zurück&#10;Und bleibt so viele Jahre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedesmal in den herbstlichen Lichtern&#10;Klagts aus ihr: ich sinke, warum ich?&#10;Und lauter mit dem Sinn von Dichtern:&#10;Es stürzt mich, ja, warum nicht mich?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die ledernen Hosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ledernen-hosen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ledernen-hosen/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch auf seiner Burg in Oestreich haust ein lust’ger Rittersmann,&#10;Hold des frommen Manns Lutheri neuen Lehren zugethan,&#10;Die aus dumpfen Klostermauern frei und leuchtend einst entstiegen,&#10;Wie aus schwarzen Felsgeklüften Schaaren weißer Tauben fliegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie flogen bald auch siegreich über Oestreichs Fluren hin,&#10;Die Verwegnen sah mit Zürnen Kaiser Ferdinandus ziehn,&#10;Und Edikte ließ zermalmend über sie vom Thron er fallen,&#10;Wie von hohen Felsenhorsten Geier mit den scharfen Krallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die letzte Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-letzte-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-letzte-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Sie sinkt, die Nacht! sie sinkt auf Mohn und Flieder,&#10;im Grabgewand, von Leichenduft umschwebt;&#10;ein kalter Schauder bebt mir durch die Glieder,&#10;indes der freie Geist sich zu entfesseln strebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verhallt auf ewig sind der Hoffnung Lieder,&#10;verrauscht der Freude goldnes Saitenspiel!&#10;Kein Gott facht die verloschne Flamme wieder&#10;im öden Busen an - ich bin am Ziel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hör&amp;rsquo; im Sturme, der die hohe Eiche&#10;mit allmachtsvollem Arm zur Erde beugt,&#10;im Schilfgeflüster, das am öden Teiche&#10;sich traurig hin und her im Winde neigt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die letzten Zehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-letzten-zehn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-letzten-zehn/</guid><description>&lt;p&gt;Was heulst du wie die römische Sibylle&#10;In unsre altarkadische Idylle&#10;Dein dreimal disharmonisches: &amp;ldquo;Mehr Licht!&amp;rdquo;?&#10;Schon immer war das Wappenthier der Dichter&#10;Ein Bandwurm und ein Nürenberger Trichter,&#10;Die Garde stirbt, doch sie ergiebt sich nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du durchaus nur säen willst, dann säe!&#10;Wir gönnen dir von Herzen deine Mühn.&#10;Doch wer wird krächzen wie die Nebelkrähe,&#10;So lange lenzroth noch die Rosen blühn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir rühren wacker unsern alten Kleister&#10;Im himmelblauen Regenbogenton,&#10;Sagt doch der Jupiter von Weimar schon:&#10;In der Beschränktheit zeigt sich erst der Meister!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lieb ist billich ja in allem keusch zu schätzen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lieb-ist-billich-ja-in-allem-keusch-zu-schaetzen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lieb-ist-billich-ja-in-allem-keusch-zu-schaetzen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Lieb′ ist billich ja in allem keusch zu schätzen /&#10;sie ist das Guhte selbst; wer ihr sich gantz ergiebt /&#10;der wird geliebt / und liebt / der liebt und wird geliebt /&#10;er kan sich ewiglich mit süßer Lust ergetzen /&#10;zu letzt entkompt er auch des Todes grimmen Netzen /&#10;und lebt noch einst so lang / er wird gahr nicht betrübt /&#10;weil er die Frewde hat; im fall er Lieben übt /&#10;kan ihn das Unglück auch zu keiner Zeit verletzen /&#10;er lebt in wahrer Ruh / in stehter Einigkeit /&#10;darff nicht zu Felde ziehn / er führt den süßen Streit.&#10;Wem wil dan nicht dis Tuhn / diß süße Tuhn gefallen /&#10;das uns wie Brodt ernehrt? der muß ein Unmensch seyn /&#10;der stirbet / weil er lebt / er ist ein Klotz und Stein /&#10;er ist ein höltzern Bild / sein Hertz ist vohn Metallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebende schreibt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebende-schreibt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebende-schreibt/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Blick von deinen Augen in die meinen,&#10;Ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde,&#10;Wer davon hat, wie ich, gewisse Kunde,&#10;Mag dem was anders wohl erfreulich scheinen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entfernt von dir, entfremdet von den Meinen,&#10;Führ ich stets die Gedanken in die Runde,&#10;Und immer treffen sie auf jene Stunde,&#10;Die einzige; da fang ich an zu weinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Träne trocknet wieder unversehens:&#10;Er liebt ja, denk ich, her in diese Stille,&#10;Und solltest du nicht in die Ferne reichen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebesfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebesfrau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebesfrau/</guid><description>&lt;p&gt;- Nackt. Ich bin es nicht gewohnt.&#10;Du wirst so groß und so weiß,&#10;Geliebte. Glitzernd wie der Mond,&#10;wie der Mond im Mai.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist zweibrüstig,&#10;behaart und muskelblank,&#10;so hüftenrüstig&#10;und tänzerinnenschwank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib dich her! Draußen fallen&#10;die Regen. Die Fenster sind leer,&#10;verbergen uns&amp;hellip; - allen, allen! -&#10;Wie viel wiegt dein Haar? Es ist sehr schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Wo sind deine Küsse? Meine Kehle ist gegallt,&#10;küsse du mich mit deinen Lippen!&#10;- Frierst du? - Du bist so kalt&#10;und tot in deinen hellen Rippen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebesthat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebesthat/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebesthat/</guid><description>&lt;p&gt;Dürftig das Dörfchen, dürftig das Feld,&#10;ein einsamer Baum drauf Wache hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nie hielten sich Zwei in seinem Schatten umpreßt,&#10;nie baute ein Vöglein bei ihm sein Nest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf steinigem Grund lag die Wurzel krank&#10;und wußte dem Dasein wenig Dank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es zogen Lenze auf Lenze vorbei,&#10;doch den kranken Baum verschönte kein Mai.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das bläßliche Haupt zur Erde gesenkt,&#10;glich er dem Bettler, der an sein Elend denkt.&#10;. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .&#10;Da, eines Abends wars zur Frühlingszeit,&#10;kam langsam übern Weg ein junger Mensch,&#10;mit Augen weit und voller Herrlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lilie-blueht-ich-bin-die-fromme-biene/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lilie-blueht-ich-bin-die-fromme-biene/</guid><description>&lt;p&gt;Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene,&#10;Die in der Blätter keuschen Busen sinkt,&#10;Und süßen Tau und milden Honig trinkt,&#10;Doch lebt ihr Glanz, und bleibet ewig grüne&#10;So [ist] dann selig mein Gemüt&#10;Weil meine Lilie blüht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lilie blüht, Gott, laß den Schein verziehn,&#10;Damit die Zeit des Sommers langsam geht,&#10;Und weder Frost noch andre Not entsteht,&#10;So wird mein Glück in dieser Lilie blühn,&#10;So klingt mein süßes Freudenlied:&#10;Ach, meine Lilie blüht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Linde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-linde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-linde/</guid><description>&lt;p&gt;»Ich breite über ihn mein Blätterdach,&#10;So weit ich es vom Ufer strecken mag.&#10;Schau her, wie langaus meine Arme reichen,&#10;Ihm mit den Fächern das Gewürm zu scheuchen,&#10;Das hundertfarbig zittert in der Luft.&#10;Ich hauch′ ihm meines Odems besten Duft,&#10;Und auf sein Lager lass′ ich niederfallen&#10;Die lieblichste von meinen Blüten allen;&#10;Und eine Bank lehnt sich an meinen Stamm,&#10;Da schaut ein Dichter von dem Uferdamm,&#10;Den hör′ ich flüstern wunderliche Weise&#10;Von mir und dir und der Libell′ so leise,&#10;Daß er den frommen Schläfer nicht geweckt;&#10;Sonst wahrlich hätt′ die Raupe ihn erschreckt,&#10;Die ich geschleudert aus dem Blätterhag.&#10;Wie grell die Sonne blitzt! schwül wird der Tag.&#10;O könnt′ ich, könnt′ ich meine Wurzeln strecken&#10;Recht mitten in das tief kristall′ne Becken,&#10;Den Fäden gleich, die, grünlicher Asbest,&#10;Schaun so behaglich aus dem Wassernest,&#10;Wie mir zum Hohne, die im Sonnenbrande&#10;Hier einsam niederlechzt vom Uferrande.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Löwenbraut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-loewenbraut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-loewenbraut/</guid><description>&lt;p&gt;Mit der Myrte geschmückt und dem Brautgeschmeid,&#10;Des Wärters Tochter, die rosige Maid,&#10;Tritt ein in den Zwinger des Löwen; er liegt&#10;Der Herrin zu Füßen, vor der er sich schmiegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Gewaltige, wild und unbändig zuvor,&#10;Schaut fromm und verständig zur Herrin empor;&#10;Die Jungfrau, zart und wonnereich,&#10;Liebstreichelt ihn sanft und weinet zugleich:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wir waren in Tagen, die nicht mehr sind,&#10;Gar treue Gespielen wie Kind und Kind,&#10;Und hatten uns lieb, und hatten uns gern;&#10;Die Tage der Kindheit, sie liegen uns fern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lustigen von Weimar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lustigen-von-weimar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lustigen-von-weimar/</guid><description>&lt;p&gt;Donnerstag nach Belvedere,&#10;Freitag geht′s nach Jena fort:&#10;Denn das ist, bei meiner Ehre,&#10;Doch ein allerliebster Ort!&#10;Samstag ist′s, worauf wir zielen,&#10;Sonntag rutscht man auf das Land;&#10;Zwäzen, Burgau, Schneidemühlen&#10;Sind uns alle wohlbekannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Montag reizet uns die Bühne;&#10;Dienstag schleicht dann auch herbei,&#10;Doch er bringt zu stiller Sühne&#10;Ein Rapuschchen frank und frei.&#10;Mittwoch fehlt es nicht an Rührung:&#10;Denn es gibt ein gutes Stück;&#10;Donnerstag lenkt die Verführung&#10;Uns nach Belveder′ zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Macht der Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-macht-der-musik/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-macht-der-musik/</guid><description>&lt;p&gt;An einem Maitag, weit von Haus,&#10;Lag ich im Fenster schon hinaus&#10;Des Morgens früh um viere.&#10;Still träumt die Stadt, kein Hund ist wach,&#10;Kein Rauch umkräuselt traut das Dach,&#10;Noch schlafen Mensch und Tiere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einmal, unter mir vorbei,&#10;Ging eine kleine Küchenfei,&#10;Ein Kind von acht, neun Jahren.&#10;Sie sieht mich nicht - dsching, tut und quiek,&#10;Klingt her die Regimentsmusik&#10;Im Schritt der Janitscharen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Mädel stutzt. Der Korb am Arm&#10;Faßt Eier, Wurst und andern Kram:&#10;Mais, Reis und Pomeranzen.&#10;Da gehts nicht mehr, sie setzt ihn hin,&#10;Und nur zu tanzen ist ihr Sinn,&#10;Und sie fängt an zu tanzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Mauer der Erschossenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mauer-der-erschossenen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mauer-der-erschossenen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie aus dem Leib des heiligen Sebastian,&#10;Dem tausend Pfeile tausend Wunden schlugen,&#10;So Wunden brachen aus Gestein und Fugen,&#10;Seit in den Sand ihr Blut verlöschend rann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor Schrei und Aufschrei krümmte sich die Wand,&#10;Vor Weibern, die mit angestoßnen Knien &amp;ldquo;Herzschuß!&amp;rdquo; flehten,&#10;Vor Männern, die getroffen sich wie Kreisel drehten,&#10;Vor Knaben, die um Gnade weinten mit zerbrochner Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da solches Morden raste durch die Tage,&#10;Da Erde wurde zu bespienem Schoß,&#10;Da trunkenes Gelächter kollerte von Bajonetten,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Menschen stehen vorwärts in den Straßen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-menschen-stehen-vorwaerts-in-den-strassen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-menschen-stehen-vorwaerts-in-den-strassen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Menschen stehen vorwärts in den Straßen&#10;Und sehen auf die großen Himmelszeichen,&#10;Wo die Kometen mit den Feuernasen&#10;Um die gezackten Türme drohend schleichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle Dächer sind voll Sternedeuter,&#10;Die in den Himmel stecken große Röhren.&#10;Und Zaubrer, wachsend aus den Bodenlöchern,&#10;In Dunkel schräg, die einen Stern beschwören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Krankheit und Mißwachs durch die Tore kriechen&#10;In schwarzen Tüchern. Und die Betten tragen&#10;Das Wälzen und das Jammern vieler Siechen,&#10;Und welche rennen mit den Totenschragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Messe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-messe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-messe/</guid><description>&lt;p&gt;Bei dreier Kerzen mildem Lichte&#10;Die Leiche schläft. Und hohe Mönche gehen&#10;Um sie herum, und legen ihre Finger&#10;Manchmal über ihr Angesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Froh sind die Toten, die zur Ruhe kehren&#10;Und strecken ihre weißen Hände aus,&#10;Den Engeln zu, die groß und schattig gehen&#10;Mit Flügelschlagen durch das hohe Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur manchmal schallt ein Weinen durch die Wände,&#10;Ein tiefes Schluchzen wälzt sich in der Lust.&#10;Man kreuzet ihre hageren Finger-Hände&#10;Zum Frieden sanft auf die verhaarte Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Mittelmässigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mittelmaessigen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mittelmaessigen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Musik ist heutzutage&#10;Wohl der Menschheit grösste Plage:&#10;Schauervolles wird erreicht,&#10;Wenn der Mensch die Geige streicht,&#10;Oder um die Abendröthe&#10;Zwecklos bläst auf einer Flöte.&#10;Und ich hege die Vermutung,&#10;Dass auch der Posaune Tutung&#10;Manchem wohl bei Tag und Nacht&#10;Keine grosse Freude macht.&#10;Dieser schlägt mit viel Gebimbel&#10;Grausamlich das Klavezimbel&#10;Jener aber gnadenlos,&#10;Kneift das Cello - Gott ist gross!&#10;Seine Langmuth ist unendlich,&#10;Treibt′s der Mensch auch noch so schändlich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Mondesbrücke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mondesbruecke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mondesbruecke/</guid><description>&lt;p&gt;Schweigend ruht des Rheines Spiegel,&#10;Golden schwebt der Mond darüber,&#10;Senket aus den blauen Höhen&#10;Eine Strahlenbrücke nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie taucht die lichten Pfeiler&#10;In die tiefe, dunkle Welle,&#10;Daß vor Wonne leise bebet&#10;Glanzumwoben ihre Schwelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dampfumhüllet, schwarz und nächtig,&#10;Kommt das Schiff einhergeflogen,&#10;Schneidet brausend mitten innen&#10;Durch der Brücke goldnen Bogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die so stille und so prächtig&#10;Festgezimmert hat gestanden,&#10;Ist zertrümmert, ist zerborsten&#10;In unzählige Demanten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Mörder sitzen in der Oper</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-moerder-sitzen-in-der-oper/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-moerder-sitzen-in-der-oper/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Andenken an Karl Liebknecht&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zug entgleist. Zwanzig Kinder krepieren.&#10;Die Fliegerbomben töten Mensch und Tier.&#10;Darüber ist kein Wort zu verlieren.&#10;Die Mörder sitzen im Rosenkavalier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soldaten verachtet durch die Straßen ziehen.&#10;Generäle prangen im Ordensstern.&#10;Deserteure, die vor dem Angriff fliehen,&#10;Erschießt man im Namen des obersten Herrn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf, Dirigent, von deinem Orchesterstuhle!&#10;Du hast Menschen getötet. Wie war dir zu Mut?&#10;Waren es viel? Die Mörder machen Schule.&#10;Was dachtest du beim ersten spritzenden Blut?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Muschel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-muschel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-muschel/</guid><description>&lt;p&gt;Su, susu,&#10;O, schlaf im schimmernden Bade,&#10;Hörst du sie plätschern und rauschen,&#10;Meine hüpfende blanke Najade?&#10;Ihres Haares seidenen Tang&#10;Über der Schultern Perlenschaum;&#10;Horch! sie singt den Wellengesang,&#10;Süß wie Vögelein, zart wie Traum:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Webe, woge, Welle, wie&#10;Westes Säuselmelodie,&#10;Wie die Schwalbe übers Meer&#10;Zwitschernd streicht von Süden her,&#10;Wie des Himmels Wolken tauen&#10;Segen auf des Eilands Auen,&#10;Wie die Muschel knirrt am Strand,&#10;Von der Düne rieselt Sand.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Muse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-muse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-muse/</guid><description>&lt;p&gt;Noch bin ich nicht allein, wenn auch mein Herz&#10;Den Menschen längst verlor, den einst so heiß,&#10;So lang geliebten, und vom bunten Kreis&#10;Des Lebens und der Gegenwart zur Nacht&#10;Und Einsamkeit und in den finstern Graus,&#10;Zu Trümmern einer fernen Heldenzeit,&#10;In deine stille wilde Felsenwelt,&#10;Die grünen Haine, die verlaßnen Höhn,&#10;Die lichtbeglänzten, Apeninn, entfloh;&#10;O dennoch bin ich nicht allein, noch blieb&#10;Mir Eine Freundin nach so trüber Zeit&#10;Von Allen, Allen, die ich einst geliebt,&#10;Die einz′ge noch, die Treue mir bewahrt.&#10;Ach nur mit heißen Thränen, mit dem Schmerz,&#10;Der letzten Liebe, Freundin, nenn′ ich dich,&#10;Erhab′ne, die dem Stammelnden ja schon&#10;Dein hoch uranisch Angesicht gezeigt,&#10;Dem Schüchternen, der noch dich nicht verstand,&#10;Und dennoch, wenn auch irrend, dir geglüht,&#10;Dem Jünglinge, der deine Gottheit nur&#10;Im allverwüstenden Orkan gesucht,&#10;Nicht zürntest du ihm, du vergabst ihm gern,&#10;Du großes Herz! Als Alles mein noch war,&#10;Da schien′s, als liebtest du mich weniger,&#10;Und als ich Alles nun verlor, da warst&#10;Es du, die Alles mir ersetzt. Als mich&#10;Das Sterbliche verließ, da zeigtest du&#10;Das Ew′ge mir; als ich verzagt war, gabst&#10;Du Muth und Kraft mir in′s gesunkne Herz;&#10;Als ich auf Erden nichts mehr fand, worauf&#10;Vertrau′n, eröffnetest du mir die Welt,&#10;Die nie betrügt; als mir die Gegenwart&#10;Zur Nacht geworden, führte mir dein Geist&#10;Das holde Mondlicht der Vergangenheit&#10;In meines Lebens düstres Reich zurück,&#10;Und wecktest, wenn auch nur im Silberduft&#10;Der Mondnacht, einen neuen Frühling mir,&#10;Und liehst der Nachtigall die Zaubermacht&#10;Ihr Weh zu klagen in die Einsamkeit.&#10;Und als auch die Vergangenheit zu eng&#10;Mir ward, da lüftetest den Schleier du,&#10;Den schicksalsvollen, der die Zukunft deckt,&#10;Und zeigtest mir den weiten Ocean,&#10;Den ungemeßnen, wo die kühne Schaar&#10;Der Ruhmbegier′gen unter Klipp′ und Sturm&#10;Auf unfruchtbarer Woge schwankend kämpft,&#10;Und ließest mich im magisch fernen Duft&#10;Das neue Eiland sehn, wo spät vielleicht&#10;Nach langer Irrfahrt mich die Ruh′ empfängt.&#10;O Muse, was verdank′ ich dir, was bin&#10;Ich ohne dich? Ich denk′ es nicht, weil ich&#10;Mich ohne Seele ja nicht denken kann.&#10;Das All, was wär′ es ohne Gott - die Welt&#10;Des Lichts beraubt? und das Lebendige&#10;Der heil′gen Luft? - was ohne Mutterbrust&#10;Der Säugling, und was ohne Frühling wohl&#10;Das Veilchen, und das ungestillte Herz&#10;Wohl ohne Hoffnung der Unsterblichkeit?&#10;Du älteste der Genien, die du warst,&#10;Noch eh′ die Welt war, die dem Schöpfer du&#10;Die Elemente scheiden halfst, daß sie&#10;Nach richt′ger Weis′, in schöner Harmonie&#10;Sich flohn und liebten, daß die Welten selbst&#10;In streng gemeßnem Gange wandelten,&#10;Du Geist der Urwelt, dessen schaffend Wort&#10;Im Reich des Seins beherrscht, was auch sich nur&#10;Mit gleichem Maß gebildet, Ton und Wort&#10;Und menschliche Gestalt - das all′ ist dein!&#10;Ein sprachlos Kind war selbst die Weisheit einst,&#10;Du öffnetest ihr Herz und Mund, du warst′s,&#10;Die einst dem Sichtbaren die Zagende&#10;Mit himmlischer Gewalt entriß, und kühn&#10;Sie durch die Welt des Geistigen geführt,&#10;Du gabst ihr Muth und Licht, und wenn sie oft&#10;So hoch von allem Irdischen hinweg&#10;Gestrauchelt, hohe Lehrerin, da nahmst&#10;Die Schwankende begeisternd du hinein&#10;In deinen Aetherwagen und im Schwung&#10;Der Winde trugst du durch den Himmel sie.&#10;Du lehrtest sie die Sprache, sie zum Glück&#10;Der Menschheit auferziehend, und dein Hauch,&#10;Der schöpferische, gab der Schülerin&#10;Die ersten heiligen Gedanken ein.&#10;Und sanft bescheiden, wie du bist, hast du&#10;Der Undankbaren nicht gezürnt, als sie&#10;Im Wechsel der Jahrtausende vergaß,&#10;Was sie dir dankt, das sie im Uebermuth&#10;Und eiteln Eigendünkel endlich ganz&#10;Von ihrer hehren Schwester loß sich riß,&#10;Kein Platon mehr, von eurer Lieb′ erfüllt,&#10;Auf Einer Opferschal′ im Tempel auch&#10;Die Flamme der Begeisterung erhielt,&#10;Da hörtest dennoch du nicht auf, wenn auch&#10;Geschmäht vom Wahnwitz jener Rasenden,&#10;Zu segnen das entartete Geschlecht.&#10;O wär′ ich deiner würdig, wär ich′s auch&#10;Nur halb, langmüth′ge Göttin, der ich mich&#10;Beschämt nur näh′re. Ja, gesteh′ ich′s dir,&#10;Zuweilen, wenn von der Cäsare Burg&#10;Aus Riesentrümmern über′s alte Rom&#10;Mein Auge schaut, erscheinst du furchtbar mir,&#10;Und nicht vermag ich′s, deiner Stirne Glanz,&#10;Dein ewig ruhig Antlitz anzuschau′n,&#10;So groß erscheinst du mir, so niedrig ich.&#10;Und dennoch, Freundin, wenn dein milder Geist&#10;Mit süßem Licht die weite Wölbung hin&#10;Im Pantheon der Dämmrung sich vermählt,&#10;Da scheinst mit ernstem stillen Tiefsinn du&#10;Auch mich zu rufen, und getröstet tritt&#10;Dein Jünger aus dem alten Götterhaus.&#10;Hab′ ich ja deine Huld geprüft, wenn auch&#10;Ein Undankbarer, fühl′ ich′s ja so lang&#10;Im Innern mir, wie du besel′gen kannst,&#10;Wie du mein Alles bist, und weiß ich′s ja&#10;Nun erst so unaussprechlich, da mir nichts&#10;Von so unendlich vielem übrig blieb,&#10;Bin ich ja doch so reich durch dich, so fest,&#10;So duldsam, standhaft in des Unglücks Nacht,&#10;So sicher auch am Abgrund. O vergib,&#10;Vergib dem Frevelnden, der Opfer nur&#10;Zu viele hab′ ich dir gebracht, das Letzte selbst,&#10;Was mein noch war, gelassen, ganz mich dir,&#10;Von allen Banden frei, zum Dienst geweiht.&#10;Schau nicht auf das, was hinter uns, ich kann&#10;Sonst nicht bestehn, zu wenig ist′s, und nichts&#10;Ganz deiner Würd′ges, was ich that; sei mir,&#10;O Freundin, ach nicht Freundin noch, sei mir,&#10;O Göttin, gnädig - Dank, Unsterbliche,&#10;Dank bring′ ich dir nur mit Unsterblichem.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-musik/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-musik/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Orpheus spielte; rings um ihn,&#10;Mit lauschendem Gedränge,&#10;Stand die erstaunte Menge,&#10;Durchs Ohr die Wollust einzuziehn.&#10;Ein Trinker kam von ungefähr,&#10;Und taumelte den Weg daher.&#10;Schnell faßt′ er sich, blieb horchend stehn,&#10;Und ward entzückt, und schriee: schön!&#10;So schön, als wenn bei meinem wackern Wirte&#10;Das helle Paßglas klirrte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht in St. Peter (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-in-st-peter-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-in-st-peter-1/</guid><description>&lt;p&gt;Am Tage, da St. Petrus einst in Rom&#10;Den heil′gen Stuhl der Christenheit bestiegen,&#10;Sieht man das Volk in seinem Riesendom&#10;Vorm heil′gen Vater auf den Knieen liegen.&#10;Und wie sie alle gläubig oder nicht&#10;Von allen Enden zu dem Fest erschienen,&#10;Da als der Glocke mächtiges Gewicht&#10;Vom Schlag erklang, so kam auch ich mit ihnen -&#10;Und als die Feier nun vollendet war,&#10;Saß ich noch lange stumm an einer Säule,&#10;Ich dachte manches mir, und wunderbar&#10;Auch die Vergangenheit in stiller Weile.&#10;Wenn hinter deinen stolzen Pinienhain&#10;Die Sonne sinkt in ihren süßen Gluthen,&#10;Gianicolo, wie da im Abendschein&#10;Die Wolken trunken sind von goldnen Fluthen,&#10;Ja, wie das Meer, wenn′s auch die Klipp′ umschäumt,&#10;Die Fläche hin voll immer zärt′rer Töne,&#10;Von dieses Himmels reinem Licht besäumt,&#10;Doch glänzt in unaussprechlich hoher Schöne,&#10;So sanft im Sonnenschein des Augenblicks&#10;Erglühten alle Schatten meines Lebens,&#10;Und selbst dem dunkeln Abgrund des Geschicks&#10;Entdrohten alle Strömungen vergebens.&#10;Dem Tantalus glich einst die Herzensqual,&#10;Die mir die Tage nahm, die Nächte raubte,&#10;Dem alten Halbgott, der das Feuer stahl,&#10;Und das Geschlecht nur zu beglücken glaubte.&#10;Fern vom Lebend′gen, in der Schattenwelt&#10;Stand ich verwaist in grenzenloser Leere,&#10;Die Brust vom heißen Wissensdurst geschwellt,&#10;Von Sehnsucht nach Verdienst und Ruhm und Ehre.&#10;Es winkte mir des Lebens goldne Frucht,&#10;Und doch entschwang der Zweig sich meinen Lippen,&#10;Und mitten in der Fluth war ich verflucht,&#10;In Tropfen nur den kühlen Trunk zu nippen.&#10;Und meine Schuld? Ach daß in kühnerm Drang&#10;Nach höhern Dingen und nach größern Thaten&#10;Mein Mund oft im begeisterten Gesang&#10;Aus dem Olymp Geheimnisse verrathen.&#10;Und als in reichem Frühling mein Gemüth&#10;Die jungen frischen Augen aufgeschlossen,&#10;In ungemeßner Liebe nun erblüht,&#10;Den höchsten Schmerz, die höchste Lust genossen,&#10;Da knüpft′ ich thöricht an der Blüthe Saft&#10;Die sel′ge Hoffnung eines ew′gen Segens,&#10;Bald starb die schöne Wirkung mit der Kraft,&#10;Die Blume mit dem Keim des frohen Regens.&#10;Der Schlange glich ich nun, die halb zerstückt,&#10;Vom blut′gen Schwerdt der Feinde schon zerspalten,&#10;Im letzten ungeheuern Weh umstrickt,&#10;Was sie für alle Ewigkeit will halten.&#10;Doch wie sie aus sich selbst sich auch erneut,&#10;So wuchs auch ich aus eignem Drange wieder,&#10;Nur daß von schwerer Schicksalshand geweiht,&#10;Des Gifts zuviel blieb in der grimmen Hyder. -&#10;Jetzt sah ich mich im großen Gotteshaus&#10;Der Christenheit allein in all′ der Menge,&#10;Sie beteten, sie gingen ein und aus,&#10;Und Tausende verlor ich im Gedränge.&#10;Hat ja ein Volk beinahe Raum genug&#10;In diesem freundlich hochgewölbten Baue,&#10;In dessen Hallen mich die Sehnsucht trug,&#10;In dem ich auf, wie zu den Sternen schaue.&#10;Still ist′s um mich: der ferne Orgellaut&#10;Klingt leise her zu mir aus der Kapelle,&#10;Jemehr der Abend durch den Tempel graut,&#10;Jemehr die Sonne schwindet und die Helle.&#10;Bald schweigt′s, und lange Züge seh′ ich schon&#10;Die weite Marmorebene durchwallen,&#10;Ein heilig Lied in schwermuthsvollem Ton&#10;Hör′ ich in den Gewölben dumpf verhallen.&#10;Sie sind verschwunden mit dem Volksgewühl:&#10;Um mich und über mir ist′s Todtenstille,&#10;Und dieser Stätte schauderndes Gefühl&#10;Ergreift das Herz in nie gekannter Fülle.&#10;Wie′s dunkelt! Wie schon von den Höh′n herab&#10;Die Schatten wandeln in gewalt′gen Massen,&#10;Wie seh′ ich′s düstern um St. Petri Grab,&#10;Wie der Apostel furchtbar Bild erblassen!&#10;Wie lagert sich voll heil′gem Grau′n die Nacht&#10;Schon in der Kuppel wie in ihrem Schooße,&#10;Wie Buonarotti′s Geist in ihr erwacht,&#10;Die über Berge ragt gleich einer Rose.&#10;Mich faßt der Schwindel! Als ob Geister mich&#10;Empor zur himmelweiten Rundung zögen,&#10;Wie für Jahrtausende, so fürchterlich&#10;Thürmt sich hinan die Marmorlast der Bögen.&#10;Welch Pünktchen in der dunkeln Fläche dort!&#10;Kaum sichtbar ist′s - es regt sich - auf den Knieen&#10;Liegt noch ein Mönch - bald schwebt auch dieser fort,&#10;Allein bin ich mit meinen Phantasieen.&#10;Ich blick′ empor, und bin der Mücke gleich,&#10;Wie klein der Lichterkreis das Grab umzittert,&#10;In diesem übermächt′gen Schöpfungsreich&#10;Fühl′ ich vom Weltgeist schaudernd mich umwittert.&#10;Mich fesselt eine namenlose Macht,&#10;So daß die Sinne mir in Nebel schwinden,&#10;Bis sich im Schlummer kühner angefacht,&#10;Des Geistes Flammen, so wie nie entzünden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht in St. Peter (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-in-st-peter-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht-in-st-peter-2/</guid><description>&lt;p&gt;O hört mein Lied! Nicht Tand und Spielwerk nur,&#10;Nicht Reim und Klang und Schall ist, was ich singe.&#10;Nicht, wie gefaßt vom Fluche der Natur&#10;Im Vaterlande jetzt der Dichterlinge,&#10;Der gottverlaßnen, ungezählter Schwarm&#10;Das Land der Staufen lästert und die Muse.&#10;Zernichte sie, wenn auch an Bessern arm,&#10;Der Nachwelt unerbittliche Meduse!&#10;Von Lieb′ und süßen Dingen sing′ ich nicht,&#10;Ein andrer soll, nicht Morpheus euch umschweben,&#10;Mein Lied ist ein erhaben Traumgesicht,&#10;Mein Lied ist ernst, wie Rom und wie mein Leben.&#10;Man weiß, wie donnernd aus erschloßnem Grund&#10;Urweltlich oft von seinem Zorn getrieben,&#10;Der Erdgeist bricht durch seinen Flammenmund,&#10;Daß Meere zittern, Berge selbst zerstieben:&#10;So weht′s gleich einer finstern Macht empor&#10;Aus tiefster Seele mir, ein einz′ger Schauer,&#10;Vom Herzen steigt es auf, wo′s mächtig gohr,&#10;Ein Feuerbild, voll schwermuthsvoller Trauer.&#10;Auf Erden weilt die Freude ja nicht mehr,&#10;Der Vorwelt Jubel sind der Mitwelt Klagen,&#10;Die Muse wählt ein Herz von Kummer schwer,&#10;Zu seinem Gram den ihren auch zu tragen.&#10;So hört denn ihr im theuren Vaterland,&#10;Hier aus St. Peters weltgepries′nen Hallen,&#10;Wohin selbst von des Nils entferntem Strand,&#10;Vom Libanon die frommen Pilger wallen,&#10;Hört, was in ihm dein Geist mir eingeweht,&#10;O Rom, du großer Tempel der Geschichte,&#10;Und der Heroen ernste Majestät,&#10;Erwachend im beseelenden Gedichte,&#10;Denn mit des Weltgerichts Posaune weckt&#10;Im Sturme der Begeisterung der Sänger,&#10;Die schon Jahrtausende das Grab gedeckt,&#10;Die Vorwelt auf; je schauriger und länger&#10;Die Zeit um sie den ew′gen Schleier hüllt,&#10;Um desto heiliger ist ihr Erscheinen,&#10;Und höher wächst der Strom, je mehr gefüllt&#10;Vom Urquell, Wetterbäche sich vereinen.&#10;In Bildern red′ ich euch ans offne Herz,&#10;Die Wahrheit spricht so gern in düstern Fragen,&#10;Im Dunkel klagt der Nachtigallen Schmerz;&#10;Das Frühroth siehst du aus der Nacht nur tagen,&#10;Und soll euch Wohllaut freuen im Gesang,&#10;So sei′s nicht Lautenton, dem Kinder lauschen,&#10;Es sei des Meeres uralt heil′ger Klang,&#10;In dem der Schöpfer ewig scheint zu rauschen.&#10;Ihr aber, die der Genius nicht geweiht,&#10;Mißgünst′ge, Todtgeborne treten ferne.&#10;Wohlan! schwebt denn für alle Ewigkeit&#10;In leerer Nacht, wie sonnenlose Sterne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachtigall und der Kuckuck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall-und-der-kuckuck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall-und-der-kuckuck/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nachtigall sang einst ihr göttliches Gedicht,&#10;Zu sehn, ob es die Menschen fühlten.&#10;Die Knaben, die im Tale spielten,&#10;Die spielten fort und hörten nicht.&#10;Indem ließ sich der Kuckuck lustig hören,&#10;Und der erhielt ein freudig Ach!&#10;Die Knaben lachten laut und machten ihm zu Ehren&#10;Das schöne Kuckuck zehnmal nach.&#10;&amp;ldquo;Hörst du?&amp;rdquo; sprach er zu Philomelen,&#10;&amp;ldquo;Den Herren fall′ ich recht ins Ohr.&#10;Ich denk′, es wird mir nicht viel fehlen,&#10;Sie ziehn mein Lied dem deinen vor.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachtigall und die Lerche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall-und-die-lerche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall-und-die-lerche/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nachtigall sang einst mit vieler Kunst;&#10;Ihr Lied erwarb der ganzen Gegend Gunst;&#10;Die Blätter in den Gipfeln schwiegen&#10;Und fühlten ein geheim Vergnügen.&#10;Der Vögel Chor vergaß der Ruh′&#10;Und hörte Philomelen zu.&#10;Aurora selbst verzog am Horizonte,&#10;Weil sie die Sängerin nicht g′nug bewundern konnte.&#10;Denn auch die Götter rührt der Schall&#10;Der angenehmen Nachtigall;&#10;Und ihr, der Göttin, ihr zu Ehren&#10;Ließ Philomele sich noch zweimal schöner hören.&#10;Sie schweigt darauf. Die Lerche naht sich ihr&#10;Und spricht: &amp;ldquo;Du singst viel reizender als wir;&#10;Dir wird mit Recht der Vorzug zugesprochen;&#10;Doch eins gefällt uns nicht an dir,&#10;Du singst das ganze Jahr nicht mehr als wenig Wochen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nagelschmiedin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nagelschmiedin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nagelschmiedin/</guid><description>&lt;p&gt;Was klopfet, was schmiedet das reizende Weib?&#10;Zum Ambos gebeuget den schlanken Leib&#10;Einen zierlichen Hammer sie schwinget;&#10;Dunkle und helle,&#10;Süße und grelle&#10;Lieder zum Takt sie singet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Feuer, es sprühet in blutrothem Schein,&#10;Mitunter wohl spritzet sie Wasser hinein,&#10;Doch schnelle zum Blasebalg wieder&#10;Hebt sie das linke&#10;Füßchen und flinke&#10;Tritt sie ihn auf und nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie strahlet, wie blitzet ihr Auge dazu!&#10;Es stähl&amp;rsquo; einem Engel im Himmel die Ruh&amp;rsquo;!&#10;Auf der lächelnden Lippen Grunde&#10;Glänzen und gleißen&#10;Schneehell die weißen&#10;Zähnchen ihr aus dem Munde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Orden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-orden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-orden/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn einer einen Orden kriegt,&#10;Bei uns ist′s so der Brauch,&#10;Sagt jeder grad zu ihm ins G′sicht:&#10;&amp;ldquo;Verdient hätt′ ich ihn auch!&amp;rdquo;&#10;Wahrhaft erfreulich ist dies schon,&#10;Es gibt ein treues Bild!&#10;Wie hoch muß stehen die Nation&#10;Wo jeder sich so fühlt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Passionsblume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-passionsblume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-passionsblume/</guid><description>&lt;p&gt;Grimm durchbohrt von spitzen Nägeln, dorngekrönt das hehre Haupt,&#10;Hing der Heiland an dem Kreuze, schmerzdurchzuckt und trostberaubt;&#10;Höhnend lächeln nur die Juden, wie er leidet heiße Qual,&#10;Einzig eine liebe Blume blickt voll Leid zum Kreuzespfahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie rankt sich kühlend, lindernd hoch empor am blut`gen Pfahl,&#10;Rührt Hände, rührt die Lippen ihres Schöpfers voller Qual,&#10;Daß sie länger nicht mehr brennen in des heißen Durstes Pein,&#10;Daß der Heiland sei am Kreuze nicht so ganz und gar allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Probe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-probe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-probe/</guid><description>&lt;p&gt;Zu einem seltsamen Versuch&#10;erstand ich mir ein Nadelbuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zu dem Buch ein altes zwar,&#10;doch äußerst kühnes Dromedar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Reicher auch daneben stand,&#10;zween Säcke Gold in jeder Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Reiche ging alsdann herfür&#10;und klopfte an die Himmelstür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drauf Petrus sprach: &amp;ldquo;Geschrieben steht,&#10;daß ein Kamel weit eher geht&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;durchs Nadelöhr als du, du Heid,&#10;durch diese Türe groß und breit!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich, glaubend fest an Gottes Wort,&#10;ermunterte das Tier sofort,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Puppe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-puppe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-puppe/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe Puppe,&#10;wohlfrisierte kleine Puppe,&#10;wie hast du es leicht!&#10;Du wendest das Köpfchen&#10;nach rechts und nach links,&#10;du lächelst, du schmollst,&#10;du weinst, du lächelst,&#10;und wenn man dich aufzieht&#10;am Knopf des Gefühlchens,&#10;des einzigen kleinen&#10;dir eignen Gefühlchens:&#10;Der Liebe zu dir,&#10;zu dir, kleine Puppe,&#10;so tänzelst du zierlich&#10;und neigst dich dankend&#10;dem Schwarm deiner Freunde&#10;und äugst unter seidnen&#10;gebogenen Wimpern,&#10;ob du ihn nicht siehst,&#10;den schmerzlich ersehnten,&#10;ergebenen Diener,&#10;der an dem Knöpfchen&#10;des einen Gefühlchens&#10;dich liebevoll aufzieht&#10;bis an dein Ende,&#10;dein Puppenende&amp;hellip;&#10;Wir aber, entartet&#10;und vielfach geschmäht,&#10;wir andern, wir Ernsten,&#10;wir Dunklen, wir Schweren,&#10;wir Trägerinnen&#10;geheimen Wissens,&#10;wir Deuterinnen&#10;uralter Runen,&#10;wir keuchen und brechen&#10;fast unter der Last&#10;des gnädigen Schicksals,&#10;das sie uns gab,&#10;unsre sehende Seele,&#10;von der du nichts weißt. -&#10;O liebe Puppe,&#10;wohlfrisierte kleine Puppe,&#10;wie hast du es leicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Raben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-raben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-raben/</guid><description>&lt;p&gt;Über den schwarzen Winkel hasten&#10;Am Mittag die Raben mit hartem Schrei.&#10;Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbei&#10;Und manchmal sieht man sie mürrisch rasten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie sie die braune Stille stören,&#10;In der ein Acker sich verzückt,&#10;Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,&#10;Und manchmal kann man sie keifen hören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um ein Aas, das sie irgendwo wittern,&#10;Und plötzlich richten nach Nord sie den Flug&#10;Und schwinden wie ein Leichenzug&#10;In Lüften, die von Wollust zittern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rache/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rache/</guid><description>&lt;p&gt;Aus des Aethers strahlender tiefer Wölbung&#10;Stürzen Welten entbrannt zur glüh′nden Trümmer,&#10;Prasselnd zucken Flammen umher, laut donnert′s&#10;Tief durch den Bergwald!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Komet hängt glühend am düstern Himmel,&#10;Land und Meer beschattet sein trüber Schimmer,&#10;Und sein blasses flammenbeschweiftes Antlitz&#10;Droht durch die Nächte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grause Fehde wohnet, Gewalt und Zwietracht,&#10;Leid und Knechtschaft wohnen auf blut′ger Erde,&#10;Zum Olymp entflohen längst Fried′ und Treue,&#10;Hoffnung und Liebe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ferne wohnt in nördlichen Poles Schimmer,&#10;Schuldlos wohnt ein Volk, das geliebt den Göttern;&#10;Lieb der Menschheit selt′ner geword′nen bessern,&#10;Edlen Geschlechtern;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rede des Dichters vom Berge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rede-des-dichters-vom-berge/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rede-des-dichters-vom-berge/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin das Sprachrohr und die Lärmtrompete,&#10;Der brunstgequälte Künder aller Dinge:&#10;Von Mensch- und Muschelkeim bis Nacht und Lethe,&#10;Vom Kabelschacht bis hoch zur Vogelschwinge.&#10;Ich bin ein Greis und bin ein Kind,&#10;Der Zukunft ahnungvoller Seher -&#10;Und doch im Allesrausche blind,&#10;Bin Priester und bin Leierdreher.&#10;Ich stapfe hoch im Gipfelfirn&#10;Und will die Welt in Worte zwingen -&#10;Muß wieder beugen meine Stirn&#10;Und muß im Hof zur Orgel singen.&#10;Ich bin verstählter Mann wie weiches Weib:&#10;Im Gattungsrausch ich zeuge und gebäre,&#10;Und Weibesbrüste sind an meinem Leib,&#10;Aus denen ich mit Blut euch nähre:&#10;So steh ich Redner hier auf diesem Berge&#10;(Mir ist, daß mich jetzt Sonnen selber küßten)&#10;Und sehe dich, du starrig Volk, wie Zwerge:&#10;Ich presse Hirn als Blut aus meinen Brüsten,&#10;Es sickert rot in Euer Häusertal,&#10;Ich locke gell: Nun trinkt! Nun trinkt&#10;Von meinem Blut, von meiner Lust und Qual!&#10;Vom schweren Sang, den ich euch schuf,&#10;Der wie ein &amp;ldquo;Feuer!-Feuer!-Ruf&amp;rdquo;&#10;Verworrn durch eure Gassen hinkt.&#10;Doch ob ihr wollet oder nicht:&#10;Ich presse Blut aus meinen Brüsten&#10;Für jedes Weib, für jeden Wicht,&#10;Für alle Winde über Küsten.&#10;Ob ihr dem Sänger Mark und Pfennig spendet,&#10;Ob manchmal hört ein offnes Ohr,&#10;Ob ihr euch ängstlich von dem Narren wendet:&#10;Ich schüttle ächtlich meine Feuerlocken&#10;Und winke Wolken, daß sie um mich hocken&#10;Und schrei euch Weltensingsang vor&#10;Und schlage meine Leier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Reise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-reise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-reise/</guid><description>&lt;p&gt;Schon verschwinden jene Berge,&#10;Die die heit&amp;rsquo;re Stadt umziehn,&#10;Jene fernen blauen Höhen&#10;Seh&amp;rsquo; ich auch vorüber fliehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und des Stromes grüne Wogen&#10;Rollen unaufhaltsam fort,&#10;Und ich fahr&amp;rsquo; an seinem Ufer,&#10;Neben, mit ihm roll&amp;rsquo; ich fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, so wie von seiner Quelle&#10;Bis wo er in&amp;rsquo;s Meer sich gießt,&#10;Jeder Tropfen seines Wassers&#10;Liebend dort vorüberfließt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie er mit seinen Fluthen&#10;Sehnend an die Stadt sich schmiegt,&#10;Und wie, selig, seine Traute,&#10;Sie an seinem Busen liegt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Republik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-republik/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-republik/</guid><description>&lt;p&gt;Die Republik, die Republik!&#10;Herrgott, das war ein Schlagen!&#10;Das war ein Sieg aus einem Stück!&#10;Das war ein Wurf! Die Republik!&#10;Und alles in drei Tagen!&#10;Die Republik, die Republik!&#10;Vive la République!&#10;Die Republik, die Republik!&#10;Ankeuchten die Berichte:&#10;Ein Atemzug, ein Wink, ein Blick,&#10;ein Handumdrehn - die Republik!&#10;So dichtet die Geschichte!&#10;Die Republik, die Republik!&#10;Vive la République!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Republik, die Republik!&#10;Nun ist der Wall erstiegen!&#10;Nun ist gerannt die Mauerlück -&#10;die Republik, die Republik!&#10;Und unsre Farben fliegen!&#10;Die Republik, die Republik!&#10;Vive la République!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rose von Newport</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rose-von-newport/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rose-von-newport/</guid><description>&lt;p&gt;Sprengende Reiter und flatternde Blüten,&#10;Einer voraus mit gescheitelten Locken -&#10;Ist es der Lenz auf geflügeltem Renner?&#10;Karl ist&amp;rsquo;s, der Jüngling, der Erbe von England,&#10;Und die sich nähern in goldener Mailuft,&#10;Das sind die Giebel und Tore von Newport,&#10;Drüber das Wappen der Stadt: eine Rose!&#10;Jubelnde Gassen und jubelnde Wimpel&#10;Und ein von treibender Jugend geschwelltes,&#10;Jubelndes Herz in dem Busen des Stuart&amp;hellip;&#10;Unter den blühenden Linden des Marktes&#10;Schreitet ein Reigen von blühnden Gestalten,&#10;Und eine Schönste mit herzlichem Beben&#10;Bietet dem Prinzen die Rose von Newport:&#10;&amp;ldquo;Seliges Gestern und Morgen und Heute,&#10;Herr, dir die Rose von Newport bedeute!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosen/</guid><description>&lt;p&gt;n dunkler Gartenlaube ein bleiches Mädchen stand,&#10;Sie hielt zwei duft′ge Rosen in ihrer weißen Hand;&#10;Und in den Kelch der rothen schaut sie mit trübem Schmerz:&#10;So glühte und so prangte auch einst mein junges Herz;&#10;So trank′s in heißen Zügen des Lebens Morgenluft,&#10;So quoll aus seinem Innern der Liebe süßer Duft.&#10;Jetzt gleicht′s der weißen Rose, so kalt ist es und mild,&#10;Wohl ruht darin geborgen manch′ liebes, theures Bild,&#10;Doch ist sein Feu′r erloschen, sein Klopfen fühl′ ich kaum,&#10;Bald werd′ im Grab vergessen ich ganz der Jugend Traum.&#10;Und wenn auf meinem Hügel dann weiße Rosen blüh′n,&#10;So laßt an ihrer Seite auch rothe Knospen glüh′n,&#10;Den Schläfer einst zu nennen, des Denksteins braucht es nicht,&#10;Mein Hoffen und Entsagen aus ihren Kelchen spricht!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rosen im Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosen-im-garten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosen-im-garten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Rosen im Garten blühn zum zweiten Mal. Täglich schießen sie in dicken Bündeln&#10;In die Sonne. Aber die schwelgerische Zartheit ist dahin,&#10;Mit der ihr erstes Blühen sich im Hof des weiß und roten Sternenfeuers wiegte.&#10;Sie springen gieriger, wie aus aufgerissenen Adern strömend,&#10;Über das heftig aufgeschwellte Fleisch der Blätter.&#10;Ihr wildes Blühen ist wie Todesröcheln,&#10;Das der vergehende Sommer in das ungewisse Licht des Herbstes trägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ruinen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ruinen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ruinen/</guid><description>&lt;p&gt;»Ach, wie ungemein poetisch&#10;Die Ruinen auf den Höhn!«&#10;Fräulein, Sie sind sehr ästhetisch;&#10;Ja, Ruinen, sie sind schön.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Fräulein, drob geschmeichelt.&#10;Fährt in der Extase fort,&#10;Während sie den Bulldog streichelt:&#10;»Wie poetisch ist es dort!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grüner Wald, das ew&amp;rsquo;ge Leben,&#10;Immer sprossend, immer jung!&#10;Und der greise Stein daneben:&#10;Träumende Erinnerung!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Epheu schlingt sich um die Blöße,&#10;Will sie grün erhalten noch;&#10;O du Bild zerfallner Größe,&#10;Wie poetisch bist du doch!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sänger der Vorwelt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-saenger-der-vorwelt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-saenger-der-vorwelt/</guid><description>&lt;p&gt;Sagt, wo sind die Vortrefflichen hin, wo find′ ich die Sänger,&#10;Die mit dem lebenden Wort horchende Völker entzückt,&#10;Die vom Himmel den Gott, zum Himmel den Menschen gesungen,&#10;Und getragen den Geist hoch auf den Flügeln des Lieds?&#10;Ach, noch leben die Sänger; nur fehlen die Taten, die Lyra&#10;Freudig zu wecken, es fehlt, ach! Ein empfangendes Ohr.&#10;Glückliche Dichter der glücklichen Welt! Von Munde zu Munde&#10;Flog, von Geschlecht zu Geschlecht euer empfundenes Wort.&#10;Wie man die Götter empfängt, so begrüßte Jeder mit Andacht,&#10;Was der Genius ihm, redend und bildend, erschuf.&#10;An der Glut des Gesangs entflammten des Hörers Gefühle,&#10;An des Hörers Gefühl nährte der Sänger die Glut.&#10;Nährt′ und reinigte sie! Der Glückliche, dem in des Volkes&#10;Stimme noch hell zurück tönte die Seele des Lieds,&#10;Dem noch von außen erschien, im Leben, die himmlische Gottheit,&#10;Die der Neuere kaum, kaum noch im Herzen vernimmt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schaukel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schaukel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schaukel/</guid><description>&lt;p&gt;Auf meiner Schaukel in die Höh,&#10;was kann es Schöneres geben!&#10;So hoch, so weit: die ganze Chaussee&#10;und alle Häuser schweben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weit über die Gärten hoch, juchhee,&#10;ich lasse mich fliegen, fliegen;&#10;und alles sieht man, Wald und See,&#10;ganz anders stehn und liegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch in die Höh! Wo ist mein Zeh?&#10;Im Himmel! ich glaube, ich falle!&#10;Das tut so tief, so süß dann weh,&#10;und die Bäume verbeugen sich alle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schlesischen Weber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlesischen-weber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlesischen-weber/</guid><description>&lt;p&gt;Im düstern Auge keine Träne&#10;Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:&#10;Deutschland, wir weben dein Leichentuch,&#10;Wir weben hinein den dreifachen Fluch -&#10;Wir weben, wir weben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten&#10;In Winterskälte und Hungersnöten;&#10;Wir haben vergebens gehofft und geharrt,&#10;Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -&#10;Wir weben, wir weben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,&#10;Den unser Elend nicht konnte erweichen&#10;Der den letzten Groschen von uns erpreßt&#10;Und uns wie Hunde erschiessen läßt -&#10;Wir weben, wir weben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schnitterin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schnitterin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schnitterin/</guid><description>&lt;p&gt;War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn,&#10;Der hatte sich schwer vergangen.&#10;Da sprach sein Herr: &amp;ldquo;Du bekommst deinen Lohn,&#10;Morgen musst du hangen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als das seiner Mutter kund getan,&#10;Auf die Erde fiel sie mit Schreien:&#10;&amp;ldquo;O, lieber Herr Graf, und hört mich an,&#10;Er ist der letzte von dreien.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den ersten schluckte die schwarze See,&#10;Seinen Vater schon musste sie haben,&#10;Dem andern haben in Schonens Schnee&#10;Eure schwedischen Feinde begraben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schöne Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoene-stadt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoene-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Alte Plätze sonnig schweigen.&#10;Tief in Blau und Gold versponnen&#10;Traumhaft hasten ernste Nonnen&#10;Unter schwüler Buchen Schweigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den braun erhellten Kirchen&#10;Schaun des Todes reine Bilder,&#10;Großer Fürsten schöne Schilder.&#10;Kronen schimmern in den Kirchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rösser tauchen aus dem Brunnen.&#10;Blütenkrallen drohn in Bäumen.&#10;Knaben spielen wirr von Träumen&#10;Abends leise dort am Brunnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mädchen stehen an den Toren,&#10;Schauen scheu ins farbige Leben.&#10;Ihre feuchten Lippen beben&#10;Und sie warten an den Toren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schöne von hinten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoene-von-hinten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoene-von-hinten/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh Freund! sieh da! was geht doch immer&#10;Dort für ein reizend Frauenzimmer?&#10;Der neuen Tracht Vollkommenheit,&#10;Der engen Schritte Nettigkeit,&#10;Die bei der kleinsten Hindrung stocken,&#10;Der weiße Hals voll schwarzer Locken,&#10;Der wohlgewachsne schlanke Leib,&#10;Verrät ein junges art′ges Weib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm Freund! komm, laß uns schneller gehen,&#10;Damit wir sie von vorne sehen.&#10;Es muß, triegt nicht der hintre Schein,&#10;Die Venus oder Phyllis sein.&#10;Komm, eile doch! – O welches Glücke!&#10;Jetzt sieht sie ungefähr zurücke.&#10;Was wars, das mich entzückt gemacht?&#10;Ein altes Weib in junger Tracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schusterin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schusterin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schusterin/</guid><description>&lt;p&gt;Es war einmal eines Schusters Frau,&#10;Ein wunderschönes Weib,&#10;Die liebte die feinen Herren&#10;Zum schönsten Zeitvertreib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Maß einem edlen Grafen&#10;Der Schuster Schuhe an,&#10;So stand sie dicht daneben&#10;Und lächelte ihn an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Garten steht eine Laube,&#10;Es zwitschert die Nachtigall.&#10;Dort traf sie nachts im Dunkeln&#10;Die Kavaliere all.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Haar flog wild im Winde,&#10;Der Mond verkroch sich sacht.&#10;Sie liebte in ihrer Sünde&#10;Sieben in einer Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schwalbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwalbe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwalbe/</guid><description>&lt;p&gt;Weh nun, da den Bäumen der herbstliche Wind&#10;Abschüttelt das Laub, das falbe,&#10;Weh dir, der die Schwingen gebrochen sind,&#10;Du arme verlassene Schwalbe!&#10;Voll Trauer blickst du von deinem Dach&#10;Dem Zug der Gespielen, dem scheidenden, nach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ziehen hinweg in den herrlichen Süd,&#10;Sie lassen die krankende Schwester&#10;Und suchen im Frühling, der ewig blüht,&#10;Die myrtenbeschatteten Nester&#10;Und spotten am griechischen Tempelsims&#10;Des rauhen, des nordischen Wintergrimms.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schwäne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwaene/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwaene/</guid><description>&lt;p&gt;Die ihr vor mir, schöne Schwäne,&#10;Auf der Wogen Flut euch wiegt,&#10;Silbern schimmert eu′r Gefieder,&#10;Doch in eurer Brust der Lieder&#10;Süßer Quell, den der Hellene&#10;Oft gepriesen, ist versiegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst am Strome des Kayster,&#10;Wo die Sonne heller tagt&#10;Und der göttlichen Geschwister&#10;Tempel zwischen Myrten ragt,&#10;Lieblich tönten eure Stimmen&#10;Zu der Musen Saitenspiel,&#10;Wenn des Frührots erstes Glimmen&#10;Durch die Cedernwipfel fiel.&#10;Hin mit Steigen und mit Schwellen&#10;Glitt eu′r Hymnus auf den Wellen,&#10;Sel′ge Lieblinge Apolls!&#10;Horch! und an den Flußgestaden&#10;Ringsum von der Oreaden&#10;Lippen wie Gebethauch quoll′s,&#10;Und die Luft begann zu strahlen;&#10;Hallend that sich auf das Thor,&#10;Und auf goldenen Sandalen&#10;Trat der schöne Gott hervor!&#10;Nun verbannt, ihr Südbewohner,&#10;Unter unser Wolkengrau,&#10;Fern dem Lande der Joner&#10;Und dem sel′gen Himmelsblau,&#10;Ach! verlort ihr selbst die schöne&#10;Mitgift der Natur, die Töne!&#10;Um eu′r Teuerstes betrogen,&#10;Wie so still ihr auf den Wogen,&#10;Lautlos eure Kreise zieht!&#10;Bei dem feuchten Nebelschauer&#10;Ringt, zu lindern eure Trauer,&#10;Sich aus eurer Brust kein Lied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schwarze Brüderschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwarze-bruederschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwarze-bruederschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, die Maulwürfe sind mächtig,&#10;Wenn sie auch gleich niederträchtig&#10;Wühlen in der Erde Schooß.&#10;Wenn sie auch mit Lichtesscheue&#10;Untergraben alle Treue,&#10;Sind sie im Beharren groß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur wo&amp;rsquo;s dunkel ist, da sehen&#10;Sie für sich das Heil aufgehen,&#10;Das sie spähend aufgesucht -&#10;Können sie den Boden finden,&#10;Ihre Gänge durch zu winden,&#10;Harrend ihrer Saaten Frucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn den Boden sie bereitet,&#10;Wenn die Furche eingebreitet,&#10;Säen sie den Samen aus.&#10;O, wie sie dann Sorge tragen,&#10;Daß die Keime Wurzel schlagen,&#10;Bis sie ziehen Vortheil draus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schwarze Schar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwarze-schar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schwarze-schar/</guid><description>&lt;p&gt;Mit dunklen Tschakos alle und Totenköpfen drauf&#10;Eilten bei Hörnerschalle sie nach dem Zelte zuhauf.&#10;Und ehe sie drinnen waren, rief freudlich der Herzog schon:&#10;»Gegrüßt, ihr schwarzen Husaren! Gegrüßt, meine Rachelegion!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Braven hieß er sich setzen: »Achtsam eu′r Ohr mir geliehn!&#10;Mir sendete diesen Fetzen der Kaiser eben aus Wien;&#10;Mehr liebt er auf Bällen das Tanzen als Waffentanz in der Schlacht;&#10;Drum hat er bei Znaym mit den Franzen jetzt seinen Frieden gemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die sechste Stunde des Abends</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sechste-stunde-des-abends/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sechste-stunde-des-abends/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stunde, der ich sehnsuchtsvoll&#10;Den ganzen Tag entgegen blickte,&#10;Und die zur Göttin mich entzückte,&#10;Wenn mir ihr letzter Schlag erscholl,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schlägt nun nicht für mich und Ihn&#10;Zum Wiedersehn das Losungszeichen:&#10;Und matt, wie welke Kranke, schleichen&#10;Die traurigen Minuten hin,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch selbst in dieser Einsamkeit,&#10;Dem Liebesgram so angemessen,&#10;Sey (hättest du mich auch vergessen)&#10;Dies Liedchen dennoch dir geweiht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So fern du meinen Blicken bist,&#10;So nahe bist du diesem Herzen,&#10;So gegenwärtig, dass der Schmerzen&#10;Der Trennung nur ein Traum noch ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die seligen Inseln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seligen-inseln/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seligen-inseln/</guid><description>&lt;p&gt;Wild war von der Parteien Hader&#10;Das weite Römerreich entbrannt;&#10;Fort trugen Heere, Schiffsgeschwader&#10;Den Bürgerkrieg von Land zu Land;&#10;Vergebens in Iberien suchte&#10;Vor all dem Unheil, dem er fluchte,&#10;Sertorius einen Zufluchtsort;&#10;Schon nahten durch des Ostens Meere&#10;Toddrohend ihm Pompejus′ Heere,&#10;Und um ihn lauerte der Mord.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst am bemoosten Felsenhange,&#10;An dem die Flut sich schäumend brach,&#10;Saß er und sah dem Untergange&#10;Der glüh′nden Sonne träumend nach.&#10;Da siehe! plötzlich vor ihm standen&#10;In leichten flatternden Gewanden&#10;Zwei junge Schiffer, fremd von Tracht,&#10;Und: »Niemals sah ich euresgleichen« -&#10;Rief er erstaunt - »aus welchen Reichen,&#10;Von welchen Küsten bringt ihr Fracht?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Täglich kommt die gelbe Sonne uber den Hügel.&#10;Schön ist der Wald, das dunkle Tier,&#10;Der Mensch; Jäger oder Hirt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rötlich steigt im grünen Weiher der Fisch.&#10;Unter dem runden Himmel&#10;Fährt der Fischer leise im blauen Kahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Langsam reift die Traube, das Korn.&#10;Wenn sich stille der Tag neigt,&#10;Ist ein Gutes und Böses bereitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn es Nacht wird,&#10;Hebt der Wanderer leise die schweren Lider;&#10;Sonne aus finsterer Schlucht bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sonnenuhr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonnenuhr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonnenuhr/</guid><description>&lt;p&gt;Ich harr&amp;rsquo; als tote Fläche,&#10;Hoff&amp;rsquo; alles nur von dir:&#10;Und willst du, daß ich spreche,&#10;Frau Sonne, sprich zu mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du sprichst mit hellem Strahlen,&#10;Herflammend übers Land -&#10;Ich kann es trüb nur malen&#10;Als Schatten an die Wand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch mögen Menschen sehen&#10;An meiner dunklen Spur,&#10;Wie Götterschritte gehen&#10;Über der Erdenflur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sphinx</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sphinx/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sphinx/</guid><description>&lt;p&gt;Die alten Egypter verehrten die Sphinx,&#10;Die Sphinx - das Rätsel des Lebens -&#10;Das Rätsel des Menschen - das Rätsel der Welt -&#10;Die Lösung sucht man vergebens.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Grieche, graziöser die Psyche er schuf,&#10;Die Psyche - das Sinnbild der Seele -&#10;In Marmor grub er die Schönheit hinein,&#10;Dass Jeder sie sehe und wähle. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch unsre Zeit dem äußern Schein -&#10;Dem Schatten der Wahrheit ergeben -&#10;Verkündet und lehrt das moralische Nichts,&#10;Kein Sinnbild wird sie erheben! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Spielleute</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spielleute/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spielleute/</guid><description>&lt;p&gt;Frühmorgens durch die Klüfte&#10;Wir blasen Viktoria!&#10;Eine Lerche fährt durch die Lüfte:&#10;»Die Spielleut sind schon da!«&#10;Da dehnt ein Turm und reckt sich&#10;Verschlafen im Morgengrau,&#10;Wie aus dem Traume streckt sich&#10;Der Strom durch die stille Au,&#10;Und ihre Äuglein balde&#10;Tun auf die Bächlein all&#10;Im Wald, im grünen Walde,&#10;Das ist ein lustger Schall!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist ein lustges Reisen,&#10;Der Eichbaum kühl und frisch&#10;Mit Schatten, wo wir speisen,&#10;Deckt uns den grünen Tisch.&#10;Zum Frühstück musizieren&#10;Die muntern Vögelein,&#10;Der Wald, wenn sie pausieren,&#10;Stimmt wunderbar mit ein,&#10;Die Wipfel tut er neigen,&#10;Als gesegnet′ er uns das Mahl,&#10;Und zeigt uns zwischen den Zweigen&#10;Tief unten das weite Tal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sternbaumsäge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sternbaumsaege/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sternbaumsaege/</guid><description>&lt;p&gt;Am Sternbaum wurde merklich gesägt.&#10;Wer weitergeht wird erschossen!&#10;Gehn Sie nicht weiter,&#10;Sie werden erschossen.&#10;Obschon ich nicht weiter ging,&#10;ich wurde erschossen.&#10;Nichts war zu tun,&#10;denn Preußen sind mal so.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Sternbaum wurde merklich gesägt.&#10;Der Schlaf den abertausend Bürger schnarchten&#10;das Röcheln der Entrechteten&#10;zusammen sägten sehr laut.&#10;Das rote Antlitz Gottes&#10;des Häuers&#10;der das Mondbeil schwang&#10;wider Wucherndes&#10;verschwand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Sternbaum wurde merklich gesägt.&#10;Acht Engel in Badehosen&#10;rissen die Himmelstür auf,&#10;spuckten den Pfriem aus, sagten:&#10;&amp;ldquo;Nu?&#10;Du erbst das Gold und allen Glanz der Tropenländer,&#10;wackrer Briefmarkensammler;&#10;das madengrüne Preußen unter die blaue&#10;Käsglocke des Himmels gestülpt;&#10;das Glück der Ausflugsorte wo die süßen Schilder stehn:&#10;&amp;lsquo;Hier können Familien Kaffee kochen!&amp;rsquo;&#10;und auch den Tod der hoch vom Mastkorb des Piraten&#10;klabautrisch grinst.&#10;Dein Mitleid darf sich satt an Mauerblümchen sehn,&#10;die keinen Tanz getanzt. Für Deine Achtung&#10;stehn achtmalhunderttausend Rentner in Parade&#10;die niemals nicht ihr Mittagsmahl gehabt.&#10;Dein sei Papa-Pomade-Pumpernickel-Pudding,&#10;Du weilst wo alle Orgeln Ox-Trott spielen&#10;Dir blüht die Nacht-Narzisse innen im Popo&#10;zu teil wird Dir der Dolch des Bauchaufschlitzers Jack,&#10;die Weihnacht aller Junggesellen in der Bar,&#10;der Ehrenstandpunkt aller Länder -&#10;und am Sternbaum wird merklich gesägt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sternschnuppe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sternschnuppe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sternschnuppe/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn, vom gestirnten Himmel weit,&#10;Sich ungefähr zur Abendzeit,&#10;In grober Luft ein kleiner Dunst entzündet,&#10;Und alsobald verschwindet,&#10;Dann sieht der Astronom auf seiner Warte kaum&#10;Der Dünste Spiel im niedern Raum;&#10;Er blickt in Gegenden von ewig reinem Licht;&#10;Dies Flackerwerk gehört an seinen Himmel nicht;&#10;Allein der Pöbel glaubt auf Erden,&#10;Es putze sich ein Stern, um glänzender zu werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sternseherin Lise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sternseherin-lise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sternseherin-lise/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sehe oft um Mitternacht,&#10;Wenn ich mein Werk getan&#10;Und niemand mehr im Hause wacht,&#10;Die Stern′ am Himmel an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie gehn da, hin und her zerstreut&#10;Als Lämmer auf der Flur;&#10;In Rudeln auch, und aufgereih′t&#10;Wie Perlen an der Schnur;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und funkeln alle weit und breit,&#10;Und funkeln rein und schön;&#10;Ich seh die große Herrlichkeit,&#10;Und kann mich satt nicht sehn&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann saget, unterm Himmelszelt,&#10;Mein Herz mir in der Brust:&#10;&amp;ldquo;Es gibt was Bessers in der Welt&#10;Als all ihr Schmerz und Lust.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die stille Gemeinde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stille-gemeinde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stille-gemeinde/</guid><description>&lt;p&gt;Von Bretagnes Hügeln, die das Meer&#10;Blühend hell umsäumen,&#10;Schaute ein Kirchlein trostreich her&#10;Zwischen uralten Bäumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Kornfeld und die Wälder weit&#10;Rauschten im Sonntagsglanze,&#10;Doch keine Glocken klangen heut&#10;Vom grünen Felsenkranze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn auf des Kirchhofs schattigem Grund&#10;Die Jakobiner saßen,&#10;Ihre Pferde alle Blumen bunt&#10;Von den Grabeshügeln fraßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hatten am Kreuz auf stiller Höh&#10;Feldflasch und Säbel hangen,&#10;Derweil sie, statt des Kyrie,&#10;Die Marseillaise sangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Teilung der Erde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-teilung-der-erde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-teilung-der-erde/</guid><description>&lt;p&gt;Nehmt hin die Welt! Rief Zeus von seinen Höhen&#10;Den Menschen zu, nehmt, sie soll euer sein,&#10;Euch schenk′ ich sie zum Erb′ und ew′gen Lehen;&#10;Doch teilt euch brüderlich darein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da eilt, was Hände hat, sich einzurichten,&#10;Es regte sich geschäftig Jung und Alt.&#10;Der Ackermann griff nach des Feldes Früchten,&#10;Der Junker pirschte durch den Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kaufmann nimmt, was seine Speicher fassen,&#10;Der Abt wählt sich den edeln Firnewein,&#10;Der König sperrt die Brücken und die Straßen&#10;Und sprach: Der Zehente ist mein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Tempel von Theben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tempel-von-theben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tempel-von-theben/</guid><description>&lt;p&gt;Rötere Strahlen gießt die Sonne&#10;Auf den leise flutenden Nil;&#10;Hochauf mir zu Häupten flammt&#10;Des Amenophis Koloß,&#10;Fernher schon in der bleichen Wüste&#10;Von den Karawanen erblickt,&#10;Wenn von des innersten Meroë Palmenoasen&#10;Sie nordwärts ziehen;&#10;Im scheidenden Lichte glänzen&#10;An des heiligen Stromes Ufern&#10;Die Trümmer einer zerbrochenen Riesenwelt,&#10;Hallen und Pfeiler, ins Unermess′ne gedehnt,&#10;Gestürzte Titanenbilder,&#10;Halb im wogenden Sande begraben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erstgeborne der Städte,&#10;Hundertthoriges Theben!&#10;Wie schwand das jubelnde Gedränge,&#10;Das deine Säulenstraßen durchwogte,&#10;Wenn, heimkehrend im Siegeszuge,&#10;Sesostris bezwungene Völker,&#10;Sei es vom eisigen Oxus,&#10;Sei′s vom Lande der schwarzen Aethiopen,&#10;Vor dem goldenen Sichelwagen dahintrieb?&#10;Nie mehr haucht dein Memnon&#10;Der nebelgebornen Aurora&#10;Klangvoll entgegen den Morgengruß!&#10;Deine Tempel, statt von lotosbekränzter Jungfraun&#10;Festlichen Chören,&#10;Nun von Schlangen der Wüste besucht!&#10;Unwandelbar nur seit der Zeiten Beginn&#10;Schaun Libyens Felsengebirge&#10;Hinab auf die Trümmer von Reichen,&#10;Die sie werden und fallen gesehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Tendenz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tendenz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tendenz/</guid><description>&lt;p&gt;Deutscher Sänger! Sing und preise&#10;Deutsche Freiheit, daß dein Lied&#10;Unsrer Seelen sich bemeistre&#10;Und zu Taten uns begeistre,&#10;In Marseillerhymnenweise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Girre nicht mehr wie ein Werther,&#10;Welcher nur für Lotten glüht -&#10;Was die Glocke hat geschlagen,&#10;Sollst du deinem Volke sagen,&#10;Rede Dolche, rede Schwerter!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei nicht mehr die weiche Flöte,&#10;Das idyllische Gemüt -&#10;Sei des Vaterlands Posaune,&#10;Sei Kanone, sei Kartaune,&#10;Blase, schmettre, donnre, töte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blase, schmettre, donnre täglich,&#10;Bis der letzte Dränger flieht -&#10;Singe nur in dieser Richtung,&#10;Aber halte deine Dichtung&#10;Nur so allgemein als möglich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Todtenuhr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-todtenuhr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-todtenuhr/</guid><description>&lt;p&gt;Hat das Geisterreich mich auserlesen,&#10;Hab′ ich seinen Winken je gelauscht,&#10;Irdisches mit Ewigen vertauscht -&#10;O so laß mich jetzt das Räthsel lösen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie dem Jüngling die erharrte Stunde,&#10;Die der ersten Liebe Ahnung krönt,&#10;Einer Himmelsbotschaft gleich ertönt,&#10;Also tönt mir der Erlösung Kunde!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächelnd horch′ ich deinem Glockenschlage,&#10;Süße, deutungsvolle Todtenuhr,&#10;Meiner Hoffnung zeigt sich eine Spur&#10;Und ich harre sehnsuchtsvoll dem Tage,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der mich zu dem theuern Heimatslande,&#10;Zu der Insel meiner Thränen bringt,&#10;Wo die zarten Flügel Psyche schwingt,&#10;Frei der langen, ach zu schweren Bande.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Tote im Wasser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tote-im-wasser/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tote-im-wasser/</guid><description>&lt;p&gt;Die Masten ragen an dem grauen Wall&#10;Wie ein verbrannter Wald ins frühe Rot,&#10;So schwarz wie Schlacke. Wo das Wasser tot&#10;Zu Speichern stiert, die morsch und im Verfall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dumpf tönt der Schall, da wiederkehrt die Flut,&#10;Den Kai entlang. Der Stadtnacht Spülicht treibt&#10;Wie eine weiße Haut im Strom und reibt&#10;Sich an dem Dampfer, der im Docke ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Staub, Obst, Papier, in einer dicken Schicht,&#10;So treibt der Kot aus seinen Röhren ganz.&#10;Ein weißes Tanzkleid kommt, in fettem Glanz&#10;Ein nackter Hals und bleiweiß ein Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die tote Kirche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tote-kirche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tote-kirche/</guid><description>&lt;p&gt;Auf dunklen Bänken sitzen sie gedrängt&#10;Und heben die erloschnen Blicke auf&#10;Zum Kreuz. Die Lichter schimmern wie verhängt,&#10;Und trüb und wie verhängt das Wundenhaupt.&#10;Der Weihrauch steigt aus güldenem Gefäß&#10;Zur Höhe auf, hinsterbender Gesang&#10;Verhaucht, und ungewiß und süß verdämmert&#10;Wie heimgesucht der Raum. Der Priester schreitet&#10;Vor den Altar; doch übt mit müdem Geist er&#10;Die frommen Bräuche - ein jämmerlicher Spieler,&#10;Vor schlechten Betern mit erstarrten Herzen,&#10;In seelenlosem Spiel mit Brot und Wein.&#10;Die Glocke klingt! Die Lichter flackern trüber -&#10;Und bleicher, wie verhängt das Wundenhaupt!&#10;Die Orgel rauscht! In toten Herzen schauert&#10;Erinnerung auf! Ein blutend Schmerzensantlitz&#10;Hüllt sich in Dunkelheit und die Verzweiflung&#10;Starrt ihm aus vielen Augen nach ins Leere.&#10;Und eine, die wie aller Stimmen klang,&#10;Schluchzt auf - indes das Grauen wuchs im Raum,&#10;Das Todesgrauen wuchs: Erbarme dich unser -&#10;Herr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Totenschlacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-totenschlacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-totenschlacht/</guid><description>&lt;p&gt;Im Teutoburger Walde&#10;Entbrennt um Mitternacht,&#10;Wenn Eulenruf erschallte,&#10;Die wilde Totenschlacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wird in Grabestiefen&#10;Manch&amp;rsquo; alter Krieger wach,&#10;Sie All&amp;rsquo;, die lange schließen&#10;Seit jenem Hermanns-Tag:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie fahren aus und stellen&#10;Sich stumm in lange Reihn,&#10;Die schlott&amp;rsquo;rigen Gesellen&#10;Aus bleichem Totenbein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie stehn in zwei Kolonnen&#10;Wohl durch den düstern Tann:&#10;&amp;ldquo;Das Leben ist zerronnen,&#10;Die Totenschlacht bricht an.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus leeren Höhlen glotzen&#10;Blutdurst und Rachelust;&#10;Sie schlagen drein; sie trotzen&#10;Sich mit entfleischter Brust:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die traurige Krönung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-traurige-kroenung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-traurige-kroenung/</guid><description>&lt;p&gt;Es war ein König Milesint,&#10;Von dem will ich euch sagen:&#10;Der meuchelte sein Bruderskind,&#10;Wollte selbst die Krone tragen.&#10;Die Krönung ward mit Prangen&#10;Auf Liffey-Schloß begangen.&#10;O Irland, Irland! warest du so blind?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der König sitzt um Mitternacht&#10;Im leeren Marmorsaale,&#10;Sieht irr in all die neue Pracht,&#10;Wie trunken von dem Mahle.&#10;Er spricht zu seinem Sohne:&#10;&amp;ldquo;Noch einmal bring′ die Krone!&#10;Doch schau, wer hat die Pforten aufgemacht?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die treuen Brüder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-treuen-brueder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-treuen-brueder/</guid><description>&lt;p&gt;Es sind zwei treue Brüder,&#10;Die ziehn in den Streit hinaus,&#10;Noch reden sie hin und wieder,&#10;Da schmettert′s den einen darnieder,&#10;Der andre sieht′s mit Graus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bruder in seinem Blute&#10;Erregt ihm bittern Schmerz;&#10;Daß ihn der Tod ereilte,&#10;Bevor er den Kampf noch teilte,&#10;Zerreißt ihm ganz das Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sterbende blickt freundlich&#10;Noch einmal auf zu ihm,&#10;Dann greift er, als wär′ er der alte,&#10;Zur Büchse, die noch nicht knallte,&#10;Drückt ab mit Ungestüm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Trompete von Vionville</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trompete-von-vionville/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trompete-von-vionville/</guid><description>&lt;p&gt;Sie haben Tod und Verderben gespien:&#10;Wir haben es nicht gelitten.&#10;Zwei Kolonnen Fußvolk, zwei Batterien,&#10;wir haben sie niedergeritten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Säbel geschwungen, die Zäume verhängt,&#10;tief die Lanzen und hoch die Fahnen,&#10;so haben wir sie zusammengesprengt, -&#10;Kürassiere wir und Ulanen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ein Blutritt war es, ein Todesritt;&#10;wohl wichen sie unsern Hieben,&#10;doch von zwei Regimentern, was ritt und was stritt,&#10;unser zweiter Mann ist geblieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Brust durchschossen, die Stirn zerklafft,&#10;so lagen sie bleich auf dem Rasen,&#10;in der Kraft, in der Jugend dahingerafft, -&#10;nun, Trompeter, zum Sammeln geblasen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ueberraschte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ueberraschte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ueberraschte/</guid><description>&lt;p&gt;Amor schlich in stiller Nacht&#10;In mein Haus verwogen,&#10;Wie ich morgens aufgewacht,&#10;War er eingezogen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich zürnte, bat er sehr,&#10;Möcht&amp;rsquo; ihn nicht verjagen,&#10;Sprach, er käm&amp;rsquo; von weitem her,&#10;Würden uns vertragen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hätt&amp;rsquo; ihm nur ganz kurze Zeit&#10;Herberg geben sollen,&#10;Sey zu Gegendienst bereit,&#10;Hat Zins zahlen wollen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nun ist er noch im Haus,&#10;Will noch länger bleiben,&#10;Sagt, er gehe nicht hinaus,&#10;Könn&amp;rsquo; ihn nicht vertreiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ulme zu Hirsau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ulme-zu-hirsau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ulme-zu-hirsau/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Hirsau in den Trümmern,&#10;Da wiegt ein Ulmenbaum&#10;Frischgrünend seine Krone&#10;Hoch überm Giebelsaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er wurzelt tief im Grunde&#10;Vom alten Klosterbau,&#10;Er wölbt sich statt des Daches&#10;Hinaus in Himmelsblau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil des Gemäuers Enge&#10;Ihm Luft und Sonne nahm,&#10;So trieb′s ihn hoch und höher,&#10;Bis er zum Lichte kam.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ragen die vier Wände,&#10;Als ob sie nur bestimmt,&#10;Den kühnen Wuchs zu schirmen,&#10;Der zu den Wolken klimmt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die unbekannten Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unbekannten-freunde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unbekannten-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Der Dichter wandelt einsam durch das Leben!&#10;So ist es und so war′s zu allen Zeiten.&#10;Entsagung nur darf ihm zur Seite schreiten,&#10;Wenn holde Bande sich um And′re weben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ein Ersatz ist ihm dafür gegeben:&#10;Daß Herzen ihm, in unbekannten Weiten,&#10;Entgegen schlagen und wie Harfensaiten&#10;Vom Hauche seiner Lieder sanft erbeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wurden solche Freunde dir zu Theil,&#10;Betrachte sie als höchste Schicksalsspenden,&#10;Die für kein flücht′ges Gut der Erde feil!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Unterhose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unterhose/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unterhose/</guid><description>&lt;p&gt;Heilig ist die Unterhose,&#10;wenn sie sich in Sonn und Wind,&#10;frei von ihrem Alltagslose,&#10;auf ihr wahres Selbst besinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fröhlich ledig der Blamage&#10;steter Souterränität,&#10;wirkt am Seil sie als Staffage,&#10;wie ein Segel leicht gebläht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keinen Tropus ihr zum Ruhme&#10;spart des Malers Kompetenz,&#10;preist sie seine treuste Blume&#10;Sommer, Winter, Herbst und Lenz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Vendetta</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vendetta/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vendetta/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, einen Feind hat der Kors′, den Hund,&#10;Luigi, den hagern Podesta,&#10;Der den Ohm, so stark und gesund,&#10;Ließ henken, den kühnen di Vesta.&#10;Er und der rote Franzose Jocliffe,&#10;Die beiden machten ihn hangen,&#10;Aber der ging zu dem Schmugglerschiff&#10;Und liegt seit Monden gefangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steht im Walde Geronimo,&#10;Und klirrend zieht aus der Scheide&#10;Er das Messer, so und so&#10;An der Sohle wetzt er die Schneide;&#10;Gleitet dann in die Dämmerung,&#10;Dem Feinde auf Tod und Leben&#10;Mit des Tieres Verstümmelung&#10;Ein korsisch Kartell zu geben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Verfluchten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verfluchten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verfluchten/</guid><description>&lt;p&gt;Es dämmert. Zum Brunnen gehn die alten Fraun.&#10;Im Dunkel der Kastanien lacht ein Rot.&#10;Aus einem Laden rinnt ein Duft von Brot&#10;Und Sonnenblumen sinken übern Zaun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Fluß die Schenke tönt noch lau und leis.&#10;Guitarre summt; ein Klimperklang von Geld.&#10;Ein Heiligenschein auf jene Kleine fällt,&#10;Die vor der Glastür wartet sanft und weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! blauer Glanz, den sie in Scheiben weckt,&#10;Umrahmt von Dornen, schwarz und starrverzückt.&#10;Ein krummer Schreiber lächelt wie verrückt&#10;Ins Wasser, das ein wilder Aufruhr schreckt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Vergänglichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vergaenglichkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vergaenglichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;(Gespräch auf der Straße nach Basel zwischen Steinen und Brombach, in der Nacht)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bub seit zum Ätti:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fast allmol, Ätti, wenn mer&amp;rsquo;s Röttler Schloß&#10;so vor den Auge stoht, se denki dra,&#10;öb&amp;rsquo;s üsem Hus echt au emol so goht.&#10;Stoht&amp;rsquo;s denn nit dört, so schuderig, wie der Tod&#10;im Basler Totetanz? Es gruset eim,&#10;wie länger as me&amp;rsquo;s bschaut. Und üser Hus,&#10;es sitzt jo wie ne Chilchli uffem Berg,&#10;und d&amp;rsquo;Fenster glitzeren, es isch e Staat.&#10;Schwetz, Ätti, goht&amp;rsquo;s em echterst au no so?&#10;I mein emol, es chönn schier gar nit si.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Vogelstraßen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vogelstrassen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vogelstrassen/</guid><description>&lt;p&gt;Vor vielen tausend Jahren auferbaut,&#10;Ziehn hoch durch Luft die großen Vogelstraßen.&#10;Den Erdball, wie ihn Ferndampf drunten blaut,&#10;Ermaßen Flügel nur mit Himmelmaßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sind verboten aller Menschenlast,&#10;Verwehrt dem zwiegespaltnen Huf, der Klaue.&#10;Kein Stäubchen lagert dort, kein Blatt vom Ast&#10;Und, gibt es Gott, kein Haar von seiner Braue.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von einer solchen Straße überbrückt,&#10;Sahst du ums Haupt dir ihren Schatten stürzen.&#10;Das Licht, das jemals unter ihr gerückt,&#10;Sahst du erscheinen und zum Blitz sich kürzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die vollkommenheit einer Fürstlichen seelen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vollkommenheit-einer-fuerstlichen-seelen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vollkommenheit-einer-fuerstlichen-seelen/</guid><description>&lt;p&gt;Daß himmel und gestirn der seelen ursprung sey/&#10;Daß durch vier sterne sie zur erden abwärts fliessen/&#10;Und so viel staffeln auch muß wieder auffwärts schiessen/&#10;Schrieb ihr/ doch ohne grund/ schon längst Egypten bey.&#10;Heut aber hat der bruch der kurtzen lebens-stunden/&#10;Der deines vaters leib in grauß und asche legt/&#10;Zwar dir/ durchlauchster Printz/ mit thränen-saltz und wunden/&#10;Mit purpur aber uns warhafftig eingeprägt:&#10;Daß sein entwichner geist vom himmel sey entsprungen/&#10;Und durch vier sterne sich hat ab- und auffgeschwungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Vorigen, weniger Einen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vorigen-weniger-einen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vorigen-weniger-einen/</guid><description>&lt;ol start="1849"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;»Hie stehe ich, ich kann nicht anders.&#10;Gott helfe mir, Amen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war im krausen Jahr vierzig und acht&#10;Das jenes Riesenfeuer angefacht,&#10;Draus sich der Phönix Deutschland schwingen sollte;&#10;Doch wie die Lohe stieg, die Windsbraut grollte,&#10;Die Läuterung, sie wollte noch nicht kommen,&#10;Drob manches Herz, auch meines, tief beklommen.&#10;Ein Riesensturm, – der Straßenstaub nur hasche?&#10;Ein Weltenbrand, – und all sein Rest nur Asche? –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So vor mich sinnend war ich eingetreten&#10;Im Dom der Helden, Weisen und Poeten.&#10;Der Marmorboden glänzte blank und helle,&#10;Ein glattes Spiegelmeer, das zu befahren&#10;Ein stattlich Schiffsgeschwader an der Schwelle&#10;Vor Anker lag für die profanen Scharen;&#10;Pantoffel, Filzschuh, Wollgalloschen schienen&#10;Fregatt′ und Slup hier, Brigg und Brigantinen;&#10;Der deutschen Flotte mocht′ ich hoffend denken,&#10;– Jetzt müßt′ in Wehmut ich das Auge senken. –&#10;Mein Boot bestieg auch ich, wie′s anbefohlen,&#10;Behutsam steuert ich dahin und grüßte&#10;Bekannte Häupter rings auf den Konsolen;&#10;Vertraut schien mir zu nicken manche Büste,&#10;Befeuernd, tröstend floß aus Marmormunde&#10;Noch manch unsterblich Wort, manch heil′ge Kunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die vortrefflichkeit der küsse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vortrefflichkeit-der-kuesse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vortrefflichkeit-der-kuesse/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nectar und zucker und safftiger zimmet /&#10;Perlen-thau / honig und Jupiters safft /&#10;Balsam / der über der kohlen-glut glimmet /&#10;Aller gewächse versammlete krafft /&#10;Schmecket / zu rechnen / mehr bitter / als süsse /&#10;Gegen dem nectar der zuckernen küsse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hyble wird gerne der blumichten brüste /&#10;Rosen / narcissen und liljen verschmähn /&#10;Wird er die freuden-geschwägerte lüste&#10;Zweyer sich küssender seelen ansehn.&#10;Da sich stets honig einsammlende bienen&#10;Finden um ihre geküßte rubinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wahl des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahl-des-lebens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahl-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Erste Betrachtung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl wähle, was Du wählest!&#10;Ein Amt macht Dich verdient,&#10;In Häusern wohnt die Ruhe,&#10;Vom Meer her reizt Gewinn;&#10;Die Landlust ist voll Unschuld,&#10;Viel′ Reisen machen klug;&#10;Die Armuth würzt die Speisen;&#10;Den Reichthum nutze wohl!&#10;Die Einsamkeit giebt Freiheit,&#10;Die Ehe eignen Herd,&#10;Die Kinder stillen Wünsche,&#10;Und sorglos sein macht leer;&#10;Die Jugend ist stets munter,&#10;Das Alter klug und fromm.&#10;Willst Du denn noch so wählen:&#10;Todt oder nicht geboren?&#10;Nein! es ist gut zu leben!&#10;Drum so genieß Dein Leben&#10;Und pflanz es sicher fort!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wallfahrt nach Kevlaar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wallfahrt-nach-kevlaar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wallfahrt-nach-kevlaar/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Fenster stand die Mutter,&#10;Im Bette lag der Sohn.&#10;&amp;ldquo;Willst du nicht aufstehn, Wilhelm,&#10;Zu schaun die Prozession?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin so krank, o Mutter,&#10;Daß ich nicht hör und seh;&#10;Ich denk an das tote Gretchen,&#10;Da tut das Herz mir weh.&amp;rdquo; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Steh auf, wir wollen nach Kevlaar,&#10;Nimm Buch und Rosenkranz;&#10;Die Muttergottes heilt dir&#10;Dein krankes Herze ganz.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es flattern die Kirchenfahnen,&#10;Es singt im Kirchenton;&#10;Das ist zu Köllen am Rheine,&#10;Da geht die Prozession.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wanderratten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wanderratten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wanderratten/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt zwei Sorten Ratten:&#10;Die hungrigen und satten.&#10;Die satten bleiben vergnügt zu Haus,&#10;Die hungrigen aber wandern aus.&#10;Sie wandern viel tausend Meilen,&#10;Ganz ohne Rasten und Weilen,&#10;Gradaus in ihrem grimmigen Lauf,&#10;Nicht Wind noch Wetter hält sie auf.&#10;Sie klimmen wohl über die Höhen,&#10;Sie schwimmen wohl durch die Seen;&#10;Gar manche ersäuft oder bricht das Genick,&#10;Die lebenden lassen die toten zurück.&#10;Es haben diese Käuze&#10;Gar fürchterliche Schnäuze;&#10;Sie tragen die Köpfe geschoren egal,&#10;Ganz radikal, ganz rattenkahl.&#10;Die radikale Rotte&#10;Weiß nichts von einem Gotte.&#10;Sie lassen nicht taufen ihre Brut,&#10;Die Weiber sind Gemeindegut.&#10;Der sinnliche Rattenhaufen,&#10;Er will nur fressen und saufen,&#10;Er denkt nicht, während er säuft und frißt,&#10;Daß unsre Seele unsterblich ist.&#10;So eine wilde Ratze,&#10;Die fürchtet nicht Hölle, nicht Katze;&#10;Sie hat kein Gut, sie hat kein Geld&#10;Und wünscht aufs neue zu teilen die Welt.&#10;Die Wanderratten, o wehe!&#10;Sie sind schon in der Nähe.&#10;Sie rücken heran, ich höre schon&#10;Ihr Pfeifen - die Zahl ist Legion.&#10;O wehe! wir sind verloren,&#10;Sie sind schon vor den Toren!&#10;Der Bürgermeister und Senat,&#10;Sie schütteln die Köpfe, und keiner weiß Rat.&#10;Die Bürgerschaft greift zu den Waffen,&#10;Die Glocken läuten die Pfaffen.&#10;Gefährdet ist das Palladium&#10;Des sittlichen Staats, das Eigentum.&#10;Nicht Glockengeläute, nicht Pfaffengebete,&#10;Nicht hochwohlweise Senatsdekrete,&#10;Auch nicht Kanonen, viel Hundertpfünder,&#10;Sie helfen Euch heute, Ihr lieben Kinder!&#10;Heut helfen Euch nicht die Wortgespinste&#10;Der abgelebten Redekünste.&#10;Man fängt nicht Ratten mit Syllogismen,&#10;Sie springen über die feinsten Sophismen.&#10;Im hungrigen Magen Eingang finden&#10;Nur Suppenlogik mit Knödelgründen,&#10;Nur Argumente von Rinderbraten,&#10;Begleitet mit Göttinger Wurst-Zitaten.&#10;Ein schweigender Stockfisch, in Butter gesotten,&#10;Behaget den radikalen Rotten&#10;Viel besser als ein Mirabeau&#10;Und alle Redner seit Cicero.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Weihnachtsfee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weihnachtsfee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weihnachtsfee/</guid><description>&lt;p&gt;Und Frieden auf Erden den Menschen,&#10;die eines guten Willens sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Suchende Sterne ins eilende Haar,&#10;Frierende Sterne, schmelzend zergangen&#10;Über den wunderfeiernden Wangen,&#10;Und die Augen von Liebe so klar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Glocken klar, wie Reif so rein&#10;Und so duft und so jung und blühend vor Güte&#10;Tau der Frühe himmlische Blüte&#10;Wie Rosen und wie Fliederschnein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da steigen die Hände, ein bettelndes Meer,&#10;Augen dunkeln nach Geschenken,&#10;Mir! Mir! Mir! Mich mußt du bedenken!&#10;So steigen die bettelnden Teller her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die weisse Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weisse-blume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weisse-blume/</guid><description>&lt;p&gt;In Vaters Garten heimlich steht&#10;Ein Blümchen traurig und bleich;&#10;Der Winter zieht fort, der Frühling weht,&#10;Bleich Blümchen bleibt immer so bleich.&#10;Die bleiche Blume schaut&#10;Wie eine kranke Braut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu mir bleich Blümchen leise spricht:&#10;Lieb Brüderchen, pflücke mich!&#10;Zu Blümchen sprech ich: Das tu ich nicht,&#10;Ich pflücke nimmermehr dich;&#10;Ich such mit Müh und Not,&#10;Die Blume purpurrot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleich Blümchen spricht: Such hin, such her,&#10;Bis an deinen kühlen Tod,&#10;Du suchst umsonst, findst nimmermehr&#10;Die Blume purpurrot;&#10;Mich aber pflücken tu,&#10;Ich bin so krank wie du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wellenbraut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wellenbraut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wellenbraut/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Schiffer Abends gleitet&#10;Auf des Meeres klarer Fluth,&#10;Wenn die Netze ausgebreitet,&#10;Und der Jüngling träumend ruht;&#10;Da vernimmt er aus der Tiefe&#10;Wunderlieblichen Gesang,&#10;Und ihm ist, als ob ihn riefe&#10;Der geheimnißvolle Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Tief im Meeresgrund gefangen&#10;Bin ich armes, bleiches Kind&#10;Nimmer fächelt meine Wangen&#10;Hold und süß der Abendwind;&#10;Nimmer schau ich Baum und Blüthen&#10;Und die Erd′ ist doch so reich!&#10;Well′umflossen muß ich hüten&#10;Der Korallen starr Gezweig.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Welt ist rund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-ist-rund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-ist-rund/</guid><description>&lt;p&gt;Die Welt ist rund, sie muss sich drehn,&#10;Wir drehen uns mit ihr:&#10;Heute ziehen wir zu Felde,&#10;Und morgen ins Quartier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch haben wir den Feind besiegt,&#10;Bleibt einer immer noch:&#10;Wo wir auch sind auf Erden,&#10;Verfolgt der Durst uns doch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und haben wir auf unserm Marsch&#10;Kein Tröpfchen Wein noch Bier,&#10;Dann trinken wir auch Wasser&#10;Zu unserem Pläsier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn uns aber auch das gebricht&#10;in unserem Biwak,&#10;Ist unser letzter Tröster&#10;Der liebe Rauchtabak.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Weltweisen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weltweisen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weltweisen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Satz, durch welchen alles Ding&#10;Bestand und Form empfangen,&#10;Der Kloben, woran Zeus den Ring&#10;Der Welt, die schon in Scherben ging,&#10;Vorsichtig aufgehangen,&#10;Den nenn′ ich einen großen Geist,&#10;Der mir ergründet, wie er heißt,&#10;Wenn ich ihm nicht drauf helfe -&#10;Er heißt: Zehn ist nicht Zwölfe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schnee macht kalt, das Feuer brennt,&#10;Der Mensch geht auf zwei Füßen,&#10;Die Sonne scheint am Firmament,&#10;Das kann, wer auch nicht Logik kennt,&#10;Durch seine Sinne wissen.&#10;Doch wer Metaphysik studiert,&#10;Der weiß, dass, wer verbrennt, nicht friert,&#10;Weiß, dass das Nasse feuchtet,&#10;Und dass das Helle leuchtet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Werbung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-werbung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-werbung/</guid><description>&lt;p&gt;Isidor, genannt der Schöne,&#10;geht auf dem Produktenmarkte,&#10;auf den Lippen süßes Lächeln,&#10;holdes Schmachten in den Blicken&#10;und im Herzen Liebesflammen,&#10;aber sonst ganz beim Geschäfte.&#10;Spiritus belebt und steigend,&#10;Mehl behauptet, Roggen fest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf dem Produktenmarkte&#10;sieht er der Geliebten Vater.&#10;Auf ihn zu geht er mit Lächeln,&#10;redet vieles, glühend wirbt er.&#10;Und der Alte hört ihn zornig,&#10;aber sonst ganz beim Geschäfte.&#10;Rüböl ruhig, Weizen fester,&#10;Hafer loco kein Geschäft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Westküsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-westkuesten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-westkuesten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Westküsten traten eines Tages zusammen&#10;und erklärten, sie seien keine Westküsten,&#10;weder Ostküsten noch Westküsten -&#10;&amp;ldquo;daß sie nicht wüßten!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wollten wieder ihre Freiheit haben&#10;und für immer das Joch des Namens abschütteln,&#10;womit eine Horde von Menschenbütteln&#10;sich angemaßt habe, sie zu begaben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie sich befreien, wie sich erretten&#10;aus diesen widerwärtigen Ketten?&#10;&amp;ldquo;Ihr Westküsten,&amp;rdquo; fing eine an zu spotten,&#10;&amp;ldquo;gedenkt ihr den Menschen etwan auszurotten?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wetterfahne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wetterfahne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wetterfahne/</guid><description>&lt;p&gt;Der Wind spielt mit der Wetterfahne&#10;Auf meines schönen Liebchens Haus.&#10;Da dacht ich schon in meinem Wahne,&#10;Sie pfiff den armen Flüchtling aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hätt′ es eher bemerken sollen,&#10;Des Hauses aufgestecktes Schild,&#10;So hätt′ er nimmer suchen wollen&#10;Im Haus ein treues Frauenbild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wind spielt drinnen mit den Herzen&#10;Wie auf dem Dach, nur nicht so laut.&#10;Was fragen sie nach meinen Schmerzen?&#10;Ihr Kind ist eine reiche Braut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wiederkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wiederkehr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wiederkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Ich, Kalliopens oft heimlich entflohener&#10;Jünger, der ich, zu lange! dir,&#10;Strenge Kritika, dir, Schwester der eitelen&#10;Pansophia, gefolget bin,&#10;Kehre reuevoll um, eile voll Sehnsucht der&#10;Allgefälligen Göttinn zu.&#10;Denn mein Tadel, obgleich ganz in den lautersten&#10;Honig eingetaucht, schmerzete&#10;Meinen Selim; und noch schwäret sein krankes Herz.&#10;Ja! nun weih ich mich ewig der&#10;Holden Muse! Mit ihr sang ich der Wälder Lob,&#10;Sang Lyäens und Amors Lob:&#10;Und mich liebte mein Freund. O! sich geliebt zu sehn,&#10;Welche Seligkeit! Liebe, dich&#10;Tauscht mein trunkener Geist nicht um das Zeigen mit&#10;Fingern, um der Versammelung&#10;Händeklatschen, des Volks ehrebezeugendes&#10;Aufstehn; dich um Gespräche mit&#10;Grossen Königen nicht, noch um die schmeichelnde&#10;Tafel ihrer Gewaltigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wiese der Lust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wiese-der-lust/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wiese-der-lust/</guid><description>&lt;p&gt;Über die weite Wiese der Lust&#10;Wandelt zaghaft mein bester Freund.&#10;Was ich Gutes von Ihm gewußt,&#10;Vergaß ich, als ich ihn da sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über der weiten Wiese der Lust&#10;Schwebt ein häßliches Ungethüm.&#10;Was ich greifbar an dem erkannt,&#10;Verschwamm mir, als ich ihn da sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf jene weite Wiese der Lust&#10;Lauf′ ich plötzlich dem Freunde nach.&#10;Was Er Gutes von Mir gewußt,&#10;Vergaß Er, als Er Mich da sah.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wittwe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wittwe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wittwe/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Herrn Kanonikus Gleim gewidmet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Grausamer Tod für feige Seelen,&#10;Dich fleh ich an!&#10;Zu früh kannst du mich nicht vermählen&#10;Mit meinem Mann.&#10;Nichts kann der armen Freude geben,&#10;Die laut dir ruft;&#10;O komm und endige mein Leben&#10;Auf seiner Gruft!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So rief von Klagen ganz ermattet,&#10;Dem Tode nah,&#10;Von Nacht und Schrecken noch umschattet,&#10;Angelika.&#10;Ein Ritter im vorübergehen&#10;Hört ihr Geschrei,&#10;Gerührt von Mitleid bleibt er stehen&#10;Und tritt herbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Worte des Glaubens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-worte-des-glaubens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-worte-des-glaubens/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Worte nenn′ ich euch inhaltschwer,&#10;Sie gehen von Munde zu Munde,&#10;Doch stammen sie nicht von außen her;&#10;Das Herz nur gibt davon Kunde.&#10;Dem Menschen ist aller Wert geraubt,&#10;Wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&#10;Und würd′ er in Ketten geboren.&#10;Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrei,&#10;Nicht den Missbrauch rasender Thoren!&#10;Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,&#10;Vor dem freien Menschen erzittert nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Worte des Koran</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-worte-des-koran/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-worte-des-koran/</guid><description>&lt;p&gt;Emir Hassan, Enkel des Propheten,&#10;Faltet seine Hände um zu beten,&#10;Setzt sich auf den Teppich dann im Saale&#10;Nieder, um zu kosten von dem Mahle. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein Sclave trägt vor ihn die Speise&#10;Und er schüttet ungeschickter Weise&#10;Von der Schüssel Inhalt, daß die Seide&#10;Ward beflecket auf des Emirs Kleide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Sclave wirft sich auf die Erde&#10;Und beginnt mit ängstlicher Geberde:&#10;»Herr! des Paradieses Freuden theilen,&#10;Die ihr Zürnen zu bemeistern eilen.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Worte des Wahns</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-worte-des-wahns/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-worte-des-wahns/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Worte hört man, bedeutungsschwer,&#10;Im Munde der Guten und Besten.&#10;Sie schallen vergeblich, ihr Klang ist leer,&#10;Sie können nicht helfen und trösten.&#10;Verscherzt ist dem Menschen des Lebens Frucht,&#10;Solang er die Schatten zu haschen sucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solang er glaubt an die goldene Zeit,&#10;Wo das Rechte, das Gute wird siegen -&#10;Das Rechte, das Gute führt ewig Streit,&#10;Nie wird der Feind ihm erliegen,&#10;Und erstickst du ihn nicht in den Lüften frei,&#10;Stets wächst ihm die Kraft auf der Erde neu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zauberin im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zauberin-im-walde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zauberin-im-walde/</guid><description>&lt;p&gt;»Schon vor vielen, vielen Jahren&#10;Saß ich drüben an dem Ufer,&#10;Sah manch Schiff vorüber fahren&#10;Weit hinein ins Waldesdunkel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ein Vogel jeden Frühling&#10;An dem grünen Waldessaume&#10;Sang mit wunderbarem Schalle,&#10;Wie ein Waldhorn klang′s im Traume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und gar seltsam hohe Blumen&#10;Standen an dem Rand der Schlünde,&#10;Sprach der Strom so dunkle Worte,&#10;′s war, als ob ich sie verstünde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ich so sinnend atme&#10;Stromeskühl und Waldesdüfte,&#10;Und ein wundersam Gelüsten&#10;Mich hinabzog nach den Klüften:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeche/</guid><description>&lt;p&gt;Ob laut an uns der Grämler Zunft&#10;Entbehrte Freuden räche,&#10;Und viel von Weisheit spreche&#10;Die alles meisternde Vernunft,&#10;Doch juble bis zur Wiederkunft&#10;Des Tages unsre Zeche!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie schön Vernunft auch schwatzen kann,&#10;Was weiß sie von Vergnügen?&#10;Um unsers uns betrügen&#10;Soll wahrlich kein verschrobner Mann.&#10;Drum sezt das Glas nur wieder an&#10;Und lerts in vollen Zügen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zufriedenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zufriedenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zufriedenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn aus dem Leben kann ein Mensch sich finden,&#10;Und das begreifen, wie das Leben sich empfindet,&#10;So ist es gut; wer aus Gefahr sich windet,&#10;Ist wie ein Mensch, der kommt aus Sturm und Winden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch besser ist′s, die Schönheit auch zu kennen,&#10;Einrichtung, die Erhabenheit des ganzen Lebens,&#10;Wenn Freude kommt aus Mühe des Bestrebens,&#10;Und wie die Güter all in dieser Zeit sich nennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Baum, der grünt, die Gipfel von Gezweigen,&#10;Die Blumen, die des Stammes Rind′ umgeben,&#10;Sind aus der göttlichen Natur, sie sind ein Leben,&#10;Weil über dieses sich des Himmels Lüfte neigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die zwei Gesellen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-gesellen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-gesellen/</guid><description>&lt;p&gt;Es zogen zwei rüstge Gesellen&#10;Zum erstenmal von Haus,&#10;So jubelnd recht in die hellen,&#10;Klingenden, singenden Wellen&#10;Des vollen Frühlings hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die strebten nach hohen Dingen,&#10;Die wollten, trotz Lust und Schmerz,&#10;Was Rechts in der Welt vollbringen,&#10;Und wem sie vorübergingen,&#10;Dem lachten Sinn und Herz. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der erste, der fand ein Liebchen,&#10;Die Schwieger kauft′ Hof und Haus;&#10;Der wiegte gar bald ein Bübchen,&#10;Und sah aus heimlichem Stübchen&#10;Behaglich ins Feld hinaus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die zwei Reigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-reigen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-reigen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Cherub schritt das Tal empor&#10;Und schlug das Volk mit Schwert und Pest,&#10;Hinsank der halbe Jugendflor -&#10;Die Schwalbe kehrt und baut das Nest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brautführer will der Frühling sein,&#10;Und wer das Lieb verloren hat,&#10;Dem gibt mit einem blühnden Mai′n&#10;Er eines an des toten Statt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er führt auf schwellend grünen Plan&#10;Den Rest der Jugend, neu gepaart,&#10;Und hebt ein mächtig Fiedeln an&#10;Von Liebesglück und Minnefahrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die zwey Frösche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwey-froesche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwey-froesche/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Frosch im Teiche sprach zum Andern:&#10;»– Und ob wir bis zum Pole wandern,&#10;Nein! so melodisch und voll Seele,&#10;Wie Du, singt keine Philomele!« –&#10;Lusttrunken rief das Fröschlein aus:&#10;»Wem aber dank′ ich den Applaus?&#10;Brekex! Nur deinem Unterricht.&#10;So klingt die Menschenflöte nicht.&#10;Ich fühl′ in meinem – Deinen Werth.&#10;Du bist allein schon ein Concert;&#10;Die ganze Teich-Akademie&#10;Bewundert deine Melodie.« –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht anders loben lächerlich&#10;Zwey Thoren in Journalen sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dieselbe in Knittel-Versen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dieselbe-in-knittel-versen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dieselbe-in-knittel-versen/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Mann, nach dem wir Gestern greulich&#10;Gesoffen, wurde sehr verträulich;&#10;Und sagte mir im truncknen Muht&#10;Was ihr im Bett′, und wie ihrs thut.&#10;Er sagt′, er wolte nicht viel fluchen,&#10;Ich möcht′ es selbst mit dir versuchen,&#10;Wo ich mich nur zum Tantze schick′,&#10;Und bracht′ es mir auf gutes Glück.&#10;Nun thuts mein Weib zwar ungebeten;&#10;Doch willst du ihre Stell′ antreten,&#10;So geb′ ich dir, hier sag′ ichs zu,&#10;Ein neues Kleid, ihr ein paar Schuh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Diokletian</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/diokletian/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/diokletian/</guid><description>&lt;p&gt;Da steht auch das! Mein Grabmal! Sieben Jahr′&#10;Sind abermals herum, und hell und klar,&#10;Wie immer blickt die Sonne auf den Greis,&#10;Der müde ist und nicht zu sterben weiß.&#10;Dies sollte meine letzte Arbeit sein:&#10;Das Bett ist fertig, doch ich schlaf nicht ein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun, setzt kein Gott mir das ersehnte Ziel,&#10;So tu ich′s selbst, ich hab es satt, das Spiel;&#10;Es scheint zwar bunt, doch wiederholt sich′s nur,&#10;Die Tage sind, wie Blumen auf der Flur:&#10;Der Farbenwechsel täuscht zwar kurze Zeit,&#10;Dann kennt man sie für alle Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dithyrambe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dithyrambe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dithyrambe/</guid><description>&lt;p&gt;Nimmer, das glaubt mir, erscheinen die Götter&#10;Nimmer allein.&#10;Kaum dass ich Bacchus, den Lustigen, habe,&#10;Kommt auch schon Armor, der lächelnde Knabe,&#10;Phöbus, der Herrliche, findet sich ein.&#10;Sie nahen, sie kommen, die Himmlischen alle,&#10;Mit Göttern erfüllt sich die irdische Halle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sagt, wie bewirt′ ich, der Erdgeborne,&#10;Himmlischen Chor?&#10;Schenket mir euer unsterbliches Leben,&#10;Götter! Was kann euch der Sterbliche geben?&#10;Hebet zu eurem Olymp mich empor!&#10;Die Freude, sie wohnt nur in Jupiters Saale,&#10;O füllet mit Nektar, o reicht mir die Schale!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Diu krône ist elter...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/diu-krone-ist-elter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/diu-krone-ist-elter/</guid><description>&lt;p&gt;Diu krône ist elter danne der künec Philippes sî:&#10;dâ mugent ir alle schouwen wol ein wunder bî,&#10;wie si ime der smit sô ebene habe gemachet.&#10;sîn keiserlîchez houbet zimt ir alsô wol,&#10;daz si ze rehte nieman guoter scheiden sol:&#10;ir dewederz daz ander niht enswachet.&#10;si liuhtent beide ein ander an,&#10;daz edel gesteine wider den jungen süezen man:&#10;die ougenweide sehent die fürsten gerne.&#10;swer nû des rîches irre gê,&#10;der schouwe wem der weise ob sîme nacke stê:&#10;der stein ist aller fürsten leitesterne&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Doch du, Ungläub′ger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/doch-du-unglaeubger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/doch-du-unglaeubger/</guid><description>&lt;p&gt;Doch du, Ungläub′ger, sollst dich ringen,&#10;Wenn Monkir wird die Sense schwingen;&#10;Sollst, wenn du seiner Qual entflohn,&#10;Umwandeln Eblis düstern Thron;&#10;Glut, ungestillt und nie zu stillen,&#10;Soll dir im Herzen endlos quillen,&#10;Es kann kein Mund mit Worten malen&#10;der innern Hölle Folterqualen.&#10;Zuerst, als Vampyr umzugehn,&#10;Soll aus der Gruft dein Leib erstehn;&#10;Dann schleich als Scheusal in dein Haus,&#10;Und saug das Blut den Deinen aus;&#10;Um Mitternacht entströmt das Blut,&#10;Des Kinds und Weibes Lebensflut.&#10;Doch deinem Leichnam graß und fahl,&#10;Soll ekel werden dieses Mahl;&#10;Dein Opfer selbst, es es verblich&#10;Erkenn als seinen Vater dich -&#10;Am Stamm welkt deiner Blumen Leben,&#10;Dir, so verflucht, den Fluch dir geben.&#10;Doch eine soll als Opfer fallen,&#10;Die jüngste, liebste dir von allen,&#10;Die soll dich segnend Vater nennen -,&#10;Dies Wort wird dir im Herzen brennen!&#10;Doch würgen mußt du sie und sehn&#10;Der Wange letztes Rot verwehn;&#10;Den letzten Blick, der glasig stiert,&#10;Da leblos drin das Blau gefriert.&#10;Dann reiße mit verruchter Rechte&#10;Vom Haupt herab die blonde Flechte,&#10;Von der ein Löckchen sonst, ein Haar,&#10;Ein süßes Pfand der Liebe war.&#10;Dir soll es jetzt ein Zeichen sein&#10;Der grauenvollsten Todespein!&#10;Es triefe dir von Zahn und Mund&#10;Das beste Blut aus deinem Bund!&#10;Dann tappe nach dem Grabe stumm,&#10;Treib mit Dämonen dich herum,&#10;Bis diese Schar, vor Schreck erbleicht,&#10;Dir dem verfluchtern Unhold weicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dorfabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dorfabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dorfabend/</guid><description>&lt;p&gt;Fenster schließen, glimmern stille,&#10;Häuslein rücken Dach an Dach&#10;Himmel stehen feiernd stille,&#10;Mond wird Silberfrucht und wach.&#10;Müder Leib schläft in der Stille,&#10;Herz schlägt alle Stunden nach,&#10;Lebt für sich durch Schlaf und Stille –&#10;Wohin denn? wozu? aus wessen Wille?&#10;Lautlos, langsam fallen Wand und Dach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drei Hexen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-hexen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-hexen/</guid><description>&lt;p&gt;Nachts auf dem rauchenden Schutte Lyons, matt von den Schreckenstaten,&#10;Die sie im Fron des Konvents vollbracht, lag ein Haufe Soldaten;&#10;Müde ruhte das fressende Schwert, stumm die Würgerkanone;&#10;Blutgeschwollen mit wirbelnder Flut rauschte vorüber der Rhone.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allen die eisernen Sinne tief hielt der Schlummer gebunden;&#10;Einer, ein junger Krieger, allein hatte nicht Schlaf gefunden;&#10;Fort und fort, wie Schatten und Licht über die schäumenden Fluten,&#10;Zogen Gedanken ihm über die Stirn, welche nicht wichen noch ruhten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drei Minuten Gehör!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-minuten-gehoer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-minuten-gehoer/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Minuten Gehör will ich von euch, die ihr arbeitet-!&#10;Von euch, die ihr den Hammer schwingt,&#10;von euch, die ihr auf Krücken hinkt,&#10;von euch, die ihr die Feder führt,&#10;von euch, die ihr die Kessel schürt,&#10;von euch, die mit treuen Händen&#10;dem Manne ihre Liebe spenden -&#10;von euch, den Jungen und den Alten - :&#10;Ihr sollt drei Minuten inne halten.&#10;Wir sind ja nicht unter Kriegsgewinnern.&#10;Wir wollen uns einmal erinnern:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dreizehn Jahre alt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dreizehn-jahre-alt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dreizehn-jahre-alt/</guid><description>&lt;p&gt;Wie du im Abendqualm&#10;So einfältig an mir vorübergehst,&#10;Tauchst du in meinen Gleichmutblick den deinen –&#10;Den deinen&#10;Der in dem mageren Gesicht wie eine Frage,&#10;Wie feuchter grauer Schimmer schwimmt –&#10;O unbewußte Mädchenklage –&#10;Dein Auge frägt – dein Auge glimmt –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast so sehnsuchtmagere Glieder,&#10;Du trägst noch zartgeflochtene falbe Kinderhaare,&#10;Du hast so aufgeschossene Glieder,&#10;Du bist wohl dreizehn Jahre alt – schon dreizehn Jahre –&#10;Du trägst das blaugepunkte kurze Kleid&#10;Aus Waschkattun,&#10;Du gehst in lächerlichen Kinderschuh′n –&#10;Du steckst noch ganz in Kindlichkeit,&#10;Doch dein Auge – dein Auge allein&amp;hellip;.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du fragst, wozu das Küssen tauge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-fragst-wozu-das-kuessen-tauge/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-fragst-wozu-das-kuessen-tauge/</guid><description>&lt;p&gt;Du fragst, wozu das Küssen tauge,&#10;Und was es eigentlich will sagen?&#10;Um sich zu blicken Aug′ in Auge,&#10;Und Seel′ um Seele zu befragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn Auge sich in Auge spiegelt&#10;Und sich zu Seele Seele findet,&#10;Dann wird im Kusse rasch besiegelt,&#10;Was treue Herzen ewig bindet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum willst du je dich küssend neigen,&#10;So giebt es Eines, das bedenke:&#10;Daß leis in andachtvollem Schweigen&#10;Auch Seele sie in Seele senke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du im Voraus verlorne Geliebte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-im-voraus-verlorne-geliebte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-im-voraus-verlorne-geliebte/</guid><description>&lt;p&gt;Du im Voraus&#10;verlorne Geliebte, Nimmergekommene,&#10;nicht weiß ich, welche Töne dir lieb sind.&#10;Nicht mehr versuch ich, dich, wenn das Kommende wogt,&#10;zu erkennen. Alle die großen&#10;Bilder in mir, im fernen erfahrene Landschaft,&#10;Städte und Türme und Brücken und un-&#10;vermutete Wendung der Wege&#10;und das gewaltige jener von Göttern&#10;einst durchwachsenen Länder:&#10;steigt zur Bedeutung in mir&#10;deiner, Entgehende, an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, die Gärten bist du,&#10;ach, ich sah sie mit solcher&#10;Hoffnung. Ein offenes Fenster&#10;im Landhaus -, und du tratest beinahe&#10;mir nachdenklich heran. Gassen fand ich, -&#10;du warst sie gerade gegangen,&#10;und die Spiegel manchmal der Läden der Händler&#10;waren noch schwindlich von dir und gaben erschrocken&#10;mein zu plötzliches Bild. - Wer weiß, ob derselbe&#10;Vogel nicht hinklang durch uns&#10;gestern, einzeln, im Abend?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du meine Seele, du mein Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-meine-seele-du-mein-herz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-meine-seele-du-mein-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Du meine Seele, du mein Herz,&#10;Du meine Wonn&amp;rsquo;, o du mein Schmerz,&#10;Du meine Welt, in der ich lebe,&#10;Mein Himmel du, darein ich schwebe,&#10;O du mein Grab, in das hinab&#10;Ich ewig meinen Kummer gab.&#10;Du bist die Ruh&amp;rsquo;, du bist der Frieden,&#10;Du bist der Himmel mir beschieden.&#10;Daß du mich liebst, macht mich mir wert,&#10;Dein Blick hat mich vor mir verklärt,&#10;Du hebst mich liebend über mich,&#10;Mein guter Geist, mein beßres Ich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du meine Seele, singe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-meine-seele-singe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-meine-seele-singe/</guid><description>&lt;p&gt;Du meine Seele, singe,&#10;wohlauf und singe schön&#10;dem, welchen alle Dinge&#10;zu Dienst und Willen stehn.&#10;Ich will den Herren droben&#10;hier preisen auf der Erd;&#10;ich will ihn herzlich loben,&#10;solang ich leben werd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl dem, der einzig schauet&#10;nach Jakobs Gott und Heil!&#10;Wer dem sich anvertrauet,&#10;der hat das beste Teil,&#10;das hächste Gut erlesen,&#10;den schönsten Schatz geliebt;&#10;sein Herz und ganzes Wesen&#10;bleibt ewig unbetrübt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du schlank und rein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-schlank-und-rein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-schlank-und-rein/</guid><description>&lt;p&gt;Du schlank und rein wie eine flamme&#10;Du wie der morgen zart und licht&#10;Du blühend reis vom edlen stamme&#10;Du wie ein quell geheim und schlicht&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Begleitest mich auf sonnigen matten&#10;Umschauerst mich im abendrauch&#10;Erleuchtest meinen weg im schatten&#10;Du kühler wind du heisser hauch&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist mein wunsch und mein gedanke&#10;Ich atme dich mit jeder luft&#10;Ich schlürfe dich mit jedem tranke&#10;Ich küsse dich mit jedem duft&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du willst es nicht in Worten sagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-willst-es-nicht-in-worten-sagen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-willst-es-nicht-in-worten-sagen/</guid><description>&lt;p&gt;Du willst es nicht in Worten sagen;&#10;Doch legst du′s brennend Mund auf Mund,&#10;Und deiner Pulse tiefes Schlagen&#10;Tut liebliches Geheimnis kund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du fliehst vor mir, du scheue Taube,&#10;Und drückst dich fest an meine Brust;&#10;Du bist der Liebe schon zum Raube&#10;Und bist dir kaum des Worts bewußt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du biegst den schlanken Leib mir ferne,&#10;Indes dein roter Mund mich küßt;&#10;Behalten möchtest du dich gerne,&#10;Da du doch ganz verloren bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du willst, daß ich in Worte füge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-willst-dass-ich-in-worte-fuege/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-willst-dass-ich-in-worte-fuege/</guid><description>&lt;p&gt;Du willst, daß ich in Worte füge,&#10;Was flüchtig ist wie Windeswehn,&#10;Und meiner Seele Atemzüge,&#10;Die leisen, kannst du nicht verstehn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch glaub! die Wonne wie die Klage,&#10;Die nur in Geistertönen lallt,&#10;Bleibt eine unverstandne Sage,&#10;Wenn ihr das Herz nicht wiederhallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Sinn ist hin, ihr Laut verklungen,&#10;Sobald die Lippe sie erst nennt:&#10;Nicht eignet sich für Menschenzungen,&#10;Was nur der Himmel weiß und kennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 6</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-6/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-6/</guid><description>&lt;p&gt;Feigenbaum, seit wie lange schon ists mir bedeutend,&#10;wie du die Blüte beinah ganz überschlägst&#10;und hinein in die zeitig entschlossene Frucht,&#10;ungerühmt, drängst dein reines Geheimnis.&#10;Wie der Fontäne Rohr treibt dein gebognes Gezweig&#10;abwärts den Saft und hinan: und er springt aus dem Schlaf,&#10;fast nicht erwachend, ins Glück seiner süßesten Leistung.&#10;Sieh: wie der Gott in den Schwan.&#10;. . . . . . Wir aber verweilen,&#10;ach, uns rühmt es zu blühn, und ins verspätete Innre&#10;unserer endlichen Frucht gehn wir verraten hinein.&#10;Wenigen steigt so stark der Andrang des Handelns,&#10;daß sie schon anstehn und glühn in der Fülle des Herzens,&#10;wenn die Verführung zum Blühn wie gelinderte Nachtluft&#10;ihnen die Jugend des Munds, ihnen die Lider berührt:&#10;Helden vielleicht und den frühe Hinüberbestimmten,&#10;denen der gärtnernde Tod anders die Adern verbiegt.&#10;Diese stürzen dahin: dem eigenen Lächeln&#10;sind sie voran, wie das Rossegespann in den milden&#10;muldigen Bildern von Karnak dem siegenden König.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 9</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-9/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-9/</guid><description>&lt;p&gt;Warum, wenn es angeht, also die Frist des Daseins&#10;hinzubringen, als Lorbeer, ein wenig dunkler als alles&#10;andere Grün, mit kleinen Wellen an jedem&#10;Blattrand (wie eines Windes Lächeln) -: warum dann&#10;Menschliches müssen - und, Schicksal vermeidend,&#10;sich sehnen nach Schicksal? . . .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, nicht, weil Glück ist,&#10;dieser voreilige Vorteil eines nahen Verlusts.&#10;Nicht aus Neugier, oder zur Übung des Herzens,&#10;das auch im Lorbeer wäre . . . . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Durch Barbarei, Arabia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-barbarei-arabia/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-barbarei-arabia/</guid><description>&lt;p&gt;Durch Barbarei, Arabia,&#10;durch Harmanei in Persia,&#10;durch Tartarei in Suria,&#10;durch Romanei in Türggia,&#10;Ibernia, der sprüng hab ich vergessen.&#10;Durch Preussen, Reussen, Eiffenlant,&#10;gen Litto, Liffen, übern strant,&#10;gen Tenmark, Sweden, in Prabant,&#10;durch Flandern, Frankreich, Engelant,&#10;und Schottenlant hab ich lang nicht gemessen.&#10;Durch Arragun, Kastilie,&#10;Granaten und Afferen,&#10;auss Portigal, Ispanie&#10;pis gen dem vinstern steren,&#10;von Provenz gen Marsilie -&#10;in Races pei Saleren,&#10;daselben plaib ich in der e,&#10;mein ellend da zu meren&#10;vast ungeren.&#10;Auff ainem kofel rund und smal,&#10;mit dickem wald umbvangen,&#10;vil hoher perg und tieffe tal,&#10;stain, stauden, stück, snestangen,&#10;der sich ich täglich ane zal.&#10;noch aines zwingt mich pangen,&#10;das mir der klainen kindlin schal&#10;mein oren dick bedrangen&#10;hat durchgangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dürstest du nach ewger Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duerstest-du-nach-ewger-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duerstest-du-nach-ewger-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Dürstest du nach ewger Liebe,&#10;Oh, so flehe nicht zum Herrn,&#10;Denn in deines Herzens Kern&#10;Steht die Quelle,&#10;Und darüber steht ein Stern,&#10;Er wird dich mit seiner Helle&#10;Immer tief zum Guten rühren&#10;Und zur Quelle würdig führen.&#10;Da magst du den Durst erquicken,&#10;Und wirst du im Niederblicken&#10;Gottes Bild im Wasserspiegel&#10;Mit dir, in dir spiegeln sehn,&#10;Grüß ihn stille.&#10;Ewig wirst du dann am Spiegel&#10;Ewig, ewig blühend stehn.&#10;Also ist des Herren Wille.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Düstere Ahnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duestere-ahnung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duestere-ahnung/</guid><description>&lt;p&gt;Mißtrau&amp;rsquo; nicht meinen Eiden,&#10;Mißtraue meinem Glück;&#10;Noch ist es Zeit, zu fliehen,&#10;Noch kannst Du ruhig ziehen,&#10;Nimm Deinen Ring zurück!&#10;Mir träumt von nahen Leiden,&#10;Drum besser ist&amp;rsquo;s, mich meiden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh&amp;rsquo; an der Stirn ein Zeichen,&#10;Daran werd&amp;rsquo; ich erkannt;&#10;Es deutet Kampf und Kriege,&#10;Das hat an meiner Wiege&#10;Ein Dämon eingebrannt!&#10;Der kam aus dunkeln Reichen,&#10;Ich werd&amp;rsquo; ihm nicht entweichen! – –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst, als die Schlacht entglommen,&#10;Sah ich in Kampfesnoth&#10;Einen Soldaten trinken,&#10;Und als er trank, ihn sinken&#10;Hin auf den Rasen, todt:&#10;Er hatt&amp;rsquo;s nicht wahrgenommen,&#10;Wie er den Schuß bekommen! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ebene Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ebene-landschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ebene-landschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Die Erde kam, ein grauer Strom, geflossen.&#10;Kein Damm, der ihre Flut zusammenhält,&#10;Sie hat sich über Berg und Tal und Haus ergossen.&#10;Fern, wo ein schmaler Strich den Horizont erhellt,&#10;Ein Baum. Entwurzelt. Der ins Leere fällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Echo oder Wiederschall.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/echo-oder-wiederschall/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/echo-oder-wiederschall/</guid><description>&lt;p&gt;Diß Ort mit Bäumen gantz vmbgeben /&#10;Da nichts als Furcht vnd Schatten schweben /&#10;Da Trawrigkeit sich hin verfügt /&#10;Da alles wüst′ vnd öde liegt /&#10;Da auch die Sonne nicht hinweichet /&#10;Da gifftig Vngezieffer schleichet /&#10;Da gar kein Wasser sich ergeust /&#10;Als das auß meinen Augen fleust /&#10;Da gar kein Liecht nicht wird erkennet /&#10;Als daß auß meinem Hertzen brennet /&#10;Bedüncket mich bequeme seyn /&#10;Da ich mich klag′ ab meiner Pein /&#10;Ab meiner Pein vnd tieffstem Leiden /&#10;Daß mich jetzund wird von mir scheiden;&#10;Doch ehe der gewüntschte Tod&#10;Mit Frewden abhilfft meiner Noth /&#10;Will ich von meiner Liebe klagen /&#10;Vnd / ob schon gantz vergeblich / fragen /&#10;Ist dann niemand der tröste mich /&#10;Weil ich so trawer′ jnniglich? Ich.&#10;O Echo / wirst nur du alleine&#10;Hinfort mich trösten / vnd sonst keine? eine.&#10;Wie soll sie leschen meinen Brandt /&#10;Ist sie mir doch noch vnbekandt? bekandt.&#10;Sie wil es aber nicht verstehen /&#10;Lest mich in Angst ohn Ablaß gehen. laß gehen.&#10;Verleuret sich denn ja mein Leidt /&#10;Wem soll ichs dancken mit der Zeit? der Zeit.&#10;So ist nun Noth daß ich verscharre&#10;Das Fewer / vnd der Stund′ erharre? harre.&#10;Wenn ich zu lange harren solt′&#10;Hülff etwas meiner Vngedult? Gedult.&#10;Vielleichte möcht′ ich sterben ehe /&#10;Weil ich im höchsten Elend gehe? entgehe.&#10;So folg′ ich deinem Rathe schlecht /&#10;Hoff′ alles werde gut vnd recht. recht.&#10;Nun bin ich vieler Noth entbunden /&#10;Vnd habe guten Trost empfunden.&#10;Du vnbewohnte Trawrigkeit /&#10;Jhr Hecken voll von meinem Leid′ /&#10;Jhr schwartzen Hölen vnd jhr Wüsten /&#10;Da Eulen / Natern / Schlangen nisten /&#10;Du ödes Ort / gehabt euch wol;&#10;Ich bin für Trawren Frewde voll /&#10;Für Finsternüß such′ ich die Sonnen /&#10;Für Threnen einen kühlen Bronnen:&#10;Die so Vertröstung mir gethan /&#10;Ist so daß sie nicht lügen kan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Augenblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-augenblick/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-augenblick/</guid><description>&lt;p&gt;Um die alte Stadt auf der Promenade,&#10;Dem bequemen, beliebten Pfade,&#10;Den die Platanen beschatten und zieren,&#10;Gieng ich am Sommerabend spazieren.&#10;Ein Sonntag war&amp;rsquo;s und ein Sonnentag,&#10;Es wandelten Leute von allerhand Schlag,&#10;Festlich geputzt, und alle dem Volke&#10;Stand auf dem Gesicht keine einzige Wolke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam mir im goldenen Abendschein&#10;Entgegen ein Kinderwägelein,&#10;Ein nett geflochtnes, auf leichten Rädchen,&#10;Es zog ein sauberes Ulmermädchen.&#10;Mein Blick fiel just in&amp;rsquo;s Gefährt hinein,&#10;Da lag ein Knabe gebettet fein,&#10;Kaum jährig etwa, sein Angesicht&#10;Umwob ein Schimmer von Rosenlicht,&#10;Als ruht&amp;rsquo; er in einem Rosenhag,&#10;Denn in den Schatten, worin er lag,&#10;Fiel erhellend ein Wiederschein&#10;Vom farbigen Obdach im Wägelein,&#10;Auch kam von außen der Glanz ergossen,&#10;Denn ganz mit Licht war die Luft durchschossen;&#10;Ja vom Kind auch schien es mir auszugehen,&#10;Denn ein schöneres hab&amp;rsquo; ich noch nie gesehen;&#10;Mau glaubte Herz und Auge zu laben&#10;An einem von Raphael&amp;rsquo;s Engelknaben,&#10;Es schwamm wie ein Bild im erleuchteten Raum,&#10;Wie ein Feenkind, wie ein seltener Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Becher voll von süßer Huld...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-becher-voll-von-suesser-huld/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-becher-voll-von-suesser-huld/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Becher voll von süßer Huld&#10;Und eine glühnde Ungeduld&#10;Und eine arme trunkne Schuld&#10;Sie lehren mich zu flehen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Becher voll von süßer Huld&#10;Vergib der glühnden Ungeduld&#10;Vergib die arme trunkne Schuld,&#10;Die ins Gericht will gehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Becher voll von süßer Huld&#10;Darf heut die glühnde Ungeduld&#10;Zur Buße armer trunkner Schuld&#10;Nicht sehn, und möcht vergehen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das freut den Becher süßer Huld&#10;Das schmerzt die glühnde Ungeduld&#10;Das straft die arme trunkne Schuld&#10;Mit bittern, bittern Wehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Christliches Sterblied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-christliches-sterblied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-christliches-sterblied/</guid><description>&lt;p&gt;Wiltu noch nicht Augen kriegen /&#10;O du gantz verbößte Welt /&#10;Da du doch siehst niederliegen&#10;Manchen außgeübten Helt /&#10;Da du doch offt siehst begraben /&#10;Die es nicht gemeinet haben!&#10;Wie lang wiltu Wollust treiben?&#10;Wielang / meinstu / hastu Zeit?&#10;In der krancken Welt zu bleiben?&#10;Wielang liebstu Uppigkeit?&#10;Da doch einer nach dem andern&#10;Muß auß disem Leben wandern.&#10;Ey / was hastu fur Gedancken /&#10;Wan da so viel Leichen stehn?&#10;Wan da liegen so viel Krancken /&#10;Die den Todt für Augen sehn?&#10;Wan die Götter dieser Erden&#10;Selber auch begraben werden?&#10;Wirstu dich nicht eh bedencken /&#10;Eh der warme Geist entweicht /&#10;So wirstu dich ewig krencken /&#10;Darümb / weil der Todt uns schleicht&#10;Stündlich nach auff allen Seiten /&#10;Soll man sich dazu bereiten.&#10;Gib mir Gott ein Sehlig Ende /&#10;Führ mich durch des Todes Thal /&#10;Nimb mich fest in deine Hende /&#10;Kürtze mir des Todtes Qual /&#10;Laß mein Hertze nicht verzagen&#10;Für des Todes grimmen Plagen!&#10;Laß mir nach die schweren Sünde /&#10;Gib mir deinen Frewdengeist /&#10;Das ich Ruh der Sehlen finde!&#10;Darüm bitt ich allermeist /&#10;Laß mich auch ja nicht berauben /&#10;Sondern mehr mir meinen Glauben!&#10;Hier mein Gott / hie schlag und plage!&#10;Hier / HERR Jesu / reck undt streck!&#10;Hier hier trenne / brenn undt jage!&#10;Hier reiß / schmeiß / krenck / senck undt schreck!&#10;Laß mich hier die Straffe spüren /&#10;Die mir solte dort gebüren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Eisenbahner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-eisenbahner/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-eisenbahner/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann Eisenbahn-Zugführer werden;&#10;nein, Lokomotivführer lieber!&#10;Dann bin ich kleiner Menschenknirps&#10;der größten Maschine über,&#10;die tausend Pferdekraft stark ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und tausend andre Menschen&#10;regiert Ein Griff meiner Hand,&#10;tagein tagaus, bei Nacht, bei Nebel,&#10;im Sturm von Land zu Land;&#10;Bahn frei! schreit meine Maschine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bahn frei - was schreit da wider?&#10;im Dunkeln welch Gestampf?&#10;Woher, wohin? Vorwärts, zurück?&#10;Halt! bremsen! Gegendampf!&#10;jetzt gilt′s, Mensch: Einer für Alle!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Fang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fang/</guid><description>&lt;p&gt;oder: Was sich bei Kannstatt am Neckar im Jahr 1796&#10;zwischen einem kleinen französischen Schützen&#10;und einem österreichischen Reiter begeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Kannstatt an der Brucken&#10;Da war das Schießen groß,&#10;Als aufeinander stießen&#10;Oestreicher und Franzos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Haubitzen und Granaten&#10;Brummten den Baß mit Macht&#10;Und das Musketenfeuer&#10;Dazwischen klatscht und kracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei den Franzosen drüben&#10;Ein kleiner Schütze war,&#10;Der zielte wie ein Falke,&#10;Er fehlte nicht ein Haar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schoß, er lud, er spannte,&#10;Legt&amp;rsquo; an und drückt&amp;rsquo; und traf,&#10;Und mancher von den Feinden&#10;Sank in den Todesschlaf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Felsenherz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-felsenherz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-felsenherz/</guid><description>&lt;p&gt;Als Moses in der Seele höchstem Zagen,&#10;Um Hülfe flehend, an den Fels geschlagen,&#10;Da fühlte Mitleid selbst mit ihm der Stein;&#10;Er öffnete des Busens starre Rinde,&#10;Und segensreich entströmte voll und linde&#10;Den Schmachtenden die Quelle frisch und rein. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein andrer Moses, hab′ ich auch geschlagen&#10;An einen Fels, mit banger Furcht und Zagen,&#10;Was aus dem Innern mir entgegenquillt;&#10;Voll Inbrunst hab′ ich heiß mit ihm gerungen,&#10;Ich redete mit Mensch- und Engelzungen -&#10;Es lag vor ihm der Seele ganzes Bild!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Frauenschicksal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-frauenschicksal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-frauenschicksal/</guid><description>&lt;p&gt;So wie der König auf der Jagd ein Glas&#10;ergreift, daraus zu trinken, irgendeines, -&#10;und wie hernach der welcher es besaß&#10;es fortstellt und verwahrt als wär es keines:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;so hob vielleicht das Schicksal, durstig auch,&#10;bisweilen Eine an den Mund und trank,&#10;die dann ein kleines Leben, viel zu bang&#10;sie zu zerbrechen, abseits vom Gebrauch&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;hinstellte in die ängstliche Vitrine,&#10;in welcher seine Kostbarkeiten sind&#10;(oder die Dinge, die für kostbar gelten).&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Freudentag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-freudentag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-freudentag/</guid><description>&lt;p&gt;»Jaja, ich hab′ mir ′ne Pfeife gekauft,&#10;eine Tabakspfeife von Ton!&#10;Ja, Weibchen, ja: der »Ökonomie«&#10;und aller Vernunft zum Hohn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Haha, ich hab′ mir ′ne Pfeife gekauft,&#10;eine stattliche Pfeife von Ton,&#10;wie sie Mynheer van Holland raucht,&#10;der reiche Zuckerbaron!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja lache nur, Weib, du hast ganz recht:&#10;Ich rauch′ überhaupt keine Pfeif′;&#10;doch weil ich so überglücklich war,&#10;so mußt′ ich sie kaufen: begreif′!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß unser Junge nun wieder gesund,&#10;das machte mich wunderfroh.&#10;Und bin ich vergnügt, so kauf′ ich was,&#10;ganz einerlei, was und wo.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Frühlingsabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fruehlingsabend/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fruehlingsabend/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Strauch voll Larven; Abendföhn im März;&#10;Ein toller Hund läuft durch ein ödes Feld&#10;Durchs braune Dorf des Priesters Glocke schellt;&#10;Ein kahler Baum krümmt sich in schwarzem Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Schatten alter Dächer blutet Mais;&#10;O Süße, die der Spatzen Hunger stillt.&#10;Durch das vergilbte Rohr bricht scheu ein Wild.&#10;O Einsamstehn vor Wassern still und weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsäglich ragt des Nußbaums Traumgestalt.&#10;Den Freund erfreut der Knaben bäurisch Spiel.&#10;Verfallene Hütten, abgelebt′ Gefühl;&#10;Die Wolken wandern tief und schwarz geballt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Gänschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gaenschen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gaenschen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Gänschen auf dem Teppich stand&#10;In Erdmannsdorf gar wohl bekannt&#10;Es war ein herzig Gänschen&#10;Ein fremder Maler kam dahin,&#10;Mit schwarzem Bart und leichtem Sinn&#10;Dahin, dahin,&#10;Nach Erdmannsdorf er ging.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! denkt das Gänschen, wär ich nur&#10;Die schönste Gans in der Natur,&#10;Ach! nur ein kleines Weilchen.&#10;Bis mich der Maler hätt gemalt,&#10;Ich ihn durch einen Kuß bezahlt,&#10;Mit meinem, mit meinem,&#10;Mit meinem breiten Schnabel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Geburtstag auf der Reise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-geburtstag-auf-der-reise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-geburtstag-auf-der-reise/</guid><description>&lt;p&gt;Wie wird mir so beklommen,&#10;Obgleich ich ruhig schlief!&#10;Wär′ heut der Tag gekommen,&#10;Der mich ins Leben rief?&#10;Ja, sagt mir der Kalender,&#10;Ein Strauß des Freundes auch,&#10;Den der zu milde Spender&#10;Mir flocht am Lorbeerstrauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, was sind das für Boten!&#10;Wo bleiben Weib und Kind,&#10;Die sonst, zum Liebesknoten&#10;Verschränkt die Ersten sind!&#10;Heran, heran, wie immer,&#10;Du teures, teures Paar,&#10;Sonst wage ich mich nimmer&#10;Hinein ins neue Jahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Generalleutnant singt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-generalleutnant-singt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-generalleutnant-singt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin der Herr Divisionskommandeur,&#10;Seine Exzellenz.&#10;Ich habe erreicht, was menschenmöglich ist.&#10;Ein schönes Bewußtsein.&#10;Vor mir beugen das Knie&#10;Hauptleute und Regimentschefs,&#10;Und meine Herren Generäle&#10;Horchen auf meinen Befehl.&#10;Wenn Gott will, beherrsche ich nächstens&#10;Ein ganzes Armeekorps.&#10;Frauen, Theater, Musik&#10;Interessieren mich wenig.&#10;Was ist das alles gegen&#10;Parademärsche, Gefechte.&#10;Wäre doch endlich ein Krieg&#10;Mit blutigen, brüllenden Winden.&#10;Das gewöhnliche Leben&#10;Hat für mich keine Reize.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Gesang wieder den Neidt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gesang-wieder-den-neidt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gesang-wieder-den-neidt/</guid><description>&lt;p&gt;Hatt zwar die Mißgunst tausendt Zungen /&#10;Und mehr dan tausend ausgestreckt /&#10;Und kompt mit macht auf mich gedrungen /&#10;So werd ich dennoch nicht erschreckt;&#10;Wer Gott vertrawt in allen dingen /&#10;Wirdt Weldt / wird Neidt / wird Todt bezwingen.&#10;Hör ich gleich umb und umb mich singen&#10;Die sehr vergifftete Siren;&#10;So soll mich dennoch nicht bezwingen&#10;Ihr lieblichs Gifft / und hell gethön;&#10;Ich will die Ohren mir verkleben /&#10;Und für sie frey fürüber schweben.&#10;Gefellt dir nicht mein schlechtes Schreiben /&#10;Und meiner Feder edles Safft /&#10;So laß nur balt das Läsen bleiben /&#10;Eh dan es dir mehr unruh schafft;&#10;Das / was von anfang ich geschrieben /&#10;Wird kein verfalschter Freund belieben.&#10;Weistu mich gleich viel für zuschwetzen /&#10;Von meiner Leyer ab zustehen;&#10;So soll mich doch allzeit ergetzen&#10;Das Arbeitsahme müssig gehen:&#10;Laß aber du dein Leumbden bleiben /&#10;Damit du mich meinst auff zureiben.&#10;Ich weiß / es ist dir angebohren /&#10;Den Musen selbst abholt zu sein /&#10;Doch hat mein Phoebus nie verlohren /&#10;Durch deine List / den hellen Schein:&#10;Die Tugend wird dennoch bestehen /&#10;Wen du / und alles wirst vergehen.&#10;Ein grimmes Thier hat dich erzeuget /&#10;Die Höllgöttinnen haben dich&#10;An ihrer harten Brust geseuget /&#10;Und Momus nennt dein Vater sich;&#10;Dein Vaterland ist in der wüsten /&#10;Da Basilisk und Eulen nisten.&#10;Solt ich üm deinet willen hassen&#10;Den allzeit grünen Helicon /&#10;Und mich zu dir herrunter laßen /&#10;So hett ich warlich schlechten Lohn.&#10;Nein / ich bleib auf Parnaßus Spitzen /&#10;Du magst in Plutons Reiche sitzen.&#10;Was würde wol mein Phöbus sagen /&#10;Wen ich das grüne Lohrberlaub&#10;Mir würde selbst vom Häupte schlagen /&#10;Und werffen in der Erdenstaub?&#10;Euterpen würd es ja verdrüßen /&#10;Wenn Ihre Magd wehr außgerißen.&#10;Thalia würd es hoch empfinden /&#10;Und Clio würde zürnen sehr /&#10;Ließ ich die werthe Leyer hinden /&#10;Und liebte Neid und Leümbden mehr:&#10;Drüm laß nur ab mit deinen Rencken /&#10;Mein zartes Alter baß zu krencken /&#10;Vermeynstu / daß nicht recht getroffen /&#10;Daß auch dem weiblichen Geschlecht&#10;Der Pindus allzeit frey steht offen /&#10;So bleibt es dennoch gleichwohl recht /&#10;Daß die / so nur mit Demuht kommen /&#10;Von Phoebus werden angenommen.&#10;Ich darf nun auch nicht weitergehen /&#10;Und bringe starcke Zeugen ein;&#10;Du kanst es gnug an disem sehen /&#10;Daß selbst die Musen Mägde sein:&#10;Was lebet soll Ja Tugendt lieben /&#10;Und niemandt ist davon vertrieben.&#10;Gantz Holland weiß dir für zusagen&#10;Von seiner Bluhmen Tag und Nacht;&#10;Herrn Catzen magstu weiter fragen /&#10;Durch den sie mir bekant gemacht:&#10;Cleobulina wird wol bleiben /&#10;Von der viel kluge Federn schreiben.&#10;Was Sappho für ein Weib gewesen&#10;Von vielen / die ich dir nicht nenn /&#10;Kanstu bey andern weiter lesen /&#10;Von den ich acht und fünffzig kenn /&#10;Die nimmer werden untergehen /&#10;Und bey den Liechten Sternen stehen.&#10;Sollt ich die Nadel hoch erheben /&#10;Und über meine Poesey /&#10;So muß ein kluger mir nachgeben /&#10;Daß alles endlich reisst entzwey;&#10;Wer kann so künstlich Garn auch drehen /&#10;Das es nicht sollt in stücken gehen?&#10;Bring alles her auß allen Enden /&#10;Was je von Menschen ist bedacht /&#10;Was mit so klugen Meister Händen&#10;Ist jemahls weit und breit gemacht /&#10;Und laß eß tausend Jahre stehen /&#10;So wird es von sich selbst vergehen.&#10;Wo ist Dianen Kirch geblieben?&#10;Des Jupters Bild ist schon davon;&#10;Sind nicht vorlengst schon auffgerieben&#10;Die dicken Mauren Babilon?&#10;Was damahls teuer gnug gegolten /&#10;Wird jetzt für Asch und Staub gescholten.&#10;Doch daß / was Naso hat geschrieben /&#10;Was Aristoteles gesagt /&#10;Ist heut bey uns noch überblieben /&#10;Und wird auch nicht ins Grab gejagt /&#10;Sie leben stets und sind gestorben /&#10;Und haben ewigs Lob erworben.&#10;Was uns die Schar der Klugen lehret /&#10;Wird heut noch durch der Feder Macht /&#10;Auff Fama Pfeiffen angehöret /&#10;Und uns zur Nachricht fürgebracht /&#10;Ihr Lob wird weit und breit erschallen /&#10;Bis alles wird zu Boden fallen.&#10;Wan selbst das weite Rund von innen&#10;Auch wehre lauter schwartze Dint /&#10;So wird es doch nicht leschen können /&#10;Wes man von den geschrieben findt /&#10;Die mit geflügelten Gedancken&#10;Nicht von der Weißheit bahne wancken.&#10;Mein Opitz (dem das Lob gebühret /&#10;Das Teutschlandt / seiner Sprachen Pracht&#10;Und edlen Leyer halben führet /&#10;Weil Er den anfang hat gemacht)&#10;Wird billig oben an geschrieben&#10;Bey den / die Kunst und Tugend lieben.&#10;Sein Lob wird nicht verdecket werden /&#10;Kein Neid verbirget seinen Preiß /&#10;Weil selbst das große Rund der Erden&#10;Mit seiner Kunst zu pralen weiß;&#10;O möcht ich halb so guht nur singen /&#10;Und so den Thon der Leyer zwingen!&#10;Laß nur / O Neid! dein Leumbden bleiben /&#10;Ich weiß es ohn dich mehr als wol /&#10;Wen ich nicht mehr Poetisch schreiben /&#10;Undt dieses hinterlassen soll.&#10;Ich wil mich in die Zeit wol schicken /&#10;Du solt mich doch nicht unterdrücken.&#10;Ich wil hinfüro GOTT vertrawen /&#10;Von dem soll sein mein Tichten all /&#10;So kan mich auch für dich nicht grawen /&#10;Drüm sag ich billig noch einmahl:&#10;Wer GOTT vertrawt in allen Dingen /&#10;Wird Welt / wird Neid / wird Todt bezwingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein gülden A B C</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-guelden-a-b-c/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-guelden-a-b-c/</guid><description>&lt;p&gt;A&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Armut des Geistes Gott erfreut;&#10;Armut, und nicht Armseligkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;B&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Besprich dich nicht mit Fleisch und Blut,&#10;Fahr zu, gleich zu, wie Paulus tut,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;C&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Creuz ist ein Kraut, wenn man es pflegt,&#10;Das ohne Blüte Früchte trägt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;D&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dürst nicht nach Rache und nach Blut;&#10;Vergeben wäre wohl so gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;E&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein edles Herz glänzt hell und hold,&#10;Ein gutes ist gediegen Gold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;F&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für was du Gutes hier getan,&#10;Nimm keinen Lohn von Menschen an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein harter Wintertag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-harter-wintertag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-harter-wintertag/</guid><description>&lt;p&gt;Daß ich dich so verkümmert seh′,&#10;Mein lieb lebend′ges Wasserreich,&#10;Daß ganz versteckt in Eis und Schnee&#10;Du siehst der plumpen Erde gleich;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch daß voll Reif und Schollen hängt&#10;Dein überglaster Fichtengang:&#10;Das ist es nicht, was mich beengt,&#10;Geh′ ich an deinem Bord entlang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar in der immer grünen Zier&#10;Erschienst, o freundlich Element,&#10;Du ähnlich den Oasen mir,&#10;Die des Arabers Sehnsucht kennt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn neben der verdorrten Flur&#10;Erblühten deine Moose noch,&#10;Wenn durch die schweigende Natur&#10;Erklangen deine Wellen doch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Jüngling liebt ein Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-juengling-liebt-ein-maedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-juengling-liebt-ein-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Jüngling liebt ein Mädchen,&#10;Die hat einen andern erwählt;&#10;Der andre liebt eine andre,&#10;Und hat sich mit dieser vermählt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Mädchen heiratet aus Ärger&#10;Den ersten besten Mann,&#10;Der ihr in den Weg gelaufen;&#10;Der Jüngling ist übel dran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist eine alte Geschichte,&#10;Doch bleibt sie immer neu;&#10;Und wem sie just passieret,&#10;Dem bricht das Herz entzwei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Kameradenfest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-kameradenfest/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-kameradenfest/</guid><description>&lt;p&gt;Etlich und zwanzig Kameraden&#10;Begiengen ein heitres Fest,&#10;Sie hatten einander geladen&#10;Von Süden, Nord, Ost und West.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie gedachten der Klosterhallen&#10;Im grünen, felsigen Thal,&#10;Sie sahen sich wieder wallen&#10;In der Jugend Morgenstrahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon Manchem hatte die Locken&#10;Des Lebens Winter geraubt,&#10;Schon Manchem die weißen Flocken&#10;Geschüttelt auf&amp;rsquo;s ernste Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die vergangenen Scherze wieder&#10;Brachten sie auf den Plan,&#10;Sie sangen die alten Lieder&#10;Von Follen, von Arndt und Jahn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Klag über den Lutherischen Brand zu Mentz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-klag-ueber-den-lutherischen-brand-zu-mentz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-klag-ueber-den-lutherischen-brand-zu-mentz/</guid><description>&lt;p&gt;Ists nun, ach Gott, do kommen zu,&#10;Das, so hast uns gelehret du,&#10;Das auch nit sträflich, sonder wahr,&#10;Den Leuten niemand sagen gdar?&#10;Soll nun dein göttlich Wort zergahn?&#10;Und nehmen alle Menschen an,&#10;Was hat gesetzt ein sterblich Mann?&#10;Ach Gott, soll Wahrheit haben End,&#10;Dein heilig Stiftung werden ztrennt,&#10;Die du doch gesetzt auf festen Grund,&#10;Gelernet hast mit eignem Mund&#10;Und wolltest, daß die blieben stet.&#10;Nimm wahr, Gott Herr, dein Wort zergeht.&#10;Hie brennt des frummen Luthers Gschrift,&#10;Drumb, daß sie dein Gesetz betrifft,&#10;Und daß es ist die Wahrheit bloß,&#10;Wie die aus deinem Mund erschoß.&#10;Hie brennen, Herr, viel guter Wort,&#10;Hie wird dein göttlich Lehr ermordt,&#10;Hie tut man G[e]walt der Predig dein,&#10;Hie gibt man alles Lasters Schein,&#10;Hie wird deim Gsetz entgegen gtan.&#10;Hie heißt man loben jedermann,&#10;Das doch nie billig wart, noch recht,&#10;Hie wird Unbillicheit vorfecht,&#10;Hie wird der päpstlich Stand geehrt&#10;Und undertruckt, was du gelehrt,&#10;Hie lehrt man, Rauben sei kein Sünd,&#10;Hie lobt man böse List und Fünd,&#10;Hie kriegt man wider Ehrberkeit,&#10;Hie gilt nit mehr, was du hast gseit,&#10;Hie wird dein Evangelium voracht,&#10;Hie übt der Papst ein unvorschamten Pracht,&#10;Hie wird zu Recht Unrecht gemacht,&#10;Hie ist wahr Geistlicheit vorlacht,&#10;Hie geht vor Billicheit Gewalt,&#10;Hie hat Unschuld kein Aufenthalt,&#10;Hie man bekümmt all Ding umbs Geld,&#10;Hie wird all Redlicheit zerfällt,&#10;Und ist bedort die ganze Welt.&#10;Hie gibt man Ablaß und Genad,&#10;Doch keinem, der nit Pfennig hat,&#10;Hie wird gelogen, hie gedicht,&#10;Ein Sünd vorgeben, ee sie gschicht.&#10;Darumb der Schand trägt niemand Scham.&#10;Hie wird vorschworn dein heilger Nam,&#10;Und doch gehalten nit ein Wort,&#10;Das Recht gebraucht an keinem Ort,&#10;Hie wird verkauft der Himmel dein,&#10;Geurteilt zu der Helle Pein&#10;Ein jeder, der hinwider sagt,&#10;Hie ist, wer Wahrheit pflegt, vorjagt,&#10;Hie wird teutsche Nation beraubt,&#10;Umbs Geld viel böser Ding erlaubt,&#10;Hie bdenkt man nit der Seelen Heil,&#10;Hie bistu, Herrgott, selber feil,&#10;Und die dein Schaf befolhen han,&#10;Allein die Nutzung sehen an.&#10;Vorhüten niemand denkt dein Herd.&#10;Was du gesagt, ist ganz vorkehrt,&#10;Und ist ein Leo worden Hirt.&#10;Derselb dein Schäflein schabt und schirt&#10;Und würgt sie nach dem Willen sein,&#10;Gibt Ablaß aus, nimmt Pfennig ein&#10;Mit seiner Gesellschaft, die er hat,&#10;Die geben diesen Dingen Rat,&#10;Viel Schreiber, und Kopisten viel,&#10;Die machen, was ein ider will,&#10;Und schreibents dann der Kirchen zu,&#10;Als hättest das vorwilligt du&#10;Und sei zu Rom die Kirch allein.&#10;Ach Gott, nun mach dich wieder gmein,&#10;Als hast von Anbeginn getan,&#10;Laß nit die Bösen Herrschung han,&#10;Laß undertrucken nit dein Lehr.&#10;Ach Herr, den Sinn des Papsts bekehr,&#10;Daß er laß von der Tyrannei,&#10;Und steh dem Recht und Wahrheit bei.&#10;Schaff, daß sein Mut werd abgewendt&#10;Von Ehren, die bald haben End,&#10;Und von dem Reichtumb dieser Welt,&#10;Das wird in kurzer Weil zerfällt,&#10;Und denkt allein auf geistlich Sach,&#10;Do du ihn auch hießt stellen nach,&#10;So wird dein Wahrheit haben statt,&#10;Und diesen Sachen geben Rat.&#10;Dann deiner Lehr ist nit gemäß,&#10;Daß jemer hab der Welt Besäß,&#10;Und sich darneben underwind&#10;Der Geistlicheit, und so geschwind&#10;Herrsch über dein Gesalbten Schar.&#10;Ach, Herrgott, nimm der Sachen wahr,&#10;Daß werd der Glaub nit gar zertrennt,&#10;Genommen ab dein Testament.&#10;Sich, wie man deinen Schäfer trägt,&#10;Mit Seiden, Purpur angelegt,&#10;Wie er so weiblich ist geziert,&#10;Wie man ihm schmeichlet und hofiert.&#10;Sich, wie er Wollust treibt und Pracht,&#10;Dadurch du werden magst veracht&#10;Bein Heiden und ins Türkenland,&#10;Dann sölichs ist ihn wohlbekannt,&#10;Und wissen dich zu schelten nit&#10;Dann durch des Papsts verkehrten Sitt.&#10;Hierumb ihm gib ein andern Sinn,&#10;Daß werd gezogen Bosheit hin,&#10;Und sei ein besser Regiment.&#10;Jedoch wird Luther jetzt geschändt,&#10;Sein Gschrift und gute Lehr vorbrennt,&#10;Das sei dir, werder Christ geklagt,&#10;Er ist nie gefordert, nie betagt,&#10;Wiewohl er sich erbeut zu Recht.&#10;Man tut Gewalt dem Gottesknecht,&#10;Umb daß er Wahrheit gpredigt hat.&#10;Ach, Herrgott, gib uns Hülf und Rat.&#10;Es ist gewütet je genug,&#10;Du sichst ihrn Glimpf und auch ihr Fug.&#10;Dich aber, liebster Bruder mein,&#10;Durch solich Macht vorgwaltigt sein,&#10;Bin deinethalben ich beschwert,&#10;Doch hoff ich, es werd widerkehrt,&#10;Und werd gerochen dein Unschuld.&#10;Drumb, Diener Gottes, hab Geduld.&#10;Möcht ich dir aber Beistand tun,&#10;Und raten diesen Sachen nun,&#10;So wöllt ich, was ich hab am Gut&#10;Nit sparen, noch mein eigen Blut.&#10;Gott wird es aber rächen bald,&#10;Vorwahr, du mir das glauben sallt,&#10;Dann er den Grechten nie vorließ,&#10;Da laß dich auf, es ist gewiß.&#10;Ich habs gewagt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Knabe stand ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-knabe-stand-ich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-knabe-stand-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Knabe stand ich so im Frühlingsglänzen&#10;und meinte aufzuschweben in das All,&#10;unendlich Sehnen über alle Grenzen&#10;durchwehte mich in ahnungsvollem Schwall!&#10;Und Wanderzeiten kamen, rauschumfangen!&#10;Da leuchtete manchmal die ganze Welt,&#10;und Rosen glühten, und die Glocken klangen&#10;von fremdem Lichte jubelnd und erhellt:&#10;Wie waren da lebendig alle Dinge&#10;dem liebenden Erfassen nah gerückt,&#10;wie fühlt’ ich mich beseelt und tief entzückt,&#10;ein lebend Glied im großen Lebensringe!&#10;Da ahnte ich, durch mein Herz auch geleitet,&#10;den Liebesstrom, der alle Herzen nährt,&#10;und ein Genügen hielt mein Ich geweitet,&#10;das heute kaum mir noch den Traum verklärt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Kreuzzeichen in der neuesten Facon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-kreuzzeichen-in-der-neuesten-facon/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-kreuzzeichen-in-der-neuesten-facon/</guid><description>&lt;p&gt;Ich Kreuz, mein eignes Kreuz euch klage,&#10;Wie man mir mitspielt heutzutage.&#10;In allen bunten Modebuden,&#10;Bei Christen, Heiden oder Juden,&#10;Hat man mich feil von Gold und Eisen,&#10;Und, um mir Ehre zu erweisen,&#10;Trägt mich die Dirn auf nackten Brüsten&#10;Bei eitlem Stolz und wilden Lüsten.&#10;Auch auf dem Putztisch muß ich stehen,&#10;Und schminken, kleben, pflastern sehen,&#10;Und abends schmück ich dann die Feste,&#10;Zur Unterhaltung frommer Gäste.&#10;In euren neuen Almanachen&#10;Muß ich das Titelkupfer machen,&#10;Und darf im Innern auch nicht fehlen,&#10;Muß im Sonett mich lassen quälen,&#10;Und zwischen Schilling, Laun und Clauren&#10;Ein liebes langes Jahr ausdauern.&#10;Selbst in den Zuckerbäckerladen&#10;Werd ich geprägt auf Tort′ und Fladen,&#10;Und eingewickelt in Papieren&#10;Muß ich Bonbons als Bildchen zieren;&#10;Fürwahr, ich wäre schon verkommen,&#10;Hätt sich nicht meiner angenommen&#10;Die Politik auf ihrem Throne,&#10;Und aus des dummen Pöbels Hohne&#10;Mich glorreich zu sich aufgehoben.&#10;Seitdem schweb ich zwar wieder oben,&#10;Und werd in Akten und Traktaten&#10;Geehrt von frommen Diplomaten;&#10;Allein im schönen Morgenlande&#10;Läßt mich, zu aller Christen Schande,&#10;Trotz allem Jammern, allem Beten,&#10;Frau Politik mit Füßen treten.&#10;Ich seufz und muß darein mich finden:&#10;Wer kann die Politik ergründen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Hinter meinen Augen stehen Wasser,&#10;die muss ich alle weinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer möcht ich auffliegen,&#10;mit den Zugvögeln fort;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bunt atmen mit den Winden&#10;in der großem Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O ich bin traurig&amp;hellip;&#10;das Gesicht im Mond weiß es.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum ist viel samtne Andacht&#10;und nahender Frühmorgen um mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als an deinen steinernen Herzen&#10;meine Flügel brachen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;fielen die Amseln wie Trauerrosen&#10;hoch von blauen Gebüsch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles verhaltene Gezwitscher&#10;will wieder jubeln,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Lied für Schwindsüchtige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied-fuer-schwindsuechtige/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied-fuer-schwindsuechtige/</guid><description>&lt;p&gt;Weh mir! Es sitzt mir in der Brust,&#10;Und drückt und nagt mich sehr;&#10;Mein Leben ist mir keine Lust&#10;Und keine Freude mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin mir selber nicht mehr gleich,&#10;Bin recht ein Bild der Not,&#10;Bin Haut und Knochen, blaß und bleich,&#10;Und huste mich fast tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Luft, drein herrlich von Natur&#10;Gott seinen Segen senkt,&#10;Und daraus alle Kreatur&#10;Mit Heil und Leben tränkt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ist für mich nicht frei, nicht Heil.&#10;Mein Atem geht schwer ein;&#10;Ich muß um mein bescheiden Teil&#10;Mich martern und kastein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Lied gegen Ihren Seel: Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied-gegen-ihren-seel-abschied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied-gegen-ihren-seel-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Pfui / Pfui dich an du schnöde Welt /&#10;du trübe Jammer=Schule /&#10;du Störefried / du Kummerfeld /&#10;du rechter Satans=Buhle!&#10;fahr hin / fahr hin / ich lasse dich /&#10;Gott / mein Erlöser fordert mich.&#10;Fahr hin mit deiner stoltzen Pracht /&#10;mit deinem geilen Hauffen /&#10;wie schwerlich wirstu Gottes Macht /&#10;und reiffem Zorn entlauffen /&#10;Fahr immer hin / Gott ist bey mir /&#10;mein bleiben ist nicht mehr bey dihr.&#10;Wer ist / der in dir Ruhe find /&#10;der Bässerung verspüret?&#10;Gott Lob mich / als ein seeligs Kind /&#10;die Allmacht Gottes führet /&#10;da ich / entbürdet aller Last /&#10;sol seyn ein wehrter Himmels=Gast.&#10;Drümb schwinge / dringe dich empor /&#10;du mein geplagtes Herze!&#10;Auf / auf / gib keinem nicht das Ohr /&#10;das Zagen macht und Schmerze!&#10;wirf alles frey auß deinem Sinn /&#10;was Welt und eitel ist / dahin.&#10;Sieh da / des Jacobs Leiter steht&#10;schon Himmelwerts erhoben /&#10;das Englische Geleide geht /&#10;und bringt die Post vohn droben:&#10;Auf / auf / mit uns in schneller Frist /&#10;der Zeiger außgelauffen ist.&#10;Kein Noht noch Tod erschrecke dich /&#10;kein böses lass dir träumen!&#10;da Lottes Weib sah hinter sich /&#10;mußt sie die Stette räumen:&#10;drumb gehe frisch und frewdig fort&#10;den engen Weg zuhr Himmels=Pfort.&#10;Den harten Todes=Kampf tritt an /&#10;du meine liebe Seele /&#10;geh an die wehrte Himmels=bahn /&#10;lass deines Cörpers Höle /&#10;der wird gar bald zu seiner Zeit&#10;dir nachzufolgen seyn bereit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Lied hinterm Ofen zu singen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied-hinterm-ofen-zu-singen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-lied-hinterm-ofen-zu-singen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Winter ist ein rechter Mann,&#10;kernfest und auf die Dauer;&#10;sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an&#10;und scheut nicht süß noch sauer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War je ein Mann gesund, ist er′s;&#10;er krankt und kränkelt nimmer,&#10;weiß nichts von Nachtschweiß noch Vapeurs&#10;und schläft im kalten Zimmer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zieht sein Hemd im Freien an&#10;und läßt′s vorher nicht wärmen&#10;und spottet über Fluß im Zahn&#10;und Kolik in Gedärmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus Blumen und aus Vogelsang&#10;weiß er sich nichts zu machen,&#10;haßt warmen Drang und warmen Klang&#10;und alle warmen Sachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Märchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-maerchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-maerchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wollt ihr ein Märchen erlauschen?&#10;Ein Märchen? - Ich weiß eines.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O so wunderbar fein, so zart.&#10;Wollt′ ich′s in Laute, in Töne gestalten,&#10;Wäre jeder Laut, jeder Ton zu lauttönend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorsicht! Behutsam!&#10;Denkt leise!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonnenfunken - goldner Hauch -&#10;Löscht ihn nicht - leise! leise!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Garten, eine Gestalt - ein Mädchen.&#10;Rings auf zitternden Schwingen Farben und Düfte,&#10;Und mein Mädchen mitten in Farbe und Duft.&#10;Schwarzgrüne Büsche stumm, atemstockend,&#10;Und darunter Blütenherzen,&#10;Wildrote pochende Herzen,&#10;Pochend in hast′gem Genießen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Stelldichein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-stelldichein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-stelldichein/</guid><description>&lt;p&gt;So war′s auch damals schon. So lautlos&#10;verhing die dumpfe Luft das Land,&#10;und unterm Dach der Trauerbuche&#10;verfingen sich am Gartenrand&#10;die Blütendünste des Holunders;&#10;stumm nahm sie meine schwüle Hand,&#10;stumm vor Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war wie Grabgeruch &amp;hellip; Ich bin nicht schuld!&#10;Du blasses Licht da drüben im Geschwele,&#10;was stehst du wie ein Geist im Leichentuch -&#10;lisch aus, du Mahnbild der gebrochnen Seele!&#10;Was starrst du mich so gottesäugig an?&#10;Ich brach sie nicht: sie tat es selbst! Was quäle&#10;ich mich mit fremdem Unglück ab &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Im fernen, fernen Meere&#10;Da segelt’ ein Schiff bei Nacht,&#10;Der Schiffsherr in der Kajüte&#10;Entschlief auf der Matte sacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kiel schnitt still und ruhig&#10;Den weiten stillen Raum;&#10;Jedoch so still und ruhig&#10;War nicht des Schiffsherrn Traum:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihm träumt’, ein Blitzstrahl habe&#10;Den stolzen Mast zerspellt,&#10;Es sei an einem Felsen&#10;Im Sturm das Schiff zerschellt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und über Bord geschleudert&#10;Schwimm’ er im tosenden Meer,&#10;Und Wogenkolosse und Blitze&#10;Die sausen um ihn her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Traum von großer Magie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-von-grosser-magie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-von-grosser-magie/</guid><description>&lt;p&gt;Viel königlicher als ein Perlenband&#10;Und kühn wie junges Meer im Morgenduft,&#10;So war ein großer Traum - wie ich ihn fand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch offene Glastüren ging die Luft.&#10;Ich schlief im Pavillon zu ebner Erde,&#10;Und durch vier offne Türen ging die Luft -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und früher liefen schon geschirrte Pferde&#10;Hindurch und Hunde eine ganze Schar&#10;An meinem Bett vorbei. Doch die Gebärde&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Magiers - des Ersten, Großen - war&#10;Auf einmal zwischen mir und einer Wand:&#10;Sein stolzes Nicken, königliches Haar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-fremde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-fremde/</guid><description>&lt;p&gt;Sie saß in unserm Mädchenkreise,&#10;Ein Stern am Frauen-Firmament;&#10;Sie sprach in unsres Volkes Weise,&#10;Nur leis, mit klagendem Akzent.&#10;Du hörtest niemals heimverlangen&#10;Den stolzen Mund der schönen Frau;&#10;Nur auf den südlich blassen Wangen&#10;Und über der gewölbten Brau′&#10;Lag noch Granadas Mondenschimmer,&#10;Den sie vertauscht um unsern Strand;&#10;Und ihre Augen dachten immer&#10;An ihr beglänztes Heimatland.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Frühlingsnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-fruehlingsnacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-fruehlingsnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Im Zimmer drinnen ist′s so schwül;&#10;Der Kranke liegt auf dem heißen Pfühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Fieber hat er die Nacht verbracht;&#10;Sein Herz ist müde, sein Auge verwacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er lauscht auf der Stunden rinnenden Sand;&#10;Er hält die Uhr in der weißen Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zählt die Schläge, die sie pickt,&#10;Er forschet, wie der Weiser rückt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es fragt ihn, ob er noch leb′ vielleicht,&#10;Wenn der Weiser die schwarze Drei erreicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Geschichte vom Winde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-geschichte-vom-winde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-geschichte-vom-winde/</guid><description>&lt;p&gt;Wer kommt dort angeflogen?&#10;Das ist der Wind.&#10;Der Wind ist ungezogen,&#10;Er bläst dem Kind&#10;Unters Röckchen,&#10;An die Söckchen&#10;Um die Ohren, an die Nase;&#10;Solch Geblase!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ganz zerfledert und zerflaust&#10;Kommt Rumpumpel angesaust,&#10;Und hustet,&#10;Und prustet,&#10;Das arme Tröpfchen,&#10;Und steckt sein Köpfchen&#10;In Mutters Schoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weißt du, warum der Wind so getollt?&#10;Rumpumpel sollt zu Bette gehn, und hat nicht gewollt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Hühnergeschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-huehnergeschichte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-huehnergeschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Auf dem Hofe kräht der Hahn,&#10;Ein rot=schwarz=gelb und grüner:&#10;Kuchen, Kuchen, Kuchen auf dem Tisch,&#10;Fix, kommt fix, ihr Hühner!&#10;Seht die Hennen,&#10;Wie sie rennen,&#10;Aus Verstecken,&#10;Über Zäune, über Hecken,&#10;Gackern, beißen sich und schrein,&#10;Jede will die Erste sein!&#10;Wie sie fliegen, wie sie flattern,&#10;Um ein Plätzchen zu ergattern!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oben auf des Tisches Mitte&#10;steht Herr Hahn;&#10;Bitte, meine Damen, bitte,&#10;fangt nur an!&#10;Pick und schluck,&#10;Nicht genug,&#10;Immer mehr,&#10;Kuchen her!&#10;Unser Kropf,&#10;Ist ein Topf,&#10;Wird nicht voll,&#10;Wird nicht leer,&#10;Darum mehr&#10;Kuchen her,&#10;Bis der Teller leckeleer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Nacht auf dem Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-nacht-auf-dem-meer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-nacht-auf-dem-meer/</guid><description>&lt;p&gt;Das war eine Nacht!&#10;Wer hätte da schlafen mögen!&#10;Funkelnd in Diamantenschmuck&#10;Strahlte der prächtig dunkelblaue&#10;Weltumwallende Himmelsmantel.&#10;Allverwebendes Vollmondlicht,&#10;Träumendes, grenzenlos ergossnes,&#10;Ueberglänzte den Sternenglanz.&#10;Auf flüssigem Silber schwebte das Schiff.&#10;Bläuliche Funken zitterten tanzend&#10;Auf dem unabsehlichen blanken Spiegel.&#10;Bläuliche Flammen, trunkene, flogen&#10;Wirbelnd im brausenden Räderschaum.&#10;Schlanke Delphine, Freunde der Menschen,&#10;Die einzigen unter all den dumpfen,&#10;Wilden Geburten der grausen Tiefe,&#10;Der Tonkunst offen, Freunde der Sänger,&#10;Der Aphrodite alte Gefährten,&#10;Stellten als muntres Geleite sich ein,&#10;Spielten gepaart in der Flut umher,&#10;Tauchten blinkend hervor und schossen&#10;Wie Speere geschnellt im Bogenwurfe&#10;Voraus, als gälte dem Dampf die Wette.&#10;Kräftiger Salzhauch, leichter Nachtwind&#10;Kühlte die Luft, die himmlisch reine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Phantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-phantasie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-phantasie/</guid><description>&lt;p&gt;Der Weg von Freundschaft bis zur Liebe&#10;Ist eine blumenreiche Flur:&#10;Nie scheint uns da die Sonne trübe,&#10;Und ringsum lächelt die Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie leitet uns durch Rosengänge,&#10;Und zeigt uns fern ein Paradies:&#10;Und Harmonie macht durch Gesänge&#10;Uns diese Frühlingsreise süss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin wir blicken, sehn wir Segen;&#10;In jeder Pflanze, jedem Kraut&#10;Lacht immer Freud&amp;rsquo; uns hold entgegen,&#10;Und Hoffnung grünt, wohin man schaut;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie flicht aus ihrem eignen Kranze&#10;Die schönsten Blätter uns ins Haar:&#10;Und leicht umschwebt im leichten Tanze,&#10;Gleich Elfen, uns der Wünsche Schaar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Satire auf die Verfassung von Schlesien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-satire-auf-die-verfassung-von-schlesien/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-satire-auf-die-verfassung-von-schlesien/</guid><description>&lt;ol start="1740"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Friedrichs große Macht in Schlesien marschiret,&#10;Da bin ich gleichfalls mit als Volontair passiret:&#10;Mich trieb der Vorwitz und die Neubegierde an,&#10;So daß ich meinen Weg ein wenig seitwärts nahm.&#10;Da ich mich von dem Marsch der Preußen abgetrennt,&#10;Kam ich vor eine Stadt, die man Schwibus benennt,&#10;Und als ich im Begriff daselbst hineinzugehn,&#10;Sah ich ein Frauenbild bei einem Baume stehn.&#10;Sie ließ die Traurigkeit aus allen Mienen blicken,&#10;Die Hände waren ihr gebunden auf den Rücken,&#10;Die Augen thränenvoll, die Haare ganz zerstreut,&#10;Und als ich näher kam, wars die Gerechtigkeit.&#10;Ich fragte ganz bestürzt, was ist Euch denn geschehen,&#10;Madame, daß man sie hier so betrübt soll sehen;&#10;Wenns nach den Rechten ging, so sollet ihr ja schon&#10;Heut auf dem Rathhaus seyn und bei der Session.&#10;Ach, hub sie seufzend an, dem Himmel seys geklaget&#10;Man hat mich schon vorlängst aus dieser Stadt verjaget,&#10;Da lebt ein jeder so, wie es ihm selbst beliebt:&#10;Das ist es, was mir jetzt so Geist als Herz betrübt.&#10;Bemühet euch, mein Freund, ein wenig umzusehn,&#10;Da wird ein neues Haus vor jenem Thore stehen,&#10;Da wohnt ein Herr vom Rath, ein Schalk in seiner Haut,&#10;Der mit Particken hat dies Häuschen aufgebaut.&#10;Da geht der krumme Schalk, schaut wie er spekuliret,&#10;Weil er Betrug und List in seinem Schilde führet:&#10;So sieht er unter sich nach Art der falschen Welt,&#10;Er sucht die Schlüssel zu der Bürger Gut und Geld.&#10;Nun wollt ich euch noch mehr von gleicher Gattung zeigen;&#10;Doch weil so Zeit als Ort mir itzt befiehlt zu schweigen,&#10;So sag ich nur noch dies: der Consul und der Rath,&#10;Die stimmen überein sowohl in Wort als That.&#10;Der große Carolus, der noch in Schriften lebet,&#10;Und dessen theure Seel itzt bei der Gottheit schwebet,&#10;Der gab aus Gütigkeit der Invalidenschaar&#10;Gewisses Gnadengeld zur Unterhaltung dar:&#10;Es theilt sich dieses Volk in unterschiedne Städte,&#10;Das war nun eben recht vor unsre Herren Räthe.&#10;Sie delibrirten bald, und machten diesen Schluß,&#10;Daß man bei unsrer Stadt auch welche haben muß.&#10;Indem sie dieses sagt, vergoß sie bittre Thränen:&#10;Ach weh, o Grausamkeit, thät sie an mich erwähnen,&#10;Man hat genommen mir die Wage, welcher Werth!&#10;Die Händ gebunden mir, dazu geraubt das Schwerdt,&#10;Die Großen legten an der Bürgerschaft viel Gaben,&#10;Und das zu diesen Zweck, daß sie nichts sollten haben,&#10;Ihr Güter brachten sie an sich mit Listigkeit,&#10;Und die betrieben sie fast stets zu jeder Zeit.&#10;Weil nun die Bürgerschaft die Steur nicht mehr konnt geben,&#10;Also empfingen sie dreihundert Mann auch eben,&#10;Mit sie ward bequartirt ein jeder Bürgersmann;&#10;Doch wie es weiter ging, hört mich nur ferner an:&#10;Man richt ihm Zimmer zu, indem sie gute Zahler,&#10;Ein jeder geben muß des Jahres Mieth sechs Thaler;&#10;Und ob der meisten gleich nicht hier war ihr Bestand,&#10;Indem sie mußten weg heim in ihr Vaterland,&#10;Jedennoch kamen sie ihr Geld hier zu empfangen,&#10;Und mußten auch sobald alda das Miethgeld langen.&#10;Ja diese hatten all die Großen unter sich,&#10;Kein einzger ihm zukam. Nun höret ferner mich:&#10;Sie bauten vor das Volk aus Stall und Winkel Häuser&#10;Darein zu setzen sie, die nicht vor sie der Kaiser&#10;Wohl aber dieser Stadt, die in der Bürgerpflicht&#10;Die Gaben rechnen dran und sollten geben nicht.&#10;Es konnten viele nicht nicht einen Mann erlangen,&#10;Ob sie gleich oft und viel zum Herren seyn gegangen;&#10;Sie sagten bald zu ihm: geht ihr habt eu′r Bericht&#10;Nicht bei euch schickt es sich, und ihr verstehts auch nicht.&#10;Sie machten sich gar frey, daß sie nichts durften geben,&#10;Und also thäten sie bei großen Gütern leben.&#10;Es mußten ihre Werk und Thun stets seyn gerecht,&#10;Auch trotz dem, der nur was wieder das aufbrächt.&#10;Im Gaben mußten sie die Bürger übertragen,&#10;Und dieses konnten sie auch keinem Rechten klagen:&#10;So also bin ich hier aus dieser Stadt verbannt,&#10;Daß ich itzt und darin bin nun nicht mehr bekannt.&#10;Ich sprach, sie sey getrost, man wird sie wieder kennen,&#10;Ein jeder Mann wird sie sein Schatz und Freundin nennen:&#10;Dem Könige gehört mit Recht das ganze Land,&#10;Der der wird geben ihr ihr Schwerdt in ihre Hand;&#10;Und ob er gleich noch ist in seiner Blüth der Jugend,&#10;So find′t man doch an ihm das Muster aller Tugend.&#10;Er liebet Frömmigkeit, die reine Gotteslehr,&#10;Und mit ihr zieht ins Feld Gott selbst sein Engelheer;&#10;Ich selber werde ihm auch dieses alles sagen&#10;Das was sie so betrübt und was sie mir thut klagen.&#10;Mit ihr macht ers bald aus, es ist geschehn der Schluß,&#10;Daß sie sich packen soll, daß sie nun weichen muß.&#10;Sie darf nunmehro nicht an keine Macht gedenken,&#10;Sonst wird der König sie gewißlich lassen henken.&#10;Ein jeder nehm sich nur vor diesem Weib in acht!&#10;Auf daß er nicht mit ihr werd auf den Bau gebracht.&#10;Sie glaub mir sicherlich, sie wird an ihm den finden,&#10;Der ihre Hände wird auflösen und aufbinden:&#10;Sie hoffe nur getrost, indem ich weiter geh,&#10;Sie leb indeß vergnügt, ich sage ein Adieu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem jungen Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-jungen-freunde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-jungen-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Noch als ein junges Bürschlein zog&#10;Dein Vater, – jetzt in Silberhaaren, –&#10;Als dieses Liederbuch vor Jahren&#10;Zum erstenmal ins Weite flog.&#10;Das klang wie Schwertschlag auf den Schild,&#10;Da, aus dem Schlummer aufgerüttelt,&#10;Hat Mancher arg das Haupt geschüttelt:&#10;»Wie weit voraus, wie rasch und wild!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist so jung, wie damals wir,&#10;Dein Antlitz blüht, dein Aug’ ist helle;&#10;Heut schwingt mein Lied an deiner Schwelle&#10;In neuem Kleid sein alt Panier.&#10;Das rauscht dir fremd und wundersam;&#10;Die Blätter seh’ ich dich durchfliegen,&#10;Dein freundlich Haupt bedenklich wiegen:&#10;»Wie weit zurück, wie mild und zahm!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eingelegte Ruder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eingelegte-ruder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eingelegte-ruder/</guid><description>&lt;p&gt;Meine eingelegten Ruder triefen,&#10;Tropfen fallen langsam in die Tiefen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts, das mich verdross! Nichts, das mich freute!&#10;Niederrinnt ein schmerzenloses Heute!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter mir - ach, aus dem Licht verschwunden -&#10;Träumen schon die schönern meiner Stunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus der blauen Tiefe ruft das Gestern:&#10;Sind im Licht noch manche meiner Schwestern?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einharts Wanderschicksal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einharts-wanderschicksal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einharts-wanderschicksal/</guid><description>&lt;p&gt;November 1878.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch einer, der&amp;rsquo;s erfahren,&#10;Der&amp;rsquo;s gründlich hat erkannt,&#10;Wie man mit Dichterwaaren&#10;Umspringt im deutschen Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du sehntest dich nach Seelen&#10;Und zogst vertrauend aus,&#10;Sie werden dir nicht fehlen,&#10;Und giengst von Haus zu Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du fandest Leder, Leder,&#10;Wo sonst die Seele sitzt,&#10;Fandst ohne Kopf die Feder&#10;Zum Stiche schon gespitzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Feder? Nein, der Besen,&#10;Aus Reisig, dick und schwer,&#10;Wischt, eh&amp;rsquo; man nur gelesen,&#10;Breit über dich daher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einkehr spätabends</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einkehr-spaetabends/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einkehr-spaetabends/</guid><description>&lt;p&gt;Endlich ein Menschenhaus,&#10;Äste, die gastlich sich breiten,&#10;Peter und Steffel und Klaus -&#10;Plaudernd nun schau&amp;rsquo; ich hinaus&#10;In die verdämmernden Weiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seltsamer starren sie her,&#10;Wälder und dehnende Auen,&#10;Fremd und verworren und leer -&#10;Wandert da draußen noch wer,&#10;Wo schon die Nebel grauen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gerne nun dächt&amp;rsquo; ich es mir:&#10;Alle die Seelenflammen&#10;Meilenweit aus dem Revier&#10;Lohen am Tische schon hier&#10;Sicher und fröhlich zusammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einschränkung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einschraenkung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einschraenkung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß nicht, was mir hier gefällt,&#10;In dieser engen, kleinen Welt&#10;Mit holdem Zauberband mich hält?&#10;Vergeß′ ich doch, vergeß′ ich gern,&#10;Wie seltsam mich das Schicksal leitet;&#10;Und ach, ich fühle, nah und fern&#10;Ist mir noch manches zubereitet.&#10;O wäre doch das rechte Maß getroffen!&#10;Was bleibt mir nun, als, eingehüllt,&#10;Von holder Lebenskraft erfüllt,&#10;In stiller Gegenwart die Zukunft zu erhoffen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eisblumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eisblumen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eisblumen/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Winter, wenn sich erdenwärts&#10;Die eisigen Flocken schwingen,&#10;Da soll das liebende Sängerherz&#10;In Liedern hell erklingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sollen die Freuden der Frühlingszeit,&#10;Die jubelnd ins Herz gezogen,&#10;Aus Liedern klingen mit Seligkeit&#10;Auf goldenen Sangeswogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da soll aus den Keimen, die traumverhüllt,&#10;Im Lenz in die Herzen gefallen,&#10;Mit Liederblüten, dufterfüllt,&#10;Ein klingender Frühling wallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sollen der Erde eisigen Traum&#10;Die Sänger jubelnd versingen,&#10;Und in den trüben, kalten Raum&#10;Den Frühling der Lieder bringen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eisenbahnbrücke bei Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eisenbahnbruecke-bei-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eisenbahnbruecke-bei-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Die schwarze Brücke schwebt leicht in die Luft.&#10;Schwung&#10;ist die Linie ihres dunklen Wesens,&#10;und man vergisst,&#10;dass es je Tag gewesen,&#10;der ihren Aufbau scharf und klar umreißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So scheint sie ohne Grundstein, wie das Leben.&#10;Nur ein Profil zum Anschaun aus der Ferne,&#10;und unerreichbar wie der Regenbogen.&#10;Mit kecker Hand gezogne Silhouette,&#10;Phantasterei -&#10;und doch aus starrem Eisen:&#10;Urplötzlich saust auf unsichtbaren Gleisen&#10;ein Blitzzug hin. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>El Dorado</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/el-dorado/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/el-dorado/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Ritter, hehr&#10;Von Art und Ehr′,&#10;Durch Sonnenschein zog und Schatten.&#10;Er ritt gar lang&#10;Durchs Land und sang&#10;Und suchte El Dorado.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wurde alt&#10;Die Reckengestalt,&#10;Ihm sank ins Herz ein Schatten,&#10;Denn nirgends er fand&#10;Ein Fleckchen Land,&#10;Das aussah wie El Dorado.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er gar&#10;Entkräftet war,&#10;Da traf er Pilger Schatten -&#10;Den sprach er an:&#10;»Schatten, wo kann&#10;Es liegen: El Dorado?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elegie auf den Tod eines Jünglings</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-auf-den-tod-eines-juenglings/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-auf-den-tod-eines-juenglings/</guid><description>&lt;p&gt;Banges Stöhnen, wie vorm nahen Sturme,&#10;Hallet her vom öden Trauerhaus,&#10;Totentöne fallen von des Münsters Turme,&#10;Einen Jüngling trägt man hier heraus,&#10;Einen Jüngling - noch nicht reif zum Sarge,&#10;In des Lebens Mai gepflückt,&#10;Pochend mit der Jugend Nervenmarke,&#10;Mit der Flamme, die im Auge zückt,&#10;Einen Sohn, die Wonne seiner Mutter,&#10;(O das lehrt ihr jammernd Ach)&#10;Meinen Busenfreund, ach! Meinen Bruder -&#10;Auf, was Mensch heißt, folge nach!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elegie auf die Geduld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-auf-die-geduld/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-auf-die-geduld/</guid><description>&lt;p&gt;Nein länger kann ichs nicht ertragen,&#10;Das ist zu viel, ist gar zu schwer,&#10;Das müßte mich zu Boden schlagen,&#10;Wenn ich die Stärke selber wär.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe die Geduld verloren,&#10;Die große Leidenträgerin,&#10;Die bei mir war, als ich gebohren,&#10;Und auferzogen worden bin;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die nimmer noch von mir gewichen&#10;In mancher jämmerlichen Noth:&#10;Ach die Geduld ist nun verblichen,&#10;Der falsche Milon schlug sie todt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit einem Herzverachtungsstreiche&#10;Ward sie getroffen, und mein Herz&#10;Weint Thränen über ihrer Leiche,&#10;Erstarret unter seinem Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elegie.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-5723/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-5723/</guid><description>&lt;p&gt;In dem die Sonne sich hat in das Meer begeben /&#10;Vnd das gestirnte Haupt der Nacht herausser bricht /&#10;Sind Menschen / Vieh vnd Wild wie gleichsam ohne Leben /&#10;Der Monde scheinet auch gar kaum mit halbem Liecht.&#10;Ich / ob schon alles schläfft / muß ohn Auffhören wachen&#10;Von vielen Tagen her / vnd wallen ohne Ruh:&#10;Ist schon die gantze Welt befreyt von jhren Sachen /&#10;So bring′ ich doch vor Lieb′ vnd Angst kein Auge zu.&#10;Auch dich / Asterie / hat gantz der Schlaff vmbringet /&#10;Der Tagesarbeit furth / deß Todes Ebenbild;&#10;Da mir der Zehren Bach auß beyden Augen dringet /&#10;Bist du mit sanffter Rhu auff deinem Bett′ erfüllt.&#10;Wie wann sich Delia hat in den Walt verborgen /&#10;Wird durch den Schlaff erwuscht / vnd fellt ins grüne Graß;&#10;Vnd wie die Nymphen auch sich legen gegen morgen /&#10;Nach dem der Nachttantz sie gemacht hat müd vnd laß.&#10;Sie ruhen sicherlich bey einem frischen Bronnen /&#10;Die Bäume halten auff der Morgenröthe Liecht;&#10;Daß sie nicht alsobald erwachen von der Sonnen&#10;Deckt sie der dicke Wald: Pan aber schläffet nicht.&#10;Er geht / er rufft / er schreyt mit sehnlichem Verlangen /&#10;Daß seine stimm erklingt durch pusche / Berg vnd Thal /&#10;Vnd sie sind sänfftiglich mit süssem Traum vmbfangen /&#10;Dem Pan antwortet nur der blosse Wiederschal.&#10;Du auch / mein Leben / schläfst / ich muß in Nöthen wallen /&#10;Du bist in guter Rhu / ich wache für vnd für /&#10;Biß mich der letzte Tod wird endlich vberfallen /&#10;Auff den ich sehnlich wart allhier bey deiner Thür.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elfenkönig O’Donoghue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elfenkoenig-odonoghue/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elfenkoenig-odonoghue/</guid><description>&lt;p&gt;Die Maiensonn’ kommt aus dem See gezogen&#10;Wie eine Kön’gin aus des Bades Fluth,&#10;Noch schwimmt der Purpurmantel auf den Wogen,&#10;Sind’s glüh’nde Fluthen, ist es flüss’ge Gluth?&#10;Weißbärt’ge Diener dort: die alten Berge,&#10;Sie bringen Goldgeschmeid’, der Schönheit Zoll;&#10;Die jungen Hügel hier: dienstfert’ge Zwerge,&#10;Sie stehn, mit Blumen alle Hände voll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht nun, wie’s kocht im schäumenden See!&#10;Aufsprüht’s, wie stäubende Flocken von Schnee,&#10;Und wühlt, wie mit Rossehuf, sich hervor,&#10;Und glitzert, wie flammende Panzer, empor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eltern und Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eltern-und-kinder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eltern-und-kinder/</guid><description>&lt;p&gt;Die wir sandten in das Leben,&#10;Zage Mädchen, wilde Knaben:&#10;Könnten ihnen wir doch geben,&#10;Was wir selbst errungen haben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnten wir an sie vererben&#10;Unser Wissen, unser Wollen -&#10;Eignem Mangel, eignem Sterben&#10;Würden wir nicht weiter grollen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber eng in sich beschlossen&#10;Bleibt ein menschliches Erreichen -&#10;Kinder sind nur Leidgenossen,&#10;Denen wir am Ende weichen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die auf andern wirren Bahnen&#10;Unbelehrt zum Ziele wandern&#10;Und bei vielem gar nicht ahnen,&#10;Daß auch wir′s erlebt - wir Andern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Empfang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/empfang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/empfang/</guid><description>&lt;p&gt;Aber komm mir nicht im langen Kleid!&#10;komm gelaufen, daß die Funken stieben,&#10;beide Arme offen und bereit!&#10;Auf mein Schloß führt keine Galatreppe;&#10;über Berge geht′s, reiß ab die Schleppe,&#10;nur mit kurzen Röcken kann man lieben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stell dich nicht erst vor den Spiegel groß!&#10;Einsam ist die Nacht in meinem Walde,&#10;und am schönsten bist du blaß und bloß,&#10;nur beglänzt vom schwachen Licht der Sterne;&#10;trotzig bellt ein Rehbock in der Ferne,&#10;und ein Kuckuck lacht in meinem Walde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Empfindungen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/empfindungen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/empfindungen/</guid><description>&lt;p&gt;Nimmer kann ich ruhig treiben,&#10;Was die Seele stark erfasst,&#10;Nimmer still behaglich bleiben,&#10;Und ich stürme ohne Rast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;And&amp;rsquo;re mögen nur sich freuen,&#10;Wenn&amp;rsquo;s so recht zufrieden geht,&#10;Mögen Glückwunsch sich erneuen,&#10;Beten nur ihr Dankgebet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich umwogt ein ewig Drängen,&#10;Ew&amp;rsquo;ges Brausen, ew&amp;rsquo;ge Glut,&#10;Kann sich nicht ins Leben zwängen,&#10;Will nicht ziehn in glatter Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Himmel such&amp;rsquo; ich zu erfassen,&#10;Und die Welt in mich zu ziehn,&#10;Und in Lieben und in Hassen&#10;Möcht&amp;rsquo; ich bebend weitersprühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Empörung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/empoerung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/empoerung/</guid><description>&lt;p&gt;Es freuen sich die Schergen und die Schächer,&#10;Dass man die Unschuld peinigt und verhöhnt,&#10;Gebunden steht das Opfer, dran ein frecher&#10;Tyrannendünkel seiner Willkür frönt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So muss zu Fluch und ewigem Verderben&#10;Der Schwache dulden die metallne Faust,&#10;Die, ihm ihr Schandmal in das Fleisch zu kerben,&#10;Auf den gebeugten Nacken niedersaust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu seinem mörderischen Handwerk rüstet&#10;Sich auf dem Markte der gedungne Knecht,&#10;Der Menschenwohnungen zu Staub verwüstet,&#10;Vom Boden tilgt ein wehrloses Geschlecht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Endymions Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/endymions-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/endymions-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Wo blieb auch, hätte nicht ein Maler und Poet&#10;Das Recht, ins Schönere zu malen,&#10;Die Zauberey des schönen Idealen?&#10;Das Übermenschliche, wovon die Werke strahlen,&#10;Vor denen still entzückt der ernste Kenner steht?&#10;Die Grazien, wozu die rohe Majestät&#10;Und Einfalt der Natur das Urbild nie gegeben?&#10;Die Galatheen, die Danaen und Heben. u.s.w.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihn hört die Königin der Nacht,&#10;Wie er versenkt in seinem Grame lieget,&#10;Und seinen Sternen flucht; - Sie, die allein noch wacht,&#10;Indem der Schlummergott den halben Erdkreis wieget;&#10;Sie, welche launenvoll, in tausendfacher Tracht,&#10;Die Schlafenden beschleicht, und mit Gesichten trüget,&#10;So wie ihr leichter Zauberstab&#10;Um ihre Nasen tanzt, - ihn hört die Fee Mab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Engel-Ehe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/engel-ehe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/engel-ehe/</guid><description>&lt;p&gt;Wie Flederwisch und Bürste sie regiert!&#10;Glas und Gerät, es blitzt nur alles so&#10;Und lacht und lebt! Nur, ach, sie selber nicht.&#10;Ihr schmuck Gesicht, dem Manne ihrer Wahl,&#10;Wenn ihre wirtschaftliche Bahn er kreuzt,&#10;Gleich einer Maske hält sie′s ihm entgegen;&#10;Und fragt er gar, so wirft sie ihm das Wort&#10;Als wie dem Hunde einen Knochen zu.&#10;Denn er ist schuld an allem, was sie plagt,&#10;Am Trotz der Mägde, an den großen Wäschen,&#10;Am Tagesmühsal und der Nächte Wachen,&#10;Schuld an dem schmutz′gen Pudel und den Kindern. -&#10;Und er? - Er weiß, wenn kaum der grimme Tod&#10;Sein unverkennbar Mal ihm aufgeprägt,&#10;Dann wird, der doch in jedem Weibe schläft,&#10;Der Engel auch in seinem Weib erwachen;&#10;Ihr eigen Weh bezwingend, wird sie dann,&#10;Was aus der Jugend Süßes ihr verblieb,&#10;Heraufbeschwören; leuchten wird es ihm&#10;Aus ihren Augen, lind wie Sommeratem&#10;Wird dann ihr Wort zu seinem Herzen gehn. -&#10;Doch wähnet nicht, daß dies ihn tröste! Nein,&#10;Den künft′gen Engel, greulich haßt er ihn;&#10;Er magert ab, er schlottert im Gebein,&#10;Er wird daran ersticken jedenfalls.&#10;Doch eh ihm ganz die Kehle zugeschnürt,&#10;Muß er sein Weib in Himmelsglorie sehn;&#10;Die Rede, die er brütend ausstudiert,&#10;Womit vor seinem letzten Atemzug,&#10;Jedwedes Wort wie Schwert, auf einen Schlag&#10;Er alles Ungemach ihr hat vergelten wollen,&#10;Er wird sie nimmer halten; Segenstammeln&#10;Wird noch von seinen toten Lippen fliehn.&#10;Das alles weiß er, und es macht ihn toll;&#10;Er geht umher und fluchet innerlich.&#10;Ja, manches Mal im hellsten Sonnenschein&#10;Durchfährt es ihn, als stürz er in das Grab.&#10;Es war sein Weib, sie sprach ein sanftes Wort;&#10;Und zitternd blickt er auf: »Oh, Gott sei Dank,&#10;Noch nicht, noch nicht das Engelsangesicht!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entbietung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entbietung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entbietung/</guid><description>&lt;p&gt;Schmück dir das Haar mit wildem Mohn,&#10;die Nacht ist da,&#10;all ihre Sterne glühen schon.&#10;All ihre Sterne glühn heut Dir!&#10;du weißt es ja:&#10;all ihre Sterne glühn in mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Haar ist schwarz, dein Haar ist wild&#10;und knistert unter meiner Glut;&#10;und wenn die schwillt,&#10;jagt sie mit Macht&#10;die roten Blüten und dein Blut&#10;hoch in die höchste Mitternacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In deinen Augen glimmt ein Licht,&#10;so grau in grün,&#10;wie dort die Nacht den Stern umflicht.&#10;Wann kommst du?! - Meine Fackeln lohn!&#10;laß glühn, laß glühn!&#10;schmück mir dein Haar mit wildem Mohn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entscheidung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entscheidung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entscheidung/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich in dein Herz voll heißer Liebesfreud&#10;Warf einmal ein Wörtlein kühler Nüchternheit,&#10;Da zerging die Rose deiner Wangen,&#10;Laut zu weinen hast du angefangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprangest auf und wieder sankest du zurück,&#10;Wie Verzeihung flehend drang in mich dein Blick,&#10;Hast dich wild an meine Brust geschwungen,&#10;Mich geküßt, umklammert und umschlungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber ich - erbebte. Solche Schmerzenskraft&#10;Wandelte die Liebe mir in Leidenschaft -&#10;Auf die schönen Augen schaut ich nieder,&#10;Auf die Fülle wonnereicher Glieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entworfene Gedanken...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entworfene-gedanken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entworfene-gedanken/</guid><description>&lt;p&gt;menschlichen Lebens und Freudigkeit zum Sterben&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie nichtig ist ein Menschen–Kind?&#10;Wie leicht und flüchtig ist sein Leben?&#10;Es eilt hinweg, vergeht, verschwindt!&#10;Und ist darzu mit Angst, mit Müh und Noth umgeben.&#10;Es ist in dieser Lebens–Zeit;&#10;Und wärens auch aus Ophir güldne Stücke,&#10;Pracht, Ehre, Hoheit, Ruhm und Glücke,&#10;Doch warlich nur ein Nichts, und schnöde Eitelkeit.&#10;Das Auge hat es kaum gesehen,&#10;So weicht es schon zurück, da wir zugleich vergehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epiktet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epiktet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epiktet/</guid><description>&lt;p&gt;Verlangst du ein zufriednes Herz:&#10;So lern′ die Kunst, dich stoisch zu besiegen,&#10;Und glaube fest, daß deine Sinnen trügen.&#10;Der Schmerz ist in der That kein Schmerz&#10;Und das Vergnügen kein Vergnügen.&#10;Sobald du dieses glaubst: so nimmt kein Glück dich ein&#10;Und du wirst in der größten Pein&#10;Noch allemal zufrieden sein.&#10;&amp;ldquo;Das&amp;rdquo;, sprichst du, &amp;ldquo;kann ich schwer verstehen.&#10;Ist auch die stolze Weisheit wahr?&amp;rdquo;&#10;Du sollst es gleich bewiesen sehen;&#10;Denn Epiktet stellt dir ein Beispiel dar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epiphanias</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epiphanias/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epiphanias/</guid><description>&lt;p&gt;Die Heil′gen Drei König′ mit ihrem Stern,&#10;Sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern;&#10;Sie essen gern, sie trinken gern,&#10;Sie essen, trinken, und bezahlen nicht gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Heil′gen Drei König′ sind kommen allhier;&#10;Es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier;&#10;Und wenn zu dreien der vierte wär′,&#10;So wär′ ein Heil′ger Drei König mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich Erster bin der Weiß′ und auch der Schön′,&#10;Bei Tage solltet ihr erst mich sehn!&#10;Doch ach, mit allen Spezerein&#10;Werd′ ich sein Tag kein Mädchen mir erfreu′n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epistel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epistel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epistel/</guid><description>&lt;p&gt;Noch immer huldigst du bei deinen Akten&#10;Dem Landrecht oder ähnlichen Materien,&#10;Indes ich an den Arve-Katarakten&#10;Schon weile, nah dem Zauberland Hesperien.&#10;So mahne denn in wohlgemeßnen Takten&#10;Dich dieser Brief an die verheißnen Ferien&#10;Und locke dich aus deinem Hinterpommern&#10;Zur Reise nach Italiens ew′gen Sommern!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Italien! In ew′ger Lust beseligt&#10;Liebt dort der Himmel seine Erdenbraut,&#10;Nicht wie bei uns, wo bei dem blassen Schneelicht&#10;Der eine gähnend auf den andern schaut -&#10;So gähnen zwei, aus Konvenienz verehlicht,&#10;Schon am Altar sich an, wenn kaum getraut,&#10;Und gähnend schleicht die Frau gleich nach der Heirat&#10;Zur Küche, zu den Akten der Kanzleirat -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er preiset das Schwarze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-preiset-das-schwarze/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-preiset-das-schwarze/</guid><description>&lt;p&gt;Wan ich besingen sol / was mir ergezung bringt /&#10;So ist es Schwarz und Braun / dem dises Lied erklingt.&#10;Erlaubt mir / daß ich mich ein wenig lustig mach’:&#10;Ein jeder preiset gern’ ein’ angeneme Sach’.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich haft’ an schwarzer farb’ / und bin ihr billich hold:&#10;Ein schwarzes Erdreich ist mehr wert dan rohtes Gold /&#10;Es bringet korn und wein: Gold dienet nur zur pracht /&#10;Durch seinen stolzen glanz wird niemand satt gemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er tröstet sich wegen seiner Mit-Buhler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-troestet-sich-wegen-seiner-mit-buhler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-troestet-sich-wegen-seiner-mit-buhler/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Hertze bist du noch betrübt,&#10;Dieweil das Mädgen das dich liebt,&#10;Auch andern schöne Blicke gibt?&#10;Ach bilde dir durchauß nicht ein,&#10;Als woltest du bey ihr allein&#10;Der Hahn allzeit im Korbe seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Bedencke es besser was du thust,&#10;Und wann du ja die süsse Lust&#10;Mit andern Leuten theilen must,&#10;So habe doch genug daran,&#10;Daß kein Affection-Galan&#10;Dir deinen Spaß verwehren kan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist der beste Bruder nicht,&#10;Du hast dein geiles Angesicht&#10;Gar offt zu andern hingericht,&#10;Darum mein Hertz, was zürnstu viel,&#10;Wann dich das Mädgen durch ihr Spiel&#10;Mit gleicher Müntze zahlen wil?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ereignis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ereignis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ereignis/</guid><description>&lt;p&gt;Hurra, zum ersten Mal:&#10;Mutter, der Peter,&#10;Hurra, da steht er!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hält sich am Röckchen,&#10;Hält sich am Stöckchen,&#10;Grade wie&amp;rsquo;n Licht,&#10;Fürchtet sich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hurra, zum ersten Mal:&#10;Mutter, der Peter,&#10;Hurra, da geht er!&#10;Guck, ganz alleinechen&#10;Setzt er die Beinechen,&#10;Aua, Geschrei -&#10;Bautz - vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erfüllung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erfuellung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erfuellung/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Sporen frechzen deine Spitzen!&#10;Bläulich kichern die Aederchen fort&#10;In Sicherheit höhnisch&#10;Im&#10;Schimmrigen Weich&#10;Bebige Hügel wiegen Verlangen&#10;Köpfchen rosen empor und steilen Gewähr.&#10;Die Lippe zerfrißt sich!&#10;Golden ringeln Würger hinunter&#10;Und schnüren den Hals zu&#10;Nach meinen Fingern tastet dein Blut&#10;Und siedet den Kampf.&#10;Die Seelen ringen und kollern abseit!&#10;Hoch schlagen die Röcke den Blick auf&#10;Goldhellrot&#10;Rotweichrot&#10;Flamme zischt in das Hirn&#10;Und sticht mir das Schaun aus!&#10;Sinken Sinken&#10;Schweben und Sinken&#10;Schwingen im Sturme&#10;Im Sturm&#10;Im schreikrollen Meer!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinna an Sappho</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinna-an-sappho/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinna-an-sappho/</guid><description>&lt;p&gt;»Vielfach sind zum Hades die Pfade«, heißt ein&#10;Altes Liedchen - »und einen gehst du selber,&#10;Zweifle nicht!« Wer, süßeste Sappho, zweifelt?&#10;Sagt es nicht jeglicher Tag?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch den Lebenden haftet nur leicht im Busen&#10;Solch ein Wort, und dem Meer anwohnend ein Fischer von Kind auf&#10;Hört im stumpferen Ohr der Wogen Geräusch nicht mehr.&#10;- Wundersam aber erschrak mir heute das Herz. Vernimm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonniger Morgenglanz im Garten,&#10;Ergossen um der Bäume Wipfel,&#10;Lockte die Langschläferin (denn so schaltest du jüngst Erinna!)&#10;Früh vom schwüligen Lager hinweg.&#10;Stille war mein Gemüt; in den Adern aber&#10;Unstet klopfte das Blut bei der Wangen Blässe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-aus-kraehwinkels-schreckenstagen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung-aus-kraehwinkels-schreckenstagen/</guid><description>&lt;p&gt;Wir, Bürgermeister und Senat,&#10;Wir haben folgendes Mandat&#10;Stadtväterlichst an alle Klassen&#10;Der treuen Bürgerschaft erlassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ausländer, Fremde sind es meist,&#10;Die unter uns gesät den Geist&#10;Der Rebellion. Dergleichen Sünder,&#10;Gottlob!, sind selten Landeskinder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch Gottesleugner sind es meist;&#10;Wer sich von seinem Gotte reißt,&#10;Wird endlich auch abtrünnig werden&#10;Von seinen irdischen Behörden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Obrigkeit gehorchen ist&#10;Die erste Pflicht für Jud&amp;rsquo; und Christ.&#10;Es schließe jeder seine Bude&#10;Sobald es dunkelt, Christ und Jude.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erkenne Dich selbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erkenne-dich-selbst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erkenne-dich-selbst/</guid><description>&lt;p&gt;Erkenne Dich selbst bedeutet nicht:&#10;Beobachte Dich.&#10;Beobachte&#10;Dich ist das Wort der Schlange.&#10;Es bedeutet:&#10;Mache Dich zum Herrn Deiner Handlungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun bist Du es aber schon,&#10;bist Herr Deiner Handlungen.&#10;Das Wort bedeutet also: Verkenne Dich!&#10;Zerstöre Dich!&#10;Also etwas Böses&#10;und nur wenn man sich sehr tief hinabbeugt,&#10;hört man auch sein Gutes, welches lautet:&#10;&amp;ldquo;um Dich zu dem zu machen, der Du bist.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erlkönig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erlkoenig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erlkoenig/</guid><description>&lt;p&gt;Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?&#10;Es ist der Vater mit seinem Kind;&#10;Er hat den Knaben wohl in dem Arm,&#10;Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?&#10;Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?&#10;Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?&#10;Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!&#10;Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;&#10;Manch bunte Blumen sind an dem Strand,&#10;Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erloschene Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erloschene-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erloschene-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Laß, o laß mir Deine Hand;&#10;Zieh&amp;rsquo; sie nicht so kalt zurücke;&#10;Nimm, Du nahmst&amp;rsquo;s ja schon, mein Glücke,&#10;Laß mir immerhin die Hand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn Du nichts auch für mich fühlst,&#10;Laß mich dennoch weiter träumen,&#10;Laß mich zweifeln, laß mich säumen,&#10;Wenn Du nichts auch für mich fühlst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gönne mir den armen Trost;&#10;Steh&amp;rsquo; ich hier doch an dem Grabe&#10;Meiner schönsten, reichsten Habe;&#10;Gönne mir den armen Trost!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ermunterung zu Widerwärtigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ermunterung-zu-widerwaertigkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ermunterung-zu-widerwaertigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Herze, tu das Beste,&#10;halte dich jetzt feste!&#10;Setzt es gleich&#10;Streich auch Streich,&#10;geht es bunt und kraus,&#10;bricht der Unstern über dich zu strömen aus:&#10;Halte wohl, mein Herz, und weiche nicht,&#10;wie ein Fels der Sturm und Wellen bricht!&#10;Solche Prob&#10;hat ihr Lob,&#10;daß sie Leid bezwingt&#10;und anstatt des Weinens wohl ein Liedlein singt.&#10;Ei, was sollt ich zagen?&#10;Nimmt uns dann das Klagen&#10;auch ein Lot&#10;von der Not,&#10;die uns drücken kann!&#10;Ja, es hängt vielmehr einen Zentner dran!&#10;Lieber trag ich einen frischen Mut,&#10;welcher allem Unglück Abbruch tut&#10;und verjagt,&#10;was uns plagt,&#10;welcher Licht aus Nacht,&#10;ja, aus einem Zentner kaum ein Pfündlein macht.&#10;Gott ist, der es sendet,&#10;Gott ist, der es wendet.&#10;Stell auf ihn&#10;Trost und Sinn!&#10;Dieser Grund ist fest,&#10;weil er keinen Anvertrauten sinken läßt.&#10;Wickle deine Seel in Hoffnung ein,&#10;nach dem Regen kömmt doch Sonnenschein,&#10;auf das Leid&#10;folget Freud!&#10;Und wie wohl daran&#10;ist, wer Gottes und des Glücks erwarten kann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erntegewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erntegewitter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erntegewitter/</guid><description>&lt;p&gt;Ein jäher Blitz. Der Erntewagen schwankt.&#10;Aus seinen Garben fahren Dirnen auf&#10;Und springen schreiend in die Nacht hinab.&#10;Ein Blitz. Auf einer goldnen Garbe thront&#10;Noch unvertrieben eine frevle Maid,&#10;Der das gelöste Haar den Nacken peitscht.&#10;Sie hebt das volle Glas mit nacktem Arm,&#10;Als brächte sie′s der Glut, die sie umflammt,&#10;Und leerts auf einen Zug. Ins Dunkel wirft&#10;Sie′s weit und gleitet ihrem Becher nach.&#10;Ein Blitz. Zwei schwarze Rosse bäumen sich.&#10;Die Peitsche knallt. Sie ziehen an. Vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erschütternde Schüttel-Knüttel-Reimballade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erschuetternde-schuettel-knuettel-reimballade/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erschuetternde-schuettel-knuettel-reimballade/</guid><description>&lt;p&gt;Auf den Rabenklippen&#10;bleichen Knabenrippen,&#10;und der Mond verkriecht sich düster ins Gewölk&#10;Rings im Kringel schnattern&#10;schwarze Ringelnattern,&#10;und der Uhu naht sich mit Gebölk.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit den Tatzen kratzen&#10;bleiche Katzenfratzen&#10;an dem Leichenstein, der Modergruft.&#10;Furchtbar, schrecklich, gräßlich,&#10;greulich, eklig, häßlich&#10;tönt ihr Wehgewinsel durch die Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief im Moore brodelt′s&#10;und im Chore jodelt′s&#10;in die kohlpechrabenschwarze Nacht hinaus.&#10;Keine Brandungslücke,&#10;keine Landungsbrücke&#10;gibt′s in diesem Moor aus Schreck und Graus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erstarrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erstarrung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erstarrung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich such im Schnee vergebens&#10;Nach ihrer Tritte Spur,&#10;Hier, wo wir oft gewandelt&#10;Selbander durch die Flur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will den Boden küssen,&#10;durchdringen Eis und Schnee&#10;Mit meinen heißen Thränen,&#10;Bis ich die Erde seh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo find ich eine Blüthe&#10;Wo find ich grünes Gras?&#10;Die Blumen sind erstorben,&#10;Der Rasen sieht so blaß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll denn kein Angedenken&#10;Ich nehmen mit von hier?&#10;Wenn meine Schmerzen schweigen,&#10;Wer sagt mir dann von ihr?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erste Lerche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-lerche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-lerche/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen&#10;Gräben und grauen Hecken,&#10;den Rockkragen hoch,&#10;beide Hände in den Taschen,&#10;schlendere ich&#10;durch den frühen&#10;Märzmorgen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Falbes Gras,&#10;blinkende Lachen und schwarzes Brachland,&#10;so weit ich sehen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dazwischen,&#10;mitten in den weißen Horizont hinein,&#10;wie erstarrt,&#10;eine Weidenreihe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bleibe stehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nirgends ein Laut. Noch nirgends Leben.&#10;Nur die Luft und die Landschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sonnenlos&#10;wie den Himmel&#10;fühle ich&#10;mein Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Plötzlich - ein Klang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erstes Grün</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erstes-gruen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erstes-gruen/</guid><description>&lt;p&gt;Du junges Grün, du frisches Gras!&#10;Wie manches Herz durch dich genas,&#10;Das von des Winters Schnee erkrankt,&#10;Oh wie mein Herz nach dir verlangt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon wächst du aus der Erde Nacht,&#10;Wie dir mein Aug′ entgegen lacht!&#10;Hier in des Waldes stillem Grund&#10;Drückt′ ich dich, Grün, an Herz und Mund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie treibt′s mich von den Menschen fort!&#10;Mein Leid, das hebt kein Menschenwort,&#10;Nur junges Grün ans Herz gelegt,&#10;Macht, daß mein Herze stiller schlägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwartung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwartung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwartung/</guid><description>&lt;p&gt;Am Fenster saß der Ritter&#10;Schon um den achten Tag;&#10;Auf seinem Herzen doppelt&#10;Die Qual des Kerkers lag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Taube war entflohen&#10;Und war nicht mehr gekehrt,&#10;Wie auch nach ihrem Kommen&#10;Des Ritters Herz begehrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ist mit ihr geschehen,&#10;Daß sie so lange weilt?&#10;Hat sie auf ihrem Fluge&#10;Des Jägers Pfeil ereilt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat ihr ein Vogelsteller&#10;Ein trüglich Netz gestellt?&#10;Verrath ist nimmer müßig,&#10;Voll Arglist ist die Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwin von Steinbach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwin-von-steinbach/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwin-von-steinbach/</guid><description>&lt;p&gt;»Dank dir, Ew′ger! Meine Sendung&#10;Auf der Erde ward vollbracht;&#10;Denn in herrlicher Vollendung&#10;Strahlt das Werk, das ich erdacht,&#10;Um den ungebornen Jahren&#10;Künft′ger Zeit zu offenbaren,&#10;Daß ich nicht umsonst gelebt.«&#10;Erwin also vor dem Münster,&#10;Der zum Abendhimmel finster&#10;Seine Riesenmauern hebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ueber den gewalt′gen Zinnen&#10;Steigt der Mond ins Aetherblau;&#10;Und noch lang in tiefem Sinnen&#10;Steht der Meister vor dem Bau,&#10;Während um ihn, stumm und stummer,&#10;Schon die Welt in sanften Schlummer&#10;Ihre kleinen Sorgen wiegt&#10;Und auf ihren Menschenzwergen&#10;Von dem Turme, hoch gleich Bergen,&#10;Der erhabne Schatten liegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es ist ein Schnitter, heißt der Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-ein-schnitter-heisst-der-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-ein-schnitter-heisst-der-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Schnitter, heißt der Tod, hat Gwalt vom großen Gott.&#10;Heut wetzt er das Messer, es geht schon viel besser,&#10;bald wird er drein schneiden, wir müssen&amp;rsquo;s nur leiden.&#10;Hüt dich, schöns Blümelein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was jetzt noch grün und frisch dasteht, wird morgen weg gemäht:&#10;die edel Narzissel, die englische Schlüssel,&#10;die schön Hyazinth, der Türkische Bünd:&#10;Hüt dich, schöns Blümelein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel hunderttausend ungezählt, da unter die Sichel hinfällt:&#10;rot Rosen, weiß Lilien, beid wird er austilgen;&#10;ihr Kaiserkronen, man wird euch nicht schonen:&#10;Hüt dich, schöns Blümelein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es ist genug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-genug/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-genug/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist genug. Mein trübes Licht&#10;Bereit′ sich zu erlöschen.&#10;Ich hab′ vertan mein Recht und Pflicht&#10;Und meiner Seel′ vergessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist genug. Es weht ein Wind,&#10;Weht nicht von Ost nach Norden.&#10;Auf der Milchstraße wandert ein weißes Kind,&#10;Ist nicht geboren worden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du über den Häusern heller Schein,&#10;Wovon bist du so helle?&#10;Stehst du um die Stirn einer Jungfrau rein&#10;Oder brennt ein Sünder zur Hölle?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es kann die Ehre dieser Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-kann-die-ehre-dieser-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-kann-die-ehre-dieser-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Es kann die Ehre dieser Welt&#10;Dir keine Ehre geben,&#10;Was dich in Wahrheit hebt und hält,&#10;Muß in dir selber leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn′s deinem Innersten gebricht&#10;An echten Stolzes Stütze,&#10;Ob dann die Welt dir Beifall spricht,&#10;Ist all dir wenig nütze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das flücht′ge Lob, des Tages Ruhm&#10;Magst du dem Eitlen gönnen;&#10;Das aber sei dein Heiligtum:&#10;Vor dir bestehen können.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es schienen so golden die Sterne...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-schienen-so-golden-die-sterne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-schienen-so-golden-die-sterne/</guid><description>&lt;p&gt;Es schienen so golden die Sterne,&#10;Am Fenster ich einsam stand&#10;Und hörte aus weiter Ferne&#10;Ein Posthorn im stillen Land.&#10;Das Herz mir im Leib entbrennte,&#10;Da hab ich mir heimlich gedacht:&#10;Ach, wer da mitreisen könnte&#10;In der prächtigen Sommernacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei junge Gesellen gingen&#10;Vorüber am Bergeshang,&#10;Ich hörte im Wandern sie singen&#10;Die stille Gegend entlang:&#10;Von schwindelnden Felsenschlüften,&#10;Wo die Wälder rauschen so sacht,&#10;Von Quellen, die von den Klüften&#10;Sich stürzen in die Waldesnacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es trat Alltäglichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-trat-alltaeglichkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-trat-alltaeglichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Es trat Alltäglichkeit&#10;Zur Poesie:&#10;»Gib mir dein buntes Kleid!«&#10;Sprach herrisch sie,&#10;»Gib aus den Locken mir&#10;Den gold′nen Kranz,&#10;Nur die poet′sche Zier&#10;Verleiht dir Glanz.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gute, mild und zart,&#10;In ihre Hand&#10;Gab mit der holden Art&#10;Kranz und Gewand;&#10;Die Andre hüllt sich d′rein&#10;Mit eck′ger Hast -&#10;Wie Blei zum Edelstein&#10;Es für sie paßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann sprach noch weiter sie:&#10;»Nimm du den Pflug!&#10;Ich hatte Plag′ und Müh′&#10;Jetzt lang′ genug;&#10;Reich mir die Leier her,&#10;Arbeite du -&#10;Zu singen ist nicht schwer&#10;In guter Ruh!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es verdreußt ihm!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-verdreusst-ihm/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-verdreusst-ihm/</guid><description>&lt;p&gt;Ode Trochaica&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tulpen blühen und Narzissen /&#10;Tellus stikkt ihr Hochzeits-Kissen.&#10;Kleine blaue Veilgens drin&#10;machen / daß ich frölig bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Klükkernd mit den göldnen Glökkgen /&#10;springen bundte Zihgen-Bökkgen.&#10;Vatter Pan / der auch darbey /&#10;bläst auff seiner Dideldumdey.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unter einem Rohsen-Wölckgen&#10;buhlt im Baum ein Vogel-Völckgen.&#10;Mars in Waffen / Venus nakkt /&#10;beyde dantzen drümb im Takkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Harffen-Zupffen / Lauten-Schlagen&#10;ist itzt rächt mein Wohlbehagen.&#10;Dihß nur macht mir vihl Verdruß /&#10;daß ich eintzel schlaffen muß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es war einmal ein Schneider</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-war-einmal-ein-schneider/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-war-einmal-ein-schneider/</guid><description>&lt;p&gt;Es war einmal ein Schneidergesell,&#10;der hatte eine Zauberell′,&#10;die Elle war von Diamant,&#10;sein Fingerhut von Zuckerkant.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Maß, das war ein Spinnenweb,&#10;ein Mückenstich, damit er näht.&#10;Die Schere war von Sonnengold,&#10;und er war einem Mädchen hold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach reichster Schneider von der Welt,&#10;was hilft dir all dein Zaubergeld!&#10;Sein Herz war auch von Zuckerkant,&#10;doch ihres war von Diamant.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sprach zum Herz von Zuckerkant&#10;Also das Herz von Diamant:&#10;Wenn deine Elle brechen tut&#10;Und niemals schmilzt dein Fingerhut,&#10;Wenn nimmer mehr dein Mass zerbricht.&#10;Und deine Nadel Gold durchsticht,&#10;Und wenn dein Herz wird Diamant,&#10;Soll meins auch werden Zuckerkant!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es zog eine Hochzeit den Berg entlang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-zog-eine-hochzeit-den-berg-entlang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-zog-eine-hochzeit-den-berg-entlang/</guid><description>&lt;p&gt;Sie sang das Lied, die Worte sind verklungen,&#10;Die Finger liegen lässig auf den Tasten,&#10;Es wächst der Mond aus leichten Dämmerungen&#10;Und grüßt ins Fenster, die Gedanken rasten.&#10;Hört sie Musik? Vor hundert frischen Jungen&#10;Flog grün ein Attila mit Silberquasten,&#10;Durchs Herz geschossen ruht er, schlachtverschlungen,&#10;Im grünen Attila mit Silberquasten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Euch, o Grazien...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/euch-o-grazien/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/euch-o-grazien/</guid><description>&lt;p&gt;Euch, o Grazien, legt die wenigen Blätter ein Dichter&#10;Auf den reinen Altar, Knospen der Rose dazu,&#10;Und er tut es getrost. Der Künstler freuet sich seiner&#10;Werkstatt, wenn sie um ihn immer ein Pantheon scheint.&#10;Jupiter senket die göttliche Stirn, und Juno erhebt sie;&#10;Phöbus schreitet hervor, schüttelt das lockige Haupt;&#10;Trocken schauet Minerva herab, und Hermes, der leichte,&#10;Wendet zur Seite den Blick, schalkisch und zärtlich zugleich.&#10;Aber nach Bacchus, dem weichen, dem träumenden, hebet Cythere&#10;Blicke der süßen Begier, selbst in dem Marmor noch feucht.&#10;Seiner Umarmung gedenket sie gern und scheinet zu fragen:&#10;»Sollte der herrliche Sohn uns an der Seite nicht stehn?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Evadne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/evadne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/evadne/</guid><description>&lt;p&gt;Evadne trauert im öden Haus,&#10;Seit Kampflust ihren Verlobten hinaus&#10;Ins Feld vor Theben getrieben;&#10;Da naht ihr ein Bote: »O Herrin, vernimm,&#10;Und zürne mir nicht, wenn die Botschaft schlimm!&#10;Der Götter Grimm&#10;Ruht schwer auf dem Heere der Sieben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herab von den Thoren von Teben flog&#10;Geschoß auf Geschoß auf das Kriegergewog;&#10;Rings türmten sich Haufen Toter;&#10;Da klomm dein Kapaneus, allen zuvor,&#10;Inmitten des Kampfs am Elektrathor&#10;Zur Mauer empor,&#10;Nicht achtend die Wut der Böoter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fahrt-ueber-die-koelner-rheinbruecke-bei-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fahrt-ueber-die-koelner-rheinbruecke-bei-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Der Schnellzug tastet sich&#10;und stößt die Dunkelheit entlang.&#10;Kein Stern will vor. Die ganze Welt ist nur ein enger,&#10;nachtumschienter Minengang,&#10;Darein zuweilen Förderstellen&#10;blauen Lichtes jähe Horizonte reißen: Feuerkreis&#10;Von Kugellampen, Dächern, Schloten,&#10;dampfend, strömend &amp;hellip; nur sekundenweis &amp;hellip;&#10;Und wieder alles schwarz.&#10;Als führen wir ins Eingeweid der Nacht zur Schicht.&#10;Nun taumeln Lichter her &amp;hellip; verirrt, trostlos vereinsamt &amp;hellip;&#10;mehr &amp;hellip; und sammeln sich &amp;hellip; und werden dicht.&#10;Gerippe grauer Häuserfronten liegen bloß,&#10;im Zwielicht bleichend, tot -&#10;etwas muß kommen &amp;hellip; o, ich fühl es schwer&#10;Im Hirn. Eine Beklemmung singt im Blut.&#10;Dann dröhnt der Boden plötzlich wie ein Meer:&#10;Wir fliegen, aufgehoben,&#10;königlich durch nachtentrissne Luft, hoch übern Strom.&#10;O Biegung der Millionen Lichter, stumme Wacht,&#10;Vor deren blitzender Parade&#10;schwer die Wasser abwärts rollen.&#10;Endloses Spalier, zum Gruß gestellt bei Nacht!&#10;Wie Fackeln stürmend! Freudiges!&#10;Salut von Schiffen über blauer See! Bestirntes Fest!&#10;Wimmelnd, mit hellen Augen hingedrängt!&#10;Bis wo die Stadt&#10;mit letzten Häusern ihren Gast entläßt.&#10;Und dann die langen Einsamkeiten. Nackte Ufer.&#10;Stille. Nacht. Besinnung. Einkehr. Kommunion.&#10;Und Glut und Drang&#10;Zum Letzten, Segnenden. Zum Zeugungsfest.&#10;Zur Wollust. Zum Gebet. Zum Meer.&#10;Zum Untergang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fehdebrief</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fehdebrief/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fehdebrief/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hasse dieses Mittelstraßenleben,&#10;ich will nicht eure wohlgemeinten Reden,&#10;ich passe nicht in euer Alltagsstreben,&#10;ich will das Glück nicht, das da feil für Jeden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe eine Welt in meinen Sinnen,&#10;die Ihr nicht ahnt mit euern Biedergeistern!&#10;Drum lasset das Bedauern, laßt das Meistern -&#10;ich fühl′s: ich werde einst die Schlacht gewinnen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und habt ihr dennoch Recht mit euern Lehren&#10;und sollt′ ich zu entketten nicht vermögen,&#10;was in mir stöhnt und schreit dem Licht entgegen:&#10;so werd′ ich dennoch euern Rat nicht ehren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Feier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/feier/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/feier/</guid><description>&lt;p&gt;Das Morgenrot schwimmt still entlang&#10;Den Wolkenozean,&#10;Den Gliedern zart, mit Liebesdrang&#10;Schmiegt sich die Welle an.&#10;Ihm folgt die Sonn′ im Sphärenklang&#10;Ein roter Flammenkahn,&#10;Ein lindes Rauschen grüßt den Tag,&#10;Ist es ihr Ruderschlag?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es erwachen mit Gezisch&#10;Die bunten Vögelein,&#10;Sie strecken keck aus dem Gebüsch&#10;Die Köpflein, rund und klein,&#10;Und tauchen in die Frühluft frisch&#10;Die feinen Glieder ein,&#10;Die Schnäblein üben sie zumal&#10;In Liedern ohne Zahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fern von dir, o Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fern-von-dir-o-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fern-von-dir-o-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Daß, o Welt, o laß mich sein!&#10;Zieh′ mich nicht in deine Kreise;&#10;Laß mich, fern von dir, allein&#10;Leben still nach meiner Weise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Locket nicht mit Liebesgaben,&#10;Denn sie reizen mich nicht mehr,&#10;Lust und Leid hab′ ich begraben&#10;Tief in einem stillen Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt dies Herz alleine haben,&#10;Was ihm einzig lieb und wert,&#10;Was, o Welt, statt deiner Gaben&#10;Ihm ein güt′ger Gott beschert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine Wonne, seine Pein&#10;Hat′s um heil′gen Gottesfrieden&#10;Eingetaucht, und stille sein&#10;Ist sein höchstes Glück hienieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Festnacht und Frühgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/festnacht-und-fruehgang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/festnacht-und-fruehgang/</guid><description>&lt;p&gt;Schleifende Schleppen und schurrende Schuhe,&#10;Wie sie auf spiegelnder Glätte sich drehn,&#10;Flatternder Schnurrbart und fliegende Schöße,&#10;Wie sie vorüber den Ballmüttern wehn.&#10;Unter kristallenen Kronen und Kerzen&#10;Schlagen die Schläfen und hämmern die Herzen,&#10;Schimmert der Nacken Geleucht im Gewirre,&#10;Funkelt der Steine Geflacker, Geflirre.&#10;Hinter den Tanzenden her wie die Häscher,&#10;Leicht wie die Falter, die Rosentaunäscher,&#10;Folgen verkappt Amoretten dem Flor.&#10;Hörner und Harfen und Flöten und Geigen&#10;Fachen die Flammen im lodernden Reigen&#10;Höher empor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Feuerfarb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/feuerfarb/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/feuerfarb/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiss eine Farbe, der bin ich so hold,&#10;die achte ich höher als Silber und Gold,&#10;die trag&amp;rsquo; ich so gerne um Stirn und Gewand,&#10;und habe sie genannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl reizet die Rose mit sanfter Gewalt;&#10;doch bald ist verblichen die süsse Gestalt:&#10;drum ward sie zur Blume der geweiht;&#10;bald schwindet ihr Zauber vom Hauche der Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bläue des Himmels strahlt herrlich und mild;&#10;drum gab man der dies freundliche Bild.&#10;Doch trübet manch ein Wölkchen den Äther so rein;&#10;so schleichen beim Treuen oft Sorgen sich ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Finale</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/finale/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/finale/</guid><description>&lt;p&gt;(Zu einem Bilde von Franz Rieth)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kater, die Kater, sie kommen,&#10;Die großen, die schwarzen, die frommen!&#10;Pfui, hockt mir schon einer im Nacken -&#10;Nun wollen wir wilder uns packen,&#10;Nun wollen wir toller uns küssen,&#10;Weil wir dran glauben müssen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;He, Schalksnarr, du treuer, blutroter,&#10;Grünblaßüberwachter, halbtoter,&#10;Nun spiel′ uns die lärmendste Weise,&#10;Nun hetz′ uns noch heißer im Kreise -&#10;Noch einmal sei Tröster und Treiber&#10;Der dreimal gepriesenen Leiber!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Flut und Ebbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/flut-und-ebbe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/flut-und-ebbe/</guid><description>&lt;p&gt;In einem fernen, umbrandeten Land&#10;Spielen die Mädchen ein Spiel an dem Strand&#10;Schreiten im Reigen, heiter gesinnt,&#10;Wann zu steigen die Flut beginnt&#10;Weichen zurück in gemessner Flucht&#10;Aus der schwellenden Meeresbucht.&#10;In den Gewässern ruhigklar&#10;Werden sie krause Gestalten gewahr,&#10;Rollt eine Woge, sie sehen ein Ross,&#10;Sehn einen Reiter, bis er zerfloss.&#10;&amp;ldquo;Schauet den Meermann! Garstig Gesicht!&#10;Grinsende Larve, du haschest mich nicht!&amp;rdquo;&#10;Aber das Meer es wächst und naht -&#10;&amp;ldquo;Fliehet, ihr Schwestern! Sonst wirds zu spät!&amp;rdquo;&#10;Alle sie stürzen in hastigem Lauf,&#10;Gleiten und reissen die Strauchelnden auf&#10;Bis zu der Bank, wo die Ebbe beginnt&#10;Wo, wie sie wissen, das Wasser zerrinnt.&#10;Dort ist gelagert der flüchtige Chor,&#10;Zieht an dem Felsen die Füsse empor&#10;Fleht in den Himmel mit brünstigem Schein:&#10;&amp;ldquo;Götter! ihr lasset die Unschuld allein?&amp;rdquo;&#10;Aber die Flut, da den Raub sie berührt&#10;Hat das Verhängnis des Ebbens gespürt,&#10;Und, wie erschreckt durch das maidliche Ach&#10;Gleitet sie nieder und fällt gemach! -&#10;Gegen die Ziehnde mit drohendem Arm&#10;Hebt sich verfolgend der blühende Schwarm:&#10;&amp;ldquo;Höhnet die Feigen! Sie fliehn aus dem Krieg!&#10;Kränzet die Locken und feiert den Sieg!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fragment einer Verserzählung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fragment-einer-verserzaehlung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fragment-einer-verserzaehlung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne war in Westen,&#10;schon von den hohen Bergen,&#10;das Gold der Abendröthe,&#10;erblaßte an dem Himmel&#10;des Mondes schwächre strahlen,&#10;besilberten die Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alß Amor schon bewaffnet,&#10;in jennem düstern wäldchen,&#10;durch dunkle Schatten irrte,&#10;wo öfters zwey verliebte,&#10;in grünen Schatten scherzen,&#10;wo manches schönes Mädchen,&#10;in Blumen ausgestreket,&#10;den ihm getreuen Hirten,&#10;mit Ungedult erwartet,&#10;wo Kleiner Vögel Chöre,&#10;der Liebe Lob besingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In mitte dieses Wäldchens,&#10;versameln alle Bäche,&#10;die sich durchs wäldchen schlängeln,&#10;in einem See die wellen&#10;ihr feuchtes Uffer küssend&#10;Hier, hier sah er ein Mädchen,&#10;ein nakend badend Mädchen,&#10;drum schlich er an das Uffer,&#10;das Mädchen zubesehen.&#10;Die weißgewölbte Stirne,&#10;umkränzten schwarze Locken,&#10;mit denen Zephir scherzte,&#10;und sie um Halß und Brüste,&#10;mit sanftem säuseln schwang,&#10;Es glühte auf den Wangen,&#10;der purpur junger Roßen,&#10;die Kleinen zarten Lippen,&#10;umflatterte die Anmuth,&#10;der schwarzen Augen Feuer,&#10;war reitzend und entzündend,&#10;der Leib war schön und prächtig,&#10;geschlank, und weiß wie Lilgen,&#10;wie man die Venus bildet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Franziskas Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/franziskas-abendlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/franziskas-abendlied/</guid><description>&lt;p&gt;Weiß die Mutter doch so gut,&#10;Wann die Apfel reifen,&#10;Und ihr eigen Fleisch und Blut&#10;Will sie nicht begreifen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich nicht so trostlos wär,&#10;Ging′s mir wohl um Treue;&#10;Kommt das Glück von ungefähr.&#10;Folgt ihm keine Reue.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht euch nur dies Leben an,&#10;Hühner, Enten, Gänse -&#10;Drüben schwingt der Schnittersmann&#10;Schon die blanke Sense.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Baut ich auf den lieben Gott,&#10;Baut auf meine Karten,&#10;Ward bei beiden mir zum Spott,&#10;Lernte fleißig warten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frau Rebekka mit den Kindern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frau-rebekka-mit-den-kindern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frau-rebekka-mit-den-kindern/</guid><description>&lt;p&gt;Kommt Kinder, wischt die Augen aus,&#10;Es gibt hier was zu sehen;&#10;Und ruft den Vater auch heraus&amp;hellip;&#10;Die Sonne will aufgehen! –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ist sie doch in ihrem Lauf&#10;So unverzagt und munter!&#10;Geht alle Morgen richtig auf,&#10;Und alle Abend unter!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geht immer, und scheint weit und breit&#10;In Schweden und in Schwaben,&#10;Dann kalt, dann warm, zu seiner Zeit,&#10;Wie wir es nötig haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von ohngefähr kann das nicht sein,&#10;Das könnt ihr wohl gedenken;&#10;Der Wagen da geht nicht allein,&#10;Ihr müßt ihn ziehn und lenken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauenliebe und -leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenliebe-und-leben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenliebe-und-leben/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seit ich ihn gesehen,&#10;Glaub ich blind zu sein;&#10;Wo ich hin nur blicke,&#10;Seh ich ihn allein;&#10;Wie im wachen Traume&#10;Schwebt sein Bild mir vor,&#10;Taucht aus tiefstem Dunkel&#10;Heller nur empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst ist licht- und farblos&#10;Alles um mich her,&#10;Nach der Schwestern Spiele&#10;Nicht begehr ich mehr,&#10;Möchte lieber weinen&#10;Still im Kämmerlein;&#10;Seit ich ihn gesehen,&#10;Glaub ich blind zu sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er, der herrlichste von allen,&#10;Wie so milde, wie so gut!&#10;Holde Lippen, klares Auge,&#10;Heller Sinn und fester Mut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frech und froh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frech-und-froh/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frech-und-froh/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Mädchen sich vertragen,&#10;Mit Männern ′rumgeschlagen,&#10;Und mehr Kredit als Geld:&#10;So kommt man durch die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Vielem läßt sich schmausen,&#10;Mit Wenig läßt sich hausen;&#10;Daß Wenig Vieles sei,&#10;Schafft nur die Lust herbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will sie sich nicht bequemen,&#10;So müßt ihr′s eben nehmen.&#10;Will Einer nicht vom Ort,&#10;So jagt ihn grade fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt Alle nur mißgönnen,&#10;Was sie nicht nehmen können,&#10;Und seid von Herzen froh!&#10;Das ist das A und O.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freude in Ehren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freude-in-ehren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freude-in-ehren/</guid><description>&lt;p&gt;Ne Gsang in Ehre,&#10;wer will&amp;rsquo;s verwehre?&#10;Singt &amp;rsquo;s Tierli nit in Hurst und Nast,&#10;der Engel nit im Sterneglast?&#10;E freie frohe Mut,&#10;e gsund und fröhlich Blut&#10;goht über Geld und Gut.&#10;Ne Trunk in Ehre,&#10;wer will&amp;rsquo;s verwehre?&#10;Trinkt &amp;rsquo;s Blüemli nit si Morgetau?&#10;Trinkt nit der Vogt si Schöppli au?&#10;Und wer am Werchtig schafft,&#10;dem bringt der Rebesaft&#10;am Sunntig neui Chraft.&#10;Ne Chuß in Ehre,&#10;wer will&amp;rsquo;s verwehre?&#10;Chüßt &amp;rsquo;s Blüemli nit sie Schwesterli,&#10;und &amp;rsquo;s Sternli chüßt si Nöchberli?&#10;In Ehre, hani gseit,&#10;und in der Unschuld Gleit,&#10;mit Zucht und Sittsemkeit.&#10;Ne freudig Stündli,&#10;isch&amp;rsquo;s nit e Fündli?&#10;Jez hemmer&amp;rsquo;s und jez simmer do;&#10;es chunnt e Zit, würd&amp;rsquo;s anderst goh.&#10;&amp;rsquo;s währt alles churzi Zit,&#10;der Chilchhof isch nit wit.&#10;Wer weiß, wer bal dört lit?&#10;Wenn d&amp;rsquo;Glocke schalle,&#10;wer hilftis alle?&#10;O gebis Gott e sanfte Tod!&#10;E rüeihig Gwisse gebis Gott,&#10;wenn d&amp;rsquo;Sunn am Himmel lacht,&#10;wenn alles blizt und chracht,&#10;und in der letzte Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Friede auf Erden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/friede-auf-erden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/friede-auf-erden/</guid><description>&lt;p&gt;Da die Hirten ihre Herde&#10;ließen und des Engels Worte&#10;trugen durch die enge Pforte&#10;zu der Mutter und dem Kind&#10;fuhr das himmlische Gesind&#10;fort, im Sternenraum zu singen,&#10;fuhr der Himmel fort zu klingen:&#10;&amp;ldquo;Friede, Friede! auf der Erde!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seit die Engel so geraten,&#10;o wie viele blutge Taten&#10;hat der Streit auf wildem Pferde,&#10;der geharnischte, vollbracht!&#10;In wie mancher heilgen Nacht&#10;sang der Chor der Geister zagend&#10;dringlich flehend, leis verklagend:&#10;&amp;ldquo;Friede, Friede! auf der Erde!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Friedensfeier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/friedensfeier/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/friedensfeier/</guid><description>&lt;p&gt;Der himmlischen, still wiederklingenden,&#10;Der ruhigwandelnden Töne voll,&#10;Und gelüftet ist der altgebaute,&#10;Seeliggewohnte Saal; um grüne Teppiche duftet&#10;Die Freudenwolk′ und weithinglänzend stehn,&#10;Gereiftester Früchte voll und goldbekränzter Kelche,&#10;Wohlangeordnet, eine prächtige Reihe,&#10;Zur Seite da und dort aufsteigend über dem&#10;Geebneten Boden die Tische.&#10;Denn ferne kommend haben&#10;Hieher, zur Abendstunde,&#10;Sich liebende Gäste beschieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dämmernden Auges denk′ ich schon,&#10;Vom ernsten Tagwerk lächelnd,&#10;Ihn selbst zu sehn, den Fürsten des Fests.&#10;Doch wenn du schon dein Ausland gern verläugnest,&#10;Und als vom langen Heldenzuge müd,&#10;Dein Auge senkst, vergessen, leichtbeschattet,&#10;Und Freundesgestalt annimmst, du Allbekannter, doch&#10;Beugt fast die Knie das Hohe. Nichts vor dir,&#10;Nur Eines weiß ich, Sterbliches bist du nicht.&#10;Ein Weiser mag mir manches erhellen; wo aber&#10;Ein Gott noch auch erscheint,&#10;Da ist doch andere Klarheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Friedenstempel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/friedenstempel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/friedenstempel/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wirklich, des Friedens Tempel ist noch der Tempel des Friedens,&#10;Und die heutige Welt schließt an die alte sich an.&#10;Wo der Römer bejahte, da hört man »Yes Sir« die Menge,&#10;Und im Tempel geht′s noch leidlich und »very well« zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Was, wo das Alterthum dem Frieden Altäre geweihet,&#10;Trägt die Nachwelt des Streits glühende Fackel hinein?&#10;Welch ein Geräusch? Ist Marius wieder, ist Cäsar gekommen,&#10;Droht Catilina mit Tod, Feuer und Knechtschaft der Stadt?&#10;Um Vergebung, der Tag ist zu heiß, und ein Haufen Minenti&#10;Findet′s im Heiligthum selber zum Mora bequem.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frohsinn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frohsinn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frohsinn/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Schäferinnen alle! seht,&#10;Wie da mein liebes Mädchen geht!&#10;Wie so von ganzer Seele&#10;Dem Himmel und der Erde gut!&#10;Mit Rosen kränzt es seinen Hut,&#10;Und singt, wie Philomele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So geht das Mädchen allezeit,&#10;Vergnügt mit Wenigem, bereit,&#10;Auch dieses noch zu missen,&#10;Wenn, irgend in der Gottes-Welt,&#10;Es nur ein Plätzchen frey behält,&#10;Zum Tanzen und zum Küssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Früh im Wagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frueh-im-wagen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frueh-im-wagen/</guid><description>&lt;p&gt;Es graut vom Morgenreif&#10;In Dämmerung das Feld,&#10;Da schon ein blasser Streif&#10;Den fernen Ost erhellt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man sieht im Lichte bald&#10;Den Morgenstern vergehn&#10;Und doch am Fichtenwald&#10;Den vollen Mond noch stehn:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ist mein scheuer Blick,&#10;Den schon die Ferne drängt,&#10;Noch in das Schmerzensglück&#10;Der Abschiedsnacht versenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein blaues Auge steht,&#10;Ein dunkler See, vor mir,&#10;Dein Kuß, dein Hauch umweht,&#10;Dein Flüstern mich noch hier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling am Narotschsee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-am-narotschsee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-am-narotschsee/</guid><description>&lt;p&gt;Der Narotschsee lag hell in goldner Schau&#10;und gab sich ganz der Morgensonne hin.&#10;Da sprang der Frühling übers Drahtverhau&#10;ans Herz mir ,daß ich voller Lachen bin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Pendelposten , der im Graben ging,&#10;- die ew ′gen tausend Schritte hin und her -,&#10;weiß Gott , woher er heut sein Lachen fing!&#10;er sang von Schulterwehr zu Schulterwehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer lange sitzt , muß rosten &amp;hellip;..&amp;ldquo;blies und sang&#10;er wechselweis, bis er den Leutnant sah.&#10;,,Blas weiter , Junge !&amp;ldquo;Und der Frühling sprang&#10;ihm lachend auf die Mundharmonika.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgedanken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgedanken/</guid><description>&lt;p&gt;(Geschrieben auf dem Cobenzlberge.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern der Stadt, auf einem Hügel, saß ich unterm grünen Baum,&#10;Der mir säuselnd um die Schläfen spielte, wie ein Frühlingstraum,&#10;Frei die Blicke ließ ich schweifen über Felder, Höh’n und Wald,&#10;Bis die fernen, blauen Berge ihnen höhnend riefen: Halt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, da nahmen die Gedanken ihren leichten Wanderstab,&#10;Schritten über jene Berge, – jenseits in das Thal hinab, –&#10;Schritten fort unaufgehalten, über neue Bergeswand,&#10;Und sie sah’n, so weit sie wallten, ringsum schönes reiches Land!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgruss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgruss/</guid><description>&lt;p&gt;Schmettre, du Lerche von Oesterreich&#10;Hell von der Donau zum Rhein!&#10;Juble! Du kommest aus Morgenroth,&#10;Ziehest in Morgenroth ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwinge dich, Adler von Oesterreich,&#10;Ledig von Fessel und Band,&#10;Bringe die Grüße vom Donaubord&#10;Allem germanischen Land!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jauchze, du Herze von Oesterreich,&#10;Jauchze mit jubelndem Schrei:&#10;Heil dir, mein deutsches Vaterland,&#10;Einig und mächtig und frei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brüder, wir Boten aus Oesterreich&#10;Grüßen euch traulich mit Sang;&#10;Schlagt ihr mit freudigem Handschlag ein,&#10;Hat es den rechten Klang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsorakel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsorakel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsorakel/</guid><description>&lt;p&gt;Du prophet′scher Vogel du,&#10;Blütensänger, o Coucou!&#10;Bitten eines jungen Paares&#10;In der schönsten Zeit des Jahres&#10;Höre, liebster Vogel du!&#10;Kann es hoffen, ruf ihm zu:&#10;Dein Coucou, dein Coucou,&#10;Immer mehr Coucou, Coucou.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hörst du! ein verliebtes Paar&#10;Sehnt sich herzlich zum Altar;&#10;Und es ist bei seiner Jugend&#10;Voller Treue, voller Tugend.&#10;Ist die Stunde denn noch nicht voll?&#10;Sag′, wie lange es warten sol!?&#10;Horch′! Coucou! Horch′! Coucou!&#10;Immer stille! Nichts hinzu!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühstück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehstueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehstueck/</guid><description>&lt;p&gt;Rumpumpel macht das Mäulchen krumm&#10;So morgens um halb acht herum,&#10;Und keine fünf Minuten drauf&#10;Wacht Rumpumpel auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hu, kommt der kalte Badeschwamm;&#10;Rumpumpel hält die Ohren stramm,&#10;Und schlägt die Ticke-Tacke acht,&#10;Wird ihm die Milch gebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schmeckt Rumpumpel aber fein!&#10;Er patscht mit beiden Fäustchen drein&#10;Und trinkt und trinkt, bis alles leer.&#10;Rumpumpelchen, das freut mich sehr:&#10;Morgen gibts gutes Wetter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fujiyama</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fujiyama/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fujiyama/</guid><description>&lt;p&gt;Immer überragt&#10;vom hohen Berg.&#10;Welch ein Land,&#10;wo sich Linie zu Linie&#10;in Gebärdereichtum spannt,&#10;wo in Ehrfurcht und in Wohlgefallen&#10;jeden Tag die Geishas&#10;zu dem Berg hinüberblinzeln,&#10;wenn sie, hinter Binsenmatten tanzend,&#10;einem Liebsten winken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnee liegt auf dem Gipfel, nicht als Last.&#10;O, er weiß ihn stolz zu tragen,&#10;er, der alte Fujiyama.&#10;Er ist viel tausend Jahre älter&#10;als die uralten Völkerväter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Staunend denkt die kleine Jungfrau daran,&#10;die den Hausaltar&#10;mit Blütenzweigen kränzt,&#10;während ihre Seele vor Entzücken brennt:&#10;Wie herrlich die heilige, gewaltige Bergpyramide&#10;wieder glänzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fúnf ding sont die lutern megde hân</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/funf-ding-sont-die-lutern-megde-han/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/funf-ding-sont-die-lutern-megde-han/</guid><description>&lt;p&gt;Wilt du den magetum zieren,&#10;Den got also sere geheret hat,&#10;Das er dur dine liebi einer megde sun wart;&#10;(Eya gedenke we sprichet das!)&#10;So solt du diemúteklich swigen&#10;Und mineclich kumber liden&#10;Und in allen stetten&#10;Alle din tage megdlicher schemede pflegen,&#10;So maht du an der kúscheit genesen.&#10;O maget, was dir dene got wil geben,&#10;Er wil dir ein schoener jungling wesen,&#10;Und wil den himelreigen mit dir treten.&#10;O ich vnselig lamer hunt!&#10;Ich húlze och mit dir.&#10;Prúve wie ich dis meine,&#10;Der luteren megde zal ist kleine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Mary aus Ahlbeck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-mary-aus-ahlbeck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-mary-aus-ahlbeck/</guid><description>&lt;p&gt;Wir lagen tief in einer Dünenschlucht,&#10;Bei Himbeersträuchern, sahn die Kämme nur&#10;Der hohen Dünen, und der Sonne Spur,&#10;Der Mittagsstunden langsam ziehnde Flucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Blut empfing den Kuß der Sonne tief,&#10;Der ganze Leib empfing die warme Flut,&#10;o welch ein Glück, da in der Sonne Glut,&#10;Im goldnen Licht das ferne Leid entschlief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und langsam sang die Stille uns in Schlaf,&#10;Wir hörten′s kaum noch, wenn der Wind vom Meer&#10;Der Schiffer Stimmen trug zu uns einher,&#10;Und selten Hufschlag noch das Ohr uns traf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für mich...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-mich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-mich/</guid><description>&lt;p&gt;Das längst Gewohnte, das alltäglich Gleiche,&#10;Mein Auge adelt mirs zum Zauberreiche:&#10;Es singt der Sturm sein grollend Lied für mich,&#10;Für mich erglüht die Rose, rauscht die Eiche.&#10;Die Sonne spielt auf goldnem Frauenhaar&#10;Für mich - und Mondlicht auf dem stillen Teiche.&#10;Die Seele les ich aus dem stummen Blick,&#10;Und zu mir spricht die Stirn, die schweigend bleiche.&#10;Zum Traume sag ich. »Bleib bei mir, sei wahr!«&#10;Und zu der Wirklichkeit: »Sei Traum, entweiche!«&#10;Das Wort, das Andern Scheidemünze ist,&#10;Mir ists der Bilderquell, der flimmernd reiche.&#10;Was ich erkenne. ist mein Eigentum,&#10;Und lieblich locket, was ich nicht erreiche.&#10;Der Rausch ist süß, den Geistertrank entflammt,&#10;Und süß ist die Erschlaffung auch, die weiche.&#10;So tiefe Welten tun sich oft mir auf,&#10;Daß ich drein glanzgeblendet, zögernd schleiche,&#10;Und einen goldnen Reigen schlingt um mich&#10;Das längst Gewohnte, das alltäglich Gleiche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Namenstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-namenstage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-namenstage/</guid><description>&lt;p&gt;Ist es nicht Verwegenheit&#10;Einen Namenstag zu feiern,&#10;Ein Gedicht herunterleiern&#10;Und mit Selbstgenügsamkeit&#10;Seinen Antheil drin betheuern?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freilich ist es viel gewagt.&#10;Denn was soll an solchen Tagen&#10;Anders mehr der Kluge sagen,&#10;Als daß nun der Tag getagt,&#10;Im Kalender nachzuschlagen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wahrlich, namenlose Pein&#10;Auf den Namenstag zu singen,&#10;Ihm Gedanken abzuringen!&#10;Darum in den Tag hinein&#10;Muß der gute Sänger singen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er merket sich den Rath,&#10;Und er mag hier ohne Zaudern,&#10;Sonder Etiketteschaudern,&#10;Was er auf dem Herzen hat&#10;Mit Gelegenheit verplaudern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für wen ich singe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-wen-ich-singe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-wen-ich-singe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich singe nicht für kleine Knaben,&#10;Die voller Stolz zur Schule gehn,&#10;Und den Ovid in Händen haben,&#10;Den ihre Lehrer nicht verstehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich singe nicht für euch, ihr Richter,&#10;Die ihr voll spitz′ger Gründlichkeit&#10;Ein unerträglich Joch dem Dichter,&#10;Und euch die Muster selber seid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich singe nicht den kühnen Geistern,&#10;Die nur Homer und Milton reizt;&#10;Weil man den unerschöpften Meistern&#10;Die Lorbeern nur umsonst begeizt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich singe nicht, durch Stolz gedrungen,&#10;Für dich, mein deutsches Vaterland.&#10;Ich fürchte jene Lästerzungen,&#10;Die dich bis an den Pol verbannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Wolf Graf von Kalckreuth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-wolf-graf-von-kalckreuth/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-wolf-graf-von-kalckreuth/</guid><description>&lt;p&gt;Geschrieben am 4. und 5. November 1908 in Paris&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah ich dich wirklich nie? Mir ist das Herz&#10;so schwer von dir wie von zu schwerem Anfang,&#10;den man hinausschiebt. Daß ich dich begänne&#10;zu sagen, Toter der du bist; du gerne,&#10;du leidenschaftlich Toter. War das so&#10;erleichternd wie du meintest, oder war&#10;das Nichtmehrleben doch noch weit vom Totsein?&#10;Du wähntest, besser zu besitzen dort,&#10;wo keiner Wert legt auf Besitz. Dir schien,&#10;dort drüben wärst du innen in der Landschaft,&#10;die wie ein Bild hier immer vor dir zuging,&#10;und kämst von innen her in die Geliebte&#10;und gingest hin durch alles, stark und schwingend.&#10;O daß du nun die Täuschung nicht zu lang&#10;nachtrügest deinem knabenhaften Irrtum.&#10;Daß du, gelöst in einer Strömung Wehmut&#10;und hingerissen, halb nur bei Bewußtsein,&#10;in der Bewegung um die fernen Sterne&#10;die Freude fändest, die du von hier fort&#10;verlegt hast in das Totsein deiner Träume.&#10;Wie nahe warst du, Lieber, hier an ihr.&#10;Wie war sie hier zuhaus, die, die du meintest,&#10;die ernste Freude deiner strengen Sehnsucht.&#10;Wenn du, enttäuscht von Glücklichsein und Unglück,&#10;dich in dich wühltest und mit einer Einsicht&#10;mühsam heraufkamst, unter dem Gewicht&#10;beinah zerbrechend deines dunkeln Fundes:&#10;da trugst du sie, sie, die du nicht erkannt hast,&#10;die Freude trugst du, deines kleinen Heilands&#10;Last trugst du durch dein Blut und holtest über.&#10;Was hast du nicht gewartet, daß die Schwere&#10;ganz unerträglich wird: da schlägt sie um&#10;und ist so schwer, weil sie so echt ist. Siehst du,&#10;dies war vielleicht dein nächster Augenblick;&#10;er rückte sich vielleicht vor deiner Tür&#10;den Kranz im Haar zurecht, da du sie zuwarfst.&#10;O dieser Schlag, wie geht er durch das Weltall,&#10;wenn irgendwo vom harten, scharfen Zugwind&#10;der Ungeduld ein Offenes ins Schloß fällt.&#10;Wer kann beschwören, daß nicht in der Erde&#10;ein Sprung sich hinzieht durch gesunde Samen;&#10;wer hat erforscht, ob in gezähmten Tieren&#10;nicht eine Lust zu töten geilig aufzuckt,&#10;wenn dieser Ruck ein Blitzlicht in ihr Hirn wirft.&#10;Wer kennt den Einfluß, der von unserm Handeln&#10;hinüberspringt in eine nahe Spitze,&#10;und wer begleitet ihn, wo alles leitet?&#10;Daß du zerstört hast. Daß man dies von dir&#10;wird sagen müssen bis in alle Zeiten.&#10;Und wenn ein Held bevorsteht, der den Sinn,&#10;den wir für das Gesicht der Dinge nehmen,&#10;wie eine Maske abreißt und uns rasend&#10;Gesichter aufdeckt, deren Augen längst&#10;uns lautlos durch verstellte Löcher anschaun:&#10;dies ist Gesicht und wird sich nicht verwandeln:&#10;daß du zerstört hast. Blöcke lagen da,&#10;und in der Luft um sie war schon der Rhythmus&#10;von einem Bauwerk, kaum mehr zu verhalten;&#10;du gingst herum und sahst nicht ihre Ordnung,&#10;einer verdeckte dir den andern; jeder&#10;schien dir zu wurzeln, wenn du im Vorbeigehn&#10;an ihm versuchtest, ohne rechtes Zutraun,&#10;daß du ihn hübest. Und du hobst sie alle&#10;in der Verzweiflung, aber nur, um sie&#10;zurückzuschleudern in den klaffen Steinbruch,&#10;in den sie, ausgedehnt von deinem Herzen,&#10;nicht mehr hineingehn. Hätte eine Frau&#10;die leichte Hand gelegt auf dieses Zornes&#10;noch zarten Anfang; wäre einer, der&#10;beschäftigt war, im Innersten beschäftigt,&#10;dir still begegnet, da du stumm hinausgingst,&#10;die Tat zu tun -; ja hätte nur dein Weg&#10;vorbeigeführt an einer wachen Werkstatt,&#10;wo Männer hämmern, wo der Tag sich schlicht&#10;verwirklicht; wär in deinem vollen Blick&#10;nur so viel Raum gewesen, daß das Abbild&#10;von einem Käfer, der sich müht, hineinging,&#10;du hättest jäh bei einem hellen Einsehn&#10;die Schrift gelesen, deren Zeichen du&#10;seit deiner Kindheit langsam in dich eingrubst,&#10;von Zeit zu Zeit versuchend, ob ein Satz&#10;dabei sich bilde: ach, er schien dir sinnlos.&#10;Ich weiß; ich weiß: du lagst davor und griffst&#10;die Rillen ab, wie man auf einem Grabstein&#10;die Inschrift abfühlt. Was dir irgend licht&#10;zu brennen schien, das hieltest du als Leuchte&#10;vor diese Zeile; doch die Flamme losch&#10;eh du begriffst, vielleicht von deinem Atem,&#10;vielleicht vom Zittern deiner Hand; vielleicht&#10;auch ganz von selbst, wie Flammen manchmal ausgehn.&#10;Du lasest′s nie. Wir aber wagen nicht,&#10;zu lesen durch den Schmerz und aus der Ferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fußreise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fussreise/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fussreise/</guid><description>&lt;p&gt;Am frischgeschnittnen Wanderstab,&#10;Wenn ich in der Frühe&#10;So durch die Wälder ziehe,&#10;Hügel auf und ab:&#10;Dann, wie′s Vögelein im Laube&#10;Singet und sich rührt,&#10;Oder wie die goldne Traube&#10;Wonnegeister spürt&#10;In der ersten Morgensonne,&#10;So fühlt auch mein alter, lieber&#10;Adam Herbst- und Frühlingsfieber,&#10;Gottbeherzte,&#10;Nie verscherzte&#10;Erstlings-Paradieseswonne.&#10;Also bist du nicht so schlimm, o alter&#10;Adam, wie die strengen Lehrer sagen:&#10;Liebst und lobst du immer doch,&#10;Singst und preisest immer noch,&#10;Wie an ewig neuen Schöpfungstagen,&#10;Deinen lieben Schöpfer und Erhalter!&#10;Möcht′ es dieser geben!&#10;Und mein ganzes Leben&#10;Wär′ im leichten Wanderschweiße&#10;Eine solche Morgenreise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Galaswinte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/galaswinte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/galaswinte/</guid><description>&lt;p&gt;Im Saale jubelt Hochzeit -&#10;Die Arme vor dem Busen&#10;Kreuzt Fredegund in Demut,&#10;Des Königs listge Buhlin:&#10;&amp;ldquo;Ich bin die Magd und leuchte&#10;Dem Bräutchen auf die Kammer!&amp;rdquo;&#10;Die Alabasterampel&#10;Mit römischen Skulpturen&#10;Die schwebend einst geschimmert&#10;In stillem Grabesdunkel&#10;Trägt Fredegund in Demut&#10;Und hellt die Hochzeitskammer,&#10;Sie setzt die Ampel nieder&#10;Und geht und lächelt tückisch.&#10;Die zarte Galaswinte&#10;Blickt in die wehnde Flamme,&#10;Die Flamme loht und flackert&#10;Die Ampel springt in Scherben,&#10;Die Fürstin weint im Dunkel:&#10;&amp;ldquo;Die mich gebracht aus Spanien,&#10;Dein Kind dem Frankenkönig,&#10;Jetzt drehst du auf dem Rosse&#10;Im Schein der Wanderfackel&#10;Noch einmal dich und breitest&#10;Nach mir die Arme, Mutter!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/garten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/garten/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh mal, Hold, da unser Garten&#10;Kann Liebseelchen nicht erwarten.&#10;Kuck′, die wilden Blüten fliegen&#10;Dir ans Knie,&#10;Ans fein behende,&#10;Nehmen lächelnd,&#10;Leuchtend wie die Wolke oben,&#10;Dich bei Händen.&#10;Wollen dir im Haare liegen,&#10;Tief ins gold′ne Nest.&#10;Hasche sie!&#10;Halt′ sie fest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gärtnerlied im Liedergarten der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gaertnerlied-im-liedergarten-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gaertnerlied-im-liedergarten-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Du dauerst mich Seele!&#10;Der so hat gesungen&#10;Die lieblichste Kehle,&#10;Die süß′ste der Zungen.&#10;Wie kannst du noch leben,&#10;Noch andere Lippen&#10;Mit Küssen umschweben?&#10;Ich ging in den Klippen&#10;Berauschet zu Grund,&#10;Hätt je mich so innig,&#10;So innig und sinnig&#10;Der blühende Mund&#10;Der Lieder-Sirene&#10;Begrüßet im Bund.&#10;Ein Liebender bin ich&#10;Und weih eine Träne&#10;Dir, nüchterne Seele,&#10;Dir hat Philomele&#10;In Liedern gerungen,&#10;Mich hat sie bezwungen,&#10;Den Garten der Wonne&#10;Der andern zu bauen,&#10;O süßes Vertrauen!&#10;Ich lenke die Bronnen,&#10;Die trunken verronnen,&#10;Daß frisch sie betauen&#10;Die Blumen, die Lichter,&#10;Die Sterne, die Strahlen,&#10;Die Farben der Dichter,&#10;Um Liebe zu malen,&#10;O seliges Dienen!&#10;Dem Herzen, dem armen&#10;Ist′s süß, zu erwarmen&#10;So sonnenbeschienen&#10;Vom Himmel der Augen&#10;Ist′s süß, um die schwülen&#10;Gefühle zu kühlen,&#10;Die tötenden Gluten&#10;In hüpfende Fluten&#10;Der Lieder zu tauchen,&#10;Worin sie die Schmerzen,&#10;Die Feuer aushauchen&#10;Vom liebenden Herzen&#10;Ergoß und erkühlte,&#10;Bis Friede sie fühlte.&#10;O Gluten durchwühlt mich,&#10;In denen sie wühlte,&#10;O Fluten umkühlt mich,&#10;In denen sie kühlte,&#10;O Wellen umspielt mich,&#10;In denen sie spielte,&#10;O Blüten umblüht mich,&#10;In denen sie blühte,&#10;O Lieder durchglüht mich,&#10;In denen sie glühte,&#10;O stammelnde Lieder&#10;Voll Wahrheit und Güte,&#10;Mit feurigem Hauche,&#10;Mit Tränen im Auge,&#10;Klingt wieder, klingt wieder,&#10;Mein sind eure Leiden,&#10;Das Ringen, das Zagen,&#10;Das Scheiden, das Meiden,&#10;Das bittre Entsagen.&#10;Weint nieder, weint nieder,&#10;Ihr stammelnden Lieder.&#10;Euch liebt sie, euch schrieb sie,&#10;Ich lieb euch, ich lieb sie,&#10;Doch sie liebt nicht wieder,&#10;Ihr sehnenden Lieder!&#10;Süß ist, eure schlanken&#10;Verlangenden Ranken&#10;Mit Zier auf und nieder&#10;Zu schlingen, zu winden,&#10;In Lauben zu binden;&#10;Und muß hin und wieder&#10;Ein Reblein ich schneiden,&#10;Muß gleich ich mit leiden,&#10;Die Wunden, sie weinen,&#10;Da muß ich mich sehnen,&#10;O liebliche Lieder!&#10;Es sind eure Tränen&#10;Auch immer die meinen,&#10;So such ich und finde&#10;Die süßen Gedanken&#10;Und binde und winde&#10;Sie träumend in Schranken.&#10;Und irre die Pfade&#10;Der Luftlabyrinthe&#10;Bis hin zum Gestade,&#10;Wo unter der Linde&#10;Die dichtende Gnade&#10;Dem liebenden Kinde&#10;Im geistigen Bade&#10;So leuchtend, so linde&#10;Erkühlet die Glut,&#10;O selige Flut,&#10;O trunkener Spiegel&#10;Der schimmernden Glieder,&#10;Du küßtest das Siegel&#10;Der lieblichen Lieder,&#10;Wie war dir zu Mut?&#10;Und wie ich so sehne,&#10;Da lockt die Sirene;&#10;Komm nieder, komm nieder,&#10;Hier hat sie geruht,&#10;Hier duftet der Flieder,&#10;Hier ist es so gut,&#10;Hier löst sie das Mieder&#10;Und taucht in die Flut&#10;Das Wonnegefieder&#10;Der Phönix; ihr Blut&#10;Hat hier in den Wogen&#10;Gebadet die Triebe&#10;Und ist dann geflogen&#10;Durch Feuer und Glut,&#10;Und hat seine Liebe,&#10;Die rot war, verglühet,&#10;Bis weiß sie erblühet&#10;In heiligem Licht,&#10;So sang ein Gedicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gastrecht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gastrecht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gastrecht/</guid><description>&lt;p&gt;Alexander Ypsilanti stürzt vom Schlachtfeld kampferhitzt,&#10;Wo die Freiheit ihres Blutes letzten Tropfen hat verspritzt,&#10;Wo er einen hohen Orden sich gewonnen, unbewußt,&#10;Eine schöne Heldenwunde, klaffend vorn an seiner Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So mit stolzer Purpurrose seinen Busen ausgeschmückt,&#10;In der Hand den Stumpf des Schwertes, kampfzerbrochen und zerstückt&#10;Tritt der Held auf Oestreichs Boden, – o beträt’ er ihn doch nicht!&#10;Beut vertrauend uns die Hände, tritt an unsern Herd und spricht:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geben/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr gebt nur wenig, wenn ihr von eurem Besitz gebt.&#10;Erst wenn ihr von euch selber gebt, gebt ihr wahrhaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn was ist euer Besitz anderes als etwas, das ihr bewahrt und&#10;bewacht aus Angst, daß ihr es morgen brauchen könntet?&#10;Und morgen, was wird das Morgen dem übervorsichtigen Hund bringen,&#10;der Knochen im spurlosen Sand vergräbt,&#10;wenn er den Pilgern zur heiligen Stadt folgt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was ist die Angst vor der Not anderes als Not?&#10;Ist nicht Angst vor Durst, wenn der Brunnen voll ist,&#10;der Durst, der unlöschbar ist?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet/</guid><description>&lt;p&gt;Am Morgen - am Mittag - im Abendlicht&#10;Vernahmst Du, Maria, mein Lobgedicht.&#10;In Lust und Leid - in Wonne und Weh,&#10;Gott-Mutter, auch fernerhin mit mir geh!&#10;Als strahlende Stunden heiter entwichen&#10;Und keine Wolken den Himmel durchstrichen,&#10;Führtest Du gnädig die Seele mir&#10;Hin zu den Deinen, hin zu Dir.&#10;Nun, da Schicksalsstürme schrecken,&#10;Dunkel mein Heute, mein Gestern bedecken,&#10;Laß mein Morgen strahlend scheinen&#10;Im holden Hoffen auf Dich und die Deinen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet nach dem Schlachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-nach-dem-schlachten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-nach-dem-schlachten/</guid><description>&lt;p&gt;Kopf ab zum Gebet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herrgott! Wir alten vermoderten Knochen&#10;sind aus den Kalkgräbern noch einmal hervorgekrochen.&#10;Wir treten zum Beten vor dich und bleiben nicht stumm.&#10;Und fragen dich, Gott:&#10;Warum -?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum haben wir unser rotes Herzblut dahingegeben?&#10;Bei unserm Kaiser blieben alle sechs am Leben.&#10;Wir haben einmal geglaubt&amp;hellip; Wir waren schön dumm&amp;hellip;!&#10;Uns haben sie besoffen gemacht&amp;hellip;&#10;Warum -?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einer hat noch sechs Monate im Lazarett geschrieen.&#10;Erst das Dörrgemüse und zwei Stabsärzte erledigten ihn.&#10;Einer wurde blind und nahm heimlich Opium.&#10;Drei von uns haben zusammen nur einen Arm&amp;hellip;&#10;Warum -?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebt Euren Toten Heimrecht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebt-euren-toten-heimrecht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebt-euren-toten-heimrecht/</guid><description>&lt;p&gt;Gebt Euren Toten Heimrecht,&#10;Ihr Lebendigen,&#10;daß wir unter Euch wohnen und weilen dürfen&#10;in hellen und dunklen Stunden.&#10;Weint uns nicht nach,&#10;daß jeder Freund sich scheuen muß,&#10;von uns zu reden!&#10;Macht, daß die Freunde ein herz fassen,&#10;von uns zu plaudern und zu lachen!&#10;Gebt uns Heimrecht,&#10;wie wir´s im Leben genossen haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geburtsweihe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtsweihe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtsweihe/</guid><description>&lt;p&gt;Nun du wiederkamest nach der frommen&#10;Süßen Rast,&#10;Sei willkommen uns, o sei willkommen&#10;kleiner Gast!&#10;Glück und Segen möge dich geleiten&#10;Um und an,&#10;noch hast du den Blick in ferne Weiten&#10;Nicht gethan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier die Brote, dort des heil′gen Weines&#10;Fromm Getränk:&#10;Laßt uns feiern heut der Gottheit reines&#10;Weihgeschenk,&#10;Und indem dein Bettlein wir umwandern&#10;Schritt für Schritt,&#10;Bring ein Jedes von uns einen andern&#10;Wunsch dir mit:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedanken über den Epheu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedanken-ueber-den-epheu/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedanken-ueber-den-epheu/</guid><description>&lt;p&gt;Der Epheu stellet mir,&#10;Das Bild von einem wahren Christen für.&#10;Der Epheu wächst nicht auf der Erde, wie der Klee;&#10;Er flicht sich in die Höh,&#10;Und schlingt sich um die hohen Bäume.&#10;So macht es auch ein ächtes Christen-Kind,&#10;Das sein Vergnügen nicht auf dieser Erde findt:&#10;Es schwingt sich in die Höh zu Gott hinauf,&#10;Und bleibt daselbst nach seines Worts Verlangen&#10;Ganz feste an ihm hangen,&#10;Und führt im Himmel seinen Lauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedenk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedenk/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedenk/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist kein Vöglein so gemein,&#10;Es spürt geheime Schauer,&#10;Wenn draußen streift der Sonnenschein&#10;Vergoldend seinen Bauer.&#10;Und du hast es vergessen fast&#10;In deines Kerkers Spangen,&#10;O Menschlein, daß du Flügel hast&#10;Und daß du hier gefangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedichte sind gemalte Fensterscheiben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedichte-sind-gemalte-fensterscheiben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedichte-sind-gemalte-fensterscheiben/</guid><description>&lt;p&gt;Gedichte sind gemalte Fensterscheiben!&#10;Sieht man vom Markt in die Kirche hinein,&#10;Da ist alles dunkel und düster;&#10;Und so sieht′s auch der Herr Philister:&#10;Der mag denn wohl verdrießlich sein&#10;Und lebenslang verdrießlich bleiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt aber nur einmal herein,&#10;Begrüßt die heilige Kapelle;&#10;Da ist′s auf einmal farbig helle,&#10;Geschicht und Zierat glänzt in Schnelle,&#10;Bedeutend wirkt ein edler Schein;&#10;Dies wird euch Kindern Gottes taugen,&#10;Erbaut euch und ergetzt die Augen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefallene Engel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefallene-engel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefallene-engel/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist die alte finst&amp;rsquo;re Mähr&#10;Von zwei Vermaledeiten,&#10;Die ohne Rast und ohne Ruh&#10;Fort durch die Hölle schreiten.&#10;Von Zweien, die voll Hochmuth einst&#10;Verschmäht des Himmels Frieden,&#10;Und eine Seligkeit hindurch&#10;Sich fremd und stolz gemieden;&#10;Von zwei Vermaledeiten, die&#10;So fern nun allem Reinen,&#10;Sich suchen, finden, halten, ach!&#10;Und weinen - weinen - weinen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefängnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefaengnis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefaengnis/</guid><description>&lt;p&gt;Im Süden rauscht das Wasser Seide,&#10;Wir wohnen in den schmalen Zellen,&#10;Durchs Gitter dringt in kleinen Wellen&#10;Die Sehnsucht nach der fernen Heide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Taschentuch hat grünen Saum,&#10;Ein gelbes Feld ist in der Mitte&#10;Und auf und ab sechs kleine Schritte&amp;hellip;&#10;Mein Taschentuch, mein grüner Baum&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gegen Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gegen-morgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gegen-morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Tag will herauf. Nacht wehrt nicht mehr dem Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Morgenwinde, die den Geist in ungestüme Meere treiben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon brechen Vorstadtbahnen fauchend in den Garten&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Frühe. Bald sind Straßen, Brücken wieder von Gewühl und Lärmversperrt –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O jetzt ins Stille flüchten! Eng im Zug der Weiber, der sich übern Treppengang zur Messezerrt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Kirchenwinkel knien! O, alles von sich tun, und nur in Demut auf das Wunder der Verheißungwarten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Nacht der Kathedralen! Inbrunst eingelernter Kinderworte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gegenseitige Bewirthung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenseitige-bewirthung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gegenseitige-bewirthung/</guid><description>&lt;p&gt;Erst brachte seinem Schiller Goethe&#10;Das derb materiell Concrete:&#10;Das sollt′ ihm stärken Leib und Seele;&#10;Doch würgt′ es hart ihn in der Kehle,&#10;Was Niemand leichtlich wohl vermeidet,&#10;Wenn er die Krebs′ in Viertel schneidet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann brachte Schiller das Abstracte,&#10;Auch das Verzwickte, das Vertrakte.&#10;Da schnitt nun Goethe viel Grimassen:&#10;Doch wußt′ er sich ein Herz zu faßen.&#10;Konnt′ es dem Gaumen nicht behagen,&#10;Verdaut′ er′s doch mit tapferm Magen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geh aus, mein Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-aus-mein-herz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-aus-mein-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Geh aus, mein Herz, und suche Freud&#10;In dieser lieben Sommerzeit&#10;An deines Gottes Gaben;&#10;Schau an der schönen Gärten Zier&#10;Und siehe, wie sie mir und dir&#10;Sich ausgeschmücket haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bäume stehen voller Laub,&#10;Das Erdreich decket seinen Staub&#10;Mit einem grünen Kleide;&#10;Narzissus und die Tulipan,&#10;Die ziehen sich viel schöner an&#10;Als Salomonis Seide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lerche schwingt sich in die Luft,&#10;Das Täublein fleugt aus seiner Kluft&#10;Und macht sich in die Wälder;&#10;Die hochbegabte Nachtigall&#10;Ergötzt und füllt mit ihrem Schall&#10;Berg, Hügel, Tal und Felder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geh'! du kannst ja doch nicht bleiben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-du-kannst-ja-doch-nicht-bleiben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-du-kannst-ja-doch-nicht-bleiben/</guid><description>&lt;p&gt;Geh′! du kannst ja doch nicht bleiben;&#10;Warum willst du gleich nicht gehn?&#10;Warum willst du länger leiden,&#10;Ringen noch mit Todeswehn?&#10;Geh′, der Schwester nachzueilen,&#10;Laß sie so allein nicht gehn!&#10;Willst du nicht das Bettchen theilen,&#10;Das ihr dort ist ausersehn?&#10;Säumst du lang? An ihrer Seiten&#10;Wird das Plätzchen dir entgehn;&#10;Denn viel Knäbchen deinesgleichen&#10;Sind′s, die jetzo schlafen gehn.&#10;Und es wird dir keines weichen,&#10;Deinetwegen keins aufstehn,&#10;Wenn sie ihm den Platz bereiten&#10;Neben deinem Schwesterchen.&#10;Helfen wird dir dann kein Streiten,&#10;Dann wird helfen dir kein Flehn,&#10;Daß du sagest: Rück′ bescheiden!&#10;Denn ich bin das Brüderchen.&#10;Darum lieber geh′ beizeiten,&#10;Weil es einmal muß geschehn!&#10;Und es wird uns Trost ertheilen,&#10;Wenn wir auf den Kirchhof gehn,&#10;Ja, es wird das Herz uns heilen,&#10;Wenn bei Frühlingslüfte-Wehn,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geistliches Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geistliches-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geistliches-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Zeichen, seltne Stickerein&#10;Malt ein flatternd Blumenbeet.&#10;Gottes blauer Odem weht&#10;In den Gartensaal herein,&#10;Heiter ein.&#10;Ragt ein Kreuz im wilden Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hör′ im Dorf sich viele freun,&#10;Gärtner an der Mauer mäht,&#10;Leise eine Orgel geht,&#10;Mischet Klang und goldenen Schein,&#10;Klang und Schein.&#10;Liebe segnet Brot und Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mädchen kommen auch herein&#10;Und der Hahn zum letzten kräht.&#10;Sacht ein morsches Gitter geht&#10;Und in Rosen Kranz und Reihn,&#10;Rosenreihn&#10;Ruht Maria weiß und fein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gelähmter Flug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gelaehmter-flug/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gelaehmter-flug/</guid><description>&lt;p&gt;Fragt Ihr mich, warum allein&#10;Fort ich ziehe meine Straße,&#10;Fern von mir die Freunde lasse?&#10;Während Jeder auf den Wellen&#10;Lustig treibt, im Rosenschein&#10;Seiner Jugend, ich den hellen&#10;Spiegel der besonnten Fluth&#10;Und die fröhlichen Gesellen&#10;Traurig meide?&#10;All&amp;rsquo; mein Muth&#10;Still verglommen in herbem Leide –?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht! wie durch die Lüfte hin,&#10;Weiß gefiedert, dichte Schwärme&#10;Wandervögel nach der Wärme&#10;Einer mildern Sonne ziehn!&#10;Horch! wie ihrer Flügel Schläge&#10;Ungebahnte Wolkenwege&#10;Rasch durchschiffen, und Gesang&#10;Tönt den ganzen Zug entlang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gemählde eines Erschlagenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gemaehlde-eines-erschlagenen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gemaehlde-eines-erschlagenen/</guid><description>&lt;p&gt;Blutige Lokken fallen von eingesunkenen Wangen;&#10;Furchtbar, zwischen Hülfe rufend geöffneten, schwarzen&#10;Lippen laufen zwey Reihen scheußlicher Zähne, so ragen&#10;Dürre Beine aus Gräbern hervor; die gefalteten Hände&#10;Dekket Blässe, die unter zersplitterten Nägeln zum Blau wird:&#10;Denn im einsamen schrekkenden Walde hat er sich ängstlich&#10;Mit verlarvten Mördern gerungen: es hallten die Wipfel&#10;Von seinem bangen Rufen und dem mördrischen Murmeln&#10;Seiner Gegner; bald erlagen die Kräfte des Kämpfers,&#10;Schlaffe Arme strekt′ er vergeblich, die tödtlichen Aexte&#10;Von seinem Haupt abzuhalten; sie, die sonst schüchterne Vögel&#10;Aus den gefällten Bäumen verscheuchten, spalteten izo&#10;Grausam die gehirnsprüzzende Scheitel des sterbenden Mannes,&#10;Dessen Seele ungern vom röchelnden Busen emporstieg. -&#10;Streifende Jäger fanden den zerzerreten Körper&#10;In dem See von eigenem Blut, aus welchem die Gräsgen&#10;Ihre befleckten Spizzen scheu erhoben: sie brachten&#10;Ihn der untröstbaren Wittwe, die sein dunkeles Auge&#10;Noch zu bedauren schien: noch sichtbar war auf der Wange&#10;Der sonst freundliche Zug, auf der verunstalteten Stirne&#10;Die kenntbare Runzel, die oft ein ahndender Kummer&#10;In melancholischen Stunden drauf pflanzte. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gemahnt dich noch das</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gemahnt-dich-noch-das/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gemahnt-dich-noch-das/</guid><description>&lt;p&gt;Gemahnt dich noch das schöne bildnis dessen&#10;Der nach den schluchten-rosen kühn gehascht&#10;Der über seiner jagd den tag vergessen&#10;Der von der dolden vollem seim genascht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der nach dem parke sich zur ruhe wandte&#10;Trieb ihn ein flügelschillern allzuweit&#10;Der sinnend sass an jenes weihers kante&#10;Und lauschte in die tiefe heimlichkeit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und von der insel moosgekrönter steine&#10;Verliess der schwan das spiel des wasserfalls&#10;Und legte in die kinderhand die feine&#10;Die schmeichelnde den schlanken hals.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gemein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gemein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gemein/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zuweilen dünkt Dich: reich bin ich ja doch,&#10;Denn immer hab′ ich etwas noch zu geben,&#10;Wer mir nur naht, er nimmt ein Stücklein noch&#10;Aus diesem armgeplündert-dunklen Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schauest voll Bewunderung sie an,&#10;Die auszunützen Dich so wohl verstanden.&#10;Noch sind sie höflich&amp;hellip; werden grob sie, dann&#10;Weißt Du, daß sie zu nehmen Nichts mehr fanden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer fein nach der Schablone,&#10;Immer fein in dem Geleise!&#10;Leg′ zurecht Dir Schmerz und Wonne&#10;Nach der hergebrachten Weise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Germania an ihre Kinder / Eine Ode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/germania-an-ihre-kinder-eine-ode/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/germania-an-ihre-kinder-eine-ode/</guid><description>&lt;p&gt;Die des Maines Regionen,&#10;Die der Elbe heitre Aun,&#10;Die der Donau Strand bewohnen,&#10;Die das Odertal bebaun,&#10;Aus des Rheines Laubensitzen,&#10;Von dem duftgen Mittelmeer,&#10;Von der Riesenberge Spitzen,&#10;Von der Ost und Nordsee her!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horchet! - Durch die Nacht, ihr Brüder,&#10;Welch ein Donnerruf hernieder?&#10;Stehst du auf, Germania?&#10;Ist der Tag der Rache da?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deutsche, mutger Völkerreigen,&#10;Meine Söhne, die, geküßt,&#10;In den Schoß mir kletternd steigen,&#10;Die mein Mutterarm umschließt,&#10;Meines Busens Schutz und Schirmer,&#10;Unbesiegtes Marsenblut,&#10;Enkel der Kohortenstürmer,&#10;Römerüberwinderbrut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang der Exakten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-exakten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-exakten/</guid><description>&lt;p&gt;War&amp;rsquo;s um sechs Uhr oder sieben,&#10;Wann er diesen Vers geschrieben?&#10;War&amp;rsquo;s vielleicht präzis halb achte,&#10;Als er zu Papiere brachte&#10;Diesen Einfall, diesen Witz?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War es vor, war&amp;rsquo;s nach dem Essen,&#10;Als bei Lotten er gesessen?&#10;Was des weitern dann geschehen,&#10;Durfte, fragen wir, es sehen,&#10;Der Geliebten kleiner Fritz?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie war&amp;rsquo;s mit Corona Schröter?&#10;Rosenröthlich oder röther?&#10;Was ist Sage, was Geschichte?&#10;Auch auf diesen Streitpunkt richte&#10;Sich die Nase scharf und spitz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang der Frühvollendeten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-fruehvollendeten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-fruehvollendeten/</guid><description>&lt;p&gt;Wir denken euch im Gleiten manchmal, Lebende,&#10;Durch Traum und Ahnung und die Flut des Abends:&#10;Ihr Schmerzlichen, wenn ihr in schweren Taten&#10;Zur Tiefe sinkt.&#10;Wir stiegen steil empor,&#10;Da unserm Aufbruch keine Ziele standen,&#10;Uns grenzenlos die Wanderschaft empfing.&#10;Nun sind wir über euch, und euer fernstes&#10;Geschehen löscht, Erinnerung, vertan,&#10;Uraltes Lächeln unserer Vergangenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesellschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesellschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesellschaft/</guid><description>&lt;p&gt;An einem Tische ganz allein&#10;Saß ich im Wirthshaus bei meinem Wein.&#10;In der Nebenstube war&amp;rsquo;s nicht so leer,&#10;Laut und lustig ging es da her.&#10;Es schienen Männer in jüngeren Jahren,&#10;Die wohl alle doch schon erfahren,&#10;Was Leben heißt im Philistergeleis,&#10;Und die sich verbunden zu fröhlichem Kreis,&#10;Verschwundene Tage sich zu erneuen,&#10;Der schönen Burschenzeit sich zu erfreuen.&#10;Sie sangen die alten Studentenlieder –&#10;Nach manchen Jahren hört&amp;rsquo; ich sie wieder –&#10;Trinklieder, heiße, durstige,&#10;Rauschige, tolle, hanswurstige,&#10;Aber auch ernste, festlich hohe,&#10;Lieder voll heiliger Gluth und Lohe,&#10;Wie sie erbrausten mit Sturmeskraft&#10;Einst in der Halle der Burschenschaft.&#10;Seltsam, als wäre mir&amp;rsquo; s angethan,&#10;Kam mich ein junges Gelüsten an,&#10;Zu den muntern Zechern hineinzudringen&#10;Und ohne viel Vorwort mitzusingen;&#10;Doch schien es mir ein zu kecker Schritt,&#10;Ich ließ es und summte nur leise mit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesicht des Reisenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesicht-des-reisenden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesicht-des-reisenden/</guid><description>&lt;p&gt;Mitten in der Wüste war es, wo wir nachts am Boden ruhten;&#10;Meine Beduinen schliefen bei den abgezäumten Stuten.&#10;In der Ferne lag das Mondlicht auf der Nilgebirge Jochen;&#10;Rings im Flugsand umgekommner Dromedare weiße Knochen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlaflos lag ich; statt des Pfühles diente mir mein leichter Sattel,&#10;Dem ich unterschob den Beutel mit der dürren Frucht der Dattel;&#10;Meinen Kaftan ausgebreitet hatt&amp;rsquo; ich über Brust und Füße;&#10;Neben mir mein bloßer Säbel, mein Gewehr und meine Spieße.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gespenst an der Kanderer Straße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gespenst-an-der-kanderer-strasse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gespenst-an-der-kanderer-strasse/</guid><description>&lt;p&gt;‘s git Gspenster, sel isch us und isch verbei!&#10;Gang nummen in der Nacht vo Chander hei,&#10;und bring e Ruusch! De triffsch e Plätzli a,&#10;und dört verirrsch. I setz e Büeßli dra.&#10;Vor Ziten isch nit wit vo sellem Platz&#10;e Hüsli gsi; e Frau, e Chind, e Chatz&#10;hen g’otmet drinn. Der Ma het vorem Zelt&#10;si Lebe glo im Heltelinger Feld.&#10;Und wo sie hört: »Di Ma lit unterm Sand«,&#10;se het me gmeint, sie stoß der Chopf an d’Wand.&#10;Doch holt sie d’Pappe no vom Füür und blost,&#10;und git’s im Chind, und seit: »Du bisch mi Trost!«&#10;Und ‘s wär’s au gsi. Doch schlicht emol mi Chind&#10;zur Türen us, und d’Muetter sizt und spinnt,&#10;und meint, ‘s seig in der Chuchi, rüeft und goht,&#10;und sieht no just, wie’s uffem Fußweg stoht.&#10;Und drüber lauft e Ma, voll Wi und Brenz,&#10;vo Chander her ans Chind und überrennt’s,&#10;und bis sie ‘n helfe will, sen isch’s scho hi,&#10;und rüehrt sie nit – e flösche Bueb isch’s gsi.&#10;Jez rüstet sie ne Grab im tiefe Wald,&#10;und deckt ihr Chind, und seit: »I folg der bald!«&#10;Sie sezt si nieder, hütet’s Grab und wacht,&#10;und endli stirbt sie in der nünte Nacht.&#10;Und so verwest der Lib in Luft und Wind.&#10;Doch sizt der Geist no dört, und hüetet’s Chind,&#10;und hütigs Tags, de Trunkene zum Tort,&#10;goht d’Chandrer Stroß verbei an sellem Ort.&#10;Und schwankt vo Chander her e trunkene Ma,&#10;se sieht’s der Geist sim Gang vo witem a,&#10;und führt en abwärts, seig er, wer er sei,&#10;er loßt en um kei Pris am Grab verbei.&#10;Er chunnt vom Weg, er trümmlet hüst und hott,&#10;und bsinnt si: »Bini echterst, woni sott?«&#10;Und luegt und lost, und mauet öbbe d’Chatz,&#10;se meint er, ‘s chreih e Guhl an sellem Platz.&#10;Er goht druf dar, und über Steg und Bruck&#10;se maut sie eben allwil witer zruck;&#10;und wenn er meint, er seig jez bald dehei,&#10;so stoht er wieder vor der Weserei.&#10;Doch, wandle selli Stroß her nüchteri Lüt,&#10;se seit der Geist: »Ihr tüent mim Büebli nüt!«&#10;Er rührt sie nit, er loßt sie ordeli&#10;passieren ihres Weg. – Verstöhndter mi?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gewohnt, getan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gewohnt-getan/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gewohnt-getan/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe geliebet, nun lieb ich erst recht!&#10;Erst war ich der Diener, nun bin ich der Knecht.&#10;Erst war ich der Diener von allen;&#10;Nun fesselt mich diese scharmante Person,&#10;Sie tut mir auch alles zur Liebe, zum Lohn,&#10;Sie kann nur allein mir gefallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe geglaubet, nun glaub ich erst recht!&#10;Und geht es auch wunderlich, geht es auch schlecht,&#10;Ich bleibe beim gläubigen Orden:&#10;So düster es oft und so dunkel es war&#10;In drängenden Nöten, in naher Gefahr,&#10;Auf einmal ist′s lichter geworden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gib dich zufrieden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gib-dich-zufrieden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gib-dich-zufrieden/</guid><description>&lt;p&gt;Gib dich zufrieden und sei stille&#10;In dem Gotte deines Lebens;&#10;In ihm ruht aller Freuden Fülle,&#10;Ohn ihn mühst du dich vergebens.&#10;Er ist dein Quell&#10;Und deine Sonne,&#10;Scheint täglich hell&#10;Zu deiner Wonne.&#10;Gib dich zufrieden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden,&#10;Ungefärbten treuen Herzens;&#10;Wo er steht, tut dir keinen Schaden&#10;Auch die Pein des größten Schmerzens;&#10;Kreuz, Angst und Not&#10;Kann er bald wenden,&#10;Ja auch den Tod&#10;Hat er in Händen.&#10;Gib dich zufrieden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glas/</guid><description>&lt;p&gt;In einer engen kleinen Hütte&#10;Liegt, marmorbleich und todesmatt,&#10;Ein sterbend Weib mit edlen Zügen&#10;Auf einer harten Lagerstatt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mutter blasses Haupt umschlinget&#10;Ein holdes Mägdlein, zart und weiß;&#10;Des Kummers bitt′re Thränen fallen&#10;Aus ihrem Auge, schwer und heiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit bangem Schmerz küßt sie noch einmal&#10;Der Mutter schmale welke Hand,&#10;Dann eilt sie aus des Elends Wohnung&#10;Den Pfad hinab am Waldesrand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur Hütte eilt sie, wo sie schmelzen&#10;Das Glas durch heißer Oefen Gluth;&#10;Dort haucht der schwache Kindesodem&#10;In Formen die geschmolz′ne Fluth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gleich und Ungleich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gleich-und-ungleich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gleich-und-ungleich/</guid><description>&lt;p&gt;Der Herr, als er auf Erden noch einherging,&#10;Kam mit Sankt Peter einst an einen Scheideweg,&#10;Und fragte, unbekannt des Landes,&#10;Das er durchstreifte, einen Bauersknecht,&#10;Der faul, da, wo der Rain sich spaltete, gestreckt&#10;In eines Birnbaums Schatten lag:&#10;Was für ein Weg nach Jericho ihn führe?&#10;Der Kerl, die Männer nicht beachtend,&#10;Verdrießlich, sich zu regen, hob ein Bein,&#10;Zeigt′ auf ein Haus im Feld, und gähnt′ und sprach: da unten!&#10;Zerrt sich die Mütze übers Ohr zurecht,&#10;Kehrt sich, und schnarcht schon wieder ein.&#10;Die Männer drauf, wohin das Bein gewiesen,&#10;Gehn ihre Straße fort; jedoch nicht lange währts,&#10;Von Menschen leer, wie sie das Haus befinden,&#10;Sind sie im Land schon wieder irr.&#10;Da steht, im heißen Strahl der Mittagssonne,&#10;Bedeckt von Ähren, eine Magd,&#10;Die schneidet, frisch und wacker, Korn,&#10;Der Schweiß rollt ihr vom Angesicht herab.&#10;Der Herr, nachdem er sich gefällig drob ergangen,&#10;Kehrt also sich mit Freundlichkeit zu ihr:&#10;»Mein Töchterchen, gehn wir auch recht,&#10;So wie wir stehn, den Weg nach Jericho?«&#10;Die Magd antwortet flink: »Ei, Herr!&#10;Da seid ihr weit vom Wege irr gegangen;&#10;Dort hinterm Walde liegt der Turm von Jericho,&#10;Kommt her, ich will den Weg euch zeigen.«&#10;Und legt die Sichel weg, und führt, geschickt und emsig,&#10;Durch Äcker die der Rain durchschneidet,&#10;Die Männer auf die rechte Straße hin,&#10;Zeigt noch, wo schon der Turm von Jericho erglänzet,&#10;Grüßt sie und eilt zurücke wieder,&#10;Auf daß sie schneid, in Rüstigkeit, und raffe,&#10;Von Schweiß betrieft, im Weizenfelde,&#10;So nach wie vor.&#10;Sankt Peter spricht: »O Meister mein!&#10;Ich bitte dich, um deiner Güte willen,&#10;Du wollest dieser Maid die Tat der Liebe lohnen,&#10;Und, flink und wacker, wie sie ist,&#10;Ihr einen Mann, flink auch und wacker, schenken.«&#10;»Die Maid«, versetzt der Herr voll Ernst,&#10;»Die soll den faulen Schelmen nehmen,&#10;Den wir am Scheideweg im Birnbaumsschatten trafen;&#10;Also beschloß ichs gleich im Herzen,&#10;Als ich im Weizenfeld sie sah.«&#10;Sankt Peter spricht: »Nein Herr, das wolle Gott verhüten.&#10;Das wär ja ewig schad um sie,&#10;Müßt all ihr Schweiß und Müh verloren gehn.&#10;Laß einen Mann, ihr ähnlicher sie finden,&#10;Auf daß sich, wie sie wünscht, hoch bis zum Giebel ihr&#10;Der Reichtum in der Tenne fülle.«&#10;Der Herr antwortet, mild den Sanktus strafend:&#10;»O Petre, das verstehst du nicht.&#10;Der Schelm, der kann doch nicht zur Höllen fahren.&#10;Die Maid auch, frischen Lebens voll,&#10;Die könnte leicht zu stolz und üppig werden.&#10;Drum, wo die Schwinge sich ihr allzuflüchtig regt,&#10;Henk ich ihr ein Gewichtlein an,&#10;Auf daß sies beide im Maße treffen,&#10;Und fröhlich, wenn es ruft, hinkommen, er wie sie,&#10;Wo ich sie alle gern versammeln möchte.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glück der Entfernung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-der-entfernung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-der-entfernung/</guid><description>&lt;p&gt;Trink′, o Jüngling! heil′ges Glücke&#10;Taglang aus der Liebsten Blicke,&#10;Abends gaukl′ ihr Bild dich ein.&#10;Kein Verliebter hab es besser;&#10;Doch das Glück bleibt immer größer,&#10;Fern von der Geliebten sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ew′ge Kräfte, Zeit und Ferne,&#10;Heimlich wie die Kraft der Sterne,&#10;Wiegen dieses Blut zur Ruh′.&#10;Mein Gefühl wird stets erweichter;&#10;Doch mein Herz wird täglich leichter&#10;Und mein Glück nimmt immer zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nirgends kann ich sie vergessen,&#10;Und doch kann ich ruhig essen,&#10;Heiter ist mein Geist und frei;&#10;Und unmerkliche Betörung&#10;Macht die Liebe zur Verehrung,&#10;Die Begier zur Schwärmerei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glut/</guid><description>&lt;p&gt;Mit roten Kressen hatt&amp;rsquo; ich mich geschmückt -&#10;du hast sie jäh an deiner Brust zerdrückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit bleichen Wangen bot ich dir den Gruß -&#10;in Flammenwogen tauchte sie dein Kuss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit ruhigem Herzschlag trat ich zu dir her, -&#10;und nun, und nun: ich kenne mich nicht mehr &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun lachst du mich verstohlen an&#10;mit dunklem Auge, du fremder Mann;&#10;mit brennender Lippe streifst du mich -&#10;heiß pocht mein Herz: ich kenne dich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Goethe und der Affe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/goethe-und-der-affe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/goethe-und-der-affe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich fand auf einem Postament&#10;Einen Menschen, der sich Goethe nennt.&#10;Die Büste des Dichters, und nebenan,&#10;Auf demselben Gestell, hockt ein Pavian&#10;Aus Bronze, Thon, ich weiß nicht mehr,&#10;Ein Götzenbild, von den Tropen her,&#10;Wo ihn ein Seemann erstanden mag haben,&#10;Der ihn vielleicht mal seinen Knaben&#10;Mitgebracht zum Scherz, als Spiel,&#10;Bis ein Zufall dem Äffchen ein Ziel&#10;Neben dem großen Poeten gegeben,&#10;Wie sich so Zufall und Schicksal verweben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gold</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gold/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gold/</guid><description>&lt;p&gt;Meine bebenden Finger halten das blutrote Gold umspannt –&#10;Es liegt wie brennende Schande in meiner eiskalten Hand –&#10;Die gierigen Augen stürzen auf seinen grellgleißenden Glanz – –&#10;Und an mir rast vorüber der Menschheit wahnsinniger Faschingstanz &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wölbt sich zur Riesenlawine vor meinem Seherblick,&#10;Zur blind hinrollenden, tauben, dies erbärmlich winzige Stück –&#10;Ich fühle Millionen Herzen zucken nach seinem Besitz –&#10;Ich höre Millionen Lippen freveln in blödem Aberwitz &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gorm Grymme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gorm-grymme/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gorm-grymme/</guid><description>&lt;p&gt;König Gorm herrscht über Dänemark,&#10;Er herrscht die dreißig Jahr,&#10;Sein Sinn ist fest, seine Hand ist stark,&#10;Weiß worden ist nur sein Haar.&#10;Weiß worden sind nur seine buschigen Brau&amp;rsquo;n,&#10;Die machten manchen stumm;&#10;In Grimme liebt er drein zu schaun -&#10;Gorm Grymme heißt er drum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Jarls kamen zum Feste des Jul,&#10;Gorm Grymme sitzt im Saal,&#10;Und neben ihm sitzt, auf beinernem Stuhl,&#10;Thyra Danebod, sein Gemahl;&#10;Sie reichen einander still die Hand&#10;Und blicken sich an zugleich,&#10;Ein Lächeln in beider Auge stand -&#10;Gorm Grymme, was macht dich so weich?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Göttermahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/goettermahl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/goettermahl/</guid><description>&lt;p&gt;Wo die Tannen finstre Schatten werfen&#10;Über Hänge goldbesonnt,&#10;Unverwundet von der Firne Schärfen&#10;Blaut der reine Horizont,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo das Spiel den rastlos wehnden Winden&#10;Kein Gebälk und keine Mauer wehrt,&#10;Wo, wie einer dunkeln Sorge Schwinden,&#10;Jede Wolke sich verzehrt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo das braune Rind, wie Juno schauend,&#10;Weidet und mit heller Glocke tönt,&#10;Wo das Zicklein, lüstern wiederkauend,&#10;Den bemoosten Felsen krönt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlürf ich kühle Luft und wilde Würzen,&#10;Mit den selgen Göttern kost ich da&#10;- Die mich nicht aus ihrem Himmel stürzen -&#10;Nektar und Ambrosia!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gottes Macht und Vorsehung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gottes-macht-und-vorsehung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gottes-macht-und-vorsehung/</guid><description>&lt;p&gt;Gott ist mein Lied!&#10;Er ist der Gott der Stärke;&#10;Hehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke,&#10;Und alle Himmel sein Gebiet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er will und spricht′s;&#10;So sind und leben Welten.&#10;Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten&#10;Die Himmel wieder in ihr Nichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Licht ist sein Kleid,&#10;Und seine Wahl das Beste;&#10;Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste&#10;Ist Wahrheit und Gerechtigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unendlich reich,&#10;Ein Meer von Seligkeiten,&#10;Ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten!&#10;Herr aller Welt, wer ist dir gleich?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gottesdienst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gottesdienst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gottesdienst/</guid><description>&lt;p&gt;Der Gottesdienst, seht, wie er geht&#10;In vollem Schwang auf ganzer Erden&#10;Mit Mönch- und Nonn und Pfaffewerden,&#10;Mit Kuttentragen, Kopfbescheren,&#10;Tag und Nacht in Kirchen plärren,&#10;Metten, Prim, Terz, Vesper, Komplet,&#10;Mit Wachen, Fasten, langem Gebet,&#10;Mit Gertenhauen, kreuzweis Liegen,&#10;Mit Knieen, Steigen, Bücken, Biegen,&#10;Mit Glockenläuten, Orgelschlagen,&#10;Mit Reliquien-, Kerzen-, Fahnentragen,&#10;Mit Räuchern und mit Glockentaufen,&#10;Mit Lampenschnüren, Gnad-Verkaufen,&#10;Mit Kirchen-, Wachs-, Salz-, Wasserweihen. -&#10;Und ebenso ist&amp;rsquo;s bei den Laien:&#10;Mit Opfern und mit Lichtlein brennen,&#10;Mit Wallfahrten, zu Heil&amp;rsquo;gen rennen,&#10;Mit Abendfasten, Tagesfeiern&#10;Und Beichten nach den alten Leiern,&#10;Mit Brüderschaften, Rosenkränzen,&#10;Mit Ablaßlesen, Kirchscharwenzen,&#10;Mit Pacemküssen, Reliquienschauen,&#10;Mit Messenstiften, Kirchenbauen,&#10;Mit großen Kosten die Altäre zieren:&#10;Bilder auf die welschen Manieren,&#10;Samtene Meßgewand, Kelche gülden,&#10;Mit Monstranzen und silbernen Bilden,&#10;In Klöster schaffen Zins und Rent&amp;rsquo;;-&#10;Dies &amp;ldquo;Gottesdienst&amp;rdquo; der Papst benennt&#10;Und spricht man wirbt damit den Himmel&#10;Und löst mit ab der Sünden Schimmel. -&#10;Und wenn man&amp;rsquo;s sich besieht bei Licht,&#10;Ist alles auf das Geld gericht&amp;rsquo;t.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gräber an der Küste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/graeber-an-der-kueste/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/graeber-an-der-kueste/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Kränzen haben wir das Grab geschmückt,&#10;Die stille Wiege unsrer jungen Toten;&#10;Den grünsten Efeu haben wir gepflückt,&#10;Die spätsten Astern, die das Jahr geboten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier ruhn sie waffenlos in ihrer Gruft,&#10;Die man hinaustrug aus dem Pulverdampfe;&#10;Vom Strand herüber weht der Meeresduft,&#10;Die Schläfer kühlend nach dem heißen Kampfe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es steigt die Flut; vom Ring des Deiches her&#10;Im Abendschein entbrennt der Wasserspiegel;&#10;Ihr schlafet schön! Das heimatliche Meer&#10;Wirft seinen Glanz auf euren dunklen Hügel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabmal einer redlichen Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabmal-einer-redlichen-frauen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabmal-einer-redlichen-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Fremder, wilstu Nachricht haben,&#10;Wer für dir hier liegt begraben?&#10;Ach, ein Schatz, den Sterbligkeit&#10;Mir vergunte kurtze Zeit!&#10;Eine Perle von der Tugend,&#10;Eine Rose von der Jugend,&#10;Gold von ungefälschter Treu,&#10;Purpur von der Scham und Scheu,&#10;Ein Christall von recht Beginnen,&#10;Ein Smaragd von keuschen Sinnen,&#10;Ein Rubin von Ehe-Gunst,&#10;Ein Opal von Hause-Kunst,&#10;Eine klare Weiber-Sonne,&#10;Eine reiche Mannes-Wonne,&#10;Ein verwahrter Wirthschaffts-Zaun,&#10;In Gefahr ein Wol-Vertraun,&#10;Eine Hand im Nahrungs-Fleisse,&#10;Eine Lufft im Sorgen-Schweisse,&#10;Zucker in der bittren Zeit,&#10;Artzney wider Harm und Leid,&#10;Freundschafft in den höchsten Nöthen,&#10;Beystand gar biß an das tödten.&#10;Lieber Leser! O, wie viel&#10;(Mehr, als ich bekennen wil,)&#10;Hat man mir nach Gottes Willen&#10;Müssen in das Grab verfüllen!&#10;Steh und dencke weiter dran,&#10;Wie der Tod so arg gethan!&#10;Fragt dich wer, was du gelesen,&#10;Der nicht bald dabey gewesen,&#10;Sprich: Von hinnen nicht gar weit&#10;Steht ein Sarckvoll Redligkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Greisenglück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/greisenglueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/greisenglueck/</guid><description>&lt;p&gt;Wie man das Alter auch mag verklagen,&#10;Wie viel Uebles auch von ihm sagen,&#10;Die Ehre muß man ihm dennoch geben,&#10;Daß es uns gönnt, noch das zu erleben,&#10;Wie es thut, sich fühlt und schmeckt,&#10;Wenn sie, die uns so toll geschreckt,&#10;Verbellt, gejagt, durch die Wälder gehetzt,&#10;Wenn sie nun endlich zu guter Letzt&#10;Abläßt von ihrer keuchenden Beute,&#10;Die Jägerin mit der grimmigen Meute,&#10;Die wilde Jägerin Leidenschaft.&#10;Es schmeckt wie ein kühlender Labesaft,&#10;Es schmeckt wie ein Schläfchen nach Tische gut,&#10;Wo man so sanft einnicken thut.&#10;Also, ihr Leidenschaften, Ade!&#10;Euer Abschied thut mir nicht weh!&#10;Doch Eine will ich behalten, Eine:&#10;Den Zorn auf das Schlechte, das Gemeine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grenzen der Menschheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grenzen-der-menschheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grenzen-der-menschheit/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der uralte,&#10;Heilige Vater&#10;Mit gelassener Hand&#10;Aus rollenden Wolken&#10;Segnende Blitze&#10;Über die Erde sät&#10;Küss ich den letzten&#10;Saum seines Kleides,&#10;Kindliche Schauer&#10;Treu in der Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn mit Göttern&#10;Soll sich nicht messen&#10;Irgend ein Mensch.&#10;Hebt er sich aufwärts&#10;Und berührt&#10;Mit dem Scheitel die Sterne,&#10;Nirgends haften dann&#10;Die unsichern Sohlen,&#10;Und mit ihm spielen&#10;Wolken und Winde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steht er mit festen,&#10;Markigen Knochen&#10;Auf der wohlgegründeten&#10;Dauernden Erde,&#10;Reicht er nicht auf,&#10;Nur mit der Eiche&#10;Oder der Rebe&#10;Sich zu vergleichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Groß-Stadt-Weihnachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gross-stadt-weihnachten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gross-stadt-weihnachten/</guid><description>&lt;p&gt;Nun senkt sich wieder auf die heim′schen Fluren&#10;die Weihenacht! die Weihenacht!&#10;Was die Mamas bepackt nach Hause fuhren,&#10;wir kriegens jetzo freundlich dargebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Asphalt glitscht. Kann Emil das gebrauchen?&#10;Die Braut kramt schämig in dem Portemonnaie.&#10;Sie schenkt ihm, teils zum Schmuck und teils zum Rauchen,&#10;den Aschenbecher aus Emalch glase.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Christkind kommt! Wir jungen Leute lauschen&#10;auf einen stillen heiligen Grammophon.&#10;Das Christkind kommt und ist bereit zu tauschen&#10;den Schlips, die Puppe und das Lexikohn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Große Wanderschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grosse-wanderschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grosse-wanderschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Wandern, wandern!&#10;Gestern dort und heute hier;&#10;Morgen, wohin ziehen wir?&#10;Wandern, wandern!&#10;Wißt ihr wohl das Losungswort,&#10;Das die Welt treibt fort und fort?&#10;Wandern, wandern!&#10;Sehet Sonne, Mond und Sterne,&#10;Wie die wandern all&amp;rsquo; so gerne!&#10;Wandern, wandern!&#10;Auch die Erde macht sich auf&#10;Alle Jahr&amp;rsquo; zum frischen Lauf.&#10;Wandern, wandern!&#10;Ei, so laß das Sitzen sein,&#10;Mensch, du mußt doch hinterdrein!&#10;Wandern, wandern!&#10;Kind und Jüngling, Mann und Greis,&#10;Also heißt die Lebensreis&amp;rsquo;.&#10;Wandern, wandern!&#10;Ei, wie schöne Kompanei!&#10;Fürstengunst und Frauentreu&amp;rsquo;!&#10;Wandern, wandern!&#10;Frau Fortuna führt uns an,&#10;Amor ist der zweite Mann.&#10;Wandern, wandern!&#10;Auch die Musen könnt ihr sehn&#10;All&amp;rsquo; in Reiseschuhen gehn.&#10;Wandern, wandern!&#10;Mars fährt auf Aprillenwetter,&#10;Laune heißt des Ruhmes Vetter.&#10;Wandern, wandern!&#10;Liebes Herz, so zieh&amp;rsquo; nur mit,&#10;Halte wacker Schritt und Tritt!&#10;Wandern, wandern!&#10;Heute hier und morgen dort,&#10;Und zu Haus an jedem Ort.&#10;Wandern, wandern!&#10;Regen, Sturm und Sonnenschein,&#10;Rebensaft und Gerstenwein.&#10;Wandern, wandern!&#10;Heute blond und morgen braun&#10;Ist mein Schätzchen anzuschaun.&#10;Wandern, wandern!&#10;Kalt und warm und schlicht und kraus,&#10;Bienenschwarm und Schneckenhaus.&#10;Wandern, wandern!&#10;Heut&amp;rsquo; hab&amp;rsquo; ich dies Lied erdacht,&#10;Morgen wird es ausgelacht.&#10;Wandern, wandern!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Großmutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grossmutter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grossmutter/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Ehrfurcht stand ich einst vor dir,&#10;In einer ernsten Stunde;&#10;Den Segen, fromm, erbat ich mir&#10;Von deinem heil′gen Munde.&#10;Du sahst nicht mehr, du hörtest kaum,&#10;Kalt wurden deine Hände,&#10;Und, sprachst du, war′s, als ob im Traum&#10;Ein Toter Worte fände.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du strichst die Locken mir zurück,&#10;Dann frugst du manche Sachen&#10;Und batest mich, dein letztes Glück&#10;Im Alter noch zu machen.&#10;»Sie sagten mir, du wärest tot!«&#10;Dumpf riefst du′s aus und weintest;&#10;Da ward mir klar in deiner Not,&#10;Daß du den Vater meintest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grüße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gruesse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gruesse/</guid><description>&lt;p&gt;Steigt mir in diesem fremden Lande&#10;Die altbekannte Nacht empor,&#10;Klatscht es wie Hufesschlag vom Strande,&#10;Rollt sich die Dämmerung hervor&#10;Gleich Staubeswolken mir entgegen&#10;Von meinem lieben starken Nord,&#10;Und fühl′ ich meine Locken regen&#10;Der Luft geheimnisvolles Wort:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann ist es mir, als hör′ ich reiten&#10;Und klirren und entgegenziehn&#10;Mein Vaterland von allen Seiten,&#10;Und seine Küsse fühl′ ich glühn;&#10;Dann wird des Windes leises Munkeln&#10;Mir zu verworrnen Stimmen bald,&#10;Und jede schwache Form im Dunkeln&#10;Zur tiefvertrautesten Gestalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gute Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gute-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gute-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;»Mein Töchterchen, die Spindel ist noch leer,&#10;Ich glaube gar, Du schläfst? still steht Dein Rädchen!«&#10;»»Großmutter, ach! das Herz ist mir so schwer,&#10;Ich bin doch recht ein arm verlassen Mädchen!««&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Denk&amp;rsquo; an Dein Garn und laß das Grämen seyn!« –&#10;»»Großmutter, ach! wozu denn feine Hemde?&#10;Mein Hochzeitbett wird doch der Kirchhof seyn!&#10;Warum zog doch mein Liebster in die Fremde? –««&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Er ist, wie alle die Gesellen sind:&#10;Die Unruh&amp;rsquo; treibt sie fort, läßt sie nicht weilen;&#10;Sie kommen an und gehen mit dem Wind,&#10;Und mit dem Wind muß man ihr Lieben theilen! –«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Guter Rath</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guter-rath/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guter-rath/</guid><description>&lt;p&gt;Singt, Ihr jammervollen Dichter,&#10;Singt doch nimmer Liebeslieder;&#10;Sonnen steigen auf und nieder,&#10;Und Ihr zündet matte Lichter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Quält Euch nicht mit leerem Drange,&#10;Wo Ihr arm und dürftig fühlet,&#10;Mühsam sinnt, im Haar Euch wühlet&#10;Um ein Bildchen zum Gesange!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was als Handwerk Ihr getrieben,&#10;Gebt es auf und lernt Euch kennen!&#10;Euch zu nennen,&#10;Lernt vor allem Andern lieben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn kein Lied läßt sich erzwingen,&#10;Noch der Gott im Busen binden;&#10;Bild und Wort wird leicht sich finden,&#10;Wenn die rechten Saiten klingen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hab Sonne im Herzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hab-sonne-im-herzen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hab-sonne-im-herzen/</guid><description>&lt;p&gt;Hab Sonne im Herzen,&#10;ob&amp;rsquo;s stürmt oder schneit,&#10;ob der Himmel voll Wolken,&#10;die Erde voll Streit -&#10;hab Sonne im Herzen,&#10;dann komme, was mag,&#10;das leuchtet voll Licht dir&#10;den dunkelsten Tag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab ein Lied auf den Lippen&#10;mit fröhlichem Klang,&#10;und macht auch des Alltags&#10;Gedränge dich bang -&#10;hab ein Lied auf den Lippen,&#10;dann komme, was mag,&#10;das hilft dir verwinden&#10;den einsamsten Tag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab ein Wort auch für andre&#10;in Sorg und in Pein&#10;und sag, was dich selber&#10;so frohgemut läßt sein:&#10;Hab ein Lied auf den Lippen,&#10;verlier nie den Mut,&#10;hab Sonne im Herzen,&#10;und alles wird gut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hälfte des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/haelfte-des-lebens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/haelfte-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Mit gelben Birnen hänget&#10;Und voll mit wilden Rosen&#10;Das Land in den See,&#10;Ihr holden Schwäne,&#10;Und trunken von Küssen&#10;Tunkt ihr das Haupt&#10;Ins heilignüchterne Wasser.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weh mir, wo nehm ich, wenn&#10;Es Winter ist, die Blumen, und wo&#10;Den Sonnenschein,&#10;Und Schatten der Erde?&#10;Die Mauern stehn&#10;Sprachlos und kalt, im Winde&#10;Klirren die Fahnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hanne und Hannchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hanne-und-hannchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hanne-und-hannchen/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl keine Frau ist ihrem Manne&#10;Was du dem deinen, gute Hanne!&#10;Ein Hannchen, eine Hanne macht&#10;In dir ihn glücklich Tag und Nacht.&#10;Will Liebe zu der Hanne stocken,&#10;Das Hannchen weiß ihn schon zu locken&#10;Durch Scherz und Tändelei und Spiel.&#10;Und wird des kosens ihm zu viel,&#10;Die Hanne bringt des Ernstes Würze&#10;Daß sie die Zeit ihm lehrreich kürze.&#10;Was aber, falls ich rathen kann,&#10;Dein hochbeglückter Ehemann&#10;Sehr gern ein wenig anders hätte,&#10;Ist, daß so wohlgemut und frisch&#10;Sein Hannchen ihm nur sitzt am Tisch&#10;Und Hanne mit ihm geht zu Bette.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hans Nord</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hans-nord/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hans-nord/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Mann, der sich auf vielerlei verstund,&#10;That durch den Druck in London kund,&#10;Daß er ein seltnes Kunststück wüßte,&#10;Und lud auf sein erbaut Gerüste&#10;Den künft′gen Tag die Bürger ein;&#10;Ließ einen engen Krug und sich in Kupfer stechen;&#10;In diesen Krug, war sein Versprechen,&#10;Kriech ich, Hans Nord, mit Kopf und Bein&#10;Um zehn Uhr durch den Hals hinein.&#10;Der Preis für einen Platz soll nur acht Groschen sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Harzreise im Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/harzreise-im-winter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/harzreise-im-winter/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Geier gleich,&#10;Der auf schweren Morgenwolken&#10;Mit sanftem Fittich ruhend&#10;Nach Beute schaut,&#10;Schwebe mein Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ein Gott hat&#10;Jedem seine Bahn&#10;Vorgezeichnet,&#10;Die der Glückliche&#10;Rasch zum freudigen&#10;Ziele rennt:&#10;Wem aber Unglück&#10;Das Herz zusammenzog,&#10;Er sträubt vergebens&#10;Sich gegen die Schranken&#10;Des ehernen Fadens,&#10;Den die doch bittre Schere&#10;Nur Einmal lös′t.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Dickichts-Schauer&#10;Drängt sich das rauhe Wild,&#10;Und mit den Sperlingen&#10;Haben längst die Reichen&#10;In ihre Sümpfe sich gesenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Has von Überlingen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/has-von-ueberlingen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/has-von-ueberlingen/</guid><description>&lt;p&gt;Es war der Has von Überlingen,&#10;Der scheut′ den Märzen wie den Tod;&#10;Denn in die Glieder fühlt er dringen&#10;Mit ihm des Alters leise Not.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann nun die Morgenlüfte wehten&#10;Nach letzten Hornungs Mitternacht&#10;Sah man ihn vor die Türe treten&#10;Wie einen Krieger auf die Wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Krebs geschnallt um Brust und Rücken,&#10;Auf grauem Kopf den Eisenhut,&#10;Umschient die Glieder ohne Lücken:&#10;Das schien ihm für den Märzen gut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hast du noch nie...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hast-du-noch-nie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hast-du-noch-nie/</guid><description>&lt;p&gt;Hast du noch nie recht bitterlich geweint,&#10;das glühende Tränen dir hervorgedrungen,&#10;noch nie mit einem großen Schmerz gerungen,&#10;noch nie unsäglich elend dich gemeint?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat hohe Freude nie dein Herz geschwellt,&#10;durchbrausten nie dich stolze Jubelklänge,&#10;das du fast meintest, deine Brust zerspringe,&#10;und dass du seist der Seligste der Welt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn solche Schauer nimmer dich durchbebt,&#10;hast du die Feuertaufe nicht bekommen,&#10;des Daseins Strahlenhöhen nicht erklommen,&#10;und sage nicht, du habest schon gelebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hausglück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hausglueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hausglueck/</guid><description>&lt;p&gt;Der Koboldbauer das ist mir ein Mann!&#10;Sein Boden voll Korn, sein Keller voll Wein,&#10;Sein Holz schön aufgeklaftert im Tann,&#10;Die Rößlein gestriegelt, das Haus so rein,&#10;Die Wintersaat schon längst bestellt,&#10;Die Andern schneiden die Frucht noch im Feld;&#10;Und hat nur Einen Knecht allein!&#10;Das muß ein sondres Hausglück sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Knecht speist Mittags mit der Katz’,&#10;Ein Schüsslein Milch, genug für den Zwerg!&#10;Er liegt ohne Federbett und Matratz’&#10;Im Scheuerneck wie ein Klumpen Werg;&#10;Ein Handschuhdaum ist sein spitzer Hut,&#10;Des Bauers Socken sein Mantel gut;&#10;O möcht’ er nur kein Kobold sein!&#10;Doch ruft ihn sein Herr: du Hausglück mein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heidenröslein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heidenroeslein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heidenroeslein/</guid><description>&lt;p&gt;Sah ein Knab&amp;rsquo; ein Röslein stehn,&#10;Röslein auf der Heiden,&#10;War so jung und morgenschön,&#10;Lief er schnell es nah zu sehn,&#10;Sah&amp;rsquo;s mit vielen Freuden.&#10;Röslein, Röslein, Röslein rot,&#10;Röslein auf der Heiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Knabe sprach: ich breche dich,&#10;Röslein auf der Heiden!&#10;Röslein sprach: ich steche dich,&#10;Daß du ewig denkst an mich,&#10;Und ich will&amp;rsquo;s nicht leiden.&#10;Röslein, Röslein, Röslein rot,&#10;Röslein auf der Heiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der wilde Knabe brach&#10;&amp;rsquo;s Röslein auf der Heiden;&#10;Röslein wehrte sich und stach,&#10;Half ihr doch kein Weh und Ach,&#10;Mußt es eben leiden.&#10;Röslein, Röslein, Röslein rot,&#10;Röslein auf der Heiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heiliger Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heiliger-morgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heiliger-morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Von den Tannen träufelt Märchenduft;&#10;Leise Weihnachtsglocken sind erklungen –&#10;Blinkend fährt mein Hammer durch die Luft;&#10;Denn ein Spielzeug zimmr′ ich meinem Jungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Graue Wolken kämpfen fernen Kampf;&#10;Blau darüber strahlt ein harter Himmel.&#10;Durch die Nüstern stößt den weißen Dampf&#10;Vor der Tür des Nachbars breiter Schimmel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt Herr Doktor Schlapprian daher,&#10;Zigaretten- und Absinthvertilger!&#10;Voll erhab′nen Hohns lächelt er,&#10;Hirn- und lendenlahmer Abwärtspilger.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spöttisch grüßend schlendert er dahin&#10;Und – verachtet mich, den blöden Gimpel,&#10;Der gefügig spannt den dumpfen Sinn&#10;In die Enge, ein »Familiensimpel«. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimliches Lieben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimliches-lieben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimliches-lieben/</guid><description>&lt;p&gt;O du, wenn deine Lippen mich berühren,&#10;Dann will die Lust die Seele mir entführen.&#10;Ich fühle tief ein namenloses Beben&#10;Den Busen heben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Auge flammt,&#10;Glut schwebt auf meinen Wangen;&#10;Es schlägt mein Herz&#10;Ein unbekannt Verlangen;&#10;Mein Geist, verirrt&#10;In trunkner Lippen Stammeln&#10;Kann kaum sich sammeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Leben hängt in einer solchen Stunde&#10;An deinem süßen, rosenweichen Munde,&#10;Und will, bei deinem trauten Armumfassen,&#10;Mich fast verlassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimweh (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-1/</guid><description>&lt;p&gt;Wer in die Fremde will wandern,&#10;Der muß mit der Liebsten gehn,&#10;Es jubeln und lassen die andern&#10;Den Fremden alleine stehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wisset ihr, dunkele Wipfel,&#10;Von der alten, schönen Zeit?&#10;Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,&#10;Wie liegt sie von hier so weit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am liebsten betracht ich die Sterne,&#10;Die schienen, wie ich ging zu ihr,&#10;Die Nachtigall hör ich so gerne,&#10;Sie sang vor der Liebsten Tür.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimweh (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimweh-2/</guid><description>&lt;p&gt;An meinen Bruder&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du weißts, dort in den Bäumen&#10;Schlummert ein Zauberbann,&#10;Und nachts oft, wie in Träumen,&#10;Fängt der Garten zu singen an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachts durch die stille Runde&#10;Wehts manchmal bis zu mir,&#10;Da ruf ich aus Herzensgrunde,&#10;O Bruderherz, nach dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So fremde sind die andern,&#10;Mir graut im fremden Land,&#10;Wir wollen zusammen wandern,&#10;Reich treulich mir die Hand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen zusammen ziehen,&#10;Bis daß wir wandermüd&#10;Auf des Vaters Grabe knien&#10;Bei dem alten Zauberlied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heiterer Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heiterer-fruehling/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heiterer-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Am Bach, der durch das gelbe Brachfeld fließt,&#10;Zieht noch das dürre Rohr vom vorigen Jahr.&#10;Durchs Graue gleiten Klänge wunderbar,&#10;Vorüberweht ein Hauch von warmem Mist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An Weiden baumeln Kätzchen sacht im Wind,&#10;Sein traurig Lied singt träumend ein Soldat.&#10;Ein Wiesenstreifen saust verweht und matt,&#10;Ein Kind steht in Konturen weich und lind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Birken dort, der schwarze Dornenstrauch,&#10;Auch fliehn im Rauch Gestalten aufgelöst.&#10;Hell Grünes blüht und anderes verwest&#10;Und Kröten schliefen durch den grünen Lauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Helle Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/helle-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/helle-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Weich küßt die Zweige&#10;der weiße Mond.&#10;Ein Flüstern wohnt&#10;im Laub, als neige,&#10;als schweige sich der Hain zur Ruh:&#10;Geliebte du -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weiher ruht, und&#10;die Weide schimmert.&#10;Ihr Schatten flimmert&#10;in seiner Flut, und&#10;der Wind weint in den Bäumen:&#10;wir träumen - träumen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Weiten leuchten&#10;Beruhigung.&#10;Die Niederung&#10;hebt bleich den feuchten&#10;Schleier hin zum Himmelssaum:&#10;o hin - o Traum - -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst-Gefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-gefuehl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst-gefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Müder Glanz der Sonne!&#10;Blasses Himmelblau!&#10;Von verklungner Wonne&#10;Träumet still die Au.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An der letzten Rose&#10;Löset lebenssatt&#10;Sich der letzte lose,&#10;Bleiche Blumenblatt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Goldenes Entfärben&#10;Schleicht sich durch den Hain!&#10;Auch Vergehn′n und Sterben&#10;Däucht mir süß zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Grünen, Blühen, Duften, Glänzen,&#10;Reichstes Leben ohne Grenzen,&#10;Alles steigernd, nirgends stockend.&#10;Selbst die kühnsten Wünsche lockend:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, da kann ich wohl zerfließen,&#10;Aber nimmermehr genießen;&#10;Solche Flügel tragen weiter&#10;Als zur nächsten Kirschbaum-Leiter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, wenn rot die Blätter fallen,&#10;Kühl die Nebelhauche wallen,&#10;Leis durchschauernd, nicht erfrischend,&#10;In den warmen Wind sich mischend:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann vom Endlos-Ungeheuren&#10;Flücht′ ich gern zum Menschlich-Teuren,&#10;Und in einer ersten Traube&#10;Sieht die Frucht der Welt mein Glaube.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstklage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstklage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstklage/</guid><description>&lt;p&gt;Holder Lenz, du bist dahin!&#10;Nirgends, nirgends darfst du bleiben!&#10;Wo ich sah dein frohes Blühn,&#10;Braust des Herbstes banges Treiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie der Wind so traurig fuhr&#10;Durch die Straßen, als ob er weine;&#10;Sterbeseufzer der Natur&#10;Schauern durch die welken Haine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wieder ist, wie bald! wie bald!&#10;Mir ein Jahr dahingeschwunden.&#10;Fragend rauscht es aus dem Wald:&#10;&amp;ldquo;Hat dein Herz sein Glück gefunden?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Waldesrauschen, wunderbar&#10;Hast du mir das Herz getroffen!&#10;Treulich bringt ein jedes Jahr&#10;Welkes Laub und welkes Hoffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstmorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstmorgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstmorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Vater, herrlicher Vater,&#10;Soll ich meine Seele dir senden,&#10;Was soll ich mit ihr,&#10;Ich verstehe sie ja nicht mal zu halten,&#10;Nicht zu gestalten?&#10;Und sie liebt dich so,&#10;Und ich treibe sie weit,&#10;Weit ab von dir,&#10;In Nesseln und in Sumpf,&#10;Und ihre scharfen Sinne&#10;Wurden dumpf.&#10;Wie dieser blaue,&#10;Rüstige Morgen,&#10;Wie er sich öffnet&#10;Deiner starken Sonne&#10;Freundlichem Gold,&#10;So auf zu dir.&#10;Und wie jung und weiß umflimmert&#10;Die Herbstblumen bunte&#10;Kinderwelt&#10;Hier auf dem Schulhof,&#10;So sollen munter&#10;Meiner Seele&#10;Ewige Jugendkräfte&#10;Wandeln vor dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr und Knecht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-und-knecht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-und-knecht/</guid><description>&lt;p&gt;Weg das Gesicht!&#10;Ich duld es nicht!&#10;Wo ist der zweite Jäger?&#10;So ruft der Graf in zorn′gem Ton,&#10;Der Alte schleicht betrübt davon,&#10;Des Forstes bester Pfleger.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Hifthorn schallt,&#10;Nun in den Wald!&#10;Es ist zum ersten Male,&#10;Daß er dies Schloß im finstren Tann&#10;Besucht, er sah′s nur dann und wann&#10;Von fern im Mondenstrahle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sprengen fort;&#10;Was kauert dort&#10;Am Wege, hinterm Flieder?&#10;Der Greis, er zeigt aufs graue Haupt,&#10;Der Jüngling aber flucht und schnaubt:&#10;Du kehrst mir nimmer wieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-von-ribbeck-auf-ribbeck-im-havelland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-von-ribbeck-auf-ribbeck-im-havelland/</guid><description>&lt;p&gt;Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,&#10;Ein Birnbaum in seinem Garten stand,&#10;Und kam die goldene Herbsteszeit&#10;Und die Birnen leuchteten weit und breit,&#10;Da stopfte, wenn&amp;rsquo;s Mittag vom Turme scholl,&#10;Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,&#10;Und kam in Pantinen ein Junge daher,&#10;So rief er: &amp;ldquo;Junge, wiste &amp;rsquo;ne Beer?&amp;rdquo;&#10;Und kam ein Mädel, so rief er: &amp;ldquo;Lütt Dirn,&#10;Kumm man röwer, ick hebb &amp;rsquo;ne Birn.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ging es viel Jahre, bis lobesam&#10;Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.&#10;Er fühlte sein Ende. &amp;rsquo;s war Herbsteszeit,&#10;Wieder lachten die Birnen weit und breit,&#10;Da sagte von Ribbeck: &amp;ldquo;Ich scheide nun ab.&#10;Legt mir eine Birne mit ins Grab.&amp;rdquo;&#10;Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,&#10;Trugen von Ribbeck sie hinaus,&#10;Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht&#10;Sangen &amp;ldquo;Jesus meine Zuversicht&amp;rdquo;,&#10;Und die Kinder klagten, das Herze schwer:&#10;&amp;ldquo;He is dod nu. Wer giwt uns nu &amp;rsquo;ne Beer?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herz, mein Herz, sei nicht beklommen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herz-mein-herz-sei-nicht-beklommen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herz-mein-herz-sei-nicht-beklommen/</guid><description>&lt;p&gt;Herz, mein Herz, sei nicht beklommen,&#10;Und ertrage dein Geschick.&#10;Neuer Frühling gibt zurück,&#10;Was der Winter dir genommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie viel ist dir geblieben,&#10;Und wie schön ist noch die Welt!&#10;Und, mein Herz, was dir gefällt,&#10;Alles, alles darfst du lieben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hetären-Gräber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hetaeren-graeber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hetaeren-graeber/</guid><description>&lt;p&gt;In ihren langen Haaren liegen sie&#10;mit braunen, tief in sich gegangenen Gesichtern.&#10;Die Augen zu wie vor zu vieler Ferne.&#10;Skelette, Munde, Blumen. In den Munden&#10;die glatten Zähne wie eine Reise-Schachspiel&#10;aus Elfenbein in Reihen aufgestellt.&#10;Und Blumen, gelbe Perlen, schlanke Knochen,&#10;Hände und Hemden, welkende Gewebe&#10;über dem eingestürzten Herzen. Aber&#10;dort unter jenen Ringen, Talismanen&#10;und augenblauen Steinen (Lieblingsangedenken)&#10;steht noch die stille Krypta des Geschlechtes,&#10;bis an die Wölbung voll mit Blumenblättern.&#10;Und wieder gelbe Perlen, weitverrollte, -&#10;Schalen gebrannten Tones, deren Bug&#10;ihr eignes Bild geziert hat, grüne Scherben&#10;von Salben-Vasen, die wie Blumen duften,&#10;und Formen kleiner Götter: Hausaltäre,&#10;Hetärenhimmel mit entzückten Göttern.&#10;Gesprengte Gürtel, flache Skarabäen,&#10;kleine Figuren riesigen Geschlechtes,&#10;ein Mund der lacht und Tanzende und Läufer,&#10;goldene Fibeln, kleinen Bogen ähnlich&#10;zur Jagd auf Tier- und Vogelamulette,&#10;und lange Nadeln, zieres Hausgeräte&#10;und eine runde Scherbe roten Grundes,&#10;darauf, wie eines Eingangs schwarze Aufschrift&#10;die straffen Beine eines Viergespannes.&#10;Und wieder Blumen, Perlen, die verrollt sind,&#10;die hellen Lenden einer kleinen Leier,&#10;und zwischen Schleiern, die gleich Nebeln fallen&#10;wie ausgekrochen aus des Schuhes Puppe:&#10;des Fußgelenkes leichter Schmetterling.&#10;So liegen sie mit Dingen angefüllt,&#10;kostbaren Dingen, Steinen, Spielzeug, Hausrat,&#10;zerschlagnem Tand (was alles in sie abfiel),&#10;und dunkeln wie der Grund von einem Fluß.&#10;Flußbetten waren sie,&#10;darüber hin in kurzen schnellen Wellen&#10;(die weiter wollten zu dem nächsten Leben)&#10;die Leiber vieler Jünglinge sich stürzten&#10;und in denen der Männer Ströme rauschten.&#10;Und manchmal brachen Knaben aus den Bergen&#10;der Kindheit, kamen zagen Falles nieder&#10;und spielten mit den Dingen auf dem Grunde,&#10;bis das Gefälle ihr Gefühl ergriff:&#10;Dann füllten sie mit flachem klaren Wasser&#10;die ganze Breite dieses breiten Weges&#10;und trieben Wirbel an den tiefen Stellen;&#10;und spiegelten zum ersten Mal die Ufer&#10;und ferne Vogelrufe -, während hoch&#10;die Sternennächte eines süßen Landes&#10;im Himmel wuchsen,die sich nirgends schlossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heutige Weltkunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heutige-weltkunst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heutige-weltkunst/</guid><description>&lt;p&gt;Anders sein und anders scheinen;&#10;Anders reden, anders meinen;&#10;Alles loben, alles tragen,&#10;Allen heucheln, stets behagen,&#10;Allem Winde Segel geben,&#10;Bös′ und Guten dienstbar leben;&#10;Alles Tun und alles Dichten&#10;Bloß auf eignen Nutzen richten:&#10;Wer sich dessen will befleißen,&#10;Kann politisch heuer heißen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hexenreihen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hexenreihen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hexenreihen/</guid><description>&lt;p&gt;Wir lachen eures wahnes -&#10;Geschlechter falschen spanes -&#10;Ihr äugen blöd und blau&#10;Seht nur den tag voll trug -&#10;Die unsern nächtig glau&#10;Erspähn den innern fug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euch ist die haut nur kund -&#10;Wir wissen tausend namen&#10;Von wind- und wolkenschub&#10;Vom heer im wassergrund&#10;Von tausend dunklen samen&#10;Die finsternis vergrub.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns ist der tanz im krampfe -&#10;In wülsten und gekrös&#10;Sind uns die leiber schön.&#10;Duft ist im moderdampfe.&#10;Im wirbelnden getös&#10;Vernehmen wir getön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hinter der Ausstellung für angewandte Kunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hinter-der-ausstellung-fuer-angewandte-kunst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hinter-der-ausstellung-fuer-angewandte-kunst/</guid><description>&lt;p&gt;Hier zwischen den Bäumen in Dämmernacht&#10;Hab′ ich das Fest erst mitgemacht!&#10;Da stellt unterm Dach tiefleuchtenden Blau′s&#10;Der junge Münchener Sommer aus:&#10;Geniale Blatter, famoses Gras&#10;Aus lauter Smaragd und Chrysopras,&#10;So wunderreich, und so schlicht doch nur,&#10;Chefs d′oeuvre der angewandten Natur!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ich so schaue und wandre allein,&#10;Kommt mir entgegen im grünen Schein&#10;Ein schönes Kind, das just wie ich&#10;Dem Trubel da drüben einsam entwich.&#10;So sicher schritt der blonde Schatz,&#10;Ließ baumeln den Strohhut an ihrem Arme,&#10;Als käme sie gar nicht aus dem Schwarme,&#10;Als wär′ sie daheim an diesem Platz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Historienmaler - Englischer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/historienmaler-englischer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/historienmaler-englischer/</guid><description>&lt;p&gt;Original vor allem, und voll der tiefsten Gedanken,&#10;Unergründlich und groß sei dein erstaunliches Werk;&#10;Führ′ es gigantisch aus, und vierzig Schuhe sind wenig,&#10;Denn ein gewaltiger Geist will auch gewaltigen Raum.&#10;Jage mir nicht nach Effekt, und halte nicht streng an Natur dich,&#10;Ungeheures will ich, Seltsames bilden und sehn.&#10;Wage nur keck, und vertrau′, in tausend Verkürzungen balle,&#10;Wind′ und drehe die Schaar fliegender Engelchen du.&#10;Wähle das Schwierigste nur, das Ungewöhnlichste sei dir&#10;Vorwurf. Malst du vielleicht einst des Erlösers Geburt,&#10;So bevölkre zuerst mit etlich Dutzend verschlungner&#10;Gruppen die wimmelnde Luft, male den Kindermord auch!&#10;Vorn auf ehlichem Bett sei die Madonna gelagert,&#10;Joseph bei ihr, doch dabei laß mir die Tradition.&#10;Jupiter schein′ es vielmehr und Juno; der heilige Knabe&#10;Sei es allein, der den Sinn, der die Gestalten erklärt.&#10;Und zum Zeichen des Siegs, den Davids Linie glorreich&#10;Nach den Verheißungen jetzt über die Feinde gewann,&#10;Male zur Seite des Christ den Riesen Goliath, wie er&#10;Erderschütternd im Meer dampfenden Blutes sich wälzt.&#10;Geld ja hast du genug, drum bleibe fein original mir,&#10;Denn dem Britten geziemt′s nicht wie ein andrer zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Höchstes Leid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoechstes-leid/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoechstes-leid/</guid><description>&lt;p&gt;Hart ist′s an dem Grab zu steh′n&#10;Derer, die du heiß geliebet,&#10;Hart auch, wie am Fels der Zeit&#10;Traum um Traum in Nichts zerstiebet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bittrer als des Todes Raub,&#10;Und was kalt die Zeit entwendet,&#10;Ist′s, wenn du dein best Gefühl&#10;An Unwürdige verschwendet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Bettler stehst du da,&#10;Der sein Alles hingegeben,&#10;Dem nichts blieb von seinem Schatz,&#10;Als das nackte, arme Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie, von roher Hand gestürzt,&#10;Liegt ein Götterbild im Staube,&#10;Also ist ein Trümmerhauf′&#10;Deines Herzens schönster Glaube!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochzeitlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeitlied/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht weit vom Dorf zwei Linden stehen&#10;Einsam, der Felder stille Hut,&#10;Wo in der Sommernächte Wehen&#10;Ein Hirte gern, ein Dichter, ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hell schwamm auf Duft und Nebelhülle&#10;Des Mondes leiser Zaubertag,&#10;Kaum unterbrach die süße Stille&#10;Von fern bescheidner Wachtelschlag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ich ruhig so inmitten&#10;All dieser Schönheit lag und sann,&#10;Da kam mit leicht gehobnen Schritten&#10;Ein göttlich Frauenbild heran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewiß, es war der Musen eine,&#10;Erschrocken merkt ich’s, lustbewegt;&#10;Sie setzt sich zu mir an dem Raine,&#10;Die Hand auf meinen Arm gelegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hofers Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hofers-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hofers-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Mantua in Banden&#10;Der treue Hofer war.&#10;In Mantua zum Tode&#10;Führt ihn der Feinde Schar;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blutete der Brüder Herz,&#10;Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz!&#10;Mit ihm das Land Tyrol.&#10;Die Hände auf dem Rücken,&#10;Andreas Hofer ging&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit ruhig festen Schritten,&#10;Ihm schien der Tod gering;&#10;Der Tod, den er so manchesmal&#10;Vom Iselberg geschickt ins Thal&#10;Im heil′gen Land Tyrol.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als aus Kerkergittern&#10;Im festen Mantua&#10;Die treuen Waffenbrüder&#10;Die Händ′ er strecken sah,&#10;Da rief er aus: »Gott sei mit euch,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hohe Station</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hohe-station/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hohe-station/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch an der Windung des Passes bewohn ich ein niedriges Berghaus -&#10;Heut ist vorüber die Post, heut bin ich oben allein..&#10;Lehnend am Fenster belausch ich die Stille des dämmernden Abends&#10;Rings kein Laut! Nur der Specht hämmert im harzigen Tann!&#10;Leicht aus dem Wald in den Wald hüpft über die Matte das Eichhorn,&#10;Spielend auf offenem Plan; denn es ist Herr im Bezirk.&#10;Jammer! Was hör ich? Ein schrilles Gesurre: &amp;ldquo;Gemordet ist Garfield!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Bismarck zürnt im Gezelt!&amp;rdquo; &amp;ldquo;Väterlich segnet der Papst!&amp;rdquo;&#10;Schwirrt in der Luft ein Gerücht? Was gewahr ich? Ein schwärzliches Glöcklein!&#10;Unter dem Fenstergesims bebt der elektrische Draht,&#10;Der, wie die Schläge des Pulses beseelend den Körper der Menschheit,&#10;Durch das entlegenste Tal trägt die Gebärde der Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hoimwaih</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoimwaih/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoimwaih/</guid><description>&lt;p&gt;I bi&amp;rsquo; suscht gean alloi'&#10;Und aber nu dahoi&amp;rsquo;,&#10;Dohinna in deam fremda Land,&#10;Do tuat mer&amp;rsquo;s no der Hoimet ahnd,&#10;Denn&amp;rsquo;s ischt au gar so weit&#10;Und i kenn koine Leut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahoi&amp;rsquo;, do isch halt schö;&#10;Wenn i im Seassel bi&amp;rsquo;,&#10;Und Weib und Kind so um mi sand,&#10;Em Vatter d&amp;rsquo; Hosa flicka tand,&#10;Und i, so oft i ma&amp;rsquo;,&#10;&amp;ldquo;He, Muater&amp;rdquo; schreia ka'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwor hätt i hia koi&amp;rsquo; Naut,&#10;Hau&amp;rsquo; d&amp;rsquo; Pflicht und&amp;rsquo;s tägli Braut,&#10;Und&amp;rsquo;s Vogelsang heancht au&amp;rsquo;sagfähr,&#10;Aß höb i z&amp;rsquo;Attahöfa wär,&#10;Nu&amp;rsquo;s Kefat ischt mer z&amp;rsquo;frend,&#10;Und&amp;rsquo;s will mer it in Send.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hollunderzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hollunderzeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hollunderzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Der dem Hollunder die Sterne zu Tellern&#10;schmiedete und sie mit Süßem gefüllt:&#10;Juni! in elbischer Haut, von dem hellern&#10;Mantel der Nächte ekstatisch umhüllt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hör deinen Liebling, den bläulichen, dichten&#10;Ammenbusch, rieselnd von Rätsel und Reim&#10;und bis ins milchige Mark voll Geschichten:&#10;&amp;ldquo;Töchterchen! Söhnchen! Zu träumen, kommt heim!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Demeter wartet. Es warten die Mütter&#10;mächtiger Riesen. Die Nornen, die drei,&#10;formen zur Kugel den Blitz im Gewitter,&#10;schneiden den Faden nicht. Eiapopei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hörst du wie die Brunnen rauschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoerst-du-wie-die-brunnen-rauschen-7620/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoerst-du-wie-die-brunnen-rauschen-7620/</guid><description>&lt;p&gt;Hörst du wie die Brunnen rauschen,&#10;Hörst du wie die Grille zirpt?&#10;Stille, stille, laß uns lauschen,&#10;Selig, wer in Träumen stirbt.&#10;Selig, wen die Wolken wiegen,&#10;Wem der Mond ein Schlaflied singt,&#10;O wie selig kann der fliegen,&#10;Dem der Traum den Flügel schwingt,&#10;Daß an blauer Himmelsdecke&#10;Sterne er wie Blumen pflückt:&#10;Schlafe, träume, flieg&amp;rsquo;, ich wecke&#10;Bald Dich auf und bin beglückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Husarenwerbung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/husarenwerbung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/husarenwerbung/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Fürsten freundschaftlichst zugeeignet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der kaiserliche Offizier,&#10;Der wirbt im Dorf Husaren,&#10;Und laut aus seinem Standquartier&#10;Ertönt′s, wie von Fanfaren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, bleibt der Vogel nur am Leim,&#10;Der Fisch am Wurm nur hangen,&#10;So wird der Pußtensohn daheim&#10;Nur mit Musik gefangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum setzt man um den Werbetisch&#10;In Ungarn stets Zigeuner,&#10;Die geigen oder blasen frisch&#10;Und werden stündlich bräuner.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst halten sich die Bursche fern&#10;Und fluchen den Verleitern,&#10;Doch ihre Mädchen kommen gern&#10;Und tanzen mit den Reitern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hyazinthen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hyazinthen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hyazinthen/</guid><description>&lt;p&gt;Fern hallt Musik; doch hier ist stille Nacht,&#10;Mit Schlummerduft anhauchen mich die Pflanzen:&#10;Ich habe immer, immer dein gedacht;&#10;Ich möchte schlafen, aber du musst tanzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hört nicht auf, es rast ohn Unterlass;&#10;Die Kerzen brennen und die Geigen schreien,&#10;Es teilen und es schließen sich die Reihen,&#10;Und alle glühen; aber du bist blass.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du musst tanzen; fremde Arme schmiegen&#10;Sich an dein Herz; o leide nicht Gewalt!&#10;Ich seh&amp;rsquo; dein weißes Kleid vorüberfliegen&#10;Und deine leichte, zärtliche Gestalt.&amp;ndash;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>I. Vereinsamt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/i-vereinsamt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/i-vereinsamt/</guid><description>&lt;p&gt;Die Krähen schrein&#10;Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:&#10;Bald wird es schnein. -&#10;Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun stehst du starr,&#10;Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!&#10;Was bist Du Narr&#10;Vor Winters in die Welt entflohn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Welt - ein Tor&#10;Zu tausend Wüsten stumm und kalt!&#10;Wer das verlor,&#10;Was du verlorst, macht nirgends halt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun stehst du bleich,&#10;Zur Winter-Wanderschaft verflucht,&#10;Dem Rauche gleich,&#10;Der stets nach kältern Himmeln sucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin ein Kind der Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-ein-kind-der-stadt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-ein-kind-der-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein Kind der Stadt. Die Leute meinen,&#10;Und spotten leichthin über unsereinen,&#10;Daß solch in Stadtkind keine Heimat hat.&#10;In meine Spiele rauschten freilich keine&#10;Wälder. Da schütterten die Pflastersteine.&#10;Und bist mir doch ein Lied, du liebe Stadt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und immer noch, sooft ich dich für lange&#10;Verlassen habe, ward mir seltsam bange,&#10;Als könnt′ es ein besond′rer Abschied sein;&#10;Und jedesmal, heimkehrend von der Reise,&#10;Im Zug mich nähernd, überläuft′s mich leise,&#10;Seh′ ich im Dämmer deine Lichterreihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin Papa</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-papa/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-papa/</guid><description>&lt;p&gt;Mitunter schwitzen muß der Schreiner,&#10;Er stößt auf manchen harten Ast.&#10;So geht es auch, wenn unsereiner&#10;Sich mit der Grübelei befaßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Glück hat meine gute Frau,&#10;Die liebevoll an alles denkt,&#10;Mir einen kleinen Fritz geschenkt,&#10;Denn oft erfreut mich dieser Knabe&#10;Durch seinen kindlichen Radau,&#10;Wenn ich so meine Schrullen habe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heut mittag gab es wieder mal&#10;Mein Leibgericht, gespickten Aal,&#10;Und wie ich dann zur Körperpflege,&#10;Die Weste auf, die Augen zu,&#10;Die Hände friedlich auf dem Magen&#10;Im Polsterstuhl mich niederlege,&#10;Oh weh, ein Schwarm von dummen Fragen&#10;Verscheucht die heißersehnte Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich hab das Lämplein angesteckt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-das-laemplein-angesteckt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-das-laemplein-angesteckt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab das Lämplein angesteckt&#10;Zum langen Angedenken,&#10;Und wenn mich kühle Erde deckt,&#10;Mag Kind und Enkel denken:&#10;Der Vater ruht im Tale aus,&#10;Und kömmt nicht mehr ins stille Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lischst du o Herr mein stilles Licht,&#10;Das tief herab schon brennet,&#10;Und werd vor deinem Angesicht&#10;Ich nur ganz rein erkennet,&#10;So geht mit Freude angetan&#10;Erst recht mein schönstes Leuchten an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich habe dich so lieb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-habe-dich-so-lieb/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-habe-dich-so-lieb/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe dich so lieb!&#10;Ich würde dir ohne Bedenken&#10;Eine Kachel aus meinem Ofen&#10;Schenken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe dir nichts getan.&#10;Nun ist mir traurig zu Mut.&#10;An den Hängen der Eisenbahn&#10;Leuchtet der Ginster so gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorbei - verjährt -&#10;Doch nimmer vergessen.&#10;Ich reise.&#10;Alles, was lange währt,&#10;Ist leise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zeit entstellt&#10;Alle Lebewesen.&#10;Ein Hund bellt.&#10;Er kann nicht lesen.&#10;Er kann nicht schreiben.&#10;Wir können nicht bleiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich halte ihr die Augen zu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-halte-ihr-die-augen-zu/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-halte-ihr-die-augen-zu/</guid><description>&lt;p&gt;Ich halte ihr die Augen zu&#10;Und küß sie auf den Mund;&#10;Nun läßt sie mich nicht mehr in Ruh,&#10;Sie fragt mich um den Grund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Abend spät bis Morgens fruh,&#10;Sie fragt zu jeder Stund:&#10;Was hältst du mir die Augen zu,&#10;Wenn du mir küßt den Mund?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sag ihr nicht, weshalb ichs tu,&#10;Weiß selber nicht den Grund.&#10;Ich halte ihr die Augen zu&#10;Und küß ihr auf den Mund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich hân mîn lehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-han-min-lehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-han-min-lehen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hân mîn lehen, al die werlt, ich hân mîn lêhen.&#10;nû envürhte ich niht den hornunc an die zêhen,&#10;und will alle bœse hêrren dester minre vlêhen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der edel künec, der milte künec hât mich berâten,&#10;daz ich den sumer luft und in dem winter hitze hân.&#10;mîn nâhgebûren dunke ich verre baz getân:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;si sehent mich niht mêr an in butzen wîs alsô si tâten.&#10;ich bin ze lange arm gewesen ân mînen danc.&#10;ich was sô voller scheltens daz mîn âtem stanc:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich küsse die Luft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kuesse-die-luft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kuesse-die-luft/</guid><description>&lt;p&gt;Ich küsse die Luft,&#10;Ich umarme die Wärme der Nächte.&#10;Mir ist, es müsse von meinem Harme, meinem Sehnen&#10;Aus der Leere dein Auge aufsprießen,&#10;Zu mir fließen dein blauender Blick.&#10;Sonne brütet,&#10;Sommergras glüht,&#10;Vom roten Mohn sprüht brünstiger Schein.&#10;Ich strecke die Arme,&#10;Erbarme dich, Licht,&#10;Mich küssen hungrige Nächte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich mache die kleinen Lieder...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-mache-die-kleinen-lieder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-mache-die-kleinen-lieder/</guid><description>&lt;p&gt;Ich mache die kleinen Lieder&#10;Der Herzallerliebsten mein,&#10;Die heben ihr klingend Gefieder&#10;Und fliegen zu dir hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es stammen die kleinen Jungen&#10;Vom schnalzenden Herrn Gemahl,&#10;Die kommen zu dir gesprungen&#10;Über Wiese, Busch und Tal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Leute so gerne weilen&#10;Bei meiner Lieder Chor;&#10;Doch bei der Jungen Heulen&#10;Sie halten sich zu das Ohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der dies Lied gesungen,&#10;Der liegt allein in der Nacht,&#10;Und hätte weit lieber die Jungen,&#10;Ach, als die Lieder gemacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich sah dich an...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sah-dich-an/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sah-dich-an/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah dich an, o daß ich dich&#10;Niemals gesehn, nun bin ich blind,&#10;Nun bist du groß, nun führst du mich&#10;Ein irres Kind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wo das Haus, das sichre Haus&#10;Mir einst im Wind geborgen stand,&#10;Da zieh ich aus, da zieh ich aus&#10;In Niemands Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wo ich bleib und wo ich steh,&#10;Wächst Schierling süß und duftet wund,&#10;Umhaucht mich schwer, bespricht mich weh&#10;Dein liebster Mund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich singe dir mit Herz und Mund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-singe-dir-mit-herz-und-mund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-singe-dir-mit-herz-und-mund/</guid><description>&lt;p&gt;Ich singe dir mit Herz und Mund,&#10;Herr, meines Herzens Lust;&#10;ich sing und mach auf Erden kund,&#10;was mir von dir bewußt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad&#10;und ewge Quelle bist,&#10;daraus uns allen früh und spat&#10;viel Heil und Gutes fließt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sind wir doch? Was haben wir&#10;auf dieser ganzen Erd,&#10;das uns, o Vater, nicht von dir&#10;allein gegeben werd?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du nährest uns von Jahr zu Jahr,&#10;bleibst immer fromm und treu&#10;und stehst uns, wenn wir in Gefahr&#10;geraten, treulich bei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich und die Rose warten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-und-die-rose-warten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-und-die-rose-warten/</guid><description>&lt;p&gt;Vor mir&#10;Auf der dunkelbraunen Tischdecke&#10;Liegt eine große hellgelbe Rose.&#10;Sie wartet mit mir&#10;Auf die Liebste,&#10;Der ich ins schwarze Haar&#10;Sie flechten will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir warten schon eine Stunde.&#10;Die Haustür geht.&#10;Sie kommt, sie kommt.&#10;Doch herein tritt&#10;Mein Freund, der Assessor;&#10;Geschniegelt, gebügelt, wie stets.&#10;Der Assessor will Bürgermeister werden.&#10;Gräßlich sind seine Erzählungen&#10;Über Wahlen, Vereine, Gegenpartei.&#10;Endlich bemerkt er die Blume.&#10;Und seine gierigen,&#10;Perlgrauglacebehandschuhten Hände&#10;Greifen nach ihr:&#10;&amp;ldquo;Ah, süperb!&#10;Müssen mir geben fürs Knopfloch.&amp;rdquo;&#10;Nein! ruf ich grob.&#10;&amp;ldquo;Herr Jess noch mal,&#10;Sind heut nicht bei Laune.&#10;Denn nicht.&#10;Empfehl mich Ihnen.&#10;Sie kommen doch morgen in die Versammlung!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich wohnte unter vielen vielen Leuten...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wohnte-unter-vielen-vielen-leuten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wohnte-unter-vielen-vielen-leuten/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wohnte unter vielen vielen Leuten&#10;Und sah sie alle tot und stille stehn,&#10;Sie sprachen viel von hohen Lebensfreuden&#10;Und liebten, sich im kleinsten Kreis zu drehn;&#10;So war mein Kommen schon ein ewig Scheiden&#10;Und jeden hab ich einmal nur gesehn,&#10;Denn nimmer hielt mich′s, flüchtiges Geschicke&#10;Trieb wild mich fort, sehnt ich mich gleich zurücke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und manchem habe ich die Hand gedrücket,&#10;Der freundlich meinem Schritt entgegensah,&#10;Hab in mir selbst die Kränze all gepflücket,&#10;Denn keine Blume war, kein Frühling da,&#10;Und hab im Flug die Unschuld mit geschmücket,&#10;War sie verlassen meinem Wege nah;&#10;Doch ewig ewig trieb mich′s schnell zu eilen,&#10;Konnt niemals nicht des Werkes Freude teilen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich würd es hören</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wuerd-es-hoeren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wuerd-es-hoeren/</guid><description>&lt;p&gt;Läg dort ich unterm Firneschein&#10;Auf hoher Alp begraben,&#10;Ich schliefe mitten im Juchhein&#10;Der wilden Hirtenknaben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo sonst ich lag im süssen Tag,&#10;Läg ich in dunkeln Decken,&#10;Der Laue Krach und dumpfer Schlag,&#10;Er würde mich nicht wecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und käme schwarzer Sturm gerauscht&#10;Und schüttelte die Tannen,&#10;Er führe, von mir unbelauscht,&#10;Vorüber und von dannen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch klänge sanfter Glockenchor,&#10;Ich liesse wohl mich stören&#10;Und lauscht ein Weilchen gern empor,&#10;Das Herdgeläut zu hören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ideal und Wirklichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ideal-und-wirklichkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ideal-und-wirklichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;In stiller Nacht und monogamen Betten&#10;denkst du dir aus, was dir am Leben fehlt.&#10;Die Nerven knistern. Wenn wir das doch hätten,&#10;was uns, weil es nicht da ist, leise quält.&#10;Du präparierst dir im Gedankengange&#10;das, was du willst - und nachher kriegst du&amp;rsquo;s nie&amp;hellip;&#10;Man möchte immer eine große Lange,&#10;und dann bekommt man eine kleine Dicke -&#10;C&amp;rsquo;est la vie - !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie muss sich wie in einem Kugellager&#10;in ihren Hüften biegen, groß und blond.&#10;Ein Pfund zuwenig - und sie wäre mager,&#10;wer je in diesen Haaren sich gesonnt.&#10;Nachher erliegst du dem verfluchten Hange,&#10;der Eile und der Phantasie.&#10;Man möchte immer eine große Lange,&#10;und dann bekommt man eine kleine Dicke -&#10;Ssälawih - !&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr Heim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-heim/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-heim/</guid><description>&lt;p&gt;Lang vorüber ging ich den Gehegen,&#10;Drin der Giebel deines Heimes ragt,&#10;Dieser Pforte, diesen Schattenwegen!&#10;Wer da wohne, hab ich nicht gefragt.&#10;Wer da wohne&#10;Hinter einer dunkeln Lindenkrone,&#10;Hat das Herz mir nicht vorausgesagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pfade liefen durch die feuchte Wiese,&#10;Kleine Sohlen sah ich hier und dort&#10;Eingezeichnet auf dem weichen Kiese,&#10;Aber meines Weges zog ich fort.&#10;Ich begehrte&#10;Zu verfolgen nicht die flüchtge Fährte,&#10;Zu betreten nicht den stummen Ort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihre Genesung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihre-genesung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihre-genesung/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Freundin, Natur! leidet und schläft und du&#10;Allbelebende, säumst? ach! und ihr heilt sie nicht,&#10;Mächt′ge Lüfte des Aethers,&#10;Nicht ihr Quellen des Sonnenlichts?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Blumen der Erd′, alle die fröhlichen,&#10;Schönen Früchte des Hains, heitern sie alle nicht&#10;Dieses Leben, ihr Götter!&#10;Das ihr selber in Lieb′ erzogt? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! schon athmet und tönt heilige Lebenslust&#10;Ihr im reizenden Wort wieder wie sonst und schon&#10;Glänzt das Auge des Lieblings&#10;Freundlichoffen, Natur! dich an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>II. Mîn liebeste und ouch mîn êrste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ii-min-liebeste-und-ouch-min-erste/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ii-min-liebeste-und-ouch-min-erste/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mîn liebeste und ouch mîn êrste&#10;vreude was ein wîp,&#10;der ich mînen lîp&#10;gap ze dienste iemer mê.&#10;daz hôhste und ouch daz hêrste&#10;an dem herzen mîn,&#10;seht, daz muoz si sîn,&#10;der ich selten vrô gestên.&#10;Ir tuot leider wê&#10;beide mîn sprechen und mîn singen.&#10;des muoz ich an vreuden mich nu twingen&#10;unde trûren, swar ich gê.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Waer ir mit mîme sange&#10;wol, sô sunge ich ir.&#10;sus verbôt siz mir,&#10;und ir taete mîn swîgen baz.&#10;nu swîge aber ich ze lange.&#10;solde ich singen mê,&#10;daz taete ich als ê.&#10;wie zimt mîner vrouwen daz,&#10;Daz si mîn vergaz&#10;und verseite mir ir hulde?&#10;ôwê des, wie rehte unsanfte ich dulde&#10;beide ir spot unde ouch ir haz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>II.   Mîn liebeste und ouch mîn êrste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ii-min-liebeste-und-ouch-min-erste-9119/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ii-min-liebeste-und-ouch-min-erste-9119/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mîn liebeste und ouch mîn êrste&#10;vreude was ein wîp,&#10;der ich mînen lîp&#10;gap ze dienste iemer mê.&#10;daz hôhste und ouch daz hêrste&#10;an dem herzen mîn,&#10;seht, daz muoz si sîn,&#10;der ich selten vrô gestên.&#10;Ir tuot leider wê&#10;beide mîn sprechen und mîn singen.&#10;des muoz ich an vreuden mich nu twingen&#10;unde trûren, swar ich gê.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Waer ir mit mîme sange&#10;wol, sô sunge ich ir.&#10;sus verbôt siz mir,&#10;und ir taete mîn swîgen baz.&#10;nu swîge aber ich ze lange.&#10;solde ich singen mê,&#10;daz taete ich als ê.&#10;wie zimt mîner vrouwen daz,&#10;Daz si mîn vergaz&#10;und verseite mir ir hulde?&#10;ôwê des, wie rehte unsanfte ich dulde&#10;beide ir spot unde ouch ir haz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>III.   Het ich tugende niht sô vil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/iii-het-ich-tugende-niht-so-vil/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/iii-het-ich-tugende-niht-so-vil/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Het ich tugende niht sô vil von ir vernomen&#10;und ir schoene niht sô vil gesehen,&#10;wie waere sî mir danne alsô ze herzen komen?&#10;ich muoz iemer dem gelîche spehen,&#10;Als der mâne tuot, der sînen schîn&#10;von des sunnen schîn enpfât,&#10;als kumt mir dicke&#10;ir wol liehten ougen blicke&#10;in daz herze mîn, dâ si vor mir gât.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gênt ir wol liehten ougen in daz herze mîn,&#10;sô kumt mir diu nôt, daz ich muoz klagen.&#10;solde aber ieman an im selben schuldic sîn,&#10;sô het ich mich selben selbe erslagen,&#10;Dô ichs in mîn herze nam&#10;und ich sî vil gerne sach&#10;- noch gerner danne ich solde -,&#10;und ich des niht mîden wolde,&#10;in hôhte ir lop, swâ manz vor mir sprach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-fruehling/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Hier lieg′ ich auf dem Frühlingshügel:&#10;Die Wolke wird mein Flügel,&#10;Ein Vogel fliegt mir voraus.&#10;Ach, ag′ mir, alleinzige Liebe,&#10;Wo du bleibst, daß ici bei dir bliebe!&#10;Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,&#10;Sehnend,&#10;Sich dehnend&#10;In Lieben und Hoffen.&#10;Frühling, was bist du gewillt?&#10;Wann werd′ ich gestillt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wolke seh′ ich wandeln und den Fluß,&#10;Es dringt der Sonne goldner Kuß&#10;Mir tief bis ins Geblüt hinein;&#10;Die Augen, wunderbar berauschet,&#10;Tun, als schliefen sie ein,&#10;Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Grase</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-grase/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-grase/</guid><description>&lt;p&gt;Süße Ruh′, süßer Taumel im Gras,&#10;Von des Krautes Arome umhaucht,&#10;Tiefe Flut, tief tief trunkne Flut,&#10;Wenn die Wolk′ am Azure verraucht,&#10;Wenn aufs müde, schwimmende Haupt&#10;Süßes Lachen gaukelt herab,&#10;Liebe Stimme säuselt und träuft&#10;Wie die Lindenblüt′ auf ein Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn im Busen die Toten dann,&#10;Jede Leiche sich streckt und regt,&#10;Leise, leise den Odem zieht,&#10;Die geschloßne Wimper bewegt,&#10;Tote Lieb′, tote Lust, tote Zeit,&#10;All die Schätze, im Schutt verwühlt,&#10;Sich berühren mit schüchternem Klang&#10;Gleich den Glöckchen, vom Winde umspielt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Hafen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-hafen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-hafen/</guid><description>&lt;p&gt;Glücklich der Mann, der den Hafen erreicht hat&#10;Und hinter sich ließ das Meer und die Stürme&#10;Und jetzo warm und ruhig sitzt&#10;Im guten Ratskeller zu Bremen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie doch die Welt so traulich und lieblich&#10;Im Römerglas sich widerspiegelt,&#10;Und wie der wogende Mikrokosmos&#10;Sonnig hinabfließt ins durstige Herz!&#10;Alles erblick ich im Glas,&#10;Alte und neue Völkergeschichte,&#10;Türken und Griechen, Hegel und Gans,&#10;Zitronenwälder und Wachtparaden,&#10;Berlin und Schilda und Tunis und Hamburg,&#10;Vor allem aber das Bild der Geliebten,&#10;Das Engelköpfchen auf Rheinweingoldgrund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Herbste 1850</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbste-1850/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbste-1850/</guid><description>&lt;p&gt;Und schauen auch von Turm und Tore&#10;Der Feinde Wappen jetzt herab,&#10;Und rissen sie die Trikolore&#10;Mit wüster Faust von Kreuz und Grab;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und müßten wir nach diesen Tagen&#10;Von Herd und Heimat bettelnd gehn -&#10;Wir wollen′s nicht zu laut beklagen;&#10;Mag, was da muß, mit uns geschehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn wir hülfelos verderben,&#10;Wo keiner unsre Schmerzen kennt,&#10;Wir lassen unsern spätsten Erben&#10;Ein treu besiegelt Testament;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn kommen wird das frische Werde,&#10;Das auch bei uns die Nacht besiegt,&#10;Der Tag, wo diese deutsche Erde&#10;Im Ring des großen Reiches liegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Hochgebirg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-hochgebirg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-hochgebirg/</guid><description>&lt;p&gt;Steig&amp;rsquo;, o Seele, mit diesen&#10;Trutzigen Urweltriesen!&#10;Recke dich!&#10;Strecke dich! –&#10;Wie ihr entschlossen&#10;Seid emporgeschossen,&#10;Das Steinherz in der Brust,&#10;Das zu sehen ist Lust.&#10;Ihr seid nicht höflich und fein,&#10;Ihr lüget nicht, weich zu sein,&#10;Euch macht nicht Sorge und Rücksicht bang,&#10;Ihr bücket euch nicht, ihr fraget nicht lang,&#10;Die Losung heißt: Durch! die Losung heißt: Kraft!&#10;So habt ihr euch Platz in der Welt verschafft. –&#10;Es wird Nacht.&#10;Fort ist die Farbenpracht.&#10;Finster und schwer&#10;Steh&amp;rsquo;n sie umher,&#10;Schwarzblau mit düsteren Stirnen;&#10;Selbst die weißen Firnen&#10;Leuchten nicht mehr.&#10;Aber o sieh, schau&amp;rsquo; empor!&#10;Ein Haupt ragt vor&#10;Ueber alle und taucht&#10;In des Lichtquells letzten fliehenden Schein&#10;Den Scheitel ein,&#10;Zart milchweiß und rosig angehaucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im namen einer Fräulein an ihren Hauptmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-namen-einer-fraeulein-an-ihren-hauptmann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-namen-einer-fraeulein-an-ihren-hauptmann/</guid><description>&lt;p&gt;Ach könte dir mein hertz wie meine dinte fliessen!&#10;Ach zöge dieses blat auch meine seuffzer an!&#10;So würde/ werther/ leicht dein mund bekennen müssen/&#10;Daß mich der himmel itzt nicht höher straffen kan.&#10;Du würdest meinen brieff mit bleichen lippen netzen/&#10;Die thränen würden dir biß an die seele gehn/&#10;Und endlich müste mich doch dieser trost ergetzen:&#10;Dein hauptmann wird dir bald vor deinen augen stehn.&#10;Nun aber kan ich dir mein leiden nicht beschreiben/&#10;Die feder ist zu klein für meine traurigkeit;&#10;Und was mir etwan noch soll meine geister treiben/&#10;Hat schmertz und ungedult mit wermuth überstreut.&#10;Ich schreib/ und weiß nicht was; es irren hand und sinnen/&#10;Die sylben halten nicht gewichte/ maß und ziel.&#10;Der sorgen schwartze nacht umbnebelt mein beginnen/&#10;Ich selber aber bin der liebe gauckel-spiel.&#10;Ich weiß nicht/ ob ich dir die warheit darff bekennen/&#10;Mein schatz/ dein strenger schluß hat meine qual erregt:&#10;Du schaffest/ daß mir nichts als trauer-kertzen brennen/&#10;Du hast mir unverhofft die martern angelegt.&#10;Ein land/ ein weites land hält deinen leib gebunden/&#10;Du suchst in fremder lufft bekrönte frühlings-ruh/&#10;Doch glaube/ hast du dich mit rosen gleich umbwunden/&#10;So weht dein freuden-wind mir doch die dornen zu.&#10;Ich soll mich nur entfernt mit schatten-wercken speisen;&#10;Wie aber reimt sich doch verliebt und ferne seyn?&#10;Wie schickt sich doch mein weh zu deinen anmuths-reisen/&#10;Und deine grausamkeit zu meiner seelen-pein?&#10;Die liebe läst sich leicht durch lange meilen dämpffen/&#10;Ein frischer amber-kuß sticht tausend alte weg.&#10;Wo schönheit und verstand die schwache treu bekämpffen/&#10;Da pflastert leicht die lust den süssen liebes-steg.&#10;Wir jungfern müssen nur den kleider-moden gleichen/&#10;Was heute prächtig scheint/ wird morgen ausgelacht;&#10;So könt ihr männer uns auch sanffte pflaumen streichen/&#10;Biß ihr den leichten mund wo besser angebracht.&#10;Ihr spielet mit der lust/ wie winde mit narcissen.&#10;Bald kommt ihr gantz entfernt mit complimenten an/&#10;Bald wolt ihr uns die hand/ bald auch die schürtze küssen/&#10;Da doch der zehnde kaum die buhlen zehlen kan.&#10;Itzt stürmt ihr hertz und mund uns durch Syrenen-lieder/&#10;Und schließt uns unbedacht in liebes-fässel ein/&#10;Itzt zieht ihr wieder fort/ und endlich kommt ihr wieder;&#10;Denn wolt ihr kälter noch als Salamander seyn.&#10;Doch/ liebster/ tadle nicht mein allzukühnes schreiben.&#10;Ich weiß zwar/ daß du mir mehr als gewogen bist/&#10;Die regel aber wird auch noch der nachwelt bleiben/&#10;Daß furcht und eyfersucht der liebe zunder ist.&#10;Die größte gluth besteht in thränen-vollen hertzen.&#10;Wer sonder eyfer liebt/ der liebt auch ohne treu;&#10;Auch winde blasen feur in die erstorbne kertzen/&#10;So macht ein kleiner streit uns aller zweiffel frey.&#10;Zwar ich gedencke noch der zucker-süssen stunden/&#10;Als ich die rosen dir von deinen lippen laß/&#10;Als sich die nelcken mir umb meinen mund gewunden/&#10;Und mir das glücke selbst zu meinen füssen saß.&#10;Wo aber ist der glantz der freuden hingeschossen?&#10;Wo bleibt der stille tag/ wo die beperlte zeit/&#10;Da deine leffzen mir mit nectar-safft geflossen/&#10;Und mich dein reiner kuß mit bisem eingeweyht?&#10;Mein Hauptmann prüfe selbst die schmertzen meiner wunden/&#10;Und dencke/ was vor angst mir alle glieder schlug/&#10;Als sattel/ pferd und knecht zur reise fertig stunden/&#10;Und dich der schnelle gaul aus meinen augen trug.&#10;Ich dachte dazumahl vor thränen fast zu brechen/&#10;Was aber dazumahl? Itzt lern ich erst verstehn/&#10;Wie nacht und finsterniß die freuden-lichter schwächen/&#10;Und wie die lampen uns von winden untergehn.&#10;Ach liebster/ laß mich nicht in dieser noth versincken/&#10;Steh auff/ und stelle dich in meinen armen ein!&#10;Komm/ weil die sterne dir zur liebes-taffel wincken/&#10;Und selbst der himmel will zu deinen diensten seyn.&#10;Wer wunden heilen will/ muß keine zeit verschertzen/&#10;Ein allzuspäter rath schlägt leider! wenig an/&#10;Der lindert nicht die qval/ und mehret nur die schmertzen/&#10;Der nicht den augenblick auff mittel dencken kan.&#10;Mehr weiß ich nicht in eil hier worte beyzusetzen/&#10;Genung/ daß meine lust in deinen händen steht/&#10;Daß mich dein wille kan betrüben und ergötzen/&#10;Und ewig mein magnet nach deinem norden geht.&#10;Du kanst wohl selber leicht aus deiner treu erdencken/&#10;Daß uns in Dännemarck noch keine rosen blühn/&#10;Daß sich dein auge muß nach meinen augen lencken/&#10;Und dein entfernter mund nach meinem munde ziehn.&#10;Ich grüsse schon den tag mit tausend freuden-küssen/&#10;Da mir ein engel wird an meiner seite stehn.&#10;Da mir dein süsser mund wird wieder nectar giessen/&#10;Und nichts als malvasier von deinen lippen gehn.&#10;Ach Hauptmann eile fort/ beflügle pferd und wagen/&#10;Und gönne meiner lust bald deinen sonnenschein!&#10;Wo nicht/ so glaube nur/ daß ich durch diese plagen&#10;Bald meiner lebens-zeit werd überhoben seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Regen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-regen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-regen/</guid><description>&lt;p&gt;Es stimmt zu mir, es ist ein sinnreich Wetter;&#10;mein Nacken trieft, denn Baum und Borke triefen.&#10;Die Tropfen klatschen durch die schlaffen Blätter;&#10;die nassen Vögel tun, als ob sie schliefen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel brütet im verwaschnen Laube,&#10;als würde nie mehr Licht nach diesem Regen;&#10;nun kann er endlich, ungestört vom Staube,&#10;das Los der Erde gründlich überlegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Welt fühlt grämlich ihres Alters Schwere:&#10;kein Fünkchen Freude, keine Spur von Trauer.&#10;Und immer steter schwemmt sie mich ins Leere:&#10;kein Staub, kein Licht mehr - grau - und immer grauer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Reich der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-reich-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-reich-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;O Du, dein Haar, wie stralt dein Haar,&#10;das ist wie schwarze Diamanten!&#10;O – weil wir uns als Herrscherpaar&#10;der ewigen Seligkeit erkannten,&#10;Du!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schmück mir die Stirn du, nackt und bloß,&#10;mit diesem Band aus blauer Seide!&#10;Das ging dir los von deinem Schooß,&#10;als wir noch strauchelten im Kleide&#10;jener Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier sind wir Gott gleich, sieh mich an;&#10;oh Gott, wie Eins sind wir geworden!&#10;Hier kannst du ruhig deinen Mann&#10;mit mir betrügen, für mich morden,&#10;Du –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im roten Laubwerk voll Guitarren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-roten-laubwerk-voll-guitarren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-roten-laubwerk-voll-guitarren/</guid><description>&lt;p&gt;Im roten Laubwerk voll Guitarren&#10;Der Mädchen gelbe Haare wehen&#10;Am Zaun, wo Sonnenblumen stehen.&#10;Durch Wolken fährt ein goldener Karren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In brauner Schatten Ruh verstummen&#10;Die Alten, die sich blöd umschlingen.&#10;Die Waisen süß zur Vesper singen.&#10;In gelben Dünsten Fliegen summen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Bache waschen noch die Frauen.&#10;Die aufgehängten Linnen wallen.&#10;Die Kleine, die mir lang gefallen,&#10;Kommt wieder durch das Abendgrauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom lauen Himmel Spatzen stürzen&#10;In grüne Löcher voll Verwesung.&#10;Dem Hungrigen täuscht vor Genesung&#10;Ein Duft von Brot und herben Würzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-sommer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-sommer/</guid><description>&lt;p&gt;Was, Rose, blühest du so schön&#10;Und duftest mir so süße?&#10;Was, holder Zephyr, soll dies Weh′n&#10;Und Flüstern deiner Küsse? -&#10;O Rose! dufte Todten-Duft&#10;Dem langgequälten Herzen;&#10;Komm, rauher Nord! zerpeitsch′ die Luft&#10;Und Zephyrs kos′ges Scherzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur blassen Todten-Krone nur&#10;Kannst du mir, Rose, prangen;&#10;Ihr Lüfte, heiße Thränen nur&#10;Küßt ihr auf meine Wangen.&#10;Weg! – fliehet zu dem falschen Mann,&#10;Sag′t ihm von meiner Treue,&#10;Und bring′t zu meinem Grabe dann&#10;Einst Thränen seiner Reue.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Sommerwinde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-sommerwinde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-sommerwinde/</guid><description>&lt;p&gt;Es wogt die laue Sommerluft.&#10;Wacholderbüsche, Brombeerranken&#10;Und Adlerfarren nicken, wanken.&#10;Die struppigen Kiefernhäupter schwanken;&#10;Rehbraune Äste knarren.&#10;Von ihren zarten, schlanken,&#10;Lichtgrünen Schossen stäubt&#10;Der harzige Duft,&#10;Und die weiche Luft&#10;Wallt hin wie betäubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einmal tut sich lächelnd auf&#10;Die freie sonnige Welt:&#10;Weithin blendendes Himmelblau;&#10;Weithin heitre Wolken zu Hauf;&#10;Weithin wogendes Ährenfeld&#10;Und grüne grüne Auen&amp;hellip;&#10;Hier an Kiefernwaldes Saum&#10;Will ich weilen, will ich schauen -&#10;Unter zartem Akazienbaum,&#10;Der vom muntern Wind gerüttelt&#10;Süße Blütentrauben schüttelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Spiegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-spiegel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-spiegel/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, du Verliebte,&#10;wie mein ich mich selber&#10;in dir zu erkennen,&#10;wenn deine kleinen&#10;sehnsüchtigen Füße&#10;wandern im Zwielicht!&#10;Da wissen die Büsche&#10;von Obdach und Zuflucht&#10;in Schauer und Dunkel,&#10;da lachen die Quellen&#10;mit blitzenden Augen&#10;und senden dir eifrig&#10;das rieselnde Rinnsal,&#10;die purzelnden Bäche&#10;und stürzenden Wasser,&#10;den Durst dir zu löschen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da blinzeln die Sterne&#10;verschwiegen und lüstern,&#10;indessen die Moose&#10;gefällig sich ducken,&#10;indessen die Meisen&#10;die wohlige Wärme&#10;im Nestchen dir rühmen,&#10;und nur die zwei Igel&#10;im Krautwerk dich fauchend&#10;und schnaufend verwarnen:&#10;&amp;ldquo;Auch Liebe macht Arbeit.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-walde/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngst hab′ ich drüber nachgedacht,&#10;Verstimmt und unzufrieden,&#10;Was mir die Gabe eingebracht,&#10;Die mir Natur beschieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit welchem Kranze mich umlaubt&#10;Mein Dichten und mein Denken?&#10;Und schweigend mußte ich das Haupt&#10;Mit bittrem Lächeln senken. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Liedes sanfter Wellenschlag&#10;Geht im Gebraus verloren!&#10;Was soll der Dichter heutzutag?&#10;Er singt vor tauben Ohren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum ward nicht des Sanges Kraft&#10;Anstatt in meine Seele,&#10;Wo sie mir doch nur Leiden schafft,&#10;Gelegt in meine Kehle?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-winter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-winter/</guid><description>&lt;p&gt;O Mädchen, das sie hier begraben,&#10;Halb Jungfrau schon und noch halb Kind,&#10;Einst konnte mich dein Anblick laben,&#10;Wie eine Frühlingslandschaft lind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorsprudelnd, wie der Bergquell, flogen&#10;Einst in die Welt die Worte dein,&#10;Demanten stäubend, Regenbogen!&#10;Und doch so hell, gesund und rein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Rehlein wagten deine Blicke&#10;Heran neugierig, arglos sich;&#10;Scheu flohn, wie jene, sie zurücke,&#10;Wenn nur von fern ein Laurer schlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir spielten, wogten die Gefühle,&#10;Wie junge Saat, so leichtbewegt,&#10;Die in sich schon der Keime viele&#10;Zu Blüth′ und edlem Kerne trägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In dem Lichte wohnt das Hell...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-dem-lichte-wohnt-das-hell/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-dem-lichte-wohnt-das-hell/</guid><description>&lt;p&gt;In dem Lichte wohnt das Hell,&#10;Doch der Pfad ist uns verloren&#10;Oder unerklimmbar steil,&#10;Wenn wir außer uns ihn steigen&#10;Werden wir am Abgrund schwindeln&#10;Aber in uns selbst, da zeigen&#10;Klar und rein die Pfade sich&#10;Glauben, Hoffen, Lieben, Schweigen,&#10;Laß uns diese Pfade steigen,&#10;Daß wir nicht am Abgrund schwindeln.&#10;Wollte Gott herab sich neigen&#10;Und uns seine Hände reichen,&#10;Sieh den Gottessohn in Windeln!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In den duftenden Frühling will ich hinaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-den-duftenden-fruehling-will-ich-hinaus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-den-duftenden-fruehling-will-ich-hinaus/</guid><description>&lt;p&gt;In den duftenden Frühling will ich hinaus,&#10;Hinweg aus dem kalten, beengenden Haus&#10;In die freie verlockende Weite;&#10;Was soll mir der Bücher verdrießlicher Kram,&#10;Die ich immer und immer vergeblicher nahm,&#10;Ich werfe sie freudig zur Seite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn find′ ich nicht draußen der Blätter genug?&#10;Da schimmert geheimnißvoll jeglicher Zug&#10;Von des Ewigen eigenen Händen,&#10;Das wieget die übrigen Lettern wohl auf,&#10;So will ich denn auch in geflügeltem Lauf&#10;Von dem Einen zum Andern mich wenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Fremde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fremde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fremde/</guid><description>&lt;p&gt;Schon bin ich müd zu reisen,&#10;Wär′s doch damit am Rand,&#10;Vor Hören und vor Sehen&#10;Vergeht mir der Verstand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So willst Du denn nach Hause?&#10;O nein! Nur nicht nach Haus!&#10;Dort stirbt des Lebens Leben&#10;Im Einerlei mir aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo also willst Du weilen?&#10;Wo findest Du die Statt?&#10;O Mensch, der nur zwei Fremden&#10;Und keine Heimat hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Sistine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-sistine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-sistine/</guid><description>&lt;p&gt;In der Sistine dämmerhohem Raum,&#10;Das Bibelbuch in seiner nervgen Hand,&#10;Sitzt Michelangelo in wachem Traum,&#10;Umhellt von einer kleinen Ampel Brand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laut spricht hinein er in die Mitternacht,&#10;Als lauscht′ ein Gast ihm gegenüber hier,&#10;Bald wie mit einer allgewaltgen Macht,&#10;Bald wieder wie mit seinesgleichen schier:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Umfasst, umgrenzt hab ich dich, ewig Sein,&#10;Mit meinen grossen Linien fünfmal dort!&#10;Ich hüllte dich in lichte Mäntel ein&#10;Und gab dir Leib, wie dieses Bibelwort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Vaterstadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-vaterstadt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-vaterstadt/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das sind die alten Wege,&#10;Die schattigen Alleen,&#10;Des Parkes alte Stege,&#10;Felsburg und kleine Seen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das sind die alten Gassen,&#10;Der Marktplatz, leer und breit,&#10;Vollauf ist Raum gelassen&#10;Für Kinderlustbarkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das sind die Laubengänge,&#10;Die uns so wohl behagt,&#10;Durch deren luft&amp;rsquo;ge Länge&#10;Wir jauchzend uns gejagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hier am Hallenbaue,&#10;Hier steht das Vaterhaus.&#10;Ehrwürdig Haupt, o schaue –&#10;Ich harre – schau heraus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mutterbild, erscheine!&#10;Geschwister, kommt an&amp;rsquo;s Licht!&#10;Der theuren Seelen keine&#10;Darf fehlen. Säumet nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In des Königs Namen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-des-koenigs-namen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-des-koenigs-namen/</guid><description>&lt;p&gt;Man warb ihn mit Gewalt und riß ihn von&#10;Dem jungen Weib und lieben Sohn&#10;Zum blut- und thränenvollen Frohn.&#10;Man zwang ihn zur Kapitulation&#10;Auf sieben Jahr. Die hat er treu gedient&#10;Und nicht zu muksen sich erkühnt.&#10;Die Zeit war um. - Nun wollt er von&#10;Dem blut- und thränenvollen Frohn&#10;Zum jungen Weib und lieben Sohn.&#10;Allein umsonst war sein Verlangen.&#10;Er bat, er weint und Prügel war sein Lohn.&#10;Was that er da? Er lief davon,&#10;Ward wieder gefangen&#10;Und in des Königs Namen aufgehangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In einem fremden Park</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-einem-fremden-park/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-einem-fremden-park/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Wege sinds. Sie führen keinen hin.&#10;Doch manchmal, in Gedanken, läßt der eine&#10;dich weitergehn. Es ist, als gingst du fehl;&#10;aber auf einmal bist du im Rondel&#10;alleingelassen wieder mit dem Steine&#10;und wieder auf ihm lesend: Freiherrin&#10;Brite Sophie - und wieder mit dem Finger&#10;abfühlend die zerfallne Jahreszahl -,&#10;warum wird dieses Finden nicht geringer?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was zögerst du ganz wie zum ersten Mal&#10;erwartungsvoll auf diesem Ulmenplatz,&#10;der feucht und dunkel ist und nie betreten?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In einem kühlen Grunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-einem-kuehlen-grunde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-einem-kuehlen-grunde/</guid><description>&lt;p&gt;In einem kühlen Grunde,&#10;Da geht ein Mühlenrad,&#10;Mein Liebchen ist verschwunden,&#10;Das dort gewohnet hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat mir Treu′ versprochen,&#10;Gab mir ein′ Ring dabei,&#10;Sie hat die Treu′ gebrochen,&#10;Das Ringlein sprang entzwei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möcht′ als Spielmann reisen&#10;Wohl in die Welt hinaus&#10;Und singen meine Weisen&#10;Und geh′ von Haus zu Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möcht als Reiter fliegen&#10;Wohl in die blutge Schlacht,&#10;Um stille Feuer liegen&#10;Im Feld bei dunkler Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In einer fremden Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-einer-fremden-stadt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-einer-fremden-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin in eine fremde Stadt verschlagen.&#10;Die Straßen stehn mit Häusern. Weißer Himmel,&#10;Auf dem im Winde dünne Wolken ziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Abend: Rufe, Pfiffe, Bahngebimmel.&#10;In einem Cafe würden Melodien&#10;Mir heute die Begrüßung doch versagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kellner käme fremd, was ich befehle:&#10;Vielleicht war wieder Angst in meiner Kehle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich gehe matt, zerschlagen hin auf realen Wegen.&#10;Menschen kommen mir abendlich entgegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pfiffe hör ich, Rufe, wie im Traum.&#10;Ich spüre meine alte Angst noch kaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Glorie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-glorie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-glorie/</guid><description>&lt;p&gt;Er kleidete in weiche Seide sich&#10;und trank von Weinen, davon jeder Tropfen&#10;so teuer kam wie eine edle Perle.&#10;Sein Haus, mit Werken hoher Kunst geschmückt,&#10;umgab ein Park, in dem die schönsten Vögel,&#10;die Nord und Süd gebiert, ihr Preislied sangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo Park und Wald zusammenstießen, lag&#10;ein silberklar Gewässer. Sommernachts,&#10;wenn Mondlicht auf den weichen Fluten spielte&#10;und aus dem Thale sanfte Flöten tönten,&#10;gab er des Leibes heiliges Geheimnis&#10;den Wassern preis, und küßte junge Schwäne,&#10;die, ihre Flügel öffnend, zu ihm schwammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In graues Grün</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-graues-gruen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-graues-gruen/</guid><description>&lt;p&gt;In graues Grün&#10;verdämmern Riesenstämme&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von greisen Aesten&#10;hängt&#10;in langen Bärten Moos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Irgendwo.. hämmernd.. ein Specht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt der Wolf? Wächst das Wunschkraut hier?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird auf ihrem weissen Zelter,&#10;lächelnd,&#10;auf mein klopfendes Herz zu,&#10;die Prinzessin reiten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts.&#10;Wie schwarze Urweltkröten,&#10;regungslos,&#10;hockt am Weg der Wachholder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwischendurch&#10;giftrot&#10;leuchten Fliegenpilze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(aus Phantasus)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Hamburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-hamburg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-hamburg/</guid><description>&lt;p&gt;In Hamburg ist die Nacht&#10;nicht wie in andern Städten&#10;die sanfte blaue Frau,&#10;in Hamburg ist sie grau&#10;und hält bei denen, die nicht beten,&#10;im Regen Wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Hamburg wohnt die Nacht&#10;in allen Hafenschänken&#10;und trägt die Röcke leicht,&#10;sie kuppelt, spukt und schleicht,&#10;wenn es auf schmalen Bänken&#10;sich liebt und lacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Hamburg kann die Nacht&#10;nicht süße Melodien summen&#10;mit Nachtigallentönen,&#10;sie weiß, dass uns das Lied der Schiffssirenen,&#10;die aus dem Hafen stadtwärts brummen,&#10;genau so selig macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In meinem Schoße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-meinem-schosse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-meinem-schosse/</guid><description>&lt;p&gt;In meinem Schoße&#10;schlafen die dunkelen Wolken -&#10;darum bin ich so traurig, du Holdester.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich muss deinen Namen rufen&#10;mit der Stimme des Paradiesvogels,&#10;wenn sich meine Lippen bunt färben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schlafen schon alle Bäume im Garten -&#10;auch der nimmermüde&#10;vor meinem Fenster -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rauscht der Flügel des Geiers&#10;und trägt mich durch die Lüfte&#10;bis über dein Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Arme legen sich um deine Hüften,&#10;mich zu spiegeln&#10;in deines Leibes Verklärtheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Potsdam</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-potsdam/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-potsdam/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Dome hallen Glockenklänge -&#10;Stille Andacht überall,&#10;Gläubig singt des Volkes Menge&#10;Zu der Orgel hellem Schall;&#10;Dort in einsamer Kapelle&#10;An des Altars heilger Schwelle&#10;Knie′n die Allerhöchsten Sünder,&#10;Gottes auserwählte Kinder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sie beten, was sie flehen?&#10;Ihre bleiche Lippe spricht:&#10;»Jetzt, da wir am Abgrund stehen,&#10;Jetzt - nur jetzt verlaß′ uns nicht!&#10;Unser Purpur will erbleichen,&#10;Unsre Macht zerfällt in Scherben:&#10;Lass′ mit Blute sonder Gleichen&#10;Uns den Purpur wieder färben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-schoenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-schoenheit/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip; Doch aus dem Spiegel trat - beklemmend nahe&#10;Mein eig′nes Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ so oft geträumt&#10;Von blonder, stiller, märchenheller Schönheit,&#10;Daraus sich meine Seele weben sollt′,&#10;Die ätherleichte, scheue Gliederhülle, -&#10;Denn meine Seele ist unendlich still&#10;Und traumhaft blond, und weinend schön und innig &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch aus dem Spiegel trat das eig′ne Bild&#10;So schmerzlich anders mir entgegen &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkel&#10;Brannt′ in dem Blick die braune Thränenflut,&#10;Die schwere, ungeweinte &amp;hellip; Auf der Stirne&#10;Sah ich es huschen &amp;hellip; wie Gespensterhauch&#10;Und wie das Stöhnen ungebor′ner Lieder &amp;hellip;&#10;Und in den Runen um den strengen Mund&#10;Sah ich die Krämpfe stummer Qualen zucken&#10;Und nah′ dem Auge tiefe Spuren blau′n,&#10;Wie von der Tragik durchgewachter Nächte &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In seinem Sessel...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-seinem-sessel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-seinem-sessel/</guid><description>&lt;p&gt;In seinem Sessel, behaglich dumm,&#10;Sitzt schweigend das deutsche Publikum.&#10;Braust der Sturm herüber, hinüber,&#10;Wölkt sich der Himmel düster und trüber,&#10;Zischen die Blitze schlängelnd hin,&#10;Das rührt es nicht in seinem Sinn.&#10;Doch wenn sich die Sonne hervorbeweget,&#10;Die Lüfte säuseln, der Sturm sich leget,&#10;Dann hebt&amp;rsquo;s sich und macht ein Geschrei,&#10;Und schreibt ein Buch: &amp;ldquo;der Lärm sei vorbei.&amp;rdquo;&#10;Fängt an darüber zu phantasieren,&#10;Will dem Ding auf den Grundstoff spüren,&#10;Glaubt, das sei doch nicht die rechte Art,&#10;Der Himmel spaße auch ganz apart,&#10;Müsse das All systematischer treiben,&#10;Erst an dem Kopf, dann an den Füßen reiben,&#10;Gebärd&amp;rsquo;t sich nun gar, wie ein Kind,&#10;Sucht nach Dingen, die vermodert sind,&#10;Hätt&amp;rsquo; indessen die Gegenwart sollen erfassen,&#10;Und Erd&amp;rsquo; und Himmel laufen lassen,&#10;Gingen ja doch ihren gewöhnlichen Gang,&#10;Und die Welle braust ruhig den Fels entlang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In trüber Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-trueber-zeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-trueber-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du dich ins Aergste fandest&#10;– Aergstes ist: geboren werden –&#10;Find dich ruhig auch ins andre,&#10;Minder Arge auf der Erden.&#10;Sterben rechnet man als Schlimmstes,&#10;Dem man nicht entrinnen kann;&#10;Höchst vernünftig ist′s, du nimmst es,&#10;Wie es tritt an dich heran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Damit freilich hat das Leben&#10;Und was drum und dran ein Ende,&#10;Du jedoch sei still ergeben,&#10;Wo′s dich träfe, wo′s dich fände;&#10;Ob nach viel′, nach wenig′ Jahren,&#10;Einmal droht das eisern′ Muß,&#10;Ob und was du auch erfahren,&#10;Kurz ist aller Weisheit Schluß:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Inschrift des Tempels der Ewigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/inschrift-des-tempels-der-ewigkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/inschrift-des-tempels-der-ewigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr dürres Volk, leblose Leute, todte Stumme,&#10;Ihr Sterblichen, die ihr euch wünscht zu leben,&#10;Die ihr den hellen Tag für Nacht,&#10;Die Krone für Gefängniß, Freiheit für die Ketten,&#10;Für Kerker Ruhm, für Wenig Alles alle,&#10;Die ihr für Nebel Glanz, für Dünste Sonnenschein,&#10;Für′s Grab den Thron, den Zepter für das Grabescheit,&#10;Für Nichts nicht Viel, den Himmel für die Erden,&#10;Für Asche Gold,&#10;Das Leben für den Tod,&#10;Die Seide für den Koth,&#10;Verwechseln wollt!&#10;Ihr Menschen, die ihr Götter wollet werden,&#10;Die ihr den Kitzel schnöder Eitelkeit,&#10;Der Träume Nichts, der Ehrsucht süße Pein,&#10;Der Wehmuth Wermuth, der Wollüste Galle&#10;Verschmäht und euch vom Dorn′ auf Rosen wollet betten!&#10;Kommt, kommt! hier segelt her und macht&#10;Den Lebensnachen an, wollt ihr erheben&#10;Den Preis der Ewigkeit, das Wahre für das Dumme!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Irland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/irland/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/irland/</guid><description>&lt;p&gt;An rost´ger Kette liegt das Boot;&#10;Das Segel träumt, das Ruder lungert.&#10;Das macht, der Fischerbub ist tot;&#10;Das macht, der Fischer ist verhungert!&#10;Denn Irlands Fisch ist Herrenfisch;&#10;Der Strandherr praßt vom reichen Fange,&#10;Leer aber bleibt des Fängers Tisch –&#10;So starb der Fischer, so sein Range.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Herde blökt, die Herde brüllt;&#10;Welch ein Gedräng von Küh´n und Schafen!&#10;Der Hirt, von Lumpen schlecht verhüllt,&#10;Treibt sie ans Meer zum nächsten Hafen.&#10;Denn Irlands Vieh ist Herrenvieh:&#10;Das gerne Paddys Knochen stärkte&#10;Und seiner Kinder brechend Knie –&#10;Der Grundherr schickt´s auf fremde Märkte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ist Lieb ein Feur...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-lieb-ein-feur-9476/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-lieb-ein-feur-9476/</guid><description>&lt;p&gt;Ist Lieb ein Feur, und kan das Eisen schmiegen,&#10;bin ich voll Feur, und voller Liebes Pein,&#10;wohrvohn mag doch der Liebsten Hertze seyn?&#10;wans eisern wär, so würd eß mir erliegen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wans gülden wär, so würd ichs können biegen,&#10;durch meine Gluht; solls aber fleischern seyn,&#10;so schließ ich fort: Eß ist ein fleischern Stein:&#10;doch kan mich nicht ein Stein, wie sie, betriegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ists dan wie Frost, wie kalter Schnee und Eiß.&#10;wie presst sie dann auß mir den Liebesschweiß?&#10;Mich deucht: Ihr Herz ist wie die Loorberblätter,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ist mancher so gegangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-mancher-so-gegangen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-mancher-so-gegangen/</guid><description>&lt;p&gt;Ist mancher so gegangen&#10;Und hat zurückgedacht,&#10;Wie er mit Kinderwangen&#10;Hier einst gespielt, gelacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird mancher noch so gehen&#10;Und denken so zurück&#10;Und wird sich selber sehen&#10;In seinem Kinderglück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird stehen, wie ich heute,&#10;An seinem Vaterhaus,&#10;Wo nun fremde Leute&#10;Zum Fenster schaun heraus,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird suchen und wird spähen,&#10;Am hellen Tage blind,&#10;Wird meinen, er müsse sie sehen,&#10;Die alle nicht mehr sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Itzt will ich in den Wald und mit Dianen jagen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/itzt-will-ich-in-den-wald-und-mit-dianen-jagen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/itzt-will-ich-in-den-wald-und-mit-dianen-jagen/</guid><description>&lt;p&gt;Itzt will ich in den Wald / und mit Dianen jagen!&#10;Ich lieb′ / und das ich lieb / gefält mir selber nicht;&#10;dann Lieb′ ist solch ein Tuhn / das alles guhte bricht /&#10;mein Elend ist zu groß; Ich muß mich damit plagen /&#10;das mein Gewissen krenckt / und stets Verlangen tragen&#10;nach dem / das mir nicht wird: die böse Liebes Gicht /&#10;die grimme Tobessucht / hat mich so zugericht /&#10;daß ich nicht ich mehr bin; Itzt will ich ihr entsagen /&#10;so viel ich immer kan / dan ungegründte Trew&#10;läst nimmer friedsam seyn / und bringt zu späte Rew;&#10;Sie ist ein fressend Fewr / und frisst sich nimmer satt /&#10;ist blind / ist Wind / und brent / ist ein Verderb der Jugend /&#10;sie ist ein guhtes Bös′ und lasterhaffte Tugend;&#10;doch sey sie / wie sie wol / mich macht sie faul und matt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>IX. Sîn hiez mir nie widersagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ix-sin-hiez-mir-nie-widersagen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ix-sin-hiez-mir-nie-widersagen/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sîn hiez mir nie widersagen&#10;unde warp iedoch&#10;unde wirbet noch hiute ûf den schaden mîn.&#10;des enmac ich langer niht verdagen,&#10;wan si wil ie noch&#10;elliu lant behern und sîn ein rouberîn.&#10;Daz machent alle ir tugende und ir schoene, die mengem man tuont wê.&#10;der sî an siht,&#10;der muoz ir gevangen sîn&#10;und in sorgen leben iemer mê.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den dingen ich ir dienstman&#10;und ir eigen was dô,&#10;dô ich sî dur triuwe und dur guot an sach,&#10;dô kam si mit ir minnen an&#10;und vienc mich alsô,&#10;dô si mich wol gruozte und wider mich sô sprach.&#10;Des bin ich an vröiden siech und an herzen sêre wunt;&#10;und ir ougen klâr&#10;diu hânt mich beroubet gar&#10;und ir rôsevarwer rôter munt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ja</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ja/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ja/</guid><description>&lt;p&gt;Als der Herr mit mächtger Schwinge&#10;Durch die neue Schöpfung fuhr,&#10;Folgten in gedrängtem Ringe&#10;Geister seiner Flammenspur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine schönsten Engel wallten&#10;Ihm zu Häupten selig leis,&#10;Riesenhafte Nachtgestalten&#10;Schlossen unterhalb den Kreis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Eh ich euern Reigen löse&amp;rdquo;,&#10;Sprach der Allgewaltge nun,&#10;&amp;ldquo;Schwöret, Gute, schwöret, Böse,&#10;Meinen Willen nur zu tun!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freudig jubelten die Lichten:&#10;&amp;ldquo;Dir zu dienen, sind wir da!&amp;rdquo;&#10;Die zerstören, die vernichten,&#10;Die Dämonen, knirschten: &amp;ldquo;Ja.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ja, der Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ja-der-fruehling/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ja-der-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, der Frühling ist im Land!&#10;Alle Wesen sind bereit&#10;in dem neuen Prunkgewand&#10;zu der Hochzeit-Lustbarkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedes weiß, was es zu tun,&#10;und erkürt den rechten Platz;&#10;Stolz behupft der Hahn sein Huhn&#10;und den Kater rupft die Katz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach erprobtem Lenzgesetz&#10;fallen alle offenbar&#10;in das große Liebesnetz -&#10;nur der Mensch ist sich nicht klar!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur der Mensch, der arme Tropf,&#10;spricht von höhrer Lebenspflicht;&#10;eifrig zählt er Knopf an Knopf:&#10;Soll ich, oder soll ich nicht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jagdlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jagdlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jagdlied/</guid><description>&lt;p&gt;Durch schwankende Wipfel&#10;Schießt güldner Strahl,&#10;Tief unter den Gipfeln&#10;Das neblige Tal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern hallt es am Schlosse,&#10;Das Waldhorn ruft,&#10;Es wiehern die Rosse&#10;In die Luft, in die Luft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald Länder und Seen&#10;Durch Wolkenzug&#10;Tief schimmernd zu sehen&#10;In schwindelndem Flug,&#10;Bald Dunkel wieder&#10;Hüllt Reiter und Roß,&#10;O Lieb, o Liebe&#10;So laß mich los! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer weiter und weiter&#10;Die Klänge ziehn,&#10;Durch Wälder und Heiden&#10;Wohin, ach wohin?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jägers Lust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jaegers-lust/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jaegers-lust/</guid><description>&lt;p&gt;Es lebe, was auf Erden&#10;Stolziert in grüner Tracht,&#10;Die Wälder und die Felder,&#10;Die Jäger und die Jagd!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie lustig ist′s im Grünen,&#10;Wenn′s helle Jagdhorn schallt,&#10;Wenn Hirsch′ und Rehe springen,&#10;Wenn′s blitzt und dampft und knallt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab mir schwarz gesenget&#10;Das rechte Augenlid:&#10;Was tut′s, da mich mein Dirnel&#10;So schwarz auch gerne sieht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Stutz und meine Dirne,&#10;Sind die mir immer treu,&#10;Was tu ich weiter fragen&#10;Nach Welt und Klerisei?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jahraus, jahrein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jahraus-jahrein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jahraus-jahrein/</guid><description>&lt;p&gt;Ohne Schrittschuh und Schellengeläut&#10;Ist der Januar ein böses Heut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ohne Fastnachtstanz und Mummenspiel&#10;Ist am Februar auch nicht viel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du den März nicht ganz verlieren,&#10;So laß nicht in April dich führen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den ersten April mußt überstehn,&#10;Dann kann dir manches Guts geschehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weiterhin im Mai, wenn′s glückt,&#10;Hat dich wieder ein Mädchen berückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das beschäftigt dich so sehr,&#10;Zählst Tage, Wochen und Monde nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jahrmarkt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jahrmarkt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jahrmarkt/</guid><description>&lt;p&gt;Sinds die Häuser, sinds die Gassen?&#10;Ach, ich weiß nicht wo ich bin!&#10;Hab ein Liebchen hier gelassen,&#10;Und manch Jahr ging seitdem hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den Fenstern schöne Frauen&#10;Sehn mir freundlich ins Gesicht,&#10;Keine kann so frischlich schauen,&#10;Als mein liebes Liebchen sicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An dem Hause poch ich bange -&#10;Doch die Fenster stehen leer,&#10;Ausgezogen ist sie lange,&#10;Und es kennt mich keiner mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ringsum ein Rufen, Handeln,&#10;Schmucke Waren, bunter Schein,&#10;Herrn und Damen gehn und wandeln&#10;Zwischendurch in bunten Reihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jan Bart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jan-bart/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jan-bart/</guid><description>&lt;p&gt;Jan Bart geht über den Vlissinger Damm.&#10;&amp;ldquo;Hür′, Katrin, wi trecken tosamm;&#10;En Huus, en Boot, ′ne Zieg′ un ′ne Kuh′,&#10;Wat mienst, Katrin? sy meine Fru.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Katrin an ihrem Friesrock zog,&#10;&amp;ldquo;Ne, Jan, bist mi nich Mynherr ′noog.&amp;rdquo;&#10;Der nickt und lacht: &amp;ldquo;Na, denn Adje.&amp;rdquo;&#10;Und nach Frankreich geht er und sticht in See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Matrose, Maat, so fängt er an,&#10;Auf der zweiten Reise: Steuermann,&#10;Auf der dritten: Leutnant unter Du Quesne,&#10;Auf der vierten: Flottenkapitän.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jene garstige Vettel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jene-garstige-vettel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jene-garstige-vettel/</guid><description>&lt;p&gt;Jene garstige Vettel,&#10;Die buhlerische,&#10;Welt heißt man sie,&#10;Mich hat sie betrogen&#10;Wie die übrigen alle.&#10;Glaube nahm sie mir weg,&#10;Dann die Hoffnung,&#10;Nun wollte sie&#10;An die Liebe,&#10;Da riß ich aus.&#10;Den geretteten Schatz&#10;Für ewig zu sichern,&#10;Teilt ich ihn weislich&#10;Zwischen Suleika und Saki.&#10;Jedes der beiden&#10;Beeifert sich um die Wette,&#10;Höhere Zinsen zu entrichten.&#10;Und ich bin reicher als je:&#10;Den Glauben hab ich wieder!&#10;An ihre Liebe den Glauben;&#10;Er, im Becher, gewährt mir&#10;Herrliches Gefühl der Gegenwart;&#10;Was will da die Hoffnung!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jesus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jesus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jesus/</guid><description>&lt;p&gt;Über seelenbange Wangen weinten&#10;Warm verdüsterte Himmel heißes Blut.&#10;Über dürrer fremdschmachtender Erde&#10;Gingen wilder Missetaten büßend helle Beschwerde.&#10;Fühle über mir das dornengroße&#10;Güte glühende Haupt&#10;Umfangen&amp;hellip;&#10;Von mir.&#10;So spräch′ meine Seele,&#10;Himmelerquickend&#10;Den seligen Tau&#10;Überquellender Liebe&#10;Auf das dornenhohe&#10;Tauschmachtende Haupt,&#10;Du Welt Hinliebendes,&#10;Du Welthinliebendes&#10;Dich weinen&#10;Hin&#10;In Jubel&#10;Dich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>John Maynard</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/john-maynard/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/john-maynard/</guid><description>&lt;p&gt;John Maynard!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wer ist John Maynard?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;John Maynard war unser Steuermann,&#10;Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,&#10;Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,&#10;Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.&#10;John Maynard.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;*&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die &amp;ldquo;Schwalbe&amp;rdquo; fliegt über den Erisee,&#10;Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;&#10;Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -&#10;Die Herzen aber sind frei und froh,&#10;Und die Passagiere mit Kindern und Fraun&#10;Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,&#10;Und plaudernd an John Maynard heran&#10;Tritt alles: &amp;ldquo;Wie weit noch, Steuermann?&amp;rdquo;&#10;Der schaut nach vorn und schaut in die Rund&amp;rsquo;:&#10;&amp;ldquo;Noch dreißig Minuten &amp;hellip; Halbe Stund.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Julinacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/julinacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/julinacht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Mondeslichter rinnen&#10;Aus sterndurchsprengtem Raum&#10;Zur regungslosen Erde,&#10;Die müde atmet kaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie schlummertrunken schweigen&#10;Die Linden rund umher,&#10;Des Rauschens müde, neigen&#10;Herab sie blütenschwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur manchmal, traumhaft leise,&#10;Rauscht auf der Wipfel Lied,&#10;Wenn schaurig durchs Geäste&#10;Ein kühler Nachthauch zieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz ist ruh-umfangen,&#10;Ist weltvergessen still,&#10;Kein Sehnen und Verlangen&#10;Die Brust bewegen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur manchmal, traumhaft leise,&#10;Durchzieht der alte Schmerz,&#10;Wie Nachtwind durchs Geäste,&#10;Das müdgeliebte Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Junge Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/junge-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/junge-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Über dem Brünnlein nicket der Zweig,&#10;Waldvögel zwitschern und flöten,&#10;Wild Anemon′ und Schlehdorn bleich&#10;Im Abendstrahle sich röten,&#10;Und ein Mädchen mit blondem Haar&#10;Beugt über der glitzernden Welle,&#10;Schlankes Mädchen, kaum fünfzehn Jahr,&#10;Mit dem Auge der scheuen Gazelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ringelblumen blättert sie ab:&#10;&amp;ldquo;Liebt er, liebt er mich nimmer?&amp;rdquo;&#10;Und wenn &amp;ldquo;liebt&amp;rdquo; das Orakel gab,&#10;Um ihr Antlitz gleitet ein Schimmer:&#10;&amp;ldquo;Liebt er nicht&amp;rdquo; - o Grimm und Graus!&#10;Daß der Himmel den Blüten gnade!&#10;Gras und Blumen, den ganzen Strauß,&#10;Wirft sie zürnend in die Kaskade.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Junge Pferde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/junge-pferde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/junge-pferde/</guid><description>&lt;p&gt;Wer die blühenden Wiesen kennt&#10;Und die hingetragene Herde,&#10;Die, das Maul am Winde, rennt:&#10;Junge Pferde! Junge Pferde!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über Gräben, Gräserstoppel&#10;Und entlang den Rotdornhecken&#10;Weht der Trab der scheuen Koppel,&#10;Füchse, Braune, Schimmel, Schecken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Junge Sommermorgen zogen&#10;Weiß davon, sie wieherten.&#10;Wolke warf den Blitz, sie flogen&#10;Voll von Angst hin, galoppierten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selten graue Nüstern wittern,&#10;Und dann nähern sie und nicken,&#10;Ihre Augensterne zittern&#10;In den engen Menschenblicken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Junggesellentod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/junggesellentod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/junggesellentod/</guid><description>&lt;p&gt;Der unbeweibte Ritter liegt&#10;Im Sterbepfühl voll Gram,&#10;Kein Weib sich weinend an ihn schmiegt,&#10;Kein Sohn um Segen kam.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Vorgemach der Mägde Schaar&#10;Flicht mit Gesang den Kranz,&#10;Zu schmücken seine Todtenbahr’&#10;Mit reiner Lilien Glanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da faßt den Ritter herbes Weh:&#10;»O daß ich hier allein,&#10;Der letzte meines Stamms, vergeh’&#10;Und sink’ ins Nichts hinein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sproßt der Baum, vermodert schon,&#10;In Sam’ und Wurzeln fort!&#10;Die flücht’ge Wolke ist der Sohn&#10;Des Stroms, im Sand verdorrt!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jüngling und Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juengling-und-maedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juengling-und-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Noch einmal, Liebe, komm in meine Arme;&#10;Mich ruft das stolze Vaterland zum Streit;&#10;Hinüber mit dem wilden Brüderschwarme!&#10;Wir alle, Mädchen, sind dem Tod geweiht!&#10;Laß ab von deinem Weinen, deinem Harme,&#10;Den liebend dir dein weiches Herz gebeut:&#10;Nur aus des Geistes altem Riesenstreben&#10;Steigt siegend auf ein heilig junges Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! tobend stürzt der Mann sich ins Getümmel:&#10;Ihn wogt dahin die sturmbewegte Fluth;&#10;Doch einsam fühlt das Weib nur ihren Himmel:&#10;Im Herzen still bewahrt sie ihre Gluth&#10;Dich stürzt der wilde Sinn ins Kampfgetümmel,&#10;Zum Schlachtendrang dein kühner Feuermuth!&#10;Doch, einsam in den alten, öden Mauern&#10;Muß bang um dich die stille Jungfrau trauern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Juninächte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juninaechte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juninaechte/</guid><description>&lt;p&gt;Juninächte, sternenlose,&#10;In dem Blüthenmond der Rose!&#10;Da das bange Herz dazu&#10;Lieb′ durchstürmte ohne Ruh′,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blitzgezuck und Wetterleuchten!&#10;Und die Nachtigall im feuchten,&#10;Thaubenetzten Busche tief&#10;Wunderbare Laute rief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hatten uns so viel zu sagen,&#10;Ließen hoch die Wolken jagen,&#10;Blickten in den Flammenschein&#10;Wie im tiefen Traum hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kaiser Friedrichs des Zweiten Sarg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiser-friedrichs-des-zweiten-sarg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiser-friedrichs-des-zweiten-sarg/</guid><description>&lt;p&gt;So je im Tempel Ernstes und Heiliges&#10;Das Herz mir traf in großen Entfaltungen,&#10;Des Gottes dunkle Offenbarung&#10;Schauer mir goß in des Geistes Tiefen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wär′ es Blut und Leib des Erlösers selbst,&#10;Da ihn mein Mund berührte zum erstenmal,&#10;So Unaussprechliches im Herzen&#10;Nicht an der Treppe des Altars fühlt′ ich,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zürnte mir der Himmel und zürnte mir&#10;Die Erde, die im Staube Gebete lallt,&#10;Doch sei′s bekannt, vor deinem Sarge&#10;Feiert′ ich größere, kühn′re Andacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kaiser Heinrich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiser-heinrich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiser-heinrich/</guid><description>&lt;p&gt;Lass unsre Fürsten schlummern in weichem Stuhl,&#10;Vom Höfling rings umräuchert, und unberühmt,&#10;So jetzo, und im Marmorsarge&#10;Einst noch vergessner, und unberühmter!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frag nicht des Tempels Halle; sie nennte dir&#10;Mit goldnem Munde Namen, die keiner kent:&#10;Bey diesen unbekränzten Gräbern&#10;Mag der Heralde, sich wundernd, weilen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass dann, und jetzt sie schlummern! Es schlummert ja&#10;Mit ihnen der selbst, welcher die blutigen&#10;Siegswerthen Schlachten schlug, zufrieden,&#10;Dass er um Galliens Pindus irrte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kaplied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kaplied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kaplied/</guid><description>&lt;p&gt;Auf, auf! ihr Brüder und seyd stark,&#10;Der Abschiedstag ist da!&#10;Schwer liegt er auf der Seele, schwer!&#10;Wir sollen über Land und Meer&#10;Ins heiße Afrika.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein dichter Kreis von Lieben steht,&#10;Ihr Brüder, um uns her;&#10;Uns knüpft so manches theure Band&#10;An unser deutsches Vaterland,&#10;Drum fällt der Abschied schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem bieten graue Eltern noch&#10;Zum letztenmal die Hand;&#10;Den kosen Bruder, Schwester, Freund;&#10;Und alles schweigt, und alles weint,&#10;Todtblaß von uns gewandt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kassandra</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kassandra/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kassandra/</guid><description>&lt;p&gt;Freude war in Trojas Hallen,&#10;Eh die hohe Feste fiel,&#10;Jubelhymnen hört man schallen&#10;In der Saiten goldnes Spiel.&#10;Alle Hände ruhen müde&#10;Von dem tränenvollen Streit,&#10;Weil der herrliche Pelide&#10;Priams schöne Tochter freit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und geschmückt mit Lorbeerreisern,&#10;Festlich wallet Schar auf Schar&#10;Nach der Götter heilgen Häusern,&#10;Zu des Thymbriers Altar.&#10;Dumpferbrausend durch die Gassen&#10;Wälzt sich die bacchantsche Lust,&#10;Und in ihrem Schmerz verlassen&#10;War nur eine traurge Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Katze vor Anker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/katze-vor-anker/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/katze-vor-anker/</guid><description>&lt;p&gt;Schlafen die Bewohner&#10;Von dem Gaffelschoner&#10;Im Kajüt am Heck? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil das Boot vor Anker liegt,&#10;Hockt die Katze mißvergnügt&#10;Oben auf dem Deck.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieht sie Mäuse, Ratten? -&#10;Doch der Wind hat sich gelegt.&#10;Was sich einzig noch bewegt,&#10;ist ihr eigner Schatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor ihr liegt ein dickes Tau,&#10;Rund geschlängelt wie ein Kranz,&#10;Viel viel länger als ihr Schwanz.&#10;Ach, miau - miau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keine Ratte, keine Maus,&#10;Keine Gasse und kein Haus,&#10;Nichts, was mitmiaute.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kein Freud ist ohne Schmerz...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-freud-ist-ohne-schmerz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-freud-ist-ohne-schmerz/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Freud ist ohne Schmerz, kein Wollust ohne Klagen,&#10;Kein Stand, kein Ort, kein Mensch ist seines Kreuzes frei.&#10;Wo schöne Rosen blühn, stehn scharfe Dorn dabei,&#10;Wer außen lacht, hat oft im Herzen tausend Plagen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer hoch in Ehren sitzt, muß hohe Sorgen tragen,&#10;Wer ist, der Reichtum acht′ und los von Kummer sei?&#10;Wer auch kein′ Kummer hat, fühlt doch, wie mancherlei&#10;Traurwürmlin seine Seel und matte Sinn durchnagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kennzeichen eines rechten Freundes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kennzeichen-eines-rechten-freundes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kennzeichen-eines-rechten-freundes/</guid><description>&lt;p&gt;F rey.&#10;R edlich.&#10;E hrlich.&#10;U nverdrossen.&#10;N amhafft.&#10;D emütig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Freund, der Freund seyn soll, soll seyn zugleiche frey,&#10;Daß sagen er dir darff, was dir zu sagen sey.&#10;Ein Freund, der Freund seyn soll, der soll dich redlich meinen;&#10;Soll innen seyn nicht so und so von aussen scheinen.&#10;Ein Freund, der Freund seyn soll, soll ehrlich seyn für sich,&#10;Damit er nicht zugleich beschäme sich und dich.&#10;Ein Freund, der Freund seyn soll, der soll seyn unverdrussen,&#10;Daß du habst seiner so, wie deiner selbst genussen.&#10;Ein Freund, der Freund seyn soll, soll namhafft gleichwol seyn;&#10;Dann deines Freundes Ruhm hilfft deinem Namen ein.&#10;Ein Freund, der Freund seyn soll, der soll der Demut pflegen&#10;Und deinen Pfennig dir so hoch wie seinen legen.&#10;Wer solchen Freund bekümmt, hat keinen schlechten Freund;&#10;Er wird nicht viel gehabt; er wird nur offt vermeint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kerker-Phantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kerker-phantasie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kerker-phantasie/</guid><description>&lt;p&gt;Es liegt vor mir das Wort des Herrn,&#10;Die Bibel, aufgeschlagen;&#10;Daraus gemahnt mich, bleich und fern,&#10;Der Geist von alten Tagen.&#10;Du hast Erlösung prophezeit!&#10;Erlösung bringst du nicht -&#10;Und die verheiß′ne Seligkeit&#10;Ist nur ein Traumgesicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich starrt es an, das Wort des Herrn,&#10;Das nie mir Trost gewährte.&#10;Mir strahlte nie der gold′ne Stern,&#10;Der Bethlehem verklärte.&#10;Mich mahnt′s unheimlich, graunerfüllt,&#10;Und bringt den Tod mir nah′,&#10;Das schmerzentstellte Götterbild,&#10;Das Kreuz auf Golgatha!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kinderlachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderlachen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderlachen/</guid><description>&lt;p&gt;Mich hat ein Kinderlachen&#10;Gestreift mit seiner ganzen Lust -&#10;Was soll ich damit machen,&#10;Ich, aller Bitternis bewußt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es klang so leicht und helle,&#10;So arglos und so leidgefeit,&#10;Als jauchzt′ es auf der Schwelle&#10;Von großer Lebensherrlichkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist sie nicht geworden,&#10;Die reich von guten Sternen rinnt -&#10;Sah Traum auf Traum nur morden,&#10;Und war doch auch ein solches Kind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat′s nur an mir gelegen,&#10;Daß euer Lachen ich verlernt,&#10;Und daß von meinen Wegen&#10;Die beste Freude blieb entfernt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kirchenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kirchenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kirchenlied/</guid><description>&lt;p&gt;O Maria, meine Liebe!&#10;Denk ich recht im Herzen Dein:&#10;Schwindet alles Schwer und Trübe,&#10;Und, wie heller Morgenschein,&#10;Dringts durch Lust und irdschen Schmerz&#10;Leuchtend mir durchs ganze Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf des ewgen Bundes Bogen,&#10;Ernst von Glorien umblüht,&#10;Stehst du über Land und Wogen;&#10;Und ein himmlisch Sehnen zieht&#10;Alles Leben himmelwärts&#10;An das große Mutterherz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo Verlaßne einsam weinen,&#10;Sorgenvoll in stiller Nacht,&#10;Den′ vor allen läßt Du scheinen&#10;Deiner Liebe milde Pracht,&#10;Daß ein tröstend Himmelslicht&#10;In die dunklen Herzen bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-2/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngling aus kristallnem Munde&#10;Sank dein goldner Blick ins Tal;&#10;Waldes Woge rot und fahl&#10;In der schwarzen Abendstunde.&#10;Abend schlägt so tiefe Wunde!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Angst! des Todes Traumbeschwerde,&#10;Abgestorben Grab und gar&#10;Schaut aus Baum und Wild das Jahr;&#10;Kahles Feld und Ackererde.&#10;Ruft der Hirt die bange Herde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwester, deine blauen Brauen&#10;Winken leise in der Nacht.&#10;Orgel seufzt und Hölle lacht&#10;Und es faßt das Herz ein Grauen;&#10;Möchte Stern und Engel schauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage der Ceres</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-der-ceres/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-der-ceres/</guid><description>&lt;p&gt;Ist der holde Lenz erschienen?&#10;Hat die Erde sich verjüngt?&#10;Die besonnten Hügel grünen,&#10;Und des Eises Rinde springt.&#10;Aus der Ströme blauem Spiegel&#10;Lacht der unbewölkte Zeus,&#10;Milder wehen Zephirs Flügel,&#10;Augen treibt das junge Reis.&#10;In dem Hain erwachen Lieder,&#10;Und die Oreade spricht:&#10;Deine Blumen kehren wieder,&#10;Deine Tochter kehret nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! wie lang ists, daß ich walle&#10;Suchend durch der Erde Flur,&#10;Titan, deine Strahlen alle&#10;Sandt ich nach der teuren Spur;&#10;Keiner hat mir noch verkündet&#10;Von dem lieben Angesicht,&#10;Und der Tag, der alles findet,&#10;Die Verlorne fand er nicht.&#10;Hast du, Zeus! sie mir entrissen,&#10;Hat, von ihrem Reiz gerührt,&#10;Zu des Orkus schwarzen Flüssen&#10;Pluto sie hinabgeführt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage der Tochter Jephtas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-der-tochter-jephtas/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-der-tochter-jephtas/</guid><description>&lt;p&gt;Du schönes Thal, mit Lieblichkeit umgeben,&#10;In dessen Schooß viel tausend Blumen weben,&#10;Laß meine Klagen ein!&#10;Laß, was du siehst aus meinen Augen schießen,&#10;Durch Laub und Gras der schönen Gegend fließen&#10;Und ihren Schmelz damit gewaschen sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du stolzer Berg, mit Bäumen wohl besetzet,&#10;So keine Hand der Männer hat verletzet,&#10;Und Jungfrau&amp;rsquo;n sind, wie ich,&#10;Verachte nicht, was meine Wehmuth bringet,&#10;Und so sie dich nicht auch zu klagen zwinget,&#10;So muß ich billig trauern über dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleine Geschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-geschichte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Frühsommer wars, am Nachmittag.&#10;Der Weißdorn stand in Blüte.&#10;Ich ging allein durch Feld und Hag&#10;Mit sehnendem Gemüte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es trieb mich in den Tag hinein&#10;Ein zärtliches Verlangen&#10;Nach dunkler Laube Dämmerschein&#10;Und weichen Mädchenwangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fand ein Wirtshaus, alt, bestroht,&#10;Umringt von Baumgardinen.&#10;Die alte Frau am Eingang bot&#10;Gebäck und Apfelsinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Garten: Schaukeln, Karoussel,&#10;Und Zelte, übersonnte.&#10;Ein Scheibenstand, wo man als Tell&#10;Den Apfel schießen konnte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleinigkeiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleinigkeiten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleinigkeiten/</guid><description>&lt;p&gt;Der epische Hexameter&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwindelnd trägt er dich fort auf rastlos auf strömenden Wogen,&#10;Hinter dir siehst du, du siehst vor dir nur Himmel und Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Distichon&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Hexameter steigt des Springquells flüssige Säule,&#10;Im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die achtzeilige Stanze&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stanze, dich schuf die Liebe, die zärtlich schmachtende - drei Mal&#10;Fliehest du schamhaft und kehrst drei Mal verlangend zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Obelisk&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufgerichtet hat mich auf hohem Gestelle der Meister.&#10;Stehe, sprach er, und ich steh′ ihm mit Kraft und mit Lust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Km 21</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/km-21/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/km-21/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Rabe saß auf einem Meilenstein&#10;und rief Ka-em-zwei-ein, Ka-em-zwei-ein . . .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Werhund lief vorbei, im Maul ein Bein,&#10;der Rabe rief Ka-em-zwei-ein, zwei-ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorüber zottelte das Zapfenschwein,&#10;der Rabe rief und rief Ka-em-zwei-ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Er ist besessen!&amp;rdquo; - kam man überein.&#10;&amp;ldquo;Man führe ihn hinweg von diesem Stein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Hasen brachten ihn zum Kräuterdachs.&#10;Sein Hirn war ganz verstört und weich wie Wachs.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch sterbend rief er (denn er starb dort) sein&#10;Ka-em-zwei-ein, Ka-em, Ka-em-zwei-ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Knecht Ruprecht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/knecht-ruprecht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/knecht-ruprecht/</guid><description>&lt;p&gt;Von drauß&amp;rsquo; vom Walde komm ich her;&#10;Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!&#10;Allüberall auf den Tannenspitzen&#10;Sah ich goldene Lichtlein sitzen;&#10;Und droben aus dem Himmelsthor&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah mit großen Augen das Christkind hervor,&#10;Und wie ich so strolcht&amp;rsquo; durch den finstern Tann,&#10;Da rief&amp;rsquo;s mich mit heller Stimme an:&#10;&amp;ldquo;Knecht Ruprecht&amp;rdquo;, rief es, &amp;ldquo;alter Gesell,&#10;&amp;ldquo;Hebe die Beine und spute dich schnell!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die Kerzen fangen zu brennen an,&#10;&amp;ldquo;Das Himmelsthor ist aufgethan,&#10;&amp;ldquo;Alt&amp;rsquo; und Junge sollen nun&#10;&amp;ldquo;Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;&#10;&amp;ldquo;Und morgen flieg&amp;rsquo; ich hinab zur Erden,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kokain</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kokain/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kokain/</guid><description>&lt;p&gt;Wände&#10;Tisch&#10;Schatten und Katzen&#10;Grüne Augen&#10;Viele Augen&#10;Millionenfache Augen&#10;Das Weib&#10;Nervöses zerflatterndes Begehren&#10;Aufflackerndes Leben&#10;Schwälende Lampe&#10;Tanzender Schatten&#10;Kleiner Schatten&#10;Großer Schatten&#10;Der Schatten&#10;Oh - der Sprung über den Schatten&#10;Er quält dieser Schatten&#10;Er martert dieser Schatten&#10;Er frißt mich dieser Schatten&#10;Was will dieser Schatten&#10;Kokain&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufschrei&#10;Tiere&#10;Blut&#10;Alkohol&#10;Schmerzen&#10;Viele Schmerzen&#10;Und die Augen&#10;Die Tiere&#10;Die Mäuse&#10;Das Licht&#10;Dieser Schatten&#10;Dieser schrecklich große schwarze Schatten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Komische Elegie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/komische-elegie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/komische-elegie/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel ist heute ein dicker weißer Sack&#10;Von Mehl oder Kleie.&#10;Die Luft riecht nach Ammoniak,&#10;Und es sieht aus, als ob es bald schneie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denke, daß an dem&#10;Tage, der - vor einem Jahre - diesem heutigen&#10;Tage voranging,&#10;Ich zwei Marktweiber sah, welche Tandem&#10;Fuhren, und einen Herrn, trotz des winterlichen&#10;Wetters bekleidet mit Nanking.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Zwecke eines tröstenden Blutgeschwüres&#10;Kauf ich verschiedene Flaschen Schnäpse. Wo misch&#10;Ich sie? Wo sauf ich sie? Oh, rühr es&#10;Den Himmel doch, wie meine Seele heute traurig zugleich und komisch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Komm, laß uns spielen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-lass-uns-spielen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-lass-uns-spielen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie bald des Sommers holdes Fest verging!&#10;Rauh weht der Herbst; wird′s denn auch Frühling wieder?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fällt ein bleicher Sonnenstrahl hernieder -&#10;Komm, laß uns spielen, weißer Schmetterling!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, keine Nelke, keine Rose mehr;&#10;Am Himmel fährt ein kalt Gewölk daher!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weh, wie so bald des Sommers Lust verging -&#10;O komm! Wo bist du, weißer Schmetterling?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Komm, Trost der Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-trost-der-welt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-trost-der-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, Trost der Welt, du stille Nacht!&#10;Wie steigst du von den Bergen sacht,&#10;Die Lüfte alle schlafen,&#10;Ein Schiffer nur noch, wandermüd,&#10;Singt übers Meer sein Abendlied&#10;Zu Gottes Lob im Hafen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Jahre wie die Wolken gehn&#10;Und lassen mich hier einsam stehn,&#10;Die Welt hat mich vergessen,&#10;Da tratst du wunderbar zu mir,&#10;Wenn ich beim Waldesrauschen hier&#10;Gedankenvoll gesessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Trost der Welt, du stille Nacht!&#10;Der Tag hat mich so müd gemacht,&#10;Das weite Meer schon dunkelt,&#10;Laß ausruhn mich von Lust und Not,&#10;Bis daß das ewige Morgenrot&#10;Den stillen Wald durchfunkelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kommt und laßt uns Christus ehren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kommt-und-lasst-uns-christus-ehren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kommt-und-lasst-uns-christus-ehren/</guid><description>&lt;p&gt;Kommt und laßt uns Christus ehren,&#10;Herz und Sinnen zu ihm kehren;&#10;singet fröhlich, laßt euch hören,&#10;wertes Volk der Christenheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sünd und Hölle mag sich grämen,&#10;Tod und Teufel mag sich schämen;&#10;wir, die unser Heil annehmen,&#10;werfen allen Kummer hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sehet, was hat Gott gegeben!&#10;Seinen Sohn zum ewgen Leben,&#10;Dieser kann und will uns heben&#10;aus dem Leid ins Himmels Freud.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine Seel ist uns gewogen,&#10;Lieb und Gunst hat ihn gezogen,&#10;uns, die Satanas betrogen,&#10;zu besuchen aus der Höh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>König Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-dichter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koenig-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Der Dichter steht mit dem Zauberstab&#10;Auf wolkigem Bergesthrone&#10;Und schaut auf Land und Meer hinab&#10;Und blickt in jede Zone.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für seine Lieder nah und fern&#10;Sucht er den Schmuck, den besten;&#10;Mit ihren Schätzen dienen ihm gern&#10;Der Osten und der Westen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An goldnen Quellen läßt er kühn&#10;Arabiens Palmen rauschen,&#10;Läßt unter duft&amp;rsquo;gem Lindengrün&#10;Die deutschen Veilchen lauschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er winkt, da öffnet die Ros&amp;rsquo; in Glut&#10;Des Kelches Heiligtume,&#10;Und schimmernd grüßt aus blauer Flut&#10;Den Mond die Lotosblume.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Königsberg′sche Wehrlieder - 1. Lied der Maurer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koenigsbergsche-wehrlieder-1-lied-der-maurer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koenigsbergsche-wehrlieder-1-lied-der-maurer/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit drei gewaltigen Schlägen&#10;Rief uns der Meister auf:&#10;Herbei von allen Wegen,&#10;Gesellen kommt zu Hauf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was hilft uns alles bauen?&#10;Wir bau′n am Sitz der Noth.&#10;Was Steine zu behauen&#10;Nach Winkelmaß und Loth?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Roste wird gefressen&#10;Die Mauer wie der Muth,&#10;Von Räubern wird besessen&#10;Der Bürger Haus und Gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie prangt im Königsgarten&#10;Der Bau von Meisterhand!&#10;Man konnte kaum erwarten,&#10;Bis er vollendet stand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kopf hoch!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kopf-hoch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kopf-hoch/</guid><description>&lt;p&gt;Weil dir ein goldener Traum zerronnen,&#10;was hast du drum für herbe Qual?!&#10;es ist doch nicht das erste Mal,&#10;daß dich enttäuscht, was du begonnen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Kopf hoch! auf! wozu verzagen&#10;kleingläubig gleich und hoffnungslos?!&#10;dein Mut schien doch so riesengroß,&#10;das Letzte selber kühn zu wagen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf drum und weiter! ohne Bangen!&#10;und wenn′s dir noch soviel entlaubt!&#10;Wer will und an sein Können glaubt,&#10;wird immer an sein Ziel gelangen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krankheit und Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/krankheit-und-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/krankheit-und-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht wußt&amp;rsquo; ich, was mir fehlte,&#10;Noch fühlt&amp;rsquo; ich, was mich quälte;&#10;Es war mir nur Behagen&#10;Zu klagen und zu klagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun fühl&amp;rsquo; ich, was mich quälet,&#10;Nun weiß ich, was mir fehlet,&#10;Nicht klag&amp;rsquo; ich aus Behagen&#10;An bloßem Unbehagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nun, was dort mir fehlte,&#10;Weiß ich, und was mich quälte,&#10;Daß böse Ahnung zagte&#10;Und in die Zukunft klagte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kreuz und Elende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kreuz-und-elende/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kreuz-und-elende/</guid><description>&lt;p&gt;Kreuz und Elende,&#10;Das nimmt ein Ende;&#10;Nach Meeresbrausen&#10;Und Windessausen&#10;Leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht.&#10;Freude die Fülle&#10;Und selige Stille&#10;Hab ich zu warten&#10;Im himmlischen Garten;&#10;Dahin sind meine Gedanken gericht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kreuzgedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kreuzgedicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kreuzgedicht/</guid><description>&lt;p&gt;Seht der könig könig hängen!&#10;und uns all mitt blutt besprängen&#10;auss der dörner wunden bronnen&#10;ist All unsser heyl geronnen&#10;seine augen schliest Er sacht!&#10;und den Himmel uns aufmacht&#10;Seht Er Streket Seine Hend auss uns freundlichst Zuentfangen!&#10;Hatt an sein Liebheisses Herz uns zu drüken brünst verlangen!&#10;Ja Er neigt sein liebstes haubt uns begihrlichest zu küssen&#10;All Sein Sinn gebärd und werk seyn zu unser Heyl geflissen!&#10;Seiner seitten offen stehen&#10;Macht seyn güttig Herze sehen!&#10;Wann Wir schauen mitt den Sinnen&#10;Sehen Wir uns selbst darinnen!&#10;So Viel striemen so Viel Wunden&#10;Alss an seinen leib gefunden&#10;So Viel Sieg und Segen kwellen&#10;Wollt′ er unser Seel bestellen,&#10;Zwischen Himel und der Erden&#10;wollt′ Er auf geopfert werden&#10;Dass Er gott und uns verglihen&#10;uns Zu sterken Er Verblihen&#10;Ja sein sterben hatt das Leben&#10;Mir und Aller Weltt gegeben!&#10;Jesu′ Christ dein Tod und schmerzen&#10;Leb′ und schweb′ mir stett im Herzen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kriegsglück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegsglueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegsglueck/</guid><description>&lt;p&gt;Verwünschter weiß ich, nichts im Krieg,&#10;Als nicht blessiert zu sein.&#10;Man geht getrost von Sieg zu Sieg&#10;Gefahrgewohnt hinein;&#10;Hat abgepackt und aufgepackt&#10;Und weiter nichts ereilt,&#10;Als daß man auf dem Marsch sich plackt,&#10;Im Lager langeweilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann geht das Kantonieren an,&#10;Dem Bauer eine Last,&#10;Verdrießlich jedem Edelmann,&#10;Und Bürgern gar verhaßt.&#10;Sei höflich, man bedient dich schlecht,&#10;Den Grobian zur Not;&#10;Und nimmt man selbst am Wirte Recht,&#10;Ißt man Profossenbrot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kriegslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie lieblich klang das Heergebot,&#10;Die hohen Fahnen wallen!&#10;Wir lassen laut in Schlacht und Tod&#10;Das Feldgeschrei erschallen:&#10;Mit uns ist Gott in diesem Krieg,&#10;Er sendet Segen, sendet Sieg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zerbrochen ist ein arges Joch,&#10;Des Fremdlings schnöde Ketten;&#10;Doch ach wir tragen andre noch,&#10;Wer mag uns davon retten?&#10;Wir heißen gerne Gottes Heer,&#10;Und Sünden liegen auf uns schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sehen wol am Sternensaal&#10;Die goldne Rüstung glänzen,&#10;Ihr Engel Gottes allzumal&#10;Mit grünen Palmenkränzen,&#10;Die ihr die Menschen schützt und liebt,&#10;O werdet nie von uns betrübt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kritik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kritik/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kritik/</guid><description>&lt;p&gt;Da oben spielen sie ein schweres Drama&#10;mit Weltanschauung, Kampf von Herz und Pflicht:&#10;Susannen attackiert ein ganz infama&#10;Patron und läßt sie nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sitze im Parkett und zück den Faber&#10;und schreibe auf, ob alles richtig sei;&#10;Exposition, geschürzter Knoten – aber&#10;ich denk mir nichts dabei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz weilt fromm bei jenem lieben Kinde,&#10;das lächelnd eine Kindermagd agiert:&#10;ich streichle ihr im Geiste sehr gelinde,&#10;was sie so lieblich ziert,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lampe und Spiegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lampe-und-spiegel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lampe-und-spiegel/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Sie faule, verbummelte Schlampe!&amp;rdquo;&#10;sagte der Spiegel zur Lampe.&#10;&amp;ldquo;Sie altes, schmieriges Scherbenstück!&amp;rdquo;&#10;gab die Lampe dem Spiegel zurück.&#10;Der Spiegel in seiner Erbitterung&#10;bekam einen ganz gewaltigen Sprung.&#10;Der zornigen Lampe verging die Puste:&#10;Sie fauchte, rauchte, schwelte und ruste.&#10;Das Stubenmädchen ließ beide in Ruhe&#10;und doch - man schob ihr die Schuld in die Schuhe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Langsame stunden überm fluss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/langsame-stunden-ueberm-fluss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/langsame-stunden-ueberm-fluss/</guid><description>&lt;p&gt;Langsame stunden überm fluss -&#10;Die welle zischt wie im verdruss&#10;Da von dem feuchten wind gefrischt&#10;Ein schein bald blendet bald verwischt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir standen hand in hand am strand&#10;Da sah sie ähren in dem sand -&#10;Sie trat hinzu und brach davon&#10;Und fand auf diesen tag den ton:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beginnend klang er hell und leicht&#10;Wie von dem ziel das wir erreicht -&#10;Dann ward er dumpfer als sie sang&#10;Vom fernen glück - wie bang! wie lang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laß mich mit glühnden Zangen kneipen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-mich-mit-gluehnden-zangen-kneipen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-mich-mit-gluehnden-zangen-kneipen/</guid><description>&lt;p&gt;Laß mich mit glühnden Zangen kneipen,&#10;Laß grausam schinden mein Gesicht,&#10;Laß mich mit Ruten peitschen, stäupen -&#10;Nur warten, warten laß mich nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß mit Torturen aller Arten&#10;Verrenken, brechen mein Gebein,&#10;Doch laß mich nicht vergebens warten,&#10;Denn warten ist die schlimmste Pein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den ganzen Nachmittag bis Sechse&#10;Hab gestern ich umsonst geharrt -&#10;Umsonst; du kamst nicht, kleine Hexe,&#10;So daß ich fast wahnsinnig ward.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Ungeduld hielt mich umringelt&#10;Wie Schlangen; - jeden Augenblick&#10;Fuhr ich empor, wenn man geklingelt,&#10;Doch kamst du nicht- ich sank zurück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laß rauschen Lieb, laß rauschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-rauschen-lieb-lass-rauschen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-rauschen-lieb-lass-rauschen/</guid><description>&lt;p&gt;(Mündlich)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hört ein Sichlein rauschen,&#10;Wohl rauschen durch das Korn,&#10;Ich hört ein Mägdlein klagen,&#10;Sie hätt ihr Lieb verlorn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß rauschen Lieb, laß rauschen,&#10;Ich acht nicht, wie es geht,&#10;Ich tät mein Lieb vertauschen&#10;In Veilchen und im Klee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast ein Mägdlein worben&#10;In Veilchen und im Klee,&#10;So steh ich hier alleine,&#10;Tut meinem Herzen weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hör ein Hirschlein rauschen&#10;Wohl rauschen durch den Wald,&#10;Ich hör mein Lieb sich klagen,&#10;Die Lieb verrauscht so bald.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lass ruh'n die Toten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-ruh-n-die-toten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-ruh-n-die-toten/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht ein altes Gemäuer&#10;Hervor aus Waldes Nacht,&#10;Wohl standen Klöster und Burgen&#10;Einst dort in herrlicher Pracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es liegen im kühlen Grunde&#10;Behauene Steine gereiht;&#10;Dort schlummern die Frauen, die Starken,&#10;Die Mächt&amp;rsquo;gen der alten Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was kommst du nächtlicher Weile&#10;Durchwühlen das alte Gestein?&#10;Und förderst hervor aus den Gräbern&#10;Nur Staub und Totengebein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unmächtger Sohn der Stunde,&#10;Das ist der Zeiten Lauf,&#10;Lass ruh&amp;rsquo;n, laß ruh&amp;rsquo;n die Toten,&#10;Du weckst sie mit Klagen nicht auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laura am Klavier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/laura-am-klavier/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/laura-am-klavier/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Dein Finger durch die Saiten meistert,&#10;Laura, itzt zur Statue entgeistert,&#10;Itzt entkörpert steh′ ich da.&#10;Du gebietest über Tod und Leben,&#10;Mächtig wie von tausend Nervgeweben&#10;Seelenfordert Philadelphia.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ehrerbietig leiser rauschen&#10;Dann die Lüfte, Dir zu lauschen.&#10;Hingeschmiedet zum Gesang&#10;Stehn im ew′gen Wirbelgang.&#10;Einzuziehn die Wonnefülle,&#10;Lauschende Naturen stille.&#10;Zauberin! Mit Tönen, wie&#10;Mich mit Blicken, zwingst Du sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seelenvolle Harmonien wimmeln,&#10;Ein wolllüstig Ungestüm,&#10;Aus den Saiten, wie aus ihren Himmeln&#10;Neugeborne Seraphim;&#10;Wie, des Chaos Riesenarm entronnen,&#10;Aufgejagt vom Schöpfungssturm, die Sonnen&#10;Funkelnd fuhren aus der Nacht,&#10;Strömt der Töne Zaubermacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Läuten kaum die Maienglocken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/laeuten-kaum-die-maienglocken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/laeuten-kaum-die-maienglocken/</guid><description>&lt;p&gt;Läuten kaum die Maienglocken,&#10;leise durch den lauen Wind,&#10;hebt ein Knabe froh erschrocken,&#10;aus dem Grase sich geschwind.&#10;Schüttelt in den Blütenflocken,&#10;seine feinen blonden Locken,&#10;schelmisch sinnend wie ein Kind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nun wehen Lerchenlieder&#10;und es schlägt die Nachtigall,&#10;von den Bergen rauschend wieder&#10;kommt der kühle Wasserfall.&#10;Rings im Walde bunt Gefieder,&#10;Frühling ist es wieder&#10;und ein Jauchzen überall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leb wohl, du teures Land</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leb-wohl-du-teures-land/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leb-wohl-du-teures-land/</guid><description>&lt;p&gt;Leb wohl, du teures Land, das mich geboren,&#10;Beamtenwillkür treibt mich fort von hier.&#10;Ich hab Amerika mir auserkoren.&#10;Dort scheint allein der Freiheit Sonne mir.&#10;Dort drücken mich nicht der Tyrannen Ketten,&#10;dort schätzt man erst des Lebens hohen Wert,&#10;und wer sich will aus Sklaverei erretten,&#10;der folge mir, dort wird er erst geehrt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort kennt man nicht die stolzen Fürstenknechte,&#10;verprassend nur des Landmanns sauren Schweiß,&#10;dort freut der Mensch sich seiner Menschenrechte,&#10;er erntet auch die Frucht von seinem Fleiß.&#10;Es quälen ihn nicht jene Müßiggänger,&#10;durch Fürstengunst betitelt und besternt.&#10;Das Sklavenwort &amp;lsquo;Euer Gnaden&amp;rsquo; und &amp;lsquo;Gestrengen&amp;rsquo;&#10;ist aus dem Reich der Sprache weit entfernt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebe wohl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebe-wohl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebe-wohl/</guid><description>&lt;p&gt;(Nach dem Englischen des Lord Byron.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lebe wohl, und wenn für immer,&#10;Sey′s für immer denn! Wohlan!&#10;Wie Du unerbittlich, nimmer&#10;Klage doch mein Herz Dich an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnte diese Brust sich spalten,&#10;Sie, an die Dein Haupt so gern,&#10;Lieblich schlummernd, Du gehalten,&#10;Und die bald Dir ewig fern:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könntest Du sie recht betrachten,&#10;Jeglichen Gedanken sehn,&#10;Ja, Du sprächst: so sie verachten,&#10;Wahrlich, sey nicht gut geschehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mag der That sie Beifall schenken,&#10;Lächeln auch dazu die Welt;&#10;Dich muß solcher Beifall kränken,&#10;Da er fremder Qual gesellt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebendes Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebendes-bild/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebendes-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Skribenten mit zu großer Neese&#10;Sitzen vor der Wand aus gelbem Taft;&#10;Und sie sorgen sich um die Synthese&#10;Der Kultur und um die Jungfernschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn der Teufel schreitet durch die Mitte&#10;Und ist gänzlich ohne innern Halt.&#10;Feurig federn seine langen Schritte,&#10;Schwarz und wechselnd ist er von Gestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er wedelt mit dem schlangenhaften Schweife;&#10;Denn er hat mit einer Maus gehurt,&#10;Und im Vordergrund raucht schon die Pfeife&#10;Seine neugeborne Mißgeburt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebendiges Andenken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebendiges-andenken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebendiges-andenken/</guid><description>&lt;p&gt;Der Liebsten Band und Schleife rauben,&#10;Halb mag sie zürnen, halb erlauben,&#10;Euch ist es viel, ich will es glauben&#10;Und gönn′ euch solchen Selbstbetrug:&#10;Ein Schleier, Halstuch, Strumpfband, Ringe&#10;Sind wahrlich keine kleinen Dinge;&#10;Allein mir sind sie nicht genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lebend′gen Teil von ihrem Leben,&#10;Ihn hat nach leisem Widerstreben&#10;Die Allerliebste mir gegeben,&#10;Und jene Herrlichkeit wird nichts.&#10;Wie lach′ ich all der Trödelware!&#10;Sie schenkte mir die schönen Haare,&#10;Den Schmuck des schönsten Angesichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebensmotto</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensmotto/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebensmotto/</guid><description>&lt;p&gt;Fromme Seelen, fromme Herzen,&#10;Himmelssehnend, lebenssatt;&#10;Euch ist rings ein Thal der Schmerzen,&#10;Eine finst&amp;rsquo;re Schädelstatt!&#10;Mag in schreckenden Gesichten&#10;Bang vor mir das Schicksal steh&amp;rsquo;n;&#10;Nie soll mich der Schmerz vernichten,&#10;Nie zerknirscht und reuig seh&amp;rsquo;n!&#10;Freiem Leben, freiem Lieben,&#10;Bin ich immer treu geblieben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leben - Meer, das endlos rauschend&#10;Mich auf weiten Fluten trägt:&#10;Deinen Tiefen freudig lauschend&#10;Steh&amp;rsquo; ich sinnend, stummbewegt.&#10;Stürzt Gewittersturm, der wilde,&#10;Jauchzend sich in&amp;rsquo;s Meer hinein,&#10;Schau&amp;rsquo; ich in dem Flammenbilde&#10;Meines Lebens Wiederschein.&#10;Freiem Leben, freiem Lieben,&#10;Bin ich immer treu geblieben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebenswege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenswege/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenswege/</guid><description>&lt;p&gt;Fünfzig Jahre werden es ehstens sein,&#10;Da trat ich in meinen ersten &amp;ldquo;Verein&amp;rdquo;.&#10;Natürlich Dichter. Blutjunge Ware:&#10;Studenten, Leutnants, Refrendare.&#10;Rang gab&amp;rsquo;s nicht, den verlieh das &amp;ldquo;Gedicht&amp;rdquo;,&#10;Und ich war ein kleines Kirchenlicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So stand es, als Anno 40 wir schrieben;&#10;Aber ach, wo bist du Sonne geblieben?&#10;Ich bin noch immer, was damals ich war,&#10;Ein Lichtlein auf demselben Altar,&#10;Aus den Leutnants aber und Studenten&#10;Wurden Genräle und Chefpräsidenten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leicht Gepäck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leicht-gepaeck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leicht-gepaeck/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein freier Mann und singe mich wohl in keine Fürstengruft,&#10;Und alles, was ich mir erringe, ist Gottes liebe Himmelsluft.&#10;Ich habe keine stolze Feste, von der man Länder übersieht,&#10;Ich wohn ein Vogel nur im Neste, mein ganzer Reichtum ist mein Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich durfte nur, wie andre, wollen, und wär nicht leer davongeeilt,&#10;Wenn jährlich man im Staat die Rollen den treuen Knechten ausgeteilt;&#10;Allein ich hab nie zugegriffen, so oft man mich herbei beschied,&#10;Ich habe fort und fort gepfiffen, mein ganzer Reichtum ist mein Lied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lenore</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lenore/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lenore/</guid><description>&lt;p&gt;Zerschellt die goldne Schale, ach!&#10;Der Geist so fern entflogen!&#10;Schickt Glockenschall der Seele nach,&#10;die fort zum Styx gezogen!&#10;Und Guy de Vere, weinst nicht mehr?&#10;Jetzt oder nie sei trübe!&#10;Da liegt, sieh her, und liebt nie mehr&#10;Lenore, deine Liebe.&#10;Komm! laß vollziehn mit frommem Wort&#10;des Grabes Heiligung –&#10;Nichts Königlichres stirbt hinfort&#10;als sie, die starb so jung –&#10;Man singe, bete immerfort&#10;für sie, die starb zu jung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lesebuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lesebuch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lesebuch/</guid><description>&lt;p&gt;Wunderlichstes Buch der Bücher&#10;Ist das Buch der Liebe;&#10;Aufmerksam hab ich′s gelesen:&#10;Wenig Blätter Freuden,&#10;Ganze Hefte Leiden;&#10;Einen Abschnitt macht die Trennung.&#10;Wiedersehn! ein klein Kapitel,&#10;Fragmentarisch. Bände Kummers&#10;Mit Erklärungen verlängert,&#10;Endlos, ohne Maß.&#10;O Nisami! - doch am Ende&#10;Hast den rechten Weg gefunden;&#10;Unauflösliches, wer löst es?&#10;Liebende, sich wieder findend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzter Schmuck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-schmuck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-schmuck/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will, wann ich gestorben werde sein,&#10;Als Blume blühn aus meines Grabes Staube:&#10;Daß, die mich tötet jetzt, mich pflücke fein,&#10;Und Liebe noch einmal mein Leben raube.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will, wann ihre schöne Hand mich pflückt,&#10;Daß sie nicht wisse, wen sie also pflücke;&#10;Daß sie, mit der ich lebend mich geschmückt,&#10;Im Tode doch mit mir einmal sich schmücke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzter Wille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-wille/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-wille/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn einst der Tod an mein Lager tritt,&#10;Drei Stücke gib in den Sarg mir mit:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geraniumblüte, brennend rot,&#10;Wie meine Lieb′ war bis zum Tod;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein duftend Röslein auch leg′ hin,&#10;Wild wachsend wie mein freier Sinn;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Lorbeerzweig lieg′ auch dabei,&#10;Ein Zweig nur, daß kein Kranz es sei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann setz′ an meinen Sarg dich hin&#10;Und weine, daß ich gestorben bin;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sprichst du dann: Wie der, wie der,&#10;So liebt mich niemand auf Erden mehr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letztes Gedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letztes-gedicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letztes-gedicht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn quälend mich die Angst beschleicht,&#10;Mein Teuerstes auf Erden,&#10;Mein Liebstes könnte mir vielleicht&#10;Einst noch entrissen werden;&#10;Dann tröstet der Gedanke mich:&#10;&amp;ldquo;Weshalb davor erbeben?&#10;Dies große Leid vermöchte ich&#10;Ja nicht zu überleben.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hoffnung, die sich in dir regt,&#10;Bevor du ihrer dich entschlagen,&#10;Daß keinem werde auferlegt&#10;So viel als er kann tragen.&#10;Wie groß das Leid, wie tief die Not,&#10;Du wirst dich d′rein ergeben,&#10;Und was dir bitt′rer als der Tod,&#10;Du wirst es überleben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist mein Trost in allen Leiden,&#10;Daß nichts mich kann von Jesu scheiden,&#10;Von seiner Liebe keine Macht,&#10;Der größte aller Erdenschmerzen&#10;Hat nicht Gewalt ob einem Herzen,&#10;Worin die Liebe Jesu wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn er mir bleibt, was kann mir fehlen?&#10;Wenn er mich labt, was kann mich quälen?&#10;Wie hat er Alles wohl bestellt!&#10;Wenn ich nur seinen Namen nenne,&#10;Dann ist′s, als ob das Herz mir brenne;&#10;Im Lichte steht die ganze Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe ohne Heimat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-ohne-heimat/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-ohne-heimat/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Liebe, lange wie die Taube&#10;Von dem Falken hin und her gescheucht,&#10;Wähnte froh, sie hab&amp;rsquo; ihr Nest erreicht&#10;In den Zweigen einer Götterlaube.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Armes Täubchen! Hart getäuschter Glaube!&#10;Herbes Schicksal, dem kein andres gleicht!&#10;Ihre Heimat, kaum dem Blick gezeigt,&#10;Wurde schnell dem Wetterstrahl zum Raube.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, nun irrt sie wieder hin und her!&#10;Zwischen Erd&amp;rsquo; und Himmel schwebt die Arme,&#10;Sonder Ziel für ihres Flugs Beschwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ein Herz, das ihrer sich erbarme,&#10;Wo sie noch einmal, wie einst erwarme,&#10;Schlägt für sie auf Erden nirgends mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe schont der Götter nicht.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-schont-der-goetter-nicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-schont-der-goetter-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe schont der Götter nicht,&#10;sie kann alles überwinden,&#10;sie kann alle Herzen binden&#10;durch der Augen klahres Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selbst des Phebus Hertze bricht&#10;seine Klahrheit muss verschwinden,&#10;er kann keine Ruhe finden,&#10;weil der Pfeil noch in ihm sticht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jupiter ist selbst gebunden,&#10;Hercules ist überwunden&#10;durch die bittersüsse Pein; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wie dann können doch die Herzen&#10;bloßer Menschen dieser Schmerzen&#10;gantz und gahr entübrigt seyn?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe und Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah dich an, wir standen dicht am Feind,&#10;bereit zu schlagen war ich (für uns zwei&#10;gab es nur diese Hoffnung) - so vereint&#10;mit dem Geliebten doch, geliebt und frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;lch sah dich an, als Brandung unsern Bug&#10;an Felsen trieb, als nichts als Sturm und Not&#10;und Angst war, hieß dich an mich klammern -&#10;trug dich wie ein Boot - ob lebend oder tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;lch sah dich an - dein Aug′ im Fieberglanz,&#10;lagst du auf meinem Bett -, fiel auf die Knie,&#10;vom Anschaun überwältigt, wollte ganz,&#10;ja ganz dort bleiben, stürbest du so früh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe vergrössert sich, wie ein gewelzter Schnee-ball</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-vergroessert-sich-wie-ein-gewelzter-schnee-ball/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-vergroessert-sich-wie-ein-gewelzter-schnee-ball/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wil euch Wunder-Dinge sagen,&#10;wie sich die Liebe pflegt zujagen&#10;und wächset jeden Augen-wink.&#10;Indehm sie wie ein Steubchen scheinet,&#10;wird sie ein Berg, eh man es meinet.&#10;Ist dieses nicht ein Wunder-ding?&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sobald die Jungfer wird gesehen,&#10;pflegt man ihr künstlich nachzugehen.&#10;Kein einig Blikkchen streichet fort,&#10;daß man sie listig zu bewegen,&#10;nicht alles Orts ihr geh entgegen&#10;und wechsel Lieb′ und Liebes-wort′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Auff Rede folget Wieder-rede.&#10;kein Weibes-bild ist je so blöde,&#10;die auff den Gruß nicht danken solt′.&#10;Alsdenn (hält ja die Zunge feste)&#10;so tuht ein süsser Blikk das beste,&#10;und zeuget, was das Herz gewollt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebende/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebende/</guid><description>&lt;p&gt;Ihre Leiber standen in den Abendschatten licht,&#10;Schmal und hoch, von schimmerloser Bleiche:&#10;Blütenzweig, den Lieb für Liebe bricht,&#10;Wind gewiegt und Tau geküßt am Teiche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stern um Stern kroch übers Dach sie anzusehen,&#10;Und die Schar der zarten Wolkenlämmer&#10;Flockte zögernder in lindem Wehn:&#10;Ihre Leiber standen licht im Dämmer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War das Eine kurzen Weg hinab geeilt,&#10;Riefs das Andere um mit stillem Schaun;&#10;Feiner Falterflügel, zwiegeteilt,&#10;Schleierblaß, verwuchsen sie im Grauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieber alles</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieber-alles/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieber-alles/</guid><description>&lt;p&gt;Soldat sein ist gefährlich,&#10;Studieren sehr beschwerlich,&#10;Das Dichten süß und zierlich,&#10;Der Dichter gar possierlich&#10;In diesen wilden Zeiten.&#10;Ich möcht am liebsten reiten,&#10;Ein gutes Schwert zur Seiten,&#10;Die Laute in der Rechten,&#10;Studentenherz zum Fechten.&#10;Ein wildes Roß ists Leben,&#10;Die Hufe Funken geben,&#10;Wers ehrlich wagt, bezwingt es,&#10;Und wo es tritt, da klingt es!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieber sterben als lieben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieber-sterben-als-lieben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieber-sterben-als-lieben/</guid><description>&lt;p&gt;Im Namen eines guhten Freundes&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man sagt mir zwahr: Ich soll dich hassen /&#10;und nicht mehr lieben / wie ich pflag /&#10;so kan ich doch nicht vohn dir lassen /&#10;ich fliehe dich auch / wie ich mag.&#10;Wie offt hab ich mir fürgenommen /&#10;du sollest mir in meinen Sinn /&#10;O Galatee / nicht mehr kommen /&#10;Nein / Nein / ich lieb dich wie vorhin.&#10;Wir sind je nicht zu gleich gebohren /&#10;eß gleichen unsre Sternen nicht /&#10;mir hette Venus sich verloren /&#10;dir aber schien ihr helles Licht.&#10;Werd ich durch List dan hintergangen /&#10;und hat man mir was beygebracht /&#10;daß ich so stets an dir muß hangen&#10;und ruhe weder Tag noch Nacht?&#10;Seh ich dich an / so fühl ich Schmerzen;&#10;genieß ich deiner Gegenwart /&#10;so ist mir auch nicht wohl zuhm Herzen /&#10;Ich stehe bey dir / wie erstart.&#10;Die Rede will mir ganz nicht fliessen /&#10;Ich zittre wie ein Espen Laub /&#10;der Augen Quell muß sich ergiessen /&#10;Ich bin wie Sinnloß / stumb und taub.&#10;Auch glaub ich / daß auß diser Ketten&#10;und auß dem harten Liebes Streit&#10;mich Perseus selbst nicht könt erretten /&#10;der doch Andromeden befreyt.&#10;Darumb woll Cloto meinem Leben /&#10;weil sonst mir nicht zu helffen steht /&#10;die längst=gewündschet′ Endschafft geben /&#10;dardurch ein Mensch der Lieb entgeht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesklage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesklage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesklage/</guid><description>&lt;p&gt;O, dürft′ er dir′s doch laut gesteh′n,&#10;Wie er dich liebet tief und bang,&#10;Und sollst dies scheue Herz du seh′n&#10;Denn niemals ohne Hehl und Zwang?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So lauscht der Alpenrose Gluth&#10;Verborgen unter′m Schneegefild,&#10;Ein Sonnenblick gibt ihr den Muth,&#10;Hervorzubrechen frei und mild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo heute Alles starr und weiß,&#10;Da strahlt′s schon morgen rosenroth;&#10;Den Zauber nur zu deuten weiß,&#10;Dess′ Herz gefühlet gleiche Noth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du ahnst vielleicht, doch weißt es nicht,&#10;Wenn kalt dies Auge auf dich sieht,&#10;Daß dir im Innern hell und licht&#10;Ein ganzer Rosenhimmel blüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeslaune</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslaune/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslaune/</guid><description>&lt;p&gt;Sie liebte mich die wunderholde Braune,&#10;Und mich umgab was Glück nur heißen mag.&#10;Sie liebte mich, das war nun ihre Laune,&#10;Doch Laune nur für einen Frühlingstag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit andern bald schloß eben diese Braune&#10;Und andern drauf den wankenden Vertrag,&#10;Und Himmelswonn&amp;rsquo; empfand in ihrer Laune&#10;Beseltem Spiel auch jeder - einen Tag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wechselnd schafft die wunderholde Braune&#10;Elysium und Hölle Tag um Tag.&#10;Man zürnt ihr laut. Mir folgt der süßen Laune&#10;Erinnerung mit stiller Wonne nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeslied/</guid><description>&lt;p&gt;Noch währt der Schmaus! Noch fließt der Wein!&#10;Doch auf, vom Becher weg!&#10;Das liebste Mädchen küßt mich heut&#10;Im Europäerland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon rauscht ihr leicht gehobner Fuß&#10;Und kündigt sie mir an.&#10;Heil, Phyllis, dir und deiner Brust&#10;Und ihrem vollen Wuchs!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Antlitz glüht vor süßer Lust&#10;Und herrscht mich zu sich hin!&#10;Schon ist ihr sanftgeschwollner Mund&#10;Von meinem Kusse heiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprich lächelnd Weisheit um dich her,&#10;Mund, heiß von meinem Kuß,&#10;Daß aller Welt Glückseligkeit&#10;Gar nichts dagegen sei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeswunder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeswunder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeswunder/</guid><description>&lt;p&gt;In des Rheines Mitte ragt einst eine Pfalz in alten Zeiten,&#10;Nah bei Kaub, wo um die Felsen die getheilten Wellen gleiten;&#10;Jetzt noch sieht man dort geborstne Mauern aus dem Wasser stehn,&#10;Sieht weithin den Strom sich winden, links und rechts die Straßen gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trümmer sind es eines Schlosses, nicht gebaut von Menschenhänden,&#10;Schilfumgränzte Wassergötter zimmerten an seinen Wänden;&#10;Und des Stromes Nixe gab es ihrem Buhlen zum Geschenke,&#10;Daß, drin wohnend, ihrer Lieb&amp;rsquo; er treulich immerdar gedenke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied an meinen Sohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-an-meinen-sohn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-an-meinen-sohn/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sturm behorcht mein Vaterhaus,&#10;mein Herz klopft in die Nacht hinaus,&#10;laut; so erwacht ich vom Gebraus&#10;des Forstes schon als Kind.&#10;Mein junger Sohn, hör zu, hör zu:&#10;in deine ferne Wiegenruh&#10;stöhnt meine Worte dir im Traum der Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst hab ich auch im Schlaf gelacht,&#10;mein Sohn, und bin nicht aufgewacht&#10;vom Sturm; bis eine graue Nacht&#10;wie heute kam.&#10;Dumpf brandet heut im Forst der Föhn,&#10;wie damals, als ich sein Getön&#10;vor Furcht wie meines Vaters Wort vernahm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied auf dem Kirchhofe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-auf-dem-kirchhofe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-auf-dem-kirchhofe/</guid><description>&lt;p&gt;Sey leiser hier, du meines Kummers Klage,&#10;Und seufze nur, was mich zu Gräbern beugt;&#10;Verzeiht - verzeiht, ihr Todten, daß ichs wage&#10;Zu jammern, wo des Schmerzes Stimme schweigt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts kann der Gräber stolze Ruhe stören,&#10;Der Friede wohnt im stillen Schattenreich;&#10;Drum will ich heilig eure Thäler ehren,&#10;Ach! er, mein Herzensfreund, wohnt unter euch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Freund, der wieder all die süßen Bande,&#10;Die längst die Welt von meinem Herzen riß,&#10;Sanft knüpft′, und mir im finstern Wechsellande&#10;Elisiums ewig daurend Glück verhieß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Eckensteher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-eckensteher/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-eckensteher/</guid><description>&lt;p&gt;(Nach bekannter Melodie.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Det beste Leben hab′ ick doch;&#10;Ick kann mir nich beklagen,&#10;Pfeift ooch der Wind durch′s Aermelloch,&#10;Det will ick schonst verdragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Det Morjens, wenn mir hungern dhut,&#10;Eß ick ′ne Butterstulle,&#10;Dazu schmeckt mir der Kimmel jut,&#10;Aus meine volle Pulle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ick sitz mit de Kam′raten hier&#10;Mit alle, jroß un kleene;&#10;Beleidigt ooch mal eener mir,&#10;So stech′ ich ihm jleich eene!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drag ich endlich mal wat aus,&#10;So kann ick Jroschens kneifen,&#10;Hol wieder meine Pulle ′raus&#10;Un dhue eenen pfeifen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Engelfreuden ahnend wallen wir hinaus auf Gottes Flur,&#10;wo die Jubel widerhallen in dem Tempel der Natur.&#10;Heute soll kein Auge trübe,Sorge nicht hienieden sein,&#10;jedes Wesen soll der Liebe wonniglich wie wir sich freu′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Singt den Jubel Schwestern,Brüder,&#10;fest geschlungen Hand in Hand!&#10;Singt das heiligste der Lieder von dem hohen Wesenband!&#10;Steigt hinauf am Rebenhügel,blickt hinab ins Schattental!&#10;Überall der Liebe Flügel,&#10;wonnerauschend überall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe lehrt das Lüftchen kosen&#10;mit dem Blumen auf der Au,&#10;lockt zu jungen Frühlingsrosen&#10;aus der Wolke Morgentau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Liebe in die Heimath</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-liebe-in-die-heimath/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-liebe-in-die-heimath/</guid><description>&lt;p&gt;Ach warum in dieser Ferne,&#10;Süßes Herz, so weit von dir?&#10;Alle Sonnen, alle Sterne,&#10;Oeffnen ihre Augen mir,&#10;Nur die schönsten blauen Strahlen,&#10;Nur das reinste tiefste Licht,&#10;Drin sich Erd′ und Himmel malen,&#10;Nur dein treues Auge nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, ich seh′ in wilden Lauben,&#10;Ueber Bergen, über Seen,&#10;Kind voll Unschuld und voll Glauben,&#10;Dich in frommer Stille gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um die bleichen feuchten Wangen&#10;Spielt die frische Abendluft,&#10;Und es steigt dein zart Verlangen&#10;Himmelwärts wie Blumenduft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Nymphe Persante</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-nymphe-persante/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-nymphe-persante/</guid><description>&lt;p&gt;Er siegt! mein Perseus siegt! – Ihr Freudenzähren,&#10;Erstickt nicht meinen Lobgesang! –&#10;O Fluten meines Stroms, erzählt in allen Meeren&#10;Das Drachen Untergang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier, wo der Belt, mein Kolberg zu verschonen,&#10;Mit Dünen sein Gestad&amp;rsquo; umzieht,&#10;Sass&amp;rsquo; ich, und sang entzückt den horchenden Tritonen&#10;Von meinem Freund&amp;rsquo; ein Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Er schlug das Raubthier jüngst, das der beschneyte&#10;Riphäus auf mich ausgespien,&#10;Als ich, verlassen von den Göttern, seine Beute&#10;Unwiederbringlich schien.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Weihe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-weihe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-weihe/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Sänger, der in weiter Ferne&#10;Vom deutschen Vaterlande lebt,&#10;In dessen Geist und Herz so gerne&#10;Der Heimat Bild herüberschwebt,&#10;Singt unter Frühlingslaub und Blüte&#10;Zum ersten Mal voll stiller Ruh&#10;Im tiefbesänftigten Gemüthe&#10;Sein Lied euch in den Norden zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euch Allen rührt sie sanft den Busen,&#10;Die Sehnsucht nach dem schönen Land,&#10;Wo einst der heil′ge Chor der Musen&#10;Der Vorzeit Lorbeerkränze band,&#10;Unsterbliche, gepries′ne Siege&#10;Die Weltgebieter einst gekrönt,&#10;Und Sanzio seine große Wiege&#10;Mit allem Himmelsglanz verschönt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied einer schlesischen Weberin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-einer-schlesischen-weberin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-einer-schlesischen-weberin/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn′s in den Bergen rastet,&#10;Der Mühlbach stärker rauscht,&#10;Der Mond in stummer Klage&#10;Durch′s stille Strohdach lauscht;&#10;Wenn trüb die Lampe flackert&#10;Im Winkel auf dem Schrein:&#10;Dann fallen meine Hände&#10;Müd in den Schooß hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So hab′ ich oft gesessen&#10;Bis in die tiefe Nacht,&#10;Geträumt mit offnen Augen,&#10;Weiß nicht, was ich gedacht;&#10;Doch immer heißer fielen&#10;Die Thränen auf die Händ′ -&#10;Gedacht mag ich wohl haben:&#10;Hat′s Elend gar kein End? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied gegen England</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-gegen-england/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-gegen-england/</guid><description>&lt;p&gt;O England, du perfides Land,&#10;das sei dir nie vergessen,&#10;dass du deine Brüder verraten hast&#10;um bloße Geldinteressen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Fluch sei für Jahrhunderte&#10;auf deine Stirn geschrieben,&#10;dass du auf uns aus Neid allein&#10;die ganze Welt getrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass du uns schnöde verraten hast&#10;an Russen und Japaner,&#10;und unsre Farbe verleugnet hast&#10;selbst vor dem Afrikaner.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Fluch brennt für Jahrtausende&#10;wie Blut auf deinen Fahnen,&#10;er schändet euer stolzes Land&#10;vor deinen stolzen Ahnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liedchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zeit vergeht,&#10;Das Gras verwelkt,&#10;Die Milch entsteht,&#10;Die Kuhmagd melkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Milch verdirbt.&#10;Die Wahrheit schweigt.&#10;Die Kuhmagd stirbt.&#10;Ein Geiger geigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (10)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-10/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-10/</guid><description>&lt;p&gt;Auf jähen Felsen grauen alte Thürme,&#10;Es gähnt der Abgrund unter ihren Füßen,&#10;Ein halb Jahrtausend wehn um sie die Stürme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum schwingt der leichte Vogel sich zu ihnen,&#10;Doch mühsam über ungezählte Stufen&#10;Gelangt der Mensch zu diesen Burgruinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind′s wohl aus röm′scher Vorzeit Ueberreste,&#10;Hat hier der Feind der Welt, die er beherrschte,&#10;Tiberius erbauet eine Veste?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein andrer Kaiser ist′s, der Held vom Norden&#10;Der Hohenstauf′ ist mit dem rothen Barte&#10;Der Insel Herr, des Schlosses Gründer worden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (13)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-13/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-13/</guid><description>&lt;p&gt;In solcher Einsamkeit, wer sollt′ es meinen,&#10;Daß mir zuweilen auch der heitre Eros,&#10;Und alle Grazien lächelnd mir erscheinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jüngst fuhr ich von Parthenope herüber,&#10;Und sieh im engen schweren Capriboote&#10;Saß eine schöne Frau mir gegenüber.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar sah ich meist hinab in Fluth und Wogen,&#10;Doch läugn′ ich nicht, daß manchmal meine Augen&#10;Geheime Lust aus ihren Blicken sogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mußt′ ich mich vom Sonnenglanze wenden,&#10;Wenn′s Meer ihn wiederstrahlt, begann auch wieder&#10;Ihr holdes Aetherauge mich zu blenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-2/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-2/</guid><description>&lt;p&gt;Der Feinde hatt′ ich immer allzuviele;&#10;Oft seh′ ich sie, gleich zaubrischen Figuren,&#10;Vorüberziehn im stillen Schattenspiele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe viel, und wurde viel beleidigt,&#10;Ich fühlte manchen Schmerz, und weckte manchen,&#10;Oft hab′ ich andre, wen′ge mich vertheidigt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von wen′gen Herzen bin ich selbst geschieden,&#10;Bekennen muß ich, daß die Lieben Theuern&#10;Mich meist zuerst geflohen und gemieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Falsch war ich nie, so oft sie′s auch mich hießen,&#10;Ich täuschte nur, weil ich mich selbst getäuschet,&#10;Beweinte sie, die mich enttäuscht verließen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (8)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-8/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-8/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Fischer, der das Netz den falschen Wellen&#10;So manches Jahr geduldig anvertrauet,&#10;Mag ich mich gern am Strande zugesellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fast ist er nackt: vom heißen Sonnenscheine&#10;Gedunkelt und verbrannt ist Kopf und Nacken,&#10;Und Brust und Schulter, sind auch Arm′ und Beine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein einz′ger Schmuck ist eine Wollenmütze,&#10;Beglückt ist er vielleicht in eines Kahnes,&#10;In einer Hütte sparsamem Besitze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Mädchen ist die Sehnsucht seiner Jugend,&#10;Und ihm getraut, so bringt′s ihm frische Kinder,&#10;Und übt bewußtlos eine strenge Tugend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (9)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-9/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-9/</guid><description>&lt;p&gt;O Einsamkeit, wo ihre schweren Sünden&#10;Des Weltbeherrschers Tochter einst beweinte,&#10;Wie läß′st du ganz mich ihre Qual empfinden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die einst ihr der Verbannten Haus umgrauet,&#10;Schreckbare Felsen, deren kahle Wildniß&#10;Ins öde grüne Meer hinunterschauet,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verlaßner Strand, wo nur die Woge brandet,&#10;Wo an der hochumrauschten Fischerhütte&#10;Schon lange Boot und Kahn nicht mehr gelandet;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr bargt ein Herz, in Sinnenlust verwildert,&#10;Von Qualen einer Leidenschaft durchwühlet,&#10;Wie keines Byrons Schmerz sie noch geschildert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Sorrent (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-sorrent-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-sorrent-1/</guid><description>&lt;p&gt;Nein! Apulien hat der Hohenstaufen&#10;Letzten Sprößling geraubt dem Vaterlande,&#10;Nicht den Dichter, o Kaiserhaus von Schwaben.&#10;Nein, hochherziger Freund, in gold′ner Strömung&#10;Flossen Jahre dahin, seit ich am Tiber&#10;Und am städtebesäten, meerumspülten&#10;Aschenberge der Vorwelt Heldengröße&#10;Und der reizendsten Mitwelt Lust genieße.&#10;Alter Römer gedacht′ ich, doch beim großen,&#10;Theuern Namen des Vaterlands und Friedrichs&#10;Herrschergenius, Freund, geschworen sei dir′s,&#10;Deutscher Glorie dacht′ ich auch. Wohl hat ans&#10;Junge Herz der Sirene Lied geklungen&#10;Und im Rausch des Moments der Zukunft Plane,&#10;Der Vergangenheit Kraft vergaß der Wandrer.&#10;Doch nur kurz; aus des Anio Wasserstürzen,&#10;Aus des Pantheons heil′gen Dämmerungen,&#10;Von der Säule herab des Imperators&#10;Und aus Pästums gewalt′gen Dorertempeln&#10;Sprach der strengere Gott: Wach′ auf zum Werke!&#10;Feire muthig dein Volk und seine Helden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Nazarena - Drittes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-nazarena-drittes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-nazarena-drittes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Aber eines, Nazarena,&#10;Könntest du mir nun gewähren:&#10;Wir sind ganz allein; die Mutter&#10;Draußen sitzt sie auf der Treppe;&#10;Menschen sind Verräther, Tauben&#10;Sind es aber nicht und Hühner,&#10;Und so sollst du etwas denn,&#10;Meine Taube, mir gewähren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was auch wolltest du besond′res!&#10;Alles darf die Mutter wissen;&#10;Doch ich weiß nicht, was du möchtest,&#10;Und was könnt′ ich dir wohl geben?&#10;Nichts vermag ich, eingekerkert&#10;Wie ich bin; was kann ein armes&#10;Mädchen von Olevano&#10;Deinem Wunsche dir gewähren?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Nazarena - Sechstes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-nazarena-sechstes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-nazarena-sechstes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, so laß es uns bestellen,&#10;Besser ist′s, ich bin im Kloster&#10;Als in meines Vaters Hause;&#10;Nimmer kannst du hier mich sehen,&#10;Denn der böse Vater zürnet,&#10;Ach! und Feinde hast du mehr&#10;Als du weißt, in diesen Bergen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halte treu an dem Entschlusse,&#10;Deiner wart′ ich denn im Kloster:&#10;Hätt′ es nimmer mir geträumet,&#10;Daß mein Liebchen Nonne würde.&#10;Gut ist es, des Vaters Zürnen&#10;Zu vermeiden, doch warum,&#10;Sprich, hab ich der Feinde viele?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Untreue - Drittes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-drittes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-drittes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, mein Kind, ich fühl′s mit Freuden,&#10;Was du einmal mir gewesen,&#10;Und mit Schmerz und bittrer Rene,&#10;Was du noch mir bist, von allem&#10;Menschlichen bist du das Liebste&#10;Mir, das Göttlichste, von allem&#10;Göttlichen das Menschlichste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur ein einfach schlichtes Wesen&#10;Bin ich, von den hohen Dingen,&#10;Die in deinem Munde schweben,&#10;Bin ich nichts, ja selbst das wen′ge,&#10;Was ich bin, und was ich habe,&#10;Dank′ ich einzig nur der Liebe,&#10;Hab′ ich einzig nur von dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder der Untreue - Sechstes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-sechstes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-der-untreue-sechstes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Dein gedenk′ ich, Nazarene,&#10;Wenn das Schiff mich nach dem Eiland&#10;Theokrits, auf griech′sche Erde,&#10;Nach der Heimat des Ulysses,&#10;Ueber′s weite Meer entführt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber unsre Wünsche schwinden&#10;Oft wie Rauch dahin; der Frühling&#10;Er erfreut, und wir genießen&#10;Wohl den Balsamduft der Blüten,&#10;Doch die reifen Früchte nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glüht uns auch die volle Traube&#10;Schon entgegen, lechzt der Gaumen&#10;Nach dem Trunke, so entführet&#10;Uns der Gott im Sinnenrausche&#10;Den gebornen süßen Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder des Römischen Carnevals - Erstes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-erstes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-erstes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Und warum nicht, heitere Muse,&#10;Lied und Lob dem Carnevale?&#10;Bienen konntest du besingen,&#10;Konntest schöne Frauen ehren,&#10;Selbst den Duft der Blumen preisen -&#10;Und warum nicht all die Schwärme&#10;Lust′ger, honigsüßer Feen,&#10;Rom in Kränzen und in Blumen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein, dem trunknen Taumel geb′ ich&#10;Ungescheut mich hin, und singe,&#10;Singe meiner Lieder Weise;&#10;Wenn sie auch im Vaterlande&#10;Drob mich einen Thoren schelten,&#10;Dennoch sing′ ich, denn sie kennen&#10;Solche Lust und solch ein Fest&#10;Nur im Land der ew′gen Freude.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder des Römischen Carnevals - Siebentes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-siebentes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-siebentes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht ermüden und ermatten,&#10;Auch wenn kaum ein Stündchen Schlummer&#10;Gegen Morgen dich erquicket!&#10;So die lustige Gefährtin,&#10;Heut′ am letzten Freudentage&#10;Mir als trefflicher Paino,&#10;Fein in schwarzem Kleid und Hut&#10;Und im Busenstrich erscheinend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heut′ am allerletzten Tage&#10;Sollte man nicht ausgelassen,&#10;Gleich dem Faune, gleich dem Satyr,&#10;Eine tolle Nymph′ im Arme,&#10;Jubelnd seinen Thyrsus schwingen?&#10;Und warum nicht? Rennt mit Hörnern,&#10;Pferdefuß, in schwarz und roth&#10;Lucifer nicht im Gedränge?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Literarische Liebenswürdigkeiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/literarische-liebenswuerdigkeiten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/literarische-liebenswuerdigkeiten/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;Ballade&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennt ihr das Lied, das alte Lied&#10;Vom heilgen Hain zu Singapur?&#10;Dort sitzt ein alter Eremit&#10;Und kaut an seiner Nabelschnur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er kaut tagaus, er kaut tagein&#10;Und nährt sich kärglich nur und knapp,&#10;Denn ach, er ist ein grosses Schwein&#10;Und nie fault ihm sein Luder ab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings um ihn wie das liebe Vieh&#10;Wälzt sich zerknirscht ganz Singapur&#10;Und &amp;ldquo;Gott erhalte&amp;rdquo;, singen sie,&#10;&amp;ldquo;Noch lange seine Nabelschnur!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lob der Poeten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-poeten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-poeten/</guid><description>&lt;p&gt;Kaum gläub′ ich, daß auf dieser Erd′&#10;Ein höher Lob gegeben werd′&#10;An allem Ort′ und Enden,&#10;Als denen, die mit Hand und Mund&#10;Des Himmels Gaben machen kund,&#10;Ja Lehr′ und Tugend senden&#10;In manches Herz, das dieser Zeit&#10;Sich sondert von der Eitelkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Poeten mein′ ich, werter Freund,&#10;Poeten, welchen niemand feind&#10;Als Leute, die nichts wißen;&#10;Die nur sind Schlaven dieser Welt,&#10;Ja Tag und Nacht das bloße Geld&#10;Zu samlen sind geflißen.&#10;Bei solchem Stank und Lasterschaum&#10;Hat selten ein Poete Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lob der schwarzen Kirschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-schwarzen-kirschen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-schwarzen-kirschen/</guid><description>&lt;p&gt;Des Weinstocks Saftgewächse ward&#10;Von tausend Dichtern laut erhoben;&#10;Warum will denn nach Sängerart&#10;Kein Mensch die Kirsche loben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O die karfunkelfarbne Frucht&#10;In reifer Schönheit ward vor diesen&#10;Unfehlbar von der Frau versucht,&#10;Die Milton hat gepriesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Apfel reizet so den Gaum&#10;Und löschet so des Durstes Flammen;&#10;Er mag gleich vom Chineser-Baum&#10;In ächter Abkunft stammen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der ausgekochte Kirschensaft&#10;Giebt aller Sommersuppen beste,&#10;Verleiht der Leber neue Kraft&#10;Und kühlt der Adern Aeste;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lob des tabacks</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-des-tabacks/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-des-tabacks/</guid><description>&lt;p&gt;Rosen und violen&#10;Mögen kinder holen&#10;Kinder dieser zeit.&#10;Diß / was meinen sinn erfreut&#10;Und in meinen händen brennet&#10;Wird taback genennet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bisem muß dir weichen&#10;Dir ist nicht zu gleichen&#10;Ambra und zibeth;&#10;Wenn dein schöner rauch auffgeht&#10;Und dein edles feuer blicket&#10;So bin ich erquicket.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Haben böse zungen&#10;Viel von dir gesungen&#10;Und dir beygewollt;&#10;Dieses ist nicht deine schuld.&#10;Bleibet doch / der alles führet&#10;Niemahls unberühret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lobgesänge auf König Ludwig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lobgesaenge-auf-koenig-ludwig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lobgesaenge-auf-koenig-ludwig/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist Herr Ludwig von Bayerland,&#10;Desgleichen gibt es wenig;&#10;Das Volk der Bavaren verehrt in ihm&#10;Den angestammelten König.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er liebt die Kunst, und die schönsten Fraun,&#10;Die läßt er porträtieren;&#10;Er geht in diesem gemalten Serail&#10;Als Kunsteunuch spazieren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Regensburg läßt er erbaun&#10;Eine marmorne Schädelstätte,&#10;|Und er hat höchstselbst für jeden Kopf&#10;Verfertigt die Etikette.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Walhallagenossen&amp;rdquo;, ein Meisterwerk,&#10;Worin er jedweden Mannes&#10;Verdienste, Charakter und Taten gerühmt,&#10;Von Teut bis Schinderhannes.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Logogryph</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/logogryph/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/logogryph/</guid><description>&lt;p&gt;Kennst du das Wort, das Herzen mächtig bindet?&#10;Kennst du der Liebe trauliches Symbol?&#10;Das feste Band, das sich um Freunde windet,&#10;Des Fürsten Heil, des Vaterlandes Wohl?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An Stärke muß ihm Stahl und Eisen weichen;&#10;Doch hat es einen mächt′gen stillen Feind;&#10;Streichst du des hohen Wortes erstes Zeichen,&#10;Hast du die finstre Macht, die ich gemeint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So lang die Welt steht liegen diese beiden&#10;Im Kampf um höchstes Leid und höchste Lust;&#10;Halt fest am Ganzen; laß sie nimmer streiten&#10;In deiner stillen und zufriednen Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>London</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/london/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/london/</guid><description>&lt;p&gt;Zu London in der großen Stadt&#10;Von sechs Millionen Seelen&#10;Man gar nichts zur Zerstreuung hat&#10;Als wie das edle Stehlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Stadt liegt in dem Engelland&#10;Und an dem Fluß der Themse,&#10;Matrosen laufen an dem Strand&#10;Und kauen ihre Bremse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel tausend Galgen man dort hat,&#10;Von allen Qualitäten,&#10;Es ist die wahre Wohlethat,&#10;Wenn Einer dran geht flöten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Für g′meine Leut sind sie von Holz&#10;Und Jedem nach dem Wuchse,&#10;Für Lords von Mahagoniholz,&#10;Für Handwerksbursch von Buchse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lotosblume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lotosblume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lotosblume/</guid><description>&lt;p&gt;Wahrhaftig, wir beide bilden&#10;Ein kurioses Paar,&#10;Die Liebste ist schwach auf den Beinen,&#10;Der Liebhaber lahm sogar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ist ein leidendes Kätzchen,&#10;Und er ist krank wie ein Hund,&#10;Ich glaube, im Kopfe sind beide&#10;Nicht sonderlich gesund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vertraut sind ihre Seelen,&#10;Doch jedem von beiden bleibt fremd&#10;Was bei dem andern befindlich&#10;Wohl zwischen Seel und Hemd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sei eine Lotosblume,&#10;Bildet die Liebste sich ein;&#10;Doch er, der blasse Geselle,&#10;Vermeint der Mond zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lover′s Seat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lovers-seat/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lovers-seat/</guid><description>&lt;p&gt;Im Abend sind wir steile&#10;grünbebuschte Dünenwege hingeschritten.&#10;Du ruhst an mich gedrängt.&#10;Die Kreideklippe schwingt ihr schimmerndes Gefieder&#10;über tiefem Meere.&#10;Hier, wo der Fels&#10;in jäher Todesgier ins Leere&#10;Hinüberlehnt, sind einst zwei Liebende&#10;ins weiche blaue Bett geglitten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern tönt die Brandung.&#10;Zwischen Küssen lausch ich der Legende,&#10;Die lachend mir dein Mund&#10;in den erglühten Sommerabend spricht.&#10;Doch tief mich beugend&#10;seh′ ich wie im Glück erstarren dein Gesicht&#10;Und dumpfe Schwermut&#10;hinter deinen Wimpern warten und das nahe Ende.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Löwenritt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/loewenritt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/loewenritt/</guid><description>&lt;p&gt;Wüstenkönig ist der Löwe; will er sein Gebiet durchfliegen,&#10;Wandelt er nach der Lagune, in dem hohen Schilf zu liegen.&#10;Wo Gazellen und Giraffen trinken, kauert er im Rohre;&#10;Zitternd über dem Gewalt&amp;rsquo;gen rauscht das Laub der Sykomore.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abends, wenn die hellen Feuer glühn im Hottentottenkrale,&#10;Wenn des jähen Tafelberges bunte, wechselnde Signale&#10;Nicht mehr glänzen, wenn der Kaffer einsam schweift durch die Karroo,&#10;Wenn im Busch die Antilope schlummert, und am Strom das Gnu:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lückenbüßer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lueckenbuesser/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lueckenbuesser/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Harfner hatt&amp;rsquo; ein Harfenspiel&#10;Für seine Hand ersonnen&#10;Drauf hatt&amp;rsquo; er süßen Lobes viel&#10;Im Land umher gewonnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keck stahl das Harfenspiel ein Schwarm&#10;Von Affen gleichen Jüngern,&#10;Und quälte sich, dass Gott erbarm!&#10;Dem Harfner nachzufingern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel Glück, viel Glück zum Ehrenschmaus,&#10;Ihr ruhmbeflissnen Jünger!&#10;Die Harfe macht&amp;rsquo;s allein nicht aus,&#10;Stehlt ihm auch Hand und Finger&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Luftveränderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/luftveraenderung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/luftveraenderung/</guid><description>&lt;p&gt;Fahre mit der Eisenbahn,&#10;fahre, Junge, fahre,&#10;Auf dem Deck vom Wasserkahn&#10;wehen deine Haare.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tauch in fremde Städte ein,&#10;lauf in fremden Gassen;&#10;höre fremde Menschen schrein,&#10;trink aus fremden Tassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flieh Betrieb und Telefon,&#10;grab in alten Schmökern,&#10;sieh am Seinekai, mein Sohn,&#10;Weisheit still verhökern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lauf in Afrika umher,&#10;reite durch Oasen;&#10;lausche auf ein blaues Meer,&#10;hör den Mistral blasen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie du auch die Welt durchflitzt&#10;ohne Rast und Ruh-:&#10;Hinten auf dem Puffer sitzt&#10;du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lumpenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lumpenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lumpenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Schlips am Hals, kein Geld im Sack.&#10;Wir sind ein schäbiges Lumpenpack,&#10;auf das der Bürger speit.&#10;Der Bürger blank von Stiebellack,&#10;mit Ordenszacken auf dem Frack,&#10;der Bürger mit dem Chapeau claque,&#10;fromm und voll Redlichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bürger speit und hat auch recht.&#10;Er hat Geschmeide gold und echt. -&#10;Wir haben Schnaps im Bauch.&#10;Wer Schnaps im Bauch hat, ist bezecht,&#10;und wer bezecht ist, der erfrecht&#10;zu Dingen sich, die jener schlecht&#10;und niedrig findet auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lust der Sturmnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lust-der-sturmnacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lust-der-sturmnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn durch Berg und Tale draußen&#10;Regen schauert, Stürme brausen,&#10;Schild und Fenster hell erklirren,&#10;Und in Nacht die Wandrer irren,&#10;Ruht es sich so süß hier innen,&#10;Aufgelöst in sel′ges Minnen;&#10;All der goldne Himmelsschimmer&#10;Flieht herein ins stille Zimmer:&#10;Reiches Leben, hab Erbarmen!&#10;Halt mich fest in linden Armen!&#10;Lenzesblumen aufwärts dringen,&#10;Wölklein ziehn und Vöglein singen.&#10;Ende nie, du Sturmnacht, wilde!&#10;Klirrt, ihr Fenster, schwankt, ihr Schilde,&#10;Bäumt euch, Wälder, braus, o Welle,&#10;Mich umfängt des Himmels Helle!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lustige Musikanten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lustige-musikanten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lustige-musikanten/</guid><description>&lt;p&gt;Der Wald, der Wald! daß Gott ihn grün erhalt,&#10;Gibt gut Quartier und nimmt doch nichts dafür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum grünen Wald wir Herberg halten,&#10;Denn Hoffart ist nicht unser Ziel,&#10;Im Wirtshaus, wo wir nicht bezahlten,&#10;Es war der Ehre gar zu viel.&#10;Der Wirt, er wollt uns gar nicht lassen,&#10;Sie ließen Kann und Kartenspiel,&#10;Die ganze Stadt war in den Gassen,&#10;Und von den Bänken mit Gebraus&#10;Stürzt′ die Schule heraus,&#10;Wuchs der Haufe von Haus zu Haus,&#10;Schwenkt′ die Mützen und jubelt′ und wogt′,&#10;Der Hatschier, die Stadtwacht, der Bettelvogt,&#10;Wie wenn ein Prinz zieht auf die Freit,&#10;Gab alles, alles uns fürstlich Geleit,&#10;Wir aber schlugen den Markt hinab&#10;Uns durch die Leut mit dem Wanderstab,&#10;Und hoch mit dem Tamburin, daß es schallt′, -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Macht des Weibes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/macht-des-weibes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/macht-des-weibes/</guid><description>&lt;p&gt;Mächtig seid ihr, ihr seid′s durch der Gegenwart ruhigen Zauber;&#10;Was die stille nicht wirkt, wirket die rauschende nie.&#10;Kraft erwart′ ich vom Mann, des Gesetzes Würde behaupt′ er;&#10;Aber durch Anmut allein herrschet und herrsche das Weib.&#10;Manche zwar haben geherrscht durch des Geistes Macht und der Taten;&#10;Aber dann haben sie dich, höchste der Kronen, entbehrt.&#10;Wahre Königin ist nur des Weibes weibliche Schönheit,&#10;Wo sie sich zeige, sie herrscht, herrschet bloß, weil sie sich zeigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mächtiges Überraschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maechtiges-ueberraschen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maechtiges-ueberraschen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Strom entrauscht umwölktem Felsensaale,&#10;Dem Ozean sich eilig zu verbinden;&#10;Was auch sich spiegeln mag von Grund zu Gründen,&#10;Er wandelt unaufhaltsam fort zu Tale.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dämonisch aber stürzt mit einem -&#10;Ihr folgen Berg und Wald in Wirbelwinden -&#10;Sich Oreas, Behagen dort zu finden,&#10;Und hemmt den Lauf, begrenzt die weite Schale.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Welle sprüht, und staunt zurück und weichet,&#10;Und schwillt bergan, sich immer selbst zu trinken;&#10;Gehemmt ist nun zum Vater hin das Streben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Sie halten den Abend der Stuben nicht aus.&#10;Sie schleichen in tiefe Sternstraßen hinaus.&#10;Wie weich ist die Welt im Laternenwind!&#10;Wie seltsam summend das Leben zerrinnt . . .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie laufen an Gärten und Häusern vorbei,&#10;Als ob ganz fern ein Leuchten sei,&#10;Und sehen jeden lüsternen Mann&#10;Wie einen süßen Herrn Heiland an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchens Abendgedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchens-abendgedanken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchens-abendgedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Wer der Meine wohl wird werden?&#10;Ob mein Aug&amp;rsquo; ihn wohl schon sah?&#10;Wo er wandeln mag auf Erden?&#10;Ist er ferne oder nah'?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird er schön von Angesichte&#10;Oder doch nicht häßlich sein?&#10;Krause Locken? Augen lichte?&#10;Groß von Wuchse oder klein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stark von Gliedern oder schmächtig?&#10;Ob er leicht im Tanz sich schwenkt?&#10;Ob er nüchtern, streng, bedächtig,&#10;Oder recht romantisch denkt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oberamtmann oder Richter&#10;Voller Ernst und Gravität?&#10;Ist er Künstler, oder Dichter?&#10;Ob er auch Musik versteht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mählich durchbrechende Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maehlich-durchbrechende-sonne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maehlich-durchbrechende-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Schönes,&#10;grünes, weiches&#10;Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drin&#10;liege ich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Inmitten goldgelber&#10;Butterblumen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über mir &amp;hellip; warm &amp;hellip; der Himmel:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein&#10;weites, schütteres,&#10;lichtwühlig, lichtblendig, lichtwogig&#10;zitterndes&#10;Weiß,&#10;das mir die&#10;Augen&#10;langsam &amp;hellip; ganz &amp;hellip; langsam&#10;schließt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wehende &amp;hellip; Luft &amp;hellip; kaum merklich&#10;ein Duft, ein&#10;zartes . . . Summen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun&#10;bin ich fern&#10;von jeder Welt,&#10;ein sanftes Rot erfüllt mich ganz, und&#10;deutlich . . . spüre ich . . . wie die&#10;Sonne&#10;mir durchs Blut&#10;rinnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mahmud der Gasnevide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mahmud-der-gasnevide/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mahmud-der-gasnevide/</guid><description>&lt;p&gt;Vor Mahmuds Thron kniet Nureddin: &amp;ldquo;O Padischah! ich fordre Recht!&#10;Ein Krieger deines Hofes hat ruchloser Unbill sich erfrecht!&#10;Aus meiner Wohnung, meinem Bett trieb der Verfluchte mich heraus&#10;Und schwelgt mit meinen Weibern nun, als wäre sein mein Herd und Haus.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schah vernimmt es und erbleicht; stumm starrt er lang zu Boden hin.&#10;&amp;ldquo;Geht!&amp;rdquo; - heischt er zu den Sklaven dann - &amp;ldquo;besetzt das Haus des Nureddin,&#10;Dass keiner draus entrinnen mag; wenn Finsternis die Erde deckt,&#10;Ruft mich, und sehen soll die Welt, wie Sultan Mahmud Recht vollstreckt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mahomets Gesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mahomets-gesang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mahomets-gesang/</guid><description>&lt;p&gt;Seht den Felsenquell,&#10;Freudehell,&#10;Wie ein Sternenblick;&#10;Über Wolken&#10;Nährten seine Jugend&#10;Gute Geister&#10;Zwischen Klippen im Gebüsch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jünglingsfrisch&#10;Tanzt er aus der Wolke&#10;Auf die Marmorfelsen nieder,&#10;Jauchzet wieder&#10;Nach dem Himmel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die Gipfelgänge&#10;Jagt er bunten Kieseln nach,&#10;Und mit frühem Führertritt&#10;Reißt er seine Bruderquellen&#10;Mit sich fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drunten werden in dem Tal&#10;Unter seinem Fußtritt Blumen,&#10;Und die Wiese&#10;Lebt von seinem Hauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ihn hält kein Schattental,&#10;Keine Blumen,&#10;Die ihm seine Knie umschlingen,&#10;Ihm mit Liebesaugen schmeicheln:&#10;Nach der Ebne dringt sein Lauf&#10;Schlangenwandelnd.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mairegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mairegen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mairegen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel hängt auf dem Pferderücken&#10;Tropfen um Tropfen&#10;Blankt&#10;Das Fell!&#10;Die Hufe streichen Ungeduld&#10;Das Maul fetzt Schaum!&#10;Zack&#10;Zackelt der Trott die flackrigen Sehnen&#10;In Zügel klammert die Nässe und Stemmt!&#10;Hoch rammt der Kopf&#10;Und stäubet Nebel!&#10;Zack Zack&#10;Zack Zack&#10;Die Pfützen kreisen&#10;Zack Zack&#10;Zack Zack&#10;Die Tropfen schleifen&#10;Zack Zack&#10;Zack Zack&#10;Das Wittern streicht am Boden&#10;Schritt um Schritt!&#10;Die Erde schwült&#10;Die Schwüle gleißt!&#10;Mein Pferd und ich&#10;Zerdampfen&#10;In&#10;Himmel und Düsen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man frage nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-frage-nicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-frage-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Man frage nicht, was all die Zeit ich machte.&#10;Ich bliebe stumm;&#10;und sage nicht, warum.&#10;Und Stille gibt es, daß die Erde krachte.&#10;Kein Wort, das traf;&#10;man spricht nur aus dem Schlaf.&#10;Und träumt von einer Sonne, welche lachte.&#10;Es geht vorbei;&#10;nachher war′s einerlei.&#10;Das Wort entschlief, als jene Zeit erwachte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Märchen vom sichern Mann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerchen-vom-sichern-mann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerchen-vom-sichern-mann/</guid><description>&lt;p&gt;Soll ich vom sicheren Mann ein Märchen erzählen, so höret!&#10;- Etliche sagen, ihn habe die steinerne Kröte geboren.&#10;Also heißet ein mächtiger Fels in den Bergen des Schwarzwalds,&#10;Stumpf und breit, voll Warzen, der häßlichen Kröte vergleichbar.&#10;Darin lag er und schlief bis nach den Tagen der Sündflut.&#10;Nämlich es war sein Vater ein Waldmensch, tückisch und grausam,&#10;Allen Göttern ein Greul und allen Nymphen gefürchtet.&#10;Ihm nicht durchaus gleich ist der Sohn, doch immer ein Unhold;&#10;Riesenhaft an Gestalt, von breitem Rücken und Schultern.&#10;Ehmals ging er fast nackt, unehrbarlich; aber seit Menschen-&#10;Denken im rauh grauhärenen Rock, mit schrecklichen Stiefeln.&#10;Grauliche Borsten bedecken sein Haupt und es starret der Bart ihm.&#10;(Heimlich besucht ihn, heißt es, der Igelslocher Balbierer&#10;In der Höhle, woselbst er ihm dient wie der sorgsame Gärtner,&#10;Wenn er die Hecken stutzt mit der unermeßlichen Schere.)&#10;Lauter Nichts ist sein Tun und voll von törichten Grillen:&#10;Wenn er herniedersteigt vom Gebirg bei nächtlicher Weile,&#10;Laut im Gespräch mit sich selbst, und oft ingrimmigen Herzens&#10;Weg- und Meilenzeiger mit einem gemessenen Tritt knickt&#10;(Denn die hasset er bis auf den Tod, unbilligerweise);&#10;Oder auch wenn er zur Winterzeit ins beschneiete Blachfeld&#10;Oft sich der Länge nach streckt und, aufgestanden, an seinem&#10;Konterfei sich ergötzt, mit bergerschütterndem Lachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mariechen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mariechen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mariechen/</guid><description>&lt;p&gt;Mariechen saß am Rocken,&#10;Im Grase schlummert ihr Kind;&#10;Durch ihre schwarzen Locken&#10;Weht kühl der Abendwind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie saß so sinnend, so traurig,&#10;So ernst und geisterbleich;&#10;Dunkle Wolken zogen schaurig,&#10;Und Wellen schlug der Teich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Reiher kreist über dem Rohre,&#10;Die Möve streift wild umher,&#10;Der Staub fegt wirbelnd am Wege,&#10;Schon fielen die Tropfen schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schwer von Mariechens Wangen&#10;Die heiße Thräne rinnt,&#10;Und weinend in ihre Arme&#10;Schließt sie ihr schlummernd Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Marienlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/marienlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/marienlied/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ins Land die Wetter hängen&#10;Und der Mensch erschrocken steht,&#10;Wendet, wie mit Glockenklängen,&#10;Die Gewitter Dein Gebet,&#10;Und wo aus den grauen Wogen&#10;Weinend auftaucht das Gefild,&#10;Segnest Du′s vom Regenbogen -&#10;Mutter, ach, wie bist Du mild!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenns einst dunkelt auf den Gipfeln&#10;Und der kühle Abend sacht&#10;Niederrauschet in den Wipfeln:&#10;O Maria, heilge Nacht!&#10;Laß mich nimmer wie die andern,&#10;Decke zu der letzten Ruh&#10;Mütterlich den müden Wandrer&#10;Mit dem Sternenmantel zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Marietta</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/marietta/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/marietta/</guid><description>&lt;p&gt;Kabarett zum roten Strich.&#10;Leise flog der bunte Vogel&#10;Über Busch und über Kogel&#10;Unabänderlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du und ich und dies und das&#10;Unter Buchen auf dem Moose -&#10;Eine kleine weiße Rose&#10;Nahmst du aus dem Wasserglas.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einmal fand ich deinen Schenkel&#10;Kleine Rose milder Gier.&#10;Große Mutter warst du mir,&#10;Und ich war dir wie ein Enkel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wie wenn ich sterben müßte,&#10;Dreizehn Jahre alt und jung,&#10;Nebel und Erinnerung&#10;Fiel ich zwischen deine Brüste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Märkische Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerkische-landschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerkische-landschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Umdämmerte Kiefern stehn kalt und stark.&#10;Schon wachsen auf Wiesen die Nebel der Mark.&#10;Noch lebt es auf dem Eise,&#10;Der Schlittschuh schneidet Kreise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wald verschummert zum Geisterpark,&#10;Bis oben stieg Raureif und Nebel der Mark.&#10;Nichts schwebt mehr auf dem Eise,&#10;Es starren die Schlittschuhkreise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sehr triefen und grauen die Nebel der Mark.&#10;Weit hinten wächst Kiefernholz zum Sarg&amp;hellip;&#10;Es schleicht auf grauem Eise&#10;Und schneidet Schicksalskreise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mary</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mary/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mary/</guid><description>&lt;p&gt;Von Irland kam sie mit der Flut,&#10;Sie kam von Tipperary;&#10;Sie hatte warmes, rasches Blut,&#10;Die junge Dirn, die Mary.&#10;Und als sie keck ans Ufer sprang,&#10;Da riefen die Matrosen:&#10;&amp;ldquo;Die Dirne Mary, Gott sei Dank,&#10;Gleicht einer wilden Rosen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als sie schritt zum Markte frank,&#10;Sprach ein Gesell mit Grüßen:&#10;&amp;ldquo;Die Dirne Mary, Gott sei Dank,&#10;Geht auf zwei weißen Füßen.&amp;rdquo;&#10;Und als sie saß zu Liverpool&#10;Mit schwarz verwegnen Blicken,&#10;Da wollten sich um ihren Stuhl&#10;Die Menschen schier erdrücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Matt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/matt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/matt/</guid><description>&lt;p&gt;Und Nelken, die freudigen, glutenden,&#10;Und Rosen, die liebenden, blutenden&#10;Sind mir zu laut &amp;hellip;&#10;Mich schmerzt das gelbe Sonnenlicht,&#10;Das jäh in braune Träume bricht&#10;&amp;hellip; So gelb und laut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Nächte will ich &amp;hellip; flüssig &amp;hellip; lind,&#10;Wo alles lau in Duft zerrinnt&#10;Und leise Stimmen hat &amp;hellip;&#10;Und Schlummer, der mich blau umschwebt&#10;Und von Vergessen ist durchwebt - -&#10;Ich bin so matt &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mauskätzchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mauskaetzchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mauskaetzchen/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Mauskätzchen; wo bleibst du?&#10;Mauskätzchen, was treibst du?&#10;In unserem Häuschen&#10;Sind schrecklich viel Mäuschen:&#10;Sie pfeifen und rappeln,&#10;Sie trippeln und trappeln&#10;In Kisten und Schränken,&#10;Auf Tischen und Bänken;&#10;Sie stehlen und naschen&#10;Und will man sie haschen:&#10;Wupp! sind sie fort!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Du rufst mich, da bin ich!&#10;Sei still, nun beginn ich&#10;Ein Tänzchen mit allen,&#10;Das soll dir gefallen.&#10;Erst sitz&amp;rsquo; ich,&#10;Dann schleich&amp;rsquo; ich,&#10;Dann nah&amp;rsquo; ich,&#10;Dann weich&amp;rsquo; ich,&#10;Dann leg&amp;rsquo; ich mich nieder,&#10;Dann heb&amp;rsquo; ich mich wieder,&#10;Dann schwing&amp;rsquo; ich mein Schwänzchen&#10;Und schnurre zum Tänzchen,&#10;Wupp! sind sie da!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Maylied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maylied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maylied/</guid><description>&lt;p&gt;Willkommen liebe Sommerzeit,&#10;Willkommen schöner May,&#10;Der Blumen auf den Anger streut,&#10;Und alles machet neu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Vögel höhen ihren Sang,&#10;Der ganze Buchenhayn&#10;Wird süßer, süßer Silberklang,&#10;Und Bäche murmeln drein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Roth stehn die Blumen, weiß und blau,&#10;Und Mädchen pflücken sie,&#10;Bald auf der Flur, bald auf der Au,&#10;Ahi, Herr May, Ahi!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Busen ist von Blümchen bunt,&#10;Ich sah ihn schöner nie,&#10;Es lacht ihr rosenrother Mund,&#10;Ahi, Herr May, Ahi!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meeresstrand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meeresstrand/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meeresstrand/</guid><description>&lt;p&gt;Ans Haff nun fliegt die Möwe,&#10;und Dämmrung bricht herein;&#10;über die feuchten Watten&#10;spiegelt der Abendschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Graues Geflügel huschet&#10;neben dem Wasser her;&#10;wie Träume liegen die Inseln&#10;im Nebel auf dem Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich höre des gärenden Schlammes&#10;geheimnisvollen Ton,&#10;einsames Vogelrufen -&#10;so war es immer schon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch einmal schauert leise&#10;und schweiget dann der Wind;&#10;vernehmlich werden die Stimmen,&#10;die über der Tiefe sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meerwunder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meerwunder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meerwunder/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich das Kind mit grünen Augensternen,&#10;Dein zartes, wunderbares Kind empfing,&#10;Erbrausten salzge Wasser in Zisternen,&#10;Elmsfeuer funkelten aus Hoflaternen,&#10;Und Nacht trug den Korallenring.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und deiner Brust entwehte Algenmähne&#10;So grün, so grün mit stummer Melodie.&#10;Sehr sachte Fluten plätscherten um Kähne,&#10;Im schwarzen Traumschilf sangen große Schwäne,&#10;Und nur wir beide hörten sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du warst den Meeren mitternachts entstiegen&#10;Mit eisig blankem, triefend kühlem Leib.&#10;Und Wellenwiegen sprach zu Wellenwiegen&#10;Von unserm sanften Beieinanderliegen,&#10;Von deinen Armen um ein Weib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Alles ist dahin...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-alles-ist-dahin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-alles-ist-dahin/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Alles ist dahin, mein Trost in Lust und Leiden&#10;mein ander Ich ist fort, mein Leben, meine Zier&#10;mein liebstes auff der Welt ist wegk, ist schon von hier.&#10;(die Lieb&amp;rsquo; ist bitter zwahr, viel bittrer ist das Scheiden).&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kan nicht vohn dir seyn, ich kan dich gantz nicht meiden&#10;O liebste Dorile! Ich bin nicht mehr bey mir&#10;Ich bin nicht der ich bin, nun ich nicht bin bey dir.&#10;Ihr Stunden lauft doch fort, wolt ihr mich auch noch neiden?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Engel kannst du...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-engel-kannst-du/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-engel-kannst-du/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Engel, kannst du mich nicht lieben,&#10;ist meine Not dir nur ein Gaukelspiel?&#10;Verlachest Du denn mein Betrüben&#10;und hat dein Grausamkeit kein Ziel?&#10;Du sagst zwar viel von deiner Güte,&#10;doch wo ist Frucht?&#10;Ist deine Gunst nur lauter Blüte,&#10;so ist dein Brennen nichts als Wassersucht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum willst Du das Tor verschließen,&#10;in dem die Liebe Einzug nehmen will?&#10;Laß deine Brunst doch sicher schießen&#10;und halte meiner Regung still.&#10;Du darfst dich nicht, mein Engel, schämen,&#10;den Ehrenpreis&#10;wird niemand können von dir nehmen,&#10;weil ich allein von diesem Diebstahl weiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Fluß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-fluss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-fluss/</guid><description>&lt;p&gt;O Fluß, mein Fluß in Morgenstrahl!&#10;Empfange nun, Empfange&#10;Den sehnsuchtsvollen Leib einmal&#10;Und küsse Brust und Wange!&#10;- Er fühlt mit Liebesschauerlust&#10;Und jauchzendem Gesange.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schlüpft der goldne Sonnenschein&#10;In Tropfen an mir nieder,&#10;Die Woge wieget aus und ein&#10;Die hingegebnen Glieder;&#10;Die Arme hab ich ausgespannt,&#10;Sie kommt auf mich herzugerannt,&#10;Sie faßt und läßt mich wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du murmelst so, mein Fluß, warum?&#10;Du trägst seit alten Tagen&#10;Ein seltsam Märchen mit dir um&#10;Und mühst dich, es zu sagen;&#10;Du eilst so sehr und läufst so sehr,&#10;Als müßtest du im Land umher,&#10;Man weiß nicht wen, drum fragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-garten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-garten/</guid><description>&lt;p&gt;Schön ist mein Garten mit den goldnen Bäumen,&#10;Den Blättern, die mit Silbersäuseln zittern,&#10;Dem Diamantentau, den Wappengittern,&#10;Dem Klang des Gong, bei dem die Löwen träumen,&#10;Die ehernen, und den Topasmäandern&#10;Und der Volière, wo die Reiher blinken,&#10;Die niemals aus dem Silberbrunnen trinken &amp;hellip;&#10;So schön, ich sehn mich kaum nach jenem andern,&#10;Dem andern Garten, wo ich früher war.&#10;Ich weiß nicht wo &amp;hellip; Ich rieche nur den Tau,&#10;Den Tau, der früh an meinen Haaren hing,&#10;Den Duft der Erde weiß ich, feucht und lau,&#10;Wenn ich die weichen Beeren suchen ging &amp;hellip;&#10;In jenem Garten, wo ich früher war &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Gebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-gebet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-gebet/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Gott, deß Werde&#10;Rief diese Erde!&#10;Vater im Himmel;&#10;In jeder Menschenbrust,&#10;Im blumigen Gewimmel&#10;Der Frühlingslust,&#10;Auf der Berge Gipfel,&#10;In der Bäume Wipfel,&#10;Droben im Sternenheer,&#10;Unten im Weltenmeer,&#10;Ueberall lebst du,&#10;Ueberall webst du!&#10;Im Waldes Rauschen,&#10;Beim Liebetauschen,&#10;Aus des Donners Schall,&#10;Aus dem Liede der Nachtigall,&#10;Am stillen Grabe dort,&#10;Aus freien Mannes Wort,&#10;In der stummen Nacht&#10;Und wo man herzt und lacht&#10;Sprichst Du mich an und tröstest mich!&#10;Herr Gott, ich liebe und preise Dich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Haus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-haus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-haus/</guid><description>&lt;p&gt;Um mein Haus sind Straßen, Kreise von Brunnen. Plakatsäulen.&#10;Gemüseläden. Uhrmacher mit Schmuck. Finstere Brunnen. Plakatsäulen.&#10;Polizisten stehn vor Theatern. Die Untergrundbahn stürzt in ihren Köcher.&#10;Weiße Kellner mit Tassen. Zeitungsjungen laufen. Kutscher reden zu Gäulen.&#10;Unter der Brücke fahren Dampfer durch gemalte Lampen.&#10;Kaufleute winken vor den Türen. Die Bäckereien dampfen.&#10;Menschen stehn um einen Überfahrenen. In geheizte Kirchen gehn Gepäckträger.&#10;Alte verteilen Zettel. In Gerichtssälen sprechen und schweigen Kläger.&#10;In Trompetenwagen sitzen Frauen mit Schleiern. Frauen verkaufen Kastanien an Ecken.&#10;Menschen unter Kuppeln sehen nach Sternen. Finder rechnen auf Papier Formeln.&#10;An den Lichtern in Zimmern sitzen Denker gekrümmt und murmeln.&#10;In den Tanzsälen lächelt man. Einbrecher kommen aus Verstecken.&#10;Einsame im Schatten essen schnell Brote. Geldhäuser werden geschlossen.&#10;Menschen mit Säcken suchen Weggeworfenes. Empörer lesen Reden.&#10;Paare sitzen an Tischen und streiten. In Hotels erschießen sich Menschen verdrossen.&#10;Die Sonne ist auf- und untergegangen. Der Mond ist oft zu sehen.&#10;In bewachten Krankenhäusern liegen Menschen auf niedrigen Kissen.&#10;Hinter Türmen von Kasernen treten Soldaten mit groben Händen.&#10;Man peitscht geschwächte Menschen festgeschnallt in den Gefängnissen.&#10;In kalten Wohnungen sind Greise, die jungfräuliche Kinder schänden.&#10;Es klingelt in roten Fabriken, Müde lösen siedende Pfiffe.&#10;Über alten und neuen Dächern drehn sich gelbe Luftschiffe.&#10;Auf grünen Fischteichen ziehen die Ruderer Netze und Schnüre.&#10;Bettler mit Bündeln schreiten auf Lehmwegen um spitze Steine und kalte Regenlachen.&#10;Ein Fleischer tritt vom Wagen in eine aufgeklinkte Türe.&#10;Hunde bellen schrill auf einen Juden mit einem Pack alter Sachen.&#10;In heißen Feldern zerren gebuckelt braune Bauern.&#10;In breiten Wäldern schlafen Arme und Brandstifter. Es lärmt von Holzhauern.&#10;Über weiße Meere mit Kabeln werden Auswandererschiffe auf und nieder gebogen.&#10;In langen Ländern werden die Hungrigen ermordet. Häuser fallen grau um.&#10;Menschen im nassen Blut unter spitzen Kanonen haben blaue Messer gegen schwere Pferde gezogen.&#10;Zerquetschte liegen unter halben Balken. Ferne Telephonzellen sind stumm.&#10;Eingehüllte mit alten Flinten schießen knochige Tiere auf kalten Meilen im Schneegesträuch.&#10;Auf weiten Öden leben Verlassene in Unrat und Höhlen ohne Geräusch.&#10;In Affenparadiesen springen nackte Schwarze durchs blaue Licht.&#10;Golfmeere fliegen mit Flaschen und Schlamm zu Inseln und Muschelketten.&#10;An kleinen Dächern auf wackligen Straßen besprechen alte Frauen das Mittagsgericht.&#10;Vor geordneten Zeitungssälen erwarten steife Raucher den Ausgang der Wetten.&#10;Die Briefträger führen dicke Taschen auf runde Treppen.&#10;Schläfer träumen oder sind bleich. Laute Lastkutscher schleppen.&#10;Eilige gehn über dunkle Steine. Wagen gleiten auf Straßen. Mein Haus. Aus dem Schornstein steigt Rauch.&#10;Umher sind Sonne. Mond. Die Abendsterne auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Herz ist traurig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ist-traurig/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ist-traurig/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz, mein Herz ist traurig,&#10;Doch lustig leuchtet der Mai;&#10;Ich stehe, gelehnt an der Linde,&#10;Hoch auf der alten Bastei.&#10;Da drunten fließt der blaue&#10;Stadtgraben in stiller Ruh′;&#10;Ein Knabe fährt im Kahne&#10;Und angelt und pfeift dazu.&#10;Jenseits erheben sich freundlich,&#10;In winziger, bunter Gestalt,&#10;Lusthäuser und Gärten und Menschen&#10;Und Ochsen und Wiesen und Wald.&#10;Die Mägde bleichen Wäsche,&#10;Und springen im Gras herum;&#10;Das Mühlrad stäubt Diamanten,&#10;Ich höre sein fernes Gesumm.&#10;Am alten grauen Turme&#10;Ein Schilderhäuschen steht;&#10;Ein rotgeröckter Bursche&#10;Dort auf und nieder geht.&#10;Er spielt mit seiner Flinte,&#10;Die funkelt im Sonnenrot,&#10;Er präsentiert und schultert -&#10;Ich wollt′, er schösse mich tot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Nachbar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-nachbar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-nachbar/</guid><description>&lt;p&gt;An jedem Abend, wenn die späte Stunde&#10;Die müden Glieder in den Schlummer lockt,&#10;Und ich im Vorgefühl der süßen Ruhe&#10;Das Buch gesättigt aus den Händen lege,&#10;Fängt über mir ein störendes Concert an.&#10;Es gleiten Finger über das Piano&#10;Und sonder Zweifel ungeschickte Finger.&#10;Bald hör ich eine Scala, wie ein Schüler&#10;Beim Unterrichte sie nicht schlechter spielt,&#10;Bald eine Melodie aus irgend einer&#10;Uralten Oper oder Operette –&#10;Das alles unterbrochen oft durch Pausen,&#10;Die nicht im Notenblatte stehen mögen,&#10;Durch falsche Griffe, die in wilder Hast&#10;Sofort noch einmal falsch gegriffen werden:&#10;Kurz, ich bin selbst nicht sonderlich empfindlich&#10;In Rücksicht auf das Musikalische,&#10;Doch denkt die Zeit, die Ruhebedürftigkeit&#10;Und nehm′t dazu den seltsamen Genuß,&#10;Und dann vergebt mir nicht, wenn ich am Ende&#10;Voll Aerger nach dem Concertirer forsche,&#10;Die unbequemen Klänge abzuthun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Türkenkopf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-tuerkenkopf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-tuerkenkopf/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Pfeifchen traut, mir ist dein Rauch,&#10;Voll duftender Narkose,&#10;Noch lieber als der süße Hauch&#10;Der aufgeblühten Rose.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hält die Rose Streit mit dir,&#10;Von beiden schöner welche?&#10;Bist du die schönre Rose mir&#10;Mit deinem Glutenkelche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wie die Rose duftend blüht&#10;Im Grün der Frühlingsbäume,&#10;Also mein Pfeifchen duftend glüht&#10;Zum Frühling meiner Träume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weckt mir der Rose Freudenstrahl&#10;Ein schmerzlich Angedenken,&#10;Hilfst du zu kurzer Rast einmal,&#10;Was ich verlor, - versenken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Wannenbad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-wannenbad/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-wannenbad/</guid><description>&lt;p&gt;Es muss wieder mal sein.&#10;Also: Ich steige hinein&#10;in zirka zwei Kubikmeter See.&#10;Bis übern Bauch tut es weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Hähnchen plätschert in schamlosem Ton,&#10;ich atme und schnupfe den Fichten-Ozon,&#10;Beobachte, wie die Strömung läuft.&#10;Wie dann clam, langsam mein Schwamm sich besäuft&#10;und ich ersäufe, um allen Dürsten&#10;gerecht zu werden, verschiedene Bürsten.&#10;Ich seife, schrubbe, ich spüle froh.&#10;Ich suche auf Ausguck&#10;vergebens nach einem ertrinkenden Floh,&#10;doch fort ist der Hausjuck.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Erde -2. Weltschwellendes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-erde-2-weltschwellendes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-erde-2-weltschwellendes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Erde -&#10;2. Weltschwellendes Lied&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über grüßende Klüfte und Büsche zieht&#10;Und junge Vögel wiegende Wipfel&#10;Zwei gelbe Falter&amp;hellip;&#10;Ein Haschen, ein Fühlen,&#10;Vorüber&amp;hellip;&#10;Das währt, das währt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seliger Flug,&#10;Hier in den Himmel&#10;Die beiden es trug:&#10;Mit vier Blättern&#10;Zwei Blumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was so schwer in der Erde,&#10;So ganz schwer -&#10;Aller Frühling schweigt&#10;Und singt sein leuchtend schwellendes Reifen.&#10;Allmenschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Erde -3. Auf Mutterschoß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-erde-3-auf-mutterschoss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-erde-3-auf-mutterschoss/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Erde -&#10;3. Auf Mutterschoß&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Betende Hände,&#10;Gottbetroffene Jungfrau,&#10;Flattern und Beben,&#10;Heiliges Lallen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Werk ist träg in der verdürstenden Geister&#10;Verdürstetem Greifen.&#10;Dunkelruhen!&#10;Gebären. Arbeit,&#10;Bang, groß,&#10;Seelen in hastender Arbeit.&#10;Alle halten zusammen und - haben nichts.&#10;Qualen die furchtbar sind.&#10;Unerhörte Worte&#10;Unerhörter Dinge.&#10;Und es sollen Frühlinge sein,&#10;Und - Trauer ist Jubel.&#10;Ein Brausen in lichtentschmetterndem Ringe.&#10;Und fern, wie sehr,&#10;An goldbraunen, reifen, jubelnd roten, blühenden Wangen.&#10;Starkes Gekicher.&#10;Tänze gell wie Sonnenlohen.&#10;Tamburin, wirbelnd&#10;Wie goldumzügelte&#10;Blumen der Sonne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Stoffe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-stoffe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-stoffe/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr sagt: &amp;ldquo;Was drückst du wiederum&#10;Den Turban auf die schwarzen Haare?&#10;Was hängst du wieder ernst und stumm&#10;Im weidnen Korb am Dromedare?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast so manchmal schon dein Zelt&#10;In Ammons Flächen aufgeschlagen,&#10;Daß es uns länger nicht gefällt,&#10;Dir seine Pfähle nachzutragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wandelst, wie ein Mann, der träumt!&#10;Sieh, wehnder Sand füllt deinen Köcher;&#10;Der Taumelmohn des Ostens schäumt&#10;In deines Liedes goldnem Becher!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, geuß ihn aus! - Dann aber späh'&#10;Und lechz&amp;rsquo; umher mit regen Sinnen,&#10;Ob keine Bronnen in der Näh&amp;rsquo;,&#10;Daraus du schöpfen mögest, rinnen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Zufriedenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-zufriedenheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-zufriedenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Des längst versöhnten Schicksals Schluß&#10;Heißt mich mein Brot so mühsam nicht gewinnen&#10;Als eine der Tirolerinnen,&#10;Die Haus an Haus besuchen muß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Finger zerrt an keinem Flachs,&#10;Nie wird an einem kümmerlichen Rocken&#10;Der weingewohnte Gaumen trocken,&#10;Nie schmilzt die Sonne mich wie Wachs.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn der beflammte Sirius&#10;Den Schnitter brennt, den Wandrer müde machet,&#10;Dann sitz ich, wo die Freude lachet,&#10;Im Schatten und beim Überfluß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Freundin! wenn die Spinnerhand&#10;Mühselig zieht an baumgewachsner Wolle,&#10;Dann spiel ich meine leichte Rolle,&#10;Die oft des Kenners Beifall fand!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meiner Seele Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-seele-seele/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-seele-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Welch&amp;rsquo; Drang, welch Beben&#10;Durchgraut, durchzittert&#10;Wie wonniger Glücksahnung&#10;Jähe Gewißheit&#10;Die qualmüden Sinne!&#10;Wie schrecklich-schön&#10;Blüht entgegen mir&#10;In flammenden Reizen&#10;Deine süße Gestalt!&#10;Wie durchschau&amp;rsquo;rt mein Herz,&#10;Das liebeschmachtende,&#10;Deines schimmernden Gluthauges&#10;Seligjubelnde Märchensprache!&#10;Ach, du bist meiner Sehnsucht Ziel&amp;hellip;&#10;Jauchzend grüß&amp;rsquo; ich dich:&#10;Meiner Seele: Seele!&#10;Du bist&amp;rsquo;s, die ich suchte&#10;In dunklen Mitternächten,&#10;Da ich rang und rang&#10;In stummer Verzweiflung&#10;Und kein Stern mir winkte&#10;Vom grausamen Himmel&amp;hellip;&#10;Du bist&amp;rsquo;s, die ich suchte,&#10;Wenn ich einsam trank&#10;Des Frühlings frische&#10;Quellende Gluth&#10;Die in alle Poren mir drang,&#10;Den süßen Duft&#10;Der über den Auen schwamm&#10;Und den Busen mir schwellte&#10;In heiliger Sehnsucht&amp;hellip;&#10;Du bist&amp;rsquo;s, in dir wurzelt&#10;Mit allen Fasern&#10;Mein ganzes Sein,&#10;Jede Knospe der Hoffnung,&#10;All&amp;rsquo; Frieden und Glück.&#10;Gebannt in deiner Schönheit&#10;Magischen Lichtkreis&#10;Lass&amp;rsquo; mich träumend vergessen,&#10;Lass&amp;rsquo; Leben mich saugen&#10;Von deinen Lippen,&#10;Im Schooße dir rasten:&#10;In holder Umarmung&#10;Schöpf&amp;rsquo; ich Erquickung&#10;Wie der Baum aus der Erde&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melusine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melusine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melusine/</guid><description>&lt;p&gt;Wovon bin ich nur aufgewacht?&#10;Mein Kind, es fielen Blüten zur Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer flüstert so traurig, als wie im Traum?&#10;Mein Kind, der Frühling geht durch den Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;o sieh! Sein Gesicht wie tränenbleich!&#10;Mein Kind, er blühte wohl allzu reich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie brennt mein Mund! Warum weine ich?&#10;Mein Kind, ich küsse mein Leben in dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer fasst mich so hart, wer beugt sich zu mir?&#10;Mein Kind, ich falte die Hände dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melusinens Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melusinens-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melusinens-lied/</guid><description>&lt;p&gt;O, Guy von Lusignan,&#10;ich seh dirs an, unglücklich willst du werden!&#10;Was willst du, Mann,&#10;du willst von mir, was ich nicht geben kann!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fasse die Beschwerden,&#10;die unheilbaren, nicht, davon du brennst&amp;hellip;&#10;nur die Gebärden&#10;seh ich, sonst nichts, untröstlich Kind der Erden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin, wie du mich kennst:&#10;das lebt nicht hinter mir, wonach du lüstest:&#10;Wenn du begännst&#10;danach zu greifen, griffest du Gespenst!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Weg, bei mir zu stehen,&#10;ging tiefer als durch Wonnen Mund auf Mund -&#10;ins Tiefre gehen&#10;nur Stürze tauben Steins in meine Seen -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Memento</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/memento/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/memento/</guid><description>&lt;p&gt;Solange Recht regiert und schöne Sitte,&#10;Du schlicht und gläubig gehst in sichrer Mitte,&#10;Da trittst du siegreich zwischen Molch und Drachen,&#10;Und wo du ruhst, da wird ein Engel wachen.&#10;Doch wenn die Kraft, die wir »Uns selber« nennen,&#10;Die wir mit Schaudern raten und nicht kennen,&#10;Gebundne Bestien, wie geklemmt in Mauern,&#10;Die nach der alten Freiheit dunkel lauern -&#10;Wenn die rebellisch sich von dir lossagen,&#10;Gewohnheit, Glauben, Sitt und Recht zerschlagen,&#10;Und stürmend sich zum Elemente wenden:&#10;Mußt Gott du werden oder teuflisch enden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschliches Elende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliches-elende/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliches-elende/</guid><description>&lt;p&gt;Was sind wir Menschen doch! Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen.&#10;Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,&#10;Ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid.&#10;Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen.&#10;Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid&#10;Und in das Totenbuch der großen Sterblichkeit&#10;Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt&#10;Und wie ein Strom verscheußt, den keine Macht aufhält,&#10;So muß auch unser Nam, Lob, Ehr und Ruhm verschwinden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mich ergriff der Schmerz und sprach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mich-ergriff-der-schmerz-und-sprach/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mich-ergriff-der-schmerz-und-sprach/</guid><description>&lt;p&gt;Mich ergriff der Schmerz und sprach:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun bist du mein.&#10;Ich bin das starke Haus, das dich behaust,&#10;Ich bin im Haus der stärkste Stein.&#10;Wenn du vertraust -&#10;Ich bin das sichre Haus und schließ dich ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin das Brot,&#10;Ich bin das gute Brot, das dich erhält,&#10;Ich bin im Brot die große Not,&#10;Die dich befällt,&#10;Speis ich dich nicht; ich bin das Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin der Wind,&#10;Ich bin der Atem, der dich weich umweht.&#10;Ich bin (die laue) Luft, die dich umsinnt,&#10;Die nur zu kommen geht.&#10;So bist du mein. Ich bin der weite Wind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mignon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mignon/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mignon/</guid><description>&lt;p&gt;Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,&#10;Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,&#10;Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,&#10;Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht -&#10;Kennst du es wohl? Dahin! Dahin&#10;Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,&#10;Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,&#10;Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:&#10;Was hat man dir, du armes Kind, getan? -&#10;Kennst du es wohl? Dahin! Dahin&#10;Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mimi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mimi/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mimi/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Bin kein sittsam Bürgerkätzchen,&#10;Nicht im frommen Stübchen spinn ich.&#10;Auf dem Dach in freier Luft,&#10;Eine freie Katze bin ich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich sommernächtlich schwärme,&#10;Auf dem Dache, in der Kühle&#10;Schnurrt und knurrt in mir Musik,&#10;Und ich singe, was ich fühle.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also spricht sie. Aus dem Busen&#10;Wilde Brautgesänge quellen,&#10;Und der Wohllaut lockt herbei&#10;Alle Katerjunggesellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Katerjunggesellen,&#10;Schnurrend, knurrend, alle kommen,&#10;Mit Mimi zu musizieren,&#10;Liebelechzend, lustentglommen&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit dem grünen Lautenbande</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-dem-gruenen-lautenbande/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-dem-gruenen-lautenbande/</guid><description>&lt;p&gt;»Schad um das schöne grüne Band,&#10;Daß es verbleicht hier an der Wand,&#10;Ich hab das Grün so gern!«&#10;So sprachst du, Liebchen, heut zu mir;&#10;Gleich knüpf ich′s ab und send es dir:&#10;Nun hab das Grüne gern!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist auch dein ganzer Liebster weiß,&#10;Soll Grün doch haben seinen Preis,&#10;Und ich auch hab es gern.&#10;Weil unsre Lieb ist immergrün,&#10;Weil grün der Hoffnung Fernen blühn,&#10;Drum haben wir es gern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit den Schuhen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-den-schuhen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-den-schuhen/</guid><description>&lt;p&gt;Was man will, kann man nicht geben,&#10;und man gibt nur, was man muss,&#10;also gibt man einen Kuss&#10;und man gäbe gern das Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also gibt man einen Strauß&#10;statt des Gartens um ein Haus,&#10;gibt das Buch als den Entgelt&#10;für die Weisheit aller Welt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;drängt den Ring an einen Finger,&#10;schlingt die Kette um den Hals, -&#10;alles nur ein wie geringer&#10;Abschlag auf die Schuld des Alls!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit einem Edelmardermuff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-edelmardermuff/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-edelmardermuff/</guid><description>&lt;p&gt;Schöne Frau! die ich verehre,&#10;Wenn ich ein Naturgeist wäre,&#10;Würd ich heut zur Weihnachtsspende&#10;Für die vielgelobten&#10;Kunst- und fleißerprobten&#10;Blumenschöpferischen Hände&#10;Nicht das Fell des Marders geben;&#10;Nein! zum Schutz vor Frostesqualen&#10;Würde ich aus Frühlingssonnenstrahlen&#10;Einen Zaubermuff dir weben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit Elsheimers Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-elsheimers-morgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-elsheimers-morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Pappeln hoch in Lüften,&#10;Jeder Strauch in seinen Dürften,&#10;Alle sehn sich nach dir um:&#10;Berge schauen dort herüber,&#10;Leuchten schön und jauchzten lieber;&#10;Doch der schöne Tag ist stumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lustschalmeien will man hören,&#10;Flöten, Hörner und von Chören&#10;Alles, was nur Freude regt.&#10;Selbst an seiner strengen Kette&#10;Springt das Freundchen um die Wette,&#10;Immer hin und her bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so täuschen wir die Ferne,&#10;Segnen alle holden Sterne,&#10;Die mit Gaben dich geschmückt.&#10;Neue Freude, neue Lieder&#10;Grüßen dich! Erscheine wieder,&#10;Denn der neue Frühling blickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit Gewitterfurcht in den Rippen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-gewitterfurcht-in-den-rippen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-gewitterfurcht-in-den-rippen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Berg ist vom Gewitter umlauert, der Fluß steht fest wie angemauert.&#10;Fluß und Abend und Berg erwarten den flatternden Ritter,&#10;Den ersten Frühlingsblitz, von dem der Efeu im Garten&#10;Im Vorgefühl schon rauschend erschauert.&#10;Auf der Pappelinsel im Fluß flüchten die Amseln scheu,&#10;Als ob bald die Insel im Blitzstrahl versinken muß,&#10;Fällt der wie ein Schuß aus den Bergen ins Tal.&#10;Dann, mit Gewitterfurcht in den Rippen,&#10;Hält manche die Lippen hin zum ersten Kuß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit zwei Worten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-zwei-worten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-zwei-worten/</guid><description>&lt;p&gt;Am Gestade Palästinas, auf und nieder, Tag um Tag,&#10;&amp;ldquo;London?&amp;rdquo; frug die Sarazenin, wo ein Schiff vor Anker lag.&#10;&amp;ldquo;London!&amp;rdquo; bat sie lang vergebens, nimmer müde, nimmer zag,&#10;Bis zuletzt an Bord sie brachte eines Bootes Ruderschlag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie betrat das Deck des Seglers und ihr wurde nicht gewehrt.&#10;Meer und Himmel. &amp;ldquo;London?&amp;rdquo; frug sie, von der Heimat abgekehrt,&#10;Suchte, blickte, durch des Schiffers ausgestreckte Hand belehrt,&#10;Nach den Küsten, wo die Sonne sich in Abendglut verzehrt&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mitgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mitgefuehl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mitgefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Wer nicht, voll reiner Menschenhuld,&#10;mit rascher, schöner Ungeduld,&#10;der Brüder tiefes Leiden sieht,&#10;und tätig es zu lindern glüht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der, dessen Herz nicht höher schlägt,&#10;von Mitempfindung süß bewegt,&#10;wenn, von des Glückes Hauch belebt,&#10;die Freude fremde Busen hebt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und flög′ sein Nam′ im Lichtgewand&#10;des Ruhmes über Meer und Land,&#10;und ordnete sein Herrscherblick&#10;von Millionen das Geschick;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hätte ihm des Schicksals Hand&#10;der Gaben schönste zugesandt:&#10;das Glück, geliebt zu sein - gebricht&#10;ihm dies Gefühl - ich neid′ ihn nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mitten wyr ym leben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mitten-wyr-ym-leben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mitten-wyr-ym-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Mitten wyr ym leben sind&#10;mit dem tod vmbfangen&#10;Wen suchen wyr der hulffe thu&#10;das wyr gnad erlangen&#10;Das bistu Herr alleyne&#10;vns rewet vnser missethat&#10;die dich Herr erzurnet hat&#10;Heyliger herre Gott&#10;Heyliger starcker Gott&#10;Heyliger barmhertziger Heyland&#10;du ewiger Gott&#10;las vns nicht versincken&#10;ynn des bittern todes not&#10;Kyrieleyson.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mitten ynn dem tod anficht&#10;vns der Hellen rachen&#10;Wer will vns aus solcher not&#10;frey vnd ledig machen&#10;Das thustu Herr alleyne&#10;Es iamert deyn barmhertzikeyt&#10;vnser klag vnd grosses leyd&#10;Heyliger Herre Gott&#10;Heyliger starcker Gott&#10;Heyliger barmhertziger Heyland&#10;du ewiger Gott&#10;las vns nicht verzagen&#10;fur der tieffen hellen glut&#10;Kyrieleyson.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mitunter freilich kommen Stunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mitunter-freilich-kommen-stunden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mitunter-freilich-kommen-stunden/</guid><description>&lt;p&gt;Mitunter freilich kommen Stunden:&#10;und was du nie bewußt empfunden,&#10;gleich einem grauen Regen regnet′s dir ins Herz,&#10;und wie ein scheuer Bettler bleibst du stehn,&#10;verstohlen durch die Hecken zu spähn,&#10;hinter denen sie sitzen und plaudern und lachen,&#10;fröhliche Menschen in fröhlichen Kleidern &amp;hellip;&#10;plaudern, lachen, singen und küssen&#10;so leichten Bluts,&#10;so frohen Muts:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ob es all das Schwere gar nicht gäbe,&#10;an das du so viel Kraft verfehlst!&#10;als ob der Kampf, von dem du sprichst,&#10;und all die Müh und Sorge &amp;hellip; nichts!&#10;als ob es eitel Hirngespinste,&#10;worüber du dich härmst und quälst!&#10;und als ob allen, die da sitzen&#10;so kinderfroh&#10;und singen und spielen, tanzen und küssen,&#10;erfüllt schon längst,&#10;was du als letzten Dank dir denkst,&#10;als Endlohn für Jahre voll Kampf und Schmerz &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Molly fehlt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/molly-fehlt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/molly-fehlt/</guid><description>&lt;p&gt;Warum reizt dieser Hain, warum die schöne Wiese,&#10;Die er bekränzt, uns halb nur? fragen wir.&#10;Nicht viel entbehrt zu einem Paradiese&#10;Dies Lustgebüsch - doch Molly fehlet hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Freude Götterchen, die sie gedrängt umschließen,&#10;Belauscht ich jüngst an diesem Ort.&#10;Von ihr allein, hieß es, gilt jenes alte Wort:&#10;Sie sehen oder sie vermissen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entwickelt war in unsrem Kreise&#10;Des Geistes Anmut, dämmert wo und tagt&#10;Ein Stral des Lichtes, strebt und ragt&#10;Bald hier bald da des Ausdrucks Ton und Weise,&#10;Dann spricht der lobende ganz leise:&#10;Viel feiner, treffender und weniger gewagt&#10;Hätt unsre Molly das gesagt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondnachtzauber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondnachtzauber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondnachtzauber/</guid><description>&lt;p&gt;O wonniges Weben&#10;In Höhen und Tiefen&#10;Des wallenden Aethers!&#10;Wie selige Geister&#10;Grüßen die Sterne,&#10;Die duftumflorten;&#10;Weihend waltet&#10;Die ewige Liebe.&#10;Ich träume und träume &amp;hellip;&#10;Und wieder weckt&#10;Eine Welt von Empfindung&#10;Der Mondnacht Zauber&#10;Im Busen mir.&#10;Tiefe Wehmuth füllt&#10;Mein einsames Herz.&#10;Lang&amp;rsquo;, lang&amp;rsquo; ist&amp;rsquo;s her &amp;hellip;&#10;Tief schwamm der Mond&#10;Im Dämmer-Blau,&#10;Ein blasses Traumgesicht;&#10;Im nahen Korne nur&#10;Zirpten die Grillen;&#10;Wie von Geisterhänden&#10;Magisch berührt&#10;Erzitterten leise&#10;Des wilden Weins&#10;Phantastisch sich rankende&#10;Blätter und Blüthen &amp;hellip;&#10;Heiße Worte der Sehnsucht&#10;Entrangen sich zögernd&#10;Dem tiefsten Grunde&#10;Meiner traumbeklomm&amp;rsquo;nen&#10;In heiligen Schauern&#10;Erbebenden Brust.&#10;Köstlichstumme&#10;Selige Erwiderung&#10;Ward mir von deinen&#10;Duftkeuschen Lippen,&#10;Du süße Frauenseele&#10;An meiner Seite.&#10;Eine Heilige, eine Madonna&#10;Andachtumflossen&#10;In lichter Glorie&#10;Neigtest du lächelnd&#10;Dein liebliches Haupt&#10;Und im Innersten traf mich&#10;Der Liebe Strahl&#10;Aus dem zarten&#10;Durchgeisteten Kinderantlitz.&#10;Berauscht bis in&amp;rsquo;s Mark&#10;Von deiner Engelsmilde&#10;Und frau&amp;rsquo;nhaften Weiche,&#10;O Anna,&#10;Sank ich in&amp;rsquo;s Knie&#10;Und küßte inbrünstig&#10;Immer wieder und wieder&#10;Deine feinen, weißen, duftigen Hände &amp;hellip;&#10;Von der Blumen Balsam&#10;Lindkosend umflutet&#10;Verschwisterten sich&#10;In brünstiger Umarmung&#10;In der Mainacht Gluthauch&#10;Die unsterblichen Seelen&#10;Zum ewigen Bunde &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondschein (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondschein-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondschein-1/</guid><description>&lt;p&gt;Mit mondesweissen, drängend tiefen Blicken&#10;Starrt mich die blasse Herbstnacht fragend an.&#10;- »Was ist′s? Was ist′s, dass du wie sonst nicht beben&#10;Und weinen, lächeln, träumen kannst wie sonst?&#10;Nenn′ mir dein Weh! dass ich die rothen Schmerzen&#10;In weissen Wohllaut liebend lösen mag!&#10;Mir sprachen viele - oft von ihren Schmerzen -&#10;Nenn′ mir dein Weh!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, weisser, weiter Mond!&#10;Das ist′s, was mich zum wilden Wahnsinn hinpeitscht,&#10;Dass ich den eig′nen Schmerz nicht nennen kann &amp;hellip;&#10;Ist′s matter Glieder schlaffe Körperfessel?&#10;Ist′s Herzenstod und Herzensleichenfrost?&#10;Ich fühl′s so kalt in allen Fasern rieseln,&#10;Ich fühl′s erstickend die Gedanken pressen,&#10;Ich fühl′, wie′s mich zerquält, zernagt, zerfrisst &amp;hellip;&#10;O Gott! hat diese Krankheit keinen Namen?!&#10;Und manchmal kommt mich grelles Lachen an,&#10;Weil alles Selbstbetrug ist &amp;hellip; Wahn &amp;hellip; Erfindung &amp;hellip;&#10;Mein ganzes Weh ist Lüge &amp;hellip; Lüge &amp;hellip; Lüge &amp;hellip;&#10;O, weisser Mond! Ich halte keuchend ein.&#10;Du träumeschweres, fremd-vertrautes Räthsel&#10;&amp;hellip; Weisst du, wie blass die Tuberose war?&#10;In ihrem Kelch die nervenkranke Seele,&#10;War sie gewoben nicht aus Mondenschein?&#10;- - &amp;hellip;&#10;O, weisser Mond! und warum schwand′st du damals?&#10;Was hast du mich nicht todt geküsst zuvor?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Montreux</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/montreux/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/montreux/</guid><description>&lt;p&gt;Hier sieht die Landschaft man nicht vor Hotels.&#10;Es riecht nach Beefsteak und nach faulen Eiern.&#10;Schloß Chillon steht betrübt auf einem Fels&#10;Und ist berühmt durch Dichtungen von Byron.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tag beginnt mit einem fetten Lunch,&#10;Dann schiebt zum Liegestuhl man sacht den vollen&#10;Geliebten Bauch. Und Wesen, die sich Mensch&#10;(Mit Unrecht) nennen, hügelabwärts rollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer unter hundert Franken Rente hat&#10;(Pro Tag), der ist ein wüster Proletarier.&#10;Man frißt an Hummer sich und Kaviar satt,&#10;Und ist kein Klassenhaß von Jud und Arier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Moostee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/moostee/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/moostee/</guid><description>&lt;p&gt;Sechzehn Jahr’ - und wie ein greiser&#10;Alter sitz ich, matt und krank;&#10;Sieh, da senden mir der Geiser&#10;Und der Hekla diesen Trank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Insel, die von Schlacken&#10;Harter Lava und von Eise&#10;Starrt, und den beschneiten Nacken&#10;Zeigt des arkt’schen Poles Kreise;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über unterird’schen Feuern,&#10;In nordlichterhellten Nächten,&#10;Bei den Glut- und Wasserspeiern&#10;Wuchsen diese bittern Flechten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den dampfumrollten Kegeln,&#10;Aus der Berge schwarzem Tiegel,&#10;Gleich blutroten Sagenvögeln -&#10;Flammenzungen ihre Flügel -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenandacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenandacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenandacht/</guid><description>&lt;p&gt;Frisch auf, mein Sinn, ermuntre dich,&#10;Weil dort die Morgensonne sich&#10;Zeigt auf vergüld?tem Hügel.&#10;Es hüpfet ob den Büschen ümm,&#10;Und singet Gott mit krauser Stimm?&#10;Das leichte Luftgeflügel.&#10;Schläfer, Schäfer,&#10;Sind geflissen,&#10;Zu begrüßen&#10;Trift und Auen,&#10;Dir und ihnen sich zu trauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir, dir, dir hier, o Gott, stimmt an,&#10;Was schwebt, was webt, was beben kann,&#10;Ein Loblied deiner Güte.&#10;Auch mich soll nichts beschämen nicht,&#10;Daß ich vergesse meine Pflicht&#10;Und dankbares Gemüthe.&#10;Höre, mehre&#10;Dies Erklingen,&#10;Laß mein Singen,&#10;Dich jetzt preisen,&#10;Und dir Ruhm und Ehr? erweisen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgengang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgengang/</guid><description>&lt;p&gt;Ich geh′ auf stillen Wegen&#10;Frühtags ins grüne Feld,&#10;Wie lacht mir da entgegen&#10;Die junge Morgenwelt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl tausend Blüthen schauen&#10;Von Wald und Wiesen her,&#10;Die alle tropfig thauen&#10;Von edlen Perlen schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich brech′ mir ein Geschmeide&#10;Von nassen Rosen ab:&#10;Wärst du an meiner Seite,&#10;Von der geträumt ich hab′!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hing dir′s in die Locken&#10;Als deinen Hochzeitkranz &amp;ndash;&#10;Da geh′n die Morgenglocken,&#10;Ich steh′ in Thränen ganz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Der Morgenstrahl&#10;Steht auf dem Tal,&#10;Die Nebel ziehen drunter her,&#10;Und auf der Au&#10;Liegt still der Tau&#10;Wie Perlen in dem weißen Meer.&#10;Wie ich nun Alles recht beschaut,&#10;Da wird mir′s rege im Gemüte,&#10;Daß Alles nur ein Wort, ein Laut,&#10;O Gott, von deiner Lieb und Güte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Erd′ in Pracht&#10;Hast du gemacht&#10;Für mich, dein ungetreues Kind,&#10;Und den Azur&#10;Der Wolkenflur,&#10;Für mich den frischen Morgenwind.&#10;Ach, alle Worte sind zu schwach,&#10;Um deine Liebe zu verkünden,&#10;Und dennoch läßt mein Streben nach,&#10;Und jeder Tag sieht mich in Sünden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-1/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Stimmlein noch schallt von allen&#10;In frühester Morgenstund,&#10;Wie still ists noch in den Hallen&#10;Durch den weiten Waldesgrund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich stehe hoch überm Tale&#10;Stille vor großer Lust,&#10;Und schau nach dem ersten Strahle,&#10;Kühl schauernd in tiefster Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sieht da zu dieser Stunde&#10;So anders das Land herauf,&#10;Nichts hör ich da in der Runde&#10;Als von fern der Ströme Lauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ehe sich alle erhoben&#10;Des Tages Freuden und Weh,&#10;Will ich, Herr Gott, Dich loben&#10;Hier einsam in stiller Höh. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied eines Gefangenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-eines-gefangenen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-eines-gefangenen/</guid><description>&lt;p&gt;Walt′s Gott, der Tag bricht wieder an,&#10;Und weckt mich aus der Ruh′;&#10;Wohlauf, betritt die Dornenbahn!&#10;Du, meine Seele, du!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da neben meinem Bette steht&#10;Mein Kreuz, ich nehm es auf,&#10;Und schick′ ein weinendes Gebet&#10;Zum lieben Gott hinauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er wird mir′s tragen helfen, ach!&#10;Ich weiß es, Gott ist gut;&#10;Unmächtig bin ich, krank und schwach,&#10;Er aber giebt mir Muth;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß mich die Hoffnung nicht verläßt,&#10;Geduld nicht von mir weicht,&#10;Wenn Langeweile, wie die Pest,&#10;Im Finstern mich beschleicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgens steh ich auf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgens-steh-ich-auf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgens-steh-ich-auf/</guid><description>&lt;p&gt;Morgens steh ich auf und frage:&#10;Kommt feins Liebchen heut,&#10;Abends sink ich hin und klage:&#10;Ausblieb sie auch heut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Nacht in meinem Kummer&#10;Lieg ich schlaflos, wach;&#10;Träumend, wie im halben Schlummer,&#10;Wandle ich bei Tag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenstaendchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenstaendchen/</guid><description>&lt;p&gt;In den Wipfeln frische Lüfte,&#10;fern melod′scher Quellen Fall&#10;durch die Einsamkeit der Klüfte,&#10;Waldeslaut und Vogelschall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Scheuer Träume Spielgenossen&#10;steigen all beim Morgenschein,&#10;auf des Weinlaubs schwanken Sprossen&#10;dir zum Fenster aus und ein&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und wir nahn noch halb in Träumen&#10;und wir tun in Klängen kund&#10;was da draußen in den Bäumen&#10;singt der weite Frühlingsgrund,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Regt der Tag erst laut die Schwingen&#10;sind wir Alle wieder weit&#10;aber tief im Herzen klingen&#10;lange nach noch Lust und Leid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morphine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morphine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morphine/</guid><description>&lt;p&gt;Groß ist die Ähnlichkeit der beiden schönen&#10;Jünglingsgestalten, ob der eine gleich&#10;Viel blässer als der andre, auch viel strenger,&#10;Fast möcht′ ich sagen viel vornehmer aussieht -&#10;Als jener andre, welcher mich vertraulich&#10;In seine Arme schloss - Wie lieblich sanft&#10;War dann sein Lächeln und sein Blick wie selig!&#10;Dann mocht′ es wohl geschehn, dass seines Hauptes&#10;Mohnblumenkranz auch meine Stirn berührte&#10;Und seltsam duftend allen Schmerz verscheuchte&#10;Aus meiner Seel - Doch solche Linderung,&#10;Sie dauert kurze Zeit; genesen gänzlich&#10;Kann ich nur dann, wenn seine Fackel senkt&#10;Der andre Bruder, der so ernst und bleich. -&#10;Gut ist der Schlaf, der Tod ist besser - freilich&#10;Das beste wäre, nie geboren sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Möwe über der Brücke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/moewe-ueber-der-bruecke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/moewe-ueber-der-bruecke/</guid><description>&lt;p&gt;Dir unterm Fuß,&#10;Zwischen den Ufern Schreitender, spannt&#10;Sich der Brücke gewölbter Bogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eine Möwe,&#10;Wie ein Gedanke fernher blitzend,&#10;Schießt auf dich ihre blendende Bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Sekunde&#10;Stößt ihr Auge in deines, greift&#10;Dich der weißen Schwinge Umarmung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Sekunde&#10;Hebt dich der Flug, trägt dich der Geist,&#10;Der schwerelose, brausend empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es weht dich an&#10;Der unendliche Raum, es rauscht&#10;Freiheit dir unermeßlich ums Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Gedanke&#10;Der weiße Vogel, fernhin sich windend,&#10;Und kehrt dir einmal wieder vielleicht&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Möwenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/moewenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/moewenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Die Möwen sehen alle aus,&#10;als ob sie Emma hießen.&#10;Sie tragen einen weißen Flaus&#10;und sind mit Schrot zu schießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schieße keine Möwe tot,&#10;ich lass sie lieber leben &amp;ndash;&#10;und füttre sie mit Roggenbrot&#10;und rötlichen Zibeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mensch, du wirst nie nebenbei&#10;der Möwe Flug erreichen.&#10;Wofern du Emma heißest, sei&#10;zufrieden, ihr zu gleichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musikalisches</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musikalisches/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musikalisches/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Klangpoet modernster Richtung,&#10;Ein Heros der symphonischen Dichtung -&#10;Ihr Journalisten, weint und schreibt -&#10;Hat heute früh sich selbst entleibt:&#10;Und in den Zügen bleich und jung&#10;Lag äußerste Verzweifelung!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch eine Not hat über Nacht&#10;Den Wackeren so weit gebracht?&#10;War′s Nahrungssorge? Liebespein?&#10;Gekränkter Künstlerstolz? Ach nein -&#10;Es handelt sich um mehr, viel mehr!&#10;Ein jeder hätte getan wie er:&#10;Denn er hat sich ertappt auf der Infamie,&#10;Zu schreiben eine - Melodie!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Muß es eine Trennung geben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muss-es-eine-trennung-geben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muss-es-eine-trennung-geben/</guid><description>&lt;p&gt;Muß es eine Trennung geben,&#10;Die das treue Herz zerbricht?&#10;Nein, dies nenne ich nicht leben,&#10;Sterben ist so bitter nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hör&amp;rsquo; ich eines Schäfers Flöte,&#10;Härme ich mich inniglich,&#10;Seh&amp;rsquo; ich in die Abendröte,&#10;Denk&amp;rsquo; ich brünstiglich an dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gibt es denn kein wahres Lieben?&#10;Muß denn Schmerz und Trennung sein?&#10;Wär&amp;rsquo; ich ungeliebt geblieben,&#10;Hätt&amp;rsquo; ich doch noch Hoffnungsschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber so muß ich nun klagen:&#10;Wo ist Hoffnung, als das Grab?&#10;Fern muß ich mein Elend tragen,&#10;Heimlich bricht das Herz mir ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Muth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muth/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muth/</guid><description>&lt;p&gt;Wie es blitzt und kracht!&#10;Heiß, heiß&#10;Ist die Schlacht,&#10;Wo es einschlägt, wer weiß?&#10;Sie stürzen im Rücken, vorn und neben,&#10;Wie viele Minuten noch werd&amp;rsquo; ich leben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hart am Feind&#10;Stehen vereint,&#10;Stehen die Alten,&#10;Greise Gestalten,&#10;Steh&amp;rsquo;n, die vor sechzig Jahren&#10;Jung miteinander waren,&#10;Zusammen gesungen, geliebt, gelacht,&#10;Zusammen an&amp;rsquo;s Alter nicht gedacht,&#10;Zusammen andre Zeiten geseh&amp;rsquo;n,&#10;Untereinander sich noch versteht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei den Geschützen da drüben,&#10;Die so blutige Arbeit üben,&#10;Der finst&amp;rsquo;re Hauptmann, wer mag er sein,&#10;Der Feuer! und wieder Feuer! brüllt,&#10;Jetzt sichtbar im rothen Wiederschein,&#10;Jetzt vom qualmenden Dampfe verhüllt?&#10;Fern steht er, doch seh&amp;rsquo; ich ihn wohl,&#10;Seine Augen seh&amp;rsquo; ich, sie sind hohl!&#10;Wie der Helm auf seinem Schädel schlottert,&#10;Der Küraß um seine Rippen lottert!&#10;Grausen! Grausen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mutter und Tochter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mutter-und-tochter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mutter-und-tochter/</guid><description>&lt;p&gt;Am warmen Juniusabend&#10;Wie duftig weht es, wie labend&#10;Von Bohnenblüten und Heu!&#10;Wo durch Kastaniendunkel&#10;Erzittert rothes Gefunkel,&#10;Hier lacht die Jugend und schäkert frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor allen aber ist Hedchen&#10;Ein ausgelaßenes Mädchen&#10;Und sizt auf jeglichem Knie.&#10;Still kömmt die Mutter gegangen:&#10;»Mein Kind, wie glühn Dir die Wangen!&#10;Dich warnt Erfahrung und Alter: flieh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast Du gesehn, wie die Taube&#10;Mit grünlich goldner Haube&#10;Dem Täuber bietet den Mund?&#10;Sie gurrt und picket und schnäbelt,&#10;Von Brautentzücken umnebelt -&#10;Was folgt, mein Töchterchen, ist Dir kund.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Muttertraum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muttertraum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muttertraum/</guid><description>&lt;p&gt;Op. 40&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mutter betet herzig und schaut&#10;Entzückt auf den schlummernden Kleinen.&#10;Er ruht in der Wiege so sanft und traut.&#10;Ein Engel muß er ihr scheinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie küßt ihn und herzt ihn, sie hält sich kaum.&#10;Vergessen der irdischen Schmerzen,&#10;Er schweift in der Zukunft ihr Hoffnungstraum,&#10;So träumen Mütter im Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Rab′ indes mit der Sippschaft sein&#10;Kreischt draußen am Fenster die Weise :&#10;Dein Engel, dein Engel wird unser sein,&#10;Der Räuber dient uns zur Speise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach der 15. Ode Anakreons</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-15-ode-anakreons/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-15-ode-anakreons/</guid><description>&lt;p&gt;Was frag′ ich nach dem Großsultan,&#10;Und Mahomets Gesetzen?&#10;Was geht der Perser Schach mich an,&#10;Mit allen seinen Schätzen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sorg′ ich ihrer Kriegesart,&#10;Und ihrer Treffen halben?&#10;Kann ich nur meinen lieben Bart&#10;Mit Spezereien salben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kann ich nur mein gesalbtes Haupt&#10;Mit Rosen stolz umschließen,&#10;Und, wenn mir sie ein Mädchen raubt,&#10;Das Mädchen strafend küssen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Tor sorgt für die künft′ge Zeit.&#10;Für heute will ich sorgen.&#10;Wer kennt, mit weiser Gründlichkeit,&#10;Den Ungewissen Morgen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach der Weinlese</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-weinlese/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-weinlese/</guid><description>&lt;p&gt;Nun stehn die kleinen Pforten alle offen,&#10;die talwärts zu den Rebenhängen führen!&#10;Kein Wächter eilt, sie nächtens zu verschließen.&#10;Der Wächter Amt ist aus. Sie schwelgen wohl&#10;im jungen Wein bereits und reden trunken&amp;hellip;&#10;Die Reben aber, ihres Schmucks beraubt,&#10;der Schwere und der Süße ihrer Trauben,&#10;entsenden Blatt für Blatt zur Erde wieder&#10;und kräuseln müde ihre dürren Ranken.&#10;Wie Frauen, deren Haare alternd bleichen,&#10;die niemand mehr sich Mühe gibt zu hüten,&#10;weil keine Süßigkeit gefährdet ist&#10;und keiner Frucht mehr Räuber schändend nahen,&#10;so liegen sie an den verlassnen Straßen&#10;im Moderkranz der fahlen Lauben da,&#10;und selbst die kleinen Wasser wandern träger&#10;dem großen Strom der breiten Tale zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachruf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachruf/</guid><description>&lt;p&gt;Du liebe, treue Laute,&#10;Wie manche Sommernacht,&#10;Bis daß der Morgen graute,&#10;Hab′ ich mit dir durchwacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Täler, wieder nachten,&#10;Schon sinkt das Abendrot,&#10;Doch die sonst mit uns wachten,&#10;Die liegen lange tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wollen wir nun singen&#10;Hier in der Einsamkeit,&#10;Wenn alle von uns gingen,&#10;Die unser Lied erfreut′?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen dennoch singen!&#10;So still ist′s auf der Welt;&#10;Wer weiß, die Lieder dringen&#10;Vielleicht zum Sternezelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgefuehl/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich mich abends entkleide,&#10;Gemachsam, Stück für Stück,&#10;So tragen die müden Gedanken&#10;Mich vorwärts oder zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denke der alten Tage,&#10;Da zog die Mutter mich aus;&#10;Sie legte mich still in die Wiege,&#10;Die Winde brausten ums Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denke der letzten Stunde,&#10;Da werden′s die Nachbarn tun;&#10;Sie senken mich still in die Erde,&#10;Dann werd ich lange ruhn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schließt nun der Schlaf mein Auge,&#10;Wie träum ich so oftmals das:&#10;Es wäre eins von beidem,&#10;Nur wüßt′ ich selber nicht, was.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtidyll</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtidyll/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtidyll/</guid><description>&lt;p&gt;Gern von meinem Fenster schau ich&#10;Träumend in die schönen Nächte,&#10;Wenn Selenes Silbernadeln&#10;Emsig stickend, leis erklingen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf den breiten, blauen Vorhang&#10;Schwarz als Silhouetten stickend&#10;Dort das eingeschlafne Nußholz,&#10;Dort die lichtgefüllten Häuschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühle vor der feinen Arbeit&#10;Immer mich als wie vor Wundern&#10;Und die flügelmüde Seele&#10;Läßt sich still zur Ruhe nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn es Wahrheit, daß dem Dichter&#10;Es vergönnt, in solchen Stunden&#10;Auch verschwiegne Sprach zu hören&#10;Und im Innern mitzufühlen&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtige Seefahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtige-seefahrt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtige-seefahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Die Winde sind von einem Möwen-Dutzend&#10;Geschwänzt und schlagen durch die Luft, dumpf, pfeifend.&#10;Und hart herrollend, seltsam vorwärtsgreifend,&#10;Zerbraust das Meer, der Riffe Rücken putzend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es klatscht das Segel, patscht das Ruderblatt.&#10;Die gleichen Wogen streifen, weichen vorn&#10;Und fallen hinten, wo der Möwen Zorn&#10;Sie schmäht, matt, hingemäht, ins glatte Schwad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann steift der Wind. Er gibt die Brise doppelt&#10;Und schmeißt die hellen Wasserhaufen steiler,&#10;Wie ein Pikeur die Meute noch gekoppelt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtliche Insel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-insel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-insel/</guid><description>&lt;p&gt;Der See fließt langsam zu dem fernen Land.&#10;Vielleicht, er findet irgendwo das Land.&#10;Die blasse Küste weint Verlassenheit.&#10;Im Röhricht ist so viel Verlassenheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ward die Wiese aller Blüten kahl.&#10;Es steht die Hütte ganz in Armut kahl.&#10;Die späten Vögel suchten lange Rast.&#10;Es fand der letzte Falter dunkle Rast:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Ende wird ein großer Schatten sein,&#10;Es wird der Morgen fast vergessen sein,&#10;Noch eine weiße Birke hängt im Abend.&#10;Noch eine weiße Nonne betet in den Abend.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtliche Unterhaltung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-unterhaltung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-unterhaltung/</guid><description>&lt;p&gt;Der Landgerichtsdirektor schnarchte im Bett.&#10;Seine Garderobe lag - ziemlich komplett -&#10;auf dem Stuhl. Die Nacht war so monoton&amp;hellip;&#10;Da machten die Kleider Konversation.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich&amp;rdquo;, sagte die Jacke, &amp;ldquo;werde ausgezogen.&#10;Ich hänge - ungelogen -&#10;im Beratungszimmer&#10;und habe keinen Schimmer,&#10;was mein Alter da treibt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wir sprechen Recht!&amp;rdquo; sagte die Weste.&#10;&amp;ldquo;Aber feste -!&#10;Wir schnauzen die Angeklagten an -&#10;wir benehmen uns wie ein Edelmann.&#10;Wir verbieten allen sofort den Mund&#10;und reden uns selber die Lippen wund.&#10;Wir verhängen über Wehrlose Ordnungsstrafen&#10;(nur, wenn wir Beisitzer sind, können wir schlafen).&#10;Zum Schluss verknacken wir. Ohne Scherz.&#10;Unter mir schlägt übrigens kein Herz.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtliche Wanderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-wanderung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-wanderung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich schreite einsam durch den Wald,&#10;Die Nacht webt schwarz um düstre Tannen;&#10;Vor meinem Geist steht Weh und Luft&#10;Der langen Jahre, die verrannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat mehr des Leibes, mehr der Luft&#10;Mich angefaßt im Weltgetriebe? -&#10;Ob allem, was verweht, vergeht,&#10;Stand ewig leuchtend deine Liebe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch heute, da durch Nacht und Graun&#10;Mein müder Fuß zum Ziele schreitet,&#10;Fühl ich o tief, wie mich dein Geist&#10;In dieser Einsamkeit begleitet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtliches Wiederfinden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliches-wiederfinden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliches-wiederfinden/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe dich gehört, doch nicht gesehn —&#10;Die Nacht wand neidisch dich in ihre Schleier,&#10;Mich traf nur deiner Worte süßes Wehn,&#10;Mein Auge glühte, und — mein Herz schlug freier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn in der Flamme, die zu deinem Bild&#10;Aus meinem Aug gelodert durch das Dunkel,&#10;Glaubt ich dein Wesen liebevoll und mild&#10;Verklärt zu sehn durch meiner Glut Gefunkel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da zog mit seiner ganzen Seligkeit&#10;Das tote Glück im Traum an mir vorüber —&#10;Ein süß Erinnern einer schönen Zeit, —&#10;Und wieder ward mirs vor dem Auge trüber.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtlied/</guid><description>&lt;p&gt;Quellende, schwellende Nacht,&#10;Voll von Lichtern und Sternen:&#10;In den ewigen Fernen,&#10;Sage, was ist da erwacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herz in der Brust wird beengt,&#10;Steigendes, neigendes Leben,&#10;Riesenhaft fühle ich′s weben,&#10;Welches das meine verdrängt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlaf, da nahst du dich leis,&#10;Wie dem Kinde die Amme,&#10;Und um die dürftige Flamme&#10;Ziehst du den schützenden Kreis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Narzissen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/narzissen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/narzissen/</guid><description>&lt;p&gt;Weißt du noch, wie weiß, wie bleich&#10;in den Maiendämmerungen,&#10;wenn ich lag, von dir umschlungen,&#10;dir zu Füßen hingerissen,&#10;um uns schwankten die Narzissen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weißt du noch, wie heiß, wie weich&#10;in den blauen Juninächten,&#10;wenn wir, müde von den Küssen,&#10;um uns flochten deine Flechten,&#10;Düfte hauchten die Narzissen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wieder leuchten dir zu Füßen,&#10;wenn die Dämmerungen sinken,&#10;wenn die blauen Nächte blinken,&#10;wieder duften die Narzissen.&#10;Weißt du noch, wie heiß? wie bleich?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Natur und Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-und-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-und-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Fordre nicht, daß ich mit Worten sage&#10;Was mich quält und peinigt jeden Tag!&#10;Müde bin ich, daß ich keine Worte&#10;Auch von deinen Lippen hören mag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Menschen haben mir so viel mit Weisheit&#10;Und mit leerem Troste zugesetzt,&#10;Daß vor ihrer wortbehenden Liebe&#10;Wahrlich sich mein scheues Ohr entsetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß du mich in deine weichen Hände&#10;Stumm vergraben Stirn und Wangen nur;&#10;Dann empfind´ich schauernd deine Liebe&#10;Wie den leisen Odem der Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neapolitanisches Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neapolitanisches-bild/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neapolitanisches-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Fleißig hämmert der Schmied, mein Nachbar, da naht sich bedächtig&#10;Ihm der heischende Mönch, willig auch reicht ihm der Mann,&#10;Den er noch kaum verdient durch frühe Arbeit, den Groschen,&#10;Und es beut ihm der Mönch einen gedoppelten Dank,&#10;Erst die Madonna zum Kuß und dann die Dose zum Schnupfen,&#10;Jener küßt und nimmt ruhig die Prise darauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neid der Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neid-der-sehnsucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neid-der-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Bäche rauschen&#10;Der Frühlingssonne,&#10;Hell singen die Vögel,&#10;Es lauschen die Blüten,&#10;Und sprachlos ringen&#10;Sich Wonnedüfte&#10;Aus ihrem Busen;&#10;Und ich muß trauern,&#10;Denn nimmer strahlt mir&#10;Dein Aug, o Geliebte! –&#10;Nicht über den Wellen&#10;Des Ozeanes,&#10;Nicht über den Sternen&#10;Und nicht im Lande&#10;Der Phantasien&#10;Ist meine Heimat;&#10;Ich finde sie nur&#10;In deinem Auge!&#10;Was je mir freudig&#10;Beseelte das Leben,&#10;Was nach dem Tode&#10;Mir weckte die Sehnsucht,&#10;Entschwundner Kindheit&#10;Fröhliche Tage&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nenn ich dich Glück?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nenn-ich-dich-glueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nenn-ich-dich-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Nenn ich dich Glück? Entsetzen? nenn ich dich&#10;Heil oder Folter? Ich weiß keinen Namen&#10;Zu fassen dich; ich fügte keinen Rahmen&#10;Um dich, daraus dein Bild nicht löste sich&#10;Und schritt davon.&#10;Ich habe dich zu halten&#10;Vermocht in keiner einzigen Gestalt.&#10;Ich griff mit einer innigen Gewalt&#10;Und was ich griff, lächelte schon gespalten&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist so weise dich stets zu entwinden&#10;Aus meinen Worten, meinem Blick, der Hand,&#10;Daß ich schon oft vermeinte dich zu finden,&#10;Wenn ich fand&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nennen Sie es Ausschlachtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nennen-sie-es-ausschlachtung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nennen-sie-es-ausschlachtung/</guid><description>&lt;p&gt;Anna Blume ist die Stimmung, direkt vor und direkt nach dem Zubettegehen.&#10;Anna Blume ist die Dame neben Dir&#10;Anna Blume ist das einzige Gefühl für Liebe, dessen Du überhaupt fähig bist&#10;Anna Blume bist Du&#10;Anna Blume ausschlachten heißt Dich schlachten&#10;Bist Du schon einmal geschlachtet worden?&#10;Anna Blume schlachten heißt Dich ausschlachten&#10;Du lässt Dich gern ausschlachten?&#10;Schlachte Anna Blume, die Stimmung vor dem Zubettgehen&#10;Schlachte Anna Blume, die Dame neben Dir&#10;Anna Blume schlachten, ist die einzige Ausschlachtung, deren Du überhaupt fähig bist&#10;Wenn Du nicht zufällig, Merz wolle Dich bewahren, ein ganz unfähiger Mensch sein solltest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Liebe, neues Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-liebe-neues-leben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-liebe-neues-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Herz, mein Herz, was soll das geben?&#10;Was bedränget dich so sehr?&#10;Welch ein fremdes, neues Leben!&#10;Ich erkenne dich nicht mehr.&#10;Weg ist alles, was du liebtest,&#10;Weg, warum du dich betrübtest,&#10;Weg dein Fleiß und deine Ruh -&#10;Ach, wie kamst du nur dazu!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fesselt dich die Jugendblüte,&#10;Diese liebliche Gestalt,&#10;Dieser Blick voll Treu und Güte&#10;Mit unendlicher Gewalt?&#10;Will ich rasch mich ihr entziehen,&#10;Mich ermannen, ihr entfliehen,&#10;Führet mich im Augenblick,&#10;Ach, mein Weg zu ihr zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahrsgruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrsgruss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrsgruss/</guid><description>&lt;p&gt;Ans Tor des Türmers hab′ ich heut&#10;gepocht mit lautem Rufen:&#10;»Komm, führe mich vor Mitternacht&#10;zum Turm hinauf die Stufen!&#10;Denn ein Gelüsten treibt mich heut,&#10;mit mächtig hallendem Geläut&#10;die Welt zu meinen Füßen&#10;zu grüßen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und an des Alten Seite stumm&#10;bin ich emporgestiegen.&#10;Tief lag die Erde schneeverhüllt,&#10;geruhig und verschwiegen.&#10;Die weite Stadt - ein Lichtermeer!&#10;Das blinkte hold von unten her&#10;wie goldnes Sterngewimmel&#10;vom Himmel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahrslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrslied/</guid><description>&lt;p&gt;Mit der Freude zieht der Schmerz&#10;Traulich durch die Zeiten.&#10;Schwere Stürme, milde Weste,&#10;Bange Sorgen, frohe Feste&#10;Wandeln sich zur Seiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wo eine Träne fällt,&#10;Blüht auch eine Rose.&#10;Schön gemischt, noch eh′ wir′s bitten,&#10;Ist für Thronen und für Hütten&#10;Schmerz und Lust im Lose.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War′s nicht so im alten Jahr?&#10;Wird′s im neuen enden?&#10;Sonnen wallen auf und nieder,&#10;Wolken gehn und kommen wieder,&#10;Und kein Wunsch wird′s wenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nicht jenes Zaubernetz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-jenes-zaubernetz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-jenes-zaubernetz/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht jenes Zaubernetz, gesponnen&#10;Aus deinem schönen Lockenhaar,&#10;Auch nicht dein leuchtend Augenpaar&#10;Hat so mein Herz für dich gewonnen,&#10;Nein, eine Schönheit höh′rer Art,&#10;Die immer mehr sich offenbart.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der reine Wert, dein innres Leben,&#10;Der Seelenadel, der dich schmückt,&#10;Das ist′s, was mich an dir entzückt;&#10;Und beben muß ich, tief erbeben:&#10;Es beugt mich der Gedanke fast,&#10;Daß du mich lieb gewonnen hast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichts verliert sich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-verliert-sich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-verliert-sich/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht der brausende Strom zürnt mit dem rieselnden Bache,&#10;Nicht der rieselnde Bach zürnt mit dem fallenden Thau;&#10;Alle rollen vereint zum weiten, unendlichen Meere,&#10;Wo sich ihr Name verliert, wo ihre Welle zerrinnt.&#10;Aber sieh, vom gewaltigen Meer ziehn Dämpfe gen Himmel,&#10;Schweben als Wolken umher, regnen in Tropfen herab;&#10;Ketten der Berge ziehen sie an und erhabene Gipfel,&#10;Quellen strömen ins Land, Kräuter und Blumen entstehn.&#10;Nein, kein Tropfe verlor sich im Meer und dem endlosen Aether;&#10;Darum, lieblicher Bach, rolle die Welle getrost!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nietzsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nietzsche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nietzsche/</guid><description>&lt;p&gt;Schwergelbe wolken ziehen überm hügel&#10;Und kühle stürme - halb des herbstes boten&#10;Halb frühen frühlings&amp;hellip; Also diese mauer&#10;Umschloss den Donnerer - ihn der einzig war&#10;Von tausenden aus rauch und staub um ihn?&#10;Hier sandte er auf flaches mittelland&#10;Und tote stadt die letzten stumpfen blitze&#10;Und ging aus langer nacht zur längsten nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blöd trabt die menge drunten - scheucht sie nicht!&#10;Was wäre stich der qualle, schnitt dem kraut!&#10;Noch eine weile walte fromme stille&#10;Und das getier das ihn mit lob befleckt&#10;Und sich im moderdunste weiter mästet&#10;Der ihn er würgen half sei erst verendet!&#10;Dann aber stehst du strahlend vor den zeiten&#10;Wie andre führer mit der blutigen krone.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nimm dich zusammen!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nimm-dich-zusammen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nimm-dich-zusammen/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Worte sind es, einfach nur und schlicht,&#10;Und doch so reich an Inhalt und Gewicht,&#10;Daß sie das Herz mit freudgem Muth entflammen.&#10;Wer hat nicht ihre Wundermacht erprobt,&#10;Wenn er, von wüster Leidenschaft durchtobt,&#10;Urplötzlich zu sich sprach: Nimm dich zusammen!?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob dir des Glückes goldne Sonne strahlt,&#10;In Nebeln, trüb und grau und giftig kalt,&#10;Der Hoffnung letzte Sterne dir verschwammen,&#10;Ob Haß, ob Liebe dir im Busen schwillt,&#10;Für jeden Tag, für jede Stunde gilt&#10;Der ernste Mahnungsruf: Nimm dich zusammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nimm hin den Faden durch das Labyrinth...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nimm-hin-den-faden-durch-das-labyrinth/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nimm-hin-den-faden-durch-das-labyrinth/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm hin den Faden durch das Labyrinth,&#10;Das schrecklicher als jenes alte ist,&#10;In dessen ausweglosem Pfadgewind&#10;Ein scheußlich Ungeheu′r den Wandrer frißt,&#10;Denn hier mein Freund! schreckt dich kein greulich Tier,&#10;Hier trägt der Drache menschliche Gestalt;&#10;Hier ist die Schlange Weib, der Teufel Kavalier;&#10;Hier tut dir Glanz und Tanz und Farb′ und Duft Gewalt,&#10;Hier ist die Sitte Kuppler, Freundschaft Seelverkäufer;&#10;Die Treu Falschmünzer und die Unschuld Werber;&#10;Der Busenfreund Spion, die Ehre Überläufer;&#10;Die Lilie trägt am Hut hier der Verderber,&#10;Mit Rosen deckt sich hier schamlose Schande,&#10;Von Veilchen duftet hier die feile Pest.&#10;Der sichre Weg streift hier am Höllenrande&#10;Und überm Abgrund schwebet hier der Tugend Nest.&#10;Du wagst dich hin! Gott stärke dich zum Helden&#10;Und mach′ für Sünd dich taub und blind und lahm;&#10;Auf daß dies Blatt er möge Lügen schelten,&#10;Wenn besser er hinwegzieht als er kam.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nis Randers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nis-randers/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nis-randers/</guid><description>&lt;p&gt;Krachen und Heulen und berstende Nacht,&#10;Dunkel und Flammen in rasender Jagd -&#10;Ein Schrei durch die Brandung!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und brennt der Himmel, so sieht mans gut.&#10;Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut;&#10;Gleich holt sichs der Abgrund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nis Randers lugt - und ohne Hast&#10;Spricht er: &amp;ldquo;Da hängt noch ein Mann im Mast;&#10;Wir müssen ihn holen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da faßt ihn die Mutter: &amp;ldquo;Du steigst mir nicht ein:&#10;Dich will ich behalten, du bliebst mir allein,&#10;Ich wills, deine Mutter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noemi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noemi/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noemi/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich trage so schwer an der Schicksalserbschaft&#10;Meiner Bibelmütter,&#10;Meiner Prophetinnen,&#10;Meiner Königinnen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rauschen so mächtig aus dunklen Jahrhunderten&#10;Die Gottesjahre,&#10;Die Tempeljahre,&#10;Die Ghettojahre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es singen so wirr in meiner geborstenen Seele&#10;Die Jahrzeitenfeste,&#10;Die Himmelsfeste,&#10;Die Totenfeste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schreien so tief in meinem tollen Blut&#10;Die Patriarchen,&#10;Die Helden,&#10;Die Söhne!&#10;Hör, Israel, Adonoi war dein Gott, Adonoi war einzig!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin die Tochter des Frühlingsvolks!&#10;Andacht und Opfer vergeudend,&#10;Riss ich die Erde in meinen Wirbel.&#10;Mein Gebet war das menschliche Echo&#10;Der Asphodelengesänge&#10;Und Ölbaumsymphonien.&#10;Mein Himmel war wolkig erbaut&#10;Über den weiß erblühten Gebirgen,&#10;Und die goldenen Sternenzeichen&#10;Tief in dunklen Seen nachgebildet.&#10;Jeder Mann trug stolz sein Zedernhaupt.&#10;Jeder Jüngling eine wandelnde Akazie,&#10;Israel so fromm wie ein Frühlingshügel!&#10;Salben und öle dufteten um seine Glieder,&#10;Und in seinen großen Augen&#10;Lächelte Gott.&#10;Opfer war die Sprache der Patriarchen,&#10;Und die Engel die Antwort des Himmels.&#10;Jede Mädchenklage wie ein Taubenpaar,&#10;Jede Frauenbitte blondes Lämmchen,&#10;Und des Kriegers unwirsch Kampfgelübde&#10;Rauchte dumpf im Blute der Stiere auf.&#10;Und die Tänze im süßen Weinberg,&#10;Zimbeljubelnd kränzten sie das Jahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nova Apocalypsis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nova-apocalypsis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nova-apocalypsis/</guid><description>&lt;p&gt;Endchrist endchrist du wurdest zum spott&#10;Statt deiner kommt der fliegengott.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Larven aus faulenden hirnen gekrochen&#10;Sind nun ins leben hereingebrochen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Breiten sich dreist über alle gassen :&#10;&amp;ldquo;Das reich ist unser : wir kommen in massen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der geht noch aufrecht - reisset ihn um&#10;Der hat noch ein antlitz - zerret es krum !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der schreitet noch - er schleiche und hin ke&#10;Der schaut noch - macht dass er schiele und zwinke !&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Novelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/novelle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/novelle/</guid><description>&lt;p&gt;Sie kannten sich beide von Angesicht,&#10;Sie sprachen sich nie und liebten sich nicht.&#10;Er nahm ein Weib, das die Mutter ihm wählte,&#10;Als sie sich mit einem Vetter vermählte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war zufrieden mit seinem Los;&#10;Sie wähnte sich recht in des Glückes Schoß.&#10;Nur manchmal, zur Zeit der Fliederblüte,&#10;Was wollte da knospen in ihrem Gemüte?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und einst nach Jahren am dritten Ort&#10;Da sagten sie sich das erste Wort,&#10;Am selben Tische zum ersten Male -&#10;Der Flieder duftet′ herein zum Saale.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>November</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/november/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/november/</guid><description>&lt;p&gt;Solchen Monat muß man loben:&#10;Keiner kann wie dieser toben,&#10;keiner so verdrießlich sein&#10;und so ohne Sonnenschein!&#10;Keiner so in Wolken maulen,&#10;keiner so mit Sturmwind graulen!&#10;Und wie naß er alles macht!&#10;Ja, es ist ′ne wahre Pracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht das schöne Schlackerwetter!&#10;Und die armen welken Blätter,&#10;wie sie tanzen in dem Wind&#10;und so ganz verloren sind!&#10;Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt&#10;und sie durcheinander wirbelt&#10;und sie hetzt ohn′ Unterlaß:&#10;Ja, das ist Novemberspaß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun laßt uns gehn und treten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-lasst-uns-gehn-und-treten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-lasst-uns-gehn-und-treten/</guid><description>&lt;p&gt;Nun laßt uns gehn und treten&#10;mit Singen und mit Beten&#10;zum Herrn, der unserm Leben&#10;bis hieher Kraft gegeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir gehn dahin und wandern&#10;von einem Jahr zum andern,&#10;wir leben und gedeihen&#10;vom alten zu dem neuen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wie von treuen Müttern&#10;in schweren Ungewittern&#10;die Kindlein hier auf Erden&#10;mit Fleiß bewahret werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also auch und nicht minder&#10;läßt Gott uns, seine Kinder,&#10;wenn Not und Trübsal blitzen,&#10;in seinem Schoße sitzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun soll mir nicht mehr grauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-soll-mir-nicht-mehr-grauen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-soll-mir-nicht-mehr-grauen/</guid><description>&lt;p&gt;Nun soll mir nicht mehr grauen&#10;vor allem, was mir will&#10;entnehmen meinen Mut&#10;zusamt dem edlen Gut,&#10;so mir durch Jesus Christ&#10;aus Lieb erworben ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun weh und dreimal weh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-weh-und-dreimal-weh/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-weh-und-dreimal-weh/</guid><description>&lt;p&gt;Fünf neue Lieder auf den kläglichen und höchstbetrübenden&#10;Hingang des edlen Prinzen genannt Held Karneval zu Düsseldorf&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Februar 1848&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als der Minister Bodelschwingh den Karneval zu Düsseldorf,&#10;nach mehr als zwanzigjährigem Bestehen, durch Ministerialreskript&#10;verboten hatte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Auszug)&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun weh und dreimal weh, ihr Zecher,&#10;hinauf, hinab den grünen Rhein,&#10;nun werft in Scherben alle Becher&#10;und mischet Wasser in den Wein!&#10;Der liebste Fürst in unsern Tagen,&#10;der liebste mir, ich sag′ es frei,&#10;Held Karneval, der liegt erschlagen,&#10;erschlagen von der Polizei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun, gute Nacht! mein Leben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-gute-nacht-mein-leben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-gute-nacht-mein-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Nun, gute Nacht! mein Leben,&#10;Du alter, treuer Rhein!&#10;Deine Wellen schweben&#10;Klar im Sternenschein;&#10;Die Welt ist rings entschlafen,&#10;Es singt den Wolkenschafen&#10;Der Mond ein Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schiffer schläft im Nachen&#10;Und träumet von dem Meer;&#10;Du aber du mußt wachen&#10;Und trägst das Schiff einher;&#10;Du führst ein freies Leben,&#10;Durchtanzest bei den Reben&#10;Die ernste Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer Dich gesehn, lernt lachen;&#10;Du bist so freudenreich,&#10;Du labst das Herz der Schwachen&#10;Und machst den Armen reich,&#10;Du spiegelst hohe Schlösser,&#10;Und füllest große Fässer&#10;Mit edlem Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur die Wahrheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-die-wahrheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-die-wahrheit/</guid><description>&lt;p&gt;Du mußt der Welt Dich recht geschmeidig zeigen,&#10;Dich freundlich neigen, lächeln gegen Alle&#10;Und ganz besonders, was Du denkst, verschweigen:&#10;So steht es gut mit Dir in jedem Falle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und meinst Du gleich von Diesem oder Jenem:&#10;Ich zähl′ als Mensch Euch nicht zu den Besten,&#10;So sollst Du doch zu schmeicheln Dich gewöhnen,&#10;Auch diesen selbst und seines Sinns Gebresten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sprach zu mir ein alter Mann, der viel erfahren,&#10;Er meint es gut mit mir, ich mußt es glauben,&#10;Doch sagt′ ich ernst: &amp;ldquo;Laßt mir mein schlicht Gebaren,&#10;Den Hang zur Wahrheit soll mir niemand rauben.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur Du allein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-du-allein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-du-allein/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur Du allein, Du schautest wie ich litt,&#10;Nur Du allein hast meiner Qual geglaubt,&#10;Du schirmtest die Gedanken mir im Haupt -&#10;Als Nacht mit Licht in meiner Seele stritt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur Du allein, Du lieh′st mir Deine Hand,&#10;Als ich einst kam, geschmähet und bedroht -&#10;Als sich kein heimathlicher Heerd mir bot,&#10;Als ich allein auf weiter Erde stand&amp;hellip;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur Du allein, Du hast mich nie betrübt,&#10;Seit Du erschaut, wie ich so tief verarmt -&#10;Nur Du allein hast Dich einst mein erbarmt,&#10;Hast mich beschützt - und hast mich nie geliebt&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O du allersüßte Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-du-allersuesste-freude/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-du-allersuesste-freude/</guid><description>&lt;p&gt;O du allersüßte Freude,&#10;o du allerhöchstes Licht,&#10;der du uns in Lieb und Leide&#10;unbesuchet lässest nicht.&#10;Geist des Höchsten, höchster Fürst,&#10;der du hältst und halten wirst&#10;ohn Aufhören aller Dinge,&#10;höre, höre, was ich singe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist ja die beste Gabe,&#10;die ein Mensch nur nennen kann;&#10;wenn ich dich erwünsch und habe,&#10;geb ich alles Wünschen dran.&#10;Ach, so gibt dich, komm zu mir&#10;in mein Herze, das du dir,&#10;da ich in die Welt geboren&#10;selbst zum Tempel auserkoren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O Jesu Christ, wir warten dein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-jesu-christ-wir-warten-dein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-jesu-christ-wir-warten-dein/</guid><description>&lt;p&gt;O Jesu Christ, wir warten dein,&#10;dein heilges Wort leucht und so fein.&#10;Am End der Welt bleib nicht lang aus&#10;und führ uns in deins Vaters Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist die liebe Sonne klar,&#10;wer an dich glaubt, der ist fürwahr&#10;ein Kind der ewigen Seligkeit,&#10;die deinen Christen ist bereit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir danken dir, wir loben dich&#10;dich zeitlich und dort ewiglich&#10;für deine Barmherzigkeit&#10;von nun an bis in Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O Lacrimosa, II</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-lacrimosa-ii/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-lacrimosa-ii/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts als ein Atemzug ist das Leere, und jenes&#10;grüne Gefülltsein der schönen&#10;Bäume: ein Atemzug!&#10;Wir, die Angeatmeten noch,&#10;heute noch Angeatmeten, zählen&#10;diese, der Erde, langsame Atmung,&#10;deren Eile wir sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber die Winter! O diese heimliche&#10;Einkehr der Erde. Da um die Toten&#10;in dem reinen Rückfall der Säfte&#10;Kühnheit sich sammelt,&#10;künftiger Frühlinge Kühnheit.&#10;Wo das Erdenken geschieht&#10;unter der Starre; wo das von den großen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O lass mich küssen dein Gewand...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-lass-mich-kuessen-dein-gewand/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-lass-mich-kuessen-dein-gewand/</guid><description>&lt;p&gt;O lass&amp;rsquo; mich küssen dein Gewand,&#10;Du Einzige-Holde, Heilig-Reine,&#10;Ich weiß: daß ich in dir nur fand&#10;Der Liebe Glück, nach dem ich weine.&#10;Entsühne mich vom irdischen Tand,&#10;Ganz sei dein Fühlen auch das meine,&#10;Lass&amp;rsquo; in der Liebe Wunderland&#10;Uns träumen süß das Ewig-Eine.&#10;Du giebst mir deine Zauberhand,&#10;Tief unter uns stirbt das Gemeine –&#10;Du führ&amp;rsquo;st mich an des Abgrunds Rand&#10;Vorbei zum ewigen Sonnenscheine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O lieber Gott, so mild und lind...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-lieber-gott-so-mild-und-lind/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-lieber-gott-so-mild-und-lind/</guid><description>&lt;p&gt;O lieber Gott, so mild und lind,&#10;Du schließest mit Erbarmen&#10;Die Kinder all, die Waisen sind,&#10;In deine Vaterarmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehst nieder in der stillen Nacht&#10;Mit tausend kleinen Sternen,&#10;Und wo dein freundlich Auge wacht,&#10;Muß sich der Feind entfernen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum fasse Mut, du Menschenkind,&#10;Verlier dich nicht im Dunkeln,&#10;Die Lichter ja am Himmel sind&#10;Um tröstlich dir zu funkeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O süßer Tod...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-suesser-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-suesser-tod/</guid><description>&lt;p&gt;O süßer Tod, der alle Menschen schrecket,&#10;Von mir empfingst du lauter Huldigungen:&#10;Wie hab ich brünstig oft nach dir gerungen,&#10;Nach deinem Schlummer, welchen nichts erwecket!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Schläfer ihr, von Erde zugedecket,&#10;Von ew′gen Wiegenliedern eingesungen,&#10;Habt ihr den Kelch des Lebens froh geschwungen,&#10;Der mir allein vielleicht wie Galle schmecket?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch euch, befürcht ich, hat die Welt betöret,&#10;Vereitelt wurden eure besten Taten,&#10;Und eure liebsten Hoffnungen zerstöret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ode XIV</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-xiv/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-xiv/</guid><description>&lt;p&gt;Das männliche Geschlechte, im Namen einiger Frauenzimmer besungen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Weltgepriesenes Geschlechte,&#10;Du in dich selbst verliebte Schaar,&#10;Prahlst allzusehr mit deinem Rechte,&#10;Das Adams erster Vorzug war.&#10;Doch soll ich deinen Werth besingen,&#10;Der dir auch wirklich zugehört;&#10;So wird mein Lied ganz anders klingen,&#10;Als das, womit man dich verehrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr rühmt das günstige Geschicke,&#10;Das euch zu ganzen Menschen macht;&#10;Und wißt in einem Augenblicke&#10;Worauf wir nimmermehr gedacht.&#10;Allein; wenn wir euch recht betrachten,&#10;So seyd ihr schwächer als ein Weib.&#10;Ihr müßt oft unsre Klugheit pachten,&#10;Noch weiter als zum Zeitvertreib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Offener Antrag auf der Straße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/offener-antrag-auf-der-strasse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/offener-antrag-auf-der-strasse/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe einen Frisiersalon.&#10;Komm mit. Dort wollen wir knutschen.&#10;Ich wollte, ich wäre ein Malzbonbon&#10;Und du, du würdest mich lutschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir geben dem Lehrbub den Nachmittag frei&#10;Und schreiben &amp;ldquo;Geschlossen bis sieben&amp;rdquo;.&#10;Ich habe Rotwein im Laden und drei&#10;Dicke Roßhaarsäcke zum Lieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich werde dich unentgeltlich frisiern&#10;Und dir die Nägel beschneiden.&#10;Du brauchst dich gar nicht vor mir geniern,&#10;Denn ich mag dicke Fraun leiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe auch Schwarzbrot und Butter und Quark&#10;Und außerdem einen großen - -&#10;Donnerwetter sind deine Muskeln stark!&#10;Du, zeig mal: was hast du für Hosen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-denk-ich-sie-sind-nur-ausgegangen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-denk-ich-sie-sind-nur-ausgegangen/</guid><description>&lt;p&gt;Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen,&#10;Bald werden sie wieder nach Haus gelangen,&#10;Der Tag ist schön, o sei nicht bang,&#10;Sie machen nur einen weitern Gang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jawohl, sie sind nur ausgegangen,&#10;Und werden jetzt nach Haus gelangen,&#10;O sei nicht bang, der Tag ist schön,&#10;Sie machen den Gang zu jenen Höhn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sind uns nur vorausgegangen,&#10;Und werden nicht hier nach Haus verlangen,&#10;Wir holen sie ein auf jenen Höhn&#10;Im Sonnenschein, der Tag ist schön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oh wunderbares, tiefes Schweigen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oh-wunderbares-tiefes-schweigen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oh-wunderbares-tiefes-schweigen/</guid><description>&lt;p&gt;Oh wunderbares, tiefes Schweigen,&#10;wie einsam ist`s doch auf der Welt!&#10;Die Wälder nur sich leise neigen,&#10;als ging der Herr durchs stille Feld.&#10;Ich fühl mich recht wie neu erschaffen.&#10;Wo ist die Sorge, wo die Not?&#10;Was mich noch gestern wollt erschlaffen-&#10;ich schäm mich des im Morgenrot.&#10;Die Welt mit ihrem Gram und Glücke&#10;will ich,ein Pilger, frohbereit&#10;betreten nur wie eine Brücke&#10;zu Dir, Herr, übern Strom der Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ohne die Liebste ist keine Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ohne-die-liebste-ist-keine-freude/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ohne-die-liebste-ist-keine-freude/</guid><description>&lt;p&gt;Kan die Welt auch wohl bestehen&#10;ohn der Sonnen klahres Liecht?&#10;kan man in der Nacht auch sehen /&#10;wenn da Stern und Mond gebricht?&#10;kan ein Schiffman auch wohl lachen&#10;wenn sein Schiff begündt zu krachen?&#10;Eben wenig kan ich leben /&#10;wenn mir meine Dorile /&#10;nicht ihr klares Liecht wil geben;&#10;Eben wenig ich besteh /&#10;wenn sie nicht mein Schiff regieret /&#10;und durch ihre Freundschafft führet.&#10;Springt ein Rehbock bey der Mutter /&#10;mehr nicht / als er sonsten tuht?&#10;hat ein Pferd bey vollem Futter /&#10;auch nicht einen frischen Muht?&#10;Also kan ich besser leben /&#10;wenn ihr Liecht mir wird gegeben.&#10;Zweyen Herzen / die sich lieben /&#10;ist die allerhöchste Pein /&#10;und das grösseste Betrüben /&#10;wenn sie nicht zusammen sein /&#10;weil sie sonsten nichts gedencken /&#10;alß nur Arm in Arm zu schrenken.&#10;Wie die Ulmen üm den Reben&#10;gleichsam als verliebt sich drehn:&#10;Also wündsch ich auch / mein Leben /&#10;bey dir umgefast zu stehn /&#10;und dir etwas vor zusagen&#10;von den süssen Liebes=Plagen.&#10;Darüm wil ich mich bemühen&#10;auff mein Fretow hinzuziehn /&#10;und mein Leben selbst nicht fliehen /&#10;weil ich sonst erstorben bin /&#10;alß denn wird sie mich erfreuen /&#10;und mir meinen Geist verneuen.&#10;Darüm wil ich gerne lassen&#10;der Tollense Liebligkeit /&#10;wil mein Leben selbst nicht hassen /&#10;weil es nuhr erlaubt die Zeit;&#10;weg mit disen schlechten Auen /&#10;ich wil bald mein Fretow schauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ohne Thema</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ohne-thema/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ohne-thema/</guid><description>&lt;p&gt;Ein jeder hüte sich vor Netze, Strick und – – Fall,&#10;Die Tugend rufet ihn, und zwar mit starkem – – Schall&#10;Fast alle Stunden zu: Wer nur zu mir will – – kommen,&#10;Ja wer sich meinen Dienst mit Ernste – – vorgenommen,&#10;Der ist sehr hoch beglückt, und hat den besten – – Schatz,&#10;Und wahre Ruh erwehlt. Der Tugend Sammel – – Platz&#10;Kan nicht in Seelen seyn, die wie die Thoren – – rasen,&#10;Und mit der Unvernunft und Aberglauben – – spasen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Olevano - Viertes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-viertes-lied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-viertes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Stunde des Tages aber weiht′ ich&#10;Dir, o Loggia! Des Morgens, wenn die Sonne&#10;Aus den Hernikerfelsen, überm kahlen&#10;Sanft umdufteten Haupte des Serone&#10;Sich erhüb′, und die Purpurflamme glühend&#10;Um Olevano′s Häuserpyramide&#10;Höh′re Schönheit ergösse, säß ich längst schon&#10;Auf des Hauses Balkon, an dem das Weinlaub&#10;Schwellend volle Gewinde hoch emporrankt,&#10;Ueberquellend vom Geist des Freudengottes&#10;Schon die Traube dem süßen Lichte zulacht,&#10;Wo in mächtigen Blättern aus der Mauer&#10;Mit der reifenden Frucht die Feige vorgrünt,&#10;Saftig schon die Citrone lacht, die goldne,&#10;Die Melon′ ihr Gewächs zur Erde senket,&#10;Und zur Seite der einsamen Cypresse,&#10;Aus dem Busche die Goldcitrone blinket.&#10;Helle säh′ ich die wind′gen Schlösser blinken,&#10;Sähe Rocca di Cavi, morgenheiter&#10;Der Capranica Burg, Kastanienhügel&#10;Führten nun mir den Blick in der Campagna&#10;Bunte, schimmernde Gründe weit zur Ferne,&#10;Bis wo durch die Elysiumshaine Cavi′s&#10;Palestrina der Schattenpfad sich nähert,&#10;Zu der Volsker Gebirge, Cavignano,&#10;Bis zur Scurcola und Anagni′s Tempe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Onkel-Heini-Schlager</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/onkel-heini-schlager/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/onkel-heini-schlager/</guid><description>&lt;p&gt;Und wenn die Welten untergehn,&#10;Bleibt Onkel Heini doch bestehn,&#10;Denn unser braver Onkel Heini&#10;Hat immer noch die krummsten Beini.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn Heini braucht sich nicht zu bücken,&#10;Es kann ihn doch kein Stern erdrücken.&#10;Denn Sterne sausen stets bei Heini&#10;Hindurch durch seine krummen Beini.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O lieber Onkel Heini,&#10;Wie krumm sind deine Beini!&#10;Wie sind die Beini krumm,&#10;Wie ist das dumm!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ist der Erdenuntergang&#10;Vorbei schon kilometerlang,&#10;Der Stern ist längst vorbeigeflogen,&#10;Von Heinis krummem Bein betrogen -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Opti-pessimistisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/opti-pessimistisch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/opti-pessimistisch/</guid><description>&lt;p&gt;(An J. K.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Welt ist, weil nicht Nichts kann sein,&#10;Und sie ist nur aus diesem Grund,&#10;So kann es ohne Lumperei&amp;rsquo;n&#10;Nicht abgehn, ohne Wust und Schund.&#10;Er reichte nicht, der schwache Werdetrieb&#10;Zum vollen Werden aus dem Nichts heraus,&#10;So daß halbwegs der Aufbau stecken blieb&#10;Und lottrig ausfiel das entworf&amp;rsquo;ne Haus.&#10;Dieß Etwas, Welt, ist wenig mehr als Nichts,&#10;Doch mit dem Nichts, da ist es recht erst Nichts.&#10;In&amp;rsquo;s Nichts gelangen hält man für Genuß,&#10;Allein wenn einer sterben muß,&#10;So ist, wann es geschehen, ja&#10;Dieß zu genießen Niemand da.&#10;Statt des Gebrumms vom Weltenkrach&#10;Werd&amp;rsquo; etwas, etwas Rechtes, mach&amp;rsquo;!&#10;Dann fügest als ein Mehrer du&#10;Dem Etwas Welt dein Etwas zu,&#10;Hast keine Zeit, zu klagen,&#10;Vergiß&amp;rsquo;st in deinen Tagen&#10;Die Zeit, den schwarzen Alb, das Nachtgespenst des Nichts,&#10;Das in dem Etwas sitzt als ruß&amp;rsquo;ger Docht des Lichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ora pro nobis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ora-pro-nobis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ora-pro-nobis/</guid><description>&lt;p&gt;Heil′ge Dämm′rung waltet durch der Rotunda&#10;Tausendjähr′ge Wölbung, der Geist des Abends&#10;Mahnt zum Beten, mahnet zur letzten Andacht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf den Knieen umher in des Tempels hoher&#10;Rundung liegt das gläubige Volk, und Alles&#10;Tönt einstimmig, Jungfrau, dein Lob und flehet:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Schatten decken auch mich; der Vielen&#10;Sieht mich keiner, wunderbar drängt′s von Innen,&#10;Widerständ′ ich? - Zaubrische Macht, ich kniee,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer wiederkehrt der Gesang, der Vorwelt&#10;Schauer kehren wieder mit ihm - o Menschheit,&#10;Sieh′ mich nicht, ich bin - ich bin dein und flehe:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Orpheus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/orpheus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/orpheus/</guid><description>&lt;p&gt;Ich steig in jeden Vorortzug&#10;In dem eine Frau mit Samthut sitzt&#10;Und Traum um die Augen wie du!&#10;In allen Opernhäusern such ich die Logen ab,&#10;Für jeden Dampfer nach Thule hab ich Karten:&#10;Seit ich, Eurydike, dich verlor&#10;Weil ich mich einmal umsah&#10;Muss ich mich umsehn&#10;Nach allen Frauen der Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Orpheus. Eurydike. Hermes.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/orpheus-eurydike-hermes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/orpheus-eurydike-hermes/</guid><description>&lt;p&gt;Das war der Seelen wunderliches Bergwerk.&#10;Wie stille Silbererze gingen sie&#10;als Adern durch sein Dunkel. Zwischen Wurzeln&#10;entsprang das Blut, das fortgeht zu den Menschen,&#10;und schwer wie Porphyr sah es aus im Dunkel.&#10;Sonst war nichts Rotes.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Felsen waren da&#10;und wesenlose Wälder. Brücken über Leeres&#10;und jener große graue blinde Teich,&#10;der über seinem fernen Grunde hing&#10;wie Regenhimmel über einer Landschaft.&#10;Und zwischen Wiesen, sanft und voller Langmut,&#10;erschien des einen Weges blasser Streifen,&#10;wie eine lange Bleiche hingelegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ostern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ostern/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Erdenstaub zu reinen, blauen Lüften&#10;Dringt weit der Blick in ersten Frühlingstagen,&#10;Und höher steigt der mächt′ge Sonnenwagen,&#10;Die Erde sehnt nach Blättern sich und Düften,&#10;Und heilige Geschichten uns dann sagen&#10;Was sich geahnet in des Herzens Klüften.&#10;Er ist erstanden aus den Todesgrüften,&#10;Und wie vergebens war der Menschen Zagen,&#10;Ja so ersteht die Welt der Himmelsgaben&#10;Mit jedem Jahre neu, die Knospen brechen,&#10;Und nichts ist unsrer Liebe zu erhaben,&#10;Sie giebt uns alles in den Wonnebächen,&#10;Die nach dem Eisgang Flur und Aug′ durchgraben,&#10;Das Unsichtbarste will zum Lichte sprechen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ostersamstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ostersamstag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ostersamstag/</guid><description>&lt;p&gt;Wie die Frauen&#10;Zions wohl dereinst beim matten Grauen&#10;Jenes Trauertags beisammen standen,&#10;Worte nicht mehr, nur noch Tränen fanden;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So noch heute,&#10;Stehen als in ferne Zeit verstreute&#10;Bleiche Zionstöchter, Anemonen,&#10;In des Nordens winterlichen Zonen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Gewimmel&#10;Dichter Flocken ist er trüb der Himmel;&#10;Traurig stehen sie die Köpfchen hängend,&#10;Und in Gruppen sich zusammendrängend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also einsam,&#10;Zehn und zwölfe hier so leidgemeinsam,&#10;Da und dort verstreut auf grauer Oede,&#10;Weiße Tüchlein aufgebunden Jede.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Papst Julius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/papst-julius/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/papst-julius/</guid><description>&lt;p&gt;Halb vom Hades schon bezwungen,&#10;Von Lemuren schon umschwebt,&#10;Hat er doch sich losgerungen -&#10;Sieh, er atmet! Sieh, er lebt!&#10;Hinter seinen greisen Brauen&#10;Flammts! Jetzt langt er nach dem Bart,&#10;Zürnt und schilt den Tod mit rauhen,&#10;Ungestümen Worten hart:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Weg mir aus dem Angesichte,&#10;Larven, die mir bleich gedroht!&#10;Charon, aus dem Sonnenlichte&#10;Weg ins Schilf mit deinem Boot!&#10;Keine Macht ist dir gegeben,&#10;Bis ich selbst dich rufen mag!&#10;Heute hab ich noch zu leben&#10;Einen vollgedrängten Tag!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Park im Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/park-im-vorfruehling/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/park-im-vorfruehling/</guid><description>&lt;p&gt;O halte dich, aus dir nicht zu entgleiten&#10;Ins Grenzenlose! Folg der Hunde Spiel&#10;Nicht mit dem Blick, wies weiß in dunkeln Weiten&#10;Der Büsche schwindet. Lausch nicht auf ein Ziel&#10;Im unruhvollen Trab der schnellen Pferde,&#10;Von fern her klopfend. Achte, daß die Sohle&#10;Der Füße dir nicht, schwindelnde Geberde,&#10;Der Hügel Fall und Anstieg wiederhole,&#10;Schmeck nicht zu tief den bittern Knospenduft!..&#10;Und doch zuletzt, ein Trunkener und schwer&#10;Brichst taumelnd du durch trügerische Luft&#10;Tief in des Himmels schwarz beschäumtes Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Patmos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/patmos/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/patmos/</guid><description>&lt;p&gt;dem Landgrafen von Homburg&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nah ist&#10;Und schwer zu fassen der Gott.&#10;Wo aber Gefahr ist, wächst&#10;Das Rettende auch.&#10;Im Finstern wohnen&#10;Die Adler und furchtlos gehn&#10;Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg&#10;Auf leichtgebaueten Brüken.&#10;Drum, da gehäuft sind rings&#10;Die Gipfel der Zeit, und die Liebsten&#10;Nah wohnen, ermattend auf&#10;Getrenntesten Bergen,&#10;So gib unschuldig Wasser,&#10;O Fittige gib uns, treuesten Sinns&#10;Hinüberzugehn und wiederzukehren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pätus und Arria</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/paetus-und-arria/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/paetus-und-arria/</guid><description>&lt;p&gt;Zu einer Stadt, wo alles frei&#10;wird aus- und eingeführet;&#10;und wo, wenn′s den Transit bezahlt,&#10;auch wohl Genie passieret,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam auch einst ein junger Mann&#10;auf die berühmte Messen,&#10;der hatt an Kunst und an Gefühl&#10;den Gecken sich gefressen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hat der Jugend goldne Zeit&#10;mit Schnitzlen sich verdorben,&#10;schnitt &amp;ldquo;Arria und Pätus&amp;rdquo; aus,&#10;just wie die Narrn gestorben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wär es nicht schon schlimm genug&#10;daß man so was muß lesen,&#10;wie in dem blinden Heidentum&#10;der Mensch verderbt gewesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Paysage intime</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/paysage-intime/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/paysage-intime/</guid><description>&lt;p&gt;Sternklar über seinem Filz&#10;Wölbte sich der Winterhimmel&#10;Und, die Dächer dick verschneit,&#10;Lag das schlummernde Berlin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leider war die Gaslaterne,&#10;Die ihr gelblich ins Gesicht schien,&#10;Nicht mehr hell genug dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst als kichernd sie im Hausflur&#10;Sich mit seinen Schwefelhölzchen&#10;Ihren Wachsstock angezündet,&#10;Sah er, dass sein Schmetterling&#10;Schon zu unverschämt lädirt war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sich nach rückwärts concentriren?&#10;Nein, die Hausthür war schon zu!&#10;Pech! Pfui Deibel! Und verdriesslich,&#10;Kritisch jede Stufe prüfend,&#10;Tappte er ihr langsam nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pegasus im Joche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pegasus-im-joche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pegasus-im-joche/</guid><description>&lt;p&gt;Auf einen Pferdemarkt - vielleicht zu Haymarket&#10;Wo andre Dinge noch in Ware sich verwandeln,&#10;Bracht′ einst ein hungriger Poet&#10;Der Musen Ross, es zu verhandeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hell wieherte der Hippogryph&#10;Und bäumte sich in prächtiger Parade;&#10;Erstaunt blieb Jeder stehn, und rief:&#10;Das edle, königliche Tier! Nur Schade,&#10;Dass seinen schlanken Wuchs ein hässlich Flügelpaar&#10;Entstellt! Den schönsten Postzug würd′ es zieren.&#10;Die Race, sagen sie, sei rar,&#10;Doch wer wird durch die Luft kutschieren?&#10;Und Keiner will sein Geld verlieren.&#10;Ein Pachter endlich fasste Mut&#10;Die Flügel zwar, spricht er, die schaffen keinen Nutzen;&#10;Doch die kann man ja binden oder stutzen,&#10;Dann ist das Pferd zum Ziehen immer gut.&#10;Ein zwanzig Pfund, die will ich wohl dran wagen;&#10;Der Täuscher, hoch vergnügt, die Ware loszuschlagen.&#10;Schlägt hurtig ein. &amp;ldquo;Ein Mann, ein Wort!&amp;rdquo;&#10;Und Hans trabt frisch mit seiner Beute fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Petöfi dem Sonnengott</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/petoefi-dem-sonnengott/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/petoefi-dem-sonnengott/</guid><description>&lt;p&gt;Wie Vögel, die kaum befiedert im Frühlicht flattern,&#10;Nächtlich aufrauschen im Nest, - schlummertrunken, -&#10;Wähnend im Schlaf sich zu heben gen Abend oder gen Morgen:&#10;So aus Träumen auffahrend, ungewohnt schwebender Fühlung,&#10;Nicht ihr vertrauend - sinket betäubt ihr zurück,&#10;Schüchterne Vögel, Gedanken -&#10;Nacht ists! - Beteuert der Mond euch und glitzernde Sterne,&#10;Die Flügel verschränkt, duckt ihr zusammen im Nest;&#10;Da schwellen Träume euch den Busen.&#10;Aus der umfangenden Eos Saffrangebinde&#10;Windeln sich los - so träumt ihr - die Morgenwinde und tragen&#10;Goldbewimpelt glorreich durchs leuchtende Blau&#10;Euer Gefieder Helikons Gipfel hinan&#10;Zur schwankenden Flut, die sein Bild malt dem Narziß,&#10;Und er liebt sich in ihr - nur des Liebenden Spiegel ist Liebe -&#10;Wie ihm - schönheitslusttrunken euerm Abglanz zu lauschen&#10;Auf sonniger Welle - sendet lieblich der heitere Gott,&#10;Euch umleuchtend, euer Antlitz zurück euch -&#10;Träumende Vögel, Gedanken!&#10;Und hymnenbeschwingt, durchrudert ihr rhythmusströmenden Lüfte,&#10;Dem tönenden Schwan nach, der frei von der Sorge Befleckung&#10;Siegender Feuer kraftvoll - das trübe Leben, das sterblich nur ist&#10;Über die alles schauende Zeit,&#10;Zum hochwolkigen Zeus&#10;Mit unsterblichem Liede hinauftönt,&#10;Oder in wolkensammelnder Gewitter Sturmbett,&#10;Über Donnergeprassel und wirbelnder Purpurglut&#10;Getragen euch bringt mit sausendem Fittig.&#10;Euch durchschauern nicht am nachtgedeckten Himmel&#10;Die hintreibenden Winde. Denn warm eingehüllt ganz&#10;In deiner Strahlen goldnem Schnee&#10;Wenden das Antlitz sie dir zu, Apollon,&#10;Der herablächelnd wieder sie anglühest, Phöbus Apollon!&#10;Und tönest - so wähnen sie träumend und lauschen -&#10;Zärtlichen Wiegengesang ihnen zu.&#10;Willst du die alles schauende Zeit nicht hinein haben, so laß sie hinaus.&#10;Und während Dunkel auf irrenden Pfaden&#10;Der Menschen Geschicke umkreist,&#10;Preisen den ahnungsvollen Tag sie&#10;In sonnedurchschimmerter Nacht, dir geheiligt, o Taggott.&#10;O wieder zu früh macht Geräusch ihr Phäanszwitschern! -&#10;Horche, Lichtspender! Eh′ noch dein siegendes Lied&#10;Mächtig dem Widerhall ruft, dem Jo, im Traum ihr gesungen,&#10;Süßer Zärtlichkeit voll, schlummerempfangen von dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Petrarca</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/petrarca/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/petrarca/</guid><description>&lt;p&gt;Ist dir die Liebe der Faden, woraus das Weltall gesponnen,&#10;Der alles Wesen und selbst Gräschen und Sterne verknüpft,&#10;Dann in Francesco vielleicht hast du den Dichter gefunden,&#10;Der das geheime Gespinnst bis an das Ende verfolgt,&#10;Aber ich sorg′, es hanget die Welt noch an anderen Dingen,&#10;Und die Lieb′ nicht allein gab ihr Bewegung und Sein.&#10;Darum mag′s dich verdrießen, wenn Laura nur wie zum Halsschmuck&#10;Himmel und Erde Petrarc′s schwärmender Sinnlichkeit trägt;&#10;Oder es langweilt dich: er leiht dir die magische Brille,&#10;Aber dein kälterer Sinn siehet zuletzt nur ein Weib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pflaumenregen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pflaumenregen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pflaumenregen/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht ein Baum im Garten,&#10;von Pflaumen voll und schwer.&#10;Die Kinder drunten warten&#10;und lauschen ringsumher,&#10;ob nicht der Wind ihn rüttelt&#10;und all die Pflaumen schüttelt,&#10;daß alle purzeln kreuz und quer.&#10;Doch horcht, wie′s rauscht und rappelt!&#10;Im Wald wacht auf der Wind.&#10;Schon zischelt er und zappelt&#10;und trappelt her geschwind&#10;und wiegt und biegt die Äste,&#10;daß schier in ihrem Neste&#10;die Finken nimmer sicher sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pflaumenschütteln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pflaumenschuetteln/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pflaumenschuetteln/</guid><description>&lt;p&gt;Schwer von der blauen Last der Pflaumen&#10;Beugt sich der reiche Baum entgegen -&#10;Fassen ihn auch schon frohe Hände,&#10;Rauscht in das Gras der Früchte-Regen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hei, wie das springt im weiten Kreise,&#10;Hei, wie das greift und häuft um die Wette,&#10;Daß man nur schnell den Segen berge&#10;Und in den Korb ihn sorglich bette!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eilig beendet ist die Ernte -&#10;Einsam schon wieder schweigt der Garten:&#10;Wo unter Halmen noch zwei Pflaumen&#10;Ruhn, die umsonst des Finders harrten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phallus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phallus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phallus/</guid><description>&lt;p&gt;Der Riese Zeit und das Mannweib Leben&#10;Trafen sich heiß in der Juninacht.&#10;Sie legten sich nieder am Berg in die Reben,&#10;Hoch auf dem Berg standen die Sterne,&#10;Hoch über den Sternen rauschte die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Riese blass wie die fernen Gestirne,&#10;Die Dirne warm, Wein brütet der Berg,&#10;Auf mächtigen Brüsten stützt sie die Krüge,&#10;Schwer mit dem dunkelsten Safte gefüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie trinkt und bietet zum Trunk dem Riesen,&#10;Beide schlürfen am steinernen Maul,&#10;Haupt an Haupt in der tönernen Höhle.&#10;Sie trinken, die Mitternacht beginnt zu ermatten,&#10;Sie trinken, die Sterne verschwinden im Berg,&#10;Dem blassen Riesen bricht bald die Kehle,&#10;Unversieglich strömt es vom Krugbauch.&#10;Hält inne endlich, Atem zu holen,&#10;Die Dirne lacht und hält ihm den Nacken,&#10;Feuer wuchern in seinem Fleisch.&#10;Er küsst ihr die Wangen, küsst ihr die Brüste,&#10;Küsst ihr die Brüste, küsst ihr die Wangen.&#10;Die Reben brennen, die Steine zerschmelzen,&#10;Riese und Mannweib biegen den Berg.&#10;Nachtwolken stehen tagfeurig und leuchten,&#10;Riese und Mannweib biegen den Erdball.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phantasus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasus/</guid><description>&lt;p&gt;Betrübt saß ich in meiner Kammer,&#10;Dacht′ an die Noth, an all′ den Jammer&#10;Der rund um drückt die weite Erde,&#10;Daß man nur schaut Trauergeberde,&#10;Wie Lust und Sang und frohe Weisen&#10;Gezogen weit von uns auf Reisen,&#10;Daß Argwohn, Mißtraun unsre Gäste,&#10;So Furcht wie Angst bei jedem Feste,&#10;Daß jedermann nur frägt in Sorgen:&#10;Wie wird es mit dir heut′ und morgen?&#10;Dazu war ich noch schwach und krank,&#10;Mir war so Tag wie Nacht zu lang;&#10;Ich sorgte, was mein Arzt ermessen,&#10;Was ich nicht trinken durft′ und essen,&#10;Wie meine Pein zu lindern wäre,&#10;Was mir den Schlaf, die Ruh′ nicht störe:&#10;So saß ich still in mich gebückt,&#10;Den Kopf in meine Hand gedrückt,&#10;Als ich, so sinnend, es vernahm&#10;Daß jemand an die Thüre kam,&#10;Es klopfte, und ich rief: herein!&#10;Da öffnet schnell ein Händelein&#10;So weiß wie Baumesblüth, herfür&#10;Trat dann ein Knäblein in die Thür,&#10;Das Haupt gekränzt mit jungen Rosen,&#10;Die eben aus den Knospen losen,&#10;Wie Rosengluth die Lippen hold,&#10;Das krause Haar ein funkelnd Gold,&#10;Die Augen dunkel, violbraun,&#10;Der Leib gar lieblich anzuschaun.&#10;Er trat vor mich und thät sich neigen,&#10;Und sprach alsdann nach kurzem Schweigen:&#10;Wie kömmt′s, mein lieber kranker Freund,&#10;Daß ihr hier sitzt, da Sonne scheint?&#10;Der Frühling geht umher mit Pracht,&#10;Hat Laub des Waldes angefacht,&#10;Es brennt das grüne Feuer wieder,&#10;Und drein ertönen tausend Lieder,&#10;Die Erde trägt ihr Sommerkleid&#10;Der Plan erglänzt von Blumen weit,&#10;Es springt der Fisch in blauem See,&#10;Vom Obstbaum hängt der Blühtenschnee,&#10;Die Lieb- und Seegen-schwangre Luft&#10;Durchspielt in Wogen Kraft und Duft,&#10;Das Kindlein lacht die Blühten an&#10;Aus rothem Mund mit weissen Zahn,&#10;Der Jüngling sieht sein Herz und Lieben&#10;In Blumenschrift mit Glanz geschrieben,&#10;Sich hebt der Jungfrau schöne Brust&#10;In ahndungsvoller Liebeslust,&#10;Der Greis erfrischt die alten Glieder&#10;Und dünkt sich in der Kindheit wieder,&#10;Und jedermann fühlt freuden-schwanger&#10;Den dunkeln Wald, den lichten Anger.&#10;Du nur willst sitzen hier gekauert,&#10;In deinen Sorgen eingemauert,&#10;Von Schwermuths-Wolken rings umhängt,&#10;In Noth und Zweifeln eingeengt?&#10;Ich kenne dich nicht wieder schier;&#10;Hinaus mach′ straks dich vor die Thür,&#10;Und thu dein menschlich Angesicht&#10;Hinein in holdes Himmelslicht,&#10;Laß nicht die Stirn dir so verrunzeln,&#10;Der Lippen Frische ganz verschrunzeln,&#10;Das Auge, das sonst Strahlen scharf&#10;Von seinem lichten Bogen warf,&#10;Ist tief hinein zum Haupt geschmolzen&#10;Und schießt nur schwer′ und stumpfe Bolzen,&#10;Entzweit hat sich dein Mund mit Lachen,&#10;Scherz, Kuß sind ihm wildfremde Sachen,&#10;In deiner gelb verschrumpften Haut&#10;Der Kummer sich im Spiegel schaut;&#10;Nicht, Kreatur, mach′ Schand und Spott,&#10;Der dich geschaffen, deinem Gott,&#10;Schau aus, als seist nach seinem Bilde&#10;Formiret edel, heiter, milde,&#10;Verbrümmelt nicht und ungelachsen,&#10;Als seyn in dir zusammgewachsen&#10;All Unkraut, Stacheln, Disteln, Dorn,&#10;Mit Schimmel, Pilzen fest verworrn;&#10;Frisch auf, laß dich von mir regieren,&#10;Ins Frühlings-Reich will ich dich führen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Philosophen. Redner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/philosophen-redner/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/philosophen-redner/</guid><description>&lt;p&gt;Den Weisen von Stagir entehret eine Metze:&#10;Demosthenes spricht als ein Held;&#10;Doch er verläßt Schild, Schlacht und Feld:&#10;Und Harpalus Geschenk ersticket sein Geschwätze;&#10;Ein Diogen verfälscht das Geld:&#10;Ein Seneca verdammt und sammelt Schätze.&#10;Das ist der Lehrer Art; das ist der Lauf der Welt.&#10;Erbauliche Gesetze,&#10;Die ihr Gebieter selbst nicht hält!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phyllis an Damon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phyllis-an-damon/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phyllis-an-damon/</guid><description>&lt;p&gt;Lehre mich, o Damon, singen,&#10;Singen, wie du trunken singst.&#10;Laß auch mich dir Lieder bringen,&#10;Wie du mir begeistert bringst.&#10;Wie du mich willst ewig singen,&#10;Möcht′ auch ich dich ewig singen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch des Weines Feuerkräfte,&#10;Nur durch sie singst du so schön.&#10;Aber diese Göttersäfte&#10;Darf ich schmachtend nur besehn.&#10;Dir riet Venus Wein zu trinken,&#10;Mir riet sie, ihn nicht zu trinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wird nun mein Lied beleben,&#10;Kann es dieser Trank nicht sein? –&#10;Wie? Du willst mir Küsse geben?&#10;Küsse, feuriger, als Wein? –&#10;Damon, ach! nach deinen Küssen&#10;Werd′ ich wohl verstummen müssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pilgerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pilgerlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pilgerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Ziehet hin! spricht zu den Seelen,&#10;Der dem Adam Odem gab.&#10;Geht, ihr Kinder, in die Hölen,&#10;Die ich euch gebauet hab′.&#10;Wandert hin! Kommt wieder her!&#10;Sucht durch Elend Sternenehr′!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unser Gasthaus ist die Erde,&#10;Sie ist unsre Heimath nicht.&#10;Unser Wallen voll Beschwerde&#10;Nach dem Himmel ist gericht′.&#10;Für uns ist kein Bleiben hier,&#10;Jene Wohnstatt suchen wir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns schützt wider Sonn′ und Regen&#10;Gottes Hand, der Pilgerhut,&#10;Und der Stab auf unsern Wegen&#10;Ist sein Wort, so Hülfe thut.&#10;Der macht unsern Tritt gewiß&#10;In dem Thal der Finsterniß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pogrom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pogrom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pogrom/</guid><description>&lt;p&gt;Am Sonntag fällt ein kleines Wort im Dom,&#10;Am Montag rollt es wachsend durch die Gasse,&#10;Am Dienstag spricht man schon vom Rassenhasse,&#10;Am Mittwoch rauscht und raschelt es: Pogrom!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Donnerstag weiß man es ganz bestimmt:&#10;Die Juden sind an Rußlands Elend schuldig!&#10;Wir waren nur bis dato zu geduldig.&#10;(Worauf man einige Schlucke Wodka nimmt&amp;hellip;)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Freitag bringt die rituelle Leiche,&#10;Man stößt den Juden Flüche in die Rippen&#10;Mit festen Messern, daß sie rückwärts kippen.&#10;Die Frauen wirft man in diverse Teiche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pompeji und Herculanum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pompeji-und-herculanum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pompeji-und-herculanum/</guid><description>&lt;p&gt;Welches Wunder begibt sich? Wir flehten um trinkbare Quellen,&#10;Erde, dich an, und was sendet dein Schoß uns herauf!&#10;Lebt es im Abgrund auch? Wohnt unter der Lava verborgen&#10;Noch ein neues Geschlecht? Kehrt das entflohne zurück?&#10;Griechen, Römer, o kommt! O seht, das alte Pompeji&#10;Findet sich wieder, aufs neu bauet sich Hercules Stadt.&#10;Giebel an Giebel steigt, der räumige Porticus öffnet&#10;Seine Hallen, o eilt, ihn zu beleben, herbei!&#10;Aufgetan ist das weite Theater, es stürze durch seine&#10;Sieben Mündungen sich flutend die Menge herein.&#10;Mimen, wo bleibt ihr? Hervor! Das bereitete Opfer vollende&#10;Atreus Sohn, dem Orest folge der grausende Chor!&#10;Wohin führet der Bogen des Siegs? Erkennt ihr das Forum?&#10;Was für Gestalten sind das auf dem curulischen Stuhl?&#10;Traget, Lictoren, die Beile voran! Den Sessel besteige&#10;Richtend der Prätor, der Zeug′ trete, der Kläger vor ihn.&#10;Reinliche Gassen breiten sich aus, mit erhöhetem Pflaster&#10;Zeihet der schmälere Weg neben den Häusern sich hin.&#10;Schützend springen die Dächer hervor, die zierlichen Zimmer&#10;Reihn um den einsamen Hof heimlich und traulich sich her.&#10;Öffnet die Läden geschwind und die lange verschütteten Türen!&#10;In die schaudrigte Nacht falle der lustige Tag!&#10;Siehe, wie rings um den Rand die netten Bänke sich dehnen,&#10;Wie von bunten Gestein schimmernd das Estrich sich hebt!&#10;Frisch noch erglänzt die Wand von heiter brennenden Farben.&#10;Wo ist der Künstler? Er warf eben den Pinselhinweg.&#10;Schwellender Früchte voll und lieblich geordneter Blumen&#10;Fasset der muntre Feston reizende Bildungen ein.&#10;Mit beladenem Korb schlüpft hier ein Amor vorüber,&#10;Emsige Genien dort keltern den purpurnen Wein;&#10;Hoch auf springt die Bacchantin im Tanz, dort ruhet sie schlummernd,&#10;Und der lauschende Faun hat sich nicht satt noch gesehen.&#10;Flüchtig tummelt sie hier den raschen Centauren, auf einem&#10;Knie nur schwebend, und treibt frisch mit dem Thyrsus ihn an.&#10;Knaben! Was säumt ihr? Herbei! Da stehn noch die schönen Geschirre.&#10;Frisch, ihr Mädchen, und schöpft in den etrurischen Krug!&#10;Steht nicht der Dreifuß hier auf schön geflügelten Sphiuxen?&#10;Schüret das Feuer! Geschwind, Sklaven, bestellet den Herd!&#10;Kauft, hier geb′ ich euch Münzen, vom mächtigen Titus gepräget;&#10;Auch noch die Waage liegt hier, sehet, es fehlt kein Gewicht.&#10;Stecket das brennende Licht auf den zierlich gebildeten Leuchter,&#10;Und mit glänzendem Öl fülle die Lampe sich an!&#10;Was verwahret dies Kästchen? O seht, was der Bräutigam sendet,&#10;Mädchen! Spangen von Gold, glänzende Pasten zum Schmuck.&#10;Führet die Braut in das duftende Bad, hier stehn noch die Salben.&#10;Schminke find′ ich noch hier in dem gehöhlten Kristall.&#10;Aber wo bleiben die Männer? Die Alten? Im ernsten Museum&#10;Liegt noch ein köstlicher Schatz seltener Rollen gehäuft.&#10;Griffel findet ihr hier zum Schreiben, wächserne Tafeln;&#10;Nichts ist verloren, getreu hat es die Erde bewahrt.&#10;Auch die Penaten, sie stellen sich ein, es finden sich alle&#10;Götter wieder; warum bleiben die Priester nur aus?&#10;Den Caduceus schwingt der zierlich geschenkte Hermes,&#10;Und die Victoria fliegt leicht aus der haltenden Hand.&#10;Die Altäre, sie stehen noch da, o kommet, o zündet -&#10;Lang schon entbehrte der Gott - zündet die Opfer ihm an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Porta Nigra</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/porta-nigra/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/porta-nigra/</guid><description>&lt;p&gt;Dass ich zu eurer zeit erwachen musste&#10;Der ich die pracht der Treverstadt gekannt&#10;Da sie den ruhm der schwester Roma teilte -&#10;Da auge glühend groß die züge traf&#10;Der klirrenden legionen - in der rennbahn&#10;Die blonden Franken die mit löwen stritten -&#10;Die tuben vor palästen und den Gott&#10;Augustus purpurn auf den goldnen wagen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier zog die Mosel zwischen heitren villen&amp;hellip;&#10;O welch ein taumel klang beim fest des weines!&#10;Die mädchen trugen urnen lebensschwellend -&#10;Kaum kenn ich diese trümmer - an den resten&#10;Der kaiserlichen mauern leckt der nebel -&#10;Entweiht in särgen liegen heilige bilder -&#10;Daneben hingewühlt barbarenhöhlen&amp;hellip;&#10;Nur aufrecht steht noch mein geliebtes tor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prähistorische Ballade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/praehistorische-ballade/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/praehistorische-ballade/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Ichthyosaur sich wälzte&#10;Am schlammigen, mulstrigen Sumpf.&#10;Ihm war in der Tiefe der Seele&#10;So säuerlich, saurisch und dumpf,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So dämlich, so zäh und so tranig,&#10;So schwer und so bleiern und stumpf;&#10;Er stürzte sich in das Moorbad&#10;Mit platschendem, tappigem Pflumpf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sah er der Ichthyosaurin,&#10;So zart und so rund und so schlank,&#10;Ins schmachtende Eidechsenauge,&#10;Da ward er vor Liebe so krank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da zog es ihn hin zu der Holden&#10;Durchs klebrige Urweltgemüs,&#10;Da ward aus dem Ichthyosauren&#10;Der zärtlichste Ichthyosüß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prahle nicht!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prahle-nicht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prahle-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Prahle nicht mit deiner Schönheit!&#10;Denn du weißt wohl, wie viel Blüthen&#10;Noch bevor der Sommer nahte&#10;Schon verwelkten und verglühten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Prahle nicht mit deinem Reichthum!&#10;Denn wie oft ward er entrissen&#10;Denen, die mit leerer Seele&#10;Ihn nun bitter, bitter missen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Prahle nicht mit deiner Klugheit!&#10;Denn sie kann ja nicht durchdringen&#10;Alle Höhen, alle Tiefen&#10;Und die rechte Wahrheit bringen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Prahle nicht mit deinem Mitleid,&#10;Das zum Wohlthun auserlesen!&#10;Was du dem Bedrängten thatest&#10;Ist nur deine Pflicht gewesen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Predigt ans Großstadtvolk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/predigt-ans-grossstadtvolk/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/predigt-ans-grossstadtvolk/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, die Großstadt macht klein.&#10;Ich sehe mit erstickter Sehnsucht&#10;durch tausend Menschendünste zur Sonne auf;&#10;und selbst mein Vater, der sich zwischen den Riesen&#10;seines Kiefern- und Eichen-Forstes&#10;wie ein Zaubermeister ausnimmt,&#10;ist zwischen diesen prahlenden Mauern&#10;nur ein verbauertes altes Männchen.&#10;O laßt euch rühren, ihr Tausende!&#10;Einst sah ich euch in sternklarer Wintemacht&#10;zwischen den trüben Reihen der Gaslatemen&#10;wie einen ungeheuren Heerwurm&#10;den Ausweg aus eurer Drangsal suchen;&#10;dann aber krocht ihr in einen bezahlten Saal&#10;und hörtet Worte durch Rauch und Bierdunst schallen&#10;von Freiheit, Gleichheit und dergleichen.&#10;Geht doch hinaus und seht die Bäume wachsen:&#10;sie wurzeln fest und lassen sich züchten,&#10;und jeder bäumt sich anders zum Licht.&#10;Ihr freilich, ihr habt Füße und Fäuste,&#10;euch braucht kein Forstmann erst Raum zu schaffen,&#10;ihr steht und schafft euch Zuchthausmauern -&#10;so geht doch, schafft euch Land! Land! rührt euch!&#10;vorwärts! rückt aus! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prinz Vogelfrei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prinz-vogelfrei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prinz-vogelfrei/</guid><description>&lt;p&gt;So hang ich denn auf krummem Aste&#10;Hoch über Meer und Hügelchen:&#10;Ein Vogel lud mich her zu Gaste&#10;Ich flog ihm nach und rast&amp;rsquo; und raste&#10;Und schlage mit den Flügelchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das weiße Meer ist eingeschlafen,&#10;Es schläft mir jedes Weh und Ach.&#10;Vergessen hab&amp;rsquo; ich Ziel und Hafen,&#10;Vergessen Furcht und Lob und Strafen:&#10;Jetzt flieg ich jedem Vogel nach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur Schritt für Schritt - das ist kein Leben!&#10;Stets Bein vor Bein macht müd und schwer!&#10;Ich lass mich von den Winden heben,&#10;Ich liebe es, mit Flügeln schweben&#10;Und hinter jedem Vogel her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prinz Vogelfreri</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prinz-vogelfreri/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prinz-vogelfreri/</guid><description>&lt;p&gt;So häng ich denn auf krummem Aste&#10;Hoch über Meer und Hügelchen:&#10;Ein Vogel lud mich her zu Gaste -&#10;Ich flog ihm nach und rast′ und raste&#10;Und schlage mit den Flügelchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das weisse Meer ist eingeschlafen,&#10;Es schläft mir jedes weh und Ach.&#10;Vergessen Furcht und Lob und Strafen:&#10;Jetzt flieg ich jedem Vogel nach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur Schritt für Schritt - das ist kein Leben!&#10;Stets Bein vor Bein macht müd und schwer!&#10;Ich laß mich von den Winden heben,&#10;Ich liebe es, mit Flügeln schweben&#10;Und hinter jedem Vogel her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prolog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prolog/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prolog/</guid><description>&lt;p&gt;Wettre hinein, o du, mit deinen flammenden Rossen,&#10;Phöbus, Bringer des Tags, in den unendlichen Raum!&#10;Gib den Horen dich hin! Nicht um dich, neben, noch rückwärts,&#10;Vorwärts wende den Blick, wo das Geschwader sich regt!&#10;Donnr′ einher, gleichviel, ob über die Länder der Menschen,&#10;Achtlos, welchem du steigst, welchem Geschlecht du versinkst,&#10;Hier jetzt lenke, jetzt dort, so wie die Faust sich dir stellet,&#10;Weil die Kraft dich, der Kraft spielende Übung, erfreut.&#10;Fehlen nicht wirst du, du triffst, es ist der Tanz um die Erde,&#10;Und auch vom Wartturm entdeckt unten ein Späher das Maß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prometheus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prometheus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prometheus/</guid><description>&lt;p&gt;Bedecke deinen Himmel, Zeus,&#10;Mit Wolkendunst!&#10;Und übe, Knaben gleich,&#10;Der Disteln köpft,&#10;An Eichen dich und Bergeshöhn!&#10;Mußt mir meine Erde&#10;Doch lassen stehn,&#10;Und meine Hütte,&#10;Die du nicht gebaut,&#10;Und meinen Herd,&#10;Um dessen Glut&#10;Du mich beneidest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kenne nichts Ärmeres&#10;Unter der Sonn als euch Götter.&#10;Ihr nähret kümmerlich&#10;Von Opfersteuern&#10;Und Gebetshauch&#10;Eure Majestät&#10;Und darbtet, wären&#10;Nicht Kinder und Bettler&#10;Hoffnungsvolle Toren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ich ein Kind war,&#10;Nicht wußte, wo aus, wo ein,&#10;Kehrte mein verirrtes Aug&#10;Zur Sonne, als wenn drüber wär&#10;Ein Ohr zu hören meine Klage,&#10;Ein Herz wie meins,&#10;Sich des Bedrängten zu erbarmen.&#10;Wer half mir wider&#10;Der Titanen Übermut?&#10;Wer rettete vom Tode mich,&#10;Von Sklaverei?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prophezeiung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prophezeiung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prophezeiung/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal kommt - ich habe Zeichen -&#10;Sterbesturm aus fernem Norden.&#10;Überall stinkt es nach Leichen.&#10;Es beginnt das große Morden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Finster wird der Himmelsklumpen,&#10;Sturmtod hebt die Klauentatzen.&#10;Nieder stürzen alle Lumpen.&#10;Mimen bersten. Mädchen platzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Polternd fallen Pferdeställe.&#10;Keine Fliege kann sich retten.&#10;Schöne homosexuelle&#10;Männer kulllern aus den Betten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rissig werden Häuserwände.&#10;Fische faulen in dem Flusse.&#10;Alles nimmt ein ekles Ende.&#10;Krächzend kippen Omnibusse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Protest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/protest/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/protest/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich verachte heimliches Verschwören,&#10;Und wenn ich hasse Meuchelmörderhand,&#10;Wenn in des Volkserretters Ruhmgewand&#10;Verhüllte Schufte meinen Groll empören,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reih ich das Königstum den Himmelsgaben,&#10;Verlaßner Völker Vaterhaus und Hort.&#10;O glaubet nicht, ich liebe drum sofort,&#10;Was jetzt und hier an Königen wir haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O glaubet nicht, ich führe keinen Zunder&#10;Im Herzen für des Zornes edle Glut,&#10;Tritt wo ein Fürst sein Volk im Übermut,&#10;Noch daß ich ehren kann gekrönten Plunder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>prüfe fleisch und blut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pruefe-fleisch-und-blut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pruefe-fleisch-und-blut/</guid><description>&lt;p&gt;Climene / prüfe fleisch und blut /&#10;Und straffe meine liebes-glut /&#10;Nicht nach der schwäche deiner flammen;&#10;Mein feuer kömmt aus Adams schooß /&#10;Darein der himmel selber floß;&#10;Wie kan dein menschlich herz doch meine glut verdammen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist / wie Eva / fleisch und bein /&#10;Drum kanstu auch kein engel seyn /&#10;Und ausser menschen dich verlieben /&#10;Und das gesetze der natur /&#10;Das mit dem athem in uns fuhr /&#10;Hat auch in deine brust: seyd fruchtbar; eingeschrieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Qualnachtwald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/qualnachtwald/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/qualnachtwald/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Meer zum Mainkai Nebel webt&#10;Wunschmann in Wut die Welt umläuft&#10;Im Wurzelwerk ein Mahr Gold häuft&#10;Hoch ob der Seewell Habicht schwebt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Maimond blauen Schlaftrank träuft&#10;Wo hartgelehnt der Schüler strebt&#10;An Thesen ist ein Narr wer klebt&#10;Weil tief ein Denkschacht drunter teuft&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erdherzwärts trübes Blut musst kreisen&#10;Sei dir auch Sonnenbahn verheißen&#10;Und lichte Zwiesprach mit den Steinen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tagshell mags grell sogar erscheinen&#10;Bis alle Gramlast grabhaft ruht&#10;Am Qualnachtwald. Hans Schiebelhuth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>R.i.p.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/r-i-p/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/r-i-p/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr saht ihn nicht im Glücke,&#10;Als Scharen ihm gefolgt,&#10;Mit einem seiner Blicke&#10;Er jeden Haß erdolcht,&#10;Das Blut an seinen Händen&#10;Wie Königspurpur fast,&#10;Und flammenden Geländen&#10;Entstieg des Nimbus Glast;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Saht nicht, wie stolz getragen&#10;Schulfreund und Kamerad&#10;Die Stirn, mit welchem Zagen&#10;Der Fremdling ihm genaht,&#10;Wenn mit Kolosses Schreiten&#10;Das Klippentor er stieß,&#10;Die kleinen Segel gleiten&#10;An seiner Sohle ließ.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr habt ihn nicht gesehen,&#10;Ihr Augen jugendklar,&#10;Du Haupt, wo Ringel wehen&#10;Von süßem Lockenhaar;&#10;Jünglinge, blüh′nde Frauen,&#10;Ihr saht ihn nicht im Glanz,&#10;Ihn, seines Landes Grauen&#10;Und allergrünsten Kranz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raffael (5)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-5/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-5/</guid><description>&lt;p&gt;Nenn′ ich euch wohl den Tempel der Kunst? So erscheint die Geschichte:&#10;Meinen Tempel hab′ ich, spricht sie, hierin mir erbaut.&#10;Aber die Philosophie eröffnet die Schule der Weisheit,&#10;Zeigt mit erhabenem Stolz ihre Gewaltigen vor.&#10;Zeig′ ich Apoll′ euch nicht und die Musen im Chore der Dichter,&#10;Spricht die Dichtkunst, ist nicht mein hier der größte Triumph?&#10;Nein, antwortet die Religion, mein tiefstes Geheimniß&#10;Und mein Heiligthum ist hier euch vors Auge gestellt.&#10;Oeffn′ ich den Himmel euch nicht, und zeig′ euch den Vater im Glanze&#10;Seines Thrones, den Sohn nicht und den heiligen Geist?&#10;Unser ist dieser Raum, will die Kirche, was hier wir und drüben&#10;Lösen und binden, du siehst′s, hier ist mein mächtigstes Reich.&#10;Da ertönt′s von Stimmen, es naht die Menschheit, ich habe&#10;Mein lebendigstes euch, meinen Charakter, enthüllt.&#10;Nehmt denn alle Besitz, für all′ ist Platz in dem Tempel;&#10;Mir gehört nur der Schmerz seiner Vergänglichkeit an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raphael</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raphael/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raphael/</guid><description>&lt;p&gt;O komm leise, leise komm,&#10;Laß das Licht und sieh, wie fromm&#10;Da liegt es, Atem steigt&#10;Als Gebet noch, Lippe schweigt&#10;Schläft in lieber Heimlichkeit.&#10;Hin nun weiht&#10;Dir sich hin sein ganzes Leben.&#10;Du hörst die fromme Seele beben.&#10;Nun kannst du ihr den Segen geben&#10;Für die Nacht.&#10;Gute Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rastlos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rastlos/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rastlos/</guid><description>&lt;p&gt;Wie voll Hast&#10;Alles rennt.&#10;Für die Rast&#10;Kein Moment.&#10;Glücklos fühlt sich wer ein Glück in seiner Macht hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unverweilt&#10;Sonnenfern&#10;Wieder eilt&#10;Unser Stern&#10;Wann zur Nähe seinen Zirkel er vollbracht hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie so bald,&#10;Kühler Herbst,&#10;Du den Wald&#10;Gelb entfärbst&#10;Der kaum fertig seine sommergrüne Tracht hat!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schließe zu,&#10;Deinen Schooß,&#10;Knospe du.&#10;Blätterlos&#10;Bist du bälder als dein Kelch sich aufgemacht hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spiele, Kind;&#10;Denn der Ernst&#10;Kommt geschwind&#10;Und du lernst&#10;Finster falten das Gesicht, das kaum gelacht hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rätsel 1</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-1/</guid><description>&lt;p&gt;A.»Hast du noch immer kein X?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;B.»Nein, aber ich bin jetzt eben auf X.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;A.»Glaube mir, wenn du mehr X hättest, du würdest ohne X längst ein X haben.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;B.»Was dies betrifft, so hoffe ich mit meinem geringen X ohne X ein xiges X zu bekommen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Wir hoffen, daß der Leser nicht X nehmen wird X zu erraten.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auflösung:[Anstand]&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rätsel 4</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-4/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-4/</guid><description>&lt;p&gt;Noch sitzt auf halbzerfallnem Throne,&#10;Noch hält die längst bestrittne Krone&#10;Die alte Königin der Welt.&#10;Ob sie wohl je vom Throne fällt?&#10;Vielleicht; doch liest du sie von hinten,&#10;So wirst du einen König finden,&#10;Der herrscht, seitdem die Welt besteht,&#10;Des Reich nur mit der Welt vergeht,&#10;Sie schießt nicht ew′ge Donnerkeile,&#10;Doch ewig treffen Pfeile.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auflösung:[Roma - Amor]&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ratskollegium</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ratskollegium/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ratskollegium/</guid><description>&lt;p&gt;Hochweiser Rat, geehrte Kollegen!&#10;Bevor wir uns heute aufs Raten legen,&#10;bittâ€˜ ich, erst reiflich zu erwägen,&#10;ob wir vielleicht, um Zeit zu gewinnen,&#10;heut sogleich mit dem Raten beginnen,&#10;oder ob wir erst proponieren müssen,&#10;was uns versammelt und was wir alle wissen? -&#10;Ich muß pflichtgemäß voranschicken hierbei,&#10;daß die Art der Geschäfte zweierlei sei:&#10;Die einen sind die eiligen,&#10;die anderen die langweiligen.&#10;Auf jene pflegâ€˜ ich cito zu schreiben,&#10;die anderen können liegen bleiben.&#10;Die liegenden aber geehrte Brüder,&#10;zerfallen in wichtge und höchstwichtge wieder.&#10;Bei jenen - nun - man wird verwegen, man schreibt nach amtlichem Überlegen&#10;more solito hier, und dort ad acta,&#10;die Diener rennen, man flucht, verpackt da&#10;der Staat floriert und bleibt im Takt da.&#10;Doch werden die Zeiten so ungeschliffen,&#10;wild umzuspringen mit den Begriffen,&#10;kommt gar, wie heute, ein Fall, der eilig&#10;und doch höchstwichtig zugleich- dann freilich&#10;muß man von neuem unterscheiden:&#10;ob er mehr eilig oder mehr wichtig. -&#10;Ich bitte, meine Herrn,verstehn Sie mich richtig!&#10;Der Punkt ist von Einfluß. Denn wir vermeiden&#10;die species facti, wie billig, sofort,&#10;findâ€˜t sich der Fall mehr eilig als liegend.&#10;Ist aber das Wichtige überwiegend,&#10;wäre die Eile am unrechten Ort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regentag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regentag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regentag/</guid><description>&lt;p&gt;Der Regen fällt. In den Tropfentanz&#10;Starr ich hinaus, versunken ganz&#10;In allerlei trübe Gedanken. Mir ist,&#10;Als hätt′ es geregnet zu jeder Frist,&#10;Und alles, so lange ich denken kann,&#10;Trüb, grau und nass in einander rann,&#10;Als hätte es nie eine Sonne gegeben,&#10;Als wäre nur immer das ganze Leben,&#10;Die Jahre, die Tage, die Stunden all,&#10;Ein trüber, hastiger Tropfenfall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reichston</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reichston/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reichston/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich saz ûf eime steine&#10;und dahte bein mit beine,&#10;dar ûf satzt ich den ellenbogen;&#10;ich hete in mîne hant gesmogen&#10;daz kinne und ein mîn wange.&#10;dô dâhte ich mir vil ange,&#10;wie man zer welte solte leben.&#10;deheinen rât kond ich gegeben,&#10;wie man driu dinc erwurbe,&#10;der keines niht verdurbe.&#10;diu zwei sint êre und varnde guot,&#10;daz dicke ein ander schaden tuot.&#10;daz dritte ist gotes hulde,&#10;der zweier übergulde.&#10;die wolte ich gerne in einen schrîn:&#10;jâ leider desn mac niht gesîn,&#10;daz guot und weltlich êre&#10;und gotes hulde mêre&#10;zesamene in ein herze komen.&#10;stîg unde wege sint in benomen;&#10;untriuwe ist in der sâze,&#10;gewalt vert ûf der strâze,&#10;fride unde reht sint sêre wunt.&#10;diu driu enhabent geleites niht,&#10;diu zwei enwerden ê gesunt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reisezehrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reisezehrung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reisezehrung/</guid><description>&lt;p&gt;Entwöhnen sollt&amp;rsquo; ich mich vom Glanz der Blicke,&#10;Mein Leben sollten sie nicht mehr verschönen.&#10;Was man Geschick nennt, läßt sich nicht versöhnen,&#10;Ich weiß es wohl und trat bestürzt zurücke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wußt&amp;rsquo; ich auch von keinem weitern Glücke&#10;Gleich fing ich an, von diesen und von jenen&#10;Notwend&amp;rsquo;gen Dingen sonst mich zu entwöhnen:&#10;Notwendig schien mir nichts als ihre Blicke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Weines Glut, den Vielgenuß der Speisen,&#10;Bequemlichkeit und Schlaf und sonst&amp;rsquo;ge Gaben,&#10;Gesellschaft wies ich weg, daß wenig bliebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reiter-Weckruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reiter-weckruf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reiter-weckruf/</guid><description>&lt;p&gt;»Ist&amp;rsquo;s nicht genug geruht? Ist&amp;rsquo;s nicht genug geruht?&#10;Auf! Auf! Auf, frisches Reiterblut!&#10;Denkt euch, der Feind sei da!&#10;Auf, auf! Ja! ja!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So thut es, so klingt es,&#10;So schmettert&amp;rsquo;s, so singt es,&#10;So stößt es und fährt durch den Nebelduft&#10;Hinaus in die Morgenluft.&#10;Trompetenruf, Trompetenstoß!&#10;O, gieng&amp;rsquo; es los, o, gieng&amp;rsquo; es los!&#10;Auf den Feind hinein&#10;In gedrängten Reih&amp;rsquo;n!&#10;Marsch! Marsch! und eingehauen!&#10;Dürfte ich das noch schauen!&#10;Nicht schauen allein!&#10;Mitten unter den Braven sein,&#10;Mitthun, zu Rosse sitzen,&#10;Wenn die Thiere wiehern, die Klingen blitzen,&#10;Und erjagen helfen im Schlachtenbrand&#10;Ein Vaterland, ein Vaterland,&#10;Ein Deutschland, das wir nicht haben,&#10;Mit dem Säbel holen und graben,&#10;Wenn ein heiliger Krieg uns endlich eint&#10;Gegen den alten frechen Feind,&#10;Den Räuber, der seiner Beute&#10;Sich rühmet noch heute!&#10;Und dann, ja dann,&#10;Ganz Mann,&#10;Dann im flammenden Kampfgewühl,&#10;In des Lebens schwellendem Hochgefühl&#10;Todeswund&#10;Ausschütten die Seele auf blut&amp;rsquo;gen Grund,&#10;Sterben als braver Soldat&#10;In einer That,&#10;Ja, das wär&amp;rsquo; etwas,&#10;Das steht nicht so blaß!&#10;Sterben als braver Reiter,&#10;Das wär&amp;rsquo; gescheidter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reiz des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reiz-des-lebens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reiz-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Immer hab&amp;rsquo; ich es geliebt,&#10;Daß es Leute, die lebendig,&#10;Solche, die nur öd-verständig,&#10;Solche, die schon halb elendig,&#10;Und auch ganze Narren gibt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was auch hätten wir zu tun,&#10;Und was könnt&amp;rsquo; uns amüsieren,&#10;Schwankten wir nicht zwischen Tieren&#10;Und den göttlichsten Manieren?&#10;Alles Leben müßte ruhn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blas, du Erdenwirbelwind,&#10;Uns das Dasein scharf zu beizen!&#10;Wollen uns nicht gegenspreizen -&#10;Und besonders soll&amp;rsquo;s uns reizen,&#10;Wenn wir selbst die Narren sind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rettung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rettung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rettung/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Mädchen ward mir ungetreu,&#10;Das machte mich zum Freudenhasser;&#10;Da lief ich an ein fließend Wasser,&#10;Das Wasser lief vor mir vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da stand ich nun, verzweiflend, stumm;&#10;Im Kopfe war mir′s wie betrunken,&#10;Fast wär ich in den Strom gesunken,&#10;Es ging die Welt mit mir herum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einmal hört ich was, das rief;&#10;Ich wandte just dahin den Rücken;&#10;Es war ein Stimmchen zum Entzücken:&#10;&amp;ldquo;Nimm dich in Acht! der Fluß ist tief.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rheinfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rheinfahrt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rheinfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Wimpel grüßen , Böller krachen ,&#10;lustig schwimmen wir im Rhein ,&#10;tiefe Boote , leichte Nachen&#10;wollen uns Geleite sein .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl , nun geht es rauschend weiter ,&#10;lachend Bild , wohin wir sehn ,&#10;die Gestade grün und heiter&#10;und dahinter Rebenhöhn .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Städte mit denalten Zinnen&#10;laden gastlich uns herzu ,&#10;Burgen , die verlassen sinnen,&#10;ragen einsam tief in Ruh .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überall in trauter Nähe&#10;winkt ein ander Bild herbei ,&#10;Eh ich alles übersehe ,&#10;ist es wie ein Traum vorbei .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rhode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rhode/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rhode/</guid><description>&lt;p&gt;Rhode hieß die fromme Magd,&#10;Welche mit erstauntem Ohre&#10;Petri Stimme hört am Thore,&#10;Da sie, wer da klopfe, fragt;&#10;Läßt vor Schreck ihn ausgeschlossen,&#10;Wo sein Haar von Nachtthau tropft,&#10;&amp;ldquo;Petrus steht am Thor und klopft!&amp;rdquo;&#10;Meldet sie den Hausgenossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Träumst du?&amp;rdquo; ruft man drinnen aus,&#10;&amp;ldquo;Liegt er nicht im Thurm gebunden?&#10;Oder hat er überwunden?&#10;Meldet sich sein Geist am Haus?&amp;rdquo;&#10;Doch sie trauet ihrem Ohre:&#10;&amp;ldquo;Wieder klopft es, kommt und seht!&amp;rdquo;&#10;Und man zaudert, schaudert, geht, —&#10;Sieh da, Petrus steht am Thore!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ridiculus mus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ridiculus-mus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ridiculus-mus/</guid><description>&lt;p&gt;O Mäusebach,&#10;o Mäusebach,&#10;dir laufen schon die Läuse nach!&#10;Lebend&amp;rsquo;gen Leibes bist du tot,&#10;behüte dich der liebe Gott -&#10;Ach, ach,&#10;Mäusebach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mäusebach,&#10;o Mäusebach,&#10;zähl selber deine Läuse nach!&#10;Es hat der Walfisch seine Laus,&#10;du aber bist &amp;rsquo;ne nasse Maus -&#10;Ach, ach,&#10;Mäusebach!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robespierre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robespierre/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robespierre/</guid><description>&lt;p&gt;Er meckert vor sich hin. Die Augen starren&#10;Ins Wagenstroh. Der Mund kaut weißen Schleim.&#10;Er zieht ihn schluckend durch die Backen ein.&#10;Sein Fuß hängt nackt heraus durch zwei der Sparren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei jedem Wagenstoß fliegt er nach oben.&#10;Der Arme Ketten rasseln dann wie Schellen.&#10;Man hört der Kinder frohes Lachen gellen,&#10;Die ihre Mütter aus der Menge hoben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man kitzelt ihn am Bein, er merkt es nicht.&#10;Da hält der Wagen. Er sieht auf und schaut&#10;Am Straßenende schwarz das Hochgericht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson findet sich am Strand der Insel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-findet-sich-am-strand-der-insel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-findet-sich-am-strand-der-insel/</guid><description>&lt;p&gt;Und dies war alles, was er fand, erwacht:&#10;Es lag ein Leib, voll Schmerz, an einem Strand.&#10;Hin floß ein Meer in hyazinthne Nacht,&#10;Aufbrach in Blau ein unergründlich Land.&#10;Der Wind lief schnell, die spitzen Möwen stießen&#10;Auf Beute rings, und heisre Affen schrien.&#10;Die roten riesenhaften Falter ließen&#10;Klirrende Flügel streifen über ihn,&#10;Er lag, ein Leib voll Schmerz, gehüllt in Feuer,&#10;Er hob die Hand in Liebe über sich&#10;- Getös der Welt ringsum scholl ungeheuer -&#10;Er sagte streng, begrenzend, wissend:&#10;ICH.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson hat einen Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-hat-einen-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-hat-einen-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Was war der Traum? Ich kann mich nicht besinnen&#10;Und seh ihn rings: Er blüht von jedem Strauch,&#10;Die milde Kokosnuß verschließt ihn innen&#10;Im Duft der Milch, ihn weiß die Schlange auch,&#10;Die mich vorhin mit grünem Auge traf.&#10;Wie seltsam ist die alte Hütte neu!&#10;Ich fürchte mich vor dir, o fremder Schlaf,&#10;Du Gast von weither, mächtig und nicht treu:&#10;Du hast die Tat vollbracht, die ich nicht weiß,&#10;Als wärst du ich. Nun um den Schritt zieht Scheu&#10;Von Wissendem ringsum mir den verfehmten Kreis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson nimmt Abschied von der Insel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-nimmt-abschied-von-der-insel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-nimmt-abschied-von-der-insel/</guid><description>&lt;p&gt;Nun lehrst du mich das Letzte: lehrst zu gehn -&#10;O schwerer Abschied! - kleine Insel, Land,&#10;Das mir erwuchs: ich küsse deinen Strand.&#10;In dich gebettet, in dir zu bestehn&#10;Wie sehnt ich mich! Wir waren eins geworden&#10;In langer Liebe: Meine Seele strich&#10;Rauschend durch deine Wälder, stürzte sich&#10;Brausend in deine Flüsse, sang in Worten&#10;Tief aus dir atmend auf. O Reich, verliehen&#10;Mir, ins Verwandte tief verwandt zu reichen:&#10;O Leib aus Erde, Wasser, Salz, Gestein!&#10;Und nun Verbleichen, abendliches Weichen&#10;In das Gewesene - o daß uns kein&#10;Verweilen ward! Daß Ewigkeit uns nur,&#10;Verwandelten, ein schmales Teil mag sein;&#10;Dem ewig Gehenden ewige Spur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson sucht Gott (1. Fassung)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-sucht-gott-1-fassung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-sucht-gott-1-fassung/</guid><description>&lt;p&gt;Bist Du denn überall der Erste? Warst&#10;An jedem Ort, den je ein Mensch betritt,&#10;Vorher? Denn sieh, daß Du Dich offenbarst,&#10;Geh ich in Hoffnung. Jahre. Schritt um Schritt.&#10;Wer bist denn Du? Der Tag und Nächte schweigt,&#10;Wenn man ihn ruft? Der Mächtige, dem Wind,&#10;Wasser und Land sich in Gehorsam neigt&#10;Und dem zwei Worte zuviel Mühsal sind,&#10;Den Armen zu erretten, der Dich sucht?&#10;Gib Antwort, Gott! Du schweigst. Oder ich ward&#10;Zu hören Dich in Schweigen neu verflucht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rom/</guid><description>&lt;p&gt;An Anne Louise Germaine Baronin von Staël-Holstein,&#10;geb. Necker.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast du das Leben geschlürft an Parthenope′s üppigem Busen,&#10;Lerne den Tod nun auch über dem Grabe der Welt.&#10;Zwar es umlächelt die Erde von Latium heiterer Himmel,&#10;Rein am entwölkten Azur bildet sich Roms Horizont,&#10;Wie es die Ebne beherrscht mit den siebengehügelten Zinnen&#10;Bis zu dem Meer jenseits, dort vom Sabinergebirg.&#10;Aber den Wanderer leitet ein Geist tiefsinniger Schwermuth&#10;Mit oft weilendem Gang durch des Ruins Labyrinth.&#10;Von uralter und ältester Zeit, unerwecklich entschlummert,&#10;Heget der Ort Nachhall, bleibet der Stein Monument.&#10;Fast in der Dinge Beginn fand Zuflucht hier vom Olympus,&#10;Hier im genügsamen Reich waltete golden Saturn.&#10;Drüben erstreckte sich dann dein Sitz, zweistirniger Janus;&#10;Nach Jahrtausenden noch heißet der Hügel von dir.&#10;Ferner, ein hirtlicher Held Arkadiens, wendet Evander&#10;Sich ansiedelnd hieher; Amphitryoniades&#10;Ward, aus Iberien kommend, beherbergt unter dem Strohdach&#10;Pallanteum′s, und schlug, rächend, im Felsengeklüft&#10;Cacus, der Nachbarn Schrecken, den flammaushauchenden Räuber:&#10;Also cyklopisch verwirrt starrte noch Wildniß umher.&#10;Endlich erschwollen die Segel aus Phrygien: mild sie empfangend&#10;Ebnete landeinwärts Tibris den Wellenerguß,&#10;Denn wohl wußt′ er bestimmt den Entführer der troïschen Laren,&#10;Fruchtbar an Weltherrschaft Ilions Asche zu sä′n.&#10;Aber Lavinium wurde nur erst, dann Alba gepflanzet,&#10;Keiner der Sterblichen noch hatte von Roma gehört.&#10;Langsam reifte zum Licht die Geburt; es versuchte das Schicksal&#10;Vieles darum: nie gab′s eine gewaltigere.&#10;Mavors muß erst liebend entglühn, die Vestale gebären,&#10;Erst sich der Wölfin Gier mildern in Mütterlichkeit,&#10;Ehe die weihende Furche der Pflugschaar konnte den Umkreiß&#10;Jener romulischen Stadt ziehn um den Berg Palatin.&#10;Doch wie der Halbgott gleich in der Wieg′ einst Schlangen erwürgte,&#10;Wies, unmündig und klein, schon sie den hohen Beruf.&#10;Die zwölf Adler des Zeus, so Romulus sah zu der Rechten,&#10;Ueber den Erdball einst sollten sie breiten den Flug.&#10;Nicht durch rohe Gewalt: Rom wußte den Tod zu verachten,&#10;Aber das Leben zugleich ehrt′ es mit Sitt′ und Gesetz.&#10;Der das Asyl aufthat, der Genoß lupercalischer Räuber,&#10;Ordnete Väter, und ward selber zum Vater Quirin.&#10;Dann der ersinnende Numa, der heimlichen Nymphe Vertrauter,&#10;Reinigte alles in Kraft würdiger Religion.&#10;Hütten genügten den Bürgern annoch, als, triftig den Enkeln&#10;Schon vorsorgend, die Stadt manches gemeinsame Werk&#10;Bauen gelernt: viereckig gehaun nach etrurischem Richtmaaß,&#10;Ohn′ anfugenden Kitt Massen auf Wassen gelegt,&#10;Hub sich die Ringmau′r ihnen, vertieften sich Wölbungen unten,&#10;Mit Bollwerken umdämmt wurde der Fels Capitol.&#10;Viele Verfaßungen stürzten dahin: noch stehn die Gemäuer,&#10;Welch′ einst Ancus begann, oder Superbus entwarf.&#10;Bald nun erschien der Decier Muth, und die Beile des Brutus.&#10;Häupter, vom Pflug oft her, oder vom Heerde, geholt,&#10;Kamen, erretteten, siegten, vernichteten oder bezähmten,&#10;Und dann kehrten sie heim, still, zu dem Rindergespann.&#10;Rüstigem Alter noch troff abhärtender Schweiß; doch schienen&#10;Unter dem greisen Gelock Runzeln der Stirn Diadem.&#10;Drum auch liebte die Alten der Sterblichen Zeuger und Welt Herr,&#10;Weil sie im Abglanz Ihn stellten am würdigsten dar.&#10;Oft zwar drängte sie Noth, doch jene verzweifelten nimmer,&#10;Denn die geheiligte Scheu wandte von ihnen die Furcht.&#10;Mit der Gefahr wuchs jedem der Muth, sich für Alle dem Tod weihn,&#10;Schien einfältige Pflicht ihnen in bäurischer Brust.&#10;Wollust preisen für Tugend, die Weisheit klügelnder Griechen,&#10;Schuf dem Fabricius Grau′n, nicht das gewaltige Thier.&#10;Wacht, und bewahrt, o Römer, die Zucht! Nach Zeiten, da Trotz euch&#10;Veji in′s Antlitz bot, kommen gefährlichere.&#10;Bald wird eure Geschicht′ Ein einziger langer Triumphzug,&#10;Und der ermüdete Blick zählt das Eroberte kaum.&#10;Euch reift Ernte des Ruhms: euch hat Carthago gewuchert,&#10;Gleichwie der trunkene Gott euch Alexander gesiegt.&#10;Zu Schiedsrichtern der Völker bestellt, und der Könige Schrecken,&#10;Falls ihr die Wage gerecht hieltet, so möchtet ihr wohl&#10;Stets obwalten den Dingen nach Jovis untadlicher Vollmacht;&#10;Doch zu des Glücks Vorwurf macht ihr das hohe Gedeihn.&#10;Nicht der Samnite, des Galliers Wuth, nicht Hannibal dämpft euch.&#10;So will′s euer Geschick: selbst nur erlieget sich Rom.&#10;Wer nie bebte dem Eisen, vom Golde nur wend′ er den Blick ab,&#10;Dessen bethörender Glanz hegt Basiliskennatur.&#10;Hast du verlernt zu entbehren, und wähnst den Besitz zu ertragen?&#10;Herr dein selbst sein, gilt′s, oder von allem der Sclav.&#10;Nie zu ersättigen schwelgt die Begier; die erkünstelten Laster,&#10;Her aus der Fremde geschifft, kauft unerschwinglicher Preis.&#10;Feil ist Allen der Staat: dir, Crassus, um Sand des Paktolus;&#10;Stolz will schaltende Macht, Spiele der Pöbel und Brod.&#10;Scaurus und Fabius heißt ihr wie sonst: doch erröthen der Ahnen&#10;Bildniss′ im Vorsaal euch; immer entartetere&#10;Söhne sich zeugt das verderbte Geschlecht. Ohnmächtige Vorsicht,&#10;Die dem entnervenden Strom Schranken entgegengestellt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Romanze zur Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-zur-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/romanze-zur-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Einsamer unterm Stenenzelt&#10;Geht durch die Mitternacht.&#10;Der Knab aus Träumen wirr erwacht,&#10;Sein Antlitz grau im Mond verfällt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Närrin weint mit offnem Haar&#10;Am Fenster, das vergittert starrt.&#10;Im Teich vorbei auf süßer Fahrt&#10;Ziehn Liebende sehr wunderbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mörder lächelt bleich im Wein,&#10;Die Kranken Todesgrausen packt.&#10;Die Nonne betet wund und nackt&#10;Vor des Heilands Kreuzespein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mutter leis′ im Schlafe singt.&#10;Sehr friedlich schaut zur Nacht das Kind&#10;Mit Augen, die ganz wahrhaft sind.&#10;Im Hurenhaus Gelächter klingt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rotundenzensur in Königsberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rotundenzensur-in-koenigsberg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rotundenzensur-in-koenigsberg/</guid><description>&lt;p&gt;Die hiesige Garnisonverwaltung –&#10;(wir sind schon weit in der Kultur)&#10;die brauchte zwecks Toilettegestaltung&#10;Papier – und zwar Makulatur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch darf kein Blatt von jener Sorte,&#10;so roh, so rot und so verderbt&#10;darunter sein – An solchem Orte&#10;kann man nie wissen, ob das färbt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ertappt man etwa die Rekruten,&#10;und lesen sie solch ein Traktat,&#10;und grad, wenn sie – Reveille tuten:&#10;das wäre glatter Hochverrat!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir dürfen dieses nicht beklagen! –&#10;&amp;hellip; ›Kreuzzeitung‹ &amp;hellip; ›Post‹ – nun – weg ist weg!&#10;Und sie erreichen sozusagen&#10;den eigentlichen Bestimmungszweck.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruf zum Sport</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruf-zum-sport/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruf-zum-sport/</guid><description>&lt;p&gt;Auf ihr steifen und verdorrten&#10;Leute aus Büros,&#10;Reißt euch mal zum Wintersporten&#10;Von den Öfen los.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleiches Volk an Wirtshaustischen,&#10;Stellt die Gläser fort.&#10;Widme dich dem freien, frischen,&#10;Frohen Wintersport.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn er führt ins lodenfreie&#10;Gletscherfexlertum&#10;Und bedeckt uns nach der Reihe&#10;All mit Schnee und Ruhm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nicht nur der Sport im Winter,&#10;Jeder Sport ist plus,&#10;Und mit etwas Geist dahinter&#10;Wird er zum Genuss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sport macht Schwache selbstbewusster,&#10;Dicke dünn, und macht&#10;Dünne hinterher robuster,&#10;Gleichsam über Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruhe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhe/</guid><description>&lt;p&gt;Ruhe jeder Leidenschaft&#10;Tränkt das Herz mit Götterkraft;&#10;Ruhe stählet Sehn&amp;rsquo; und Mark,&#10;Macht zu jeder Bürde stark.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhe führt des Sehers Sinn&#10;Höher durch die Welten hin,&#10;Wo er Orionen mißt&#10;Und der Erde Sand vergißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhe senkt des Weisen Blick&#10;Tiefer zu der Brüder Glück;&#10;Ruhe mißt am Lebensstab&#10;Richtig Zweck und Mittel ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhe zückt des Kriegers Schwert&#10;Blitzender für Haus und Herd;&#10;Ruhe biethet der Gefahr&#10;Fester Stirn und Busen dar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruhe des Herzens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhe-des-herzens/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhe-des-herzens/</guid><description>&lt;p&gt;Wie heimlich glüht ein Bild&#10;aus langer Dämm´rung:&#10;Ein Sommerabend war´s&#10;Im Heimatdorfe;&#10;Noch lag ein Sonnenhauch&#10;Auf Dach und Giebeln,&#10;Und hell stand schon der Mond&#10;In leeren Straßen.&#10;Der Nachbar sprach ein Wort&#10;Von Tau und Regen,&#10;Er sprach zu seinem Weib&#10;Drin in der Kammer;&#10;Er zog das Fenster an,&#10;Es klang der Riegel;&#10;Ein erstes Sternlein trat&#10;Aus lichtem Dunkel.&#10;Aus fernen Gärten klang&#10;Ein Mädchenlachen;&#10;Ein letzter Nachhall dann&#10;Und letzte Stille.&#10;Und all die Sommerwelt&#10;Ging wie ein Atem&#10;Geruhig ein und aus&#10;Durch meine Lippen.-&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruhe und Ordnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhe-und-ordnung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhe-und-ordnung/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Millionen arbeiten, ohne zu leben,&#10;wenn Mütter den Kindern nur Milchwasser geben -&#10;das ist Ordnung.&#10;Wenn Werkleute rufen: &amp;ldquo;Lasst uns ans Licht!&#10;Wer Arbeit stiehlt, der muss vors Gericht!&amp;rdquo;&#10;Das ist Unordnung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn Tuberkulöse zur Drehbank rennen,&#10;wenn dreizehn in einer Stube pennen -&#10;das ist Ordnung.&#10;Wenn einer ausbricht mit Gebrüll,&#10;weil er sein Alter sichern will -&#10;das ist Unordnung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn reiche Erben im Schweizer Schnee&#10;jubeln - und sommers am Comer See -&#10;dann herrscht Ruhe.&#10;Wenn Gefahr besteht, dass sich Dinge wandeln,&#10;wenn verboten wird, mit dem Boden zu handeln -&#10;dann herrscht Unordnung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sankt Peter und der Blaustrumpf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sankt-peter-und-der-blaustrumpf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sankt-peter-und-der-blaustrumpf/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Weiblein klopft an&amp;rsquo;s Himmelsthor,&#10;Sankt Peter öffnet, guckt hervor:&#10;- »Wer bist denn du?« - »Ein Strumpf, o Herr &amp;hellip;«&#10;Sie stockt, und milde mahnet er:&#10;»Mein Kind, erkläre dich genauer,&#10;Was für ein Strumpf?« »Vergieb - ein blauer.«&#10;Er aber grollt: »Man trifft die Sorte&#10;Nicht häufig hier an unsrer Pforte.&#10;Seid samt und sonders freie Geister,&#10;Der Teufel ist gar oft nicht dreister,&#10;Geh hin! er dürfte von dir wissen,&#10;Der liebe Herrgott kann dich missen.«&#10;- »Das glaub ich wohl - doch ich nicht Ihn,&#10;O Heilger, wolle noch verziehn!«&#10;Sie wagt es, sein Gewand zu fassen,&#10;Hat auf die Knie sich sinken lassen:&#10;»Du starker Hort, verstoß mich nicht,&#10;Laß blicken mich in&amp;rsquo;s Angesicht&#10;Des Ewgen, den ich stets gesucht.«&#10;- »In welcher Weise, ward gebucht;&#10;Man strebt ihm nach, wie&amp;rsquo;s vorgeschrieben,&#10;Du bist uns fern und fremd geblieben.«&#10;Das Weib blickt flehend zu ihm auf:&#10;»Wär dir bekannt mein Lebenslauf,&#10;Du wüßtest, daß in selgen Stunden&#10;Ich meinen Herrn und Gott gefunden.«&#10;Der Pförtner stutzt: »Allwo? - Sprich klar!«&#10;- »Daselbst, wo ich zu Hause war,&#10;(Mein Handwerk brachte das mit sich)&#10;Im Menschenherzen. Wunderlich&#10;War dort der Höchste wohl umgeben;&#10;Oft blieb von seines Lichtes Weben&#10;Ein glimmend Fünklein übrig nur&#10;Und führte doch auf Gottes Spur.&#10;Ob er sich nun auf dem Altare&#10;Den Frommen reicher offenbare -&#10;Das zu entscheiden ist dein Amt:&#10;Bin ich erlöst? bin ich verdammt?«&#10;Sankt Peter zu derselben Frist&#10;Etwas verlegen worden ist,&#10;Dacht eine gute Weile nach,&#10;Nahm endlich doch das Wort. Er sprach&#10;Und rückt dabei den Heilgenschein:&#10;»Besprich es drin - ich laß dich ein.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sankt Sebastian</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sankt-sebastian/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sankt-sebastian/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ein Liegender so steht er, ganz&#10;hingehalten von dem großen Willen.&#10;Weitentrückt wie Mütter, wenn sie stillen,&#10;und in sich gebunden wie ein Kranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Pfeile kommen: jetzt und jetzt&#10;als sprängen sie aus seinen Lenden,&#10;eisern bebend mit den freien Enden.&#10;Doch er lächelt dunkel, unverletzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einmal nur wird seine Trauer groß,&#10;und die Augen liegen schmerzlich bloß,&#10;bis sie etwas leugnen, wie Geringes,&#10;und ließen sie verächtlich los&#10;die Vernichter eines schönen Dinges.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sapphische Ode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sapphische-ode/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sapphische-ode/</guid><description>&lt;p&gt;Rosen brach ich nachts mir am dunklen Hage;&#10;Süßer hauchten Duft sie als je am Tage,&#10;Doch verstreuten reich die bewegten Äste,&#10;Tau, der mich näßte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch der Küsse Hauch mich wie nie berückte,&#10;Den ich nachts vom Strauch deiner Lippen pflückte:&#10;Doch auch dir, bewegt im Gemüt, gleich jenen,&#10;Tauten die Tränen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sappho an Alkaïos (Fragment)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sappho-an-alkaios-fragment/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sappho-an-alkaios-fragment/</guid><description>&lt;p&gt;Und was hättest du mir denn zu sagen,&#10;und was gehst du meine Seele an,&#10;wenn sich deine Augen niederschlagen&#10;vor dem nahen Nichtgesagten? Mann,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;sieh, uns hat das Sagen dieser Dinge&#10;hingerissen und bis in den Ruhm.&#10;Wenn ich denke: unter euch verginge&#10;dürftig unser süßes Mädchentum,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;welches wir, ich Wissende und jene&#10;mit mir Wissenden, vom Gott bewacht,&#10;trugen unberührt, daß Mytilene&#10;wie ein Apfelgarten in der Nacht&#10;duftete vom Wachsen unsrer Brüste -.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sascha</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sascha/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sascha/</guid><description>&lt;p&gt;Um deine Lippen blüht noch jung&#10;der Trotz dunkelrot,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber auf deiner Stirne sind meine Gebete&#10;vom Sturm verwittert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass wir uns im Leben&#10;nie küssen sollten&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun bist du der Engel,&#10;der auf meinem Grab steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Atmen der Erde bewegt&#10;meinen Leib wie lebendig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz scheint hell&#10;vom Rosenblut der Hecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber ich bin tot, Sascha,&#10;und das Lächeln liegt abgepflückt&#10;nur noch kurz auf meinem Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Satanella</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/satanella/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/satanella/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Gluten des Weines&#10;Dein Antlitz röten,&#10;Bleiche Madonna,&#10;Dann flieh&amp;rsquo; meinen Augen.&#10;Ich bete Dich an&#10;Und liebe Dich grenzenlos, -&#10;Aber nur mit todesblassen Wangen;&#10;Doch zeigst Du Dich mir&#10;Durchflutet vom Feuer&#10;Des spanischen Weines,&#10;Sanft erglühend,&#10;So faßt mich die Lust,&#10;Die schreiende Lust,&#10;Dich zu küssen, zu küssen, zu küssen,&#10;Und im Kuß zu erdrosseln; -&#10;Denn Du mußt bleich sein,&#10;Totenbleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhbedürftig, liebesübersättigt,&#10;Sinkt nach tobenden Genüssen&#10;Dein gespensterblasser,&#10;Herrlicher Leib&#10;Keuchend zurück.&#10;Weit geöffnet, in schweren Atemzügen&#10;Zittern die Nüstern,&#10;Und im leisen Nachkrampf&#10;Zerren sich die hochgeschürzten Lippen&amp;hellip;&#10;Langsam steigt von Deinem tiefgelegnen&#10;Onyxdunklen Auge&#10;Deines Lides leichtumblauter,&#10;Schwerer Schleier.&#10;Liebesicher und hochmut-funkelnd&#10;Glutet Dein Blick in meinem&amp;hellip;&#10;Plötzlich, den hilflos-zornigen,&#10;Liebezermarterten Leib&#10;Machtvoll niederzwingend,&#10;Wühlt sich der Wille zur Wollust&#10;Nochmals stürmisch auf aus Deiner Seele,&#10;Und herüber zu mir&#10;Zischt Dein gewaltiges&#10;Grauenhaft süßes:&#10;&amp;ldquo;Her zu mir!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schattenküsse, Schattenliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schattenkuesse-schattenliebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schattenkuesse-schattenliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Schattenküsse, Schattenliebe,&#10;Schattenleben, wunderbar!&#10;Glaubst du, Närrin, alles bliebe&#10;Unverändert, ewig wahr?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wir lieblich fest besessen,&#10;Schwindet hin, wie Träumerein,&#10;Und die Herzen, die vergessen,&#10;Und die Augen schlafen ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Scheue Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/scheue-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/scheue-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Oft schon wollt&amp;rsquo; ich kühn es wagen:&#10;Meine Lieb&amp;rsquo; ihr zu bekennen,&#10;Wunsch und Sehnen ihr zu nennen,&#10;Aber immer stumm und ferne&#10;Hielt mich unbekanntes Zagen!&#10;Rauh sind Worte! Es zu sagen,&#10;Möcht&amp;rsquo; ich keine Sprache brauchen;&#10;Leis&amp;rsquo; in Klänge möcht&amp;rsquo; ich&amp;rsquo;s hauchen,&#10;Nur in Hauchen möcht&amp;rsquo; ich&amp;rsquo;s klagen!&#10;Spräch&amp;rsquo; zu ihr das Licht der Sterne,&#10;Wäre Red&amp;rsquo; in Blumendüften,&#10;Süße Wort&amp;rsquo; in linden Lüften,&#10;Rief&amp;rsquo; ich&amp;rsquo;s ihr entgegen gerne.&#10;Worte würden sie erschrecken,&#10;Und doch möcht&amp;rsquo; ich, daß sie&amp;rsquo;s wüßte! –&#10;Ihren Zorn fürcht&amp;rsquo; ich zu wecken,&#10;Daß ich hart es büßen müßte! –&#10;Nun, so sprechet denn, ihr Augen,&#10;Mit den demuthvollsten Blicken;&#10;Scheue Liebe auszudrücken,&#10;Stumme Wünsch&amp;rsquo; und furchtsam Zagen,&#10;Sollt&amp;rsquo; ihr ja am besten taugen. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schicksal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schicksal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schicksal/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Freudenfesten zogen sie hinaus.&#10;Zum Täufling geht es in dem Grafenhaus,&#10;Den die beglückte Tochter hat geboren;&#10;Die andere hat ein Brite sich erkoren:&#10;Ein jugendlicher Herzog reicht die Hand&#10;Der deutschen Braut im fluthumrauschten Land.&#10;Rasch trägt die See das frohe Elternpaar&#10;Zur hohen Feier an den Traualtar;&#10;Volksjubel grüßt und neben ihrem Sohne,&#10;In ihren Locken die Brillantenkrone,&#10;Der Kinder Wohl im tiefbewegten Sinn,&#10;Steht Englands Königin, Indiens Kaiserin.&#10;Und fernher aus des Schwabenlandes Garten&#10;Ist eine frohe Botschaft zu erwarten,&#10;Denn dort begrüßt der Frühlingssonne Blick&#10;Vielleicht schon heut ein neues Mutterglück;&#10;Wär&amp;rsquo;s auch kein Erbe, dem der Krone Pracht&#10;Von Weitem schon in seine Wiege lacht,&#10;Wer schaute nicht mit menschlich reiner Wonne&#10;Ein neu Geschöpf am heitern Licht der Sonne? –&#10;Ein Kreis von Festen! Traufest in der Mitte,&#10;Und an das erste schließt sich schön das dritte!&#10;Drei Tage drauf –&#10;Kaum reichte des Dampfrads schnellster Lauf –&#10;Stehn sie an einem Grab. Im Abendschein&#10;Senkt man die Mutter zu dem Kind hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schifferliedchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schifferliedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schifferliedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Schon hat die Nacht den Silberschrein&#10;Des Himmels aufgetan;&#10;Nun spült der See den Widerschein&#10;Zu dir, zu dir hinan!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in dem Glanze schaukelt sich&#10;Ein leichter dunkler Kahn;&#10;Der aber trägt und schaukelt mich&#10;Zu dir, zu dir hinan!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich höre schon den Brunnen gehn&#10;Dem Pförtlein nebenan,&#10;Und dieses hat ein gütig Wehn&#10;Von Osten aufgetan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Sternlein schießt, vom Baume fällt&#10;Das Blust in meinen Kahn;&#10;Nach Liebe dürstet alle Welt,&#10;Nun, Schifflein, leg&amp;rsquo; dich an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schifferreigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schifferreigen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schifferreigen/</guid><description>&lt;p&gt;Es kömmt ein Fink geflogen&#10;Des Morgens über Meer,&#10;Der bringt mir Grüß und Lieder&#10;Von meinem Liebchen her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich ein Vogel wäre,&#10;Stellt′ ich das Schiffen ein,&#10;Und wenn ich wär kein Schiffer,&#10;Ein Schwimmer müßt ich sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich laß mein Schifflein treiben&#10;Hinauf, hinab die Flut;&#10;Ob Wind und Woge schlafen,&#10;Das Schiff sich nimmer ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gib mir mein Ruder wieder,&#10;Und laß das Spielen sein,&#10;O Diebin, oder nimm mich&#10;In deinen Nachen ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schiller</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schiller/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schiller/</guid><description>&lt;p&gt;Zum 10. November 1859.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Das Höchste, was uns kann der Dichter geben,&#10;Das ist sein - sein nur allein!&#10;Vor denen, welche mit und nach ihm leben,&#10;Sei dieses würdig, ausgestellt zu sein;&#10;Zum reinsten Menschthum es empor zu heben,&#10;Es ganz zu läutern, sei sein Ziel allein -&#10;Denn höchste Gluth muß er erst in sich schüren,&#10;Der ′s wagen will, die Göttlichen zu rühren!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sprach der Dichter Schiller - und geblieben&#10;Ist nicht für ihn ein leerer Schall das Wort,&#10;Wo ihn das Innerste nicht angetrieben,&#10;Erklang von seiner Leier kein Accord.&#10;Nicht Zeile hat die Hand geschrieben,&#10;Die nicht entquoll der tiefsten Seele Hort -&#10;Was er auch schuf, voll sittlich reiner Klarheit,&#10;Der Abglanz nur ist′s seiner Wahrheit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schillers Lob der Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schillers-lob-der-frauen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schillers-lob-der-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Parodie&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ehret die Frauen! Sie stricken die Strümpfe,&#10;Wollig und warm, zu durchwaten die Sümpfe,&#10;Flicken zerrißene Pantalons aus;&#10;Kochen dem Manne die kräftigen Suppen,&#10;Putzen den Kindern die niedlichen Puppen,&#10;Halten mit mäßigem Wochengeld Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch der Mann, der tölpelhafte&#10;Find′t am Zarten nicht Geschmack.&#10;Zum gegohrnen Gerstensafte&#10;Raucht er immerfort Taback;&#10;Brummt, wie Bären an der Kette,&#10;Knufft die Kinder spat und fruh;&#10;Und dem Weibchen, nachts im Bette,&#10;Kehrt er gleich den Rücken zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlacht/</guid><description>&lt;p&gt;Ächzen ringt&#10;Und&#10;Stampfet in die Erde&#10;Packen würgt&#10;Und&#10;Windet wühlt und stemmt&#10;Die Lüfte stehn&#10;Und&#10;Klammern krampfzerrissen&#10;Zerfetzen kracht&#10;Und&#10;Schellet gell zu Boden&#10;Das Wissen stockt&#10;Die Hoffnung bebt und starrt&#10;Die Ahnung blutet&#10;Schreien wächst empor&#10;Das Leben&#10;Flammt&#10;Die letzten Brände&#10;Sprühen&#10;Wild&#10;Krallt&#10;Das Sterben&#10;Auf&#10;Zum Himmel.&#10;Das Taglicht stickt&#10;Die Nacht&#10;Flort um&#10;Das Grabtuch&#10;Die Erde hüllt&#10;Und&#10;Liebe spreizt den Schoß&#10;Die Sterne zittern&#10;Strahlen brücket über&#10;Die Zeit klimmt an&#10;Und&#10;Lächeln sammelt Tropfen&#10;Und&#10;Sammeln Lächeln&#10;Lächeln Sammeln Schreiten&#10;Und&#10;Sammeln schreitet&#10;Lächeln Schreiten Schwinden&#10;Und&#10;Schreiten schwindet&#10;Schwinden Lächeln Schreiten&#10;Und&#10;Schwinden schreitet nach&#10;Dem sturen Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlacht bey Leipzig , 1.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlacht-bey-leipzig-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlacht-bey-leipzig-1/</guid><description>&lt;p&gt;(Fliegendes Blat jener Zeit.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab den Schweden mit Augen gesehn,&#10;Er thut mir wohlgefallen,&#10;Geliebt mir in dem Herzen mein,&#10;Vor andern Königen allen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hat der schönen Reiter soviel,&#10;Läst sich nicht lang vexieren,&#10;Er hat der schönen Stück so viel,&#10;Viel tausend Musketierer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Frankenland ist ein schönes Land,&#10;Es hat viel schöne Strassen,&#10;Es hat so mancher brave Soldat,&#10;Sein junges Leben gelassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Sachsenland ist ein einiges Land,&#10;Es dienet Gott dem Herren,&#10;Und wenn wir kommen ins Bayerland,&#10;Frey tapfer wollen wir uns wehren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlachtgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtgesang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Wie erscholl der Gang des lauten Heers&#10;Von dem Gebirg in das Thal herab,&#10;Da zu dem Angriff bey dem Waldstrom das Kriegslied&#10;Zu der vertilgenden Schlacht und dem Siege den Befehl rief!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit herab zu grosser Thaten Ernst!&#10;Zu der unsterblichen Rettung Ruhm!&#10;Die am Gebirg uns bey dem Strom stolz erwarten,&#10;Und im Gefilde der Schlacht mit dem Donner in dem Arm stehn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Tyrannenknechte sind sie nur!&#10;Und vor dem Drohn des gesenkten Stahls,&#10;Vor dem Herannahn, und dem Ausspruch der Freyen,&#10;Die sich dem Tode gelassener heiligen, entfliehn sie!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlaf und Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf-und-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf-und-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Süß und wonnesam ist der Schlaf. -&#10;In der strengen Schule des Lebens,&#10;wo gleich unverständigen Kindern&#10;wir die krausen, verworrenen Rätsel&#10;mühsam zusammenbuchstabieren&#10;aber nimmer den Sinn erforschen,&#10;wo der Schmerz mit ehernem Griffel&#10;Runen auf unsere Stirnen schreibt,&#10;dünkt der Schlaf die Erholungsstunde&#10;mir, die süße, köstliche Pause,&#10;da die verschlossene Türe aufspringt&#10;und statt dumpfigen Bücherstaubes&#10;Sonnenstrahlen und Luft wir atmen&amp;hellip;&#10;süß und wonnesam ist der Schlaf. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schließlich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schliesslich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schliesslich/</guid><description>&lt;p&gt;Jawohl, das Ding ist ärgerlich!&#10;Das Volk hat lange, graue Ohren,&#10;Und seine Treiber nennen sich&#10;Rabbiner, Pfarrer und Pastoren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verhasst ist mir der Schwindelbau&#10;Der jesuitelnden Sophisten,&#10;Und überleg ich&amp;rsquo;s mir genau,&#10;Hab ich Talent zum Atheisten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tagtäglich schürt in mir den Spott&#10;Das fade Weihrauchduftgeträufel,&#10;Denn schließlich ist der liebe Gott&#10;Doch nur ein dummer Antiteufel!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlusslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlusslied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlusslied/</guid><description>&lt;p&gt;Heller ward es im Osten.&#10;Da machte sich auf der Morgenwind,&#10;Vom Schlummer zu wecken&#10;Des Frühlings lieblichste Kinder:&#10;Maililien und wilde&#10;Zartrosa Rosen.&#10;Sacht durchzog er das junge&#10;Gras und das grüne&#10;Sprossende Korn, dass die Ähren&#10;Leis zu nicken begannen und weithin&#10;Wogten hinab&#10;Zu der Felder Umzäunung.&#10;Munter fuhr er einher&#10;An der Seite des Hügels,&#10;Jagte den Duft empor&#10;Von den Apfelblüten und tanzte&#10;Über die Gärten hinweg&#10;In den Forst dann,&#10;Spielend hier mit der weißlichen&#10;Birke Gezweig, mit dem Wipfel&#10;Der Tanne dort und des Buchbaums&#10;Prächtiger Krone;&#10;Säuseln und Rauschen begann&#10;Im Tal, auf den Höhen.&#10;Demanten glänzte der Tau&#10;Im wachsenden Licht;&#10;Aus Blättern und Kelchen&#10;Rollt er, und Leben entsteht&#10;Und Bewegung jetzt, überall, überall!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneider-Courage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneider-courage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneider-courage/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Schuss gefallen!&#10;Mein ! Sagt, wer schoss da drauß?&#10;Es ist der junge Jäger,&#10;der schießt im Hinterhaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Spatzen in dem Garten,&#10;die machen viel Verdruss.&#10;Zwei Spatzen und ein Schneider,&#10;die fielen von dem Schuss;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;die Spatzen von den Schroten,&#10;der Schneider von dem Schreck,&#10;die Spatzen in die Schoten,&#10;der Schneider in den Dreck.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schön-Rohtraut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoen-rohtraut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoen-rohtraut/</guid><description>&lt;p&gt;Wie heißt König Ringangs Töchterlein?&#10;Rohtraut, Schön-Rohtraut.&#10;Was tut sie denn den ganzen Tag,&#10;Da sie wohl nicht spinnen und nähen mag?&#10;Tut fischen und jagen.&#10;O daß ich doch ihr Jäger wär!&#10;Fischen und jagen freute mich sehr.&#10;- Schweig stille, mein Herze!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und über eine kleine Weil,&#10;Rohtraut, Schön-Rohtraut,&#10;So dient der Knab auf Ringangs Schloß&#10;In Jägertracht und hat ein Roß,&#10;Mit Rohtraut zu jagen.&#10;O daß ich doch ein Königssohn wär!&#10;Rohtraut, Schön-Rohtraut lieb ich so sehr.&#10;- Schweig stille, mein Herze!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schöner Stern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoener-stern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoener-stern/</guid><description>&lt;p&gt;Schöner Stern&#10;Hab&amp;rsquo; Dich gern,&#10;Schau&amp;rsquo;st ins Fensterlein,&#10;Und ins Herz hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schönste Zier&#10;Strahle mir,&#10;Bist so ganz allein,&#10;Stolzes Sternelein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schönes Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoenes-bild/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoenes-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Wie bist du schön, o Rose,&#10;Und hold in deiner Pracht,&#10;Vom ersten Sonnenstrahle&#10;Geküsst nach tauger Nacht;&#10;Von Tränen übergossen&#10;Dein leuchtend Angesicht,&#10;Stehst lächelnd du im Schimmer&#10;Des Lichts, das dich umflicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mädchen, so bist lieblich&#10;Du wie der Rose Bild,&#10;Wenn sich dein dunkles Auge&#10;Mit süßen Tropfen füllt,&#10;Die Wangen sanft sich röten&#10;In stiller, heilger Glut&#10;Vom Sonnenstrahl der Liebe,&#10;Der schimmernd auf dir ruht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schutz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schutz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schutz/</guid><description>&lt;p&gt;In der Nacht, wenn alles ruht,&#10;Träumend von der Ferne,&#10;Hat der Himmel auf der Hut&#10;Nur das Aug der Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn in die Welt zurück&#10;Kehrt des Tages Wüten,&#10;Braucht er schon den Sonnenblick,&#10;Um sie zu behüten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwäbisches Bauernlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwaebisches-bauernlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwaebisches-bauernlied/</guid><description>&lt;p&gt;So herzig, wie mein&amp;rsquo; Lisel,&#10;Gibt&amp;rsquo;s halt nichts auf der Welt!&#10;Vom Köpflein bis zum Füßel&#10;Ist sie gar wohl bestellt:&#10;Die Wänglein weiß und roth;&#10;Ihr Mund, wie Zuckerbrod.&#10;So herzig, wie mein&amp;rsquo; Lisel,&#10;Gibt&amp;rsquo;s halt nichts auf der Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel weicher als die Seide&#10;Ist ihr kohlschwarzes Haar,&#10;Und ihre Aeuglein beide&#10;Sind wie die Sternlein klar;&#10;Sie blinzeln hin und her,&#10;Sind schwarz, wie Vogelbeer.&#10;So herzig, wie mein&amp;rsquo; Lisel,&#10;Gibt&amp;rsquo;s halt nichts auf der Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwarz-Rot-Gold</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarz-rot-gold/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarz-rot-gold/</guid><description>&lt;p&gt;In Kümmernis und Dunkelheit,&#10;Da mußten wir sie bergen!&#10;Nun haben wir sie doch befreit,&#10;Befreit aus ihren Särgen!&#10;Ha, wie das blitzt und rauscht und rollt!&#10;Hurra, du Schwarz, du Rot, du Gold!&#10;Pulver ist schwarz,&#10;Blut ist rot,&#10;Golden flackert die Flamme!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist das alte Reichspanier,&#10;Das sind die alten Farben!&#10;Darunter haun und holen wir&#10;Uns bald wohl junge Narben!&#10;Denn erst der Anfang ist gemacht,&#10;Noch steht bevor die letzte Schlacht!&#10;Pulver ist schwarz,&#10;Blut ist rot,&#10;Golden flackert die Flamme!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwarze Blätter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarze-blaetter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarze-blaetter/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind mir die Schwingen denn gebrochen?&#10;Ist mir die alte Kraft verraucht,&#10;Daß ich nicht mehr des Herzens unstät Pochen,&#10;Und was aus seinen dunklen Tiefen taucht&#10;In buntem, vielgestalt′gem Reigen,&#10;Bemeistern kann? Schloß schon das Schweigen&#10;Die Dichterlippe – jenes große Schweigen,&#10;Das Ekel, Ueberdruß, Melancholie&#10;Und Lebensunrast großsäugt in der Brust?&#10;Versprühte mir schon alle Jugendlust?&#10;Verlor ihr Diadem die Poesie?&#10;Sind meine Wurzeln welk? Mein Stamm verdorrt?&#10;Mein Laub von tauber Asche überstaubt?&#10;Ich treibe fort und fort&#10;In einem uferlosen Ocean,&#10;Gebeugt das Haupt,&#10;Das Auge stier und brennend, thränenlos . . .&#10;Jedwedes Menschenloos&#10;Dünkt mich nur ein Gewirr von Trug und Wahn,&#10;Drin Afterweisheit, blöder Aberwitz&#10;Gehalt und Sinn und tiefre Ordnung finden . . .&#10;Und zuckt einmal in diese zähe Nacht&#10;Blutrot ein Blitz&#10;Aus einer höher′n Zone:&#10;Dann schau′ ich Frevel nur und Sünden&#10;Und Schmach und Ohnmacht allerwärts . . .&#10;Und dem zertret′nen Schmerzenssohne&#10;Entschlägt sich seines letzten Hoffnungsschimmers&#10;Das zerborstene Herz . . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schweigen und Reden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigen-und-reden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigen-und-reden/</guid><description>&lt;p&gt;Es hat ein jeder Mensch mehr Fehler zu verstecken,&#10;Als er Geschicklichkeit der Welt hat zu entdecken;&#10;Drum kommt der immer besser an,&#10;Wer schweigen, als wer reden kan.&#10;Denn weil sich jener nur allein von aussen zeigt,&#10;So zeiget dieser sich von innen:&#10;Man kan sehr viel bey dem der schweigt&#10;Verlieren; und sehr viel bey dem der spricht, gewinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwindsüchtige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwindsuechtige/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwindsuechtige/</guid><description>&lt;p&gt;Sie müssen ruh′n und wieder ruh′n,&#10;Teils auf den patentierten Liegestühlen&#10;Sieht man in Wolle sie und Wut sich wühlen,&#10;Teils haben sie im Bette Kur zu tun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur mittags hocken krötig sie bei Tisch&#10;Und schlingen Speisen: fett und süß und zahlreich.&#10;Auf einmal klingt ein Frauenlachen, qualreich,&#10;Wie eine Aeolsharfe zauberisch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht, daß einer dann zum Gehn sich wendet,&#10;- er ist am nächsten Tage nicht mehr da -&#10;Und seine Stumpfheit mit dem Browning endet&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwüle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwuele/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwuele/</guid><description>&lt;p&gt;Trüb verglomm der schwüle Sommertag,&#10;Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag -&#10;Sterne, Sterne - Abend ist es ja -&#10;Sterne, warum seid ihr noch nicht da?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!&#10;Schilf, was flüsterst du so frech und bang?&#10;Fern der Himmel und die Tiefe nah -&#10;Sterne, warum seid ihr noch nicht da?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine liebe, liebe Stimme ruft&#10;Mich beständig aus der Wassergruft -&#10;Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!&#10;Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sebastian im Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sebastian-im-traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sebastian-im-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Mutter trug das Kindlein im weißen Mond,&#10;Im Schatten des Nußbaums, uralten Holunders,&#10;Trunken vom Safte des Mohns, der Klage der Drossel;&#10;Und stille&#10;Neigte in Mitleid sich über jene ein bärtiges Antlitz&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise im Dunkel des Fensters; und altes Hausgerät&#10;Der Väter&#10;Lag im Verfall; Liebe und herbstliche Träumerei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also dunkel der Tag des Jahrs, traurige Kindheit,&#10;Da der Knabe leise zu kühlen Wassern, silbernen Fischen hinabstieg,&#10;Ruh und Antlitz;&#10;Da er steinern sich vor rasende Rappen warf,&#10;In grauer Nacht sein Stern über ihn kam;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sechzehnter Januar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sechzehnter-januar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sechzehnter-januar/</guid><description>&lt;p&gt;Sechzehnter Januar. Es war in der letzten&#10;Woche wie ein Zusammenbruch. Unmöglichkeit&#10;zu schlafen, Unmöglichkeit zu wachen&#10;Unmöglichkeit das Leben genauer die&#10;Aufeinanderfolge des Lebens zu ertragen.&#10;Die Uhren stimmen nicht überein.&#10;Die Innere jagt in einer teuflischen oder&#10;dämonischen, oder jedenfalls unmenschlichen&#10;Art. Die Äussere geht stockend ihren&#10;gewöhnlichen Gang. Was kann andres&#10;geschehn als daß sich die zwei&#10;verschiedenen Welten trennen und sie trennen&#10;sich, oder reißen zu mindestens in einer&#10;fürchterlichen Art. Die Einsamkeit die mir&#10;zum größten Teil seit je&#10;heraufgezwungen war zum Teil von mir gesucht&#10;wurde, (doch was war auch dies andere als Zwang)&#10;wird jetzt ganz unzweideutig und geht auf das&#10;Äusserste wohin führt sie? Sie kann&#10;dies scheint am zwingendsten zum Irrsinn führen.&#10;Darüber kann nichts weiter ausgesagt werden.&#10;Die Jagd geht durch mich und zerreißt mich.&#10;Oder aber ich kann - sei es auch nur zum einzigsten&#10;Teil mich aufrecht erhalten, lasse mich also von der Jagd&#10;tragen. Wohin komme ich dann? Jagd ist ja nur ein&#10;Bild - man kann auch sagen: Ansturm gegen die&#10;letzte, irdische Grenze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seekrankheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seekrankheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seekrankheit/</guid><description>&lt;p&gt;Die grauen Nachmittagswolken&#10;Senken sich tiefer hinab auf das Meer,&#10;Das ihnen dunkel entgegensteigt,&#10;Und zwischendurch jagt das Schiff.&#10;Seekrank sitz ich noch immer am Mastbaum,&#10;Und mache Betrachtungen über mich selber,&#10;Uralte, aschgraue Betrachtungen,&#10;Die schon der Vater Loth gemacht,&#10;Als er des Guten zuviel genossen&#10;Und sich nachher so übel befand.&#10;Mitunter denk ich auch alter Geschichtchen:&#10;Wie kreuzbezeichnete Pilger der Vorzeit,&#10;Auf stürmischer Meerfahrt, das trostreiche Bildnis&#10;Der heiligen Jungfrau gläubig küßten;&#10;Wie kranke Ritter, in solcher Seenot,&#10;Den lieben Handschuh ihrer Dame&#10;An die Lippen preßten, gleich getröstet -&#10;Ich aber sitze und kaue verdrießlich&#10;Einen alten Hering, den salzigen Tröster&#10;In Katzenjammer und Hundetrübsal!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seemärchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seemaerchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seemaerchen/</guid><description>&lt;p&gt;Und als die Nixe den Fischer gefaßt,&#10;Da machte sie sich abseiten;&#10;Sie schwamm hinaus mit lüsterner Hast,&#10;Hinaus in die nächtlichen Weiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schwamm in gewaltigen Kreisen herum,&#10;Bald oben, bald tief am Grunde,&#10;Sie wälzt′ mit dem Armen sich um und um&#10;Und küßt ihm das Rot vom Munde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei Tage hatte sie Zeitvertreib&#10;Mit ihm in den Meeresweiten&#10;Am vierten ließ sie den toten Leib&#10;Aus ihren Armen gleiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seemorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seemorgen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seemorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Morgen frisch, die Winde gut,&#10;Die Sonne glüht so helle,&#10;Und brausend geht es durch die Flut;&#10;Wie wandern wir so schnelle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wogen stürzen sich heran;&#10;Doch wie sie auch sich bäumen,&#10;Dem Schiff sich werfend in die Bahn,&#10;In toller Mühe schäumen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Schiff voll froher Wanderlust&#10;Zieht fort unaufzuhalten,&#10;Und mächtig wird von seiner Brust&#10;Der Wogendrang gespalten;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewirkt von goldner Strahlenhand&#10;Aus dem Gesprüh der Wogen,&#10;Kommt ihm zur Seit ein Irisband&#10;Hellflatternd nachgeflogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Segen der Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/segen-der-natur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/segen-der-natur/</guid><description>&lt;p&gt;Es giebt so stille Feierstunden&#10;Der Seele, wo sie Alles trägt,&#10;Wo sie trotz allen ihren Wunden&#10;Des Friedens Athem nur bewegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie blieb er lange mir so ferne,&#10;Der Ruhe stiller Zauberkreis,&#10;Wo, gleich dem wandellosen Sterne,&#10;Man nichts von Schmerz und Sehnsucht weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Natur, mit deinem milden Segen,&#10;Du bist′s, die mich so sanft umfängt!&#10;Die heute mir auf allen Wegen&#10;Nur Lebensmuth entgegen drängt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es rauscht der Bach zu meinen Füßen&#10;Mir Ruhe! Ruhe! leis′ in′s Ohr;&#10;Die blauen Berge freundlich grüßen,&#10;Die Bäume flüstern süßen Chor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seh ich dein Aug in Starrheit süß verloren...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seh-ich-dein-aug-in-starrheit-suess-verloren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seh-ich-dein-aug-in-starrheit-suess-verloren/</guid><description>&lt;p&gt;Seh&amp;rsquo; ich dein Aug&amp;rsquo; in Starrheit süß verloren,&#10;Dem sonst so sonniges Leben hold entsprüht,&#10;Dünkt mir, Anna: du seist nicht erdgeboren,&#10;Daß fremder Welten Zauber dich umblüht.&#10;Seh&amp;rsquo; ich dann Thränen deine Wangen feuchten,&#10;Schimmern in zarter Wimper Perlen gleich,&#10;Erschließt mir deiner Züge Wetterleuchten,&#10;Wie thaufrisch deine Seele und wie reich!&#10;Ich weiß: du möchtest gern ein Herz beglücken,&#10;So schön, so lieb, wie nimmer es geschieht.&#10;Ich weiß: du möchtest es der Welt entrücken,&#10;Daß also keusch und rein es auch erglüht:&#10;Wie all&amp;rsquo; die Träume, die dich lind umweben,&#10;Wie all&amp;rsquo; die Lust, die jauchzend aus dir bricht,&#10;Wie all&amp;rsquo; die Strahlen, die dich leis&amp;rsquo; umschweben,&#10;Du schöne Himmelsseele hehr und licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sei allem Abschied voran...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sei-allem-abschied-voran/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sei-allem-abschied-voran/</guid><description>&lt;p&gt;Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter&#10;dir, wie der Winter, der eben geht.&#10;Denn unter Wintern ist einer so endlos Winter,&#10;daß, überwinternd, dein Herz überhaupt übersteht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei immer tot in Eurydike –, singender steige,&#10;preisender steige zurück in den reinen Bezug.&#10;Hier, unter Schwindenden, sei, im Reiche der Neige,&#10;sei ein klingendes Glas, das sich im Klang schon zerschlug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei – und wisse zugleich des Nicht-Seins Bedingung,&#10;den unendlichen Grund deiner innigen Schwingung,&#10;daß du sie völlig vollziehst dieses einzige Mal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sei mir gegrüßt, du große</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sei-mir-gegruesst-du-grosse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sei-mir-gegruesst-du-grosse/</guid><description>&lt;p&gt;Sei mir gegrüßt, du große,&#10;Geheimnisvolle Stadt,&#10;Die einst in ihrem Schoße&#10;Mein Liebchen umschlossen hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sagt an, ihr Türme und Tore,&#10;Wo ist die Liebste mein?&#10;Euch hab ich sie anvertrauet,&#10;Ihr solltet mir Bürge sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unschuldig sind die Türme,&#10;Sie konnten nicht von der Stell′,&#10;Als Liebchen mit Koffern und Schachteln&#10;Die Stadt verlassen so schnell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tore jedoch, die ließen&#10;Mein Liebchen entwischen gar still;&#10;Ein Tor ist immer willig,&#10;Wenn eine Törin will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seiner Herrin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seiner-herrin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seiner-herrin/</guid><description>&lt;p&gt;An F. von Schrötter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Von einer ist mein Herz entzündet,&#10;Die läßt mir Tag und Nacht nicht Ruh′;&#10;Der hab′ ich ewig mich verkündet,&#10;Ihr thu′ ich alles, was ich thu′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Schönheit blüht sie, glänzt in Ehren,&#10;Wie Gottes wundervolle Braut,&#10;Und scheint sich täglich zu verklären,&#10;Seit ich an ihren Dienst getraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So freundlich hat sie mich geladen,&#10;Daß schier mein Herz in Liebe brach,&#10;Als wenn die Mutter aller Gnaden&#10;In sel′gen Träumen zu mir sprach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seiner Liebe Anfang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seiner-liebe-anfang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seiner-liebe-anfang/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich auf meiner Liebsten Mund&#10;(ach sanfte Ruhstat!) brünstig lage,&#10;und meiner Schmerzen herbe Plage&#10;ihr täht auß ganzem Herzen kund,&#10;wie ich so oft um ihretwegen&#10;Ruh- trost- und Sinnen- ohn gelegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein (sprach sie) Herzgen, sage doch:&#10;zu welcher Zeit du bist entronnen,&#10;und wodurch du mich lieb gewonnen:&#10;Wo ich mich recht entsinne noch,&#10;hastu auch gar für wenig Wochen,&#10;kalt-sinnig dich mit mir besprochen:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sexuelle Aufklärung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sexuelle-aufklaerung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sexuelle-aufklaerung/</guid><description>&lt;p&gt;Tritt ein, mein Sohn, in dieses Varieté!&#10;Die heiligen Hallen füllt ein lieblich Odium&#10;von Rauchtabak, Parfums und Eßbüffé.&#10;Die blonde Emmy tänzelt auf das Podium,&#10;der erste und der einzige Geiger schmiert ›Kollodium‹&#10;auf seine Fiedel für das hohe C &amp;hellip;&#10;So blieb es, und so ists seit dreißig Jahren –&#10;drum ist dein alter Vater mit dir hergefahren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh jenes Mädchen! Erster Jugendblüte&#10;leichtrosa Schimmer ziert das reizende Gesicht.&#10;So war sie schon, als ich mich noch um sie bemühte,&#10;und wahrlich: ich blamiert mich nicht!&#10;Siehst du sie jetzt, wie sie voll Scham erglühte?&#10;Was flüstert sie? »Det die de Motten kricht &amp;hellip; !«&#10;Wie klingt mir dieser Wahlspruch doch vertraut&#10;aus jener Zeit, da ich den Referendar gebaut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Shakespeare′s Schatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/shakespeares-schatten/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/shakespeares-schatten/</guid><description>&lt;p&gt;Endlich erblickt′ ich auch die hohe Kraft des Herakles,&#10;Seinen Schatten. Er selbst, leider, war nicht mehr zu sehn.&#10;Ringsum schrie, wie Vögelgeschrei, das Geschrei der Tragöden&#10;Und das Hundegebell der Dramaturgen um ihn.&#10;Schauerlich stand das Ungetüm da. Gespannt war der Bogen,&#10;Und der Pfeil auf der Sehn′ traf noch beständig das Herz.&#10;&amp;ldquo;Welche noch kühnere Tat, Unglücklicher, wagest du jetzo,&#10;Zu den Verstorbenen selbst niederzusteigen ins Grab!&amp;rdquo; -&#10;Wegen Tiresias musst′ ich herab, den Seher zu fragen,&#10;Wo ich den alten Kothurn fände, der nicht mehr zu sehn.&#10;&amp;ldquo;Glauben sie nicht der Natur und den alten Griechen, so holst du&#10;Eine Dramaturgie ihnen vergeblich herauf.&amp;rdquo; -&#10;O die Natur, die zeigt auf unsern Bühnen sich wieder,&#10;Splitternackend, dass man jegliche Rippe ihr zählt.&#10;&amp;ldquo;Wie? so ist wirklich bei euch der alte Kothurnus zu sehen,&#10;Den zu holen ich selbst stieg in des Tartarns Nacht?&amp;rdquo; -&#10;Nichts mehr von diesem tragischen Spuk. Kaum einmal im Jahre&#10;Geht dein geharnischter Geist über die Bretter hinweg.&#10;&amp;ldquo;Auch gut! Philosophie hat eure Gefühle geläutert,&#10;Und vor dem heitern Humor fliehet der schwarze Affekt.&amp;rdquo; -&#10;Ja, ein derber und trockener Spaß, nichts geht uns darüber;&#10;Aber der Jammer auch, wenn er nur nass ist, gefällt.&#10;&amp;ldquo;Also sieht man bei euch den leichten Tanz der Thalia&#10;Neben dem ernsten Gang, welchen Melpomene geht?&amp;rdquo; -&#10;Keines von Beiden! Uns kann nur das Christlich-Moralische rühren,&#10;Und was recht populär, häuslich und bürgerlich ist.&#10;&amp;ldquo;Was? Es dürfte kein Cäsar auf euren Bühnen sich zeigen,&#10;Kein Achill, kein Orest, keine Andromache mehr?&amp;rdquo; -&#10;Nichts! Man siehet bei uns nur Pfarrer, Kommerzienräte,&#10;Fähndriche, Sekretärs oder Husarenmajors.&#10;&amp;ldquo;Aber, ich bitte dich, Freund, was kann denn dieser Misere&#10;Großes begegnen, was kann Großes denn durch sie geschehn?&amp;rdquo; -&#10;Was? Sie machen Cabale, sie leihen auf Pfänder, sie stecken&#10;Silberne Löffel ein, wagen den Pranger und mehr.&#10;&amp;ldquo;Woher nehmt ihr denn aber das große, gigantische Schicksal,&#10;Welches den Menschen erhebt, wenn es den Menschen zermalmt?&amp;rdquo; -&#10;Das sind Grillen! Uns selbst und unsre guten Bekannten,&#10;Unsern Jammer und Not suchen und finden wir hier.&#10;&amp;ldquo;Aber das habt ihr ja Alles bequemer und besser zu Hause;&#10;Warum entfliehet ihr euch, wenn ihr euch selber nur sucht?&amp;rdquo; -&#10;Nimm′s nicht übel, mein Heros, das ist ein verschiedener Casus,&#10;Das Geschick, das ist blind, und der Poet ist gerecht.&#10;&amp;ldquo;Also eure Natur, die erbärmliche, trifft man auf euren&#10;Bühnen, die große nur nicht, nicht die unendliche an?&amp;rdquo; -&#10;Der Poet ist der Wirt und der letzte Actus die Zeche,&#10;Wenn sich das Laster erbricht, setzt sich die Tugend zu Tisch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Si wunderwol gemachet wîp</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/si-wunderwol-gemachet-wip/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/si-wunderwol-gemachet-wip/</guid><description>&lt;p&gt;Si wunderwol gemachet wîp,&#10;daz mir noch werde ir habedanc!&#10;Ich setze ir minneclîchen lîp&#10;vil werde in mînen hôhen sanc.&#10;Gern ich in allen dienen sol,&#10;doch hân ich mir dise ûz erkorm.&#10;ein ander weiz die sînen wol:&#10;die lob er âne mînen Zorn;&#10;hab ime wîs unde wort&#10;mit mir gemeine: lob ich hie, sô lob er dort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ir houbet ist sô wünnenrîch,&#10;als ez mîn himel welle sîn.&#10;Wem solde ez anders sîn gelîch?&#10;es hât ouch himeleschen schîn:&#10;Dâ liuhtent zwêne sternen abe,&#10;dâ müeze ich mich noch inne ersehen,&#10;daz si mirs alsô nâhen habe!&#10;sô mac ein wunder wol geschehen:&#10;ich junge, und tuot si daz,&#10;und wirt mir gernden siechen seneder sühte baz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (11) - Palermo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-11-palermo/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-11-palermo/</guid><description>&lt;p&gt;Aber warum von Palermo du schweigst? Normännischer Baukunst,&#10;Gothischer Kirchen ist dort, maur′scher Paläste so viel.&#10;Denke des Domes nur in Monreale, des alten,&#10;Frommer Mosaik, des Styls, der nur gerecht ist vor Gott.&#10;Wie, von Palermo zu hören, ihr wünscht es, christlichen Freunde?&#10;Nun doch, wie immer, bin ich euch zu erzählen bereit.&#10;Morgens weih′ ich ein Stündchen mir selbst und meinen Gedanken.&#10;Drauf in den Wagen - er ist reinlich und hübsch und bequem -&#10;Oder durchs laute Gewühl des überfüllten Toledo&#10;Dräng′ ich mich auch und mir dünkt hier in Neapel zu sein.&#10;Vieles beschäftigt mich, mich erfreut das Getümmel, der Reichthum,&#10;Mich der thätige Trieb, mich die alltägliche Welt.&#10;Weih′ ich aber dem Schönen den Blick, gleich erfaßt mich ein Bettler&#10;Winselnd und weißen Barts, nackt wie das Weib ihn gebar.&#10;Gern besuch ich die Freunde, die wohlgesinnten, und Nektar,&#10;Altsikulischer, giebt Leben und Scherz dem Gespräch.&#10;Meist doch streif′ ich am Strande des Meers und betrachte die Barken&#10;Und die Schiffer, wie sie hier zu Rosaliens Berg,&#10;Oder zum Kap hinschweben von Zafaran, mich belustigt&#10;Jetzt die städtische Pracht, Gärten und Park und Palast,&#10;Jetzt das lieblichste Bild äolischer Inseln. Es führt mich&#10;Stunden und Tage der Weg so durch Palermos Natur.&#10;Alle Berg′, ich erklettre sie kühn; doch bist du vor allen,&#10;Fels′ger Cypressenpark, Bocca di Falco, mir lieb.&#10;Auch die Gärten durchwandl′ ich und sehe Brasiliens Pflanzen&#10;Frei, in glücklicher Luft, wie in der Heimath erblühn.&#10;Werd′ ich müde, so lockt die Citron′, es lockt mich der Maulbeer&#10;In den Schatten und reicht Schutz vor der Sonne Gewalt.&#10;Aber den Durst, bald stillt ihn Indiens stachliche Feige,&#10;Bald der Brunnen und bald stillt ihn der süße Sorbet.&#10;Denn am Abend kehr′ ich zur Stadt, und muntre Gesellschaft,&#10;Wie dem Vogel die Luft, ist sie mir nöthig, o Freund.&#10;Christlicher Freund, dich hab′ ich gemeint; doch zu guter Gesellschaft,&#10;Merk es, zähl′ ich bei Nacht immer ein Liebchen dazu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (12) - Rückkunft nach Messina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-12-rueckkunft-nach-messina/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-12-rueckkunft-nach-messina/</guid><description>&lt;p&gt;Nimmer, dünkt mir, vergönnt es der Gott von Zankle zu scheiden.&#10;König der Winde, vernimm, König der Wasser, mein Lied.&#10;Wieder bin ich zum Strudel gekehrt der wilden Charybdis;&#10;Meiner Wanderung Ziel schien der Peloro zu sein.&#10;Und was bracht′ ich zurück? Ein Herz voll Freuden und Wonnen,&#10;Und ein Glück, wie es nur Wen′gen der Himmel geschenkt.&#10;Jubelnd strömte das Wort mir auf die begeisterte Lippe,&#10;Als vom Gebirge zumal wieder die prangende Stadt,&#10;Hafen und Burg und das leuchtende Blau des wogenden Meeres,&#10;Wie ein gigantischer Strom zwischen die Ufer gedrängt,&#10;Als der Faro sich mir und Kalabriens südliche Zauber,&#10;Scilla und Apennin wieder dem Auge gezeigt,&#10;Und vergangener Monde, vergangener Freuden Erinnrung,&#10;Meer und Ufer und Stadt dankbar und zärtlich begrüßt.&#10;Aber, o Vater Neptun, dem eilenden Wandrer entgegen&#10;Führest du Wellen und Wind, führest du Aeolus Brut.&#10;Und ein Gefangener bleib′ ich zurück; an jeglichem Morgen&#10;Tret′ ich ans Fenster, den Zug wandelnder Wolken zu schaun.&#10;Und den Schiffer ermüdet der Fragen läst′ge Bestürmung;&#10;Immer kehr′ ich an Bord, immer nach Hause zurück.&#10;Wann erblick′ ich die Segel? Es kommen und scheiden die Schiffe;&#10;Durch den empörten Kanal ziehen sie schwankend heran.&#10;Nur das meine verweilt, und vergebens heftet die Sehnsucht&#10;Nach dem Faro den Blick, wünscht sich ins Weite hinaus.&#10;Wochen voll ängstlicher Pein rollt so von der Spindel die Parze,&#10;Und das neid′sche Geschick löst mir die Fessel noch nicht.&#10;Zwar es würzt mir die Stunden der Freundschaft reichste Bewirthung;&#10;Aber, o Götter, nach Rom treibt mich die Liebe zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (4)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-4/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-4/</guid><description>&lt;p&gt;Glaub′ ich′s, daß ihr nun auch mein trinakrisch Glück mir beneidet?&#10;Eifrer der Heimath, ihr seid, heilige Frömmler, gemeint.&#10;»Unersättlich nach Sinnengenuß, von Freude zu Freude&#10;Jagt er bethört und bedenkt nicht, daß die Nemesis naht.&#10;Irdischem neigt sich der Sinn, der verwilderte. Bessrer Empfindung,&#10;Frommer und reiner, verschließt er das vergiftete Herz.&#10;Sitte achtet er nicht noch Gesetz, nicht Glauben und Schule,&#10;Den die Willkür allein, den die Begierde beherrscht.&#10;So der Heimath entflohn von dem ernsteren Gange des Lebens&#10;Schwelgt er in Lust und Genuß selbst bis an Lybiens Strand.«&#10;Schweigt, o Kinder des Lichts, ihr auserkohrenen Lämmer;&#10;Ja, verkünd′ ich es nur, größrer Entzückungen Rausch,&#10;Kühnere Orgien feiert′ ich nicht, seitdem mir des Lebens&#10;Schäumender Becher den Mund freieren Geistes berührt.&#10;Ja, gesteh′ ich′s euch nur, ich schämte mich selber der Heimath,&#10;Wärt ihr das Aermlichste nicht, was noch die Mutter gebar,&#10;Zeugte die Stammburg einst, die zertrümmerte, theure, die Helden,&#10;Das unsterbliche Paar, staufische Friedriche nicht.&#10;Hör′s, engbrüstig Geschlecht, ich verberge dir nichts, ich bekenne&#10;Stolz und freudig, wie Zeus reich mir die Tage geschenkt.&#10;Bald am Anapus weil′ ich, es gleitet der Kahn zu der Quelle,&#10;Und auf dem flüssigen Pfad schattet die Blume des Nils.&#10;Bald umschweben die Göttinnen mich im seligen Enna,&#10;Und die Stunde, da mir Helios einst sich erhob&#10;Ueber des Aetnas Riesengebild, nicht, glaub′ ich, ihr gleichet,&#10;Währt es auch Ewigkeit, all euer Leben an Werth.&#10;Bald in duftigen Hainen besuch ich des Akragas Tempel,&#10;Einen ganzen Olymp birgt mir das liebliche Grün.&#10;Selinunts Titanenruin und der stolzen Segesta&#10;Troisches Säulenhaus ladet den Glücklichen ein.&#10;Bald nach Karthagos Trümmern vom lilybäischen Strande&#10;Wünsch′ ich mich über die See, über die lybische, weg.&#10;Unter Marsalas Palmen und hesperidischen Reben&#10;Wandr′ ich zum heiligen Berg, hört es, zum Eryx hinan.&#10;Schmähet ihr noch, so ruf ich dich an, o Genius: Lehre&#10;Dithyrambischen Worts stolzre Bedeutungen mich&#10;So entströme die Flamme des Aetnas Grunde, so wälze&#10;Donnernd der purpurne Strom sich aus der Tiefe hervor;&#10;So umstürme des Gipfels Orkan den begeisterten Sinn mir,&#10;Und der brausende Dampf werde mir delphische Gluth;&#10;So umdufte das Veilchen Proserpinas Fels und vom Eryx&#10;Nahe voll zärtlicher Gluth, nahe mit rosigem Arm&#10;Mir das schönste der Mädchen, es nah′ Amathusia selbst mir&#10;Und kredenze des Kelchs ewig verjüngenden Trank.&#10;Schon durchglüht mich die Flamme, vernehmt′s: Was ist′s, wenn im Taumel&#10;Eurer zu spotten ich mir Apotheose geträumt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (6) - Der Berg von Trapani</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-6-der-berg-von-trapani/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-6-der-berg-von-trapani/</guid><description>&lt;p&gt;Heut, Mißgünst′ge, vernehmt′s, bestieg ich den wolkigen Eryx.&#10;Aber fragt ihr warum? geb′ ich die Antwort euch gern.&#10;Schön zwar ist′s vom felsigen Haupt, dem taubenbewohnten,&#10;Nieder zu blicken auf Thal, Ufer und Insel und Meer.&#10;Jene Klippen, von Wellen umschäumt, bezaubert die Sage;&#10;Denn der wilde Cyklop warf sie hinaus in das Meer.&#10;Seinem Vater feierte hier Aeneas das Kampfspiel,&#10;Wo der rauschenden See Trepanons Sichel entsteigt.&#10;Dort um die Inseln schlug der Römer blutige Seeschlacht&#10;Und zu Frieden und Bund bot der Karthager die Hand.&#10;Ueber die Ebene blick′ ich hinweg, die rebenbegrünte,&#10;Lilybaeon erglänzt sonnig am äußersten Strand,&#10;Dem mit Aeolus Gunst das Schiff am Abend entwandert,&#10;Um mit dem Frühroth schon glücklich in Tunis zu sein.&#10;Schön zu schauen ist das; doch wißt, den ermüdenden Bergpfad&#10;Stieg der Wandrer darum nicht, der verhaßte, hinan.&#10;Eine Wallfahrt gebot ihm das Herz; zum Tempel der Venus&#10;Trieb ihn die Andacht, es trieb ernstlicher Dank ihn empor.&#10;Fromm ist jeder nach eigener Art, mir vergönnet die meine,&#10;Nur dem eigenen Drang bin ich ja immer gefolgt.&#10;Heuchelt, wie′s euch bedünkt; ich bekenne fröhlich, der Göttin&#10;Hab′ ich Jugend und Kraft gerne zu Dienste geweiht.&#10;Nicht mit Asche bestreut′ ich mein Haupt, doch kränzt′ ich′s mit Rosen,&#10;Wenn ein Mädchen mich oft feurigen Armes umschlang.&#10;Drum erhöre mein brünstig Gebet, o Himmlische, wende&#10;Deine Gunst von dem Schwarm, der dich verläugnet, hinweg.&#10;Dir zu opfern gebietet Natur allmächtigen Dranges,&#10;Und zu läugnen versucht′s Frömmler und Heuchler umsonst.&#10;Nimm mein Opfer und gieb mir ins Leben Schönheit in Fülle,&#10;Gieb der Grazie Huld, aber die edelste, mir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (8) - Die Tochter von Carini</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-8-die-tochter-von-carini/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-8-die-tochter-von-carini/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht von Heroen und Kriegern, von Königen oder Tyrannen,&#10;Dion und Dionys und von Timoleon nicht,&#10;Nicht von Roger dem Grafen, von Arabern oder Normannen,&#10;Nicht von Staufen ertönt oder von Franken mein Lied.&#10;Euch, o freundliche Wellen, entrauscht den Saiten der Wohllaut,&#10;Die ihr purpurnen Scheins lustig den Kahn mir umhüpft.&#10;Noch umwehn mich die Düfte des fruchtbeladenen Thales,&#10;Wo verschwindend Natur Wollust empfindet und weckt.&#10;Und der spiegelnden Fluth entragt der geröthete Meerfels,&#10;Den der Schiffer umfährt, wenn er Panormus erstrebt.&#10;Lachend rollet der Golf die glänzenden Wogen und ferne&#10;Dämmert im Reiche Neptuns Ustica bläulichen Dufts.&#10;Und dem felsigen Hang, der niederhängt in die Wasser,&#10;Rudr′ ich entgegen; wie süß hier die Erinnerung ist!&#10;Hykkara schwand, es zerstört′ es der Grieche; doch immer lebendig&#10;Bleibt dein reizendstes Bild, schönste der Griechinnen, mir.&#10;Laïs Heimath zu sein, nicht rühme sich dessen Carini,&#10;Wenn es der Tochter auch ewige Glorie verdankt.&#10;Eher glaub′ ich, sie stieg vollendet aus goldenen Fluthen,&#10;Um dem entzückten Geschlecht sichtbare Göttin zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie erlischt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-erlischt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-erlischt/</guid><description>&lt;p&gt;Der Vorhang fällt, das Stück ist aus,&#10;Und Herrn und Damen gehn nach Haus.&#10;Ob ihnen auch das Stück gefallen?&#10;Ich glaub, ich hörte Beifall schallen.&#10;Ein hochverehrtes Publikum&#10;Beklatschte dankbar seinen Dichter.&#10;Jetzt aber ist das Haus so stumm,&#10;Und sind verschwunden Lust und Lichter.&#10;Doch horch! ein schollernd schnöder Klang&#10;Ertönt unfern der öden Bühne; -&#10;Vielleicht, daß eine Saite sprang&#10;An einer alten Violine.&#10;Verdrießlich rascheln im Parterr′&#10;Etwelche Ratten hin und her,&#10;Und alles riecht nach ranz′gem Öle.&#10;Die letzte Lampe ächzt und zischt&#10;Verzweiflungsvoll, und sie erlischt.&#10;Das arme Licht war meine Seele.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie ist herauf gestiegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-ist-herauf-gestiegen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-ist-herauf-gestiegen/</guid><description>&lt;p&gt;Sie ist herauf gestiegen&#10;Aus der kristallnen Gruft,&#10;Läßt froh die Blicke fliegen&#10;In Gottes freie Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie grüßt den Strand entzücket,&#10;Wo sie als Mägdlein saß,&#10;Hat an die Brust gedrücket&#10;Das schwanke Halmengras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Türmlein der Kapelle&#10;Winkt hoch vom Fels am Meer,&#10;Sein Glöcklein klinget helle&#10;Im Lande weit umher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sanfter heut erschallet&#10;Der fromme Glockenton,&#10;Im langen Zuge wallet&#10;Das Volk zur Kirche schon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es gehn mit dem Liederbuche&#10;Die Jungfrau ins Gotteshaus.&#10;Und jede, auf weißem Tuche,&#10;Trägt einen Nelkenstrauß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie schläft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-schlaeft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-schlaeft/</guid><description>&lt;p&gt;Morgens, vom letzten Schlaf ein Stück,&#10;nimm mich ein bißchen mit -&#10;auf deinem Traumboot zu gleiten ist Glück -&#10;Die Zeituhr geht ihren harten Schritt &amp;hellip;&#10;pick-pack &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Sie schläft mit ihm« ist ein gutes Wort.&#10;Im Schlaf fließt das Dunkle zusammen.&#10;Zwei sind keins. Es knistern die kleinen Flammen,&#10;aber dein Atem fächelt sie fort.&#10;Ich bin aus der Welt. Ich will nie wieder in sie zurück -&#10;jetzt, wo du nicht bist, bist du ganz mein.&#10;Morgens, im letzten Schlummer ein Stück,&#10;kann ich dein Gefährte sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie seh′n sich nicht wieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sehn-sich-nicht-wieder/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sehn-sich-nicht-wieder/</guid><description>&lt;p&gt;Von dunkelnden Wogen&#10;Hinunter gezogen,&#10;Zwei schimmernde Schwäne, sie schiffen daher,&#10;Die Winde, sie schwellen&#10;Allmälig die Wellen,&#10;Die Nebel, sie senken sich finster und schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schwäne, sie meiden&#10;Einander und leiden,&#10;Nun thun sie es nicht mehr, sie können die Glut&#10;Nicht länger verschließen,&#10;Sie wollen genießen,&#10;Verhüllt von den Nebeln, gewiegt von der Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schmeicheln, sie kosen,&#10;Sie trotzen dem Tosen&#10;Der Wellen, die Zweie in Eines verschränkt,&#10;Wie die sich auch bäumen,&#10;Sie glühen und träumen,&#10;In Liebe und Wonne zum Sterben versenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie war ein Blümlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-war-ein-bluemlein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-war-ein-bluemlein/</guid><description>&lt;p&gt;Sie war ein Blümlein hübsch und fein,&#10;Hell aufgeblüht im Sonnenschein.&#10;Er war ein junger Schmetterling,&#10;Der selig an der Blume hing.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm&#10;Und nascht und säuselt da herum.&#10;Oft kroch ein Käfer kribbelkrab&#10;Am hübschen Blümlein auf und ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Gott, wie das dem Schmetterling&#10;So schmerzlich durch die Seele ging.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch was am meisten ihn entsetzt,&#10;Das Allerschlimmste kam zuletzt.&#10;Ein alter Esel fraß die ganze&#10;Von ihm so heißgeliebte Pflanze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sieben schizophrene Sonette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sieben-schizophrene-sonette/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sieben-schizophrene-sonette/</guid><description>&lt;p&gt;Wir, Johann, Amadeus Adelgreif,&#10;Fürst von Saprunt und beiderlei Smeraldis,&#10;Erzkaiser über allen Unterschleif&#10;Und Obersäckelmeister vom Schmalkaldis&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erheben unsern grimmen Löwenschweif&#10;Und dekretieren vor den leeren Saldis:&#10;&amp;ldquo;Ihr Räuberhorden, eure Zeit ist reif.&#10;Die Hahnenfeder ab, ihr Garibaldis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man sammle alle Blätter unserer Wälder&#10;Und stanze Gold daraus, soviel man mag,&#10;Das ausgedehnte Land braucht neue Gelder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eine Hungersnot liegt klar am Tag.&#10;Sofort versehe man die Schatzbehälter&#10;Mit Blattgold aus dem nächsten Buchenschlag.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Siehe, auch ich -lebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/siehe-auch-ich-lebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/siehe-auch-ich-lebe/</guid><description>&lt;p&gt;Also ihr lebt noch, alle, alle, ihr,&#10;am Bach ihr Weiden und am Hang ihr Birken,&#10;und fangt von neuem an, euch auszuwirken,&#10;und wart so lang nur Schlummernde, gleich - mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehe, du Blume hier, du Vogel dort,&#10;sieh, wie auch ich von neuem mich erhebe&amp;hellip;&#10;Voll innern Jubels treib ich Wort auf Wort&amp;hellip;&#10;Siehe, auch ich, ich schien nur tot. Ich lebe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Silvester</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/silvester/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/silvester/</guid><description>&lt;p&gt;Dass bald das neue Jahr beginnt,&#10;Spür ich nicht im geringsten.&#10;Ich merke nur: Die Zeit verrinnt&#10;Genauso wie zu Pfingsten,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genau wie jährlich tausendmal.&#10;Doch Volk will Griff und Daten.&#10;Ich höre Rührung, Suff, Skandal,&#10;Ich speise Hasenbraten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Cumberland, und vis-à-vis&#10;Sitzt von den Krankenschwestern&#10;Die sinnlichste. Ich kenne sie&#10;Gut, wenn auch erst seit gestern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Champagner drängt, lügt und spricht wahr.&#10;Prosit, barmherzige Schwester!&#10;Auf! In mein Bett! Und prost Neujahr!&#10;Rasch! Prosit! Prost Silvester!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sô die bluomen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-die-bluomen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-die-bluomen/</guid><description>&lt;p&gt;Sô die bluomen ûz dem grase dringent,&#10;same si lachen gegen der spilden sunnen,&#10;in einem meien an dem morgen fruo,&#10;und diu kleinen vogellîn wol singent&#10;in ir besten wîse die si kunnen,&#10;waz wünne mac sich dâ gelîchen zuo?&#10;ez ist wol halb ein himelrîche.&#10;suln wir sprechen waz sich deme gelîche,&#10;sô sage ich waz mir dicke baz&#10;in mînen ougen hât getân,&#10;und taete ouch noch, gesaehe ich daz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So drängt und treibt sich alles vorüber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-draengt-und-treibt-sich-alles-vorueber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-draengt-und-treibt-sich-alles-vorueber/</guid><description>&lt;p&gt;So drängt und treibt sich alles vorüber &amp;hellip;&#10;unmerklich kommt es und verblinkt,&#10;Welle auf Welle hebt sich und sinkt,&#10;was trüb, wird hell, was hell war, trüber.&#10;Du selber trittst dir als Fremder entgegen,&#10;und was dir hochheilig einst schien und groß,&#10;du frägst dich und lächelst und spottest fast drüber:&#10;wie war es nur möglich! wie konnte man bloß!&#10;wie konnte man zweifeln dabei und zögern,&#10;es lag doch so einfach, so glatt und so klar,&#10;wie konnte man sich darüber erregen,&#10;da alles doch selbstverständlich war!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So einer war auch er!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-einer-war-auch-er/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-einer-war-auch-er/</guid><description>&lt;p&gt;Liegt ein Dörflein mitten im Walde,&#10;überdeckt vom Sonnenschein,&#10;und vor dem letzten Haus an der Halde&#10;sitzt ein steinalt Mütterlein.&#10;Sie läßt den Faden gleiten&#10;und Spinnrad Spinnrad sein&#10;und denkt an die alten Zeiten&#10;und nickt und schlummert ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heimlich schleicht die Mittagsstille&#10;durch das flimmernde grüne Revier.&#10;Alles schläft; selbst Drossel und Grille&#10;und vorm Pflug der müde Stier.&#10;Da plötzlich kommt es gezogen&#10;blitzend den Wald entlang&#10;und vor ihm hergeflogen&#10;Trommel- und Pfeifenklang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sohn und Vater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sohn-und-vater/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sohn-und-vater/</guid><description>&lt;p&gt;Fritz frägt den alten Vater;&#10;»Wo ist mein blankes Schwert?&#10;Will ziehen gen den Buben,&#10;Der uns die Freiheit wehrt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was frommt′s mir, daß ich lernte&#10;Bis in die späte Nacht?&#10;Hinunter mit den Ketten,&#10;So weit die Sonne lacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fort mit den staub′gen Büchern,&#10;Fort mit der Wissenschaft!&#10;Der Freiheit will ich opfern&#10;Des Lebens Thatenkraft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ruft mich in die Schranken,&#10;Zu kämpfen für das Recht,&#10;Und fall′ ich auch, so kämpft′ ich&#10;Für′s kommende Geschlecht!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Soldaten-Morgenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/soldaten-morgenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/soldaten-morgenlied/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;An Friedrich Baron de la Motte Fouqué.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erhebt euch von der Erde,&#10;Ihr Schläfer aus der Ruh′;&#10;Schon wiehern uns die Pferde&#10;Den guten Morgen zu.&#10;Die lieben Waffen glänzen&#10;So hell im Morgenroth,&#10;Man träumt von Siegeskränzen,&#10;Man denkt auch an den Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du reicher Gott in Gnaden,&#10;Schau′ her vom blauen Zelt;&#10;Du selbst hast uns geladen&#10;In dieses Waffenfeld.&#10;Laß uns vor dir bestehen,&#10;Und gib uns heute Sieg;&#10;Die Christenbanner wehen,&#10;Dein ist, o Herr! der Krieg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Soldatenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/soldatenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/soldatenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Wir lernten in der Schlacht zu stehn&#10;bei Sturm und Höllenglut.&#10;Wir lernten in den Tod zu gehn,&#10;nicht achtend unser Blut.&#10;Und wenn sich einst die Waffe kehrt&#10;auf die, die uns den Kampf gelehrt,&#10;sie werden uns nicht feige sehn.&#10;Ihr Unterricht war gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir töten, wie man uns befahl,&#10;mit Blei und Dynamit,&#10;für Vaterland und Kapital,&#10;für Kaiser und Profit.&#10;Doch wenn erfüllt die Tage sind,&#10;dann stehn wir auf für Weib und Kind&#10;und kämpfen, bis durch Dunst und Qual&#10;die lichte Sonne sieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommerbetrachtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerbetrachtung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerbetrachtung/</guid><description>&lt;p&gt;Hier saß ich oft. An diesem grünen Strauch.&#10;Die Rosen blühen heute röter noch.&#10;Die Fuchsien halten ihre Farbe auch.&#10;Es bellt am Zaun der kahle Köter noch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Espe zittert, weil es ihr Beruf.&#10;Den roten Pilz betreut der Regenwurm.&#10;Ein Einhorn scharrt versonnen mit dem Huf.&#10;Die Sonne steht als Frau auf einem Turm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sommer herbstelt. Im geharkten Kies&#10;Geht an der Krücke ein geborstner Greis.&#10;Ein Kind spielt Mutter. Und es lächelt leis,&#10;Als ich ihm eine offne Grube wies.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommermittag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommermittag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommermittag/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe?&#10;Nein! es war nicht Liebe! es war ein kurzer Sinnen-&#10;taumel nur, der dir das Blut aufstürmte &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie heißer Juliwind mit durstigem Kusse die Wellen&#10;aufreißt in den stillen Havelseen, sich satt zu trin-&#10;ken für seinen Weiterflug über den brennenden&#10;Marksand&#10;brachs plötzlich über dich, in deine Stille, durstig,&#10;lechzend &amp;hellip; und drängte deine Hand in mein Haar und&#10;meinen Kopf auf deinen Schoß und empor an deine&#10;Brust und empor, bis ich deinen Atem auf die Stirne&#10;glühen fühlte &amp;hellip; wie der Wind die Wellen&#10;emporküßt &amp;hellip; bis wir Lippe an Lippe hingen &amp;hellip; mit&#10;geschlossenen Augen.&#10;Und dennoch liebtest du mich nicht und deine Seele&#10;war weit weg in der Ferne &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommertag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommertag/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommertag/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sommersonne foltert fürchterlich&#10;Den lahmen Leib. Kein Wind bewegt die Schwüle.&#10;Der Asphalt stinkt. Es faulen die Gefühle.&#10;Ein Droschkengaul verreckt am Sonnenstich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lustmörder lauern. Haftend hart und heiß&#10;Ist eine Mädchenhand und macht ermatten.&#10;Die kleinen Huren blühen blass. Im Schatten&#10;Steht statuenstarr ein blinder Bettelgreis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und von des Lebens fadem Einerlei&#10;Gelangweilt döst auf schattigem Balkone&#10;Und lauscht dem Lärm entfernter Grammophone&#10;Ein fetter, fauler Papagei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett (Wende den Blick hinweg...)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-wende-den-blick-hinweg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-wende-den-blick-hinweg/</guid><description>&lt;p&gt;Wende den Blick hinweg! Er traf mich lang&#10;Und traf mich tödlich. Zwar ich gleite nicht&#10;Unwillig hin, nicht zu vergehen bang:&#10;Nur nimm von meinem Tod dies dunkle Licht,&#10;Nimm Deinen Blick hinweg! Kein Dickicht ist&#10;Mir ja bereitet wie dem wunden Tier,&#10;Dem bald Geendeten; und keine List&#10;Mich zu verbergen wachte noch in mir -&#10;So sei barmherzig! - Und es löste sich&#10;Auch meinem Blick dies schauerlich einmal&#10;Vernommne Bild: Es bot dem kaiserlich&#10;Wandelnden Nero sich, von spitzem Pfahl&#10;Emporgepreßt, ein Antlitz, das verblich:&#10;Er prüfte lang und lächelnd seine Qual.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett der Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-der-seele/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-der-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Willensdrang von tausend Wesen&#10;Wogt in uns vereint, verklärt:&#10;Feuer loht und Rebe gärt&#10;Und sie locken uns zum Bösen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tiergewalten, kampfbewährt,&#10;Herrengaben, auserlesen,&#10;Eignen uns und wir verwesen&#10;Einer Welt ererbten Wert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn wir unsrer Seele lauschen,&#10;Hören wirs wie Eisen klirren,&#10;Rätselhafte Quellen rauschen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stille Vögelflüge schwirren &amp;hellip;&#10;Und wir fühlen uns verwandt&#10;Weltenkräften unerkannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonettendichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonettendichter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonettendichter/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Eins wie das andre! Journal und Almanach, Zeitung und tausend&#10;Uebersetzungen macht nun man auf deutschem Parnaß.&#10;Was ist Apoll geworden? Ein Spekulant, und Fabriken&#10;Legt er sich an, und kaum treibt er′s Papier noch sich auf.&#10;Stets an der Press′! und die Hand, von der Druckerschwärze beschmutzet,&#10;Wäscht er am Sonntag sich rein im kastalischen Quell.&#10;In Italien aber, da schreibt man Sonette zusammen,&#10;Anakreontica und Hendecasyllaben auch.&#10;Tausende liest man vor in den Akademien am Tiber,&#10;Professoren sind es, Monsignori dazu,&#10;Cavalieri, Grafen, Abbati, Barone, Doktoren,&#10;Alle Stände, doch fehlt einzig der Dichter dabei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonne willst du untergehen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonne-willst-du-untergehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonne-willst-du-untergehen/</guid><description>&lt;p&gt;Sonne willst du untergehen&#10;O so schicke erst die Sterne&#10;Daß die Nacht mich nicht bezwinge&#10;Wenn ich ihr die Botschaft bringe&#10;Wiedersehen, Wiedersehen&#10;Ist nicht ferne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still beschauet mich ihr Bäume&#10;Und ihr weißen Marmorbilder&#10;Und ihr Quellen, lustge Bronnen,&#10;Bald ist euch der Freund entronnen&#10;Sinket nieder grünen Räume&#10;Tauet milder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonne bist du untergangen&#10;O so schicke bald die Sterne&#10;Daß die Nacht mich zu ihr bringe&#10;Daß ich ihr die Botschaft singe&#10;Wie verlangen und erlangen&#10;Nicht mehr ferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnenblume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenblume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenblume/</guid><description>&lt;p&gt;Und eine Sonnenblume&#10;sprach mir heut von dir.&#10;Ich brach sie mir&#10;und sprach mit ihr&#10;und trug sie dankbar heim.&#10;Nun füllt ihr heller Schein&#10;mein kleines Zimmer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An meiner Sonnenblume&#10;sieht still mein Herz sich satt.&#10;Du strahlst aus jedem Blatt.&#10;Den goldbraundunklen Früchteschoß&#10;kränzt mildes Feuer.&#10;Kein Spiegel zeigt&#10;dein Bild getreuer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Sonne, Sonne, scheine,&#10;Fahr über Rheine,&#10;Fahr übers Glockenhaus,&#10;Gucken drey schöne Puppen raus,&#10;Eine die spinnt Seiden,&#10;Die andre wickelt Weiden,&#10;Die andre geht ans Brünnchen,&#10;Findt ein goldig Kindchen;&#10;Wer solls heben?&#10;Die Töchter aus dem Löwen.&#10;Wer soll die Windeln wäschen?&#10;Die alte Schneppertäschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonntagsfeier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonntagsfeier/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonntagsfeier/</guid><description>&lt;p&gt;Was schwebt dort auf des Wohllauts Schwingen&#10;Zu mir herüber durch die Luft?&#10;Ich hör es rauschen, hör es klingen&#10;In süßem morgentlichem Duft:&#10;Das ist die Orgel, sind die Glocken&#10;Und der Posaunen ernster Klang,&#10;O horch, sie laden mich und locken&#10;Zu einem längst entwöhnten Gang. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, vor der Kirche, welch Gedränge!&#10;Vom Staub des Werkeltages rein,&#10;Drängt alt und jung, in bunter Menge&#10;Sich in das Heiligtum hinein:&#10;Und hier, im sonntäglichen Kleide,&#10;Den Kranz im glattgestrichnen Haar,&#10;Gesenkten Augs, doch Augenweide,&#10;Der Jungfraun wunderholde Schar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spaziergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaziergang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaziergang/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne steht schon tief. Wir scheiden bald.&#10;Leis sprüht der Regen. Horch! Die Meise klagt.&#10;Wie dunkel und verschwiegen ist der Wald!&#10;Du hast das tiefste Wort mir nicht gesagt.-&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei helle Birken an der Waldeswand.&#10;Ein Spinngewebe zwischen beiden, sieh!&#10;Wie ist es zart von Stamm zu Stamm gespannt!&#10;Was uns zu tiefst bewegt, wir sagen′s nie.-&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühlst du den Hauch? Ein Zittern auf dem Grund&#10;Des Sees. Die glatte Oberfläche bebt.&#10;Wie Schatten weht es auch um unsern Mund-&#10;Wir haben wahrhaft nur im Traum gelebt.-&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spiel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spiel/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Finger perlen&#10;Und&#10;Kollern Stoßen Necken Schmeicheln&#10;Quälen Sinnen Schläfern Beben&#10;Wogen um mich.&#10;Die Kette reißt!&#10;Dein Körper wächst empor!&#10;Durch Lampenschimmer sinken deine Augen&#10;Und schlürfen mich&#10;Und&#10;Schlürfen schlürfen&#10;Dämmern&#10;Brausen!&#10;Die Wände tauchen!&#10;Raum!&#10;Nur&#10;Du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spielgenossen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spielgenossen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spielgenossen/</guid><description>&lt;p&gt;Waren fast an hundert Kinder,&#10;Spielten fröhlich sonder Harm,&#10;Schön und lieblich mehr und minder,&#10;Mehr und minder reich und arm.&#10;Was wir nicht getrieben haben,&#10;Aug′ und Herz in freud′ger Gluth!&#10;Waren oft gar wilde Knaben,&#10;Recht voll frischem Jugendmuth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weh! die Zeiten sind verflossen,&#10;Langer Raum trennt sie von heut,&#10;Und die fröhlichen Genossen,&#10;Ferne sind sie und zerstreut.&#10;Mancher ist emporgetragen&#10;Von des Lebens Wellenspiel,&#10;Manchen führt ein nied′rer Wagen&#10;Ärmlich zu dem frühen Ziel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spiritistisches Trinklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spiritistisches-trinklied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spiritistisches-trinklied/</guid><description>&lt;p&gt;Es geht ein Geist im Keller um,&#10;Komm, altes, treues Medium,&#10;Komm, edler Knabe Christian,&#10;Den Hahnen dreh&amp;rsquo;, den Geist zieh&amp;rsquo; an&#10;Zi, za, Geist zieh&amp;rsquo; an,&#10;Ja an!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da schwebt er schon, da schwebt er schon!&#10;Schweig&amp;rsquo;, arge Welt, mit deinem Hohn!&#10;Wir liefern dir die Probe gleich:&#10;Es existirt ein Geisterreich,&#10;Gi, ga, Geisterreich,&#10;Ja Reich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was sagt der Geist, was sagt der Geist,&#10;Der hier im Humpen schwimmt und kreist?&#10;»Erlöset mich, erlöset mich,&#10;O nehmt mich auf in euer Ich!«&#10;Je, ju, euer Ich,&#10;Ja Ich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>St. Helena</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/st-helena/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/st-helena/</guid><description>&lt;p&gt;Es geht durch alle Länder&#10;Die Kunde auf und ab,&#10;Sie wollen den Kaiser holen&#10;Aus seinem Heldengrab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wollen ihn begraben&#10;Dort an der Seine Strand,&#10;Inmitten der Franzosen,&#10;Die seinen Stamm verbannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kunde dringet endlich&#10;Bis nach St. Helena -&#10;Der große Kaiser hört sie&#10;In seinem Grabe da.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schlägt die glühn′den Augen&#10;Noch einmal wieder auf,&#10;Er steigt in nächt′ger Stunde&#10;Aus seiner Gruft herauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>St. Jago in Chili</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/st-jago-in-chili/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/st-jago-in-chili/</guid><description>&lt;p&gt;Bang ist der Tag, die Lüfte welk und trocken,&#10;In allen Kirchen wogt′s von frommen Bittern&#10;Um Regen – horch, was war das für ein Zittern?&#10;Und wieder – wieder – alle Pulse stocken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Erde bebt – ein Gott bewegt die Glocken –&#10;Hinaus, hinaus! Von tausend Ungewittern&#10;Erbebt es unter uns, die Mauern splittern,&#10;Die Erde gähnt, es regnet Feuerflocken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Sturz auf Sturz – auf aus den dumpfen Kammern&#10;Zerborstner Kirchen, Kerker, Hospitäler&#10;Stöhnt Hilferufen, Ächzen, Todesjammern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stationen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stationen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stationen/</guid><description>&lt;p&gt;Erst gehst du umher und suchst an der Frau&#10;das, was man anfassen kann.&#10;Wollknäul, Spielzeug und Kätzchen-Miau&#10;du bist noch kein richtiger Mann.&#10;Du willst eine lustig bewegte Ruh:&#10;sie soll anders sein, aber sonst wie du&amp;hellip;&#10;Dein Herz sagt:&#10;Max und Moritz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das verwächst du. Dann langt&amp;rsquo;s nicht mit dem Verstand.&#10;Die Karriere! Es ist Zeit&amp;hellip;!&#10;Eine kluge Frau nimmt dich an die Hand&#10;in tyrannischer Mütterlichkeit.&#10;Sie passt auf dich auf. Sie wartet zu Haus.&#10;Du weinst dich an ihren Brüsten aus&amp;hellip;&#10;Dein Herz sagt:&#10;Mutter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Steigerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/steigerlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/steigerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt,&#10;und er hat sein helles Licht bei der Nacht,&#10;und er hat sein helles Licht bei der Nacht&#10;schon angezünd&amp;rsquo;t, schon angezünd&amp;rsquo;t.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat&amp;rsquo;s angezünd&amp;rsquo;t, das gibt ein&amp;rsquo; Schein,&#10;und damit so fahren wir bei der Nacht,&#10;und damit so fahren wir bei der Nacht&#10;ins Bergwerk ein, ins Bergwerk ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut&amp;rsquo; sein,&#10;die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,&#10;die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht&#10;aus Felsgestein, aus Felsgestein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sterben und Auferstehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sterben-und-auferstehn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sterben-und-auferstehn/</guid><description>&lt;p&gt;Du Menschenkind, sieh um dich her&amp;hellip;&#10;Und weißt du eine Lehre,&#10;Die größer und die tröstlicher&#10;Für uns hienieden wäre? –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort, wo die Siegespalmen wehn,&#10;Ist Sein nur, ist kein Werden,&#10;Kein Sterben und kein Auferstehn,&#10;Wie hier bei uns auf Erden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort freun sie ewig ewig sich,&#10;Ist ewig Licht und Friede,&#10;Das Leben quillt dort mildiglich&#10;Aus sich, und wird nicht müde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch dieser Unterwelt ist nicht&#10;Solch glorreich Los gegeben;&#10;Hier ist ohn Finsternis kein Licht,&#10;Und ohne Tod kein Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stirb, Lieb' und Freud'</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stirb-lieb-und-freud/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stirb-lieb-und-freud/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Augsburg steht ein hohes Haus,&#10;Nah bei dem alten Dom,&#10;Da tritt am hellen Morgen aus&#10;Ein Mägdelein gar fromm;&#10;Gesang erschallt,&#10;Zum Dome wallt&#10;Die liebe Gestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort vor Marias heilig′ Bild&#10;Sie betend niederkniet,&#10;Der Himmel hat ihr Herz erfüllt,&#10;Und alle Weltlust flieht:&#10;&amp;ldquo;O Jungfrau rein!&#10;Laß mich allein&#10;Dein eigen sein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alsbald der Glocke dumpfer Klang&#10;Die Betenden erweckt,&#10;Das Mägdlein wallt die Hall′ entlang,&#10;Es weiß nicht, was es trägt;&#10;Am Haupte ganz&#10;Von Himmelsglanz&#10;Einen Lilienkranz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stirbt der Fuchs, so gilt der Balg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stirbt-der-fuchs-so-gilt-der-balg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stirbt-der-fuchs-so-gilt-der-balg/</guid><description>&lt;p&gt;Nach Mittage saßen wir&#10;Junges Volk im Kühlen;&#10;Amor kam, und Stirbt der Fuchs&#10;Wollt′ er mit uns spielen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder meiner Freunde saß&#10;Froh bei seinem Herzchen;&#10;Amor blies die Fackel aus,&#10;Sprach: &amp;ldquo;Hier ist das Kerzchen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Fackel, wie sie glomm,&#10;Ließ man eilig wandern;&#10;Jeder drückte sie geschwind&#10;In die Hand des andern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mir reichte Dorilis&#10;Sie mit Spott und Scherze.&#10;Kaum berührt mein Finger sie,&#10;Hell entflammt die Kerze;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Strom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/strom/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/strom/</guid><description>&lt;p&gt;Du rinnst wie melodische Zeit, entrückst mich den Zeiten,&#10;Fern schlafen mir Fuß und Hand, sie schlafen an meinem Phantom.&#10;Doch die Seele wächst hinab, beginnt schon zu gleiten,&#10;Zu fahren, zu tragen, - und nun ist sie der Strom,&#10;Beginnt schon im Grundsand, im grauen,&#10;Zu tasten mit schwebend gedrängtem Gesicht,&#10;Beginnt schon die Ufer, die auf sie schauen,&#10;Spiegelnd zu haben und weiß es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In mir werden Eschen mit langen Haaren,&#10;Voll mönchischer Windlitanei,&#10;Und Felder mit Rindern, die sich paaren,&#10;Und balzender Vögel Geschrei.&#10;Und über Gehöft, Wiese, Baum&#10;Ist viel hoher Raum;&#10;Fische und Wasserratten und Lurche&#10;Ziehn, seine Träume, durch ihn hin. -&#10;So rausch ich in wärmender Erdenfurche,&#10;Ich spüre schon fast, dass ich bin:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Studentenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/studentenlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/studentenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Brüder, last uns lustig seyn,&#10;Weil der Frühling währet&#10;Und der Jugend Sonnenschein&#10;Unser Laub verkläret.&#10;Grab und Baare warthen nicht;&#10;Wer die Rosen jezo bricht,&#10;Dem ist der Kranz bescheeret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsers Lebens schnelle Flucht&#10;Leidet keinen Zügel,&#10;Und des Schicksals Eifersucht&#10;Macht ihr stetig Flügel.&#10;Zeit und Jahre fliehn davon,&#10;Und vielleichte schnizt man schon&#10;An unsers Grabes Riegel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo sind diese, sagt es mir,&#10;Die vor wenig Jahren&#10;Eben also, gleich wie wir,&#10;Jung und fröhlich waren?&#10;Ihre Leiber deckt der Sand,&#10;Sie sind in ein ander Land&#10;Aus dieser Welt gefahren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Summa Summarum!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/summa-summarum-7960/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/summa-summarum-7960/</guid><description>&lt;p&gt;Eine kleine Stellung, ein kleiner Orden&#10;(Fast wär ich auch mal Hofrat geworden),&#10;Ein bißchen Namen, ein bißchen Ehre,&#10;eine Tochter &amp;ldquo;geprüft&amp;rdquo;, ein Sohn im Heere,&#10;Mit siebzig &amp;rsquo;ne Jubiläumsfeier,&#10;Artikel im Brockhaus und im Meyer&amp;hellip;&#10;Altpreußischer Durchschnitt, Summa Summarum,&#10;Es drehte sich immer um Lirum Larum&#10;Um Lirum Larum Löffelstiel.&#10;Alles in allem - es war nicht viel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sünde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/suende/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/suende/</guid><description>&lt;p&gt;(Gemälde von Franz Stuck)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein die Sünde ist unendlich reich &amp;hellip; (Loris.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip; Ein weißes Weib lehnt in den dunklen Falten&#10;Mit steinig weißen, grau′nhaft schönen Gliedern,&#10;An die sich gleißend eine Schlange schmiegt &amp;hellip;.&#10;Mit bleichem, sündhaft schönem Antlitz &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus seinen Zügen leuchtet, blaßroth schwellend,&#10;Ein wundersüßer Mund, der vieles sagt,&#10;Und lächelnd &amp;hellip; viel verschweigt &amp;hellip;&#10;In ihrem Aug′, dem trunk′nen, zaubertiefen,&#10;Brennt sehnsuchtsfeucht ein Blick, der lockt und fängt&#10;Und schmeichelnd kost und tödlich wundet&#10;Und glühendheiß macht und den Sinn verwirrt &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Swenne ich schine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/swenne-ich-schine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/swenne-ich-schine/</guid><description>&lt;p&gt;Swenne ich schine so muost du lühten,&#10;swenne ich vlüsse, so muost du wuethen,&#10;swen du süfzest, so zühest du min götlich herze in dich.&#10;swenne du weinest na mir, so nim ich dich an den aren min;&#10;swenne du aber minnest, so werden wir zwöi ein,&#10;und wenne wir zwöi alsust eines sin, so mag da niemer geschehen scheiden,&#10;mere ein wonenklich beiten wonet zwüschent uns beiden.&#10;herre so beit ich denne mit hunger und mit durste,&#10;mit jagen und mit luste,&#10;vnz an die spilenden stunde&#10;das us dinem götlichen munde&#10;vliessen die erwelten wort,&#10;die von nieman sin gehort,&#10;mere von der sele alleine,&#10;die sich von der erde entkleidet&#10;und leit ir ore für dinen munt -&#10;ja die begriffet der minne funt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Symmetrie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/symmetrie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/symmetrie/</guid><description>&lt;p&gt;O Gegenwart, wie bist du schnelle,&#10;Zukunft, wie bist du morgenhelle,&#10;Vergangenheit so abendrot!&#10;Das Abendrot soll ewig stehen,&#10;Die Morgenhelle frisch drein wehen,&#10;So ist die Gegenwart nicht tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tor, der lahmt auf einem Bein,&#10;Das ist gar nicht zu leiden,&#10;Schlagt ihm das andre Bein entzwei,&#10;So hinkt er doch auf beiden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Szene aus meinen Kinderjahren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/szene-aus-meinen-kinderjahren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/szene-aus-meinen-kinderjahren/</guid><description>&lt;p&gt;Oft war mir schon als Knaben alles Leben&#10;Ein trübes träges Einerlei. Die Bilder,&#10;Die auf dem Saal und in den Stuben hiengen,&#10;Kannt&amp;rsquo; ich genau; ja selbst der Büchersaal,&#10;Mit Sandrart, Merian, den Bilderbüchern,&#10;Die ich kaum heben konnte, war verachtet,&#10;Ich hatte sie zum Ekel ausbetrachtet.&#10;So, daß ich mich hin auf die Erde legte,&#10;Und in des Himmels tausendförm&amp;rsquo;gen Wolken,&#10;Die luftig, Farben wechselnd oben schwammen,&#10;Den Wechsel eines flücht&amp;rsquo;gen Lebens suchte.&#10;Kein lieber Spielwerk hatt&amp;rsquo; ich, als ein Glas,&#10;In dem mir alles umgekehrt erschien.&#10;Ich saß oft stundenlang vor ihm, mich freuend,&#10;Wie ich die Wolkenschäfchen an die Erde,&#10;Und meines Vaters Haus, den ernsten Lehrer&#10;Und all mein Übel an den Himmel bannte.&#10;Recht sorgsam wich ich aus, in jenen Höhen&#10;Den kleinen Zaubrer selbst verkehrt zu sehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tag und Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tag-und-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tag-und-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Glaube nicht nur dem Sonnenlicht:&#10;Ganze Wahrheit zeigt es dir nicht!&#10;Bist wohl zur Hälfte lichtdurchtränkt,&#10;Aber zur Hälfte auch eingesenkt&#10;Ins heimlichgroße Reich der Nacht -&#10;Weißt du, was mehr dein Wesen macht?&#10;Wenn du den Zauberbecher trankst,&#10;Müd in den Schoß der Mutter sankst:&#10;Schwindet da nicht in ihrem Kuß&#10;All dein Tagsein, Not und Genuß,&#10;Kampf und Können und Trotz und Trieb&#10;Zu leichten Nebeln, bis nichts mehr blieb?&#10;Und hobst du dein Haupt, und schautest du&#10;In des Mutterauges bannende Ruh′:&#10;Wird dir da nicht urmächtig bewußt&#10;Manche Trauer und manche Lust,&#10;Manch eine Furcht oder Zuversicht,&#10;Die du nicht kennst im strömenden Licht?&#10;Tag bringt Tat, und Nacht singt Sein,&#10;Beide schließen dein Leben ein -&#10;Lausche der Wahrheit, wo immer sie rief!&#10;Klar ist der Tag: doch die Nacht ist tief.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tage/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tage/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Klangen Frauenschritte hinter Häuserbogen,&#10;Folgtest du durch Gassen hingezogen&#10;Feilen Blicken und geschminkten Wangen nach,&#10;Hörtest in den Lüften Engelschöre musizieren,&#10;Spürtest Glück, dich zu zerstören, zu verlieren,&#10;Branntest dunkel nach Erniedrigung und Schmach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis du dich an Eklem vollgetrunken,&#10;Vor dem ausgebrannten Körper hingesunken,&#10;Dein Gesicht dem eingeschrumpften Schoß verwühlt –&#10;Fühltest, wie aus Schmach dir Glück geschähe,&#10;Und des Gottes tausendfache Nähe&#10;Dich in Himmelsreinheit höbe, niegefühlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tanz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tanz/</guid><description>&lt;p&gt;Milchweiche Schultern!&#10;Augen flirren, flackern!&#10;Blond und schwarz und sonnengolden&#10;Taumeln Haare, wirren, krampfen,&#10;Schlingen Brücken,&#10;Brücken!&#10;Hin&#10;Und rüber&#10;Taumeln, Kitzel,&#10;Bäumen, saugen,&#10;Saugen, züngeln,&#10;Schürfen&#10;Blut&#10;Schweres, lustgesträubtes&#10;Blut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In die Wunden&#10;Hüpfen Töne,&#10;Sielen, bohren,&#10;Wühlen, quirlen,&#10;Fallen kichernd,&#10;Schwellen auf und fressen sich,&#10;Gatten, gatten, schwängern sich,&#10;Bären Schauer&#10;Wahnengroß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hilflos surren um die Lichter&#10;Mütterängste&#10;Nach den Kindern,&#10;Die sich winden,&#10;Winden, huschen&#10;vor den Tritten,&#10;Die sie packen,&#10;Ihre glasen, sichten Leiber&#10;Schinden, scharren,&#10;Pressen, schleudern,&#10;Tückisch abgemeßne Lüste&#10;Jagen unter Brunstgestöhne&#10;Brunstgeächze&#10;Und&#10;Gekrächze!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tapetenblume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tapetenblume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tapetenblume/</guid><description>&lt;p&gt;Tapetenblume bin ich fein,&#10;kehr wieder ohne Ende,&#10;doch, statt im Mai′n und Mondenschein,&#10;auf jeder der vier Wände.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du siehst mich immerdar genung,&#10;so weit du blickst im Stübchen,&#10;und folgst du mir per Rösselsprung -&#10;wirst du verrückt, mein Liebchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tatkraft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tatkraft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tatkraft/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe nicht traurig zu sein, nicht hilflos zu tragen.&#10;Stark heiter. Das hab ich zu sein. Was lasse ich&#10;Mir von jedem Wind die blöden Kohlen wieder&#10;Anfachen, die mir in den Lenden stecken.&#10;Ich verbiete mir, mich aufzubringen, traurig zu sein.&#10;Ich verbiete mir, mich zu hassen.&#10;Wann meine Lippen was tragen, was suchen sie:&#10;Staub.&#10;Ich verbiete mir von meiner Seele zu nehmen und nicht ihr zu geben.&#10;In der Einsamkeit, eine wehe Sonne, da will ich leuchten lernen.&#10;Erst Fertige gehören hinaus.&#10;Die Flammen des Geschlechts sind dann eine Sonne geworden;&#10;Eine weise Sonne für alle.&#10;Dann werbt um mich.&#10;Alle.&#10;Mann und Weib.&#10;Gleich.&#10;Die hohe Leidenschaft, die Liebe zu allen Geschwistern&#10;des Odems brennt glühender, inniger.&#10;Mehr als Rauschvergehen ist Rauschtun.&#10;Allen.&#10;Daß sie ihn mitnehmen.&#10;Als Weisheit entfalten.&#10;Alle sollt ihr dann werben um mich.&#10;Nun, altes Mütterchen,&#10;Keinem versage ich mich.&#10;Deine welken Wehen, ich verstehe.&#10;Stille sie.&#10;Und euch ihr Barden, wie werde ich dann euch erst lüften.&#10;Ihr Unfertigen, die ihr euch an Unfertige kauert.&#10;Wollt ihr auseinander.&#10;Auseinander sage ich.&#10;Ich will euch helfen, eure Blöße zu verdecken!&#10;Ihr müden, mürrischen Felsen, die ihr die Nässe liebt!&#10;Und dann meint: Ihr seid Gärten.&#10;Es gibt nur einen Stern für uns.&#10;Den Mannesstern.&#10;Den grauen Stern der Tatkraft.&#10;Und hoch lodert aller Welten suchendes Können in einer klaren, blanken, aller Kräfte Wirbel ruhig lachenden Flamme.&#10;Das will der Weltvater von allen.&#10;Ach ihr Schelme!&#10;Ihr Träumenden!&#10;Ihr leichtgewandigen, zierlichen Flammen!&#10;Wie so schelmisch ihr tanzt - Barden auf Kugeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tempel des Jupiter Stator</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tempel-des-jupiter-stator/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tempel-des-jupiter-stator/</guid><description>&lt;p&gt;Dir erbaute das siegende Rom, o Jupiter Stator,&#10;Dankbar ein Säulenhaus, weil du es siegen gelehrt.&#10;Herrscher, durch deine Macht triumphirte der Römer und beugte&#10;Seinem Scepter die Welt, die du für deinen bestimmt.&#10;Freilich warst du ein heidnischer Gott, und glichest den Menschen,&#10;Doch die Menschen dafür glichen dem Göttergeschlecht.&#10;Nun ist′s anders, am Haus des Olympiers hängen Gerüste,&#10;Und mit Zirkel und Maaß forscht man das Dasein ihm aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Terzinen über Vergänglichkeit - Erste Terzine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/terzinen-ueber-vergaenglichkeit-erste-terzine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/terzinen-ueber-vergaenglichkeit-erste-terzine/</guid><description>&lt;p&gt;Noch spür ich ihren Atem auf den Wangen:&#10;Wie kann das sein, daß diese nahen Tage&#10;Fort sind, für immer fort, und ganz vergangen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt,&#10;Und viel zu grauenvoll, als daß man klage:&#10;Daß alles gleitet und vorüberrinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und daß mein eignes Ich, durch nichts gehemmt,&#10;Herüberglitt aus einem kleinen Kind&#10;Mir wie ein Hund unheimlich stumm und fremd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann: daß ich auch vor hundert Jahren war&#10;Und meine Ahnen, die im Totenhemd,&#10;Mit mir verwandt sind wie mein eignes Haar,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (7)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-7/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-7/</guid><description>&lt;p&gt;Hoh′ und göttlich erscheint der Lehrer der Erde den Jüngern,&#10;Wie sie auch seien, du siehst immer den Einzigen an.&#10;Also blendet den sterblichen Blick unsterbliche Größe,&#10;Also stehst du allein unter den Jüngern auch da.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsens Ganymed und der Adler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsens-ganymed-und-der-adler/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsens-ganymed-und-der-adler/</guid><description>&lt;p&gt;Knabe, süßer, wunderbarer,&#10;Unterm Kuß des Zeus gereift,&#10;Blüte, die in leuchtend-klarer&#10;Schönheit nie der Wind gestreift:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sorgsam tränkst du und ästhetisch,&#10;Wenn auch halb gelangeweilt,&#10;Hier den Aar, der gravitätisch&#10;Schmaust und wenig sich beeilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mancher würde ungeduldig,&#10;Und er hätte Grund genug,&#10;Doch du denkst: Ich bin′s ihm schuldig,&#10;Weil er zum Olymp mich trug;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil er schnell, mich fester fassend,&#10;In die Wolken mich entrückt,&#10;Als ich, schwindelnd und erblassend,&#10;Unter mich hinabgeblickt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thränen in schwerer Krankheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-in-schwerer-krankheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-in-schwerer-krankheit/</guid><description>&lt;p&gt;Mir ist, ich weiß nicht wie, ich seufze für und für.&#10;Ich weine Tag und Nacht; ich sitz&amp;rsquo; in tausend Schmerzen;&#10;Und tausend fürcht&amp;rsquo; ich noch; die Kraft in meinem Herzen&#10;Verschwindt, der Geist verschmacht&amp;rsquo;, die Hände sinken mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wangen werden bleich, der muntern Augen Zier&#10;Vergeht gleich als der Schein der schon verbrannten Kerzen.&#10;Die Seele wird bestürmt, gleich wie die See im Märtzen.&#10;Was ist dies Leben doch, was sind wir, ich und ihr?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tiefer Brunnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tiefer-brunnen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tiefer-brunnen/</guid><description>&lt;p&gt;Verschließ dich nur, du schöner Mund,&#10;Verbirg dich, tiefes Herz, mit Fleiß:&#10;Der Rechte kommt zur rechten Stund&amp;rsquo;,&#10;Der Mund und Herz zu lösen weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gedenk&amp;rsquo; ich dein, kommt mir zu Sinn&#10;Die Sage von der alten Stadt.&#10;Ein tiefer Brunnen lag darin,&#10;Drauß keiner noch getrunken hatt'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er war so tief, so wundertief,&#10;Ließ man ein Becherlein hinab,&#10;Der Faden viele Stunden lief&#10;Und reichte doch den Grund nicht ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tiger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tiger/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tiger/</guid><description>&lt;p&gt;Die große Sonne scheint in seine Zelle&#10;Und zieht auf seinem bunt gestreiften Felle&#10;Noch andre Striche: schwarzer Stäbe Schatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er blinzt hinauf mit wütendem Verlangen:&#10;Das Licht durchbricht doch die zerbissnen Stangen!&#10;Es legt sich innen zu ihm auf die Matten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kann sich die Sonne nicht mit ihm zusammen&#10;Aufs Gitter werfen? Schmelzen heiße Flammen&#10;Aus ihrer beider Rachen nicht die Platten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne ist nicht heiß, wie er sie kannte,&#10;Als sie im fernen freien Himmel brannte -&#10;Auch sie gefangen, malt hier Kerkerschatten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Till</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/till/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/till/</guid><description>&lt;p&gt;Der Narr, dem oft weit minder Witz gefehlt&#10;Als vielen, die ihn gern belachen,&#10;Und der vielleicht, um andre klug zu machen,&#10;Das Amt des Albernen gewählt;&#10;(Wer kennt nicht Tills berühmten Namen?)&#10;Till Eulenspiegel zog einmal&#10;Mit andern über Berg und Tal.&#10;So oft als sie zu einem Berge kamen,&#10;Ging Till an seinem Wanderstab&#10;Den Berg ganz sacht und ganz betrübt hinab;&#10;Allein wenn sie berganwärts stiegen,&#10;War Eulenspiegel voll Vergnügen.&#10;&amp;ldquo;Warum&amp;rdquo;, fing einer an, &amp;ldquo;gehst du bergan so froh?&#10;Bergunter so betrübt?&amp;rdquo; - &amp;ldquo;Ich bin&amp;rdquo;, sprach Till, &amp;ldquo;nun so.&#10;Wenn ich den Berg hinunter gehe:&#10;So denk&amp;rsquo; ich Narr schon an die Höhe,&#10;Die folgen wird, und da vergeht mir denn der Scherz;&#10;Allein wenn ich berganwärts gehe:&#10;So denk&amp;rsquo; ich an das Tal, das folgt, und fass&amp;rsquo; ein Herz.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tinctura Thebaica</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tinctura-thebaica/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tinctura-thebaica/</guid><description>&lt;p&gt;Laß mich dein wunderbares Glück erwerben,&#10;Leblos zu leben, ohne Tod zu sterben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gebt mir den Saft! den braunen Saft vom Mohne,&#10;Den Wundertrank von einer fremden Zone,&#10;Der kochte dem Aequator nah&amp;rsquo;.&#10;Das Schlummergift, d&amp;rsquo;ran die Granatenlippen&#10;Der Odalisken im Seraile nippen,&#10;Den Lethekeich aus Afrika.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gottlob! schon senkt ein schweres Nachtgefieder&#10;Umhüllend, schützend sich auf mich hernieder;&#10;Ich liege willenlos gebannt.&#10;Die Glieder ruh&amp;rsquo;n, ich mag sie nicht bewegen,&#10;Allein mein Herz, es klopft in mächt&amp;rsquo;gen Schlägen,&#10;Stark pocht der Puls an meiner Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tischlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tischlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tischlied/</guid><description>&lt;p&gt;Mich ergreift, ich weiß nicht wie,&#10;Himmlisches Behagen.&#10;Will mich′s etwa gar hinauf&#10;Zu den Sternen tragen?&#10;Doch ich bleibe lieber hier,&#10;Kann ich redlich sagen,&#10;Beim Gesang und Glase Wein&#10;Auf den Tisch zu schlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wundert euch, ihr Freunde, nicht,&#10;Wie ich mich gebärde;&#10;Wirklich ist es allerliebst&#10;Auf der lieben Erde.&#10;Darum schwör ich feierlich&#10;Und ohn alle Fährde,&#10;Daß ich mich nicht freventlich&#10;Wegbegeben werde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wir aber allzumal&#10;So beisammen weilen,&#10;Dächt ich, klänge der Pokal&#10;Zu des Dichters Zeilen.&#10;Gute Freunde ziehen fort,&#10;Wohl ein Hundert Meilen;&#10;Darum soll man hier am Ort&#10;Anzustoßen eilen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Toast auf Kaiser Wilhelm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/toast-auf-kaiser-wilhelm/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/toast-auf-kaiser-wilhelm/</guid><description>&lt;p&gt;(25 jähriges Bestehen der Schillerstiftung)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An uns vorüber zog ein festlich Spiel,&#10;Wir sahen Freundschaft, Liebe hilfreich walten&#10;Und folgten gern der Dichtung schönem Ziel:&#10;Uns der Erkenntnis Spiegel vorzuhalten;&#10;Ein Mahnwort war′s; und eh′ der Vorhang fiel,&#10;Erschien im Kranz erst werdender Gestalten&#10;Der Dichter -Fürst. Ihn schmückten Lorbeerreiser -&#10;Der erste Trinkspruch aber unsrem Kaiser!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Kaiser, ihm , der unser Schirm und Schild,&#10;Ihm , der uns Hut und Hort auf unsren Wegen -&#10;Am Fenster steht er, grüßt uns freundlich mild,&#10;Und jeden trifft′s, als träf′ ihn Heil und Segen;&#10;Ein Talisman wird uns sein hehres Bild,&#10;Ein Hoffnungskeim, den wir im Herzen hegen,&#10;Als müsse fortan auf uns niedersteigen&#10;Ein Teil der Göttergnade, die sein eigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tod in Ähren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tod-in-aehren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tod-in-aehren/</guid><description>&lt;p&gt;Im Weizenfeld, in Korn und Mohn,&#10;Liegt ein Soldat, unaufgefunden,&#10;Zwei Tage schon, zwei Nächte schon,&#10;Mit schweren Wunden, unverbunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durstüberquält und fieberwild,&#10;Im Todeskampf den Kopf erhoben.&#10;Ein letzter Traum, ein letztes Bild;&#10;Sein brechend Auge schlägt nach oben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sense sirrt im Ährenfeld,&#10;Er sieht sein Dorf im Arbeitsfrieden,&#10;Ade, Ade, du Heimatwelt &amp;ndash;&#10;Und beugt das Haupt und ist verschieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todesmut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todesmut/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todesmut/</guid><description>&lt;p&gt;Immer schwingt ein Totenfalter&#10;Sich vor meinen Schritten auf:&#10;Kündet er als Schicksalswalter&#10;Meines Lebens kurzen Lauf?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh! dort strahlt die lichte Sonne&#10;Mir vom Himmelsbau herab,&#10;Mahnt mich all&amp;rsquo; der süßen Wonne,&#10;Die ich voll genossen hab'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selig fühl&amp;rsquo; ich mich erbeben,&#10;Und ich neige mich vor ihr:&#10;&amp;ldquo;Nimm, was Dein war, all&amp;rsquo; mein Leben,&#10;Ewig bleibt Dein Leuchten mir.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todte Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todte-freundschaft/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todte-freundschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist vorbei - auch dieser Traum ist aus,&#10;Auch diesen Kelch hat leer das Herz getrunken,&#10;Auch dieser Stern ist in den Staub gesunken -&#10;Hinweg, hinweg - es führt in dieses Haus&#10;Kein Gott mich mehr zurück! Weh′ euren Banden -&#10;Ihr habt mich nie geliebt und nie verstanden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum denn locktet ihr mich falsch hinein,&#10;Warum habt meine Seele ihr gebettet&#10;Auf des Vertrauens Pfühl, bis sie gekettet&#10;Sich an euch fest mit ihrem ganzen Sein?&#10;Warum? Da eure Zungen dann bekannten -&#10;Daß ihr mich nie geliebt und nie verstanden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtengräberlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtengraeberlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtengraeberlied/</guid><description>&lt;p&gt;Grabe, Spaden, grabe,&#10;Alles was ich habe&#10;Dank ich, Spaden, dir!&#10;Reich&amp;rsquo; und arme Leute&#10;Werden meine Beute,&#10;Kommen einst zu mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiland groß und edel,&#10;Nickte dieser Schedel&#10;Keinem Gruße Dank!&#10;Dieses Beingerippe,&#10;Ohne Wang&amp;rsquo; und Lippe,&#10;Hatte Gold und Rang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jener Kopf mit Haaren&#10;War vor wenig Jahren&#10;Schön wie Engel sind!&#10;Tausend junge Fentchen&#10;Leckten ihm das Händchen,&#10;Gafften sich halb blind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grabe, Spaden, grabe,&#10;Alles was ich habe&#10;Dank ich, Spaden, dir!&#10;Reich&amp;rsquo; und arme Leute&#10;Werden meine Beute,&#10;Kommen einst zu mir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze I.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-i/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-i/</guid><description>&lt;p&gt;»En toutes choses ce n′est que l′émotion qui est sublime!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich hatte Waldesdunkel eingeschlossen,&#10;Und in Betrachtung lag ich tief versunken,&#10;Von Bildern meiner Träume rings umwoben:&#10;Was soll, o Herz, die Gluth, von der du trunken: –&#10;So rief ich laut, und meine Thränen flossen –&#10;Was willst du denn, von Sehnsucht stets gehoben,&#10;Mit deinem wilden Toben?&#10;Verzehrst du dich, um Schatten zu erfassen,&#10;Und willst für ein Phantom von Seyn und Leben&#10;Das Leben selbst mit deinen Freuden geben!&#10;Willst du, dein eigner Feind, dich selber hassen?&#10;O, gib sie auf, die täuschenden Gestalten,&#10;Sie nur und sind nicht fest zu halten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze III.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-iii/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-iii/</guid><description>&lt;ol start="20"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder fühlt′ ich schirmend mich umwallen&#10;Des Geists Gewand, mit dem er mich umwunden,&#10;Und fort mich trug auf rastlos eil′gen Schwingen!&#10;Schon war das feste Land dem Blick entschwunden,&#10;Und keine Stimme hörte man mehr schallen,&#10;Und keinen Laut des Lebens mehr erklingen!&#10;Die Einsamkeit durchdringen&#10;Kann nur der traurig gleiche Schlag der Wellen,&#10;Die, wildaufrauschend, bald der Tiefe Schrecken,&#10;Abgründe, graunvoll, auf dem Blicke decken,&#10;Bald wieder hoch wie dunkle Berge schwellen&#10;Und, gleich dem Bild furchtbarer Ewigkeiten,&#10;Unruh′ und Angst in banger Brust verbreiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze V.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-v/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-v/</guid><description>&lt;ol start="43"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder weiter zogen wir, zur Linken&#10;Die Rhone lassend und die weiten Strecken,&#10;Die sie durchzieht, wenn von des Schwelle,&#10;Den nie geschmolzne Schneelawinen decken,&#10;Sie herrauscht, um im See dort zu versinken,&#10;Den Milch der Gletscher füllt mit klarer Welle;&#10;Bis sie mit neuer Schnelle,&#10;Sich ihm entringend, niederstürzt zum Meere! –&#10;Zur Rechten aber, an den ,&#10;Die wie von Rosen aufgethürmet schienen,&#10;Lag , die königliche, hehre,&#10;Im Golf gebadet der ligust′schen Wogen,&#10;Mit unnennbarer Pracht, in weitem Bogen! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tränenregen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traenenregen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traenenregen/</guid><description>&lt;p&gt;Wir saßen so traulich beisammen&#10;Im kühlen Erlendach,&#10;Wir schauten so traulich zusammen&#10;Hinab in den rieselnden Bach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond war auch gekommen,&#10;Die Sternlein hinterdrein,&#10;Und schauten so traulich zusammen&#10;In den silbernen Spiegel hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah nach keinem Monde,&#10;Nach keinem Sternenschein,&#10;Ich schaute nach ihrem Bilde,&#10;Nach ihren Augen allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sahe sie nicken und blicken&#10;Herauf aus dem seligen Bach,&#10;Die Blümlein am Ufer, die blauen,&#10;Sie nickten und blickten ihr nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah in meinem schlaf ein bild gleich einem got,&#10;auf einem reichen thron ganz prächtiglich erhaben,&#10;in dessen dienst und schutz zugleich aus lust und not&#10;sich die torechte leut stets haufenweis begaben.&#10;Ich sah, wie dises bild dem wahren got zu spot&#10;empfieng, zwar niemal sat, gelübd, lob, opfergaben&#10;und gab auch wem es wolt das leben und den tod&#10;und pflag sich mit rach, straf und bosheit zu erlaben.&#10;Und ob der himmel schon oftmal, des bilds undank&#10;zu strafen, seine stern versamlete mit wunder,&#10;so war doch des bilds stim noch lauter dan der dunder;&#10;Bis endlich, als sein stolz war in dem höchsten schwank,&#10;da schlug ein schneller blitz das schöne bild herunder,&#10;verkehrend seinen pracht in kot, würm und gestank.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traum und Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-und-tod/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traum-und-tod/</guid><description>&lt;p&gt;glanz und ruhm ! so erwacht unsre welt&#10;Heldengleich bannen wir berg und belt&#10;Jung und gross schaut der geist ohne vogt&#10;Auf die flur auf die flut die umwogt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da am weg bricht ein schein fliegt ein bild&#10;Und der rauscht mit der qual schüttelt wild.&#10;Der gebot weint und sinnt beugt sich gern&#10;&amp;lsquo;Du mir heil du mir ruhm du mir stern&amp;rsquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann der traum höchster stolz steigt empor&#10;Er bezwingt kühn den Gott der ihn kor&amp;hellip;&#10;Bis ein ruf weit hinab uns verstösst&#10;Uns so klein vor dem tod so entblösst !&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traumbild Nr. 8</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traumbild-nr-8/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traumbild-nr-8/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kam von meiner Herrin Haus&#10;Und wandelt in Wahnsinn und Mitternachtgraus.&#10;Und wie ich am Kirchhof vorübergehn will,&#10;Da winken die Gräber ernst und still.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da winkts von des Spielmanns Leichenstein;&#10;Das war der flimmernde Mondesschein.&#10;Da lispelts: Lieb Bruder, ich komme gleich!&#10;Da steigts aus dem Grabe nebelbleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Spielmann wars, der entstiegen jetzt,&#10;Und hoch auf den Leichenstein sich setzt.&#10;In die Saiten der Zither greift er schnell,&#10;Und singt dabei recht hohl und grell:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traumbrücke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traumbruecke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traumbruecke/</guid><description>&lt;p&gt;Über die Tage, über die hellen,&#10;Wenn sie der Abend verdunkelt hat,&#10;Schießen die langen, schießen die schnellen&#10;Brücken des Traumes von Stadt zu Stadt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über die Wälder, über die Meere&#10;Wölbt sich mitternächtig ihr Flug,&#10;Weit wie der Wolken schweifende Heere,&#10;Breit wie der Vögel wandernder Zug,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vogelgleich, wolkenhaft, ohne Entgleiten,&#10;Denn ihre Pfeiler stehn nahe bewahrt;&#10;Aber die Ufer, aber die Weiten&#10;Ziehn sich entgegen in rasender Fahrt:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trauriges Resultat einer vernachlässigten Erziehung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trauriges-resultat-einer-vernachlaessigten-erziehung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trauriges-resultat-einer-vernachlaessigten-erziehung/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wie oft kommt uns zu Ohren,&#10;Daß ein Mensch was Böses tat,&#10;Was man sehr begreiflich findet,&#10;Wenn man etwas Bildung hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manche Eltern sieht man lesen&#10;In der Zeitung früh bis spät;&#10;Aber was will dies bedeuten,&#10;Wenn man nicht zur Kirche geht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn man braucht nur zu bemerken,&#10;Wie ein solches Ehepaar&#10;Oft sein eignes Kind erziehet.&#10;Ach, das ist ja schauderbar!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, zum Ins=Theater=Gehen,&#10;Ja, zu so was hat man Zeit&#10;Abgesehn von andren Dingen -&#10;Aber wo ist Frömmigkeit?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Treue Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/treue-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/treue-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Steh ich in finstrer Mitternacht&#10;So einsam auf der fernen Wacht:&#10;So denk ich an mein fernes Lieb,&#10;Ob mir′s auch treu und hold verblieb?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich zur Fahne fort gemüßt,&#10;Hat sie so herzlich mich geküßt,&#10;Mit Bändern meinen Hut geschmückt,&#10;Und weinend mich ans Herz gedrückt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie liebt mich noch, sie ist mir gut,&#10;Drum bin ich froh und wohlgemut;&#10;Mein Herz schlägt warm in kalter Nacht,&#10;Wenn es ans treue Lieb gedacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Treuegelöbnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/treuegeloebnis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/treuegeloebnis/</guid><description>&lt;p&gt;So soll es sein:&#10;Ich lebe dein,&#10;dein Stab und deine Stütze,&#10;dass jederzeit&#10;in Sturm und Streit&#10;dich meine Treu′ beschütze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Streit und Schmerz&#10;ein treues Herz -&#10;so sollst du stets mich kennen.&#10;Kein fremdes Glück&#10;soll mein Geschick&#10;von deinem Lose trennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern steig′ ich an&#10;auf rauer Bahn,&#10;weiß ich nur dich im Frieden.&#10;Bei dir allein&#10;ist Sonnenschein&#10;und all mein Glück hienieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tristitia ante</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tristitia-ante/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tristitia-ante/</guid><description>&lt;p&gt;Schneeflocken fallen. Meine Nächte sind&#10;Sehr laut geworden, und zu starr ihr Leuchten.&#10;Alle Gefahren, die mir ruhmvoll deuchten,&#10;Sind nun sie widrig wie der Winterwind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hasse fast die helle Brunst der Städte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich einst wachte und die Mitternächte&#10;Langsam zerflammten - bis die Sonne kam -;&#10;Wenn ich den prunk der weißen huren nahm,&#10;Ob magrer Prunk mir endlich Lösung brächte,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War diese Grelle nie und dieser Gram.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tritt aus dem Tor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tritt-aus-dem-tor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tritt-aus-dem-tor/</guid><description>&lt;p&gt;Tritt aus dem Tor, Erscheinung, namenlose!&#10;Kommt, ihr geheimnisvollen frühen Triebe!&#10;Kehr wieder, Sonntag! Schlafe mit mir, Rose&#10;Am weißen Kleide meiner ersten Liebe!&#10;Und wenn ich von euch ritt auf einem Pferde&#10;Schwarz in die Dunkelheit des Meers - was war ich!&#10;Ein Strahl des Lichts, ein Stück von meiner Erde,&#10;Ein Abenteuer, bunt, verbrannt und fahrig.&#10;Mein altes Haus, wer deine Ruhe fände!&#10;O sag mir nicht, dass auf den fremden Inseln&#10;Jetzt Affen schrein und Papageien winseln -&#10;Ich könnte wieder reisen ohne Ende!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Triumphbogen des Titus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/triumphbogen-des-titus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/triumphbogen-des-titus/</guid><description>&lt;p&gt;Vieles erzählt die Geschichte von Titus′ menschlicher Güte,&#10;Und das dankbare Rom hat ihm dies Denkmal geweiht.&#10;Noch verehrt die liebende Welt den liebenden Heiden,&#10;Hat vor der Liebe ja nun auch der Verstand sich gebückt.&#10;Kapuziner durchziehen das Thor mit frommem Gesange,&#10;Und statt dem Lorbeer bedeckt nun die Kapuze das Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Türmerlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tuermerlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tuermerlied/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Sehen geboren,&#10;Zum Schauen bestellt,&#10;Dem Turme geschworen&#10;Gefällt mir die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich blick&amp;rsquo; in die Ferne,&#10;Ich seh&amp;rsquo; in der Näh'&#10;Den Mond und die Sterne,&#10;Den Wald und das Reh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So seh&amp;rsquo; ich in allen&#10;Die ewige Zier,&#10;Und wie mir&amp;rsquo;s gefallen,&#10;Gefall&amp;rsquo; ich auch mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr glücklichen Augen,&#10;Was je ihr gesehn,&#10;Es sei, wie es wolle,&#10;Es war doch so schön!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Üb' immer Treu und Redlichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueb-immer-treu-und-redlichkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueb-immer-treu-und-redlichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Üb&amp;rsquo; immer Treu und Redlichkeit&#10;Bis an dein kühles Grab,&#10;Und weiche keinen Finger breit&#10;Von Gottes Wegen ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wirst du wie auf grünen Au&amp;rsquo;n,&#10;Durch&amp;rsquo;s Pilgerleben geh&amp;rsquo;n&#10;Dann kannst du sonder Furcht und Grau&amp;rsquo;n&#10;Dem Tod ins Antlitz seh&amp;rsquo;n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wird die Sichel und der Pflug&#10;In deiner Hand so leicht,&#10;Dann singest du beim Wasserkrug,&#10;Als wär&amp;rsquo; dir Wein gereicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Bösewicht wird alles schwer,&#10;Er tue was er tu,&#10;Ihm gönnt der Tag nicht Freude mehr,&#10;Die Nacht ihm keine Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über die Geburt Jesu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-geburt-jesu/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-geburt-jesu/</guid><description>&lt;p&gt;Nacht, mehr denn lichte Nacht! Nacht, Lichter als der Tag!&#10;Nacht, heller als die Sonn, in der das Licht geboren,&#10;Das Gott, der Licht, in Licht wohnhaftig, ihm erkoren!&#10;O Nacht, die alle Nächt und Tage trotzen mag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O freudenreiche Nacht, in welcher Ach und Klag&#10;Und Finsternis und, was sich auf die Welt verschworen,&#10;Und Furcht und Höllen-Angst und Schrecken ward verloren!&#10;Der Himmel bricht, doch fällt nunmehr kein Donnerschlag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über die Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-nachtigall/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-nachtigall/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hört der holden Nachtigall&#10;süssen Schall&#10;durch den Busch erschallen:&#10;sie will / durch ein Kling-Gedicht&#10;ihre Pflicht&#10;ihrem Schöpffer zahlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem weiß-geschmälzten Zelt&#10;aller Welt&#10;seinen Ruhm sie singet:&#10;dahin zielt ihr Müh′ und Fleiß&#10;daß sein Preiß&#10;hell von ihr erklinget.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir / dir / dir / O höchster Hort&#10;ohne Wort&#10;pfleg′ ich Dank zu geben:&#10;ohne End ist mein Begehr&#10;deine Ehr′&#10;äusserst zu erheben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über die Schäferey Amœna eines ungenannten Freundes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-schaeferey-amna-eines-ungenannten-freundes/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-schaeferey-amna-eines-ungenannten-freundes/</guid><description>&lt;p&gt;Musa, Venus, Charis schauet,&#10;Wie Amœna Staffeln bauet,&#10;Auffzusteigen euren Thron.&#10;Gebt ihr Raum zur rechten Seite;&#10;Schaffet, daß man ihr bereite&#10;Eine frische Lorber-Kron′.&#10;Phöbus lehnt ihr seinen Wagen,&#10;Ihren Ruhm herumb zu tragen&#10;Durch das blaue Sternen-Feld.&#10;Hermes soll die Flügel fassen,&#10;Daß sie sei, verkünden lassen,&#10;Zu dem ewig-seyn gesellt.&#10;Billich! denn so hohe Sinnen&#10;Müssen andren Dank gewinnen,&#10;Als ein kriechend Erde-Geist,&#10;Den man aus dem eignen nennen&#10;Dennoch nicht mag recht erkennen,&#10;Weil er andres ist als heist.&#10;Sinnen, die vom Himmel kommen,&#10;Werden billich aufgenommen&#10;In das reine Himmel-klar,&#10;Da der schwartzen Erde Schatten&#10;Glantz und Flammen ihrer Thaten&#10;Nimmermehr vertunkeln thar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über glitzernden Kies</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-glitzernden-kies/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-glitzernden-kies/</guid><description>&lt;p&gt;Könnt ich nach Haus -&#10;die Lichte gehen aus -&#10;erlischt ihr letzter Gruß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo soll ich hin?&#10;Oh Mutter mein, weißt du&amp;rsquo;s?&#10;Auch unser Garten ist gestorben! &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es liegt ein grauer Nelkenstrauß&#10;im Winkel wo im Elternhaus,&#10;er hatte große Sorgfalt sich erworben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umkränzte das Willkommen an den Toren&#10;und gab sich ganz in seiner Farbe aus.&#10;Oh liebe Mutter! &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Versprühte Abendrot&#10;am Morgen weiche Sehnsucht aus&#10;bevor die Welt in Schmach und Not.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Um Mitternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/um-mitternacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/um-mitternacht/</guid><description>&lt;p&gt;Um Mitternacht ging ich, nicht eben gerne,&#10;Klein, kleiner Knabe, jenen Kirchhof hin&#10;Zu Vaters Haus, des Pfarrers, Stern am Sterne,&#10;Sie leuchteten doch alle gar zu schön;&#10;Um Mitternacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich dann ferner in des Lebens Weite&#10;Zur Liebsten mußte, mußte, weil sie zog,&#10;Gestirn und Nordschein über mir im Streite,&#10;Ich gehend, kommend Seligkeiten sog;&#10;Um Mitternacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis dann zuletzt des vollen Mondes Helle&#10;So klar und deutlich mir ins Finstere drang,&#10;Auch der Gedanke willig, sinnig, schnelle&#10;Sich ums Vergangne wie ums Künftige schlang;&#10;Um Mitternacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Umkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/umkehr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/umkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Leben kann man nicht von Tönen,&#10;Poesie geht ohne Schuh,&#10;Und so wandt ich denn der Schönen&#10;Endlich auch den Rücken zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lange durch die Welt getrieben&#10;Hat mich nun die irre Hast,&#10;Immer doch bin ich geblieben&#10;Nur ein ungeschickter Gast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überall zu spät zum Schmause&#10;Kam ich, wenn die andern voll,&#10;Trank die Neigen vor dem Hause,&#10;Wußt nicht, wem ichs trinken soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mußt mich vor Fortuna bücken&#10;Ehrfurchtsvoll bis auf die Zehn,&#10;Vornehm wandt sie mir den Rücken,&#10;Ließ mich so gebogen stehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Umschrift eines Sarges</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/umschrift-eines-sarges/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/umschrift-eines-sarges/</guid><description>&lt;p&gt;Irdisches und sterblich Volk, lebend-todte Erdengäste,&#10;Ihr Verwürflinge des Himmels, ihr Gespenster dieser Welt,&#10;Denen Nichts, als falsche Waare, Nichts, als Rauch und Wind gefällt,&#10;Thoren, klettert und besteigt die bequalmten Ehrenäste,&#10;Setzt euch Säulen von Porphyr, mauert euch aus Gold Paläste,&#10;Festigt Tempel euch aus Marmor, der der Zeit die Wage hält,&#10;Rafft zu euch mit gicht′gen Klauen er verdammten Klumpen Geld,&#10;Macht euch euer stolzes Lob durch gelehrte Schriften feste;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und doch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-doch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-doch/</guid><description>&lt;p&gt;Zu melden ist von schrecklichem Gesichte,&#10;Das mich zumeist nach Freudenfesten plagt.&#10;Es träumt mir dann vom jüngsten der Gerichte,&#10;Da zucken Blitze, daß es grausig tagt,&#10;Nach meines Lebens wechselnder Geschichte&#10;Wird unbarmherzig im Verhör gefragt;&#10;Ich wälze mich auf meinem Schlummerkissen&#10;Und jede Sünde fällt mir auf&amp;rsquo;s Gewissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So zum Exempel, wie beim flotten Mahle&#10;Des Schaumweins Naß, der allzureichlich floß,&#10;Ich aus dem jäh gehobenen Pokale&#10;Auf einer Dame feines Kleid vergoß,&#10;Benebelt auch von ihrer Augen Strahle&#10;Noch etlich Böcke – keine kleinen – schoß,&#10;Dann gegen Spott mich jugendlich erhitzte&#10;Und Sinn und Unsinn durcheinander blitzte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und noch einmal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-noch-einmal/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-noch-einmal/</guid><description>&lt;p&gt;Noch einmal hin zum Jugendthal,&#10;Mit sieben und siebzig Jahren!&#10;Warum nicht dieses Eine Mal&#10;Dem Sehnen noch willfahren?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht sicher sind die Schritte mehr&#10;Und nicht mehr hell die Augen,&#10;Doch frohe Wallfahrt ist nicht schwer,&#10;Wohlan, sie werden taugen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau&amp;rsquo;, wie die Abendsonne ruht&#10;Dort auf der Felsburg Trümmern!&#10;Nie sah ich noch in solcher Gluth&#10;Die stolze Höhe schimmern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vermag des Lichtes Kraft allein&#10;So wunderbar zu weben?&#10;Sind&amp;rsquo;s Geister, die im goldnen Schein&#10;Von ferne grüßend schweben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Under der linden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/under-der-linden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/under-der-linden/</guid><description>&lt;p&gt;Under der linden&#10;an der heide,&#10;dâ unser zweier bette was,&#10;dâ muget ir vinden&#10;schoene beide&#10;gebrochen bluomen unde gras.&#10;vor dem walde in einem tal,&#10;tandaradei, schoene sanc diu nahtegal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kam gegangen&#10;zuo der ouwe:&#10;dô was mîn friedel komen ê.&#10;dâ wart ich empfangen,&#10;here frouwe,&#10;daz ich bi saelic iemer mê.&#10;kuster mich? wol tusentstunt:&#10;tandaradei, seht, wie rôt mir ist der munt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dô het er gemachet&#10;alsô rîche&#10;von bluomen eine bettestat.&#10;des wirt noch gelachet&#10;inneclîche,&#10;kumt iemen an daz selbe pfat.&#10;bî den rôsen er wol mac,&#10;tandaradei, merken, wa mirz houbet lac.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unglücksfall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ungluecksfall/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ungluecksfall/</guid><description>&lt;p&gt;Es stehen vor dem Hebekran&#10;Ein kleines Kind, ein Hund, ein Mann&#10;Die Eisenkette rollt und rinnt,&#10;Es staunen Mann und Hund und Kind.&#10;Da saust sie nieder auf den Grund,&#10;Zerschmettert Mann und Kind und Hund.&#10;Gemäßigt naht die Polizei,&#10;Ein Chemiker ist auch dabei,&#10;Bis er den Totbestand befund:&#10;Ein kleines Kind, ein Mann, ein Hund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unruhe der Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unruhe-der-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unruhe-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Unruhe der Nacht&#10;Nun bin ich untreu worden&#10;Der Sonn′ und ihrem Schein;&#10;Die Nacht, die Nacht soll Dame&#10;Nun meines Herzens sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ist von düstrer Schönheit,&#10;Hat bleiches Nornengesicht,&#10;Und eine Sternenkrone&#10;Ihr dunkles Haupt umflicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heut ist sie so beklommen,&#10;Unruhig und voller Pein;&#10;Sie denkt wohl an ihre Jugend –&#10;Das muss ein Gedächtnis sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es weht durch alle Täler&#10;Ein Stöhnen, so klagend und bang;&#10;Wie Tränenbäche fliessen&#10;Die Quellen vom Bergeshang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uns hât der winter...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uns-hat-der-winter/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uns-hat-der-winter/</guid><description>&lt;p&gt;Uns hât der winter geschat ueber al:&#10;heide unde walt diu sint beidiu nu val,&#10;dâ manic stimme vil suoze inne hal.&#10;saehe ich die megde an der strâze den bal&#10;werfen! sô kaeme uns der vogele schal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Möhte ich verslâfen des winteres zît!&#10;wache ich die wîle, sô han ich sîn nît,&#10;daz sin gewalt ist sô breit und sô wît.&#10;weizgot, er lât doch dem meien den strît:&#10;sô lise ich bluomen, dâ rîfe nu lît.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unter Schwarzkünstlern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-schwarzkuenstlern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-schwarzkuenstlern/</guid><description>&lt;p&gt;Eines Mittags las man:&#10;Pfiffe zu mieten gesucht!&#10;Hundertweis, zu jedem Preis!&#10;Victor Emanuel Wasmann!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um sechs Uhr kam der erste Pfiff&#10;von einem alten Kohlenschiff.&#10;Um acht Uhr warens tausend schon.&#10;Um neun Uhr eine halbe Million.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Victor Emanuel Wasmann schlug&#10;die Türe zu: &amp;ldquo;Nun ists genug!&#10;Hört zu, ihr Pfiffe!&#10;Ich habe einen Feind,&amp;rdquo; (hört! hört!)&#10;&amp;ldquo;der mir des Nachts die Ruhe stört, -&#10;auf den sollt ihr marschieren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unvertilgbar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unvertilgbar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unvertilgbar/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal&#10;Ein einziges Mal nur&#10;Möcht&amp;rsquo; ich mich ganz vergessen&#10;In Deinen Armen,&#10;Möcht&amp;rsquo; ich bewußtlos trunken sein.&#10;Aber ach,&#10;Mag den zerfallenden,&#10;Siechgefolterten Leib&#10;Peitschen, schütteln, zusammenwinden&#10;Höchste Wollust,&#10;Immer noch, immer noch&#10;Kann ich denken,&#10;Kann ich mich selbst zerfasern,&#10;Regt sich noch&#10;Mein verfluchtes,&#10;Elendes Ich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>V.   Von den elben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/v-von-den-elben-9122/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/v-von-den-elben-9122/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von den elben wirt entsehen vil manic man,&#10;sô bin ich von grôzer liebe entsên&#10;von der besten, die ie dehein man ze vriunt gewan.&#10;wil aber sî der umbe mich vên&#10;Und ze unstaten stên,&#10;mac si danne rechen sich&#10;und tuo, des ich si bite. sô vreut si sô sêre mich,&#10;daz mîn lîp vor wunnen muoz zergên.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sî gebiutet und ist in dem herzen mîn&#10;vrowe und hêrer, danne ich selbe sî.&#10;hei wan muoste ich ir alsô gewaltic sîn,&#10;daz si mir mit triuwen waere bî&#10;Ganzer tage drî&#10;unde eteslîche naht!&#10;sô verlür ich niht den lîp und al die maht.&#10;jâ ist si leider vor mir alze vrî.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vagantenweihe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vagantenweihe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vagantenweihe/</guid><description>&lt;p&gt;Zugvögel ziehn in grauem Ernst,&#10;Da stehst du Walter nun und lernst,&#10;O vanitatum vanitas.&#10;Die Jahre welken &amp;rsquo;s greise Haupt.&#10;Fast steht der Hain schon blattberaubt -&#10;Wie kalt des Regens dünnes Naß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch Kopf oben! unverzagt,&#10;Der Jugend Rosen unbenagt,&#10;Trotz vanitatum vanitas.&#10;Sie regen sich voll dunklem Duft&#10;In ewig blauer Feierluft:&#10;Der tiefe rote Kuß macht das.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab&amp;rsquo; viel Marterbilder hier,&#10;Sind gar geringe Kirchenzier!&#10;Und voll von Pein und vanitas.&#10;So mager, leer und dintenvoll,&#10;Der Saal, darin Latein erscholl,&#10;Ein Männlein da, das Leder ganz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Valet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/valet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/valet/</guid><description>&lt;p&gt;Ade nun, liebe Lieder,&#10;Ade, du schöner Sang!&#10;Nun sing ich wohl nicht wieder&#10;Vielleicht mein Leben lang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst blüht′ von Gottes Odem&#10;Die Welt so wunderreich,&#10;Da in den grünen Boden&#10;Senkt ich als Reiser euch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt eure Wipfel schwanken&#10;So kühle über mir,&#10;Ich stehe in Gedanken&#10;Gleichwie im Walde hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da muß ich oft noch lauschen&#10;In meiner Einsamkeit,&#10;Und denk bei eurem Rauschen&#10;Der schönen Jugendzeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vater unser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vater-unser/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vater-unser/</guid><description>&lt;p&gt;Jehovah! den mit Zittern&#10;Das Heer der Geister ehrt,&#10;Und den aus Nachtgewittern&#10;Der Sünder donnren hört,&#10;Den Erd und Himmel kennen -&#10;Dich darf ich Vater nennen,&#10;Dein Sohn hat michs gelehrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Vater! Himmelswonne&#10;Liegt in dem Namen! Dich,&#10;Den Schöpfer dieser Sonne,&#10;Dich, Welterhalter, Dich!&#10;Darf ich als Vater loben,&#10;Wie deine Geister droben;&#10;Als Kind erhörst du mich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Kinder, so versammelt&#10;Euch um des Vaters Thron;&#10;Gebete, die ihr stammelt,&#10;Sind ihm ein süßer Ton.&#10;Ja, Vater! hör uns singen;&#10;Wann wir mit Ohnmacht ringen,&#10;So sieh auf deinen Sohn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vater Unser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vater-unser-4364/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vater-unser-4364/</guid><description>&lt;p&gt;Gott ist Gott im Donnerwetter&#10;Und im Frühlingssonnenschein,&#10;Gott ist Gott in Allem! – Götter&#10;Können also nirgend seyn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt uns beten: Vater unser,&#10;Unser Vater, der du bist&#10;In dem Himmel, ewig unser,&#10;Wo das Reich der Gnaden ist;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf den Erden, in den Sonnen,&#10;Welche wir wie Funken sehn,&#10;Willst du deines Reiches Wonnen,&#10;Und dein Wille muß geschehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns’re Leiber werden Trümmer:&#10;Vater, unser täglich Brod&#10;Gib uns heute, gib’s uns immer,&#10;Bis an unsers Leibes Tod!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vber den Abschied einer Edelen Jungfrawen. Vnter eines andern Namen.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vber-den-abschied-einer-edelen-jungfrawen-vnter-eines-andern-namen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vber-den-abschied-einer-edelen-jungfrawen-vnter-eines-andern-namen/</guid><description>&lt;p&gt;Gleich wie zu Sommerszeit wann alles frölich blühet /&#10;Vnnd man sich Wald / Feld / Berg vnnd Thal verjüngen sihet /&#10;Vor aller Blumen Schar / so jrrgend mögen seyn /&#10;Die zarte Lilie leßt blicken ihren Schein:&#10;Es fliegen auff sie zu die Bienen hauffen weise /&#10;Vnd saugen mit Begier die angenehme Speise /&#10;Vnd wohlgeschmackten Safft; sie hebt ihr Haupt empor;&#10;Es gläntzt ihr weisses Kleyd vor allen Blumen vor:&#10;Jhr lieblicher Geruch erfrewet Hertz′ vnd Sinnen;&#10;Man muß ihr günstig seyn / vnd muß sie lieb gewinnen:&#10;Der schöne Zephyrus wird gegen ihr entzünd /&#10;Vnd weht auß Huld jhr zu den süssen Liebeswind.&#10;Bald kömpt der scharpffe Nord gantz vnverhofft gebrauset&#10;Quer vber Feld daher / pfeifft / heulet / singt vnd sauset /&#10;Vnd nimpt die Lilie mit Vngestümme hin;&#10;Die liebliche Gestalt bricht nichts nicht seinen Sinn.&#10;Das grüne Feld beginnt vmb seine Zier zu trawren /&#10;Die andern Blumen auch muß jhre Schwester tawren /&#10;Die Bienen fliegen selbst vor Schmertz vnd Trawrigkeit&#10;Verjrrt jetzt hin / jetzt her / vnd tragen grosses Leyd.&#10;So bistu auch zuvor / du schöneste / gewesen /&#10;Du stirbst / durch welch′ ich mir verhoffte zu genesen /&#10;O du mein Trost zuvor: jetzt bistu nackt vnd bloß /&#10;Vnd kriegest einen Sarch vor deines Liebsten Schoß.&#10;Du weisse Lilie / du Spiegel aller Tugend /&#10;In deiner besten Blüt′ vnd in der grünen Jugend&#10;Kürtzt dir der grimme Tod dein schnelles Leben ab /&#10;Vnd führet dich behend′ auß dieser Welt ins Grab.&#10;Doch bistu nun von jhr vnd jhrer Noth gerissen;&#10;Ich muß hier ohne dich in Qual vnd Trawren büssen;&#10;Ich wall′ im weiten Meer / in Wellen aller Noth.&#10;Du bist tod lebendig / ich bin lebendig tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venezianische Epigramme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venezianische-epigramme/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venezianische-epigramme/</guid><description>&lt;p&gt;Wie man Geld und Zeit vertan,&#10;Zeigt das Büchlein lustig an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sarkophagen und Urnen verzierte der Heide mit Leben:&#10;Faunen tanzen umher, mit der Bacchantinnen Chor&#10;Machen sie bunte Reihe; der ziegengefüßete Pausback&#10;Zwingt den heiseren Ton wild aus dem schmetternden Horn.&#10;Cymbeln, Trommeln erklingen; wir sehen und hören den Marmor.&#10;Flatternde Vögel! wie schmeckt herrlich dem Schnabel die Frucht!&#10;Euch verscheuchet kein Lärm, noch weniger scheucht er den Amor,&#10;Der in dem bunten Gewühl erst sich der Fackel erfreut.&#10;So überwältiget Fülle den Tod; und die Asche da drinnen&#10;Scheint, im stillen Bezirk, noch sich des Lebens zu freun.&#10;So umgebe denn spät den Sarkophagen des Dichters&#10;Diese Rolle, von ihm reichlich mit Leben geschmückt.&#10;Kaum an dem blaueren Himmel erblickt ich die glänzende Sonne,&#10;Reich, vom Felsen herab, Efeu zu Kränzen geschmückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus Perversa</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-perversa/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-perversa/</guid><description>&lt;p&gt;Dort sitz nieder! sieben Kreuze&#10;zwischen uns! und gönn mir′s: sei nicht Tier!&#10;Sondern ich suche andere Reize:&#10;Dich: komm, liebe dich vor mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich nur. Dich! nur deine verschmachtenden Blicke&#10;und deine zuckende Scham und deine scheuen&#10;Seufzer gönn mir - ja, entzücke&#10;mich mit Deinen Rasereien!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O du, wenn die Knospen deiner welken&#10;Brüste unter deinen tastenden Fingern&#10;wieder schwellen wie in Jüngern&#10;Nächten - oh, dies Schwelgen -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verbotene Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verbotene-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verbotene-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nacht ist rau und einsam,&#10;Die Bäume stehn entlaubt.&#10;Es ruht an meiner Schulter&#10;Dein kummerschweres Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Fuchs schnürt durch die Felder;&#10;Wie ferne ist der Feind.&#10;Gleichgültig glänzen Sterne;&#10;Dein schönes Auge weint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du brichst ein dürres Ästlein,&#10;Das ist so knospenleer,&#10;Und reichst mir deine Hände -&#10;Wir sahn uns nimmermehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergeltung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergeltung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergeltung/</guid><description>&lt;p&gt;Wie der Mai du anzuschauen,&#10;Wonnereiche, Zarte, Feine,&#10;Mit des Haares Gold, der blauen&#10;Klaren Augen Himmelsreine;&#10;Mit den Lippen von Korallen,&#10;Mit der Gabe zu gefallen,&#10;Holdes, süßes Mägdelein, -&#10;Mußt, unseligste von allen,&#10;Du des Henkers Tochter sein?!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Vater kam nach Hause&#10;Düstern, fast verstörten Mutes;&#10;Ihn verfolgt das Bild, das grause,&#10;Des am Tag vergoßnen Blutes: -&#10;Haben, die den Stab gebrochen,&#10;Nach den Rechten auch gesprochen,&#10;Schreit um Rache doch dies Blut;&#10;Jene Rechte sind bestochen,&#10;Sind der Unterdrücker Gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verglimmendes Scheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verglimmendes-scheit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verglimmendes-scheit/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lohte die Flamme so stark und stolz!&#10;Nun irrt der letzte Funken&#10;Angstvoll durch das verkohlte Holz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er läuft und sucht mit jagender Hast,&#10;Ob nirgend mehr Nahrung für ihn sei,&#10;Nirgend mehr Rast -&#10;Hab&amp;rsquo; Acht, hab&amp;rsquo; Acht!&#10;Vor und wieder zurück&#10;Versucht er sein Glück ..&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt trifft er mitten im Lauf&#10;Den grausamen, harten Ast,&#10;Und springt hochauf&#10;Hinaus in die Nacht -&#10;Knirrknist!&#10;Es ist&#10;Wie ein Schrei..&#10;Und alles vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verhör</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verhoer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verhoer/</guid><description>&lt;p&gt;Du liegst sehr blaß in deinen weißen Kissen,&#10;und deine matten Lippen sind zerbissen;&#10;hattest du sehr viel Schmerz? -&#10;&amp;ldquo;Ich weiß nicht mehr.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du siehst sehr träumerisch zur Zimmerdecke,&#10;sieh nach dem Bettchen drüben in der Ecke:&#10;liebst du dein Kindchen sehr?&#10;&amp;ldquo;Ich weiß noch nicht.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schriebst du zuweilen, wenn die Wehen kamen,&#10;mit deinen irren Fingern meinen Namen&#10;auf deine Bettdecke? -&#10;&amp;ldquo;Du weißt es ja.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kannst du noch immer, ohne hinzudenken,&#10;dein Kind und seinen Vater ruchlos kränken&#10;und mit mir selig sein? -&#10;&amp;ldquo;Weißt du das nicht?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verklärter Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verklaerter-herbst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verklaerter-herbst/</guid><description>&lt;p&gt;Gewaltig endet so das Jahr&#10;Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.&#10;Rund schweigen Wälder wunderbar&#10;Und sind des Einsamen Gefährten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sagt der Landmann: Es ist gut.&#10;Ihr Abendglocken lang und leise&#10;Gebt noch zum Ende frohen Mut.&#10;Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist der Liebe milde Zeit.&#10;Im Kahn den blauen Fluß hinunter&#10;Wie schön sich Bild an Bildchen reiht -&#10;Das geht in Ruh und Schweigen unter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verlaß Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verlass-berlin/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verlass-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Verlaß Berlin, mit seinem dicken Sande&#10;Und dünnen Tee und überwitzgen Leuten,&#10;Die Gott und Welt, und was sie selbst bedeuten,&#10;Begriffen längst mit Hegelschem Verstande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm mit nach Indien, nach dem Sonnenlande,&#10;Wo Ambrablüten ihren Duft verbreiten,&#10;Die Pilgerscharen nach dem Ganges schreiten,&#10;Andächtig und im weißen Festgewande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort, wo die Palmen wehn, die Wellen blinken,&#10;Am heilgen Ufer Lotosblumen ragen&#10;Empor zu Indras Burg, der ewig blauen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort will ich gläubig vor dir niedersinken,&#10;Und deine Füße drücken, und dir sagen:&#10;Madame! Sie sind die schönste aller Frauen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verliebt, Sinnen-krank</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verliebt-sinnen-krank/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verliebt-sinnen-krank/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Dorinde hat mich erst gelehrt&#10;der edlen Freyheit anzusagen.&#10;Mir war kein Amor je geehrt,&#10;ein Spott der Venus göldner Wagen.&#10;Ich hielte vor ein Kinder-spiel&#10;der Liebenden verbuhltes Küssen,&#10;die Tugend, ein gelehrtes wissen&#10;war meines Lebens einigs Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachdehm der schwarzen Augen Straal,&#10;die Tracht und Anmuht der Dorinden&#10;mir meiner Sinnen Ruder stahl,&#10;weiß ich mich nicht in mir zu finden.&#10;Die Kunst-Lust, eine gesunder Raht&#10;ist in mir Blinden gantz verschwunden.&#10;O der unseelig-bösen Stunden,&#10;die mich durch Sie verführet hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vernunft und Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vernunft-und-glueck/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vernunft-und-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Auf eigne Tat soll keiner sich verlassen:&#10;Noch ist kein Ird&amp;rsquo;scher selbstgerecht gestorben,&#10;Und weh&amp;rsquo; ihm, der mit Flöten und Theorben&#10;Sein faules Lob verkündet auf den Gassen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe nie das Brot mir schmecken lassen,&#10;Das ich im Schweiß des Angesichts erworben:&#10;Hab&amp;rsquo; ich mit breitem Fleiß die Zeit verdorben.&#10;Mu? ich die Not und ach! mich selber hassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar, was die Menschen Pflicht benennen, tu&amp;rsquo; ich.&#10;Ich kann durch Disteln brechen und durch Dornen,&#10;Kann mit dem Hammer auf den Amboss klopfen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verratene Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verratene-liebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verratene-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Op. 40&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da nachts wir uns uns küßten, o Mädchen,&#10;Hat keiner uns zugeschaut.&#10;Die Sterne, die standen am Himmel,&#10;Wir haben den Sternen getraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ein Stern gefallen,&#10;Der hat dem Meer uns verklagt,&#10;Da hat das Meer es dem Ruder,&#10;Das Ruder dem Schiffer gesagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sang der selbige Schiffer&#10;Es seiner Liebsten vor.&#10;Nun singen′s auf Straßen und Mäkten&#10;Die Knaben und Mädchen im Chor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verschwiegenheit A.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwiegenheit-a/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwiegenheit-a/</guid><description>&lt;p&gt;Grabt dem jungen Buchenhaine&#10;Eure Schäferinnen ein;&#10;Tief dem Herzen soll die meine,&#10;Schäfer, eingegraben sein!&#10;Voll der süßesten Gefühle&#10;Schlägt mein Busen; doch der Mund&#10;Mache bei dem Saitenspiele&#10;Niemals ihren Namen kund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reizender ist das Vergnügen&#10;In der tiefsten Einsamkeit.&#10;Unsre Freuden sind verschwiegen,&#10;Ohne Zeugen, ohne Neid.&#10;Selbst den Schwur, den wir geschworen,&#10;Flüsterten wir leis&amp;rsquo; am Bach:&#10;Eifersucht hat tausend Ohren,&#10;Schilf und Bäche plaudern nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Versuchung des Heiligen Antonius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/versuchung-des-heiligen-antonius/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/versuchung-des-heiligen-antonius/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Nerven im Körper stellen sich auf wie Stachelfelder,&#10;Blühende Klettenfelder und Knotensträucher.&#10;Mein Rückenmark singt eine rote Messe von knäbischen Fisteltönen.&#10;Im Rohr meines Rückenmarks kollern Bergstürze und hopsende Steine.&#10;Mein Kopf neigt sich vornüber blutgefüllt.&#10;Spärliches Haar auf der Schädeldecke reckt sich, grünes Gewürm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wände schief, Häuser schief.&#10;Stechfliegenschwärme sausen und funkeln durchs Zimmer.&#10;Wände haben die Blattern bekommen und bröckeln ab.&#10;Ärzte mit hohen Kappen gehn um und verkleben die Krankheit mit Pflastern.&#10;Acht Ellen hoch steht an der Türe das Pestphantom mit der Klapper.&#10;Ich hole zum Schlag aus. Hilfe! Es weicht nicht. Eine gelbe Wolke.&#10;Zeter und Mordio. Irrsinn. Irrsinn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vertauschte Liebhaber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vertauschte-liebhaber/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vertauschte-liebhaber/</guid><description>&lt;p&gt;Bergwasser rauscht voll Wildgetos′ &amp;ndash;&#10;Ein Holzknecht steht darin,&#10;Wo′s stockt, macht er die Scheiter los,&#10;Die tanzen wirr dahin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl aus den Bergen hoch und frei&#10;Der Regen schwoll die Fluth,&#10;Vorbei geht aus der Jägerei&#10;Ein Bursch mit grünem Hut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der sieht hinab voll Pfiffigkeit:&#10;&amp;ldquo;Die Sennerin ist mein;&#10;Du laß dein Edelweiß bei Seit′&#10;Und bild′ dir ja nix ein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Holzknecht denkt im Donner tief:&#10;&amp;ldquo;Die Förstersmagd ist mein;&#10;Setz′ deinen Hut nit gar so schief&#10;Und bild′ dir ja nir ein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwalte dich selbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwalte-dich-selbst/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwalte-dich-selbst/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist du da, aus weißem Scheitel&#10;Wilde Würde auszuscheinen&#10;Wie die Kerzen, die so eitel&#10;Prunkgemächer zeigen,&#10;Der Gardinen leichter Reigen,&#10;Tische hell gleich lichten Steinen.&#10;Doch das Dunkel will nicht weichen.&#10;Nicht einmal aus dem Gemach.&#10;Nicht die müde Würde,&#10;Nicht des Amtes tief begrüßte Bürde&#10;Müd und matt,&#10;Da man nichts getragen hat.&#10;Ich will Taten,&#10;Taten will ich tun.&#10;Neue Welten tragen.&#10;Schreitend Berge überragen,&#10;Dann bei anderen Menschen ruhen,&#10;Die wie sie auch durchs Leben rollen,&#10;Steigen wollen.&#10;Nichts Eingewickeltes, kein Ehrenkleid&#10;Und keines Ordens nichtiges Geschmeid,&#10;Ich tue nur, verwalte nur mich selbst allein&#10;Und fange an, ein Mensch zu sein.&#10;Ein Mensch, der von der Erde, von dem Himmel&#10;Nimmt und ihnen wiedergibt&#10;Bei dem alldrängend Geistesteilchen wimmelt&#10;Die leuchten wie sie ihn genippt.&#10;Ein großer, der das Ganze zieht aus Teilen&#10;Es gibt ein Fallen, das Gesetz und Weitereilen.&#10;Da ist alles Sehnen&#10;Und das wird treiben,&#10;Da gibt es kein weltüberschreitendes Wähnen&#10;Unfertiges Bleiben.&#10;Da ist kein hohes Weltüberschreiten&#10;Das rasend bewunderte Hütebegleiten&#10;Die Straßen entlang auf beiden Seiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwunschene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwunschene/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwunschene/</guid><description>&lt;p&gt;In den Armen der Mühle hängen die bleichen Verwunschenen&#10;Drehen langsam den Stein des Brotes,&#10;Unendlich geduldig.&#10;Rings im Lande jagen die Prasser,&#10;Aber die bleichen Verwunschenen&#10;Mahlen unendlich geduldig das Korn.&#10;Fängt ein Sturm ihre langen Ärmel&#10;Sinken sie stumm in die heilige Erde.&#10;Schicken von neuem bleiche Gesellen&#10;Den Armen der Mühle&#10;Geduldig, unendlich,&#10;Verwunschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>VI b.   Der alsô vil geriefe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vi-b-der-also-vil-geriefe-9124/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vi-b-der-also-vil-geriefe-9124/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der alsô vil geriefe in einen touben walt,&#10;ez antwürte ime dar ûz eteswenne.&#10;nû ist der schal dicke vor ir manicvalt&#10;von mîner nôt. wil si die bekennen?&#10;Nein, si entuot, got der welle ein wunder sîn&#10;vil verre an ir erzeigen.&#10;jâ mohte ich baz einen boum mit mîner bete&#10;sunder wâfen nider geneigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wist ich, obe ez mohte wol verswigen sîn,&#10;ich lieze iuch sehen mîne lieben vrouwen,&#10;der enzwei braeche mir daz herze mîn,&#10;der mohte sî schône drinne schouwen.&#10;Si kam her dur diu ganzen ougen mîn&#10;sunder tür gegangen.&#10;ôwê, solte ich von ir reinen minnen sîn&#10;alsô werdeclîche enpfangen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vierter Klasse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vierter-klasse/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vierter-klasse/</guid><description>&lt;p&gt;Es rollt und rüttelt und dröhnt und dampft&#10;und klirrt und rasselt und stürmt und stampft;&#10;an kreisenden Feldern vorüber im Flug&#10;durch Pommerns Ebne keucht der Zug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schaue und horche und weiß es kaum;&#10;ich träume einen stolzen Traum,&#10;wie Form geworden der Menschengeist&#10;donnernd um Achse und Achse kreist &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da schreit ein Kindchen neben mir&#10;und übertönt das Eisentier.&#10;Es klang so weh, mein Traum zerrinnt;&#10;so blaß, so mager ist das Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>VIII.   Sach ieman die vrouwen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/viii-sach-ieman-die-vrouwen-9126/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/viii-sach-ieman-die-vrouwen-9126/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sach ieman die vrouwen,&#10;die man mac schouwen&#10;in dem venster stân?&#10;diu vil wolgetâne&#10;diu tuot mich âne&#10;sorgen, die ich hân.&#10;Si liuhtet sam der sunne tuot&#10;gegen dem liehten morgen.&#10;ê was si verborgen.&#10;dô muost ich sorgen.&#10;die wil ich nu lân.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist aber ieman hinne,&#10;der sîne sinne&#10;her behalten habe?&#10;der gê nach der schônen,&#10;diu mit ir krônen&#10;gie von hinnen abe;&#10;Daz si mir ze trôste kome,&#10;ê daz ich verscheide.&#10;diu liebe und diu leide&#10;diu wellen mich beide&#10;vürdern hin ze grabe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vineta</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vineta/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vineta/</guid><description>&lt;p&gt;Aus des Meeres tiefem, tiefem Grunde&#10;Klingen Abendglocken dumpf und matt,&#10;Uns zu geben wunderbare Kunde&#10;Von der schönen alten Wunderstadt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Fluten Schoß hinabgesunken,&#10;Blieben unten ihre Trümmer stehn.&#10;Ihre Zinnen lassen goldne Funken&#10;Widerscheinend auf dem Spiegel sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Schiffer, der den Zauberschimmer&#10;Einmal sah im hellen Abendrot,&#10;Nach derselben Stelle schifft er immer,&#10;Ob auch rings umher die Klippe droht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus des Herzens tiefem, tiefem Grunde&#10;Klingt es mir, wie Glocken, dumpf und matt.&#10;Ach, sie geben wunderbare Kunde&#10;Von der Liebe, die geliebt es hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vision 1</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vision-1/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vision-1/</guid><description>&lt;p&gt;Der schwarze Himmel bleckt zerfreßne Zähne&#10;Auf Splitter-Tanz in wogendem Gefild.&#10;Am Horizont sträubt Bajonetten-Mähne&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sich zackig aufwärts. Donnernd birst der Schild&#10;Gebäumten Hügels. Aus den Feuer-Ritzen&#10;Erheben warmen Blutes Düfte mild&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwankende Häupter. Angesichter blitzen&#10;Emporgekreiselt maskenhaft im Schaume.&#10;Verkohlte Leichen (Vogelscheuchen) sitzen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Rein versammelt unter dürrem Baume,&#10;Die Sterne springen toll in Wolken-Lücken.&#10;Verschlafne schreien auf aus bösem Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunstige Täler speien Feuer-Tücken. -&#10;&amp;ldquo;O wandle über Meere, Geist des Christ!&#10;Die Wahnsinn-Nacht im Zorne zu zerstücken!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vogel Albatross</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vogel-albatross/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vogel-albatross/</guid><description>&lt;p&gt;O Wunder! Fliegt er noch?&#10;Er steigt empor und seine Flügel ruhn!&#10;Was hebt und trägt ihn doch?&#10;Was ist ihm Ziel und Zug und Zügel nun?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er flog zu höchst - nun hebt&#10;Der Himmel selbst den siegreich Fliegenden:&#10;Nun ruht er still und schwebt,&#10;Den Sieg vergessend und den Siegenden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleich Stern und Ewigkeit&#10;Lebt er in Höhn jetzt, die das Leben flieht,&#10;Mitleidig selbst dem Neid -:&#10;Und hoch flog, wer ihn auch nur schweben sieht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Volksglauben in den Pyrenäen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/volksglauben-in-den-pyrenaeen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/volksglauben-in-den-pyrenaeen/</guid><description>&lt;p&gt;Silvesterfei&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der morsche Tag ist eingesunken;&#10;Sein Auge gläsern, kalt und leer,&#10;Barg keines Taues linden Funken&#10;Für den gebräunten Eppich mehr.&#10;Wie′s draußen schauert! — längs der Wand&#10;Ruschelt das Mäuslein unterm Halme,&#10;Und langsam sprießt des Eises Palme&#10;Am Scheibenrand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In tiefer Nacht wem soll noch frommen&#10;Am Sinne dort der Lampe Strahl?&#10;Da schon des Herdes Scheit verglommen,&#10;Welch späten Gastes harrt das Mahl?&#10;Längst hat im Turme zu Escout&#10;Die Glocke zwölfmal angeschlagen,&#10;Und glitzernd sinkt der Himmelswagen&#10;Dem Pole zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Mäuslein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-maeuslein/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-maeuslein/</guid><description>&lt;p&gt;Die Köchin spricht zum Koch:&#10;&amp;ldquo;Fang mir das Mäuslein doch!&amp;rdquo;&#10;Es ist nichts sicher in Küch und Keller,&#10;nicht in der Schüssel, nicht auf dem Teller.&#10;Wo′s was riecht,&#10;da ist es gleich,&#10;wo′s was kriegt,&#10;da frißt es gleich;&#10;wo ein Braten dampft,&#10;kommt das Mäuslein und mampft.&#10;Unter der Bank&#10;in den Küchenschrank&#10;hat es gebissen ein Loch.&#10;Koch, fang mir das Mäuslein doch,&#10;und jag es wieder aus dem Haus,&#10;in das freie Feld hinaus.&#10;Da macht der Koch ein Gesicht,&#10;und spricht:&#10;&amp;ldquo;Mäuslein, Mäuslein,&#10;bleib in deinem Häuslein!&#10;Nimm dich in acht&#10;heut nacht;&#10;mach kein Geräusch&#10;und stiehl nicht mehr das Fleisch:&#10;Sonst wirst du gefangen&#10;und aufgehangen.&amp;rdquo;&#10;Der Koch aber deckt zu alle&#10;Schüsseln und stellt die Falle&#10;hinten im Eck&#10;und tut hinein den Speck.&#10;Sperrt die Küche zu, geht und legt sich zur Ruh.&#10;Das Mäuslein aber ist ruhig,&#10;und wispert leis: das tu ich!&#10;Aber es hat nicht lang gedauert,&#10;so kommt schon das Mäuslein und lauert.&#10;Und sagt: wie riecht der Speck so gut,&#10;wer weiß, ob′s doch was tut?&#10;Nur ein wenig möcht ich beißen,&#10;nur ein wenig möcht ich speisen.&#10;Einmal&#10;ist keinmal!&#10;So spricht fein Mäuslein und schleicht,&#10;bis es die Falle erreicht. Duckt sich&#10;und buckt sich,&#10;schmiegt sich&#10;und biegt sich&#10;ins Eck,&#10;und ergötzt sich&#10;am Speck.&#10;Reißt,&#10;beißt&#10;und speist.&#10;Platsch, tut′s einen Knall&#10;und - - - zu ist die Fall!&#10;Das Mäuslein zittert vor Schrecken&#10;und möcht sich verstecken.&#10;Aber, so es will hinaus,&#10;ist zugesperrt das Haus.&#10;Es pfeift&#10;und zappelt,&#10;es kneift&#10;und krabbelt.&#10;Überall ist ein Gitter,&#10;und das ist bitter.&#10;Überall ist ein Draht,&#10;und das ist schad.&#10;Leider, leider&#10;kann′s Mäuslein nimmer weiter;&#10;wär′s nur gewesen gescheiter!&#10;Unterdessen wird es Morgen,&#10;da kommt die Köchin und will besorgen&#10;den Kaffee&#10;und den Tee.&#10;Da sieht sie denn, was vorgegangen,&#10;und wie das Mäuslein ist gefangen.&#10;Ganz leis sacht&#10;schleicht sie hin und lacht:&#10;haben wir endlich doch erhascht&#10;das Mäuslein, das immer von allem genascht.&#10;Siehst du: Einmal&#10;ist nicht keinmal.&#10;Wärst du geblieben in deinem Loch,&#10;gefangen hätte dich nicht der Koch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von Art der Deutschen Poeterey</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-art-der-deutschen-poeterey/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-art-der-deutschen-poeterey/</guid><description>&lt;p&gt;Die Deutschen haben ein b&amp;rsquo;sonder Art und Weise /&#10;Dass sie der fremden Völker Sprach mit Fleisse /&#10;Lernen und wöllen erfahrn /&#10;Kein Müh nicht spar&amp;rsquo;n /&#10;In ihren Jahren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie solches den ist an ihm selbs&amp;rsquo; hoch z&amp;rsquo;loben /&#10;Drauss man ihr Geschicklichkeit gar wol kan proben /&#10;Wenn sie nur auch ihr eigene Sprachen /&#10;Nit unwerth machen /&#10;Durch solche Sachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den ander Nationen also b&amp;rsquo;scheide /&#10;Ihr Sprach vor ändern loben und preisen weidte /&#10;Manch Reimen drin dichten /&#10;So künstlich schlichten /&#10;Und z&amp;rsquo;sammen richten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von den Mauern Widerklang...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-den-mauern-widerklang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-den-mauern-widerklang/</guid><description>&lt;p&gt;Von den Mauern Widerklang&#10;Fragt es in dem Herzen bang&#10;Ist es ihre Stimme?&#10;Durch die Nacht dringt nicht mein Blick&#10;Kehret mir ein Ton zurück&#10;Ist′s nur meine Stimme?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich in des Himmelshöh&#10;Sich die Sterne küssen seh&#10;Wärens unsre Sterne!&#10;Auf der hohen Wände Rand&#10;Meine Augen hingebannt&#10;Seh ich nur die Sterne&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heiß ist Liebe, Nacht ist kühl&#10;Und ich sah ach viel zu viel&#10;Dir ins schwarze Auge&#10;Nacht ist voller Lug und Trug&#10;Nimmer sehen wir genug&#10;Ihr im dunklen Auge.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von Katzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-katzen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-katzen/</guid><description>&lt;p&gt;Vergangnen Maitag brachte meine Katze&#10;Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen,&#10;Maikätzchen, alle weiß mit schwarzen Schwänzchen.&#10;Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Köchin aber, Köchinnen sind grausam,&#10;Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche -&#10;Die wollte von den sechsen fünf ertränken,&#10;Fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen&#10;Ermorden wollte dies verruchte Weib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich half ihr heim! - Der Himmel segne&#10;Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen,&#10;Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem&#10;Erhobnen Schwanzes über Hof und Herd;&#10;Ja, wie die Köchin auch ingrimmig drein sah,&#10;Sie wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster&#10;Probierten sie die allerliebsten Stimmchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von Rôme vogt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-rome-vogt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-rome-vogt/</guid><description>&lt;p&gt;Von Rôme vogt, von Pülle künec, lât iuch erbarmen&#10;daz man mich bî sô rîcher kunst lât alsus armen.&#10;gerne wolde ich, möhte ez sîn, bî eigenem fiure erwarmen.&#10;zâhiu wiech danne sunge von den vogellînen,&#10;von der heide und von den bluomen, als ich wîlent sanc !&#10;swelch schœne wîp mir denne gæbe ir habedanc,&#10;der liez ich liljen unde rôsen ûz ir wengel schînen.&#10;sus kume ich spâte und rîte fruo, &amp;ldquo;gast, wê dir, wê!&amp;rdquo;:&#10;sô mac der wirt baz singen von dem grüenen klê.&#10;die nôt bedenkent, milter künec, daz iuwer nôt zergê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor Sonnenaufgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-sonnenaufgang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-sonnenaufgang/</guid><description>&lt;p&gt;Propheten der Sonne, der Morgen graut!&#10;Was säumt ihr den Erdrand wie Nebelscheuchen&#10;und beklagt euch über die Nachtdünste?&#10;Hört doch die Hähne: sie krähn in die Wolkenröte,&#10;und ihre Flügel funkeln schon!&#10;Sie beschämen eure Menschengedanken,&#10;ihr Bettler um das ewige Licht;&#10;ich hasse eure Art Morgengrauen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freilich, in einsamen Nächten,&#10;wenn der Gedanke ein Scherflein gilt&#10;und die schwärmende Seele Millionen verschenkt,&#10;wenn ich mit traumheißen Augen&#10;über die Dächer Berlins hin&#10;die tausend Schlote und Schlünde der dunkeln Stadt&#10;in die glitzernde Ewigkeit aufstaunen sehe,&#10;wenn ich ein schmelzendes Erz bin&#10;im glühenden Ausbruch der unentrinnbaren Inbrunst:&#10;ja, dann lieb ich euch alle,&#10;möcht euch alle umarmen,&#10;helft ihr doch alle uns treiben,&#10;alle dem Licht entgegen drängen,&#10;dem immer lockenden Licht der Zukunft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorbei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorbei/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorbei/</guid><description>&lt;p&gt;Und wenn du wieder zu mir trätest&#10;und weinend um Verzeihung bätest,&#10;es wird doch nimmer, wie es war:&#10;das Glück ist tot, das wir genossen,&#10;die Blüte, die sich uns erschlossen,&#10;ist nun verwelkt, für immerdar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir würde stets vor Augen stehen,&#10;wie ich so maßlos dich gesehen&#10;im Zorn, dem jeder Grund gebrach -&#10;und bei dem Kuß von deinem Munde&#10;gedächt ich doch der bösen Stunde,&#10;als er so bittre Worte sprach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorwurf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorwurf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorwurf/</guid><description>&lt;p&gt;Ich seh&amp;rsquo; Euch mit den Fingern nach mir zeigen,&#10;Die Achseln zucken, lächeln dann und schweigen.&#10;Ihr rechnet mich seit jeher zu den Tollen,&#10;Und Mitleid nur vermögt Ihr mir zu zollen;&#10;Doch würdet Ihr in meine Seele schauen,&#10;Euch überfiele namenloses Grauen,&#10;Ihr würdet mich der schwersten Sünden zeihen:&#10;&amp;ldquo;Auf! Kreuzigt ihn!&amp;rdquo; so klänge Euer Schreien, -&#10;Und einen Vorwurf nur für mich es gibt:&#10;Ich hab&amp;rsquo; im Leben viel zu viel geliebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahrhafte Geschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrhafte-geschichte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrhafte-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;der sich zu Hamburg,&#10;den letzten Jenner, 1759,&#10;auf seinem Boden, an der Spitze des Dachstuhls,&#10;eigenhändig erhieng;&#10;allen seinen&#10;noch lebenden Mitbrüdern&#10;zur Warnung aufgesetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! hört mit Furcht und Grauen&#10;Ihr guten Männer an,&#10;Wozu die Wuth der Frauen&#10;Euch alle reizen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glaubt nicht, daß ihr auf Erden&#10;Stets euren Himmel habt,&#10;Wenn euch bey viel Beschwerden&#10;Der Kuß der Schönen labt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Quält in dem Weltgetümmel&#10;Den Mann des Ehstands Pflicht:&#10;So glaubt, der gute Himmel&#10;Schloß seine Ehe nicht;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahrhaftigkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrhaftigkeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrhaftigkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Dies war mir oft ein Trost im Leben,&#10;Ein Glück, das Keiner rauben wird -&#10;Daß sich noch niemals eine Seele&#10;In meinem Wesen hat geirrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verrathen manchmal, oft betrogen,&#10;Kenn′ ich es tief, dies bitt′re Leid,&#10;Doch daß ich niemals selbst gelogen,&#10;Bleibt Balsam mir für alle Zeit! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich gleiche nicht der Sonne Schimmer,&#10;Bin nicht so reich an Glanz und Licht,&#10;Ein Sternlein nur, deß schwacher Flimmer,&#10;Ein kleines, enges Rund umflicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waisenkinder auf der Heide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waisenkinder-auf-der-heide/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waisenkinder-auf-der-heide/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Obdach! Birg in meinem Schoße&#10;Das liebe Lockenköpfchen dein&#10;Und schließ&amp;rsquo; das Aug&amp;rsquo;, das dunkle, große,&#10;Zu gold&amp;rsquo;nem Traum, mein Brüderlein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nacht bricht an - die Vögel schweifen&#10;Zu Nest, zu Nest mit letzter Kraft;&#10;Der Nebel wallt in langen Streifen&#10;So grau daher - und märchenhaft&#10;Ziehn Glockenklänge auf der Heide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da liegt es ja im Abendscheine,&#10;Das stille kleine Gotteshaus,&#10;Und rings herum viel Leichensteine,&#10;An manchem Kreuz ein Blumenstrauß.&#10;Wie muss es sich doch unterm Hügel&#10;So heimlich lauschend und so sacht,&#10;Wenn traumhaft senkt den weichen Flügel&#10;Und lautlos horcht die Sommernacht&#10;Den Glockenklang auf der Heide!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldgespräch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldgespraech/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldgespraech/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Es ist schon spät, es wird schon kalt,&#10;Was reitst du einsam durch den Wald?&#10;Der Wald ist lang, du bist allein,&#10;Du schöne Braut! Ich führ dich heim!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Groß ist der Männer Trug und List,&#10;Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist,&#10;Wohl irrt das Waldhorn her und hin,&#10;O flieh! Du weißt nicht, wer ich bin.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So reich geschmückt ist Roß und Weib,&#10;So wunderschön der junge Leib,&#10;&amp;ldquo;Jetzt kenn ich dich - Gott steh mir bei!&#10;Du bist die Hexe Lorelei.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldhornsmelodie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldhornsmelodie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldhornsmelodie/</guid><description>&lt;p&gt;Hörst! wie spricht der Wald dir zu,&#10;Baumgesang,&#10;Wellenklang:&#10;Komm und finde hier die Ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhe aus in dem Gedanken,&#10;Daß sie dich ja wieder liebt;&#10;Sieh, wie alle Zweige schwanken,&#10;Echo Töne wiedergiebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spricht&amp;rsquo;s herüber dir in&amp;rsquo;s Herze?&#10;Sei getrost und geh&amp;rsquo; in&amp;rsquo;s Thal,&#10;Weide dich an deinem Schmerze,&#10;Deinem Glücke, allzumahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist und wandelst in der grünen Waldnacht,&#10;Von dem Treiben der Welt so weit, weit,&#10;Weißt, daß sie mit Sonnenaufgang bald wacht,&#10;Denkst, empfindest ihre Holdigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldlied/</guid><description>&lt;p&gt;Waldnacht! Jagdlust!&#10;Leis&amp;rsquo; und ferner&#10;Klingen Hörner,&#10;Hebt sich, jauchzt die freie Brust!&#10;Töne, töne nieder zum Thal,&#10;Freun sich, freun sich allzumal&#10;Baum und Strauch beim muntern Schall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kling&amp;rsquo; nur Bergquell!&#10;Epheuranken&#10;Dich umschwanken,&#10;Rieseln durch die Klüfte schnell!&#10;Fliehet, flieht das Leben so fort,&#10;Wandelt hier, dann ist es dort, -&#10;Hallt, zerschmilzt ein luftig Wort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Waldnacht! Jagdlust!&#10;Daß die Liebe&#10;Bei uns bliebe,&#10;Wohnen blieb&amp;rsquo; in treuer Brust!&#10;Wandelt, wandelt sich allzumal,&#10;Fliehet gleich dem Hörnerschall: -&#10;Einsam, einsam grünes Thal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldweg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldweg/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldweg/</guid><description>&lt;p&gt;Durch einen Nachbarsgarten ging der Weg,&#10;Wo blaue Schlehn im tiefen Grase standen;&#10;Dann durch die Hecke über schmalen Steg&#10;Auf einer Wiese, die an allen Randen&#10;Ein hoher Zaun vielfarb′gen Laubs umzog;&#10;Buscheichen unter wilden Rosenbüschen,&#10;Um die sich frei die Geißblattranke bog,&#10;Brombeergewirr und Hülsendorn dazwischen;&#10;Vorbei an Farrenkräutern wob der Eppich&#10;Entlang des Walles seinen dunklen Teppich.&#10;Und vorwärtsschreitend störte bald mein Tritt&#10;Die Biene auf, die um die Distel schwärmte,&#10;Bald hörte ich, wie durch die Gräser glitt&#10;Die Schlange, die am Sonnenstrahl sich wärmte.&#10;Sonst war es kirchenstill in alle Weite,&#10;Kein Vogel hörbar; nur an meiner Seite&#10;Sprang schnaufend ab und zu des Oheims Hund;&#10;Denn nicht allein wär ich um solche Zeit&#10;Gegangen zum entlegnen Waldesgrund;&#10;Mir graute vor der Mittagseinsamkeit. -&#10;Heiß war die Luft, und alle Winde schliefen;&#10;Und vor mir lag ein sonnig offner Raum,&#10;Wo quer hindurch schutzlos die Steige liefen.&#10;Wohl hatt ich′s sauer und ertrug es kaum;&#10;Doch rascher schreitend überwand ich′s bald.&#10;Dann war ein Bach, ein Wall zu überspringen;&#10;Dann noch ein Steg, und vor mir lag der Wald,&#10;In dem schon herbstlich rot die Blätter hingen.&#10;Und drüberher, hoch in der blauen Luft,&#10;Stand beutesüchtig ein gewalt′ger Weih,&#10;Die Flügel schlagend durch den Sonnenduft;&#10;Tief aus der Holzung scholl des Hähers Schrei.&#10;Herbstblätterduft und Tannenharzgeruch&#10;Quoll mir entgegen schon auf meinem Wege,&#10;Und dort im Walle schimmerte der Bruch,&#10;Durch den ich meinen Pfad nahm ins Gehege.&#10;Schon streckten dort gleich Säulen der Kapelle&#10;Ans Laubgewölb die Tannenstämme sich;&#10;Dann war′s erreicht, und wie an Kirchenschwelle&#10;Umschauerte die Schattenkühle mich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wandersprüche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wandersprueche/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wandersprueche/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es geht wohl anders, als du meinst:&#10;Derweil du rot und fröhlich scheinst,&#10;Ist Lenz und Sonnenschein verflogen,&#10;Die liebe Gegend schwarz umzogen;&#10;Und kaum hast du dich ausgeweint,&#10;Lacht alles wieder, die Sonne scheint -&#10;Es geht wohl anders, als man meint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herz, in deinen sonnenhellen&#10;Tagen halt nicht karg zurück!&#10;Allwärts fröhliche Gesellen&#10;Trifft der Frohe und sein Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sinkt der Stern: alleine wandern&#10;Magst du bis ans End der Welt -&#10;Bau du nur auf keinen andern&#10;Als auf Gott, der Treue hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wanderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderung/</guid><description>&lt;p&gt;Wohlauf und frisch gewandert ins unbekannte Land!&#10;Zerrissen, ach zerrissen, ist manches teure Band.&#10;Ihr heimatlichen Kreuze, wo ich oft betend lag,&#10;Ihr Bäume, ach, ihr Hügel, oh blickt mir segnend nach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch schläft die weite Erde, kein Vogel weckt den Hain,&#10;Doch bin ich nicht verlassen, doch bin ich nicht allein,&#10;Denn, ach, auf meinem Herzen trag′ ich ihr teures Band,&#10;Ich fühl′s, und Erd und Himmel sind innig mir verwandt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wanken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wanken/</guid><description>&lt;p&gt;Wanken.&#10;Regenwurm.&#10;Fische.&#10;Uhren.&#10;Die Kuh.&#10;Der Wald blättert die Blätter.&#10;Ein Tropfen Asphalt in den Schnee.&#10;Cry, cry, cry, cry, cry.&#10;Ein weiser Mann platzt ohne Gage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wär' ich im Bann vor Mekkas Toren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-ich-im-bann-vor-mekkas-toren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-ich-im-bann-vor-mekkas-toren/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Eines ist für mich verloren:&#10;Eins beklag&amp;rsquo; ich, eins bedaur&amp;rsquo; ich,&#10;dieses nämlich, daß ich leider&#10;nicht als Türke bin geboren!&#10;Denn vor allem Volk der Erde&#10;sind die Türken hoch zu preisen,&#10;sie allein die wahren Menschen,&#10;die Zufriedenen, die Weisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hol&amp;rsquo; der Teufel unsre Bildung!&#10;Sagt, was bringt es mir für Ehre,&#10;daß ich mühsam mich in Sorgen&#10;um mein Vaterland verzehre?&#10;Daß die Schmerzen des Jahrhunderts&#10;mir in meine Seele schneiden,&#10;und daß mein Glück mir vergällt ist,&#10;weil ich weiß, daß andre leiden?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wär′ ich im Bann von Mekkas Toren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-ich-im-bann-von-mekkas-toren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-ich-im-bann-von-mekkas-toren/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′ ich im Bann von Mekkas Toren,&#10;Wär′ ich auf Yemens glühndem Sand,&#10;Wär′ ich am Sinai geboren,&#10;Dann führt′ ein Schwert wohl diese Hand;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann zög′ ich wohl mit flücht′gen Pferden&#10;Durch Jethros flammendes Gebiet!&#10;Dann hielt′ ich wohl mit meinen Herden&#10;Rast bei dem Busche, der geglüht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann abends wohl vor meinem Stamme,&#10;In eines Zeltes luft′gem Haus,&#10;Strömt′ ich der Dichtung innre Flamme&#10;In lodernden Gesängen aus;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warum gabst du uns die tiefen Blicke...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-gabst-du-uns-die-tiefen-blicke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-gabst-du-uns-die-tiefen-blicke/</guid><description>&lt;p&gt;Warum gabst du uns die tiefen Blicke,&#10;unsre Zukunft ahndungsvoll zu schaun,&#10;unsrer Liebe, unsrem Erdenglücke&#10;wähnend selig nimmer hinzutraun?&#10;Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle,&#10;uns einander in das Herz zu sehn,&#10;um durch all die seltenen Gewühle&#10;unser wahr Verhältnis auszuspähn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, so viele tausend Menschen kennen,&#10;dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz,&#10;schweben zwecklos hin und her und rennen&#10;hoffnungslos in unversehnen Schmerz;&#10;jauchzen wieder, wenn der schnellen Freuden&#10;unerwart′te Morgenröte tagt.&#10;Nur uns armen liebevollen Beiden&#10;ist das wechselseitge Glück versagt,&#10;uns zu lieben, ohn uns zu verstehen,&#10;in dem anderen zu sehen, was er nie war,&#10;immer frisch auf Traumglück auszugehen&#10;und zu schwanken auch in Traumgefahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warum o armes Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-o-armes-herz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-o-armes-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Warum, o armes Herz,&#10;Willst du so tief versenken&#10;Dich in Erinnerungsschmerz,&#10;Und weinend nur gedenken&#10;An Alles, was du je&#10;Geliebet und besessen,&#10;Kannst der Enttäuschung Weh&#10;Denn niemals du vergessen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, sieh auf′s Leben frei,&#10;Als wär′ es eine Bühne:&#10;Am bunten Mancherlei&#10;Zu freuen dich erkühne;&#10;Warum willst du allein&#10;Die Treue stets bewahren?&#10;Mach′ es wie Andre fein,&#10;Lass′ hin, lass′ hin sie fahren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pflück′ heute dieses Blatt,&#10;Und jene Blume morgen,&#10;Und bist du ihrer satt,&#10;Dann wirf′ sie ohne Sorgen&#10;Hinweg, so hat man dich&#10;Ja weise auch belehret -&#10;Ein Thor nur fraget sich,&#10;Ob er ein Herz verheeret!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ein Baum ohne Laub...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ein-baum-ohne-laub/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ein-baum-ohne-laub/</guid><description>&lt;p&gt;Was ein Baum ohne Laub,&#10;was ein Kirchturm ohne Glocken,&#10;was ein Keller ohne Wein,&#10;eine Suppe sonder Brocken,&#10;was ein Schiff ist ohne Segel,&#10;was ein Anker ohne Grund,&#10;was ein Schütze sonder Pulver,&#10;und ein Jäger ohne Hund,&#10;was ein Weber ohne Garn,&#10;was ein Schlosser ohne Eisen,&#10;was ein Bäcker ohne Mehl,&#10;und ein Garkoch ohne Speisen,&#10;was ein Fuhrmann ohne Wagen,&#10;und ein Bauer ohne Feld;&#10;dies, und zehnmal noch minder,&#10;ist der Adel ohne Geld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ich dir sang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ich-dir-sang/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ich-dir-sang/</guid><description>&lt;p&gt;Was ich dir sang,&#10;Bald ist&amp;rsquo;s erfüllt,&#10;Was dich durchdrang,&#10;Einmal gestillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was du gesucht&#10;Bei Tag, bei Nacht,&#10;Lange verflucht,&#10;Dann ist&amp;rsquo;s vollbracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abgrund wird Tal,&#10;Alles bist du.&#10;Nach deiner Wahl&#10;Fall&amp;rsquo; ich dir zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ist der Mensch?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-der-mensch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-der-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist der Mensch? Ein Magen, zwei Arme,&#10;ein kleines Hirn und ein großer Mund,&#10;und eine Seele - daß Gott erbarme! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was muß der Mensch? Muß schlafen und denken,&#10;muß essen und feilschen und Karren lenken,&#10;muß wuchern mit seinem halben Pfund.&#10;Muß beten und lieben und fluchen und hassen,&#10;muß hoffen und muß sein Glück verpassen -&#10;und leiden wie ein geschundner Hund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was jagt mich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-jagt-mich/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-jagt-mich/</guid><description>&lt;p&gt;Was jagt mich,&#10;So matt und müde?&#10;Ich such dich&#10;In meinem Liede,&#10;Ich such dich&#10;In meinem Jagen;&#10;Hier muss ich&#10;Die Buchen fragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Frage&#10;Im Widerhalle&#10;Wird Klage,&#10;Dass Laub schon falle;&#10;Es falle&#10;Weil es ermattet,&#10;Es walle,&#10;Wenn es dir schattet,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Windspiel&#10;Mit deinem Bande,&#10;Vergisst Spiel&#10;Und spürt im Sande;&#10;Es legt sich&#10;Mit seinem Munde,&#10;Es hört dich,&#10;Verliert die Kunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es weint dann,&#10;Wie Kinder weinen,&#10;Und gräbt dann&#10;Mit seinen Beinen;&#10;Begräbt sich&#10;Im tiefen Sande,&#10;Begrabt mich&#10;Im Heldenlande,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was wir wollen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-wir-wollen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-wir-wollen/</guid><description>&lt;p&gt;Und mögen wir auch noch so klar&#10;von dem, was not tut, sagen,&#10;und mögen noch so offenbar&#10;der Freiheit Banner tragen:&#10;Ihr lacht uns doch ins Angesicht&#10;und zählt uns zu den Tollen,&#10;ihr denkt, wir wissen selber nicht,&#10;nicht völlig, was wir wollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So merkt denn auf! Das Vaterland&#10;soll fest zusammenhalten,&#10;vom Rhein bis an den Ostseestrand&#10;selbständig, unzerspalten;&#10;stets soll es vorwärts, vorwärts gehn,&#10;und ob die Donner rollen,&#10;auf eignen Füßen soll es stehn -&#10;das ist es, was wir wollen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wechsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wechsel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wechsel/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Kieseln im Bache da lieg′ ich, wie helle!&#10;Verbreite die Arme der kommenden Welle,&#10;Und buhlerisch drückt sie die sehnende Brust;&#10;Dann führt sie der Leichtsinn im Strome danieder;&#10;Es naht sich die zweite, sie streichelt mich wieder:&#10;So fühl′ ich die Freuden der wechselnden Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch, und so traurig, verschleifst du vergebens&#10;Die köstlichen Stunden des eilenden Lebens,&#10;Weil dich das geliebteste Mädchen vergißt!&#10;O ruf′ sie zurücke, die vorigen Zeiten!&#10;Es küßt sich so süße die Lippe der Zweiten,&#10;Als kaum sich die Lippe der Ersten geküßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weh' euch, ihr stolzen Hallen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weh-euch-ihr-stolzen-hallen-9249/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weh-euch-ihr-stolzen-hallen-9249/</guid><description>&lt;p&gt;Da soll die Hütte niemand bauen,&#10;da siedle nie ein Mensch sich an,&#10;wo man den Dichtern nicht mehr trauen,&#10;wo man kein Lied mehr hören kann!&#10;Wo man der Leier goldne Saite&#10;weit schlimmer fürchtet als das Schwert!&#10;Wo zu der Geister frischem Streite&#10;man weder Raum noch Licht gewährt!&#10;Was nützt es Tempel zu errichten,&#10;wenn ihr die Götter selbst vertreibt?&#10;Die Wahrheit sucht ihr zu vernichten:&#10;Was nützt es, daß die Lüge bleibt?! -&#10;Ihr habt euch selbst das Los gezogen,&#10;die Stunde naht, das Maß ist voll;&#10;und statt der Leier greift den Bogen&#10;der rächende, der Gott Apoll!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weh′ euch, ihr stolzen Hallen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weh-euch-ihr-stolzen-hallen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weh-euch-ihr-stolzen-hallen/</guid><description>&lt;p&gt;Da soll die Hütte niemand bauen,&#10;da siedle nie ein Mensch sich an,&#10;wo man den Dichtern nicht mehr trauen,&#10;wo man kein Lied mehr hören kann!&#10;Wo man der Leier goldne Saite&#10;weit schlimmer fürchtet als das Schwert!&#10;Wo zu der Geister frischem Streite&#10;man weder Raum noch Licht gewährt!&#10;Was nützt es Tempel zu errichten,&#10;wenn ihr die Götter selbst vertreibt?&#10;Die Wahrheit sucht ihr zu vernichten:&#10;Was nützt es, daß die Lüge bleibt?! -&#10;Ihr habt euch selbst das Los gezogen,&#10;die Stunde naht, das Maß ist voll;&#10;und statt der Leier greift den Bogen&#10;der rächende, der Gott Apoll!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weibertreue B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weibertreue-b/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weibertreue-b/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl aus dem Aug, wohl aus dem Sinn!&#10;Das zeuget meine Nachbarin.&#10;Ihr Medor, der sie ganz mit Seel und Leib beseßen,&#10;Verreist auf vierzehn Tage nur.&#10;Ein andrer kam - und Medor war vergeßen.&#10;Doch plötzlich auf des Hauses Flur&#10;Stand scheltend Medor: Ungetreue!&#10;Hast dus nicht redlicher gemeint?&#10;»Ach, rief sie, lieber guter Freund!&#10;Du schiltst mit Recht! Tief fühl ichs und mit Reue!&#10;Nur schilt geschwind und mache fort,&#10;Denn unter uns, der andre wartet dort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weibliche Minente</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weibliche-minente/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weibliche-minente/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieber drei Wochen gehungert, und dann mit wallender Feder,&#10;Tamburin und Gesang nur zum Testaccio hinaus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur geprügelt den Mann, wenn er murrt! Am Carneval muß man&#10;Schwärmen, mit Mask′ und Kostüm′ Cors′ und Theater durchziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt kommt der Pabst und die Prozession! Und den schreienden Kleinen&#10;Packt die Mutter sofort ein und hinaus aus dem Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="4"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer auch plagte sich nur an dem Heerd, am Camine! Man ziehet&#10;In die Schenke getrost mit der Familie ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnacht/</guid><description>&lt;p&gt;In diesen Wochen heimlich aufgeblüht,&#10;Des Kinderglaubens zarte Wunderblume -&#10;Der keusche Kelch, wie lieblich er erglüht.&#10;Ich knie vor dem vergeßnen Heiligtume&#10;In holder Scheu, wie einst der Knabe, nieder&#10;Und atme solche Segensdüfte wieder&#10;Mit durstendem Gemüt&#10;Und allen süßen Schauern ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Laut von außen soll mich stören&#10;Und kein Gedanke fremder Scham,&#10;Dir reinen Herzens, kindlich zu gehören.&#10;Ich lausch, durchs Wolkentor, den heiligen Himmelschören,&#10;Dem Engelsgruß, der zu den Hirten kam,&#10;Ich seh das Kreuz, vernehm des Heilands Stimme,&#10;Und seh sein Blut, das auf die schlimme,&#10;Die arge Welt wie lauter Rosen taut:&#10;Ich sterb für dich, du meine süße Braut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten bei den Großeltern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-bei-den-grosseltern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-bei-den-grosseltern/</guid><description>&lt;p&gt;Heut abend, als wir zu euch gingen,&#10;da war in der Luft ein leises Klingen,&#10;da war ein Rauschen, man wußt’ nicht woher,&#10;als ob man in einem Tannenwald wär,&#10;da huschte vorüber und ging nicht aus&#10;ein heimliches Leuchten von Haus zu Haus.&#10;Der Mond kam über die Dächer gesprungen:&#10;”Wohin noch so spät, ihr kleinen Jungen?&#10;Ihr müßt ja zu Bett, was fällt euch ein?”&#10;und lachte uns an mit vollem Schein.&#10;Da lachten wir wieder: ”Du alter Klöner,&#10;heut abend ist alles anders und schöner.&#10;Und glaubst du’s nicht, kannst mit uns gehen,&#10;da wirst du ein blaues Wunder sehn.”&#10;Da sprang er leuchtend uns voran,&#10;bei diesem Hause hielt er an.&#10;Wir gingen hinein mit froher Begier,&#10;und Klingen und Rauschen und Leuchten ist hier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weil ich nichts anders kann...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weil-ich-nichts-anders-kann/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weil-ich-nichts-anders-kann/</guid><description>&lt;p&gt;Weil ich nichts anders kann als nur dich lieben,&#10;Will ich dich lieben denn soviel ich kann.&#10;Zu hassen dich hatt&amp;rsquo; ich mir vorgeschrieben,&#10;Mit Hasse sah das Herz die Vorschrift an.&#10;Dich zu vergessen hatt&amp;rsquo; ich mich getrieben;&#10;Vergessen war es, eh ich mich besann.&#10;Da so der Haß ward von sich selbst zerrieben,&#10;So das Vergessen in sich selbst zerrann;&#10;So laß mich lieben denn, soviel ich kann, dich lieben,&#10;Weil ich nichts anders als dich lieben kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weisst-du-dass-ich-dir-muede-rosen-flechte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weisst-du-dass-ich-dir-muede-rosen-flechte/</guid><description>&lt;p&gt;Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte&#10;ins Haar, das leis ein weher Wind bewegt -&#10;Siehst du den Mond, wie eine silberechte&#10;Merkmünze, und ein Bild ist eingeprägt:&#10;ein Weib, das lächelnd dunkle Dornen trägt -&#10;Das ist das Zeichen toter Liebesnächte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühlst du die Rosen auf der Stirne sterben?&#10;Und jede läßt die Schwester schauernd los&#10;und muß allein verdarben und verderben,&#10;und alle fallen fahl in deinen Schooß.&#10;Dort sind sie tot. Ihr Leid war leis und groß.&#10;Komm in die Nacht. Und wir sind Rosenerben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weißt du, wie viel Sterne stehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weisst-du-wie-viel-sterne-stehen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weisst-du-wie-viel-sterne-stehen/</guid><description>&lt;p&gt;Weißt du wieviel Sterne stehen&#10;An dem blauen Himmelszelt?&#10;Weißt du wieviel Wolken gehen&#10;Weithin über alle Welt?&#10;Gott der Herr hat sie gezählet,&#10;Daß ihm auch nicht eines fehlet&#10;An der ganzen großen Zahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weißt du wieviel Mücklein spielen&#10;In der hellen Sonnenglut?&#10;Wieviel Fischlein auch sich kühlen&#10;In der hellen Wasserflut?&#10;Gott, der Herr, rief sie mit Namen&#10;Daß sie all′ ins Leben kamen&#10;Daß sie nun so fröhlich sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wellenspiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wellenspiel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wellenspiel/</guid><description>&lt;p&gt;Heiteres Leuchten im braunen Gesicht,&#10;Wählig der Himmel hinrollendes Licht&#10;Prächtige Bläue so unten, so oben&#10;Singender Jubel, freudiges Toben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Greifende Arme ins tolle Gemisch&#10;Kinder mit Flossen, zappelnder Fisch&#10;Fassen und fliehen, krähen und haschen,&#10;Taumeln und tauchen, spritzen und waschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehe der Väter verwunderlich Treiben&#10;Wissen vor Freude nirgends zu bleiben&#10;Greifende Arme ins tolle Gemisch&#10;Fassen die Kinder, fassen den Fisch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schauen ihr lachendes Weltwunder an&#10;Ja, so ein Vater, das ist euch ein Mann.&#10;In seinem Kinde ist nochmal sein Leben,&#10;Kann sich nun selber ja schwingen und heben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wellentanzlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wellentanzlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wellentanzlied/</guid><description>&lt;p&gt;Ich warf eine Rose ins Meer,&#10;eine blühende Rose ins grüne Meer.&#10;Und weil die Sonne schien, Sonne schien,&#10;sprang das Licht hinterher,&#10;mit hundert zitternden Zehen hinterher.&#10;Als die erste Welle kam,&#10;wollte die Rose, meine Rose, ertrinken.&#10;Als die zweite sie sanft auf ihre Schultern nahm,&#10;mußte das Licht, das Licht ihr zu Füßen sinken.&#10;Da faßte die dritte sie am Saum,&#10;und das Licht sprang hoch, zitternd hoch, wie zur Wehr;&#10;aber hundert tanzende Blütenblätter&#10;wiegten sich rot, rot, rot um mich her,&#10;und es tanzte mein Boot,&#10;und mein Schatten auf dem Schaum,&#10;und das grüne Meer, das Meer - -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltflucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltflucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltflucht/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will in das Grenzenlose&#10;zu mir zurück,&#10;schon blüht die Herbstzeitlose&#10;meiner Seele,&#10;vielleicht - ist&amp;rsquo;s schon zu spät zurück!&#10;O, ich sterbe unter euch!&#10;Da Ihr mich erstickt mit euch.&#10;Fäden möchte ich um mich ziehen,&#10;Wirrwarr endend!&#10;Beirrend,&#10;euch verwirrend,&#10;um zu entfliehn&#10;meinwärts!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltgeheimnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltgeheimnis/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltgeheimnis/</guid><description>&lt;p&gt;Der tiefe Brunnen weiß es wohl,&#10;Einst waren alle tief und stumm,&#10;Und alle wußten drum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Zauberworte, nachgelallt&#10;Und nicht begriffen in den Grund,&#10;So geht es jetzt von Mund zu Mund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der tiefe Brunnen weiß es wohl;&#10;In den gebückt, begriffs ein Mann,&#10;Begriff es und verlor es dann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und redet&amp;rsquo; irr und sang ein Lied -&#10;Auf dessen dunklen Spiegel bückt&#10;Sich einst ein Kind und wird entrückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltlauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltlauf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltlauf/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der Straße trifft mich ein alter Bekannter,&#10;Der ruft und flüstert leise zu mir:&#10;»Mein Bester, der Affe ist nun Gesandter,&#10;Der Affe ist nun ein großes Thier!« –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»»Laß mich mit dem Affen ungeschoren!&#10;Was gehn mich Eure Bestien an?&#10;Mit langen Schwänzen und hohen Ohren&#10;Ist man drum noch kein rechter Mann!«« –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»So schweigt doch! sprecht nicht in solchem Tone!&#10;Der Affe ist ein hämisch Thier;&#10;Der macht sich wenig aus Eurem Hohne,&#10;Denn, lieber Freund, was seyd denn Ihr?« –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn aus dem Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-aus-dem-himmel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-aus-dem-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn aus dem Himmel hellere Wonne sich&#10;Herabgießt, eine Freude den Menschen kommt,&#10;Dass sie sich wundern über manches&#10;Sichtbares, Höheres, Angenehmes:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie tönet lieblich heilger Gesang dazu!&#10;Wie lacht das Herz in Liedern die Wahrheit an,&#10;Dass Freudigkeit an einem Bildnis -&#10;Über dem Stege beginnen Schafe&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Zug, der fast in dämmernde Wälder geht.&#10;Die Wiesen aber, welche mit lautrem Grün&#10;Bedeckt sind, sind wie jene Heide,&#10;Welche gewöhnlicher Weise nah ist&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn aus der Ferne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-aus-der-ferne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-aus-der-ferne/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn aus der Ferne, da wir geschieden sind,&#10;Ich dir noch kennbar bin, die Vergangenheit,&#10;O du Theilhaber meiner Leiden!&#10;Einiges Gute bezeichnen dir kann,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sage, wie erwartet die Freundin dich?&#10;In jenen Gärten, da nach entsetzlicher&#10;Und dunkler Zeit wir uns gefunden?&#10;Hier an den Strömen der heilgen Urwelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das muss ich sagen, einiges Gutes war&#10;In deinen Blicken, als in den Fernen du&#10;Dich einmal fröhlich umgesehen,&#10;Immer verschlossener Mensch, mit finstrem&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn der Mond groß ist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-der-mond-gross-ist/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-der-mond-gross-ist/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn es Abend wird, fällt mir dein Lächeln ein,&#10;Schwarzer Engel, der meine Träume umnachtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Herbst saßen wir oft auf den Bänken am Strom,&#10;Stille Kinder, in der abendlichen Sonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn dann deine Hand zärtlich über mein Haar strich,&#10;O wie freute sich da die Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seitdem sind traurige Jahre vergangen,&#10;Ängste und Wahnsinn, zerfallene Abende.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn der Mond groß ist, betet mein bleicher Schatten&#10;In deinem Zimmer verlorene Tänze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich ein König wär'</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-ein-koenig-waer-9915/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-ein-koenig-waer-9915/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich ein König wäre, säh&amp;rsquo; ich des Volkes Schmerzen,&#10;Und tiefe Trauer trüg&amp;rsquo; ich alsdann in meinem Herzen,&#10;Ich wäre nicht erblindet für seine große Noth,&#10;Nicht taub für seine Klagen, wenn ihm Verderben droht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich säh&amp;rsquo; die Einen schwelgen in ihren Prunkgemächern,&#10;Sie edle Weine schlürfen aus Gold- und Silberbechern,&#10;In Duhnenbetten ruhen, mit Seide zugedeckt,&#10;Bis sie die hohe Sonne aus süßem Schlummer weckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In säh&amp;rsquo;, wie sie den Lüsten, den eitlen, Opfer zollen.&#10;Von Rossen stolz gezogen, vom Fest zur Oper rollen,&#10;Wie sie dann sorglos schlafen in sichrer Gegenwart,&#10;Vertrauend auf die Zukunft, die ihrer Tage harrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn′s Pfingsten regnet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenns-pfingsten-regnet/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenns-pfingsten-regnet/</guid><description>&lt;p&gt;Oben aus dem Fahnenhaus&#10;Guckt das schwarze Wettermännchen raus,&#10;Spreizt die Beine und grinst uns an;&#10;Schäme dich, alter Wettermann!&#10;Am Ostersonntag, vor sieben Wochen,&#10;Hast du dem Fritze fest versprochen,&#10;Daß zu Pfingsten, im Monat Mai,&#10;Das allerschönste Wetter sei.&#10;Und nun regnets, liebe Not,&#10;Alle hellen Blüten tot,&#10;Sie liegen da wie nasser Schnee,&#10;Auf den Wegen steht See an See;&#10;Ja, wenn wir schon drinnen baden könnten,&#10;Wie die Spatzen oder die Enten!&#10;Wir dürfen aber garnicht raus,&#10;Sehn so mucksch wie Maulwürfe aus;&#10;Röch nicht der Kuchen so lecker her,&#10;Wüßt man gar nicht, daß Feiertag wär.&#10;Nicht mal die Pfingstkleider kriegt man an;&#10;Schäme dich, schwarzer Wettermann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer denn?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-denn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-denn/</guid><description>&lt;p&gt;Ich gehe tausend Jahre&#10;um einen kleinen Teich,&#10;und jedes meiner Haare&#10;bleibt sich im Wesen gleich,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;im Wesen wie im Guten,&#10;das ist doch alles eins;&#10;so mag uns Gott behuten&#10;in dieser Welt des Scheins!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Westermühlen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/westermuehlen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/westermuehlen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Heimat hier und hier dein erster Traum!&#10;Das Mühlrad rauscht, so lustig stäubt der Schaum.&#10;Und unten blinkt der Bach in tiefem Schweigen.&#10;Ein Spiegelrund, drin blau der Himmel ruht.&#10;Vom Ufer rings mit ihren dunkeln Zweigen&#10;Taucht sich die Erle in die klare Flut.&#10;Horch, Peitschenknall und muntrer PFerdetrab!&#10;Die Räder knirschen durch den feuchten Sand.&#10;Halt an, halt an! Nun sachte den Berg hinab&#10;Und durch den Bach zum anderen Uferrand.&#10;Dann wieder aufwärts links den Weg entlang&#10;Hinauf zur Mühle mit des Kornes Last,&#10;Wo von der Eiche unermüdlich klang&#10;Der Stare fröhlich Plaudern hoch vom Ast.&#10;Zehn Schritte noch, da steht im Schattengrunde&#10;Der Linden halbversteckt das Müllershaus;&#10;Der Müller mit der Tabakspfeif im Munde&#10;lehnt in der Tür und schaut behaglich aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wetterregeln des Bunten Vogels</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wetterregeln-des-bunten-vogels/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wetterregeln-des-bunten-vogels/</guid><description>&lt;p&gt;(Meinem Vater und meiner Mutter.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Januar&#10;An Fabian und Sebastian&#10;Geh in den Keller, dreh auf den Hahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Februar&#10;Wenn es um Lichtmeß stürmt und tobt,&#10;Sei Grogk und Punsch gleich hochgelobt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;März&#10;Gute Dinge sind Märzen-Ferkel und Märzen-Fohlen,&#10;Aber die meisten Märzlieder soll der Kuckuck holen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;April&#10;So lange die Dichter schweigen vor Georgi und Markustag&#10;So lange dichten sie hernach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mai&#10;Warmer Mai:&#10;Viel Stroh und Heu;&#10;Ein paar Gedichte sind auch dabei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie du sollst in Schönheit wallen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-du-sollst-in-schoenheit-wallen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-du-sollst-in-schoenheit-wallen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie du sollst in Schönheit wallen&#10;Und dem Herrn doch wohlgefallen?&#10;Frag die Wiesenblümelein&#10;Die nicht ihrer Schönheit denken,&#10;Sich der Sonne heben, senken,&#10;Einsam duften und allein,&#10;Wo sie sproßten, in dem Garten&#10;Ruhig auch den Tod erwarten&#10;Ihrer Schönheit ewgen Samen&#10;Gottes Lüften gern vertrauen&#10;Freudig sterben und nicht schauen&#10;Wo der Herr sie aus will säen in Gottes Namen.&#10;Nichts vergehet, nichts entstehet&#10;Alles ist unendlich da&#10;Doch die armen Augen taugen&#10;Nur den Tod zu sehn.&#10;Dichter, du sollst eingestehn,&#10;Daß die Rose, die verblichen&#10;Du der Sterblichkeit verglichen,&#10;Eh sie war, und da sie glühte,&#10;Und nachdem sie längst verblühte,&#10;Daß die Rose eh und je&#10;Die ich hier erblassen seh,&#10;Ewiglich in Gott florieret&#10;Und wer dieses recht verstehet&#10;Triumphieret:&#10;Nichts vergehet, nichts entstehet,&#10;Alles ist unendlich da!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie kan der Liebe Joch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-kan-der-liebe-joch/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-kan-der-liebe-joch/</guid><description>&lt;p&gt;Wie kan der Liebe Joch doch süß und lieblich seyn /&#10;weil manches Herze pflegt vohn ihren Schmertzen sagen /&#10;und über ihre Last / und tieffe Wunden klagen?&#10;wie ist dan süße das / das allen bringet Pein /&#10;das wie ein starckes Gifft die Hertzen nimmet ein /&#10;das manchen Helden würgt / ihr vihl auch heist verzagen?&#10;wie kan uns das alsdan doch Frewd und Lust erjagen?&#10;Nein / nein / der Liebe Tranck ist bitter Wermuhtwein.&#10;Doch gleichwohl ist sie süß / weil vielen wird gegeben /&#10;durch ihre Süßigkeit / ein angenehmes Leben.&#10;Drüm / schließ ich / ist die Lieb ein angenehmes Leid;&#10;(wiewohl eß selten kompt / daß wiedrig′ Eigenschafften&#10;an einem Dinge nuhr zu gleiche können hafften)&#10;die Liebe heisst und ist die süße Bitterkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie Kinder sind wir hilflos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-kinder-sind-wir-hilflos/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-kinder-sind-wir-hilflos/</guid><description>&lt;p&gt;Wie Kinder sind wir hilflos, die nicht wissen,&#10;Ob sie im Diesseits oder Jenseits gehen.&#10;Vor hohen Fenstern sieht man scheu uns stehen.&#10;Man scherzt mit uns. Doch schweigen wir beflissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn: wenn wir gingen - würde man uns missen?&#10;Und so beschleicht uns nur auf leisen Zehen&#10;Ein Heimweh, mit dem Sommer zu verwehen&#10;Und zu zerrinnen mit den Dämmernissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, man war wohl besorgt, man war bemüht,&#10;Mit manchen Schätzen uns vertraut zu machen.&#10;Um unsere hellen Lippen aber zieht&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie mag´s einem glücken...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-mag-s-einem-gluecken/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-mag-s-einem-gluecken/</guid><description>&lt;p&gt;Wie mag´s einem glücken,&#10;Erfolge zu pflücken?&#10;Hier, unter der Blume,&#10;der Fahrplan zum Ruhme:&#10;Wenn dein erster Akt klar ist,&#10;wenn der zweite Akt wahr ist,&#10;wenn der dritte nicht krank ist,&#10;wenn der letzte nicht lang ist,-&#10;wenn die Reden voll Witz sind,&#10;wenn die Antworten spitz sind,&#10;wenn die Menschen voll Mark sind,&#10;wenn die Aktschlüsse stark sind,&#10;wenn die Sprache gewürzt ist,&#10;wenn der Knoten geschürzt ist,&#10;wenn die Handlung recht bunt ist,&#10;wenn die Lösung gesund ist,&#10;wenn das Spiel voller Glut ist,&#10;wenn die Hörer nicht wild sind,&#10;wenn die Kritiker mild sind, -&#10;wenn im kräft´gen Vereine&#10;du Freunde zur Hand hast&#10;und - vor allem das Eine -&#10;mehr Glück als Verstand hast:&#10;dann brauchst, um zu gelten,&#10;du eins nur am End´,&#10;doch das Eine ist selten&amp;hellip;&#10;men nennt es Talent.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie mans machen muß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-mans-machen-muss/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-mans-machen-muss/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei- oder dreimal mußt′ er vor′s Messer,&#10;Dann war er durch und ein Durchschnittsassesser.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im übrigen war er ein Pfiffikus:&#10;»Eine Spezialität man wählen muß.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und endlich hat er sich entschieden:&#10;›Das Durchfahrtsrecht in Krieg und Frieden.‹&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er las dreiunddreißig fremde Werke,&#10;Broschüren wurden seine Stärke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traten dann Konferenzen zusammen&#10;Und stand der Streit in hellen Flammen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kam′s, daß man keinen Ausweg sah,&#10;So hieß es: »Ist kein Dalberg da?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie neubegierig die Möwe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-neubegierig-die-moewe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-neubegierig-die-moewe/</guid><description>&lt;p&gt;Wie neubegierig die Möwe&#10;Nach uns herüberblickt,&#10;Weil ich an deine Lippen&#10;So fest mein Ohr gedrückt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie möchte gerne wissen,&#10;Was deinem Mund entquillt,&#10;Ob du mein Ohr mit Küssen&#10;Oder mit Worten gefüllt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich nur selber wüßte,&#10;Was mir in die Seele zischt!&#10;Die Worte und die Küsse&#10;Sind wunderbar vermischt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie schön leuchtet der Morgenstern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-schoen-leuchtet-der-morgenstern/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-schoen-leuchtet-der-morgenstern/</guid><description>&lt;p&gt;Wie schön leuchtet der Morgenstern!&#10;Hab&amp;rsquo; doch kein andres Lied so gern!&#10;Mit Tränen füllt sich jedes Mal&#10;Mein Auge, spiel&amp;rsquo; ich den Choral.&#10;&amp;rsquo;s war damals, als der alte Fritz&#10;Noch stritt um Schlesiens Besitz,&#10;Hier in den Schluchten lag sein Heer,&#10;Der Feind dort auf den Höh&amp;rsquo;n umher.&#10;Da sah&amp;rsquo;s im Dorf gar übel aus,&#10;Die Scheuern leer, kein Brot im Haus,&#10;Im Stalle weder Pferd noch Kuh,&#10;Und vor dem Feind die Furcht dazu.&#10;So hatt&amp;rsquo; ich eben eine Nacht&#10;Mit Seufzen und Gebet durchwacht&#10;Und stieg beim ersten Morgengraun&#10;Den Turm hinauf, um auszuschaun&#10;Wie&amp;rsquo;s draußen stünd&amp;rsquo;: &amp;rsquo;s war still umher&#10;Und ich sah keine Feinde mehr.&#10;Da zog ich still mein Käpplein ab,&#10;Dem lieben Gott die Ehre gab.&#10;Horch! plötzlich trabt&amp;rsquo;s in&amp;rsquo;s Dorf herein:&#10;Der Himmel woll&amp;rsquo; uns gnädig sein!&#10;Ein alter Schnauzbart jagt im Trab&#10;Nach meinem Haus, dort steigt er ab;&#10;Kaum bin ich unten, schreit er: &amp;ldquo;Lauf,&#10;Schließ&amp;rsquo; mir geschwind die Kirche auf!&amp;rdquo;&#10;Ich bat: Bedenkt, &amp;rsquo;s ist Gottes Gut,&#10;Was man vertraut hat meiner Hut,&#10;Und Kirchenraub bestraft sich schwer.&#10;Doch er schrie wild: &amp;ldquo;Was schwafelt er?&#10;Flink aufgeschlossen, sonst soll ihn! -&amp;rdquo;&#10;Schon wollt&amp;rsquo; er seinen Säbel ziehn,&#10;Da dacht&amp;rsquo; ich bang&amp;rsquo; an Weib und Kind&#10;Und öffnete die Kirch&amp;rsquo; geschwind&#10;Und trat dann zagend mit ihm ein;&#10;Mein Weib schlich weinend hinterdrein.&#10;Er ging vorüber am Altar,&#10;Hinauf dann, wo die Orgel war;&#10;Da stand er still: &amp;ldquo;Gesangbuch her!&#10;Hier den Choral da spielet er!&#10;Und daß sie brav die Bälge tritt!&#10;Marsch! vorwärts jetzt und zögert nit!&amp;rdquo;&#10;Ich fing mit einem Vorspiel an,&#10;Wie ich&amp;rsquo;s mein Lebtag getan.&#10;Da fiel der Alte grimmig ein:&#10;&amp;ldquo;Was soll mir das Geklimper sein?&#10;Hab&amp;rsquo; ich&amp;rsquo;s denn nicht gesagt dem Herrn:&#10;Wie schön leuchtet der Morgenstern!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;&amp;rsquo;s ist nur das Vorspiel!&amp;rdquo; &amp;ldquo;Dummes Zeug!&#10;Was spielt&amp;rsquo; er den Choral nicht gleich?&amp;rdquo;&#10;So spielt&amp;rsquo; ich denn, weil er&amp;rsquo;s befahl,&#10;Ganz ohne Vorspiel den Choral,&#10;Der alte Schnauzbart sang das Lied,&#10;Ich und mein Weib wir sangen mit.&#10;Das Lied war aus, still saß der Mann,&#10;Ein heißer Strom von Tränen rann&#10;Ihm über&amp;rsquo;s braune Angesicht,&#10;Die funkelten wie Demantlicht.&#10;Dann stand er auf und drückte mir&#10;Die Hand und sprach: &amp;ldquo;Da, nehmt das hier!&amp;rdquo;&#10;Es war ein großes Talerstück.&#10;Ich wies das Geld beschämt zurück,&#10;Er aber rief: &amp;ldquo;Was soll das, Mann?&#10;Bei Gott, es klebt kein Blut daran!&#10;Gib&amp;rsquo;s an die Armen in dem Ort.&amp;rdquo;&#10;Drauf gingen wir zusammen fort&#10;Und noch im Gehen sprach er weich:&#10;&amp;ldquo;Kein Lied kommt diesem Lied mir gleich:&#10;Es hat mich in vergangner Nacht&#10;Zum lieben Gott zurück gebracht.&#10;&amp;rsquo;s rief gestern Abend der Major&#10;Vor unsrer Front: &amp;ldquo;Freiwillige vor!&#10;&amp;rsquo;s soll ein verlorner Posten stehn&#10;Dem Feinde nah&amp;rsquo;, dort auf den Höh&amp;rsquo;n:&#10;Hat keiner Lust, hat keiner Mut?&amp;rdquo;&#10;Das trieb mir in&amp;rsquo;s Gesicht das Blut:&#10;&amp;ldquo;Da müßten wir nicht Preußen sein!&amp;rdquo;&#10;Ich rief&amp;rsquo;s und trat rasch aus den Reihn;&#10;Drei meiner Söhne folgten mir:&#10;&amp;ldquo;Gehst du, so gehen wir mit dir.&amp;rdquo;&#10;So zogen wir nach jenen Höhn,&#10;Um dort die ganze Nacht zu stehn.&#10;Es blitzte hier, es krachte da,&#10;Es war der Feind uns oft so nah,&#10;Daß er uns sicherlich entdeckt,&#10;Wenn uns nicht droben der versteckt.&#10;Ja Mann, ich hab&amp;rsquo; so manche Nacht&#10;Im Feld gestanden auf der Wacht,&#10;Doch war mir nie das Herz so schwer, -&#10;&amp;rsquo;s kam nur von meinen Jungens her;&#10;Ihr habt ja Kinder, - nun da wißt&#10;Ihr selbst, was Vaterliebe ist.&#10;Drum hab&amp;rsquo; ich auch empor geblickt&#10;Und ein Gebet zu Gott geschickt.&#10;Und wie ich noch so still gefleht,&#10;Da war erhört schon mein Gebet,&#10;Denn leuchtend ging im Osten Fern&#10;Auf einmal auf - der Morgenstern,&#10;Und mächtig mir im Herzen klang&#10;Der längst vergess&amp;rsquo;ne fromme Sang;&#10;Hätt&amp;rsquo; gern gesungen gleich das Lied,&#10;Doch schwieg ich, weil&amp;rsquo;s uns sonst verriet.&#10;Zugleich fiel mir auch manches ein,&#10;Was anders hätte sollen sein,&#10;Vor allem, daß ich dieses Jahr&#10;Noch nicht im Gotteshause war.&#10;Das machte mir das Herz so schwer:&#10;Das war&amp;rsquo;s, das trieb mich zu euch her.&amp;rdquo;&#10;Der Alte sprach&amp;rsquo;s, bestieg sein Pferd&#10;Und machte munter Rechtsumkehrt.&#10;Seht! drum hab&amp;rsquo; ich das Lied so gern:&#10;&amp;ldquo;Wie schön leuchtet der Morgenstern&amp;rdquo;&#10;Und spiel&amp;rsquo; noch heute jedes Mal&#10;Ganz ohne Vorspiel den Choral,&#10;Und wenn ich spiel&amp;rsquo;, sitzt immerdar&#10;Mir dicht zur Seite der Husar,&#10;Ich höre seinen kräft&amp;rsquo;gen Baß,&#10;Und da - wird mir das Auge naß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie soll ich dich empfangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-soll-ich-dich-empfangen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-soll-ich-dich-empfangen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie soll ich dich empfangen&#10;und wie begegn’ ich dir&#10;o aller Welt Verlangen&#10;o meiner Seelen Zier?&#10;O Jesu, Jesu, setze&#10;mir selbst die Fackel bei,&#10;damit, was dich ergötze,&#10;mir kund und wissen sei!&#10;Dein Zion streut dir Palmen&#10;und grüne Zweige hin,&#10;und ich will dir in Psalmen&#10;ermuntern meinen Sinn.&#10;Mein Herze soll dir grünen,&#10;in stetem Lob und Preis&#10;und deinem Namen dienen,&#10;so gut es kann und weiß.&#10;Was hast du unterlassen&#10;zu meinem Trost und Freud,&#10;als Leib und Seele saßen&#10;in ihrem größten Leid ?&#10;Als mir das Reich genommen,&#10;da Fried und Freude lacht,&#10;da bist du, mein Heil, kommen&#10;und hast mich froh gemacht.&#10;Ich lag in schweren Banden,&#10;du kommst und machst mich los;&#10;ich stand in Spott und Schanden,&#10;du kommst und machst mich groß&#10;und hebst mich hoch zu Ehren&#10;und schenkst mir großes Gut,&#10;das sich nicht läßt verzehren,&#10;wie irdisch Reichtum tut.&#10;Nichts, nichts hat dich getrieben&#10;zu mir vom Himmelszelt&#10;als das geliebte Lieben,&#10;damit du alle Welt&#10;in ihren tausend Plagen&#10;und großen Jammerlast,&#10;die kein Mund kann aussagen,&#10;so fest umfangen hast.&#10;Das schreib dir in dein Herze,&#10;du hochbetrübtes Heer,&#10;bei denen Gram und Schmerze&#10;sich häuft je mehr und mehr;&#10;seid unverzagt, ihr habet&#10;die Hilfe vor der Tür;&#10;der eure Herzen labet&#10;und tröstet, steht allhier.&#10;Ihr dürft euch nicht bemühen&#10;noch sorgen Tag und Nacht,&#10;wie ihr ihn wollet ziehen&#10;mit eures Armes Macht.&#10;Er kommt, er kommt mit Willen,&#10;ist voller Lieb und Lust,&#10;all Angst und Not zu stillen,&#10;die ihm an euch bewußt.&#10;Auch dürft ihr nicht erschrecken&#10;vor eurer Sünden Schuld;&#10;nein, Jesus will sie decken&#10;mit seiner Lieb und Huld.&#10;Er kommt, er kommt den Sündern&#10;zu Trost und wahrem Heil,&#10;schafft, daß bei Gottes Kindern&#10;verbleib ihr Erb und Teil.&#10;Was fragt ihr nach dem Schreien&#10;der Feind und ihrer Tück?&#10;Der Herr wird sie zerstreuen&#10;in einem Augenblick.&#10;Er kommt, er kommt, ein König,&#10;dem wahrlich alle Feind&#10;auf Erden viel zu wenig&#10;zum Widerstande seind.&#10;Er kommt zum Weltgerichte:&#10;zum Fluch dem, der ihm flucht,&#10;mit Gnad und süßem Lichte&#10;dem, der ihn liebt und sucht.&#10;Ach komm, ach komm, o Sonne,&#10;und hol uns allzumal&#10;zum ewgen Licht und Wonne&#10;in deinen Freudensaal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiederfinden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiederfinden/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiederfinden/</guid><description>&lt;p&gt;Ist es möglich! Stern der Sterne,&#10;Drück ich wieder dich ans Herz!&#10;Ach, was ist die Nacht der Ferne&#10;Für ein Abgrund, für ein Schmerz!&#10;Ja, du bist es! meiner Freuden&#10;Süßer, lieber Widerpart;&#10;Eingedenk vergangner Leiden,&#10;Schaudr′ ich vor der Gegenwart.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als die Welt im tiefsten Grunde&#10;Lag an Gottes ew′ger Brust,&#10;Ordnet′ er die erste Stunde&#10;Mit erhabner Schöpfungslust,&#10;Und er sprach das Wort: &amp;ldquo;Es werde!&amp;rdquo;&#10;Da erklang ein schmerzlich Ach!&#10;Als das All mit Machtgebärde&#10;In die Wirklichkeiten brach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiegenlied für ein Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-fuer-ein-maedchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-fuer-ein-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Schlummre Liebchen! bist noch klein,&#10;Weißt vom schönen Sonnenschein,&#10;Weißt vom Strahl des Mondenlichts,&#10;Und von Wald und Blumen nichts;&#10;Liebchen, schlummre, werde groß!&#10;Sollst es sehn auf meinem Schoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollst den Glanz des Himmels sehn,&#10;Und aus ihm die Sonne gehn&#10;Über Wiesen frisch und grün,&#10;Wo die blauen Veilchen blühn.&#10;Veilchen werden dann gepflückt,&#10;Du ans Mutterherz gedrückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir am Herzen, liebes Kind,&#10;Spielst du froh im Morgenwind.&#10;Über dir ist Jubelklang,&#10;Um dich her ist Lobgesang;&#10;Leise rauschen Baum und Fluss,&#10;Und du fühlst den Mutterkuss.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiegenlied für meinen Jungen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-fuer-meinen-jungen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied-fuer-meinen-jungen/</guid><description>&lt;p&gt;Schlaf, mein Küken; Racker, schlafe!&#10;Kuck: im Spiegel stehn zwei Schafe,&#10;bläkt ein großes, mäkt ein kleines,&#10;und das kleine, das ist meines!&#10;Bengel, Bengel, brülle nicht,&#10;du verdammter Strampelwicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still, mein süßes Engelsfüllen:&#10;morgen regnet′s Zuckerpillen,&#10;übermorgen blanke Dreier,&#10;nächste Woche goldne Eier,&#10;und der liebe Gott, der lacht,&#10;daß der ganze Himmel kracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du kommst und nimmst die Spenden,&#10;säst sie aus mit Sonntagshänden,&#10;und die Erde blüht von Farben,&#10;und die Menschen tun′s in Garben -&#10;Herrr, den Bengel kümmert nischt,&#10;was man auch für Lügen drischt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wild verwirrt sind mir die Sinne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wild-verwirrt-sind-mir-die-sinne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wild-verwirrt-sind-mir-die-sinne/</guid><description>&lt;p&gt;Wild verwirrt sind mir die Sinne;&#10;Steig herauf, eh ich beginne,&#10;Dich am Schlangenhaar zu greifen,&#10;Wüthend an den Tag zu schleifen.&#10;Weh wenn du mit Antwort geizest,&#10;Schwer mir so die Seele reizest,&#10;Wisse das ich dann dich finde,&#10;Wärst du in der Höllenschlunde.&#10;Peitsche dich mit Flammenruthen,&#10;Bade dich in Hölengluthen;&#10;Dich soll die Sommersgluth verzehren&#10;Und Todesangst dein Leben nähren.&#10;Kein Mitleid soll dir Trost gewähren,&#10;Schmerz, Qual erzeugen und gebähren,&#10;Drum steig herauf ehe gewaltig&#10;Dich ergreifet meines Zornes&#10;Mächtige Rechte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wildgänse rauschen durch die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wildgaense-rauschen-durch-die-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wildgaense-rauschen-durch-die-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wildgänse rauschen durch die Nacht&#10;Mit schrillem Schrei nach Norden -&#10;Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!&#10;Die Welt ist voller Morden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,&#10;Graureisige Geschwader!&#10;Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,&#10;Weit wallt und wogt der Hader.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rausch′ zu, fahr′ zu, du graues Heer!&#10;Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!&#10;Fahrt ihr nach Süden übers Meer -&#10;Was ist aus uns geworden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind wie ihr ein graues Heer&#10;Und fahr′n in Kaisers Namen,&#10;Und fahr′n wir ohne Wiederkehr,&#10;Rauscht uns im Herbst ein Amen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Will keine Blumen mehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/will-keine-blumen-mehr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/will-keine-blumen-mehr/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sommerrosen blühen&#10;Und duften um mich her;&#10;Ich seh&amp;rsquo; sie all&amp;rsquo; verglühen,&#10;Will keine Blumen mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bruder mein that ziehen&#10;Mit Königs stolzem Heer,&#10;Läßt einsam mich verblühen,&#10;Will keine Blumen mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die blanken Waffen sprühen&#10;Weit Funken um ihn her;&#10;Das Herz thut ihm erglühen,&#10;Will keine Blumen mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Silbersterne blühen&#10;Um Helm und Brustschild her,&#10;Die blitzend ihn umziehen,&#10;Will keine Blumen mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sommerrosen glühen&#10;Und duften all&amp;rsquo; so sehr;&#10;Ich seh&amp;rsquo; sie all&amp;rsquo; verblühen,&#10;Will keine Blumen mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Willkommen und Abschied (Spätere Fassung, ca.1785)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/willkommen-und-abschied-spaetere-fassung-ca-1785/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/willkommen-und-abschied-spaetere-fassung-ca-1785/</guid><description>&lt;p&gt;Es schlug mein Herz, geschwind, zu Pferde!&#10;Es war getan fast eh gedacht.&#10;Der Abend wiegte schon die Erde,&#10;Und an den Bergen hing die Nacht;&#10;Schon stand im Nebelkleid die Eiche&#10;Ein aufgetürmter Riese, da,&#10;Wo Finsternis aus dem Gesträuche&#10;Mit hundert schwarzen Augen sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond von einem Wolkenhügel&#10;Sah kläglich aus dem Duft hervor,&#10;Die Winde schwangen leise Flügel,&#10;Umsausten schauerlich mein Ohr;&#10;Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,&#10;Doch frisch und fröhlich war mein Mut:&#10;In meinen Adern welches Feuer!&#10;In meinem Herzen welche Glut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlied/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlied/</guid><description>&lt;ol start="1786"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Da laurt er hinter&#10;Dem Boreas,&#10;Der alte Winter,&#10;Und dörrt das Gras;&#10;Hat mir verhunzet&#10;Des Gartens Zier,&#10;Und knurrt und grunzet&#10;Vor meiner Thür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er steht und rüttelt&#10;Bei Nacht und Tag&#10;Am Baum, und schüttelt&#10;Die Eulen wach.&#10;Da grinzt und schnaubet&#10;Das Ungetüm&#10;Im Wald, und raubet&#10;Mit Ungestüm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Füchse gellen&#10;Vor seinem Zorn;&#10;Bis zu den Quellen&#10;Erstarrt der Vorn.&#10;Er treibt die Rinder&#10;Mir in den Stall,&#10;Und kneipt die Kinder,&#10;Wie Rübezahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterlied eines schwäbischen Bauerjungen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlied-eines-schwaebischen-bauerjungen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlied-eines-schwaebischen-bauerjungen/</guid><description>&lt;p&gt;Mädel, ′s ist Winter, der wollichte Schnee,&#10;Weiß wie dein Busen, deckt Thäler und Höh′.&#10;Horch, wie der Nordwind um′s Häuslein her pfeift!&#10;Hecken und Bäume sind lieblich bereift.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mädel, ′s ist Winter, die Bäche sind Eis;&#10;Dächer der ländlichen Hütten sind weiß.&#10;Grau und ehrwürdig, im silbernen Flor,&#10;Streckt sich der stattliche Kirchthurm empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mädel, es ist Winter. Mach′s Stüblein fein warm;&#10;Setz dich zum Ofen, und nimm mich in Arm!&#10;Lieblich und kosend, wie rosigten Mai,&#10;Führt uns die Liebe den Winter vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir schreiten auf und ab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-schreiten-auf-und-ab/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-schreiten-auf-und-ab/</guid><description>&lt;p&gt;Wir schreiten auf und ab im reichen flitter&#10;Des buchenganges beinah bis zum tore&#10;Und sehen aussen in dem feld vom gitter&#10;Den mandelbaum zum zweitenmal im flore.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir suchen nach den schattenfreien bänken&#10;Dort wo uns niemals fremde stimmen scheuchten -&#10;In träumen unsre arme sich verschränken -&#10;Wir laben uns am langen milden leuchten&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir fühlen dankbar wie zu leisem brausen&#10;Von wipfeln strahlenspuren auf uns tropfen&#10;Und blicken nur und horchen wenn in pausen&#10;Die reifen früchte an den boden klopfen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir sind doch nunmehr ganz...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-sind-doch-nunmehr-ganz/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-sind-doch-nunmehr-ganz/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!&#10;Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun&#10;Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun&#10;Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.&#10;Die Türme stehn in Glut, die Kirch′ ist umgekehret.&#10;Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,&#10;Die Jungfern sind geschänd′t, und wo wir hin nur schaun&#10;Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.&#10;Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.&#10;Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut&#10;Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.&#10;Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,&#10;Was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot,&#10;Daß auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir singen dir, Immanuel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-singen-dir-immanuel/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-singen-dir-immanuel/</guid><description>&lt;p&gt;Wir singen dir, Immanuel,&#10;du Lebensfürst und Gnadenquell,&#10;du Himmelsblum und Morgenstern,&#10;du Jungfrausohn, Herr aller Herrn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir singen dir in deinem Heer&#10;aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr,&#10;daß du, o lang gewünschter Gast,&#10;dich nunmehr eingestellet hast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Anfang, da die Welt gemacht,&#10;hat so manch Herz nach dir gewacht,&#10;dich hat gehofft so lange Jahr&#10;der Väter und Propheten Schar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ach, daß der Herr aus Zion käm&#10;und unsre Bande von uns nähm!&#10;Ach, daß die Hülfe bräch herein,&#10;so würde Jakob fröhlich sein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir werden uns nicht wiedersehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-werden-uns-nicht-wiedersehn/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-werden-uns-nicht-wiedersehn/</guid><description>&lt;p&gt;Wir werden uns wohl niemahls wiedersehn;&#10;Denn ungleich sind die Launen und die Stunden,&#10;Und deine Gegenwart ist mit Gefahr verbunden.&#10;Drum werd&amp;rsquo; ich weisslich dir stets aus dem Wege gehen.&#10;Scheint diese Furchtsamkeit dir etwan übertrieben:&#10;O! so bedenke nur:&#10;Wer könnte Kaltsinn übern,&#10;Wo Schönheit und Natur&#10;Uns nöthigen zu lieben?&#10;Nun denn! die kleinste Lust, dich flüchtig nur zu sehn,&#10;Versag&amp;rsquo; ich mir; die Welt könnt&amp;rsquo;s zum Verbrechen machen.&#10;Wenn auch Verleumdung schweigt, kann nicht der Neid erwachen?&#10;Ja, ich bin viel zu jung, und du bist viel zu schön. -&#10;Wir werden uns nicht wiedersehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo bist du itzt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-bist-du-itzt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-bist-du-itzt/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bist du itzt, mein unvergeßlich Mädchen,&#10;Wo singst du itzt?&#10;Wo lacht die Flur, wo triumphiert das Städtchen,&#10;Das dich besitzt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seit du entfernt, will keine Sonne scheinen,&#10;Und es vereint&#10;Der Himmel sich, dir zärtlich nachzuweinen,&#10;Mit deinem Freund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All unsre Lust ist fort mit dir gezogen,&#10;Still überall&#10;Ist Wald und Feld. Dir nach ist sie geflogen&#10;Die Nachtigall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O komm zurück! Schon rufen Hirt und Herden&#10;Dich bang herbei.&#10;Komm bald zurück! Sonst wird es Winter werden&#10;Im Monat Mai.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo erfrag ich den Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-erfrag-ich-den-freund/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-erfrag-ich-den-freund/</guid><description>&lt;p&gt;Wo erfrag ich den Freund, wo find ich, was ich verlohren,&#10;Sage es Morgenroth mir, wo mein Geliebter verweilt!&#10;Weihet der Priester den Schleier, der den, dich mir o Lieber vereinigt,&#10;Hält ein fremdes Gesez stets dich entfernet von mir?&#10;Aber der Morgen verstumt, verschlungen vom glühenden Tage;&#10;Abendroth, sage es mir, freundlicher milderer Schein!&#10;Aber es färbt sich die Wange des Abendroths blässer und blässer,&#10;Und es streuet auf mich wehmutsvoll perlenden Thau hin.&#10;Frag ich die Sterne, sie schweigen, verglimmen leise im Osten,&#10;Aber der Morgen kehrt wieder, und wieder erröthet der Abend,&#10;Und der ewige Kreis führet die Sterne zurük.&#10;Kehret der Morgen einst wieder, dann möge der Mittag&#10;Gierig schlingen den Morgen, und über mir grüssen die Sterne&#10;Mich verschlinge die Nacht, bis jenseits des Dunkels&#10;Wieder der Liebe Ton goldner Morgen entsprießt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo noch kein Wandrer gegangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-noch-kein-wandrer-gegangen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-noch-kein-wandrer-gegangen/</guid><description>&lt;p&gt;Wo noch kein Wandrer gegangen,&#10;Hoch über Jäger und Roß&#10;Die Felsen im Abendrot hangen&#10;Als wie ein Wolkenschloß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort zwischen Zinnen und Spitzen&#10;Von wilden Nelken umblüht&#10;Die schönen Waldfrauen sitzen&#10;Und singen im Winde ihr Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jäger schaut nach dem Schlosse;&#10;&amp;ldquo;Die droben, das ist mein Lieb&amp;rdquo;.&#10;Er sprengt von dem scheuenden Rosse-&#10;Weiß keiner, wo er blieb.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo schlägt ein Herz, das bleibend fühlt?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-schlaegt-ein-herz-das-bleibend-fuehlt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-schlaegt-ein-herz-das-bleibend-fuehlt/</guid><description>&lt;p&gt;Wo schlägt ein Herz, das bleibend fühlt?&#10;Wo ruht ein Grund, nicht stets durchwühlt?&#10;Wo strahlt ein See, nicht stets durchspült?&#10;Ein Mutterschoß, der nie erkühlt?&#10;Ein Spiegel, nicht für jedes Bild -&#10;Wo ist ein Grund, ein Dach, ein Schild,&#10;Ein Himmel, der kein Wolkenflug,&#10;Ein Frühling, der kein Vögelzug,&#10;Wo eine Spur, die ewig treu,&#10;Ein Gleis, das nicht stets neu und neu?&#10;Ach, wo ist Bleibens auf der Welt,&#10;Ein redlich, ein gefriedet Feld,&#10;Ein Blick, der hin und her nicht schweift,&#10;Und dies und das und nichts ergreift,&#10;Ein Geist, der sammelt und erbaut -&#10;Ach, wo ist meiner Sehnsucht Braut?&#10;Ich trage einen treuen Stern&#10;Und pflanzt ihn in den Himmel gern&#10;Und find kein Plätzchen tief und klar&#10;Und keinen Felsgrund zum Altar;&#10;Hilf suchen, Süße, halt, o halt,&#10;Ein jeder Himmel leidt Gewalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo sind die Lerchen hingeflogen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-sind-die-lerchen-hingeflogen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-sind-die-lerchen-hingeflogen/</guid><description>&lt;p&gt;Wo sind die Lerchen hingeflogen,&#10;die sonst den jungen Tag begrüßt?&#10;Hoch schweben sie am Himmelsbogen,&#10;von Morgenlüftchen wach geküßt:&#10;Es floß ein Regen süßer Lieder&#10;herab auf die beglückte Welt,&#10;und alle Herzen tönten wieder,&#10;und jedes fühlte sich ein Held.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt schweigt die Flur! - Lautlose Schwüle&#10;liegt ausgegossen weit und breit,&#10;die Willkür ruht auf seidnem Pfühle&#10;und freut sich ihrer Sicherheit:&#10;Als hätte mit den freien Kehlen&#10;sie auch die Herzen stumm gemacht!&#10;Als schwiegen zitternd alle Seelen,&#10;weil sie die Lippen überwacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo treues Wollen, redlich Streben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-treues-wollen-redlich-streben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-treues-wollen-redlich-streben/</guid><description>&lt;p&gt;Wo treues Wollen, redlich Streben&#10;Und rechten Sinn der Rechte spürt,&#10;Das muß die Seele ihm erheben,&#10;Das hat mich jedesmal gerührt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Reich des Glaubens ist geendet,&#10;Zerstört die alte Herrlichkeit,&#10;Die Schönheit weinend abgewendet,&#10;So gnadenlos ist unsre Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Einfalt gut in frommen Herzen,&#10;Du züchtig schöne Gottesbraut!&#10;Dich schlugen sie mit frechen Scherzen,&#10;Weil dir vor ihrer Klugheit graut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo findst du nun ein Haus, vertrieben,&#10;Wo man dir deine Wunder läßt,&#10;Das treue Tun, das schöne Lieben,&#10;Des Lebens fromm vergnüglich Fest?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Woher?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/woher/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/woher/</guid><description>&lt;p&gt;Tiefblau der Himmel,&#10;hell glänzt der Firn,&#10;da fällt ein Tropfen&#10;auf meine Stirn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wend mich um,&#10;und spähe, spähe&amp;hellip;&#10;nicht Wolken, nicht Menschen&#10;in meiner Nähe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schöner Himmel,&#10;von Glanz umwoben,&#10;sag, weinen denn&#10;die auch dort oben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wohin so flink, du junges Kind?...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wohin-so-flink-du-junges-kind/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wohin-so-flink-du-junges-kind/</guid><description>&lt;p&gt;»Wohin so flink, du junges Kind?«&#10;Ich trage Geld ins Städtchen!&#10;»Da weiß ich einen viel nähern Weg,&#10;Den führ′ ich dich, o Mädchen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie folgt ihm in den dicken Wald;&#10;Hier ist es kühl zu gehen,&#10;Doch dürstet mich, wenn ich nur Wasser hätt′!&#10;»Gleich wirst du Wasser sehen!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wird′s ja aber grausam wild,&#10;Man kann nicht von der Stelle.&#10;»Da ist auch nur ein Seitenpfad,&#10;Doch bringt er uns zur Quelle.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wohl fühl ich, wie das Leben rinnt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wohl-fuehl-ich-wie-das-leben-rinnt/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wohl-fuehl-ich-wie-das-leben-rinnt/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl fühl ich, wie das Leben rinnt,&#10;Und daß ich endlich scheiden muß,&#10;Daß endlich doch das letzte Lied&#10;Und endlich kommt der letzte Kuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch häng ich fest an deinem Mund&#10;In schmerzlich bangender Begier;&#10;Du gibst der Jugend letzten Kuß,&#10;Die letzte Rose gibst du mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schenkst aus jenem Zauberkelch&#10;Den letzten goldnen Trunk mir ein;&#10;Du bist aus jener Märchenwelt&#10;Mein allerletzter Abendschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Himmel steht der letzte Stern,&#10;O halte nicht dein Herz zurück;&#10;Zu deinen Füßen sink ich hin,&#10;O fühl′s, du bist mein letztes Glück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wolke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wolke/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wolke/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Riesenfelsen,&#10;Wolke, niederzieh!&#10;Schlag dein Gewand&#10;Um mich her und flieh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu rauen Höhen&#10;Trage mich empor,&#10;Wohin des Menschen&#10;Wort sich nie verlor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie scheut die wunde&#10;Seele diesen Laut!&#10;Wie rollt mein Auge,&#10;Wenn es Menschen schaut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Fels und Wolke&#10;Sind mein stummer Trost;&#10;Erhabne Lieder&#10;Hör ich sturmumtost.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beruhigt lieg ich,&#10;Wo der Gießbach rauscht;&#10;Ein Seelenkranker&#10;So dem Freunde lauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von grüner Matte&#10;Zeigt das goldne Licht&#10;Des fernen Landes&#10;Lächelnd Angesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunderchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunderchen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunderchen/</guid><description>&lt;p&gt;Putzt die Fenster! fegt die Ecken!&#10;Darf sich kein Staub, kein Krümel verstecken,&#10;Muß alles so blank wie Ostertag sein,&#10;Denn das Wunderchen zieht ein!&#10;Zieht ein, - schon stimmen die Englein die Geigen;&#10;Alle Könige werden sich neigen,&#10;Hirten und Könige mit dem Stern&#10;Haben Wunderchen gern!&#10;Wer soll Wunderchens Taufpate sein?&#10;Sieben große Meister laden wir ein,&#10;Sieben große Helden mit Kron′und Schalmein&#10;Sollen Wunderchens Taufpaten sein!&#10;Und wer ist schnell&#10;Sein Spielgesell?&#10;Da kommen gesprungen&#10;Die reizenden jungen&#10;Wachholderweibchen und Fliedermännchen,&#10;Taunixchen mit silbernen Wasserkännchen;&#10;Aus Vogelnestern und Weidenkätzchen&#10;Kucken neugierige Schelmenmätzchen:&#10;Wir lachen fein,&#10;Wir singen fein,&#10;Wir wollen Wunderchens Spielgesellen sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Würdigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wuerdigung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wuerdigung/</guid><description>&lt;p&gt;Nun sprich ′mal ganz offen und frei,&#10;Ganz ohne Verschluß und Schlich -&#10;Was ist denn dabei?&#10;Das Irrlichtelieren der kreuz und quer&#10;Hab′ ich nicht nötig: und du nicht mehr&#10;Als ich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So reizt′ ich beim Wein einen Feinsten der Feinen -&#10;Er war, weiß Gott, nicht von den Kleinen,&#10;Stand schon hoch über Geifer und Gier&#10;Und hat mich auch richtig geschätzt und begriffen:&#10;Darum den schlausten von seinen Kniffen&#10;Gab er zur Antwort mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>X. Ich hân sî vür alliu wîp</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/x-ich-han-si-vuer-alliu-wip/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/x-ich-han-si-vuer-alliu-wip/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hân sî vür alliu wîp&#10;mir ze vrowen und ze liebe erkorn.&#10;minneclîch ist ir der lîp.&#10;seht, durch daz sô hab ich des gesworn,&#10;Daz mir in der welt niht&#10;niemen solde lieber sîn.&#10;swenne aber sî mîn ouge an siht,&#10;seht, sô tagt ez in dem herzen mîn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;′Owê des scheidens, daz er tet&#10;von mir, dô er mich vil senende lie.&#10;wol aber mich der lieben bet&#10;und des weinens, daz er dô begie,&#10;Dô er mich trûren lâzen bat&#10;und hiez mich in vröiden sîn.&#10;von sînen trehenen wart ich nat&#10;und erkuolte iedoch daz herze mîn.′&lt;/p&gt;</description></item><item><title>X.   Ich hân sî vür alliu wîp</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/x-ich-han-si-vuer-alliu-wip-9128/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/x-ich-han-si-vuer-alliu-wip-9128/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hân sî vür alliu wîp&#10;mir ze vrowen und ze liebe erkorn.&#10;minneclîch ist ir der lîp.&#10;seht, durch daz sô hab ich des gesworn,&#10;Daz mir in der welt niht&#10;niemen solde lieber sîn.&#10;swenne aber sî mîn ouge an siht,&#10;seht, sô tagt ez in dem herzen mîn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;lsquo;Owê des scheidens, daz er tet&#10;von mir, dô er mich vil senende lie.&#10;wol aber mich der lieben bet&#10;und des weinens, daz er dô begie,&#10;Dô er mich trûren lâzen bat&#10;und hiez mich in vröiden sîn.&#10;von sînen trehenen wart ich nat&#10;und erkuolte iedoch daz herze mîn.&amp;rsquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XI a. Ich bin iemer ander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xi-a-ich-bin-iemer-ander/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xi-a-ich-bin-iemer-ander/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin iemer ander und niht eine&#10;der grôzen liebe, der ich nie wart vrî.&#10;waeren nû die huotaere alle gemeine&#10;toup unde blint, swenne ich ir waere bî,&#10;Sô mohte ich mîn leit&#10;eteswenne mit sange ir wol künden.&#10;mohte ich mich mit rede zuo ir gevründen,&#10;sô wurde wunders vil von mir geseit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sî ensol niht allen liuten lachen&#10;alsô von herzen, same si lachet mir,&#10;und ir ane sehen sô minneclîch niht machen.&#10;waz hât aber ieman ze schouwen daz an ir,&#10;Der ich leben sol&#10;unde an der ist mîn wunne behalten?&#10;jâ enwil ich niemer des eralten,&#10;swenne ich si sihe, mir sî von herzen wol.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XII. Ist ir liep mîn leit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xii-ist-ir-liep-min-leit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xii-ist-ir-liep-min-leit/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist ir liep mîn leit und mîn ungemach,&#10;wie kan ich danne iemer mêre rehte werden vrô?&#10;sî getrûrte nie, swaz sô mir geschach.&#10;klaget ich ir mîn jâmer, sô stuont ir daz herze hô.&#10;Sîst noch hiute vor den ougen mîn, alse sî was dô,&#10;dô si minneclîche mir zuo sprach&#10;und ich si ane sach.&#10;ôwê, solte ich iemer stên alsô.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sî hât liep ein kleine vogellîn,&#10;daz ir singet oder ein lützel nâch ir sprechen kan.&#10;muost ich dem gelîch ir heimlich sîn,&#10;sô swüere ich des wol, daz nie vrowe solhen vogel gewan.&#10;Vür die nahtegal wolte ich hôhe singen dan:&#10;&amp;ldquo;ôwê, liebe schoene vrowe mîn,&#10;nû bin ich doch dîn,&#10;mahtu troesten mich vil senenden man!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XII.   Ist ir liep mîn leit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xii-ist-ir-liep-min-leit-9131/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xii-ist-ir-liep-min-leit-9131/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist ir liep mîn leit und mîn ungemach,&#10;wie kan ich danne iemer mêre rehte werden vrô?&#10;sî getrûrte nie, swaz sô mir geschach.&#10;klaget ich ir mîn jâmer, sô stuont ir daz herze hô.&#10;Sîst noch hiute vor den ougen mîn, alse sî was dô,&#10;dô si minneclîche mir zuo sprach&#10;und ich si ane sach.&#10;ôwê, solte ich iemer stên alsô.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sî hât liep ein kleine vogellîn,&#10;daz ir singet oder ein lützel nâch ir sprechen kan.&#10;muost ich dem gelîch ir heimlich sîn,&#10;sô swüere ich des wol, daz nie vrowe solhen vogel gewan.&#10;Vür die nahtegal wolte ich hôhe singen dan:&#10;&amp;ldquo;ôwê, liebe schoene vrowe mîn,&#10;nû bin ich doch dîn,&#10;mahtu troesten mich vil senenden man!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XIV.   Mîn herze, îr schoene und diu minne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xiv-min-herze-ir-schoene-und-diu-minne-9133/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xiv-min-herze-ir-schoene-und-diu-minne-9133/</guid><description>&lt;p&gt;Mîn herze, ir schoene und diu minne habent gesworn&#10;zuo ein ander, des ich waene, ûf mîner vröuden tôt.&#10;zwiu habent diu driu mich einen dar zuo erkorn?&#10;ôwê, minne, gebent ein teil der lieben mîner nôt,&#10;Teilent si ir sô mite, daz sî gedanke ouch machen rôt.&#10;wünsche ich ir senens nû? daz waere bezzer verborn.&#10;lîhte ist ez ir zorn,&#10;sît ir wort mir deheinen kumber gebôt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XVI. Wê, wie lange sol ich ringen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xvi-we-wie-lange-sol-ich-ringen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xvi-we-wie-lange-sol-ich-ringen/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wê, wie lange sol ich ringen&#10;umbe ein wîp, der i c h noch nie wort zuo gesprach?&#10;wie sol mir an ir gelingen?&#10;seht, des wundert m i c h, wan es ê niht geschach,&#10;Daz ein man also tobt, als ich tuon zaller zît,&#10;daz ich sî sô herzeclîche minne&#10;und es ê nie gewuoc und ir dient iemer sît.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiz vil wol, daz si lachet,&#10;swenne ich vor ir stân und enweiz, wer ich bin.&#10;sa zehant bin ich geswachet,&#10;swenne ir schoene nimt mir sô gar mînen sin.&#10;Got weiz wol, daz si noch mîniu wort nie vernam,&#10;wan daz ich ir diende mit gesange,&#10;sô ich beste kunde, und als ir wol gezam.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XVII. Owê, war umbe volg ich tumbem wâne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xvii-owe-war-umbe-volg-ich-tumbem-wane/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xvii-owe-war-umbe-volg-ich-tumbem-wane/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Owê, war umbe volg ich tumbem wâne,&#10;der mich sô sêre leitet in die nôt?&#10;ich schiet von ir gar aller vröiden âne,&#10;daz sî mir trôst noch helfe nie gebôt.&#10;Doch wart ir varwe liljen wîz und rôsen rôt,&#10;und saz vor mir diu liebe wolgetâne,&#10;geblüet reht alsam ein voller mâne:&#10;daz was der ougen wunne und des herzen tôt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mîn staeter muot gelîchet niht dem winde.&#10;ich bin noch, als sî mich hât verlân,&#10;vil staete her von einem kleinen kinde,&#10;swie wê si mir nu lange hât getân,&#10;Als swîgende iegenôte, und ein verholner wân.&#10;wie dicke ich mich der tôrheit underwinde,&#10;swanne ich vor ir stân und sprüche ein wunder vinde,&#10;und muoz doch von ir ungesprochen gân?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXII. Ich waene, nieman lebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxii-ich-waene-nieman-lebe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxii-ich-waene-nieman-lebe/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich waene, nieman lebe, der mînen kumber weine,&#10;den ich eine trage,&#10;ez entuo diu guote, die ich mit triuwen meine,&#10;vernimt si mîne klage.&#10;Wê, wie tuon ich sô, daz ich sô herzeclîche&#10;bin an sî verdâht, daz ich ein künicrîche&#10;vür ir minne niht ennemen wolde,&#10;ob ich teilen unde weln solde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Swer mir des verban, obe ich si minne tougen,&#10;seht, der sündet sich.&#10;swen ich eine bin, si schînt mir vor den ougen.&#10;sô bedunket mich,&#10;Wie si gê dort her ze mir aldur die mûren.&#10;ir rede und ir trôst enlâzent mich niht trûren.&#10;swenne si wil, sô vüeret sî mich hinnen&#10;zeinem venster hôh al über die zinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXII.   Ich waene, nieman lebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxii-ich-waene-nieman-lebe-9141/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxii-ich-waene-nieman-lebe-9141/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich waene, nieman lebe, der mînen kumber weine,&#10;den ich eine trage,&#10;ez entuo diu guote, die ich mit triuwen meine,&#10;vernimt si mîne klage.&#10;Wê, wie tuon ich sô, daz ich sô herzeclîche&#10;bin an sî verdâht, daz ich ein künicrîche&#10;vür ir minne niht ennemen wolde,&#10;ob ich teilen unde weln solde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Swer mir des verban, obe ich si minne tougen,&#10;seht, der sündet sich.&#10;swen ich eine bin, si schînt mir vor den ougen.&#10;sô bedunket mich,&#10;Wie si gê dort her ze mir aldur die mûren.&#10;ir rede und ir trôst enlâzent mich niht trûren.&#10;swenne si wil, sô vüeret sî mich hinnen&#10;zeinem venster hôh al über die zinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXIII. Ich hôrte ûf der heide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxiii-ich-horte-af-der-heide/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxiii-ich-horte-af-der-heide/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hôrte ûf der heide&#10;lûte stimme und süezen sanc.&#10;dâ von wart ich beide&#10;vröiden rîch und an trûren kranc.&#10;Nâch der mîn gedanc sêre ranc unde swanc,&#10;die vant ich ze tanze, dâ si sanc.&#10;âne leide ich dô spranc.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich vant sî verborgen&#10;eine und ir wengel von trehen naz,&#10;dâ si an dem morgen&#10;mînes tôdes sich vermaz.&#10;Der vil lieben haz tuot mir baz danne daz,&#10;dô ich vor ir kniewete, dâ si saz&#10;und ir sorgen gar vergaz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXV. Uns ist zergangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxv-uns-ist-zergangen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxv-uns-ist-zergangen/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns ist zergangen der lieplîch sumer.&#10;dâ man brach bluomen, da lît nu der snê.&#10;mich muoz belangen, wenne sî mînen kummer&#10;welle volenden, der mir tuot so wê.&#10;Jâ klage ich niht den klê,&#10;swenne ich gedenke an ir wîplîchen wengel,&#10;diu man ze vröide so gerne ane sê.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht an ir ougen und merkent ir kinne,&#10;seht an ir kele wîz und prüevent ir munt.&#10;Si ist âne lougen gestalt sam diu minne.&#10;mir wart von vrouwen so liebez nie kunt.&#10;Jâ hât si mich verwunt&#10;sêre in den tôt. ich verliuse die sinne.&#10;genâde, ein küniginne, du tuo mich gesunt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXVI. Mich wundert harte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxvi-mich-wundert-harte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxvi-mich-wundert-harte/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich wundert harte,&#10;daz ir alse zarte&#10;kan lachen der munt.&#10;ir liehten ougen&#10;diu hânt âne lougen&#10;mich senden verwunt.&#10;Diu brach alse tougen&#10;al in mîns herzen grunt.&#10;dâ wont diu guote&#10;vil sanfte gemuote.&#10;des bin ich ungesunt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Swenne ich vil tumber&#10;ir tuon mînen kumber&#10;mit sange bekant,&#10;sô ist ez ein wunder,&#10;daz sî mich tuot under&#10;mit rede zehant.&#10;Swenne ich si hoere sprechen,&#10;sô ist mir alse wol,&#10;daz ich gesitze&#10;vil gar âne witze&#10;non weiz, war ich sol.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXIII a.   Ich wil ein reise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiii-a-ich-wil-ein-reise-9152/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiii-a-ich-wil-ein-reise-9152/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wil ein reise.&#10;wünschent, daz ich wol gevar.&#10;dâ wirt manic weise,&#10;diu lant wil ich brennen gar.&#10;Mîner vrowen rîche,&#10;swaz ich des bestrîche,&#10;daz muoz allez werden verlorn,&#10;sî enwende mînen zorn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Helfet singen alle,&#10;mîne vriunt, und zieht ir zuo&#10;mit&amp;hellip; schalle,&#10;daz si mir genâde tuo.&#10;Schrîet, daz mîn smerze&#10;mîner vrowen herze&#10;breche und in ir ôren gê.&#10;sî tuot mir ze lange wê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXIII b. Ich wil immer singen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiii-b-ich-wil-immer-singen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiii-b-ich-wil-immer-singen/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wil immer singen&#10;dîne hôhen wirdekeit&#10;und an allen dingen&#10;dînen hulden sîn gereit.&#10;Vrouwe, ich kan niht wenken&#10;&amp;hellip;&#10;hâstu tugende und êren vil,&#10;daz wolte ich und immer wil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sint unverborgen,&#10;vrouwe, swaz du tugende hâs.&#10;den âbent und den morgen&#10;sagent si allez, daz du begâs.&#10;Dîne redegesellen&#10;die sint, swie wir wellen,&#10;guoter worte und guoter site.&#10;dâ bist du getiuret mite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;III&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXIII b.   Ich wil immer singen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiii-b-ich-wil-immer-singen-9153/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxiii-b-ich-wil-immer-singen-9153/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wil immer singen&#10;dîne hôhen wirdekeit&#10;und an allen dingen&#10;dînen hulden sîn gereit.&#10;Vrouwe, ich kan niht wenken&#10;&amp;hellip;&#10;hâstu tugende und êren vil,&#10;daz wolte ich und immer wil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sint unverborgen,&#10;vrouwe, swaz du tugende hâs.&#10;den âbent und den morgen&#10;sagent si allez, daz du begâs.&#10;Dîne redegesellen&#10;die sint, swie wir wellen,&#10;guoter worte und guoter site.&#10;dâ bist du getiuret mite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;III&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXV. Lange bin ich geweset verdâht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxv-lange-bin-ich-geweset-verdaht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxv-lange-bin-ich-geweset-verdaht/</guid><description>&lt;p&gt;Lange bin ich geweset verdâht&#10;und unvrô von rehter minnen.&#10;nû hât men mir maere brâht,&#10;der ist vrô mîn herze inbinnen.&#10;Ich sol trôst gewinnen&#10;von der vrowen mîn.&#10;wie möht ich danne trûric sîn?&#10;ob ir rôter munt&#10;tuot mir vröide kunt,&#10;sô getrûr ich niemer mê.&#10;ez ist quît, was mir wê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zarter Blumen reich Gewinde...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zarter-blumen-reich-gewinde/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zarter-blumen-reich-gewinde/</guid><description>&lt;p&gt;Zarter Blumen reich Gewinde&#10;Flocht ich Dir zum Angebinde;&#10;Unvergängliches zu bieten,&#10;Ist mir leider nicht beschieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den leichten Blütenranken&#10;Lauschen liebende Gedanken,&#10;Die in leisen Tönen klingen&#10;Und Dir fromme Wünsche bringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Worte aus des Herzens Fülle&#10;Sind wie Duft aus Blumenhülle;&#10;Blumen müssen oft bezeigen,&#10;Was die Lippen gern verschweigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so bringt vom fernen Orte&#10;Dieses Blatt Dir Blumenworte;&#10;Mögen sie vor Deinen Blicken&#10;Sich mit frischen Farben schmücken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zäzilie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zaezilie/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zaezilie/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das erste, des Zäzilie beflissen,&#10;ist dies: sie nimmt von Tisch und Stuhl die Bücher&#10;und legt sie Stück auf Stück, wie Taschentücher,&#10;jeweils nach bestem Wissen und Gewissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Desgleichen ordnet sie die Schreibereien,&#10;die Hefte, Mappen, Bleis und Gänsekiele,&#10;vor Augen nur das eine Ziel der Ziele,&#10;dem Genius Ordnung das Gemach zu weihen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn Sauberkeit ist nicht zwar ihre Stärke,&#10;doch Ordnung, Ordnung ist ihr eingeboren.&#10;Ein Scheuerweib ist nicht an ihr verloren.&#10;Dafür ist Symmetrie in ihrem Werke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zeichen der Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zeichen-der-zeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zeichen-der-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;»Des Himmels Gestalt wißt ihr zu beurtheilen:&#10;Aber die Zeichen der Zeit prüfet ihr nicht.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hebt eure Hände, ihr Erdebewohner,&#10;Hebt sie zum hohen gewaltigen Throner&#10;Eure gefalteten Hände empor!&#10;Weinet dem Schwinger des Donners&#10;Eure Empfindungen vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zornig erblickt Er die sündige Erde.&#10;Engel des Todes mit ernster Gebehrde&#10;Hat Er vom Throne heruntergesandt,&#10;Strafende Schwerter und Ruthen&#10;Trägt ihre mächtige Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blutgeschrey brüllet am Osten und Norden!&#10;Zahllose Streiter, gedungen zum Morden,&#10;Heben die nervigen Arme voll Wuth.&#10;Blut färbt die Scholle der Erde,&#10;Röthet die Welle der Fluth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zeit/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zeit/</guid><description>&lt;p&gt;So wandelt sie, im ewig gleichen Kreise,&#10;Die Zeit nach ihrer alten Weise,&#10;Auf ihrem Wege taub und blind,&#10;Das unbefangne Menschenkind&#10;Erwartet stets vom nächsten Augenblick&#10;Ein unverhofftes seltsam neues Glück.&#10;Die Sonne geht und kehret wieder,&#10;Kommt Mond und sinkt die Nacht hernieder,&#10;Die Stunden die Wochen abwärts leiten,&#10;Die Wochen bringen die Jahreszeiten.&#10;Von aussen nichts sich je erneut,&#10;In Dir trägst du die wechselnde Zeit,&#10;In Dir nur Glück und Begebenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zensur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zensur/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zensur/</guid><description>&lt;p&gt;Nur immer frisch verboten,&#10;nur immer konfisziert!&#10;Und ging&amp;rsquo; es auch nach Noten,&#10;ihr weckt doch nicht die Toten,&#10;das Leben triumphiert!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr traurigen Kapuzen,&#10;ihr aller Wahrheit Feind,&#10;ihr wollt den Adler stutzen,&#10;die Sonne wollt ihr putzen,&#10;weil sie zu hell euch scheint?!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umsonst! Ihr könnt nicht hindern,&#10;auch nicht das kleinste Wort!&#10;Ihr könnt den Haß nicht mindern,&#10;ihr könnt die Glut nicht lindern,&#10;die grimmig euch verdorrt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zensurdebatte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zensurdebatte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zensurdebatte/</guid><description>&lt;p&gt;Im Reichstag haben sie über Zensur gesprochen&#10;und alle Mißgriffe derselben fürchterlich gerochen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herr Gothein hat es ausführlich in den Saal hineingeredet,&#10;groß sei das Debet derselben, aber klein ihr Kredit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auch Herr Müller-Meiningen hat sich dahin ausgelassen:&#10;neben England müsse man dieselbe am meisten hassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann haben sich aber die Vertreter der Regierung erhoben&#10;und sagten: man müsse dieselbe ertragen, aber nicht loben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn die Offiziersburschen mit den Dienstmädchen gingen,&#10;so sei das geheim; über Truppenbewegungen dürfe man nichts bringen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zeuch ein zu deinen Toren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zeuch-ein-zu-deinen-toren/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zeuch-ein-zu-deinen-toren/</guid><description>&lt;p&gt;Zeuch ein zu deinen Toren,&#10;sei meines Herzens Gast,&#10;der du, da ich geboren,&#10;mich neu geboren hast,&#10;o hochgeliebter Geist&#10;des Vaters und des Sohnes,&#10;mit beiden gleichen Thrones,&#10;mit beiden gleich gepreist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeuch ein, laß mich empfinden&#10;und schmecken deine Kraft,&#10;die Kraft, die uns von Sünden&#10;Hülf und Errettung schafft.&#10;Entsündge meinen Sinn,&#10;daß ich mit reinem Geiste&#10;dir Ehr und Dienste leiste,&#10;die ich dir schuldig bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zornige Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zornige-sehnsucht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zornige-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Ich duld es nimmer! ewig und ewig so&#10;Die Knabenschritte, wie ein Gekerkerter&#10;Die kurzen vorgemeßnen Schritte&#10;Täglich zu wandeln, ich duld es nimmer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ists Menschenlos - ists meines? ich trag es nicht,&#10;Mich reizt der Lorbeer, - Ruhe beglückt mich nicht,&#10;Gefahren zeugen Männerkräfte,&#10;Leiden erheben die Brust des Jünglings.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was bin ich dir, was bin ich, mein Vaterland?&#10;Ein siecher Säugling, welchen mit tränendem,&#10;Mit hoffnungslosem Blick die Mutter&#10;In den gedultigen Armen schaukelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu Bacharach am Rheine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-bacharach-am-rheine/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-bacharach-am-rheine/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Bacharach am Rheine&#10;Wohnt eine Zauberin,&#10;Sie war so schön und feine&#10;Und riß viel Herzen hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und brachte viel zu schanden&#10;Der Männer rings umher,&#10;Aus ihren Liebesbanden&#10;War keine Rettung mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bischof ließ sie laden&#10;Vor geistliche Gewalt -&#10;Und mußte sie begnaden,&#10;So schön war ihr&amp;rsquo; Gestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er sprach zu ihr gerühret:&#10;&amp;ldquo;Du arme Lore Lay!&#10;Wer hat dich denn verführet&#10;Zu böser Zauberei?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Herr Bischof laßt mich sterben,&#10;Ich bin des Lebens müd,&#10;Weil jeder muß verderben,&#10;Der meine Augen sieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu späte Reue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-spaete-reue/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-spaete-reue/</guid><description>&lt;p&gt;Da geht er wieder, der bleiche Knabe,&#10;Dem ich die Treue gebrochen habe;&#10;Und trägt noch immer, ob es auch bleichte,&#10;Am Hut das Röslein, das ich ihm reichte.&#10;Weh&amp;rsquo;, daß ich Schätze um Liebe tauschte,&#10;Mit eitlem Flimmer mein Herz berauschte!&#10;Was ist von allem mir treu geblieben,&#10;Als sein verschmähtes, verkanntes Lieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum 17. Januar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-17-januar/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-17-januar/</guid><description>&lt;p&gt;(An Grüneisen)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich benedeit mein Lied, du freudenvolle Sonne,&#10;Dich preise ich anjetzt, o Tag voll Glück und Wonne,&#10;An dem mein Ohm, der Herr Oberregierungsrat&#10;Grüneisen, diese Welt als kleines Kind betrat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Nam ist wunderlich und doch voll tiefem Wesen,&#10;Als hätte man Grüneisen just für ihn erlesen;&#10;Denn grün bedeutet frisch, als wie ein grüner Baum,&#10;Der lustig blüht und sproßt an eines Baches Saum;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Eisen, das ist stark, ganz über alle Maßen&#10;(Man kann daraus Geschirr und Öfen gießen lassen).&#10;Es dauert ewig fort, noch ewiger als Stein,&#10;Drum muß in deinem Namen auch das Eisen sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Lazarus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-lazarus/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-lazarus/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass die heil&amp;rsquo;gen Parabolen,&#10;Lass die frommen Hypothesen -&#10;Suche die verdammten Fragen&#10;Ohne Umschweif uns zu lösen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum schleppt sich blutend, elend,&#10;Unter Kreuzlast der Gerechte,&#10;Während glücklich als ein Sieger&#10;Trabt auf hohem Ross der Schlechte?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Woran liegt die Schuld? Ist etwa&#10;Unser Herr nicht ganz allmächtig?&#10;Oder treibt er selbst den Unfug?&#10;Ach, das wäre niederträchtig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also fragen wir beständig,&#10;Bis man uns mit einer Handvoll&#10;Erde endlich stopft die Mäuler -&#10;Aber ist das eine Antwort?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Neuen Jahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-neuen-jahr-9112/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-neuen-jahr-9112/</guid><description>&lt;p&gt;Wie heimlicher Weise&#10;Ein Engelein leise&#10;Mit rosigen Füßen&#10;Die Erde betritt,&#10;So nahte der Morgen.&#10;Jauchzt ihm, ihr Frommen,&#10;Ein heilig Willkommen,&#10;Ein heilig Willkommen!&#10;Herz, jauchze du mit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Ihm sei&amp;rsquo;s begonnen,&#10;Der Monde und Sonnen&#10;An blauen Gezelten&#10;Des Himmels bewegt.&#10;Du, Vater, du rate!&#10;Lenke du und wende!&#10;Herr, dir in die Hände&#10;Sei Anfang und Ende,&#10;Sei alles gelegt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Neujahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-neujahr/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-neujahr/</guid><description>&lt;p&gt;Mit einem Taschenkalender&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An tausend Wünsche, federleicht,&#10;Wird sich kein Gott noch Engel kehren,&#10;Ja, wenn es so viel Flüche wären,&#10;Dem Teufel wären sie zu seicht.&#10;Doch wenn ein Freund in Lieb und Treu&#10;Dem andern den Kalender segnet,&#10;So steht ein guter Geist dabei.&#10;Du denkst an mich, was Liebes dir begegnet,&#10;Ob dir&amp;rsquo;s auch ohne das beschieden sei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Einweihung eines Brüdertempels</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-einweihung-eines-bruedertempels/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-einweihung-eines-bruedertempels/</guid><description>&lt;p&gt;In des neuen Tempels Hallen&#10;Tritt feiernd ein der Brüder Schar.&#10;So laßt das erste Lied erschallen&#10;Dem Gott, der sein wird, ist und war.&#10;Der alte Bau war ihm geweiht,&#10;So segn′ er auch den neuen heut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihn bannet keine heilge Stätte,&#10;Er waltet durch die weite Welt;&#10;Es fehlt sein Arm in keiner Kette,&#10;Die Liebe knüpft und Liebe hält.&#10;Er ist auch hier in unsrer Schar,&#10;Der Gott. der sein wird, ist und war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-erinnerung/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-erinnerung/</guid><description>&lt;p&gt;Vergissmeinnichtblüten&#10;Zu pflücken am Strand,&#10;Dem Bächlein gebieten&#10;Mit kindischer Hand!&#10;Den Nachen zu lenken,&#10;Und wieder zurück,&#10;Die Blüten verschenken&#10;Mit großmüt&amp;rsquo;gem Blick.&#10;Das waren die Spiele,&#10;Das kindliche Glück,&#10;O, ruft mir Gefühle&#10;Der Kindheit zurück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hochzeit einer Schauspielerin mit einem Professor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-einer-schauspielerin-mit-einem-professor/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hochzeit-einer-schauspielerin-mit-einem-professor/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bei fröhlichem Fest in versammelter Schar nur der Freude die Jungen gedenken,&#10;Sei dem Alter vergönnt - und dem Dichter zumal! - in den Ernst den Gedanken zu senken.&#10;Denn es eignet der Kunst, daß das Einzelne sie, das Vergänglichkeit schleunig umnachtet,&#10;Zu den Sternen erhebt und als Spiegelbild von dem Ewigen sinnend betrachtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als die Kunde kam, daß dies schöne Geschöpf, das der Kunst Melpomenens geweiht war,&#10;Sich dem Freunde verlobt, der der Wissenschaft in den vordersten Heerbann gereiht war, -&#10;Da erfreute sich tief in der Brust mir das Herz. - Nicht nur, weil mir sicher bewußt war,&#10;Daß vortrefflich gesellt, mit der Bürgschaft des Glücks, dies Par für den Ernst und die Lust war, -&#10;Auch weil ich erkannt ein bedeutsam Symbol in der Beiden Suchen und Findung:&#10;Denn sie sind mir des Schönen und Wahren zugleich die begeisterte Liebesverbindung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Hölle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hoelle/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-hoelle/</guid><description>&lt;p&gt;Du reizend Ungeheuer,&#10;Neig&amp;rsquo; her den schönen Leib!&#10;Reich&amp;rsquo; mir den Kelch voll Feuer&#10;Du wunderbares Weib!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du mich küssen, drücken,&#10;Werd&amp;rsquo; ich mich nicht entziehn,&#10;Spür&amp;rsquo; ich in meinem Rücken&#10;Den Dolch auch immerhin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie salzlos war&amp;rsquo; die Liebe,&#10;Wie matt ihr Himmelsgold&#10;Wenn sie aus Einem Triebe&#10;Allein bestehen sollt'!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ist man erst gerühret,&#10;Das ist der rechte Spaß,&#10;Wenn Haß die Liebe schüret&#10;Und Liebe schürt den Haß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-nacht/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Vorbei der Tag! Nun laß mich unverstellt&#10;Genießen dieser Stunde vollen Frieden!&#10;Nun sind wir unser; von der frechen Welt&#10;Hat endlich uns die heilige Nacht geschieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß einmal noch, eh sich dein Auge schließt,&#10;Der Liebe Strahl sich rückhaltlos entzünden;&#10;Noch einmal, eh im Traum sie sich vergißt,&#10;Mich deiner Stimme lieben Laut empfinden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gibt es mehr! Der stille Knabe winkt&#10;Zu seinem Strande lockender und lieber;&#10;Und wie die Brust dir atmend schwellt und sinkt,&#10;Trägt uns des Schlummers Welle sanft hinüber.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Weinlese</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-weinlese/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-weinlese/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Bacchus ist der beste Mann&#10;Zu einem Schutzpatrone;&#10;Wir nehmen ihn zum Heilgen an:&#10;Bringt her die Epheukrone.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es mag Herkul, der Griesgram, sich&#10;Mit Ungeheuern hauen;&#10;Hier wollen wir uns brüderlich&#10;Bey Libers Schlauch erbauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mag Orpheus vor der Höllenthür,&#10;Der Bänkelsänger, leyern;&#10;Hier wollen wir ein Fest dafür&#10;Dem Rebengotte feyern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Paduaner Anton mag&#10;Mit weisen Fischen reden;&#10;Hier wollen wir bey dem Gelag&#10;Im Wein die Grillen tödten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zuverlässige Geschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zuverlaessige-geschichte/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zuverlaessige-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Federmesser sich selbst geblendeten Dichter, nebst einem&#10;angehängten wohlmeinenden Warnungsmittel&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Geist, den man schon viele Jahre&#10;Gedruckt bei Käsekrämern fand,&#10;Der bei dem Altar und der Bahre&#10;Im Sold als Tagelöhner stand;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verstieg sich, weil er viel geschmieret,&#10;Zur Epopee, zum Trauerspiel,&#10;Und sang, wie′s Dichtern itzt gebühret,&#10;Auch in Hexametern sehr viel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar trafen schreckliche Gerichte&#10;Des strengen Tadels seinen Witz;&#10;Es donnerte auf die Gedichte,&#10;In jede Zeile schlug ein Blitz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Augen wie Sterne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-augen-wie-sterne/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-augen-wie-sterne/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Augen wie Sterne&#10;Die sähen so gerne&#10;Das wonnige Licht,&#10;Und dürfen es nicht;&#10;Die hellen Karfunklen&#10;Die könnten verdunklen&#10;Das sonnige Licht,&#10;Und dürfen es nicht.&#10;O Liebesverlangen!&#10;In Kerker gefangen,&#10;Sind die Augen so minniglich,&#10;Die Lippen so wonniglich,&#10;Die Worte die milden,&#10;Die Locken so gülden,&#10;Es bricht mir das Herz&#10;Vor Leidmuth und Schmerz.&#10;Ich sehe bis an den Tod&#10;Die Lippen rosinroth&#10;Und sollt ich nimmer genesen,&#10;Dächt ich doch an ihr minniglich Wesen,&#10;An ihr Blicken so mild,&#10;An das schönste Frauenbild,&#10;Und sollt ich Schmach und Tod erwerben&#10;Das Mägdlein minnt ich und sollt ich sterben&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Bäume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-baeume/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-baeume/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Bäume hab&amp;rsquo; ich einst im Wald gesehn,&#10;Die wollten sich einander nahe stehn.&#10;Sie schau&amp;rsquo;n sich an voll Sehnsucht, möchten gern&#10;Sich fest umschlingen; doch sie stehn zu fern,&#10;Denn andrer Grund ist Jedem angewiesen,&#10;Darin des Lebens starke Wurzeln sprießen.&#10;So neigt sich Jeder still zum Andern hin,&#10;Der Eine scheint den Andern anzuzieh&amp;rsquo;n,&#10;Bis es zuletzt gelingt den schlanken Zweigen,&#10;Sich in den Kronen liebend zu erreichen.&#10;Wie sie die Aeste in einander flechten,&#10;Sind sie beschirmt von liebevollen Mächten;&#10;In blauen Lüften, wo die Wolken jagen,&#10;Da dürfen sie sich ihre Sehnsucht klagen.&#10;Sie dürfen Blüth&amp;rsquo; um Blüthe selig tauschen,&#10;An ihren Düften wonnig sich berauschen.&#10;Sie stehn, vom Licht des Abendroths umglüht,&#10;Gleich wie von tausend Rosen überblüht;&#10;Verklärend weben aus der Himmelsferne&#10;Ihr heilig Licht darum die ew&amp;rsquo;gen Sterne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Eimer sieht man ab und auf...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-eimer-sieht-man-ab-und-auf/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-eimer-sieht-man-ab-und-auf/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Eimer sieht man ab und auf&#10;In einem Brunnen steigen,&#10;Und schwebt der eine voll herauf,&#10;Muß sich der andre neigen.&#10;Sie wandern rastlos hin und her,&#10;Abwechselnd voll und wieder leer,&#10;Und bringst du diesen an den Mund,&#10;Hängt jener in dem tiefsten Grund;&#10;Nie können sie mit ihren Gaben&#10;In gleichem Augenblick dich laben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei schwarze Raben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-schwarze-raben/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-schwarze-raben/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei schwarze Raben streichen&#10;Geduckt am Acker hin,&#10;Ihr Flug ist wie voll Zeichen&#10;Und voll geheimen Sinn,&#10;Als wollten Dämonen entweichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmel plötzlich klopfen&#10;Auf Steine und auf Staub,&#10;Aus Wolken fallen Tropfen&#10;Und blättern in dem Laub.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie finstre Tarnenkappen&#10;Drin eins versteckt sich hält,&#10;Fällt Rab&amp;rsquo; und Rab&amp;rsquo; ins Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tropfen im Himmel stocken,&#10;Die Raben hüpfen und hocken -&#10;Lieb&amp;rsquo; und Hunger umlungern die Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Seelen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-seelen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-seelen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich, Herr Tiger, bestehe zu meinem Heil&#10;aus einem Oberteil und einem Unterteil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Oberteil fühlt seine bescheidene Kleinheit,&#10;ihm ist nur wohl in völliger Reinheit;&#10;es ist tapfer, wahr, anständig und&#10;bis in seine tiefsten Tiefen klar und gesund.&#10;Das Oberteil ist auch durchaus befugt, Ratschläge zu erteilen&#10;und die Verbrechen von andern Oberteilen&#10;zu geißeln - es darf sich über die Menschen lustig machen,&#10;und wenn andre den Naseninhalt hochziehn, darf es lachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Seestücke - 1. Wilhelm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-seestuecke-1-wilhelm/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-seestuecke-1-wilhelm/</guid><description>&lt;p&gt;Getakelt lag das Schiff am Port,&#10;Die Wimpel floßen roth im Winde.&#10;Schwarzäugig Suschen kam an Bord:&#10;»O sagt mir, wo ich Wilhelm finde!&#10;Ihr weidlichen Matrosen, sagt mir wahr:&#10;Geht Wilhelm mit in Eurer frohen Schaar?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wilhelm, der hoch am Maste sang,&#10;Gewiegt von Wellen hin und wieder,&#10;Sobald die traute Stimm ihm klang,&#10;Sah stumm durch Seil und Stangen nieder.&#10;Das lange Tau durchglitt ihm heiß die Hand&#10;Und rasch erreicht er das Verdeck und stand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Seestücke - 2. Suschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-seestuecke-2-suschen/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-seestuecke-2-suschen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Ozean stieg schaurig&#10;Vom Sturmwind aufgeschreckt.&#10;Da seufzte Suschen traurig,&#10;Am Felsenbach gestreckt.&#10;Ihr Auge weithin spähend&#10;Durchflog den Wogendrang,&#10;Indes die Stirn ihr wehend&#10;Die Trauerweid&amp;rsquo; umschlang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Das Jahr ist schon vorüber&#10;Ach! schon neun Tage mehr!&#10;Warum so dreist, o lieber!&#10;Vertrautest Du dem Meer?&#10;Laß Meer, vom Sturm gehoben,&#10;Laß meinen Wilhelm ruhn!&#10;Ach, hier im Busen toben&#10;Noch wildre Stürme nun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was zogst Du Gold zu häufen&#10;Zum fernen Mohrenstrand,&#10;Wo Spezereien reifen&#10;Und Perl und Diamant?&#10;Der Fleiß bei sicherm Werke&#10;Gewährt uns Ueberfluß,&#10;Uns gäbe Mut und Stärke&#10;Ein treuer Herzenskuss.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Wandrer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-wandrer/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-wandrer/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Stummer zieht durch die Lande,&#10;Gott hat ihm ein Wort vertraut,&#10;Das kann er nicht ergründen,&#10;Nur einem darf er′s verkünden,&#10;Den er noch nie geschaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Tauber zieht durch die Lande,&#10;Gott selber hieß ihn gehn,&#10;Dem hat er das Ohr verriegelt,&#10;Und jenem die Lippe versiegelt,&#10;Bis sie einander sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wird der Stumme reden,&#10;Der Taube vernimmt das Wort,&#10;Er wird sie gleich entziffern,&#10;Die dunkeln göttlichen Chiffern,&#10;Dann ziehn sie gen Morgen fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zweite Silbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zweite-silbe/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zweite-silbe/</guid><description>&lt;p&gt;Im Zimmer bin ich comfortable&#10;Und häufig nur ein einzig Blatt;&#10;Im Land der Gluten und der Nebel&#10;Ist wohl kein Haus, das mich nicht hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Befriedigend ist meine Größe&#10;Und niedlich meine Kleinigkeit,&#10;Man deckt oft meine schöne Blöße&#10;Mit einem noch viel schönern Kleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft fürcht′ ich unter Last zu brechen,&#10;Oft bin ich leider völlig leer,&#10;Oft bin ich ausgewählt zum Zechen,&#10;Oft von zu vielem Gelde schwer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zweites Lied von der alten Waschfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zweites-lied-von-der-alten-waschfrau/</link><pubDate>Sun, 24 May 2026 20:06:27 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zweites-lied-von-der-alten-waschfrau/</guid><description>&lt;p&gt;Es hat euch anzuhören wohl behagt,&#10;Was ich von meiner Waschfrau euch gesagt;&#10;Ihr habt′s für eine Fabel wohl gehalten?&#10;Fürwahr, mir selbst erscheint sie fabelhaft;&#10;Der Tod hat längst sie alle hingerafft,&#10;Die jung zugleich gewesen mit den Alten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies werdende Geschlecht, es kennt sie nicht&#10;Und geht an ihr vorüber ohne Pflicht&#10;Und ohne Lust, sich ihrer zu erbarmen.&#10;Sie steht allein. Der Arbeit zu gewohnt,&#10;Hat sie, solang′ es ging, sich nicht geschont;&#10;Jetzt aber, wehe der vergess′nen Armen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendgebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgebet/</link><pubDate>Tue, 19 May 2026 19:53:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendgebet/</guid><description>&lt;p&gt;Abends wenn ich schlafen geh,&#10;Vierzehn Engel bei mir stehn,&#10;Zwey zu meiner Rechten,&#10;Zwey zu meiner Linken,&#10;Zwey zu meinen Häupten,&#10;Zwey zu meinen Füssen,&#10;Zwey die mich decken,&#10;Zwey die mich wecken,&#10;Zwey die mich weisen&#10;In das himmlische Paradeischen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brautmorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brautmorgen/</link><pubDate>Tue, 19 May 2026 19:53:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brautmorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Des Erwachens Knospe schwillt,&#10;Hochrosig tönt sich der regere Schlummer.&#10;Zögernd, selig bang,&#10;Lange, lange.&#10;Weit offen die lauschende Seele.&#10;War es, war es nicht?&#10;Das schreckende Märchen,&#10;So hold und so wild!&#10;Ein leiser Blick stiehlt sich um.&#10;Ja, es ist da&#10;Und sieht doch gar nicht gefährlich aus -&#10;Und wie ruhig es atmen kann!&#10;Als sei nichts,&#10;Aber auch gar nichts passiert.&#10;War das da denn so furchtbar,&#10;So unverschämt - und scheußlich,&#10;So zu sich zwingend -&#10;Und kehrte sich an nichts.&#10;Möglich, daß nur&amp;rsquo;s Dunkel so drauf wirkt.&#10;Dieses gute schlummernde Kind,&#10;Dieser schlummernde Friede&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sang an Palermo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sang-an-palermo/</link><pubDate>Tue, 19 May 2026 19:53:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sang-an-palermo/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond läßt sich von Wolken aus Porzellan umdrängen.&#10;Sie fliegen leicht und haben eine Schaumglasur.&#10;Verbauschte Engel, auf gebäumte Leibermengen&#10;Umgrotten hoch den Mond wie eine Silberuhr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond verkündet unerforschte Weltenstunden.&#10;Die Helden baun ihr Schiff; die Meere sind erstaunt.&#10;Delphine wollen Vorbedeutungen bekunden,&#10;Und auch die Wogen sind zu Rausch gelaunt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Winde liegen schwer in auf gereckten Völkersegeln.&#10;Wie starr und unerwartet kam der bleiche Traum.&#10;Die Schiffe wittern nach den Dampf- und Flammenkegeln:&#10;Das war einmal! Und was geschah, erwacht als Schaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spruchverse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spruchverse/</link><pubDate>Tue, 19 May 2026 19:53:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spruchverse/</guid><description>&lt;p&gt;Verständnis für jedwedes Leid,&#10;Erbarmen mild mit jedem Fehle;&#10;Daran in dieser Zeitlichkeit&#10;Erkennst du die erwählte Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;*&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur der das Leiden kennt,&#10;Kennt auch ein heiß Erbarmen;&#10;Der selber darbt, der giebt;&#10;Großmütig sind die Armen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie auf Erden, so im Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-auf-erden-so-im-himmel/</link><pubDate>Tue, 19 May 2026 19:53:30 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-auf-erden-so-im-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Am Himmel war&amp;rsquo;s nicht mehr geheuer,&#10;Es ging dort bunt zu, wie auf Erden,&#10;Es zeigten sich alldort Cometen&#10;Mit langen Demokratenbärten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sogleich versuchten es die Wolken,&#10;Die rothe Fahne aufzuhissen;&#10;Von den Plejaden ward das Pflaster&#10;In der Milchstraße aufgerissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ganze Firmament ist drüber&#10;In große Aufregung gerathen,&#10;Man baute gleich von allen Seiten&#10;Gewaltig hohe Barrikaden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Mond auch ist die Ruh gestöret&#10;Durch Neurungssüchtige geworden,&#10;Die Mondkälber, die lammesfrommen,&#10;Empörten sich zu Hauf alldorten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>14. Juli 1834</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/14-juli-1834/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 15:35:35 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/14-juli-1834/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß wohl, was dich bannt in mir,&#10;Die Lebensglut in meiner Brust,&#10;Die süße zauberhafte Zier,&#10;Der bangen tiefgeheimen Lust,&#10;Die aus mir strahlet, ruft zu dir,&#10;Schließ mich in einen Felsen ein,&#10;Ruft doch arm Lind durch Mark und Bein:&#10;Komm, lebe, liebe, stirb an mir,&#10;Leg′ dir diesen Fels auf deine Brust,&#10;Du mußt, mußt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>1. Januar 1851</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/1-januar-1851/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/1-januar-1851/</guid><description>&lt;p&gt;Sie halten Siegesfest, sie ziehn die Stadt entlang;&#10;Sie meinen, Schleswig-Holstein zu begraben.&#10;Brich nicht, mein Herz! Noch sollst du Freude haben;&#10;Wir haben Kinder noch, wir haben Knaben,&#10;Und auch wir selber leben, Gott sei Dank!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>22. Juni 1834. Nach Karlsbad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/22-juni-1834-nach-karlsbad/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/22-juni-1834-nach-karlsbad/</guid><description>&lt;p&gt;Den ersten Tropfen dieser Leidensflut,&#10;In der ich wehrlos, elend bin ertrunken,&#10;Und auch von dieser grimmen Glut,&#10;Die all mein Sein verzehrt, den ersten Funken,&#10;Des Traumes Blumenrand, wo ich geruht,&#10;Eh in des Schmerzes Abgrund ich gesunken.&#10;Das erste Tröpflein von dem Feuerblut,&#10;In das ich wagt, den Finger einzutunken,&#10;Um wehe mir! mit irrer Wut&#10;An Leib und Seele liebeszaubertrunken&#10;Von mir zu schleudern, weh! mein letztes Gut,&#10;Und weh! mit meinem Elend noch zu prunken&#10;Vor meiner Seele, arger Übermut!&#10;- Ich kenn das all, schiffbrüchig auf dem Meer&#10;Schwimmt drohend es in Trümmern um mich her.&#10;Weh! - der Syrene nackte Schulter blank,&#10;An der gescheitert ich den Sinn verloren,&#10;Zuckt dort empor und weh! - das Leibchen schlank,&#10;Das kranke Herz, das mich zu Tod geboren,&#10;Die Hand, die mich getauft, genährt mit Zaubertrank,&#10;Sie hebt sich drohnd - es schallt zu meinen Ohren:&#10;»Mein lieber armer Freund! wie krank! wie krank!&#10;Horch! Schlummerlied vom Schicksal eines Toren,&#10;Viel hättest du mir helfen, nützen können,&#10;Nun muß die Flut, die uns umarmt, uns trennen,&#10;Die Woge die mich kühlet, dich verbrennen!«&#10;Auf wundenvoller Straße&#10;Mußt du gespenstend gehen,&#10;Wo dir mit allem Maße&#10;Ich Quelle aller Wehen,&#10;Ich Welle aller Wonnen,&#10;Die Adern hab durchronnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>9. [Februarschnee]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/9-februarschnee/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/9-februarschnee/</guid><description>&lt;p&gt;Februarschnee&#10;tut nicht mehr weh,&#10;denn der März ist in der Näh!&#10;aber im März&#10;hüte das Herz,&#10;daß es zu früh nicht knospen will!&#10;warte, warte und sei still!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wär der sonnigste Sonnenschein,&#10;und wär es noch so grün auf Erden,&#10;warte, warte und sei still:&#10;es muß erst April gewesen sein,&#10;bevor es Mai kann werden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>A l′ordre du jour</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/a-lordre-du-jour/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/a-lordre-du-jour/</guid><description>&lt;p&gt;Wunderlichster der Menschen, du! Jetzt spottest du meiner,&#10;Und wie viel Tränen sind doch still deiner Wimper entflohn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>A potiori fit denominatio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/a-potiori-fit-denominatio/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/a-potiori-fit-denominatio/</guid><description>&lt;p&gt;Sagt nicht, den Logikern zum Skandal,&#10;»Das Schiff des Ruders, die Nase des Wahl.«&#10;Sprecht, nach der Natur und Vernunft Ukase,&#10;»Das Ruder des Schiffs, der Wahl der Nase.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abbild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abbild/</guid><description>&lt;p&gt;Seele meines Weibes wie zartes Silber bist du.&#10;Zwei flinke Fittiche weißer Möven&#10;Deine beiden Füße.&#10;Und dir im lieben Blute auf&#10;Steigt ein blauer Hauch&#10;Und sind die Dinge darin&#10;Alle ein Wunder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abbitte an Herrn Wahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abbitte-an-herrn-wahl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abbitte-an-herrn-wahl/</guid><description>&lt;p&gt;Vergib mir! – Du bist von gerechtem Schmerz&#10;Ob meinen Nasepasquillen durchdrungen:&#10;Denn, was ich Hyperbeln nannt’ im Scherz,&#10;Das sind in Wahrheit – Verkleinerungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend/</guid><description>&lt;p&gt;Und wieder ein Abend; ein Tag in das Nichts,&#10;das grenzenlose Nichts gerollt -&#10;in den bleiernen Wolken ein Sterben des Lichts&#10;und über den Wäldern der Mond, gelb wie altfränkisches Gold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun dunkelt es schnell; ein Wind macht sich auf&#10;und rasselt im Schiefergedäche am Turm -&#10;kopfüber purzelt der Tage Lauf&#10;vor der Ewigkeit drohendem Sturm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abend im Früh-Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-im-frueh-herbst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abend-im-frueh-herbst/</guid><description>&lt;p&gt;Weit ausgegossen liegt das breite Land.&#10;Der Himmel taucht den Scheitel noch ins Licht,&#10;Doch seitlich hebt gelassen eine Hand&#10;Die dunkle Maske Nacht ihm ins Gesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel fette Lämmer weiden auf der Flur,&#10;In Gärten steht das Kraut in seiner Fülle,&#10;Herbstwälder ziehn als eine goldne Spur,&#10;Am Baum die Frucht glänzt prall in ihrer Hülle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist der letzte dieser kurzen Tage:&#10;All Ding steht reif und rund und unbewegt&#10;Schwebend in sich gebannt wie eine Waage,&#10;Die Tod und Leben gleichgewichtig trägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendbilder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendbilder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendbilder/</guid><description>&lt;p&gt;1&#10;Friedlicher Abend senkt sich aufs Gefilde;&#10;Sanft entschlummert Natur, um ihre Züge&#10;Schwebt der Dämmerung zarte Verhüllung, und sie&#10;Lächelt, die holde;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächelt, ein schlummernd Kind in Vaters Armen,&#10;Der voll Liebe zu ihr sich neigt; sein göttlich&#10;Auge weilt auf ihr, und es weht sein Odem&#10;Über ihr Antlitz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&#10;Stille wirds im Walde; die lieben kleinen&#10;Sänger prüfen schaukelnd den Ast, der durch die&#10;Nacht dem neuen Fluge sie trägt, den neuen&#10;Liedern entgegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendblick vom Hochstein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendblick-vom-hochstein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendblick-vom-hochstein/</guid><description>&lt;p&gt;Es deckt mit seidnen Schleiern&#10;Der Tag sein Ölbild zu:&#10;Um Dorf und Acker fledert&#10;Mausgraue Abendruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fichtwald nimmt seinen Mantel&#10;Und brummelt in den Bart.&#10;Des Baches Blindschleich findet&#10;Mehr kaum den Silberpfad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fermatenlang gezogen&#10;Klimmt noch ein Bauernchor&#10;Mit Spuk und Nebel kämpfend&#10;Zu meinem müden Ohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmelsleute zünden&#10;Nun blaues Feuerwerk&#10;Und durch die weichen Dunkel&#10;Trippelt Prinz Schlafezwerg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abenddämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abenddaemmerung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abenddaemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;Sei willkommen, Zwielichtstunde!&#10;Dich vor allen lieb′ ich längst,&#10;Die du, lindernd jede Wunde,&#10;Unsre Seele mild umfängst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hin durch deine Dämmerhelle&#10;In den Lüften, abendfeucht,&#10;Schweben Bilder, die der grelle&#10;Schein des lauten Tags gescheucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träume und Erinnerungen&#10;Nahen aus der Kinderzeit,&#10;Flüstern mit den Geisterzungen&#10;Von vergangner Seligkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zu Jugendlustgenossen&#10;Kehren wir ins Vaterhaus;&#10;Arme, die uns einst umschlossen,&#10;Breiten neu sich nach uns aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach dem Trennungsschmerz, dem langen,&#10;Dürfen wir noch einmal nun&#10;Denen, die dahingegangen,&#10;Am geliebten Herzen ruhn,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlicht/</guid><description>&lt;p&gt;Am Waldesrande ging ein armes Weib,&#10;Das jüngste Kind lag an der matten Brust,&#10;Und an der rechten Hand hielt sie das andre.&#10;Das jauchzte auf in kindlich heller Lust,&#10;Als durch die Baumeskronen golden glänzte&#10;Das Abendlicht der Sonne und den Pfad&#10;Mit einem lichten, letzten Strahl beschien,&#10;In den der Fuß des armen Kindes trat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ließ es schnell die Hand der Mutter los&#10;Und beugte nieder sich, den hellen Schein&#10;Mit seinen Händchen zu erfassen. Doch&#10;Die Mutter sprach: &amp;ldquo;Komm weiter! Laß das sein!&#10;Das da - ist nicht für uns!&amp;rdquo; - und zog es auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendlied/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tag ist eingenickt&#10;Beim Wiegenlied der Glocken;&#10;Zum Blumenkuß sich bückt&#10;Der Tau auf leisen Socken;&#10;Die Sterne sammeln sich,&#10;Sie winken sich und drehen;&#10;Fern hör′ ich Tritte gehen,&#10;Doch ruhig ist′s um mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie die dunkle Nacht&#10;Deckt Land und Meeresgründe,&#10;Und was der Mensch vollbracht,&#10;Sein Heil und seine Sünde:&#10;Vor dir ist Alles klar,&#10;Wie Flammenschriften glühen;&#10;Wer mag sich dir entziehen,&#10;Den je dein Wort gebar?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendphantasieen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendphantasieen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendphantasieen/</guid><description>&lt;p&gt;Im blauen Schein des Mondes&#10;Seh ich die Wellen ziehn,&#10;Rauschen hör′ ich die Wellen&#10;Durch Blumenlande hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höre die Fischlein plätschern,&#10;Murmeln die Winde im Wald,&#10;Hellklagende Vogelstimme&#10;Am Hügel wiederhallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da lieg ich auf dem Rasen&#10;In lispelnder Linde Hut,&#10;Mir ist so ruheselig,&#10;So wunderswohl zu Muth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort lausch ich der singenden Quelle&#10;Und schaue den Nachthimmel an,&#10;Und mit den Augen folg ich&#10;Der sanften Wolkenbahn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendregen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendregen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendregen/</guid><description>&lt;p&gt;Psalm 68, 10.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Regen, und dein Erbe, das dürre ist,&#10;erquickest du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch, was klopft auf Busch und Baum?&#10;Fenster auf, zu lauschen!&#10;Hör‘ ich durch den Gartenraum&#10;Engelsflügel rauschen?&#10;Nein, aus dunkler Wolke fließt&#10;Leiser, linder Segen;&#10;Sieh, wie sanft es niedergießt,&#10;Sei uns tausendmal gegrüßt,&#10;Süßer Abendregen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drückend lag des Tages Brand&#10;Auf den dürren Triften,&#10;Finster stand die Wetterwand&#10;In den schwülen Lüften,&#10;Bange war uns für die Nacht&#10;Vor Gewitterschlägen,&#10;Aber sieh! kein Donner kracht,&#10;Du nur säuselst süß und sacht,&#10;Sanfter Abendregen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendrot im Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendrot-im-walde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendrot-im-walde/</guid><description>&lt;p&gt;In den Wald bin ich geflüchtet,&#10;Ein zu Tod gehetztes Wild,&#10;Da die letzte Glut der Sonne&#10;Längs den glatten Stämmen quillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keuchend lieg ich. Mir zu Seiten&#10;Blutet, siehe, Moos und Stein -&#10;Strömt das Blut aus meinen Wunden?&#10;Oder ists der Abendschein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendröte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendroete/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendroete/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh da droben die Rosen! Ein glüher Jubel&#10;Die Wangen der Nacht&#10;In Scharlach und Purpurpracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ist da droben Hochzeit:&#10;Die Königskinder des Himmelreiches.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strenge Augen erster Schönheit,&#10;Frieden frierend,&#10;Wie vor kämpfend heißen Rosen&#10;Wunden an den schweren Schmuck goldspielender Brokate&#10;Des Samtes tiefenweiches Blut,&#10;Gebettet in des Schnees nachtgeflammte,&#10;Flockenzarte Wärme: den hehren Hermelin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kränze nehmen sie von herben Scheiteln ab&#10;Und heben Bechertau an ihres Lebens&#10;Rötlich reine Kelche,&#10;Und verwunden&#10;Die Verklärung&#10;Saftigherber Früchte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abends</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abends/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abends/</guid><description>&lt;p&gt;Du siehst den Himmel sich mit Purpur schmücken,&#10;Doch alsbald, wie herauf die Sterne steigen,&#10;Sich hinterm Berg hinab den Purpur neigen,&#10;Denn er verschmäht′s, mit ihnen sich zu sticken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll ich das Herz mit seinem Haupte flicken? -&#10;Wenn abends stolz sich die Gedanken zeigen,&#10;Dann wird das Herz, krank, müd und todwundt, schweigen,&#10;Sein flammend Mal entziehn den Zweifelblicken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nacht ist′s, ob tausend Stern am Himmel stehen,&#10;nacht, trotz des Hauptes blitzenden Gedanken,&#10;Tag, wenn vorm Frühlicht beide erst vergehen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendsegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendsegen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendsegen/</guid><description>&lt;p&gt;Mündlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tag hat seinen Schmuck auf heute weggethan,&#10;Es ziehet nun die Nacht die braunen Kleider an;&#10;Und deckt die Welt in angenehmer Ruh&#10;Mit ihren Schatten zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohlan ich suche nun auch meine Lagerstadt,&#10;Worauf der müde Leib sich zu erquicken hat;&#10;Und wo der Geist geruhig und vergnügt&#10;In süßer Stille liegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein gut Gewissen wird mein Abendsegen seyn,&#10;Die Unschuld machet mich von aller Falschheit rein,&#10;Mein Herz ist treu, wer anders von mir spricht.&#10;Der kennet mich noch nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendstunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendstunde/</guid><description>&lt;p&gt;Die Lampe brennt so stille,&#10;Und wirft mir milden Schein,&#10;Sie scheint mit mir zu klagen,&#10;Als kennt&amp;rsquo; sie meine Pein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sieht mich stets so einsam,&#10;In meine Brust versenkt,&#10;Wenn tiefe Geistgestalten&#10;Die Phantasie erdenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie scheinet selbst zu ahnen,&#10;Dass ihr armflackernd Licht&#10;Vor einer Glut versinket,&#10;Die aus dem Busen bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ach! die Glut, sie ruhet,&#10;Nicht in sich selber mehr,&#10;Es sind nur schwache Strahlen&#10;Aus Deiner Seele Meer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abendwolken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abendwolken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abendwolken/</guid><description>&lt;p&gt;Wolken seh ich abendwärts&#10;Ganz in reinste Glut getaucht,&#10;Wolken ganz in Licht zerhaucht,&#10;Die so schwül gedunkelt hatten.&#10;Ja! mir sagt mein ahnend Herz:&#10;Einst noch werden, ob auch spät,&#10;Wann die Sonne niedergeht,&#10;Mir verklärt der Seele Schatten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aber wir lassen es andere machen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aber-wir-lassen-es-andere-machen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aber-wir-lassen-es-andere-machen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Chinese (&amp;rsquo;s sind schon an 200 Jahr)&#10;In Frankreich auf einem Hofball war.&#10;Und die einen frugen ihn: ob er das kenne?&#10;Und die andern frugen ihn: wie man es nenne?&#10;&amp;ldquo;Wir nennen es tanzen&amp;rdquo;, sprach er mit Lachen,&#10;&amp;ldquo;Aber wir lassen es andere machen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dieses Wort seit langer Frist,&#10;Mir immer in Erinnerung ist.&#10;Ich seh&amp;rsquo; das Rennen, ich seh&amp;rsquo; das Jagen,&#10;Und wenn mich die Menschen umdrängen und fragen:&#10;&amp;ldquo;Was tust du nicht mit? Warum stehst du beiseit&amp;rsquo;?&amp;rdquo;&#10;So sag ich: &amp;ldquo;Alles hat seine Zeit.&#10;Auch die Jagd nach dem Glück. All derlei Sachen,&#10;Ich lasse sie längst durch andere machen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abfertigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abfertigung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abfertigung/</guid><description>&lt;p&gt;Vergebens sind meine Kanzellehren!&#10;Sagt an: »wer thut denn Buße von euch?«&#10;Ein Witzling rief: »wir alle zugleich,&#10;Indem wir dich predigen hören.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ablösung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abloesung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abloesung/</guid><description>&lt;p&gt;Musikbuch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kukuk hat sich zu todt gefallen&#10;An einer holen Weiden,&#10;Wer soll uns diesen Sommer lang&#10;Die Zeit und Weil vertreiben.&#10;Ey das soll thun Frau Nachtigall,&#10;Die sitzt auf grünem Zweige;&#10;Sie singt und springt, ist allzeit froh,&#10;Wenn andre Vögel schweigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abruzzesische Räuber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abruzzesische-raeuber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abruzzesische-raeuber/</guid><description>&lt;p&gt;Lauert mir nur im Gebirg und schreckt mit Dolch und Pistole,&#10;Ziert mit dem blutigen Schmuck glänzender Opfer euch nur.&#10;Mich erschrecket ihr nicht, die unsterbliche Gabe der Lieder,&#10;Aber kein irdisches Gut hat mir der Himmel verliehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Schon zur Heimfahrt ruft das Meer;&#10;Doch wie wird das Herz so schwer&#10;Mir beim Abschiednehmen!&#10;Und auch du, mein Weggenoß,&#10;Blickst so traurig, treues Roß,&#10;Edelstes von Jemen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fern von jeder Menschenspur -&#10;Führer uns die Sterne nur&#10;An des Himmels Bogen -&#10;Wie zwei Brüder, nie getrennt,&#10;Durch den weiten Orient&#10;Sind wir hingezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ueber Berge, steil und schroff,&#10;Ob auch Schaum vom Bug dir troff,&#10;Flogst du, nie ermattet;&#10;Trugst mich durch der Wüste Sand,&#10;Wo vor lohem Sonnenbrand&#10;Keine Palme schattet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied vom großväterlichen Pfarrgarten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-vom-grossvaeterlichen-pfarrgarten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-vom-grossvaeterlichen-pfarrgarten/</guid><description>&lt;p&gt;So geht es denn ans Scheiden,&#10;Mein Jugendparadies,&#10;Das mir so viele Freuden&#10;Als Blumen blühen ließ,&#10;Mit deinen Rosen allen&#10;Im Sommersonnenschein,&#10;Mit deinen Nachtigallen&#10;Im schattenvollen Hain!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch einmal lass mich treten&#10;Die lieben Pfade all,&#10;Hier zwischen Blumenbeeten,&#10;Dort auf begrastem Wall,&#10;Auf deiner goldnen Brücke&#10;Noch einmal führe heut&#10;Die Seele mir zurücke&#10;Zur frohen Kinderzeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch wenn am Frühlingsmorgen,&#10;Im bunten Nelkenflor&#10;Bis an die Brust verborgen,&#10;Sich hier das Kind verlor,&#10;Wie schwamm es da selig&#10;In Farbe, Duft und Tau,&#10;Wie wuchs ihm unabsehlich&#10;Das Beet zur Blumenau!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abschied von Sicilien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-sicilien/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abschied-von-sicilien/</guid><description>&lt;p&gt;O Brautgeschenk, das einst am Hochzeittage&#10;Proserpinen der große Vater gab,&#10;Der Ceres Liebe wie der Ceres Klage,&#10;Dianens Wieg′ und der Giganten Grab,&#10;O schönste Heimath frommer Göttersage,&#10;Dem Königsscepter und dem Hirtenstab,&#10;Der Nachtigall, dem Veilchen und Cyanen,&#10;Der Flamme heilig und des Bergs Orkanen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Eiland, mir geliebt seitdem ich liebe,&#10;Mir werth seit ich für Heldenkraft entglüht,&#10;Seit an der Lipp′, entflammt von größrem Triebe,&#10;Der Dichtkunst Götterbecher mir geblüht,&#10;Seit ich die priesterlichen Pflichten übe,&#10;Das Feuer hütend, das in Delfi sprüht,&#10;Seit ich gelernt, wie große Männer werden,&#10;Und lehre was ich nie gelernt auf Erden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abstammung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abstammung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abstammung/</guid><description>&lt;p&gt;Das schwere Bauernblut in mir&#10;lässt mich nicht frei die Welt durchschweifen.&#10;Ich kann die Scholle meiner Heimat&#10;nicht von den Füßen streifen;&#10;und meine Seele, die sich in die Ferne sehnt&#10;und die ein Schöpfergeist unendlich formt und dehnt,&#10;siecht dennoch hin vor Heimweh in der Fremde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kann nicht Eis und Schnee,&#10;sie kann der Küste Seewind nicht entbehren;&#10;sie muss der Möwe Schrei,&#10;ja selbst der Schiffe gellendes Gepfeif&#10;alltäglich hören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abstrahieren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abstrahieren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abstrahieren/</guid><description>&lt;p&gt;Abstrahieren heißt Luft melken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Abwesenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/abwesenheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/abwesenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Auf, auf, fleug bald mein junges herz&#10;zu deren, die dich allein nähret;&#10;sag ihr, wie übergroßer schmerz&#10;von ihretwegen mich bethöret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sag ihr, wie mein geist tag und nacht&#10;nichts dan klagwort von ihr erdichtet,&#10;und wie der lieb zu große macht&#10;in mir schier die vernunft vernichtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sag ihr, wie die abwesenheit&#10;mein angesicht untröstlich netzet,&#10;und wie ihr süße freindlichkeit&#10;mich, leider! tödlich jetz verletzet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sag auch, daß, wan in der pein&#10;not, trübsal, elend, angst und klagen&#10;sie meiner ingedenk wird sein,&#10;ich selig, solches zu ertragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach so!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-so/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-so/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin denn, wohin denn so schnelle,&#10;Du Mann mit der Elle?&#10;Siehst nicht den schönen Regenbogen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frivoler Geselle!&#10;Den eben will ich messen gehn.&#10;Wär mir eine Art, so dazustehn&#10;Und bloß die Farben anzusehn.&#10;Ich bin gründlich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach, da ich bei dir saß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-da-ich-bei-dir-sass/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-da-ich-bei-dir-sass/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, da ich bei dir saß,&#10;So außer mir,&#10;Und wußte mich so ganz in dir,&#10;Wie hoch war das!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Seele tiefe Flut&#10;War unbewußt&#10;Des engen Ufers ihrer Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie sie überschwoll&#10;Und in sich schlang&#10;All deiner Seele Flutendrang,&#10;War′s selig grauenvoll,&#10;Als schauerten vereint die Wogen bang;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie an dem Tag&#10;Da Gottes Liebe webender Hauch&#10;Über den dunkeln Wassern lag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach, ich fühl′ es</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-ich-fuehl-es/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-ich-fuehl-es/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, ich fühl′ es! Keine Tugend&#10;Ist so recht nach meinem Sinn;&#10;Stets befind′ ich mich am wohlsten,&#10;Wenn ich damit fertig bin.&#10;Dahingegen so ein Laster,&#10;Ja, das macht mir viel Pläsier;&#10;Und ich hab′ die hübschen Sachen&#10;Lieber vor als hinter mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach, um deine feuchten Schwingen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-um-deine-feuchten-schwingen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-um-deine-feuchten-schwingen/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, um deine feuchten Schwingen,&#10;West, wie sehr ich dich beneide:&#10;Denn du kannst ihm Kunde bringen&#10;Was ich in der Trennung leide!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bewegung deiner Flügel&#10;Weckt im Busen stilles Sehnen;&#10;Blumen, Wald und Hügel&#10;Stehn bei deinem Hauch in Tränen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch dein mildes sanftes Wehen&#10;Kühlt die wunden Augenlider;&#10;Ach, für Leid müßt′ ich vergehen,&#10;Hofft′ ich nicht zu sehn ihn wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eile denn zu meinem Lieben,&#10;Spreche sanft zu seinem Herzen;&#10;Doch vermeid′ ihn zu betrüben&#10;Und verbirg ihm meine Schmerzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ach, wenn ich nur der Schemel wär</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wenn-ich-nur-der-schemel-waer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ach-wenn-ich-nur-der-schemel-waer/</guid><description>&lt;p&gt;XXXIV&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Der Kopf spricht:)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wenn ich nur der Schemel wär,&#10;Worauf der Liebsten Füße ruhn!&#10;Und stampfte sie mich noch so sehr,&#10;Ich wollte doch nicht klagen tun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Das Herz spricht:)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wenn ich nur das Kißchen wär,&#10;Wo sie die Nadeln steckt hinein!&#10;Und stäche sie mich noch so sehr,&#10;Ich wollte mich der Stiche freun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Das Lied spricht:)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wär ich nur das Stück Papier,&#10;Das sie als Papillote braucht!&#10;Ich wollte heimlich flüstern ihr&#10;Ins Ohr, was in mir lebt und haucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ad Vocem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ad-vocem/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ad-vocem/</guid><description>&lt;p&gt;Zweierlei ist das Geschlecht der Fraun; vielfältig ersprießlich&#10;Jedem, daß er sie trennt: Dichtern vor allen. Merkt auf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adams Opfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adams-opfer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adams-opfer/</guid><description>&lt;p&gt;Die schönsten Früchte, frisch gepflückt,&#10;Trägt er zum grünen Festaltar,&#10;Und bringt, mit Blumen reich geschmückt,&#10;Sie fromm als Morgenopfer dar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst blickt er froh, dann wird er still:&#10;O Herr, wie arm erschein ich mir!&#10;Wenn ich den Dank dir bringen will,&#10;So borge ich selbst den von dir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Adventskranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/adventskranz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/adventskranz/</guid><description>&lt;p&gt;Immer ein Lichtlein mehr&#10;im Kranz, den wir gewunden,&#10;dass er leuchte uns so sehr&#10;durch die dunklen Stunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei und drei und dann vier!&#10;Rund um den Kranz welch ein Schimmer,&#10;und so leuchten auch wir,&#10;und so leuchtet das Zimmer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so leuchtet die Welt&#10;langsam der Weihnacht entgegen.&#10;Und der in Händen sie hält,&#10;weiß um den Segen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Affrontenburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/affrontenburg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/affrontenburg/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zeit verfließt, jedoch das Schloß,&#10;Das alte Schloß mit Turm und Zinne&#10;Und seinem blöden Menschenvolk,&#10;Es kommt mir nimmer aus dem Sinne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sehe stets die Wetterfahn,&#10;Die auf dem Dach sich rasselnd drehte.&#10;Ein jeder blickte scheu hinauf,&#10;Bevor er nur den Mund auftäte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer sprechen wollt, erforschte erst&#10;Den Wind, aus Furcht, es möchte plötzlich&#10;Der alte Brummbär Boreas&#10;Anschnauben ihn nicht sehr ergötzlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Klügsten freilich schwiegen ganz -&#10;Denn ach, es gab an jenem Orte&#10;Ein Echo, das im Wiederklatsch&#10;Boshaft verfälschte alle Worte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Agathe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/agathe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/agathe/</guid><description>&lt;p&gt;Mein ist der Sieg! Agathe liebet mich,&#10;Sie war zu schwach bei unserm Streite.&#10;Wir waren ganz allein: Gott Amor, sie und ich,&#10;Und Amor war auf meiner Seite.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Agnes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/agnes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/agnes/</guid><description>&lt;p&gt;Rosenzeit! Wie schnell vorbei,&#10;Schnell vorbei&#10;Bist du doch gegangen!&#10;Waer mein Lieb nur blieben treu,&#10;Blieben treu,&#10;Sollte mir nicht bangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um die Ernte wohlgemut,&#10;Wohlgemut&#10;Schnitterinnen singen.&#10;Aber, ach! mir kranken Blut,&#10;Mir kranken Blut&#10;Will nichts mehr gelingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schleiche so durchs Wiesental,&#10;So durchs Tal,&#10;Als im Traum verloren,&#10;Nach dem Berg, da tausendmal,&#10;Tausendmal&#10;Er mir Treu geschworen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oben auf des Huegels Rand,&#10;Abgewandt,&#10;Wein ich bei der Linde;&#10;An dem Hut mein Rosenband,&#10;Von seiner Hand,&#10;Spieler in dem Winde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ahasver, der ewige Jude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ahasver-der-ewige-jude/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ahasver-der-ewige-jude/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Wäldchen rauscht auf weiter grüner Heide,&#10;Hier lebt die Erde still und arm und trübe;&#10;Das Wäldchen ist ihr einziges Geschmeide,&#10;Daran ihr Herz noch hangen mag in Liebe,&#10;Wie eine Witwe, eine einsam arme,&#10;Den Brautschmuck aufbewahrt, daß sie die Blicke,&#10;Die tränenvollen, spät daran erquicken&#10;Wird sie zu bang erfaßt von ihrem Harme.&#10;Rings um das Wäldchen alles öd und einsam;&#10;Nicht Baum und Strauch, nur Wiesengrund zu sehn&#10;Bis an die Grenze, wo die Wolken gehn,&#10;Wo Heid und Himmel zweifelnd wird gemeinsam.&#10;Strohhütten stehn umher zerstreut im Haine;&#10;Hier hat ein traulich stilles Los gefunden&#10;Von Hirten eine friedliche Gemeine;&#10;Doch ist kein Menschenleben ohne Wunden.&#10;Die Linde säuselt, blütenreich und hoch,&#10;Die Sonne geht im Westen still verloren,&#10;Und auf den Blüten, die sie jüngst geboren,&#10;Verweilen ihre warmen Blicke noch;&#10;Auch strahlen sie zum letztenmal auf einen,&#10;Um dessen Leiche dort die Hirten weinen.&#10;Sie stellten seine Bahre an die Linde,&#10;Als sollt ihn einmal noch der Lenz begrüßen,&#10;Der schon als Jüngling hat hinsterben müssen.&#10;Die bleiche Mutter kniet an ihrem Kinde;&#10;Mit Rosenkränzen schmücken ihn Jungfrauen,&#10;Und aller Blicke haften schmerzumflossen&#10;Auf ihrem lieben, freundlichen Genossen,&#10;Sein Bild sich recht ins treue Herz zu schauen.&#10;Der Vater hält des Toten Flöt und Stab,&#10;Benetzend sie mit mancher heißen Zähre;&#10;Dem Jüngling sollen folgen in sein Grab&#10;Die schlichten Zeichen seiner Hirtenehre.&#10;Im Ohr des Alten summen noch die Lieder,&#10;Die dieser Flöte einst so froh entquollen,&#10;Und die auf immer nun ihm schweigen sollen;&#10;Das beugt ihm tiefer noch die Seele nieder. –&#10;Wer aber kommt die Heide hergezogen,&#10;Gejagt, so scheints, von drängender Gewalt,&#10;Das Haupt von greisen Locken wild umflogen,&#10;Das tiefgefurchte Antlitz fahl und kalt?&#10;Es ragt ins Leben ernst und schroff herein&#10;Wie altes, längst verwittertes Gestein;&#10;Vom Antlitz fließt herab der Bart so hell,&#10;Wie düsterm Fels entstürzt der Silberquell.&#10;Aus dunkler Höhle glüht des Auges Stern,&#10;Als sähs auf dieser Erde nichts mehr gern.&#10;Das Auge scheint mit seiner Glut zu sagen:&#10;›Müßt ich nicht leuchten dem unsteten Fuß,&#10;Ich hätte längst mit eklem Überdruß&#10;Vor dieser Welt die Türe zugeschlagen!‹&#10;Der Wandrer ist der Jude Ahasver,&#10;Der, fluchtgetrieben, rastlos irrt umher.&#10;Zur Bahre tritt er feierlich und leise&#10;Und spricht im bang erschrocknen Hirtenkreise:&#10;»So! betet still, daß ihr ihn nicht erweckt!&#10;Hemmt eurer Tränen undankbare Flut!&#10;Sein Schlaf ist gut, o dieser Schlaf ist gut!&#10;Wenn er auch Toren euresgleichen schreckt.&#10;O süßer Schlaf! o süßer Todesschlaf!&#10;Könnt ich mich rastend in die Grube schmiegen!&#10;Könnt ich, wie der, in deinen Armen liegen,&#10;Den schon so früh dein milder Segen traf!&#10;Den Staub nicht schütteln mehr vom müden Fuße!&#10;Wie tiefbehaglich ist die Todesmuße!&#10;Das Auge festverschlossen, ohne Tränen;&#10;Die Brust so still, so flach und ohne Sehnen;&#10;Die Lippen bleich, versunken, ohne Klage,&#10;Verschwunden von der Stirn die bange Frage.&#10;Wohl ihm! er starb in seinen Jugendtagen;&#10;Er hat gar leicht, vom Schicksal liebgewonnen,&#10;Die große Schuld des Schmerzes abgetragen,&#10;Das Leben ihm umsonst Verrat gesponnen.&#10;Sein Herz ist still; das meine, ohne Rast,&#10;Pocht Tag und Nacht in ungeduldger Hast,&#10;Auf daß es einmal endlich fertig werde&#10;Und seinen Sabbat find in kühler Erde.&#10;Es schläft der Mensch in seiner Mutter Hüften,&#10;Dann eine Weile noch, mit Augen offen,&#10;Irrt er, Schlafwandler, in den Morgenlüften&#10;Und träumt ein buntes, himmlisch frohes Hoffen,&#10;Bis plötzlich ihm ans Herz das Leben greift,&#10;Den schönen Traum von trunkner Stirne streift&#10;Und ihn mit kalter Hand ins Wachen schüttelt,&#10;Wie meine Hand hier Blüten niederrüttelt.&#10;Den hat die kalte Faust noch nicht erfaßt,&#10;Er ist, unaufgeschreckt vom Traum, erblaßt;&#10;Ich sehs an seinen ruhig schönen Zügen,&#10;Die, selig lächelnd, fast den Tod verhehlen&#10;Und immer noch das Märchen still erzählen,&#10;Die Erde noch zum Paradiese lügen!«&#10;Er rüttelt wieder Blüten von den Zweigen,&#10;Die niederflattern ihren Todesreigen:&#10;»Noch immer, Erde, den uralten Tand&#10;Von Blüten treiben und zerstören, immer?&#10;Verdrießt, Natur, das öde Spiel dich nimmer?&#10;Ergreift nicht Schläfrigkeit die müde Hand?&#10;Du gleichest mit dem wüsten Zeitvertreib&#10;Im Dorfe drüben dem Zigeunerweib,&#10;Die Karten schlägt, mit ihren bunten Bildern&#10;Vergangnes wie Zukünftiges zu schildern&#10;Und, blöd begafft, belauscht, neugiergen Leuten,&#10;Was sie gedacht, was sie geträumt, zu deuten.&#10;Die Blätter werden aufgemengt und frisch&#10;Gelegt in neuer Ordnung auf den Tisch,&#10;Den Glauben äffend mit prophetschen Spuren;&#10;Doch immer sinds die nämlichen Figuren!&#10;Ich schaute zu seit achtzehnhundert Jahren,&#10;Die machtlos über mich dahingefahren. –&#10;Laß dich umarmen, Tod, in dieser Leiche!&#10;Mein Auge laben an der Wangen Bleiche!&#10;Balsamisch rieselt ihre frische Kühle&#10;Durch mein Gebein; durch meines Hirnes Schwüle.« –&#10;Derweil die Hirten jetzt den Sarg verschließen,&#10;Starrt Ahasver aufs Kruzifix der Decke,&#10;Als ob er plötzlich, tiefgemahnt, erschrecke,&#10;Aus seinem finstern Auge Tränen fließen:&#10;»Hier ist sein Bildnis an den Sarg geheftet,&#10;Der einst gekommen, schmachtend und entkräftet,&#10;Der einst vor meiner Tür zusammenbrach,&#10;Gebeugt vom Druck des Kreuzes und der Schmach,&#10;Der mich um kurze Rast so bang beschwor;&#10;Ich aber stieß ihn fort, verfluchter Tor!&#10;Nun bin auch ich vom Fluche fortgestoßen,&#10;Und alle Gräber sind vor mir verschlossen.&#10;Ich stand, ein Bettler, weinend vor der Türe&#10;Der Elemente, flehte um den Tod;&#10;Doch, ob ich auch den Hals mit Stricken schnüre,&#10;Mein fester Leib erträgt des Odems Not.&#10;Das Feuer und die Flut, die todesreichen,&#10;Versagten das ersehnte Todesglück;&#10;Ich sah die scheue Flamme rückwärts weichen,&#10;Mit Ekel spie die Welle mich zurück.&#10;War ich geklettert auf die Felsenmauer,&#10;Wo nichts gedeiht als süßer Todesschauer,&#10;Und rief ich weinend, wütend abgrundwärts:&#10;»O Mutter Erde, dein verlorner Sohn!&#10;Reiß mich zerschmetternd an dein steinern Herz!«&#10;Der Zug der Erdentiefe sprach mir Hohn,&#10;Sanft senkten mich die fluchgestärkten Lüfte,&#10;Und lebend, rasend, irrt ich durch die Klüfte.&#10;»Tod!« rief ich, »Tod!« mich in die Erde krallend,&#10;»Tod!« höhnte Klipp an Klippe widerhallend.&#10;Zu Bette stieg ich lüstern mit der Pest;&#10;Ich habe sie umsonst ans Herz gepreßt.&#10;Der Tod, der in des Tigers Rachen glüht,&#10;Der zierlich in der giftgen Pflanze blüht,&#10;Der schlängelnd auf dem Waldespfade kriecht,&#10;Den Wandrer lauernd in die Ferse sticht,&#10;Mich nahm er nicht!«&#10;Da wandte sich der Jude von den Hirten,&#10;Und weiter zog der Wandrer ohne Ruh,&#10;Dem letzten Strahl der Abendsonne zu;&#10;Ob seinem Haupt die Heidevögel schwirrten.&#10;Und wie er fortschritt auf den öden Matten,&#10;Zog weithingreifend sich sein Schattenstrich&#10;Bis zu den Hirten, die bekreuzten sich,&#10;Die Weiber schauderten an seinem Schatten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alamode-Sporne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alamode-sporne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alamode-sporne/</guid><description>&lt;p&gt;Die Ehre führet grossen Sporn;&#10;Drum hat der Krieg den Ruhm verlorn,&#10;Weil sein Geschlecht bey diesen Tagen,&#10;Für Sporne Spörnlein pflegt zu tragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alba</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alba/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alba/</guid><description>&lt;p&gt;Göttliches bietest dem Auge du dar in Thal und Gebirgen,&#10;Hier der Velino, und dort strahlt aus der Tiefe der See!&#10;Einst als Gefangener saß der König Syphax in Alba,&#10;Mir auch hat es, dem Frei′n, Wasser und Brod nur bescheert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Albano</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/albano/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/albano/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn deine Seele so leicht wie ein Sommervogel der Puppe&#10;Einmal dem lästigen Zwang ärmlicher Fesseln entflohn,&#10;Dann hinüber zum See! Die entbundene Psyche verweilet&#10;Nur am Lethe, sie schwelgt nur im Elysium noch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Albumblatt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/albumblatt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/albumblatt/</guid><description>&lt;p&gt;Ist gleich, seit ich dich kenne,&#10;Fast nur ein Augenblick,&#10;Doch, wenn ich wert dich nenne,&#10;Nehm ich es nicht zurück.&#10;Denn flüchtig in Sekunden&#10;Trifft das Geschick,&#10;Was Jahre nicht gefunden,&#10;Gibt im Moment das Glück.&#10;Zwar irdscher Werke Meister&#10;Webt lebenlang am Stück,&#10;Für Herzen und für Geister&#10;Regiert der Augenblick.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alcest und Philint</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alcest-und-philint/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alcest-und-philint/</guid><description>&lt;p&gt;Ein wahrer Freund sagt alles frei,&#10;Er haßt die stumme Heuchelei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ganz recht! die lieb ich nicht;&#10;Doch auch ein kluger Freund gefällt,&#10;Der uns nicht immer, vor der Welt.&#10;Entscheidend widerspricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alfieri</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alfieri/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alfieri/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Gäbe dir Shakespeare nur von seiner Kenntniß des Herzens,&#10;Tauschtest du reinern Geschmack, klassische Formen ihm ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist wahr, du bleibst in Italien ein trefflicher Dichter,&#10;Deiner versunkenen Zeit warest du herrlich und groß.&#10;Und der Tyrannenhaß, der die Völker in Gährung geschüttelt,&#10;Füllte mit Stolz und mit Zorn über das Niedrige dich.&#10;Männlich sprichst du, ja selbst der Kothurn ist dir nicht erhaben,&#10;Hoch genug und du streckst gar mit Gewalt noch dich aus.&#10;Das ist traurig, den Griechen allein nur wäre die Hoheit&#10;Tragischer Sprache Natur, aber der Nachwelt nicht mehr?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>All</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/all/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/all/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist das keusche Mondenlicht,&#10;Das still und klar durch Wolken bricht,&#10;Und bist der Sonne Feuerstrahl,&#10;Der Blumen weckt in Berg und Thal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der fromme Abendstern bist du,&#10;Der lächelnd winkt zu sel′ger Ruh′,&#10;Und bist der Blitz, der, gottentstammt,&#10;Der Seele Dunkel mir durchflammt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch – &amp;ldquo;Namen sind nur Rauch und Schall!&amp;rdquo;&#10;Sei, wie du bist, du bist mein All!&#10;In deine Seele schließ′ mich ein,&#10;Die Meine du, ich ewig dein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle/</guid><description>&lt;p&gt;Es sprach der Geist: Sieh auf! Es war im Traume.&#10;Ich hob den Blick. In lichtem Wolkenraume&#10;Sah ich den Herrn das Brot den zwölfen brechen&#10;Und ahnungsvolle Liebesworte sprechen.&#10;Weit über ihre Häupter lud die Erde&#10;Er ein mit allumarmender Gebärde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sprach der Geist: Sieh auf! Ein Linnen schweben&#10;Sah ich und vielen schon das Mahl gegeben,&#10;Da breiteten sich unter tausend Händen&#10;Die Tische, doch verdämmerten die Enden&#10;In grauen Nebel, drin auf bleichen Stufen&#10;Kummergestalten sassen ungerufen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle Jahre wieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-jahre-wieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-jahre-wieder/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Jahre wieder&#10;Kommt das Christuskind&#10;Auf die Erde nieder,&#10;Wo wir Menschen sind&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kehrt mit seinem Segen&#10;Ein in jedes Haus&#10;Geht auf allen Wegen&#10;Mit uns ein und aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steht auch mir zur Seite&#10;Still und unerkannt,&#10;Daß es treu mich leite&#10;An der lieben Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alle Vögel...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-voegel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alle-voegel/</guid><description>&lt;p&gt;Um zehn nach drei&#10;Ist de Lenz vorbei.&#10;Alle Fliegen, die schon da sind,&#10;Alle Mütter, die Mamma sind,&#10;Alle Herren, die Pappa sind,&#10;Singen Lieder, die dada sind;&#10;Alle Vögel alle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allerbarmen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allerbarmen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allerbarmen/</guid><description>&lt;p&gt;An dem Bauernhaus vorüber&#10;Schritt ich eilig, weil mir grauste,&#10;Weil im dumpfen Hof ein trüber,&#10;Brütender Kretine hauste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schaudernd warf ich einen halben&#10;Blick in seinen feuchten Kerker -&#10;Eben war die Zeit der Schwalben,&#10;Wo sie baun an Dach und Erker.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Enterbten sah ich kauern,&#10;Über seiner Lagerstätte&#10;Blitzten Schwalben um die Mauern,&#10;Nester bauend um die Wette.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der erloschne Blick erfreute&#10;Sich, in einem kleinen blauen&#10;Raum das Werk der Schwalben heute,&#10;Dieses kluge Werk zu schauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles gaben die Götter...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-gaben-die-goetter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-gaben-die-goetter/</guid><description>&lt;p&gt;Alles gaben Götter, die unendlichen,&#10;Ihren Lieblingen ganz,&#10;Alle Freuden, die unendlichen,&#10;Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(aus einem Brief an Gräfin Auguste zu Stolberg)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles mit Maß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-mit-mass/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-mit-mass/</guid><description>&lt;p&gt;Mancherlei sind es der Gaben, die gütige Götter den Menschen&#10;Zum Genusse verliehn, sowie für die tägliche Notdurft.&#10;Aber vor jeglichem Ding begehr ich gebratenen Schweinsfuß.&#10;Meine Frau Wirtin, die merkt’s, nun hab ich alle Tag Schweinsfüß.&#10;Öfters im Geist ahnt mir: jetzt ist kein einziger Schweinsfuß&#10;Mehr in der Stadt zu erspähn: was hab ich am Abende? Schweinsfüß!&#10;Spräche der König nun gleich zum Hofkoch: Schaffe mir Schweinsfüß!&#10;Gnade der Himmel dem Mann, denn nirgend mehr wandelt ein Schweinsfuß.&#10;Und ich sagte zur Wirtin zuletzt: »Nun laßt mir die Schweinsfüß!&#10;Denn er schmeckt mir nicht mehr wie sonst, der bräunliche Schweinsfuß.«&#10;Aber sie denkt, aus Zartgefühl nur verbät ich die Schweinsfüß,&#10;Lächelnd bringet sie mir auch heute gebratenen Schweinsfuß -&#10;Ei so hole der Teufel auf ewig die höllischen Schweinsfüß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles Vergängliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-vergaengliche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-vergaengliche/</guid><description>&lt;p&gt;Alles Vergängliche&#10;ist nur ein Gleichnis;&#10;das Unzulängliche,&#10;hier wird′s Ereignis;&#10;das Unbeschreibliche,&#10;hier ist′s getan;&#10;das Ewig-Weibliche&#10;zieht uns hinan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles vergehet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-vergehet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-vergehet/</guid><description>&lt;p&gt;Alles vergehet,&#10;Gott aber stehet&#10;ohn´alles Wanken,&#10;seinen Gedanken,&#10;sein Wort und Wille&#10;hat ewigen Grund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles wird wertlos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-wird-wertlos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-wird-wertlos/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich Abschied nahm von deinem Mund,&#10;Hielt mich noch dein Haar wie Arme fest;&#10;Ich ward stumm von der Stille jener Stund,&#10;Und von deiner Träne blind,&#10;Die mich nicht mehr verläßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du mich verläßt,&#10;Kann mein Herz nicht fliegen,&#10;Und sitzt wie ein nasser Vogel im Nest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst seh ich in alle Kammern hinein,&#10;Doch wenn du mich verläßt,&#10;Steh ich an Türen von Stein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles wird wertlos,&#10;Auch&amp;rsquo;s Gold in der Hand,&#10;Und die Sehnsucht führt mich&#10;Hinkend durchs Land.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles zu Allem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-zu-allem/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-zu-allem/</guid><description>&lt;p&gt;Es wächst und wächst das Eisen-Netz&#10;Der parallelen Schienen,&#10;Nach der Entwicklung Muß-Gesetz&#10;Kommt über Brücken, Minen,&#10;Zug um Zug in Dampf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es pflügen Dampfer mehr und mehr&#10;Die Flutenwege offen.&#10;Der Dock-Schoß wird von Kielen leer:&#10;Vom Vorwärts-Drang getroffen&#10;Kommt Schiff um Schiff zum Meer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wächst vom Boden Turm um Turm:&#10;Fabriken, Haus, Kaserne,&#10;Es wühlt und wühlt der Straßenwurm&#10;Den Asphaltweg zur Ferne:&#10;Kommt langsam Stadt zu Stadt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alles zu seiner Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-zu-seiner-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alles-zu-seiner-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wie treiben′s doch die Narren mit den Weisen hier auf Erden!&#10;Weiser, lern′ zu rechter Zeit auch einmal ein Narr zu werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allmacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allmacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allmacht/</guid><description>&lt;p&gt;Forschen Fragen&#10;Du trägst Antwort&#10;Fliehen Fürchten&#10;Du stehst Mut!&#10;Stank und Unrat&#10;Du breitst Reine&#10;Falsch und Tücke&#10;Du lachst Recht!&#10;Wahn Verzweiflung&#10;Du schmiegst Selig&#10;Tod und Elend&#10;Du wärmst Reich!&#10;Hoch und Abgrund&#10;Du bogst Wege&#10;Hölle Teufel&#10;Du siegst Gott!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Allnächtlich im Traume...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/allnaechtlich-im-traume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/allnaechtlich-im-traume/</guid><description>&lt;p&gt;Allnächtlich im Traume seh ich dich,&#10;Und sehe dich freundlich grüßen,&#10;Und lautaufweinend stürz ich mich&#10;Zu deinen süßen Füßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du siehst mich an wehmütiglich,&#10;Und schüttelst das blonde Köpfchen;&#10;Aus deinen Augen schleichen sich&#10;Die Perlentränentröpfchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du sagst mir heimlich ein leises Wort,&#10;Und gibst mir den Strauß von Zypressen.&#10;Ich wache auf, und der Strauß ist fort,&#10;Und das Wort hab ich vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Almanächtig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/almanaechtig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/almanaechtig/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn nach süßem Abendschlummer&#10;Die Natur im Monde liegt,&#10;Da beginnt der große Kummer,&#10;Der zur Brust sich schmiegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Sehnsucht, ach, zu stillen,&#10;Wandl′ ich in dem Dämmerlicht,&#10;Brechend ohne meinen Willen&#10;Ein Vergißmeinnicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich sag′ es dir alleine,&#10;Daß ich gern verrathen bin,&#10;Denn die Thräne so ich weine,&#10;Strömt als Lied dahin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Schmerz um das verlor′ne&#10;Liebesblütheparadies&#10;Gleicht so seltsamsüß dem Dorne,&#10;Den die Rose ließ.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als der erste Schnee fiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-der-erste-schnee-fiel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-der-erste-schnee-fiel/</guid><description>&lt;p&gt;Gleich einem König, der in seine Staaten&#10;Zurück als Sieger kehrt, empfängt ein Jubel dich!&#10;Der Knabe balgt um deine Pflocken sich&#10;Wie bei der Krönung um Dukaten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selbst mir, obschon ein Mädchen, und der Rute&#10;Lang nicht mehr untertan, bist du ein lieber Gast;&#10;Denn siehst du nicht, seit du die Erde hast&#10;So weich belegt, wie ich mich spute?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu fahren ohne Segel, ohne Räder,&#10;Auf einer Muschel hin durch deinen weißen Flor,&#10;So sanft und doch so leicht, so schnell, wie vor&#10;Dem Westwind eine Pflaumenfeder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als ein süßes Herrchen seinen Hut auf einen Punschtopf legte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ein-suesses-herrchen-seinen-hut-auf-einen-punschtopf-legte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ein-suesses-herrchen-seinen-hut-auf-einen-punschtopf-legte/</guid><description>&lt;p&gt;Mehr Geist bedeckt dein Hut auf diesem Topf,&#10;Als hättest du ihn auf dem Kopf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als er sie das erste mahl küßte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-sie-das-erste-mahl-kuesste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-er-sie-das-erste-mahl-kuesste/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe/ Sylvia/ dich einmahl nur geküßt/&#10;Und meynt&amp;rsquo; ich würde mir mein kranckes hertze laben;&#10;O! aber weit gefehlt! ich weiß nicht/ wo es ist/&#10;Und glaub/ es hat sich gar in deinen mund begraben.&#10;Dann meine krafft ist hin: Ich fühle nichts als glut/&#10;Und stürbe/ wenn ich nicht aus liebe leben müste.&#10;Ach! wann ein eintzig kuß so grosse würckung thut/&#10;Wie solte mir geschehn/ wann ich dich zehnmal küßte?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als hohe in sich selbst verwandte Mächte...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-hohe-in-sich-selbst-verwandte-maechte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-hohe-in-sich-selbst-verwandte-maechte/</guid><description>&lt;p&gt;Als hohe in sich selbst verwandte Mächte&#10;In heilger Ordnung bildend sich gereiht,&#10;Entzündete im wechslenden Geschlechte&#10;Die Liebe lebende Beweglichkeit,&#10;Und ward im Beten tiefgeheimer Nächte,&#10;Dem Menschen jene Fremde eingeweiht,&#10;Ein stilles Heimweh ist mit dir geboren,&#10;Hast du gleich früh den Wanderstab verloren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Töne ziehn dich hin, in sanften Wellen,&#10;Rauscht leis ihr Strom in Ufern von Kristall,&#10;Sirenen buhlen mit der Fahrt Gesellen,&#10;Aus Bergestiefen grüßt sie das Metall,&#10;Der Donner betet, ihre Segel schwellen,&#10;Aus Ferne rufet ernste Widerhall;&#10;Die Wimpeln wehn in bunten Melodien,&#10;O wolltest du mit in die Fremde ziehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als ich Tristan kennen lernte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-tristan-kennen-lernte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-ich-tristan-kennen-lernte/</guid><description>&lt;p&gt;O,&#10;Du mein Engel,&#10;Wir schweben nur noch&#10;In holden Wolken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß nicht, ob ich lebe&#10;Oder süß gestorben bin&#10;In deinem Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer feiern wir Himmelfahrt&#10;Und viel, viel Schimmer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Goldene Heiligenbilder&#10;Sind deine Augen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sage - wie ich bin?&#10;Überall wollen Blumen aus mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als Sie andere verliebt anblickte/ sahe er sie vernünfftig an</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-andere-verliebt-anblickte-sahe-er-sie-vernuenfftig-an/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-andere-verliebt-anblickte-sahe-er-sie-vernuenfftig-an/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist zwar gut genug/ doch warlich noch nicht schön/&#10;Deßwegen wird die Welt dir nicht zu Diensten stehn.&#10;Dein Kopf ist zwar geputzt/ doch mangeln ihm die Augen/&#10;Die den Verstand und Geist uns zu entzünden taugen.&#10;Die Tugend führet dir auch keinen Mann ins Hauß/&#10;Um Geld und Hauß-Rath siehts auch ziemlich mager aus/&#10;Drum hab ich gantz vergnügt die neue Wahl vernommen:&#10;Denn der verlieret nichts/ der nichts durch dich bekommen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als sie Blindekuh spielte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-blindekuh-spielte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-blindekuh-spielte/</guid><description>&lt;p&gt;So gern er auch verborgen bliebe,&#10;Entzückt dein Reiz doch jedermann.&#10;Verbunden siehet man dich für den Gott der Liebe,&#10;Mit offnen Augen izt für seine Mutter an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als sie ihr Bildniss schildern sollte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-ihr-bildniss-schildern-sollte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sie-ihr-bildniss-schildern-sollte/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Freund, o! thu dir nicht Gewalt;&#10;Kennst du mich gleich nicht von Gestalt,&#10;Deswegen fasse keine Grillen;&#10;Den Kummer will ich dir bald stillen.&#10;Ich setze schon die Feder an.&#10;Mit dieser wird dir kund gethan:&#10;Du sollst mein Bild in Reimen lesen,&#10;Mein Ansehn und mein ganzes Wesen.&#10;Ich bin nicht klein, ich bin nicht groß,&#10;Ich geh bedeckt und niemals bloß.&#10;Mit aufgeräumten frohen Minen&#10;Such ich der ganzen Welt zu dienen.&#10;Ich bin nicht stark; ich bin nicht schwach;&#10;Mein Fuß ist schnell, kein Ungemach&#10;Setzt meine Seel aus ihren Schranken;&#10;Mein fester Sinn pflegt nicht zu wanken.&#10;Ich liebe Kunst und Wissenschaft&#10;Und lache wenn man sich vergafft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als Sr. Königl. Majestät von Preussen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sr-koenigl-majestaet-von-preussen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-sr-koenigl-majestaet-von-preussen/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn der Canonen Donner knallt/&#10;Wenn Paucken zu Trompeten klingen/&#10;Wenn Millionen Lob erschallt/&#10;Ein gantzes Königreich will singen;&#10;Wenn sich der Lüffte Thon vermehrt/&#10;Vom Jauchzen über Friedrichs Leben/&#10;Und niemand meinen Jubel hört/&#10;Wird mir Gehör der Himmel geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Es streite Preussen mit der Welt/&#10;Ob seinem Herrscher welche gleichen.&#10;Es geben ihm so Hoff als Feld&#10;Die Welt-berühmten Sieges Zeichen;&#10;Es zehle seiner Thaten-Heer;&#10;Sein Eyfer wird doch nichts erlangen/&#10;Als daß es nun und nimmermehr&#10;Satt preiset/ was es angefangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Als unseres Lebens Mitte...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/als-unseres-lebens-mitte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/als-unseres-lebens-mitte/</guid><description>&lt;p&gt;Als unseres Lebens Mitte ich erklommen,&#10;befand ich mich in einem dunklen Wald,&#10;Da ich vom rechten Wege abgekommen.&#10;Wie schwer ist´s, zu beschreiben die Gestalt&#10;Der dichten, wilden dornigen Waldeshallen&#10;Die, denk ich dran, erneuern der Furcht Gewalt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alt Heidelberg, du feine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alt-heidelberg-du-feine/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alt-heidelberg-du-feine/</guid><description>&lt;p&gt;Alt Heidelberg, du feine,&#10;Du Stadt an Ehren reich,&#10;Am Neckar und am Rheine&#10;Kein&amp;rsquo; andre kommt Dir gleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stadt fröhlicher Gesellen,&#10;An Weisheit schwer und Wein,&#10;Klar ziehn des Stromes Wellen,&#10;Blauäuglein blitzen drein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kommt aus lindem Süden&#10;Der Frühling über&amp;rsquo;s Land,&#10;So webt er dir aus Blüthen&#10;Ein schimmernd Brautgewand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch mir stehst du geschrieben&#10;Ins Herz gleich einer Braut,&#10;Es klingt wie junges Lieben&#10;Dein Name mir so traut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alte Laute</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-laute/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-laute/</guid><description>&lt;p&gt;Hörst du den Vogel singen?&#10;Siehst du den Blütenbaum?&#10;Herz! kann dich das nicht bringen&#10;Aus deinem bangen Traum?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was hör′ ich? Alte Laute&#10;Wehmüt′ger Jünglingsbrust,&#10;Der Zeit, als ich vertraute&#10;Der Welt und ihrer Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tage sind vergangen,&#10;Mich heilt kein Kraut der Flur;&#10;Und aus dem Traum, dem bangen,&#10;Weckt mich ein Engel nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alte Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab dich lieb, kannst du es denn ermessen,&#10;Verstehn das Wort, so traut und süß?&#10;Es schließet in sich eine Welt von Wonne,&#10;Es birgt in sich ein ganzes Paradies.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab dich lieb, so tönt es mir entgegen,&#10;Wenn morgens ich zu neuem Sein erwacht;&#10;Und wenn am Abend tausend Sterne funkeln,&#10;Ich hab dich lieb, so klingt die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist mir fern, ich will darob nicht klagen,&#10;Dich hegen in des Herzens heil’gem Schrein.&#10;Kling fort, mein Lied! Jauchz auf, beglückte Seele!&#10;Ich hab dich lieb, und nie wirds anders sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alte Prophezeihung eines nahen Krieges</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-prophezeihung-eines-nahen-krieges/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alte-prophezeihung-eines-nahen-krieges/</guid><description>&lt;p&gt;Es wird am Sankt Mattheus Tag&#10;Die Sonne treten in die Wag′,&#10;Des sey die Armuth recht beklagt;&#10;Der Friede wird ihr abgesagt,&#10;Und auch darzu dem ganzen Land.&#10;Der alte Feind ist wohl bekannt,&#10;Er zieht daher von Mitternacht,&#10;Mit großer Heereskraft und Macht,&#10;Quartier macht ihm ein wild Gesind,&#10;Der kalte Regen der rauhe Wind,&#10;Dann flüchte jeder in die Gruben&#10;Kartoffeln, Kraut, gelb, weiße Ruben.&#10;Mit Erd soll man die Reben decken,&#10;Wenn Frosch und Mücken sich verstecken;&#10;Wenn Kröt und Natter sich verkrochen&#10;Dann wird der wilde Feind anpochen.&#10;Vor ihm wird Storch und Schwalbe fliehen,&#10;Der tapfre Kranich weiter ziehen,&#10;Sein Vortrab kömmt mit kalten Reifen,&#10;Dann soll das Volk zur Rüstung greifen,&#10;Schnell Fenster und auch Ofen flicken,&#10;Die Stuben verstreichen und verzwiken,&#10;Die Thür mit Tuch und Filz beschlagen,&#10;Die Federbetten herbei auch tragen,&#10;Das Dach mit Stroh und Ziegel bessern,&#10;Kein Krebs mehr fangen in Gewässern,&#10;Kein G′sell und Bub soll bei Ungnaden&#10;Sich fürder mehr im Flusse baden.&#10;Den Lustgärtnern wird abgesagt,&#10;Barfus, Hemdärmel wird verjagt,&#10;Die Nankinghosen ziehn ab zu Haufen,&#10;Die leinen Kittel auch entlaufen,&#10;Die Strohhüt sind betrübt und trauren,&#10;Und von den Dörfern knarrn die Bauren,&#10;Auf Karren leis das Holz herzu;&#10;Die Köhler halten auch kein Ruh,&#10;Sie bringen große Wagen voll Kohlen.&#10;Dann zieht der Feind ganz unverholen&#10;Daher mit kaltschneidender Luft,&#10;Wald und Heck stehn ganz in Duft,&#10;Ein Nacht schnell Wonn und Freud zerstört.&#10;Nun endlich wird das Volk empört,&#10;Das Vieh flüchten sie in die Ställ,&#10;Das Volk sich also wapnet schnell&#10;In Pelz, Rauchmützen und Filzsoken,&#10;Pelzschu, Handschu recht unerschrocken,&#10;Auch zieht es mit großem Heer&#10;Dem Winter zu thun Gegenwehr.&#10;Zähnklappern, Zittern geht da los,&#10;Husch Husch, ist ein Geschreie groß,&#10;In weiß Montur kleidt sich der Nachen,&#10;In blau die Mäuler, in roth die Nasen.&#10;Der Feind wirft einen großen Schnee,&#10;Sein Brücken schimmert auf Fluß und See,&#10;Erstickt die Fisch boshafter weis;&#10;Da haun wir Löcher in das Eis.&#10;Der Feind bringt Schollen und Wassergüß,&#10;Schwellt an mit Eises Fluth die Flüß,&#10;Thut sich die Schiffahrt gar verbitten,&#10;Dann rasseln wir einher auf Schlitten,&#10;Mit Frost wird er das Mühlwerk stellen,&#10;Aber der Müller wird ihn bald prellen,&#10;Mit Feuerhacken, und auch Schlegeln,&#10;Wird er ihn sich vom Leibe flegeln,&#10;Gießt Wasser heiß ihm auf den Pelz,&#10;Bis wieder sich sein Rad umwälz.&#10;Nachdem er ihm den Tag abbrach,&#10;Daß man kaum acht Stund mehr sah,&#10;Steckt an das Volk Talglicht und Schleißen,&#10;Den finstern Winter wegzuschweißen:&#10;Und daß wir all nicht gar erfrieren&#10;Wirds gehn ans Heizen und Feuerschüren,&#10;Die Kohlpfann muß recht scharf heran,&#10;Sich wehre tapfer jedermann.&#10;Gar leicht manch Pelz, manch Rock verbrennt,&#10;Manch Mann erfriert sich Fuß und Händ;&#10;Der Feind wird thun gar großen Zwang,&#10;Als aber die Schlacht währet lang&#10;Giebt sich das frostig Heer zur Flucht,&#10;Jeder ein warme Stube sucht.&#10;Viel wollen gar in Ofen kriechen,&#10;Andre draus nach Beut herumriechen,&#10;Für Beute ist ihnen zugeschworen&#10;Ein feuchte Nas, zwei rothe Ohren,&#10;Hat nun der Feind ganz Oberhand&#10;Und gänzlich unter sich das Land&#10;Gewaltiglich in aller Gränze,&#10;Schreibt - bald das Volk um Hülf dem Lenze,&#10;Daß er komm schnell in kurzen Tagen,&#10;Und helf den Winter weiter jagen.&#10;Da wird der Lenz bald näher gehen,&#10;Wird lassen warme Lüftlein wehen,&#10;Da wird der Winter werden schwach,&#10;Mit Schnee und Frost auch lassen nach.&#10;Der Fried kommt aus der Erde geschossen&#10;Auf Bäumen und auf Büschen sprossen,&#10;Frech werden schaun die grünen Röslein,&#10;Mit aufdrängenden grünen Gräßlein.&#10;Noch wird der Winter nicht gar fliehn,&#10;Wirds Land mit Frost noch überziehn,&#10;Und böslich nochmals überschreien:&#10;Dann bringt der Lenz zur Hilf den Mayen,&#10;Mit seinen linden warmen Lüften,&#10;Jetzt Wald, Berg, Thal erst recht erklüften,&#10;Den Winter werdens von sich schütten,&#10;Die Bäum und Hecken stehn in Blüthen,&#10;Durch Blümlein werden auf den Wiesen,&#10;Die Maienregen sich ergiessen,&#10;Es wird ganz grün in Graß und Laub,&#10;Da wird der Winter matt und taub&#10;Nehmen überwunden die Flucht.&#10;Sein Nachtrab uns noch bös heimsucht,&#10;Mit Ungewitter und kalten Reifen,&#10;Wohl gar des Maien Blüth angreifen.&#10;Dann scheint und schlägt in Siegeswonne,&#10;Mit blankem Schwerdesstrahl die Sonne,&#10;Und dann ist gar der Feind verjagt,&#10;Der Vieh und Leut hätt lang geplagt,&#10;Doch wird er drohn mit hartem Brummen,&#10;Er woll aufs Jahr schon wieder kummen.&#10;Darum so seht euch alle vor,&#10;Weil offen steht dem Feind das Thor&#10;Und sammelt alle Nothdurft ein,&#10;Der Winter dringet schon herein,&#10;Daß jeder sich des Feinds erwehr&#10;Geh er zur Ameis in die Lehr,&#10;Sie sammlet ein und leget hinter,&#10;Daß sie zu zehren hab im Winter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alter ego</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/alter-ego/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/alter-ego/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn kaum in Durlach Er sich in den Wagen setzt&#10;Hat Karlsruh’s Volk sich längst an seiner Nas’ ergetzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Älter werden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aelter-werden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aelter-werden/</guid><description>&lt;p&gt;Je älter man wird,&#10;je hastiger tritt sie einem auf die Hacken,&#10;die Zeit, die so genannte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am 18. Oktober 1816</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-18-oktober-1816/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-18-oktober-1816/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn heut ein Geist herniederstiege,&#10;zugleich ein Sänger und ein Held,&#10;ein solcher, der im heil′gen Kriege&#10;gefallen auf dem Siegesfeld,&#10;der sänge wohl auf deutscher Erde&#10;ein scharfes Lied, wie Schwertesstreich,&#10;nicht so, wie ich es künden werde,&#10;nein, himmelskräftig, donnergleich:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ihr Fürsten! seid zuerst befraget:&#10;Vergaßt ihr jenen Tag der Schlacht,&#10;an dem ihr auf den Knien laget&#10;und huldigtet der höhern Macht?&#10;Wenn eure Schmach die Völker lösten,&#10;wenn ihre Treue sie erprobt,&#10;so ist′s an euch, nicht zu vertrösten,&#10;zu leisten jetzt, was ihr gelobt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Weisst du denn - wenn auf Baum und Strauch&#10;Das Astwerk zittert und sich sträubt,&#10;Und wenn der leicht gewellte Rauch&#10;An einer Wetterwand zerstäubt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein scheuer Vogel ohne Laut&#10;An dir vorbei die Flügel schlägt,&#10;Und Wolke sich an Wolke baut -&#10;Wohin dein wilder Wunsch dich trägt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weisst du denn, wenn nun alle Welt&#10;Sich eng an Hof und Heimstatt schmiegt,&#10;Und deine Sehnsucht dich befällt, -&#10;Wo deine eigne Heimat liegt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am andren Sontage deß Advents</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-andren-sontage-dess-advents/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-andren-sontage-dess-advents/</guid><description>&lt;p&gt;Die Kranckheit wandelt sich, wann Neu-Licht mit dem alten&#10;Am Monden Wechsel hält. Wann Wechsel werden halten&#10;Die Ewigkeit und Zeit, wird dort, dem hier auff Erden&#10;War übel, werden wol, dem wol war, übel werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am dritten Sontage deß Advents</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-dritten-sontage-dess-advents/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-dritten-sontage-dess-advents/</guid><description>&lt;p&gt;Wie thörlich handeln doch, die manchmal so erwarmen&#10;Auff unser Blut und Gut! sie machen uns zu Armen,&#10;Auff daß so Gottes Reich und Evangelium&#10;Von ihnn, den Reichen, weg zu uns, den Armen, kumm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ende/</guid><description>&lt;p&gt;Jedoch was klag ich dir?&#10;Dir ist mein Leid erkannt.&#10;Was will ich dir entdecken,&#10;Was du viel besser weißt:&#10;Die Schmerzen, die mich schrecken,&#10;Die Wehmut, die mich beißt,&#10;Und daß ich meinem Ziel&#10;mit Winseln zugerannt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am ersten Sonntage im Advent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ersten-sonntage-im-advent/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-ersten-sonntage-im-advent/</guid><description>&lt;p&gt;Evang.: Eintritt Jesu in Jerusalem&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist so mild,&#10;So reich an Duldung, liebster Hort,&#10;Und mußt so wilde Streiter haben;&#10;Dein heilig Bild&#10;Ragt überm stolzen Banner fort,&#10;Und deine Zeichen will man graben&#10;In Speer und funkensprüh′nden Schild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Spott und Hohn&#10;Gewaffnet hat Parteienwut,&#10;Was deinen sanften Namen träget,&#10;Und klirrend schon&#10;Hat in des frömmsten Lammes Blut&#10;Den Fehdehandschuh man geleget,&#10;Den Zepter auf die Dornenkron′.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Feierabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-feierabend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-feierabend/</guid><description>&lt;p&gt;Hätt ich tausend&#10;Arme zu rühren!&#10;Könnt ich brausend&#10;Die Räder führen!&#10;Könnt ich wehen&#10;Durch alle Haine!&#10;Könnt ich drehen&#10;Alle Steine!&#10;Daß die schöne Müllerin&#10;Merkte meinen treuen Sinn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wie ist mein Arm so schwach!&#10;Was ich hebe, was ich trage,&#10;Was ich schneide, was ich schlage,&#10;Jeder Knappe tut mir′s nach.&#10;Und da sitz ich in der großen Runde,&#10;In der stillen kühlen Feierstunde,&#10;Und der Meister spricht zu allen:&#10;Euer Werk hat mir gefallen;&#10;Und das liebe Mädchen sagt&#10;Allen eine gute Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Fenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fenster/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fenster/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lehn′ am Fenster, trüb′ und still,&#10;Hab′ Vieles überdacht,&#10;Die Dämm′rung schwand mir unbemerkt,&#10;Es naht sich schon die Nacht.&#10;Die Häusermassen liegen da,&#10;Von Nebel grau umwebt,&#10;Als wären sie verlassen all′&#10;Und gänzlich unbelebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sieh! da blitzet fern ein Licht&#10;Und wieder eins empor,&#10;Bald glänzt aus allen Fenstern fast&#10;Der helle Schein hervor.&#10;Da weilen rings die Menschen nun&#10;In Freude oder Schmerz,&#10;Da regt sich manche fleiß′ge Hand,&#10;Manch ungestümes Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Fronleichnamstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fronleichnamstage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fronleichnamstage/</guid><description>&lt;p&gt;O fasse Mut, er ist dir nah&#10;Du hast sein Fleisch, sein heilig Blut&#10;Genossen ja.&#10;O meine arme Seele, fasse Mut&#10;Er ist ja dein, er ward dein Fleisch und Blut.&#10;Nicht wie du solltest, reich und warm&#10;Kamst freilich du zu seinem Mahl:&#10;Du warst ein arm&#10;Zerlumpter Gast: doch zitterte die Qual&#10;In dir des Sehnens: Tränen sonder Zahl&#10;Hast du vergossen in der Angst,&#10;Die dennoch Freudenschauer war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Fuß der Alpen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fuss-der-alpen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-fuss-der-alpen/</guid><description>&lt;p&gt;Neu klimmt der Frühling auf die Höhn,&#10;Die Gletscher auf den Firnen krachen,&#10;Und die Lawine läßt der Föhn&#10;Zu ihrer Sommerlust erwachen;&#10;Der Donner ihres Sturzes hallt&#10;Durch Thal und Schluchten hin von Spalt zu Spalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Wipfel wirft der Fichtenbaum&#10;Die Eisesdecke, die geborsten;&#10;Froh fliegen nach dem Wintertraum&#10;Die Adler auf von ihren Horsten,&#10;Und mit dem Gießbach thalwärts wälzt&#10;Der Schnee sich, den die Frühlingssonne schmelzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Gipfel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-gipfel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-gipfel/</guid><description>&lt;p&gt;Frei ist die Aussicht! Fahle Morgennebel&#10;hat flammend fortgeküßt des Mittags Mund;&#10;vor meinen Blicken glänzen goldne Thale,&#10;und thun mir ihre letzten Rätsel kund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frei ist die Aussicht! Drüben flattern Kränze&#10;um weiße Marmorurnen .. hier, voll Lust,&#10;verheißungsvoll die roten Lippen regend,&#10;beut mir das Leben seine volle Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber recke meine Arme aus:&#10;in meinen rechten faß ich euch, ihr Toten,&#10;in meinen linken dich, oh quellend Leben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Grab des Bruders</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-grab-des-bruders/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-grab-des-bruders/</guid><description>&lt;p&gt;Nach langem, langem Sehnen&#10;An deinem Grab ich stand,&#10;Nach vielen, bittren Tränen&#10;Sah ich dies Stückchen Land,&#10;Das Alles kalt bedecket,&#10;Woran voll Zärtlichkeit,&#10;Seit Leben ihm erwecket,&#10;Das Kind hing allezeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Kind - o, Schmerz! ich habe&#10;Dich anders nicht gekannt,&#10;Stiegst jetzt du aus dem Grabe,&#10;Du hättst mich kaum erkannt.&#10;Doch wie ich so hier stehe,&#10;Wird Eins mir wunderbar,&#10;Trotz allem Schmerz und Wehe,&#10;Im tiefsten Innern klar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Grabe Friedrichs des Zweiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-grabe-friedrichs-des-zweiten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-grabe-friedrichs-des-zweiten/</guid><description>&lt;ol start="1864"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus Palermos Blütenfülle, die mit Duft den Sinn betäubt,&#10;Aus dem Strahlenglanz, der blendend über Meer und Gärten stäubt,&#10;In die Gräberhalle flücht′ ich, fern dem lärmerfüllten Tag,&#10;Dir den Totenkranz zu winden um den dunklen Sarkophag,&#10;Mächt′ger, der um ein Jahrtausend deiner Zeit du schrittst voran,&#10;Dessen Riesennamen bebend nur der Deutsche stammeln kann!&#10;Laß in deiner heil′gen Stille, wo du, alles Wandels bar,&#10;Nicht den Tag und nicht die Nacht kennst, nicht das Ist und nicht das War,&#10;Laß mich denken, wie von Deutschlands Kaiserthrone schicksalsvoll&#10;Einst gebietend durch die Länder deines Wortes Donner scholl;&#10;Denken, wie vom Nord- zum Südmeer durch dein unermeßnes Reich&#10;Du den Adler Ruhm, den kühnen, einem Edelfalken gleich,&#10;Auf der starken Faust getragen und gespornt von Flug zu Flug,&#10;Bis die Schwinge, alles wagend, ihn in Sonnenferne trug!&#10;Um dich her mit Schild und Lanze, als ein eisenfester Wall,&#10;Reihten sich die Erdenfürsten, jeder deines Throns Vasall,&#10;Und, das Werk der Nacht zerstörend, für des Priesters Bannfluch taub,&#10;Tratst du, die ihn dreifach krönte, die Tiara in den Staub,&#10;Während an dein eh′rnes Deutschland du das sonn′ge Morgenland&#10;Und des Südens heitre Küsten bandest mit gewalt′ger Hand. -&#10;Aber weh! die hehren Bilder, wer verhüllt sie meinem Blick?&#10;Neuen, immer neuen Wechsel bringt das rollende Geschick,&#10;Und durch siebenhundert Jahre seh′ ich wie im Traumgesicht&#10;Finstrer stets den Himmel kreisen mit erloschnem Sternenlicht,&#10;Seh′ dein Reich in Trümmer sinken, daß, zerbröckelt und zernagt,&#10;Selten noch ein halbgebrochner Pfeiler aus dem Schutte ragt;&#10;Weithin geht durch seine Zinnen, seinen Wall der Riß hindurch,&#10;Und am Boden liegt die starke, liegt die heil′ge Völkerburg.&#10;Trauernd über deinem Lande hat der Genius sich verhüllt;&#10;Von den eignen Söhnen wurde seiner Schande Maß erfüllt;&#10;Seine Lenker in Verblendung denken nicht der Zeit, die war,&#10;Als sich herrschend über alle schwang der doppelhäupt′ge Aar,&#10;Nicht sein Volk, daß ihm der Kaiser, was dem Schiffer der Pilot;&#10;Ohne ihn auf stürm′schem Meere sinkt es selbst im lecken Boot.&#10;Nun verzagend stehn sie alle, da der Boden kracht und wankt;&#10;Wilder tobt um sie die Woge, und der Kompaß trügt und schwankt;&#10;Doch vergebens rollt der Donner mahnend über ihrem Haupt;&#10;In den jähen Abgrund stürzen sie sich selber sinnberaubt.&#10;So dein Land, erhabner Kaiser! Morsch ist alles drinn und hohl;&#10;In der Zeiten Wirbelströmen treibt es ohne Stern und Pol.&#10;Wohl dir, daß dein Auge nimmer schaut dies deutsche Jammerbild!&#10;Möge Trauerflor umhüllen dein berühmtes Wappenschild!&#10;Um dich her im Traume magst du deine Heldensöhne stehn&#10;Und die Schatten der vergangnen großen Tage gleiten sehn;&#10;Doch kein Laut des Lebens dringe, Herrlicher, zu dir herab,&#10;Als das Rauschen deiner Fahnen, wie sie wehen um dein Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Guadalquivir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-guadalquivir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-guadalquivir/</guid><description>&lt;p&gt;Wo bist du, Wunderbau der Omajaden,&#10;Az-Zahra, zauberisch am Silberfaden&#10;Des rauschenden Guadalquivir gedehnt?&#10;Braut Abdurrahmans, in der Schattenkühle&#10;Des Mandelhaines auf die Rosenpfühle&#10;Der Uferhügel hingelehnt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo sind die Feste unter Myrtenlauben&#10;Bei Brunnenrieseln und Gegirr der Tauben,&#10;Bei Lampenglühn und buntem Wimpelflug,&#10;Wenn auf dem Strom, in den krystallnen Tiefen&#10;Die Lorbeerschatten spaltend, den Kalifen&#10;Die schimmernde Galeere trug?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo deine Gärten längs des Uferrandes,&#10;In denen mit den Feen des Abendlandes&#10;Arabiens Peri sich besprach,&#10;Wenn auf den blütenduftigen Terrassen&#10;Voll weißer schimmernder Kiosks im blassen&#10;Lichtschein der Sternenhimmel lag?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am letzten Tag des Jahres</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-letzten-tag-des-jahres/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-letzten-tag-des-jahres/</guid><description>&lt;p&gt;Das Jahr geht um,&#10;Der Faden rollt sich sausend ab.&#10;Ein Stündchen noch, das letzte heut,&#10;Und stäubend rieselt in sein Grab,&#10;Was einstens war lebend&amp;rsquo;ge Zeit.&#10;Ich harre stumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;rsquo;s ist tiefe Nacht!&#10;Ob wohl ein Auge offen noch?&#10;In diesen Mauern rüttelt dein&#10;Verrinnen, Zeit! Mir schaudert, doch&#10;Es will die letzte Stunde sein&#10;Einsam durchwacht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gesehen all,&#10;Was ich begangen und gedacht.&#10;Was mir aus Haupt und Herzen stieg,&#10;Das steht nun eine ernste Wacht&#10;Am Himmelstor, O halber Sieg!&#10;O schwerer Fall!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Luganer See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-luganer-see/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-luganer-see/</guid><description>&lt;p&gt;Durchs Fenster strömt der See zu mir herein,&#10;Der Himmel auch mit seinem Mondenschein.&#10;Die Wogen ziehen über mir dahin,&#10;Ich träume, daß ich längst gestorben bin.&#10;Ich liege auf dem Grunde alles Seins&#10;Und bin mit Kiesel, Hecht und Muschel eins.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Mittelmeer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-mittelmeer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-mittelmeer/</guid><description>&lt;p&gt;Hinunter in die Myrtenschlucht&#10;Stürzt sich zerflatternd die Kaskade,&#10;Es rauscht das Meer von Bucht zu Bucht&#10;Entlang der zackigen Gestade,&#10;Und Höhle tönt und Felsenspalt&#10;Vom Lispeln seiner Wellenzungen;&#10;Im Herzen murmelt′s mir und hallt&#10;Von wonnigen Erinnerungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strahlend in Regenbogenglanz,&#10;Grün, golden und mit Silberflamme,&#10;Hin hüpft des Lichtes Zittertanz&#10;Von Wellenkamm zu Wellenkamme&#10;Und wiegt um Klippen, schaumbespritzt,&#10;Sich funkelnd auf dem Wogenschlage.&#10;Im Herzen leuchtet′s mir und blitzt&#10;Von der Erinnrung sel′ger Tage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Rheine schweb ich her und hin...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rheine-schweb-ich-her-und-hin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-rheine-schweb-ich-her-und-hin/</guid><description>&lt;p&gt;Am Rheine schweb ich her und hin&#10;Und such den Frühling auf&#10;So schwer mein Herz, so leicht mein Sinn&#10;Wer wiegt sie beide auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Berge drängen sich heran,&#10;Und lauschen meinem Sang,&#10;Sirenen schwimmen um den Kahn,&#10;Mir folget Echoklang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O halle nicht, du Widerhall,&#10;O Berge kehrt zurück,&#10;Gefangen liegt so eng und bang&#10;Im Herzen Liebesglück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sirenen tauchet in die Flut,&#10;Mich fängt nicht Lust nicht Spiel,&#10;Aus Wasserskühle trink ich Glut,&#10;Und ringe froh zum Ziel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Scheideweg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-scheideweg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-scheideweg/</guid><description>&lt;p&gt;Es gilt ein Mann zu sein, ein Fürst des Lebens!&#10;Steck dir ein Ziel, verwirf den Traum!&#10;Die tausend Wünsche loderten vergebens,&#10;Und herrschen kannst du nur im Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jüngling flieht - Jugend grüne weiter!&#10;In Thaten wohnet Poesie.&#10;Sei der Humor dein schützender Begleiter!&#10;Verlasse dieser Gott dich nie!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzage nicht in Ungemach und Sorgen,&#10;Kampf ist die Loosung bis zum Tod.&#10;Hast du nicht Freunde treu für Heut und Morgen,&#10;Die Vieles wenden, was dir droht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Strand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-strand/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-strand/</guid><description>&lt;p&gt;Da hilft denn also nichts, du bist allein -&#10;so beiße deine Zähne fest zusammen,&#10;halt deinen Nacken grad und schaue drein,&#10;als wolltest du dich in die Erde rammen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ein stolzer Damm gegen das Leid der Welt,&#10;das dich in brausender Begier umbrandet&#10;und ohnmächtig an dir zu Schaum zerschellt,&#10;bis es im Wintersturm der Zeit versandet&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und fernabbrausend von dir weicht. Dann - sieh&#10;dich um und sieh den Stein, wie ihn, umklebt&#10;von Krusten grenzenloser Apathie,&#10;der Wüstenwind der Ewigkeit begräbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Tage vor dem Abendmahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-tage-vor-dem-abendmahl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-tage-vor-dem-abendmahl/</guid><description>&lt;p&gt;Was ich tue, was ich denke,&#10;Alles, was mit mir geschieht,&#10;Herr! nach deinem Auge lenke,&#10;Das auf meine Wege sieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Thurme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-thurme/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-thurme/</guid><description>&lt;p&gt;Ich steh′ auf hohem Balkone am Thurm,&#10;Umstrichen vom schreienden Staare,&#10;Und laß′ gleich einer Mänade den Sturm&#10;Mir wühlen im flatternden Haare;&#10;O wilder Geselle, o toller Fant,&#10;Ich möchte dich kräftig umschlingen,&#10;Und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand&#10;Auf Tod und Leben dann ringen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drunten seh′ ich am Strand, so frisch&#10;Wie spielende Doggen, die Wellen&#10;Sich tummeln rings mit Geklaff und Gezisch,&#10;Und glänzende Flocken schnellen.&#10;O, springen möcht′ ich hinein alsbald,&#10;Recht in die tobende Meute,&#10;Und jagen durch den korallenen Wald&#10;Das Wallroß, die lustige Beute!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Walde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-walde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-walde/</guid><description>&lt;p&gt;Am Waldsaum kann ich lange Nachmittage,&#10;Dem Kukuk horchend, in dem Grase liegen;&#10;Er scheint das Tal gemaechlich einzuwiegen&#10;Im friedevollen Gleichklang seiner Klage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ist mir wohl, und meine schlimmste Plage,&#10;Den Fratzen der Gesellschaft mich zu fuegen,&#10;Hier wird sie mich doch endlich nicht bekriegen,&#10;Wo ich auf eigne Weise mich behage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn die feinen Leute nur erst daechten,&#10;Wie schoen Poeten ihre Zeit verschwenden,&#10;Sie wuerden mich zuletzt noch gar beneiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Am Wege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/am-wege/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/am-wege/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Dampferpfiff und ein Entenschrei&#10;und ein Hornstoß aus naher Kaserne. -&#10;Im Nebel wuchtet das Leben vorbei&#10;Laternen flimmern wie Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Dunkel haben sich zwei lieb,&#10;die ohne Heimatstätte. -&#10;Er ist der pfiffigste Taschendieb,&#10;sie wird eine freche Grisette.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist das alte Babellied&#10;von den vom Lichter Verschmähten:&#10;Zu wenig geküsst und zu viel geglüht,&#10;und am Wege verdorben, zertreten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amalia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amalia/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amalia/</guid><description>&lt;p&gt;Schön wie Engel voll Walhalla′s Wonne,&#10;Schön vor allen Jünglingen war er,&#10;Himmlisch mild sein Blick, wie Maiensonne,&#10;Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine Küsse - paradiesisch Fühlen!&#10;Wie zwo Flammen sich ergreifen, wie&#10;Harfentöne ineinander spielen&#10;Zu der himmelvollen Harmonie -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stürzten, flogen, schmolzen Geist und Geist zusammen,&#10;Lippen, Wangen brannten, zitterten,&#10;Seele rann in Seele - Erd′ und Himmel schwammen&#10;Wie zerronnen um die Liebenden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ist hin - vergebens, ach! Vergebens&#10;Stöhnet ihm der bange Seufzer nach!&#10;Er ist hin - und alle Lust des Lebens&#10;Wimmert hin in ein verlornes Ach!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amor/</guid><description>&lt;p&gt;Warte nur, du spöttisch lächelnde Schöne,&#10;Die mit lässigem Klaps auf die kleinen Finger&#10;Von sich scheucht den scherzenden Knaben Amor -&#10;Warte nur, du Kühle, du Ueberlegne!&#10;Weißt du nicht? die Knaben, die zarten, wachsen:&#10;Und erwachsen sind sie zuletzt, die Knaben.&#10;Dieser aber, den du so leichthin abwehrst,&#10;Wächst zum Riesen heran, zum grimmig großen,&#10;Greulich bärtigen, übermächtigen Riesen!&#10;Und der faßt dich dann mit den wilden Fäusten,&#10;Und der rächt sich dann für erlittene Unbill,&#10;Tritt dich mit dem groben, herrischen Fuße,&#10;Dich in den stolzen Nacken, ihm zu dienen!&#10;Warte nur, bis der Knabe groß geworden..&#10;Warte nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Amynt und Chloe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/amynt-und-chloe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/amynt-und-chloe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bins, o Chloe! fleuch nicht mit nacketem Fuss&#10;Durch diese Dornen! fleuch nicht den frommen Amynt!&#10;Hier ist dein Kranz, hier ist dein Gürtel!&#10;Komm, bade sicher, ich störe dich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh her! ich eile zurück, und bänge den Raub&#10;An diesen Weydenbaum auf. – – Ach! stürze doch nicht!&#10;Es folgt dir ja kein wilder Satyr,&#10;Kein ungezähmter Cyklope dir nach. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich, schlankes, flüchtiges Reh, dich hab&amp;rsquo; ich erhascht!&#10;Nun widerstrebe nicht mehr! nimm Gürtel und Kranz,&#10;Und weihe sie der strengen Göttinn,&#10;An deren ödem Altare du dienst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ***</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-9204/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-9204/</guid><description>&lt;p&gt;Wie süß du meiner Seele bist,&#10;Ich weiß es nicht zu sagen!&#10;Was still in meinem Innern sprießt,&#10;Will nicht ans Licht sich wagen.&#10;Vom Lenze, der in meiner Brust&#10;Geweckt ein neues Leben,&#10;Vermag ich, wollend und bewusst,&#10;Den Schleier nicht zu heben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sei! Wozu versucht ich auch&#10;Ihn absichtsvoll zu lüften?&#10;Du merkst den warmen Frühlingshauch&#10;An seinen linden Düften.&#10;In meinen feuchten Augen siehst&#10;Du Licht des Morgens tagen -&#10;Wie süß du meiner Seele bist&#10;Brauch&amp;rsquo; ich dir nicht zu sagen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An + + +</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an/</guid><description>&lt;p&gt;Ach! so fühlst du ihn denn auch&#10;Diesen Glanz, so keusch und milde&#10;Wie des Schöpfers Lebenshauch&#10;Auf dem ersten Ebenbilde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also hob im ersten Tau,&#10;Wie ein Kind im Heiligtume,&#10;Auf des Paradieses Au&#10;Still ihr Haupt die erste Blume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! dies ist kein irdscher Glanz,&#10;Unerneuert, unverloren,&#10;Ewig aus dem Lichte ganz&#10;Vor der Sünde ausgeboren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieses Weiß und dieses Rot&#10;Ist noch nie gerichtet worden,&#10;Keine Sünde und kein Tod&#10;Kann je dieses Leben morden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Albert von Thorwaldsen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-albert-von-thorwaldsen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-albert-von-thorwaldsen/</guid><description>&lt;p&gt;Zu seinem Geburtsfest am 8. März 1827.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sei gegrüßt zur heitern Feierstunde,&#10;Wir nahen dir mit dankbarem Gefühl,&#10;Nur Eine Liebe weht in unserm Bunde,&#10;Nur Ein Gedank′ im festlichen Gewühl:&#10;Des Meisters Name tönt von unserm Munde,&#10;Was in den Herzen glüht, ist groß und viel,&#10;Den leeren Schwall der Worte laßt uns meiden,&#10;Der Meister ist′s, so sind auch wir bescheiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ernst ist die Zeit und schwere Wolken liegen&#10;An jenem reinen Himmel ausgestreckt,&#10;Aus dem die Götter einst herniederstiegen,&#10;Die jeden Keim des Irdischen geweckt,&#10;Und ew′ge Mächte, die im Himmel siegen,&#10;Das Haupt mit ird′schem Lorbeer sich bedeckt,&#10;Da brach sich, durch den Erdendunst gezogen,&#10;Die Kunst ihr Bild - der Schönheit Regenbogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-amor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-amor/</guid><description>&lt;p&gt;Wirf sie weg, o Amor! die Pfeile, den goldenen Bogen,&#10;Und die Fackel, die sonst Herzen entzündet und schmelzt.&#10;Sieh, ihr Aug′ ist voll Feuer; die wölbenden Braunen sind Bogen,&#10;Und ihr schimmernder Blick sprühet der Pfeile genug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Apollon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-apollon/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-apollon/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist am Abend im April.&#10;Der Käfer kriecht ins dichte Moos.&#10;Er hat so Angst - die Welt so groß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wirbelwinde hadern mit dem Leben,&#10;ich halte meine Hände still ergeben&#10;auf meinem frommbezwungenen Schoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Engel spielte sanft auf blauen Tasten,&#10;langher verklungene Phantasie.&#10;Und alle Bürde meiner Lasten,&#10;verklärte und entschwerte sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jäh tut mein sehr verwaistes Herz mir weh -&#10;blutige Fäden spalten seine Stille.&#10;Zwei Augen blicken wund durch ihre Marmorhülle&#10;in meines pochenden Granates See.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Asterien.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-asterien/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-asterien/</guid><description>&lt;p&gt;Zweymal ist jetzund gleich der schöne Früling kommen /&#10;Vnd zweymal hat der Frost deß winters abgenommen&#10;Der bäume grünes kleid / als Venus zu mir kam /&#10;Vnd mich / Asterie / von Phebus Seiten nam /&#10;Vnd dir zugab. vorhin entbrandten meine Sinnen /&#10;Durch Durst der Ewigkeit / als ich mich zu gewinnen&#10;Der Tugendt schloß befließ: jetzt bin ich / meine Ziehr /&#10;So weit von jhnen ab / so nah′ ich bin bey dir.&#10;Wie offt′ hab′ ich bißher gehoffet frey zu werden /&#10;Wie offtmals hatten mich geführet von der Erden&#10;Die Flügel der Vernunfft / wann nicht das weite Meer&#10;Der grossen Freundligkeit in dir gewesen wer?&#10;Jedoch wird mich vnd dich Thalia nicht verschweigen /&#10;Mein Augentrost ich geh′ / ich geh′ jetzt zuersteigen&#10;Der Ehren hohes Schloß; ob gleich der schnöde Neid&#10;Den Weg verwachen wird / den Weg der Ewigkeit.&#10;Der schnellen Jahre Flucht / so alles sonst kan tödten /&#10;Hat nicht Gewalt in vns; die trefflichen Poeten&#10;Sind viel mehr als man meynt: jhr hoher Sinn vnd Geist&#10;Ist von deß Himmels Sitz′ in sie herab gereist.&#10;Ein frey Gewissen auch ist gar nicht angebunden&#10;An das Geschrey deß Volcks / das ähnlich ist den Hunden:&#10;Sie bellen in die Lufft wo sie nicht können gehn /&#10;Vnd bleiben doch allhier weit von dem Himmel stehn.&#10;So bald vns Atropos den Faden abgeschnitten /&#10;So balde haben wir auch vnser Recht erlitten:&#10;Wann vnsre Seel′ vnd Geist deß Leibes sind befreyt&#10;Vnd lassen diese Welt / so lest vns auch der Neidt.&#10;So ward auch Hercules / der Kern der Helden / inne /&#10;Daß niemandt weil er lebt die Mißgunst zähmen könne.&#10;Diß ist der alte Lauff. Ich / den du hier siehst stehn /&#10;Vnd auch dein Lob mit mir / soll nimmer vntergehn:&#10;Es sey daß mir hinfort für andern wird belieben&#10;Was Aristoteles / was Xenophon geschrieben /&#10;Was Plato reich von list / was Seneca gesagt /&#10;Was Cato; oder auch es sey das mir gehagt&#10;Ohn einigen Termin die Bücher aller Alten /&#10;So durch deß Himmels Gunst bißher sind vorbehalten /&#10;Zu schliessen in mein Hertz′ / als wie ein muthig Pferdt /&#10;Das sich an keinen Zaum vnd keine schrancken kehrt /&#10;Vnd kan nicht stille stehn / begiehrig fort zu lauffen;&#10;Es sey auch wie es will / so werd′ ich von dem Hauffen&#10;Deß Pöfels seyn getrennt; mein Lieb / mit dem bescheid′&#10;Erwart′ ich deiner Huldt vnd Gegenfreundligkeit.&#10;Gleich wie ein Tigerthier der säuglinge beraubet /&#10;Jetzt dort′ / jetzt dahin laufft; es wütet / tobet / schnaubet /&#10;Es heulet daß die Berg′ vnd aller Wald erschallt;&#10;So schrey ich auch nach dir mein bester Auffenthalt.&#10;Ergib dich daß du nicht / wann ich dir bin genommen /&#10;Dürffst sagen allererst: Ach möchstu wider kommen /&#10;O Philomusus werth / O edeler Verstandt;&#10;Wie hertzlich wolt′ ich doch dir bieten meine Hand /&#10;Dir bieten meine Lieb′ vnd rechte wahre Trewe:&#10;Dann wird vergeblich seyn / O Jungfraw deine Rewe /&#10;Dann wird vergeblich seyn dein Weinen / Klag′ vnd Leidt;&#10;Das Korn wechst gar nicht mehr ists einmal abgemeyt.&#10;Wer wird hernach / mein lieb / wer wird hernach dich preisen&#10;Wann diß mein jrrdin Faß dann wird die Würme speisen?&#10;Drumb komm / O Schöne / komm / eh′ es zu langsam ist /&#10;Komm / laß vns gehn den Weg / den ich mir außerkiest.&#10;Schaw′ / O Asterie / die Meisterinn der Zeiten&#10;Das ewige Geschrey / die Hand nach dir außbreiten /&#10;Vnd dir geneiget seyn: nimb sie von Hertzen an /&#10;Die ewig deine Ziehr vnd dich erhalten kan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Belinden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-belinden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-belinden/</guid><description>&lt;p&gt;Warum ziehst du mich unwiderstehlich&#10;Ach, in jene Pracht?&#10;War ich guter Junge nicht so selig&#10;In der öden Nacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heimlich in mein Zimmerchen verschlossen,&#10;Lag im Mondenschein,&#10;Ganz von seinem Schauerlicht umflossen,&#10;Und ich dämmert′ ein;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träumte da von vollen, goldnen Stunden&#10;Ungemischter Lust,&#10;Hatte schon dein liebes Bild empfunden&#10;Tief in meiner Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin ich′s noch, den du bei so viel Lichtern&#10;An dem Spieltisch hältst?&#10;Oft so unerträglichen Gesichtern&#10;Gegenüber stellst?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Berliner Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-berliner-kinder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-berliner-kinder/</guid><description>&lt;p&gt;Was meint ihr wohl, was eure Eltern treiben,&#10;Wenn ihr schlafen gehen müsst?&#10;Und sie angeblich noch Briefe schreiben.&#10;Ich kann′s euch sagen: da wird geküsst,&#10;Geraucht, getanzt, gesoffen, gefressen,&#10;Da schleichen verdächtige Gäste herbei.&#10;Da wird jede Stufe der Unzucht durchmessen&#10;Bis zur Papagei-Sodomiterei.&#10;Da wird hasardiert um unsagbare Summen.&#10;Da dampft es von Opium und Kokain.&#10;Da wird gepaart, dass die Schädel brummen.&#10;Ach schweigen wir lieber. - Pfui Spinne, Berlin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Bettina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-bettina/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-bettina/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Deinen Knie′n begann ich dreist&#10;Ein Madrigal, du schönstes aller Weiber!&#10;Doch das Gefühl verwirrt den Geist,&#10;Und ach! das liebe Pult den Schreiber.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Cassandre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-cassandre/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-cassandre/</guid><description>&lt;p&gt;Mit seinen Blumen und gesprungnen BlütenLäßt nun der Frühling meine Schmerzen blühn,Durch meine Nerven und Arterien ziehnSich Feuer, die in meinen Knochen wüten.So vielen Fluten muss die Stirn nicht bietenDer Seemann, treibt Boreas Atem ihn,Und so viel Sand sieht Afrika nicht glühn,Wie Qualen tief in meinem Herzen brüten.Ich hätte Lust - so grässlich muss ich leiden!-Aus meinem Leib das Leben mir zu scheiden,Die Festung meiner Sehnsucht auszuhöhlen.Hätt mich vor dieser Tat nicht Furcht ereilt,Dass mit dem Tod auch meine Wunde heilt,Denn die wird nach dem Todesstoß mir fehlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Charin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-charin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-charin/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Pandus, der so zu dir schleicht,&#10;Hat Eulenaugen, und sie schielen;&#10;Sein Kinn ist spitz; er lacht nicht leicht,&#10;Und wird stets mit der Zunge spielen.&#10;Ich weiß, daß du ihm günstig bist:&#10;Freund, werde nicht durch Schaden klüger!&#10;Wenn dieser Rothkopf ehrlich ist,&#10;So ist er wahrlich ein Betrüger.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Chloë</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-chloe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-chloe/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Lieb′ aus deinen blauen,&#10;hellen, offnen Augen sieht,&#10;und vor Lust hinein zu schauen&#10;mir′s im Herzen klopft und glüht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und ich halte dich und küße&#10;deine Rosenwangen warm,&#10;liebes Mädchen, und ich schließe&#10;zitternd dich in meinem Arm,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mädchen, Mädchen, und ich drücke&#10;dich an meinen Busen fest,&#10;der im letzten Augenblicke&#10;sterbend nur dich von sich läßt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;den berauschten Blick umschattet&#10;eine düstre Wolke mir,&#10;und ich sitze dann ermattet,&#10;aber selig neben dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Chloen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-chloen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-chloen/</guid><description>&lt;p&gt;Bei der Liebe reinsten Flammen&#10;Glänzt das arme Hüttendach:&#10;Liebchen! ewig nun beisammen!&#10;Liebchen! träumend oder wach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süßes, zärtliches Umfangen,&#10;Wenn der Tag am Himmel graut;&#10;Heimlich klopfendes Verlangen,&#10;Wenn der Abend niedertaut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wir teilen alle Freuden,&#10;Sonn′ und Mond und Sternenglanz;&#10;Allen Segen, alles Leiden,&#10;Arbeit und Gebet und Tanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So, bei reiner Liebe Flammen,&#10;Endet sich der schöne Lauf;&#10;Ruhig schweben wir zusammen,&#10;Liebchen, Liebchen! himmelauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Christine Engehausen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-christine-engehausen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-christine-engehausen/</guid><description>&lt;p&gt;Du tränkst des Dichters dämmernde Gestalten,&#10;Die ängstlich zwischen Sein und Nichtsein schweben,&#10;Mit deinem Blut, und gibst den Schatten Leben,&#10;In denen ungeborne Seelen walten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber möchte nicht zu früh erkalten,&#10;Der Zeit die Form zu dem Gehalt zu geben&#10;Und über sich hinaus sie zu erheben&#10;Durch neuer Schönheit schüchternes Entfalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch dieses Deutschland wird uns schwer erwarmen,&#10;Und eh′ wir′s denken, stehn wir ab, verdrossen,&#10;Drum laß uns eins das andere belohnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Damis (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-damis-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-damis-1/</guid><description>&lt;p&gt;Freund, den das strenge Geschick nun meiner Umarmung entrissen,&#10;Und weit von der zärtlichsten Freundinn geführt;&#10;Freund, der Du vormals die Kraft der siegenden Liebe empfunden,&#10;Empfindst Du sie itzt noch; so höre dieß Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort, wo die Schatten des Hayns uns Liebende willig empfingen,&#10;Wo nie ein nachspürender Blick uns entdeckt;&#10;Dort, wo die Zephirs ins Thal auf weichem Moose sich welzten,&#10;Und uns in vertrauten Gesprächen behorcht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo seit Jahrhunderten schon ehrwürdige Eichen sich breiten,&#10;Und stolz sich die schlankere Fichte erhebt:&#10;Da, Freund, da sank ich dahin, in deine mir wartenden Arme,&#10;Entzückt, wie die Wollust, und froh, wie der Scherz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Damis Geburtstage (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-damis-geburtstage-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-damis-geburtstage-1/</guid><description>&lt;p&gt;Dir, bester Inhalt meiner Lieder,&#10;Dir tönt dieß Lied der Lieb und Lust,&#10;Dein Tag, der schöne Tag kömmt wieder,&#10;Und Freude klopft in meiner Brust.&#10;Sie klopft; das Herz fühlt mit Entzücken&#10;Dein Wohl, die Kraft sich zu beglücken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sey, daß mir die Worte fehlen,&#10;Spricht doch mein Blut, von Lieb erregt;&#10;Dieß kann Empfindungen erzählen,&#10;Und nennt den Trieb, der es bewegt.&#10;Der Liebe Macht, ein Herz zu zwingen,&#10;Läßt sich empfinden, nicht besingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Damis Geburtstage (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-damis-geburtstage-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-damis-geburtstage-2/</guid><description>&lt;p&gt;Du meiner Wünsche Ziel, mein Damis! welch Entzücken&#10;Fühlt heute Deiner Freundinn Brust!&#10;Du lebst! und liebest mich! mein Leben zu beglücken&#10;Erkohrst Du Dir zur größten Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Vorsicht wolle doch mich lange würdig finden,&#10;Von Dir, mein Freund, geliebt zu seyn.&#10;O! möchte sie mich nie der süßen Pflicht entbinden,&#10;Mich diesen Tag mit Dir zu freun!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedoch, wenn dermaleinst mit seinen Mordgewehren&#10;Der Todes-Engel uns wird dräun:&#10;O Freund! dann müsse noch Dein Leben lange währen&#10;Und Dir mein Tod ein Opfer seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An das Mitleid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-mitleid/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-das-mitleid/</guid><description>&lt;p&gt;Dich, der schaffenden Gottheit,&#10;Nachgeborne bessere Schwester,&#10;Mitleid, dich will ich preisen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unergründlich an Geist ist jene,&#10;An gestaltenzeugender Bildnerkraft,&#10;Unergründlich an Grausamkeit;&#10;Auf Wechselfolter und Wechselmord&#10;Hat sie die strotzende, lebenstrunkne,&#10;Jauchzende Schöpfung angelegt&#10;Und als Meister in Mord und Folter&#10;Obenauf den Menschen gesetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schwester, da sie es werden sah,&#10;Legte das Haupt ihr an den Busen,&#10;Den marmorgleichen, und flehte, flehte.&#10;Kein Wort, kein Hauch, kein Blick&#10;Sprach von Erhörung. Sie wandte sich ab&#10;Und seufze und schwieg und rührte die breiten&#10;Silberschwingen und schwebte nieder,&#10;Nieder zur Erde;&#10;Himmlischen Balsams ein Gefäß&#10;Trug sie sorgsam in weicher Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An deiner Brust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-deiner-brust/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-deiner-brust/</guid><description>&lt;p&gt;An deiner Brust ist meine Stelle,&#10;In deinen Armen mein Asyl!&#10;Mich warf des Sturm′s empörte Welle&#10;An dieses bang ersehnte Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gaben, die das Leben zieren,&#10;Jedwedes Gut, das köstlich heißt,&#10;Was ich besaß, mußt′ ich verlieren,&#10;Daß du fortan mir Alles sei′st.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt, da ich Alles hingegeben,&#10;Wird mir′s durch dich zurückgeschenkt,&#10;Wenn unter wonnevollem Beben&#10;Dein Mund auf meine Stirn′ sich senkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Der du dem hingesunknen Volke,&#10;Das laut dir rufet, dich versteckst,&#10;Und noch mit einer Azurwolke&#10;Dich vor dem Blick des Tages deckst;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm, Hesperus, aetherisch milde,&#10;Komm, Götterkind auf diese Höhn,&#10;Komm auf die lechzenden Gefilde,&#10;Die deinem Gruß entgegen sehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Matt liegen sie! des Landmanns rege&#10;Tonvolle Freude hemmt ein Ach,&#10;Die Blumen welken hin und träge&#10;In dürren Ufern schleicht der Bach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ohnmächtig flüstert durch die Aeste&#10;Ein Wind, von schwülen Düften schwer. -&#10;Was zaudert ihr? Fliegt, fliegt, ihr Weste,&#10;Und traget meinen Liebling her!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Doctor Logus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-doctor-logus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-doctor-logus/</guid><description>&lt;p&gt;Wie leicht beschämst du den Macrin!&#10;Wie schwach sind seine Kleinigkeiten,&#10;Wann deine Waffen sie bestreiten,&#10;Und mit Soriten überziehn.&#10;Allein zu oft besiegst du ihn.&#10;Man muß, und dieses nur weiß Doctor Logus nicht,&#10;Nicht immer klüger sein, als der, womit man spricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Erzherzog Karl (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-erzherzog-karl-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-erzherzog-karl-1/</guid><description>&lt;p&gt;Hättest du Türenne besiegt,&#10;Der, an dem Zügel der Einsicht,&#10;Leicht, den ehernen Wagen des Kriegs,&#10;Wie ein Mädchen ruhige Rosse, lenkte;&#10;Oder jenen Gustav der Schweden,&#10;Der, an dem Tage der Schlacht,&#10;Seraphische Streiter zu Hülfe rief;&#10;Oder den Suwarow, oder den Soltikow,&#10;Die, bei der Drommete Klang,&#10;Alle Dämme der Streitlust niedertraten,&#10;Und mit Bächen von Blut,&#10;Die granitene Bahn des Siegs sich sprengten:&#10;Siehe, die Jungfraun rief′ ich herbei des Landes,&#10;Daß sie zum Kranz den Lorbeer flöchten,&#10;Dir die Scheitel, o Herr, zu krönen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Freiherrn von ***</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-freiherrn-von/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-freiherrn-von/</guid><description>&lt;p&gt;Der, unverführt von Freuden und von Sorgen,&#10;Nie herzlich weinet oder lacht;&#10;Der, jede Nacht und jeden Morgen,&#10;Ohn′ alle Träume schläft; nur, wann er soll, erwacht;&#10;Der, gleich entfernt von Witz und Unverstande,&#10;Sich nicht versteigt, auch nicht versteigen kann:&#10;Trifft man in dem den größten Geist nicht an;&#10;So ist er doch vielleicht der Glücklichste im Lande.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-fruehling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Was hilf es mir du Frühling,&#10;Wenn du auf alle Wiesen&#10;Die schönsten Blumen streuest,&#10;Wann ich auf deinem Blumen,&#10;Nicht kann mit Mädgen tanzen?&#10;Was helfen mir die Blumen,&#10;Wann mir kein muntres Mädgen,&#10;Das Haupt mit Kräntzen schmüket?&#10;Was hilfts mir wann die Bäume,&#10;Jetzt junge Schatten streuen,&#10;Wenn ich nicht neben Mädgen&#10;In deinen Schatten schlumre?&#10;Was hilfts mir wann du Blüthen,&#10;Von bunten Bäumen schneyest,&#10;Wenn du an meiner Seithe,&#10;Auf keinen Busen schneyest,&#10;Was schieren mich die Blumen,&#10;Und Schatten und die Blüthe?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den gecreutzigten Jesum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-gecreutzigten-jesum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-gecreutzigten-jesum/</guid><description>&lt;p&gt;VI.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hir wil ich gantz nicht weg! laß alle Schwerdter klingen!&#10;Greiff Spiß und Sebel an! brauch aller Waffen Macht&#10;Vnd Flamm’ / und was die Welt für unerträglich acht.&#10;Mich sol von disem Creutz kein Tod / kein Teufel dringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hit wil ich / wenn mich Ach und Angst und Leid umbringen&#10;Wenn Erd’ und Meer auffreisst / ja wenn der Donner Macht&#10;Mit dunckel-rotem Blitz auff meinem Kopffe kracht /&#10;Ja wenn der Himmel fällt / hir wil ich frölich singen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den gefangenen Dicaeus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-gefangenen-dicaeus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-gefangenen-dicaeus/</guid><description>&lt;p&gt;XI&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mutter enger Leib hilt erstlich dich gefangen /&#10;Als deine Seele ward in Fleisch und Bein verstrickt;&#10;So bald du dises Licht / das süsse Licht erblickt /&#10;Bist du in neue Band und Kercker eingegangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ist die grosse Welt? ein Blockhauß / da verlangen /&#10;Vnd Angst und schwere Noth mit strengen Fesseln drückt /&#10;Wenn uns der freye Tod / aus disen Ketten rückt/&#10;Denn nimbt die Grufft in Hafft / die gantz erblaßten Wangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Grafen Platen (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-grafen-platen-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-grafen-platen-1/</guid><description>&lt;p&gt;Laß mich, Freund, in meiner Weise&#10;Dir ein artig Liedchen singen!&#10;Zürne nicht, wenn meine Muse&#10;Nicht als ernste hohe Gottheit,&#10;Nur als Schmetterling der Dichtkunst&#10;Blumenhöhen heut umflattert,&#10;Wenn sie von Anakreons&#10;Bienenhonig gerne nippte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind wir doch im ew′gen Frühling,&#10;Wo im warmen Hauch des Südens&#10;Uns die Frucht der Hesperiden,&#10;Frohe Lebenslust, erblühet!&#10;Drum so frisch und leicht und munter,&#10;Wie Albanos Morgenlüfte,&#10;Soll, o Sänger, dir mein Lied&#10;Um der Schläfe Lorbeer wehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Hoch-Edlen Gestrengen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-hoch-edlen-gestrengen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-hoch-edlen-gestrengen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Nordstern letzter Zeit / des Vaterlandes Stütze:&#10;Die einig noch nicht bricht / nun Kirch und Hauß verfällt&#10;Den Ach und Noth nicht pocht. 0 unerschreckter Held&#10;An dem man einig siht wie steiff sich Tugend schütze:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr / der uns lehrt was Kunst Hoch-Edlem Blutte nütze;&#10;Herr / dessen Lob / die itzt noch ungebor’ne Welt&#10;Wird rühmen / wenn wir Staub / Adel ich muß ins Feld&#10;Mein hart Verhängnüß rufft mich wider an die Spitze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den jungen Lenz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-jungen-lenz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-jungen-lenz/</guid><description>&lt;p&gt;Du junger Frühling kommst herab&#10;Vom Schöpfer, um ganz neues Leben&#10;Geschöpfen seiner Hand zu geben.&#10;Das Blumen-Volk verläßt sein Grab,&#10;Und mit empor gehobnem Haupte&#10;Beschämt es den, der keinen Gott&#10;Und für sich selbst Vernichtung glaubte.&#10;Der Vogel wiederspricht des Wiedersprechers Spott.&#10;Die Saat mit Millionen Zungen&#10;Aus schwarzer Erd herauf gedrungen&#10;Bestätiget, was er gesungen!&#10;Der Linde Blätter lispeln nach;&#10;Die Elbe rauscht und murmelnd spricht der Bach:&#10;&amp;ldquo;Es ist ein Gott, der laue Winde schickte,&#10;&amp;ldquo;Den Schnee zerschmolz, das Eis zerbrach,&#10;&amp;ldquo;Mit jungem Grün das Ufer schmückte&#10;&amp;ldquo;Und diese Sonne scheinen läßt!&#10;Nach sanft gefallnem Frühlingsregen&#10;Quackt der erweckte Frosch sein Fest,&#10;Und Fische scherzen ihr entgegen!&#10;Der Hirt heißt seine Heerde leben!&#10;Sie weidet jugendliches Graß,&#10;Blöckt ihre Freuden laut, und hört ohn Unterlaß&#10;Sich Thal und Hügel Antwort geben!&#10;Die Honigträgerin verläßt ihr kleines Haus&#10;Und saugt den Veilchen, wenn sie duften,&#10;Die Süßigkeit des kleinen Kelches aus.&#10;Die Schwalbe kommt aus Sumpf, wie aus verschloßnen Grüften&#10;Einst unsre Leiber neu hervor,&#10;Sie baut ihr Haus von Stroh und fetter Erde,&#10;Und schwitzert froh dem Menschen vor,&#10;Daß er auch wieder leben werde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den König von Preußen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-koenig-von-preussen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-koenig-von-preussen/</guid><description>&lt;p&gt;Einst hat ein beßrer Mann gewagt,&#10;Mit seinem Lied vor dich zu treten;&#10;Du kennst ihn, der so unverzagt&#10;Die Tyrannei bei dir verklagt&#10;Und dich um deinen Schutz gebeten;&#10;Um Schutz für jenes arme Land,&#10;Das blutend vor dem Himmel stand&#10;Und keine, keine Hilfe fand,&#10;Als die Verzweiflung der Poeten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O lebt′ er noch, er würde heut&#10;Dich aus dem süßen Schlummer stören,&#10;Ob alle Welt dir Weihrauch streut&#10;Und jeden Siegerkranz dir beut,&#10;Sein stolzes Herz würd′ sich empören.&#10;Er spräch′ dem falschen Jubel Hohn&#10;Und nahte zornig deinem Thron;&#10;Tot ist der Vater, und der Sohn,&#10;Der Mächtige, er müßt′ ihn hören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Kuckuck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-kuckuck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-kuckuck/</guid><description>&lt;p&gt;Stimme, die im Frühlingswinde&#10;Fernher durch das Laubgrün hallt,&#10;Tönt dein Ruf, wie einst dem Kinde,&#10;Neu mir aus dem Buchenwald?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jahre, mehr als du dem Knaben,&#10;Muntrer Vogel, prophezeit,&#10;Sind seitdem verrollt; begraben&#10;Liegt die goldne Jugendzeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hin die erste zauberische&#10;Dämmerhelle vor dem Tag,&#10;Als der Tau in Morgenfrische&#10;Auf des Lebens Blüten lag,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hin der Rausch, als himmelwärts mir&#10;In der Jugend erstem Stolz&#10;Sich die Seele hob, das Herz mir&#10;An geliebten Blicken schmolz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mai/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-mai/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, lieber Mai, und mache&#10;Die Bäume wieder grün!&#10;Und laß mir an dem Bache&#10;Die kleinen Veilchen blühn!&#10;Wie möcht? ich doch so gerne&#10;Ein Blümchen wieder sehn!&#10;Ach lieber Mai, wie gerne&#10;Einmal spazieren gehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In unsrer Kinderstube&#10;Wir mir die Zeit so lang;&#10;Bald werd? ich armer Bube&#10;Vor Ungeduld noch krank.&#10;Ach! bey den kurzen Tagen&#10;Muß man sich obendrein&#10;Mit den Vokabeln plagen,&#10;Und immer fleißig seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Menschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-menschen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-menschen/</guid><description>&lt;p&gt;Wünsche dir nicht zu scharf das Auge, denn wenn du die Toten&#10;In der Erde erst siehst, siehst du die Blumen nicht mehr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Rhein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-rhein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-rhein/</guid><description>&lt;p&gt;Gewalt&amp;rsquo;ger Bruder, wag ich es, dein Bild,&#10;das immerzu an mir vorüberfließt&#10;und sich voll Majestät in mich ergießt,&#10;im Vers zu spiegeln als dein helles Schild:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich diene dir getreu an meiner statt.&#10;Mein Haus prangt fest an deinem weichen Rand,&#10;mit blanken Augen froh dir zugewandt,&#10;sieht es wie ich sich niemals an dir satt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am liebsten freilich bist du uns bei Nacht.&#10;Du schläfst nicht ein, ziehst deine große Bahn&#10;gleich uns gewunden durch des Daseins Macht&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den römischen Kaiser Joseph den Zweiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-roemischen-kaiser-joseph-den-zweiten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-roemischen-kaiser-joseph-den-zweiten/</guid><description>&lt;p&gt;Von deinen Siegen, Cäsar Germanicus,&#10;Singt mein gerechtes Loblied den ersten Sieg:&#10;Wie du, zu groß dem Eifergeiste,&#10;Preußens erhabenen König aufsuchst,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Landen aufsuchst, welche sein Schwert, sein Glück,&#10;Sein Recht vom Erbe deiner Erzeugerin&#10;Getrennt, in ihm den weisen Vater&#10;Ehrend, den biedersten Freund eroberst&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und seiner Feldherrntugenden höchste dir&#10;Erstrebst, dein weites Reich zu befestigen,&#10;Ihn selber nimmer zu bekämpfen:&#10;Josephs des Volkererhalters Eidschwur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, deiner Thaten erste strahlt herrlicher&#10;In eines Gottes Augen, als Ilions&#10;Und Babylons Eroberungen,&#10;Oder die Schlachten der Zingiskane,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Vater meines Patchens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-vater-meines-patchens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-vater-meines-patchens/</guid><description>&lt;p&gt;Der Knabe, der zehn Jahre später dir ein FreundUnd lange Zeit ein täglicher Genosse war,Daheim noch lebt’ er in des lieben Vaters Haus,Mit blühenden Geschwistern selbst ein blühender:Sieh, diesen Säbel zur HusarenuniformTrug er durch Hof und Garten und Alleen der Stadt.Das schöne Kleid (du sahst wohl noch ein Stück davon,Scharlachen, fein, mit Silberschnörkelwerk besetzt),Ist längst dahin samt alle seinem Zubehör,Bis auf dies Eisen, dem getreu die Scheide blieb.Wem laß ich nun die Waffe? Billig spart ich sieDem eignen Sohn; er bleibt nur gar zu lange aus!Am Ende, fürcht ich ernstlich, kommt er nimmermehr;Sah ich doch selbst die Mutter bis zur Stunde nicht!Kurzum denn, Alter, deinem Erstgeborenen,Dem deine Bruderliebe meinen Namen lieh,Häng ich den Säbel, bis er ihn gebrauchen kann,Am Nagel übers Bettchen, ihm zu Häupten, auf,Unblutig Spielzeug, das von schöner Jugend weißUnd deinem Knaben keine bösen Träume schafft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den verwachsenen Gurdus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-verwachsenen-gurdus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-verwachsenen-gurdus/</guid><description>&lt;p&gt;Du gleichest dem Aesop; doch dein Verstand ist klein.&#10;Der Kern der Bucklichen räumt dir gewiß nicht ein,&#10;So dumm als höckericht, und dennoch stolz zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An den Wind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-wind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-den-wind/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wandre fort ins ferne Land;&#10;Noch einmal blickt′ ich um , bewegt,&#10;Und sah, wie sie den Mund geregt&#10;Und wie gewinket ihre Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl rief sie noch ein freundlich Wort&#10;Mir nach auf meinem trüben Gang,&#10;Doch hört ich nicht den liebsten Klang,&#10;Weil ihn der Wind getragen fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß ich mein Glück verlassen muß,&#10;du rauher; kalter Windeshauch,&#10;Ist′s nicht genug, daß du mir auch&#10;Entreißest ihren letzten Gruß?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Böotier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-boeotier/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-boeotier/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Ihr Gemälde beschautet, Böotier, dünkte Euch jemals,&#10;Daß im Apoll, im Mars, selbst sich der Maler gemalt?&#10;Wohl, so sagt mir, wie kommt es, daß Ihr vom Gedichte den Dichter&#10;Nimmer zu sondern vermögt, immer Beziehung und Zweck&#10;Sucht, wo der Genius sich aufschwingt in phantastischer Willkür,&#10;Wie ihn die Muse beherrscht, wie der Moment ihn ergreift?&#10;Soll ein Gebilde der Kunst sich zum heiteren Leben gestalten,&#10;Muß der entfesselte Geist frei sich bewegen und kühn.&#10;Darum beschaut und betrachtet, und les′t nicht befangen, ich bitt′ Euch,&#10;Wenn sich zum freieren Spiel regt die entbundene Kraft.&#10;Könnt Ihr denn nimmer begreifen, Böotier, daß nur der Kuckuk&#10;Einzig sich selber besingt, immer sich selber nur meint.&#10;Glaubt Ihr, in Stunden der Weihe, wo weit der Erd′ er entrückt ist,&#10;Näher der Himmel ihm scheint, denke der Dichter, besorgt,&#10;Bloß an das eitle Geschwätz von albernen Muhmen und Basen,&#10;Die mit der Zunge Gewalt schnellen den giftigen Pfeil?&#10;Hat Euch der Himmel den Geist so beengt und den Busen geschaffen,&#10;Daß Ihr den höheren Sinn nicht zu ergründen vermögt,&#10;Nicht die Accorde des Lebens begreift: o, Ihr Guten, so laßt doch&#10;Ungestört die Poesie, treibt Euch in Prosa umher! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Chartenspieler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-chartenspieler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-chartenspieler/</guid><description>&lt;p&gt;Mischt immer eure Blätter, spielet&#10;Gedankenvoll, und hoffend fühlet&#10;Die Freuden des Gewinnes ganz;&#10;Mein Geist, zu stoisch und zu trocken,&#10;Ließ nie die Charten sich verlocken,&#10;Und hüpfte nie zu einem Tanz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu steif den Fuß im Tact zu lenken,&#10;Zu roh, beym Spiele was zu denken,&#10;Blieb ich in beyden ungelehrt;&#10;Ich kenne nicht der Blätter Nahmen,&#10;Weiß nicht, was Buben sind und Damen,&#10;Weiß nichts vom Blatt, dem Sieg gehört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Conventionellen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-conventionellen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-conventionellen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr habt genug mein armes Hirn gebüttelt,&#10;Ich käu nicht wieder wie das liebe Vieh;&#10;Längst hab ich von den Schuhen ihn geschüttelt,&#10;Den grauen Schulstaub eurer Poesie!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab mich umgesehn in meinem Volke&#10;Und meiner Zeit bis tief ins Herz geschaut&#10;Und nächtlich ist aus dunkler Wetterwolke&#10;Ein heilig Feuer in mein Lied gethaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ruf ich zu des Himmels goldnen Kronen:&#10;Dreimal verflucht sei jegliche Dressur!&#10;Zum Teufel eure kindischen Schablonen!&#10;Ich bin ein Mensch, ich bin ein Stück Natur!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die deutschen Arbeiter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-deutschen-arbeiter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-deutschen-arbeiter/</guid><description>&lt;p&gt;Der alte Mann in Rom befiehlt.&#10;Wem? Euch! Was hat er zu befehlen?&#10;Gehören willenlos die Seelen&#10;Dem Papste, dass er mit euch spielt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So überlegt: Was weiß sie nur.&#10;Die ihn beherrscht, die Pfaffenclique,&#10;Von eurem Wollen, vom Geschicke,&#10;Von eurer Arbeit Wegespur?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was will der Fremde? Darf er dreist&#10;Sich hier so als Gebieter geben?&#10;Was ist er euch ? Was eurem Leben ?&#10;Was eurem Ziel der Pfaffengeist?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die deutschen Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-deutschen-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-deutschen-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Seid stolz! es klingt kein Gold der Welt&#10;Wie eurer Saiten Gold;&#10;Es ist kein Fürst so hoch gestellt,&#10;Daß ihr ihm dienen sollt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trotz Erz und Marmor stürb er doch,&#10;Wenn ihr ihn sterben ließet;&#10;Der schönste Purpur ist annoch&#10;Das Blut, das ihr als Lied vergießet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ruhm der Herrscher wird verweht -&#10;Lobpreis ihn, wer da will!&#10;Man jagt und spornt ihn, doch er steht&#10;Mit ihrem Herzen still.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Dichterin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-dichterin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-dichterin/</guid><description>&lt;p&gt;Gern flieht der Geist vom kleinlichen Gewühle&#10;Der Welt, wo Albernheiten ernsthaft thronen,&#10;Auf zu des Scherzes heitern Regionen,&#10;Verhüllt in sich die heiligsten Gefühle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umweht ihn einmal Äther leicht und kühle,&#10;So kann er nimmer wieder unten wohnen,&#10;Und schnell wird jenen Scherz der Ernst belohnen,&#10;Daß er sich neu im eignen Bilde fühle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wünsche, die dich hin zur Dichtkunst ziehen,&#10;Der frohe Ernst, in den du da versankest,&#10;Das sei dein eigen still verborgnes Leben;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Ersehnte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-ersehnte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-ersehnte/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe dich Gerte getauft, weil du so schlank bist&#10;und weil mich Gott mit dir züchtigen will,&#10;und weil eine Sehnsucht in deinem Gang ist&#10;wie in schmächtigen Pappeln im April.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kenne dich nicht - aber eines Tages&#10;wirst du im Sturm an meine Türe klopfen,&#10;und ich werde öffnen auf dies Klopfen,&#10;und meine zuchtlose Brust wird gleichen Schlages&#10;an Deine zuchtlosen Brüste klopfen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ich kenne dich - deine Augen glänzen wie Knospen,&#10;und du willst blühen, blühen, blühen!&#10;und deine jungen Gedanken sprühen&#10;wie gepeitschte Sträucher an Sturzbächen;&#10;und du möchtest wie ich den Stürmen Gottes trotzen&#10;oder zerbrechen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Exakten.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-exakten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-exakten/</guid><description>&lt;p&gt;Rasselt nur nicht zu viel mit Kette und Messer und Wage,&#10;Machte der Himmel euch stolz, den ihr berechnet und meßt,&#10;Nun, so schaut auf die Frau und werdet wieder bescheiden,&#10;Denn ihr fragt euch umsonst, was euch gefesselt an sie,&#10;Und die Linie, so, nicht anders, gezogen im Antlitz,&#10;Trägt, ihr erkennt es, das Haus, trägt gar den Staat und die Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Geliebte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-geliebte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-geliebte/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,&#10;Mich stumm an deinem heilgen Wert vergnüge,&#10;dann hör ich recht die leisen Atemzüge&#10;Des Engels, welcher sich in dir verhüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt&#10;Auf meinen Mund, ob mich kein Traum betrüge,&#10;Daß nun in dir, zu ewiger Genüge,&#10;Mein kühnster Wunsch, mein einzger, sich erfüllt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,&#10;Ich höre aus der Gottheit nächtger Ferne&#10;Die Quellen des Geschicks melodisch rauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Gesetzgeber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-gesetzgeber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-gesetzgeber/</guid><description>&lt;p&gt;Setzet immer voraus, dass der Mensch im Ganzen das Rechte&#10;Will; im Einzelnen nur rechnet mir niemals darauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Grundmächte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-grundmaechte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-grundmaechte/</guid><description>&lt;p&gt;Es zählt vor euch nicht, dass ich Schmerzen leide.&#10;Es schweigt die Weide,&#10;Wenn man zur Flöte sie schneidet und schält.&#10;Doch dass ich leide und nicht meutere,&#10;Und was ich mir draus läutere&#10;Zum Zwiegespräch mit euch, es zählt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Herren X und Y</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-herren-x-und-y/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-herren-x-und-y/</guid><description>&lt;p&gt;Welch Feuer muß in eurem Busen lodern!&#10;Ihr habt den Mut, euch kühn herauszufodern.&#10;Doch eure Klugheit hält dem Mute das Gewicht:&#10;Ihr fodert euch, und stellt euch nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die heutigen Beförderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-heutigen-befoerderer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-heutigen-befoerderer/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Gönner des Geschmacks! Ihn würdig zu erhöhn,&#10;Ahmt so dem Colbert nach, wie Colbert dem Mäcen.&#10;Vedienet Ruhm und Dank. Doch wollt ihr Künste bessern,&#10;So wählt die rechte Zeit, die Künstler zu vergrößern.&#10;Seid auch den Dichtern hold: Versorgt und rühmet sie;&#10;Nur jenes nicht zu spät, und dieses nicht zu früh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Jünglinge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-juenglinge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-juenglinge/</guid><description>&lt;p&gt;Trinkt des Weines dunkle Kraft,&#10;Die euch durch die Seele fließt&#10;Und zu heil′ger Rechenschaft&#10;Sie im Innersten erschließt!&#10;Blickt hinab nun in den Grund,&#10;Dem das Leben still entsteigt,&#10;Forscht mit Ernst, ob es gesund&#10;Jedem Höchsten sich verzweigt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geht an einen schaur′gen Ort,&#10;Denkt an aller Ehren Strauß,&#10;Sprecht dann laut das Schöpfungswort,&#10;Sprecht das Wort: es werde! aus.&#10;Ja, es werde! spricht auch Gott,&#10;Und sein Segen senkt sich still,&#10;Denn, den macht er nicht zum Spott&#10;Der sich selbst vollenden will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Königin von Preussen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenigin-von-preussen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-koenigin-von-preussen/</guid><description>&lt;p&gt;Erwäg&amp;rsquo; ich, wie, in jenen Schreckenstagen,&#10;Still deine Brust verschlossen, was sie litt,&#10;Wie du das Unglück, mit der Grazie Tritt,&#10;Auf jungen Schultern herrlich hast getragen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie von des Kriegs zerrißnem Schlachtenwagen&#10;Selbst oft die Schar der Männer zu dir schritt,&#10;Wie trotz der Wunde, die dein Herz durchschnitt,&#10;Du stets der Hoffnung Fahn uns vorgetragen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Herrscherin, die Zeit dann möcht ich segnen!&#10;Wir sahn dich Anmut endlos niederregnen,&#10;Wie groß du warst, das ahndeten wir nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Kunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-kunst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-kunst/</guid><description>&lt;p&gt;Dir, heil′ge Kunst, dir hab′ ich mich ergeben!&#10;Nicht drängt′ ich mich, du riefst mich zum Altare,&#10;Ich rang mit dir, ob ich mich frei bewahre,&#10;Du siegtest, nimm mich denn auf Tod und Leben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wollen Träume meinen Blick umweben,&#10;Ich aber schau′ hinab auf ernste Jahre,&#10;Doch, wie sich auch zum Kampf der Pöbel schare,&#10;Am Ende siegt ein gottgebornes Streben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel trage ich, doch schlägt mir die Entbehrung&#10;Der Welt-Idee, auf deren Leib ich hoffe,&#10;Durch Puppen-Larven leicht die Todeswunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Leier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-leier/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-leier/</guid><description>&lt;p&gt;Töne, frohe Leier,&#10;Töne Lust und Wein!&#10;Töne, sanfte Leier,&#10;Töne Liebe drein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wilde Krieger singen,&#10;Haß und Rach′ und Blut&#10;In die Laute singen,&#10;Ist nicht Lust, ist Wut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar der Heldensänger&#10;Sammelt Lorbeern ein;&#10;Ihn verehrt man länger.&#10;Lebt er länger? Nein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er vergräbt im Leben&#10;Sich in Tiefsinn ein:&#10;Um erst dann zu leben,&#10;Wann er Staub wird sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lobt sein göttlich Feuer,&#10;Zeit und Afterzeit!&#10;Und an meiner Leier&#10;Lobt die Fröhlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Tochter der Natur,&#10;Holde Liebe!&#10;Uns vergnügen nur&#10;Deine Triebe.&#10;Gunst und Gegengunst&#10;Geben allen&#10;Die beglückte Kunst&#10;Zu gefallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Liebesgötter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebesgoetter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebesgoetter/</guid><description>&lt;p&gt;Entflieht ihr kleinen Heere&#10;Der lächelnden Cythere!&#10;Das Thal ist freudenleer;&#10;Bereift sind eure Flügel;&#10;Dem nackten, öden Hügel&#10;Tönt keine Leyer mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht! wilde Jäger würgen&#10;Auf hallenden Gebürgen,&#10;Sie spotten eurer Macht;&#10;Von spröden Amazonen,&#10;Die nur in Wäldern wohnen,&#10;Wird Paphia verlacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt ihr vielleicht beym Jagen&#10;Die Mordgewehre tragen,&#10;Der Netze Hüter seyn;&#10;Gedungen von Centauren,&#10;Auf hohen Aesten lauren,&#10;Zum Klang der Hörner schreyn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn die Stürme wehen,&#10;Soll dann auf kalten Höhen,&#10;Wo Sonnenstrahl gebricht,&#10;Euch eure Fackel wärmen?&#10;Dem Wilde nachzuschwärmen,&#10;Gab sie Cythere nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Liebste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-liebste/</guid><description>&lt;p&gt;Laß uns blühen, wie wir blühn,&#10;Eh der Winter welker Haare&#10;Dir die goldgemengten Haare&#10;Wird mit Silber überziehn,&#10;Eh mir dieser Mund erblasset,&#10;Der dann haßt und wird gehasset.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Melancholie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-melancholie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-melancholie/</guid><description>&lt;p&gt;Du geleitest mich durchs Leben,&#10;Sinnende Melancholie!&#10;Mag mein Stern sich strahlend heben,&#10;Mag er sinken - weichest nie!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Führst mich oft in Felsenklüfte,&#10;Wo der Adler einsam haust,&#10;Tannen starren in die Lüfte&#10;Und der Waldstrom donnernd braust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meiner Toten dann gedenk ich,&#10;Wild hervor die Träne bricht,&#10;Und an deinen Busen senk ich&#10;Mein umnachtet Angesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Mutter in Seattle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-mutter-in-seattle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-mutter-in-seattle/</guid><description>&lt;p&gt;Weit übers Meer her schlägt mir, Mutter,&#10;Dein Herz entgegen –&#10;Wie müssen alle Weiten sich bewegen&#10;Vor deinen Herzenswellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir strömt, immer kindlich und gut,&#10;Mein Blut wie am Anfang –&#10;Immer wie einst rinnt&#10;Durch mich der ewige Klang,&#10;Dein Muttergesang:&#10;Du, mein Kind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon hebt sich, langsam wandelnd,&#10;Die Stunde, die starker Rührung voll,&#10;Uns wieder zueinander bringen soll!&#10;Schon zittert Freude durch die Weiten –&#10;Schon fühle ich dein Herz herüber gleiten,&#10;Mutter –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;O stille Freundin Du! O wortlos ernste Nacht!&#10;Nimm meinen lauten Schmerz in Deine Mutterarme!&#10;Verhüll′ mein müdes Haupt in Deiner Schleier Pracht,&#10;Daß dieses starre Herz in Thränenthau erwarme.&#10;Zeig′ mir Ihn fern im Traum, erwecke heiß′res Sehnen -&#10;Die harte Wirklichkeit nahm mir den Trost der Thränen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Tages Forderung und seiner Fragen Qual,&#10;Sie bleiben, fern gebannt, in weitem Kreise stehen -&#10;Und frei von fremdem Zwang erhebt zum erstenmal&#10;Die Seele sich empor, will weithin rückwärts sehen&#10;Dorthin - wo sie geglaubt, dem Tod sich hinzugeben,&#10;Und ach! so tief geirrt! sie gab sich hin - dem Leben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-nachtigall/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-nachtigall/</guid><description>&lt;p&gt;Nachtigall, sprich, wo birgst du dich doch, wenn der tobende Herbstwind&#10;Rauscht? - In der Kehle der überwintere ich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Prinzessin E.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-prinzessin-e/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-prinzessin-e/</guid><description>&lt;p&gt;Du lächelst hold beim Morgengruße,&#10;Als ob kein Gram auf Erden sei;&#10;Hold lächelnd schwebst mit leichtem Fuße&#10;Du abends mir im Tanz vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch - die Schwermut ahnen alle,&#10;Die hin durch deine Seele schleicht;&#10;Denn früh den Schwamm voll bittrer Galle&#10;Hat dir die arge Welt gereicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An Herzen, die verzweifelnd brachen,&#10;Lag deines, bis zum Tod betrübt;&#10;So viel die Menschen dir versprachen&#10;Trug haben sie an dir verübt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Scheiben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-scheiben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-scheiben/</guid><description>&lt;p&gt;An die Scheiben schlägt der Regen,&#10;Eine Blume leuchtet rot,&#10;Kühle Luft weht mir entgegen,&#10;Wach ich, oder bin ich tot?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Welt liegt weit, ganz weit;&#10;Eine Uhr schlägt langsam vier,&#10;Und ich weiß von keiner Zeit,&#10;In die Arme fall ich dir&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Sternen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sternen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-sternen/</guid><description>&lt;p&gt;XXXVI.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Lichter / die ich nicht auff Erden satt kann schauen /&#10;Ihr Fackeln / die ihr Nacht und schwartze Wolcken trennt&#10;Als Diamante spilt / und ohn Auffhören brennt;&#10;Ihr Blumen / die ihr schmückt des grossen Himmels Auen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Wächter / die als Gott die Welt auff-wolte-bauen;&#10;Sein Wort die Weißheit selbst mit rechten Namen nennt&#10;Die Gott allein recht misst / die Gott allein recht kennt.&#10;(Wir blinden Sterblichen! was wollen wir uns trauen!)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Supranaturalisten in der Kunst, Fiesolaner, Nazarener, die vom strengen Stil u.s.w.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-supranaturalisten-in-der-kunst-fiesolaner-nazarener-die-vom-strengen-stil-u-s-w/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-supranaturalisten-in-der-kunst-fiesolaner-nazarener-die-vom-strengen-stil-u-s-w/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Meinet ihr wohl, weil der Heiland der Welt an der Krippe geboren,&#10;Sei auch ein Eselsstall eben genug für die Kunst?&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Arme Bethlehemiten, es kommt der krit′sche Herodes,&#10;Weh′ euern Kindern, es bringt hier nur das Aechte sich durch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Viele lieben das Dunkel und haben so gänzlich nicht Unrecht,&#10;Denn die Schwachheit thut wohl, wenn sie ins Dunkel sich hüllt.&#10;Spärlich brennt euch die Lampe der Kunst, und Fiesole wird nur&#10;Still andächtig von euch tief in der Dämm′rung verehrt.&#10;Aber sagt mir, ihr Herrn, betrachtet man Bilder im Dunkel,&#10;Oder blendet euch gar Raffaels Sonne den Blick?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Todten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-todten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-todten/</guid><description>&lt;p&gt;Schlummert süß, ihr Jüngstgestorbnen, alle,&#10;Schummert süß, in eurer Todtenhalle!&#10;Keine Erdenstürme mehr&#10;Rasen um euch her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euch erwecken keine Schlachtenrufe,&#10;Nicht die Donnertritte ehrner Hufe;,&#10;Nicht des wilden Kriegers Wuth,&#10;Brüllend noch im Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eure Leiber modern in der Stille,&#10;Einst durchströmt sie neue Lebensfülle,&#10;Und in neuer Welten Glanz&#10;Lebt ihr wieder ganz -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ganz mit eurem Geiste neuverbunden.&#10;Ueberwunden habt ihr - überwunden!&#10;Ausgekämpft ist dann der Streit&#10;Schwerer Eitelkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Träume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-traeume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-traeume/</guid><description>&lt;p&gt;Bunte Kinder schwarzer Nacht,&#10;Die ihr Lebensmüden&#10;Oft das Leben reizend macht,&#10;Und mit süßem Frieden&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern den Traurenden erfreut,&#10;Und dem Hoffnungslosen&#10;Eure Rosenlauben leiht,&#10;Wo ihn Freuden kosen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Webt aus sanfter Phantasie,&#10;Aus den schönsten Bildern,&#10;Hold wie Engel Melodie,&#10;Wenn sie Himmel schildern -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhig wie des Morgens Gruß,&#10;Wie des Abends Wehen -&#10;Leise, wie der Weste Kuß,&#10;Wie der Elbe Blähen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reizend, wie sein eignes Bild -&#10;Träume meinem Holden;&#10;Liebe, die mein Herz erfüllt,&#10;Soll den Traum vergolden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Türen will ich schleichen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-tueren-will-ich-schleichen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-tueren-will-ich-schleichen/</guid><description>&lt;p&gt;An die Türen will ich schleichen,&#10;Still und sittsam will ich steh′n;&#10;Fromme Hand wird Nahrung reichen,&#10;Und ich werde weitergehn.&#10;Jeder wird sich glücklich scheinen,&#10;Wenn mein Bild vor ihm erscheint;&#10;Eine Träne wird er weinen,&#10;Und ich weiß nicht, was er weint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die umbstehenden Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-umbstehenden-freunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-umbstehenden-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;XLVII.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Libsten / die ihr mich das Wohn-Hauß grimmer Noth /&#10;Den abgezehrten Leib / und die verdorrten Hände /&#10;Diß sterbende Gesicht / und mein betrübtes Ende /&#10;Mit nassen Augen schaut; traurt nicht umb meinen Tod:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da / als der Welt ade der wehrte Bruder bott /&#10;Nach dem ich jden Tag viel tausend Seuffzer sende /&#10;Mit dem die Schwester schid’ als meiner Libsten Wände&#10;In Flammen gingen ein / und wurden Grauß und Kot /&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Veilchen des Albanersees</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-veilchen-des-albanersees/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-veilchen-des-albanersees/</guid><description>&lt;p&gt;Alles Schöne feiern die Dichter, Alles&#10;So im Schooß der Mutter Natur, und so im&#10;Menschenherzen schlummert, warum nicht euch auch,&#10;Duftende Wesen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ihr mein Elysium schmückt, vom Ufer&#10;Meiner Lieblingsfluth in den kühlen Schatten&#10;Immergrüner Eichen die Blumenfelsen&#10;Freundlich emporblüht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was von allem Zarten der Erde glich′ euch,&#10;O ihr süß Verletzbaren? Ausgeathmet&#10;Im verschämten Mutterverlangen hat als&#10;Bräutlichen Seufzer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euch die Frühlingserde: zum erstenmale&#10;Ihr verborgnes Schmachten bekennend, lächelt&#10;Sie aus blauen Augen zum Himmel, ihrem&#10;Ewig Geliebten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Waldvögel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-waldvoegel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-waldvoegel/</guid><description>&lt;p&gt;Könnt mich auch sonst mit schwingen&#10;Übers grüne Revier,&#10;Hatt ein Herze zum Singen&#10;Und Flügel wie ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flog über die Felder,&#10;Da blüht′ es wie Schnee,&#10;Und herauf durch die Wälder&#10;Spiegelt′ die See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Schiff sah ich gehen&#10;Fort über das Meer,&#10;Meinen Liebsten drin stehen -&#10;Dacht meiner nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Segel verzogen,&#10;Und es dämmert′ das Feld,&#10;Und ich hab mich verflogen&#10;In der weiten, weiten Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An die Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-die-welt/</guid><description>&lt;p&gt;XLIX.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein offt bestürmbtes Schiff der grimmen Winde-Spil&#10;Der frechen Wellen Baal / das schir die Flutt getrennet /&#10;Das über Klipp auf Klipp und Schaum und Sandt gerennet /&#10;Komt vor der Zeit an Port / den meine Seele wil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Offt / wenn uns schwartze Nacht im Mittag überfil&#10;Hat der geschwinde Plitz die Segel schir verbrennet!&#10;Wie offt hab ich den Wind / und Nord’ und Sud verkennet!&#10;Wie schadhafft ist Spreu / Mast / Steur / Ruder / Schwerdt und Kill.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Donzeli als Othello</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-donzeli-als-othello/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-donzeli-als-othello/</guid><description>&lt;p&gt;Begeistert lauscht das Volk dem Wunderklange,&#10;Wie einst, als Orpheus über′s Meer gezogen&#10;Im Kiel der Argo, rings entzückt, die Wogen&#10;Gestaunt, die grünen Ufer, dem Gesange!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mühsam verschließt der trunkne Busen lange&#10;Der Wonne Fülle, die er eingesogen,&#10;Und daß ein Ton ihm ungehört verflogen&#10;Im Sturm des lauten Jubels, ist ihm bange;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nun das Lied verklang, nun ist entbunden&#10;Die Lust! und seht – welch Wunder ist geschehen?&#10;Statt Jauchzen hat die Thräne sich gefunden! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Doris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-doris/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-doris/</guid><description>&lt;p&gt;Was kaum mein Mund und schüchtern wagt,&#10;Ein zärtliches Geständnis, kann Dich kränken?&#10;Wohlan, was mancher Dir ohn′ es zu denken sagt,&#10;Will ich ohn es zu sagen denken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An drei schöne Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-drei-schoene-maedchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-drei-schoene-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Aus euch, ihr Grazien, aus euch&#10;Soll ich die Liebste mir erwählen?&#10;Ihr seht einander ja so gleich:&#10;Die Schönste kann ich nicht verfehlen!&#10;Allein, ihr Grazien, aus euch&#10;Möcht’ ich die Zärtlichste mir wählen,&#10;Und ach, die Zärtlichste von euch,&#10;Die könnt’ ich nur zu leicht verfehlen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eben denselben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eben-denselben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eben-denselben/</guid><description>&lt;p&gt;XX.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel hat auff mich gewüttet.&#10;Er hat mich mehr denn hoch betrübt&#10;Vnd alles / was mein Hertz gelibt&#10;Mit Erden / in der Grufft beschüttet /&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hat im Elend mich verhüttet /&#10;Er hat durch Marter mich geübt&#10;Gleich einem / den man übergibt&#10;Der Pein / die Seel und Fleisch zerrüttet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch! daß ich bißher nicht verschmachtet /&#10;Das mich die Welt noch lebend achtet? /&#10;Rührt daher / das mein Hertz bey Schönborn sich befunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-bild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Den 29. März 1816.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was schaust du mich so freundlich an,&#10;O Bild aus weiter Ferne,&#10;Und winkest dem verbannten Mann?&#10;Er käme gar zu gerne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ganze Jugend thut sich auf,&#10;Wenn ich an dich gedenke,&#10;Alls ob ich noch den alten Lauf&#10;Nach deinem Hause lenke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleich einem, der ins tiefe Meer&#10;Die Blicke läßt versinken,&#10;Nicht sieht, nicht hört, ob um ihn her&#10;Viel tausend Schätze winken;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ein Mädchen das in der Kirche plauderte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-maedchen-das-in-der-kirche-plauderte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ein-maedchen-das-in-der-kirche-plauderte/</guid><description>&lt;p&gt;So sehr dich Jugend, Reiz, Witz und Verstand erheben,&#10;So ziemt das plaudern dir an diesem Orte nicht.&#10;Dorinde, du vergißt, indem dein Mund so spricht,&#10;Daß selbst vor Gott die Engel beben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Alpenrose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-alpenrose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-alpenrose/</guid><description>&lt;p&gt;Heil dir, du Bewohnerin sonniger Höhn,&#10;Umrauscht von Quellen und Glockengetön,&#10;Von himmlischem Blau verklärt!&#10;Du Kind der Felsenspitzen,&#10;Wo hoch mit Wirbelwind und Blitzen&#10;Der Adler seine Jungen nährt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Liebling von allen! Mit sorgender Huld&#10;Von den Lüften geweckt und in Schlummer gelullt!&#10;Von der Sonne, die dich gezeugt,&#10;Mit ihrer reinsten Flamme&#10;Und von dem Frührot, deiner Amme,&#10;Mit silberklarem Tau gesäugt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir summt, wenn die Nacht in die Thäler entflieht,&#10;Die Biene das erste Morgenlied;&#10;Es schüttelt der Wind den fröhlichen Traum&#10;Aus Blättern dir und Stielen&#10;Und bringt dir muntere Gespielen,&#10;Die Wölkchen mit dem ros′gen Saum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-frau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-frau/</guid><description>&lt;p&gt;Die wahre Ernte aller Dinge bleibt&#10;Und blüht in hoher Luft wie lichte Zinken,&#10;Das andere war nur da um wegzusinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und irgendwie geheimnisvoll erträgt&#10;Es unser Geist nur immer auszuruhen&#10;Auf Gleitendem, wie die Meervögel tuen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine frühere Geliebte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-fruehere-geliebte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-fruehere-geliebte/</guid><description>&lt;p&gt;So heiße Blicke irrten hin und her.&#10;Und Hände zitterten und schwer&#10;Fielen die Worte in den Lärm der vielen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verworrnen Stimmen und der Instrumente.&#10;Mir war, als riefen deine blassen Hände&#10;Mich wie dereinst zu süßen Liebesspielen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine im Paradiese</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-im-paradiese/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-im-paradiese/</guid><description>&lt;p&gt;Du warst mir, was zum Bilde&#10;Die Seele früh erkor:&#10;Ein Eiland, wo die wilde&#10;Unrast sich sanft verlor,&#10;Ein Schrein, und davor milde&#10;Ein Weiheblumenflor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O trügendes Geschick!&#10;O Sternentraum! hienieden&#10;Verweht im Augenblick.&#10;»Hinan,hinan«! die Zukunft ruft;&#10;Doch kreist noch ohne Frieden&#10;Um das Vergangne (dunkle Kluft)&#10;Mein Geist wie abgeschieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn um mich, weh, ach weh,&#10;Ist Nacht, wo ich auch bin,&#10;Es raunt die dumpfe See&#10;Ans Ufer dunklen Sinn:&#10;»Dahin - dahin - dahin!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Jungfrau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-jungfrau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-jungfrau/</guid><description>&lt;p&gt;XXXV.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob zwar eur eigen Lob hir gar nicht ist zu schauen /&#10;So nemt doch von mir an / was diser Feder Pflicht&#10;Vnd meine Pieris hat andern auffgericht /&#10;Die ihr nur übertrefft / O Crone der Jungfrauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schrancken sind zu klein; dem heiligen Vertrauen /&#10;Der Demut / der Vernunfft / der Tugend hellem Licht&#10;Dem keusch und sitsam seyn / dem himmlischen Gesicht&#10;Kan in so kurtzer Schrifft ich kein’ Altar auffbauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Orange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-orange/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-orange/</guid><description>&lt;p&gt;Herrliche Frucht,&#10;im Haine behutsam gereift.&#10;Von Sonne und Südwind&#10;tausendmal geküßt, gerötet, gegoldet.&#10;Duftend und schwer&#10;ruhst Du in meiner Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wieviele Sonnenküsse,&#10;wieviele Regenschauer,&#10;wieviel Vollmondschein,&#10;welch ein großes warmes Land&#10;halte ich mi dir, Vollkommene!&#10;in meiner kleinen gewölbten Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Sängerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-saengerin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-saengerin/</guid><description>&lt;p&gt;Soll auf der Jungfrau Mund die begeisterte Rede verpönt sein,  Ist euch des tiefern Gefühls volles Bekenntnis versagt:O wie preis ich die Sängerin drum, die, unter der Muse  Schutz, mir den lieblichen Grund ihres Gemütes enthüllt!Niemand ärgert sich mehr, ja entzückt steht selbst der Philister,  Fühlt, in des Schönen Gestalt, ewige Mächte sich nah.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Schläferin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-schlaeferin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-schlaeferin/</guid><description>&lt;p&gt;Erwache, schöne Schläferin,&#10;Falls dieser Kuß nicht zu bestrafen:&#10;Doch wenn ich dir zu zärtlich bin,&#10;Schlaf, oder scheine mir zu schlafen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Unschuld, die nur halb erwacht,&#10;Wann Lieb′ und Wollust sie erregen,&#10;Hat öfters manchen Traum vollbracht,&#10;Den Spröde sich zu wünschen pflegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was du empfindest, ist ein Traum:&#10;Doch kann ein Traum so schön betrügen?&#10;Gibst du der Liebe selbst nicht Raum:&#10;So laß dich dann ihr Bild vergnügen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine schöne Erscheinung am Dreikönigstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-schoene-erscheinung-am-dreikoenigstage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-schoene-erscheinung-am-dreikoenigstage/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht allen war der Himmel gleich geneigt,&#10;Und jeglichem ist andre Pflicht gegeben,&#10;Wie mancher betet an, wie manche Lippe schweigt,&#10;Der andere darf nur die Blicke heben.&#10;Der König Gold, der Weise Myrrhen reicht,&#10;Und Weihrauchwolken läßt der Melchior schweben.&#10;Der Kinder Lallen und der Liebe Stammeln,&#10;Des Sängers Lied muß sich zum Dienste sammeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hat der Herr sich eine Welt erbaut,&#10;Er hat sie mit der Schönheit ausgeschmücket,&#10;Er hat sie dem Gesetze anvertraut,&#10;Sein Siegel auf des Menschen Stirn gedrücket.&#10;O selig, wer in solche Augen schaut,&#10;Die solche Seligkeit der Welt entzücket,&#10;Ihm ist der Herr, ihm ist das Reich erschienen,&#10;Er weiß, er weiß, wo′s lieblich ist zu dienen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An eine Tabakspfeife</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-tabakspfeife/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eine-tabakspfeife/</guid><description>&lt;p&gt;Dir, braune Pfeife, die du dem zögernden&#10;Dezemberabend schnellere Flucht gebeutst,&#10;Vertraute meiner Einsamkeiten,&#10;Will ich ein Fidibusopfer bringen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies ganze Bündel, das mir mein Agathon&#10;Aus schalen Reimen, Bibliotheken und&#10;Roman drehte. Schwelgt, ihr Flammen,&#10;An den erträumeten Ewigkeiten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bestraft den Narren, welcher ins Waffenfeld,&#10;Mit Gänsespulen stattlich bewaffnet, zog,&#10;Tumult aus ehrnem Rachen brüllte,&#10;Närrische Katzengefechte kämpfte;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den leeren Reimer, welcher, mit goldnem Schnitt,&#10;Im Schoos der schönen Tochter der Enkelinn&#10;Zu ruhen träumte: seine Asche&#10;Sinke, voll gaukelnder Funken, nieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einem Grabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einem-grabe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einem-grabe/</guid><description>&lt;p&gt;Kühl herbstlicher Abend, es weht der Wind,&#10;Am Grabe der Mutter weint das Kind,&#10;Die Freunde, Verwandten umdrängen dicht&#10;Den Prediger, der so rührend spricht.&#10;Er gedenkt, wie fromm die Tote war,&#10;Wie freundlich und liebvoll immerdar,&#10;Und wie sie das Kind so treu und wach&#10;Stets hielt am Herzen; wie schwer dies brach.&#10;Daß grausam es ist, in solcher Stund&#10;Die Toten zu loben, ist ihm nicht kund;&#10;Der eifrige Priester nicht ahnt und fühlt,&#10;Wie er im Herzen des Kindes wühlt.&#10;Es regnet, immer dichter, herab,&#10;Als weinte der Himmel mit aufs Grab,&#10;Doch stört es nicht den Leichensermon,&#10;Auch schleicht kein Hörer sich still davon.&#10;Die Tote hört der Rede Laut&#10;So wenig, als wie der Regen taut,&#10;So wenig als das Rauschen des Winds,&#10;Als die Klagen ihres verwaisten Kinds.&#10;Der Priester am Grabe doch meint es gut,&#10;Er predigt dem Volk mit Kraft und Glut,&#10;Verwehender Staub dem Staube,&#10;Daß er ans Verwehen nicht glaube.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einem trüben Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einem-trueben-tag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einem-trueben-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Weshalb soll man das Erdenleben lieben&#10;Und diese rauhe Welt voll Harm und Streit,&#10;In welcher Wolken unsre schönsten Tage trüben,&#10;Und Zwietracht alle Harmonie entzweit;&#10;In welcher nur die Außenseite lächelt,&#10;Doch innerlich die Schlang′ verborgen lauscht,&#10;In welcher, wenn der Westwind kosend fächelt,&#10;Gleich hinterher ein rauher Nordwind rauscht;&#10;In welcher Blumen Fallen überdecken,&#10;In die die Unschuld, sich verderbend, stürzt,&#10;In der der Schmähsucht, der Verläumdung Flecken,&#10;Dem Redlichen das saure Leben kürzt?&#10;O, sie ist mir verhaßt mit ihren Spöttern,&#10;Mit ihrem Durst nach Rache, ihrem Zank,&#10;Mit ihrem Lärmen, ihren falschen Göttern,&#10;Mit ihrem prunkend Wohlthun ohne Dank;&#10;Zuwider ist sie mir, mit den Syrenen,&#10;Die schlichte Wandrer bald durch ihren Sang&#10;Anlocken, bald durch heuchlerische Thränen,&#10;Und ihm bereiten seinen Untergang.&#10;O, ihres Lärmens bin ich satt und müde -&#10;Fort mit dem Leben! - sei willkommen, Freund,&#10;Den Tod man nennet, du nur gibst uns Friede,&#10;Und küssest weg die Thränen, die man weint.&#10;Du nimmst von uns den herben Lebenskummer,&#10;Du wiegst uns sanft in deinen Armen ein;&#10;O, laß mich schlafen des Vergessens Schlummer,&#10;Verwandle du die Sinne mir zu Stein.&#10;Ein prachtvoll Denkmal mögen sie mir setzen,&#10;Auf welchem ich als schlanke Bildsäul′ steh′,&#10;Und Genien die Thränenurnen netzen,&#10;Und ich empor zum lichten Himmel seh′.&#10;Am Abend mag sich dann der Sturm erheben,&#10;Und wenn der Wind in Schauertönen grollt,&#10;Wenn alle Bäume bis zur Wurzel beben,&#10;Und dumpf der Donner durch die Wolken rollt,&#10;Dann mögen sie ein Requiem mir singen,&#10;Denn süß und labend wird mein Schlummer sein,&#10;Wenn mich des Todes Arme fest umschlingen,&#10;Und mich nicht störet der Gedanken Pein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einem-wintermorgen-vor-sonnenaufgang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einem-wintermorgen-vor-sonnenaufgang/</guid><description>&lt;p&gt;O flaumenleichte Zeit der dunkeln Frühe!&#10;Welch neue Welt bewegest du in mir?&#10;Was ist′s, daß ich auf einmal nun in dir&#10;Von sanfter Wollust meines Daseins glühe?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einem Kristall gleicht meine Seele nun,&#10;Den noch kein falscher Strahl des Lichts getroffen;&#10;Zu fluten scheint mein Geist, er scheint zu ruhn,&#10;Dem Eindruck naher Wunderkräfte offen,&#10;Die aus dem klaren Gürtel blauer Luft&#10;Zuletzt ein Zauberwort vor meine Sinne ruft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Freund vor seiner Abreise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-vor-seiner-abreise/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-freund-vor-seiner-abreise/</guid><description>&lt;p&gt;Das Wunderband, wodurch zwey gleich geschaffne Seelen&#10;Beym ersten Blicke sich verbinden und vermählen,&#10;Wird durch Entfernung nur gedehnt.&#10;Es wird von einem Pol bis hin zum andern reichen,&#10;An Dauerhaftigkeit wird&amp;rsquo;s einer Kette gleichen,&#10;Die selbst die Zeit nicht ganz zertrennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Frühverstorbenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-fruehverstorbenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-fruehverstorbenen/</guid><description>&lt;p&gt;O, der schwarze Engel, der leise aus dem Innern des Baums trat,&#10;Da wir sanfte Gespielen am Abend waren,&#10;Am Rand des blänlichen Brunnens.&#10;Ruhig war unser Schritt, die runden Augen in der braunen Kühle des Herbstes,&#10;O, die purpurne Süße der Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jener aber ging die steinernen Stufen des Mönchsbergs hinab,&#10;Ein blaues Lächeln im Antlitz und seltsam verpuppt&#10;In seine stillere Kindheit und starb;&#10;Und im Garten blieb das silberne Antlitz des Freundes zurück,&#10;Lauschend im Laub oder im alten Gestein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Hypochonder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-hypochonder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-hypochonder/</guid><description>&lt;p&gt;Du runzelst die Stirne,&#10;Du wetterst und schreist,&#10;Dieweil mit der Birne&#10;Den Wurm du verspeist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was folgst du empfindlich&#10;Der grausigen Spur?&#10;Erfreu dich doch kindlich&#10;Der reichen Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Je herber dein Liebchen,&#10;Um so süßer sein Kuß,&#10;Und je kleiner sein Stübchen&#10;Desto größer dein Genuß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen jungen Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-jungen-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-jungen-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Verstecke dich und statt zu fliegen krieche!&#10;So sprach mit Recht ein weiser alter Grieche,&#10;Und traun! der Mann sah tief in unser Herz.&#10;Des Bruders Glück ist seinem Bruder Schmerz;&#10;Stets ungerecht, voll Neid ist unsre Seele,&#10;Sie leidet, wenn geehrt ein andrer ist.&#10;Verdiene Ruhm! Doch daß dir Glück nicht fehle,&#10;So werde nicht genannt, eh du gestorben bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Knicker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-knicker/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-knicker/</guid><description>&lt;p&gt;Wart, ich werde mich rächen, Freund Lupercus,&#10;Daß Du ohne mich einzuladen schmausest!&#10;Künftig nöthige, fleh und schicke neunmal,&#10;Neunmal werd ich im Zorn - und was denn? - kommen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Künstler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-kuenstler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-kuenstler/</guid><description>&lt;p&gt;Wie dauern mich die Armen, die da meinen,&#10;In Lieb′ und Treue sich dir zu vereinen,&#10;Mit dir zu schließen einen heitern Bund!&#10;Sie ahnen nicht, in ihren Traum verloren,&#10;Den Gott, der dich zum Werkzeug auserkoren;&#10;Dein wahrhaft Sein, nie ward es ihnen kund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Voll freud′gen Hoffens treten sie dir näher, –&#10;Sie wissen nicht, daß, streng wie ein Essäer,&#10;Dein Herz die ird′schen Bande von sich warf!&#10;Daß, ob sich tausend Freunde um dich schaarten,&#10;Auf deinen Himmel-, deinen Höllenfahrten&#10;Kein Sohn des Staubes dich begleiten darf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Kunstrichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-kunstrichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-kunstrichter/</guid><description>&lt;p&gt;Ward Kraft und Genius dir angeboren,&#10;Und modelst doch an dir mit feiger Qual?&#10;Aus deinem Innern nimm dein Ideal,&#10;Sonst geht dein Selbst an einen Traum verloren.&#10;Den Geist des Dichters adelt die Natur.&#10;Bist du′s, so hemme nichts, was in dir wogt und lodert;&#10;Stell′s dar, und wandle kühn auch außer Bahn und Spur.&#10;Doch wenn die Kunst Vollendung fodert,&#10;So gieb sie auf: die ziemt den Göttern nur.&#10;Natur ist Eins und Alles. Du erkennest&#10;Die Himmlische nur träumend; darum wähnt&#10;Dein grübelnder Verstand, daß du ihr Werk verschönt&#10;Im Werke deines Hirnes spiegeln könnest.&#10;Durchforsch′ in stiller Einfalt dieses All;&#10;Durchforsche, meistre nicht, und faß in deinen Busen&#10;Der Dinge reines Bild. Die göttlichste der Musen&#10;Ist Wahrheit: ohne sie ist dein Gedicht nur Schall.&#10;Die Rede gab uns eine weise Güte&#10;Zum Band der Liebe; Mittheilung im Schmerz,&#10;Und Mittheilung in Freude heischt das Herz,&#10;Und holde Poesie ist Duft der Red′ und Blüthe.&#10;Wer tiefes, eignes Leben in sich trägt,&#10;Der athm′ es aus, und frage keinen Richter,&#10;Und wiße dann, er sei′s, nicht der sei Dichter,&#10;Des weiser Kopf Gefühle mißt und wägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Liebesdichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-liebesdichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-liebesdichter/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Lied ist Morgenthau der über Rosen fließt.&#10;Doch weißt du, Freund, daß Thau auch Waßer ist?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Maler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-maler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-maler/</guid><description>&lt;p&gt;Willst du den Stolz für alle kenntlich malen,&#10;So laß den Muth ihm aus den Augen strahlen!&#10;Sein Blick sei Hohn: ein Trotz, der herrisch droht,&#10;Krümm′ ihm den Mund, färb′ ihm die Wangen roth:&#10;Er spiegle sich, voll Freude sich zu sehen:&#10;Es mag ein Pfau ihm steif zur Seite stehen:&#10;Und fehlt ihm ja noch was an Aehnlichkeit,&#10;So gib ihm Calchas Kropf, und Wanst, und Priesterkleid!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Mißvergnügten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-missvergnuegten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-missvergnuegten/</guid><description>&lt;p&gt;Ach! was benebelt doch die Kräfte deiner Sinnen?&#10;Wirst du bei Sonnenschein Nichts mehr erkiesen können?&#10;Kennst du dich selber nicht?&#10;Dich hungert bei der Kost, dich dürstet bei den Flüssen,&#10;Du wirst zu Eis und Schnee beim Feuer werden müssen,&#10;Du klagst bei Ueberfluß, daß Alles dir gebricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was marterst du dich selbst mit dürftigen Gedanken,&#10;Drängst bei gesunder Haut dich in die Reih′ der Kranken&#10;Und seufzest bei der Lust?&#10;Wer sich am Herzen nagt, der speiset allzutheuer.&#10;Ach, mache dich nicht selbst zu einem Ungeheuer,&#10;Das sich die Nägel schärft, zu schaden seiner Brust!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Verschwender</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-verschwender/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-verschwender/</guid><description>&lt;p&gt;Du magst gern vornehm dich gewöhnen,&#10;Gut schmausen, ohne Sorgen ruhn,&#10;Und jeglichen Vergnügen fröhnen,&#10;Und täglich hunderte verthun.&#10;Du möchtest gern mit einem Fürstenstaat,&#10;Bequem durch ganz Europa reisen;&#10;Nur weißt du hierzu keinen Rath: -&#10;Ich weiß ihn: Suche dir geschwind - den Stein der Weisen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An einen Wacholderbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-wacholderbaum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-einen-wacholderbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Denn wenn der Westwind in dich fiel,&#10;schien mir dein nadelscharfes Rauschen&#10;als dieser gottverfluchten Heide&#10;auserlesen Saitenspiel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An etliche Lobsprecher eines verstorbenen Heldens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-etliche-lobsprecher-eines-verstorbenen-heldens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-etliche-lobsprecher-eines-verstorbenen-heldens/</guid><description>&lt;p&gt;An etliche Lobsprecher eines verstorbenen Heldens&#10;Ihr klugen, derer Faust die Feder embsig führet,&#10;Zu klagen dessen Tod, der an die Wolken rühret&#10;Durch Thaten ohne gleich, durch Thaten, die der Welt&#10;Deß Himmels kurtze Gunst hat einig fürgestellt&#10;Zum Eigenthum zwar nicht, zum Wunder aber allen,&#10;So weit der Titan leucht; der Mut mag euch entfallen,&#10;Daß diß, wo ewig Ding genug zu schaffen hat,&#10;Die Feder enden soll und ein papiernes Blat.&#10;Weicht ab von da, wo Fleiß gar schwerlich Frucht gewinnet;&#10;Klagt nichts so sehr als diß, daß klagen ihr nicht könnet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Euphem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-euphem/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-euphem/</guid><description>&lt;p&gt;Dich schilt ein Staar, ein Papagei:&#10;Das hörst du mit gerechtem Lachen,&#10;Denn dich wird auch ihr Lobgeschrei&#10;Nicht eitel, noch berühmter machen.&#10;Nur Sbrullus sprach jüngst wider dich,&#10;Als er auch wider Größre tobte.&#10;Ist dieses dir so ärgerlich?&#10;Wie? Wärst du stolz, wenn er dich lobte?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Eutrapelus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eutrapelus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-eutrapelus/</guid><description>&lt;p&gt;Im Winter machte mich die Gicht, das Erbweh, schwach:&#10;Da lobt′ ich deinen Wein, und trank von deinem Bach.&#10;Jetzt darf ich wiederum der Sonne mich erfreun:&#10;Nun lob′ ich deinen Bach, und trinke deinen Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An F ... S.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-f-s/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-f-s/</guid><description>&lt;p&gt;Geliebte! In dem Ungemach,&#10;Das sich in meinen Pfad gedrängt,&#10;(Ein rauher Pfad, steinicht und brach,&#10;Von allen Seiten eingeengt), -&#10;Kennt meine Seele einen Ort,&#10;Dessen sie freudevoll gedenkt,&#10;Ein unberührter Zauberhort&#10;In einem weiten Meer versenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, dein geliebtes Bildnis ruht&#10;In meiner Brust als süßer Trost,&#10;Ein Eiland in bewegter Flut,&#10;Von frostigem Gewog umtost,&#10;Und doch so wundersam gefeit,&#10;Daß mitten in dem Wellenfrost&#10;Und Sturmesbrausen jederzeit&#10;Die liebe Sonne mit ihm kost.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Flavien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-flavien/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-flavien/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn meine feder nicht mit rosen-zucker quillet/&#10;Wenn eckel und verdruß aus allen zeilen steigt/&#10;So dencke/ daß der schmertz mein schreiben itzt umhüllet/&#10;Und dir die traurigkeit auff armen blättern zeigt.&#10;Zwey wörter: gute nacht! verrücken hand und sinnen/&#10;Die liebe macht nicht mehr mein hertze geister-voll/&#10;Und alles/ was mir noch kan in die feder rinnen/&#10;Ist/ daß ich/ schönste/ dich nicht länger sprechen soll.&#10;Ach wie betrieglich sind doch hoffnung und gedancken!&#10;Wie schwer verbinden sich doch lieb und mögligkeit!&#10;Was anfangs uns gelückt/ kan noch im ende wancken/&#10;Und morgen donnert offt/ was heute sonnen streut.&#10;Mein lieben war bißher ein paradieß gewesen/&#10;Ein garten/ den ich offt verwundert angeschaut/&#10;Der mich so blumen ließ wie palmen-früchte lesen/&#10;Wenn ihn dein freundlich-seyn mit zucker überthaut.&#10;Die nelcken blühten mir auff deinen zarten wangen/&#10;Dein amber-voller mund trug purpurnen jesmin/&#10;Und machte/ daß ich offt mehr safft und krafft gefangen/&#10;Als bienen honigseim aus hyacinthen ziehn.&#10;Der hals schwamm voller milch von reinen lust-narcissen/&#10;Die brüste fiengen an mit rosen auffzugehn/&#10;Und wilst du mein gelück in einer zeile wissen?&#10;Dein auge/ Flavia/ war auch mein tausendschön.&#10;Diß alles hat der sturm der zeiten mir entzogen/&#10;Und wie der sonnen licht durch nebel unterdrückt/&#10;Nachdem ein ander mich an anmuth überwogen/&#10;Und dein verliebtes hertz aus meiner hand gerückt.&#10;Du fiengst ihn selber an mit liljen zu beschütten/&#10;Und halffest ihm mit lust auff des gelückes schooß;&#10;Doch alles konte noch bey weitem nicht verhüten/&#10;Daß ich zuweilen auch nicht einen blick genoß.&#10;Itzt aber must du gar aus meinen augen scheiden/&#10;Wie will mein paradieß nicht endlich untergehn!&#10;Denn wenn du Pommern wilst mit deinen rosen kleiden/&#10;So werden künfftig hier nur scharffe dornen stehn.&#10;Was werden? ich bin schon von aller lust verlassen/&#10;Denn himmel und gewalt reist ihren garten ein/&#10;Und heist den liebes-stock vor traurigkeit erblassen/&#10;Mich aber ohne trost/ und ohne blumen seyn.&#10;Das süsse löffel-kraut/ das meinen geist getrieben/&#10;Entzeucht mir seine krafft/ wie du dein angesicht;&#10;Und was mir endlich noch von allen übrig blieben/&#10;Ist nur ein blümichen/ das heist: Vergiß mein nicht.&#10;Diß leg ich/ schönste/ dir zu deinen marmel-füssen/&#10;Ach strahl es/ wie du pflegst/ mit holden augen an;&#10;Weil diß mein leiden doch alleine wird versüssen/&#10;Wenn deine liebe mich nur nicht vergessen kan.&#10;Mehr fordert nicht mein hertz/ wohl aber meine flammen/&#10;Die/ weil ich seuffzen kan/ nicht werden untergehn;&#10;Denn ihre hitze schlägt von weitem auch zusammen/&#10;Und sucht/ was glück und zeit itzt heissen stille stehn.&#10;Ich brenne/ doch der mund muß wider willen schweigen;&#10;Mein feur soll voller qual/ nicht aber redend seyn/&#10;Sonst würd ich dir den schmertz so wie mein hertze zeigen/&#10;Und mehr als thränen-saltz zu deinen füssen streun.&#10;Ach allerschönstes kind/ erkenne mein gemüthe/&#10;Und schau zuweilen mich noch in gedancken an!&#10;Denn hab ich ärmster nur die strahlen deiner güte/&#10;So weiß ich/ daß der tod mir wenig schaden kan.&#10;Ich sterbe mit gedult in meinen harten stricken/&#10;Wenn deine flamme nur noch meinen geist bewegt;&#10;Denn dieses soll mich auch im tode noch erquicken/&#10;Daß mich die blosse treu zu meinem grabe trägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Frances S. Osgood</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-frances-s-osgood/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-frances-s-osgood/</guid><description>&lt;p&gt;Du willst, daß man dich liebt, so weiche&#10;Nie davon, was dein Wesen ist.&#10;Bleibe nur immerdar die Gleiche,&#10;Sei nichts, was du nicht wirklich bist.&#10;Dann wird auch deine sanfte Weise,&#10;Die mehr als Schönheit noch besticht,&#10;Verleiten alle Welt zum Preise&#10;Und Liebe werden - eine Pflicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Frau Luise Walther</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-frau-luise-walther/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-frau-luise-walther/</guid><description>&lt;p&gt;Wie manchen Morgen, frisch und wohlgemut,Im lichten Sommerkleid, Feldblumen auf dem Hut,Trat sie bei uns, die edle Freundin, ein,Und wie sie kam, da war es Sonnenschein!Als ob sie weiter gar nicht wollte oder wüßte,Nur daß sie jedermann zur Freude dasein müßte,So lebte sie in klarer Gegenwart,Neidlos bei andrer Glück, die Lachende, die Feine;Doch heimlich sah ich’s oft in ahnungsvollem ScheineHoch über dieses Scheitels ReineWie einen sel’gen Stern, der seiner Stunde harrt.Nun ist’s geschehn! und mit verklärtem BlickeVon ihres Lebens Gipfel lächelt sie;Es war geschehn, kaum weiß sie selber wie,Denn jäh erfüllen sich die himmlischen Geschicke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Gabriele B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gabriele-b/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gabriele-b/</guid><description>&lt;p&gt;Schenk mir dein Herz für vierzehn Tage,&#10;Du weit ausschreitendes Giraffenkind,&#10;Auf daß ich ehrlich und wie in den Wind&#10;Dir Gutes und Verliebtes sage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich dich sah, du lange Gabriele,&#10;Hat mich ein Loch in deinem Strumpf gerührt,&#10;Und ohne daß du’s weißt, hat meine Seele&#10;Durch dieses Loch sich bei dir eingeführt.&#10;Verjag sie nicht und sage: „Ja!“&#10;Es war so schön, als ich dich sah.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Gastein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gastein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gastein/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′ dir sonst nichts zu Theil geworden,&#10;Als deine Schönheit nur allein,&#10;Genug war′s um aus Süd und Norden&#10;Hieher zu zieh′n der Wand′rer Reih′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wär′ dir keine andre Gabe&#10;Als deine Heilkraft zugesellt,&#10;Du blieb′st, der Kranken Hort und Labe,&#10;Ein köstlich Kleinod doch der Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie erst nun, da, hold vermählet,&#10;Sich Eines zu dem Andern schickt:&#10;Zur Heilkraft, die den Körper stählet,&#10;Die Schönheit, die den Geist erquickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Gleminden, nach einem Ungewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gleminden-nach-einem-ungewitter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gleminden-nach-einem-ungewitter/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht von den Flügeln starker Winde&#10;Heraufgebracht, kam es daher,&#10;Das Ungewitter, o Gleminde!&#10;Es wälzte sich herauf, so fürchterlich, so schwer,&#10;Als wenn in großen Menschenkriegen&#10;Zwei Heere langsam ziehn, itzt an einander stehn,&#10;Und Kugeln durch die Luft mit Feuerflügeln gehn;&#10;So brüllten Donner fort! Die Vögel alle schwiegen,&#10;Die Nachtigallen krochen tief&#10;In dunkler Hecken Laub, und keine Wachtel rief&#10;Der andern zärtlich zu in Furchen, wo der Weizen&#10;Den Mund hatt aufgetan, um Regen einzugeizen.&#10;Dem Schäfer, der im Schatten schlief,&#10;Fuhr Schrecken in das Ohr und in die Brust. Er hörte&#10;Das Brausen in dem Wolkenzug.&#10;Dem Pflüger sank die Hand an seinem schweren Pflug;&#10;Und in der Städte Zimmer störte&#10;Das Wetter Gastmahl, Tanz, und Spiel.&#10;Der Mut zur Übeltat entfiel&#10;Dem Sünder, der sie itzt versteckt begehen wollte;&#10;Denn hohl, und unaufhörlich rollte&#10;Des Donners schreckliche Gewalt.&#10;Dir aber, Freundin, ward das Herz nicht schauerkalt,&#10;Du danktest einem Gott, der groß in Ungewittern&#10;Nach dürrer Luft und dürrer Zeit&#10;Kommt, seinen Erdkreis zu erschüttern,&#10;Hervorzubringen Fruchtbarkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Goethe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-goethe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-goethe/</guid><description>&lt;p&gt;Das Unvergängliche&#10;Ist nur dein Gleichnis!&#10;Gott der Verfängliche&#10;Ist Dichter-Erschleichnis&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welt-Rad, das rollende,&#10;Streift Ziel auf Ziel:&#10;Noth - nennt′s der Grollende,&#10;Der Narr nennt′s - Spiel&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welt-Spiel, das herrische,&#10;Mischt Sein und Schein: -&#10;Das Ewig-Närrische&#10;Mischt uns - hinein!&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Gott</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gott/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-gott/</guid><description>&lt;p&gt;Gott, wenn ich dich als Weltenschöpfer denke,&#10;Am Meere steh′, das deiner Faust entrann,&#10;Und staunend mich hinuntersenke&#10;In diesen Ocean;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann fühl′ ich tief der engen Menschheit Schranken -&#10;Wirst du mein Geist in Strudeln untergehn?&#10;Wird die zertrümmerten Gedanken&#10;Dein Sturmwind Gott verwehn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denk′ ich die Myriaden Geister alle,&#10;Die deine Hand aus Duft und Feuer hob,&#10;Und hör′, wie großer Donner Halle&#10;Aus ihrem Mund dein Lob;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Gräfin Caroline B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-graefin-caroline-b/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-graefin-caroline-b/</guid><description>&lt;p&gt;Der Blumen Sprache möchtest Du ergründen,&#10;Um sanft in ihr Dein Innres zu ergiessen?&#10;Um in des Kranzes Harmonie zu winden&#10;Des Herzens Blüthen , die sich still erschliessen,&#10;Die noch umhüllt von zarter Knospen Grün,&#10;Nur leise Dir im Hauch der Ahndung blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allein es ward mir nicht die Macht gegeben,&#10;Zu deuten Dir den seelenvollen Sinn,&#10;Der in der Blumen still entsprosstem Leben&#10;Uns zeigt der Mystik magischen Gewinn,&#10;Die im geheimnissvoll gewebten Schleier&#10;Die Seele füllt mit nahmenloser Feier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Helene (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-helene-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-helene-2/</guid><description>&lt;p&gt;Helene, deine Schönheit ist für mich,&#10;Was müden Wanderern ein Nachen, der&#10;Sie sanft aus einem fernen Himmelsstrich&#10;Hinüberleitet übers Meer&#10;Zu heimatlicher Wiederkehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von wilden Meeren, wo ich ohne Ruh&#10;Umhertrieb, führt dein hyazinthen Haar,&#10;Dein klassisches Gesicht, Najade du,&#10;Mich Hellas′ frühem Glanze zu,&#10;Der auch Roms Größe war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Rahmen jener Nische in der Wand&#10;Stehst du gleich einer Statue - sieh!&#10;Die Lampe von Achat in deiner Hand!&#10;Ah, Psyche, aus Regionen, die&#10;Gelobtes Land!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Herrn Uz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-herrn-uz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-herrn-uz/</guid><description>&lt;p&gt;Du, der, vom Weine berauscht, die Lust der Erde besungen,&#10;Mir gab Apollo kein lyrisches Spiel&#10;Bespannt mit Saiten von Gold, doch sind mir Lieder gelungen,&#10;Süßklingend sang ich der Seele Gefühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich hört der eiserne Held, mir horcht der ernste Gesandte,&#10;Herunter kommend vom Stuhle des Herrn,&#10;Auch höret meinen Gesang, wer sonst die Muse verkannte,&#10;Des Geizes Priester, vernehmen ihn gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir gab Dein liebender Freund der Felsenspringerin Laute,&#10;Oh, ihn nur zu denken wird süßer Gesang&#10;In der ganz sapphischen Brust; der Liebes-Götter Vertraute&#10;Ward ich und habe die Herzen in Zwang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Hugo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hugo/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-hugo/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin das Kind mit suchendem Gesicht,&#10;Das sich verlor in Deines Mantels Weiten.&#10;Ich lächle Deines Wesens Dunkelheiten,&#10;So eingehüllt in Dir sag ich vom Licht.&#10;Ich bin die kleine Unscheinbare,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die sich verirrt in Gassen fand,&#10;Die sich verlor ins Wunderbare,&#10;In Dir, Du Lied der jungen Jahre,&#10;Das stets in meiner Seele stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass ruhen mich in Harfendämmerungen&#10;Und träumen Deinen schönsten Stern,&#10;Und wenn das letzte Licht versungen,&#10;Dann sterb ich gern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An ihn von ihr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ihn-von-ihr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ihn-von-ihr/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Muth hab ichs ertragen,&#10;Und habe kaum geweint -&#10;In gut und bösen Tagen&#10;Warst du mein bester Freund!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun soll ich dich vermissen,&#10;Du bist von mir so fern -&#10;In allen Kümmernissen&#10;Warst du mein treuer Stern!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist hinweg gegangen&#10;Wohl übers weite Meer -&#10;Doch kenn ich dein Verlangen,&#10;Es zieht zu uns dich her!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O hätt ich, Freund, dich wieder,&#10;An meiner Hand und Brust -&#10;Ich sänge Freudenlieder,&#10;Wie ich sie nie gewußt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Ivan Turgenieff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ivan-turgenieff/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-ivan-turgenieff/</guid><description>&lt;p&gt;In Ehrfurcht lass′ mich diesen Gruß dir senden,&#10;Du großer Meister, dem die Macht gegeben,&#10;Den wirr verschlung′nen Knoten, Menschenleben,&#10;Zu lösen mit den sichern, weisen Händen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Zufalls Mißgunst nicht, noch seine Spenden,&#10;Nein! nur der angebor′nen Kräfte Weben,&#10;Des eignen Willens unbezwinglich Streben,&#10;Sind unser Schicksal! Keiner kann es wenden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Bann, von dem wir festgehalten,&#10;Die Haft, der nun und nimmer wir entrinnen,&#10;Was wir versuchen mögen und beginnen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An J. K.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-j-k/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-j-k/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Blume, die des Duftes feinste Geister&#10;Im Kelche sammelt, spendend sie entläßt,&#10;Zum Kranze, der, ein Schmuck für größ&amp;rsquo;re Meister,&#10;Den Strebenden begrüßt am Greisesfest,&#10;Läß&amp;rsquo;st du in Dichterworten mich erseh&amp;rsquo;n,&#10;In welche Tiefen deine Blicke geh&amp;rsquo;n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die blinden Seelen, die gedankenschiefen,&#10;Was wissen sie von Ewigkeit und Zeit!&#10;Den Zeitmoment zur Ewigkeit vertiefen:&#10;Das ist&amp;rsquo;s, da liegt Unsterblichkeit.&#10;Dazu ward Leben! Das bringt Rath und Licht,&#10;Bringt Reim in&amp;rsquo;s ungereimte Weltgedicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Jakob Grimm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-jakob-grimm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-jakob-grimm/</guid><description>&lt;p&gt;Dahin ist längst der schöne Traum Deutschlands, des einen, ganzen,&#10;Wir sehn des Kaiseradlers Flaum zersetzt im Winde tanzen,&#10;Seit Deutschlands Zepter barst, und sie um des Reichsapfels Schnitten&#10;Wie hungernd Bettelvolk und wie genäsch’ge Knaben stritten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist dahin! Doch hat die Zeit der Wirrung nicht vernichtet&#10;Germania’s Geist; der hat ins Herz der Edlen sich geflüchtet,&#10;– Wie Karol’s Ring der Treue tief versenkt im See von Aachen, –&#10;Drin träumt er nun Vergangenheit und ahnt ein schön Erwachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Julie Rettich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-julie-rettich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-julie-rettich/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="1863"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zweifel, dessen düst′res Zeichen&#10;In Nacht und Öde uns verbannt,&#10;Kann nimmermehr ein Herz beschleichen,&#10;Das dich, du Herrliche, erkannt!&#10;Wie bitt′re Qual, wie tiefe Beugniß&#10;Durch fremden Unwerth es erfuhr:&#10;Du bist ihm ein lebendig Zeugniß&#10;Des Adels menschlicher Natur!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Licht scheint von dir auszugehen&#10;Das jede Finsterniß erhellt,&#10;Mit süßem Duft dich zu umwehen&#10;Der Frühling einer schönern Welt.&#10;Dein Geist ist′s, dessen kühnes Streben&#10;Der Dinge tiefsten Kern durchdringt,&#10;Die Seele ist′s, die alles Leben&#10;Mit warmer Liebeshuld umschlingt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Justinus Kerner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-justinus-kerner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-justinus-kerner/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Lenz im Thal erwacht,&#10;Da ergrünen frisch die Matten,&#10;Da entringt sich Licht und Schatten,&#10;Heben sich die Keime sacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der grüne Rosenstrauch&#10;Harret schon, gebognen Stengels,&#10;Auf des lichten Sonnenengels&#10;Ersten Liebesstralenhauch. —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst zog in mein junges Herz&#10;Holden Frühlings Luftgekose:&#10;Du der Stral — mein Herz die Rose,&#10;Die nun duftet himmelwärts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Levin Schücking</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-levin-schuecking/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-levin-schuecking/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Wort, und wär es scharf wie Stahles Klinge,&#10;Soll trennen, was in tausend Fäden eins,&#10;So mächtig kein Gedanke, daß er dringe&#10;Vergällend in den Becher reinen Weins;&#10;Das Leben ist so kurz, das Glück so selten,&#10;So großes Kleinod, einmal sein statt gelten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat das Geschick uns, wie in frevlem Witze,&#10;Auf feindlich starre Pole gleich erhöht,&#10;So wisse, dort, dort auf der Scheidung Spitze&#10;Herrscht, König über alle, der Magnet,&#10;Nicht fragt er, ob ihn Fels und Strom gefährde,&#10;Ein Strahl fährt mitten er durchs Herz der Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Lina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-lina/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-lina/</guid><description>&lt;p&gt;Liebchen, kommen diese Lieder&#10;Jemals wieder dir zur Hand,&#10;Sitze beim Klaviere nieder,&#10;Wo der Freund sonst bei dir stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß die Saiten rasch erklingen,&#10;Und dann sieh ins Buch hinein;&#10;Nur nicht lesen! immer singen!&#10;Und ein jedes Blatt ist dein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wie traurig sieht in Lettern,&#10;Schwarz auf weiß, das Lied mich an,&#10;Das aus deinem Mund vergöttern,&#10;Das ein Herz zerreißen kann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Marie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-marie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-marie/</guid><description>&lt;p&gt;Ob ich dich liebe, wolltest du mich fragen -&#10;Und was ich liebe, will ich treu dir sagen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Blümchen lieb′ ich, das die würz′gen Düfte&#10;Ausstreuet in die lauen Frühlingslüfte,&#10;Und doch sich tief verbirgt im dunklen Moos -&#10;Kein Auge sieht der Heimath stillen Schooß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den See auch lieb′ ich, deß krystallner Quell&#10;Dem Blick sich öffnet bis zum Grunde hell,&#10;Auf dessen Spiegel sich in sanftem Licht&#10;Getreu des Himmels milder Abglanz bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An mein Auge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mein-auge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-mein-auge/</guid><description>&lt;p&gt;Mattes Auge, Du trübst!&#10;Fliehst vom Strahl ins Dunkle,&#10;Birgst Dich, leidendes Auge,&#10;Ins Dunkle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Matter Dämmrer, woher&#10;Trübst Du? bist verweinet,&#10;Leidendes blaues Auge,&#10;Wie Abendhimmel?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Matter Dämmrer, nicht!&#10;Weine nicht mehr! starre nicht hin&#10;Ins Dunkel,&#10;In Zukunft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schließe Dich, sanftes Auge!&#10;Starr&amp;rsquo;s nicht an!&#10;Schlummre! sanftere Träume&#10;Werden Dich umschweben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwebt aus Dunkel hervor,&#10;Sanftere Träum&amp;rsquo;! umschwebt sie!&#10;Aus dem Schooße der Mitternacht!&#10;Der Zukunft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwingt die Flügel! umschwebt&#10;Die holde, zarte,&#10;Trübe Seele&#10;Mit Morgenroth, mit schönerer Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-freunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Sind wir denn hier das Spiel des Glückes&#10;Das sich bald hier bald dorthin neigt,&#10;Und liegen auf der Waage des Geschickes,&#10;Die vorhin sank, nun steigt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sollen immer denn Tyrannen&#10;Beherrschen unser Wohl und Leid&#10;Erhöhen, wenn sie Redliche verbannen&#10;Die Niederträchtigkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und stolze Priester uns gebieten&#10;Was unsre Seele glauben soll,&#10;Mit Feuer und Schwert verkündigen den Frieden&#10;Des heiligen Wahnsinns voll!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Kriege ganze Nationen&#10;Ins Unglück stürzen um den Ruhm&#10;Daß Einem untertan mehr Regionen&#10;Als Waffeneigentum?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine kleine Freundin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-kleine-freundin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-kleine-freundin/</guid><description>&lt;p&gt;Wer hätte das gedacht!&#10;Das kam wohl über Nacht.&#10;Denn als ich aufgewacht,&#10;Da warst auf einmal du&#10;Mein kleiner Herztyrann.&#10;Sieh doch mal einer an,&#10;Was Amor alles kann.&#10;Schon weiß ich, was ich tu,&#10;Damit du gnädig bist,&#10;Und mich nicht gleich vergißt:&#10;Ich mach dir dies Gedicht.&#10;Ich hoff, es ist so schlicht,&#10;So süß und zart wie du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;So gern hätt′ ich ein schönes Lied gemacht,&#10;Von deiner Liebe, deiner treuen Weise,&#10;Die Gabe, die für andre immer wacht,&#10;Hätt′ ich so gern geweckt zu deinem Preise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie ich auch gesonnen mehr und mehr,&#10;Und wie ich auch die Reime mochte stellen,&#10;Des Herzens Fluten rollten drüber her,&#10;Zerstörten mir des Liedes zarte Wellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So nimm die einfach schlichte Gabe hin,&#10;vom einfach ungeschmückten Wort getragen,&#10;Und meine ganze Seele nimm darin;&#10;Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meine Mutter (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meine-mutter-2/</guid><description>&lt;p&gt;Weil ich denn fühle, daß im Himmel&#10;Die Engel, wenn in Liebe sie entbrennen,&#10;Von allen heißen Liebesworten doch&#10;Keins so voll Verehrung wie &amp;ldquo;Mutter&amp;rdquo; kennen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum war′s dies Wort, mit dem ich lang dich ehrte -&#10;Dich, die als Mutter über mich gewacht&#10;Und nun das Herz mir füllt, wo Tod es leerte,&#10;Als er Virginias Seele frei gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die eigne Mutter, die ich früh verloren,&#10;War nur die Mutter meiner selbst; doch du&#10;Bist′s jener Einen, der ich Lieb′ geschworen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meinem Geburtstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinem-geburtstage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinem-geburtstage/</guid><description>&lt;p&gt;(Dreißig Jahre später.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so folgt das Jahr dem Jahre,&#10;Und mit schwarzem Flor behängt&#10;Steht gerüstet schon die Bahre,&#10;Die im letzten mich empfängt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tiefer in des Lebens Blüte&#10;Nagt sich täglich ein der Wurm,&#10;Und die Glut, die in mir glühte,&#10;Stirbt erlöschend hin im Sturm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hin mit jedem Tage schwindet&#10;Etwas, das mir teuer war,&#10;Und der Augen Stern erblindet,&#10;Und zu Grau erbleicht mein Haar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mag das Eis der Bäche tauen&#10;Und ihr Nest an meinem Dach&#10;Wiederum die Schwalbe bauen,&#10;Nie mein Herz mehr singt sie wach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meinen Bruder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-bruder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-bruder/</guid><description>&lt;p&gt;1815&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was Großes sich begeben,&#10;Der Kön′ge Herrlichkeit,&#10;Du sahsts mit freudgem Beben,&#10;Dir wars vergönnt, zu leben&#10;In dieser Wunderzeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und über diese Wogen&#10;Kam hoch ein himmlisch Bild&#10;Durchs stille Blau gezogen,&#10;Traf mit dem Zauberbogen&#10;Dein Herz so fest und mild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wunderbares Grauen,&#10;Zur selben Stund den Herrn&#10;Im Wetterleuchten schauen,&#10;Und über den stummen Gauen&#10;Schuldloser Liebe Stern!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hat nun ausgerungen&#10;Mein Deutschland siegeswund:&#10;Was damals Lieb gesungen,&#10;Was Schwerter dir geklungen,&#10;Klingt fort im Herzensgrund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meinen Vater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-vater/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-vater/</guid><description>&lt;p&gt;In wärmeren Gegenden näher der Sonne&#10;Am Ufer des vielentscheidenden Rheins,&#10;Umschwärmt von aller Thorheit und Wonne&#10;Leichterer Sitten, und feurigen Weins,&#10;Denk ich in die beschneiten Gefilde&#10;Ach! der Einfalt und der Ruh&#10;Mich zurück - da winkest du&#10;Sehnsuchtsvoll mir, Vater! zu.&#10;Ich seh′s und wein′ und knie vor dem Bilde -&#10;Aber ach der schweiffende Wilde&#10;Fliehet neuen Thorheiten zu.&#10;Als aller Schicksaals-Ahndungen voll&#10;Dein Flügel sorgsam über mir schwebte,&#10;Ich unter deinen Fittigen strebte&#10;Nach unbekannten Weh und Wohl:&#10;Erinnerst du dich da - wohl mir! wenn diese Scene&#10;Mein Lied dir ins Gedächtniß bringt -&#10;Erinnerst du dich noch des Glücklichsten der Söhne&#10;Als du von Kindern und Freunden umringt&#10;Ihm, schon geweiht zur langen Reise&#10;In Tarwasts Haynen ein Blümgen brachst&#10;Und feyerlich mit Propheten-Weise&#10;Die unvergeßlichen Worte sprachst:&#10;Mein Sohn, komm ich dir aus dem Gesicht,&#10;Auch in der Ferne - vergiß mein nicht!&#10;Laß mich das erstemal in meinem Leben&#10;Dir dein Geschenk itzt wiedergeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An meinen Zigarettenrauch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-zigarettenrauch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-meinen-zigarettenrauch/</guid><description>&lt;p&gt;Gleite ins Weite und in die Höh!&#10;Adieu, du zartes Bleu&#10;Meines Zigarettenrauches,&#10;Der du so sanft entfliehst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du ein zierliches Nasenloch siehst,&#10;Küß dem die Haare als Gruß meines Hauches.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob dich ein Höhendruck&#10;Zur Erde zurückschlägt,&#10;Eine Strömung, eines Windes Ruck&#10;Dich zu Himmelsglück trägt, –&#10;Finde das, was du erwartetest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem hold gewürzten Augenblick,&#10;Da du aus mir startetest,&#10;Spielte Ziehharmonikamusik&#10;Ein Lieblingslied von mir: La paloma&#10;Und auf Schwingen dieser Volksweise&#10;Steigst du auf. Glückliche Reise!&#10;Aus Nikotin ins ewige Aroma.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Melinden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-melinden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-melinden/</guid><description>&lt;p&gt;Schönste der seelen / ich muß es bekennen:&#10;Daß mich dein augen-blitz endlich besiegt /&#10;Daß ich vor liebe wie feuer muß brennen;&#10;Weil mir mein herze selbst wunden zufügt;&#10;Und wieder mich kriegt.&#10;Drum setze mir / o meine zier!&#10;Die schaalen der himmlischen lebens-krafft für /&#10;Und laß mir die morgen&#10;Der traurigen sorgen /&#10;Die täglich in meinen gedancken entstehn /&#10;Mit rosen auffgehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar ich betadle mein kühnes verlangen;&#10;Denn ich bin gegen dir freylich zu schwach:&#10;Aber der purpur der lachenden wangen&#10;Mehret mein winseln und seuffzendes ach /&#10;Und zieht mich dir nach.&#10;Stürzt nun dein scherz mein treues herz /&#10;Wie flammen die motten in tödlichen schmerz;&#10;Wie hast du Melinde /&#10;Denn was ich empfinde /&#10;Und was mich noch täglich mit dornen verletzt /&#10;So gringe geschätzt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Melinden, auff ihren namens-tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-melinden-auff-ihren-namens-tag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-melinden-auff-ihren-namens-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Auff/ schönste/ tauche dich in milch und rosen-blut!&#10;Laß deinen mund-rubin erfrischte strahlen fangen/&#10;Und streich den trüben schaum der herben thränen-flut/&#10;Und das vergiffte saltz von deinen purpur-wangen.&#10;Der himmel stellet sich zu deinen diensten ein/&#10;Die sonne spielet selbst umb deine perlen-glieder.&#10;Und was dir etwan noch kan kummer-dornen streun/&#10;Legt dieser stille tag bey deinem bette nieder.&#10;Du solst (ich rede kurtz) dein namens-fest begehn/&#10;Drum auff/ und rüste dich/ dein glücke zu begrüssen!&#10;Dein glücke/ das dich heißt auff lauter rosen stehn&#10;Und nichts als zucker lässt umb deine lippen fliessen.&#10;Ich weiß zwar allzu wohl/ daß deine trauer-see&#10;Von grosser hertzens-angst die worte wird gebähren:&#10;Ach daß ich ärmste doch noch diesen tag begeh!&#10;Daß doch die morgen mich nicht wie die nacht verzehren!&#10;Wohin treibt wind und sturm doch meinen liebes-kahn?&#10;Ist wohl ein ärmrer mensch auff erden noch zu finden/&#10;Der komm/ und schaue mich und meine thränen an/&#10;So will ich gerne mich der sorgen-last entbinden.&#10;Ach aber liebes kind! die klagen sind zu groß/&#10;Wer sich aus ungedult zum grabe will verdammen/&#10;Wird endlich durch den tod zwar dieser erden loß/&#10;Stürtzt aber leib und seel in tausend höllen-flammen.&#10;Im glücke lustig seyn ist warlich keine kunst;&#10;Ein kluger aber saugt auch nectar aus den qvitten/&#10;Und folgt der sonne nach/ die durch den nebel-dunst&#10;Zwar öffters finsterniß/ doch keinen bruch erlitten.&#10;Der liebe frucht entspringt aus einer stunde nicht:&#10;Erst trincken wir das gifft aus porcellanen schalen/&#10;Gehn wie die taumelnden/ wenn unser hertze bricht/&#10;Und schätzen ihren dampff vor lauter freuden-strahlen.&#10;Nach diesem greifft der schmertz die glieder besser an/&#10;Das schnelle gifft zerfleust in strome schwartzer sorgen;&#10;Und endlich/ wenn wir so die proben abgethan/&#10;So bringt das ende nichts als süsse frühlings-morgen.&#10;Ach liebste! kanst du nun dem himmel noch vertraun/&#10;So trag das kummer-joch mit unverzagtem rücken;&#10;Denn die ihr glücke nur auff Gottes felsen baun/&#10;Die brechen angst und noth wie schwaches rohr in stücken.&#10;Mein hertze leget sich zu deinen füssen hin/&#10;Ich schencke mich dir selbst zum schemmel deiner plagen/&#10;Und schwere/ wo ich dir nicht gar zuwider bin/&#10;So solst du nur ein loth/ ich aber centner tragen.&#10;Mehr hab ich ärmster nicht/ das weist du selber wohl/&#10;Denn meine schätze sind nur wollen und entschliessen/&#10;Sonst trieb ich deinen ruhm biß an den sternen-pol/&#10;Und liesse nichts als gold aus meiner feder fliessen.&#10;Nun/ allerliebstes kind! erkenne meine treu;&#10;Was dieser schrifft gebricht/ ersetzen meine flammen.&#10;Springt gleich das glücke nicht itzt meiner armuth bey/&#10;So schlägt die liebe doch in frische glut zusammen.&#10;Du solt in kurtzer zeit mit andern augen sehn/&#10;Wie dich dein treuer knecht wird suchen zu bedienen/&#10;Wenn kummer/ ach und weh zu grabe werden gehn/&#10;Und unsre freude wird in vollen knospen grünen.&#10;Der himmel schencke dir nur ferner sonnenschein/&#10;Und führe deinen fuß von dornen auff narcissen!&#10;Du aber ziehe selbst den strom der thränen ein/&#10;Sonst wird mein leben so wie deine lust zerrissen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Melint</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-melint/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-melint/</guid><description>&lt;p&gt;Du willst, ich soll jetzt mit Cecil,&#10;Dem feinen Mann, Bekanntschaft machen.&#10;Du rühmest ihn: er spricht nicht viel,&#10;Hält Ordnung in den kleinsten Sachen,&#10;Liebt Häuslichkeit und flieht das Spiel.&#10;Er sagt recht höflich, was er meint;&#10;Er wird nicht, durch den Umgang, kühner.&#10;Wie sehr ist er dem Weine feind!&#10;Melint, so lob ich einen Diener,&#10;So lob ich niemals einen Freund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Milon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-milon/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-milon/</guid><description>&lt;p&gt;Zanken will ich nicht und klagen,&#10;Aber eins muß ich dir sagen:&#10;Du, der du mein Herz gewannst,&#10;Milon, der du mich bewirthen&#10;Durch ein freundlich Lächeln kannst,&#10;Du verschmähtest jüngst die Myrthen,&#10;Weil du dich nicht drauf besannst,&#10;Daß dein Weigern mich betrübte,&#10;Ach du wustest nicht, daß ich&#10;In die Veilchen mich verliebte,&#10;Welche zum Beneiden sich&#10;Dir ans Herz gelegt befanden,&#10;Tauschen wollt ich gern mit dir,&#10;Und du hast mich nicht verstanden.&#10;Diese Veilchen wären mir&#10;Heiliger noch als die andern,&#10;Die dein Diener mir gebracht;&#10;Und sie sollten mit mir wandern&#10;In des finstern Grabes Nacht.&#10;O wie kannst du das verachten,&#10;Was dir meine Liebe beut;&#10;Kannst du nicht mein Herz betrachten&#10;Bei der Blumen Kleinigkeit?&#10;Pflücke du mir auf dem Platze,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Minna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-minna/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-minna/</guid><description>&lt;p&gt;Träum&amp;rsquo; ich? Ist mein Auge trüber?&#10;Nebelt&amp;rsquo;s mir ums Angesicht?&#10;Meine Minna geht vorüber?&#10;Meine Minna kennt mich nicht?&#10;Die am Arme seichter Toren&#10;Blähend mit dem Fächer ficht,&#10;Eitel in sich selbst verloren -&#10;Meine Minna ist es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von dem Sommerhute nicken&#10;Stolze Federn, mein Geschenk;&#10;Schleifen, die den Busen schmücken,&#10;Rufen: Minna, sei gedenk!&#10;Blumen, die ich selbst erzogen,&#10;Zieren Brust und Locken noch -&#10;Ach, die Brust, die mir gelogen!&#10;Und die Blumen blühen doch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Murtzuphlus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-murtzuphlus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-murtzuphlus/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Wolkenbruch und ganzer Städte Brand&#10;Wird dir zuerst, und uns durch dich, bekannt!&#10;Du weißt zuerst, wo Mißwachs, Theurung, Noth&#10;Und Krieg und Pest den sichern Ländern droht:&#10;Du weißt zuerst, wo jetzt die Erde bebt,&#10;Ein Berg schon flammt, und Gegenden begräbt:&#10;Du weißt zuerst, und lehrest überall&#10;Der Handlung Last, und ihrer Säulen Fall:&#10;Du weißt zuerst, was Große hingerafft.&#10;Freund, wann erhenkst du dich mit deiner Wissenschaft?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Neunundneunzig von Hundert!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-neunundneunzig-von-hundert/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-neunundneunzig-von-hundert/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr schwatzt befrackt hoch vom Katheder&#10;Von alter und von neuer Kunst,&#10;Von Fleischgenuß und Sinnenbrunst,&#10;Und gerbt nur Leder, altes Leder!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr laßt um jede Attitüde&#10;Ein weißgewaschnes Hemdchen wehn,&#10;Denn um die Schönheit nackt zu sehn,&#10;Sind eure Seelen viel zu prüde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Omphus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-omphus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-omphus/</guid><description>&lt;p&gt;Erdichte stets: man gönnt dir das Vergnügen.&#10;Doch nur der Witz bringt der Erfindung Lob.&#10;Du täuschest dich, statt andre zu betrügen.&#10;Nimm Unterricht: dein Märchen ist zu grob;&#10;Beehre mich mit einer feinern Lügen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Palafox</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-palafox/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-palafox/</guid><description>&lt;p&gt;Tritt mir entgegen nicht, soll ich zu Stein nicht starren,&#10;Auf Märkten, oder sonst, wo Menschen atmend gehn,&#10;Dich will ich nur am Styx, bei marmorweißen Scharen,&#10;Leonidas, Armin und Tell, den Geistern, sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Held, der, gleich dem Fels, das Haupt erhöht zur Sonnen,&#10;Den Fuß versenkt in Nacht, des Stromes Wut gewehrt,&#10;Der stinkend wie die Pest, der Hölle wie entronnen,&#10;Den Bau sechs festlicher Jahrtausende zerstört!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir ließ ich, heiß wie Glut, ein Lied zum Himmel dringen,&#10;Erhabner, hättest du Geringeres getan.&#10;Doch was der Ebro sah, kann keine Leier singen,&#10;Und in dem Tempel still, häng ich sie wieder an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Pfingsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-pfingsten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-pfingsten/</guid><description>&lt;p&gt;Sey mir gesegnet, Du, den Menschenliebe&#10;Beim schweren Amte unterstützt mit Kraft,&#10;Du, der im Chaos dumpf verworrner Triebe,&#10;Des Geistes Leben väterlich erschafft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In nimmer aufgehellten Finsternissen&#10;Erweckst Du milde der Erkenntniss Strahl,&#10;Und linderst sanft durch Unterricht und Wissen&#10;Der Sprache Mangel und der Taubheit Qual.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O fahre fort! - Es ziemte eine Krone&#10;Zum wohlverdienten Schmucke Deinem Haupt,&#10;Doch heil′ger ist der Kranz, der ihn umlaubt.&#10;Er welket nie, denn Deine Thaten leben,&#10;Und Dein Bewusstseyn und Dein reines Streben&#10;Vereinigen sich schon zum höchsten Lohne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An seine Boten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-seine-boten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-seine-boten/</guid><description>&lt;p&gt;Geht, ihr meine Tränen, geht&#10;und erweichet der ihr Herze,&#10;die wie eine Klippe steht,&#10;unbewegt von meinem Schmerze,&#10;die das, was mein Herze bricht,&#10;sieht und wills doch sehen nicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fliegt, ihr meine Seufzer ihr,&#10;nehmet eure Kraft zusammen!&#10;Blaset, wie ihr tut bei mir,&#10;auf bei ihr die Liebesflammen,&#10;daß sie, wenn sie sieht auf mich,&#10;lichter Lohe brenn′ als ich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Boten, so fahrt hin,&#10;schafft mir Rat, so viel ihr könnet,&#10;und vergnüget meinen Sin,&#10;der sich selbsten kaum besinnet!&#10;Bringt nicht ihr mir ihre Gunst,&#10;so ist alle Kunst umsunst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An seinen Bruder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-seinen-bruder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-seinen-bruder/</guid><description>&lt;p&gt;Auch dich hat, da du wardst geboren,&#10;Die Muse lächelnd angeblickt;&#10;Auch du hast dich dem Schwarm der Toren&#10;Auf jungen Flügeln kühn entrückt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihm nach, dem Liebling des Mäcenen!&#10;Ihm nach, sein Name sporne dich!&#10;Er lehrte dich, das Laster höhnen;&#10;Er mache dich ihm fürchterlich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! schnitten wir mit gleichem Fluge&#10;Die Lüfte durch zur Ewigkeit!&#10;O! schilderte mit Einem Zuge&#10;Zwei Brüder einst die Richterzeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Die zwei, so soll die Nachwelt sprechen,&#10;Betaumelte kein Modewahn,&#10;Die Sprache schön zu radebrechen,&#10;Zu stolz für eine Nebenbahn.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Stefan Georges 50. Geburtstag12. Juli 1918</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-stefan-georges-50-geburtstag12-juli-1918/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-stefan-georges-50-geburtstag12-juli-1918/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ernst Blass&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An Stefan Georges 50. Geburtstag&#10;12. Juli 1918&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein seliger Hauch und tiefe Glockenstimmen,&#10;von seinen Tagen wundervoll gewährt,&#10;durchdringen eines schweren Traumes Glimmen&#10;mit Hoffnung, die befreit und neu ernährt.&#10;In öder Wetter dunkelstem Ergrimmen&#10;erstrahlt ein Glanz verklärend und verklärt,&#10;in strenger oder hingegebener Weise&#10;ein Leitstern auf der namenlosen Reise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Dichter, der der Menschen Herz erschüttert,&#10;erhebt es auch aus tiefverworrener Schlucht.&#10;Die Kronen beugen sich, wenn es gewittert,&#10;verjüngter stehn sie nach der Donner Flucht.&#10;Das Herz wird ruhig, das genug gezittert&#10;im reinen Sturme der gestrengen Wucht.&#10;Es scheint der Sterne Wandel und Verbleib&#10;zu gleichen der Gedichte hehrem Leib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Sylvien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sylvien/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-sylvien/</guid><description>&lt;p&gt;Was fluchst du/ Sylvia/ wenn meine schwartze hand&#10;Um deinen busen spielet?&#10;Sie war so weiß als du/ eh&amp;rsquo; sie der liebe brand/&#10;Und deine macht gefühlet.&#10;Flöstu das feuer nun in meine glieder ein/&#10;So kan ja meine hand nicht schnee und marmel seyn.&#10;Du sprichst: Sie hat hier nichts zu suchen und zu thun.&#10;Gar recht; Es soll auch bleiben.&#10;Sie suchet nichts als dich/ sie wünschet bloß zu ruhn&#10;Und ihren schertz zu treiben.&#10;Was ursach hast du dann, daß du dich so beklagst?&#10;Da du doch diese gunst den flöhen nicht versagst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Theodor von Banville</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-theodor-von-banville/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-theodor-von-banville/</guid><description>&lt;p&gt;Du hast die Muse so beim Haar ergriffen.&#10;So herrisch sie besiegt voll schöner Lässigkeit,&#10;Dass du ein Held erschienst, ein Bravo, der im Streit&#10;Sein Lieb erdolcht, die Waffe blankgeschliffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Blick war feurig und voll junger Kraft,&#10;Und Kühnheit zeigtest du und Stolz und Stärke&#10;Im künstlerischen Wunderbau der Werke,&#10;Aus denen atmet künftige Meisterschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns Dichtern starrt das Blut im Glück, im Leid.&#10;War′s Zufall, dass man des Kentauren Kleid,&#10;Das Blut und Mark gerinnen liess in Qualen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Theron</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-theron/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-theron/</guid><description>&lt;p&gt;Du irrst, wann du so kurz in deiner Schreibart bist:&#10;Halt deinen Leser nicht für klüger, als er ist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Trivius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-trivius/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-trivius/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sehe dich beim Schönemann:&#10;Ich sehe dich in Iphis Garten;&#10;In Harvstehude land′ ich an,&#10;Auch dort seh′ ich dich auf mich warten;&#10;Auf unserm Walle seh′ ich dich:&#10;Im Baumhaus seh′ ich deine Züge;&#10;Dich seh′ ich hier; o lehre mich,&#10;Wo ich dich nicht zu sehen kriege.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An unsern Iffland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-unsern-iffland/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-unsern-iffland/</guid><description>&lt;p&gt;Singt, Barden! singt Ihm Lieder,&#10;Ihm, der sich treu bewährt;&#10;Dem Künstler, der heut wieder&#10;In eure Mitte kehrt.&#10;In fremden Landen glänzen,&#10;Ist Ihm kein wahres Glück:&#10;Berlin soll Ihn umkränzen,&#10;Drum kehret Er zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie oft saht ihr Ihn reisen,&#10;Mit furchterfüllter Brust.&#10;Ach! seufzten Volk und Weisen:&#10;Nie kehret unsre Lust!&#10;Nein Freunde, nein! und schiede&#10;Er mehrmal auch im Jahr,&#10;Daß Er euch gänzlich miede,&#10;Wird nie und nimmer wahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Wera</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-wera/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-wera/</guid><description>&lt;p&gt;Dich aber will ich nun, Dich, die ich kannte&#10;wie eine Blume, von der ich den Namen nicht weiß,&#10;noch ein Mal erinnern und ihnen zeigen, Entwandte,&#10;schöne Gespielin des unüberwindlichen Schrei′s.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tänzerin erst, die plötzlich, den Körper voll Zögern,&#10;anhielt, als göß man ihr Jungsein in Erz;&#10;trauernd und lauschend -. Da, von den hohen Vermögern&#10;fiel ihr Musik in das veränderte Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nah war die Krankheit. Schon von den Schatten bemächtigt,&#10;drängte verdunkelt das Blut, doch, wie flüchtig verdächtigt,&#10;trieb es in seinen natürlichen Frühling hervor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Werner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-werner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-werner/</guid><description>&lt;p&gt;Deinen Geburtstag feirt als Gast der beschüßelten Tafel&#10;Mancher gnädiger Herr Ritter und Graf und Baron.&#10;Bürgerlich all anklingend befeuchten sie deinen Geburtstag:&#10;Keinem, o Werner, indess bist du ein Mann von Geburt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Wilhelm Hartlaub</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-wilhelm-hartlaub/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-wilhelm-hartlaub/</guid><description>&lt;p&gt;Durchs Fenster schien der helle Mond herein:&#10;Du saßest am Klavier im Dämmerschein,&#10;Versankst im Traumgewühl der Melodien,&#10;Ich folgte dir an schwarzen Gründen hin,&#10;Wo der Gesang versteckter Quellen klang&#10;Gleich Kinderstimmen, die der Wind verschlang.&#10;Doch plötzlich war dein Spiel wie umgewandt,&#10;Nur blauer Himmel schien noch ausgespannt,&#10;Ein jeder Ton ein lang′ gehaltnes Schweigen.&#10;Da fing das Firnament sich an zu neigen,&#10;Und jäh daran herab der Sterne selig Heer&#10;Glitt rieselnd in ein goldig Nebelmeer,&#10;Bis Tropf′ um Tropfen hell darin zerging,&#10;Die alte Nacht den öden Raum umfing.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An Zimmern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-zimmern/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-zimmern/</guid><description>&lt;p&gt;Die Linien des Lebens sind verschieden,&#10;Wie Wege sind, und wie der Berge Gränzen.&#10;Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen&#10;Mit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>An***</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/an-3777/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/an-3777/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich die Brust dir je, o Sensitiva, verletze,&#10;Nimmermehr dichten will ich: Pest sei und Gift dann mein Lied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Andragoras</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/andragoras/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/andragoras/</guid><description>&lt;p&gt;Fröhlich schmauste mit uns Andragoras, fröhlich auch wünscht er&#10;Gute Nacht, und früh fand man im Lager ihn todt.&#10;Was so schnell ihn getödtet, den blühenden Jüngling, das fragst Du?&#10;Freund, er hatte den Arzt Bullus im Traume gesehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anekdote</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anekdote/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anekdote/</guid><description>&lt;p&gt;Als einst Antagoras, ein Weiser, sich&#10;Meeraal′ in seinem Zelt bereitete,&#10;Fragt′ ihn Antigonus, der König. »Glaubst Du,&#10;Daß auch Homer, indem er Agamemnons&#10;Glorreiche Thaten in die Leyer sang,&#10;Meeraale kocht′?« – Und glaubst Du, fragte jener,&#10;Daß Agamemnon, als im offnen Feld&#10;Er seine Herosthaten glorreich häufte,&#10;Sich darum kümmert′, ob im Lager jemand&#10;Meeraale zubereitet′, oder nicht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anekdote (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anekdote-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anekdote-2/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kronprinz fragte jüngst im Hamlet voll Begier:&#10;»Herr Gouverneur! Gefällt es mir?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anfang und Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anfang-und-ende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anfang-und-ende/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du das Ende von dem erreichst,&#10;was du wissen solltest,&#10;stehst du am Anfang dessen,&#10;was du fühlen solltest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anfangs wollt ich fast verzagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anfangs-wollt-ich-fast-verzagen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anfangs-wollt-ich-fast-verzagen/</guid><description>&lt;p&gt;Anfangs wollt ich fast verzagen,&#10;Und ich glaubt, ich trüg es nie;&#10;Und ich hab es doch getragen -&#10;Aber fragt mich nur nicht, wie?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Angedenken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/angedenken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/angedenken/</guid><description>&lt;p&gt;Angedenken an das Gute&#10;hält uns immer frisch bei Mute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Angedenken an das Schöne&#10;ist das Heil der Erdensöhne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Angedenken an das Liebe,&#10;Glücklich! Wenn′s lebendig bliebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Angedenken an das eine&#10;bleibt das Beste, was ich meine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Angelique</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/angelique/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/angelique/</guid><description>&lt;p&gt;Fürchte nichts, geliebte Seele,&#10;übersicher bist du hier;&#10;fürchte nicht, dass man uns stehle,&#10;ich verriegle schon die Tür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie der Wind auch wütend wehe,&#10;er gefährdet nicht das Haus;&#10;dass auch nicht ein Brand entstehe,&#10;lösch ich unsere Lampe aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch, erlaube, dass ich winde&#10;meinen Arm um deinen Hals;&#10;man erkältet sich geschwinde&#10;in Ermanglung eines Schals.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anif</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anif/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anif/</guid><description>&lt;p&gt;Erinnerung: Möven, gleitend über den dunklen Himmel&#10;Männlicher Schwermut.&#10;Stille wohnst du im Schatten der herbstlichen Esche,&#10;Versunken in des Hügels gerechtes Maß;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer gehst du den grünen Fluß hinab,&#10;Wenn es Abend geworden,&#10;Tönende Liebe; friedlich begegnet das dunkle Wild,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein rosiger Mensch. Trunken von bläulicher Witterung&#10;Rührt die Stirne das sterbende Laub&#10;Und denkt das ernste Antlitz der Mutter;&#10;O, wie alles ins Dunkel hinsinkt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die gestrengen Zimmer und das alte Gerät&#10;Der Väter.&#10;Dieses erschüttert die Brust des Fremdlings.&#10;O, ihr Zeichen und Sterne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anklänge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anklaenge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anklaenge/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch über stillen Höhen&#10;Stand in dem Wald ein Haus;&#10;So einsam war′s zu sehen,&#10;Dort übern Wald hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Mädchen saß darinnen&#10;Bei stiller Abendzeit,&#10;Tät seidne Fäden spinnen&#10;Zu ihrem Hochzeitskleid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Annemarie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/annemarie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/annemarie/</guid><description>&lt;p&gt;Deines Gartens armer Spatz&#10;zählet dir zum Ruhme&#10;jede ihm zur Winterzeit&#10;hingestreute Krume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Blumen unter&#10;sind des Glaubens mächtig,&#10;dass so Vieh– als Menschenvolk&#10;völlig niederträchtig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur von dir erwarten sie&#10;jede seltne Güte,&#10;weil du deine Rose nicht&#10;brachtest, als sie blühte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Annonciatens Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/annonciatens-bild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/annonciatens-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Am Hügel sitzt sie, wo von kühlen Reben&#10;Ein Dach sich wölbt durchrankt von bunter Wicke,&#10;Im Abendhimmel ruhen ihre Blicke,&#10;Wo goldne Pfeile durch die Dämmrung schweben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Orangen sind ihr in den Schoß gegeben&#10;Zu zeigen, wie die Glut sie nur entzücke,&#10;Und länger weilt die Sonne, sieht zurücke&#10;Zum stillen Kinde in das dunkle Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der freien Stirne schwarze Locken kränzet&#10;Ihr goldner Pomeranzen süße Blüte,&#10;Zur Seite sitzt ein Pfau, der in den Strahlen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ansturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ansturm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ansturm/</guid><description>&lt;p&gt;O zürne nicht, wenn mein Begehren&#10;dunkel aus seinen Grenzen bricht,&#10;soll es uns selber nicht verzehren,&#10;muß es heraus ans Licht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühlst ja, wie all mein Innres brandet,&#10;und wenn herauf der Aufruhr bricht,&#10;je über deinen Frieden strandet,&#10;dann bebst du aber du zürnst mir nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Anto-logie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/anto-logie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/anto-logie/</guid><description>&lt;p&gt;Im Anfang lebte, wie bekannt,&#10;als größter Säuger der Gig - ant.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wobei gig eine Zahl ist, die&#10;es nicht mehr gibt, - so groß war sie!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch jene Größe schwand wie Rauch.&#10;Zeit gabs genug - und Zahlen auch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis eines Tags, ein winzig Ding,&#10;der Zwölef - ant das Reich empfing.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo blieb sein Reich? Wo blieb er selb? -&#10;Sein Bein wird im Museum gelb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar gab die gütige Natur&#10;den Elef - anten uns dafur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antwort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antwort/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antwort/</guid><description>&lt;p&gt;Freund, du bist es auch nicht, den nackt zu erschauen mich jückte,&#10;Ziehe mir nur dem Apoll Hosen, ersuch ich, nicht an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Antwort eines trunknen Dichters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/antwort-eines-trunknen-dichters/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/antwort-eines-trunknen-dichters/</guid><description>&lt;p&gt;Ein trunkner Dichter leerte&#10;Sein Glas auf jeden Zug;&#10;Ihn warnte sein Gefährte:&#10;Hör′ auf! du hast genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bereit vom Stuhl zu sinken,&#10;Sprach der: Du bist nicht klug;&#10;Zu viel kann man wohl trinken,&#10;Doch nie trinkt man genug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apassionata</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apassionata/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apassionata/</guid><description>&lt;p&gt;Du hast durch Deinen Kuß&#10;Mein stromvoll Blut geweckt&#10;Und mein Gesicht warm aufgehoben aus dem Tag,&#10;Daß mich nun uferlose große Nacht umspült,&#10;Herwehend Glanz und Taumel.&#10;Einwiegend Zittern schwillt in meiner Füße Wurzeln,&#10;Einströmen lassend Erde und Getön,&#10;Und springt aus meiner Kniee Schreiten in die Brust&#10;Zu meerbewegter Melodie,&#10;Darin mein Herz, die Orgel rauscht.&#10;Nun sich im Takte meine Sohlen heben&#10;Und grenzenlos beseeltes Schweben&#10;Die Glieder übergießt:&#10;Hab ich die Arme aufgehoben,&#10;Und fühl, wie meiner aufgelockten Haare Schopf&#10;Die nachtbemalten Wolken streift,&#10;Sternblütenkranz die Stirn umgreift,&#10;Und tanze, tanze zu Dir hin!&#10;Denn meiner segelwilden Sehnsucht Schauer,&#10;All meiner Einsamkeiten Trauer,&#10;Mein hin und her durchflutet Sein,&#10;Und nun des selgen Leibes neue Lust:&#10;Stürmt fort und fort an Deine Brust,&#10;Will nur in Dir geborgen sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apfelernte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apfelernte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apfelernte/</guid><description>&lt;p&gt;Die ersten Äpfel fallen vom Wurm,&#10;Die zweiten Äpfel, die fällt der Sturm,&#10;Die dritten erntet man ein:&#10;Welche mögen die besten wohl sein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die dritten natürlich! lacht jedermann:&#10;Weil man nur die servieren kann!&#10;Die schält sich dann&#10;Respektvoll der Esser&#10;Mit sorglichem Messer -&#10;Doch Wurm und Sturm, die wissen es besser.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apollo, ein Hirte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apollo-ein-hirte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apollo-ein-hirte/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz gleicht den zufriednen Herzen,&#10;Die Lieb′ und freier Muth belebt,&#10;Die gern in sichrer Ruhe scherzen,&#10;Wann rauschend Glück den Stolz erhebt.&#10;Die Ehre gönn′ ich größern Leuten,&#10;Und wünsche mir auf dieser Welt&#10;Nur den Genuß der Zärtlichkeiten,&#10;Die Neid und Argwohn nicht vergällt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was liebenswürdig ist, zu lieben,&#10;Hat uns die paarende Natur&#10;Mit unserm Blut ins Herz geschrieben,&#10;Und das entfällt dem Alter nur.&#10;Erfinder weiser Schwermuthsgründe!&#10;Wenn man bei eurem Klügeln lacht,&#10;So rechnet′s der Natur zur Sünde,&#10;Daß sie die Lust so reizend macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Apostasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/apostasie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/apostasie/</guid><description>&lt;p&gt;Hie Welf! Hie Waiblinger! Laß sehn!&#10;Nur schwanke nicht hin und her!&#10;Du kannst, ein Ehrenmann, auch stehn&#10;Gegenüber im Feindesheer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Magst Bär im Geklüft, magst Falk’ im Licht,&#10;Nur Fledermaus nicht sein;&#10;Sei Palme oder Eiche, nur nicht&#10;Das Schlingkraut zwischen den Zwei’n!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob Wahn, ob Wahrheit dein Panier!&#10;Wer löst’s, wem glaube dein Herz?&#10;Am Feuer der Treue läut’re dir&#10;Zu Gold unechtes Erz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer trommelnd, trompetend mit uns geht,&#10;Der bessere Held ist’s nicht,&#10;Doch der, so fest zur Fahne steht,&#10;Wenn er kein Wort auch spricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>April und May</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/april-und-may/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/april-und-may/</guid><description>&lt;p&gt;April, der zörnt zuvor, eh Mai wil wieder lachen.&#10;Zu jener Lust den Weg muß diese Not uns machen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aquädukte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aquaedukte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aquaedukte/</guid><description>&lt;p&gt;Sage mir doch, was hab′ ich mir wohl von den Bögen zu denken,&#10;Die so entsetzlich hinaus in die Campagna sich ziehn?&#10;»Aquädukte nennt man′s, mein Freund, womit man in Rom so&#10;Wie auf dem deutschen Parnaß alle die Zeitungen kriegt.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arachne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arachne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arachne/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Weidenwollen fliegen&#10;und die Sternenspindel flockt,&#10;Fahne, Flügel, Schiffchen biegen&#10;sich zu Argonautenzügen,&#10;und der Kuckuck leiser lockt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geht Arachne durch den Garten&#10;hin und her und her und hin,&#10;und es wirft durch Sog und Scharten&#10;weißer Winde ihren zarten&#10;Fadenstrom der Weberin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zuckend füllen sich die Räume,&#10;Blitz und Bilder fließen ein,&#10;Wege wuchernd ohne Säume,&#10;Sinn und Unsinn grüner Träume,&#10;und sie webt sich mit hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arbeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arbeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arbeit/</guid><description>&lt;p&gt;Wer den wucht&amp;rsquo;gen Hammer schwingt,&#10;wer im Felde mäht die Ähren,&#10;wer ins Mark der Erde dringt,&#10;Weib und Kinder zu ernähren,&#10;wer stroman den Nachen zieht,&#10;wer bei Woll und Werg und Flachse&#10;hinterm Webestuhl sich müht,&#10;daß sein blonder Junge wachse: -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedem Ehre, jedem Preis!&#10;Ehre jeder Hand voll Schwielen!&#10;Ehre jedem Tropfen Schweiss,&#10;der in Hütten fällt und Mühlen!&#10;Ehre jeder nassen Stirn&#10;hinterm Pfluge - doch auch dessen,&#10;der mit Schädel und mit Hirn&#10;hungernd pflügt, sei nicht vergessen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Archimedes und der Schüler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/archimedes-und-der-schueler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/archimedes-und-der-schueler/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Archimedes kam ein wissbegieriger Jüngling.&#10;&amp;ldquo;Weihe mich,&amp;rdquo; sprach er zu ihm, &amp;ldquo;ein in die göttliche Kunst,&#10;Die so herrliche Frucht dem Vaterlande getragen,&#10;Und die Mauern der Stadt vor der Sambuca beschützt!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Göttlich nennst du die Kunst? Sie ist′s,&amp;rdquo; versetzte der Weise;&#10;&amp;ldquo;Aber das war sie, mein Sohn, eh sie dem Staat noch gedient.&#10;Willst du nur Früchte von ihr, die kann auch die Sterbliche zeugen&#10;Wer um die Göttin freit, suche in ihr nicht das Weib.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Archipelagus der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/archipelagus-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/archipelagus-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Es glüht das Meer, endlos vor mir gebreitet,&#10;Wie die Erinnerung an ros’gen Mai,&#10;Und jenes Segel, das darüber gleitet,&#10;Mich dünkt’s, als ob mein eignes Herz es sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du unstät Fahrzeug dort, das schwank und irre&#10;Fern durch die Wogen steuert hin und her,&#10;Wer sagt mir wohl, wohin dein Segel schwirre&#10;In diesem weiten, inselreichen Meer?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch Eiland einst dein Port aus all den blauen,&#10;Zerstreut im Spiegel abendrother Gluth,&#10;Wie Häupter holder Jungfrau’n anzuschauen&#10;Auftauchend aus dem Bade lauer Fluth?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Architekt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/architekt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/architekt/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist schlimm, wie die Architektur so schrecklich gefallen,&#10;Darum bin ich nach Rom, bess′res zu lernen, gereist.&#10;Jahrlang hab′ ich daselbst das Pantheon und den Farnese,&#10;Tempel, Basiliken und alle Paläste studirt.&#10;So erlernt′ ich guten Geschmack; die ästhetischen Regeln&#10;Wend′ ich zu Hause nun auf Hühner- und Schweinestall an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ariccia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ariccia/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ariccia/</guid><description>&lt;p&gt;Sikuler bauten die Stadt, Jahrtausende sind′s, und die Bürger&#10;Rief im benachbarten Hain Latiums König zum Rath.&#10;Deine Wälder sind kühl und die Lüfte gesund, und du rühmst dich&#10;Darum den Britten auch nur Villegiatura zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ariosto</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ariosto/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ariosto/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwing′ auf den Hippogryphen dich auf, und waffne mit Zauber,&#10;Waffne mit magischer Kraft Sinn und Verstand dir und Geist.&#10;Denn es droht dir die wimmelnde Welt, die begeisterte Willkür,&#10;Tausend Sirenen hinab dich in den Wirbel zu ziehn.&#10;Ist es nicht so, als hätt′ in fantastisch munterer Laune&#10;Gott nur zum Zeitvertreib seinen Planeten gemacht?&#10;Halte dich fest, du verlierest dich selbst; der rasende Dichter&#10;Nimmt dir das Hirn und hinweg setzt es dir′s kühn in den Mond.&#10;Still, mit der alten Mama, der Natur, ihr Gesetz ist vorüber,&#10;Und von Magiern und Feen, zaubernden Todten und Frau′n,&#10;Fliegenden Rossen, krystallnen Kastellen und Wundern des Meeres,&#10;Lanzen und Hörnern und Schild ist sie verlacht und geneckt.&#10;Dennoch öffnet sie zärtlich den Schooß, und die süßesten Blüthen,&#10;Und den unendlichsten Reiz beut sie verschwenderisch dir.&#10;Himmlische Frühlinge wehen dich an, und Jugend und Freude,&#10;Selig melodisch ertönt dir aus den Sternen Musik.&#10;Laß sie kämpfen die Helden, und tausend Lanzen sich brechen,&#10;Sammle zur blutigen Schlacht Karl und der Mohr auch sein Heer,&#10;Dennoch hängt der Dichter die tolle schwärmende Erde&#10;An einen Blumenkranz wie eine Perle dir auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arist und Suffen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arist-und-suffen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arist-und-suffen/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Ortolanen, Lachs und Samos stolzen Wein&#10;Hat oft Arist das Glück, Suffenens Gast zu sein.&#10;Dann aber liest Suffen ihm seiner Dichtkunst Proben,&#10;Und diese muß Arist stets hören und stets loben.&#10;Nun überschätze nicht dein theures Mahl, Suffen:&#10;Gewiß, nur für Arist kömmt es recht hoch zu stehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Arm Kräutchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/arm-kraeutchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/arm-kraeutchen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Sauerampfer auf dem Damm&#10;stand zwischen Bahngeleisen,&#10;machte vor jedem D-Zug stramm,&#10;sah viele Menschen reisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und stand verstaubt und schluckte Qualm,&#10;schwindsüchtig und verloren,&#10;ein armes Kraut, ein schwacher Halm,&#10;mit Augen, Herz und Ohren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah Züge schwinden, Züge nahen.&#10;Der arme Sauerampfer&#10;sah Eisenbahn um Eisenbahn,&#10;sah niemals einen Dampfer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Armer Haushalt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/armer-haushalt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/armer-haushalt/</guid><description>&lt;p&gt;Weh, wer ohne rechte Mittel&#10;Sich der Poesie vermählt!&#10;Täglich dünner wird der Kittel,&#10;Und die Milch im Hause fehlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ängstlich schwitzend muß er sitzen,&#10;Fort ist seine Seelenruh,&#10;Und vergeblich an den Zitzen&#10;Zupft er seine magre Kuh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Armes Kind, es fleht dies Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/armes-kind-es-fleht-dies-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/armes-kind-es-fleht-dies-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Armes Kind, es fleht dies Lied,&#10;Denke nicht, wer es gesungen,&#10;Wie der Herr, der auch nur sieht&#10;Auf die Herzen und nicht auf die Zungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ihm heut die Gnade ward,&#10;Die kein Heiliger verdienet,&#10;Sei dem Bruder auch nicht hart,&#10;Sei mit dem Getrennten ausgesühnet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O vergib mir, so ich dich&#10;Je mit Wort und Tat verletzet,&#10;Recht von Herzen schmerzt es mich,&#10;Sei dir reichlich mit Gebet ersetzet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Armuth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/armuth/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/armuth/</guid><description>&lt;p&gt;Franckreich mag durch seinen König zwar der Leute Kröpffe heilen;&#10;Armut aber kan was beßres: kan der Hoffart Kropff zertheilen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aschermittwoch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aschermittwoch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aschermittwoch/</guid><description>&lt;p&gt;Gesten noch ging ich gepudert und süchtig&#10;In der vielbunten tönenden Welt.&#10;Heute ist alles schon lange ersoffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier ist ein Ding.&#10;Dort ist ein Ding.&#10;Etwas sieht so aus.&#10;Etwas sieht anders aus.&#10;Wie leicht pustet einer die ganze&#10;Blühende Erde aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel ist kalt und blau.&#10;Oder der Mond ist gelb und platt.&#10;Ein Wald hat viele einzelne Bäume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist nichts mehr zum Weinen.&#10;Ist nichts mehr zum Schreien.&#10;Wo bin ich -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Äsop und der Abderit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aesop-und-der-abderit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aesop-und-der-abderit/</guid><description>&lt;p&gt;Sprich doch einmal mit deinen Tieren!&#10;Sprach zum Äsop ein Abderit;&#10;Sie stehn um dich herum, auf Zweien und auf Vieren,&#10;Und wer sie sieht,&#10;Sieht wohl, daß sie nicht sprechen können,&#10;Sieht an dem Fuchse keine List!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wollest, sprach Äsop, weil du gesprächig bist,&#10;Doch ihnen ihre Stummheit gönnen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Athánatoi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/athanatoi/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/athanatoi/</guid><description>&lt;p&gt;Du, ich liebe dich grenzenlos!&#10;Über alles Lieben, über alles Hassen!&#10;Möchte dich wie einen Edelstein&#10;in die Strahlen meiner Seele fassen.&#10;Leg&amp;rsquo; deine Träume in meinen Schoß,&#10;ich ließ ihn mit goldenen Mauern umschließen&#10;und ihn mit süßem griechischem Wein&#10;und mit dem Oele der Rosen begießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, ich flog nach Dir wie ein Vogel aus,&#10;in Wüstenstürmen, in Meereswinden,&#10;in meiner Tage Sonnenrot,&#10;in meiner Nächte Stern dich zu finden.&#10;Du! breite die Kraft deines Willens aus,&#10;dass wir über alle Herbste schweben,&#10;und Immergrün schlingen wir um den Tod&#10;und geben ihm Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auch ein Verein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-ein-verein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-ein-verein/</guid><description>&lt;p&gt;Fünf Kunstjünger&#10;Sind deine Finger,&#10;Gar feine, gescheidte&#10;Manierliche Leute,&#10;Gelehrig und biegsam,&#10;Gefällig und schmiegsam,&#10;Der Arbeit zu dienen&#10;Ein schöner Verein,&#10;Ob jeder von ihnen&#10;Auch für sich allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn sie sich rotten&#10;Und ballen zum Knäuel,&#10;Der Sitte zu spotten,&#10;Der Satzung und Regel;&#10;Dann wird draus, - o Gräuel,&#10;Vor dem dir graust!&#10;Ein grober Flegel:&#10;Die Faust!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auch über die Thränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-ueber-die-thraenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auch-ueber-die-thraenen/</guid><description>&lt;p&gt;Erleuterung der Angst / des Herzens Ringerung&#10;der schmerzen Wolkenbruch / der Trauer-Augen Regen&#10;ihr Thränen! die ihr seyd / wann sich die Winde legen&#10;die Seufzer / da das Herz vor Aengsten schier zersprung!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr seyd recht zwischen Furcht und Trost die dämmerung.&#10;Mit sorgen seet man euch auf diesen Unglücks wegen:&#10;doch bringt ihr manches mal deß reichen Glückes Segen&#10;aus ursach / weil eur Fluß die Himmels Fäst durchdrung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Beatricens Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-beatricens-tod/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-beatricens-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Weint, Liebende, da Amor selber weint,&#10;Und laßt den Grund mich seiner Trauer sagen:&#10;Kupido hört viel Frauen jammernd klagend,&#10;Aus deren Augen herber Kummer scheint,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil der hartherzige Tod als grauser Feind&#10;Zerstört mit eines edlen Herzens Schlagen,&#10;Was auf der Welt den höchsten Ruhm soll tragen&#10;Bei edler Fraun, wenn sich′s der Ehre eint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hört, welche Ehre Amor ihr bezeugte:&#10;Leibhaftig sah ich ihn, wie er sich beugte&#10;Klagend zur holden schlummernden Gestalt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf das Albinische und Kamperische hochzeit-fest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-albinische-und-kamperische-hochzeit-fest/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-das-albinische-und-kamperische-hochzeit-fest/</guid><description>&lt;p&gt;Ist lieben seuche/ pest und gifft/&#10;Das nattern tödten kan/ und scorpion entgeistert?&#10;Das gelbe molchen übertrifft?&#10;Ist lieben raserey/ die die vernunfft bemeistert?&#10;Ein nagend krebs/ der marck und bein frist aus?&#10;Ein wurm/ der aus den stauden edler jugend&#10;Nicht nur den kern/ die wurtzel reißt der tugend?&#10;Ein feuer/ das in asche/ staub und grauß&#10;Volckreiche städte leg′t/ und länder stürtzt in grund/&#10;Daß itzo wilde buchen stehen/&#10;Und seegel-volle maste gehen/&#10;Wo weiland Troja war/ und vormahls Tyrus stund?&#10;So ists! diß würckt der liebe brand.&#10;Durch sie flog Sodoma geschwefelt in die lüffte.&#10;Und Loth/ der dort entronnen/ fand&#10;Auff seiner tochter schoß mehr als Gomorrens klüffte.&#10;Ja Samson muß/ den Rom doch und Athen&#10;Im Hercules zu einem Gotte machte/&#10;Als Omphale ihn in ihr netze brachte/&#10;Durch Delilen verächtlich untergehn.&#10;Als Gottes hertzens-mann kaum Batseben ersieh′t/&#10;Und er auch aus der flut entglimmet/&#10;Wird Davids harffe so verstimmet/&#10;Daß sie für psalmen spielt ein geiles buhler-lied.&#10;Wer macht ihm nun nicht selbst den schluß?&#10;Daß wer den keuschen geist Gott rein und keusch will ehren/&#10;Der liebe götzen abthun muß/&#10;Und in der andachts-glut diß göldne kalb zerstören.&#10;Der weyrauch/ der in Venus tempel brennt/&#10;Reucht Gott nicht wohl/ die engel/ die uns dienen/&#10;Entfernen sich/ wie für dem rauche bienen.&#10;Die opffer/ die auch Paphos heilig nennt/&#10;Sind zu Jerusalem ein stinckend Gottesdienst.&#10;In die mit brunst sich unterstehen&#10;In Gottes heiligthum zu gehen/&#10;Bekommen fluch zu lohn/ und straffe zu gewinst.&#10;Wie ist denn er/ vertrauter freund/&#10;Der Gotte dienen muß und beym altare wachen/&#10;Nicht auch der süssen liebe feind?&#10;Schickt sichs/ ein priester seyn/ und gleichwohl hochzeit machen?&#10;Ja ja! gar wohl! was Gottes liebes kind/&#10;Was die natur den seelen eingesämet/&#10;Steh′t auch für Gott in tempeln unbeschämet.&#10;Es schickt sich wohl daß priester väter sind/&#10;Die lieb in keuscher eh′ entweyht kein opffer nicht.&#10;Das heiligthum wird nur beflecket/&#10;Wenn geile brunst im hertzen stecket/&#10;Die Gottes ordnung stör′t/ und eh′ und eydschwur bricht.&#10;Der schnöde mißbrauch böser brunst&#10;Ist unwerth/ daß er soll der liebe nahmen führen.&#10;Der lufft-gestirne falscher dunst&#10;Macht nicht/ daß stern und sonn′ ihr wahres licht verliehren.&#10;Wenn jene fall′n zeräschert in den grund/&#10;So gläntzen die ins himmels güldnen zimmern.&#10;Denn schwefel kan nicht wie die sternen schimmern.&#10;Verkehret doch der schlangen geifer-mund&#10;In wermuth-bittres gifft gesunder kräuter safft/&#10;Woraus die bienen honig saugen:&#10;So kehrt der liebe tauben-augen&#10;Der boßheit zauber-kunst in basilisken-krafft.&#10;Der edlen rose perlen-haupt&#10;Wird/ ob die röthe sich schon ihrem schnee vermählet/&#10;Der reinen zierde nicht beraubt.&#10;Die jungferschafft hat sie für ihren krantz erwehlet/&#10;Bepurpert sie gleich Cythereens blut.&#10;Der keuschheit bild/ die lilje selbst/ empfindet&#10;Den süssen trieb/ der alle seelen bindet/&#10;Den anmuths-reitz/ des liebens reine glut.&#10;Und welche blume gläntzt/ die dieser geist nicht rühr?&#10;Der thau zeigt ihre liebes-thränen/&#10;Und ihr geruch das süsse sehnen/&#10;Die röthe bildet gar verliebte flammen für.&#10;So bleibet Abraham doch rein&#10;Und Gottes bunds-genoß auch in der Sara bette.&#10;Die kirche würde selbst nicht seyn/&#10;Wenn sie die liebe nicht zu ihrer mutter hätte.&#10;Die pflantzen die aus ihrem garten blühn/&#10;Die müssen kirch und paradieß erfüllen.&#10;Aus liebe ließ sich Gott ins fleisch verhüllen/&#10;Ja sie vermählt die gläubigen und ihn.&#10;Wo reine liebe glimmt/ zeucht Gottes Geist selbst ein.&#10;Des Heylands grosse wunderwercke&#10;Entwerffen selbst des liebens stärcke:&#10;Indem zu Cana quillt aus wasser-krügen wein.&#10;Heist diß nun Gottes weinberg bau′n/&#10;Wenn ein paar seelen sich in reiner ehe lieben/&#10;Aus der sie stauden wachsen schau′n/&#10;Die durch den glauben schon im himmel sind beklieben/&#10;Wenn sie gleich noch der mutter schooß umfaßt:&#10;So kan auch ihm nicht Gottes segen fehlen/&#10;Nun er ihm eine seele will erwehlen/&#10;Die tugend liebt/ und schnöde laster hasst.&#10;Wo doppel-andacht mehr als einfach opffer kan/&#10;Muß man von euch verlobten schlüssen:&#10;Eur seuffzen wird mehr würcken müssen/&#10;Nun nebst der priesterin der priester Gott rufft an.&#10;Der himmel weist sich selbst geneigt/&#10;Und regnet freud und lust auff die verknüpfften hertzen.&#10;Denn wo sich Gottes anblick zeig′t/&#10;Bekräntzet eitel heil die frohen hochzeit-kertzen.&#10;Und seegen folgt den reiffen jahren nach.&#10;Mich dünckt/ ich sehe schon in einer wiegen&#10;Die frucht der eh′ und Gottes gabe liegen;&#10;Hingegen fleucht verdrüßlich ungemach.&#10;Und wo hierinnen nicht mein festes urtheil fehlt/&#10;Hat/ ob wohl ehen hie auff erden&#10;Vollzogen/ dort geschlossen werden/&#10;Auch Martha dieses mahl das beste theil erwehlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Canal grande</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-canal-grande/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-canal-grande/</guid><description>&lt;p&gt;Auf dem Canal grande betten&#10;Tief sich ein die Abendschatten,&#10;Hundert dunkle Gondeln gleiten&#10;Als ein flüsterndes Geheimnis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber zwischen zwei Palästen&#10;Glüht herein die Abendsonne,&#10;Flammend wirft sie einen grellen&#10;Breiten Streifen auf die Gondeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem purpurroten Lichte&#10;Laute Stimmen, hell Gelächter,&#10;Überredende Gebärden&#10;Und das frevle Spiel der Augen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine kurze, kleine Strecke&#10;Treibt das Leben leidenschaftlich&#10;Und erlischt im Schatten drüben&#10;Als ein unverständlich Murmeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem Mattäikirchhof</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-mattaeikirchhof/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-mattaeikirchhof/</guid><description>&lt;p&gt;Alltags mit den Offiziellen&#10;Weiß ich mich immer gut zu stellen,&#10;Aber feiertags was Fremdes sie haben,&#10;Besonders, wenn sie wen begraben,&#10;Dann treten sie (drüber ist kaum zu streiten)&#10;Mit einem Mal in die Feierlichkeiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man ist nicht Null, nicht geradezu Luft,&#10;Aber es gähnt doch eine Kluft,&#10;Und das ist die Kunst, die Meisterschaft eben,&#10;Dieser Kluft das rechte Maß zu geben.&#10;Nicht zu breit und nicht zu schmal,&#10;Sich flüchtig begegnen, ein-, zwei-, dreimal,&#10;Und verbietet sich solch Vorüberschieben,&#10;Dann ist der Gesprächsgang vorgeschrieben:&#10;»Anheimelnder Kirchhof &amp;hellip; beinah ein Garten &amp;hellip;&#10;Der Prediger läßt heute lange warten &amp;hellip;«&#10;Oder: »Der Tote, hat er Erben?&#10;Es ist erstaunlich, wie viele jetzt sterben.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf dem See</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-see/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-dem-see/</guid><description>&lt;p&gt;Und frische Nahrung, neues Blut&#10;Saug′ ich aus freier Welt;&#10;Wie ist Natur so hold und gut,&#10;Die mich am Busen hält! Die Welle wieget unsern Kahn&#10;Im Rudertakt hinauf,&#10;Und Berge, wolkig himmelan,&#10;Begegnen unserm Lauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aug′, mein Aug′, was sinkst du nieder?&#10;Goldne Träume, kommt ihr wieder?&#10;Weg, du Traum! so Gold du bist;&#10;Hier auch Lieb′ und Leben ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Welle blinken&#10;Tausend schwebende Sterne,&#10;Weiche Nebel trinken&#10;Rings die türmende Ferne;&#10;Morgenwind umflügelt&#10;Die beschattete Bucht,&#10;Und im See bespiegelt&#10;Sich die reifende Frucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Bibulum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-bibulum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-bibulum/</guid><description>&lt;p&gt;Bibulus ist gar nicht stoltz;&#10;Denn er trincket Wein auß Holtz,&#10;Fängt in Ziehn sein klares Wasser:&#10;Ist er dannenher ein Prasser?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den neuern Teil dieser Sinngedichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-neuern-teil-dieser-sinngedichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-neuern-teil-dieser-sinngedichte/</guid><description>&lt;p&gt;Ins zweimal neunte Jahr, mit stummer Ungeduld,&#10;Bewahrt′, auf Besserung, sie mein verschwiegnes Pult.&#10;Was sie nun besser sind, das läßt sich leicht ermessen:&#10;Mein Pult bewahrte sie; ich hatte sie vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Tod der Luise Scheidegger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-der-luise-scheidegger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-der-luise-scheidegger/</guid><description>&lt;p&gt;Du solltest ruhen und ich störe dich,&#10;Ich störe deine Ruhe, süsse Tote,&#10;Ich wecke dich im kühlen Morgenrote&#10;Und wecke dich, wenn Schlaf die Welt beschlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die in der Morgenfrüh in leisen Schuhen&#10;Die Ruh gesucht und mir die Unruh gab,&#10;Nicht eine Feste ist dein zartes Grab,&#10;Drin du geborgen kannst und sicher ruhen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entschwundnes Gut, o Herz voll seltner Güte,&#10;Steh auf und schüttle nur dein nasses Haar!&#10;Tu auf die lieben Äuglein treu und klar,&#10;Gebrochen in des Lenzes reinster Blüte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Tod des Schauspielers Hermann Müller</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-des-schauspielers-hermann-mueller/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-des-schauspielers-hermann-mueller/</guid><description>&lt;p&gt;Dies Haus und wir, wir dienen einer Kunst,&#10;Die jeden tiefen Schmerz erquicklich macht&#10;Und schmackhaft auch den Tod.&#10;Und er, den wir uns vor die Seele rufen,&#10;Er war so stark! Sein Leib war so begabt,&#10;Sich zu verwandeln, daß es schien, kein Netz&#10;Vermöchte ihn zu fangen! Welch ein Wesen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er machte sich durchsichtig, ließ das Weiße&#10;Von seinem Aug die tiefste Heimlichkeit,&#10;Die in ihm schlief, verraten, atmete&#10;Die Seele der erdichteten Geschöpfe&#10;Wie Rauch in sich und trieb sie durch die Poren&#10;Von seinem Leib ans Tageslicht zurück.&#10;Er schuf sich um und um, da quollen Wesen&#10;Hervor, kaum menschlich, aber so lebendig -&#10;Das Aug bejahte sie, ob nie zuvor&#10;Dergleichen es geschaut. ein einzig Blinzeln,&#10;Ein Atemholen zeugte, daß sie waren&#10;Und noch vom Mutterleib der Erde dampften!&#10;Und Menschen! Schließt die Augen, denkt zurück!&#10;Bald üppige Leiber, drin nur noch im Winkel&#10;Des Augs ein letztes Fünkchen Seele glost,&#10;Bald Seelen, die um sich, nur sich zum Dienst&#10;Ein durchsichtig Gehäus, den Leib, erbauen:&#10;Gemeine Menschen, finstre Menschen, Könige,&#10;Menschen zum Lachen, Menschen zum Erschaudern –&#10;Er schuf sich um und um: da standen sie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Tod eines Kindes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-eines-kindes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-tod-eines-kindes/</guid><description>&lt;p&gt;Die Schönheit ist den Kindern eigen,&#10;Ist Gottes Ebenbild vielleicht, -&#10;Ihr Eigentum ist Ruh und Schweigen,&#10;Das Engeln auch zum Lob gereicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf den Weg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-weg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-den-weg/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr zuckt die Achseln, weicht mir aus,&#10;drückt euch in meines Nachbarn Haus?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drückt euch - ich werd euch dennoch packen&#10;und euch auf Schnee und Bergeszacken&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;umbraust von aller Rätsel Plagen,&#10;ein Hagelsturm, zu Boden schlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Feldwacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-feldwacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-feldwacht/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Gewehr im Arme steh ich&#10;Hier verloren auf der Wacht,&#10;Still nach jener Gegend seh ich,&#10;Hab so oft dahin gedacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fernher Abendglocken klingen&#10;Durch die schöne Einsamkeit;&#10;So, wenn wir zusammen gingen,&#10;Hört ichs oft in alter Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wolken da wie Türme prangen,&#10;Als säh ich im Duft mein Wien,&#10;Und die Donau hell ergangen&#10;Zwischen Burgen durch das Grün.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie fern sind Strom und Türme!&#10;Wer da wohnt, denkt mein noch kaum,&#10;Herbstlich rauschen schon die Stürme,&#10;Und ich stehe wie im Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Galerie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-galerie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-galerie/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn irgendeine hinfällige, lungensüchtige Kunstreiterin in der Manege auf schwankendem Pferd vor einem unermüdlichen Publikum vom peitschenschwingenden erbarmungslosen Chef monatelang ohne Unterbrechung im Kreise rundum getrieben würde, auf dem Pferde schwirrend, Küsse werfend, in der Taille sich wiegend, und wenn dieses Spiel unter dem nichtaussetzenden Brausen des Orchesters und der Ventilatoren in die immerfort weiter sich öffnende graue Zukunft sich fortsetzte, begleitet vom vergehenden und neu anschwellenden Beifallsklatschen der Hände, die eigentlich Dampfhämmer sind - vielleicht eilte dann ein junger Galeriebesucher die lange Treppe durch alle Ränge hinab, stürzte in die Manege, rief das - Halt! durch die Fanfaren des immer sich anpassenden Orchesters.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Lichtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-lichtung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-lichtung/</guid><description>&lt;p&gt;Sommermittag auf dem Hochwald brütet,&#10;Aber auf der Lichtung treu behütet&#10;Vom Geflechte dunkler Brombeerranken,&#10;Wachen auf des Waldes Lichtgedanken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Falter sind es, die so farbenprächtig,&#10;Auf der Lichtung, sonnig halb und nächtig,&#10;Diese Brombeerblüten still umbeben,&#10;Purpurdisteln geistergleich umschweben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sagt mir an ihr stillen Geisterfalter&#10;Auf der Lichtung: Wie viel Zeitenalter&#10;Ihr im Banne laget bei den Toten,&#10;Eh ihr wurdet solche Wunderboten?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf der Reise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-reise/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-der-reise/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen süßem Schmerz,&#10;Zwischen dumpfen Wohlbehagen&#10;Sitz′ ich nächtlich in dem Reisewagen,&#10;Lasse mich so weit von dir, mein Herz,&#10;Weit und immer weiter tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schweigend sitz′ ich und allein,&#10;Ich wiege mich in bunten Träumen,&#10;Das muntre Posthorn klingt darein,&#10;Es tanzt der liebe Mondenschein&#10;Nach diesem Ton auf Quellen und auf Bäumen,&#10;Sogar zu mir durchs enge Fensterlein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wünsche mir nun dies und das.&#10;O könnt′ ich jetzo durch ein Zauberglas&#10;Ins Goldgewebe deines Traumes blicken!&#10;Vielleicht dann säh′ ich wieder mit Entzücken&#10;Dich in der Laube wohlbekannt.&#10;Ich sähe Genovevens Hand&#10;Auf deiner Schulter traulich liegen,&#10;Am Ende säh′ ich selber mich,&#10;Halb keck und halb bescheidentlich,&#10;An deine holde Wange schmiegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf des Hn. Geheimen Rahts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-des-hn-geheimen-rahts/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-des-hn-geheimen-rahts/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Ceremoniel giebt Großen ihren Rang.&#10;Was sag ich nun von deiner Poësie?&#10;Hier näher ich mich nie/&#10;Denn unter Großen ist um dich nur ein Gedrang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Berge!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-berge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-berge/</guid><description>&lt;p&gt;Auf die Berge möcht ich wieder,&#10;Auf die sonnenfrohen Höhen,&#10;Wo die schönen Lüfte wehen,&#10;Aus der Stube, aus der Stadt!&#10;Ha, die Brust, voll neuer Lieder,&#10;Steig ich nieder in die Thale,&#10;Sitze wonnig müd zum Mahle,&#10;Das so viel der Freuden hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau dem Freund ins kühne Auge,&#10;Lache mit dem blauen Himmel,&#10;Mit dem ungetrübten Himmel,&#10;Mit der ganzen heitern Welt.&#10;Fühle wieder, was ich tauge,&#10;So zur Freude so zum Streite,&#10;Noch zuvor des Unmuths Beute,&#10;Weiß ich heute mich ein Held.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die deutsche Künstlerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-deutsche-kuenstlerin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-deutsche-kuenstlerin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will das rohe Feuer nicht,&#10;Das, durch kein Maß zurückgehalten,&#10;Hervor, wie aus der Hölle, bricht,&#10;Um gleich dem Element zu walten;&#10;Ich will den Funken aus den Höhn,&#10;Der sanft der Seele sich verbündet,&#10;Und langsam wachsend, immer schön,&#10;Zuletzt zur Flamme sich entzündet:&#10;Zur Flamme, die den Leib durchstrahlt,&#10;Ihn nicht verzehrt in blindem Toben,&#10;Und uns im reinsten Purpur malt,&#10;Wie sich Natur und Geist verwoben,&#10;Als wär′ zum erstenmal ein Stern&#10;In menschlicher Gestalt erschienen,&#10;Verschmolzen bis zum tiefsten Kern&#10;Mit Menschenblick und Menschenmienen!&#10;Mit dieser Flamme kröntest du&#10;Stets deine schöpfrischen Gebilde,&#10;Drum sprech′ ich dir den Lorbeer zu;&#10;Megären reiche ihn der Wilde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die gelehrten Frauenzimmer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-gelehrten-frauenzimmer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-gelehrten-frauenzimmer/</guid><description>&lt;p&gt;Madrigal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Männer bildet euch nicht ein,&#10;Als ob Vernunft, Verstand, Gelehrsamkeit und aufgeklärter Sinn&#10;Solt euer Eigenthum und Erbrecht seyn;&#10;Nein! warlich, der das Firmament gesetzt,&#10;Der hat das Frauen-Volk nichts minder hoch geschätzt:&#10;Und ihnen auch Verstand und Witz verliehen.&#10;Es soll wie ihr, des hohen Geistes Gaben,&#10;Auch im Besitze haben.&#10;Drum muß ihr Lorber-Zweig, so wie der eure blühen.&#10;Zörnet, tobet, lästert, neidet immerhin,&#10;Ihr werdt es doch nicht hindern können,&#10;Ihr solt und müßt denselben doch die Ehre gönnen!&#10;Drum bildet euch ihr Männer ja nichts ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Genesung eines schönen Mädchens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-genesung-eines-schoenen-maedchens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-genesung-eines-schoenen-maedchens/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Tod in neidischem Verlangen&#10;Auch schon an dein keusches Bette trat,&#10;Ist er doch zurückgegangen,&#10;Als er dich gesehen hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine tränenlosen Augen hingen,&#10;Wie erstaunt, an deinem Angesicht;&#10;Daß die Rosen drauf vergingen,&#10;Weil er′s tat, gewahrt′ er nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich sah er′s; mit beschämten Blicken&#10;Hat er nun sich von dir abgewandt;&#10;Auch die Lilien noch zu knicken,&#10;Zitterte selbst ihm die Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Leiche eines Regenten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-leiche-eines-regenten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-leiche-eines-regenten/</guid><description>&lt;p&gt;Seyd ihr, Götter dieser Erde,&#10;Seyd ihr Menschenstaub, wie wir?&#10;O! so zittert! Der Gefährte&#10;Eurer Größe lieget hier.&#10;Steigt von goldnen Stufen nieder&#10;Zu den Särgen eurer Brüder;&#10;Denkt beim Leichenpompe heut&#10;Auch an eure Sterblichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Habt ihr, wenn der junge Waise,&#10;Vor euch klagte, auch gehört?&#10;Und den fetten Bauch vom Schweiße&#10;Einer Wittwe nie genährt?&#10;Seyd ihr willig, reiche Sklaven&#10;Schwarzer Laster zu bestrafen?&#10;Helft ihr auch dem Tugendfreund,&#10;Wann er hülflos vor euch weint?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-natur/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-natur/</guid><description>&lt;p&gt;Wie künstlich ist nicht die Natur?&#10;Sie weiß aus denen schlechten Sachen&#10;Ein groß und prächtig Werk zu machen;&#10;Man findet da die schönste Spuhr.&#10;Ihr unterirdisches verrichten&#10;Ist so vollkommen und geschickt,&#10;Daß man nicht kan was bessers dichten.&#10;Weil ihr es nur allein in allen Sachen glückt.&#10;Kein Mensch weis ihr&#10;In Kunst und Bildung beyzukommen,&#10;So gut er auch den Stof genommen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die ruhige Nacht-Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-ruhige-nacht-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-ruhige-nacht-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Sternen-bunter Himmels Thron&#10;und du Mond der Nächte Kron!&#10;leuchtet / weil den Sonnen-Strahl&#10;uns benimmt der Erden Ball.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stillheit / der Gedanken Grab!&#10;stelle Sorg′ und Grämen ab.&#10;Stille / stille / still′ in mir&#10;alle Herzbewegungs-Gier!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun die Musik in der Lufft&#10;schläfft in holer Bäume Klufft&#10;ruht und kommet mir nit für&#10;in der GOtt-Erhebungs Gier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süsser GOttes-Gnaden-Safft&#10;der auch schlaffend Glück verschafft!&#10;fliesse mir in Träumen ein&#10;meiner Wolfahrt Schein und Seyn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Stadt Leipzig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-stadt-leipzig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-stadt-leipzig/</guid><description>&lt;p&gt;Was man vor dem in Rom, Athen, und Tyro fand,&#10;Was diese wünscheten; wornach Carthago stand;&#10;Das läßt die Linden-Stadt, das schöne Leipzig sehen:&#10;Welch Pinsel, welcher Kiel kan dessen Ruhm erhöhen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Thränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-thraenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-thraenen/</guid><description>&lt;p&gt;Du treuer Augensafft! wann ich schier gar verschmachte&#10;in Ohnmacht sink dahin / so spritzstu ins Gesicht.&#10;Du bist bey mir / wann ich bin bey mir selber nicht.&#10;Sonst alle Labnuß ich / nur deine nicht / verachte.&#10;Du Brunn der wahren Lieb&amp;rsquo;! in dir / ich GOtt betrachte&#10;ja neben mir erblick&amp;rsquo; in seinem gnaden-Liecht.&#10;Ich senk / ertränk in dir die Noht / die mich anficht&#10;du Herzgrund-Rotes Meer / den Sündhund dir auch schlachte.&#10;Die Tugend-Thetis / so bewohnet deinen grund&#10;wann Vnglück mich verfolgt und ich in dich mich stürze&#10;nimmt in ihr Königreich mich auff / mir zuflucht gunnt.&#10;Du trauer-saure flut / mein Leben mir verkürze!&#10;ihr Thränen / trennet mich von diesem Jammer Ort!&#10;als Perlen / Diamant werdt ihr mich zieren dort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Universität Jena</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-universitaet-jena/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-universitaet-jena/</guid><description>&lt;p&gt;Ist gleich Athen mit seinen Mauren,&#10;Und Heiligthümern umgerissen;&#10;So ist der Schade doch nicht zu betauren,&#10;Dieweil an Thürings Flüssen,&#10;Das Weisheitsreiche Jena liegt;&#10;So des zerstöhrten Vorrecht kriegt.&#10;Da ist der Kern der Lehrer und der Lehren:&#10;Drum mag es wohl durch seinen Glanz und Schein,&#10;Das andere Athen und Phöbens Tempel seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf die Winterszeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-winterszeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-die-winterszeit/</guid><description>&lt;p&gt;Der Winter hat sich angefangen,&#10;Der Schnee bedeckt das ganze Land,&#10;Der Sommer ist hinweggegangen,&#10;Der Wald hat sich in Reif verwandt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wiesen sind von Frost versehret,&#10;Die Felder glänzen wie Metall;&#10;Die Blumen sind in Eis verkehret,&#10;Die Flüsse stehn wie harter Stahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wolan, wir wollen von uns jagen&#10;Durchs Feur das kalte Winterkleid;&#10;Komt, laßt uns Holz zum Herde tragen&#10;Und Kohlen dran, jetzt ist es Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf diesem Hügel...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-diesem-huegel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-diesem-huegel/</guid><description>&lt;p&gt;Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!&#10;Hinab ins Tal, mit Rasen sanft begleitet,&#10;Vom Weg durchzogen, der hinüber leitet,&#10;Das weiße Haus inmitten aufgestellt,&#10;Was ist&amp;rsquo;s, worin sich hier der Sinn gefällt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!&#10;Erstieg ich auch der Länder steilste Höhen,&#10;Von wo ich könnt die Schiffe fahren sehen&#10;Und Städte fern und nah von Bergen stolz umstellt,&#10;Nichts ist&amp;rsquo;s, was mir den Blick gefesselt hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf eben dieselbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eben-dieselbe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eben-dieselbe/</guid><description>&lt;p&gt;Wo der von Dessan sicht/ da spritzt der Feinde Blut.&#10;Durch alles Feuer geht mit ihm der Preußen Muht;&#10;Daß ihm der lange Krieg viel tausend Palmen bindet.&#10;Die Tugend sprach: Er hat sich tapfer gnug erzeigt/&#10;Das Ende sey gekrönt. Worauff er Möers ersteigt/&#10;Und seines Königs Recht mit Klugheit überwindet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf eben dieselben und dero gebundene und ungebundene Schrifften</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eben-dieselben-und-dero-gebundene-und-ungebundene-schrifften/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eben-dieselben-und-dero-gebundene-und-ungebundene-schrifften/</guid><description>&lt;p&gt;So viel Vortreffliches schreibt noch kein teutscher Kiel:&#10;Des Königs Tugenden/ Feld-Schlachten/ große Thaten&#10;Sind deinem klugen Geist und Eyfer wohl gerahten.&#10;In deinen Schrifften ist kein leichtes Sinnen-Spiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schönsten Geister weckt in jenem Liljen Reich&#10;Des Königs Tugend auf/ des Hofes Trefflichkeiten/&#10;Doch darum können sie nicht Bessers Geist bestreiten:&#10;An Klugheit geht er vor/ in andern ist er gleich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ein gewisses Lobgedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-gewisses-lobgedicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ein-gewisses-lobgedicht/</guid><description>&lt;p&gt;Mich nennt der durstige Hircan&#10;Recht dichterisch den Dichter-Schwan,&#10;Den Phöbus sich erkießt.&#10;Durch ihn werd′ ich so stolz gemacht,&#10;Als wenn mir eine Metze lacht,&#10;Und mich ein Jude grüßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf eine gewisse artige Liebes-Begebenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-gewisse-artige-liebes-begebenheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-gewisse-artige-liebes-begebenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Die schöne Reande saß einsten alleine,&#10;Und seufzte von Herzen nach ihren Galan:&#10;Inzwischen kam Lamus und hörte diß an:&#10;Und sagte: Mein Kindgen! wohlan! ich erscheine,&#10;Damit sich mein Herze mit deinem vereine.&#10;Sie nennten die Treue den irrigen Wahn,&#10;Und sagten, wir denken jetzunder nicht dran.&#10;Sie scherzten und schliefen biß Abends um Neune.&#10;Im Augenblick kame Reandens Gemahl,&#10;Erwischte die Beyde, und rufte die Knechte,&#10;Die kamen mit glüenden Eisen zum Saal:&#10;Man brante den Lamus ein N und ein B,&#10;Da schrie der Ritter erbärmlich Au! weh!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf eine Hochzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-hochzeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-eine-hochzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herr! ihr habt euch nun mit Leib und Seel verpflicht.&#10;Mich wundert, daß euch noch der süsse Kützel sticht,&#10;Da ihr doch selber wißt, wie weh euch einst geschehen,&#10;Als ihr Dianens Bild zu kühnlich angesehen.&#10;Ihr schweigt! Ich merke schon, daß euch das Glücke wiegt,&#10;Und nunmehr eure Brust mit Götter-Kost vergnügt;&#10;Ich gönn euch diesen Tausch; ja, darf ich prophezeyhen,&#10;So wird euch Cypripor zum Liebes-Priester weyhen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Gefallenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-gefallenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-gefallenen/</guid><description>&lt;p&gt;Als Bewußtsein deines Falles&#10;Unser armes Herz durchdrang:&#10;Wieder wars geschehn um alles&#10;Wir erbleichten, wurden krank.&#10;Und die wissender sich deuchten,&#10;Fühlten, daß sie nicht gewußt,&#10;Als sie so verließ dein Leuchten.&#10;Übertraf sie der Verlust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie du zieltest, wie du ranntest,&#10;Ließen froh wir dich hinweg,&#10;Keinen Blick auf uns verwandtest&#10;Du aus Augen stark und keck.&#10;Eiltest herrisch durch das Leben,&#10;Schiedest ohne letzten Wink,&#10;Und wir fühlten dich fast schweben,&#10;Als dein Licht schon unterging.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Hochzeiter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-hochzeiter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-hochzeiter/</guid><description>&lt;p&gt;Weil deinem schönen Lieb′ ihr Bäuchlein will geschwellen&#10;So hast du hohe Zeit ein′ Hochzeit anzustellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Kirchturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-kirchturm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-kirchturm/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Glockentonmeer wallet&#10;Zu Füßen uns und hallet&#10;Weit über Stadt und Land.&#10;So laut die Wellen schlagen,&#10;Wir fühlen mit Behagen&#10;Uns hoch zu Schiff getragen&#10;Und blicken schwindelnd von dem Rand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Lächler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-laechler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-laechler/</guid><description>&lt;p&gt;Seht, wie ein seichter Fluß, der voller Wirbel läuft,&#10;Je minder tief er ist, die kleinen Kreise häuft!&#10;Des seichten Glycons Bild, des Lächlers ohne Geist,&#10;Der stets die Backen dehnt, stets ihre Grübchen weist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Maler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-maler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-maler/</guid><description>&lt;p&gt;Zwanzig Söhn&amp;rsquo; erzeugte der Bildnismaler Diokles.&#10;Unter den Söhnen sogar hat er nicht einen der gleicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Palast mit Statuen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-palast-mit-statuen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-palast-mit-statuen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Mauern sind dick, die Diener sind dünn,&#10;Die Götter draußen, der Teufel drin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Papefiguier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-papefiguier/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-papefiguier/</guid><description>&lt;p&gt;Der blasse Chaerilus wird oft, aus Eifer, roth,&#10;Wann ich das erste Paar im Milton reizend finde.&#10;Er bleibe, was er ist: so dürr als Miltons Tod.&#10;Und bosheitvoll, wie Miltons Sünde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf einen Selbstmörder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-selbstmoerder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-einen-selbstmoerder/</guid><description>&lt;p&gt;Videre verum, atque uti res est dicere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er glaubte sich und seine Not&#10;Zu lösen durch den Tod.&#10;Wie hat er sich betrogen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier stand er hinterm Busch versteckt;&#10;Dort steht er bloß und unbedeckt,&#10;Und alles, was ihn hier geschreckt,&#10;Ist mit ihm hingezogen. -&#10;Wie hat er sich betrogen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Erden gehest du</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-erden-gehest-du/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-erden-gehest-du/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Erden gehest du und bist der Erde Geist;&#10;Die Erd erkennt dich nicht, die dich mit Blüten preist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Sonnen stehest du und bist der Sonne Geist;&#10;Die Sonn erkennt dich nicht, die dich mit Strahlen preist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Winde wehest du und bist der Lüfte Geist;&#10;Die Luft erkennt dich nicht, die dich mit Atmen preist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Wassern gehest du und bist des Wassers Geist;&#10;Das Wasser kennt dich nicht, das dich mit Rauschen preist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf gewisse Ausleger der Alten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-gewisse-ausleger-der-alten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-gewisse-ausleger-der-alten/</guid><description>&lt;p&gt;Beklagt des Grüblers trocknen Fleiß,&#10;Der in der Alten besten Werken&#10;Nur eine Lesart zu bemerken,&#10;Nur Wörter auszusichten weiß.&#10;Ihr Geist, Geschmack und Unterricht&#10;Befruchtet seine Seele nicht,&#10;Sie mag sich noch so weise dünken:&#10;Und, nützt der klügern Welt sein Buch,&#10;So gleicht er denen, die, zum Fluch,&#10;Den Wein zwar keltern, doch nicht trinken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Götz von Berlichingen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-goetz-von-berlichingen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-goetz-von-berlichingen/</guid><description>&lt;p&gt;(In das Berlichingen-Album.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast im Leben jede Zier,&#10;Die Helden ehrt, errungen,&#10;Doch ist der Taten höchste dir&#10;Im Tode erst gelungen.&#10;Du hast den größten Dichtergeist&#10;Des deutschen Volks entzündet,&#10;Und wo man Goethes Namen preist,&#10;Wird deiner auch verkündet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Herrn Kakadu den Alterthumskenner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-herrn-kakadu-den-alterthumskenner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-herrn-kakadu-den-alterthumskenner/</guid><description>&lt;p&gt;Potz! sprach die Zeit zu Kakadu,&#10;Was ich vergeße, lernest Du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ihre Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ihre-augen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ihre-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß nicht, ob ich auch noch einmal werde sehn,&#10;Ihr wundervollen Augen;&#10;Dennoch werden meine Wunden,&#10;So ich stets von euch empfunden,&#10;Und nicht mehr zu heilgen taugen,&#10;Ewig, ewig offen stehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf ihre Hand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ihre-hand/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ihre-hand/</guid><description>&lt;p&gt;Du treue Hand, die ohne Beben&#10;Einst meiner Hand so fest vertraut,&#10;Hast mit mir ein zerfall′nes Leben&#10;Zu neuer Schönheit aufgebaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du weiche Hand, in trüben Tagen&#10;Hast du so freundlich mich gepflegt,&#10;Liebreich gesorgt für mein Behagen&#10;Und mir den Pfühl zurecht gelegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du kluge Hand, die Melodien,&#10;Die mir die blüh′nde Lippe singt,&#10;Begleitest du mit Harmonien,&#10;Daß voll das Lied zum Herzen dringt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du fromme Hand, in heil′gen Stunden&#10;Hast du die meine sanft gedrückt,&#10;Wenn uns die heiligste der Kunden,&#10;Das treue Gotteswort erquickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Ihres Landesfürsten Tod (an M. S. G.)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ihres-landesfuersten-tod-an-m-s-g/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-ihres-landesfuersten-tod-an-m-s-g/</guid><description>&lt;p&gt;die zehende Musen genennet&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach / ach / wie müssen doch in diesen letzten Tagen /&#10;Da nichts als Kriegen ist / die wehrten Musen klagen!&#10;Apollo weynet selbst und tregt ein Trauerkleid /&#10;Die drey mal dreye stehn / und klagen wie das Leid&#10;Von allen Seiten her sie ietzundt hab umbgeben /&#10;Sie wünschen sich den Todt für solch ein tödtlich Leben /&#10;Und weynen bitterlich / die Clio schreibt es an /&#10;Was ihn′n die Mörderinn / die Zeit / hat angethan.&#10;Der nimmerstille Mars steht ihn′n zur einen seiten /&#10;Verlacht ihr Seitenspihl / lobt nur allein sein Streiten /&#10;Und frisst sich nimmer satt an so viel Christen Bluht /&#10;Doch ist das minste das / von allem / was er thut;&#10;Er pfleget ihn′n durch Mort die Thür und Thor zu weisen /&#10;Drumb will die kluge Schar itz weit von hinnen reisen /&#10;Und steht nur auf dem Sprungk / ist wegk zu zieh′n bereit /&#10;Und weiß doch nicht / wohin / weil alle Welt voll Streit.&#10;Doch klagen sonderlich sie / daß der Held gestorben /&#10;Mit dem das Land noch guht / ohn / den es war verdorben /&#10;Sie nehmen sich auch an des Vaterlandes Noth /&#10;Undt trauren Tagk und Nacht ümb unsers Fürsten Todt.&#10;Da das Palladium in Troja war zu finden /&#10;Hat sie der Griechen Macht nicht können überwinden /&#10;So bald sich das verlohr / ward Troja außgeheert /&#10;Und was darinnen war / durch Mort und Brandt verzehrt:&#10;So lang wir unsern Schirm / und Landes Vatter hetten /&#10;Wahr ja noch Fried und Ruh / wer will uns nun vertretten?&#10;Wer nimpt sich unser an / nun ist es mit uns auß /&#10;Es kracht / es bricht / es fellt / es liegt der Hoffnung Hauß.&#10;Das ist noch nicht genuch / den steht zur andern Seiten&#10;Des bleichen Neides Schar / und will auch mit uns streiten;&#10;Nechst deme kömpt zu letzt Herr Momus auch heran /&#10;Der alles tadlen zwar / doch nichtes machen kan.&#10;Und das empfinden auch insonderheit für allen&#10;Die / so die Poesey sich lassen wohlgefallen;&#10;Die edle Poesey / die selbst der Himmel giebt /&#10;Wird jetzo mehr gehast / gelästert / als geliebt.&#10;Der Neid / ihr ärgster Feind weiß gnugsahm fürzugeben /&#10;Dardurch der hohen Lust genomen wirt das Leben;&#10;Sein Heer ist gahr zu starck / wer kan ihm wiederstehen?&#10;Doch wehr er noch so groß / er muß doch untergehn /&#10;Die Leyer zwinget ihn / sie dringt durch alle Sachen /&#10;Die einen Menschen Sonst gahr balt verderbet machen;&#10;Sie ist das / was den Sinn macht fliegend und entzückt /&#10;Sie ist das werthe Pfandt / das uns Apollo schickt;&#10;Sie ist der Sprachen Ruhm / die Tugendt aller Tugendt;&#10;Sie ist der Künsten Kunst / Sie ist die Zierd der Jugendt;&#10;Sie lebt / wen alles stirbt / und kan nicht untergehn /&#10;Wen gleich die grosse Welt nicht länger kan bestehn.&#10;Ich / die Ich nicht begehr durch dis berümt zu werden /&#10;Was mir Apollo giebt / noch dadurch von der Erden&#10;Will hoch erhoben sein biß an des Himmels dach /&#10;Das ob es selbst schon hoch / nicht hochheit leiden mach&#10;Im gleichen auch nicht will / daß Fama mir soll geben&#10;Den Nahmen / daß ich kan auch nach dem Tode leben&#10;(Den das ist mir zu hoch / begehr ich das zu lohn /&#10;So geht es mich gewiß / wie vor dem Phaeton)&#10;Kan doch / so schlecht ich bin / die Leyer nimmer haßen /&#10;Wen ich sie lassen soll / so muß ich selbst mich laßen /&#10;Das sagt mich die Nathur / und kan ich ja nicht mehr&#10;Ihr sonst zu dienste seyn / so lieb′ ich sie doch sehr.&#10;Und weil auch Phebus den′n / die seine sachen lieben /&#10;Eß sey so viel eß will / doch etwas hat verschrieben /&#10;So zwinget mir die Lust / die alles zwingen kan /&#10;Das / was der Himmel giebt / zu nehmen willig an.&#10;Eß ist mir eine Lust / wen ich den Pierinnen /&#10;Den dreyen Gratien / den dreymahl drey Göttinnen /&#10;Kan zu den füssen stehn / und wünsche nur allein&#10;Der Musen Mägde Magd / und denen lieb zu seyn /&#10;Die auch der edlen Lust der Poesey verbunden /&#10;Da dan noch zweiffels frey derselben viel gefunden /&#10;Die theils mir ohne das / theils durch den Ruhm bekant /&#10;Der mir / wiewohl ich sein nicht werth / ist zugewandt /&#10;Daführ ich danckbahr noch will jederzeit erscheinen /&#10;Und was ich nicht kan thun / giebt Phebus selbst den seinen /&#10;Die ob sie zwar wol itzt verfolgt seyn weit und breit /&#10;Doch kriegen einen Krantz / den nicht entlaubt die Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Lucinden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-lucinden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-lucinden/</guid><description>&lt;p&gt;Sie hat viel Welt, die muntere Lucinde.&#10;Durch nichts wird sie mehr rot gemacht.&#10;Zweideutigkeit und Schmutz und Schand′ und Sünde,&#10;Sprecht was ihr wollt: sie winkt euch zu, und lacht.&#10;Erröte wenigstens, Lucinde,&#10;Daß nichts dich mehr erröten macht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Luther′s Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-luthers-bild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-luthers-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Guter schwarzer Mönch, mit starkem Arme begannst Du&#10;Auszufegen den Staub, der die Altäre verbarg;&#10;Aber schnell entrissen Dir Andre das säubernde Werkzeug,&#10;Lasen vom Staube das Gold, hingen den Besen sich auf.&#10;Und nun steht der entgüldete Altar in ärgerem Staube&#10;Ohne Säuberung; Gold können sie fegen nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf meinem Schatten kühl ich saß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meinem-schatten-kuehl-ich-sass/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meinem-schatten-kuehl-ich-sass/</guid><description>&lt;p&gt;Auf meinem Schatten kühl ich saß&#10;Und legte mein Gebein ins Gras,&#10;Mein Auge stieg zum Grün und Blauen&#10;Und tat aus Wolken Häuser bauen.&#10;Und Menschen setzte ich hinein,&#10;Schrieb Schicksale in Hände ein,&#10;Und ließ die Menschen lachen, küssen,&#10;Bis sie aus Wolken fallen müssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf meines Kindes Tod (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meines-kindes-tod-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-meines-kindes-tod-1/</guid><description>&lt;p&gt;Freuden wollt ich Dir bereiten;&#10;Zwischen Kämpfen, Lust und Schmerz&#10;Wolltâ€˜ ich treulich dich geleiten&#10;Durch das Leben himmelwärts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch du hast′s allein gefunden,&#10;Wo kein Vater führen kann,&#10;Durch die ernste dunkle Stunde&#10;Gingst du schuldlos mir voran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie das Säuseln leiser Schwingen&#10;Draußen über Wald und Kluft&#10;Ging zur selben Stundâ€˜ ein Singen&#10;Ferne durch die stille Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so fröhlich glänzt der Morgen,&#10;â€šs war, als ob das Singen sprach:&#10;Jetzo lasset alle Sorgen;&#10;Liebt ihr mich, so folgt mir nach!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Miedings Tod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-miedings-tod/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-miedings-tod/</guid><description>&lt;p&gt;Welch ein Getümmel füllt Thaliens Haus?&#10;Welch ein geschäftig Volk eilt ein und aus?&#10;Von hohlen Brettern tönt des Hammers Schlag,&#10;Der Sonntag feiert nicht, die Nacht wird Tag.&#10;Was die Erfindung still und zart ersann,&#10;Beschäftigt laut den rohen Zimmermann.&#10;Ich sehe Hauenschild gedankenvoll;&#10;Ist&amp;rsquo;s Türk, ist&amp;rsquo;s Heide, den er kleiden soll?&#10;Und Schumann froh, als wär er schon bezahlt,&#10;Weil er einmal mit ganzen Farben malt.&#10;Ich sehe Thielens leichtbewegten Schritt,&#10;Der lust&amp;rsquo;ger wird, je mehr er euch verschnitt.&#10;Der Jude Elkan läuft mit manchem Rest,&#10;Und diese Gärung deutet auf ein Fest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Se. Königl. Majestät von Preussen Friderich den Ersten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-se-koenigl-majestaet-von-preussen-friderich-den-ersten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auf-se-koenigl-majestaet-von-preussen-friderich-den-ersten/</guid><description>&lt;p&gt;Sechs Thaten müssen Dich/ O Held/ unsterblich machen:&#10;Ein Königreich/ das nichts/ als Deine Tugend baut;&#10;Dein Canaan/ in dem verfolgte Fremden lachen;&#10;Dein Glantz/ der hier zu erst die hohe Schul beschaut;&#10;Die Siege/ die Dein Arm und tapfres Volck erstritten/&#10;Der Zuwachs/ den Dein Reich hat unter Dir gespürt/&#10;Dein königliches Thun/ die Majestät der Sitten/&#10;Die Weis- und Herrlichkeit/ die Salomon geziert.&#10;Vor diese sechse mag ein andrer tausend rahten:&#10;Sechs solche sind noch mehr/ als Millionen Thaten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufbruch der Jugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufbruch-der-jugend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufbruch-der-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Die flammenden Gärten des Sommers, Winde, tief und voll Samen,&#10;Wolken, dunkel gebogen, und Häuser, zerschnitten von Licht. -&#10;Müdigkeiten, die aus verwüsteten Nächten über uns kamen,&#10;Köstlich gepflegte, verwelkten wie Blumen, die man sich bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also zu neuen Tagen erstarkt, wir spannen die Arme,&#10;Unbegreiflichen Lachens erschüttert, wie Kraft, die sich staut,&#10;Wie Truppenkolonnen, unruhig nach Ruf der Alarme,&#10;Wenn hoch und erwartet der Tag überm Osten blaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grell wehen die Fahnen, wir haben uns heftig entschlossen,&#10;Ein Stoß ging durch uns, Not schrie, wir rollen geschwellt,&#10;Wie Sturmflut haben wir uns in die Straßen der Städte ergossen&#10;Und spülen vorüber die Trümmer zerborstener Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff das verbindniß...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-das-verbindniss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-das-verbindniss/</guid><description>&lt;p&gt;Die welt verwundert sich/ warum der Saracen&#10;An Franckreich bündniß sucht/ und Franckreich es beliebet:&#10;Noch mehr/ daß Ludewig ihm selber lehren giebet/&#10;Wie er den Christen recht soll in die flancken gehn.&#10;Verwundert euch nur nicht/ und lebet ohne sorgen;&#10;Ihr wißt/ daß Ludewig will eine sonne seyn/&#10;Die Türcken sind der mond; drum trifft es billig ein:&#10;Ein monde muß sein licht ja von der sonne borgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff den tod Friedrich Wilhelms</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-tod-friedrich-wilhelms/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-den-tod-friedrich-wilhelms/</guid><description>&lt;p&gt;Auff den tod Friedrich Wilhelms/ Churfürstens zu Brandenburg&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau Deutschland! wo du kanst für blut und thränen sehn/&#10;Es ist um deinen sohn und deine ruh geschehn!&#10;Denn Friedrich Wilhelm fällt und du mit ihm darnieder.&#10;Beym kriege ward er jung/ bey kriege stirbt er wieder.&#10;Damahls zu rechter zwar/ itzt zu verkehrter zeit:&#10;Denn wer vermisset wohl nicht seine tapfferkeit?&#10;Was dir in tausenden kaum wieder wird gebohren/&#10;Hast du in einem hier auff einen tag verlohren.&#10;Er hat am ersten uns die augen auffgethan/&#10;Was/ wenn die noth anbricht/ ein deutscher Churfürst kan.&#10;Zwey reiche fiengen an für seiner macht zu wancken;&#10;Zwey kronen haben ihm auch ihre ruh zu dancken;&#10;Und zwey/ die alle welt zum morden auffgeweckt/&#10;Hat er/ und zwar allein/ durch seinen muth erschreckt.&#10;Viel freunde haben ihn/ er selten sie/ verlassen;&#10;Die feinde konten ihn/ auch wenn er schlug/ nicht hassen;&#10;Es kennt ihn Africa/ und Stambol glaubte gar/&#10;Daß er was mehrers wär/ als er doch würcklich war;&#10;Ja Franckreich wolte sich nicht eh&amp;rsquo; zu felde wagen/&#10;Als biß es diesen held sah tod zu grabe tragen.&#10;Jedoch verzweiffle nicht/ geliebtes vaterland!&#10;Sein geist hat sich von dir nur darum abgewand/&#10;Daß er/ wenn deine noth einst wird am höchsten steigen/&#10;Sich wie Elias kan im sohne doppelt zeigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff die, so durch Reisen wollen berühmet werden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-so-durch-reisen-wollen-beruehmet-werden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-die-so-durch-reisen-wollen-beruehmet-werden/</guid><description>&lt;p&gt;Wer weit verreisen wil / der raise weit und breit&#10;die Heilge Schrifft herdurch / das hilfft zuhr Seeligkeit;&#10;wer weit verraisen wil / der schaw die Bücher an /&#10;darin er recht und wohl die Welt beschawen kan;&#10;der hat ein freyen Pas / der geht auff Gottes Wegen /&#10;an andrer Raisens=art ist gar nicht viel gelegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff eben denselben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-eben-denselben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-eben-denselben/</guid><description>&lt;p&gt;Wie artig trifft der mensch doch mit den blumen ein/&#10;Die heute prächtig stehn und morgen doch verschwinden!&#10;Da lust und traurigkeit in stetem wechsel seyn/&#10;Und sich die farben nur auff kurtze zeit verbinden.&#10;Was arbeit kost es nicht/ eh man das dürre feld&#10;Kan zu der nutzbarkeit der blumen tüchtig machen?&#10;Was mühe steht es nicht/ eh wir die blinde welt&#10;Und ihre phantasey recht wissen auszulachen?&#10;Und wenn die blumen nun in vollem purpur stehn/&#10;Und hier die lilien/ dort silberne narcissen/&#10;Und da die tulipen mit samen schwanger gehn/&#10;So wird die gantze pracht durch wind und sturm zerrissen:&#10;So wenn wir kaum den schaum der erden angeblickt/&#10;Und erst die balsam-krafft der bücher angerochen/&#10;So wird uns durch den tod der kluge kopff verrückt/&#10;Und unser leben so wie blumen abgebrochen.&#10;Drüm zieht ihr traurigen die müden thränen ein/&#10;Weil unser wesen doch nicht eher kan bestehen/&#10;Als biß wir endlich auch wie dürre blätter seyn/&#10;Und unsre glieder so wie blumen untergehen.&#10;Der todte tritt nunmehr in himmels-garten ein/&#10;Und wie die blumen sich verdoppeln in der erden;&#10;So wird er/ weil er nicht kan irrdisch fruchtbar seyn/&#10;Im himmel allererst zur vollen blume werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Gellulam</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-gellulam/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-gellulam/</guid><description>&lt;p&gt;Was Gellula verspürt an Thaten und an Wercken,&#10;Das geht ihr lieblich ein, den Glauben dran zu stärcken.&#10;Von Zeichen hält sie nichts; vom Wesen hält sie hoch;&#10;Ist vielfach eine Frau und geht im Krantze doch.&#10;Ob Pabst, ob Luther ihr, ob ihr Calvin gefalle,&#10;Ist unklar; ist mir recht, gefallen sie ihr alle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff ihre augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-augen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihre-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr habet mich besiegt/ ihr himmel-blauen augen/&#10;Ihr sollet auch allein&#10;Nur meine freude seyn/&#10;Wenn andre blitz und tod aus braunen augen saugen/&#10;Wann sie das schwarze pech biß an den pol erhöhn/&#10;Und dennoch, wann es brennt/ für schmertzen fast vergehn/&#10;So seh ich nichts als lust aus euren sternen lachen/&#10;Ihr seyd mir/ hab ich gleich&#10;Nicht geld und große sachen/&#10;Mein gantzes königreich.&#10;Ja/ wenn ein ander sich in schwartzen augen siehet/&#10;Und meynet/ daß er schon im feur und hölle steh,&#10;So denck ich/ wann mein bild aus euren äpffeln blühet/&#10;Daß ich auff erden mich in einem himmel seh.&#10;O himmel/ schütze dann/ weil sie allein nur taugen&#10;Dein ebenbild zu seyn/ stets meiner liebsten augen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff ihren Morgen-schlaaff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-morgen-schlaaff/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-morgen-schlaaff/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Rubellchen, bistu noch nicht wach?&#10;Verlaß die weichen Feder-dekken,&#10;die so viel Göttligkeit verstekken.&#10;Ich geh′ allhier der Hoffnung nach,&#10;ob ich dich möchte, Mein Vergnügen,&#10;an den Krystallen sehen liegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Auroren göldnes Rosen-bluht,&#10;dein Ebenbild der roten Wangen&#10;ist allbereit vorbey gegangen,&#10;Apollo blizzt in voller Gluht,&#10;der Handwerksmann hat schon verzehret,&#10;was ihm zum Morgenbrodt gehöret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Rubellchen schläfft. Sie weiß es nicht,&#10;daß ich im gehn hier klag′ und reime.&#10;Seyd ihr der Wahrheit, Morgen-treume;&#10;so stellt mich ihr iezt vor Gesicht′&#10;als wie ich um diß Fenster stehe&#10;und sie an-zuerwachen-flehe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff ihren mund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-mund/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-ihren-mund/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr rosen Indiens/ weicht meiner liebsten munde/&#10;Ihr balsam-blumen rühmt mir euren honig nicht/&#10;Eur glantz und eur geschmack vergeht in einer stunde/&#10;Ihr mund wird aber stets von neuem angericht.&#10;Ie mehr ich rosen schau/ ie schönre seh ich blühen;&#10;Ie mehr ich ihn geküst/ ie süsser schmeckt der safft/&#10;Sein purpur kan mein blut zwar aus den adern ziehen;&#10;Ich aber geb ihm nur durch meine geister krafft:&#10;Ach daß er Sylvia doch eher nicht verdürbe/&#10;Als biß ich küssens satt auff seinen lippen stürbe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Jungfer Judith Tanckin Namenstagk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-jungfer-judith-tanckin-namenstagk/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-jungfer-judith-tanckin-namenstagk/</guid><description>&lt;p&gt;Aurora kam herfür / das grosse Radt der Sonnen /&#10;Die Fackel aller Welt / hett Augen schon gewonnen /&#10;Und kam gleich auß der Seh: Diana gingk zur Ruh /&#10;Der Sternen schöne Schar schloß ihre Strahlen zu:&#10;Als ich / zu meiner Lust / im Garten ging spatzieren /&#10;Da gahr kein Federvieh war weit undt breit zu spüren /&#10;Da schon der rauhe Herbst die Blumen abgemeyt /&#10;Den Feldern gantz entfürt ihr buntes Sommerkleit.&#10;Ey (sprach ich) lieber Gott! wie alles sich vernewet?&#10;Wie dieser sitzt und weint / undt jener sich erfrewet?&#10;Wie alles Wechsel helt? Nun kompt der Schne herfür /&#10;Und kurtz für diser Zeit war noch des Sommers Zier.&#10;Vor wenig Stunden noch lag ich in vollem Treumen /&#10;Umbringt mit schwartzer Nacht / nun geh ich bey den Beumen /&#10;Die mit den Esten sich verschürtzen über ein /&#10;An stat der Arme Bandt / und so gebunden sein.&#10;Kein Wasser hat sich nun in langer Zeit ergossen /&#10;Der Frost hat Erd und Mär / wie gleichsahm / gantz verschloßen /&#10;Undt hellt die Wellen an / er bindt das gantze Landt /&#10;Er heist die Schiffe stehn / und ist ein harter Bandt.&#10;In summa / was du siehst in diesem grossen Runden /&#10;Ja selbst das grosse Rundt / ist durch und durch gebunden /&#10;O Mars / durch deinen Bandt / du ungebetner Gast&#10;Hast unser armes Landt ietzt grausahm umbgefast.&#10;Wer hilft uns doch von dir? Ist dann kein Raht zu finden?&#10;Vor hat ein Weibesbildt die Waffen künnen binden /&#10;O Freundin thu du auch / was Judith vor gethan /&#10;Nimb / nechst dem Nahmen / auch der Judith Thaten an!&#10;O Judith / Judith / komb / und hilf uns ietzt auß Nöten /&#10;Weil Holofernes Här uns gäntzlich fast will tötten!&#10;Dem gantzen Vaterlandt / und dir und mir zu guth!&#10;Komb / komb / es ist schon Zeit sonst sint wir balt verlohren /&#10;Wir haben ja den Wolff itzund schon bey den Ohren!&#10;Komb / Holofernes geht / beladen von dem Wein /&#10;Komb / komb / hier ist ein Schwert / kom / ich wil Abra sein!&#10;Entbind du uns nur erst / so wollen wir dich binden /&#10;Sonst lest des Krieges Bandt uns keine Bender finden /&#10;Die deiner würdig sint; für eine zarte Handt&#10;Gehört kein hart Metall / viel mehr ein gülden Bandt.&#10;Was wil ich aber dir / O du mein halbes Leben!&#10;O du mein ander Ich! für einen Bandt doch geben?&#10;Nimb hin mein trewes Hertz zu einer kleinen Gab /&#10;Nimb hin den trewen Sin / und alles / was ich hab.&#10;Wir / die wir Freunde sein nicht bloß nur vom Geblüte /&#10;Besondern noch viel mehr und neher vom Gemüte /&#10;Sind langst gebunden zwar / doch folg ich (ohn das) auch&#10;Dem alten und zugleich auch löblichen Gebrauch.&#10;Der Freundschaft werter strick mag heut mein Bandt auch bleiben /&#10;So wirt ja niemand mehr uns von einander treiben;&#10;Ob zwar ein grosses Theil der Kugelrunden Welt&#10;Sich heut noch zwischen uns und unser Fretow stelt;&#10;So wirt sich doch mein Hertz von deinem eh nicht scheiden /&#10;Eh dan die Sehle muß des Leibes Kercker meiden /&#10;In mittelst laß mein Hertz dir sein ein festes Bandt /&#10;Bis ich dir (wenn Gott wil) kan bieten selbst die Handt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auff Volvinum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-volvinum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auff-volvinum/</guid><description>&lt;p&gt;Volvinus ist gelehrt und gibt materi her;&#10;Sein Weib, die concipirt, so wächset ohngefehr&#10;Ein richtiger Context, der, wann er ist für voll,&#10;Kan sagen alsdann selbst, wie man ihn nennen soll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufmunterung zum Clavierspielen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufmunterung-zum-clavierspielen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufmunterung-zum-clavierspielen/</guid><description>&lt;p&gt;Freund, was für ein sanft Entzücken&#10;Flößest Du in meine Brust?&#10;Deine Liebe kann beglücken,&#10;Und dein Umgang weckt die Lust,&#10;Wenn dein zaubernd Spiel erklinget,&#10;Das der Sorgen Heer verdringet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft hat deine Hand, durch Spielen,&#10;Strenger Kenner Ohr ergetzt,&#10;Und Du zwingst selbst den, zu fühlen,&#10;Der sonst keine Tonkunst schätzt.&#10;Deine Saiten klagen, scherzen,&#10;Flehn und zwingen Dir die Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! wie oft, in trüben Stunden,&#10;Wenn die Sorgen Meister sind,&#10;Hab ich es mit Lust empfunden,&#10;Wie dein Spiel das Herz gewinnt.&#10;Freund, in diesen Augenblicken&#10;Könntest Du mich schon entzücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufmunterung zum Trinken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufmunterung-zum-trinken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufmunterung-zum-trinken/</guid><description>&lt;p&gt;Willst du der Klagen&#10;Dich ganz entschlagen,&#10;Trink Wein mein Sohn!&#10;Folgst du der Lehre,&#10;Dann eilt, ich schwöre,&#10;Der Gram davon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beym vollen Becher&#10;Verlacht der Zecher&#10;Die ganze Welt.&#10;Dieß wirst du glauben,&#10;Wann Saft der Trauben&#10;Dein Aug erhellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer wird den Schönen&#10;Auch immer fröhnen&#10;Um einen Kuß?&#10;Erst muß man leiden,&#10;Dann folgen Freuden,&#10;Dann Ueberdruß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir aber trinken,&#10;Und Freuden winken&#10;Uns jeden Tag.&#10;Der Unmut weichet&#10;Und Ekel schleichet&#10;Uns nimmer nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufmunterung zum Vergnügen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufmunterung-zum-vergnuegen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufmunterung-zum-vergnuegen/</guid><description>&lt;p&gt;Erlernt von muntern Herzen&#10;Die Kunst beglückt zu scherzen,&#10;Die Kunst vergnügt zu sein.&#10;Versucht es. Laßt uns singen,&#10;Das Alter zu verjüngen,&#10;Die Jugend zu erfreun.&#10;Macht neue Freundschaftsschlüsse!&#10;Ihr Kinder, gebt Euch Küsse!&#10;Ihr Väter, gebe Euch Wein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufrichtiges Geständniß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufrichtiges-gestaendniss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufrichtiges-gestaendniss/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Schlemm verkauft sein Haus, und spricht, er hab es satt.&#10;Natürlich, denn man weiß daß ers gefreßen hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufschwung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufschwung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufschwung/</guid><description>&lt;p&gt;Umfange mich du Liebesarm,&#10;Du freier Geist der Zeit,&#10;Und drück mich an den Busen warm&#10;In stiller Seligkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drück mich in deine Arme lind&#10;In weihendem Verein —&#10;Du schließest ja ein treues Kind&#10;In deine Liebe ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Hauch es Lebens heiß durchglüht&#10;Thaut mir das Herz dann auf, &amp;ndash;&#10;Mein Lied, das sonst im Thal geglüht,&#10;Hebt dann sich himmelauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mußt ich früher still im Thal&#10;Zum Himmel schauend gehn.&#10;So werd ich nun im Sonnenstral&#10;Vom Himmel niedersehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aufstieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aufstieg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aufstieg/</guid><description>&lt;p&gt;Über Felsen, windumflattert,&#10;Klimm ich hoch hinan zum Freien.&#10;Droben will ich mich entladen&#10;Dieser Qual, im Sturme baden,&#10;Neugeboren meine Seele weihen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Berg, vor deinem Riesenantlitz&#10;Kann ja Kleinmut nicht bestehen.&#10;Sturm, im Brausen deiner Kraft,&#10;Die den Forst zusammenrafft,&#10;Muß mein Seufzer wie ein Staub verwehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus deinen blauen Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-deinen-blauen-augen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-deinen-blauen-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Die jungen Blätter der Buchen&#10;Die sind so frisch und grün,&#10;Der Waldmeister duftet betäubend,&#10;Die goldenen Waldnesseln blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die weißen und goldenen Blumen&#10;Die bindest du mir zum Strauß,&#10;Aus deinen blauen Augen&#10;Lächelt die Liebe heraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Grabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-grabe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-grabe/</guid><description>&lt;p&gt;Indessen du voll Kummer&#10;in deinem Bette gewacht,&#10;lag ich in sanftem Schlummer&#10;im Grab die erste Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um mich, du mein Gefährte,&#10;gräme dich nicht zu sehr;&#10;o glaube mir: die Erde&#10;ist keinem Guten schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Tages banger Schwüle,&#10;des Streites Lärm entrückt,&#10;ach, wie mich hier die Kühle,&#10;die Stille mich beglückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es steigt fortan mein Wollen&#10;in Bäumen schlank empor;&#10;in Blumen, düftevollen,&#10;bricht mein Gefühl hervor;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Grunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-grunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-grunde/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem Grunde&#10;der Ermattung&#10;steigen wir&#10;mit neuen Kräften&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkle Herren&#10;welche warten&#10;bis die Kinder&#10;sich entkräften&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Trauerspiel »Epicharis«</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-trauerspiel-epicharis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-trauerspiel-epicharis/</guid><description>&lt;p&gt;Große Götter, wie viel Jahre&#10;Soll der Weltkreis eine Bahre,&#10;Rom der Völker Zuchthaus sein?&#10;Jeder Abgott tritt mit Füßen&#10;Uns, die wir ihm opfern müssen,&#10;Schließt in Stahl und Stein uns ein.&#10;Schickt demnach gerechter Sache,&#10;Große Götter, Rache! Rache!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Sklavinnen, wollt ihr das Joch abwerfen,&#10;Das doch ich selbst, ich Mutter, tragen muß?&#10;Wenn auf mein Haupt die Kinder Dolche schärfen,&#10;So zins′ ich Blut; ihr blos den Ueberfluß;&#10;Ja, wenn ihr nur von ferne donnern höret,&#10;Wird durch den Blitz mein Herze selbst versehret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus dem Westöstlichen Divan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-westoestlichen-divan/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-dem-westoestlichen-divan/</guid><description>&lt;p&gt;Getretner Quark&#10;Wird breit, nicht stark.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlägst du ihn aber mit Gewalt&#10;In feste Form, er nimmt Gestalt.&#10;Dergleichen Steine wirst du kennen,&#10;Europäer Pisé sie nennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus den »Italischen Liedern«</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-den-italischen-liedern/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-den-italischen-liedern/</guid><description>&lt;p&gt;Weißt Du noch, Du mein toskanisch Kind,&#10;Wie wir im flüsternden Abendwind&#10;Ueber das Meer gefahren,&#10;Bis in der sternespiegelnden See&#10;Fels und Stadt Portovenere&#10;Leise versunken waren?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weißt Du, Luisella, wie liebeberauscht,&#10;Nur von der Fluth und dem Himmel belauscht,&#10;Unsere Seelen sich fanden,&#10;Lippe auf Lippe lodernd gebrannt&#10;Und Du dem Sohn aus dem nordischen Land&#10;Seligst Geheimniß gestanden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weißt Du auch, daß ich besser nie&#10;Dich hätte gehört in Lerici&#10;Süß zur Guitarre singen?&#10;Nach der Heimath ruft mich neidisch Geschick:&#10;Fahr wohl, fahr wohl, du Traum von Glück –&#10;In Weh will das Herz mir zerspringen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Kindheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-kindheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-kindheit/</guid><description>&lt;p&gt;»Ja, das Kätzchen hat gestohlen,&#10;und das Kätzchen wird ertränkt.&#10;Nachbars Peter sollst du holen,&#10;daß er es im Teich versenkt!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachbars Peter hat′s vernommen,&#10;ungerufen kommt er schon:&#10;»Ist die Diebin zu bekommen,&#10;gebe ich ihr gern den Lohn!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Mutter, nein, er will sie quälen.&#10;Gestern warf er schon nach ihr,&#10;bleibt nichts andres mehr zu wählen,&#10;so ertränk′ ich selbst das Tier.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, das Kätzchen kommt gesprungen,&#10;wie es glänzt im Morgenstrahl!&#10;Lustig hüpft′s dem kleinen Jungen&#10;auf den Arm zu seiner Qual.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Marsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-marsch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-marsch/</guid><description>&lt;p&gt;Der Ochse frißt das feine Gras&#10;Und läßt die groben Halme stehen;&#10;Der Bauer schreitet&#10;hintendrein&#10;Und fängt bedächtig an zu mähen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf dem Stall zur&#10;Winterszeit,&#10;Wie wacker steht der Ochs&#10;zu kauen!&#10;Was er als grünes Gras&#10;verschmäht,&#10;Das muß er nun als Heu&#10;verdauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus der Vorzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-vorzeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-der-vorzeit/</guid><description>&lt;p&gt;In dem Maye war ihr eben das swölfte Jahr&#10;Mit dem Morgen dahin geflohn.&#10;Dreyzehn Jahre, nun sie fehlten den siebzigen,&#10;Die den Frühling er wiedersah.&#10;Schön war die Laube, der Baum neben der Laube schön;&#10;Blüthe duftete gegen sie.&#10;Kont′ er es ahnden? Er sass glühend vor Fröhlichkeit,&#10;Bey dem Reh in der Laube Duft,&#10;Zittert′, ahndete nichts, Hell war ihr schwarzes Aug′,&#10;Als zuvor er es niemals sah;&#10;Bald verstumt′ er nicht mehr, stammelte, redete,&#10;Kosete, blickte begeisterter.&#10;&amp;ldquo;Diesen Finger, nur ihn &amp;hellip; Schlank ist dein Wuchs, und leicht&#10;Senket der Tritt sich der gehenden.&#10;Ach den kleinen, nur ihn &amp;hellip; Röthlich die Wang, und doch&#10;Ist die Lippe noch lieblicher!&#10;Diesen schönsten, nur ihn gieb mir!&amp;rdquo; Sie gab zuletzt&#10;Alle Finger dem flehenden,&#10;Zögerte länger nicht mehr, wandte sich, sagt′: Ich bin&#10;Ganz dein! leise dem glücklichen.&#10;Ida′s Stimme war Luft, Ida, du athmetest&#10;Leichte Töne, die zauberten.&#10;Küsse kant′ er noch nicht; aber er küsst′ ihr doch&#10;Schnell die lebenden Blicke weg.&#10;Und nun bleiben sie stehn, schweigen. Die Schwester ruft&#10;In den kühleren Sohattengang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus Herzenstiefen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-herzenstiefen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus-herzenstiefen/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Liebe hab′ ich nie begehrt,&#10;Weil ich ihrer mich nicht werth erkenne,&#10;Aber wissen sollst du, daß, verklärt,&#10;Ich als Opferflamme für dich brenne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie es also kam, ich weiß es nicht!&#10;Sieghaft tauchend aus des Ostens Thoren,&#10;Ueberströmte mich das goldne Licht&#10;Und der Engel war in mir geboren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächelnd jedem Schmerz und jedem Spott&#10;Folg′ ich dir seitdem auf deinen Pfaden,&#10;Und du wardst zum Wort, mit dem mich Gott&#10;Zu dem Fest der Seligen geladen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/aus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/aus/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal müssen zwei auseinandergehn;&#10;einmal will einer den andern nicht mehr verstehn - -&#10;einmal gabelt sich jeder Weg - und jeder geht allein -&#10;wer ist daran schuld?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es gibt keine Schuld. Es gibt nur den Ablauf der Zeit.&#10;Solche Straßen schneiden sich in der Unendlichkeit.&#10;Jeder trägt den andern mit sich herum -&#10;etwas bleibt immer zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einmal hat es euch zusammengespült,&#10;ihr habt euch erhitzt, seid zusammengeschmolzen, und dann erkühlt -&#10;Ihr wart euer Kind. Jede Hälfte sinkt nun herab -:&#10;ein neuer Mensch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ausflug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ausflug/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ausflug/</guid><description>&lt;p&gt;Heut saß ich wieder an meinem Klavier;&#10;sein blankes Holz war Spiegel mir;&#10;drin sah ich mich und mein stilles Zimmer,&#10;den Garten, die Gasse - und fern einen Schimmer&#10;des lichten Himmels.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und meine Hand&#10;erging sich spielend im fernsten Land. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hört, - o hört -: Da kam ein Klang,&#10;den sah ich, als er durchs Zimmer sich schwang,&#10;als er dahin übern Garten zog,&#10;leise die flimmernden Wipfel bog,&#10;und weiter, weiter die Straße entlang&#10;schwebte, strebte der heilige Klang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ausgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ausgang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ausgang/</guid><description>&lt;p&gt;Immer enger, leise, leise&#10;Ziehen sich die Lebenskreise,&#10;Schwindet hin, was prahlt und prunkt,&#10;Schwindet hoffen, hassen, lieben,&#10;Und ist nichts in Sicht geblieben&#10;Als der letzte dunkle Punkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auslegung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auslegung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auslegung/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Einer mit den Jahren&#10;Sein Denken korrigirt,&#10;Bekommt er zu erfahren,&#10;Wie man das kommentirt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Er ist gekauft, bestochen&#10;Mit Titel, Stern und Geld,&#10;Wir haben&amp;rsquo;s gleich gerochen,&#10;O der Charakterheld!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Seht den Erfolgsanbeter,&#10;Seht den Ischarioth,&#10;Er ward an uns Verräther&#10;Für Silberlingsgebot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Es leuchtet sonnenhelle&#10;Ja ganz von selber ein:&#10;Des Abfalls innre Quelle&#10;Kann nur Gemeinheit sein.« –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun, gute Interpreten,&#10;Denkt doch ein wenig nach,&#10;Wie ihr da seid betreten&#10;Auf eurer eignen Schmach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auswanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auswanderer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auswanderer/</guid><description>&lt;p&gt;Sie nehmen ihre Kinder an der Hand&#10;Und ziehen fort; es duldet sie kein Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grenzwächter sind auf ihren Weg gestellt,&#10;Wie wenn ein Hund am Tor die Wache hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind überm Meer noch ein paar Ackerbreit,&#10;Worauf nicht Gras noch Futterkorn gedeiht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sanddünen, die kein Sämann noch bewarf,&#10;Dass dort ein Bettelvolk verhungern darf?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bauch der Schiffe nimmt sie endlich auf,&#10;Zum Ballast hingeworfen, Hauf um Hauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und setzt sie an den fernen Küsten aus&#10;Wie Findlingskinder vor ein fremdes Haus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auszug der Tiere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/auszug-der-tiere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/auszug-der-tiere/</guid><description>&lt;p&gt;Es waren eingekreist die ahnungslosen&#10;Verirrten Tiere eh sie sich versahn&#10;Von Wand und Wand. Ganz fern im Grenzenlosen&#10;Zog noch von Himmel eine blasse Bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In einer Nacht war Mond in ihren Träumen.&#10;Sie brachen auf, gezogen in das fahle&#10;Trügende Licht. Und wie ins Laub von Bäumen&#10;Stiegen sie ins Geäst der Kathedrale.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und stiegen träumend fort bis in das letzte&#10;Gezweig der Giebel und erwachten kaum&#10;Als sich ihr Fuß hinaus ins Leere setzte:&#10;Sie fanden sich verstiegen in dem Raum,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bacchus in Bünden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bacchus-in-buenden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bacchus-in-buenden/</guid><description>&lt;p&gt;Wo stürzend aus rätischen Klüften der Rhein&#10;Um silberne Hüften sich gürtet den Wein&#10;Ziehn paukende Masken mit Zimbelgeläut&#10;&amp;ldquo;Du Traube von Trimmis, dich wimmeln wir heut!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie treten den Reigen, sie stampfen den Chor&#10;Da dunkelts und lodern die Fackeln empor:&#10;Ein Kranz in den Lüften! Ein wirbelndes Paar!&#10;Ein brennender Nacken! Ein purpurnes Haar!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Fackeln verlöschen. Es hebt sich der Glanz&#10;Des schimmernden Monds und vergeistert den Tanz -&#10;Ein adliger Jüngling von fremder Gestalt&#10;Bemeistert den Reigen mit Herrschergewalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bacchus und Cythere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bacchus-und-cythere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bacchus-und-cythere/</guid><description>&lt;p&gt;Soll ich trinken, soll ich küssen?&#10;Hier winkt Bacchus, dort Cythere,&#10;Bacchus mit gesetzten Mienen,&#10;Und Cythere mit verliebten.&#10;Bacchus zeigt mir seine Reben,&#10;Seht, sie sinken schwer von Trauben!&#10;Aber seht nur, dort im Schatten,&#10;Unter Reben, liegt ein Mädchen!&#10;Seht, es schläft und lächelt schlafend,&#10;O, wie süß mag es wohl träumen!&#10;Seht, wie reizend liegt das Mädchen:&#10;Um den weißen, regen Busen&#10;Hangen schwarze, reife Trauben;&#10;Um die rabenschwarzen Locken&#10;Blühen schöne, gold′ne Blumen! -&#10;Weingott, winke nur nicht länger,&#10;Denn ich muss erst bei dem Mädchen&#10;Unter deinen Trauben schlummern!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bad/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bad/</guid><description>&lt;p&gt;Ich tauche unter.&#10;Meinen Leib berührt&#10;ein glatter Stängel,&#10;und plätschernd schwimm ich&#10;durch das Blattgeschlängel,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und tauche auf,&#10;als hätt ein neuer Sinn&#10;mir Macht verliehen,&#10;des Wassers grottengrünen Saal&#10;in einem Tiefsprung&#10;zu durchziehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sorgsam ans Land&#10;trägt mich die nächste Welle,&#10;da schüttel ich mein Haar,&#10;es leuchtet eigne Helle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Stein trinkt, Sonnendurst,&#10;vom nackten Fuß die Tropfen.&#10;Ich lass im warmen Gras&#10;die feuchten Glieder trocknen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bahnhöfe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bahnhoefe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bahnhoefe/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn in den Gewölben abendlich die blauen Kugelschalen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufdämmern, glänzt ihr Licht in die Nacht hinüber gleich dem Feuer von Signalen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Lichtoasen ruhen in der stählernen Hut die geschwungenen Hallen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und warten. Und dann sind sie mit einem Mal von Abenteuer überfallen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle erzne Kraft ist in ihren riesigen Leib verstaut,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der wilde Atem der Maschine, die wie ein Tier auf der Flucht stille steht und um sich schaut,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bald/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bald/</guid><description>&lt;p&gt;Es währt noch eine kurze Weile,&#10;Daß du durch diese Straße gehst&#10;Hinauf, herab die lange Zeile,&#10;Und manchmal grüßend stille stehst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald wird der ein&amp;rsquo; und andre sagen:&#10;Den Alten sehen wir nicht mehr,&#10;Er gieng an kalt und warmen Tagen&#10;Doch hier sein Stündchen hin und her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sei! Des Lebens volle Schalen&#10;Hab&amp;rsquo; ich geneigt an meinen Mund,&#10;Und auch des Lebens ganze Qualen&#10;Hab&amp;rsquo; ich geschmeckt bis auf den Grund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade vom kranken Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-vom-kranken-kind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-vom-kranken-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Das Kind mit fiebernden Wangen lag,&#10;Rotgolden versank im Laub der Tag.&#10;Das Fenster hing voller wildem Wein,&#10;Da sah ein fremder Jüngling herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Laß, Mutter, den schönen Knaben ein,&#10;Er beut mir die Schale mit leuchtendem Wein,&#10;Seine Lippen sind wie Blumen rot,&#10;Aus seinen Augen ein Feuer lobt.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der nächste Tag verglomm im Teich,&#10;Da stand am Fenster der Jüngling, bleich,&#10;Mit Lippen wie giftige Blumen rot&#10;Und einem Lächeln, das lockt und droht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballade vom Namenlosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-vom-namenlosen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballade-vom-namenlosen/</guid><description>&lt;p&gt;Er lebte weil er geboren war,&#10;Er fand keinen anderen Grund.&#10;Die Mutter liebte ganz früh sein Haar,&#10;Einmal Eine dann seinen Mund,&#10;Doch war es nicht wichtig und verging&#10;Auch schnell, bevor ers ermessen.&#10;Alles in allem war so gering -&#10;Er hatte als er zu sterben anfing&#10;Sich schon seit Jahren vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballhaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballhaus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballhaus/</guid><description>&lt;p&gt;Farbe prallt in Farbe wie die Strahlen von Fontänen, die ihr Feuer ineinanderschießen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Geflitter hochgeraffter Röcke und dem Bausch der bunten Sommerblusen. Rings von allen Wänden, hundertfältig&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ausgeteilt, strömt Licht. Die Flammen, die sich zuckend in den Wirbel gießen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stehen, höher, eingesammelt, in den goldgefaßten Spiegeln, fremd und hinterhältig,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie erstarrt und Regung doch in grenzenlose Tiefen weiterleitend, Leben, abgelöst und fern und wieder eins und einig mit den Paaren,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ballon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ballon/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ballon/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Ballon bewegt sich leise.&#10;Menschenhälse strecken sich.&#10;Tramways stürzen aus dem Gleise.&#10;Droschkengäule töten sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf den Dächern tanzen Greise.&#10;Jungfraun platzen männertoll.&#10;Ein Ballon bewegt sich leise,&#10;Lächelnd und sehr würdevoll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Barrikadenklänge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/barrikadenklaenge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/barrikadenklaenge/</guid><description>&lt;p&gt;Warum mein Herz nicht freudig schlägt&#10;Zu all′ dem Jubel, diesen Festen?&#10;Mir ist′s wie Ahnung stumm bewegt,&#10;Ich traure mit des Volkes Besten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wer um Freiheit muthig rang,&#10;Noch kann er sich zum Fest nicht laden;&#10;Ein Kämpfer steht er, ernst und bang&#10;An den Gedanken-Barrikaden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und trägt ihn noch, den schwarzen Flor,&#10;Den er der alten Schmach getragen,&#10;Und sieht in einem Meteor&#10;Noch keine Sonne wieder tagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bauchweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bauchweh/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bauchweh/</guid><description>&lt;p&gt;Die Därme wälzen sich im Kampfe;&#10;es zuckt der Leib im Magenkrampfe:&#10;die Welt ist schlecht, - die Welt ist schlecht.&#10;Daß die der Herr im Zorn zerstampfe!&#10;Daß sie verpuffe und verdampfe! -&#10;So wär′ es recht! - So wär′ es recht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Angst ist das Leben und Beschwerde;&#10;der Mensch, er sitzt am Schmerzensherde&#10;im Weltenbauch, - im Weltenbauch.&#10;In qualzerrissener Gebärde&#10;krümmt sich der Bauch der Welt, der Erde, -&#10;und meiner auch. - Und meiner auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Befriedigt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/befriedigt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/befriedigt/</guid><description>&lt;p&gt;Er g′hört, als eines von den Lichtern,&#10;Die höher stets und höher steigen,&#10;Bereits zu unsern besten Dichtern,&#10;Das läßt sich leider nicht verschweigen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was weiß man von den Sittenrichtern? -&#10;Er lebt von seiner Frau geschieden,&#10;Hat Schulden, ist nicht immer nüchtern -&#10;Aha, jetzt sind wir schon zufrieden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beginn des Endes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beginn-des-endes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beginn-des-endes/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Punkt nur ist es, kaum ein Schmerz,&#10;Nur ein Gefühl, empfunden eben;&#10;Und dennoch spricht es stets darein,&#10;Und dennoch stört es dich zu leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du es andern klagen willst,&#10;So kannst du′s nicht in Worte fassen.&#10;Du sagst dir selber: &amp;ldquo;Es ist nichts!&amp;rdquo;&#10;Und dennoch will es dich nicht lassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So seltsam fremd wird dir die Welt,&#10;Und leis verläßt dich alles Hoffen,&#10;Bis du es endlich, endlich weißt,&#10;Daß dich des Todes Pfeil getroffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Begrüßung des Meeres</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/begruessung-des-meeres/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/begruessung-des-meeres/</guid><description>&lt;p&gt;Unermeßlich und unendlich,&#10;Glänzend, ruhig, ahnungschwer,&#10;Liegst du vor mir ausgebreitet,&#10;Altes, heil’ges, ew’ges Meer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll ich dich mit Thränen grüßen,&#10;Wie die Wehmuth sie vergießt,&#10;Wenn sie trauernd auf dem Friedhof&#10;Manch ein theures Grab begrüßt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ein großer, stiller Friedhof,&#10;Eine weite Gruft bist du,&#10;Manches Leben, manche Hoffnung&#10;Deckst du kalt und fühllos zu;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keinen Grabstein wahrst du ihnen,&#10;Nicht ein Kreuzlein, schlicht und schmal,&#10;Nur am Strande wandelt weinend&#10;Manch ein lebend Trauermal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beguinage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beguinage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beguinage/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das hohe Tor scheint keine einzuhalten,&#10;die Brücke geht gleich gerne hin und her,&#10;und doch sind sicher alle in dem alten&#10;offenen Ulmenhof und gehen nicht mehr&#10;aus ihren Häusern, als auf jenem Streifen&#10;zur Kirche hin, um besser zu begreifen&#10;warum in ihnen soviel Liebe war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort knien sie, verdeckt mit reinem Leinen,&#10;sogleich, als wäre nur das Bild der einen&#10;tausendmal im Choral, der tief und klar&#10;zu Spiegeln wird an den verteilten Pfeilern;&#10;und ihre Stimmen gehen den immer steilern&#10;Gesang hinan und werfen sich von dort,&#10;wo es nicht weitergeht, vom letzten Wort,&#10;den Engeln zu, die sie nicht wiedergeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beherzigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beherzigung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beherzigung/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, was soll der Mensch verlangen?&#10;Ist es besser, ruhig bleiben?&#10;Klammernd fest sich anzuhangen?&#10;Ist es besser, sich zu treiben?&#10;Soll er sich ein Häuschen bauen?&#10;Soll er unter Zelten leben?&#10;Soll er auf die Felsen trauen?&#10;Selbst die festen Felsen beben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eines schickt sich nicht für alle!&#10;Sehe jeder, wie ers treibe,&#10;Sehe jeder, wo er bleibe,&#10;Und wer steht, dass er nicht falle!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei der Enthüllung des Schwarzenberg-Monumentes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-der-enthuellung-des-schwarzenberg-monumentes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-der-enthuellung-des-schwarzenberg-monumentes/</guid><description>&lt;p&gt;Sei mir gegrüßt, du edles Heldenbild!&#10;Zu Ehren eines Sieges aufgerichtet!&#10;Gegrüßt wie ein Erinnern, welches mild&#10;Die gramerfüllte Gegenwart durchlichtet.&#10;Denn schwer ist und bekümmert unser Herz.&#10;Ein dunkler Schatten liegt auf unserm&#10;Leben; Es thut uns Noth, an dir du Bild von Erz,&#10;Den Muth, die Hoffnung wieder zu erheben! –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Recht entrungen waren Schwert und Schild,&#10;Es lag die Welt in frecher Willkür Banden,&#10;Als er, dem dieses Tages Feier gilt,&#10;Ein Retter und Befreier ihr erstanden.&#10;Das Banner fassend, welchem Ruhm und Sieg&#10;Entglitten waren in der Zeit Bedrängniß,&#10;Schwang er es hoch in diesem heil′gen Krieg,&#10;Und öffnete den Völkern ihr Gefängniß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei einer Linde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-einer-linde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-einer-linde/</guid><description>&lt;p&gt;Seh ich dich wieder, du geliebter Baum,&#10;In dessen junge Triebe&#10;Ich einst in jenes Frühlings schönstem Traum&#10;Den Namen schnitt von meiner ersten Liebe?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie anders ist seitdem der Äste Bug,&#10;Verwachsen und verschwunden&#10;Im härtren Stamm der vielgeliebte Zug,&#10;Wie ihre Liebe und die schönen Stunden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch ich seitdem wuchs stille fort, wie du,&#10;Und nichts an mir wollt weilen,&#10;Doch meine Wunde wuchs - und wuchs nicht zu,&#10;Und wird wohl niemals mehr hienieden heilen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bei Übersendung meines Bildes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-uebersendung-meines-bildes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bei-uebersendung-meines-bildes/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm hin dies Bild, das auch in weite Ferne&#10;Dir folgen darf, Geliebter! nimm es hin!&#10;Und glaub′ es seinem Lächeln, es wird gerne&#10;An Deiner Brust die weite Welt durchziehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Betracht′ es oft in stillen Augenblicken,&#10;Wenn Einsamkeit Dich schwermuthsvoll umgiebt.&#10;Und dann gedenk′ mit schmerzlichem Entzücken&#10;Der schönen Zeit, in der wir uns geliebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ist vorüber - - doch die öde Leere&#10;Getrennter Liebe, die im Busen mir&#10;Durch Lethe′s Quell nur auszufüllen wäre,&#10;Stillt meiner Züge leiser Umriss Dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beichte/</guid><description>&lt;p&gt;am 28. October 1813.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir haben alle schwer gesündigt,&#10;Wir mangeln allesammt an Ruhm,&#10;Man hat, o Herr! uns oft verkündigt&#10;Der Freiheit Evangelium;&#10;Wir aber hatten uns entmündigt,&#10;Das Salz der Erde wurde dumm;&#10;So Fürst als Bürger, so der Adel,&#10;Hier ist nicht einer ohne Tadel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir haben an der bunten Wange&#10;Der alten Babel uns berauscht,&#10;Und ihrem frechen Lustgesange&#10;Mit keuschem deutschem Ohr gelauscht,&#10;Die Kraft entschwand uns vor dem Klange,&#10;Im Taumel haben wir vertauscht&#10;Mit eklem Rothwelsch der Garonne&#10;Die Sprache Teuts, der Helden Wonne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beneidenswert</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beneidenswert/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beneidenswert/</guid><description>&lt;p&gt;Sahst du noch nie die ungemeine&#10;Und hohe Kunstgelenkigkeit,&#10;Sowohl der Flügel wie der Beine,&#10;Im Tierbereich mit stillem Neid?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh nur, wie aus dem Feisgeklüfte&#10;Auf seinen Schwingen wunderbar&#10;Bis zu den Wolken durch die Lüfte&#10;In stolzen Kreisen schwebt der Aar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh nur das Tierchen, das geringe,&#10;Das zu benennen sich nicht ziemt,&#10;Es ist durch seine Meistersprünge,&#10;Wenn nicht beliebt, so doch berühmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leicht zu erlegen diese beiden,&#10;Das schlag dir lieber aus dem Sinn.&#10;Wer es versucht, der wird bescheiden,&#10;Sei′s Jäger oder Jägerin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berauscht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berauscht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berauscht/</guid><description>&lt;p&gt;Berauscht euch! Nur berauscht&#10;lässt sich dies Leben leben -&#10;berauscht von Geist und Blut und Reben,&#10;berauscht von Licht und Dunkelsein!&#10;Sauft doch das Leben -&#10;das Leben selbst ist Wein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berglied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berglied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berglied/</guid><description>&lt;p&gt;Am Abgrund leitet der schwindlichte Steg,&#10;Er führt zwischen Leben und Sterben!&#10;Es sperren die Riesen den einsamen Weg&#10;Und drohen dir ewig Verderben.&#10;Und willst du die schlafende Löwin nicht wecken,&#10;So wandle still durch die Straße der Schrecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schwebt eine Brücke, hoch über den Rand&#10;Der furchtbaren Tiefe gebogen,&#10;Sie ward nicht erbauet von Menschenhand,&#10;Es hätte sich′s Keiner verwogen,&#10;Der Strom braust unter ihr spat und früh,&#10;Speit ewig hinauf, und zertrümmert sie nie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bergsee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bergsee/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bergsee/</guid><description>&lt;p&gt;Es träumt aus düsterm Felsenschacht&#10;Ein totenstiller See&#10;Zur grenzenlosen Sternenpracht/&#10;O Seligkeit und Weh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt taumeln mich, ihr Himmelshöhn,&#10;Versinken ganz in Schau!&#10;Mein Funkelstern, so bräutlich schön&#10;Wie eine Perle Tau!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und bleibst du, Engel, weltenfern,&#10;Streu deinen Silberschein/&#10;Dein Seelengleichnis/ keuscher Stern,&#10;In meine Tiefen ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meine Tiefen lockt ein Grund/&#10;O find ihn, Sternenbraut/&#10;Wo Erd und Himmel Mund an Mund&#10;Zur ewgen Ruh sich traut&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berlin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe dich bei Nebel und bei Nacht,&#10;wenn deine Linien ineinander schwimmen, -&#10;zumal bei Nacht, wenn deine Fenster glimmen&#10;und Menschheit dein Gestein lebendig macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wüst am Tag, wird rätselvoll im Dunkel;&#10;wie Seelenburgen stehn sie mystisch da,&#10;die Häuserreihn, mit ihrem Lichtgefunkel;&#10;und Einheit ahnt, wer sonst nur Vielheit sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der letzte Glanz erlischt in blinden Scheiben;&#10;in seine Schachteln liegt ein Spiel geräumt;&#10;gebändigt ruht ein ungestümes Treiben,&#10;und heilig wird, was so voll Schicksal träumt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berliner Ballade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berliner-ballade/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berliner-ballade/</guid><description>&lt;p&gt;Sie hing wie eine Latte&#10;Vom Schranke steif und stumm.&#10;Am Morgen sah′s ihr Gatte,&#10;Lief nach dem Polizeipräsidium.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Meine Frau«, so schrie er, »ist verschieden&amp;hellip;«&#10;Doch der Polizeiwachtmeister Schmidt&#10;Rollte blutig seine Augen:&#10;»Wie denn, ha′m Sie den Jeburtsschein mit?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieses hatte er mitnichten,&#10;Und er setzte sich in Trab,&#10;Spät entsann er sich der ehelichen Pflichten,&#10;- schnitt sie ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und er legt den Strick an seine Kehle,&#10;Vor dem Spiegel, peinlich und honett.&#10;Nimmt noch einen Schluck, befiehlt Gott seine Seele&#10;- schwapp, schon baumelt er am Ehebett.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berliner Schnitzel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berliner-schnitzel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berliner-schnitzel/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Motto&#10;(&#10;Programm&#10;)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein rückwärts schauender Prophet,&#10;Geblendet durch unfaßliche Idole,&#10;Modern sei der Poet,&#10;Modern vom Scheitel bis zur Sohle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Verruchtes Epigonenthum,&#10;Egypter- und Teutonenthum,&#10;Daß dich der Teufel brate!&#10;Schon längst sind wir fascikelsatt,&#10;Grinst doch durch jedes Titelblatt&#10;Das Dante&amp;rsquo;sche &amp;ldquo;Lasciate&amp;rdquo;!&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr armen Dichter, die ihr &amp;ldquo;Philomele&amp;rdquo;,&#10;In jedem Lenze rythmisch angeschwärmt,&#10;O wenn ihr wüßtet, wie sich meine Seele&#10;Um ihre gottverlassnen Schwestern härmt!&#10;Dreht ihr auch noch so ernsthaft eure Phrase,&#10;Der Teufel setzt sie lustig in Musik,&#10;Denn eine ungeheuer lange Nase&#10;Hat seine Großmama, die Frau Kritik.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berthas Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berthas-augen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berthas-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Vor dir verblasst des schönsten Augs Gefunkel,&#10;Du Kinderblick, darin ein Rätsel ruht,&#10;Ein Etwas, wie die Nacht so sanft und gut!&#10;Ihr Augen, hüllt mich ein in euer Dunkel!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Kinderaugen gleicht dem Zauberschacht,&#10;Zu euren letzten Tiefen dring′ ich nimmer,&#10;Dahin, wo seltner Edelsteine Flimmer&#10;von schlafbefangner Schatten Heer bewacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Kind hat Augen dunkel, tief und weit,&#10;Wie du unendlich, Nacht, und klar wie du!&#10;In ihrem Glanz wohnt Leidenschaft und Ruh′,&#10;Sprüht Lieb′ und Treue keusch und lustbereit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Berückung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/berueckung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/berueckung/</guid><description>&lt;p&gt;Und du kämest in mein Haus,&#10;kamst mit deinen schwarzen Blicken;&#10;sah ich ferne Palmen nicken,&#10;und du gabst mir deinen Strauß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gabst die zitternden Narzissen,&#10;die wir in der Wildnis pflückten;&#10;deine schwarzen Locken schmückten&#10;meines Diwans rote Kissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kehre wieder in mein Haus,&#10;laß die wilden Blumen blühen!&#10;Unsre jungen Lippen glühen;&#10;gib mir, gib mir deinen Strauß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beruhigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beruhigung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beruhigung/</guid><description>&lt;p&gt;Du liebäugelst mit dem Tage,&#10;Doch wenn einst die Nacht wird kommen&#10;Und der Stern ist angeglommen,&#10;Der die Zier des Himmels macht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ein wundersames Rauschen&#10;Lind in Deine Seele flüstert,&#10;Und Dein Auge sich umdüstert,&#10;Und Dein Blick in Thränen lacht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn zaubervolle Stimmen&#10;Bang zugleich und lockend klingen,&#10;Unberührt die Schleifen springen&#10;An des jungen Busens Pracht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Sinne ruhn, die Seele&#10;Sich umkränzt mit Glorienscheine,&#10;Dann erkennst Du, liebe Kleine,&#10;Gluth, vom Himmel angefacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bescheidene Bitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bescheidene-bitte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bescheidene-bitte/</guid><description>&lt;p&gt;Allem was da athmet, lebet,&#10;Amor wild Gewährung winkt;&#10;Was im Grund der Fluthen webet,&#10;Was des Lichtes Schimmer trinkt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Welt sie ist ein Himmel,&#10;Wo sich Sonn&amp;rsquo; an Sonne schließt;&#10;Wo im leuchtenden Gewimmel&#10;Jeder Mensch ein König ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist ein Meer, das sel&amp;rsquo;ge Fluthen&#10;Unergründlich, endlos ziehn,&#10;Wo in Abendsonnengluthen&#10;Die berauschten Wogen glühn;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Mensch taucht jauchzend nieder&#10;Und im freud&amp;rsquo;gen Uebermuth&#10;Hebt er und versenkt sich wieder,&#10;In den Grund der wonn&amp;rsquo;gen Fluth!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beschluß Elegie.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beschluss-elegie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beschluss-elegie/</guid><description>&lt;p&gt;Das blinde Liebeswerck / die süsse Gifft der Sinnen /&#10;Vnd rechte Zauberey hat letzlich hier ein End′:&#10;Es wird das lose Kind so mich verführen können /&#10;Gott lob / jetzt gantz vnd gar von mir hinweg gewendt.&#10;Nun suche wo du wilt dir anderwerts Poeten;&#10;Hier / Venus / hab′ ich mir gesteckt mein eignes Ziel;&#10;Es ist mir deine Gunst jetzt weiter nicht von nöthen;&#10;Ich haß′ all′ Eitelkeit; es liebe wer da wil.&#10;Was meine schwache Hand vor dieser Zeit geschrieben /&#10;Durch deinen Geist geführt / das ist der Jugend schuld;&#10;Ich werde weiter nicht von solcher Lust getrieben;&#10;Was dir gehässig ist zu diesem trag′ ich huld.&#10;Wann Vrtheil vnd Verstand bey mir zu rathe sitzen /&#10;So hattest du mir zwar bethört den jungen Sinn:&#10;Jetzt seh′ ich daß dein Sohn sey ohne wahn vnd Witzen /&#10;Du aber / Venus / selbst ein′ edle Kuplerinn.&#10;Dein Wesen ist ein Marckt da Leid wird feil getragen /&#10;Ein Winckel da verdruß vnd Wehmuth jnnen steht /&#10;Ein′ Herberg′ aller Noth / ein Siechhauß vieler Plagen /&#10;Ein Schiff der Pein / ein Meer da Tugend vntergeht.&#10;Wo soll die Schönheit seyn / wann alles wird vergehen /&#10;Die Lippen von Corall / diß Alabaster Bild /&#10;Die Augen so jhr seht gleich als zwo Sonnen stehen /&#10;Der rothe Rosenmund / der weissen Brüste Schild?&#10;Sie sollen / vnd wir auch als Asch′ vnd Staub entfliehen /&#10;Vnd allzugleiche gehn den Weg der Eitelkeit:&#10;Pracht / Hoffart / Gut vnd Geld / vmb das wir vns so mühen /&#10;Wird Wind vnd Flügel noch bekommen mit der Zeit.&#10;Ich laß′ es alles stehn: das Ende meiner Jugend /&#10;Vnd Frucht der Liebeslust beschließ′ ich gantz hierein:&#10;Ein Werck das höher ist / der Anfang meiner Tugend /&#10;Ob dieses gleich verdirbt / soll nimmer sterblich seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beschränkt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beschraenkt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beschraenkt/</guid><description>&lt;p&gt;Halt dein Rößlein nur im Zügel,&#10;Kommst ja doch nicht allzuweit.&#10;Hinter jedem neuen Hügel&#10;Dehnt sich die Unendlichkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nenne niemand dumm und säumig,&#10;Der das Nächste recht bedenkt.&#10;Ach, die Welt ist so geräumig,&#10;Und der Kopf ist so beschränkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beschreibung vollkommener schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beschreibung-vollkommener-schoenheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beschreibung-vollkommener-schoenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Ein haar so kühnlich trotz der Berenice spricht/&#10;Ein mund/ der rosen führt und perlen in sich heget/&#10;Ein zünglein/ so ein gifft vor tausend hertzen träget/&#10;Zwo brüste/ wo rubin durch alabaster bricht/&#10;Ein hals/ der schwanen-schnee weit weit zurücke sticht/&#10;Zwey wangen/ wo die pracht der Flora sich beweget/&#10;Ein blick/ der blitze führt und männer niederleget/&#10;Zwey armen/ derer krafft offt leuen hingericht/&#10;Ein hertz/ aus welchem nichts als mein verderben quillet/&#10;Ein wort/ so himmlisch ist/ und mich verdammen kan/&#10;Zwey hände/ derer grimm mich in den bann gethan/&#10;Und durch ein süsses gifft die seele selbst umhüllet/&#10;Ein zierrath/ wie es scheint/ im paradieß gemacht/&#10;Hat mich um meinen witz und meine freyheit bracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beschwer über den Bart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beschwer-ueber-den-bart/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beschwer-ueber-den-bart/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist bey schönem Mund ein starck gewachsner Bart/&#10;Der Liebe Wespen-Nest/ ein Dornstrauch um die Rosen/&#10;Ein Stoppel süsser Frucht/ ein scharffer Distel-Zaun/&#10;Ein Schrancken/ welchen wir den Hafen sperren schaun/&#10;Ein spitzer Schifer-Felß in stiller Venus-Fahrt?&#10;Wer preist die Käste/ so die Stachel-Schale deckt.&#10;Die Perle/ welche noch in rauher Muschel steckt?&#10;Mit was für Anmutt ist dem Barte liebzukosen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Besinnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/besinnung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/besinnung/</guid><description>&lt;p&gt;Gelassen, ihr Starken!&#10;Die Stunde, sie eilt:&#10;Und Lachen und Weinen,&#10;Es will nur was scheinen,&#10;Solang es verweilt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All Gutes und Schlimmes&#10;Muß flüchtig vorbei -&#10;So schwer wir′s gewogen,&#10;So leicht ist′s verflogen,&#10;Was immer es sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wird uns aus allem&#10;Ein Wesen gebaut:&#10;Weil wir es genossen,&#10;Weil uns es verdrossen,&#10;Und weil wir′s geschaut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beständigkeit im Wechsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bestaendigkeit-im-wechsel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bestaendigkeit-im-wechsel/</guid><description>&lt;p&gt;Pfeil nur, sagst du, kann verwunden&#10;Und wer berührt von ihm, den Strahl&#10;So recht in tiefster Brust empfunden,&#10;Der liebe nicht zum zweitenmal? –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht ihr denn nicht, in jedem Lenze&#10;Erwacht ein ganzes Blumenreich,&#10;Und allwärts schmücken frische Kränze,&#10;Die Flur, die erst vom Winter bleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Baum treibt seine Blätterwonne,&#10;Es glänzt das Laub, es schwillt die Frucht;&#10;Er hat des neuen Frühlings Sonne,&#10;Sie ihn mit gleicher Brunst gesucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bestimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bestimmung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bestimmung/</guid><description>&lt;p&gt;Als der Herr die Ros’ erschaffen,&#10;Sprach er: du sollst blühn und duften!&#10;Als er hieß die Sonne werden,&#10;Sprach er: du sollst glühn und wärmen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als der Herr die Lerch’ erschaffen,&#10;Sprach er: flieg’ empor und singe!&#10;Als geformt des Mondes Scheibe,&#10;Sprach er: rolle hin und leuchte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als der Herr das Weib erschaffen,&#10;Sprach er: sei geliebt und liebe!&#10;Aber als er dich erschaffen,&#10;Hat er wohl dieß Wort vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Besuch in Urach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/besuch-in-urach/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/besuch-in-urach/</guid><description>&lt;p&gt;Nur fast so wie im Traum ist mir&amp;rsquo;s geschehen,&#10;Daß ich in dies geliebte Tal verirrt.&#10;Kein Wunder ist, was meine Augen sehen,&#10;Doch schwankt der Boden, Luft und Staude schwirrt,&#10;Aus tausend grünen Spiegeln scheint zu gehen&#10;Vergangne Zeit, die lächelnd mich verwirrt;&#10;Die Wahrheit selber wird hier zum Gedichte,&#10;Mein eigen Bild ein fremd und hold Gesichte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da seid ihr alle wieder aufgerichtet,&#10;Besonnte Felsen, alte Wolkenstühle!&#10;Auf Wäldern schwer, wo kaum der Mittag lichtet&#10;Und Schatten mischt mit balsamreicher Schwüle.&#10;Kennt ihr mich noch, der sonst hieher geflüchtet,&#10;Im Moose, bei süß-schläferndem Gefühle,&#10;Der Mücke Sumsen hier ein Ohr geliehen,&#10;Ach, kennt ihr mich, und wollt nicht vor mir fliehen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Beten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/beten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/beten/</guid><description>&lt;p&gt;Als mein Gebet&#10;immer andächtiger und innerlicher wurde,&#10;da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.&#10;Zuletzt wurde ich ganz still.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wurde,&#10;was womöglich noch ein größerer Gegensatz&#10;zum Reden ist,&#10;ich wurde ein Hörer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich meinte erst, Beten sei Reden.&#10;Ich lernte aber,&#10;daß Beten nicht bloß Schweigen ist,&#10;sondern hören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ist es:&#10;Beten heißt nicht sich selbst reden hören.&#10;Beten heißt:&#10;Still werden und warten,&#10;bis der Betende Gott hört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Betörung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/betoerung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/betoerung/</guid><description>&lt;p&gt;Nun bist du, Seele, wieder deinem Traum&#10;Und deiner Sehnsucht selig hingegeben.&#10;In holdem Feuer glühend fühlst du kaum,&#10;Daß Schatten alle Bilder sind, die um dich leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn nächtelang war deine Kammer leer.&#10;Nun grüßen dich, wie über Nacht die Zeichen&#10;Des jungen Frühlings durch die Fenster her,&#10;Die neuen Schauer, die durch deine Seele streichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weißt doch: niemals wird Erfüllung sein&#10;Den Schwachen, die ihr Blut dem Traum verpfänden,&#10;Und höhnend schlägt das Schicksal Krug und Wein&#10;Den ewig Dürstenden aus hochgehobnen Händen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Betrachtung der Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/betrachtung-der-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/betrachtung-der-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen /&#10;Mein sind die Jahre nicht / die etwa möchten kommen&#10;Der Augenblick ist mein / und nehm′ ich den in acht&#10;So ist der mein / der Jahr und Ewigkeit gemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bewöllkter Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bewoellkter-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bewoellkter-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Der Klee hat sich gefaltet,&#10;Die Sonne geht zur Ruh′,&#10;In Wolken wie erkaltet&#10;Sinkt sie der Tiefe zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch ehe sie geschieden,&#10;Ihr Blick sich schon verlor,&#10;Der Seele selbst, der müden,&#10;Legt sich ein Schleier vor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bey Zurückstellung eines weissen Tuchs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bey-zurueckstellung-eines-weissen-tuchs/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bey-zurueckstellung-eines-weissen-tuchs/</guid><description>&lt;p&gt;Auch dich darf ich nicht länger mehr besitzen!&#10;So kehre dann mit Dank und mit Gesang&#10;Zurück, zu dem, der, mich vor Frost zu schützen,&#10;Sorgfältig dich um meinen Busen schlang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie leise schlug mein Herz, von dir bedecket,&#10;Zwar unbemerkt, doch warm für deinen Herrn!&#10;Von keiner bangen Ahndung aufgeschrecket,&#10;Wähnt&amp;rsquo; ich das Ende seiner Liebe fern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nur zu bald begann er mich zu fliehen,&#10;Und meidet nun mit Kälte jeden Blick.&#10;Er hat dich, wie sein Herz, mir nur geliehen;&#10;Und fodert beydes nun von mir zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>bfirr bfirr...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bfirr-bfirr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bfirr-bfirr/</guid><description>&lt;p&gt;bfirr bfirr&#10;ongog&#10;rorr sss&#10;dumpa&#10;feif dirri&#10;chu gaba&#10;raur&#10;ss&lt;/p&gt;</description></item><item><title>bii bill</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bii-bill/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bii-bill/</guid><description>&lt;p&gt;bii bill&#10;bee bell&#10;baa ball&#10;bemm bemm&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bee bill&#10;bii bell&#10;baa ball&#10;bemm bumm&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bee bill&#10;bii bell&#10;baa ball&#10;bimm bimm&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bemm bemm&#10;bumm bumm&#10;bimm bimm&#10;bemm bemm&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bild eines Frauenzimmers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bild-eines-frauenzimmers/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bild-eines-frauenzimmers/</guid><description>&lt;p&gt;Man lösche/ weil es geht/ der Jugend heisse Flammen/&#10;Wie bald schlägt über uns der Jahre Last zusammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bilder Neapels</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bilder-neapels/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bilder-neapels/</guid><description>&lt;p&gt;(1827)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fremdling, komm in das große Neapel, und sieh′s, und stirb!&#10;Schlürfe Liebe, genieß des beweglichen Augenblicks&#10;Reichsten Traum, des Gemütes vereitelten Wunsch vergiß,&#10;Und was Quälendes sonst in das Leben ein Dämon wob:&#10;Ja, hier lerne genießen, und dann, o Beglückter, stirb! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Halbzirkel umher, an dem lachenden Golf entlang,&#10;Unabsehlich benetzt von dem laulichen Wogenschwall,&#10;Liegt von Schiffen und hohen Gebäuden ein weiter Kreis;&#10;Wo sich zwischen die Felsengeklüfte des Bacchus Laub&#10;Drängt, und stolz sich erhebt in die Winde der Palmenschaft. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bilder über Shakespeare</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bilder-ueber-shakespeare/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bilder-ueber-shakespeare/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist der Regenbogen - ausposaunt&#10;Ist seine Schönheit allen Ohren,&#10;Von Neuem aber unser Auge staunt&#10;In seine Farbenpracht verloren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist der Blitz, der von der Wetterlast&#10;Die bange Erde oft entbindet -&#10;Und doch hat dein Gedanke, frisch erfaßt,&#10;Mir immer neu ins Herz gezündet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist der sonnbeglänzte Wasserfall,&#10;So oft beschaut, so vielbewundert -&#10;Versunken in den reichen Glanz und Schall&#10;Steht vor ihm jegliches Jahrhundert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bindebrieff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bindebrieff/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bindebrieff/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Sitten, diese Gaben,&#10;Diese keusche Freundlichkeit,&#10;Welcher Glantz euch hat erhaben,&#10;Daß ihr Liebens würdig seyd,&#10;Uebertrifft der Sachen Preiß,&#10;Die man sonst zu finden weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch mein williges Gemühte,&#10;Darmit ich euch zugethan,&#10;Uebertrifft deß Bandes Güte,&#10;Welches ich jetzt knüpffen kan;&#10;Weil der Sinn nun nicht gebricht,&#10;So verschmeht das Band auch nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott, der euch die Ziehr gegeben,&#10;Lasse den gewündschten Tag&#10;Euch mit Freuden bald erleben,&#10;Daß ein Band euch binden mag,&#10;Das vom Himmel selbst erkiest&#10;Und der Schönheit würdig ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Biß auf den Mund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/biss-auf-den-mund/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/biss-auf-den-mund/</guid><description>&lt;p&gt;Alles, was ich seh an dir,&#10;Deiner Stellung, Wonn und Zier:&#10;Deiner Wangen freundlich Lachen,&#10;Wann sie Rosengrüblein machen,&#10;Deiner Augen Schertz und Spiel,&#10;Wann sie sind der Meinen Ziel:&#10;Deiner Lippen lieblich Küssen,&#10;Wann sie sich zusammen schliessen:&#10;Deiner Hände Deuteley:&#10;Deiner Füsse Schockeley:&#10;Aller deiner Glieder Sitten,&#10;Wenn sie mich sehn dich so bitten;&#10;Nymphe, sprechen sämmtlich Ja:&#10;Nein, spricht blos der Mund allda.&#10;Wann es sol zum halten kommen,&#10;Daß er müste gar verstummen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bist Du schön?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bist-du-schoen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bist-du-schoen/</guid><description>&lt;p&gt;Bist du schön? Ich kann′s nicht sagen,&#10;Doch der reinsten Schönheit Licht&#10;Will so leuchtend mir nicht tagen,&#10;Als dein liebes Angesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit der Anmuth Huldgeschenken&#10;Hebst in unbekannter Macht&#10;Du zur Schönheit all mein Denken,&#10;Hab′ ich auch nur dich gedacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bitte/</guid><description>&lt;p&gt;Dir, Satan, Lob und Preis im hohen Himmelszelt,&#10;Wo du geherrscht dereinst, bis zu der finstren Welt,&#10;Wo du besiegt nun ruhst und träumst in tiefem Schweigen!&#10;Lass meine Seele sich ganz nahe zu dir neigen,&#10;Wenn der Erkenntnisbaum sein üppiges Geäst&#10;Hoch über deinem Haupt zum Tempel werden lässt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bitter ist die Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bitter-ist-die-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bitter-ist-die-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Bitter ist die Welt und nicht&#10;Ohne Kandel zu genießen;&#10;Doch ich kenne Lippen, die&#10;Diese ganze Welt versüßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blandusische Quelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blandusische-quelle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blandusische-quelle/</guid><description>&lt;p&gt;Wandre nur vor, es umgrünen dich wild der Sabiner Gebirge,&#10;Folge dem Strom, es entragt einsam Licenza dem Fels,&#10;Unter Kastanien erreichst du den Kies, wo der dicht′rische Quell rinnt;&#10;Trink! noch sprudelt der Quell, aber der Genius fehlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blanke Nächte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blanke-naechte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blanke-naechte/</guid><description>&lt;p&gt;Melodien eines Mondsüchtigen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Werdender Mond&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die hohen Pappeln starren eisendunkel.&#10;Schwarzblaue Steine glimmen im grauen Wiesentau.&#10;Bleich fließt die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eisgrüne Meere ziehen durch den tiefen Äther,&#10;Und ihre lichten Wellen rühren an mein Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blau, in aschenweißen Fluten,&#10;Schwingt ein dunkel Echo meines Körpers.&#10;Bleich, von meinem Fleisch,&#10;Reg entzündet Augen, meine Augen,&#10;Und mit der blassen Strömung fließt mein blaues Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jasmin schwimmt heller aus den tiefen Büschen.&#10;Seidenglanz gleißt durch das blaue Gras.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blätterfall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blaetterfall/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blaetterfall/</guid><description>&lt;p&gt;Der Herbstwald raschelt um mich her.&#10;Ein unabsehbar Blättermeer&#10;Entperlt dem Netz der Zweige.&#10;Du aber, dessen schweres Herz&#10;Mitklagen will den großen Schmerz:&#10;Sei stark, sei stark und schweige!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du lerne lächeln, wenn das Laub&#10;Dem leichteren Wind ein leichter Raub&#10;Hinabschwankt und verschwindet.&#10;Du weißt, dass just Vergänglichkeit&#10;Das Schwert, womit der Geist der Zeit&#10;Sich selber überwindet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blauer Abend in Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blauer-abend-in-berlin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blauer-abend-in-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel fließt in steinernen Kanälen;&#10;Denn zu Kanälen steilrecht ausgehauen&#10;Sind alle Straßen, voll vom Himmelblauen.&#10;Und Kuppeln gleichen Bojen, Schlote Pfählen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Wasser. Schwarze Essendämpfe schwelen&#10;Und sind wie Wasserpflanzen anzuschauen.&#10;Die Leben, die sich ganz im Grunde stauen,&#10;Beginnen sacht vom Himmel zu erzählen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gemengt, entwirrt nach blauen Melodien.&#10;Wie eines Wassers Bodensatz und Tand&#10;Regt sie des Wassers Wille und Verstand&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Dünen, Kommen, Gehen, Gleiten, Ziehen.&#10;Die Menschen sind wie grober bunter Sand&#10;Im linden Spiel der großen Wellenhand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blauer Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blauer-himmel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blauer-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;So liebe ich dich nicht;&#10;doch wenn der Sturm durch deine Weiten brüllt&#10;und wenn die Wolken wiederum&#10;wie Winterwölfe durch dich fahren&#10;heißhungrig und vor Hunger stumm,&#10;wird meine Unruh offenbaren,&#10;wie ich nach deiner Freiheit lechze.&#10;So liebe ich dich nicht,&#10;so nicht in deinem wolkenlosen Prahlen,&#10;denn diese prahlerische Reinheit&#10;drückt mich tot, wie man ein Blatt zerdrückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bläuliche Flammen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blaeuliche-flammen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blaeuliche-flammen/</guid><description>&lt;p&gt;In dieser Nacht sah ich ein Kind,&#10;Das lachte mich an.&#10;Es hat das Lachen in dieser Nacht&#10;Mir wohlgethan.&#10;Über die Haide wogten&#10;Große bläuliche Flammen.&#10;Die haben den Himmel ganz hell gemacht,&#10;Dazu hat das Kind noch viel mehr gelacht.&#10;Wir lachten beide zusammen&#10;Über die bläulichen Flammen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bleiche Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bleiche-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bleiche-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Der Nebel staut sich,&#10;Hütten dunkeln,&#10;Dorfgiebel huschen über Lichtern hin,&#10;noch bleicher scheint die Nacht;&#10;die jagende Wagenkette,&#10;schwenkend, strafft sich,&#10;die Maschine heult Warnung,&#10;und vorbei.&#10;Ein entlaubter Kirchhof,&#10;und wieder kreisen&#10;um mein klirrendes Fenster&#10;die öden Wiesen,&#10;huschen Büsche,&#10;eilt der fahle Streifen Horizont&#10;auf den kriechenden Wäldern hin;&#10;mich fröstelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei Monate:&#10;da war die Mondnacht anders hier.&#10;Wie auf Wolken&#10;trug der kleine Kahn des stummen Fischers&#10;uns den Fluß hinab;&#10;selbst die Schatten gaben Licht.&#10;An meiner Seite saß ein Freund,&#10;und ich sagte ihm&#10;all mein Herzensbangen für ihr Glück.&#10;Und über ihrem Giebel,&#10;unterm Baldachin der Königspappel,&#10;als wir durch die Brücke bogen,&#10;stand groß und strahlend&#10;wie in einem Tabernakel&#10;der goldne Mond&#10;und senkte flimmernd auf das Moos des Daches&#10;sein grünes Haar.&#10;Heute aber, als ich Abschied nahm,&#10;achselzuckt ich: mein Fräulein, Glück - ??&#10;Und jener Freund&#10;dachte wohl schon damals:&#10;du Tropf und Schuft! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blick ins Licht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blick-ins-licht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blick-ins-licht/</guid><description>&lt;p&gt;Still von Baum zu Bäumen schaukeln&#10;meinen Kahn die Uferwellen;&#10;märchenblütenblau umgaukeln&#10;meine Fahrt die Schilflibellen,&#10;Schatten küssen den Boden der Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die dunkle Wölbung der Erlen&#10;- welch ein funkelndes Verschwenden -&#10;streut die Sonne mit goldenen Händen&#10;silberne Perlen&#10;in die smaragdenen Wirbel der Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die Flucht der Strahlen schweben&#10;bang nach oben meine Träume,&#10;wo die Bäume&#10;ihre krausen Häupter heben&#10;in des Himmels ruhige Flut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blinde Kuh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blinde-kuh/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blinde-kuh/</guid><description>&lt;p&gt;O liebliche Therese!&#10;Wie wandelt gleich in′s Böse&#10;Dein offnes Auge sich!&#10;Die Augen zugebunden,&#10;Hast du mich schnell gefunden,&#10;Und warum fingst du eben mich?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du faßtest mich auf′s Beste,&#10;Und hieltest mich so feste;&#10;Ich sank in deinen Schoß.&#10;Kaum warst du aufgebunden,&#10;War alle Lust verschwunden;&#10;Du ließest kalt den Blinden los.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er tappte hin und wider,&#10;Verrenkte fast die Glieder,&#10;Und alle foppten ihn.&#10;Und willst du mich nicht lieben,&#10;So geh′ ich stets im Trüben&#10;Wie mit verbundnen Augen hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blühen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bluehen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bluehen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Mädchen in den ersten Tagen  Des Frühlings sind so wunderbar.  Noch wissen sie es nicht zu sagen  Und fühlen doch wie Kronentragen  Die Blüten hoch in ihrem Haar.&#10;Des Windes leisen Violinen  Wandern sie nach im Lenzgebet,  Und eine Sehnsucht ist in ihnen,  Die ihre blassen Träumermienen  Mit vielen Feuern überweht.&#10;Und aller Dinge dumpfes Streben  Gewinnt in ihnen seinen Sinn.  Der jungen Erde Rausch und Beben,  Sie tragen es mit ihrem Leben  Schon träumend in den Frühling hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blume und Duft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blume-und-duft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blume-und-duft/</guid><description>&lt;p&gt;In Frühlings Heiligtume,&#10;Wenn dir ein Duft an′s Tiefste rührt,&#10;Da suche nicht die Blume,&#10;Der ihn ein Hauch entführt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Duft läßt Ew′ges ahnen,&#10;Von unbegrenztem Leben voll;&#10;Die Blume kann nur mahnen,&#10;Wie schnell sie welken soll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blumen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blumen/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Augenarzt von seinen Kranken&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kommen aus dem Schoß der Nacht;&#10;Doch wären unten sie geblieben,&#10;Wenn nicht das Licht mit seiner Macht&#10;Hinauf ins Leben sie getrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holdselig aus der Erde bricht′s&#10;Und blüht nun über alle Schranken;&#10;Du bist der Freund des holden Lichts;&#10;Laß dir des Lichtes Kinder danken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blumen des Gartens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blumen-des-gartens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blumen-des-gartens/</guid><description>&lt;p&gt;Liebster, wilst du meiner warten,&#10;Bis die Sonne bricht herfür,&#10;Und mich führen in den Garten&#10;Durch der Andacht schöne Thür,&#10;Zarter Blumen Lieblichkeit&#10;In der süßen Frühlingszeit&#10;Mit Verwundern zu besehen,&#10;Ei, so kom und laß uns gehen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jesu, sol ich deinen Augen&#10;Einmal recht gefällig sein,&#10;Sol mein Schmuck nur etwas taugen,&#10;Sol ich prangen hell und rein&#10;Dir zur Ehr und mir zum Ruhm:&#10;Ei, so must du manche Blum′&#10;An den klaren Tugendbächen,&#10;Mich zu zieren, freundlich brechen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blumen und Dornen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blumen-und-dornen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blumen-und-dornen/</guid><description>&lt;p&gt;Blumenkränze entführt dem Menschen der leiseste Westwind,&#10;Dornenkronen jedoch nicht der gewaltigste Sturm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blumengruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blumengruss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blumengruss/</guid><description>&lt;p&gt;Der Strauß, den ich gepflücket,&#10;Grüße dich vieltausendmal!&#10;Ich habe mich oft gebücket,&#10;Ach, wohl eintausendmal,&#10;Und ihn ans Herz gedrücket&#10;Wie hunderttausendmal!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blutende Eiche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/blutende-eiche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/blutende-eiche/</guid><description>&lt;p&gt;Heinrich von Kleist&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blumen sind hervorgebrochen,&#10;Die zittern voll Blut&#10;Und können nicht sagen,&#10;Was da war&amp;hellip;&#10;Klagende Farben&amp;hellip;&#10;Blutende Eiche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Blüthenregen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bluethenregen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bluethenregen/</guid><description>&lt;p&gt;Welch frohes Wallen!&#10;Welch bunter Gruß!&#10;Die Blüthen fallen&#10;Vor deinen Fuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch was dies Blinken,&#10;Hast du′s bedacht?&#10;Ein seufzend Sinken&#10;In Todesnacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bohren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bohren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bohren/</guid><description>&lt;p&gt;Man muß das Brett bohren,&#10;wo es am dicksten ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bologna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bologna/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bologna/</guid><description>&lt;p&gt;Zu dir wall′ ich, alte Stadt,&#10;Um den alten Goldschmidt,&#10;Den theuren Freund,&#10;Näher und näher zu kennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch kühnes Wollen&#10;Verkünden uns hier die Bilder Francia′s!&#10;Edler Greis,&#10;Der du so sehnsüchtig&#10;Ein Werk des verwandten&#10;Größern Rafaels erharrtest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer darf die Kunst ausmessen&#10;Und ihre Grenzen ziehn?&#10;Wer kann die Ewigkeit beschränken? –&#10;Nur wer die kleine Gegenwart&#10;Als den Mittelpunkt alles Daseyns erkennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bonnet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bonnet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bonnet/</guid><description>&lt;p&gt;Wolken erheben sich nie bis zur Stirn dieses heiligen Greises,&#10;Und in Aurorens Gestalt winkt ihm der lächelnde Tod.&#10;So wie der Hirt auf den Alpen in sonniger Heitre den Donner&#10;Hört aus umnachtetem Thal, hört er der Leidenschaft Sturm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bonzenblues</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bonzenblues/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bonzenblues/</guid><description>&lt;p&gt;Sei dankbar, Volk, den Edlen, die dich leiten,&#10;der Obrigkeit, die stets dein Heil bedenkt.&#10;Willst du dir selber dein Geschick bereiten,&#10;bald wär die Karre in den Sumpf gelenkt.&#10;Was weißt denn du, was für dein Wohlsein nötig ist?&#10;Das Volk gehorche, weil es brägenklötig ist.&#10;Der höhern Einsicht füge dich beizeiten,&#10;und frag nicht lang, warum der Staat dich hängt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vertraue, Volk, den Bonzen der Parteien,&#10;geborgen ist dein Glück in ihrem Schoß.&#10;Wenn du sie wählst, wolln alle dich befreien,&#10;wenn sie gewählt sind, melken sie dich bloß.&#10;Stell dir doch vor, wenn niemand dich regieren soll,&#10;wovon dein Bonze dann noch existieren soll.&#10;Der ganze Landtag müßt vor Hunger schreien.&#10;Selbst die Abortfrau wäre arbeitslos.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Botenart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/botenart/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/botenart/</guid><description>&lt;p&gt;Der Graf kehrt heim vom Festturnei,&#10;Da wallt an ihm sein Knecht vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hallo, woher des Wegs, sag’ an!&#10;Wohin, mein Knecht, geht deine Bahn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Ich wandle, daß der Leib gedeih’,&#10;Ein Wohnhaus such’ ich mir nebenbei.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Wohnhaus? Nun, sprich grad’ heraus,&#10;Was ist geschehn bei uns zu Haus?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Nichts Sonderlich’s! Nur todeswund&#10;Liegt euer kleiner weißer Hund.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein treues Hündchen todeswund!&#10;Sprich, wie begab sich’s mit dem Hund?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Botschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/botschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/botschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Du sollst wieder fühlen, daß alle stark und jungen Kräfte dich umschweifen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß nichts stille steht, daß Gold des Himmels um dich kreist und Sterne dich umwehn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß Sonne und Abend niederfällt und Winde über blaue Meeressteppen gehn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du sollst durch Sturz und Bruch der Wolken wilder in die hellgestürmten Himmel greifen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meintest du, die sanften Hafenlichter könnten deine Segel halten,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die sich blähen wie junge Brüste, ungebärdig drängend unter dünner LinnenHut?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brautnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brautnacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brautnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Im Schlafgemach, entfernt vom Feste,&#10;Sitzt Amor, dir getreu, und bebt,&#10;Daß nicht die List mutwill′ger Gäste&#10;Des Brautbetts Frieden untergräbt.&#10;Es blinkt mit mystisch heil′gem Schimmer&#10;Vor ihm der Flammen blasses Gold;&#10;Ein Weihrauchswirbel füllt das Zimmer,&#10;Damit ihr recht genießen sollt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde,&#10;Der deiner Gäste Lärm verjagt!&#10;Wie glühst du nach dem schönen Munde,&#10;Der bald verstummt und nichts versagt!&#10;Du eilst, um alles zu vollenden,&#10;Mit ihr in′s Heiligtum hinein;&#10;Das Feuer in des Wächters Händen&#10;Wird wie ein Nachtlicht still und klein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brautwerbung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brautwerbung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brautwerbung/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr kennt ja all&amp;rsquo; die Liebe nicht,&#10;die in mir glüht, die in mir stürmt&#10;wie unerfüllte Weltenpflicht.&#10;Das Feuer hat sich aufgetürmt&#10;in meiner Seele Einsamkeit&#10;und brennt wie Steppenbrand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du! mit dem roten jungen Mund&amp;hellip; .&#10;Du weichst zurück in banger Scheu?&#10;Und nennst mein Fühlen ungesund.&#10;Es blieb dem tiefen Drang getreu&#10;dem Mittage der Frühlingszeit&#10;im Sonnenland.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du! mit den Augen jugendcharme&amp;hellip; .&#10;Du schlägst sie nieder angsterfüllt?&#10;Und fürchtest, dass mein Flammenarm&#10;dich an sich reißt in Nächten wild.&#10;Nimm dir zum Schatz den Erdenmann,&#10;ihn friert selbst in der Sonne Glut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brennende Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brennende-einsamkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brennende-einsamkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Brennende Einsamkeit&#10;Schreit,&#10;Gestalten kommen hervor, wo Völker modern,&#10;Winkend die Fackeln der Himmel lodern,&#10;Und da ich noch suche die Weite,&#10;So schmiegt es sich mir an die Seite&#10;Und lacht mir so nah′ mit lebendigen Sternen,&#10;Wie du sie nicht fandest in müdesten Fernen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brennende Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brennende-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brennende-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Und willst du wissen, warum&#10;So sinnend ich manche Zeit,&#10;Mitunter so töricht und dumm,&#10;So unverzeihlich zerstreut,&#10;Willst wissen auch ohne Gnade,&#10;Was denn so Liebes enthält&#10;Die heimlich verschlossene Lade,&#10;An die ich mich öfters gestellt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Augen hab′ ich gesehn,&#10;Wie der Strahl im Gewässer sich bricht,&#10;Und wo zwei Augen nur stehn,&#10;Da denke ich an ihr Licht.&#10;Ja, als du neulich entwandtest&#10;Die Blume vom blühenden Rain,&#10;Und »Oculus Christi« sie nanntest,&#10;Da fielen die Augen mir ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brief in die Heimat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/brief-in-die-heimat/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/brief-in-die-heimat/</guid><description>&lt;p&gt;Was locket ihr, was winkest du&#10;O Vaters Hof und Garten?&#10;Wie darf ich nun in schnöder Ruh&#10;Der stillen Felder warten?&#10;Das wäre mir ein schlechter Ruhm,&#10;An Haus und Gut und Eigenthum&#10;In solcher Zeit zu denken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Preußen, süßes Heimatland,&#10;Du bist mir nimmer ferne,&#10;Du heil′ges Meer, mein Ostseestrand,&#10;Ich grüßt′ euch gar zu gerne:&#10;Wo ich die früh′ste Lust empfand,&#10;Wo mich die erste Liebe band,&#10;Da blüht ein Garten Gottes.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bruder Straubingers Kulturgeschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bruder-straubingers-kulturgeschichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bruder-straubingers-kulturgeschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Im Anfang war es finster,&#10;Ja finster in dem Bauch,&#10;Doch als die Sonn am Himmel stand&#10;Und Aufklärung im ganzen Land,&#10;Bliebs finster in dem Bauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es jammerten Propheten,&#10;So finster sei′s im Bauch.&#10;Zu ändern war es nimmermehr,&#10;Und ob sie jammern noch so sehr,&#10;Bleibt′s finster in dem Bauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wissenschaft erblühte,&#10;Daß hell es würd′ im Bauch;&#10;Das Mikroskop so kühn und fein&#10;Drang in den tiefsten Winkel ein,&#10;Doch finster blieb′s im Bauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bruders Heldentod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bruders-heldentod/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bruders-heldentod/</guid><description>&lt;p&gt;Ich schwör′s bei Gottes Sternen:&#10;Ich will sein Erbe sein,&#10;Wir können das Lachen verlernen,&#10;Doch nicht das Tapfersein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Brüderschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/bruederschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/bruederschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Im Krug zum grünen Kranze&#10;Da kehrt ich durstig ein:&#10;Da saß ein Wandrer drinnen&#10;Am Tisch bei kühlem Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Glas war eingegossen,&#10;Das wurde nimmer leer;&#10;Sein Haupt ruht′ auf dem Bündel,&#10;Als wär′s ihm viel zu schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich tät mich zu ihm setzen,&#10;Ich sah ihm ins Gesicht,&#10;Das schien mir gar befreundet,&#10;Und dennoch kannt ich′s nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sah auch mir ins Auge&#10;Der fremde Wandersmann,&#10;Und füllte meinen Becher,&#10;Und sah mich wieder an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Buch des Krieges</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buch-des-krieges/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buch-des-krieges/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Freund du, gebrochenes Auge nun,&#10;Gebrochener Blick wie der des erschossenen Hasen&#10;Oder verächtlichen, kalten Verräters -&#10;Zwölf Jahre gemeinsam sprang uns der Zeitwind entgegen,&#10;Schweigsam teilten wir Bücher und Brot,&#10;Teilten im Schulhaus die Bänke,&#10;Des Lebenshindranges rauschende Not,&#10;Einigen Sinnes Erkennung und Lehre,&#10;Freund, dein Auge ist tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darum deine Mutter im Kummer nun geht,&#10;Harmvoll, seufzend, doch schlicht in der Menge,&#10;Darum Klein-Schwester, Klein-Brüder zu frühe schon spüren&#10;Verfinsternd qualmendes Schicksalgewitter&#10;Und mächtiges Mähen des Todes.&#10;Leer ist dein Bett in der ärmlichen Kammer&#10;Und dein Platz am Tische des Mittags.&#10;Und darum, daß niemand mehr wartet auf dich,&#10;Geht grau deine Mutter im Kummer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Buch des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buch-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buch-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Haß, als Minus und vergebens,&#10;Wird vom Leben abgeschrieben.&#10;Positiv im Buch des Lebens&#10;Steht verzeichnet nur das Lieben.&#10;Ob ein Minus oder Plus&#10;Uns verblieben, zeigt der Schluß&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bücher-menge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buecher-menge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buecher-menge/</guid><description>&lt;p&gt;Deß Bücherschreibens ist so viel; man schreibet sie mit hauffen.&#10;Niemand wird Bücher schreiben mehr, so niemand sie wird kauffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Buchhändler-Anzeige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buchhaendler-anzeige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buchhaendler-anzeige/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts ist der Menschheit so wichtig, als ihre Bestimmung zu kennen:&#10;Um zwölf Groschen Courant wird sie bei mir jetzt verkauft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Buchspeise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buchspeise/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buchspeise/</guid><description>&lt;p&gt;Ein anregendes Buch: eine Speise, die hungrig macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Buddha</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buddha/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buddha/</guid><description>&lt;p&gt;Als ob er horchte. Stille: eine Ferne&amp;hellip;&#10;Wir halten ein und hören sie nicht mehr.&#10;Und er ist Stern. Und andre große Sterne,&#10;die wir nicht sehen, stehen um ihn her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O er ist alles. Wirklich, warten wir,&#10;daß er uns sähe? Sollte er bedürfen?&#10;Und wenn wir hier uns vor ihm niederwürfen,&#10;er bliebe tief und träge wie ein Tier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann das, was uns zu seinen Füßen reißt,&#10;das kreist in ihm seit Millionen Jahren.&#10;Er, der vergißt, was wir erfahren,&#10;und der erfährt, was uns verweist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Buddha und der Knabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/buddha-und-der-knabe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/buddha-und-der-knabe/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Kniee sind scharf und überaus flüchtig.&#10;Deine Brust ist voll heißer Ranken unzüchtig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Leib schlägt weiße Bogen und schnellt sich durchs Zimmer.&#10;Deine Lippen sind Blutegel in bläulichem Schimmer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine satten Lippen, wie sie sich strotzend ringeln!&#10;Wenn du küssest, wühlt sich dein Haupt ein bis zu den Lockenkringeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höre, du mein Zögling, Gesell und Buhlknabe,&#10;Was ich hinter deinen auftrotzenden Augensternen erschaut habe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du willst meine Hände, die sich in Weisheit falten,&#10;Einnehmen mit allen Sturm- und Honiggewalten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cabaret Royal-Orpheum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cabaret-royal-orpheum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cabaret-royal-orpheum/</guid><description>&lt;p&gt;Mir ist als ob ich schon gezeichnet wäre&#10;Und auf der Totenliste stünde.&#10;Es hält mich ab von mancher Sünde.&#10;Wie langsam ich am Leben zehre!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ängstlich sind oft meine Schritte,&#10;Mein Herz hat einen kranken Schlag&#10;Und schwächer wird&amp;rsquo;s mit jedem Tag.&#10;Ein Todesengel steht in meines Zimmers Mitte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch tanz ich bis zur Atemnot.&#10;Bald werde ich im Grabe liegen&#10;Und niemand wird sich an mich schmiegen.&#10;Ach, küssen will ich bis zum Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Calderon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/calderon/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/calderon/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Zaubergarten liegt im Meeresgrunde;&#10;Kein Garten, nein, aus künstlichen Krystallen&#10;Ein Wunderschloß, wo blitzend von Metallen,&#10;Die Bäumchen sprossen aus dem lichten Grunde;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Meer, wo oben, seitwärts, in die Runde,&#10;Farbige Flammenwogen uns umwallen,&#10;Doch kühlend, duftend alle Sinne allen&#10;Entrauben, süß umspielend jede Wunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht Zaub′rer bloß von diesen Seligkeiten,&#10;Bezaubert selbst wohnet, zum schönsten Lohne,&#10;Im eignen Garten selig selbst der Meister;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum sollen alle Feen auch bereiten&#10;Des Dichterhimmels diamantne Krone,&#10;Dir, Calderon! du Sonnenstrahl der Geister.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Canova (4)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-4/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-4/</guid><description>&lt;p&gt;Traurige Zeit, es ist wahr, die griechische Kunst war dem Leben&#10;Nah′, und es borgte der Gott sich von dem Menschen die Form.&#10;Aber vorüber ist′s nun, Canova′s Götter, sie lernten&#10;Nur die Tanzkunst der Zeit, die Toilette nur ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Canova (5)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-5/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-5/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist reizend und üppig, ich leugn′ es dir nicht, und die Sinne&#10;Fühlen es, schwach ist das Fleisch, ist er auch willig der Geist.&#10;Aber ich sorge denn doch, es ist kein uranischer Nektar,&#10;Ist nichts Göttliches, was du auf der Schale mir beutst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Canova (6)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-6/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/canova-6/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′ es gewiß, und hättest du nur dem entzückenden Leibe&#10;Seine Gewänder verlieh′n, weil dir die Schaam es gebot,&#10;Dann verehrt ich sie fast als Höchstes, doch leider befürcht′ ich,&#10;Daß du die Lust nur nach dem, was sie verbergen, erzielst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Canzonen. Vorwort.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/canzonen-vorwort/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/canzonen-vorwort/</guid><description>&lt;p&gt;Oft und viel hab′ ich gesungen&#10;Zarter Liebe Huldigungen,&#10;Und es ward manch süßer Laut&#10;Kleinen Liedern anvertraut;&#10;Doch nun stimme mein Gesang&#10;Vollern Ton und hellern Klang,&#10;Wie aus innerstem Gemüthe&#10;Ich ihn auszusprühn mich sehne!&#10;Darum nennen möcht′ ich jene&#10;Lieder meines Wipfels Blüthe,&#10;Diese meines Stammes Mark! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Capitol</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/capitol/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/capitol/</guid><description>&lt;p&gt;Berg der Götter und Helden, Triumphatoren und Sieger,&#10;Welche Gedanken du mir, welche Erinn′rungen weckst!&#10;Denk′ ich der Scipionen und all′ der alten Heroen,&#10;Wie der Feldherr, das Heer dich im Triumphe betrat!&#10;Wie der Lorbeerbekrönte dem capitolinischen Herrscher&#10;Für den verliehenen Sieg dankbar ein Opfer gebracht!&#10;Stolz, wie du bist, verleugnest du auch in heutigen Tagen&#10;Noch den gebietrischen Geist, noch den gewaltigen nicht.&#10;Heute noch fährt im prunkenden Zug der röm′sche Senator&#10;Just vor dem Carneval in der Perücke herab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Carpe diem!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/carpe-diem/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/carpe-diem/</guid><description>&lt;p&gt;Der Zukunft pocht dein Herz entgegen&#10;Mit jedem Pulsschlag, jedem Hauch?&#10;Gemach! ob Fluch ihr Theil, ob Segen&#10;Weißt du es auch?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weißt du, ob, wenn sie einst gekommen,&#10;Die ferne Zeit, die du erkürst&#10;Du nach dem Heute nicht, bekommen,&#10;Dich sehnen wirst?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So lange dieser dunkeln Frage&#10;Nicht Antwort wurde, voll und ächt,&#10;Leb′ in dem Heut, und laß′ dem Tage&#10;Sein gutes Recht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Carzoli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/carzoli/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/carzoli/</guid><description>&lt;p&gt;Deine cyclopischen Mauern, die Burg und die maurischen Häuschen,&#10;Längst vergaß ich sie schon, häßliches marsisches Nest!&#10;Aber noch schaudert mich vor dem Wein, vor Essig und Oele,&#10;Deinen Betten und all diesem entsetzlichen Wust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cereus Flagelliformis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cereus-flagelliformis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cereus-flagelliformis/</guid><description>&lt;p&gt;Die Züchtigung: dies aber bist Du auch,&#10;Du bist die harte, die umdornte Rute&#10;Aus einem bitteren verfluchten Strauch;&#10;Wo Du auch triffst, da triffst Du tief im Blute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist was schmerzt. Nichts auf der Welt schmerzt mehr,&#10;Kein Schmerzendes ist ohne Dich. Bewegst&#10;Du Deine Hand, schon überhäufst Du schwer&#10;Mit Schmerz der Leidenschaft. Du schlägst&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Widerhaken tausendfach verschlingend&#10;Ins Fleisch Dich ein, daß, ob Du dort ob hier&#10;Verweilst, es schmerzt. Und zogen einst sie singend&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chaos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chaos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chaos/</guid><description>&lt;p&gt;Man muss noch Chaos in sich haben,&#10;um einen tanzenden Stern erschaffen zu können.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Charlotte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/charlotte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/charlotte/</guid><description>&lt;p&gt;Charlotte, lotte, lotte,&#10;Heißt meine Wäscherin,&#10;Sie bringt mir selbst die Wäsche,&#10;Weil ich ihr Liebster bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hat sie nichts zu bringen,&#10;So kommt sie ohne was,&#10;Kein Tag geht ohne Lotte,&#10;Auf Lotte ist Verlaß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt ohne Hut und Schleier&#10;Und hat auch kein Korsett;&#10;Weil ich kein Sopha habe,&#10;So setzt sie sich aufs Bett.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr ahnt nicht, wie viel Schönes&#10;Die kleine Lotte hat;&#10;Ich habs schon oft gesehen&#10;Und seh mich doch nicht satt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cherubinischer Wandersmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cherubinischer-wandersmann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cherubinischer-wandersmann/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch ist Ewigkeit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich selbst bin Ewigkeit, wenn ich die Zeit verlasse&#10;Und mich in Gott und Gott in mich zusammenfasse.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zeit ist Ewigkeit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit,&#10;So du nur selber nicht machst einen Unterscheid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel ist in dir&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halt an, wo laufst du hin, der Himmel ist in dir;&#10;Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Bildnis Gottes&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chloe im Bade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chloe-im-bade/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chloe-im-bade/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe Chloen im Bade gesehn,&#10;Sie war - - wie sehr war sie nicht schön!&#10;Sie stand wie eine der Göttinnen da,&#10;Die Paris auf dem Ida sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie eine Lilje im reinen Crystall,&#10;So glänzte Chloe überall.&#10;Ich sah - - doch nein, geblendet zu sehr,&#10;Sah ich ganz außer mir nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chor/</guid><description>&lt;p&gt;Fasst eure Finger: Fühlet euch denken,&#10;Tupfend wie Geigen, nervige Singer,&#10;Aber vom Herzen aufpulsen Pauken,&#10;Dumpfere Ringer um euer Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wünscht nicht zu stehen, hörend zu schmelzen&#10;Formet mit Füßen bergiges Gehen,&#10;Kämpfend entgegenatmet die Erde,&#10;Wild bleibt ihr Wehen in euch zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sterniges Kühlen, Glühen der Seele,&#10;Einsamkeit, Liebe - o beides fühlen!&#10;Gehende Stimme geht auf zu Stimmen,&#10;Freunde umwühlen Wüste in Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chor der Nymphen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chor-der-nymphen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chor-der-nymphen/</guid><description>&lt;p&gt;Seit Jahrtausenden&#10;Weilen wir hier&#10;An diesem Teiche.&#10;Immer das gleiche&#10;Schauen wir.&#10;Verlockende Worte&#10;Von Lust und Freuden&#10;Führten die Menschen&#10;Zu allen Zeiten&#10;Zu diesem Orte.&#10;Die römischen Frauen&#10;Wo sind sie geblieben?&#10;Wir sehn sie nicht mehr.&#10;Hier kamen sie her,&#10;Um in den lauen&#10;Fluten zu lieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch unsre Genossen&#10;Dem Himmel entsprossen,&#10;Die Oreaden&#10;In Busch und Bäumen&#10;Sie pflegten zu baden&#10;Hier und zu träumen.&#10;Die zottigen Faune,&#10;Mit denen wir liebten,&#10;Im Jagen uns übten&#10;In wilder Laune.&#10;Sie alle schwebten,&#10;Die einst hier lebten,&#10;Zum Himmel wieder,&#10;Aus diesen Triften&#10;Empor zu den Lüften,&#10;Zu ihrem Gebieter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Choral</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/choral/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/choral/</guid><description>&lt;p&gt;Mit dem Dampf des Bruderblutes, mit der Brände lohem Wallen&#10;Schwinge dich, du Schrei des Jammers! aufwärts zu den Himmelhallen!&#10;Steig empor, du bange Klage eines Schmerzes sonder Gleichen.&#10;Du Gebet, bei dem des Beters Haare rasch zu Schnee verbleichen!&#10;Todesmüd ist unser Nacken von jahrhundertlanger Frohne,&#10;Tiefer stets in uns′re Schläfe bohret sich die Dornenkrone.&#10;Dennoch, Herr! wie streng und zürnend sich dein Antlitz von uns wende,&#10;Dir vertrauend immer wieder heben wir empor die Hände.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Chorus der Menschheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/chorus-der-menschheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/chorus-der-menschheit/</guid><description>&lt;p&gt;Allen großen Geistern ergeben,&#10;die gleich Gestirnen über uns stehn,&#10;wollen wir fürder schaffen und leben,&#10;selber wie Götter durchs Dasein gehn.&#10;Allen Menschen verbrüdert im Herzen&#10;dienen dem Sinn wir, der uns erfüllt,&#10;tragen der Bildung heilige Kerzen&#10;zu dem Ziel, das uns glücklich verhüllt.&#10;Frei ist die Menschheit, tot sind die Götter,&#10;unser ist dieses Leben und Land.&#10;Keine Sklaven, doch auch keine Spötter&#10;bleibt unser Blick zur Höhe gewandt.&#10;Wir können leben, wir können sterben&#10;ohne Gebet, ohne Fluch und Schrei,&#10;wir weichen gern den Enkeln und Erben,&#10;wenn der Traum unsrer Tage vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christian Wagner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christian-wagner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christian-wagner/</guid><description>&lt;p&gt;(Zum 75. Geburtstag des Dichters)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Erde gab ihm ihre reinen Früchte&#10;Aus freier Hand. Auf offner Flur&#10;Gedieh er wetterhart und bot die Stirne&#10;Den Stürmen und dem Frieden der Natur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei Pflug und Sense blichen seine Haare,&#10;Und unter ein bescheidnes Hüttendach&#10;Trat er am Abend,&#10;Wo er das Brot auf blankem Tische brach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Ermit im Walde, seine Krumen&#10;Mit Tieren teilend, die ihn stets umgeben,&#10;Und mit Verstorbenen im Bunde,&#10;Verkündet er das seelenhafte Weben,&#10;Das lichtvoll, über einem dunklen Grunde,&#10;Verkettet Menschenlose, Tiere, Blumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christiane</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christiane/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christiane/</guid><description>&lt;p&gt;Es stand ein Sternlein am Himmel,&#10;Ein Sternlein guter Art;&#10;Das tät so lieblich scheinen,&#10;So lieblich und so zart!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wußte seine Stelle&#10;Am Himmel, wo es stand;&#10;Trat abends vor die Schwelle,&#10;Und suchte, bis ich’s fand;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und blieb denn lange stehen,&#10;Hatt’ große Freud’ in mir:&#10;Das Sternlein anzusehen;&#10;Und dankte Gott dafür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Sternlein ist verschwunden;&#10;Ich suche hin und her&#10;Wo ich es sonst gefunden,&#10;Und find es nun nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Christus und seine Apostel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/christus-und-seine-apostel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/christus-und-seine-apostel/</guid><description>&lt;p&gt;Zwölf Apostel und doch nur ein einziger Judas darunter?&#10;Würbe der Göttliche heut, zählte er mindestens elf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cimabue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cimabue/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cimabue/</guid><description>&lt;p&gt;Einer begann, es erschien der Sinn und die Kraft, doch es fehlten&#10;Noch die Mittel, und so fehlt die vollendete Kunst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cincinn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/cincinn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/cincinn/</guid><description>&lt;p&gt;Es lassen sich Cincinn und seines Lächelns Kunst,&#10;In früher Gegenwart, bei Hofe täglich sehen,&#10;Und hieraus schließest du, er müsse recht in Gunst&#10;Bei herrschenden Ministern stehen;&#10;Doch durch sein Dasein wird uns das nicht offenbart:&#10;Erkennt man Christen bester Art&#10;Allein an ihrem Kirchengehen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Civitella</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/civitella/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/civitella/</guid><description>&lt;p&gt;Felsen hast du genug, und umher gewaltig Gebirge,&#10;Hernikern nicht, du gehörst fast nur den Lüften hier an.&#10;Großes erblickst du, erhab′nes hier, und ist es dir möglich&#10;Arm mit den Armen zu sein, bleibe getrost auf dem Berg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Classisches in Tibur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/classisches-in-tibur/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/classisches-in-tibur/</guid><description>&lt;p&gt;Jagst du dem Classischen nach, und ist′s dem Barbaren Entzücken,&#10;Nun so sieh, wie mich hier Vorwelt und Mitwelt erfreut!&#10;Ueber der Grotte Neptuns wird gezecht, im purpurnen Becher&#10;Spiegelt sich Tempel und Berg, Hain und die Villa Lukulls.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Claude Lorrain</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/claude-lorrain/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/claude-lorrain/</guid><description>&lt;p&gt;Was der Historie Raffael ist, das bist du der Landschaft,&#10;Eine Seele hat euch beiden den Pinsel geführt;&#10;Was der eine von lauterem Licht in den Menschen gezaubert,&#10;Hat der beseelten Natur dieser an Schönheit verliehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Clemence Isaure</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/clemence-isaure/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/clemence-isaure/</guid><description>&lt;p&gt;Clemencen galten Lautrec&amp;rsquo;s Triebe,&#10;Ihr Bild erfüllte sein Gemüth!&#10;Sie lohnt&amp;rsquo; ihm bald mit Gegenliebe,&#10;War ihm in gleicher Gluth erglüht.&#10;Oft träumte sie in trauter Stille&#10;Vom nahen seligen Verein;&#10;Doch ach! des Vaters harter Wille&#10;Stimmt nicht mit ihren Wünschen ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon hat er den Gemahl erkoren&#10;Und führet zu Isauren ihn;&#10;Doch treu dem Bund, den sie beschworen,&#10;Sinkt sie zu seinen Füßen hin.&#10;»Du, der das Dasein mir gegeben,&#10;Bereitest kalt mir diesen Schmerz?&#10;Dir, Vater, dir gehört mein Leben,&#10;Doch Lautrec hat mein ganzes Herz.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Colossen des Phidias und Praxiteles</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/colossen-des-phidias-und-praxiteles/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/colossen-des-phidias-und-praxiteles/</guid><description>&lt;p&gt;Quirinalischer Stolz, Colossen des Monte Cavallo,&#10;Wie ihr mir täglich ersteigt, seid mir im Liede gegrüßt!&#10;Ewiger Jugend Bilder, der Kraft erhabne Gestalten,&#10;Blieb euch die Jugend, und blieb′s mitten im alterndem Rom.&#10;Ja, ich glaub′s, eure Väter sind nicht die griechischen Bildner,&#10;Sterbliche nicht, doch der Gott hat euch, der Donnrer, gezeugt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Confiteor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/confiteor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/confiteor/</guid><description>&lt;p&gt;Die bunten Bilder, die das Leben malt&#10;Seh′ ich umdüstert nur von Dämmerungen,&#10;Wie kraus verzerrte Schatten, trüb und kalt,&#10;Die kaum geboren schon der Tod bezwungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und da von jedem Ding die Maske fiel,&#10;Seh′ ich nur Angst, Verzweiflung, Schmach und Seuchen,&#10;Der Menschheit heldenloses Trauerspiel,&#10;Ein schlechtes Stück, gespielt auf Gräbern, Leichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich ekelt dieses wüste Traumgesicht.&#10;Doch will ein Machtgebot, daß ich verweile,&#10;Ein Komödiant, der seine Rolle spricht,&#10;Gezwungen, voll Verzweiflung - Langeweile!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Crispin von Paß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/crispin-von-pass/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/crispin-von-pass/</guid><description>&lt;p&gt;Ein kleiner Eigensinn sei Künstlern gern verziehen!&#10;Ich setze mit Bedacht: ein kleiner Eigensinn;&#10;Denn allen, die sich nicht um Kunst und Witz bemühen,&#10;Dem groben Theil der Welt, geh′ auch der größte hin!&#10;Ein Künstler, welcher sich des Griffels Ruhm erworben,&#10;Der einen Ridinger, und Schmidt, und Preißler ziert,&#10;Entwarf nicht leicht das Bild der Fürsten, die verstorben,&#10;Noch der Gelehrten Bild, eh′ sie der Tod entführt.&#10;Die meisten wußten nicht die Ursach′ anzugeben,&#10;Bis einst, ich weiß nicht wer, sie von ihm selbst erfuhr:&#10;Der Fürsten achtet man nicht länger, als sie leben,&#10;Und der Gelehrte gilt nach seinem Tode nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Da ich weiß...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/da-ich-weiss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/da-ich-weiss/</guid><description>&lt;p&gt;Da ich weiß, Du kommt mir wieder&#10;Machen mich die Wolken froh,&#10;Und am Georgienbeete&#10;Abendstille freut mich so!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fröhlich such ich mir den Schatten,&#10;Bis die Sonne fast versinkt.&#10;Nachts im kleinen dunkeln Tale&#10;Freut mich jedes Licht, das blinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ich einsam steig am Hügel,&#10;Horch ich doch an Deiner Türe.&#10;Steh ich hier in fremdem Garten,&#10;Du doch bist es, die ich spüre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Da sind die Straßen…</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/da-sind-die-strassen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/da-sind-die-strassen/</guid><description>&lt;p&gt;Da sind die Straßen weit und Licht-durchschrieen,&#10;hoch wölkt der Staub und breitet aus den Schein,&#10;durch den gehetzt Kolonnen Wagen fliehen&#10;in violette Dunkelheit hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Menschen, massenhaft und schwarz, durchstürmen&#10;die Straßen, vorgebeugt und frongebannt.&#10;Und Feierabend läutet von den Türmen&#10;der Stadt, verloren, hoch und unerkannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lärm stößt an Lärm. Schmerzhelle Klingeln schellen,&#10;zersägend das Gehör. Wagen mit Eisen&#10;erschüttern. Die Elektrische mit grellen&#10;Schleiftönen nimmt die Kurve in den Gleisen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmer-Empfindung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmer-empfindung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmer-empfindung/</guid><description>&lt;p&gt;Was treibt mich hier von hinnen?&#10;Was lockt mich dort geheimnisvoll?&#10;Was ist′s, das ich gewinnen,&#10;Und was, womit ich′s kaufen soll?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trat unsichtbar mein Erbe,&#10;Ein Geist, ein luft′ger, schon heran,&#10;Und drängt mich, daß ich sterbe,&#10;Weil er nicht eher leben kann?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und winkt mir aus der Ferne&#10;Die Traube schon, die mir gereift&#10;Auf einem andern Sterne,&#10;Und will, daß meine Hand sie streift?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dämmrung senkte sich von oben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmrung-senkte-sich-von-oben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daemmrung-senkte-sich-von-oben/</guid><description>&lt;p&gt;Dämmrung senkte sich von oben,&#10;Schon ist alle Nähe fern;&#10;Doch zuerst emporgehoben&#10;Holden Lichts der Abendstern!&#10;Alles schwankt ins Ungewisse,&#10;Nebel schleichen in die Höh;&#10;Schwarzvertiefte Finsternisse&#10;Widerspiegelnd ruht der See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun im östlichen Bereiche&#10;Ahn ich Mondenglanz und -glut,&#10;Schlanker Weiden Haargezweige&#10;Scherzen auf der nächsten Flut.&#10;Durch bewegter Schatten Spiele&#10;Zittert Lunas Zauberschein,&#10;Und durchs Auge schleicht die Kühle&#10;Sänftigend ins Herz hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dank</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dank/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dank/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Gott, Dir sag ich Dank,&#10;Daß Du die Jugend mir bis über alle Wipfel&#10;In Morgenrot getaucht und Klang,&#10;Und auf des Lebens Gipfel,&#10;Bevor der Tag geendet,&#10;Vom Herzen unbewacht&#10;Den falschen Glanz gewendet,&#10;Daß ich nicht taumle ruhmgeblendet,&#10;Da nun herein die Nacht&#10;Dunkelt in ernster Pracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dankbares Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dankbares-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dankbares-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Wie schön, wie schön ist dieses kurze Leben,&#10;Wenn es eröffnet alle seine Quellen!&#10;Die Tage gleichen klaren Silberwellen,&#10;Die sich mit Macht zu überholen streben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gestern freudig mocht′ das Herz erheben,&#10;Wir müssen′s lächelnd heute rückwärts stellen;&#10;Wenn die Erfahrungen des Geistes schwellen,&#10;Erlebnisse gleich Blumen sie durchweben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So mag man breiter stets den Strom erschauen,&#10;Auch tiefer mählich sehn den Grund wir winken&#10;Und lernen täglich mehr der Flut vertrauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Danklied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/danklied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/danklied/</guid><description>&lt;ol start="1786"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß unser Gott uns Leben gab,&#10;Des wollen wir uns freuen,&#10;Und von der Wiege bis ans Grab&#10;Ihm unsern Dank erneuen:&#10;Denn auch zur Freude gab uns Gott&#10;Auf dieser Welt das Leben,&#10;Und hat verheißen, nach dem Tod&#10;Der Wonne mehr zu geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie fromme Kinder können wir&#10;In froher Einfalt leben;&#10;Drum hat der Vater schon allhier&#10;Ein Eden uns gegeben.&#10;Die Frühlingswärme haucht sein Mund,&#10;Und Kühlung wehn die Wogen;&#10;Am Himmel zeugt von seinem Bund&#10;Der schöne Regenbogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Danksagung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/danksagung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/danksagung/</guid><description>&lt;p&gt;Die sommerwiese dürrt von arger flamme.&#10;Auf einem uferpfad zertretnen klees&#10;Sah ich mein haupt umwirrt von zähem schlamme&#10;Im fluss trübrot von ferner donner grimm.&#10;Nach irren nächten sind die morgen schlimm:&#10;Die teuren gärten wurden dumpfe pferche&#10;Mit bäumen voll unzeitig giftigen schneees&#10;Und hoffnungslosen tones stieg die lerche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da trittst du durch das land mit leichten sohlen&#10;Und es wird hell von farben die du maltest.&#10;Du lehrst vom frohen zweig die früchte holen&#10;Und jagst den schatten der im dunkel kreucht ..&#10;Wer wüsste je-du und dein still geleucht-&#10;Bänd ich zum danke dir nicht diese krone:&#10;Dass du mir tage mehr als sonne strahltest&#10;Und abende als jede sternenzone.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Daphne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/daphne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/daphne/</guid><description>&lt;p&gt;Und Bruder! Wenn er denn vom Fenster her die Laube sieht.&#10;Wie trieg ich mich? so sagt er dann, eine Laube steht dort&#10;auf dem Ryken des Hygels! Gewiß! die hat mein Sohn gebaut.&#10;Gesegnet sey er! Ihn haelt′ die Ruhe der Nacht nicht ab, fyr&#10;unsers Alters Freude zu sorgen! Dann, Bruder! dann ist uns&#10;der ganze Tag voll Wonne. Denn wer am Morgen was gutes&#10;beginnt, dem gelingt alles besser, und auf jeder Staude&#10;waechßt ihm Freude.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Almosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-almosen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-almosen/</guid><description>&lt;p&gt;Was hör ich dort in jedem Haus,&#10;Und hier im Hof für ein Geschrei?&#10;Beatrix teilt dort Gaben aus,&#10;Und hier legt unsre Henn′ ein Ei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das alte Schloß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alte-schloss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alte-schloss/</guid><description>&lt;p&gt;Auf der Burg haus′ ich am Berge,&#10;Unter mir der blaue See,&#10;Höre nächtlich Koboldzwerge,&#10;Täglich Adler aus der Höh′,&#10;Und die grauen Ahnenbilder&#10;Sind mir Stubenkameraden,&#10;Wappentruh′ und Eisenschilder&#10;Sofa mir und Kleiderladen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schreit′ ich über die Terrasse&#10;Wie ein Geist am Runenstein,&#10;Sehe unter mir die blasse&#10;Alte Stadt im Mondenschein,&#10;Und am Walle pfeift es weidlich,&#10;- Sind es Käuze oder Knaben? -&#10;Ist mir selber oft nicht deutlich,&#10;Ob ich lebend, ob begraben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-alter/</guid><description>&lt;p&gt;Euch, lose Mädchen, hör′ ich sagen:&#10;»Du bist ja alt, Anakreon.&#10;Sieh her! du kannst den Spiegel fragen,&#10;Sieh, deine Haare schwinden schon;&#10;Und von den trocknen Wangen&#10;Ist Blut′ und Reiz entflohn.« –&#10;Wahrhaftig! ob die Wangen&#10;Noch mit dem Lenze prangen,&#10;Wie, oder ob den Wangen&#10;Der kurze Lenz vergangen,&#10;Das weiß ich nicht; doch was ich weiß,&#10;Will ich euch sagen: daß ein Greis,&#10;Sein Bißchen Zeit noch zu genießen,&#10;Ein doppelt Recht hat, euch zu küssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das andere Ufer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-andere-ufer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-andere-ufer/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal wird ein Ende&#10;aller Irrfahrt sein.&#10;Müdgewordne Hände&#10;ziehn die Segel ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise ruft der Rufer&#10;allen Sturm zur Ruhr.&#10;Einem andern Ufer&#10;treibt der Nachen zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die vor mir gingen&#10;schauen nach mir aus,&#10;um mich heimzubringen&#10;in mein Vaterhaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wortlos knie ich nieder&#10;in den Silbersand:&#10;nimm mich, nimm mich wieder,&#10;seliges Sonnenland!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Angenehme dieser Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-angenehme-dieser-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-angenehme-dieser-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Das Angenehme dieser Welt hab&amp;rsquo; ich genossen,&#10;Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,&#10;April und Mai und Julius sind ferne,&#10;Ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;[Weitere Version des Gedichtes:]&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,&#10;Der Jugend Freuden sind, wie lang, wie lang verflossen,&#10;April und Mai und Junius sind ferne,&#10;Ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;[weitere vorhanden]&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das begrabene Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-begrabene-herz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-begrabene-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Mich denkt es eines alten Traums.&#10;Es war in meiner dumpfen Zeit,&#10;Da junge Wildheit in mir gor.&#10;Bekümmert war die Mutter oft.&#10;Da kam einmal ein schlimmer Brief&#10;- Was er enthielt, erriet ich nie -&#10;Die Mutter fuhr sich mit der Hand&#10;Zum Herzen, fast als stürb es ihr.&#10;Die Nacht darauf hatt ich den Traum:&#10;Die Mutter sah verstohlen ich&#10;Nach unserm Tannenwinkel gehn,&#10;Den Spaten in der zarten Hand,&#10;Sie grub ein Grab und legt′ ein Herz&#10;Hinunter sacht. Sie ebnete&#10;Die Erde dann und schlich davon.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bekenntniß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bekenntniss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bekenntniss/</guid><description>&lt;p&gt;Ein feuriger Galan, der schlechten Dank erwarb,&#10;Und nicht viel rühmlicher, als Pherecydes, starb,&#10;Bekannte, was an ihm bereits unheilbar worden,&#10;Dem Priester Francion vom Carmeliterorden,&#10;Und sprach: Wie straft mich jetzt des Lasters Schändlichkeit!&#10;Ach kennt′ ich, so wie ihr, doch keine Lüsternheit;&#10;So hätt′ ich diesen Tod nicht Julien zu danken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie? Julien? o schweigt! versetzt der Mönch dem Kranken.&#10;Den Lügen bin ich gram; das ist des Ordens Pflicht.&#10;Verleumdet Juliens gesunde Schönheit nicht.&#10;Wär′ ein so schnödes Gift bei Julchen eingerissen,&#10;Der Pater Guardian, und ich, wir müßten′s wissen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Beständige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bestaendige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bestaendige/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Stab im Zirkel steht,&#10;der andre mißt und trägt,&#10;So steht der innre Mensch,&#10;der äußte wird bewegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das beste aller Glücksgüter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-beste-aller-gluecksgueter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-beste-aller-gluecksgueter/</guid><description>&lt;p&gt;Das beste aller Glückgüter ist die Ruhe,&#10;die Zurückgezogenheit,&#10;ein Plätzchen,&#10;das man sein Eigen nennen darf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Sie stehn vor deinem Bild und schauen&#10;In dein verschleiert Augenlicht,&#10;Sie prüfen Lippe, Kinn und Brauen&#10;Und sagen dann: »Du sei′st es nicht;&#10;Zu klar die Stirn, zu voll die Wange,&#10;Zu üppig in der Locken Hange,&#10;Ein lieblich fremdes Angesicht.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wüßten sie es, wie ein treues&#10;Gemüt die kleinsten Züge hegt,&#10;Ein Zucken nur, ein flüchtig scheues,&#10;Als Kleinod in die Seele legt;&#10;Wie nur ein Wort, mit gleichem Klange&#10;Gehaucht, dem Feinde selbst das bange,&#10;Bewegte Herz entgegen trägt —&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Bild der Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bild-der-sehnsucht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bild-der-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Süßes Bild, das mir mit leisem Sehnen&#10;Herz und Sinn, und Geist und Auge füllt!&#10;Reine Quelle meiner stillen Thränen,&#10;Nie vergeßnes, immer nahes Bild!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächelnd schwebst du auf des Abends Golde,&#10;Neugeboren unter′m Morgenhain;&#10;Und mit Wonneglanz füllt deine holde&#10;Gegenwart selbst Trauerphantasei′n!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Andacht hohem Sternenfluge,&#10;Schwebst du winkend meinem Geiste vor;&#10;Weilst mit mir am ernsten Aschenkruge,&#10;Hebest tröstend mir der Zukunft Flor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeigst mir der Vollendung Sonnenauen,&#10;Und die Ruh′, der jede Klage schweigt;&#10;Stützest sanft das sinkende Vertrauen;&#10;Flüsterst: »Muth! Bald ist das Ziel erreicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das bist du</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bist-du/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-bist-du/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn mit Dunkel und mit Schweigen&#10;Mutter Nacht dein Bett umhüllt,&#10;Lausche, wie mein Zaubergeigen&#10;Heimlich dir die Kammer füllt.&#10;Lausche, wie dich Wunderglocken&#10;Fromm zur heilgen Tiefe locken.&#10;In der Tiefe wohnt die Ruh,&#10;Und die Tiefe/ das bist du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frieden ihm, so dir zur Seiten&#10;Atmend ruht; er ist dein Schild.&#10;Frieden allen Erdenbreiten,&#10;Jedem Gottesebenbild!&#10;Gib den Hütten dein Erbarmen&#10;Und dem Glück ein froh Umarmen.&#10;Ohne Güte keine Ruh.&#10;Jedes Antlitz/ das bist du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Blatt im Buche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-blatt-im-buche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-blatt-im-buche/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab’ eine alte Muhme,&#10;Die ein altes Büchlein hat,&#10;Es liegt in dem alten Buche&#10;Ein altes, dürres Blatt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So dürr sind wohl auch die Hände,&#10;Die einst im Lenz ihr’s gepflückt.&#10;Was mag doch die Alte haben?&#10;Sie weint, so oft sie’s erblickt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Dasein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-dasein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-dasein/</guid><description>&lt;p&gt;Ein dunkler Feind erheiternder Getränke,&#10;Ein Philosoph, trat neulich hin&#10;Und sprach: Ihr Herren, wißt, ich bin.&#10;Glaubt mir, ich bin. Ja, ja! Warum? Weil ich gedenke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Säufer kam und taumelt′ ihm entgegen,&#10;Und schwur bei seinem Wirth und Wein:&#10;Ich trink, o darum muß ich sein.&#10;Glaubt mir, ich trink: ich bin. Wer kann mich widerlegen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Edelfräulein seufzt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-edelfraeulein-seufzt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-edelfraeulein-seufzt/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist wohl wahr,&#10;Die Menschen stammen von einem Paar!&#10;Der doppelte Adam, so süß er wäre,&#10;Ich halte ihn dennoch für eine Schimäre!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ei/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ei/</guid><description>&lt;p&gt;Es fiel einmal ein Kuckucksei&#10;Vom Baum herab und ging entzwei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Ei da war ein Krokodil;&#10;Am ersten Tag war′s im April.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ewige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ewige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ewige/</guid><description>&lt;p&gt;Die Flammen steigen stets dem ersten Quelle zu;&#10;Die Wolken regnen hin, wo sie zuerst entspringen;&#10;Es suchet der Magnet beim Angelsterne Ruh′;&#10;Man sieht des Meeres Salz zu seinen Brunnen dringen;&#10;Jedweden Morgen kehrt dahin der Sonne Rad,&#10;Wo Memnon′s Mutter sie vorher geboren hat;&#10;So, weil der morsche Mensch zur Mutter hat die Erden,&#10;Muß, was die Wiege war, ihm auch sein Leichstein werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie aber? schleußt dies Grab sein ganzes Wesen ein?&#10;Soll in des Lebens Kreis′, im Zirkel unsrer Jahre&#10;Ein Nichts der Mittelpunkt, das Ende Sterben sein?&#10;Sucht doch die Fledermaus im Lichte Tod und Bahre,&#10;Ob sie des Tages Glanz gleich nicht vertragen kann!&#10;Die Gluth nimmt hellern Glanz bei dem Verlöschen an.&#10;Nein! auch der weise Mensch pflegt, muß er schon erblassen,&#10;Den Zweck der Ewigkeit auch sterbend zu umfassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Feuerzeichen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-feuerzeichen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-feuerzeichen/</guid><description>&lt;p&gt;Hier, wo zwischen Meeren die Insel wuchs,&#10;ein Opferstein jäh hinaufgetürmt,&#10;hier zündet sich unter schwarzem Himmel&#10;Zarathustra seine Höhenfeuer an, -&#10;Feuerzeichen für verschlagne Schiffer,&#10;Fragezeichen für solche, die Antwort haben&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Diese Flamme mit weißgrauem Bauche&#10;- in kalte Fernen züngelt ihre Gier,&#10;nach immer reineren Höhen biegt sie den Hals -&#10;eine Schlange gerad aufgerichtet vor Ungeduld:&#10;dieses Zeichen stellte ich vor mich hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Seele selber ist diese Flamme:&#10;unersättlich nach neuen Fernen&#10;lodert aufwärts, aufwärts ihre stille Glut.&#10;Was floh Zarathustra vor Tier und Menschen?&#10;Was entlief er jäh allem festen Lande?&#10;Sechs Einsamkeiten kennt er schon -,&#10;aber das Meer selbst war nicht genug ihm einsam,&#10;die Insel ließ ihn steigen, auf dem Berg wurde er zur Flamme,&#10;nach einer siebenten Einsamkeit&#10;wirft er suchend jetzt die Angel über sein Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Fieberspital</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fieberspital/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fieberspital/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die bleiche Leinwand in den vielen Betten&#10;Verschwimmt in kahler Wand im Krankensaal.&#10;Die Krankheiten alle, dünne Marionetten,&#10;Spazieren in den Gängen. Eine Zahl&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat jeder Kranke. Und mit weißer Kreide&#10;Sind seine Qualen sauber aufnotiert.&#10;Das Fieber donnert. Ihre Eingeweide&#10;Brennen wie Berge. Und ihr Auge stiert&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur Decke auf, wo ein paar große Spinnen&#10;Aus ihrem Bauche lange Fäden ziehn.&#10;Sie sitzen auf in ihrem kalten Linnen&#10;Und ihrem Schweiß mit hochgezognen Knien.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Fischermädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fischermaedchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fischermaedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Steht auf sand′gem Dünenrücken&#10;Eine Fischerhütt′ am Strand;&#10;Abendrot und Netze schmücken&#10;Wunderlich die Giebelwand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drinnen spinnt und schnurrt das Rädchen,&#10;Blaß der Mond ins Fenster scheint,&#10;Still am Herd das Fischermädchen&#10;Denkt des letzten Sturms und - weint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es klagen ihre Tränen:&#10;»Weit der Himmel, tief die See,&#10;Doch noch weiter geht mein Sehnen,&#10;Und noch tiefer ist mein Weh.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das flaue Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-flaue-herz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-flaue-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Du ließest mich in Bethörung,&#10;Hinschmachten stets auf′s Neue,&#10;Nahmst deines Wesens Verehrung&#10;Lächelnd hin ohne Scheue,&#10;Sahst meiner Seele Verstörung,&#10;Und fühltest nimmer Reue.&#10;Sprich, Weib, ist es Verschwörung?&#10;Sprich, ist es Herzensfläue?&#10;O gibt es keine Erhörung&#10;Für so viel Liebe und Treue!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Flüchtigste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fluechtigste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fluechtigste/</guid><description>&lt;p&gt;Tadle nicht der Nachtigallen&#10;Bald verhallend süßes Lied;&#10;Sieh, wie unter allen, allen&#10;Lebensfreuden, die entfallen,&#10;Stets zuerst die schönste flieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, wie dort im Tanz der Horen&#10;Lenz und Morgen schnell entweicht;&#10;Wie die Rose, mit Auroren&#10;Jetzt im Silberthau geboren,&#10;Jetzt Auroren gleich erbleicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höre, wie im Chor der Triebe&#10;Bald der zarte Ton verklingt.&#10;Sanftes Mitleid, Wahn der Liebe,&#10;Ach, daß er uns ewig bliebe!&#10;Aber ach, sein Zauber sinkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Fräulein von Rodenschild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fraeulein-von-rodenschild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fraeulein-von-rodenschild/</guid><description>&lt;p&gt;Sind denn so schwül die Nächt′ im April?&#10;Oder ist so siedend jungfräulich Blut?&#10;Sie schließt die Wimper, sie liegt so still&#10;Und horcht des Herzens pochender Flut.&#10;»O will es denn nimmer und nimmer tagen?&#10;O, will denn nicht endlich die Stunde schlagen?&#10;Ich wache, und selbst der Zeiger ruht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch horch! es summt, eins, zwei und drei -&#10;Noch immer fort? - sechs, sieben und acht,&#10;Elf, zwölf - o Himmel, war das ein Schrei?&#10;Doch nein, Gesang steigt über der Wacht,&#10;Nun wird mir′s klar, mit frommem Munde&#10;Begrüßt das Hausgesinde die Stunde,&#10;Anbrach die hochheilige Osternacht.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das frühe Fest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fruehe-fest/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fruehe-fest/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist die silberne Weide am Bach.&#10;Schatten der Wolke Du schwimmend.&#10;Du gehst über die mondenen Wege.&#10;Die Städte-Straßen kennen Dich.&#10;Tiere spürten Deiner Fährte all.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun suchen Waller, steile, Dich gebetvoll.&#10;Da rot mein Fuß ging - Deine Ferne brannte! -&#10;Liebend erkannten sich die Wandernden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das frühreife Genie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fruehreife-genie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-fruehreife-genie/</guid><description>&lt;p&gt;Nun, das nenn ich ein frühgereiftes Talent doch! bei seiner&#10;Eltern Hochzeit bereits hat er den Carmen gemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gärtlein still vom Busch umhegt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gaertlein-still-vom-busch-umhegt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gaertlein-still-vom-busch-umhegt/</guid><description>&lt;p&gt;Das Gärtlein still vom Busch umhegt,&#10;Das jeden Monat Rosen trägt,&#10;Das gern den Gärtner in sich schließt,&#10;Der es betaut, der es begießt,&#10;Es lebe hoch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bergmann, stark und wohlgenährt,&#10;Der ohne Licht zur Grube fährt,&#10;Der immer wirkt und immer schafft,&#10;Bis er erlahmt, bis er erschlafft,&#10;Er lebe hoch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Geheimnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geheimnis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geheimnis/</guid><description>&lt;p&gt;Du fragst mich, Mädchen, was flüsternd der West&#10;Vertraue den Blütenglocken?&#10;Warum von Zweige zu Zweig im Geäst&#10;Die zwitschernden Vögel sich locken?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum an Knospe die Knospe sich schmiegt,&#10;Und Wellen mit Wellen zerfließen,&#10;Und dem Mondstrahl, der auf den Kelchen sich wiegt,&#10;Die Violen der Nacht sich erschließen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O thörichtes Fragen! Wem Wissen frommt,&#10;Nicht kann ihm die Antwort fehlen;&#10;Drum warte, Kind, bis die Liebe kommt;&#10;Sie wird dir alles erzählen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das gemeinsame Schicksal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gemeinsame-schicksal/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gemeinsame-schicksal/</guid><description>&lt;p&gt;Siehe, wir hassen, wir streiten, es trennet uns Neigung und Meinung;&#10;Aber es bleichet indes dir sich die Locke, wie mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Geschenk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geschenk/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-geschenk/</guid><description>&lt;p&gt;Ring und Stab, o seid mir auf Rheinweinflaschen willkommen!&#10;Ja, wer die Schafe so tränket, der heißt mir ein Hirt,&#10;Drei Mal gesegneter Trank! Dich gewann mir die Muse, die Muse&#10;Schickt dich, die Kirche selbst drückte das Siegel dir auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gespenst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gespenst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gespenst/</guid><description>&lt;p&gt;Bösen Engeln will ich gleichen,&#10;Fahlen Blicks mich zu dir schleichen,&#10;Gleiten an dein Lager sacht,&#10;Wie ein Schattenspuk der Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schenken dir zu tausend Malen&#10;Küsse kalt wie Mondesstrahlen,&#10;Wie die Schlange schlüpfrig feucht,&#10;Die um Gruft und Steine kreucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kommt der bleiche Tag daher,&#10;Ist die Stelle kalt und leer&#10;Bis die Abendnebel brauen. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn es Andrer Kunst gelingt,&#10;Dass dich Zärtlichkeit bezwingt,&#10;Will ich Herr sein durch das Grauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gift</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gift/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-gift/</guid><description>&lt;p&gt;Der Wein verwandelt oft die schmutzigsten Spelunken&#10;In Schlösser voller Märchenpracht,&#10;Und Säulenhallen er vor uns erstehen macht&#10;Aus rotem Dunst und goldnen Funken,&#10;Wie eine Sonne, die versinkt in Nebelnacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Opium weitet aus, was ohne Grenz′ und Schranken,&#10;Es dehnt die Unermesslichkeit,&#10;Es höhlt der Wollust Rausch, vertieft das Meer der Zeit,&#10;Und mit Genüssen, schwarzen, kranken&#10;Macht es die Seele übervoll und weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts aber gleicht dem Gift aus deinen grünen Augen,&#10;Den tiefen Seen, drin gramerfüllt,&#10;Verzerrt und zitternd malt sich meiner Seele Bild,&#10;Aus denen durstige Träume saugen&#10;Die tiefe Bitternis, die Qualen weckt und stillt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Glück der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-glueck-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Du kleine Heerde! welche Freude&#10;Bringt dir des Frühlings junge Zier!&#10;Auf einer blumenvollen Weide&#10;Scherzt Lieb und Unschuld frey in dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du buhlest nicht um Geld und Ehren,&#10;Und blos die Liebe liebt in dir:&#10;Wir lassen uns die Klugheit lehren,&#10;Und die Natur vergessen wir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Heidelberger Schloß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heidelberger-schloss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heidelberger-schloss/</guid><description>&lt;p&gt;Euch grüß ich, weite lichtumflossne Räume,&#10;Dich, alten reichbekränzten Fürstenbau.&#10;Euch grüß ich hohe, dichtumlaubte Bäume&#10;Und über euch des Himmels tiefes Blau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin den Blick das Auge forschend wendet&#10;In diesem blütenreichen Friedensraum,&#10;Wird mir ein leiser Liebesgruß gesendet;&#10;O freud- und leidvoll schönster Lebenstraum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An der Terrasse hohem Berggeländer&#10;War eine Zeit sein Kommen und sein Gehn,&#10;Die Zeichen treuer Unterpfänder,&#10;Sie sucht ich, und ich kann sie nicht erspähn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Heiligste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heiligste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-heiligste/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn zwei sich ineinander still versenken,&#10;Nicht durch ein schnödes Feuer aufgewiegelt,&#10;Nein, keusch in Liebe, die die Unschuld spiegelt,&#10;Und schamhaft zitternd, während sie sich tränken;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann müssen beide Welten sich verschränken,&#10;Dann wird die Tiefe der Natur entriegelt,&#10;Und aus dem Schöpfungsborn, im Ich entsiegelt,&#10;Springt eine Welle, die die Sterne lenken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was in dem Geist des Mannes, ungestaltet,&#10;Und in der Brust des Weibes, kaum empfunden,&#10;Als Schönstes dämmerte, das muß sich mischen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hermelin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hermelin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hermelin/</guid><description>&lt;p&gt;Der Jäger spürt dem reinsten Hermelin&#10;Seit lange nach, doch welches Netz er stellt,&#10;Das edle Tier weiß jedes klug zu fliehn&#10;Und hüpft nur um so froher durch das Feld.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann aber ritzt es sich an einem Dorn&#10;Und hält für einen Fleck sein eignes Blut:&#10;Den wäscht es aus am nächsten klaren Born,&#10;Und nun beschleicht′s der Feind und kühlt den Mut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hexeneinmaleins</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hexeneinmaleins/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hexeneinmaleins/</guid><description>&lt;p&gt;Aus eins mach zehn&#10;Und zwei lass gehn&#10;Und drei mach gleich&#10;So bist du reich&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verlier die vier&#10;Aus fünf und sechs&#10;Mach sieben und acht&#10;So ists vollbracht&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und neun ist eins&#10;Und zehn ist keins&#10;Das ist das Hexeneinmaleins&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(aus &amp;ldquo;Faust&amp;rdquo;)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Höchste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hoechste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hoechste/</guid><description>&lt;p&gt;Suchst du das Höchste, das Größte? Die Pflanze kann es dich lehren.&#10;Was sie willenlos ist, sei du es wollend - das ist′s!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Hohelied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hohelied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-hohelied/</guid><description>&lt;p&gt;Des Weibes Leib ist ein Gedicht,&#10;Das Gott der Herr geschrieben&#10;Ins große Stammbuch der Natur,&#10;Als ihn der Geist getrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, günstig war die Stunde ihm,&#10;Der Gott war hochbegeistert;&#10;Er hat den spröden, rebellischen Stoff&#10;Ganz künstlerisch bemeistert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fürwahr, der Leib des Weibes ist&#10;Das Hohelied der Lieder;&#10;Gar wunderbare Strophen sind&#10;Die schlanken, weißen Glieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O welche göttliche Idee&#10;Ist dieser Hals, der blanke,&#10;Worauf sich wiegt der kleine Kopf,&#10;Der lockige Hauptgedanke!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Horoskop</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-horoskop/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-horoskop/</guid><description>&lt;p&gt;Wehe dir, daß du kein Tor warst jung, da die Grazie dir Duldung&#10;Noch erflehte, du wirst, Stax, nun im Alter es sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ideal und das Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ideal-und-das-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ideal-und-das-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Ewigklar und spiegelrein und eben&#10;Fließt das zephirleichte Leben&#10;Im Olymp den Seligen dahin.&#10;Monde wechseln und Geschlechter fliehen,&#10;Ihrer Götterjugend Rosen blühen&#10;Wandellos im ewigen Ruin.&#10;Zwischen Sinnenglück und Seelenfrieden&#10;Bleibt dem Menschen nur die bange Wahl;&#10;Auf der Stirn des hohen Uraniden&#10;Leuchtet ihr vermählter Strahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollt ihr schon auf Erden Göttern gleichen,&#10;Frei sein in des Todes Reichen,&#10;Brechet nicht von seines Gartens Frucht.&#10;An dem Scheine mag der Blick sich weiden,&#10;Des Genusses wandelbare Freuden&#10;Rächet schleunig der Begierde Flucht.&#10;Selbst der Styx, der neunfach sie umwindet,&#10;Wehrt die Rückkehr Ceres Tochter nicht,&#10;Nach dem Apfel greift sie, und es bindet&#10;Ewig sie des Orkus Pflicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das infernalische Abendmahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-infernalische-abendmahl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-infernalische-abendmahl/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich,&#10;Ihr, die der Sturm der Qualen stets durchrast,&#10;Ihr, deren Stirn der Lasten weites Reich,&#10;Ihr, deren Auge Kummer schon verglast,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr, denen auf der jungen Schläfe brennt&#10;Wie Aussatz schon das große Totenmal,&#10;Tretet heran, empfangt das Sakrament&#10;Verfluchter Hostien in dem Haus der Qual.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Besteigt die Brücke auf dem schwarzen Fluß,&#10;Darüber wallet der Verfluchten Schar.&#10;Und dunkel grüßt euch groß der Portikus,&#10;Durch den in Dämmrung glänzt der Hochaltar,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Insekt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-insekt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-insekt/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt uns den Gottesdienst des Insekts aufrichten!&#10;Lasset uns einen Gott anbeten, der Augen hat, die wie Rubine stechen!&#10;Der Flügel hat, voll hieratisch zuckender Aufregungen frühgotischer Fenster.&#10;Und einen roten Leib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine Beine sind lang wie die Lotfäden, die von den Schiffen herunterhängen&#10;In die finsteren Meere. Sein Leib ist errichtet in der obszönen Gelenkigkeit&#10;Der Seiltänzer, Akrobaten und Kabarettistinnen. Wenn ihn Wollust verkrampft,&#10;Vermag er den eigenen Stachel zu lecken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ist die Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-die-sehnsucht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-die-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge&#10;und keine Heimat haben in der Zeit.&#10;Und das sind Wünsche: leise Dialoge&#10;täglicher Stunden mit der Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern&#10;die einsamste Stunde steigt,&#10;die, anders lächelnd als die andern Schwestern,&#10;dem Ewigen entgegenschweigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ist kein Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-kein-mensch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-kein-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist kein Mensch, der in dem Kot des Lebens&#10;Für sich allein nach gold′nen Körnern schürt&#10;Und dem des Himmels Mahnung stets vergebens&#10;Ans eisigkalte Herz gerührt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mahnung: Wie die ew′gen Sterne droben&#10;Einander spenden ihres Lichtes Schein,&#10;So sollst du in des Lebens wildem Toben&#10;Der Menschheit deine stärksten Triebe weih′n!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der es nicht weiß, wie echte Herzen fluten&#10;Und der nicht immer zweifelt, aber auch nicht glaubt&#10;Und nimmer in der Wahrheit heil′gen Gluten&#10;Empor zum Himmel hob das stolze Haupt:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ist unser Manifest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-unser-manifest/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ist-unser-manifest/</guid><description>&lt;p&gt;Helm ab Helm ab: - Wir haben verloren! Die Kompanien sind auseinandergelaufen. Die Kompanien, Bataillone, Armeen. Die großen Armeen. Nur die Heere der Toten, die stehn noch. Stehn wie unübersehbare Wälder: dunkel, lila, voll Stimmen. Die Kanonen aber liegen wie erfrorene Urtiere mit steifem Gebein. Lila vor Stahl und überrumpelter Wut. Und die Helme, die rosten. Nehmt die verrosteten Helme ab: Wir haben verloren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In unsern Kochgeschirren holen magere Kinder jetzt Milch. Magere Milch. Die Kinder sind lila vor Frost. Und die Milch ist lila vor Armut. Wir werden nie mehr antreten auf einen Pfiff hin und Jawohl sagen auf ein Gebrüll. Die Kanonen und die Feldwebel brüllen nicht mehr. Wir werden weinen, scheißen und singen, wann wir wollen. Aber das Lied von den brausenden Panzern und das Lied von dem Edelweiß werden wir niemals mehr singen. Denn die Panzer und die Feldwebel brausen nicht mehr und das Edelweiß, das ist verrottet unter dem blutigen Singsang. Und kein General sagt mehr Du zu uns vor der Schlacht. Vor der furchtbaren Schlacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Korn auf dem Dache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-korn-auf-dem-dache/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-korn-auf-dem-dache/</guid><description>&lt;p&gt;Der Frühling ist gekommen,&#10;Doch war der Winter scharf&#10;Und hat mir weggenommen&#10;Den nötigsten Bedarf;&#10;Die Pflüge bleiben stehen,&#10;Es fehlt ja an der Saat,&#10;Und muß auch was geschehen,&#10;So weiß doch keiner Rat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hinkt ein alter Jude&#10;In weißem Bart durchs Dorf,&#10;Der kroch aus seiner Bude&#10;Um etwas Sprock und Torf.&#10;Er weilt bei jedem Schober&#10;Und späht und bückt sich oft,&#10;Und voll ist ihm der Kober,&#10;Bevor er′s noch gehofft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Krokodil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-krokodil/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-krokodil/</guid><description>&lt;p&gt;Im heil′gen Teich zu Singapur,&#10;Da liegt ein altes Krokodil&#10;Von äußerst grämlicher Natur&#10;Und kaut an einem Lotosstiel.&#10;Es ist ganz alt und völlig blind,&#10;Und wenn es einmal friert des Nachts,&#10;So weint es wie ein kleines Kind,&#10;Doch wenn ein schöner Tag ist, lacht′s.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Laub, das im Sommer so rauschend sang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-laub-das-im-sommer-so-rauschend-sang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-laub-das-im-sommer-so-rauschend-sang/</guid><description>&lt;p&gt;Das Laub, das im Sommer so rauschend sang,&#10;Das Laub ist von den Bäumen gestiegen.&#10;Voll stiller Blätter, gelb und braun,&#10;Liegen noch stiller die stillen Wege.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Duft von tausend Küssen und Tränen&#10;Schweben Nässen über den Blättern,&#10;Über den tausend herben Blättern,&#10;Die nun sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Hier ist deß Lebens Schatten; dort ist der Leib deß Lebens.&#10;Man greiffe nach dem Leibe, zum Schatten ists vergebens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Leben ist ein Gänsespiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-ist-ein-gaensespiel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-ist-ein-gaensespiel/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben ist ein Gänsespiel:&#10;Je mehr man vorwärts gehet,&#10;Je früher kommt man an das Ziel.&#10;Wo niemand gerne stehet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man sagt, die Gänse wären dumm,&#10;O glaubt mir nicht den Leuten:&#10;Denn eine sieht einmal sich rum,&#10;Mich rückwärts zu bedeuten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ganz anders ist&amp;rsquo;s in dieser Welt.&#10;Wo alles vorwärts drücket,&#10;Wenn einer stolpert oder fällt.&#10;Keine Seele rückwärts blicket.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Leben ist kurz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-ist-kurz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leben-ist-kurz/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben ist kurz,&#10;wenn man nur die Zeit des Glücks Leben heisst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das leere Haus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leere-haus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-leere-haus/</guid><description>&lt;p&gt;Ins leere Haus trat ich, ein Buch zu holen,&#10;still ging ich durch der Zimmer lange Reihe,&#10;wie tot lag alles und voll eigner Weihe,&#10;Sinn und Bezug auf uns schien fortgestohlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Boden knarrte unter meinen Sohlen,&#10;gebannt stand alles sonst in seiner Reihe.&#10;Ein Spielzeug hing dort ohne Kinderschreie,&#10;im Kasten schliefen ungenutzt die Kohlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da überflog mich jäh ein großes Grauen,&#10;als ich das stumme Buch jetzt wollte fassen:&#10;Ich selbst war als ein Toter anzuschauen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das letzte Lachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-letzte-lachen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-letzte-lachen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn hinter dir Jahre versunken sind,&#10;Lange, lange und schwere Jahre;&#10;Wenn zum Manne geworden das spielende Kind,&#10;Der ernsthaft steht an der Jugend Bahre;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn dich öfter und immer öfter erfasst&#10;Ein seltsames, unerklärliches Bangen;&#10;Wenn du spürst, wie das Leben dich schweigend haßt,&#10;Da die Jahre der Freude dahingegangen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Rosen nicht mehr so berauschend blühn&#10;Im Garten, im heimatlichen Garten;&#10;Und die Sterne nicht mehr so verheißend glühn&#10;Deinem Begehren und deinem Erwarten;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das letzte Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-letzte-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-letzte-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Fern ab am Horizont, auf Felsenrissen,&#10;Liegt der gewitterschwarze Krieg getürmt.&#10;Die Blitze zucken schon, die ungewissen,&#10;Der Wandrer sucht das Laubdach, das ihn schirmt.&#10;Und wie ein Strom, geschwellt von Regengüssen,&#10;Aus seines Ufers Bette heulend stürmt,&#10;Kommt das Verderben, mit entbundnen Wogen,&#10;Auf alles, was besteht, herangezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der alten Staaten graues Prachtgerüste&#10;Sinkt donnernd ein, von ihm hinweggespült,&#10;Wie, auf der Heide Grund, ein Wurmgeniste,&#10;Von einem Knaben scharrend weggewühlt;&#10;Und wo das Leben, um der Menschen Brüste,&#10;In tausend Lichtern jauchzend hat gespielt,&#10;Ist es so lautlos jetzt, wie in den Reichen,&#10;Durch die die Wellen des Kozytus schleichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Licht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-licht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-licht/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Liebesgotte ward ein Licht geweiht.&#10;Er sollt, versöhnt durch diese Liebesgabe,&#10;’Nen Liebsten schaffen für die junge Maid,&#10;Die es gebracht. – Er lächelte: »Ich habe«,&#10;Sprach er, »zwar nicht, worum du mich gebeten –&#10;Behalt indes das Licht: es wird ihn gut vertreten.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied der Deutschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-der-deutschen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-der-deutschen/</guid><description>&lt;p&gt;Deutschland, Deutschland über alles,&#10;Über alles in der Welt,&#10;Wenn es stets zu Schutz und Trutze&#10;Brüderlich zusammenhält.&#10;Von der Maas bis an die Memel,&#10;Von der Etsch bis an den Belt -&#10;Deutschland, Deutschland über alles,&#10;Über alles in der Welt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deutsche Frauen, deutsche Treue,&#10;Deutscher Wein und deutscher Sang&#10;Sollen in der Welt behalten&#10;Ihren alten schönen Klang,&#10;Uns zu edler Tat begeistern&#10;Unser ganzes Leben lang -&#10;Deutsche Frauen, deutsche Treue,&#10;Deutscher Wein und deutscher Sang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied vom blonden Korken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-blonden-korken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-blonden-korken/</guid><description>&lt;p&gt;Ein blonder Korke spiegelt sich&#10;in einem Lacktablett -&#10;allein er säh sich dennoch nich,&#10;selbst wenn er Augen hätt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das macht, dieweil er senkrecht steigt&#10;zu seinem Spiegelbild!&#10;Wenn man ihn freilich seitwärts neigt,&#10;zerfällt, was oben gilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mensch, gesetzt, du spiegelst dich&#10;im, sagen wir, im All!&#10;Und senkrecht! - wärest du dann nich&#10;ganz in demselben Fall?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied vom gerochenen Hausknecht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-gerochenen-hausknecht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-gerochenen-hausknecht/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sobbe und der Putzky,&#10;Der Putzky und der Sobb′,&#10;Sie haben abgemurxky&#10;Wohl einen Hausknecht grob.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Hausknecht war betrunken,&#10;Sie waren nüchtern ganz,&#10;Sie waren edle Junker,&#10;Zwei Gardeleutenants.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kamen auf die Festung&#10;Ob dieses Hausknechts Mord;&#10;Sie flohen vor der Läst′rung&#10;Der bösen Menschen fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie brannten durch, auf Ehre,&#10;Sind weit umhergeirrt,&#10;Als wie zwei Ahasvere,&#10;Und waren sehr lakirt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie waren nirgends sicher,&#10;Verfolgt hat sie gar dreist&#10;Des Hausknechts unsterblicher&#10;Und ungerochner Geist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied vom Schmetterlinge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-schmetterlinge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-vom-schmetterlinge/</guid><description>&lt;p&gt;Liebes, leichtes, luft′ges Ding,Schmetterling,Das da über Blumen schwebet,Nur von Thau und Blüthen lebet,Blüthe selbst, ein fliegend Blatt,Das, mit welchem Rosenfinger!Wer bepurpurt hat?War′s ein Sylphe, der Dein KleidSo bestreut,Dich aus Morgenduft gewebet,Nur auf Tage Dich belebet?Seelchen, und Dein kleines HerzPocht da unter meinem Finger,Fühlet Todesschmerz.Fleuch dahin, o Seelchen, seiFroh und frei,Mir ein Bild, was ich sein werde,Wenn die Raupe dieser ErdeAuch wie Du ein Zephyr istUnd in Duft und Thau und HonigJede Blüthe küßt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied von der Glocke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-von-der-glocke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-von-der-glocke/</guid><description>&lt;p&gt;Fest gemauert in der Erden&#10;Steht die Form, aus Lehm gebrannt.&#10;Heute muß die Glocke werden.&#10;Frisch Gesellen, seid zur Hand.&#10;Von der Stirne heiß&#10;Rinnen muß der Schweiß,&#10;Soll das Werk den Meister loben,&#10;Doch der Segen kommt von oben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Werke, daß wir ernst bereiten,&#10;Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;&#10;Wenn gute Reden sie begleiten,&#10;Dann fließt die Arbeit munter fort.&#10;So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,&#10;Was durch die schwache Kraft entspringt,&#10;Den schlechten Mann muß man verachten,&#10;Der nie bedacht, was er vollbringt.&#10;Das ist&amp;rsquo;s ja, was den Menschen zieret,&#10;Und dazu ward ihm der Verstand,&#10;Daß er im innern Herzen spüret,&#10;Was er erschafft mit seiner Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lied von der verunglückten Kartoffel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-von-der-verunglueckten-kartoffel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-lied-von-der-verunglueckten-kartoffel/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Nacht auf ihrem Lager lag&#10;Eine arme, kranke Kartoffel.&#10;Sie hob sich matt empor und sprach,&#10;Sie sprach zu dem armen Stoffel:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;O Stoffel, unglücksel´ger Mann,&#10;Ich fühl´s, daß ich sterben werde!&#10;Schon kommt der Tod, der schlimme, heran&#10;Und rafft mich von der Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar frag ich nach mir selber nicht,&#10;Nicht will ich mich bedauern.&#10;Doch wenn ich schaue dein bleich Gesicht,&#10;Da muß ich trauern und trauern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Liedlein vom Kirschbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-liedlein-vom-kirschbaum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-liedlein-vom-kirschbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Der lieb Gott het zum Früehlig gseit:&#10;&amp;ldquo;Gang, deck im Würmli au si Tisch!&amp;rdquo;&#10;Druf het der Chriesbaum Blätter treit,&#10;vil tausig Blätter grün und frisch.&#10;Und ′s Würmli us em Ei verwacht′s,&#10;s het gschlofen in sim Winterhus.&#10;Es streckt si, und sperrt ′s Müüli uf&#10;und ribt die blöden Augen us.&#10;Und druf se het′s mit stillem Zahn&#10;am Blättli gnagt enanderno&#10;und gseit: &amp;ldquo;Wie isch das Gmües so guet!&#10;Me chunnt schier nimme weg dervo.&amp;rdquo;&#10;Und wieder het der lieb Gott gseit:&#10;&amp;ldquo;Deck jez im Immli au si Tisch.&amp;rdquo;&#10;Druf het der Chriesbaum Blüte treit,&#10;viel tausig Blüte wiiß und frisch.&#10;Und ′s Immli sieht′s und fliegt druf los,&#10;früeih in der Sunne Morgeschin.&#10;Er denkt: &amp;ldquo;Das wird mi Caffi si;&#10;si henn doch chosper Porzelin.&#10;Wie sufer sin die Chächeli gschwenkt&amp;rdquo;&#10;Es streckt si troche Züngli dri.&#10;Es trinkt und seit: &amp;ldquo;Wie schmeckt′s so süß,&#10;do muß der Zucker wohlfel si.&amp;rdquo;&#10;Der lieb Gott het zum Summer gseit:&#10;&amp;ldquo;Gang, deck im Spätzli au si Tisch!&amp;rdquo;&#10;Druf het der Chriesbaum Früchte treit,&#10;viel tausig Chriesi rot und frisch.&#10;Und ′s Spätzli seit: &amp;ldquo;Isch das der Bricht?&#10;Do sitzt me zu, und frogt nit lang.&#10;Das git mer Chraft in Mark und Bei&#10;und stärcht mer d′Stimm zum neue Gsang.&amp;rdquo;&#10;Der lieb Gott het zum Spötlig gseit:&#10;&amp;ldquo;Ruum ab, sie hen jez alli gha!&amp;rdquo;&#10;Druf het e chüele Bergluft gweiht,&#10;und ′s het scho chleini Rife gha.&#10;Und d′Blättli werde gel und rot&#10;und fallen eis im andere no,&#10;und was vom Boden obsi chunnt,&#10;mueß au zum Bode nidsi go.&#10;Der lieb Gott het zum Winter gseit:&#10;&amp;ldquo;Deck weidli zu, was übrig ist.&amp;rdquo;&#10;Druf het der Winter Flocke gstreut -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Lösegeld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-loesegeld/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-loesegeld/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch hat, dass sein Lösegeld er zahl′,&#10;Zwei tiefe, reiche Felder Tuffsteinlandes,&#10;Er muss sie mit dem Eisen des Verstandes&#10;Aufwühlen und bebau′n gar viele Mal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Damit er nur der kleinsten Rose Spriessen,&#10;Nur weniger Halme Blühn und Wachsen schau,&#10;Muss er mit seiner Stirne salzigem Tau,&#10;Muss er mit Schweiss und Tränen sie begiessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Feld heisst Liebe, und das andere Kunst.&#10;Und wenn einst, Bösen schreckensvoll und Frommen,&#10;Die Stunde des Gerichts herabgekommen,&#10;Muss er, zu ringen um des Richters Gunst,&#10;Ihm seine erntevollen Scheunen zeigen,&#10;Mit Frucht und Korn und Blumen so gefüllt,&#10;Dass sich, von Duft und Farbenrausch umhüllt,&#10;Die Engel alle huldvoll zu ihm neigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mädchen von dreizehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-von-dreizehn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maedchen-von-dreizehn/</guid><description>&lt;p&gt;Jung bin ich und unerfahren,&#10;Wie man fangen und bewahren&#10;Und der losen Ränke voll&#10;Weilen nun, dann fliehen soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch kann ich mich nicht verstellen,&#10;Weiß mit Blicken trüben hellen&#10;Nicht zu spielen; nur der Lust&#10;Schlägt die unentweihte Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will von euch mich keiner nehmen,&#10;Weil ich gut noch bin und schämen&#10;Des Verrathes noch mich kann?&#10;Sieht mich arme keiner an?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wartet ja nicht, bis zu lügen&#10;Ich gelernet und zu trügen!&#10;Für den ersten möcht&amp;rsquo; ich stehn,&#10;Andre könnt&amp;rsquo; ich hintergehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Märchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maerchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-maerchen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mondnacht Zaubersegen&#10;im weichen Winde weht,&#10;und auf waldwilden Wegen&#10;das Märchen lautlos geht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blauaugen, kinderreine,&#10;Blauaugen, lieb und fremd,&#10;aus Spinnweb und Mondenscheine&#10;ein Königshemd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Haar von Gold gesponnen,&#10;bis auf die Hüften rollt,&#10;wie tausend sinkender Sonnen&#10;verträumtes Dämmergold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blauaugen, kinderweiche,&#10;sie tragen ein heilig Mal&#10;aus heiligem Rätselreiche:&#10;es war einmal &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-meer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-meer/</guid><description>&lt;p&gt;Ich schwelle in meiner Flut über die Erde.&#10;Es wirft meine wilde Welle Tang an den Strand,&#10;Muscheln, violette Quallen und kleine Seepferde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber der Ekel zischt, daß ich mich gezeigt.&#10;Ich krieche in mich zurück,&#10;Und der Nordwind schweigt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ebbe ist&amp;hellip; Kinder gehen, sammeln, suchen&#10;Und sehen Krabben, nasse Sterne,&#10;Erstaunlichstes Getier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber bin längst in der Ferne wieder bei mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was ich an den Strand warf, stirbt in der Luft&#10;Oder in des Menschen Hand. -&#10;Nur die Taschenkrebse graben sich&#10;Mit ihren Scheren in den Sand.&#10;Sechs Stunden warten sie bis zur nächsten Flut. -&#10;Die Taschenkrebse kennen mich gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Meer erglänzte weit hinaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-meer-erglaenzte-weit-hinaus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-meer-erglaenzte-weit-hinaus/</guid><description>&lt;p&gt;Das Meer erglänzte weit hinaus&#10;Im letzten Abendscheine;&#10;Wir saßen am einsamen Fischerhaus,&#10;Wir saßen stumm und alleine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Nebel stieg, das Wasser schwoll,&#10;Die Möwe flog hin und wider;&#10;Aus deinen Augen, liebevoll,&#10;Fielen die Tränen nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah sie fallen auf deine Hand,&#10;Und bin aufs Knie gesunken;&#10;Ich hab von deiner weißen Hand&#10;Die Tränen fortgetrunken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib,&#10;Die Seele stirbt vor Sehnen; -&#10;Micht hat das unglücksel′ge: Weib&#10;Vergiftet mit ihren Tränen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mein in dir erweckt Begier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-mein-in-dir-erweckt-begier/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-mein-in-dir-erweckt-begier/</guid><description>&lt;p&gt;Das beste bleibt die Seel, und die war raus getrieben,&#10;Itzt schwebt sie um den Punct (du bists) so drinnen blieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Menschenherz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-menschenherz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-menschenherz/</guid><description>&lt;p&gt;Das Menschenherz ist aller Wunder größtes;&#10;Denn wechselnd birgt´s in seiner Tiefen Schoß&#10;Was rauh, was wild, was niedrig und was groß;&#10;Ein Rätsel ist es und kein Weiser löst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das menschliche Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-menschliche-alter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-menschliche-alter/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kind weiß nichts von sich, ein Knabe denket nicht,&#10;Ein Jüngling wünschet stets, ein Mann hat immer Pflicht,&#10;Ein Alter hat Verdruß, ein Greis wird wieder Kind:&#10;Schau, lieber Mensch, was das für Herrlichkeiten sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mondlicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-mondlicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-mondlicht/</guid><description>&lt;p&gt;Dein gedenkend, irr ich einsam&#10;Diesen Strom entlang;&#10;Könnten lauschen wir gemeinsam&#10;Seinem Wellenklang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnten wir zusammen schauen&#10;In den Mond empor,&#10;Der da drüben aus den Auen&#10;Leise taucht hervor!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freundlich streut er meinem Blicke&#10;Aus dem Silberschein&#10;Stromhinüber eine Brücke&#10;Bis zum stillen Hain. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo des Stromes frohe Wellen&#10;Durch den Schimmer ziehn,&#10;Seh ich, wie hinab die schnellen&#10;Unaufhaltsam fliehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber wo im schimmerlosen&#10;Dunkel geht die Flut,&#10;Ist sie nur ein dumpfes Tosen,&#10;Das dem Auge ruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Mondschaf [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-mondschaf-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-mondschaf-2/</guid><description>&lt;p&gt;Das Mondschaf sagt sich selbst gut Nacht,&#10;d.h., es wurde überdacht&#10;von seinem eigenen Denker:&#10;Der übergibt dies alles sich&#10;mit einem kurzen Federstrich&#10;als seinem eigenen Henker.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Moor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-moor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-moor/</guid><description>&lt;p&gt;Oh du Geliebte, wenn ich je gedächte,&#10;dich einem Erdendinge zu vergleichen,&#10;so wählte ich den Berg unzähliger Leichen,&#10;so wählte ich das Moor und seine Nächte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du schmutziger Knäuel bodenloser Schächte&#10;verborgen unter sammetseidenweichen&#10;und tief türkisenblaun Nymphäenteichen -&#10;daß dich dein eigener Gestank umbrächte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn arg hast du mein Tölpelherz verführt&#10;mit deiner glatten Haut Melancholie&#10;und deinem gramdurchtränkten Liebesschwure&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und mitternachts mir einen Trank gerührt&#10;aus Kot, Gestank und Teufelspoesie -&#10;vergib mir! - oh vergib mir, große Hure!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Musikantendorf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-musikantendorf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-musikantendorf/</guid><description>&lt;p&gt;Es blinkt ein Dörflein in Böhmens Land,&#10;Drin, was da lebendig, ein Musikant;&#10;Verkehrte Schwalben, im Lenz entflogen,&#10;Sind jetzt im Herbst sie heimgezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du meinst die Nachtigallen der Welt&#10;In Einem Busch hier alle gesellt.&#10;Du meinst, es müssen hier tausend Quellen&#10;Zu Einem melodischen Strome schwellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch, lieblich spielt hier im Erdgeschoß&#10;Ein Stück zur Geige der Virtuos;&#10;Aufs Jahr durchklingt’s der Länder Weite,&#10;Glückseliger, dich entzückt’s schon heute!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das nächste Dorf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-naechste-dorf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-naechste-dorf/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Großvater pflegte zu sagen:&#10;»Das Leben ist erstaunlich kurz.&#10;Jetzt in Erinnerung drängt es sich mir so zusammen,&#10;daß ich zum Beispiel kaum begreife,&#10;wie ein junger Mensch sich entschließen kann,&#10;ins nächste Dorf zu reiten,&#10;ohne zu fürchten, daß&#10;- von unglücklichen Zufällen ganz abgesehen -&#10;schon die Zeit des gewöhnlichen,&#10;glücklich ablaufenden Lebens&#10;für einen solchen Ritt bei weitem nicht hinreicht.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das nächtliche Hornblasen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-naechtliche-hornblasen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-naechtliche-hornblasen/</guid><description>&lt;p&gt;Allnächtlich bläst ein Hirt im Ort&#10;Als trieb er die Kühe zur Weide fort;&#10;Doch keiner hat ihn je gesehn,&#10;Man hört den Klang im Winde verwehn, in Meereslüften.&#10;Doch in den Ställen hie und da&#10;Brüllt Stier und Kuh, so fern wie nah,&#10;Die Pferde wiehern, als fühlten sie Drang&#10;Zu folgen dem lockenden Weideklang des Wunderhorns.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man sagt, daß es des Meeresmanns sei,&#10;Der rufe für sich die Herde herbei. –&#10;Man hörte vor Jahren den gleichen Klang,&#10;Eh Büsums Kühe das Meer verschlang,das ungestüme.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das öde Haus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-oede-haus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-oede-haus/</guid><description>&lt;p&gt;Tiefab im Tobel liegt ein Haus,&#10;Zerfallen nach des Försters Tode,&#10;Dort ruh ich manche Stunde aus,&#10;Vergraben unter Rank′ und Lode;&#10;′s ist eine Wildnis, wo der Tag&#10;Nur halb die schweren Wimper lichtet;&#10;Der Felsen tiefe Kluft verdichtet&#10;Ergrauter Äste Schattenhag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich horche träumend, wie im Spalt&#10;Die schwarzen Fliegen taumelnd summen,&#10;Wie Seufzer streifen durch den Wald,&#10;Am Strauche irre Käfer brummen;&#10;Wenn sich die Abendröte drängt&#10;An sickernden Geschiefers Lauge,&#10;Dann ist′s als ob ein trübes Auge,&#10;Ein rotgeweintes drüber hängt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Opfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-opfer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-opfer/</guid><description>&lt;p&gt;Diesmal sollst du noch entrinnen,&#10;heil aus meinen Händen schlüpfen,&#10;morgen werd ich dich einspinnen,&#10;dich an meine Feder knüpfen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;nackt auf meine Feder spießen&#10;werde ich dein kleines Herz,&#10;Licht soll von ihm niederfließen&#10;strömend ewig tiefenwärts,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;schüren wirst du ihre Glut,&#10;daß du meine Fackel wirst,&#10;bis in unsrer Feuerflut&#10;Feder sowie Herz zerbirst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Pantheon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-pantheon/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-pantheon/</guid><description>&lt;p&gt;Oft in der Mitternächte Schweigen&#10;Pfleg′ ich mit leisem Geistertritt&#10;Das Kapitol herabzusteigen,&#10;Und schnell beflügelt sich mein Schritt,&#10;Die dunkeln Wege wandl′ ich schnelle,&#10;Die nur die tiefste Sehnsucht kennt,&#10;Wo selten noch ein Lichtchen helle&#10;Vorm Bild der Mutter Gottes brennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hör′ ich durch die düstre Stille,&#10;In der so gern die Trauer sinnt,&#10;Wie schon des Brunnens kühle Fülle&#10;Ins Marmorbecken niederrinnt,&#10;Und plötzlich - als erstünd′ es eben,&#10;Ein hoher Geist, vom Grab empor -&#10;O Götter Roms, ihr habt mein Leben!&#10;Taucht′s herrlich aus der Nacht hervor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Paradies</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-paradies/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-paradies/</guid><description>&lt;p&gt;Sein Glück für einen Apfel geben,&#10;O Adam, welche Lüsternheit!&#10;Statt diener hätt ich sollen leben,&#10;So wär das Paradies noch heut.-&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie aber, wenn alsdann die Traube&#10;Die Probefrucht gewesen wäre?&#10;Wie da, mein Freund? - Ei nun, ich glaube -&#10;Das Paradies wär auch nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Portal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-portal/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-portal/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da blieben sie, als wäre jene Flut&#10;zurückgetreten, deren großes Branden&#10;an diesen Steinen wusch, bis sie entstanden;&#10;sie nahm im Falle manches Attribut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;aus ihren Händen, welche viel zu gut&#10;und gebend sind, um etwas festzuhalten.&#10;Sie blieben von den Formen in Basalten&#10;durch einen Nimbus, einen Bischofshut,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bisweilen durch ein Lächeln unterschieden,&#10;für das ein Antlitz seiner Stunden Frieden&#10;bewahrt hat als ein stilles Zifferblatt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;jetzt fortgerückt ins Leere ihres Tores,&#10;waren sie einst die Muschel eines Ohres&#10;und fingen jedes Stöhnen dieser Stadt.&#10;II&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Problem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-problem/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-problem/</guid><description>&lt;p&gt;Der Zwölf-Elf kam auf sein Problem&#10;und sprach: &amp;ldquo;Ich heiße unbequem.&#10;Als hieß′ ich etwa Drei-Vier&#10;statt Sieben - Gott verzeih mir!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und siehe da, der Zwölf-Elf nannt sich&#10;von jenem Tag ab Dreiundzwanzig.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Publikum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-publikum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-publikum/</guid><description>&lt;p&gt;Das Publikum ist eine Kuh,&#10;das grast und grast stets immerzu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Reh und der Hund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-reh-und-der-hund/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-reh-und-der-hund/</guid><description>&lt;p&gt;Ein zartes Reh, das gar zu sicher ruht,&#10;Erhascht ein Hund, der keinen Dickigt scheute.&#10;Er beißt es an, leckt das vergoss′ne Blut,&#10;Und küßt zugleich die angenehme Beute.&#10;Da seufzt das Wild: Welch′ Mitleid rühret dich?&#10;Du kömmst als Feind, und raubest mir das Leben,&#10;Und mir willst du doch solche Küsse geben,&#10;Als wäre dir kein Freund so lieb, als ich?&#10;Ich bitte sehr, hör′ auf mit deinen Bissen;&#10;Wo nicht, verschone mich mit Küssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Ruhekissen der Verlassenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ruhekissen-der-verlassenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ruhekissen-der-verlassenen/</guid><description>&lt;p&gt;An des Meeres Klippenstrande such ich nach dem harten Stein,&#10;Den dein Fuß zuletzt betreten, als du stiegst ins Boot hinein.&#10;Will ihn als ein Ruhekissen legen auf mein krankes Herz,&#10;Daß kein weicher Traum der Liebe es betrüg um seinen Schmerz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das ruhlose Tal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ruhlose-tal/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-ruhlose-tal/</guid><description>&lt;p&gt;Einst lächelte ein friedliches Tal,&#10;Aus welchem die Leute allzumal&#10;Gezogen waren in stürmische Fernen,&#10;Nachdem sie zu den gütigen Sternen&#10;Gefleht, von ihren azurnen Türmen&#10;Die Blumen im Tal zu pflegen und schirmen,&#10;In deren Mitte den ganzen Tag&#10;Das rote Sonnenlicht träge lag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt raschelt es durch diesen Ort&#10;Ruhlos, rastlos in einem fort.&#10;Alles zittert und schauert -, bloß&#10;Die Lüfte sind ganz bewegungslos.&#10;Ach, von keinem Winde geschaukelt,&#10;Nicht vom leisesten Zephyr umgaukelt,&#10;Zucken die Bäume gleich den Fjorden&#10;Im umnebelten, felsigen Norden.&#10;Ach, von keinem Winde getrieben,&#10;Jagen die Wolken und zerstieben&#10;Über den Veilchen, die dort liegen,&#10;Über den Lilien, die sich dort wiegen,&#10;Die sich wiegen und neigen und schauern,&#10;Über mystischen Gräbern trauern.&#10;Sie schauern: ihre duftenden Seelen&#10;Zittern in immerwährendem Leide.&#10;Sie weinen: auf ihrem weißen Kleide&#10;Schimmern die Tränen wie Juwelen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das schönere Land</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schoenere-land/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schoenere-land/</guid><description>&lt;p&gt;So willst Du nun die traute Heimath fliehen,&#10;Wo Dir des Lebens Morgenroth getagt? -&#10;In fern entlegne Länder willst Du ziehen,&#10;Weil Dir das Schicksal manchen Wunsch versagt?&#10;So nimm den Wanderstab und suche Frieden -&#10;Die Ferne lindre Deinen bittern Schmerz,&#10;Und giesse sanft, was hier Dir nicht beschieden,&#10;Der Freuden Fülle in Dein sehnend Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Mit Zuversicht hoff′ ich sie dort zu finden,&#10;Denn einem schönern Lande eil′ ich zu;&#10;Dort weicht die Nacht vom trüben Blick des Blinden,&#10;Dort lächelt dem Gequälten stille Ruh.&#10;Dort rieseln durch die Fluren Balsamquellen&#10;Und heilen mild den Wandrer der sich naht,&#10;Und eines lichtern Tages Strahlen hellen&#10;Mir dort den dornenlosen, heitern Pfad.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Schreien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schreien/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-schreien/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngst schlich ich meinem Mädchen nach,&#10;Und ohne Hindernis&#10;Umfaßt ich sie im Hain; sie sprach:&#10;&amp;ldquo;Laß mich, ich schrei gewiß.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da droht ich trotzig: &amp;ldquo;Ha, ich will&#10;Den töten, der uns stört.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Still&amp;rdquo;, winkt sie lispelnd, &amp;ldquo;Liebster, still,&#10;Damit dich niemand hört.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Spiel des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spiel-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-spiel-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Wollt ihr in meinen Kasten sehn?&#10;Des Lebens Spiel, die Welt im Kleinen,&#10;Gleich soll sie eurem Aug′ erscheinen;&#10;Nur müsst ihr nicht zu nahe stehn,&#10;Ihr müsst sie bei der Liebe Kerzen&#10;Und nur bei Amors Fackel sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schaut her! Nie wird die Bühne leer:&#10;Dort bringen sie das Kind getragen,&#10;Der Knabe hüpft, der Jüngling stürmt einher,&#10;Es kämpft der Mann, und Alles will er wagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Jeglicher versucht sein Glück,&#10;Doch schmal nur ist die Bahn zum Rennen;&#10;Der Wagen rollt, die Achsen brennen,&#10;Der Held dringt kühn voran, der Schwächling bleibt zurück;&#10;Der Stolze fällt mit lächerlichem Falle,&#10;Der Kluge überholt sie alle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Sprachversehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sprachversehen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-sprachversehen/</guid><description>&lt;p&gt;Was! Du nimmst sie jetzt nicht, und warst der Dame versprochen?&#10;Antwort: Lieber! vergib, man verspricht sich ja wohl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Tal der Unrast</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tal-der-unrast/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tal-der-unrast/</guid><description>&lt;p&gt;Einstmals war ein stilles Tal,&#10;Unbewohnt; mit Schild und Stahl&#10;Zog das Volk in Kriege fort;&#10;Hielten milde Sterne dort&#10;Vom arzurnen Turm zur Nacht&#10;Über all die Blumen Wacht,&#10;Über denen jeden Tag&#10;Rot und faul die Sonne lag.&#10;Jetzt wird jeder Wandrer sehen&#10;Unrast dieses Tal durchwehen,&#10;Nichts ist da, das nicht sich regt,&#10;Luft nur brütet unbewegt&#10;Ob der Zauber-Einsamkeit.&#10;Ach, kein Lüftchen weit und breit&#10;Rührt der Bäume Blätterkleid,&#10;Die da pulsen ohne Frieden&#10;Gleich dem Eismeer der Hebriden.&#10;Ach, kein Lüftchen jagt und bauscht&#10;Das Gewölk, das ruhlos rauscht,&#10;Rastlos rauscht von früh bis spät&#10;Über Myriadenbeet&#10;Blauer Veilchen, sorgenreich,&#10;Myriaden Augen gleich,&#10;Über Lilien, die so weich&#10;Wehend, weinend schaun herab&#10;Auf ein namenloses Grab!&#10;Wehend: aus dem Duft heraus&#10;Kommen Tropfen ewigen Taus.&#10;Weinend: von den zarten Zweigen&#10;Ewig Tränen niedersteigen,&#10;Die gleich Edelsteinen schweigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Thor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-thor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-thor/</guid><description>&lt;p&gt;Aus schwarzem Marmor fügten sie vornacht das Thor&#10;und eines seltnen Stolzes Inschrift gruben sie&#10;auf seine Stirn. Es drängten die Jahrhunderte&#10;an diesen Pfosten sich vorbei, das Haus zerfiel,&#10;das Thor bestand – heut öffnet es die Flügel weit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf diesen alten Schwellen lag manch träger Staub –&#10;heut aber sollen braundurchwobne Purpurdecken&#10;die grauen Quadern tauchen in den Strom der Seide&#10;und einer Herrin wunderzarte Füsse sollen&#10;die grossen Wandelsteine scheu auftretend segnen &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das tote Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tote-kind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tote-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Es hat den Garten sich zum Freund gemacht,&#10;Dann welkten es und er im Herbste sacht,&#10;Die Sonne ging, und es und er entschlief,&#10;Gehüllt in eine Decke weiss und tief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt ist der Garten unversehns erwacht,&#10;Die Kleine schlummert fest in ihrer Nacht. -&#10;&amp;ldquo;Wo steckst du?&amp;rdquo; summt es dort und summt es hier.&#10;Der ganze Garten frägt nach ihr, nach ihr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die blaue Winde klettert schlank empor&#10;Und blickt ins Haus: &amp;ldquo;Komm hinterm Schrank hervor!&#10;Wo birgst du dich? Du tust dirs selbst zuleid!&#10;Was hast du für ein neues Sommerkleid?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Tugend-ersprießliche Unglück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tugend-erspriessliche-unglueck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-tugend-erspriessliche-unglueck/</guid><description>&lt;p&gt;Der blaue Himmel gibt nicht fruchtbar-sanfften&#10;Regen.&#10;Es treuffet keinen Thau der strahlende Mittag.&#10;Der schöne Demant auch zu nehren nicht vermag.&#10;man muß / will man zum Port / das Wasser ja&#10;bewegen.&#10;Die Traid-bekleidten Berg / nit Gold und Silber&#10;hegen.&#10;So kan die Tugend auch nit blühen sonder Plag.&#10;in gutem Glück sie grob ohn′ allen Glanz da lag /&#10;in Müh und Arbeit wolt der Höchst den Segen legen.&#10;im sauren Meer / und nicht im süssen wachs&#10;Palast /&#10;die theuren Perlein seyn. Also / in vollen Freuden&#10;wird keine Himmels Zier / kein Tugend / nicht&#10;gefasst:&#10;Ihr Balsam-Geist riecht nur im Schmerz-geritzten&#10;Leiden.&#10;Die Sonn müst / solt ein Land sie stets bescheinen /&#10;stehn.&#10;wann keine Nohtnacht wär / würd kein Lust-Sonn&#10;aufgehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Unendliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unendliche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unendliche/</guid><description>&lt;p&gt;Lieb war mir stets hier der verlass′ne Hügel&#10;und diese Hecke, die vom fernsten Umkreis&#10;so viel vor meinem Blick verborgen hält.&#10;Doch hinter ihr - wenn ich so sitze, schaue,&#10;endlose Weiten, formt sich dort mein Denken,&#10;ein Schweigen, wie es Menschen nicht vermögen,&#10;und tiefste Ruhe; da verlernt die Seele&#10;das Fürchten bald. Und wenn des Windes Rauschen&#10;durch diese Bäume geht, halt ich die Stimme&#10;dem Schweigen, dem unendlichen, entgegen,&#10;ihm zum Vergleich: des Ewigen gedenk ich,&#10;der toten Jahreszeiten und der einen,&#10;die heute lebt und tönt. Und so versinken&#10;im Unermeßlichen mir die Gedanken,&#10;und Schiffbruch ist mir süß in diesem Meere.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Unlösbare</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unloesbare/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unloesbare/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Form, ein Hauch, ein Seelenschwingen&#10;Schied vom Äther, fiel aus lichtem Blau&#10;In des Sumpfes Schlamm und bleiern Grau,&#10;Wo kein Himmelslicht zu ihm kann dringen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein Engel, töricht und verirrt,&#10;Liess von Liebe sich ins Dunkel locken,&#10;Wilder Albdruck macht das Herz ihm stocken,&#10;Und er wehrt sich angstvoll und verwirrt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Schwimmer in der Nacht, o Grausen!&#10;Gegen eines Wirbelstroms Gewalt,&#10;Dessen Sang wie Sang von Narren schallt,&#10;Der im Kreis sich dreht mit tollem Brausen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Unwandelbare</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unwandelbare/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-unwandelbare/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Unaufhaltsam enteilet die Zeit.&amp;rdquo; - Sie sucht das Beständ′ge.&#10;Sei getreu, und du legst ewige Fesseln ihr an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Veilchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-veilchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-veilchen/</guid><description>&lt;p&gt;Von Moos und Blättern fast erdrückt&#10;Kroch einst der Demut Bild dies Veilchen nah der Erde,&#10;Das für die schönste Brust gepflückt&#10;Aus der vergeßensten der Blumen Stolz nun werde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das verwandelte Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verwandelte-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-verwandelte-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Mit meinem Lieb durchstrich ich deutschen Wald,&#10;Und froher Rausch aus grünem Licht und Duft,&#10;Aus Windes-Orgelklang und Bergesluft&#10;Ergriff die freudeoffenen Herzen bald.&#10;O Kuß in eines Walds geheimstem Grund!&#10;Fern oben über Wipfeln rauscht die Welt&#10;Und weiß es nicht, daß unten Mund auf Mund&#10;Zwei Welt- und Selbstvergessene versinken!&#10;Der Lippen Duft wie junges Tannengrün,&#10;Und tief im trunken-stillen Blick ein Licht,&#10;Das hoch herab von heiliger Wölbung fällt!&#10;O sternendunkler Abgrund, ende nicht,&#10;Und laß uns ewig deine Dämmrung trinken &amp;ndash;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Vöglein Butschli Butschli Bu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-voeglein-butschli-butschli-bu/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-voeglein-butschli-butschli-bu/</guid><description>&lt;p&gt;Das Vöglein Butschli Butschli Bu&#10;Lief einst dem Jesuskindlein zu&#10;Und setzt sich unterwegs zur Ruh&#10;In einem Klostergarten:&#10;Und hörte dem Gespräche zu&#10;Bis auf das letzte Wörtchen&#10;Das Vöglein Butschli Butschli Bu&#10;Das ist kein andrer Mensch als du&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wandern [ist des Müllers Lust]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wandern-ist-des-muellers-lust/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wandern-ist-des-muellers-lust/</guid><description>&lt;p&gt;Das Wandern ist des Müllers Lust,&#10;Das Wandern!&#10;Das muß ein schlechter Müller sein,&#10;Dem niemals fiel das Wandern ein,&#10;Das Wandern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Wasser haben wir′s gelernt,&#10;Vom Wasser!&#10;Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,&#10;Ist stets auf Wanderschaft bedacht,&#10;Das Wasser.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das sehn wir auch den Rädern ab,&#10;Den Rädern!&#10;Die gar nicht gerne stille stehn,&#10;Die sich mein Tag nicht müde drehn,&#10;Die Räder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Steine selbst, so schwer sie sind,&#10;Die Steine!&#10;Sie tanzen mit den muntern Reihn&#10;Und wollen gar noch schneller sein,&#10;Die Steine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Weib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weib/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weib/</guid><description>&lt;p&gt;Es war eine Geige;&#10;unscheinbar und schlicht,&#10;lehnte sie in einer Ecke&#10;des prunkvollen Zimmers.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein großer Künstler&#10;besaß die Geige &amp;hellip;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es kamen Schüler&#10;und Herren zu ihm,&#10;um zu lernen&#10;und um ihm zu schmeicheln;&#10;feine Prinzen kamen zu ihm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manchmal hielten sie stumm&#10;vor der Pforte des Hauses ..&#10;Hatten die Sterne Stimmen bekommen?&#10;War der Erde Feuer&#10;in eine Seele geflohen&#10;und schlug aus ihr&#10;in tausend jauchzenden&#10;klingenden Flammen?&#10;Posaunten die Kriege&#10;des jüngsten Tages&#10;in erzenen Schreien&#10;nieder?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Weiheschwert</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weiheschwert/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-weiheschwert/</guid><description>&lt;p&gt;Als durch den Rhein gewallt, geritten&#10;Die Jugend Deutschlands weihetrunken,&#10;War, von Franzosenblei durchschnitten,&#10;Ein Mann in Reben hingesunken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ihn umweht des Todes Odem,&#10;Reißt aus der Scheid’ er seinen Degen,&#10;Die Spitze bohrend in den Boden,&#10;Zu sprechen drauf Gebet und Segen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So muß das Schwert als Kreuzbild ragen,&#10;Drob Reben wölben die Kapelle;&#10;Durch die durchbrochne Kuppel schlagen&#10;Vom Himmel Sonnenlichter helle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein schönes Opfer ist gefallen,&#10;Ein Held, umrauscht von Kampfesliedern!&#10;Als süße Opferdüfte wallen&#10;Die Sterbeseufzer eines Biedern:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wort/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wort/</guid><description>&lt;p&gt;Lebendgem Worte bin ich gut:&#10;Das springt heran so wohlgemut,&#10;das grüßt mit artigem Geschick,&#10;hat Blut in sich, kann herzhaft schnauben,&#10;kriecht dann zum Ohre selbst dem Tauben&#10;und ringelt sich und flattert jetzt&#10;und was es tut, das Wort ergötzt.&#10;Doch bleibt das Wort ein zartes Wesen,&#10;bald krank und aber bald genesen.&#10;Willst ihm sein kleines Leben lassen,&#10;mußt du es leicht und zierlich fassen,&#10;nicht plump betasten und bedrücken,&#10;es stirbt oft schon an bösen Blicken -&#10;und liegt dann da, so ungestalt,&#10;so seelenlos, so arm und kalt,&#10;sein kleiner Leichnam arg verwandelt,&#10;von Tod und Sterben mißgehandelt.&#10;Ein totes Wort - ein häßlich Ding,&#10;ein klapperdürres Kling-Kling-Kling.&#10;Pfui allen häßlichen Gewerben,&#10;an denen Wort und Wörter sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Wunder im Kornfeld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wunder-im-kornfeld/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-wunder-im-kornfeld/</guid><description>&lt;p&gt;Der Knecht reitet hinten, der Ritter vorn,&#10;Rings um sie woget das blühende Korn . . .&#10;Und wie Herr Attich herniederschaut,&#10;Da liegt im Weg ein lieblich Kind,&#10;Von Blumen umwölbt, die sind betaut,&#10;Und mit den Locken spielt der Wind.&#10;Da ruft er dem Knecht: »heb auf das Kind!« –&#10;Absteigt der Knecht und langt geschwind:&#10;»»O, welch ein Wunder! – Kommt daher!&#10;Denn ich allein erheb es nicht.«« –&#10;Absteigt der Ritter, es ist zu schwer;&#10;Sie heben es alle beide nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Zauberschloß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zauberschloss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/das-zauberschloss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß ein Schloß, das hoch auf Klippen ragt;&#10;Von Adlern ist sein Zinnendach umflogen&#10;Und wirft den Morgenglanz, lang, eh es tagt,&#10;Schon weithin auf die blauen Meereswogen;&#10;Im Traum hab′ ich, o meines Herzens Braut,&#10;Uns beiden diesen Wonnesitz erbaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort in den Gärten schweifen wir umher&#10;Und sehen von den hängenden Terrassen&#10;Zu Füßen uns den Himmel und das Meer&#10;In Liebesschauern bald, gleich uns, erblassen,&#10;Bald so wie wir, wenn Mund am Munde ruht,&#10;Hoch aufglühn in des Abends Purpurglut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dass du mich liebst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dass-du-mich-liebst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dass-du-mich-liebst/</guid><description>&lt;p&gt;Dass du mich liebst, das wusst ich,&#10;ich hatte es längst entdeckt;&#10;doch als du mir gestanden,&#10;hat es mich tief erschreckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich stieg wohl auf die Berge&#10;und jubelte und sang;&#10;ich ging ans Meer und weinte&#10;beim Sonnenuntergang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz ist wie die Sonne&#10;so flammend anzusehn,&#10;und in ein Meer von Liebe&#10;versinkt es groß und schön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Daß Gott gekreuzigt wird...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dass-gott-gekreuzigt-wird/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dass-gott-gekreuzigt-wird/</guid><description>&lt;p&gt;Daß Gott gekreuzigt wird, daß man ihn kann verwunden!&#10;Daß er die Schmach verträgt, die man ihm angetan!&#10;Daß er solche Angst aussteht! und daß er sterben kann!&#10;Verwundre dich nicht! die Liebe hat′s erfunden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dauer der Scribenten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dauer-der-scribenten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dauer-der-scribenten/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Cleon, Jahr′ und Zeiten fliehen;&#10;Wie bald sind wir des Moders Raub!&#10;Wie bald sind wir und alles Staub,&#10;Was wir mit regem Kiel der Dunkelheit entziehen!&#10;Vergebens schreiben wir für Welt und Afterwelt,&#10;Vergebens werden wir, in Bänden, aufgestellt;&#10;Der Motten zahlreich′ Heer zernagt mit frechem Zahn&#10;Den bestvergüldten Schnitt, den schönsten Saffian.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, Cleon! nähmen deine Schriften,&#10;Um jede Messe zu erfreun,&#10;Auch täglich zwanzig Pressen ein,&#10;Sie würden dir dennoch kein stetes Denkmal stiften.&#10;Dein stärkster Foliant, der Fluch für den, der schreibt,&#10;War Lumpe, ward Papier, wird Kehrig, wird zerstäubt.&#10;Ja, der Vergessenheit und der Verwesung Reich&#10;Macht Carl dem Großen dich, wie seiner Sprachkunst, gleich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dauer im Wechsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dauer-im-wechsel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dauer-im-wechsel/</guid><description>&lt;p&gt;Hielte diesen frühen Segen,&#10;Ach, nur eine Stunde fest!&#10;Aber vollen Blütenregen&#10;Schüttelt schon der laue West.&#10;Soll ich mich des Grünen freuen,&#10;Dem ich Schatten erst verdankt?&#10;Bald wird Sturm auch das zerstreuen,&#10;Wenn es falb im Herbst geschwankt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du nach den Früchten greifen,&#10;Eilig nimm dein Teil davon!&#10;Diese fangen an zu reifen,&#10;Und die andern keimen schon;&#10;Gleich mit jedem Regengusse&#10;Ändert sich dein holdes Tal,&#10;Ach, und in demselben Flusse&#10;Schwimmst du nicht zum Zweitenmal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>David singt vor Saul</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/david-singt-vor-saul/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/david-singt-vor-saul/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;König, hörst du, wie mein Saitenspiel&#10;Fernen wirft, durch die wir uns bewegen:&#10;Sterne treiben uns verwirrt entgegen,&#10;und wir fallen endlich wie ein Regen,&#10;und es blüht, wo dieser Regen fiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mädchen blühen, die du noch erkannt,&#10;die jetzt Frauen sind und mich verführen;&#10;den Geruch der Jungfraun kannst du spüren,&#10;und die Knaben stehen, angespannt&#10;schlank und atmend, an verschwiegnen Türen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß mein Klang dir alles wiederbrächte.&#10;Aber trunken taumelt mein Getön:&#10;Deine Nächte, König, deine Nächte -,&#10;und wie waren, die dein Schaffen schwächte,&#10;o wie waren alle Leiber schön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>David und Goliath</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/david-und-goliath/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/david-und-goliath/</guid><description>&lt;p&gt;Diesen Riesen zu töten, war leicht für den mutigen Hirten,&#10;Welcher, im Schleudern geschickt, sicher versandte den Stein.&#10;Schwerer fand er es schon, den Toten des Haupts zu berauben,&#10;Doch es gelang ihm zuletzt durch den verdoppelten Streich.&#10;Aber dem letzten erliegt er, er soll es dem König ja bringen,&#10;Und nun schleppt er sich tot an der gewaltigen Last.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dedikation der Penthesilea</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dedikation-der-penthesilea/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dedikation-der-penthesilea/</guid><description>&lt;p&gt;Zärtlichen Herzen gefühlvoll geweiht! Mit Hunden zerreißt sie,&#10;Welchen sie liebet, und ißt, Haut dann und Haare, ihn auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Bestes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-bestes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-bestes/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Bestes willst du gern bekennen,&#10;Das Schönste, was du je erdacht,&#10;Doch zauderst du, der Welt zu nennen,&#10;Was dich unsagbar glücklich macht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wär′s Verirrung, süße Plage,&#10;Dein Eigenstes hältst du verhehlt,&#10;Vernichtet wär am hellen Tage&#10;Was dich beseligt, was dich quält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Bildnis wunderselig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-bildnis-wunderselig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-bildnis-wunderselig/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Bildnis wunderselig&#10;Hab ich im Herzensgrund,&#10;Das sieht so frisch und fröhlich&#10;Mich an zu jeder Stund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz still in sich singet&#10;Ein altes schönes Lied,&#10;Das in die Luft sich schwinget&#10;Und zu dir eilig zieht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein ist alles</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-ist-alles/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-ist-alles/</guid><description>&lt;p&gt;Dein ist alles, all und jede Wonne,&#10;wenn sie aufgeht, dir als eigene Sonne,&#10;jeder Tag vom Licht emporgetragen,&#10;wenn er aufgeht dir als eigners Tagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein ist alles, all der Blumen Glühen,&#10;wenn hervor sie aus sich selber blühen.&#10;All die Rosenknospen auf der Erden,&#10;wenn sie Rosen in dir selber werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein ist alles, was in Tal und Hügeln&#10;lichtvoll sich in dir kann widerspiegeln.&#10;Dein die Himmel selbst und selbst die Sterne,&#10;wenn du Glanz hast für den Glanz der Ferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Kerker bist du selbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-kerker-bist-du-selbst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-kerker-bist-du-selbst/</guid><description>&lt;p&gt;Die Welt, die hält dich nicht, du selber bist die Welt,&#10;Die dich in dir mit dir so stark gefangen hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Lied erklang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-lied-erklang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-lied-erklang/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Lied erklang, ich habe es gehöret,&#10;Wie durch die Rosen es zum Monde zog;&#10;Den Schmetterling, der bunt im Frühling flog,&#10;Hast du zur frommen Biene dir bekehret,&#10;Zur Rose ist mein Drang,&#10;Seit mir dein Lied erklang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Lied erklang, die Nacht hat′s hingetragen,&#10;Ach, meiner Ruhe süßes Schwanenlied!&#10;Dem Mond, der lauschend von dem Himmel sieht,&#10;Den Sternen und den Rosen muß ich′s klagen,&#10;Wohin sie sich nun schwang,&#10;Der dieses Lied erklang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dein Lied ist rührend, edler Sänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-lied-ist-ruehrend-edler-saenger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dein-lied-ist-ruehrend-edler-saenger/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Lied ist rührend, edler Sänger,&#10;Doch zürne dem Genossen nicht,&#10;Wird ihm darob das Herz nicht bänger,&#10;Das, dir erwidernd, also spricht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die Poesie ist angeboren,&#10;Und sie erkennt kein Dort und Hier!&#10;Ja, ging die Seele mir verloren,&#10;Sie führ′ zur Hölle selbst mit mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Inzwischen sieht′s auf dieser Erde&#10;Noch lange nicht so graulich aus,&#10;Und manchmal scheint mir, dass das Werde!&#10;Ertön′ erst recht dem &amp;ldquo;Dichterhaus&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dem Könige von Preußenzum Kölner Dombaufest, 1842</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-koenige-von-preussenzum-koelner-dombaufest-1842/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dem-koenige-von-preussenzum-koelner-dombaufest-1842/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Robert Eduard Prutz&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Könige von Preußen&#10;zum Kölner Dombaufest, 1842&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Festgeläut, Standarten, Ehrenbogen,&#10;den König grüßt der königliche Rhein,&#10;wie glänzt der Strom, wie drängen sich die Wogen!&#10;Wie schaun die Ufer stolz und froh darein!&#10;Die Freude jauchzt aus tausend muntern Kehlen,&#10;und donnernd trägt der Widerhall sie fort;&#10;doch darf zum Guten nicht das Beste fehlen:&#10;das ist, o Herr, ein freies Wort!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Entschwundenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-entschwundenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-entschwundenen/</guid><description>&lt;p&gt;Den entschwundenen, nackten Zeiten bin ich so hold,&#10;Da Phöbus die Säulen umwob mit lauterem Gold,&#10;Da Mann und Weib ohne Lüge und schamhaftes Bangen&#10;In heiter beweglichem Spiel durch das Leben gegangen,&#10;Und – vom zärtlichen Licht umspielt und umflossen –&#10;Ihrer edlen Leiber kraftvolle Schönheit genossen.&#10;Als Cybele fruchtbar, verschwenderisch fast&#10;Ihre Kinder nicht fühlte als drückende Last&#10;Und wie eine Wölfin mit mütterlich drängenden Lüsten&#10;Die ganze Erde getränkt an den schwellenden Brüsten,&#10;Als der Mensch geschmeidig, voll siegreicher Pracht&#10;Mit stolzem Recht sich zum König der Erde gemacht,&#10;Und die edlen Früchte ohne Flecken und Schaden&#10;Mit frischem und saftigem Fleisch zum Bisse geladen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Fürsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-fuersten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-fuersten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Krone wankt, der Purpurmantel sinkt —&#10;Ein Sturm der Freiheit noch — und beide fallen,&#10;Des neuen Tages neue Sonne blinkt,&#10;Des neuen Frühlings neue Lieder schallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ihr krampfhaft auch mit starrem Arm&#10;Die Krone haltet und des Purpurs Hülle,&#10;Die Frühlingslüfte wehen allzu warm,&#10;Als daß sich nicht der Menschheit Glück erfülle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel tausend Herzen schlagen allzu laut,&#10;Als daß ihr länger noch vermögt zu träumen&#10;Im Arme eurer sündenvollen Braut, —&#10;Im Arm der Willkür — langer könntet säumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Müttern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-muettern/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-muettern/</guid><description>&lt;p&gt;Mütter,&#10;Eure Hoffnung, Eure frohe Bürde,&#10;Liegt in aufgewühlter Erde,&#10;Röchelt zwischen Drahtverhauen,&#10;Irret blind durch gelbes Korn.&#10;Die auf Feldern jubelnd stürmten,&#10;Torkeln eingekerkert, wahnsinnsschwärend,&#10;Blinde Tiere durch die Welt.&#10;Mütter!&#10;Eure Söhne taten das einander.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grabt Euch tiefer in den Schmerz,&#10;Lasst ihn zerren, ätzen, wühlen,&#10;Recket gramverkrampfte Arme,&#10;Seid Vulkane, glutend Meer:&#10;Schmerz gebäre Tat!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euer Leid, Millionen Mütter,&#10;Dien als Saat durchpflügter Erde,&#10;Lasse keimen&#10;Menschlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Pessimisten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-pessimisten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-pessimisten/</guid><description>&lt;p&gt;Solang uns Liebe lockt mit Lust und Plagen,&#10;Solang Begeist´rung wechselt und Verzagen,&#10;Solange wird auf Erden nicht die Zeit,&#10;Die schreckliche, die dichterlose tagen:&#10;Solang in tausend Formen Schönheit blüht,&#10;Schlägt auch ein Herz, zu singen und zu sagen,&#10;Solang das Leid, das ew´ge uns umflicht,&#10;Solang werden wir´s in Tönen klagen,&#10;Und es erlischt erst dann der letzte Traum,&#10;Wenn er das letzte Herz zu Gott getragen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Reinen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-reinen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-reinen/</guid><description>&lt;p&gt;Ehe die Blüten verstieben,&#10;Ehe noch dunkelt das Grün,&#10;Mädchen, o lasset euch lieben,&#10;Ehe die Wunder verglühn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die euch umschwärmen, die Knaben,&#10;Jugendlich sehnend wie ihr,&#10;Laßt ihre Küsse sie haben&#10;Ohne Gescheu und Gezier!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr mit den leuchtenden Stirnen!&#10;Wartet ihr gern auf die Zeit,&#10;Bis das Geschäker von Dirnen&#10;Ihnen die Lippen entweiht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder am duftenden Munde&#10;Hange der liebe Gesell -&#10;Sei euch die weckende Stunde&#10;Heilig und blütenhell!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Den Unruhvollen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/den-unruhvollen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/den-unruhvollen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lasse von euch mich nicht niederziehen&#10;Ins Chaos blutsaugender Sorgen und Schmerzen -&#10;Ihr sollt mir nicht wirren die Harmonieen,&#10;Und wärt ihr die nächsten an meinem Herzen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ sie errungen in Ängsten und Qualen,&#10;Dagegen die euern gelind und geringe:&#10;Und als ich mich hob zu den silbernen Strahlen,&#10;Da schüttelt′ ich Höllengeflamm von der Schwinge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lasse von euch mich nicht niederzwingen,&#10;Und ob ihr mich zehnfach verkennt als Kalten -&#10;Ich weiß, was heißt es, zur Höhe sich ringen,&#10;Und heiter hier oben mich will ich erhalten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Denk′ es, o Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/denk-es-o-seele/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/denk-es-o-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Tännlein grünet, wo,&#10;Wer weiß! im Walde,&#10;Ein Rosenstrauch, wer sagt,&#10;In welchem Garten?&#10;Sie sind erlesen schon,&#10;Denk′ es, o Seele,&#10;Auf deinem Grab zu wurzeln&#10;Und zu wachsen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei schwarze Rößlein weiden&#10;Auf der Wiese,&#10;Sie kehren heim zur Stadt&#10;In muntren Sprüngen.&#10;Sie werden schrittweis gehn&#10;Mit deiner Leiche;&#10;Vielleicht, vielleicht noch eh′&#10;An ihren Hufen&#10;Das Eisen los wird,&#10;Das ich blitzen sehe&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der 24ste Jänner in Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-24ste-jaenner-in-berlin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-24ste-jaenner-in-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Welch leichter Morgentraum ließ, auf den heil′gen Höhen,&#10;Der Musen Fest um Friedrichs Bild&#10;Mich bei Aurorens Glanz mit frommem Schauer sehen,&#10;Der noch, der noch die Seele füllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Traum? nein, nein, kein Traum. Ich sah mit wachem Sinne,&#10;Die Musen tanzten darum her.&#10;Wach ward ich nah dabei Cäsars und Solons inne,&#10;Doch keinen, daß er neidisch wär′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein süßer Silberton durchzitterte die Lüfte,&#10;Bis in des Ohres krummen Gang;&#10;Die Blumen brachen auf, und streuten Balsamdüfte;&#10;Der Berg lag lauschend; Klio sang:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Auf braunen Sammetschuhen geht&#10;der Abend durch das müde Land,&#10;sein weiter Mantel wallt und weht,&#10;und Schlummer fällt von seiner Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit stiller Fackel steckt er nun&#10;der Sterne treue Kerzen an.&#10;Sei ruhig, Herz! Das Dunkel kann&#10;dir nun kein Leid mehr tun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abendhimmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abendhimmel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abendhimmel/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich an Deiner Seite&#10;Im Abenddunkel geh&amp;rsquo;,&#10;Den Mond und sein Geleite,&#10;Die tausend Sterne seh',&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann möcht&amp;rsquo; ich den Mond umfangen&#10;Und drücken an meine Brust,&#10;Die Sterne herunter langen&#10;In voller, sel&amp;rsquo;ger Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit ihnen die Locken Dir schmücken!&#10;Und schmücken die schöne Brust,&#10;Ich möcht&amp;rsquo; Dich schmücken und drücken,&#10;Und sterben vor Wonn&amp;rsquo; und Lust! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Trennen wollten wir uns? wähnten es gut und klug?&#10;Da wir′s taten, warum schröckte, wie Mord, die Tat?&#10;Ach! wir kennen uns wenig,&#10;Denn es waltet ein Gott in uns.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den verraten? ach ihn, welcher uns alles erst,&#10;Sinn und Leben erschuf, ihn, den beseelenden&#10;Schutzgott unserer Liebe,&#10;Dies, dies eine vermag ich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber anderen Fehl denket der Menschen Sinn,&#10;Andern ehernen Dienst übt er und anders Recht,&#10;Und es fodert die Seele&#10;Tag für Tag der Gebrauch uns ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Abschied vom Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied-vom-glueck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-abschied-vom-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Das Glück, das klopfte bei mir an,&#10;Stand vor der Tür und wollt herein;&#10;Ich hab ihm doch nicht aufgetan,&#10;Da mocht´s nicht länger draußen sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ging so leise, wie es kam.&#10;Ich hört es nicht, ich sah es nicht,&#10;Doch fühlt ich, wie es Abschied nahm.&#10;In meiner Brust erlosch das Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der allezeit vergnügte Tabakraucher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-allezeit-vergnuegte-tabakraucher/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-allezeit-vergnuegte-tabakraucher/</guid><description>&lt;p&gt;IM FRÜHLING&#10;`s Bäumli blüeiht, un’s Brünnli springt.&#10;Potz tausig, loos, wie’s Vögeli singt!&#10;Me het sy Freud un frohe Muet,&#10;un’s Pfiifli, nai, wie schmeckt’s so guet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;IM SOMMER&#10;Volli Ähri, wo me goht,&#10;Bäum voll Öpfel, wo me stoht,&#10;un es isch e Hitz un Gluet!&#10;Aineweg schmeckt’s Pfiifli guet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;IM HERBST&#10;Chönnt denn d’Welt no besser sii?&#10;Mit sym Trüübel, mit sym Wii&#10;stärkt der Herbst my lustig Bluet;&#10;un my Pfiifli schmeckt so guet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Alpdruck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alpdruck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alpdruck/</guid><description>&lt;p&gt;Das Herz ist wie in Schrauben eingepresset,&#10;Und auf die Brust fällt&amp;rsquo;s mit gewalt&amp;rsquo;ger Wucht,&#10;Die Thrän&amp;rsquo; ist glühend, die das Auge nässet,&#10;Der Mensch gebeugt, als wie von Gott verflucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Leute schleichen mißtrauisch vorüber,&#10;Als traue keiner selbst dem Bruder mehr,&#10;Die Blicke fliegen ängstlich scheu hinüber&#10;Zum Freund, denn Treue leistet nicht Gewähr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selbst Gatten sind entzweit ob ihrer Meinung,&#10;Zwisch&amp;rsquo; Kind und Ältern herrschet Ärgerniß -&#10;Denn durch der Herzen lange Liebeseinung&#10;Riß Politik den unheilbaren Riß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte Dichter und der junge Kritikus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-dichter-und-der-junge-kritikus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-dichter-und-der-junge-kritikus/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Jüngling stritt mit einem Alten&#10;Sehr lebhaft über ein Gedicht.&#10;Der Alte hielt′s für schön; der Jüngling aber nicht,&#10;Und hatte recht, es nicht für schön zu halten.&#10;Er wies dem Alten Schritt für Schritt&#10;Hier bald das Matte, dort das Leere&#10;Und dachte nicht, daß der, mit dem er stritt,&#10;Der Autor des Gedichtes wäre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wie&amp;rdquo;, sprach der Alte ganz erhitzt,&#10;&amp;ldquo;Sie tadeln Ausdruck und Gedanken?&#10;Mein Herr, Sie sind zu jung, mit einem Mann zu zanken,&#10;Den Fleiß, Geschmack und Alter schützt.&#10;Da man Sie noch im Arm getragen,&#10;Hab′ ich der Kunst schon nachgedacht.&#10;Und kurz: was würden Sie wohl sagen,&#10;Wenn ich die Verse selbst gemacht?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte Sänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-saenger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-saenger/</guid><description>&lt;p&gt;Sang der sonderbare Greise&#10;Auf den Märkten, Straßen, Gassen&#10;Gellend, zürnend seine Weise:&#10;&amp;ldquo;Bin, der in die Wüste schreit.&#10;Langsam, langsam und gelassen!&#10;Nichts unzeitig! nichts gewaltsam!&#10;Unablässig, unaufhaltsam,&#10;Allgewaltig naht die Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Torenwerk, ihr wilden Knaben,&#10;An dem Baum der Zeit zu rütteln,&#10;Seine Last ihm abzustreifen,&#10;Wann er erst mit Blüten prangt!&#10;Laßt ihn seine Früchte reifen&#10;Und den Wind die Äste schütteln!&#10;Selber bringt er euch die Gaben,&#10;Die ihr ungestüm verlangt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der alte und der junge Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-und-der-junge-wein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-alte-und-der-junge-wein/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Alten trinkt, euch jung und froh zu trinken:&#10;Drum mag der junge Wein&#10;Für euch, ihr Alten, sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jüngling trinkt, sich alt und klug zu trinken:&#10;Drum muß der alte Wein&#10;Für mich, den Jüngling, sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Anarchist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-anarchist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-anarchist/</guid><description>&lt;p&gt;Reicht mir in der Todesstunde&#10;Nicht in Gnaden den Pokal!&#10;Von des Weibes heißem Munde&#10;Laßt mich trinken noch einmal!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mögt ihr sinnlos euch berauschen,&#10;Wenn mein Blut zerrinnt im Sand.&#10;Meinen Kuß mag sie nicht tauschen,&#10;Nicht für Brot aus Henkershand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Sohn wird sie gebären,&#10;Dem mein Kreuz im Herzen steht,&#10;Der für seiner Mutter Zähren&#10;Eurer Kinder Häupter mäht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Antritt des neuen Jahrhunderts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-antritt-des-neuen-jahrhunderts/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-antritt-des-neuen-jahrhunderts/</guid><description>&lt;p&gt;Edler Freund! Wo öffnet sich dem Frieden,&#10;Wo der Freiheit sich ein Zufluchtsort?&#10;Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden,&#10;Und das neue öffnet sich mit Mord.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und das Band der Länder ist gehoben,&#10;Und die alten formen stürzen ein;&#10;Nicht das Weltmeer hemmt des Krieges Toben,&#10;Nicht der Nilgott und der alte Rhein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwo gewalt′ge Nationen ringen,&#10;Um der Welt alleinigen Besitz;&#10;Aller Länder Freiheit zu verschlingen,&#10;Schwingen sie den Dreizack und den Blitz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Areopagus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-areopagus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-areopagus/</guid><description>&lt;p&gt;Lasset sein mutiges Herz gewähren! Aus der Verwesung&#10;Reiche locket er gern Blumen der Schönheit hervor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Asra</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-asra/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-asra/</guid><description>&lt;p&gt;Täglich ging die wunderschöne&#10;Sultanstochter auf und nieder&#10;Um die Abendzeit am Springbrunn,&#10;Wo die weißen Wasser plätschern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Täglich stand der junge Sklave&#10;Um die Abendzeit am Springbrunn,&#10;Wo die weißen Wasser plätschern;&#10;Täglich ward er bleich und bleicher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eines Abends trat die Fürstin&#10;Auf ihn zu mit raschen Worten:&#10;&amp;ldquo;Deinen Namen will ich wissen,&#10;Deine Heimat, deine Sippschaft!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Sklave sprach: &amp;ldquo;Ich heiße&#10;Mohamet, ich bin aus Yemmen,&#10;Und mein Stamm sind jene Asra,&#10;Welche sterben, wenn sie lieben.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Atem der Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-atem-der-natur/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-atem-der-natur/</guid><description>&lt;p&gt;Der Atem der Natur, der Wind, die Phantasie der Erde,&#10;Erträumt die Götterwolken, die nach Norden wehn.&#10;Der Wind, die Phantasie der Erde, denkt sich Nebelpferde,&#10;Und Götter sehe ich auf jedem Berge stehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich atme auf und Geister drängen sich aus meinem Herzen.&#10;Hinweg, empor! Wer weiß, wo sich ein Wunsch erkennt!&#10;Ich atme tief: ich sehne mich, und Weltenbilder merzen&#10;Sich in mein Innres ein, das seinen Gott benennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Aufbruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-aufbruch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-aufbruch/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal schon haben Fanfaren mein ungeduldiges Herz blutig gerissen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß es, aufsteigend wie ein Pferd, sich wütend ins Gezäum verbissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Damals schlug Tambourmarsch den Sturm auf allen Wegen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und herrlichste Musik der Erde hieß uns Kugelregen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann, plötzlich, stand Leben stille. Wege führten zwischen alten Bäumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gemächer lockten. Es war süß, zu weilen und sich versäumen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Wirklichkeit den Leib so wie von staubiger Rüstung zu entketten,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollüstig sich in Daunen weicher Traumstunden einzubetten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Augenblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-augenblick/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-augenblick/</guid><description>&lt;p&gt;Nun Nacht um mich! Entschwunden im Flug&#10;Der leuchtende Augenblick,&#10;Der Seligkeit im Schoße mir trug,&#10;Nie, nie mehr kehrt er zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch dunkelnde Wolken plötzlich quoll&#10;Aus innerstem Himmel ein Schein;&#10;Ich starrte entzückt und wonnevoll&#10;In die strahlende Glorie hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie, sie stand vor mir, doch sah ich sie kaum,&#10;So war sie von Glanz umwallt;&#10;Hernieder beugte vom Wolkensaum&#10;Zu mir sich die Engelgestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich hätt′ ein Wort zum Gotte gemacht,&#10;Wenn ich haschte den Augenblick;&#10;Doch er rauschte vorüber, mit ihm in Nacht&#10;Schwand alles wieder zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bauer und sein Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bauer-und-sein-kind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bauer-und-sein-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Der Bauer steht vor seinem Feld&#10;Und zieht die Stirne kraus in Falten:&#10;&amp;ldquo;Ich hab′ den Acker wohl bestellt,&#10;Auf reine Aussaat streng gehalten;&#10;Nun seh′ mir eins das Unkraut an!&#10;Das hat der böse Feind getan.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kommt sein Knabe hochbeglückt,&#10;Mit bunten Blüten reich beladen;&#10;Im Felde hat er sie gepflückt,&#10;Kornblumen sind es, Mohn und Raden;&#10;Er jauchzt: &amp;ldquo;Sieh, Vater, nur die Pracht!&#10;Die hat der liebe Gott gemacht.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Beamte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beamte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beamte/</guid><description>&lt;p&gt;Er reibt sich die Hände: »Wir kriegen′s jetzt!&#10;Auch der frechste Bursche spüret&#10;Schon bis hinab in die Fingerspitz′,&#10;Daß von oben er wird regieret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei jeder Geburt ist künftig sofort&#10;Der Antrag zu formulieren,&#10;Daß die hohe Behörde dem lieben Kind&#10;Gestatte zu existieren!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Beleidiger der Majestät</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beleidiger-der-majestaet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-beleidiger-der-majestaet/</guid><description>&lt;p&gt;Ein König, dem an Macht und Weisheit keiner glich,&#10;Erwies sich jederzeit im Herrschen väterlich.&#10;Sein Liebling, dessen Glück, so lang′ er treulich diente,&#10;So, wie ein starker Baum an frischen Quellen, grünte,&#10;Verscherzte seine Huld durch schnöden Hochverrath,&#10;Ward Seiner Feinde Freund, verwirrte Seinen Staat,&#10;Und durfte durch Gewalt Gesetz und Recht vernichten,&#10;Mit Blut sich Häuser baun, und um Geschenke richten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der gütige Monarch ermahnt′ ihn mit Geduld,&#10;Und sprach: Undankbarer! verehre meine Huld,&#10;Die Huld, die deinen Stand mit reichem Segen schmücket,&#10;So kräftig dich beschützt, so unverdient beglücket;&#10;Du sollst, der höchsten Schmach und Strafe zu entgehn,&#10;Was du verübet hast, mir insgeheim gestehn.&#10;Erkenne deine Schuld, so wird sie dir vergeben:&#10;Das Leben schenk′ ich dir, nur weihe mir dein Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Berg der Seligkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-berg-der-seligkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-berg-der-seligkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Bergesrücken stillbesonnt,&#10;Allum der duftge Horizont! -&#10;Hier sass der Christ und rings im Kreis&#10;Die Galiläer, stufenweis&#10;Gelagert, auf den steilen Triften.&#10;Der Meister lobt′ der Lilie Kleid,&#10;Hiess göttlich Werk das Friedestiften&#10;Und rühmte die Barmherzigkeit.&#10;Er liess die Segensschwingen breiten&#10;All seines Reiches Seligkeiten.&#10;Dann ist er sacht hinabgegangen &amp;hellip;&#10;Und hat am Kreuzesstamm gehangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Berg der Seligkeiten irrten&#10;Der Hirtin Stapfen und des Hirten.&#10;Wie Wolken still, wie Stürme brausend,&#10;Zog dran vorüber ein Jahrtausend.&#10;Die Lilie blieb des Lobes froh,&#10;Sie kleide sich wie Salomo,&#10;Die Luft, drin nie das Erz erscholl&#10;Ist noch von Friedeworten voll.&#10;Drommetenstoss! Jach klimmt empor&#10;Ein Heer, das Schlacht und Raum verlor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bergsee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bergsee/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bergsee/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen Wäldern eingebettet,&#10;Traf ich seinen Wellenschoß,&#10;Zitternd kaum, wie fast geglättet,&#10;Und er ließ mich immer los.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl erschien mir fremd sein Schweigen,&#10;Bis ich tiefer mich besann,&#10;Und die Stille, die ihm eigen,&#10;Mich auch zog in ihren Bann &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Beseßene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-besessene-3554/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-besessene-3554/</guid><description>&lt;p&gt;Wie Klaus doch zu bedauern ist!&#10;Sobald er etwas kluges liest,&#10;Wird er geplagt von höllischen Dämonen.&#10;Sein Herz wird kalt, sein Auge starrt,&#10;Der Geifer fleußt ihm in den Bart,&#10;Aus wild verzerrtem Munde gluckt&#10;Ein grässlich lachen, krampficht zuckt&#10;Die rechte Hand, wird Faust - und schmiert Recensionen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Beständige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bestaendige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bestaendige/</guid><description>&lt;p&gt;Einmal lieb&amp;rsquo; ich, und Einmal leb&amp;rsquo; ich, unsterbliche Götter!&#10;Wenn ihr das Eine mir raubt, nehmt auch das Andre dahin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bewunderer des Shakespeare</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bewunderer-des-shakespeare/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bewunderer-des-shakespeare/</guid><description>&lt;p&gt;Narr, du prahlst, ich befriedge dich nicht! Am Mindervoll-kommnen&#10;Sich erfreuen, zeigt Geist, nicht am Vortrefflichen, an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Blick gen Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blick-gen-himmel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-blick-gen-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm in die Hand den Stab,&#10;Du Wandersmann durch&amp;rsquo;s Leben,&#10;Der Weg, bald rauh, bald eben,&#10;Führt sicher Dich zum Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bahn ist bald durchschritten&#10;Durch diese Zeitlichkeit,&#10;Dann stehest Du inmitten&#10;Der grauen Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Tag flieht um den andern,&#10;Auch die mußt Du durchwandern;&#10;Wo aber hält der Lauf&#10;Der fernen Zukunft auf? –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fort, Bild, das meinen Geist&#10;Tief in den Abgrund reißt!&#10;Ein uferloses Meer,&#10;Und alles öd&amp;rsquo; und leer! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bohrturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bohrturm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bohrturm/</guid><description>&lt;p&gt;Es steht ein schwarzes Gespenst im Moor;&#10;Das ragt über Büsche und Bäume empor.&#10;Es steht da groß und steif und stumm;&#10;Sieht lauernd sich im Kreise um.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Rosenrot prangt das Haideland;&#10;&amp;ldquo;Ich ziehe dir an ein schwarzes Gewand&amp;rdquo;.&#10;Es liegt das Dorf so still und klein;&#10;&amp;ldquo;Dich mache ich groß und laut und gemein&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blitzt der Bach im Sonnenschein;&#10;&amp;ldquo;Bald wirst du schwarz und schmutzig sein&amp;rdquo;.&#10;Es braust der Wald so stark und stolz;&#10;&amp;ldquo;Dich fälle ich zu Grubenholz&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Bote</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bote/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-bote/</guid><description>&lt;p&gt;Auf ihres Schlosses Zinnen&#10;Das holde Fräulein steht,&#10;Durch ihren weißen Schleier&#10;Die Abendkühle weht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hält in ihren Händen&#10;Ein Täubchen, und sie drückt&#10;Es zärtlich an den Busen,&#10;Und blickt es an entzückt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie läßt das Täubchen fliegen;&#10;O, liebes Täubchen mein,&#10;Du sollst hinüber schwingen&#10;Dich über den blauen Rhein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie folgt ihm mit den Augen;&#10;So weit sie blicken kann,&#10;Und über ihre Wange&#10;Die warme Thräne rann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Brief, den du geschrieben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-brief-den-du-geschrieben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-brief-den-du-geschrieben/</guid><description>&lt;p&gt;Der Brief, den du geschrieben,&#10;er macht mich gar nicht bang;&#10;du willst mich nicht mehr lieben,&#10;aber dein Brief ist lang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwölf Seiten, eng und zierlich!&#10;Ein kleines Manuskript!&#10;Man schreibt nicht so ausführlich,&#10;wenn man den Abschied gibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Briefbeutel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-briefbeutel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-briefbeutel/</guid><description>&lt;p&gt;Träge schwimmt die Straße in den Abend.&#10;Radfahrer klingeln,&#10;Ein Droschkengaul prustet trabend,&#10;Straßenlang übergießen, umzingeln&#10;Lichter die Abendgänger.&#10;Die Straße tönt weicher und bänger.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drüben am Hause klappt ein Postradfahrer&#10;Den Briefkasten zu.&#10;Wirft den Beutel mit Feierabendruh&#10;Auf sein Rad –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mensch! Du! Du!&#10;Du Schicksalsbewahrer!&#10;Du Weltbote der Stadt!&#10;Siehst du nicht wie der Beutel schwillt,&#10;Wie er quillt, wie er quillt?&#10;Ein Brandbrief lodert in ihm auf,&#10;Ein Liebesbrief schreit rot und geil,&#10;Ein Händler ladet ein zum Kauf,&#10;Ein Schuft hält seine Ehfrau feil,&#10;Ein Erpresser der Schwarzhand droht,&#10;Einer schließt ab auf tausend Stück Brot,&#10;Einer knüpft sich um den Hals ein Seil,&#10;Ein Neugeborener kräht und strampelt, krebsrot,&#10;Eine Mutter, eine Mutter ist tot –&#10;Ich kann dies Wirbeln nicht fassen, –&#10;Und Du, du trödelst da so gelassen!&#10;Mensch! du bringst in alle Türen&#10;Freudeschüren&#10;Oder todschweren Sinn!&#10;Um dich herum gärt Geld- und Leiberkampf,&#10;Um dich stürzt alles Schicksal hin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Briefmark</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-briefmark/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-briefmark/</guid><description>&lt;p&gt;Ein männlicher Briefmark erlebte&#10;was Schönes, bevor er klebte.&#10;Er war von einer Prinzessin beleckt.&#10;Da war die Liebe in ihm erweckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er wollte sie wiederküssen,&#10;Doch hat er verreisen müssen.&#10;So liebte er sie vergebens.&#10;Das ist die Tragik des Lebens&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Burggeist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-burggeist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-burggeist/</guid><description>&lt;p&gt;Baden 1814.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch auf dem Felsen, auf dem Thurm&#10;Da steht ein alter Geist;&#10;Er weht mich an, das ist ein Sturm,&#10;Der mich von dannen reißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist aus alter kühner Zeit&#10;Ein stolzes Riesenbild,&#10;Es hat die Waffen mir gefeit,&#10;Hat mich mit Muth erfüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist der Wächter, ist der Hort&#10;Von diesem edlen Haus;&#10;Ich gab ihm Handschlag, Ritterwort,&#10;Zu ziehn ins Feld hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Bäume streben himmelan,&#10;Nach oben führt ein Pfad,&#10;Sein Haupt hebt jeder deutsche Mann,&#10;Weil die Erlösung naht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Büßer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-buesser/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-buesser/</guid><description>&lt;p&gt;Verdorrt der Mund und trocken die Gedärme&#10;So tanze ich um meinen eignen Schatten.&#10;Aus meinem Bette spiel ich mit den Ratten&#10;Und sauge aus den Fingern mir die Wärme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Damit ich mich nicht allzu bitter härme&#10;Ließ eine güt′ge Macht mein Herz ermatten.&#10;Die Sehnsucht starb. Nur meine nimmersatten&#10;Verflogenen Ohren hängen noch am Lärme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da ich mich also in mir selbst verfangen&#10;Bin ich auch meinen Häschern nicht entgangen&#10;Und teile die Gemeinschaft schriller Käuze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Deckel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-deckel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-deckel/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin er wandert, ob zu Land, zu Meere,&#10;In Tropenglut, in weisser Wüstenei,&#10;Ob Jesu Knecht er, Höfling auf Cytliere,&#10;Ein finstrer Bettler oder Krösus sei,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob fahrender Gesell, ob Bürger, Bauer,&#10;Ob träg und eng sein Hirn, ob weit er denkt,&#10;Stets fühlt der Mensch des tiefen Rätsels Schauer,&#10;Und angstvoll er den Blick zum Himmel lenkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Himmel! Wo ihn das Gewölb erdrückt,&#10;Das für ein Possenspiel mit Licht geschmückt,&#10;Drin jeder Spieler blutigen Boden stampft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Nur dem Dichter ist das Loos geworden,&#10;Über And&amp;rsquo;re hoch sich zu erheben,&#10;Denn er lebt ein Phantasieenleben,&#10;Näher steht er an des Himmels Pforten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprach&amp;rsquo; der Gottheit tönt aus seinen Worten,&#10;Genien der Wehmut ihn umschweben,&#10;Was der Himmel Schönes ihm gegeben,&#10;Haucht er aus in sehnenden Akkorden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seiner Lipp&amp;rsquo; entströmen sanfte Lieder,&#10;Alle seine Worte sind Gefühle&#10;Die der Scherz und auch die Lust empfunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Niedriges zieht nimmer ihn hernieder,&#10;Denn er wandelt frei zum schönen Ziele,&#10;Mit des Nachruhms schönem Kranz umwunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Donner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-donner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-donner/</guid><description>&lt;p&gt;Es donnert! – Freunde, laßt uns trinken!&#10;Der Frevler und der Heuchler Heer&#10;Mag knechtisch auf die Kniee sinken.&#10;Es donnert! – Macht die Gläser leer!&#10;Laßt Nüchterne, laßt Weiber zagen!&#10;Zeus ist gerecht, er straft das Meer:&#10;Sollt′ er in seinen Nektar schlagen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der dunkle Falter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dunkle-falter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-dunkle-falter/</guid><description>&lt;p&gt;Noch glüht, umwölkt von kühlen Abendrosen,  Vor mir die Heimat. Doch mein Herz erbebt  Vom Sehnsuchtslied der ewig Heimatlosen  Und fühlt den Schmerz, den es doch nie erlebt.&#10;Wie eine milde, traurig–süße Mahnung  Umfängt mich dieses fremde Bruderleid.  Früh flügelt schon der dunkle Falter Ahnung  Über die Gärten meiner Jugendzeit.&#10;So deutungsvoll ward mir das Stundenschlagen,  So müd mein Herz. Und selbst den tiefen Glanz  Der Frauenblicke weiß ich nur zu tragen,  Wie bange Hände einen welken Kranz &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der echte Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-echte-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-echte-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;(Wie man sich früher ihn dachte)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Dichter, ein echter, der Lyrik betreibt,&#10;Mit einer Köchin ist er beweibt,&#10;Seine Kinder sind schmuddlig und unerzogen,&#10;Kommt der Mietszettelmann, so wird tüchtig gelogen,&#10;Gelogen, gemogelt wird überhaupt viel,&#10;»Fabulieren« ist ja Zweck und Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ist er gekämmt und gewaschen zuzeiten,&#10;So schafft das nur Verlegenheiten,&#10;Und ist er gar ohne Wechsel und Schulden&#10;Und empfängt er pro Zeile ′nen halben Gulden&#10;Oder pendeln ihm Orden am Frack hin und her,&#10;So ist er gar kein Dichter mehr,&#10;Eines echten Dichters eigenste Welt&#10;Ist der Himmel und - ein Zigeunerzelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eine/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eine/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mensch lebt und bestehet&#10;Nur eine kleine Zeit;&#10;Und alle Welt vergehet&#10;Mit ihrer Herrlichkeit.&#10;Es ist nur Einer ewig und an allen Enden,&#10;Und wir in Seinen Händen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eintritt des Jahres 1753 in Berlin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eintritt-des-jahres-1753-in-berlin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eintritt-des-jahres-1753-in-berlin/</guid><description>&lt;p&gt;Wie zaudernd ungern sich die Jahre trennen mochten,&#10;Die eine Götterhand&#10;Durch Kränze mancher Art, mit Pracht und Scherz durchflochten,&#10;Uns in einander wand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So träg, als hübe sich ein Adler in die Lüfte,&#10;Den man vom Raube scheucht:&#10;Noch schwebt er drüber her, und witternd fette Düfte,&#10;Entflieht er minder leicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Welch langsam Phänomen durchstreicht des Äthers Wogen,&#10;Dort wo Saturn gebeut?&#10;Ist es? Es ists, das Jahr, das reuend uns entflogen,&#10;Es fliegt zur Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eislauf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eislauf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eislauf/</guid><description>&lt;p&gt;Vergraben ist in ewige Nacht&#10;Der Erfinder grosser Name zu oft!&#10;Was ihr Geist grübelnd entdeckt, nutzen wir;&#10;Aber belohnt Ehre sie auch?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer nannte dir den kühneren Mann,&#10;Der zuerst am Maste Segel erhob?&#10;Ach verging selber der Ruhm dessen nicht,&#10;Welcher dem Fuss Flügel erfand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sollte der unsterblich nicht seyn,&#10;Der Gesundheit uns und Freuden erfand,&#10;Die das Ross muthig im Lauf niemals gab,&#10;Welche der Reihn selber nicht hat?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Engel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-engel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-engel/</guid><description>&lt;p&gt;Mit einem Neigen seiner Stirne weist&#10;er weit von sich was einschränkt und verpflichtet;&#10;denn durch sein Herz geht riesig aufgerichtet&#10;das ewig Kommende das kreist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die tiefen Himmel stehn ihm voll Gestalten,&#10;und jede kann ihm rufen: komm, erkenn -,&#10;gib seinen leichten Händen nichts zu halten&#10;aus deinem Lastenden. Sie kämen denn&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bei Nacht zu dir, dich ringender zu prüfen,&#10;und gingen wie Erzürnte durch das Haus&#10;und griffen dich als ob sie dich erschüfen&#10;und brächen dich aus deiner Form heraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Engel am Grabe des Herrn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-engel-am-grabe-des-herrn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-engel-am-grabe-des-herrn/</guid><description>&lt;p&gt;Als still und kalt, mit sieben Todeswunden,&#10;Der Herr in seinem Grabe lag; das Grab,&#10;Als sollt es zehn lebendge Riesen fesseln,&#10;In eine Felskluft schmetternd eingehauen;&#10;Gewälzet, mit der Männer Kraft, verschloß&#10;Ein Sandstein, der Bestechung taub, die Türe;&#10;Rings war des Landvogts Siegel aufgedrückt:&#10;Es hätte der Gedanke selber nicht&#10;Der Höhle unbemerkt entschlüpfen können;&#10;Und gleichwohl noch, als ob zu fürchten sei,&#10;Es könn auch der Granitblock sich bekehren,&#10;Ging eine Schar von Hütern auf und ab,&#10;Und starrte nach des Siegels Bildern hin:&#10;Da kamen, bei des Morgens Strahl,&#10;Des ewgen Glaubens voll, die drei Marien her,&#10;Zu sehn, ob Jesus noch darinnen sei:&#10;Denn Er, versprochen hatt er ihnen,&#10;Er werd am dritten Tage auferstehn.&#10;Da nun die Fraun, die gläubigen, sich nahten&#10;Der Grabeshöhle: was erblickten sie?&#10;Die Hüter, die das Grab bewachen sollten,&#10;Gestürzt, das Angesicht in Staub,&#10;Wie Tote, um den Felsen lagen sie;&#10;Der Stein war weit hinweggewälzt vom Eingang;&#10;Und auf dem Rande saß, das Flügelpaar noch regend,&#10;Ein Engel, wie der Blitz erscheint,&#10;Und sein Gewand so weiß wie junger Schnee.&#10;Da stürzten sie, wie Leichen, selbst, getroffen,&#10;Zu Boden hin, und fühlten sich wie Staub,&#10;Und meinten, gleich im Glanze zu vergehn:&#10;Doch er, er sprach, der Cherub: »Fürchtet nicht!&#10;Ihr suchtet Jesum, den Gekreuzigten -&#10;Der aber ist nicht hier, er ist erstanden:&#10;Kommt her, und schaut die öde Stätte an.«&#10;Und fuhr, als sie, mit hocherhobnen Händen,&#10;Sprachlos die Grabesstätte leer erschaut,&#10;In seiner hehren Milde also fort:&#10;»Geht hin, ihr Fraun, und kündigt es nunmehr&#10;Den Jüngern an, die er sich auserkoren,&#10;Daß sie es allen Erdenvölkern lehren,&#10;Und tun also, wie er getan«: und schwand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der erhörte Liebhaber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erhoerte-liebhaber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erhoerte-liebhaber/</guid><description>&lt;p&gt;Der größte Fehler in der Liebe,&#10;O Jüngling, ist die Furchtsamkeit;&#10;Was helfen dir die süßen Triebe&#10;Bei einer stummen Schüchternheit?&#10;Du liebst und willst es doch nicht wagen,&#10;Es deiner Schönen zu gestehn;&#10;Was deine Lippen ihr nicht sagen,&#10;Soll sie in deinen Augen sehn.&#10;Im stillen trägst du deinem Kinde&#10;Das Herz mit Ehrerbietung an,&#10;Und wünschest, daß sie das empfinde,&#10;Was doch dein Mund nicht sagen kann.&#10;Du hörst nicht auf, sie hochzuachten,&#10;Und ehrst sie durch Bescheidenheit;&#10;Sie fühlt, und läßt dich dennoch schmachten&#10;Und wartet auf Beständigkeit.&#10;Sie läßt dich in den Augen lesen,&#10;Wie viel dir dieser Vorzug nützt;&#10;Erst liebt sie dein bescheidnes Wesen&#10;Und endlich den, der es besitzt.&#10;Ein Jahr verfliegt; o! lacht des Blöden,&#10;Was hat er denn für eine Müh′?&#10;Er darf mit ihr von Liebe reden&#10;Und wagt den ersten Kuß auf sie.&#10;Ein Jahr! Und noch kein größer Glücke?&#10;In Wahrheit, das ist lächerlich.&#10;Warum rief er beim ersten Blicke&#10;Nicht gleich: &amp;ldquo;Mein Kind, ich liebe dich!&amp;rdquo;&#10;Da lob′ ich euch, ihr jungen Helden,&#10;Ihr wißt von keiner langen Pein;&#10;Ihr laßt euch bei der Schönen melden,&#10;Ihr kommt und seht und nehmt sie ein.&#10;Und euren Mut recht zu beseelen,&#10;Den ihr bei eurer Liebe fühlt,&#10;So will ich euch den Sieg erzählen,&#10;Den einst Jesmin sehr schnell erhielt.&#10;Ein junger Mensch, der gütigst wollte,&#10;Daß jedes schöne Kind die Ehre haben sollte,&#10;Von ihm geliebt, von ihm geküßt zu sein;&#10;Jesmin sah Sylvien, das heißt, sie nahm ihn ein.&#10;Er sah sie in dem Fenster liegen,&#10;Ward schnell besiegt und schwur, sie wieder zu besiegen.&#10;Die halbe Nacht verstrich, daß mein Jesmin nicht schlief;&#10;Er sann auf einen Liebesbrief,&#10;Schlug die Romane nach und trug die hellsten Flammen&#10;In Einen Brief aus zwanzigen zusammen.&#10;Der Brief ward fortgeschickt, und für sein bares Geld&#10;Ward auch der Brief getreu bestellt.&#10;Allein die Antwort will nicht kommen.&#10;Jesmin, vom Kummer eingenommen,&#10;Ergreift das Briefpapier und schreibet noch einmal.&#10;Er klagt der Schönen seine Qual,&#10;Er red′t von strengen Liebeskerzen,&#10;Von Augensonnen, heiß an Pein,&#10;Von Tigermilch, von diamantnen Herzen&#10;Und von der Hoffnung Nordlichtschein;&#10;Und schwört, weil Sylvia durch nichts erweicht geworden,&#10;Sich bei Gelegenheit aus Liebe zu ermorden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Eroberer Wurm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eroberer-wurm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-eroberer-wurm/</guid><description>&lt;p&gt;Im Weltenraum ist Galanacht.&#10;Im Theater sitzt gedrängt&#10;Eine Engelschar in Festestracht,&#10;Verschleiert, zährendurchtränkt,&#10;Und lauscht einem wechselvollen Stück,&#10;Wo Furcht und Hoffen sich drängt,&#10;Dieweil im Orchester Sphärenmusik&#10;Sich langsam hebt und senkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gottähnliche Mimen murmeln leis&#10;Den Text und kommen und gehn&#10;Auf großer, formloser Wesen Geheiß,&#10;Die in den Kulissen stehn,&#10;Mit ernsten Gebärden, feierlich stumm&#10;Die Wände schieben und drehn,&#10;Und mit ihren Flügeln ins Publikum&#10;Unsichtbares Leiden wehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der erste Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-mai/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-mai/</guid><description>&lt;p&gt;Der erste Tag im Monat Mai&#10;Ist mir der glücklichste von allen.&#10;Dich sah ich und gestand dir frei,&#10;Den ersten Tag im Monat Mai,&#10;Daß dir mein Herz ergeben sei.&#10;Wenn mein Geständnis dir gefallen,&#10;So ist der erste Tag im Mai&#10;Für mich der glücklichste von allen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der erste Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-schnee/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-erste-schnee/</guid><description>&lt;p&gt;Der erste Schnee hat auf die weite Welt&#10;Still über Nacht das weiße Tuch gebreitet,&#10;Die Häuser sind wie weißes Zelt an Zelt,&#10;Baum, Weg und Steg in schimmernd Weiß gekleidet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ich so vom warmen Stübchen seh'&#10;In&amp;rsquo;s weiße Dorf und auf die weißen Auen,&#10;Kommt über mich, mit tiefem Wohl und Weh,&#10;Ein wacher Traum, ein helles innres Schauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum bunten Tuche wird das bleiche Feld,&#10;Drauf Bild um Bild sich warm in Farbe malet,&#10;Und einen Christbaum seh&amp;rsquo; ich aufgestellt,&#10;Der buntbehängt, von Harze duftend strahlet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Esel und der Hase</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel-und-der-hase/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-esel-und-der-hase/</guid><description>&lt;p&gt;Es wollten vor uralten Zeiten&#10;Die Thiere mit den Vögeln streiten.&#10;Sie musterten ihr Kriegesheer.&#10;Ein alter und erfahrner Bär&#10;Ward zu dem Feldzug General.&#10;Als dieser in der Krieger Zah&#10;Den Hasen und den Esel sah,&#10;Sprach er zum Löwen: Diese da&#10;Mag ich in der Armee nicht wissen,&#10;Wir können sie gar wohl vermissen!&#10;Sie würden uns doch nur entehren,&#10;D′rum lass′ sie sich zum Teufel scheeren!&#10;Der Thiere weiser König sprach:&#10;Herr General, etwas gemach!&#10;So sehr Sie ihren Zorn erhitzen,&#10;So sehr kann ich sie beide nützen!&#10;Wir brauchen zum Courier den Hasen;&#10;Der Esel soll zum Treffen blasen,&#10;Den Feind mit seiner Stimm′ erschrecken,&#10;Und unsern Kriegern Muth erwecken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der ewige Jude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ewige-jude/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ewige-jude/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wandre sonder Rast und Ruh,&#10;Mein Weg führt keinem Ziele zu;&#10;Fremd bin ich in jedwedem Land,&#10;Und überall doch wohlbekannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief in dem Herzen klingt ein Wort,&#10;Das treibt mich fort von Ort zu Ort;&#10;Ich spräch′s nicht aus, nicht laut, nicht leis,&#10;Sollt′ ewge Ruh auch sein der Preis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wärmt mich nicht der Sonne Licht,&#10;Des Abends Tau, er kühlt mich nicht;&#10;Ein lauer Nebel hüllt mich ein&#10;In ewig gleichen Dämmerschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der ewige Wanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ewige-wanderer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-ewige-wanderer/</guid><description>&lt;p&gt;Rastloser, der, vom alten Fluche wankend,&#10;Im Wettersturme des Vergangnen schwankend,&#10;Mit irren Tritten durch das Weltall schweift,&#10;Dem immer neu der Winterfrost der Jahre&#10;Und der Jahrhunderte die greisen Haare,&#10;Wie Schnee der Alpen Haupt, bereift!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorüber sahst du gehn die Menschenalter,&#10;Und neu zur Gruft erstehen gleich dem Falter,&#10;Der ew′gen Tod auf seinen Schwingen trägt,&#10;Und sahst die Völker zu den toten Reichen,&#10;Wie blasse Kinder zu der Mütter Leichen,&#10;Staub zu dem Staub, ins Grab gelegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Falke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-falke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-falke/</guid><description>&lt;p&gt;Wem ist dein Ruhm, dein Vorzug unbekannt,&#10;Hetrurien, der Künstler Vaterland,&#10;Wo die Natur, das Auge zu entzücken,&#10;Recht sinnreich ist, Berg, Thal und Busch zu schmücken,&#10;Und Wahl und Kunst, durch edelmüth′gen Fleiß,&#10;Der Schöpferin klug nachzuahmen weiß?&#10;Der Arno sah hier sonst an seinem Schilfe&#10;Den Pan voll Muth und Nymphen ohne Hilfe,&#10;Und noch erblickt sein reizendes Revier&#10;Der Schönen Schaar, und Lieb′, und Lust mit ihr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der faule Mucker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-faule-mucker/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-faule-mucker/</guid><description>&lt;p&gt;Der Regen schlägt, als geißelten&#10;des grenzenlosen Himmels wilde Winde&#10;den alten Mucker jagend hoch&#10;und meißelten&#10;aus Schnee und Schmutz und Stubendunst&#10;des Sommers nackte Glut heraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das gießt und bläst und faucht und raucht,&#10;bis über Nacht&#10;des Frühlings Hülle fällt&#10;und - breit und ungeschlacht&#10;fiebert der Sommer durch die Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Federkiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-federkiel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-federkiel/</guid><description>&lt;p&gt;Gleich einem umgestülpten Glas,&#10;das von der Lerchen Liederschlag&#10;in endlosem Bibrieren tönt,&#10;hängt nun der Himmel jeden Tag&#10;über dem strotzend fetten Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch mir ward diese blaue Welt&#10;feindlich zu einem Satyrspiel,&#10;das meiner Nöte lächelnd höhnt&#10;und mich gleich einem Federkiel&#10;in seinen losen Händen hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Findlingsblock</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-findlingsblock/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-findlingsblock/</guid><description>&lt;p&gt;In weiter Heide auf den Hügelwellen&#10;vom Meer der Vorzeit dünend aufgeschlagen,&#10;liegt einer der granitenen Gesellen,&#10;die einst der Gletscher Strom ins Land getragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob der Himmel ihn mit Schloßen schlägt,&#10;die Sonne brennt, ein Schneewall ihn ummauert,&#10;oder ein Waldbrand heulend ihn umfegt,&#10;er liegt und ruht, schweigsam und stolz, und dauert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als ich gestern nächtlich vor ihm stand,&#10;schien er mir in der Sterne fahlem Licht&#10;verwandelt, dieser tote Klumpen Sand&#10;in Gottes gramdurchrißnes Angesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fischer, der Aal und die Schlange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fischer-der-aal-und-die-schlange/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fischer-der-aal-und-die-schlange/</guid><description>&lt;p&gt;In einem Garne trug ein Fischer einen Aal&#10;Nach Rom zu Markt und stieß auf seinem Gange,&#10;Es war in einem engen Tal,&#10;Auf eine fürchterliche Schlange;&#10;Sie lag und wärmte sich im Sonnenstrahl.&#10;Dem Fischer ward von Herzen bange;&#10;Er sah umsonst sich um, der Pfad war allzu schmal.&#10;Nichts als ein kühner Sprung kann seine Tage fristen.&#10;Er tat ihn und entrann. Der Aal nahm alles wahr&#10;Und sprach zum Fischer: wie, Barbar!&#10;Die Natter läßt du sich stolz im Grase brüsten?&#10;Sie, deren Gift so oft dem Menschen tödlich war?&#10;Und mich verfolgt dein Netz? mich weihest du dem Tode?&#10;Mich, der dir nie das kleinste Leid getan?&#10;Ganz recht, versetzt der Mensch, dies ist bei uns die Mode:&#10;Der Unschuld stellt man nach, das Laster fürchtet man.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Flor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-flor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-flor/</guid><description>&lt;p&gt;O Reize voll Verderben!&#10;Wir sehen euch, und sterben.&#10;O Augen, unser Grab!&#10;O Chloris, darf ich flehen?&#10;Dich sicher anzusehen,&#10;Laß erst den Flor herab!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Flügelflagel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fluegelflagel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fluegelflagel/</guid><description>&lt;p&gt;Der Flügelflagel gaustert&#10;durchs Wiruwaruwolz,&#10;die rote Fingur plaustert&#10;und grausig gutzt der Golz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frack-Komet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frack-komet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-frack-komet/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lebte vor langer langer Zeit&#10;In einem Raume,&#10;Der ganz voll Licht war;&#10;Es leuchteten wohl sämtliche Atome.&#10;Und da kam plötzlich&#10;Eine schwarze Sonne an,&#10;Die schwarze Strahlen&#10;Durch das Lichtreich sandte.&#10;Die schwarzen Strahlen waren kühl&#10;Und kühlten auch meinen heißen Leib,&#10;Der selbstverständlich nicht&#10;Aus dicken Stoffen sich zusammensetzte.&#10;Nun brach sich jenes schwarze Licht,&#10;Das ganz besondre Qualitäten zeigte,&#10;In meinem heißen Leibe so,&#10;Daß ich einen —&#10;Schwarzen Schweif bekam;&#10;Und spalten tat sich dieser Schweif&#10;Und sah beinah so aus&#10;Wie jene langen Streifen,&#10;Die sich an Menschenfräcken&#10;Unter den Händen&#10;Fleißiger Schneider bilden.&#10;Ich ward in jener alten alten Zeit&#10;Ein Frack-Komet.&#10;Ob sich für unsre Erde&#10;Noch mal Kometen&#10;Sichtbar machen könnten —&#10;In Frackform?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der fremde Buhle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fremde-buhle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fremde-buhle/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Mädchen stand am Abend&#10;Vor ihres Hauses Thür:&#10;Der Mond trat aus den Wolken&#10;Mit blassem Schein herfür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam ein junger Reiter&#10;Und nahm sie bei der Hand&#10;Und spielt in ihren Locken&#10;Und mit dem Busenband.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und unter&amp;rsquo;m Federhute&#10;Quoll fein goldlockig Haar!&#10;Und sein Gesicht viel süßer&#10;Noch als das Mondlicht war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schmeichelnd klang die Stimme,&#10;Und in des Mädchens Brust&#10;Wogt&amp;rsquo; unbekanntes Drängen,&#10;Wie Schmerz halb und wie Lust!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fresser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fresser/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fresser/</guid><description>&lt;p&gt;Ein berühmter Held im Fressen,&#10;Den das Schlemmen aufgeschwellt,&#10;Hatt′ einmal zum Abendessen&#10;Sich den größten Stör bestellt.&#10;Dieser ward sehr bald bezwungen:&#10;Nur das Kopfstück blieb ihm nach,&#10;Das er noch nicht halb verschlungen,&#10;Als vom Krampf sein Magen brach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder Garkoch wird betrübet:&#10;Mancher holt den Arzt herbei,&#10;Der sogleich die Antwort gibet,&#10;Daß der Bruch unheilbar sei.&#10;Alle Hoffnung ist verschwunden;&#10;Man verkündigt ihm den Schluß,&#10;Daß er in sehr wenig Stunden&#10;Unvermeidlich sterben muß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Freundschaft Immergrün</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freundschaft-immergruen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-freundschaft-immergruen/</guid><description>&lt;p&gt;Glücklich, was in Lieb und Treue&#10;sich hienieden einst verband&#10;und sich immerfort aufs Neue&#10;noch wie weiland wiederfand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schön wie eine liebe Sage&#10;klinget die Erinnerung&#10;und im Zauber schöner Tage&#10;fühlt das Herz sich wieder jung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So nur gibt′s für uns kein Altern,&#10;kein Verwelken, kein Verblühn,&#10;wenn wir treu verbunden halten&#10;fest der Freundschaft Immergrün.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Friede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-friede/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-friede/</guid><description>&lt;p&gt;induciae, Bellum, pax rursum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon lang trink ich den goldnen Frieden&#10;Mit meiner Chloe her:&#10;Bald wird uns sein Verzug ermüden,&#10;Wir seufzen, trinken, flehn, und doch, wo bleibet er?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O nähmen Könige der Erden&#10;Zum Beyspiel dich und mich:&#10;Sie würden bald versöhnet werden;&#10;Den Mittag zanken wir, und Abends küß ich dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der frühe Schmetterling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehe-schmetterling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehe-schmetterling/</guid><description>&lt;p&gt;Kleiner goldner Schmetterling,Ach, du kamst so früh heraus,Und nun irrst du armes DingIn die leere Welt hinaus.Keine Blume kam hervor,Und kein Glöckchen lässt sich sehn −Schmetterling, du armer Tor,Du musst untergehn.Und ich schaute unverwandt,Wie er schwankte, suchend irr,Bis sein goldner Schimmer schwandIn dem öden Zweiggewirr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling [3]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-3/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-3/</guid><description>&lt;p&gt;Es kommt der neue Tag aus fernen Höhn herunter,&#10;Der Morgen, der erwacht ist aus den Dämmerungen,&#10;Er lacht die Menschheit an, geschmückt und munter,&#10;Von Freuden ist die Menschheit sanft durchdrungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein neues Leben will der Zukunft sich enthüllen,&#10;Mit Blüten scheint, dem Zeichen froher Tage,&#10;Das große Tal, die Erde sich zu füllen,&#10;Entfernt dagegen ist zur Frühlingszeit die Klage.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling [6]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-6/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-6/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn neu das Licht der Erde sich gezeiget,&#10;Von Frühlingsregen glänzt das grüne Tal und munter&#10;Der Blüten Weiß am hellen Strom hinunter,&#10;Nachdem ein heitrer Tag zu Menschen sich geneiget.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sichtbarkeit gewinnt von hellen Unterschieden,&#10;Der Frühlingshimmel weilt mit seinem Frieden,&#10;Dass ungestört der Mensch des Jahres Reiz betrachtet,&#10;Und auf Vollkommenheit des Lebens achtet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling [7]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-7/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-7/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tag erwacht, und prächtig ist der Himmel,&#10;Entschwunden ist von Sternen das Gewimmel,&#10;Der Mensch empfindet sich, wie er betrachtet,&#10;Der Anbeginn des Jahrs wird hoch geachtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erhaben sind die Berge, wo die Ströme glänzen,&#10;Die Blütenbäume sind, als wie mit Kränzen,&#10;Das junge Jahr beginnt, als wie mit Festen,&#10;Die Menschen bilden mit Höchsten sich und Besten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Frühling [8]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-8/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fruehling-8/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne kehrt zu neuen Freuden wieder,&#10;Der Tag erscheint mit Strahlen, wie die Blüte,&#10;Die Zierde der Natur erscheint sich dem Gemüte,&#10;Als wie entstanden sind Gesang und Lieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die neue Welt ist aus der Tale Grunde,&#10;Und heiter ist des Frühlings Morgenstunde,&#10;Aus Höhen glänzt der Tag, des Abends Leben&#10;Ist der Betrachtung auch des innern Sinns gegeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Fuchs und die Trauben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-und-die-trauben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuchs-und-die-trauben/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Fuchs, der auf die Beute ging,&#10;fand einen Weinstock, der voll schwerer Trauben&#10;an einer hohen Mauer hing.&#10;Sie schienen ihm ein köstlich Ding,&#10;allein beschwerlich abzuklauben.&#10;Er schlich umher, den nächsten Zugang auszuspäh’n.&#10;Umsonst! Kein Sprung war abzuseh’n.&#10;Sich selbst nicht vor dem Trupp der Vögel zu beschämen,&#10;der auf den Bäumen saß, kehrt er sich um und spricht&#10;und zieht dabei verächtlich das Gesicht:&#10;»Was soll ich mir viel Mühe geben?&#10;Sie sind ja herb und taugen nicht.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Führer durchs Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuehrer-durchs-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-fuehrer-durchs-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Nie verbinde dich einem, der das als Mittel behandelt,&#10;Was dir Zweck ist, du selbst bist nur ein Mittel für ihn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Galgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-galgen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-galgen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kaufmann, welchen Lug und Trug&#10;Und gutes Glück zum Ritter schlug,&#10;Ließ einen Galgen jüngst auf seinen Gütern bauen&#10;Und stand mit stolzem Blick, der Arbeit zuzuschauen.&#10;»O welche Sudelei!« rief er dem Zimmermann.&#10;»Wie lange denkt Ihr wol, daß dieses halten kann?«&#10;Wie lange, gnädiger Herr? versetzte der geschwinder;&#10;Der Galgen hält gewiß für Sie und Ihre Kinder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-garten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-garten/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mund ist feucht. Und wie bei Fischen breit&#10;Und leuchtet rot in dem toten Garten.&#10;Sein Fuß ist glatt und über den Wegen breit.&#10;Winde gehen hervor aus dem faltigen Kleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er umarmet den Gott, der dünn wie aus Silber&#10;Unter ihm knickt. Und im Rücken die Finger&#10;Legt er ihm schwarz wie haarige Krallen.&#10;Quere Feuer, die aus den Augen fallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schatten gehen und Lichter, manchmal ein Mond.&#10;Ein Gesause der Blätter. Aus warmer Nacht&#10;Trübes Tropfen. Und unten rufen die Hörner&#10;Wandelnder Wächter über der gelben Stadt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gärtner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gaertner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gaertner/</guid><description>&lt;p&gt;Auf ihrem Leibrößlein,&#10;So weiß wie der Schnee,&#10;Die schönste Prinzessin&#10;Reit′t durch die Allee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weg, den das Rößlein&#10;Hintanzet so hold,&#10;Der Sand, den ich streute,&#10;Er blinket wie Gold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du rosenfarbs Hütlein;&#10;Wohl auf und wohl ab,&#10;O wirf eine Feder&#10;Verstohlen herab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und willst du dagegen&#10;Eine Blüte von mir,&#10;Nimm tausend für eine,&#10;Nimm alle dafür!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gast</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gast/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gast/</guid><description>&lt;p&gt;In meiner Kammer,&#10;wo die Sonne es sieht,&#10;Sitzt im weißen Kleide&#10;mein jüngstes Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sitzt da und lächelt:&#10;nun diene mir,&#10;bin deshalb kommen&#10;so schön zu dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber knie&#10;ganz stumm mich hin,&#10;mir ist, als ob ich&#10;im Himmel bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gedanke an die Vergänglichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gedanke-an-die-vergaenglichkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gedanke-an-die-vergaenglichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Der Gedanke an die Vergänglichkeit&#10;aller irdischen Dinge&#10;ist ein Quell unendlichen Leids -&#10;und ein Quell unendlichen Trostes.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gefallene Cherub</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefallene-cherub/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefallene-cherub/</guid><description>&lt;p&gt;Er kreiste um die gläsernen Pilaster&#10;Und hob die Stimme, daß er gellend riefe.&#10;Es glänzte seines Fluges Hieroglyphe&#10;Im Tempelbau der großen Zoroaster.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da war′s, als ob der Atem uns entschliefe.&#10;Es sank sein Haupt, wie eine Riesenaster,&#10;Umhüllt von schweren Schwingen seiner Laster&#10;Verschlang ihn eine bodenlose Tiefe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sahens wohl und uns beschlich ein Sehnen&#10;Nach Untergang und gallgetränkten Tränen&#10;Zu schlürfen aller Trauermeere Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vergiftet fühlten wir das eigene Wähnen&#10;Und ein Verlangen, uns dort anzulehnen,&#10;Wo der versunkenste der Engel ruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gefallene Engel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefallene-engel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefallene-engel/</guid><description>&lt;p&gt;St. Petrus&#10;Hille&#10;zu eigen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Nazareners Lächeln strahlt aus deinen Mienen,&#10;und meine Lippen öffnen sich mit Zagen,&#10;wie gift&amp;rsquo;ge Blüten, die dem Satan dienen&#10;und scheu den Lenzwind nach dem Himmel fragen.&#10;Die heiße Sehnsucht hat mich tief gebräunt,&#10;in kühler Not erstarrte meine Seele,&#10;ein Wetter stählte mein Gewissen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wachsen Sträucher blütenlos auf meinen Wegen&#10;wie Schatten, die verbotene Taten werfen,&#10;und meine Träume tränkt ein blut&amp;rsquo;ger Regen&#10;und reizt mit seinem Schein zum Laster meine Nerven.&#10;Die Unschuld hat an meinem Bett geweint,&#10;und rang und klagte dann um meine Seele&#10;und pflanzte Trauerrosen um mein Kissen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gefangene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefangene/</guid><description>&lt;p&gt;Oftmals hab ich nachts im Bette&#10;Schon gegrübelt hin und her,&#10;Was es denn geschadet hätte,&#10;Wenn mein Ich ein andrer wär.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höhnisch raunten meine Zweifel&#10;Mir die tolle Antwort zu:&#10;Nichts geschadet, dummer Teufel,&#10;Denn der andre wärest du!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hilflos wälzt ich mich im Bette&#10;Und entrang mir dies Gedicht,&#10;Rasselnd mit der Sklavenkette,&#10;Die kein Denker je zerbricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gefühlvolle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefuehlvolle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gefuehlvolle/</guid><description>&lt;p&gt;Herbstzeitlose, letzte Rose,&#10;Nachtviole, stumm Gebet,&#10;Thränendrüse, Alphabet,&#10;Duftnarkose,&#10;Deinvergessen, Hauch, Mimose.&#10;Himmelsfrieden, Glockenschlag,&#10;Seele - Allerseelentag! -&#10;Wenn ich solche Worte singe,&#10;Braucht es da noch großer Dinge&#10;Dich zu preisen, Selbstverlag?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Geierpfiff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geierpfiff/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geierpfiff/</guid><description>&lt;p&gt;»Nun still! - Du an den Dohnenschlag!&#10;Du links in den gespaltnen Baum!&#10;Und hier der faule Fetzer mag&#10;sich lagern an der Klippe Saum:&#10;da seht fein offen übers Land&#10;die Kutsche ihr heran spazieren;&#10;und Rieder dort, der Höllenbrand,&#10;mag in den Steinbruch sich postieren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann aufgepaßt mit Aug′ und Ohr,&#10;und bei dem ersten Räderhall&#10;den Eulenschrei! und tritt hervor&#10;die Fracht, dann wiederholt den Schall.&#10;Doch, naht Gefahr - Patrouillen gehn, -&#10;seht ihr die Landdragoner streifen,&#10;dann dreimal, wie von Riffeshöhn,&#10;laßt ihr den Lämmergeier pfeifen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Geist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geist/</guid><description>&lt;p&gt;Der Geist offenbart sich&#10;durch die Blicke und die Worte&#10;Denn die Seele ist unsere Bleibe,&#10;unsere Augen sind ihre Fenster&#10;uns unsere Lippen ihre Boten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der geizige Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geizige-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geizige-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Du fragst, warum Semir ein reicher Geizhals ist?&#10;Semir, der Dichter? er, den Welt und Nachwelt liest?&#10;Weil, nach des Schicksals ew′gem Schluß,&#10;Ein jeder Dichter darben muß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gelehrte Kater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte-kater/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gelehrte-kater/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kater sitzt vor&amp;rsquo;m dicken Buch&#10;Die Brille auf der Nase;&#10;Man sieht&amp;rsquo;s, er denkt gewaltig klug&#10;Ob einer dunklen Phrase.&#10;Er zieht die Stirne kraus und krumm,&#10;Legt sie in hundert Falten;&#10;Es geht ihm Viel im Kopf herum,&#10;Denn er studirt die Alten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schönsten Frauchen schleichen dort&#10;Am stillen Schornsteinplatze;&#10;Wie sie miauen fort und fort:&#10;Er liebt nicht eine Katze!&#10;Lieb&amp;rsquo;, Freundschaft, Schönheit prallen ab&#10;Von seiner Brust, der kalten;&#10;Sein Inn&amp;rsquo;res ist ein weites Grab,&#10;Drinn spucken nur die Alten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Genius mit der umgekehrten Fackel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-genius-mit-der-umgekehrten-fackel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-genius-mit-der-umgekehrten-fackel/</guid><description>&lt;p&gt;Lieblich sieht er zwar aus mit seiner erloschenen Fackel;&#10;Aber, ihr Herren, der Tod ist so ästhetisch doch nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Genuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-genuss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-genuss/</guid><description>&lt;p&gt;So bringst du mich um meine Liebe,&#10;Unseliger Genuß? Betrübter Tag für mich!&#10;Sie zu verlieren, - meine Liebe, -&#10;Sie zu verlieren, wünscht′ ich dich?&#10;Nimm sie, den Wunsch so mancher Lieder,&#10;Nimm sie zurück, die kurze Lust!&#10;Nimm sie, und gib der öden Brust,&#10;Der ewig öden Brust, die beßre Liebe wieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gesang des Meeres</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gesang-des-meeres/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gesang-des-meeres/</guid><description>&lt;p&gt;Wolken, meine Kinder, wandern gehen&#10;wollt ihr? Fahret wohl! Auf Wiedersehen!&#10;Eure wandellustigen Gestalten&#10;kann ich nicht in Mutterbanden halten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr langweilet euch auf meinen Wogen,&#10;dort die Erde hat euch angezogen:&#10;Küsten, Klippen und des Leuchtturms Feuer!&#10;Ziehet, Kinder! Geht auf Abenteuer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Segelt, kühne Schiffer, in den Lüften!&#10;Sucht die Gipfel! Ruhet über Klüften!&#10;Brauet Stürme! Blitzet! Liefert Schlachten!&#10;Traget glühnden Kampfes Purpurtrachten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rauscht im Regen! Murmelt in den Quellen!&#10;Füllt die Brunnen! Rieselt in die Wellen!&#10;Braust in Strömen durch die Lande nieder -&#10;Kommet, meine Kinder, kommet wieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Geschmack der Alten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geschmack-der-alten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geschmack-der-alten/</guid><description>&lt;p&gt;Ob wir, wir Neuern, vor den Alten&#10;Den Vorzug des Geschmacks erhalten,&#10;Was les′t ihr darum vieles nach,&#10;Was der und jener Franze sprach?&#10;Die Franzen sind die Leute nicht,&#10;Aus welchen ein Orakel spricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will ein neues Urteil wagen.&#10;Geschmack und Witz, es frei zu sagen,&#10;War bei den Alten allgemein.&#10;Warum? sie tranken alle Wein.&#10;Doch ihr Geschmack war noch nicht fein;&#10;Warum? sie mischten Wasser drein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Geweihte des Grales</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geweihte-des-grales/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-geweihte-des-grales/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Tiere sind Gottes Geschöpfe -&#10;bringe ihnen der Liebe Gral&#10;und tilge von deiner entweihten Stirne&#10;der Menschheit blutiges Kainsmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle sind deine Brüder und Schwestern,&#10;mit dir in die Kette der Dinge gereiht.&#10;Erst wenn das letzte Geschöpf befreit ist,&#10;bist du, Befreier, selber befreit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über allem, was atmet, halte schirmend,&#10;Geweihter des Grales, deinen Schild.&#10;In allem, was atmet, bist du und dein Leben&#10;und Gottes Ebenbild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der glückliche Ehemann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckliche-ehemann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-glueckliche-ehemann/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin so glücklich, bin so froh;&#10;Ein Weiblein darf ich lieben,&#10;Ganz wie einst König Solomo&#10;Sein liebstes Weib beschrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie rüstig ist sie spät und früh!&#10;In goldner Morgenstunde&#10;Weckt sie mich mit der Melod&#10;Aus meines Herzens Grunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hab′ den Engel dann und wann&#10;Im Stillen knieen sehen.&#10;Da hört′ ich sie für ihren Mann&#10;Und ihre Kinder flehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Bibelbuch liest sie so gern.&#10;Bei jeder schönen Stelle&#10;Wird meines Weibchens Augenstern.&#10;Von frommen Zähren helle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gott der Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gott-der-stadt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gott-der-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.&#10;Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.&#10;Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit&#10;Die letzten Häuser in das Land verirrn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,&#10;Die großen Städte knieen um ihn her.&#10;Der Kirchenglocken ungeheure Zahl&#10;Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Korybanten-Tanz dröhnt die Musik&#10;Der Millionen durch die Straßen laut.&#10;Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik&#10;Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gott und die Bajadere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gott-und-die-bajadere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gott-und-die-bajadere/</guid><description>&lt;p&gt;(Indische Legende)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mahadöh, der Herr der Erde,&#10;Kommt herab zum sechsten Mal,&#10;Daß er unsersgleichen werde,&#10;Mitzufühlen Freud und Qual.&#10;Er bequemt sich, hier zu wohnen,&#10;Läßt sich alles selbst geschehn.&#10;Soll er strafen oder schonen,&#10;Muß er Menschen menschlich sehn.&#10;Und hat er die Stadt sich als Wandrer betrachtet,&#10;Die Großen belauert, auf Kleine geachtet,&#10;Verläßt er sie abends, um weiterzugehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als er nun hinausgegangen,&#10;Wo die letzten Häuser sind,&#10;Sieht er, mit gemalten Wangen,&#10;Ein verlornes schönes Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Götter Irrfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-goetter-irrfahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-goetter-irrfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;(Nach einer Volkssage der Tongainseln)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unten endlos nichts als Wasser,&#10;Droben Himmel still und weit,&#10;Nur das Götterland, das blasse,&#10;Lag in Meereseinsamkeit,&#10;Wo auf farbenlosen Matten&#10;Gipfel wie in Träumen stehn,&#10;Und Gestalten ohne Schatten&#10;Ewig lautlos sich ergehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwischen grauen Wolkenschweifen,&#10;Die verschlafen Berg und Flut&#10;Mit den langen Schleiern streifen,&#10;Hoch der Göttervater ruht.&#10;Heut zu fischen ihn gelüstet,&#10;Und vom zack′gen Felsenhang&#10;In des Meeres grüne Wüste&#10;Senket er die Schnur zum Fang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gottheit hoher Tempel ist zerstöret...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gottheit-hoher-tempel-ist-zerstoeret/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gottheit-hoher-tempel-ist-zerstoeret/</guid><description>&lt;p&gt;Der Gottheit hoher Tempel ist zerstöret&#10;Es ründen an der heilgen Kuppel sich die Töne&#10;Nicht mehr in schöne Worte des Gebetes,&#10;Und teilen sich im Takte an den Säulen&#10;Die in der Krone leichte Melodien&#10;In lieblicher Verirrung schöner Locken&#10;Auf ihre ernsten hohen Stirnen wallen.&#10;Zertrümmert ist das herrliche Gebäude&#10;Und mit dem Echo ist das Wort gestorben.&#10;Vom weiten Himmel hallt kein Lied zurücke.&#10;Denn schrecklich ist die Macht des großen Lebens&#10;Und unermeßlich ist es hier zu beten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gränzstein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graenzstein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-graenzstein/</guid><description>&lt;p&gt;Wirke! Das ist das große Gesetz, in des Tempels&#10;Tafel gehaun, dass es kund sey, und von Golde&#10;In den parischen Stein gesenket,&#10;Wie auf die Lilie wallt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Goldener Staub. Noch fassest du nicht des Gesetzes&#10;Ganzen Verstand. Denn es steht war in der Halle&#10;Nicht geschrieben, allein es fordert&amp;rsquo;s&#10;Also der heilige Sinn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also, durchdenk&amp;rsquo;s arbeitend, durchdenk&amp;rsquo;s, wenn du ausruhst:&#10;Gut sey, und stark, und es daure, was du wirkest!&#10;&amp;ldquo;Daure?&amp;rdquo; Daure! da liegt&amp;rsquo;s! weit wallst du&#10;Irre; verliest du dich da,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Greis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-greis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-greis/</guid><description>&lt;p&gt;Bin ich wieder genesen und glaubte, sicher zu sterben?&#10;Dank dir, gütiger Tod, daß du ein Umsehn mir noch&#10;Wolltest vergönnen, ein letztes! Zu lange werd′ ich nicht zögern!&#10;Einen einzigen Blick! Erde, wie bist du so schön!&#10;Jene Träne ist längst getrocknet, die mir zuweilen&#10;Deinen Zauber verhüllt, morgendlich glühst du mich an!&#10;Drüben spielt mein Enkel! Den heiligen Funken des Lebens&#10;Trat ich ab an das Kind! Fort nun! Er bleibt jetzt zurück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Grenzsoldat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grenzsoldat/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-grenzsoldat/</guid><description>&lt;p&gt;Am Pestkordon der Grenzsoldat&#10;Mit der Muskete steht,&#10;Jenseits des Stroms auf blum’gem Pfad&#10;Das Türkenmädchen geht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dazwischen hin die Donau zieht,&#10;Dem Strom des Todes gleich,&#10;Der Sel’ge und Lebend’ge schied&#10;Und Erd- und Geisterreich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was drüben blüht, was drüben strebt,&#10;Ist für die Andern hie,&#10;Als wär’s verwelkt längst und verlebt&#10;Oder geboren nie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blumen, die dort drüben stehn,&#10;Sie sind so fern für ihn,&#10;Als hab’ er sie im Traum gesehn&#10;Im Himmelsgarten blühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der griechische Genius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-griechische-genius/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-griechische-genius/</guid><description>&lt;p&gt;Tausend Andern verstummt, die mit taubem Herzen ihn fragen,&#10;Dir, dem Verwandten und Freund, redet vertraulich der Geist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gute Glaube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gute-glaube/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gute-glaube/</guid><description>&lt;p&gt;Schönes Leben! du liegst krank, und das Herz ist mir&#10;Müd vom Weinen und schon dämmert die Furcht in mir,&#10;Doch, doch kann ich nicht glauben,&#10;Daß du sterbest, solang du liebst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der gute Kamerad</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gute-kamerad/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-gute-kamerad/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hatt einen Kameraden&#10;Einen bessern findst du nit.&#10;Die Trommel schlug zum Streite,&#10;Er ging an meiner Seite&#10;In gleichem Schritt und Tritt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Kugel kam geflogen,&#10;Gilt′s mir oder gilt es dir?&#10;Ihn hat es weggerissen,&#10;Er liegt mir vor den Füßen,&#10;Als wär′s ein Stück von mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will mir die Hand noch reichen,&#10;Derweil ich eben lad.&#10;Kann dir die Hand nicht geben,&#10;Bleib du im ewgen Leben&#10;Mein guter Kamerad!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Handkuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-handkuss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-handkuss/</guid><description>&lt;p&gt;Viere lang,&#10;Zum Empfang,&#10;Vorne Jean,&#10;Elegant,&#10;Fährt meine süße Lady.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schilderhaus,&#10;Wache raus.&#10;Schloßportal,&#10;Und im Saal&#10;Steht meine süße Lady.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hofmarschall.&#10;Pagenwall.&#10;Sehr graziös,&#10;Merveillös&#10;Knickst meine süße Lady.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Königin,&#10;Hoher Sinn.&#10;Deren Hand,&#10;Interessant,&#10;Küßt meine süße Lady.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viere lang,&#10;Vom Empfang,&#10;Vorne Jean,&#10;Elegant,&#10;Kommt meine süße Lady.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wie war&amp;rsquo;s&#10;Heut bei Zars?&#10;Ach, ich bin&#10;Noch ganz hin,&#10;Haucht meine süße Lady.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach und nach,&#10;Allgemach,&#10;Ihren Mann&#10;Wieder dann&#10;Kennt meine süße Lady.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hauptmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hauptmann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hauptmann/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin der Hauptmann,&#10;Ihr die Soldaten,&#10;Immer gehorsam,&#10;Das will ich euch raten,&#10;hört ihr?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eins, zwei, immer hinterher,&#10;Ein, zwei, schultert das Gewehr,&#10;Marsch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht euch nicht um,&#10;Seht euch nicht an,&#10;Immer hübsch stramm;&#10;Mann hinter Mann,&#10;Halt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eins, zwei, immer hinterher,&#10;Ein, zwei, schultert das Gewehr,&#10;Marsch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Heilige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-heilige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-heilige/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Schritte schreiten mir entwandt,&#10;Meine Finger gehen nach der Frau,&#10;Doch im Muttergottesmantel stirbt die Hand.&#10;Bläue meines Blicks lockt Meer ins Blau,&#10;Das in Sturm dem Feind Zerstörung sann,&#10;Und das gelbe Haar schwebt segnend überm Weizenfelde des Verfluchten.&#10;Ach, da ich mit List die Netze spann&#10;Ihn zu stellen, kamen Engel, die mich suchten,&#10;Und sie grüßten mich: den Toderretter des Verhaßten, demuthaft.&#10;Mord stand rot im Abend um mich her,&#10;Doch ich sank ins Aug des Rehs, mir ganz entrafft,&#10;Und am Stamm des schmerzenlosen Leibes brach der Speer.&#10;So entflohn, - oh Tränen meiner Klage,&#10;Milder Sünde sehnend zugesandt! -&#10;Schreiten meine Schritte mir entwandt:&#10;Steil die weiße Lilie meiner Tage&#10;Hält der Gott in seiner harten Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Henker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-henker/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-henker/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kugle Dich auf Deiner roten Decke.&#10;Ich bin am Werk: blank wie ein Metzgermeister.&#10;Tische und Bänke stehen wie blitzende Messer&#10;der Syphiliszwerg stochert in Töpfen voll Gallert und Kleister.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Leib ist gekrümmt und blendend und glänzt wie der gelbe Mond&#10;deine Augen sind kleine lüsterne Monde&#10;dein Mund ist geborsten in Wollust und in der Jüdinnen Not&#10;deine Hand eine Schnecke, die in den blutroten Gärten voll Weintrauben und Rosen wohnte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst/</guid><description>&lt;p&gt;Trinkt, trinkt, trinkt,&#10;Trinkt, ihr unverdroßnen Brüder&#10;Eures Lebens Sorgen nieder!&#10;Singt, singt, singt,&#10;Singt darunter frohe Lieder,&#10;Trinkt darauf und singet wieder!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reich, reich, reich,&#10;Träufelt Seegen von Lyäen,&#10;Von den weinbepflanzten Höhen!&#10;Euch, euch, euch,&#10;Lächelt er zukünftge Freuden,&#10;Um die Götter euch beneiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hört, hört, hört,&#10;Hört der Winzer frohen Willen&#10;Fässer her! wir müssen füllen.&#10;Leert, leert, leert,&#10;Leert dieß Faß mit tapfern Zügen,&#10;Daß die Winzer Tonnen kriegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Herbst [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-herbst-2/</guid><description>&lt;p&gt;Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen,&#10;Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet,&#10;Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet,&#10;Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Erdenrund ist so geschmückt, und selten lärmet&#10;Der Schall durchs offne Feld, die Sonne wärmet&#10;Den Tag des Herbstes mild, die Felder stehen&#10;Als eine Aussicht weit, die Lüfte wehen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zweig′ und Äste durch mit frohem Rauschen&#10;Wenn schon mit Leere sich die Felder dann vertauschen,&#10;Der ganze Sinn des hellen Bildes lebt&#10;Als wie ein Bild, das goldne Pracht umschwebet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der heroische Pudel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-heroische-pudel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-heroische-pudel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein schwarzer Pudel, dessen Haar&#10;des Abends noch wie Kohle war,&#10;betrübte sich so höllenheiß,&#10;weil seine Dame Flügel spielte,&#10;trotzdem er heulte: daß (o Preis&#10;dem Schmerz, der solchen Sieg erzielte!)&#10;er beim Gekräh der Morgenhähne&#10;aufstand als wie ein hoher Greis -&#10;mit einer silberweißen Mähne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-himmel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Sechs Fromme von verschiedner Innung&#10;Doch gleich unsträflicher Gesinnung&#10;Begegnen, wo nicht Zeit noch Raum&#10;Mehr engt, sich - an des Himmels Saum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnell blizt der Eingang aufgeschloßen,&#10;Und von Verklärungsglanz umfloßen&#10;Tritt mild ein Genius heran&#10;Und fragt: Wer Du? - »Ein Muselman.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins Paradies dort, wo die Frommen&#10;Zu mehr als Machmuds Lichte kommen! -&#10;Und Du? - »Ein Jud.« - Im Tempelchor&#10;Singt Assaff dort erwählten vor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hirt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hirt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-hirt/</guid><description>&lt;p&gt;Kommt die Nacht mit ihren kühlen Schatten&#10;Ueber alles Land;&#10;Schwer bedunkelt schlafen schon die Matten&#10;An der Felsenwand.&#10;Und herüber zieht der Wind,&#10;Leiser Schauer faßt die Glieder -&#10;O mein liebes Kind,&#10;Wann sehen wir uns wieder?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fand dich nicht zu Hause bei den Eltern,&#10;Fand dich nicht bei mir,&#10;Frühe sucht ich dich auf allen Feldern&#10;Und am Abend hier.&#10;Keinen Gruß, kein Lebewohl?&#10;Tiefe Nacht und tiefes Schweigen -&#10;O mein Kind schlaf wohl,&#10;Bis die Lerchen steigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Hügel am Flusse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-huegel-am-flusse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-huegel-am-flusse/</guid><description>&lt;p&gt;Hier stockt der Fuß, hier strecken sich die Glieder&#10;in seidnes Gras zu Füßen wilder Schlehen&#10;und hier muss nun die Seele immer wieder&#10;die Schattenstraße des Vergangnen gehen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein sandiger Uferpfad zuerst nur, schlängelt&#10;sie kraus durch Heide und durch dürres Feld,&#10;wo still der Schnitter seine Sense dengelt&#10;und ernst der Bauer dürftiges Land bestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie schmiegen sich ins Licht der ersten Träume&#10;von Leben und von Kindertändeleien&#10;der silbergrünen jungen Weidenbäume&#10;endlos sich wiegende, verschlungene Reihen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der irre Spielmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-irre-spielmann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-irre-spielmann/</guid><description>&lt;p&gt;Aus stiller Kindheit unschuldiger Hut&#10;Trieb mich der tolle, frevelnde Mut.&#10;Seit ich da draußen so frei nun bin,&#10;Find ich nicht wieder nach Hause mich hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durchs Leben jag ich manch trügrisch Bild,&#10;Wer ist der Jäger da? Wer ist das Wild?&#10;Es pfeift der Wind mir schneidend durchs Haar,&#10;Ach Welt, wie bist du so kalt und klar!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du frommes Kindlein im stillen Haus,&#10;Schau nicht so lüstern zum Fenster hinaus!&#10;Frag mich nicht, Kindlein, woher und wohin?&#10;Weiß ich doch selber nicht, wo ich bin!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Isegrim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-isegrim/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-isegrim/</guid><description>&lt;p&gt;Aktenstöße nachts verschlingen,&#10;Schwatzen nach der Welt Gebrauch,&#10;Und das große Tretrad schwingen&#10;Wie ein Ochs, das kann ich auch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber glauben, daß der Plunder&#10;Eben nicht der Plunder wär,&#10;Sondern ein hochwichtig Wunder,&#10;Das gelang mir nimmermehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber andre überwitzen,&#10;Daß ich mit dem Federkiel&#10;Könnt den morschen Weltbau stützen,&#10;Schien mir immer Narrenspiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so, weil ich in dem Drehen&#10;Da steh oft wie ein Pasquill,&#10;Läßt die Welt mich eben stehen -&#10;Mag sie′s halten, wie sie will!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jubelgreis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jubelgreis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-jubelgreis/</guid><description>&lt;p&gt;Meiner Kindheit frühster Lehrer,&#10;Meiner Jugend Freund und Rat!&#10;Gerne wohl als Freudenmehrer&#10;Wär′ ich diesem Fest genaht,&#10;Dem dein Herz, in sich beseligt,&#10;Jugendlich entgegenschlägt,&#10;Ob es gleich des Alters Schneelicht&#10;Bleich auf deine Stirne legt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hätt′ ich Oden, leicht von Takte,&#10;Flaccus′ Lieder und Catulls,&#10;Die beim Schneeglanz des Sorakte&#10;Flügelten den trägen Puls,&#10;Hätt′ ich Rosen von Präneste&#10;Oder Trauben von Falern,&#10;O Geliebter, dir zum Feste&#10;Brächt′ ich solche Spenden gern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der junge Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Schönheit sonst, der Anmut&#10;Immer flüchtige Erscheinung,&#10;Wie ein heller Glanz der Sonne,&#10;Mir zu staunendem Entzücken&#10;Wieder vor die Sinne trat;&#10;Wenn Natur mir oft und alles&#10;Erdenlebens liebe Fülle&#10;Fast zu schwer am Busen wurde,&#10;Daß nur kaum ein trunknes Jauchzen&#10;Noch der Ausdruck lautern Dankes&#10;Für solch süßes Dasein war:&#10;O wie drang es da mich armen,&#10;Mich unmündgen Sohn Apollens,&#10;Dieses alles, schön gestaltet&#10;Unter goldnen Leierklängen,&#10;Fest, auf ewig festzuhalten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der junge Ehemann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-ehemann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-junge-ehemann/</guid><description>&lt;p&gt;Hier unter dieser Linde&#10;Saß ich viel tausendmal&#10;Und schaut nach meinem Kinde&#10;Hinunter in das Tal,&#10;Bis daß die Sterne standen&#10;Hell über ihrem Haus,&#10;Und weit in den stillen Landen&#10;Alle Lichter löschten aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt neben meinem Liebchen&#10;Sitz ich im Schatten kühl,&#10;Sie wiegt ein muntres Bübchen,&#10;Die Täler schimmern schwül,&#10;Und unten im leisen Winde&#10;Regt sich das Kornfeld kaum,&#10;Und über uns säuselt die Linde -&#10;Es ist mir noch wie ein Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Jüngling an das Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-an-das-maedchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-juengling-an-das-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei kurze Laute sage mir;&#10;Doch einzeln nicht, - so spricht ein Tier!&#10;Zusammen sprich sie hübsch geschwind:&#10;Du liebst mich doch, mein süßes Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kampf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kampf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kampf/</guid><description>&lt;p&gt;Nein, länger werd′ ich diesen Kampf nicht kämpfen,&#10;Den Riesenkampf der Pflicht.&#10;Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen,&#10;So fodre, Tugend, dieses Opfer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geschworen hab ich′s ja, ich hab′s geschworen&#10;Mich selbst zu bändigen.&#10;Hier ist dein Kranz, er sei auf ewig mir verloren!&#10;Nimm ihn zurück und lass mich sündigen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zerrissen sei, was wir bedungen haben!&#10;Sie liebt mich - deine Krone sei verscherzt!&#10;Glückselig, wer, in Wonnetrunkenheit begraben,&#10;So leicht, wie ich, den tiefen Fall verschmerzt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kehraus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kehraus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kehraus/</guid><description>&lt;p&gt;Es fiedeln die Geigen,&#10;Da tritt in den Reigen&#10;Ein seltsamer Gast,&#10;Kennt keiner den Dürren,&#10;Galant aus dem Schwirren&#10;Die Braut er sich faßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hebt an, sich zu schwenken&#10;In allen Gelenken.&#10;Das Fräulein im Kranz:&#10;&amp;ldquo;Euch knacken die Beine. -&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Bald rasseln auch deine,&#10;Frisch auf spiel′t zum Tanz!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kenner im Ringe&#10;Betrachtet die Sprünge,&#10;Er findet′s gemein.&#10;&amp;ldquo;Dir kann′s auch nicht schaden!&amp;rdquo;&#10;Die vornehmen Waden&#10;Muß er schwingen im Reih′n.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kirchenbesuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirchenbesuch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirchenbesuch/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ein Fischlein in dem Garn&#10;Hat der Dom mich eingefangen,&#10;Und da bin ich festgebannt,&#10;Warum bin ich dreingegangen?&#10;Ach, wie unter breiten Malven&#10;Taubesprengt ein Röslein blitzt,&#10;Zwischen guten Bürgersfrauen&#10;Hier mein feines Liebchen sitzt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gemeinde schnarcht so sanft,&#10;Wie das Laub im Walde rauschet,&#10;Und der Bettler an der Tür&#10;Als ein Räuber guckt und lauschet;&#10;Doch wie eines Bächleins Faden&#10;Murmelnd durchs Gebüsche fließt,&#10;So die lange dünne Predigt&#10;Um die Pfeiler sich ergießt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kirchhof</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirchhof/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kirchhof/</guid><description>&lt;p&gt;Du stiller Ort, der grünt mit jungem Grase,&#10;Da liegen Mann und Frau, und Kreuze stehn,&#10;Wohin hinaus geleitet Freunde gehn,&#10;Wo Fenster sind glänzend mit hellem Glase.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn glänzt an dir des Himmels hohe Leuchte&#10;Des Mittags, wann der Frühling dort oft weilt,&#10;Wenn geistige Wolke dort, die graue, feuchte,&#10;Wenn sanft der Tag vorbei mit Schönheit eilt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie still ist′s nicht an jener grauen Mauer,&#10;Wo drüber her ein Baum mit Früchten hängt;&#10;Mit schwarzen tauigen, und Laub voll Trauer,&#10;Die Früchte aber sind sehr schön gedrängt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Knabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-knabe/</guid><description>&lt;p&gt;Mich will der Informator schlagen?&#10;Nein, nein, das geht nicht weiter an:&#10;Als Knabe must ich es ertragen,&#10;Doch jetzt bin ich schon halb ein Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist er nicht klüger dieß zu wissen?&#10;So hör er nur, was Hannchen spricht;&#10;Will ich die kleine Närrin küssen:&#10;So spricht sie, geh, dein Bart, der sticht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kranz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kranz/</guid><description>&lt;p&gt;Mutter, hilf mir armen Tochter,&#10;Sieh′ nur, was ein Knabe tat:&#10;Einen Kranz von Rosen flocht er,&#10;Den er mich zu tragen bat!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ei, sei deshalb unerschrocken,&#10;Helfen läßt sich dir gewiß!&#10;Nimm den Kranz nur aus den Locken,&#10;Und den Knaben, den vergiß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dornen hat der Kranz, o Mutter,&#10;Und die halten fest das Haar!&#10;Worte sprach der Knabe, Mutter,&#10;an die denk′ ich immerdar!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Krieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-krieg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-krieg/</guid><description>&lt;p&gt;Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,&#10;Aufgestanden unten aus Gewölben tief.&#10;In der Dämmrung steht er, groß und unerkannt,&#10;Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Abendlärm der Städte fällt es weit,&#10;Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,&#10;Und der Märkte runder Wirbel stockt zu Eis.&#10;Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht.&#10;Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.&#10;In der Ferne wimmert ein Geläute dünn&#10;Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kritiker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kritiker/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kritiker/</guid><description>&lt;p&gt;»Gottgesandter, sieh da! Wenn du das bist, so verschaff dir&#10;Glauben.« - Der Narr, der! Er hört nicht, was ich eben gesagt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der kühle Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuehle-tag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuehle-tag/</guid><description>&lt;p&gt;O Tag, so kühl und sonnensatt&#10;hast du dich in die Welt geschmiegt!&#10;So kühl wie dieses Rosenblatt,&#10;das zwischen meinen Lippen liegt,&#10;so kühl wie jene Mädchenhand,&#10;die über meine Stirne ging,&#10;kühl wie ein seiden Nachtgewand,&#10;kühl wie ein weißer Schmetterling!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was tu ich nun mit meiner Glut,&#10;die in die Sonne lechzt und drängt,&#10;wo du mit einer Schleierflut&#10;von Wolken mir das Licht verhängt?&#10;Trag ich nun still mit heißer Hand,&#10;recht wie ein wartekrankes Kind,&#10;mein rotes Herz durch müdes Land&#10;bis an den grauen Abendwind? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kürbiss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuerbiss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-kuerbiss/</guid><description>&lt;p&gt;Behängt mich nur mit den Ornaten,&#10;So fehlt mir nichts zum würdigsten Prälaten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der lachende Engel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lachende-engel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lachende-engel/</guid><description>&lt;p&gt;Wie war′s doch nur?&#10;Im Himmel schwebten&#10;Große blanke Diskusscheiben -&#10;Auf denen drehten sich blutrote Nüsse.&#10;Doch alles schlug ein böser Geist entzwei.&#10;Ein Engel lacht dazu&#10;Und spritzt mit Vitriol.&#10;Jawohl! Jawohl&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Lattenzaun</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lattenzaun/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lattenzaun/</guid><description>&lt;p&gt;Es war einmal ein Lattenzaun,&#10;mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Architekt, der dieses sah,&#10;stand eines Abends plötzlich da -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und nahm den Zwischenraum heraus&#10;und baute draus ein großes Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Zaun indessen stand ganz dumm&#10;mit Latten ohne was herum,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ein Anblick gräßlich und gemein.&#10;Drum zog ihn der Senat auch ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Architekt jedoch entfloh&#10;nach Afri - od - Ameriko.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Lehrer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lehrer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lehrer/</guid><description>&lt;p&gt;Meist war er klein und kroch am Boden hin&#10;Wie eine Küchenschabe braun und eklig.&#10;Er stak in abgeschabten Loden drin&#10;Und stank nach Fusel und nach Schweiß unsäglich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch manchmal wuchs er riesig in das Licht,&#10;Wuchs übern Kirchturm, schattete die Erde.&#10;Am Himmel brannte groß sein Angesicht,&#10;Damit die Schöpfung seines Glanzes werde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er schlug das Aug auf wie das Testament (mich graust,&#10;Wenn ich dran denk), pfiff wie im Rohr die Dommeln,&#10;Ließ donnern, blitzte, hob die Sonnenfaust&#10;Und ließ sie furchtbar auf uns niedertrommeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Lenz mit Klang und roten Blumenmunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lenz-mit-klang-und-roten-blumenmunden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-lenz-mit-klang-und-roten-blumenmunden/</guid><description>&lt;p&gt;Der Lenz mit Klang und roten Blumenmunden,&#10;Holdselge Pracht! wird bleich in Wald und Aue;&#10;Tonlos schweift ich damals durchs heitre Blaue,&#10;Hatt nicht das Glühn im Tiefsten noch empfunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sprach Waldhorn von überselgen Stunden,&#10;Und wie ich mutig in die Klänge schaue,&#10;Reit′t aus dem Wald die wunderschöne Fraue&#10;O! Niederknien, erst′s Aufblühn ewiger Wunden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu weilen, fortzuziehn, schien sie zu zagen,&#10;Verträumt blühten ins Grün der Augen Scheine,&#10;Der Wald schien schnell zu wachsen mit Gefunkel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der letzte Sieg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-sieg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-letzte-sieg/</guid><description>&lt;p&gt;Der Fürstenbund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Bundesheere lagern bei Terouanne im Feld,&#10;Dorthin hat ihre Zelte Franzosenhaß gestellt;&#10;Ha, wie da Englands Banner die Lüfte züngelnd leckt,&#10;Und Deutschlands Doppeladler die mächt’gen Flügel streckt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Rhein trennt Deutsch’ und Franken. Ei, Deutscher, welch Wunderpferd&#10;Trug kühnen Sprungs hinüber dich und dein Racheschwert?&#10;Haß war der kühne Springer, das schwarze Flügelroß!&#10;Und weiter fliegt nur Liebe, die Taube mit grünem Sproß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Meer trennt Franken und Britten. Wer hat die Brücke gespannt,&#10;Drauf Englands eh’rne Heere hinziehn ins Franzenland?&#10;Haß nennt sich der Brückenmeister, der bändigt Strom und Belt,&#10;Und Größ’res baut nur Liebe, seht ihren Dom, die Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebe Lust und Qual</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-lust-und-qual/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-lust-und-qual/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Manch tiefes Leid, manch bang erschütternd Beben,&#10;Manch stilles Sehnen haucht′ ich in Gesänge,&#10;Und meint′ ich oft, daß mir das Herz zerspränge,&#10;Schien tröstend mich ein Engel zu umschweben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn solche Huld hat mir ein Gott gegeben,&#10;Daß, wie es mich auch wild im Busen dränge,&#10;Ich auf dem Goldgefieder zarter Klänge&#10;Vermag empor zum Himmel mich zu heben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, rauscht Ihr zu, ihr seelenvollen Weisen!&#10;Du gluthbelebte Stimme meines Herzens!&#10;Umzittre Sie wie Silberton der Laute;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebe Verlust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-verlust/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebe-verlust/</guid><description>&lt;p&gt;Zeigt die trübe dunkle Seite&#10;Dir auch oft das Leben,&#10;Ist′s vom Bild doch nur der Schatten,&#10;Um das Licht zu heben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf schwarzbehangenem Gerüst der Trauer&#10;Lag sie, die ich geliebt, im Lilienkleid.&#10;Rings um das Bildnis des Erlösers glomm&#10;Trübflackernd Kerzenlicht und schimmerte&#10;Mit müdem Strahl durchs düstere Gemach.&#10;Dort im Gefäß, gefüllt mit Weihbronn, lag&#10;Des Rosmarines deutungsvoller Zweig.&#10;Sie aber schlief, so ruhig, blaß und schön,&#10;Die Händ′ am Busen übers Kreuz gefaltet,&#10;Ein duft′ger Kranz umschlang der Jungfrau Haupt.&#10;Stumm war ihr Mund, doch ahnt′ ich, was er sprach,&#10;Und spiegelt meinen Liebesblick auch nimmer&#10;Ihr Auge wieder, sieht′s doch Erdenleid&#10;Nicht mehr und wird vom Weinen nimmer rot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebende/</guid><description>&lt;p&gt;Der Liebende steht träge auf,&#10;Zieht ein Herr-Jemine-Gesicht&#10;Und wünscht, er wäre tot.&#10;Der Morgen tut sich prächtig auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So silbern geht der Ströme Lauf,&#10;Die Vöglein schwingen hell sich auf:&#10;&amp;ldquo;Bad, Menschlein, dich im Morgenrot,&#10;Dein Sorgen ist ein Wicht!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebesgarten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebesgarten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebesgarten/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Nachts der freundliche Schlummer&#10;Die silbernen Fäden webt,&#10;Da trägt es mich flugs in ein Gärtchen,&#10;Wo Liebe nur schafft und webt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drin grünet manch seliges Plätzchen,&#10;Drin blühet manch lieblicher Strauß;&#10;Da pfleg’ ich mein friedliches Gärtchen&#10;Und schmück’ es gar sorglich aus:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Freuden und Leiden der Liebe,&#10;Bis der purpurne Morgen kam,&#10;Doch nicht mit all’ meinen Freuden&#10;Und nicht mit all’ meinem Gram!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn würde zur farbigen Blume&#10;Jedweder selige Traum,&#10;Für all’ die Blüthen und Blumen&#10;Wär’ in dem Gärtchen nicht Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebestempel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebestempel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebestempel/</guid><description>&lt;p&gt;O, ihre Liebe war ein stolzer Bau -&#10;Der Freude Flagge weht′ auf seinen Zinnen,&#10;Und Kränze, feucht von süßer Thränen Thau,&#10;Sie schmückten ihn von außen und von innen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vertrauen, stärker noch als Marmorstein,&#10;Als Säule trug die Kuppel in der Mitten,&#10;Das Fenster prangt′ im reinsten Demantschein,&#10;Aus ächter Treue festem Stoff geschnitten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und süßes, heitres Himmelslicht ergoß&#10;Des Herzens Reinheit durch die klare Scheibe,&#10;Wie Heil′genschein sein Inn′res ganz umfloß,&#10;Was Liebe Gutes, Schönes weckt im Weibe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Liebhaber an die heiße Quelle zu B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebhaber-an-die-heisse-quelle-zu-b/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-liebhaber-an-die-heisse-quelle-zu-b/</guid><description>&lt;p&gt;Du heilest den und tröstest jenen,&#10;O Quell, so hör auch meinen Schmerz!&#10;Ich klage dir mit bittern Tränen&#10;Ein hartes, kaltes Mädchenherz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es zu erweichen, zu durchglühen,&#10;Dir ist es eine leichte Pflicht;&#10;Man kann ja Hühner in dir brühen,&#10;Warum ein junges Gänschen nicht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Literat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-literat/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-literat/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin der große Gaukler Vauvert.&#10;In hundert Flammen lauf ich einher.&#10;Ich knie vor den Altären aus Sand,&#10;Violette Sterne trägt mein Gewand.&#10;Aus meinem Mund geht die Zeit hervor,&#10;Die Menschen umfaß ich mit Auge und Ohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin aus dem Abgrund der falsche Prophet,&#10;Der hinter den Rädern der Sonne steht.&#10;Aus dem Meere, beschworen von dunkler Trompete,&#10;Flieg ich im Dunste der Lügengebete.&#10;Das Tympanum schlag ich mit großem Schall.&#10;Ich hüte die Leichen im Wasserfall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Luftschiffer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-luftschiffer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-luftschiffer/</guid><description>&lt;p&gt;Gefahren bin ich in schwankendem Kahne&#10;Auf dem blaulichen Oceane,&#10;Der die leuchtenden Sterne umfließt,&#10;Habe die himmlischen Mächte begrüßt.&#10;War, in ihrer Betrachtung versunken,&#10;Habe den ewigen Aether getrunken,&#10;Habe dem Irdischen ganz mich entwandt,&#10;Droben die Schriften der Sterne erkannt&#10;Und in ihrem Kreisen und Drehen&#10;Bildlich den heiligen Rhythmus gesehen,&#10;Der gewaltig auch jeglichen Klang&#10;Reißt zu des Wohllauts wogendem Drang.&#10;Aber ach! es ziehet mich hernieder,&#10;Nebel überschleiert meinen Blick,&#10;Und der Erde Grenzen seh′ ich wieder,&#10;Wolken treiben mich zurück.&#10;Wehe! Das Gesetz der Schwere&#10;Es behauptet nur sein Recht,&#10;Keiner darf sich ihm entziehen&#10;Von dem irdischen Geschlecht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Maler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-maler/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Maler trat heran zu mir:&#10;»Ich male dir ihr Bild!«&#10;Ich führt′ ihn alsobald zu ihr,&#10;Sie litt es freundlich-mild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er malte unter Spiel und Scherz&#10;Das süße Angesicht,&#10;Sie fühlte seltsamlichen Schmerz,&#10;Doch sagte sie es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er malte ihrer Wangen Rot,&#10;Des Auges Glanz zugleich,&#10;Da ward ihr Auge blind und tot&#10;Und ihre Wange bleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als sie ganz vollendet stand,&#10;Die liebliche Gestalt,&#10;Da griff ich nach des Mädchens Hand,&#10;Doch die war feucht und kalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Marmor-Karren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-marmor-karren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-marmor-karren/</guid><description>&lt;p&gt;Paris&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Pferde, sieben ziehende, verteilt,&#10;verwandelt Niebewegtes sich in Schritte;&#10;denn was hochmütig in des Marmors Mitte&#10;an Alter, Widerstand und All verweilt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;das zeigt sich unter Menschen. Siehe, nicht&#10;unkenntlich, unter irgend einem Namen,&#10;nein: wie der Held das Drängen in den Dramen&#10;erst sichtbar macht und plötzlich unterbricht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;so kommt es durch den stauenden Verlauf&#10;des Tages, kommt in seinem ganzen Staate,&#10;als ob ein großer Triumphator nahte&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Marsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-marsch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-marsch/</guid><description>&lt;p&gt;Rum und Trum&#10;Rum und Trum&#10;&amp;ldquo;Potz Kerle! hebt die Beine!&amp;rdquo;&#10;Rum und Trum&#10;Rum und Trum&#10;&amp;ldquo;Verfluchte Sonne!&amp;rdquo; &amp;hellip; Schweine!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flüt und Tü&#10;Flüt und Tü&#10;&amp;ldquo;Der Brand! &amp;hellip; die heiße Kehle!&amp;rdquo;&#10;Flüt und Tü&#10;Flüt und Tü&#10;&amp;ldquo;Wie lang noch das Gequäle?!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träterä&#10;Träterä&#10;&amp;ldquo;Ei schaut! bläht dort das Röckchen!&amp;rdquo;&#10;Träterä&#10;Träterä&#10;&amp;ldquo;Verteufelt steht das Böckchen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rum und Trum&#10;Rumlidibum&#10;&amp;ldquo;Wie blinkt das Dörfchen heiter!&amp;rdquo;&#10;Flüt und Tü&#10;Träterä&#10;Und &amp;ldquo;weiter! weiter! weiter!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein:&#10;Er kann, nach dem er′s macht, Gott oder Teufel sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch [1]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-1/</guid><description>&lt;p&gt;Kaum sproßten aus den Wassern, o Erde, dir&#10;Der jungen Berge Gipfel und dufteten&#10;Lustatmend, immergrüner Haine&#10;Voll, in des Ozeans grauer Wildnis&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ersten holden Inseln; und freudig sah&#10;Des Sonnengottes Auge die Neulinge,&#10;Die Pflanzen, seiner ewgen Jugend&#10;Lächelnde Kinder, aus dir geboren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da auf der Inseln schönster, wo immerhin&#10;Den Hain in zarter Ruhe die Luft umfloß,&#10;Lag unter Trauben einst, nach lauer&#10;Nacht, in der dämmernden Morgenstunde&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-2/</guid><description>&lt;p&gt;Wer Gutes ehrt, er macht sich keinen Schaden,&#10;Er hält sich hoch, er lebt den Menschen nicht vergebens,&#10;Er kennt den Wert, den Nutzen solchen Lebens,&#10;Er traut dem Bessern sich, er geht auf Segenspfaden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch [3]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-3/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-3/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn aus sich lebt der Mensch und wenn sein Rest sich zeiget,&#10;So ist′s, als wenn ein Tag sich Tagen unterscheidet,&#10;Dass ausgezeichnet sich der Mensch zum Reste neiget,&#10;Von der Natur getrennt und unbeneidet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wie allein ist er im andern weiten Leben,&#10;Wo rings der Frühling grünt, der Sommer freundlich weilet,&#10;Bis dass das Jahr im Herbst hinunter eilet,&#10;Und immerdar die Wolken uns umschweben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch ist eine Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-ist-eine-blume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-ist-eine-blume/</guid><description>&lt;p&gt;Die Blume blühet und verblüht,&#10;Zu ihres Schöpfers Ruhme;&#10;Wer heut’ noch ihre Schönheit sieht,&#10;Ist morgen schon, wie sie, verblüht:&#10;Der Mensch ist eine Blume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie die Blume wieder blüht,&#10;Wenn Gottes Auge nieder&#10;Auf sie von seinem Himmel sieht,&#10;Und unter ihr die Erde glüht:&#10;So blüht der Mensch auch wieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mensch und die Geschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-und-die-geschichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mensch-und-die-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Die Weltgeschichte sucht aus spröden Stoffen&#10;Ein reines Bild der Menschheit zu gestalten,&#10;Vor dem, die jetzt sich schrankenlos entfalten,&#10;Die Individuen vergehn, die schroffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die endliche Vollendung ist zu hoffen,&#10;Denn diese Künstlerin wird nie erkalten,&#10;Auch sehen wir, wenn sich die Nebel spalten,&#10;Schon manchen Zug des Bildes tief getroffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wir, wie Kinder in der Werkstatt harrend,&#10;Wir haschen nach den abgesprungnen Stücken,&#10;Die, wie sie schweigend meißelt, niederfallen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Menschengeist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-menschengeist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-menschengeist/</guid><description>&lt;p&gt;Der Menschengeist vermag die Kraft zu binden,&#10;Er kann die Triebe zähmen, ihre Lust&#10;Kann ernster Wille siegreich überwinden.&#10;Wenn die Begierden keimen in der Brust,&#10;Kann er verschließen seines Busens Pforte.&#10;Die Tat wirkt frei und ihrer selbst bewußt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Minister</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-minister/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-minister/</guid><description>&lt;p&gt;Alles um des Volkes willen!&#10;seht, ich lache selbst im stillen&#10;dieser Bibeln und Postillen&#10;und daß man so gläubig ist:&#10;Ich, für mich, bin Atheist!&#10;Doch das Volk, das Volk muß glauben!&#10;Glauben heißt der Talisman,&#10;dem die Erde untertan:&#10;Wir die Adler, sie die Tauben!&#10;Und das Volk, das Volk muß glauben,&#10;glauben - oder doch so tun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Täglich in die Kirche laufen,&#10;himmlische Traktätchen kaufen&#10;und mit Jordanwasser taufen,&#10;samt dem christlichen Verein -&#10;Nun, für mich sind′s Faselein.&#10;Doch das Volk, das Volk muß beten!&#10;Denkt, o denkt nur den Skandal,&#10;wenn die Bürger auch einmal&#10;gottlos, wie der Adel täten!&#10;Nein, das Volk, das Volk muß beten,&#10;beten - oder doch so tun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Misanthrop</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-misanthrop/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-misanthrop/</guid><description>&lt;p&gt;Erst sitzt er eine Weile,&#10;Die Stirn von Wolken frei;&#10;Auf einmal kömmt in Eile&#10;Sein ganz Gesicht der Eule&#10;Verzerrtem Ernste bei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie fragen, was das sei?&#10;Lieb′ oder Langeweile?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, sie sind′s alle Zwei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Misserfolg hat einen Segen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-misserfolg-hat-einen-segen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-misserfolg-hat-einen-segen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Misserfolg hat einen Segen,&#10;der mir verklärt den trübsten Tag:&#10;Er macht uns beliebter bei den Kollegen,&#10;als ein Erfolg es je vermag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mohn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mohn/</guid><description>&lt;p&gt;Wie dort, gewiegt von Westen,&#10;Des Mohnes Blüte glänzt!&#10;Die Blume, die am besten&#10;Des Traumgotts Schläfe kränzt;&#10;Bald purpurhell, als spiele&#10;Der Abendröte Schein,&#10;Bald weiß und bleich, als fiele&#10;Des Mondes Schimmer ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zur Warnung hört ich sagen,&#10;Daß, der im Mohne schlief,&#10;Hinunter ward getragen&#10;In Träume schwer und tief;&#10;Dem Wachen selbst geblieben&#10;Sei irren Wahnes Spur,&#10;Die Nahen und die Lieben&#10;Halt′ er für Schemen nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mond</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond/</guid><description>&lt;p&gt;Als Gott den lieben Mond erschuf,&#10;gab er ihm folgenden Beruf:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen&#10;sich deutschen Lesern zu bequemen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ein a formierend und ein z -&#10;daß keiner groß zu denken hätt′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Befolgend dies ward der Trabant&#10;ein völlig deutscher Gegenstand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mond lügt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-luegt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mond-luegt/</guid><description>&lt;p&gt;Der Mond malt ein groteskes Muster an die Mauer.&#10;Grotesk? Ein helles Viereck, kaum gebogen,&#10;von einer Anzahl dunkelgrauer&#10;und schmaler Linien durchzogen.&#10;Ein Fischernetz? Ein Spinngewebe?&#10;Doch ach, die Wimper zittert,&#10;wenn ich den Blick zum Fenster hebe:&#10;Es ist vergittert!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Monte Pincio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-monte-pincio/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-monte-pincio/</guid><description>&lt;p&gt;O hätt′ ich Farben, Aether und Seel′ und Geist,&#10;Du unaussprechlich himmlische Luft, getaucht&#10;In deiner Schönheit süßen Abgrund,&#10;Wär′ ich dein Priester, dein reinster Säugling,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär′ ich geboren, wär′ ich erzogen auch&#10;An deinem Lichtquell, könnt′ ich die Reinheit doch,&#10;Könnt′ ich die Milde nicht, die Wärme&#10;Dieser Natur in mein Lied einhauchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du zuerst in schauender Seligkeit&#10;Voll Unschuld in ein glühendes Auge schaust,&#10;Wenn du vergehst in seiner Tiefe,&#10;Wenn du verschmachtest in seiner Seele,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der moralische Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-moralische-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-moralische-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, der Mensch ist ein ärmlicher Wicht, ich weiß - doch das wollt′ ich&#10;Eben vergessen und kam, ach, wie gereut mich′s, zu dir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der müßige Pöbel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-muessige-poebel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-muessige-poebel/</guid><description>&lt;p&gt;Um einen Arzt und seine Bühne&#10;Stand mit erstaunungsvoller Miene&#10;Die leicht betrogne Menge&#10;In lobendem Gedränge.&#10;Ein weiser Trinker ging vorbei,&#10;Und schriee: welche Polizei!&#10;So müßig hier zu stehen?&#10;Kann nicht das Volk zu Weine gehen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Mutter zum 24. Dez. 1824</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mutter-zum-24-dez-1824/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-mutter-zum-24-dez-1824/</guid><description>&lt;p&gt;Oft schwimmt ein Schiff durch stille Wogen&#10;Sorglos im heitern Sonnenlicht,&#10;Da fällt vom reinen Himmelsbogen&#10;Ein Blitz der seinen Mast zerbricht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist des Schicksals schwere Hand,&#10;Drum glücklich wer dem Schlag entronnen&#10;Wer einen Retter sich gewonnen&#10;Der ihn hinausschifft an den Strand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Schiff versinkt. - Du trotzt den Wellen&#10;Auf leichtem Kahn mit schwacher Hand?&#10;Dein Fahrzeug kann ein Stoß zerschellen&#10;Und noch ist′s weit bis an den Strand!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Nervenschwache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-nervenschwache/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-nervenschwache/</guid><description>&lt;p&gt;Mit einer Stirn, die Traum und Angst zerfraßen,&#10;Mit einem Körper, der verzweifelt hängt&#10;An einem Seile, das ein Teufel schwenkt,&#10;- So läuft er durch die langen Großstadtstraßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verschweinte Kerle, die die Straße kehren,&#10;Verkohlen ihn; schon gröhlt er arienhaft:&#10;&amp;ldquo;Ja, ja - ja, ja! Die Leute haben Kraft!&#10;Mir wird ja nie, ja nie ein Weib gebären&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir je ein Kind!&amp;rdquo; Der Mond liegt wie ein Schleim&#10;Auf ungeheuer nachtendem Velours.&#10;Die Sterne zucken zart wie Embryos&#10;An einer unsichtbaren Nabelschnur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der neue Anzug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-anzug/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-neue-anzug/</guid><description>&lt;p&gt;Ein neuer Anzug ist was Wundervolls,&#10;Ein neuer Anzug macht uns froh und stolz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein neuer Anzug macht uns fromm und rein -&#10;Ein neuer Anzug ist ein Heiligenschein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Pöbel selbst, der, ach! so wenig ehrt,&#10;Macht uns ein neuer Anzug lieb und wert:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und uns für uns, uns macht er zauberjung -&#10;Im neuen Anzug liegt Begeisterung!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ist die Kraft des Alls, das &amp;ldquo;Stirb und Werde,&amp;rdquo;&#10;Der Stein der Weisen und das Salz der Erde!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Nil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-nil/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-nil/</guid><description>&lt;p&gt;Aber ich stürze von Bergen hernieder,&#10;Wo mich der Regen des Himmels gekühlt,&#10;Tränke erbarmend die lechzenden Brüder&#10;Daß sich ihr brennendes Bette erfüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jauchzend begrüßen mich alle die Quellen;&#10;Kühlend umfange ich, Erde, auch dich;&#10;Leben erschwellt mir die Tropfen, die Wellen,&#10;Leben dir spendend umarme ich dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Theueres Land du! Gebährerin Erde!&#10;Nimm nun den Sohn auch den liebenden auf,&#10;Du, die in Klüften gebahr mich und nährte,&#10;Nimm jetzt, o Mutter! den Sehnenden auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Nöck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-noeck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-noeck/</guid><description>&lt;p&gt;Es tönt des Nöcken Harfenschall:&#10;Da steht sogar still der Wasserfall,&#10;Umschwebt mit Schaum und Wogen&#10;Den Nöck im Regenbogen.&#10;Die Bäume neigen&#10;Sich tief und schweigen,&#10;Und atmend horcht die Nachtigall.-&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;O Nöck, was hilft das Singen dein?&#10;Du kannst ja doch nicht selig sein!&#10;Wie kann dein Singen taugen?&amp;rdquo;&#10;Der Nöck erhebt die Augen,&#10;Sieht an die Kleinen,&#10;Beginnt zu weinen&amp;hellip;&#10;Und senkt sich in die Flut hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Nußbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-nussbaum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-nussbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Es grünet ein Nußbaum vor dem Haus,&#10;Duftig, luftig breitet er blättrig die Blätter aus.&#10;Viel liebliche Blüten stehen dran;&#10;Linde Winde kommen, sie herzlich zu umfahn.&#10;Es flüstern je zwei zu zwei gepaart,&#10;Neigend, beugend zierlich zum Kusse die Häuptchen zart.&#10;Sie flüstern von einem Mägdlein,&#10;Das dächte die Nächte und Tage lang,&#10;Wußte, ach! selber nicht was.&#10;Sie flüstern - wer mag verstehn so gar leise Weis?&#10;Flüstern von Bräut´gam und nächstem Jahr.&#10;Das Mägdlein horchet, es rauscht im Baum;&#10;Sehnend, wähnend sinkt es lächelnd in Schlaf und Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Pädagog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-paedagog/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-paedagog/</guid><description>&lt;p&gt;Einen andern stellt er für sich, den Aufbau der Zeiten&#10;Weiter zu fördern, er selbst führet den Sand nicht herbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Panther</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-panther/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-panther/</guid><description>&lt;p&gt;Im Jardin des Plantes, Paris&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe&#10;so müde geworden, dass er nichts mehr hält.&#10;Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe&#10;und hinter tausend Stäben keine Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,&#10;der sich im allerkleinsten Kreise dreht,&#10;ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,&#10;in der betäubt ein grosser Wille steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille&#10;sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,&#10;geht durch der Glieder angespannte Stille -&#10;und hört im Herzen auf zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Pilgrim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pilgrim/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-pilgrim/</guid><description>&lt;p&gt;Noch in meines Lebens Lenze&#10;War ich, und ich wandert′ aus,&#10;Und der Jugend frohe Tänze&#10;Ließ ich in des Vaters Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All mein Erbteil, meine Habe&#10;Warf ich fröhlich glaubend hin,&#10;Und am leichten Pilgerstabe&#10;Zog ich fort mit Kindersinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn mich trieb ein mächtig Hoffen&#10;Und ein dunkles Glaubenswort,&#10;Wandle, rief′s, der Weg ist offen,&#10;Immer nach dem Aufgang fort,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis zu einer goldnen Pforten&#10;Du gelangst, da gehst du ein,&#10;Denn das Irdische wird dorten&#10;Himmlisch, unvergänglich sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Platz - Furnes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-platz-furnes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-platz-furnes/</guid><description>&lt;p&gt;Willkürlich von Gewesnem ausgeweitet:&#10;von Wut und Aufruhr, von dem Kunterbunt&#10;das die Verurteilten zu Tod begleitet,&#10;von Buden, von der Jahrmarktsrufer Mund,&#10;und von dem Herzog, der vorüber reitet,&#10;und von dem Hochmut von Burgund,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(auf allen Seiten Hintergrund):&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ladet der Platz zum Einzug seiner Weite&#10;die fernen Fenster unaufhörlich ein,&#10;während sich das Gefolge und Geleite&#10;der Leere langsam an den Handelsreihn&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;verteilt und ordnet. In die Giebel steigend,&#10;wollen die kleinen Häuser alles sehen,&#10;die Türme vor einander scheu verschweigend,&#10;die immer maßlos hinter ihnen stehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der politische Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-politische-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-politische-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Aus den Zisternen unterirdischer Gruben&#10;Aufstößt sein Mund in Städte weißen Dampf,&#10;Im rasend ausgespritzten Blut der Tuben&#10;Langheulend Arbeit, Pause, Nacht und Kampf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Zwergen, die auf Buckeln riesig tragen&#10;Der Lasten harte, eingefleischte Schwären,&#10;Mit Sklaven, denen unter Peitschenschlagen&#10;Die Beule reißt am Ruder der Galeeren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Arm bricht durch gewaltige Kanonaden&#10;Von Völkerschwarm zum Mord gehetzter Heere,&#10;Durch Kot und Stroh und faulend gelbe Maden&#10;Im Kerker aller Revolutionäre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Postillion</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-postillion/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-postillion/</guid><description>&lt;p&gt;Lieblich war die Maiennacht,&#10;Silberwölklein flogen,&#10;Ob der holden Frühlingspracht&#10;Freudig hingezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlummernd lagen Wies′ und Hain,&#10;Jeder Pfad verlassen;&#10;Niemand als der Mondenschein&#10;Wachte auf der Straßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise nur das Lüftchen sprach,&#10;Und es zog gelinder&#10;Durch das stille Schlafgemach&#10;All der Frühlingskinder,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heimlich nur das Bächlein schlich,&#10;Denn der Blüten Träume&#10;Dufteten gar wonniglich&#10;Durch die stillen Räume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rauher war mein Postillion,&#10;Ließ die Geißel knallen,&#10;Über Berg und Tal davon&#10;Frisch sein Horn erschallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Primäraffekt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-primaeraffekt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-primaeraffekt/</guid><description>&lt;p&gt;Jemand, den Kopf in Mädchenknien, sagt:&#10;Daß deine Schenkel früher zu mir kamen.&#10;Wie Krähen fraßen Huren mich Einsamen.&#10;Immer war Winter. Ich bin angenagt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein roter Mund, ein Nest voll weißer Küsse,&#10;Ist unerreichbar nah. Du bist so keusch.&#10;In meinem Herzen da ist ein Geräusch,&#10;Als ob es röchle und ersticken müsse.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Psycholog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-psycholog/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-psycholog/</guid><description>&lt;p&gt;Zuversicht, wie ein Berg so groß, dem Tadel verschanzt sein,&#10;Vielverliebt in sich selbst: daran erkenn ich den Geck.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rabe und der Haushahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rabe-und-der-haushahn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rabe-und-der-haushahn/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Rabe schleppte tausend Dinge,&#10;Geld, Glaskorallen, Perlen, Ringe,&#10;In seinen Winkel, wo er schlief.&#10;Der Haushahn sah dies an, und rief_&#10;&amp;ldquo;Was tust du, Freund, mit diesen Sachen,&#10;Die dich doch niemals glücklich machen?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich weiß es selbst nicht&amp;rdquo;, sprach der Rabe.&#10;&amp;ldquo;Ich hab es nur, damit ich´s habe.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der rasende Psalm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rasende-psalm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rasende-psalm/</guid><description>&lt;p&gt;Gott! Zeus! – Christ! Pan!&#10;Gott! Baal! – Zeus! Pan!&#10;Inder-Somar! Wolken-Donar!&#10;Großer Lama! Schöpfer-Brahma!&#10;Aller Götterhirne Schädelhaus!&#10;Alles Götteratems Luftgebraus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;All-Hirn! Kraft-Stirn!&#10;Zorn-Arm! Welt-Darm!&#10;Lebenslunge! Kosmoszunge!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles Sommerblühens Baum,&#10;Alles Narren-Denkens Schwinge,&#10;Aller Tatenfäuste Daum,&#10;Fleisch und Seele aller Dinge:&#10;Anfangsall-Gebärer:&#10;Ewig-Forternährer:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wirf herab die Böllerpauke!&#10;Wirf herab die Weltenpauke!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aller Städtemenschen Herdenstrom&#10;Will ich schlagen laut und barsch,&#10;In Fabrik- wie Kirch- und Wolkendom,&#10;Generalgewaltenmarsch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Laster, Leidenschaften,&#10;Alles Werdens Mutterschaften,&#10;Dirnenliebe, vielgeschmähte,&#10;Alle Telegraphendrähte,&#10;Alles Krankenhaus-Gestöhn,&#10;Aller Hammer Schlag-Gedröhn,&#10;Alle krummen Straßenstränge,&#10;Allen Wirtshaus-Lärm,&#10;Militärkapellen-Klänge,&#10;Alles Mensch-Gedärm&#10;Will ich auf die Pauke spannen,&#10;Daraus Groß-Gesänge bannen!&#10;Trotzig meine Pauke tragen:&#10;Und mit harten Knöcheln schlagen!&#10;Daß sie jedes Ding mit Ehrfurcht nennen,&#10;Deinen Körper überall erkennen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Regen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-regen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-regen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Regen hält noch immer an!&#10;So klagt der arme Bauersmann;&#10;Doch eher stimm′ ich nicht mit ein,&#10;Es regne denn in meinen Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Regen schlägt das Haus mit Ruten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-regen-schlaegt-das-haus-mit-ruten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-regen-schlaegt-das-haus-mit-ruten/</guid><description>&lt;p&gt;Draußen die Regenwolken, die schwimmend großen,&#10;Sind wie die Fische mit grauen Flossen,&#10;Die Wasser aus den Kiemen stoßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Regen schlägt das Haus mit Ruten,&#10;Laute Wasserfluten schwemmen vom Dach;&#10;Ein früher Abend kommt zu uns ins Gemach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir hören die langen Finger vom Regen,&#10;Die fahrig sich am Fenster bewegen,&#10;Als will der Regen sich zu uns auf die Kissen legen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Rheinwein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rheinwein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-rheinwein/</guid><description>&lt;p&gt;O du, der Traube Sohn, der im Golde blinkt,&#10;Den Freund, sonst Niemand, lad′ in die Kühlung ein.&#10;Wir drey sind unser werth, und jener&#10;Deutscheren Zeit, da du, edler Alter,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch ungekeltert, aber schon feuriger&#10;Dem Rheine zuhingst, der dich mit auferzog,&#10;Und deiner heissen Berge Füsse&#10;Sorgsam mit grünlicher Woge kühlte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt, da dein Rücken bald ein Jahrhundert trägt,&#10;Verdienest du es, dass man den hohen Geist&#10;In dir verstehen lern′, und Kato′s&#10;Ernstere Tugend von dir entglühe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der römische Brunnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-roemische-brunnen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-roemische-brunnen/</guid><description>&lt;p&gt;Aufsteigt der Strahl und fallend gießt&#10;Er voll der Marmorschale Rund,&#10;Die, sich verschleiernd, überfließt&#10;In einer zweiten Schale Grund;&#10;Die zweite gibt, sie wird zu reich,&#10;Der dritten wallend ihre Flut,&#10;Und jede nimmt und gibt zugleich&#10;Und strömt und ruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Säemann säet den Samen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saeemann-saeet-den-samen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saeemann-saeet-den-samen/</guid><description>&lt;p&gt;Der Säemann säet den Samen,&#10;Die Erd empfängt ihn,&#10;Und über ein kleines&#10;Keimet die Blume herauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du liebtest sie. Was auch dies Leben&#10;Sonst für Gewinn hat,&#10;War klein Dir geachtet,&#10;Und sie entschlummerte Dir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was weinest Du neben dem Grabe&#10;Und hebst die Hände&#10;Zur Wolke des Todes&#10;Und der Verwesung empor?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Gras auf dem Felde sind Menschen&#10;Dahin, wie Blätter!&#10;Nur wenige Tage&#10;Gehn wir verkleidet einher!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sämann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saemann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-saemann/</guid><description>&lt;p&gt;Siehe, voll Hoffnung vertraust du der Erde den goldenen Samen&#10;Und erwartest im Lenz fröhlich die keimende Saat&#10;Nur in die Furche der Zeit bedenkst du dich Taten zu streuen,&#10;Die, von der Weisheit gesät, still für die Ewigkeit blühn?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Scheinwerfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-scheinwerfer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-scheinwerfer/</guid><description>&lt;p&gt;Sei auf der Hut, bei Nacht &amp;hellip; wenn du im Dunkeln&#10;tappst, am Brückensteg, und arglos deinen Arm legst&#10;um die Liebste und sie mit heißem Kusse an dich&#10;ziehst &amp;hellip;&#10;sei auf der Hut: die dunkeln Nächte am dunkeln&#10;Strandsteg haben tausend Augen und gönnen euer&#10;Glück nicht ihr noch dir!&#10;Und wähnt ihr noch so sicher euch &amp;hellip; ganz in der&#10;Ferne, draußen auf den Wassern lauert was &amp;hellip; von&#10;Menschen her &amp;hellip; mit kaltem weißem Licht &amp;hellip; taghell&#10;aufleuchtend plötzlich&#10;und trifft es euch mit seinem jähen Schein, wenn&#10;ihr in kinderseliger Wonne aneinanderhängt,&#10;dann ists vorbei:&#10;mit tausend Fingern zeigt es aus dem Dunkel&#10;und kichert hämisch eure Liebe tot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schiffer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schiffer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schiffer/</guid><description>&lt;p&gt;Die Lüfte linde fächeln,&#10;Aus stillen Meeres Schaum&#10;Sirenen tauchend lächeln,&#10;Der Schiffer liegt im Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da faßt der Sturm die Wellen,&#10;Durchwühlt die Einsamkeit:&#10;Wacht auf, ihr Traumgesellen,&#10;Nun ists nicht Schlafenszeit! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In jenen stillen Tagen&#10;Wie war ich stolz und klug,&#10;In sichern Glücks Behagen&#10;Mir selber gut genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast das Glück zerschlagen;&#10;Nimm wieder, was du gabst,&#10;Ich schweig und will nicht klagen,&#10;Jetzt weiß ich, wie du labst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schlimmste Egoist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlimmste-egoist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlimmste-egoist/</guid><description>&lt;p&gt;Egoisten sind alle. Der schlimmste aber ist jener,&#10;Welcher nicht glaubt, es zu sein, weil es am Maß ihm gebricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schlimmste Feind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlimmste-feind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schlimmste-feind/</guid><description>&lt;p&gt;Dies Volk, das seine Bäume wieder&#10;Bis in den Himmel wachsen sieht&#10;Und auf der Erde platt und bieder&#10;Am Knechtschaftskarren weiter zieht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Volk, das auf die Weisheit dessen&#10;Vertraut, der Ross und Reiter hält,&#10;Und mit Ergebenheitsadressen&#10;Frisch, fromm und fröhlich rückt ins Feld;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Volk, das einst aus Cäsars Schüssel&#10;Und Becher sich so gern erfrischt&#10;Und sich, wie Mommsen, seinen Rüssel&#10;An Cäsars Tischtuch abgewischt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Volk, das gegen Blut und Eisen&#10;Jungfräulich schüchtern sich geziert,&#10;Um schließlich den Erfolg zu preisen,&#10;Womit man Straßburg bombardiert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schnupfen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schnupfen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schnupfen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,&#10;auf daß er sich ein Opfer fasse&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- und stürzt alsbald mit großem Grimm&#10;auf einen Menschen namens Schrimm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Paul Schrimm erwidert prompt: &amp;ldquo;Pitschü!&amp;rdquo;&#10;und hat ihn drauf bis Montag früh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schönste Anblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schoenste-anblick/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schoenste-anblick/</guid><description>&lt;p&gt;Schön ist&amp;rsquo;s, wenn zwei Sterne&#10;Nah sich stehn am Firmament,&#10;Schön, wenn zweier Rosen&#10;Röte ineinander brennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch in Wahrheit! immer&#10;Ist&amp;rsquo;s am schönsten anzusehn:&#10;Wie zwei, so sich lieben,&#10;Selig beieinander stehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schutzengel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schutzengel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schutzengel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Schatten fällt auf deine Wange,&#10;Es ist die Wimper nur, die lange.&#10;Ein Seufzer sucht die Himmelslust,&#10;Von der noch warm die Traumesbrust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast das Heimweh nach dem ewigen Leben&#10;Und fühlst dich mit uns noch im Himmel schweben,&#10;Und kommst bald wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der schwarze Ritter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarze-ritter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarze-ritter/</guid><description>&lt;p&gt;Pfingsten war, das Fest der Freude,&#10;Das da feiern Wald und Heide.&#10;Hub der König an zu sprechen:&#10;&amp;ldquo;Auch aus den Hallen&#10;Der alten Hofburg allen&#10;Soll ein reicher Frühling brechen!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trommeln und Trommeten schallen,&#10;Rote Fahnen festlich wallen.&#10;Sah der König vom Balkone;&#10;In Lanzenspielen&#10;Die Ritter alle fielen&#10;Vor des Königs starkem Sohne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber vor des Kampfes Gitter&#10;Ritt zuletzt ein schwarzer Ritter.&#10;&amp;ldquo;Herr! wie ist Eur Nam und Zeichen?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Würd ich es sagen,&#10;Ihr möchtet zittern und zagen,&#10;Bin ein Fürst von großen Reichen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Schwarzwald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarzwald/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-schwarzwald/</guid><description>&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;An K.F. Eichhorn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie fröhlich hier im reichen Thal&#10;Die lieben Bäume stehn.&#10;Gereift an Gottes mildem Strahl,&#10;Geschützt von jenen Höh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Kirschen und ihr Kästen sollt&#10;Noch manches Jahr gedeihn,&#10;Auch du Gutedel, fließend Gold,&#10;Auch du, Markgrafenwein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch höher, immer höher zieht,&#10;Zum Walde zieht mich′s hin,&#10;Dort nach dem dunkeln Gipfel sieht&#10;Mein liebetrunkner Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Dreisam, süßer Aufenthalt,&#10;O Freiburg, schöner Ort,&#10;Mich ziehet nach dem höchsten Wald&#10;Die höchste Sehnsucht fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Seufzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-seufzer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-seufzer/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis&#10;und träumte von Liebe und Freude.&#10;Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß&#10;glänzten die Stadtwallgebäude.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Seufzer dacht an ein Maidelein&#10;und blieb erglühend stehen.&#10;Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein -&#10;und er sank - und ward nimmer gesehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der siebzigste Geburtstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-siebzigste-geburtstag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-siebzigste-geburtstag/</guid><description>&lt;p&gt;Auf die Postille gebückt, zur Seite des wärmenden Ofens&#10;Saß der redliche Tamm in dem Lehnstuhl, welcher mit Schnitzwerk&#10;Und braunnarbigem Jucht voll schwellender Haare geziert war:&#10;Tamm, seit vierzig Jahren in Stolp, dem gesegneten Freidorf,&#10;Organist, Schulmeister zugleich und ehrsamer Küster,&#10;Der fast allen im Dorf, bis auf wenige Greise der Vorzeit,&#10;Einst Taufwasser gereicht und Sitte gelehrt und Erkenntnis,&#10;Dann zur Trauung gespielt und hinweg schon manchen gesungen.&#10;Oft nun faltend die Hand und oft mit lauterem Murmeln&#10;Las er die tröstenden Spruch und Ermahnungen. Aber allmählich&#10;Starrte sein Blick, und er sank in erquickenden Mittagsschlummer.&#10;Festlich prangte der Greis in gestreifter kalmankener Jacke;&#10;Und bei entglittener Brill und silberfarbenem Haupthaar&#10;Lag auf dem Buche die Mütze von violettenem Sammet,&#10;Mit Fuchspelze verbrämt und geschmückt mit goldener Troddel.&#10;Denn er feierte heute den siebzigsten frohen Geburtstag,&#10;Froh des erlebeten Heils. Sein einziger Sohn Zacharias,&#10;Welcher als Kind auf dem Schemel geprediget und, von dem Pfarrer&#10;Ausersehn für die Kirche, mit Not vollendet die Laufbahn,&#10;Durch die lateinische Schul und die teuere Akademie durch:&#10;Der war jetzt einhellig erwähleter Pfarrer in Merliz&#10;Und seit kurzem vermählt mit der wirtlichen Tochter des Vorfahrs.&#10;Fernher hatte der Sohn zur Verherrlichung seines Geburtstags&#10;Edlen Tobak mit der Fracht und stärkende Weine gesendet,&#10;Auch in dem Briefe gelobt, er selbst und die freundliche Gattin,&#10;Hemmeten nicht Hohlweg und verschneiete Gründe die Durchfahrt,&#10;Sicherlich kämen sie beide, das Fest mit dem Vater zu feiern&#10;Und zu empfahn den Segen von ihm und der würdigen Mutter.&#10;Eine versiegelte Flasche mit Rheinwein hatte der Vater&#10;Froh sich gespendet zum Mahl und mit Mütterchen auf die Gesundheit&#10;Ihres Sohns Zacharias geklingt und der freundlichen Gattin,&#10;Die sie so gern noch sähen und Töchterchen nennten und bald auch&#10;Mütterchen, ach! an der Wiege der Enkelin oder des Enkels!&#10;Viel noch sprachen sie fort von Tagen des Grams und der Tröstung,&#10;Und wie sich alles nunmehr auflös in behagliches Alter:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Skeptiker spricht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-skeptiker-spricht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-skeptiker-spricht/</guid><description>&lt;p&gt;Halb ist dein Leben um,&#10;der Zeiger rückt, die Seele schaudert dir!&#10;Lang schweift sie schon herum&#10;und sucht und fand nicht - und sie zaudert hier?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halb ist dein Leben um:&#10;Schmerz wars und Irrtum, Stund um Stund dahier!&#10;Was suchst du noch? Warum? - -&#10;Dies eben such ich - Grund um Grund dafür!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Skorpion, die Schildkröte und die Gans</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-skorpion-die-schildkroete-und-die-gans/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-skorpion-die-schildkroete-und-die-gans/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Traumfabel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am weidenreichen Spreegestade,&#10;Wo die gesicherte Najade&#10;Ihr lockigt Haupt noch stolzer trug,&#10;Seitdem in Sachsenland Held Heinrich Feinde schlug;&#10;Am Spreegestade kroch aus einem holen Baum&#10;Ein Skorpion, das glaubt man kaum.&#10;Giebts zu Berlin auch Skorpionen?&#10;Ich dachte, daß sie nur in heißen Ländern wohnen.&#10;Mein Leser, höre doch, ich sah ihn nur im Traum.&#10;Er kroch am Ufer hin und wieder,&#10;Und sah, von bittern Neid bewegt,&#10;Ins grüne Schilf scheelsüchtig nieder&#10;Auf ein Geschöpf, das sich mit breitem Schilde trägt,&#10;Und schmackhaft ist am Fleisch, und nach dem Tode glänzet&#10;In seinem Deckel schön polirt.&#10;Der Skorpion mit Gift zum Schadenthun geschwänzet&#10;Von der Natur, und nicht geziert&#10;Mit bunten Flecken, wie die Schlangen,&#10;Der Skorpion kroch an das Schilf&#10;Und sprach: dir Freundin sey geklaget mein Verlangen,&#10;Dort übern Strome will mein Bruder mich umfangen,&#10;Und schwimmen kann ich nicht; du aber kannst, ach hilf&#10;Mit deinen Rudern mir herüber!&#10;Die Kröte mit dem Schilde spricht:&#10;Gefälligkeit ist meine Pflicht,&#10;Und kein Geschäfte war mir lieber&#10;Als dies; mein Schild ist breit genug.&#10;Sie sprichts: er setzt sich auf und da sie nun getreulich&#10;Den giftigen Verräther trug,&#10;Schwamm eine Gans daher und schlug&#10;Mit beiden Flügeln auf, und schrie: das ist abscheulich!&#10;Jetzt flößt dir guten Schwimmerin&#10;Der, den du trägst, das Gift im Rücken.&#10;Verdammter! sprach hierauf die treue Trägerin,&#10;Mich panzert die Natur zu sehr vor deinen Tücken,&#10;Dein Gift floß schadlos in den Fluß;&#10;Sey du ihm nachgestürzt! Hier tauchte sie ihn nieder -&#10;Der Skorpion hat noch viel Schwestern und viel Brüder.&#10;O daß nicht jeder Mensch nach dem Verräther Kuß,&#10;Den er gegeben hat, also ersaufen muß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommer [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-2/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn dann vorbei des Frühlings Blüte schwindet,&#10;So ist der Sommer da, der um das Jahr sich windet.&#10;Und wie der Bach das Tal hinuntergleitet,&#10;So ist der Berge Pracht darum verbreitet.&#10;Dass sich das Feld mit Pracht am meisten zeiget,&#10;Ist, wie der Tag, der sich zum Abend neiget;&#10;Wie so das Jahr verweilt, so sind des Sommers Stunden&#10;Und Bilder der Natur dem Menschen oft verschwunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommer [3]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-3/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommer-3/</guid><description>&lt;p&gt;Noch ist die Zeit des Jahrs zu sehn, und die Gefilde&#10;Des Sommers stehn in ihrem Glanz, in ihrer Milde;&#10;Des Feldes Grün ist prächtig ausgebreitet,&#10;Allwo der Bach hinab mit Wellen gleitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So zieht der Tag hinaus durch Berg′ und Tale,&#10;Mit seiner Unaufhaltsamkeit und seinem Strahle,&#10;Und Wolken ziehn in Ruh′, in hohen Räumen,&#10;Es scheint das Jahr mit Herrlichkeit zu säumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sommertag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommertag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sommertag/</guid><description>&lt;p&gt;Wie Feld und Au&#10;So blinkend im Thau!&#10;Wie Perlen schwer&#10;Die Pflanzen umher!&#10;Wie durch den Hain&#10;Die Lüfte so rein!&#10;Wie laut, im hellen Sonnenstrahl,&#10;Die süßen Vöglein allzumahl!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! aber da,&#10;Wo Liebchen ich sah,&#10;Im Kämmerlein,&#10;So nieder und klein,&#10;So rings bedeckt,&#10;Der Sonne versteckt -&#10;Wo blieb die Erde weit und breit,&#10;Mit aller ihrer Herrlichkeit?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sonne Geburtstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sonne-geburtstag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sonne-geburtstag/</guid><description>&lt;p&gt;Die Schieferdächer zottig und breit,&#10;Noch wacht kein einzig Haus,&#10;Zartklare Gegend und Einsamkeit,&#10;Da jubelt ein Vöglein sich aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne zu grüßen, so steigt es hinan&#10;In reiner und reineres Blau,&#10;Bis man es nicht mehr sehen kann,&#10;Nun jubelt die Himmelsau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schieferdächer zottig und lang,&#10;Schroff ragt ein Berg einher,&#10;Die Mondsichel zart und morgenbang,&#10;Da Wolkenfleisch, blühend und schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lerche hat die Sonne gesehn&#10;Und sinkt nun wieder zu Tal,&#10;Das hören die Morgenwinde und wehn,&#10;Froh glühen die Wölklein zumal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der späte Gast</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spaete-gast/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spaete-gast/</guid><description>&lt;p&gt;Was klopft ans Tor? Über die rote Heide&#10;geht nur mein Sohn und ich, wir beide.&#10;Wir beide wohnen in der Wildnis allein,&#10;mein Sohn schläft dort im Kämmerlein.&#10;Keinen Kobold laß ich zur Tür herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Mutterlein! nimm mich ins kleine Haus,&#10;draußen weht es so kalt, draußen weht es so graus.&#10;Oft schon kreuzt′ ich die rote Heide,&#10;oft schon sahen wir uns beide,&#10;kein Kobold ich, tu nichts zu Liede.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Spiegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spiegel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-spiegel/</guid><description>&lt;p&gt;Ja Doris, du bist mir zu schön!&#10;Hier! willst du dich im Spiegel sehn?&#10;Da sieh! und sag mir ob ich wohl&#10;Dich sehn, und dich nicht lieben soll?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Doris, nein: du bist zu schön!&#10;In Spiegel darfst du selten sehn:&#10;Vielleicht möchtst du zu meiner Pein,&#10;Ein weiblicher Narcissus seyn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Stachelreim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stachelreim/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stachelreim/</guid><description>&lt;p&gt;Erast, der gern so neu als eigentümlich spricht,&#10;Nennt einen Stachelreim sein leidig Sinngedicht.&#10;Die Reime hör′ ich wohl; den Stachel fühl′ ich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sterbende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sterbende/</guid><description>&lt;p&gt;Die Grenzen fallen ab von mir, ich ward&#10;Ganz unermeßlich Hingegebener.&#10;Und so mir tief und brüderlich vertraut&#10;Atmen in mir die fernen Dinge&#10;Und decken mich mit aller Nähe zu.&#10;Oh starre Hülle Abgeschiedenheit,&#10;Die endlich wie ein schwerer Traum entglitt!&#10;Daß ich nun weiß: wenn dann der Abend fällt,&#10;Bricht er in mich so tief wie in die Wälder ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Sturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sturm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-sturm/</guid><description>&lt;p&gt;Im Windbrand steht die Welt. Die Städte knistern.&#10;Halloh, der Sturm, der große Sturm ist da.&#10;Ein kleines Mädchen fliegt von den Geschwistern.&#10;Ein junges Auto flieht nach Ithaka.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Weg hat seine Richtung ganz verloren.&#10;Die Sterne sind dem Himmel ausgekratzt.&#10;Ein Irrenhäusler wird zu früh geboren.&#10;In San Franzisko ist der Mond geplatzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der stürmische Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stuermische-morgen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-stuermische-morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie hat der Sturm zerrissen&#10;Des Himmels graues Kleid!&#10;Die Wolkenfetzen flattern&#10;Umher im matten Streit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und rote Feuerflammen&#10;Zieh′n zwischen ihnen hin;&#10;Das nenn′ ich einen Morgen&#10;So recht nach meinem Sinn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz sieht an dem Himmel&#10;Gemalt sein eig′nes Bild -&#10;Es ist nichts als der Winter,&#10;Der Winter, kalt und wild!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Theater-Bearbeiter der Penthesilea</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-theater-bearbeiter-der-penthesilea/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-theater-bearbeiter-der-penthesilea/</guid><description>&lt;p&gt;Nur die Meute, fürcht ich, die wird in W &amp;hellip; mit Glück nicht&#10;Heulen, Lieber; den Lärm setz ich, vergönn, in Musik.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Thurm des Nero</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-thurm-des-nero/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-thurm-des-nero/</guid><description>&lt;p&gt;Gerne, wenn der Abend aus Schattenthälern&#10;Aus dem Felde steigt, das des Capitoles&#10;Majestät und finster des Kaiserhügels&#10;Trümmer umragen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gerne dann im einsamen Hause sitz′ ich&#10;So das müde Haupt mit dem Arme stützend,&#10;Wie es oft die Trauernden thun, die Freunde&#10;Ernster Gedanken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hinüber blick′ ich, wo alter Sag′ ein&#10;Schaurig Denkmal, mitten in grauer Kirchen&#10;Frommen Kreis der Thurm des Tyrannen noch zum&#10;Himmel emporstarrt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon entschwand die goldene Sonn′, es dunkelt&#10;Abendblau in düsterem Duft um Berg und&#10;Thurm und Kirch′ und schwarzen Ruin, die Erde&#10;Dunkelt, die Nacht kommt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod der Geliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-der-geliebten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-der-geliebten/</guid><description>&lt;p&gt;Er wußte nur vom Tod was alle wissen:&#10;daß er uns nimmt und in das Stumme stößt.&#10;Als aber sie, nicht von ihm fortgerissen,&#10;nein, leis aus seinen Augen ausgelöst,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;hinüberglitt zu unbekannten Schatten,&#10;und als er fühlte, daß sie drüben nun&#10;wie einen Mond ihr Mädchenlächeln hatten&#10;und ihre Weise wohlzutun:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;da wurden ihm die Toten so bekannt,&#10;als wäre er durch sie mit einem jeden&#10;ganz nah verwandt; er ließ die andern reden&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod des Dichters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-des-dichters/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-des-dichters/</guid><description>&lt;p&gt;Er lag. Sein aufgestelltes Antlitz war&#10;bleich und verweigernd in den steilen Kissen,&#10;seitdem die Welt und dieses von ihr Wissen,&#10;von seinen Sinnen abgerissen,&#10;zurückfiel an das teilnahmslose Jahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die, so ihn leben sahen, wußten nicht,&#10;wie sehr er eines war mit allem diesen,&#10;denn dieses: diese Tiefen, diese Wiesen&#10;und diese Wasser waren sein Gesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O sein Gesicht war diese ganze Weite,&#10;die jtzt noch zu ihm will und um ihn wirbt;&#10;und seine Maske, die nun bang verstirbt,&#10;ist zart und offen wie die Innenseite&#10;von einer Frucht, die an der Luft verdirbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod eines Freundes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-eines-freundes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-eines-freundes/</guid><description>&lt;p&gt;Hat, neuer Himmelsbürger, sich&#10;Dein geistig Ohr nicht schon des Klagetons entwöhnet,&#10;Und kann ein banges Ach um dich,&#10;Das hier und da ein Freund bei stillen Tränen stöhnet,&#10;Dir unterm jauchzenden Empfangen&#10;Der bessern Freunde hörbar sein,&#10;So sei nicht für die Welt, mit unserm Schmerz zu prangen,&#10;Dies Lied: es sei für dich, für dich allein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann war es, da auch dich noch junge Rosen zierten?&#10;(Doch nein, die Rosen ziertest du!)&#10;Da Freud′ und Unschuld dich, im Tal der Hoffnung, führten&#10;Dem Alter und der Tugend zu?&#10;Gesichert folgten wir: als schnell aus schlauen Hecken,&#10;Der Unerbittliche sich wies,&#10;Und dich, den Besten, uns zu schrecken,&#10;Nicht dich zu strafen, von uns riß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Tod fürs Vaterland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-fuers-vaterland/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-tod-fuers-vaterland/</guid><description>&lt;p&gt;Du kömmst, o Schlacht! schon wogen die Jünglinge&#10;Hinab von ihren Hügeln, hinab ins Tal,&#10;Wo keck herauf die Würger dringen,&#10;Sicher der Kunst und des Arms, doch sichrer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kömmt über sie die Seele der Jünglinge,&#10;Denn die Gerechten schlagen, wie Zauberer,&#10;Und ihre Vaterlandsgesänge&#10;Lähmen die Kniee den Ehrelosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O nehmt mich, nehmt mich mit in die Reihen auf,&#10;Damit ich einst nicht sterbe gemeinen Tods!&#10;Umsonst zu sterben, lieb ich nicht, doch&#10;Lieb ich, zu fallen am Opferhügel&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Töneschichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-toeneschichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-toeneschichter/</guid><description>&lt;p&gt;Er saß im Urgebraus am Chaosmeer&#10;Zur Nacht, zur Nacht,&#10;Sein Auge war von allen Dingen schwer:&#10;Voll Zeugungsnacht –&#10;Da warf er seinen Becher in die Flut,&#10;Die Flut war schwarz und tief und tief,&#10;Er hob ihn wieder: voll von rotem Blut&#10;Und trank und warf ihn wieder tief –&#10;Er trank sich voll und übervoll&#10;Bis ihm die Seele überschwoll:&#10;Da strömte wild aus seiner Kehle&#10;Ein Flutgesang:&#10;Von Erd- und Leibespracht,&#10;Von Mensch- und Welten-Zeugungsnacht,&#10;Vom Hirn und von der großen Liebesseele –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Ein seltner Traum hielt magisch mich umfangen&#10;Und zauberte mir Wunderbilder vor.&#10;Des Haines Wipfel rauschten, und es drangen&#10;Die Sterne golden durch der Wolken Flor.&#10;Das Meer war still, und in den weiten Fluthen&#10;Verlohren sich der Abendröthe Gluthen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wandelte allein am öden Strande,&#10;Und tief im Busen regte sich mein Schmerz.&#10;Ich wünschte mich zurück in ferne Lande -&#10;Des Heimwehs Qualen füllten bang mein Herz.&#10;Den vollen Mond begrüssten meine Thränen,&#10;Denn mich ergriff ein allgewaltig Sehnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Traum der Magd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traum-der-magd/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-traum-der-magd/</guid><description>&lt;p&gt;Am Morgen spricht die Magd ganz wild:&#10;&amp;ldquo;Ich hab heut nacht ein Kind gestillt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ein Kind mit einem Käs als Kopf -&#10;und einem Horn am Hinterkopf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Horn, o denkt euch, war aus Salz&#10;und ging zu essen, und dann -&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Halt′s -&#10;halt′s Maul!&amp;rdquo; so spricht die Frau, &amp;ldquo;und geh&#10;an deinen Dienst, Zä-zi-li-e!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Triumphator</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-triumphator/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-triumphator/</guid><description>&lt;p&gt;Stolz im Triumph glorreicher Siege,&#10;Wie keiner sie erkämpft zuvor,&#10;Zieht auf der leuchtenden Quadrige&#10;Aemilius Paulus durch das Thor;&#10;Es wirbelt Duft aus goldnen Becken;&#10;Roms Tempel sind mit Purpurdecken,&#10;So schön sie Tyrus beut, behängt,&#10;Und rauschend tönt′s, wie Meeresbranden,&#10;Wo sich das Volk in Festgewanden,&#10;Des Feierzuges harrend, drängt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Helmen, Schilden, Wurfgeschossen,&#10;Auf Rüstungen von blankem Stahl,&#10;Auf Marmorbildern, Erzkolossen&#10;Spielt wie verirrt der Sonnenstrahl;&#10;Jünglinge nerv′gen Armes führen&#10;Von des Clitumnus weißen Stieren&#10;Die schönsten hundert, kranzgeschmückt;&#10;In Reihen dann, ein Spott der Sieger,&#10;Nahn Macedoniens blasse Krieger,&#10;Von eh′rner Ketten Wucht gedrückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Turm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-turm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-turm/</guid><description>&lt;p&gt;Erd-Inneres. Als wäre dort, wohin&#10;du blindlings steigst, erst Erdenoberfläche,&#10;zu der du steigst im schrägen Bett der Bäche,&#10;die langsam aus dem suchenden Gerinn&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;der Dunkelheit entsprungen sind, durch die&#10;sich dein Gesicht, wie auferstehend, drängt&#10;und die du plötzlich siehst, als fiele sie&#10;aus diesem Abgrund, der dich überhängt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und den du, wie es riesig über dir&#10;sich umstürzt in dem dämmernden Gestühle,&#10;erkennst, erschreckt und fürchtend, im Gefühle:&#10;o wenn er steigt, behangen wie ein Stier -:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Umkehrende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-umkehrende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-umkehrende/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du sollst mich doch nicht fangen,&#10;Duftschwüle Zaubernacht!&#10;Es stehn mit goldnem Prangen&#10;Die Stern auf stiller Wacht,&#10;Und machen überm Grunde,&#10;Wo du verirret bist,&#10;Getreu die alte Runde -&#10;Gelobt sei Jesus Christ!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie bald in allen Bäumen&#10;Geht nun die Morgenluft,&#10;Sie schütteln sich in Träumen,&#10;Und durch den roten Duft&#10;Eine fromme Lerche steiget,&#10;Wenn alles still noch ist,&#10;Den rechten Weg dir zeiget -&#10;Gelobt sei Jesus Christ!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der unbefugte Kritikus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unbefugte-kritikus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unbefugte-kritikus/</guid><description>&lt;p&gt;Ei, welch ein Einfall dir kömmt! Du richtest die Kunst mir, zu schreiben,&#10;Ehe du selber die Kunst, Bester, zu lesen gelernt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Unbeständige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unbestaendige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unbestaendige/</guid><description>&lt;p&gt;Mädchen sind ein Blumenvölklein&#10;Bunter Art emporgeblüht:&#10;Traun, das ist kein wackrer Gärtner&#10;Der nur Eine Blume zieht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mädchenlippen, das sind Becher,&#10;Nektarsüß und wunderlieb;&#10;Welch armsel’ger Zechgenosse,&#10;Der bei Einem Becher blieb!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mädchenaugen sind Gestirne,&#10;Klarer, stiller Mondenschein,&#10;Sonnen, blendend und verzehrend,&#10;Sterne, blinzelnd, hell und rein;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach gar vielen Lichtgestirnen&#10;Späht der Astronom hinauf;&#10;So nur geht ihm ganz der reiche,&#10;Ew’ge Himmel leuchtend auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Unbewegliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unbewegliche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-unbewegliche/</guid><description>&lt;p&gt;Wer in sich schaut, der schaut,&#10;wass Sonn´und Erde trägt,&#10;Es regt sich alles zwar,&#10;doch er bleibt unbewegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Undankbare</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-undankbare/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-undankbare/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Damon - - ja, er fliehet mich,&#10;Entreisset meinen Fesseln sich!&#10;Was gleichet meinem Schmerz!&#10;Er glaubt, daß ich ihm grausam bin,&#10;Und trägt sein Herz zu Daphnen hin:&#10;Ach! kennt er doch mein Herz!&#10;Macht ihm mein oft verirrter Blick&#10;Sein mündlich ihm versagtes Glück&#10;Nicht schmachtend offenbar?&#10;O möcht er mir nur untreu seyn,&#10;So rächt ich mich durch Stolz: allein,&#10;Er ist auch undankbar!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vater/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vater/</guid><description>&lt;p&gt;Wirke, so viel du willst, du stehst doch ewig allein da,&#10;Bis an das All die Natur dich, die gewaltige, knüpft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verborgene Kaiser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verborgene-kaiser/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verborgene-kaiser/</guid><description>&lt;p&gt;Ihre Könige kennen die Völker der Erde: sie rollen&#10;Stolz in Karossen daher, Trommeln und Fahnen voran;&#10;Aber sie haben zugleich auch einen verborgenen Kaiser,&#10;Welcher am Brunnen vielleicht selber das Wasser sich schöpft,&#10;Und, sei dieser ein Künstler, ein Denker oder ein Weiser,&#10;Eh′ das Jahrhundert vergeht, trägt er die Krone allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verliebte Reisende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verliebte-reisende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verliebte-reisende/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fahr ich still im Wagen,&#10;Du bist so weit von mir,&#10;Wohin er mich mag tragen,&#10;Ich bleibe doch bei dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fliegen Wälder, Klüfte&#10;Und schöne Täler tief,&#10;Und Lerchen hoch in den Lüften,&#10;Als ob dein Stimme rief′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne lustig scheinet&#10;Weit über das Revier,&#10;Ich bin so froh verweinet&#10;Und singe still in mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Berge gehts hinunter,&#10;Das Posthorn schallt im Grund,&#10;Mein Seel wird mir so munter,&#10;Grüß dich aus Herzensgrund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der verlorene Sohn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlorene-sohn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlorene-sohn/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Mütterlein, zu dieser Stund′,&#10;Zu dieser Stund′ in tiefer Nacht&#10;Bist du aus leisem, kurzem Schlaf&#10;Wohl jählings, jählings aufgewacht!&#10;Du fährst empor und starrst und horchst;&#10;Und eine bange Ahnung schwirrt&#10;Dir durch die angstumschnürte Brust:&#10;Daß ruhelos dein Kind noch irrt &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch irrt auf fernem, fremden Pfad,&#10;Noch irrt in später, schwarzer Nacht&#10;Du aber weißt nicht seine Spur,&#10;Weißt nicht, was es so ruhlos macht &amp;hellip;&#10;Weißt nur, daß es aus dieser Not&#10;Die Mutterliebe einzig risse,&#10;Und möchtest wohl es suchen gehn&#10;Durch schwarze, schwarze Finsternisse &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Verlust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlust/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-verlust/</guid><description>&lt;p&gt;Alles ging für mich verloren,&#10;Als ich Sylvien verlor.&#10;Du nur gingst nicht mit verloren,&#10;Liebe, da ich sie verlor!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vetter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vetter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vetter/</guid><description>&lt;p&gt;O der verwünschte böse Vetter!&#10;Kaum geben mir die guten Götter&#10;Den Anblick meiner Sylvia,&#10;So ist auch gleich der Vetter da.&#10;Zum Unglück mußte der auf Erden&#10;Just meiner Schönen Nachbar werden.&#10;Von wegen seiner Nachbarschaft&#10;Kann man ihn nicht vom Halse treiben,&#10;Von wegen seiner Vetterschaft&#10;Sieht man ihn jeden Abend bleiben.&#10;Nichts bleibt mir übrig als die Nacht -&#10;Doch die ist nicht für mich unglücklichen gemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vögel Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-voegel-abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-voegel-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Ade, ihr Felsenhallen,&#10;Du schönes Waldrevier,&#10;Die falben Blätter fallen,&#10;Wir ziehen weit von hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träumt fort im stillen Grunde!&#10;Die Berg stehn auf der Wacht,&#10;Die Sterne machen Runde&#10;Die lange Winternacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ob sie all verglommen,&#10;Die Täler und die Höhn -&#10;Lenz muß doch wiederkommen&#10;Und alles auferstehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Vorzug der Deutschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vorzug-der-deutschen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-vorzug-der-deutschen/</guid><description>&lt;p&gt;Trotzt auf den Vorzug nur, entfernt Nationen!&#10;Nein, Deutschlands Klugheit lob ich mir:&#10;Und die in Süd und West, in Nord und Osten wohnen,&#10;Sind halb so weise nicht, als wir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der leere Franzmann pfeift, und schneidet Capriolen;&#10;Der römische Castrate singt;&#10;Der Britte läßt am Strang sich Miltons Teufel holen,&#10;Der Deutsche, was thut der? er trinkt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wanderbursch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderbursch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderbursch/</guid><description>&lt;p&gt;Ein duftig Sträußlein auf dem Hut&#10;Und frischer Mut und junges Blut,&#10;So läßt sich′s fröhlich wandern;&#10;Das Sträußlein kam von ihrer Hand&#10;Und um den Hut das grüne Band&#10;Kam auch von keiner andern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und übers Jahr, o Lieb′, o Glück!&#10;Kehr′ ich mit Strauß und Band zurück,&#10;Daß sich ihr Herz dran freue.&#10;Und ist verwelkt der frische Strauß&#10;Und wusch das Band der Regen aus,&#10;Hielt Farbe doch die Treue.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wanderer im Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-im-schnee/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-im-schnee/</guid><description>&lt;p&gt;Steh auf, steh auf!&#10;Ich bin die ganze Nacht im Schnee gegangen –&#10;Die müden Häuser lauschen mit im Bangen,&#10;Nur die blinden Straßenlichter wachen –&#10;Steh auf, und laß uns Hochzeit machen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie lange hab ich meinen Durst ertragen,&#10;Ließ Tage, Städte weiterjagen.&#10;Doch Sehnsucht hat mich hergetrieben –&#10;Ich kann doch dich nur lieben.&#10;Wie kann mich Schlaf zufrieden laben –&#10;Ich bin von weit durch Nacht und Schnee gekommen,&#10;Durch dieselben Gassen hergeklommen,&#10;Und will dich wieder, wieder haben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wanderer und der Bach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-und-der-bach/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-und-der-bach/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin, o Bächlein, schnelle?&#10;&amp;ldquo;Hinab ins Tal.&amp;rdquo;&#10;Verhalte deine Welle!&#10;&amp;ldquo;Ein andermal.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was treibt dich so von hinnen?&#10;&amp;ldquo;Ei, hielt ich je?&amp;rdquo;&#10;Willst du nicht ruh′n und sinnen?&#10;&amp;ldquo;Ja, dort im See.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist du schon gram der Erden?&#10;&amp;ldquo;Ich eile zu.&amp;rdquo;&#10;Du wirst schon still werden!&#10;&amp;ldquo;Nicht minder du.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wanderer zu Athen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-zu-athen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wanderer-zu-athen/</guid><description>&lt;p&gt;Knabe, was streckt dort&#10;Ueber′s Gesträuch&#10;Das graue Haupt empor?&#10;Beweglos, kühn aufstrebend,&#10;Starrt es in′s Auge&#10;Mit riesigen Formen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Steige den Bergpfad,&#10;Den krummgewund′nen,&#10;Nur hinan!&#10;Du wirst es sehn,&#10;Staunen, Wanderer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin ich blicke,&#10;Alt vermorscht Gestein,&#10;Ueber einander geworfen,&#10;Gestürzte Säulen,&#10;Regellos zu Schutt und Trümmer&#10;Schaurig aufgehäuft,&#10;Schwarze, gebrochne Reste,&#10;Wildwechselnd gethürmt,&#10;Aufragend in düster′m Grau.&#10;Aus jungem, keimendem Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das all′ hat&#10;Gestürzt die Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der wandernde Stab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wandernde-stab/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wandernde-stab/</guid><description>&lt;p&gt;Ahasvers war ich einst,&#10;Tannhäusers auch.&#10;Ich grünte und ich schlug&#10;Wurzeln einmal und wuchs und wurde Strauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ist die Welt besät&#10;Mit meiner Brut:&#10;Ein jeder Schößling trieb&#10;Und trieb die alte ungestillte Wut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trieb, die sich treibt, die Kraft.&#10;Wen sie befiel,&#10;Wer mich ergriff, den trifft&#10;Ziel nur als Weg zu einem neuen Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer an mir ging, den kann&#10;Kein Haus verwahrn,&#10;Zu viele Straßen rings,&#10;Die ungekannt ins Unbegangne fahrn,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wärterin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-waerterin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-waerterin/</guid><description>&lt;p&gt;Den du weder hast geboren,&#10;Noch gesäugt an Mutterbrust,&#10;Ihn mit freier Lieb erkoren,&#10;Eltern gleich an Schmerz und Lust;&#10;Hättest ihn wie wir verloren,&#10;Und ersparst uns den Verlust.&#10;Ja, er wird zurückbeschworen&#10;Von des Todes dunklen Thoren,&#10;Wenn zum Guten, das du thust,&#10;Thut der gute Gott das Beste!&#10;Dann zu seinem Wiegenfeste,&#10;Das sein Heimgang wollte werden,&#10;Soll, solang&amp;rsquo; er geht auf Erden,&#10;Er zuerst der Mutter danken,&#10;Die ihn einführt&amp;rsquo; in die Schranken,&#10;Und dann dir, die mit Beschwerden&#10;Uns zurück gebar den Kranken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wartturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wartturm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wartturm/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch stauen sich die Wälder&#10;Am alten Mauerrest;&#10;Dem grauen Todesmelder&#10;Bereiten sie ein Fest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit grünem Jubilieren&#10;Umdrängen sie den Greis:&#10;&amp;ldquo;Was träumst du vom Verlieren,&#10;Davon ein Tor nur weiß?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh! Lebenslust und Lieben&#10;Hat ewig Sang und Tanz,&#10;Und du bist stark geblieben -&#10;So lache nun im Kranz!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Alte möchte brummen,&#10;Er denkt, was nie sich neut -&#10;Und doch: die lieben dummen,&#10;Wie freuen sie ihn heut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wassergreis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wassergreis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wassergreis/</guid><description>&lt;p&gt;Wasser rauscht so seltsam dort,&#10;Kreist sich in Wellen fort,&#10;Glaubt wohl! es fühle nicht,&#10;Wie sich die Woge bricht,&#10;Kalt sei&amp;rsquo;s im Herzen, kalt in dem Sinn,&#10;Rausche nur, rausche nur hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch in den Wellen, im Abgrund heiß,&#10;Sitzt gar ein alternder Greis,&#10;Tanzt auf, tanzt ab, wenn der Mond sich zeigt,&#10;Wenn Sternlein aus Wolken steigt,&#10;Springt gar seltsam und ringt gar sehr,&#10;Will trinken das Bächlein leer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wegelagerer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wegelagerer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wegelagerer/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Land, wo die Philister thronen,&#10;Die Krämer fahren und das Grün verstauben,&#10;Die Liebe selber altklug feilscht mit Hauben -&#10;Herr Gott, wie lang willst du die Brut verschonen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ein Wald, der rauscht mit grünen Kronen,&#10;Wo frei die Adler horsten, und die Tauben&#10;Unschuldig girren in den grünen Lauben,&#10;Die noch kein Fuß betrat - dort will ich wohnen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort will ich nächtlich auf die Krämer lauern&#10;Und kühn zerhaun der armen Schönheit Bande,&#10;Die sie als niedre Magd zu Markte führen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Weise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weise/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-weise/</guid><description>&lt;p&gt;Von allen Freuden abgeschieden,&#10;Mit Wasser und mit Brod zufrieden,&#10;Lebt dort Arist vergnügt allein.&#10;Und man verleibet ihn den Reihn&#10;Der Weisen unsrer Zeiten ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von ihm bin ich nicht unterschieden.&#10;Ich lebe so wie er zufrieden, - -&#10;Doch nur bey Freuden, Mädchen, Wein:&#10;Warum verleibt man mich den Reihn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Welt Herr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-welt-herr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-welt-herr/</guid><description>&lt;p&gt;Morgenstund hat Gold im Munde,&#10;Denn da kommt die Börsenzeit&#10;Und mit ihr die süße Kunde,&#10;Die des Kaufmanns Herz erfreut:&#10;Was er abends spekulieret,&#10;Hat den Kurs heut regulieret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eilend ziehen die Kuriere&#10;Mit dem kleinen Kursbericht,&#10;Dass er diese Welt regiere,&#10;Von der andern weiß ich&amp;rsquo;s nicht:&#10;Zitternd sehn ihn Potentaten,&#10;Und es bricht das Herz der Staaten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wettstreit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wettstreit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wettstreit/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Mädchen und mein Wein,&#10;Die wollen sich entzwein.&#10;Ob ich den Zwist entscheide,&#10;Wird noch die Frage sein.&#10;Ich suche mich durch Beide&#10;Im Stillen zu erfreun.&#10;Sie gibt mir größre Freude:&#10;Doch öftre gibt der Wein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winkel von Hardt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winkel-von-hardt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winkel-von-hardt/</guid><description>&lt;p&gt;Hinunter sinket der Wald,&#10;Und Knospen ähnlich, hängen&#10;Einwärts die Blätter, denen&#10;Blüht unten auf ein Grund,&#10;Nicht gar unmündig.&#10;Da nämlich ist Ulrich&#10;Gegangen; oft sinnt, über den Fußtritt,&#10;Ein groß Schicksal&#10;Bereit, an übrigem Orte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winter [3]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-3/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-3/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ungesehn und nun vorüber sind die Bilder&#10;Der Jahreszeit, so kommt des Winters Dauer,&#10;Das Feld ist leer, die Ansicht scheinet milder,&#10;Und Stürme wehn umher und Regenschauer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wie ein Ruhetag, so ist des Jahres Ende,&#10;Wie einer Frage Ton, daß dieser sich vollende,&#10;Alsdann erscheint des Frühlings neues Werden,&#10;So glänzet die Natur mit ihrer Pracht auf Erden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Untertänigkeit&#10;Scardanelli.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;d. 24 April 1849.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Winter [5]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-5/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-winter-5/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn sich der Tag des Jahrs hinabgeneiget&#10;Und rings das Feld mit den Gebirgen schweiget,&#10;So glänzt das Blau des Himmels an den Tagen,&#10;Die wie Gestirn in heitrer Höhe ragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wechsel und die Pracht ist minder umgebreitet,&#10;Dort, wo ein Strom hinab mit Eile gleitet,&#10;Der Ruhe Geist ist aber in den Stunden&#10;Der prächtigen Natur mit Tiefigkeit verbunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Wohllaut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wohllaut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wohllaut/</guid><description>&lt;p&gt;Wo strömet ihr, in dunkle Nacht begraben,&#10;Des heil′gen Wohllauts unversiegte Quellen?&#10;Im dichten Hain forsch′ ich nach euren Fällen;&#10;Ihr rauschet klangreich durch mein altes Schwaben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie glücklich ist, wem eure süßen Gaben&#10;Aus reicher Ader selbst entgegenschwellen,&#10;Wem seine Lippen in den blauen Wellen&#10;Der lautern Flut sich keusch gebadet haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihm tönt sein Sang zurück aus tausend Kehlen.&#10;Und, wie in eines klaren Wassers Grunde,&#10;Bespiegeln sich in seinem Lied die Seelen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Würfel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wuerfel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-wuerfel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Würfel sprach zu sich: &amp;ldquo;Ich bin&#10;mir selbst nicht völlig zum Gewinn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn meines Wesens sechste Seite,&#10;und sei es auch Ein Auge bloß,&#10;sieht immerdar, statt in die Weite,&#10;der Erde ewig dunklen Schoß.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als dies die Erde, drauf er ruhte,&#10;vernommen, ward ihr schlimm zumute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Du Esel,&amp;rdquo; sprach sie, &amp;ldquo;ich bin dunkel,&#10;weil dein Gesäß mich just bedeckt!&#10;Ich bin so licht wie ein Karfunkel,&#10;sobald du dich hinweggefleckt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zauberbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zauberbaum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zauberbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Mir träumt&amp;rsquo; ich sey entronnen,&#10;Ein Todter, dem Erdenschmerz;&#10;Ein Krater, der ausgeglommen,&#10;Und Asche sey mein Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was ich im Leben empfunden,&#10;Es wäre zerflossen wie Rauch,&#10;Meine Wonne wäre verschwunden,&#10;Und all&amp;rsquo; meine Schmerzen auch:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So lag ich in langem Traume,&#10;Schlief einen tiefen Schlaf,&#10;Unter dem Zauberbaume&#10;Als ihn ein Blitzstrahl traf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kehrten die Sinne, es sprangen&#10;Die Adern mir wieder frei,&#10;Ich fühlt&amp;rsquo; es an meinem Bangen,&#10;Das Leben erwache neu!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zauberlehrling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zauberlehrling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zauberlehrling/</guid><description>&lt;p&gt;Hat der alte Hexenmeister&#10;Sich doch einmal wegbegeben!&#10;Und nun sollen seine Geister&#10;Auch nach meinem Willen leben.&#10;Seine Wort&amp;rsquo; und Werke&#10;Merkt&amp;rsquo; ich und den Brauch,&#10;Und mit Geistesstärke&#10;Tu ich Wunder auch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nun komm, du alter Besen,&#10;Nimm die schlechten Lumpenhüllen!&#10;Bist schon lange Knecht gewesen;&#10;Nun erfülle meinen Willen!&#10;Auf zwei Beinen stehe,&#10;Oben sei ein Kopf!&#10;Eile nun und gehe&#10;Mit dem Wassertopf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seht, er läuft zum Ufer nieder,&#10;Wahrlich! ist schon an dem Flusse,&#10;Und mit Blitzesschnelle wieder&#10;Ist er hier mit raschem Gusse.&#10;Schon zum zweiten Male!&#10;Wie das Becken schwillt!&#10;Wie sich jede Schale&#10;Voll mit Wasser füllt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zeitpunkt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zeitpunkt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zeitpunkt/</guid><description>&lt;p&gt;Eine große Epoche hat das Jahrhundert geboren;&#10;Aber der große Moment findet ein kleines Geschlecht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Zweifel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zweifel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/der-zweifel/</guid><description>&lt;p&gt;Der Glaube ist zum Ruhen gut,&#10;Doch bringt er nicht von der Stelle;&#10;Der Zweifel in ehrlicher Männerfaust,&#10;Der sprengt die Pforten der Hölle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Dichters Vorliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-dichters-vorliebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-dichters-vorliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich begreife,&#10;Dass du vorziehst deine Pfeife&#10;Rosendüften zart und sanft.&#10;Jeder liebt, wie er empfindet;&#10;Deine Glut, sie wärmt und zündet -&#10;Aber auch, mein Freund, sie dampft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Finken Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-finken-abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-finken-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Es saß ein Fink auf grünem Zweig,&#10;Der war so frisch und blätterreich,&#10;Und sang wohl dies und jenes;&#10;Durch Lenz und Sommer und Herbst er sang,&#10;Hätt da gesungen sein Lebelang,&#10;Wär nicht der Winter kommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Winter kam mit Saus und Braus:&#10;»Ihr Müßiggänger, zum Reich heraus,&#10;Ihr Flattrer und Sänger und Horcher!&#10;Herab vom Baum, du grünes Blatt!&#10;Zum Bauen und zum Brennen hat&#10;Der Herr das Holz erschaffen.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Mädchens Wünsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-maedchens-wuensche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-maedchens-wuensche/</guid><description>&lt;p&gt;Heut bin ich in der Laune&#10;Dir alles zu gewähren:&#10;Sag′ alle deine Wünsche,&#10;Ich will sie all′ erfüllen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich werde dein Erbieten,&#10;O Schicksal, nicht mißbrauchen:&#10;Zum Glücklichsein bedarf ich&#10;Nur Brot und Ruhm, nichts weiter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Des Menschen Hand ist eine Kinderhand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/des-menschen-hand-ist-eine-kinderhand/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/des-menschen-hand-ist-eine-kinderhand/</guid><description>&lt;p&gt;Des Menschen Hand ist eine Kinderhand,&#10;sie greift nur zu, um achtlos zu zerstören;&#10;mit Trümmern überstreut sie das Land,&#10;und was sie hält, wird ihr doch nie gehören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutsche Sprache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsche-sprache/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsche-sprache/</guid><description>&lt;p&gt;Kann die deutsche Sprache schnauben,&#10;schnarren, poltern, donnern, krachen;&#10;kann sie doch auch spielen, scherzen,&#10;liebeln, kosen, tendeln, lachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutscher Genius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutscher-genius/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutscher-genius/</guid><description>&lt;p&gt;Ringe, Deutscher, nach römischer Kraft, nach griechischer Schönheit!&#10;Beides gelang dir; doch nie glückt der gallische Sprung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutsches Lustspiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsches-lustspiel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutsches-lustspiel/</guid><description>&lt;p&gt;Thoren hätten wir wohl, wir hätten Fratzen die Menge;&#10;Leider helfen sie nur selbst zur Komödie nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutschheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutschheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutschheit/</guid><description>&lt;p&gt;Sie tönen alle laut in mir zusammen&#10;Die reinen Hymnen vaterländ′scher Dichter;&#10;In meinem deutschen Herzen wird es lichter:&#10;Nicht schäm′ ich mich, von solchem Volk zu stammen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob auch erloschen seines Mutes Flammen,&#10;Doch immer aus geweihten Sängen spricht er;&#10;Es hält der Kraft Ermunterer und Richter,&#10;Der Dichtung Geist, die Seelen noch beisammen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So schallet über die gefällten Eichen&#10;Und über des gestürzten Haines Trümmer&#10;Der Vögel lieblicher Gesang noch immer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutschland und seine Fürsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutschland-und-seine-fuersten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutschland-und-seine-fuersten/</guid><description>&lt;p&gt;Nur ein Weniges Erde beding′ ich mir außer der Erde,&#10;Sprach der göttliche Mann, und ich bewege sie leicht.&#10;Einen Augenblick nur vergönnt mir, außer mir selber&#10;Mich zu begeben, und schnell will ich der Eurige sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutschlands Beruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutschlands-beruf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutschlands-beruf/</guid><description>&lt;p&gt;Soll&amp;rsquo;s denn ewig von Gewittern&#10;Am umwölkten Himmel braun?&#10;Soll denn stets der Boden zittern,&#10;Drauf wir unsre Hütten baun?&#10;Oder wollt ihr mit den Waffen&#10;Endlich Rast und Frieden schaffen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß die Welt nicht mehr, in Sorgen&#10;Um ihr leichterschüttert Glück,&#10;Täglich bebe vor dem Morgen,&#10;Gebt ihr ihren Kern zurück!&#10;Macht Europas Herz gesunden,&#10;Und das Heil ist euch gefunden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Hort geht aufzurichten,&#10;Einen Hort im deutschen Land!&#10;Sucht zum Lenken und zum Schlichten&#10;Eine schwerterprobte Hand,&#10;Die den güldnen Apfel halte&#10;Und des Reichs in Treuen walte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Deutschlands künftiger Retter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/deutschlands-kuenftiger-retter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/deutschlands-kuenftiger-retter/</guid><description>&lt;p&gt;1857&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Zauberwort kann mehr den Ausspruch mildern,&#10;Das sündengraue Alte ist gerichtet,&#10;Da Gott nun selbst die Weltgeschichte dichtet&#10;Und auf den Höhen zürnend Engel schildern:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Babel bricht mit ihren Götzenbildern,&#10;Ein junger Held, der mit dem Schwerte schlichtet,&#10;Daß Stein auf Stein, ein Trümmerhauf, geschichtet,&#10;Die Welt vergeht in schauerndem Verwildern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch eins, das alle hastig übersehen,&#10;Das Kreuz, bleibt auf den Trümmern einsam stehen;&#10;Da sinkt ins Knie der Held, ein arbeitsmüder,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Devise für Kunst und Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/devise-fuer-kunst-und-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/devise-fuer-kunst-und-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Hast du begriffen, warum die Wanzen und Flöhe entstehen,&#10;Fluchst du nicht mehr der Natur, daß sie sie schafft, wie dich selbst,&#10;Dann bekämpfe sie einzeln und warte nicht, bis sie dich stechen:&#10;Duldung gebührt dem Geschlecht, schärfste Verfolgung dem Glied.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dich ahnte meine Seele lange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dich-ahnte-meine-seele-lange/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dich-ahnte-meine-seele-lange/</guid><description>&lt;p&gt;Dich ahnte meine Seele lange,&#10;Bevor mein Auge dich gesehn,&#10;Und selig-süße Schauer bange&#10;Fühlt′ ich durch all mein Wesen gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sog von unbekannten Blüten&#10;Den Duft, der mir entgegenquoll,&#10;Und nie erblickte Sterne glühten&#10;Zu Häupten mir geheimnisvoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch immer sah ich deinen Schatten&#10;Nur trübe wie durch Nebelflor;&#10;Dein Antlitz schien daraus in matten,&#10;Gebrochnen Zügen nur hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als der Schleier nun gesunken,&#10;Der dich vor mir verhüllt - vergieb,&#10;Wenn lang ich sprachlos und wie trunken,&#10;Betäubt von all dem Glücke blieb!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichter und Kämpfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichter-und-kaempfer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichter-und-kaempfer/</guid><description>&lt;p&gt;Unrühmlich ist es, jung zu sterben.&#10;Mein Tod wär sträflicher Verrat.&#10;Ich bin der Freiheit ein Soldat&#10;und muß ihr neue Kämpfer werben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kann ich selbst die Schlacht nicht lenken,&#10;seh selbst nicht mehr das bunte Jahr,&#10;so soll doch meine Bundesschar&#10;im Siege meines Rufs gedenken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum will ich Mensch sein, um zu dichten,&#10;will wecken, die voll Sehnsucht sind,&#10;daß ich im Grab den Frieden find&#10;des Schlafes nach erfüllten Pflichten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichterbitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichterbitte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichterbitte/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn zum andernmal ein Baum&#10;Spät im Sommer lächelnd blüht:&#10;Werfet ihr den Stein auf ihn,&#10;Weil er nicht in Früchten glüht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dünkt euch nicht der duft′ge Glanz&#10;Lieblicher als Fleisch und Saft,&#10;Rührt euch die Vergeudung nicht&#10;Hoffnungsloser Lenzeskraft?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun dann scheltet nicht ein Herz,&#10;Dessen Herbst noch Blüten treibt,&#10;Keinen, der im Spätling noch,&#10;Fruchtvergessen, Lieder schreibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichterlos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichterlos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichterlos/</guid><description>&lt;p&gt;Für alle muß vor Freuden&#10;Mein treues Herze glühn,&#10;Für alle muß ich leiden,&#10;Für alle muß ich blühn,&#10;Und wenn die Blüten Früchte haben,&#10;Da haben sie mich längst begraben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dichtkunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtkunst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dichtkunst/</guid><description>&lt;p&gt;Fürchterlich ist diese Kunst! Ich spinn aus dem Leib mir den Faden,&#10;Und dieser Faden zugleich ist auch mein Weg durch die Luft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die - - - -</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind Herren von Rom, wir dringen sogar ins Geheimste,&#10;Und ihr Heiligthum schließt selber die Ehfrau uns auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind die Herrn, wir haben den Schlüssel zu Himmel und Erde,&#10;Keine Schatulle, der er, wenn sie nur voll ist, nicht paßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ahnen des Hauses</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ahnen-des-hauses/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ahnen-des-hauses/</guid><description>&lt;p&gt;Ziegelstein an Ziegelstein mit Kalk und Schweiß geklebt –&#10;Rote, weißgefugte Mauer über Mauern strebt –&#10;Winden knirschen – Hände heben, fassen –&#10;Axtschall – roher Dachstuhl Richtfestbier –&#10;Tür und Fensterglas ward eingelassen –&#10;So wuchsest du in dieser Straße hier:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kummergraue, fünfstockhohe Mietskaserne.&#10;Achtzigfensterbreite, mit dem Gärtchen schmal davor,&#10;Mit dem Eisentor, der trüben Flurlaterne –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Haus, das Jahr um Jahr vom Sonnenprall bemalt,&#10;Von Hagelschnee und Regensturz beträuft, bestrichen,&#10;Von Dämmerung umrauscht, von Winternächten überschlichen,&#10;Vom Mond, von Gaslaternenschein bestrahlt –&#10;Von Wagenfahrt erschüttert und von Straßenbraus,&#10;Von Kinderschrei, von Werkstattlärm durchzittert,&#10;Von Sterbezimmerschweigen schwül durchwittert –&#10;Du, des kleinen Lebens und des großen Todes Haus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Alte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte/</guid><description>&lt;p&gt;Zu meiner Zeit, zu meiner Zeit&#10;Bestand noch Recht und Billigkeit.&#10;Da wurden auch aus Kindern Leute,&#10;Aus tugendhaften Mädchen Bräute;&#10;Doch alles mit Bescheidenheit.&#10;O gute Zeit, o gute Zeit!&#10;Es ward kein Jüngling zum Verräter,&#10;Und unsre Jungfern freiten später,&#10;Sie reizten nicht der Mütter Neid.&#10;O gute, Zeit, o gute Zeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu meiner Zeit, zu meiner Zeit&#10;Befliß man sich der Heimlichkeit.&#10;Genoß der Jüngling ein Vergnügen,&#10;So war er dankbar und verschwiegen;&#10;Doch jetzt entdeckt er&amp;rsquo;s ungescheut.&#10;O schlimme Zeit, o schlimme Zeit!&#10;Die Regung mütterlicher Triebe,&#10;Der Vorwitz und der Geist der Liebe&#10;Fährt jetzt oft schon in&amp;rsquo;s Flügelkleid.&#10;O schlimme Zeit, o schlimme Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die alte Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-frau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-frau/</guid><description>&lt;p&gt;Täglich sitzt sie in Erinnerungen,&#10;Ihre Hände auf den Knien verschlungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eingesponnen in ihr Traumgewebe,&#10;Schaukelnd auf versunkner Zeiten Schwebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihre Quellen haben sich geschlossen,&#10;Sind ins Innere zurückgeflossen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem dunklen Seelenspiegel jagen&#10;Sich die Schatten von gelebten Tagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer weht es aus dem Unsichtbaren:&#10;Ist sie nicht die Gleiche wie vor Jahren?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem unterirdischen Verstecke&#10;Sprengt ihr frühes Selbst die leichte Decke,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drängt mit ungebrochnen Schmerzgewalten&#10;Sich im Bild der Seele zu gestalten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die alte Laube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-laube/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alte-laube/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe so viel vergessen.&#10;Ich weiß nicht mehr&#10;Woher ich komme.&#10;Ich saß in einer Laube&#10;Von großen grünen Smaragden;&#10;Sie schimmerten wie Glühwurmlicht.&#10;Mehr aber weiß ich nicht.&#10;Es war ganz hinten im Raume&#10;Und fast wie in dem Traume,&#10;Der uns der allerliebste ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die alten Naturdichter und die neuen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alten-naturdichter-und-die-neuen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alten-naturdichter-und-die-neuen/</guid><description>&lt;p&gt;(Brockes und Geßner, Stifter, Kompert usw.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wißt ihr, warum euch die Käfer, die Butterblumen so glücken?&#10;Weil ihr die Menschen nicht kennt, weil ihr die Sterne nicht seht!&#10;Schautet ihr tief in die Herzen, wie könntet ihr schwärmen für Käfer?&#10;Säht ihr das Sonnensystem, sagt doch, was wär′ euch ein Strauß?&#10;Aber das mußte so sein; damit ihr das Kleine vortrefflich&#10;Liefertet, hat die Natur klug euch das Große entrückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die alten und die jungen Frösche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alten-und-die-jungen-froesche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-alten-und-die-jungen-froesche/</guid><description>&lt;p&gt;Die jungen Frösche haben einmal bei warmer Sommerzeit nächst einer Lache über allen Maßen gequackt und geschrien, also zwar, daß ein alter Frosch selbst über diese abgeschmackte Musik verdrüssig geworden und die Jungen nicht wenig ausgefilzt hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Schamt euch, ihr grünhosenden Fratzen!&amp;rdquo; sagte er, &amp;ldquo;ihr wilden Lachendrescher, ihr hupfenden Spitzbuben, schamt euch, daß ihr so ein verdrießlich Geschrei vollführt! Wenn ihr aber doch wollt lustig sein und frohlocken, so singt aufs wenigst′ wie die Nachtigall, wlche auf diesem nächsten Ast sitzt. Ihr großmaulenden Narren, könt ihr denn nichts anderes als nur das Qua-Qua-Qua?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Amazone</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-amazone/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-amazone/</guid><description>&lt;p&gt;Du kleine stolze Amazone,&#10;Mit deinem großen Federhut!&#10;So sehr ich meines Lebens schone,&#10;So hab ich doch bey dir noch Muth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du sollst mich auf dem Kampfplatz finden,&#10;So bald dein Mund, »zum Waffen!« spricht:&#10;Doch laß die Augen dir verbinden,&#10;Mit deinen Augen fecht ich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Antike an den nordischen Wanderer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-antike-an-den-nordischen-wanderer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-antike-an-den-nordischen-wanderer/</guid><description>&lt;p&gt;Über Ströme hast du gesetzt und Meere durchschwommen,&#10;Über der Alpen Gebirg trug dich der schwindlichte Steg.&#10;Mich in der Nähe zu schaun und meine Schöne zu preisen,&#10;Die der begeisterte Ruf rühmt durch die staunende Welt;&#10;Und nun stehst du vor mir, du darfst mich Heil′ge berühren,&#10;Aber bist du mir jetzt näher, und bin ich es dir?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Antiken zu Paris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-antiken-zu-paris/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-antiken-zu-paris/</guid><description>&lt;p&gt;Was der Griechen Kunst erschaffen,&#10;Mag der Franke mit den Waffen&#10;Führen nach der Seine Strand,&#10;Und in prangenden Museen&#10;Zeig′ er seine Siegstrophäen&#10;Dem erstaunten Vaterland!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ewig werden sie ihm schweigen,&#10;Nie von den Gestellen steigen&#10;In des Lebens frischen Reihn.&#10;Der allein besitzt die Musen,&#10;Der sie trägt im warmen Busen;&#10;Dem Vandaleu sind sie Stein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Aufgeregten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-aufgeregten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-aufgeregten/</guid><description>&lt;p&gt;Welche tief bewegten Lebensläufchen,&#10;Welche Leidenschaft, welch wilder Schmerz!&#10;Eine Bachwelle und ein Sandhäufchen&#10;Brachen gegenseitig sich das Herz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Biene summte hohl und stiess&#10;Ihren Stachel in ein Rosendüftchen,&#10;Und ein holder Schmetterling zerriss&#10;Den azurnen Frack im Sturm der Mailüftchen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In ein Tröpflein Tau am Butterblümchen&#10;Stürzt′ sich eine kleine Käferfrau,&#10;Und die Blume schloss ihr Heiligtümchen&#10;Sterbend über dem verspritzten Tau!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Aussicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-aussicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-aussicht/</guid><description>&lt;p&gt;Schön ist′s, von des Thränenberges Höhen&#10;Gott auf seiner Erde wandeln sehen,&#10;Wo sein Odem die Geschöpfe küßt.&#10;Auen sehen, drauf Natur, die treue,&#10;Eingekleidet in des Himmels Bläue,&#10;Schreitet, und wo Milch und Honig fließt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schön ist′s in des Thränenberges Lüften&#10;Bäume sehn, in silberweißen Düften,&#10;Die der Käfer wonnesummend trinkt;&#10;Und die Straße sehn im weiten Lande,&#10;Menschenwimmelnd, wie vom Silbersande&#10;Sie, der Milchstraß′ gleich am Himmel, blinkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Barden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-barden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-barden/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Dichter! ihr Dichter! es hüllt&#10;Nacht die Telyn der Barden ein!&#10;Der am Quell Mimer oft Braga′s Saite schwieg,&#10;Wenn die Erfindung, im West schlummernd, gebar&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erhabneren Geist, und Gestalt&#10;Schön wie Knaben im Kriegestanz,&#10;Dass entzückt, wenn sie sah, wer geboren war,&#10;Ihr des beseelteren Blicks Trunkenheit schwamm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leicht springt er, ein Genius, auf,&#10;Spielt am Sprosse des Eichenhains!&#10;Den Allhend geht sein Gang! seiner Tritte Ton&#10;Rieselt daher, wie der Bach, rauscht wie der Strom&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beiden Maler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-maler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-maler/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Zeuxis prahlt′ einst Agatharch, ein kleiner,&#10;Fixfingriger, behender Pinselmann:&#10;&amp;ldquo;So schnell, wie ich, malt wohl so leicht nicht Einer!&amp;rdquo; -&#10;&amp;ldquo;Und ich&amp;rdquo;, hub Zeuxis ruhig an,&#10;&amp;ldquo;Ich rühme mich, daß ich so langsam malen kann!&amp;rdquo; -&#10;Und Fingerfix nennt jetzt fast keiner;&#10;Den Zeuxis noch fast Jedermann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die beiden Zecher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-zecher/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beiden-zecher/</guid><description>&lt;p&gt;Beim Weine sah ich einst zwei Zecher sitzen;&#10;Der eine rief: kein Tropfen wird vergossen,&#10;Bevor sich das Geheimnis mir erschlossen,&#10;Woher es kommt, dies Perlen und dies Blitzen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der andre sprach: er wird mein Blut erhitzen,&#10;Und daraus ist mir nie noch Heil entsprossen,&#10;Wie wär′ mir′s, wenn ich nach dem Rausch verdrossen&#10;Mich fände auf den schroffsten Felsenspitzen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So saßen sie und grübelten aufs beste,&#10;Indes umsonst die Goldpokale lachten,&#10;Zu ihres gütigen Bewirters Qualen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Beredsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beredsamkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-beredsamkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Freunde, Wasser machet stumm:&#10;Lernet dieses an den Fischen.&#10;Doch beim Weine kehrt sichs um:&#10;Dieses lernt an unsern Tischen.&#10;Was für Redner sind wir nicht,&#10;Wenn der Rheinwein aus uns spricht!&#10;Wir ermahnen, streiten, lehren;&#10;Keiner will den andern hören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Biene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-biene/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-biene/</guid><description>&lt;p&gt;Als Amor in den goldnen Zeiten&#10;Verliebt in Schäferlustbarkeiten&#10;Auf bunten Blumenfeldern lief,&#10;Da stach den kleinsten von den Göttern,&#10;Ein Bienchen, das in Rosenblättern,&#10;Wo es sonst Honig holte, schlief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch diesen Stich ward Amor klüger.&#10;Der unerschöpfliche Betrüger&#10;Sann einer neuen Kriegslist nach:&#10;Er lauscht′ in Rosen und Violen;&#10;Und kam ein Mädchen sie zu holen,&#10;Flog er als Bien′ heraus, und stach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bienen fallen in den dünnen Röcken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bienen-fallen-in-den-duennen-roecken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bienen-fallen-in-den-duennen-roecken/</guid><description>&lt;p&gt;Die Bienen fallen in den dünnen Röcken&#10;Im Raufreif tot aus den verblaßten Lüften&#10;Die nicht mehr kehren rückwärts zu den Stöcken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blumen hängen auf den braunen Stielen&#10;An einem Morgen plötzlich leer von Düften,&#10;Die bald im Staub der rauhen Winde sielen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die langen Kähne, die das Jahr verschlafen,&#10;Mit schlaffem Wimpel hängend in der Schwäche,&#10;Sind eingebracht im winterlichen Hafen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menschen aber, die vergessen werden,&#10;Hat Winter weit zerstreut in kahler Fläche&#10;Und bläst sie flüchtig über dunkle Erden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bildsäule Karls des Großen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bildsaeule-karls-des-grossen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bildsaeule-karls-des-grossen/</guid><description>&lt;p&gt;Steigst du aus der Gruft, Erhabner?&#10;Von der Erdengeister Haft&#10;Hat dein abgrundtief-begrabner&#10;Heldenleib sich aufgerafft?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo dich band des klugen Zwerges&#10;Leisgeraunter Zauberspruch,&#10;In der Kluft des Odenberges&#10;Schlummertest du lang genug;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Senktest auf dem Stuhl von Erze&#10;Deine Stirne, träumeschwer,&#10;Und das Licht der Grubenkerze&#10;Goß sich flimmernd um dich her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber als die Frist verronnen,&#10;Wie ein Erdstoß da erscholl′s,&#10;In den Erz- und Feuerbronnen,&#10;In den Wasseradern schwoll′s;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Blume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-blume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-blume/</guid><description>&lt;p&gt;Der Frühling war im Thale,&#10;Es blühte im grünen Hag,&#10;Und Alles vom Sonnenstrale&#10;Glühend umfangen lag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam ein stilles Mädchen&#10;Traurig ins Wiesengrün,&#10;Und manche heiße Thräne&#10;Fiel in der Blumen Blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hoben sich die Blumen&#10;Und sahn sie schmerzlich an,&#10;Und frugen das bleiche Mädchen:&#10;Was haben sie dir gethan?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O laß die bösen Menschen!&#10;Stille des Herzens Pein —&#10;Du könntest lachen, und jubeln&#10;Und immer fröhlich sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Blumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-blumen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-blumen/</guid><description>&lt;p&gt;Kinder der verjüngten Sonne,&#10;Blumen der geschmückten Flur,&#10;Euch erzog zu Lust und Wonne,&#10;Ja, Euch liebte die Natur.&#10;Schön das Kleid mit Licht gesticket,&#10;Schön hat Flora Euch geschmücket&#10;Mit der Farben Götterpracht.&#10;Holde Frühlingskinder, klaget!&#10;Seele hat sie Euch versaget,&#10;Und ihr selber wohnt in Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachtigall und Lerche singen&#10;Euch der Liebe selig Los,&#10;Gaukelnde Sylphiden schwingen&#10;Buhlend sich auf Eurem Schoß.&#10;Wölbte Eures Kelches Krone&#10;Nicht die Tochter der Dione&#10;Schwellend zu der Liebe Pfühl?&#10;Zarte Frühlingskinder, weinet!&#10;Liebe hat sie euch verneinet,&#10;Euch das selige Gefühl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Blüten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-blueten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-blueten/</guid><description>&lt;p&gt;Zierlich geputzt, im weißen Schleier&#10;Harren die Blüten auf ihren Freier:&#10;Herrn Flätterling, Herrn Sumsumsum,&#10;Herrn Muck oder Puck oder Hummelbrumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind noch viel scheue Bräutchen dabei,&#10;Die hielten sich gerne noch frei,&#10;Bis alles auch wirklich in Ordnung sei!&#10;Drum schließen sie eng noch den Kelch zusammen,&#10;Bergen noch streng vor den Sonnenflammen&#10;Ihre Narben und Pollen,&#10;Daß die noch warten sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber die anderen lockte das Licht,&#10;Und sie wehrten sich nicht.&#10;Und die Lustigsten und die Kühnsten,&#10;Die sich schon ganz erschlossen,&#10;Kichern: Wir stünden schon heut&amp;rsquo; zu Diensten&#10;Jedem Genossen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Bosheiten der Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bosheiten-der-stadt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-bosheiten-der-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Crispus kauft und baut Palläste,&#10;Lebet herrlich, groß und reich;&#10;Hält Maitressen, feyert Feste,&#10;Und traktirt den Fürsten gleich:&#10;Dennoch sagt die karge Stadt,&#10;Daß er nicht viel übrig hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mops zählt seinen Eheseegen&#10;Uns in funfzehn Kindern her;&#10;Und man rühmet allerwegen,&#10;Daß sie klüger sind, als Er:&#10;Dennoch sagt die böse Stadt,&#10;Daß er sich verzählet hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Agnes schlägt die Augen nieder,&#10;Hasset Tanz, Musik und Spiel,&#10;Singet stets Bekehrungslieder,&#10;Und hält auf den Cubach viel:&#10;Doch sagt die verbuhlte Stadt,&#10;Daß sie Fleisch und Blut noch hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Briefmarke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-briefmarke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-briefmarke/</guid><description>&lt;p&gt;Ein männlicher Briefmark erlebte&#10;was Schönes, bevor er klebte.&#10;Er war von einer Prinzessin beleckt&#10;Da war die Liebe in ihm erweckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er wollte sie wiederküssen&#10;Doch hat er verreisen müssen&#10;So liebte er sie vergebens&#10;Das ist die Tragik des Lebens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Buche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-buche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-buche/</guid><description>&lt;p&gt;Allein steht eine Buche&#10;Entfernt vom Waldesplan,&#10;Von Sträuchern nur umgeben&#10;Zu klein, sie zu erstreben,&#10;An die sie sich nicht lehnen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wie sie so alleine&#10;Dort wurzelt stolz und stark,&#10;Verkünden Wuchs und Krone,&#10;Dass tief im Innern wohne&#10;Ein kräftiges und edles Mark.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es mag der Sturm umpeitschen&#10;Und wild umtoben sie;&#10;Er mag die Zweige knicken,&#10;Die Blitze sie umzücken,&#10;Den Wipfel beugt sie feige nie!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Christrose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-christrose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-christrose/</guid><description>&lt;p&gt;In der schweigenden Welt,&#10;Die der Winter umfangen hält,&#10;Hebt sie einsam ihr weißes Haupt;&#10;Selber geht sie dahin und schwindet&#10;Eh&amp;rsquo; der Lenz kommt und sie findet,&#10;Aber sie hat ihn doch verkündet,&#10;Als noch keiner an ihn geglaubt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dämonen der Städte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-daemonen-der-staedte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-daemonen-der-staedte/</guid><description>&lt;p&gt;Sie wandern durch die Nacht der Städte hin,&#10;Die schwarz sich ducken unter ihrem Fuß.&#10;Wie Schifferbärte stehen um ihr Kinn&#10;Die Wolken schwarz vom Rauch und Kohlenruß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr langer Schatten schwankt im Häusermeer&#10;Und löscht der Straßen Lichterreihen aus.&#10;Er kriecht wie Nebel auf dem Pflaster schwer&#10;Und tastet langsam vorwärts Haus für Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den einen Fuß auf einen Platz gestellt,&#10;Den anderen gekniet auf einen Turm,&#10;Ragen sie auf, wo schwarz der Regen fällt,&#10;Panspfeifen blasend in den Wolkensturm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dämonen fassen Robinson</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-daemonen-fassen-robinson/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-daemonen-fassen-robinson/</guid><description>&lt;p&gt;Warum hab ich dies Eiland so erfahren,&#10;Daß nichts mir fremd blieb? Ach, ein Baumgesicht,&#10;Verhängt von feuchten, windzerfetzten Haaren,&#10;Ich traf es einmal - fault es nun mir nicht&#10;Zwischen den Schultern? Eine Kröte war,&#10;Fett und gefleckt, die Schlange schlürfte sie.&#10;Auch lag ein Glied, schamlos und offenbar,&#10;An einem Sumpf. Ein Stein vielleicht, doch wie&#10;Aus mir gerissen. Und ein Fluß, gespalten&#10;Wie durch mein Herz so schmerzlich. Ach, es steht&#10;Sie, die ich sah, Verwesung in mir auf: verhalten&#10;Glomm Gelb in Violettem. Es verweht&#10;Der Süd mein Hirn: Nun bin ich mir entglitten&#10;Und weiß mein Ende nicht mehr. Was geschieht,&#10;Geschieht in mir. Ist ich. Ich bin inmitten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Deutschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-deutschen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-deutschen/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Schillern macht ihrs stumpf und träg,&#10;Wie längst mit Christus es geschehen,&#10;Ihr billigt höchlich seinen Weg,&#10;Doch keiner will ihn gehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die deutschen Städte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-deutschen-staedte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-deutschen-staedte/</guid><description>&lt;p&gt;An Smidt, Senator, und Gildenmeister, Bürger in Bremen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="1814"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war ein Band gewoben&#10;Im heil′gen deutschen Land,&#10;Das fest und wohl den Proben&#10;Des Teufels widerstand.&#10;Noch schreiten die Gestalten&#10;Der Weber durch die Flur,&#10;Die sprechen: ewig halten&#10;Soll unsre heil′ge Schnur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ward ein Bau erhoben,&#10;Der Freiheit Hof und Saal;&#10;Den Meister soll man loben,&#10;Der solches Werk befahl,&#10;Die Pfeiler sind gegründet&#10;Auf Treu′ und Ständigkeit,&#10;Der Mörtel, der sie bindet,&#10;Ist Lieb′ und Einigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dichter und die Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichter-und-die-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dichter-und-die-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sind dein Flügel, o Zeit, doch wir nicht die tragende Klaue!&#10;Oder verlangst du so viel: Flügel und Klaue zugleich?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dicken und die Dünnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dicken-und-die-duennen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dicken-und-die-duennen/</guid><description>&lt;p&gt;Fünfzig Jahre sind’s, da riefen unsre Eltern zu den Waffen:&#10;Krieg und Kampf den dicken, plumpen, kugelrunden, feisten Pfaffen!&#10;Auch in Waffen steh’n wir Enkel; jetzt doch muß die Losung sein:&#10;Krieg und Kampf den dünnen, magern, spindelhagern Pfäffelein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber wo gab’s größre Arbeit, welcher Kampf bot mehr Gefahren?&#10;Wo galt’s fester auszudauern, wo galt’s klüger sich zu wahren?&#10;Lauthin schnaubt die plumpe Wildsau, wenn sie durch das Dickicht keucht,&#10;Aber leise kriecht die Viper, die nach deinen Fersen schleicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Diebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-diebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-diebe/</guid><description>&lt;p&gt;Da war einmal ein kleiner Dieb,&#10;Der stahl ein Brod dem Kind zulieb,&#10;Und wurde schier gefangen,&#10;Und konnte erst in Jahr und Stund,&#10;Trotz sein und seines Weibes Mund,&#10;Die Freiheit wieder erlangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Andern war&amp;rsquo;s Glück auch nicht hold:&#10;Stahl einem Filz &amp;rsquo;nen Sack mit Gold&#10;Durch Einbruch still und nächtens;&#10;Und eh&amp;rsquo; noch ein halb Jahr verging,&#10;Er am Gevatter Dreibein hing,&#10;Und das von wegen Rechtens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dinge singen hör ich so gern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dinge-singen-hoer-ich-so-gern/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dinge-singen-hoer-ich-so-gern/</guid><description>&lt;p&gt;Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.&#10;Sie sprechen alles so deutlich aus:&#10;Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,&#10;und hier ist Beginn und das Ende ist dort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott.&#10;Sie wissen alles, was wird und war,&#10;kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;&#10;ihr Garten und Gut grenzt gerade an Gott.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.&#10;Die Dinge singen hör ich so gern.&#10;Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.&#10;Ihr bringt mir alle die Dinge um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Dirne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dirne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dirne/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zähne standen unbeteiligt, kühl&#10;Gleich Fischen an den heißen Sommertagen.&#10;Sie hatte sie in sein Gesicht geschlagen&#10;Und trank es - trank - entschlossen dies Gefühl&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In sich zu halten, denn sie ward ein wenig&#10;Wie früher Mädchen und erlitt Verführung;&#10;Er aber spürte bloß Berührung,&#10;Den Mund wie einen Muskel, mager, sehnig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sollte glauben an ihr Offenbaren,&#10;Und sah, wie sie dann dastand - spiegelnackt -&#10;Das Falsche, das Frisierte an den Haaren;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die doppelte Wohnung der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-doppelte-wohnung-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-doppelte-wohnung-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Häuser hat die Liebe für des Geliebten Bild:&#10;Erst wohnet es im Auge, bis dieses überschwillt&#10;Vom Thränenstrom der Schmerzen und zwingt zur Flucht den Gast;&#10;Dann steigt in′s Herz er nieder und findet sichre Rast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die dorne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dorne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dorne/</guid><description>&lt;p&gt;Die dorne sint gebluemet&#10;Lilienwis, rosenvar,&#10;Wuneklich, himelclar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die drei Indianer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-indianer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-drei-indianer/</guid><description>&lt;p&gt;Mächtig zürnt der Himmel im Gewitter,&#10;Schmettert manche Rieseneich in Splitter,&#10;Übertönt des Niagara Stimme,&#10;Und mit seiner Blitze Flammenruten&#10;Peitscht er schneller die beschäumten Fluten,&#10;Daß sie stürzen mit empörtem Grimme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Indianer stehn am lauten Strande,&#10;Lauschen nach dem wilden Wogenbrande,&#10;Nach des Waldes bangem Sterbgestöhne;&#10;Greis der eine, mit ergrautem Haare,&#10;Aufrecht überragend seine Jahre,&#10;Die zwei andern seine starken Söhne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seine Söhne jetzt der Greis betrachtet,&#10;Und sein Blick sich dunkler jetzt umnachtet&#10;Als die Wolken, die den Himmel schwärzen,&#10;Und sein Aug versendet wildre Blitze&#10;Als das Wetter durch die Wolkenritze,&#10;Und er spricht aus tiefempörtem Herzen:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Droschke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-droschke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-droschke/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Wagen steht vor einer finstern Schänke.&#10;Das viele Mondlicht wird dem Pferd zu schwer.&#10;Die Droschke und die Gassenflucht sind leer;&#10;Oft stampft das Tier, daß seiner wer gedenke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es halten diese Mähre halb nur die Gelenke,&#10;Denn an der Deichsel hängt sie immer mehr.&#10;Sie baumelt mit dem Kopfe hin und her,&#10;Daß sie zum Warten sich zusammenrenke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus ihrem Traume scheucht sie das Gezanke&#10;Und oft das geile Lachen aus der Schenke.&#10;Da macht sie einen Schritt, zur Fahrt bereit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die dunklen Jahre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dunklen-jahre/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-dunklen-jahre/</guid><description>&lt;p&gt;Wir müssen den Becher trinken,&#10;den das Leben uns reicht.&#10;Auch wenn er voll Leid ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir müssen den Weg gehen,&#10;den das Leben uns weist.&#10;Wenn er auch weit ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen das Schöne bewahren&#10;und über das Heilige wachen.&#10;Wir wollen in den dunklen Jahren&#10;durch unsere Tränen lachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (6)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-6/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-6/</guid><description>&lt;p&gt;»Zu leben und zu sterben am reichsten Glücke arm!«&#10;Es füllt Jolanthens Seele dies Wort mit stillem Harm,&#10;Es tönet in ihr weiter, wie eine Harfe bebet&#10;Noch lange, wenn schon ferne die Hand, die sie belebet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie steht am Bogenfenster, sieht in die stille Nacht:&#10;Im Mondenstrahl erglänzet der Alpen hohe Wacht,&#10;Der Mondenstrahl umwebet den See mit goldnen Säumen,&#10;Er lockt das arme Herze zum Sehnen und zum Träumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ehekämpen (8)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-8/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ehekaempen-8/</guid><description>&lt;p&gt;Frisch wie des Gletschers Quelle&#10;Hervorspringt in das Thal,&#10;Entzückt, daß ihre Welle&#10;Begrüßt des Tages Strahl,&#10;Und brausend nun zerschläget&#10;Ihr Bett von Felsgestein,&#10;Nachdem sie sich beweget&#10;So lang in Nacht allein; -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So frisch und so urkräftig&#10;Herrn Corsant es durchwallt,&#10;So war in ihm geschäftig&#10;Der Liebe Allgewalt;&#10;Es sprenget ihre Quelle&#10;Mit um so höh′rer Lust&#10;Die eigensinn′ge Schwelle&#10;Der kalten Felsenbrust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rasch wollt′ er sich erretten&#10;Aus seiner Buße Nacht,&#10;Nun seufzet er nach Ketten,&#10;Die er so oft verlacht.&#10;Wo sind der Heimath Sorgen?&#10;Was kümmert ihn Turin?&#10;Mit jedem neuen Morgen&#10;Sieht man zum Schloß ihn ziehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Eheviertel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eheviertel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eheviertel/</guid><description>&lt;p&gt;Halb schleichende Katze,&#10;Halb trippelnde Taub′,&#10;So geht auf dem Platze&#10;Nanettchen auf Raub.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Halb stoßender Geier,&#10;Halb wedelnder Hund,&#10;Umkreist sie ein Freier&#10;Schon fast eine Stund′..&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem Geier wird taugen&#10;Das Täubchen zum Schmaus -&#10;Dem Hund hackt die Augen&#10;Das Kätzchen aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Eichbäume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eichbaeume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eichbaeume/</guid><description>&lt;p&gt;Aus den Gärten komm ich zu euch, ihr Söhne des Berges!&#10;Aus den Gärten, da lebt die Natur geduldig und häuslich,&#10;Pflegend und wieder gepflegt mit dem fleißigen Menschen zusammen.&#10;Aber ihr, ihr Herrlichen! steht, wie ein Volk von Titanen&#10;In der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel,&#10;Der euch nährt` und erzog, und der Erde, die euch geboren.&#10;Keiner von euch ist noch in die Schule der Menschen gegangen,&#10;Und ihr drängt euch fröhlich und frei, aus der kräftigen Wurzel,&#10;Unter einander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,&#10;Mit gewaltigem Arme den Raum, und gegen die Wolken&#10;Ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.&#10;Eine Welt ist jeder von euch, wie die Sterne des Himmels&#10;Lebt ihr, jeder ein Gott, in freiem Bunde zusammen.&#10;Könnt ich die Knechtschaft nur erdulden, ich neidete nimmer&#10;Diesen Wald und schmiegte mich gern ans gesellige Leben.&#10;Fesselte nur nicht mehr ans gesellige Leben das Herz mich,&#10;Das von Liebe nicht läßt, wie gern würd ich unter euch wohnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Eine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eine/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eine/</guid><description>&lt;p&gt;Eine holde kenn&amp;rsquo; ich, Eine&#10;(Weiter auf der ganzen Welt&#10;Giebt es solcher Frauen keine!)&#10;Die gefangen nimmt und hält&#10;Was vor Augen ihr sich stellt.&#10;Glänztest du in Silberhaaren,&#10;Gaukeltest in Knabenjahren,&#10;Wärst ein Weiser oder Held,&#10;Lebt in dir auch eine Welt:&#10;Wenn du einen Blick empfingest,&#10;Wie nur sie ihn blicken kann,&#10;Einmal ihr zur Seite gingest,&#10;Hörtest was ihr Geist ersann,&#10;In die Kenntnis einmal drängest,&#10;Die sie spielend sich gewann,&#10;Und zu Höhen, die ein Mann&#10;Kaum erforscht, mit ihr dich schwängest,&#10;O mit Mund und Herzen dann&#10;Sprächest du: Ich bet dich an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die eine Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eine-klage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-eine-klage/</guid><description>&lt;p&gt;Wer die tiefsten aller Wunden&#10;hat in Geist und Sinn empfunden,&#10;bittrer Trennung Schmerz;&#10;Wer geliebt, was er verloren,&#10;lassen muß, was er erkoren,&#10;das geliebte Herz,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;der versteht in Lust die Tränen&#10;und der Liebe ewig Sehnen&#10;ein in zwei zu sein,&#10;eins im andern sich zu finden,&#10;das der Zweiheit Grenzen schwinden&#10;und des Daseins Pein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer so ganz in Herz und Sinnen&#10;könnt ein Wesen lieb gewinnen,&#10;o′ den tröstet′s nicht,&#10;das für Freuden, die verloren,&#10;neue werden neu geboren:&#10;Jene sind′s jedoch nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Einsame</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsame/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsame/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′s dunkel, ich läg′ im Walde,&#10;Im Walde rauscht′s so sacht,&#10;Mit ihrem Sternenmantel&#10;Bedeckt mich da die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kommen die Bächlein gegangen,&#10;ob ich schon schlafen tu?&#10;Ich schlaf nicht, ich hör noch lang&#10;Den Nachtigallen zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Wipfel über mir schwanken,&#10;Das klingt die ganze Nacht.&#10;Das sind im Herzen die Gedanken,&#10;Die singen, wenn niemand mehr wacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die einsame Wolke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsame-wolke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsame-wolke/</guid><description>&lt;p&gt;Sonne warf den letzten Schein&#10;Müd im Niedersinken,&#10;Eine Wolke noch allein&#10;Schien mir nachzuwinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lange sie wie sehnend hing,&#10;Ferne den Genossen.&#10;Als die Sonne unterging,&#10;War auch sie zerflossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Einsichtsvollen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsichtsvollen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einsichtsvollen/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt ein Volk, das immer lernen sollte,&#10;Und immer lehrt,&#10;Das ist das Volk, das man nie hören wollte,&#10;Und täglich hört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Einzige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einzige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-einzige/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ist ganz mein Sinn befangen,&#10;Einer, Einer anzuhangen;&#10;Diese Eine zu umpfangen&#10;Treibt mich einzig nur Verlangen;&#10;Freude kann mir nur gewähren,&#10;Heimlich diesen Wunsch zu nähren,&#10;Mich in Träumen zu bethören,&#10;Mich in Sehnen zu verzehren,&#10;Was mich tödtet zu gebähren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Widerstand will mir nicht frommen,&#10;Fliehen muß ich neu zu kommen,&#10;Zürnen nur, mich zu versöhnen,&#10;Kann mich Ihrer nicht entwöhnen,&#10;Muß im lauten Jubel stöhnen;&#10;In den Becher fallen Thränen,&#10;Ich versink in träumrisch Wähnen;&#10;Höre nicht der Töne Reigen,&#10;Wie sie auf und nieder steigen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Engländer über den Vatican</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-englaender-ueber-den-vatican/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-englaender-ueber-den-vatican/</guid><description>&lt;p&gt;Schad′ ist′s wahrlich, daß doch das vatican′sche Museum&#10;Eingesperrt ist in Haus, Zimmer und Saal und Gemach.&#10;Besser stünd′s auf dem Corso in Einer Reihe, so könnte&#10;Man′s mit weniger Zeit doch auch zu Pferde besehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Entschwundene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-entschwundene/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-entschwundene/</guid><description>&lt;p&gt;Es war ein heitres goldnes Jahr,&#10;Nun rauscht das Laub im Sande,&#10;Und als es noch im Knospen war,&#10;Da ging sie noch im Lande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Besehen hat sie Berg und Tal&#10;Und unsrer Ströme Wallen;&#10;Es hat im jungen Sonnenstrahl&#10;Ihr alles wohlgefallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiss in meinem Vaterland&#10;Noch manchen Berg, o Liebe,&#10;Noch manches Tal, das Hand in Hand&#10;Uns zu durchwandern bliebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch manches schöne Tal kenn ich&#10;Voll dunkelgrüner Eichen; -&#10;O fernes Herz, besinne dich&#10;Und gib ein leises Zeichen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erde war gestorben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erde-war-gestorben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erde-war-gestorben/</guid><description>&lt;p&gt;Die Erde war gestorben&#10;Ich lebte ganz allein,&#10;Die Sonne war verdorben,&#10;Zwei Augen gaben Schein,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da bot sie mir zu trinken&#10;Und blickte mich nicht an,&#10;Sie ließ die Augen sinken,&#10;Es war um mich getan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reg Frühling nur die Schwingen&#10;Sehn nur, du Erde, dich,&#10;Ich kann nichts anders singen,&#10;Als, Jesus schau auf mich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erfindung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erfindung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erfindung/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich zum ersten Male diesen Narren&#10;Mein neues Totenwäglein vorgeführt,&#10;War alle Welt im Leichenhaus gerührt&#10;Von ihren Selbstportraits und anderen Schmarren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sagten mir: nun wohl, das sei ein Karren,&#10;Jedoch die Räder seien nicht geschmiert,&#10;Auch sei es innen nicht genug verziert&#10;Und schließlich wollten sie mich selbst verscharren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie haben von der Sache nichts begriffen,&#10;Als daß es wurmig zugeht im Geliege&#10;Und wenn ich mich vor Lachen jetzt noch biege,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erleichterung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erleichterung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erleichterung/</guid><description>&lt;p&gt;Im Sturme suchte sich der Sünden&#10;Zuerst das Schiffsvolk zu entbinden,&#10;Bekannte sie und hatte schon&#10;Vom Priester Absolution,&#10;Als an den zweiten Punct man dachte,&#10;Und was denn zur Erleichtrung nun&#10;Des schwerbeladnen Schiffs zu thun,&#10;Zur ernsteren Erwägung brachte.&#10;Der Steuermann rief: »Den dicken dort,&#10;Mit unsern Sünden schwer beladen,&#10;Voran zu schicken, kann nicht schaden!« -&#10;Plumps, flog das Pfäfflein über Bord.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erlen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erlen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erlen/</guid><description>&lt;p&gt;Wo hier aus den felsichten Grüften&#10;Das silberne Bächelchen rinnt,&#10;Umflattert von scherzenden Lüften&#10;Des Maies die Reize gewinnt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um welche mein Mädchen es liebt&#10;Das Mädchen so rosicht und froh&#10;Und oft mir ihr Herzchen hier gibt,&#10;Wenn städtisches Wimmeln sie floh;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wachsen auch Erlen, sie schatten&#10;Uns beide in seliger Ruh,&#10;Wenn wir von der Hitze ermatten&#10;Und sehen uns Fröhlichen zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus ihren belaubeten Zweigen&#10;Ertönet der Vögel Gesang&#10;Wir sehen die Vögelchen steigen&#10;Und flattern am Bache entlang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die erste Schwalbe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erste-schwalbe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-erste-schwalbe/</guid><description>&lt;p&gt;Nun der Himmel wieder lichter&#10;Und die letzte Flocke schwand,&#10;Kehrst du, wie dem Griechendichter,&#10;Kehrst du mir vom Morgenland?&#10;Unter Palmen und Eypressen,&#10;Schöne Sängerfreundin, ward&#10;Nicht der Freund von dir vergessen,&#10;Der im Norden dein geharrt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grüßend unsre Nacht, die kalte,&#10;Hat dich jener Strand geschickt,&#10;Wo noch ungetrübt das alte&#10;Flammenauge niederblickt,&#10;Und du singst uns von den Küsten,&#10;Die das heil′ge Meer umschmiegt,&#10;Das an seinen Mutterbrüsten&#10;Unsern ersten Schlaf gewiegt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ewigkeit gewisser Gedichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ewigkeit-gewisser-gedichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ewigkeit-gewisser-gedichte/</guid><description>&lt;p&gt;Verse, wie sie Bassus schreibt,&#10;Werden unvergänglich bleiben: –&#10;Weil dergleichen Zeug zu schreiben,&#10;Stets ein Stümper übrig bleibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Fahrende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fahrende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fahrende/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Eisenbahnen dampfen in meine Hände,&#10;Alle großen Häfen schaukeln Schiffe für mich,&#10;Alle Wanderstraßen stürzen fort ins Gelände,&#10;Nehmen Abschied hier; denn am andern Ende,&#10;Fröhlich sie zu grüßen, lächelnd stehe ich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnt ich einen Zipfel dieser Welt erst packen,&#10;Fänd ich auch die drei andern, knotete das Tuch,&#10;Hängt es auf einen Stecken, trügs an meinem Nacken,&#10;Drin die Erdkugel mit geröteten Backen,&#10;Mit den braunen Kernen und Kalvillgeruch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Faste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-faste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-faste/</guid><description>&lt;p&gt;So gute Fische häuffig essen,&#10;So ohne Maß den Wein vermessen&#10;So viel als fasten heissen sol,&#10;So fastet der so gut und wol,&#10;Der, wann er wil ein Hun verzehren,&#10;Nur meint, als wann es Fische wären.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die feindliche Erde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-feindliche-erde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-feindliche-erde/</guid><description>&lt;p&gt;Der Eiter der Erde lag in den Häusern. Unter hellen Lichtern saßen schmatzende Jobber.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Nebenzimmern ragten gelangweilt lange schwarze Strümpfe, trägzuckende Schenkel über schwere geile Rücken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hintern tanzten vor polierten Klavieren, dunkle Langhaare geigten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kluge hielten in seidnen Salons Vorträge, daß alles auf Erden immer gleich bleibe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiche Bartlose sprachen unter sich von dem Ekel am Weibe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In steinernen Museen schritten sanft die ausgeschlafenen Kenner.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In heißen Redaktionen schrieb man die Lebensläufe berühmter Männer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Fensterrose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fensterrose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fensterrose/</guid><description>&lt;p&gt;Da drin: das träge Treten ihrer Tatzen&#10;macht eine Stille, die dich fast verwirrt;&#10;und wie dann plötzlich eine von den Katzen&#10;den Blick an ihr, der hin und wieder irrt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;gewaltsam in ihr großes Auge nimmt, -&#10;den Blick, der, wie von eines Wirbels Kreis&#10;ergriffen, eine kleine Weile schwimmt&#10;und dann versinkt und nichts mehr von sich weiß&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wenn dieses Auge, welches scheinbar ruht,&#10;sich auftut und zusammenschlägt mit Tosen&#10;und ihn hineinreißt bis ins rote Blut -:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Flüsse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fluesse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fluesse/</guid><description>&lt;p&gt;Rhein&#10;Treu, wie dem Schweizer gebührt, bewach ich Germaniens Grenze,&#10;Aber der Gallier hüpft über den duldenden Strom.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rhein und Mosel&#10;Schon so lang umarm ich die lotharingische Jungfrau,&#10;Aber noch hat kein Sohn unsre Umarmung erfreut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Donau in B**&#10;Bacchus der lustige führt mich und Komus der fette durch reiche&#10;Triften, aber verschämt bleibet die Charis zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Donau in O**&#10;Mich umwohnet mit glänzendem Aug das Volk der Phaiaken;&#10;Immer ists Sonntag, es dreht immer am Herd sich der Spieß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-frage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-frage/</guid><description>&lt;p&gt;Warum ist mir das Morgenrot&#10;So blutgestreift? die Welt so tot?&#10;Warum strahlt mir das Sonnenlicht&#10;Oft so beschwerlich ins Gesicht?&#10;Und warum weint die Wolke mir?&#10;Was traurt der Linde Blütenzier?&#10;Die Lüfte wimmern: jedes Bild&#10;Ist mir in Trauerflor gehüllt! -&#10;Der Tau, beglänzt vom Sonnenschein,&#10;Deucht mir vom Schmerz geweint zu sein,&#10;Die Wohlgerüche in der Luft&#10;Umschwimmen mich wie Gräberduft;&#10;Die lieben Blümlein allzumal&#10;Sind mir versengt vom Sonnenstrahl.&#10;Der Vogel aus der Luft herab&#10;Tönt mir wie Sterbgesang am Grab;&#10;Und alles, alles um mich her&#10;Scheint kummervoll und tränenschwer.&#10;Die Farben grün und weiß und rot&#10;Sind abgestanden, schwarz und tot.&#10;Die Menschen, deren Trost ich such,&#10;Sind Geister, die im Leichentuch&#10;Mich ansehn bleich und furchtbar-stumm:&#10;Du guter Gott! warum, warum?&#10;Hast du der ganzen Erde Pracht&#10;Zu einem Totenschlund gemacht? -&#10;Ach nein! die Welt ist noch wie vor,&#10;Nur dem, der Freiheit! dich verlor,&#10;Ist diese Welt, so schön gemacht,&#10;Ein Totenschlund voll Fluch und Nacht;&#10;Wo alles heult, den Schädel schlägt,&#10;Verzweiflung brüllt - und Ketten trägt! -&#10;O Gott im Himmel, mach mich frei&#10;Aus dieser Höllentäuscherei!! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Frage bleibt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-frage-bleibt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-frage-bleibt/</guid><description>&lt;p&gt;Halte dich still, halte dich stumm,&#10;Nur nicht fragen, warum? warum?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur nicht bittere Fragen tauschen,&#10;Antwort ist doch nur wie Meeresrauschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wies dich auch aufzuhorchen treibt,&#10;Das Dunkel, das Rätsel, die Frage bleibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Frau des Alternden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-frau-des-alternden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-frau-des-alternden/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist nicht mehr wie in den ersten Jahren,&#10;da sie einander liebten, überreich —&#10;ein Frühherbstschimmer, wie der Reif so bleich,&#10;ruht heute schon auf seinen müden Haaren,&#10;doch s i e blieb unversehrt und mädchengleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und immer noch, wenn sie auf Wiesen gehen,&#10;und sie sich eng an seine Schulter lehnt,&#10;weiß er, daß sie nichts anderes ersehnt,&#10;als dies: mit ihm auf ihren jungen Zehen&#10;durchs Land zu schreiten, das sich blühend dehnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Freiheit der Sünde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freiheit-der-suende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freiheit-der-suende/</guid><description>&lt;p&gt;O glaube nicht, daß du durch deine Sünde&#10;Die Welt verwirrst! Wie du auch freveln mögest,&#10;Und ob du Gott dein Ich auch ganz entzögest,&#10;Du hinderst nicht, daß sie zum Kreis sich ründe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, ob du, in des innern Abgrunds Schlünde&#10;Hinunter taumelnd, völlig dich betrögest&#10;Und dich hinauf zur Götter-Freiheit lögest,&#10;Doch trifft dich das Gericht, das ich verkünde!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir leben nur im Ewigen und Wahren,&#10;Und ihm entfliehen wollen, würde heißen,&#10;In uns&amp;rsquo;rer Brust den Odem anzuhalten;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freundschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-freundschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Freund! Genügsam ist der Wesenlenker -&#10;Schämen sich kleinmeisterische Denker,&#10;Die so ängstlich nach Gesetzen spähn -&#10;Geisterreich und Körperweltgewühle&#10;Wälzet eines Rades Schwung zum Ziele;&#10;Hier sah es mein Newton gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sphären lehrt es, Sklaven eines Zaumes&#10;Um das Herz des großen Weltenraumes&#10;Labyrinthenbahnen ziehn -&#10;Geister in umarmenden Systemen&#10;Nach der großen Geistersonne strömen,&#10;Wie zum Meere Bäche fliehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War′s nicht dies allmächtige Getriebe,&#10;Das zum ew′gen Jubelbund der Liebe&#10;Unsre Herzen aneinander zwang?&#10;Raphael, an Deinem Arm - o Wonne,&#10;Wag′ auch ich zur großen Geistersonne&#10;Freudigmutig den Vollendungsgang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Führer des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fuehrer-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fuehrer-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Zweierlei Genien sind′s, die dich durchs Leben geleiten;&#10;Wohl dir, wenn sie vereint helfend zur Seite dir stehn!&#10;Mit erheiterndem Spiel verkürzt dir der eine die Reise,&#10;Leichter an seinem Arm werden dir Schicksal und Pflicht.&#10;Unter Scherz und Gespräch begleitet er bis an die Kluft dich,&#10;Wo an der Ewigkeit Meer schaudernd der Sterbliche steht.&#10;Hier empfängt dich entschlossen und ernst und schweigend der andre,&#10;Trägt mit gigantischem Arm über die Tiefe dich hin.&#10;Nimmer widme dich einem allein! Vertraue dem erstern&#10;Deine Würde nicht an, nimmer dem andern dein Glück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Fürstengruft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fuerstengruft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-fuerstengruft/</guid><description>&lt;p&gt;Da liegen sie, die stolzen Fürstentrümmer,&#10;Ehmals die Götzen ihre Welt!&#10;Da liegen sie, vom fürchterlichen Schimmer&#10;Des blassen Tags erhellt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die alten Särge leuchten in der dunkeln&#10;Verwesungsgruft, wie faules Holz;&#10;Wie matt die großen Silberschilde funkeln,&#10;Der Fürsten letzter Stolz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entsetzen packt den Wandrer hier am Haare,&#10;Geußt Schauer über seine Haut,&#10;Wo Eitelkeit, gelehnt an eine Bahre,&#10;Aus hohlen Augen schaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie fürchterlich ist hier des Nachhalls Stimme!&#10;Ein Zehentritt stört seine Ruh′.&#10;Kein Wetter Gottes spricht mit lauterm Grimme:&#10;O Mensch, wie klein bist du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Galle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-galle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-galle/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Euch an einem Tisch zu sitzen&#10;Macht mir den größten Höllenspaß.&#10;Ich träume schon von Euren Witzen.&#10;Wohl dem, der mit Euch Austern aß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn was Ihr trinkt&#10;Ist pure Galle.&#10;Und was Ihr eßt&#10;Ein alter Quark.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Recht grob möchte ich Euch Allen sagen,&#10;Daß Ihr mir nie mehr könnt behagen.&#10;Ihr seid das Luderpack der Welt&#10;Und habt mir manchen Tag vergällt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gärten schliessen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gaerten-schliessen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gaerten-schliessen/</guid><description>&lt;p&gt;Frühe nacht verwirrt die ebnen bahnen -&#10;Kalte traufe trübt die weiher -&#10;Glückliche Apolle und Dianen&#10;Hüllen sich in nebelschleier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grau blätter wirbeln nach den gruften.&#10;Dahlien levkojen rosen&#10;In erzwungenem orchester duften -&#10;Wollen schlaf bei weichen moosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heisse monde flohen aus der pforte.&#10;Ward dein hoffen deine habe?&#10;Baust du immer noch auf ihre worte&#10;Pilger mit der hand am stabe?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gazelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gazelle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gazelle/</guid><description>&lt;p&gt;Gazella Dorcas&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzauberte: wie kann der Einklang zweier&#10;erwählter Worte je den Reim erreichen,&#10;der in dir kommt und geht, wie auf ein Zeichen.&#10;Aus deiner Stirne steigen Laub und Leier,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und alles Deine geht schon im Vergleich&#10;durch Liebeslieder, deren Worte, weich&#10;wie Rosenblätter, dem, der nicht mehr liest,&#10;sich auf die Augen legen, die er schließt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;um dich zu sehen: hingetragen, als&#10;wäre mit Sprüngen jeder Lauf geladen&#10;und schösse nur nicht ab, solang der Hals&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geburt des Genies</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geburt-des-genies/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geburt-des-genies/</guid><description>&lt;p&gt;In Felsen kauert die Seele.&#10;Sie lauscht ihrem Atem,&#10;Und atmet ihre Gedanken.&#10;Aber die Ruhe allein gibt ihr nicht die Kraft,&#10;Sie saugt ihre Kraft aus der Erschöpfung,&#10;Aus dem Vertönen erschlaffender Kräfte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Meer wälzt seine Berge um die Stille,&#10;Und ihre Einsamkeit umbrüllen die Wellen,&#10;Über die Felsen fliegt gieriger Schaum,&#10;Er netzt nicht, - er zerspringt in Luft -&#10;Kein Hauch berühret die Seele.&#10;Und dann, ein Tag! Ein Jahr! Ein Jahrhundert!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die gefährliche Aufmunterung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gefaehrliche-aufmunterung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gefaehrliche-aufmunterung/</guid><description>&lt;p&gt;Witzig nennst du mein Epigramm? Nun, weil du so schön doch&#10;Auf mich munterst, vernimm denn eine Probe auf dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schauet ihn an! Da steht er und ficht und stößet den Lüften&#10;Quarten und Terzen durchs Herz jubelt und meint, er trifft mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie er heißet? Ihr fragt mich zuviel. Einen Namen zwar, glaub ich,&#10;Gab ihm der Vater: der Ruhm? Davon verlautete nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die geheime Rose.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geheime-rose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geheime-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Die Rosâ€˜ ist meine Seel /&#10;der Dorn des Fleischeslust /&#10;Der Frühling Gottes Gunst /&#10;sein Zorn ist Kält und Frost:&#10;Ihr Blühn ist gutes tun /&#10;den Dorn ihr Fleisch nicht achten /&#10;Mit Tugenden sich ziern /&#10;und nach dem Himmel trachten:&#10;Nimmt sie die Zeit wohl wahr /&#10;und blüht weils Frühling ist /&#10;So wird sie ewiglich für Gottes Rosâ€˜ erkiest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die geistlichen Jahreszeiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geistlichen-jahreszeiten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geistlichen-jahreszeiten/</guid><description>&lt;p&gt;Der Winter ist die Sünd, die Buße Frühlingszeit,&#10;Der Sommer Gnadenstand, der Herbst Vollkommenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Genesende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-genesende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-genesende/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ein Singen kommt und geht in Gassen&#10;und sich nähert und sich wieder scheut,&#10;flügelschlagend, manchmal fast zu fassen&#10;und dann wieder weit hinausgestreut:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;spielt mit der Genesenden das Leben;&#10;während sie, geschwächt und ausgeruht,&#10;unbeholfen, um sich hinzugeben,&#10;eine ungewohnte Geste tut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie fühlt es beinah wie Verführung,&#10;wenn die hart gewordne Hand, darin&#10;Fieber waren voller Widersinn,&#10;fernher, wie mit blühender Berührung,&#10;zu liebkosen kommt ihr hartes Kinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gesänge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gesaenge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gesaenge/</guid><description>&lt;p&gt;Wo man singet, laß dich ruhig nieder,&#10;Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;&#10;Wo man singet wird kein Mensch beraubt:&#10;Bösewichter haben keine Lieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Seele tief in Gram und Kummer,&#10;Ohne Freunde, stumm, verlassen, liegt,&#10;Weckt ein Ton, der sich elastisch wiegt,&#10;Magisch sie aus ihrem Todesschlummer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer sich nicht auf Melodienwogen&#10;Von dem Trosse des Planeten hebt&#10;Und hinüber zu den Geistern lebt,&#10;Ist um seine Seligkeit betrogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Geschichte von den schwarzen Buben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-von-den-schwarzen-buben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-geschichte-von-den-schwarzen-buben/</guid><description>&lt;p&gt;Es ging spazieren vor dem Tor&#10;ein kohlpechrabenschwarzer Mohr.&#10;Die Sonne schien ihm auf’s Gehirn,&#10;da nahm er seinen Sonnenschirm.&#10;Da kam der Ludwig hergerannt&#10;und trug sein Fähnchen in der Hand.&#10;Der Kaspar kam mit schnellem Schritt&#10;und brachte seine Brezel mit.&#10;Und auch der Wilhelm war nicht steif&#10;und brachte seinen runden Reif.&#10;Die schrien und lachten alle drei,&#10;als dort das Mohrchen ging vorbei,&#10;weil es so schwarz wie Tinte sei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die getrennten Geschwister</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-getrennten-geschwister/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-getrennten-geschwister/</guid><description>&lt;p&gt;Man bleibt ein Unikum: das ist nun so&#10;Auf diesen schweigsam bunten Lebensfahrten;&#10;Doch Brüder, Schwestern hätt&amp;rsquo; ein jeder wo,&#10;Wenn er nur wüßte, wo sie auf ihn warten,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Brüder, die, von gleicher Kraft gezeugt,&#10;Sein Sinnen lassen und verstehn sein Ringen,&#10;Die Schwester, die, an gleicher Brust gesäugt,&#10;Sein bestes Fühlen hegen und beschwingen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man ahnt sie, sucht sie, sucht gar sehnsuchtsvoll -&#10;Auch jene suchen, ebenso vergebens,&#10;Bis man, vor Qual und vor Verlangen toll,&#10;Blindlings hineingreift ins Gewirr des Lebens:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gewißenhafte A.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewissenhafte-a/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewissenhafte-a/</guid><description>&lt;p&gt;Er plaget mich, ich soll ihn küssen.&#10;Nein, nein! das würd ich theuer büßen,&#10;Denn Mutter sagt, ich solls nicht thun.&#10;Verbeut ihm seine nichts, ei nun!&#10;So kann er mich ja küssen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gewißenhafte B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewissenhafte-b/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewissenhafte-b/</guid><description>&lt;p&gt;Bärbchen küsse mich! sprach Peter;&#10;Aber schreiend Weh und Zeter,&#10;Beide Hände vors Gesicht&#10;Sagte Barb&amp;rsquo;: »Ich darf ja nicht!&#10;Kömmst du?« - alle Nägel drohten -&#10;»Meine Mutter hats verboten!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Aber schaut mir dort den Peter!&#10;Wie ein wahrer Schafskopf steht er,&#10;Beißt die Finger vor Verdruß.&#10;Nehm Er wie er kann den Kuß!&#10;Hat es doch dem dummen Knoten&#10;Seine Mutter nicht verboten.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gewißheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewissheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gewissheit/</guid><description>&lt;p&gt;Ob ich morgen leben werde,&#10;Weiß ich freilich nicht:&#10;Aber, wenn ich morgen lebe,&#10;Daß ich morgen trinken werde,&#10;Weiß ich ganz gewiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Glückliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glueckliche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-glueckliche/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sommer glüht im Purpur der Granaten,&#10;Und auch die kleinsten Blümchen schimmern golden,&#10;Und wenn der Abend weht in grünen Saaten,&#10;Wird alles sanft der gleiche Schein vergolden;&#10;So kann auch Einen Sinn nur fühlend raten,&#10;Die Seele in des Freundes Wort, dem holden.&#10;Ein Sinn, der, wie die Worte schweben, bliebe:&#10;Was ihr klagt oder scherzt, es ist nur Liebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Gottheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gottheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-gottheit/</guid><description>&lt;p&gt;Als einst dem Chaos werdender Gestalten,&#10;Sich auch der Mann mit stolzer Form entzogen,&#10;Der Gottheit Bilder noch auf heil&amp;rsquo;gen Wogen,&#10;Mit reinen Strahlen in dem Reinen wallten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da fühlt er schnell die heil&amp;rsquo;ge Glut erkalten,&#10;Das Bild der Göttlichkeit ist ihm entflogen;&#10;Zum Tier fühlt er sich schnell herabgezogen,&#10;Und ringt mit ihm um herrschende Gewalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald ward das Weib - es führt der Seraph Liebe,&#10;Sie dem Gesunknen zu - und sanfte Triebe&#10;Umschlingen ihn mit himmlischem Gefieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Grenadiere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grenadiere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grenadiere/</guid><description>&lt;p&gt;Nach Frankreich zogen zwei Grenadier&amp;rsquo;,&#10;Die waren in Rußland gefangen.&#10;Und als sie kamen ins deutsche Quartier,&#10;Sie ließen die Köpfe hangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hörten sie beide die traurige Mär:&#10;Daß Frankreich verlorengegangen,&#10;Besiegt und zerschlagen das große Heer -&#10;Und der Kaiser, der Kaiser gefangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da weinten zusammen die Grenadier'&#10;Wohl ob der kläglichen Kunde.&#10;Der eine sprach: &amp;ldquo;Wie weh wird mir,&#10;Wie brennt meine alte Wunde!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der andre sprach: &amp;ldquo;Das Lied ist aus,&#10;Auch ich möcht mit dir sterben,&#10;Doch hab ich Weib und Kind zu Haus,&#10;Die ohne mich verderben.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die große Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grosse-sehnsucht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-grosse-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die große Sehnsucht wieder kommt,&#10;Wird mein ganzes Wesen wieder weich.&#10;Und ich möchte weinend niedersinken -&#10;Und dann möcht ich wieder maßlos trinken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hand auf′s Herz!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hand-aufs-herz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hand-aufs-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Warum legt wohl in diesem Bilde&#10;Der König auf das Herz die Hand?&#10;Die Hand auf′s Herz! nie hat′s geschlagen&#10;Für dieses arme Volk und Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hand auf′s Herz! Er kennt die Wunde,&#10;Die er dem guten Reiche schnitt;&#10;Er sieht die traurigen Finanzen,&#10;Und so deckt er das Defizit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heil′gen Drei Könige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heilgen-drei-koenige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heilgen-drei-koenige/</guid><description>&lt;p&gt;Die Heil′gen Drei Könige aus Morgenland,&#10;sie fragten in jedem Städtchen:&#10;&amp;ldquo;Wo geht der Weg nach Bethlehem,&#10;ihr lieben Buben und Mädchen?&amp;rdquo;&#10;Die Jungen und Alten, sie wussten′s nicht,&#10;die Könige zogen weiter;&#10;sie folgten einem goldenen Stern,&#10;der leuchtete lieblich und heiter.&#10;Der Stern blieb stehen über Josephs Haus,&#10;da sind sie hineingegangen;&#10;das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,&#10;die Heil′gen Drei Könige sangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heilige, Einzige, Göttliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heilige-einzige-goettliche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heilige-einzige-goettliche/</guid><description>&lt;p&gt;Wann werd&amp;rsquo; ich dich finden,&#10;Ach endlich dich finden,&#10;Dich fiebernd in schauernder&#10;Seelenumarmung,&#10;Fühlen, ganz fühlen&#10;Du Heilige, Einzige,&#10;Göttliche? &amp;hellip;&#10;Die du bist, weil ich bin,&#10;Mich willst, wie ich dich will &amp;hellip;&#10;Die du mit einem Strahl deines Auges,&#10;Darin der Himmel glüht,&#10;All&amp;rsquo; die Schmerzen des Einsamen&#10;Heimath- und Glückfernen&#10;Mitfühlend hinwegküssest,&#10;Mit einem Athemhauch deiner Seele,&#10;Darin ewiger Frühling blüht,&#10;All&amp;rsquo; die Thränen auslöschst,&#10;All&amp;rsquo; die brennende Qual,&#10;Die meine Seele verzehrt,&#10;Meine unsterbliche Seele &amp;hellip;&#10;Wo bist du, du Sonne!&#10;Nur meine Sonne,&#10;Die du jede Wolke der Schwermuth&#10;Von gramtrüber Stirne&#10;Mir lächelnd hinwegscheuchst,&#10;Triumphirend verheißest&#10;Jeden Traum&amp;rsquo;s Erfüllung,&#10;Und himmlischer Tröstung&#10;Gottsüßen Frieden&#10;In den sehnenden Busen gießt,&#10;Mir, der ich arm bin,&#10;So arm bin, wie Niemand?!&#10;Wann erhebst du dein Haupt,&#10;Aus Nebel und Sturm&#10;Dein lichtmächtiges Haupt,&#10;Du Erkenntniß der Wahrheit&#10;Die ist und die sein wird? &amp;hellip;&#10;Wann winkst du Oase,&#10;Du Mährcheninsel,&#10;Voll paradiesischer Auen,&#10;Dem Wüstenpilger,&#10;Der müde des Kampfes&#10;Des irdischen Kampfes&#10;Ohne Rettungsstern&#10;Hinsinkt, in das Nichts starrt?&#10;Wann reifst du entgegen&#10;Dem Labebedürftigen&#10;O Thaufrucht der Liebe?!&#10;Wann werd&amp;rsquo; ich erwachen,&#10;Holdselig erwachen,&#10;Dir im Schooße erwachen,&#10;Du unendliche Wonne?!&#10;Wann werd&amp;rsquo; ich Sie schauen&#10;In all&amp;rsquo; ihrer Schönheit&#10;Liebreiz und Anmuth,&#10;Die aus dem Kelch jeder Blume&#10;Entgegen mir duftet,&#10;Und zu mir spricht&#10;Aus der Nachtigall Schluchzen,&#10;Dem Flüstern des Maiwinds,&#10;Jedem Machtwort der Schöpfung?!&#10;– – – – – – – – – – – – – – – –&#10;Mit dem Schrei der Erlösung&#10;Fliegt ihr entgegen&#10;Die verschmachtende Seele;&#10;Leib reißt sich an Leib &amp;hellip;&#10;Es sättigen sich endlich&#10;Im Rausch der Verzückung&#10;Die taumelnden Sinne.&#10;Hinsterben die Pulse &amp;hellip;&#10;In des Kusses wildlodernder&#10;Flamme vermählt sich&#10;Alle Süße des Lebens&#10;Des Lebens und Todes.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Heimat der Toten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heimat-der-toten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-heimat-der-toten/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wintermorgen dämmert spät herauf.&#10;Sein gelber Turban hebt sich auf den Rand&#10;Durch dünne Pappeln, die im schnellen Lauf&#10;Vor seinem Haupte ziehn ein schwarzes Band.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Rohr der Seen saust. Der Winde Pfad&#10;Durchwühlt es mit dem ersten Lichte grell.&#10;Der Nordsturm steht im Feld wie ein Soldat&#10;Und wirbelt laut auf seinem Trommelfell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Knochenarm schwingt eine Glocke laut.&#10;Die Straße kommt der Tod, der Schifferknecht.&#10;Um seine gelben Pferdezähne staut&#10;Des weißen Bartes spärliches Geflecht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hellsichtige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hellsichtige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hellsichtige/</guid><description>&lt;p&gt;Du sahst die Gedanken kreisend gehn&#10;Wie Bilder um ein Haupt.&#10;Der Luft hast du geglaubt,&#10;Darin die Sterne auferstehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hattest nicht den Blindenstar&#10;Der altgewordnen Zeit.&#10;Wo für uns noch der Abend war,&#10;Sahst du schon Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hohenstaufenkrone</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hohenstaufenkrone/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hohenstaufenkrone/</guid><description>&lt;p&gt;Noch rauschen deine Eichenforste&#10;Von unsrer Väter Heldentum;&#10;Um deiner Felsenburgen Horste&#10;Schwebt einsam noch der Adler Ruhm;&#10;Es glüht von seinen kühnen Flügen&#10;Die Kunde noch in Flammenzügen&#10;An manchem Denkmal, halb vermorscht:&#10;Doch über den Ruinenhaufen&#10;Nach dir, o Land der Hohenstaufen,&#10;Nach dir hab′ ich umsonst geforscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In schweren Kerkerbanden liegst du,&#10;Germania, Weib im Trauerkleid;&#10;Gramvoll die müde Stirne wiegst du&#10;In Träumen der vergangnen Zeit!&#10;Es spotten dein die rohen Schergen,&#10;Wie deine Thräne zu den Särgen&#10;Des Gatten und der Söhne träuft,&#10;Und rostig ruht am Sarkophage&#10;Ein Schwert, nach dem in stummer Klage&#10;Bisweilen deine Rechte greift.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hunde/</guid><description>&lt;p&gt;Elegie&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es waren einmal zwei Hunde,&#10;Wie war das Herz ihnen schwer!&#10;Sie liefen wohl eine Stunde&#10;Hintereinander her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hofften, in liebendem Bunde&#10;Werd ihnen leicht und frei,&#10;Und waren doch nur zwei Hunde,&#10;Und keine Hündin dabei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist die soziale Misere,&#10;Die Sphinx in der Hundewelt,&#10;Daß man vom Hundeverkehre&#10;Die Hündinnen ferne hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hündinnen werden ja häufig&#10;Gleich nach der Geburt ersäuft,&#10;Und wird eine Hündin läufig,&#10;Verhindert man, daß sie läuft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Hyazinthe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hyazinthe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-hyazinthe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich grüße dich, du wunderbarer Duft,&#10;Der sich in diesen zarten Kelchen wieget,&#10;Du Schiff, worin durch dunkelblaue Luft&#10;Die Seel&amp;rsquo; entzückt nach fernen Ufern flieget.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Steuer ist ein alter, alter Traum&#10;Von andern Zeiten, himmelschönen Auen,&#10;Gold ist der königlichen Ströme Schaum&#10;Und hohe, schlanke Palmen sind zu schauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lotosblume schwimmt auf blauer Flut,&#10;Die Welle scheint mit holder Scham zu fragen,&#10;Welch Wunder ihr im keuschen Schoße ruht?&#10;Doch nur die Kinder wissen es zu sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Ideale</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ideale/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-ideale/</guid><description>&lt;p&gt;So willst du treulos von mir scheiden&#10;Mit deinen holden Phantasien,&#10;Mit deinen Schmerzen, deinen Freuden,&#10;Mit allen unerbittlich fliehn?&#10;Kann nichts dich, Fliehende, verweilen,&#10;O! meines Lebens goldne Zeit?&#10;Vergebens, deine Wellen eilen&#10;Hinab ins Meer der Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erloschen sind die heitern Sonnen,&#10;Die meiner Jugend Pfad erhellt,&#10;Die Ideale sind zerronnen,&#10;Die einst das trunkne Herz geschwellt,&#10;Er ist dahin, der süße Glaube&#10;An Wesen, die mein Traum gebar,&#10;Der rauhen Wirklichkeit zum Raube,&#10;Was einst so schön, so göttlich war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Jahre kommen und gehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jahre-kommen-und-gehen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jahre-kommen-und-gehen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Jahre kommen und gehen,&#10;Geschlechter steigen ins Grab,&#10;Doch nimmer vergeht die Liebe,&#10;Die ich im Herzen hab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur einmal noch möcht ich dich sehen,&#10;Und sinken vor dir aufs Knie,&#10;Und sterbend zu dir sprechen:&#10;&amp;ldquo;Madame, ich liebe Sie!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Jüdin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-juedin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-juedin/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin fremd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil sich die Menschen nicht zu mir wagen,&#10;Will ich mit Türmen gegürtet sein,&#10;Die steile, steingraue Mützen tragen&#10;In Wolken hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr findet den erzenen Schlüssel nicht&#10;Der dumpfen Treppe. Sie rollt sich nach oben,&#10;Wie platten, schuppigen Kopf erhoben&#10;Eine Otter ins Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, diese Mauer morscht schon wie Felsen,&#10;Den tausendjähriger Strom bespült;&#10;Die Vögel mit rohen, faltigen Hälsen&#10;Hocken, in Höhlen verwühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Gewölben rieselnder Sand,&#10;Kauernde Echsen mit sprenkligen Brüsten -&#10;Ich möcht eine Forscherreise rüsten&#10;In mein eigenes uraltes Land.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die junge Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-mutter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-junge-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Im grün verhangnen duftigen Gemach,&#10;auf weißen Kissen liegt die junge Mutter;&#10;wie brennt die Stirn! sie hebt das Auge schwach&#10;zum Bauer, wo die Nachtigall das Futter&#10;den nackten Jungen reicht: »Mein armes Tier,«&#10;so flüstert sie, »und bist du auch gefangen&#10;gleich mir, wenn draußen Lenz und Sonne prangen,&#10;so hast du deine Kleinen doch bei dir.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Vorhang hebt die graue Wärterin&#10;und legt den Finger mahnend auf die Lippen;&#10;die Kranke dreht das schwere Auge hin,&#10;gefällig will sie von dem Tranke nippen;&#10;er mundet schon, und ihre bleiche Hand&#10;faßt fester den Kristall, - o milde Labe! -&#10;»Elisabeth, was macht mein kleiner Knabe?«&#10;»Er schläft,« versetzt die Alte abgewandt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Jungfrau unter den Propyläen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jungfrau-unter-den-propylaeen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-jungfrau-unter-den-propylaeen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie wunderbar umfängst mich&#10;Allliebend,&#10;Heiliges Licht?&#10;Aus jungem Grün hebt&#10;Dunkel-einsam, wie ein Geist,&#10;Grau verwittert Gestein,&#10;Säul′ an Säule&#10;Sich empor:&#10;Webt um alte Wölbung&#10;Weich-schwellend, umstrickend,&#10;Wie ein lächelnd Kind&#10;Um den ernsten Vater,&#10;Liebend-innig Epheugeblätter,&#10;Drängt hinan&#10;Flüsternd zu alter Trümmer&#10;Ehrwürdigen Gipfeln:&#10;Und die Sonne faßt&#10;Alllebend, umquillend,&#10;Laubgrün, säulengrau,&#10;Füllet alles,&#10;Mit Liebe, mit Liebe!&#10;Fort drängt mich′s&#10;Im schwellenden Busen!&#10;Ach wohin?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie du weh′st&#10;Auf luftiger Höh′,&#10;Um Wang′ und Locken,&#10;Lieblicher Wind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kaisergruft in Speyer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kaisergruft-in-speyer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kaisergruft-in-speyer/</guid><description>&lt;p&gt;Wie öde trauert diese heil′ge Welt&#10;Im zweifelhaften Schein der Tageshelle,&#10;Die dämmernd durch die Bogenfenster fällt&#10;Und zitternd schleicht um Altar und Kapelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bisweilen nur, unheimlich wie im Traum,&#10;Scheint sich der Tempel wundersam zu regen,&#10;Ein innres Atmen den geweihten Raum&#10;Mit geisterhaftem Leben zu bewegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann hört man durch die Stille dumpf und schwer&#10;Verloren einzle Glockenklänge hallen,&#10;Wie vor dem Sturme auf ein schweigend Meer&#10;Die Tropfen der Gewitterwolke fallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Katzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-katzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-katzen/</guid><description>&lt;p&gt;Sie sind sehr kühl und biegsam, wenn sie schreiten,&#10;Und ihre Leiber fließen sanft entlang.&#10;Wenn sie die blumenhaften Füße breiten,&#10;Schmiegt sich die Erde ihrem runden Gang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Blick ist demuthaft und manchmal etwas irr.&#10;Dann spinnen ihre Krallen fremde Fäden,&#10;Aus Haar und Seide schmerzliches Gewirr,&#10;Vor Kellerstufen und zerbrochnen Läden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Abend sind sie groß und ganz entrückt,&#10;Verzauberte auf nächtlich weißen Steinen,&#10;In Schmerz und Wollust sehnsuchtskrank verzückt&#10;Hörst du sie fern durch deine Nächte weinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kinder schlummern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinder-schlummern/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kinder-schlummern/</guid><description>&lt;p&gt;Die Kinder schlummern in den Kissen,&#10;Weich, weichen Atems, nebenan,&#10;Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen&#10;Nicht was mit diesem Tag verrann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir aber fühlen jede Stunde,&#10;Die uns mit leisem Flügel streift&#10;Und wissen, daß im Dämmergrunde&#10;Der Zeit uns schon die letzte reift.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sitzen enggeschmiegt im Dunkeln.&#10;So träumt sich′s gut. Und keines spricht.&#10;Durchs Fenster fällt ein Sternenfunkeln,&#10;Vom Ofen her ein Streifchen Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einmal, im Schlaf, lacht eines der Kleinen&#10;Ganz leis. Was es wohl haben mag?&#10;Springt es mit seinen kurzen Beinen&#10;Noch einmal fröhlich durch den Tag?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kindsmörderin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kindsmoerderin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kindsmoerderin/</guid><description>&lt;p&gt;Horch - die Glocken weinen dumpf zusammen,&#10;Und der Zeiger hat vollbracht den Lauf.&#10;Nun, so sei&amp;rsquo;s denn! - Nun, in Gottes Namen!&#10;Grabgefährten, brecht zum Richtplatz auf!&#10;Nimm, o Welt, die letzten Abschiedsküsse,&#10;Diese Tränen nimm, o Welt, noch hin!&#10;Deine Gifte - o sie schmeckten süße!&#10;Wir sind quitt, du Herzvergifterin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fahret wohl, ihr Freuden dieser Sonne,&#10;Gegen schwarzen Moder umgetauscht!&#10;Fahre wohl, du Rosenzeit voll Wonne,&#10;Die so oft das Mädchen lustberauscht!&#10;Fahret wohl, ihr goldgewebten Träume,&#10;Paradieseskinder-Phantasien!&#10;Weh! sie starben schon im Morgenkeime,&#10;Ewig nimmer an das Licht zu blühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kleine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine/</guid><description>&lt;p&gt;Und plaudernd hing sie mir am Arm;&#10;Sie, halberschlossen nur dem Leben;&#10;Ich zwar nicht alt, doch aber dort,&#10;Wo uns verläßt die Jugend eben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wandelten hinauf, hinab&#10;Im dämmergrünen Gang der Linden;&#10;Sie sah mich froh und leuchtend an,&#10;Sie wußte nicht, es könnte zünden;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr ahnte keine Möglichkeit,&#10;Kein Wort von so verwegnen Dingen,&#10;Wodurch es selbst die tiefste Kluft&#10;Verlockend wird zu überspringen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die kleine indische Prinzessin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-indische-prinzessin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-indische-prinzessin/</guid><description>&lt;p&gt;Die kleine indische Prinzessin&#10;sitzt tags an Teichen,&#10;oder steht auf Brücken,&#10;und immer möchten ihre Hände schmücken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus einem Körbchen&#10;wirft sie Blumen in die Flut,&#10;bisweilen schlingt sie um Lampions&#10;Blattranken,&#10;am schönsten aber kränzt sie ihren Hut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann in der Nacht, wenn Kerzen glühn und schwanken,&#10;fährt sie den Strom hinab im Zederkahn,&#10;und plötzlich taucht sie, wie ein weißer Schwan,&#10;ins kühle Haus der goldgeschuppten Fische&#10;und spielt mit ihnen um die grünen Blättertische&#10;der Lotosrosen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die kleine Passion</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-passion/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kleine-passion/</guid><description>&lt;p&gt;Der sonnige Duft, Semptemberluft,&#10;sie wehten ein Mücklein mir aufs Buch.&#10;Das suchte sich die Ruhegruft&#10;und fern vom Wald sein Leichentuch.&#10;Vier Flügelein von Seiden fein&#10;trug′s auf dem Rücken zart,&#10;drin man im Regenbogenschein&#10;spielendes Licht gewahrt!&#10;Hellgrün das schlanke Leibchen war,&#10;hellgrün der Füßchen dreifach Paar,&#10;und auf dem Köpfchen wundersam&#10;saß ein Federbüschchen stramm;&#10;die Äuglein wie ein goldnes Erz&#10;glänzten mir in das tiefste Herz.&#10;Dies zierliche und manierliche Wesen&#10;hatt′ sich zu Gruft und Leichentuch&#10;das glänzende Papier erlesen,&#10;darin ich las, ein dichterliches Buch;&#10;so ließ den Band ich aufgeschlagen&#10;und sah erstaunt dem Sterben zu,&#10;wie langsam, langsam ohne Klagen&#10;das Tierlein kam zu seiner Ruh.&#10;Drei Tage ging es müd und matt&#10;umher auf dem Papiere;&#10;die Flügelein von Seide fein,&#10;sie glänzten alle viere.&#10;Am vierten Tage stand es still&#10;gerade auf dem Wörtlein &amp;ldquo;will&amp;rdquo;!&#10;Gar tapfer stand′s auf selbem Raum,&#10;hob je ein Füßchen wie im Traum;&#10;am fünften Tage legt′ es sich,&#10;doch noch am sechsten regt′ es sich;&#10;am siebten endlich siegt′ der Tod,&#10;da war zu Ende seine Not.&#10;Nun ruht im Buch sein leicht Gebein,&#10;mög′ uns sein Frieden eigen sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die kluge Wahl A.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kluge-wahl-a/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kluge-wahl-a/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Schraper freit um Jungfer Henning&#10;Und Jungfer Hennings baaren Pfenning,&#10;Und altes Silber wählt man nicht&#10;Nach Ansehn sondern nach Gewicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die kluge Wahl B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kluge-wahl-b/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kluge-wahl-b/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr stuzt warum der junge Veit&#10;Die alte lahme Jungfer freit?&#10;Der Schönheit wegen kauft man nicht&#10;Alt Silberzeug, bloß nach Gewicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kommenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kommenden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kommenden/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kinderplatz, mit Sand und Ruß bedeckt,&#10;von kläglich blassen Sträuchern eingeheckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wächst es auf, das kommende Geschlecht,&#10;das einst - vielleicht! - der Mutter Tränen rächt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort baut es ahnend sich ein hartes Ziel -&#10;Das Leben reicht ihm Steine überviel -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und - es ist närrisch - ob dem Geisterbau&#10;des Himmels zärtlichstes Septemberblau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von jener breiten Kinderstirne spricht&#10;ein schwarzes Trotzen: Und ich weiche nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß schon längst, was in der Welt so Brauch,&#10;und wie es Vater macht, so mach ichs auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kritikaster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kritikaster/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kritikaster/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr könnt uns Poesie nicht lehren,&#10;Und doch docirt Ihr uns so viel;&#10;Die Poesie, ein göttlich Spiel,&#10;Will sich an Euer Wort nicht kehren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frei wie die Luft schwebt sie dahin,&#10;Sie läßt sich nicht in Bande schlagen;&#10;Sie folgt dem eignen innern Sinn,&#10;Ist Duft und Klang, emporgetragen&#10;Vom milderwärmten Frühlingshauche;&#10;Sie fragt nicht viel nach Eurem Brauche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat mir ein Gott die Kraft gewährt,&#10;So, wie sie mir im Innern glühen,&#10;Die Flammen, die mein Busen nährt,&#10;In Worten glühend auszusprühen,&#10;So will ich dichten, weil ich′s ,&#10;Was gebt mich Euer Kritteln an! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Künstler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuenstler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuenstler/</guid><description>&lt;p&gt;Wie schön, o Mensch, mit deinem Palmenzweige&#10;Stehst du an des Jahrhunderts Neige&#10;In edler stolzer Männlichkeit,&#10;Mit aufgeschloßnem Sinn, mit Geistesfülle,&#10;Voll milden Ernsts, in thatenreicher Stille,&#10;Der reifste Sohn der Zeit,&#10;Frei durch Vernunft, stark durch Gesetze,&#10;Durch Sanftmuth groß und reich durch Schätze,&#10;Die lange Zeit dein Busen dir verschwieg,&#10;Herr der Natur, die deine Fesseln liebet,&#10;Die deine Kraft in tausend Kämpfen übet&#10;Und prangend unter dir aus der Verwildrung stieg!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Küße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuesse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-kuesse/</guid><description>&lt;p&gt;Des Freundes Zunge sprach zu der Geliebten Lippen:&#10;Was ist′s, das, mich zu bannen, euch bewegt?&#10;Laßt mich nur Einmal euren Nektar nippen!&#10;Ich bin ein Pfeil der keine Wunde schlägt.&#10;Ich bin beredt, ich lisple Huldigungen,&#10;Ich fleh′ um Gunst und innigen Verein;&#10;Und das vermag ich auch allein.&#10;Doch das Gekose schwesterlicher Zungen,&#10;Die, insgeheim, sich liebevoll umschlungen,&#10;Wird überschwenglicher als alle Worte sein:&#10;Es athmet Flammen und entzückte Pein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die längste Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-laengste-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-laengste-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Von des längsten Tages Helle&#10;War mir noch der Sinn bestrickt;&#10;Gern an seines Lichtes Quelle&#10;Hätt′ ich ewig mich erquickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch die Nächte wurden länger,&#10;Und das Dunkel stieg und stieg;&#10;Engre Kreise, immer enger&#10;Zog die Sonne, matt und siech.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selbst der Himmel schien zu trauern,&#10;Daß die Strahlenpracht verglüht,&#10;Und inmitten finstrer Mauern&#10;Mich verbarg ich lebensmüd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wie anders alles! Nicht mehr&#10;Sehn′ ich mir zurück den Tag,&#10;Da allhin, ein wallend Lichtmeer,&#10;Sonnenglanz auf Erden lag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Larven</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-larven/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-larven/</guid><description>&lt;p&gt;(Zu einer Zeichnung von A. Weißgerber)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Große hohle Larven,&#10;Grinsend oder greinend,&#10;Sind so viele Helden&#10;Heutzutag′:&#10;Wer das ausgefunden,&#10;Fragt sich sehr befremdet,&#10;Was wohl hinter ihnen&#10;Stecken mag?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in stillen Nächten,&#10;Da gelingt es manchmal,&#10;Zu belauschen diesen&#10;Larvenchor -&#10;Hinter jeder starren&#10;Fratze schlüpft lebendig&#10;Ein gar klein und feines&#10;Weibchen vor!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieser Teufelstöchter&#10;Scharfe weiße Zähnchen&#10;Höhlten aus von innen&#10;All die Pracht:&#10;Bis nichts mehr geblieben&#10;Von dem großen Helden&#10;Als ein Butz, der trüb schaut&#10;Oder lacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lehre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lehre/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lehre/</guid><description>&lt;p&gt;Mutter zum Bienelein:&#10;&amp;ldquo;Hüt dich vor Kerzenschein!&amp;rdquo;&#10;Doch was die Mutter spricht,&#10;Bienelein achtet nicht;&#10;Schwirret ums Licht herum,&#10;Schwirret mit Sum-sum-sum,&#10;Hört nicht die Mutter schrein:&#10;&amp;ldquo;Bienelein! Bienelein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Junges Blut, tolles Blut,&#10;Treibt in die Flammenglut,&#10;Treibt in die Flamm hinein, -&#10;&amp;ldquo;Bienelein! Bienelein!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;rsquo;s flackert nun lichterrot,&#10;Flamme gab Flammentod; -&#10;Hüt dich vor Mägdelein,&#10;Söhnelein! Söhnelein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Leidtragenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-leidtragenden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-leidtragenden/</guid><description>&lt;p&gt;Aus der Gruft heraus im Grabeskleid,&#10;Nach dem Garten wallt die todte Maid,&#10;Den sie einst so liebevoll gepflegt,&#10;Der wohl tief um sie jetzt Trauer trägt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Weiße Lilien, wie mein Herz so rein,&#10;Weinen wohl ums todte Schwesterlein?«&#10;Ach, die Lilien weinen nimmermehr,&#10;Nein, ihr Kelch ist licht und thränenleer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Meine Rosen, die ich so geliebt,&#10;Wohl seid ihr erblaßt und tief betrübt?«&#10;Ach, nicht färbte Gram die Rosen bleich,&#10;Nein, sie glühen fort gar wonnereich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Leiter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-leiter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-leiter/</guid><description>&lt;ol start="1784"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf der Erde stehet die Leiter der Weisheit, und reichet&#10;An den Himmel; wir sehn wenige Sprossen von ihr.&#10;Mühsam klimmt der Gelehrte hinan, und purzelt und klimmet&#10;Wieder hinan; und was hat der Gelehrte gesehn?&#10;Unten schlummert der Dichter auf Moos, wie der Hirte von Kanan;&#10;Und es steigen zu ihm Söhne des Himmels herab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die letzten Blumen starben!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-letzten-blumen-starben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-letzten-blumen-starben/</guid><description>&lt;p&gt;Die letzten Blumen starben!&#10;Längst sank die Königin&#10;Der warmen Sommermonde,&#10;Die holde Rose hin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du, hehre Georgine,&#10;Erhebst nicht mehr dein Haupt!&#10;Selbst meine hohe Pappel&#10;Sah ich schon halb entlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin ich doch weder Pappel,&#10;Noch Rose, zart und schlank;&#10;Warum soll ich nicht sinken,&#10;Da selbst die Rose sank?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Wo Liebe kümmt ins Haus,&#10;Da zeucht die Klugheit auß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe fing mich ein mit ihren Netzen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-fing-mich-ein-mit-ihren-netzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-fing-mich-ein-mit-ihren-netzen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Liebe fing mich ein mit ihren Netzen,&#10;Und Hoffnung bietet mir die Freiheit an;&#10;Ich binde mich den heiligen Gesetzen,&#10;Und alle Pflicht erscheint ein leerer Wahn.&#10;Es stürzen bald des alten Glaubens Götzen,&#10;Zieht die Natur mich so mit Liebe an.&#10;O süßer Tod, in Liebe neu geboren,&#10;Bin ich der Welt, doch sie mir nicht verloren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe ist blind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-ist-blind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-ist-blind/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Onkel stellt mir ewig vor:&#10;Es sey die Liebe blind.&#10;Doch im Vertraun, er ist ein Thor,&#10;Und redet wie ein Kind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn wär sie blind, wie? säh ich ein,&#10;Wie reizend Chloe blüht!&#10;Er mag wohl blind für Thorheit seyn,&#10;Weil er nicht dieses sieht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe ist ein Edelstein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-ist-ein-edelstein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-ist-ein-edelstein/</guid><description>&lt;p&gt;Die Liebe ist ein Edelstein,&#10;Sie brennt jahraus, sie brennt jahrein&#10;Und kann sich nicht verzehren;&#10;Sie brennt, so lang noch Himmelslicht&#10;In eines Menschen Aug&amp;rsquo; sich bricht,&#10;Um drin sich zu verklären.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe hat der Sterne Macht,&#10;Kreist siegend über Tod und Nacht,&#10;Kein Sturm, der sie vertriebe!&#10;Und blitzt der Hass die Welt entlang,&#10;Sie wandelt sicher den alten Gang,&#10;Hoch über den Wolken, die Liebe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe sprach</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-sprach/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-sprach/</guid><description>&lt;p&gt;Die Liebe sprach: in der Geliebten Blicke&#10;Mußt du den Himmel suchen, nicht die Erde,&#10;Daß sich die bessre Kraft daran erquicke&#10;Und dir das Sternbild nicht zum Irrlicht werde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe sprach: in der Geliebten Auge&#10;Mußt du das Licht dir suchen, nicht das Feuer,&#10;Daß dir′s zur Lamp′ in dunkler Klause tauge,&#10;Nicht dir verzehre deines Lebens Scheuer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe sprach: in der Geliebten Wonne&#10;Mußt du die Flügel suchen, nicht die Fesseln,&#10;Daß sie dich aufwärts tragen zu der Sonne,&#10;Nicht niederziehn zu Rosen und zu Nesseln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebe, wenn sie neu...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-wenn-sie-neu/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebe-wenn-sie-neu/</guid><description>&lt;p&gt;Die Liebe, wenn sie neu,&#10;braust wie ein junger Wein;&#10;je mehr sie alt und klar,&#10;je stiller wird sie sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebende (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebende-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebende-2/</guid><description>&lt;p&gt;Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite&#10;mich verlierend selbst mir aus der Hand,&#10;ohne Hoffnung, daß ich Das bestreite,&#10;was zu mir kommt wie aus deiner Seite&#10;ernst und unbeirrt und unverwandt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip;jene Zeiten: O wie war ich Eines,&#10;nichts was rief und nichts was mich verriet;&#10;meine Stille war wie eines Steines,&#10;über den der Bach sein Murmeln zieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber jetzt in diesen Frühlingswochen&#10;hat mich etwas langsam abgebrochen&#10;von dem unbewußten dunkeln Jahr.&#10;Etwas hat mein armes warmes Leben&#10;irgendeinem in die Hand gegeben,&#10;der nicht weiß was ich noch gestern war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Liebenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebenden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-liebenden/</guid><description>&lt;p&gt;Trennen wollten wir uns, wähnten es gut und klug;&#10;Da wir′s taten, warum schröckt′ uns, wie Mord, die Tat?&#10;Ach! wir kennen uns wenig,&#10;Denn es waltet ein Gott in uns.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Linden von Zellerburg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-linden-von-zellerburg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-linden-von-zellerburg/</guid><description>&lt;p&gt;Alte Linden hier im grünen Grunde,&#10;Mächtige! in euern Schattenbann&#10;Trete recht mit Ehrfurcht ich heran,&#10;Wie ein Knecht in eine Fürstenrunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stärker als wir flüchtig stolzen Wichte&#10;Gebt ihr schon dreihundert Jahre lang&#10;Eure feste Form dem Lebensdrang,&#10;Der aus dunklen Tiefen will zum Lichte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Goldne Blüten, Früchte muß er tragen&#10;Von der Art, die euern Stamm erfreut:&#10;Dauernd so zu frischer Pracht erneut&#10;Steht ihr heute wie in alten Tagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lokomotive</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lokomotive/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-lokomotive/</guid><description>&lt;p&gt;Da liegt das zwanzigmeterlange Tier,&#10;Die Dampfmaschine,&#10;Auf blankgeschliffner Schiene,&#10;Voll heißer Wut und sprungbereiter Gier -&#10;Da lauert, liegt das langgestreckte Eisen-Biest -&#10;Sieh da: wie Öl- und Wasserschweiß,&#10;Wie Lebensblut, gefährlich heiß,&#10;Ihm aus den Radgestängen, den offnen Weichen, fließt;&#10;Es liegt auf sechzehn roten Räder-Pranken,&#10;Wie fiebernd, langgeduckt zum Sprunge,&#10;Und Fieberdampf stößt röchelnd aus den Flanken.&#10;Es kocht und kocht die Röhrenlunge -&#10;Den ganzen Rumpf die Feuerkraft durchzittert,&#10;Er ächzt und siedet, zischt und hackt&#10;Im hastigen Dampf- und Eisentakt -&#10;Dein Menschenwort wie nichts im Qualm zerflittert.&#10;Das Schnauben wächst und wächst -&#10;Du stummer Mensch erschreckst -&#10;Du siehst die Wut aus allen Ritzen gären -&#10;Der Kesselröhren-Atemdampf&#10;Ist hochgewühlt auf sechzehn Atmosphären:&#10;Gewalt hat jetzt der heiße Krampf:&#10;Das Biest, es brüllt, das Biest, es brüllt,&#10;Der Führer ist in Dampf gehüllt -&#10;Der Regulatorhebel steigt nach links:&#10;Der Eisen-Stier harrt dieses Winks!&#10;Nun bafft vom Rauchrohr Kraftgeschnauf:&#10;Nun springt es auf! nun springt es auf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Macht des Gesanges</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-macht-des-gesanges/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-macht-des-gesanges/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Regenstrom aus Felsenrissen,&#10;Er kommt mit Donners Ungestüm,&#10;Bergtrümmer folgen seinen Güssen,&#10;Und Eichen stürzen unter ihm;&#10;Erstaunt mit wolllustvollem Grausen,&#10;Hört ihn der Wanderer und lauscht,&#10;Er hört die Flut vom Felsen brausen,&#10;Doch weiß er nicht, woher sie rauscht:&#10;So strömend es Gesanges Wellen&#10;Hervor aus nie entdeckten Quellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verbündet mit den furchtbarn Wesen,&#10;Die still des Lebens Faden drehn,&#10;Wer kann des Sängers Zauber lösen,&#10;Wer seinen Tönen widerstehn?&#10;Wie mit dem Stab des Götterboten&#10;Beherrscht er das bewegte Herz,&#10;Er taucht es in das Reich der Toten,&#10;Er hebt es staunend himmelwärts,&#10;Und wiegt es zwischen Ernst und Spiele&#10;Auf schwanker Leiter der Gefühle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Marionetten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-marionetten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-marionetten/</guid><description>&lt;p&gt;Wir lieben unsre schlanken Puppen sehr&#10;- Ihre weißen Gesichter sind einsam&#10;Über Leibern, fromm von Zerbrechlichkeit -&#10;Und spielen gern die seltsamen Verkettungen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihrer Arme, wenn sie sich lieben.&#10;Tragische Gebärde ist ihnen zuteil,&#10;Ihr dunkles Schicksal verstößt uns,&#10;Sie sind unter fremden Sternen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Manchmal greift uns ihr Schweigen ans Herz.&#10;Dann springt - heiße Verwunderung! -&#10;Tönender Schrei unsrer Inbrunst&#10;Von ihrem entfalteten Mund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Mechanik des Herzens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mechanik-des-herzens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mechanik-des-herzens/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Weise, mit der Wissenschaft,&#10;Die Welten zu bewegen,&#10;Gebt einem matten Herzen Kraft,&#10;Ein Fünkchen neu Vermögen,&#10;Ach, einen Tropfen Lebenssaft,&#10;sich jugendneu zu regen!&#10;Ich lass′ Euch Eure Wissenschaft,&#10;Die Welten zu bewegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die menschliche Gesellschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-menschliche-gesellschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-menschliche-gesellschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du verkörpert wärst zu einem Leibe,&#10;Mit allen deinen Satzungen und Rechten,&#10;Die das Lebendig-Freie schamlos knechten,&#10;Damit dem Toten diese Welt verbleibe;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die gottverflucht in höllischem Getreibe,&#10;Die Sünden selbst erzeugen, die sie ächten,&#10;Und auf das Rad den Reformator flechten,&#10;Daß er die alten Ketten nicht zerreibe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da dürfte dir das schlimmste deiner Glieder,&#10;Keck, wie es wollte, in die Augen schauen,&#10;Du müßtest ganz gewiß vor ihm erröten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die mit der himmlischen verwechselte Welt-Music...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mit-der-himmlischen-verwechselte-welt-music/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mit-der-himmlischen-verwechselte-welt-music/</guid><description>&lt;p&gt;Nachdem des glückes ball/ der liebe gauckel-spiel/&#10;Princeßin Anna/ ward aus Engelland vertrieben/&#10;Weil könig Heinrich nicht ihr wesen konte lieben/&#10;Und seiner alten haut ihr marmel mißgefiel;&#10;Riß das betrübte kind den wechsel ihres orden/&#10;Der ihr vor sonnenschein nun drachen-blicke gab/&#10;Vor grosser hertzens-angst in einer lauten ab/&#10;Mit dieser überschrifft: Sie ist zu thränen worden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer heute noch den thon der sterbligkeit erreicht/&#10;Wird wie taranteln auch leicht in den adern fühlen/&#10;Daß unser gantzes thun nur süssen saiten-spielen/&#10;Und unser glücke sich mit schwachen lauten gleicht.&#10;Denn wenn die saiten offt am allerhellsten klingen/&#10;So wird das gantze spiel durch einen bruch verrückt;&#10;So/ wenn den sterblichen der freuden anfang glückt/&#10;Muß offt das ende nichts als schwere thränen bringen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Mutter bei der Wiege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mutter-bei-der-wiege/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mutter-bei-der-wiege/</guid><description>&lt;p&gt;Schlaf, süßer Knabe, süß und mild!&#10;Du deines Vaters Ebenbild!&#10;Das bist du; zwar dein Vater spricht,&#10;Du habest seine Nase nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur eben itzo war er hier&#10;Und sah dir ins Gesicht,&#10;Und sprach: &amp;ldquo;Viel hat er zwar von mir,&#10;Doch meine Nase nicht.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich dünkt es selbst, sie ist zu klein,&#10;Doch muß es seine Nase sein;&#10;Denn wenn′s nicht seine Nase wär,&#10;Wo hättst du denn die Nase her?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Mutter des Humors</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mutter-des-humors/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-mutter-des-humors/</guid><description>&lt;p&gt;Freund Humor - dich würdigt jedermann,&#10;Weil so ganz ins Wesen du gedrungen!&#10;Was kein Tor und auch kein Weiser kann:&#10;Dir ist′s wunderleicht gelungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gegen alle Not bist du gefeit,&#10;Hast die klarsten Augen, feinsten Ohren -&#10;Du, den einst in unheilvoller Zeit&#10;Eine Sterbende geboren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feister Racker! hei, wie freust du dich,&#10;Und wie schmeckt dir all dein Erdenfutter -&#10;Hurrahoch! Die dir so wenig glich,&#10;Kanntest du ja nie: die Mutter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachbarskinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachbarskinder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachbarskinder/</guid><description>&lt;p&gt;Wer andern gar zu wenig traut,&#10;hat Angst an allen Ecken;&#10;wer gar zu viel auf andre baut,&#10;erwacht mit Schrecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er trennt sie nur ein leichter Zaun,&#10;die beiden Sorgengründer;&#10;zu wenig und zu viel Vertraun&#10;sind Nachbarskinder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachfolge Christi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachfolge-christi/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachfolge-christi/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein schlechtes Ding, dahin mit Christus gehen,&#10;Wo Wein an Wassers stat muß in den Krügen stehen;&#10;Wo Blut an Schweisses stat von ihm zur Erde fällt,&#10;Da lob ich den alsdann, der stand bey Christus hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Verträumte Polizisten watscheln bei Laternen.&#10;Zerbrochne Bettler meckern, wenn sie Leute ahnen.&#10;An manchen Ecken stottern starke Straßenbahnen,&#10;Und sanfte Autodroschken fallen zu den Sternen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um harte Häuser humpeln Huren hin und wieder,&#10;Die melancholisch ihren reifen Hintern schwingen.&#10;Viel Himmel liegt zertrümmert auf den herben Dingen&amp;hellip;&#10;Wehleidge Kater schreien schmerzhaft helle Lieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nächte explodieren in den Städten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-naechte-explodieren-in-den-staedten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-naechte-explodieren-in-den-staedten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nächte explodieren in den Städten,&#10;Wir sind zerfetzt vom wilden, heißen Licht,&#10;Und unsre Nerven flattern, irre Fäden,&#10;Im Pflasterwind, der aus den Rädern bricht.&#10;In Kaffeehäusern brannten jähe Stimmen&#10;Auf unsre Stirn und heizten jung das Blut,&#10;Wir flammten schon. Und suchen leise zu verglimmen,&#10;Weil wir noch furchtsam sind vor eigner Glut.&#10;Wir schweben müßig durch die Tageszeiten,&#10;An hellen Ecken sprechen wir die Mädchen an.&#10;Wir fühlen noch zu viel die greisen Köstlichkeiten&#10;Der Liebe, die man leicht bezahlen kann.&#10;Wir haben uns dem Tage übergeben&#10;Und treiben arglos spielend vor dem Wind,&#10;Wir sind sehr sicher, dorthin zu entschweben,&#10;Wo man uns braucht, wenn wir geworden sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nachtigall/</guid><description>&lt;p&gt;Kalt ist der Morgen und trüb′, es tönt durch die bebenden Zweige&#10;nur der Nachtigall Lied mild in dem brausenden Sturm;&#10;wunderbar lauschet der Hain: so tönt durch die Stürme des Lebens&#10;nur der Liebe Accent, alles verklärend, hindurch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Nebensonnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nebensonnen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-nebensonnen/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Sonnen sah ich am Himmel steh&amp;rsquo;n,&#10;Hab&amp;rsquo; lang und fest sie angeseh&amp;rsquo;n;&#10;Und sie auch standen da so stier,&#10;Als wollten sie nicht weg von mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, meine Sonnen seid ihr nicht!&#10;Schaut ander&amp;rsquo;n doch ins Angesicht!&#10;Ja, neulich hatt&amp;rsquo; ich auch wohl drei;&#10;Nun sind hinab die besten zwei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ging nur die dritt&amp;rsquo; erst hinterdrein!&#10;Im Dunkeln wird mir wohler sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die neue Muse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-neue-muse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-neue-muse/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich mich des Rechts beflissen&#10;Gegen meines Herzens Drang,&#10;Und mich halb nur losgerissen&#10;Von dem lockenden Gesang:&#10;Wohl dem Gotte mit der Binde&#10;Ward noch manches Lied geweiht,&#10;Keines jemals dir, o blinde&#10;Göttin der Gerechtigkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Andre Zeiten, andre Musen!&#10;Und in dieser ernsten Zeit&#10;Schüttert nichts mir so den Busen,&#10;Weckt mich so zum Liederstreit:&#10;Als wenn du, mit Schwert und Waage,&#10;Themis, thronst in deiner Kraft,&#10;Und die Völker rufst zur Klage,&#10;Könige zur Rechenschaft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Odaliske</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-odaliske/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-odaliske/</guid><description>&lt;p&gt;Es harrt auf weichem Purpursamt&#10;Die jüngste Sklavin ihres Herrn,&#10;Und unter dunkler Braue flammt&#10;Ihr Auge, wie ein irrer Stern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie stammt aus jenem Lande nicht,&#10;Wo ehrbar-blond der Weizen reift,&#10;Und stachlicht-keusch die Gerste sticht,&#10;Wenn man sie noch so leise streift.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie ist der Feuerzone Kind,&#10;Wo jede Frucht von selber fällt,&#10;Weil sie der Baum, der zu geschwind&#10;Die zweite zeitigt, gar nicht hält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat von dem Johannisstrauch&#10;Die karge Beere nie gepflückt,&#10;Die, ohne Kraft und ohne Hauch,&#10;Zur Abwehr gar den Dorn noch zückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Pest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-pest/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-pest/</guid><description>&lt;p&gt;In einer asiatischen Riesenstadt&#10;Bin ich auf meinen Reisen einst gewesen,&#10;Und während meines Aufenthaltes dort&#10;Schritt finster durch die Plätze, Höfe, Straßen&#10;Ein schwarzer Engel viele Wochen lang.&#10;Dem Urgrund eines breiten braunen Stromes&#10;Aus Schlamm und Schlick war hämisch er enttaucht,&#10;Und seine schweren Schwingen tropften Moder.&#10;Die Rechte hielt, wie ein gezogen Schwert,&#10;Wie Genien goldne Palmenzweige tragen,&#10;Ein giftig Kraut, das schlug er an die Pforten,&#10;Und tausend, abertausend winzige Käfer&#10;Entstoben dann dem giftigen Kraut und fielen&#10;Auf alle Menschen, alle übersäend,&#10;Und wem sie zierlich durch die Lippen krochen,&#10;Der mußte ohne Gnade in den Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Planetenbewohner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-planetenbewohner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-planetenbewohner/</guid><description>&lt;p&gt;Mit süßen Grillen sich ergötzen,&#10;Einwohner in Planeten setzen,&#10;Eh man aus sichern Gründen schließt,&#10;Daß Wein in den Planeten ist:&#10;Das heißt zu früh bevölkern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freund, bringe nur zuerst aufs reine,&#10;Daß in den neuen Welten Weine,&#10;Wie in der, die wir kennen, sind:&#10;Und glaube mir, dann kann ein Kind&#10;Auf seine Trinker schließen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Poesie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-poesie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-poesie/</guid><description>&lt;p&gt;Die Poesie, die Poesie,&#10;Die Poesie hat immer recht,&#10;Sie ist von höherer Natur&#10;Von übermenschlichem Geschlecht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kränkt ihr sie, und drückt ihr sie,&#10;Sie schimpfet nie, sie grollet nie.&#10;Sie legt sich in das grüne Moos,&#10;Beklagend ihr poetisch Loos!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Poesie und ihre Störer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-poesie-und-ihre-stoerer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-poesie-und-ihre-stoerer/</guid><description>&lt;p&gt;Im tiefen Walde ging die Poesie&#10;Die Pfade heilger Abgeschiedenheit,&#10;Da bricht ein lauter Schwarm herein und schreit&#10;Der Selbstversunknen zu: &amp;ldquo;Was suchst du hie?&#10;Laß doch die Blumen blühn, die Bäume rauschen,&#10;Und schwärme nicht unpraktisch weiche Klage,&#10;Denn mannhaftwehrhaft sind nunmehr die Tage,&#10;Du wirst dem Wald kein wirksam Lied entlauschen.&#10;Komm, komm mit uns, verding uns deine Kräfte;&#10;Wir wollen reich dir jeden Schritt bezahlen&#10;Mit blankgemünztem Lobe in Journalen,&#10;Heb dich zum weltbeglückenden Geschäfte! -&#10;Laß nicht dein Herz in Einsamkeit versumpfen,&#10;Erwach aus Träumen, werde sozial,&#10;Weih dich dem Tatendrange zum Gemahl;&#10;Zur alten Jungfer wirst du sonst verschrumpfen!&amp;rdquo;&#10;Die Poesie dem Schwarm antwortend spricht:&#10;&amp;ldquo;Laßt mich! verdächtig ist mir euer Streben;&#10;Befreien wollt ihr das gejochte Leben&#10;Und gönnt sogar der Kunst die Freiheit nicht?&#10;Euch sank zu tief ins Aug die Nebelkappe,&#10;Wenn euer Blick nicht straßenüber sieht,&#10;Und wenn ihr heischt vom freigebornen Lied,&#10;Daß es dienstbar nur eure Gleise tappe.&#10;Ein Blumenantlitz hat noch nie gelogen,&#10;Und sichrer blüht es mir ins Herz die Kunde,&#10;Daß heilen wird der Menschheit tiefe Wunde,&#10;Als euer wirres Antlitz, wutverzogen.&#10;Prophetisch rauscht der Wald: die Welt wird frei!&#10;Er rauscht es lauter mir als eure Blätter,&#10;Mit all dem seelenlosen Wortgeschmetter,&#10;Mit all der matten Eisenfresserei.&#10;Wenn mirs beliebt, werd ich hier Blumen pflücken;&#10;Wenn mirs beliebt, werd ich von Freiheit singen;&#10;Doch nimmermehr laß ich von euch mich dingen!&amp;rdquo;&#10;Sie sprichts und kehrt dem rohen Schwarm den Rücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Pythia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-pythia/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-pythia/</guid><description>&lt;p&gt;Von des Mummius loher Fackel war zu Staub Korinth geworden,&#10;Und der Freiheit altes Bollwerk lag gestürzt durch Römerhorden;&#10;Aber noch bekämpften Hellas′ Stämme sich in ew′gem Hadern,&#10;Tränkten noch den Mutterboden mit dem Blut der eignen Adern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und im Tempel Delphis standen die Gesandten der Entzweiten,&#10;Um Apollos Spruch zu hören, eh sie ihren Kampf erneuten;&#10;Auf dem Dreifuß ruht die Pythia, vor dem Gott dahingesunken,&#10;Und ihr Haupt erhebt sich mählich, von dem Geist der Zukunft trunken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rakete und der Kater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rakete-und-der-kater/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rakete-und-der-kater/</guid><description>&lt;p&gt;Hui! Die Rakete stieg. Sie fauchte&#10;Am Dach vorbei und höher. Glühend jung.&#10;Bis sie in wundervollem Linienschwung&#10;In ferne, dunkle Abendwolken tauchte.&#10;Auf jenem Dache saß ein schwarzer Kater.&#10;Der sah die schöne Linie, und was tat er?&#10;Zunächst: er fauchte ebenfalls.&#10;Dann dehnte er sich, reckte seinen Hals.&#10;Dann krümmte er den Buckel, hob ein Ohr&#10;Und streckte seinen Schweif graziös empor,&#10;Um jene schöne Linie nachzumachen.&#10;Doch die Rakete oben barst vor Lachen.&#10;Da warf sich unser schwarzer Kater&#10;Wild auf den Rücken. Und was tat er?&#10;Was tat er außer sich vor Wut?&#10;Nun, was man sonst gewöhnlich nicht&#10;Gerade auf dem Rücken liegend tut.&#10;Er tat es kräftig, tat es reichlich, gut;&#10;Er hatte kurz zuvor zu Haus&#10;Zwei Babyflaschen ausgesogen.&#10;Doch jenen herrlichen Raketenbogen - -&#10;Nein, nein, den kriegte er nicht raus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die rechte Stunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rechte-stunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rechte-stunde/</guid><description>&lt;p&gt;Im heitren Saal beim Kerzenlicht,&#10;Wenn alle Lippen sprühen Funken,&#10;Und gar vom Sonnenscheine trunken,&#10;Wenn jeder Finger Blumen bricht,&#10;Und vollends an geliebtem Munde,&#10;Wenn die Natur in Flammen schwimmt, -&#10;Das ist sie nicht die rechte Stunde,&#10;Die dir der Genius bestimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn so Tag als Lust versank,&#10;Dann wirst du schon ein Plätzchen wissen,&#10;Vielleicht in deines Sofas Kissen,&#10;Vielleicht auf einer Gartenbank:&#10;Dann klingt′s wie halb verstandne Weise,&#10;Wie halb verwischter Farben Guß&#10;Verrinnt′s um dich, und leise, leise&#10;Berührt dich dann dein Genius.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Republik der Spinnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-republik-der-spinnen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-republik-der-spinnen/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Spinnenvolke fiel es ein,&#10;In Zukunft sicherer zu seyn,&#10;Und nicht Jedwedem zu vergönnen,&#10;In ihrem Schloß herum zu rennen,&#10;Sie wohnten eben dazumal&#10;In einem großen wüsten Saal,&#10;Durch dessen offne Fensterbogen&#10;Stets Mücke, Schwalb′ und Sperling flogen.&#10;Wir wollen (murreten die Spinnen)&#10;Den Vortheil euch wohl abgewinnen;&#10;Und zogen in die Läng′ und Quer′&#10;Viel Fäden vor den Fenstern her.&#10;Doch Schwalb′ und Sperling kamen bald&#10;Und fuhren dreist und mit Gewalt&#10;Durch diese leichten Spinnenweben,&#10;Und nur die Mücken blieben kleben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Reuige</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-reuige/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-reuige/</guid><description>&lt;p&gt;Himmel, welch eine Pein sie fühlt! Sie hat so viel Tugend&#10;Immer gesprochen, daß ihr nun kein Verführer mehr naht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Roggenmuhme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-roggenmuhme/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-roggenmuhme/</guid><description>&lt;p&gt;Laß stehn die Blume!&#10;Geh nicht ins Korn!&#10;Die Roggenmuhme&#10;Zieht um da vorn!&#10;Bald duckt sie nieder,&#10;Bald guckt sie wieder:&#10;Sie wird die Kinder fangen,&#10;Die nach den Blumen langen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Wie man an ihrem Zweig im Monat Mai die RoseIn ihrer Jugend sieht, in ihrer ersten Pracht,Wie sie mit ihrer Glut den Himmel neidisch macht,Der morgens sie besprengt, der weinend wolkenlose:Die Anmut ruht sich aus, die Lieb´auf ihrem Blatte,Erfüllend Busch und Baum mit ihren süßen Hauch;Doch martert Regen sie, quält Hitze ihren Strauch,So löst sie sich vom Stiel und stirbt, die todesmatte:So hat im ersten Glanz, in deiner schönsten Zeit,Als Erd´und himmel dich geziert mit ihrem Kleid,Die Parze dich gefällt zu frühem Aschenlose.Nimm meine Träne denn zum Schmuck dir in die Gruft,Den Krug hier voller Milch, den Korb voll Blumendurft,Daß tot wie lebend du nur Rose seist, nur Rose.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rose blüht, ich bin die fromme Biene...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rose-blueht-ich-bin-die-fromme-biene/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rose-blueht-ich-bin-die-fromme-biene/</guid><description>&lt;p&gt;Die Rose blüht, ich bin die fromme Biene,&#10;Die in der Blätter keuschen Busen sinkt,&#10;Und milden Tau und süßen Honig trinkt,&#10;Doch lebt ihr Glanz und bleibet ewig grüne.&#10;So singt mein tiefstes Freudenlied,&#10;Ach meine Rose blüht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rose blüht, o Sonnenschein verziehe,&#10;Daß lange noch der liebe Sommer währt,&#10;Und mir kein Sturm die süße Lust versehrt,&#10;Daß all mein Heil aus dieser Rose blühe&#10;So freut sich innig mein Gemüt,&#10;Weil meine Rose blüht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rosenschale</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosenschale/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosenschale/</guid><description>&lt;p&gt;Zornige sahst du flackern, sahst zwei Knaben&#10;Zu einem Etwas sich zusammenballen,&#10;das Haß war und sich auf der Erde wälzte&#10;wie ein von Bienen überfallnes Tier;&#10;Schauspieler, aufgetürmte Übertreiber,&#10;rasende Pferde, die zusammenbrachen,&#10;den Blick wegwerfend, bläkend das Gebiß&#10;als schälte sich der Schädel aus dem Maule.&#10;Nun aber weißt du, wie sich das vergißt:&#10;Denn vor dir steht die volle Rosenschale,&#10;die unvergeßlich ist und angefüllt&#10;mit jenem Äußersten von Sein und Neigen,&#10;Hinhalten, Niemals-Gebenkönnen, Dastehn,&#10;das unser sein mag: Äußerstes auch uns.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Rosse von Gravelotte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosse-von-gravelotte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-rosse-von-gravelotte/</guid><description>&lt;ol start="18"&gt;&#10;&lt;li&gt;August&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Heiß war der Tag und blutig die Schlacht,&#10;Kühl wird der Abend und ruhig die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Droben vom Waldsaum nieder ins Thal&#10;Dreimal schmettert Trompetensignal;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ladet so laut und schmettert so hell,&#10;Ruft die Dragoner zurück zum Appell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Truppweis, in Rotten, zu dreien und zwein,&#10;Stellen die tapferen Reiter sich ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber nicht alle kehren zurück,&#10;Mancher liegt da mit gebrochenem Blick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kam zur Reveille frisch noch und rot,&#10;Liegt beim Appell bleich, blutig und tot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sänger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-saenger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-saenger/</guid><description>&lt;p&gt;Wir üben eine schöne Pflicht&#10;Wir Sänger jung und alt,&#10;Dem Blumenduft, dem Sternenlicht&#10;Gibt unser Sang Gestalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir finden für den stillsten Traum&#10;Das Wort als Deuterin,&#10;Und was die Meisten ahnen kaum, -&#10;Uns liegt es klar im Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was Tausenden das Herz umzieht&#10;Als trüber Dämmerschein,&#10;Wir singen es in einem Lied&#10;Laut in die Welt hinein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schamhafte Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schamhafte-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schamhafte-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Sie sei sonst, wie sie will, die Zeit,&#10;So liebt sie doch Verschämlichkeit:&#10;Sie kann die Wahrheit nackt nicht leiden,&#10;Drum ist sie emsig, sie zu kleiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schatzgräberin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schatzgraeberin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schatzgraeberin/</guid><description>&lt;p&gt;Mütterchen, sag, was suchst du im Schutt dort? Siebenzig Jahre&#10;Hat dich der Himmel getäuscht, und doch noch glaubst du an Glück?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schifffahrt oder Die Geretteten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schifffahrt-oder-die-geretteten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schifffahrt-oder-die-geretteten/</guid><description>&lt;p&gt;Es lächelt der Himmel, die Woge glänzt,&#10;Und rosig erglüht das Gestade,&#10;Von der lächelnden Hoffnung Blüthen umkränzt&#10;Betret′ ich die wogenden Pfade;&#10;Es winken uns Mond und Abendstern,&#10;Sie baden in thauigen Fluthen so gern,&#10;Wir folgen den winkenden Strahlen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie spiegelt im sanftgebrochenen Tanz&#10;Der Neumond auf wallenden Fluthen,&#10;Es strahlt der hesperischen Küsten Kranz,&#10;Hoch leuchten des Schneeberges Gluthen!&#10;Und Purpur und Lilien im blauen Meer,&#10;Sie wogen schmeichelnd um′s Schiffchen her,&#10;O liebliche Stille des Meeres!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schlimme Sorte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlimme-sorte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlimme-sorte/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Sorte von Menschen macht gleich mich verstummen,&#10;Das sind die superklugen Dummen.&#10;Da hilft nur das: Sie schweigend zu tragen&#10;Oder sie einfach niederzuschlagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schlimmen Eheleut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlimmen-eheleut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schlimmen-eheleut/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht also kürren und schorren die Ratzen,&#10;nicht also schreien und gmauzen die Katzen,&#10;nicht also pfeifen und zischen die Schlangen,&#10;nicht also rauschen und prasseln die Flammen,&#10;nicht also scheppern und kleppern die Rötschen,&#10;nicht also plurren und schnurren die Prötschen,&#10;nicht also wüten und heulen die Hund,&#10;nicht also brüllet der Löwen ihr Schlund,&#10;nicht also hauset und brauset das Meer,&#10;nicht also stürmet ein kriegrisches Heer,&#10;Nicht also reißet und tobet der Wind,&#10;nicht also jammert ein schreiendes Kind:&#10;wie zwei wankende, zankende, reißende, beißende,&#10;weinende, greinende, mockende, bockende,&#10;trutzige, schmutzige&#10;Eheleut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schnupftabaksdose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schnupftabaksdose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schnupftabaksdose/</guid><description>&lt;p&gt;Es war eine Schnupftabaksdose&#10;Die hatte Friedrich der Große&#10;Sich selbst geschnitzt aus Nussbaumholz&#10;Und darauf war sie natürlich stolz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam ein Holzwurm gekrochen&#10;Der hatte Nussbaum gerochen&#10;Die Dose erzählte ihm lang und breit&#10;Vom Friedrich dem Großen und seiner Zeit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie nannte den alten Fritz generös&#10;Da aber wurde der Holzwurm nervös&#10;Und sagte, indem er zu bohren begann:&#10;&amp;ldquo;Was geht mich Friedrich der Große an!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schöne Blumenverkäuferin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoene-blumenverkaeuferin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoene-blumenverkaeuferin/</guid><description>&lt;p&gt;Am Marktplatz bei der Ecke&#10;Da hab′ ich niemals Eil′,&#10;Da sitzt ein schönes Mägdlein&#10;Und bietet Blumen feil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Frühjahr waren′s Veilchen,&#10;Jetzt Maienglöcklein fein,&#10;Im Sommer werden′s Rosen,&#10;Im Herbste Nelken sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So nehm′ ich jeden Morgen&#10;Ein frisches Sträußlein mit,&#10;Doch wann es Winter worden &amp;ndash;&#10;O weh, dran dacht′ ich nit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoenheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Das Loos der Götter ist auch dir gefallen;&#10;Denn du bist schön, du brauchst dich nur zu zeigen,&#10;So wird sogar von Lippen, welche schweigen,&#10;Wenn Jeder jauchzt, dir Lob und Preis erschallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, die als unerreichbar vorschwebt Allen,&#10;Die Harmonie, ist deinem Wesen eigen,&#10;Wie sollte dich, wo du erscheinst, ein Reigen&#10;Von trunkenen Verehrern nicht umwallen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar werden wir′s nur schmerzlicher empfinden,&#10;Wie viel uns mangelt, wenn wir auf dich schauen,&#10;Allein du bist uns doch verwandt geblieben;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die schönste Erscheinung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoenste-erscheinung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schoenste-erscheinung/</guid><description>&lt;p&gt;Sahest du nie die Schönheit im Augenblicke des Leidens,&#10;Niemals hast du die Schönheit gesehn.&#10;Sahst du die Freude nie in einem schönen Gesichte,&#10;Niemals hast du die Freude gesehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Schriftstellerhymne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schriftstellerhymne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-schriftstellerhymne/</guid><description>&lt;p&gt;Der Schriftsteller geht dem Broterwerb nach,&#10;Mit ausgefransten Hosen.&#10;Er schläft sieben Treppen hoch unterm Dach,&#10;Mit ausgefransten Hosen.&#10;Schöner, grüner,&#10;Schöner, grüner Lorbeerzweig, der dich neckt&#10;Und die Stirn bedeckt, wenn der Lump verreckt,&#10;Mit ausgefransten Hosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist irgendwer gegen sein Schicksal erbost,&#10;Mit ausgefransten Hosen,&#10;Der Schriftsteller bringt auch dem Ärmsten noch Trost,&#10;Mit ausgefransten Hosen.&#10;Schöner, grüner,&#10;Schöner, grüner Lorbeerzweig, der dich neckt&#10;Und die Stirn bedeckt, wenn der Lump verreckt,&#10;Mit ausgefransten Hosen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seele/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Die Seele warm,&#10;das Auge klar,&#10;die Lippe wahr,&#10;von Stahl der Arm;&#10;für´s andre sorgen&#10;dein Heut´ und Morgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die sieben und vierzigste Ode Anakreons</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sieben-und-vierzigste-ode-anakreons/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sieben-und-vierzigste-ode-anakreons/</guid><description>&lt;p&gt;Alter tanze! Wenn du tanzest,&#10;Alter, so gefällst du mir!&#10;Jüngling, tanze! Wenn du tanzest,&#10;Jüngling, so gefällst du mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alter, tanze, trotz den Jahren!&#10;Welche Freude, wenn es heißt:&#10;Alter, du bist alt an Haaren,&#10;Blühend aber ist dein Geist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die singende Muschel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-singende-muschel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-singende-muschel/</guid><description>&lt;p&gt;Als Kind sang eine Muschel&#10;mir das Meer.&#10;Ich konnte träumelang&#10;an ihrem kühlem Munde lauschen.&#10;Und meine Sehnsucht wuchs&#10;und blühte schwer,&#10;und stellte Wünsche und Gestalten&#10;in das ferne Rauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sinnende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sinnende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sinnende/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich tot bin, wird mein Name schweben&#10;Eine kleine Weile ob der Welt.&#10;Wenn ich tot bin, mag es mich noch geben&#10;Irgendwo an Zäunen hinterm Feld.&#10;Doch ich werde bald verlorengehn,&#10;Wie das Wasser fließt aus narbigem Krug,&#10;Wie geheim verwirkte Gabe der Feen&#10;Und ein Wölkchen Rauch am rasenden Zug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich tot bin, sinken Herz und Lende,&#10;Weicht, was mich gehalten und bewegt,&#10;Und allein die offnen, stillen Hände&#10;Sind, ein Fremdes, neben mich gelegt.&#10;Und um meine Stirn wird&amp;rsquo;s sein&#10;Wie vor Tag, wenn ein Höhlenmund Sterne fängt&#10;Und aus des Lichtgewölbs Schattenstein&#10;Graues Tuch die riesigen Falten hängt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sinngedichte an den Leser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sinngedichte-an-den-leser/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sinngedichte-an-den-leser/</guid><description>&lt;p&gt;Wer wird nicht einen loben?&#10;Doch wird ihn jeder lesen? – Nein.&#10;Wir wollen weniger erhoben,&#10;Und fleißiger gelesen sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Soldatenbraut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-soldatenbraut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-soldatenbraut/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wenn′s nur der König auch wüßt′,&#10;Wie wacker mein Schätzelein ist!&#10;Für den König da ließ′ er sein Blut,&#10;Für mich aber ebensogut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Schatz hat kein Band und Kein′ Stern,&#10;Kein Kreuz, wie die vornehmen herrn;&#10;Mein Schatz wird auch kein General, -&#10;Hätt′ er nur seinen Abschied einmal!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es scheinen drei Sterne so hell&#10;Dort übern Marien-Kapell:&#10;Da knüpft uns ein rosenrot Band,&#10;Und ein Hauskreuz ist auch bei der Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sommernacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sommernacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sommernacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Schimmer von dem Monde nun herab&#10;In die Wälder sich ergießt, und Gerüche&#10;Mit den Düften von der Linde&#10;In den Kühlungen wehn;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So umschatten mich Gedanken an das Grab&#10;Der Geliebten, und ich seh in dem Walde&#10;Nur es dämmern, und es weht mir&#10;Von der Blüthe nicht her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich genoß einst, o ihr Todten, es mit euch!&#10;Wie umwehten uns der Duft und die Kühlung,&#10;Wie verschönt warst von dem Monde,&#10;Du o schöne Natur!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sonne sinkt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonne-sinkt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sonne-sinkt/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht lange durstest du noch,&#10;verbranntes Herz!&#10;Verheißung ist in der Luft,&#10;aus unbekannten Mündern bläst mich′s an,&#10;- die große Kühle kommt&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Sonne stand heiß über mir im Mittage:&#10;seid mir gegrüßt, daß ihr kommt,&#10;ihr plötzlichen Winde,&#10;ihr kühlen Geister des Nachmittags!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Luft geht fremd und rein.&#10;Schielt nicht mit schiefem&#10;Verführerblick&#10;die Nacht mich an?&amp;hellip;&#10;Bleib stark, mein tapfres Herz!&#10;Frag nicht: warum?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sorgen auf dem Throne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sorgen-auf-dem-throne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sorgen-auf-dem-throne/</guid><description>&lt;p&gt;Espartero! Espartero!&#10;Wärst aus Spanien nicht verbannt du,&#10;Gerne hättest du genommen&#10;Seinen Scepter in die Hand du!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Isabella! Isabella!&#10;Vormundschaft ist unerträglich!&#10;Selbst das Regiment zu führen,&#10;Sehnt dein Herze sich unsäglich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Christine! Ach Christine!&#10;Wär&amp;rsquo;n nicht die verdammten Cortes,&#10;Du regiertest; Espartero&amp;rsquo;n&#10;Thätest grade du zum Tort es.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach Don Carlos! O Don Carlos!&#10;Wie viel Thränen sind vergossen!&#10;Um den Purpur dir zu färben,&#10;Wie viel Blut hast du vergossen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Spange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spange/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spange/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wollte sie aus kühlem eisen&#10;Und wie ein glatter fester streif -&#10;Doch war im schacht auf allen gleisen&#10;So kein metall zum gusse reif.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun aber soll sie also sein :&#10;Wie eine grosse fremde dolde&#10;Geformt aus feuerrotem golde&#10;Und reichem blitzendem gestein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Spitze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spitze/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-spitze/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Menschlichkeit: Namen schwankender Besitze,&#10;noch unbestätigter Bestand von Glück:&#10;ist das unmenschlich, daß zu dieser Spitze,&#10;zu diesem kleinen dichten Spitzenstück&#10;zwei Augen wurden? - Willst du sie zurück?&#10;Du Langvergangene und schließlich Blinde,&#10;ist deine Seligkeit in diesem Ding,&#10;zu welcher hin, wie zwischen Stamm und Rinde,&#10;dein großes Fühlen, kleinverwandelt, ging?&#10;Durch einen Riß im Schicksal, eine Lücke&#10;entzogst du deine Seele deiner Zeit;&#10;und sie ist so in diesem lichten Stücke,&#10;daß es mich lächeln macht vor Nützlichkeit.&#10;II&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Soll ihr Bestes dir erzählen&#10;Eine alte deutsche Stadt,&#10;Darfst du nicht den Tag dir wählen&#10;Im Gewühl der Krämerseelen,&#10;Mußt tiefnachts hinein dich stehlen,&#10;Wann ihr Himmel Vollmond hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann aus wirrendem Getriebe&#10;Löst sich klar ihr Dauerbild,&#10;Das, ob Zeit auf Zeit verstiebe,&#10;Immer stolz und ruhig bliebe -&#10;Deutlich wird die Kraft der Liebe,&#10;Die sie hob aus dem Gefild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tüchtig-ernstes Menschenringen&#10;Redet dann aus jedem Bau,&#10;Not und herrliches Bezwingen!&#10;Und die grauen Brunnen singen&#10;All das siegende Gelingen&#10;Feierlich im Silberblau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stadt lebt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt-lebt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stadt-lebt/</guid><description>&lt;p&gt;Um die Großstadt sinkt die Welt in Schlaf.&#10;Felder gilben, Wälder ächzen überall.&#10;Wie Blätter fallen draußen alle Tage,&#10;Vom Zeitwind weggeweht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Stadt weiß nichts vom bunten Aufschrei der Natur,&#10;Vom letzten aufgepeitschten Blätterwirbel,&#10;Die Stadt hört nicht von Berg und Stoppelflur&#10;Den trauergroßen, herben Schlafgesang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob Ebene und Wald in welkes Sterben fallen,&#10;Ob draußen tost Vergänglichkeit,&#10;Im Stadtberg brüllen Straßen, Hämmer hallen:&#10;Die Lärmstadt dampft in Unrast ohne Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sternschneuzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sternschneuzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-sternschneuzen/</guid><description>&lt;p&gt;Und das ist ja durch&amp;rsquo;s ganze Land&#10;Beim Buben und der Maid bekannt,&#10;Daß, wenn ein Stern vom Himmel fährt,&#10;Was schnell man wünschte, wird erhört.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wünscht sich nun beim Sternenglanz:&#10;Das Gretchen bald den Myrthenkranz;&#10;Kaum ist der junge Tag heran,&#10;Da hält ihr Liebster um sie an!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Eine wünscht sich Glanz und Pracht&#10;Der And&amp;rsquo;re eine süße Nacht,&#10;Der Dritte wünscht sich Dies und Das,&#10;Und Allen wurd&amp;rsquo;s erfüllet baß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stille/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stille/</guid><description>&lt;p&gt;Hörst du, Geliebte, ich hebe die Hände -&#10;hörst du: es rauscht&amp;hellip;&#10;Welche Gebärde der Einsamen fände&#10;sich nicht von vielen Dingen belauscht?&#10;Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider,&#10;und auch das ist Geräusch bis zu dir.&#10;Hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder&amp;hellip;&#10;&amp;hellip;aber warum bist du nicht hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung&#10;bleibt in der seidenen Stille sichtbar;&#10;unvernichtbar drückt die geringste Erregung&#10;in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.&#10;Auf meinen Atemzügen heben und senken&#10;die Sterne sich.&#10;Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke,&#10;und ich erkenne die Handgelenke&#10;entfernter Engel.&#10;Nur die ich denke: Dich&#10;seh ich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stimmen der Natur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stimmen-der-natur/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stimmen-der-natur/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Vögel singen, rufen sie dabei die Blumen des Feldes oder sprechen sie mit den Bäumen,&#10;oder ist ihr Gesang nur ein Widerhall dessen, was das Bächlein murmelt?&#10;Der Mensch mit all seiner Klugheit kann nicht verstehen,&#10;was die Vögel sagen oder was der Bach vor sich hinmurmelt oder was die Wellen flüstern,&#10;wenn sie langsam und sanft den Strand berühren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mensch in all seiner Klugheit kann nicht verstehen,&#10;was der Regen spricht, wenn er auf die Blätter in den Bäumen fällt oder wenn er aufs Fensterbrett tropft.&#10;Er weiß nicht, was der flüchtige Wind den Blüten zu erzählen hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stirn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stirn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stirn/</guid><description>&lt;p&gt;Himmel baut sich um die Brust mir bis zum Kiefer,&#10;Aber durchbrechend sein Dach&#10;Sprosst mein Auge frei hinaus, indes die Hüften tiefer&#10;Stehen in Wiese und Luft, grünem und blauem Gemach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber durchbrechend das Dach - in welchen Räumen&#10;Wächst mein Haupt? Unten in Meer&#10;Und Wald und irdischen Maschinen schäumen&#10;Die Dinge lärmend und schwer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dennoch nur wie leiser Schlaf in engen Wänden,&#10;Wie ein bescheidenes Spiel!&#10;Aber riesig über Himmelsschultern, Bergeslenden,&#10;Schwebt die Stirn, - Sonne auf schmächtigem Stiel,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Straße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-strasse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-strasse/</guid><description>&lt;p&gt;Auf violetten Dünsten schwimmen Lichter&#10;Von brennend hohem Gelb. Du tauchst hinein,&#10;Gewirbelt blindlings in ein Meer Gesichter,&#10;Blass, atmend nah. Versinkst. Und bist allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur du. Zum Prüfen fühlst du deine Hände&#10;Und weißt, du träumst. Der Traum steigt weiß empor.&#10;Vor dir erkennst du steile Straßenwände,&#10;Behängt mit seltsam hellem Lichterflor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Ohr ist zu. Nur deine Augen fühlen.&#10;Quer zeigt die Straße durch den Sternenwald.&#10;Die Sternenzweige, die vorüberspülen,&#10;Bildtäuschen Göttergesten und manche Tiergestalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die stumme Schöne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stumme-schoene/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stumme-schoene/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich die junge Clitia&#10;Schön, wie ein Tag im Frühling, sah,&#10;Rief ich: welch reizendes Gesicht!&#10;O Schade! daß sie doch nicht spricht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sprach, und nun war ich ganz Ohr,&#10;Kaum stammelt sie zwey Worte vor;&#10;So rief ich: welch ein schön Gesicht!&#10;Nur ewig Schade! daß sie spricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Stunde schlug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stunde-schlug/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-stunde-schlug/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stunde schlug, und deine Hand&#10;Liegt zitternd in der meinen,&#10;An meine Lippen streiften schon&#10;Mit scheuem Druck die deinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es zuckten aus dem vollen Kelch&#10;Elektrisch schon die Funken;&#10;O fasse Mut, und fliehe nicht,&#10;Bevor wir ganz getrunken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lippen, die mich so berührt,&#10;Sind nicht mehr deine eignen;&#10;Sie können doch, solang du lebst,&#10;Die meinen nicht verleugnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lippen, die sich so berührt,&#10;Sind rettungslos gefangen;&#10;Spät oder früh, sie müssen doch&#10;Sich tödlich heimverlangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Sünderin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-suenderin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-suenderin/</guid><description>&lt;p&gt;Einsam liegt ein Häuschen, abgelegen,&#10;Hart am Meer, das an die Wände braust,&#10;Daß sie ewig zitternd sich bewegen,&#10;Wie so manches Herz, das drinnen haust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieses niedre Pförtlein, will’s nicht deuten,&#10;Daß nur Niedres ungehemmt hier zieht,&#10;Doch der Reinheit Kranz, beim Drüberschreiten,&#10;Leicht vom Haupt sich abstreift und verblüht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn ein Tempel ist’s, der Sünd’ erschlossen!&#10;Und doch seht, wie glänzt das Frühroth drauf,&#10;Daß er, wie aus reinem Gold gegossen,&#10;Ragt als heil’ger Sonnentempel auf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Taxuswand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-taxuswand/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-taxuswand/</guid><description>&lt;p&gt;Ich stehe gern vor dir,&#10;Du Fläche schwarz und rauh,&#10;Du schartiges Visier&#10;Vor meines Liebsten Brau,&#10;Gern mag ich vor dir stehen,&#10;Wie vor grundiertem Tuch,&#10;Und drüber gleiten sehen&#10;Den bleichen Krönungszug;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als mein die Krone hier,&#10;Von Händen die nun kalt;&#10;Als man gesungen mir&#10;In Weisen die nun alt;&#10;Vorhang am Heiligtume,&#10;Mein Paradiesestor,&#10;Dahinter alles Blume,&#10;Und alles Dorn davor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn jenseits weiß ich sie,&#10;Die grüne Gartenbank,&#10;Wo ich das Leben früh&#10;Mit glühen Lippen trank.&#10;Als mich mein Haar umwallte&#10;Noch golden wie ein Strahl,&#10;Als noch mein Ruf erschallte,&#10;Ein Hornstoß, durch das Tal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die teuflische Stanze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-teuflische-stanze/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-teuflische-stanze/</guid><description>&lt;p&gt;Noch jeder Gott war menschliches geschöpfe&#10;Die immer seligen sind allein die tröpfe&#10;Nur was die narren sprechen ist orakel&#10;Nur was nie war ist frei von jedem makel&#10;Die tugend dank am meisten dem vergehen&#10;Die liebe kommt vom mangelhaften sehen&#10;Kein heiliger der′s nicht aus dem sünder wurde&#10;Und ewige wahrheit bleibt nur das absurde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die tiefste Erniedrigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tiefste-erniedrigung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-tiefste-erniedrigung/</guid><description>&lt;p&gt;Wehe, mein Vaterland, dir! Das Lied dir zum Ruhme zu singen,&#10;Ist, getreu dir im Schoß, mir, deinem Dichter, verwehrt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Töne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toene/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toene/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr tiefen Seelen, die im Stoff gefangen,&#10;Nach Lebensodem, nach Befreiung ringt;&#10;Wer löset eure Bande dem Verlangen,&#10;Das gern melodisch aus der Stummheit dringt?&#10;Wer Töne öffnet eurer Kerker Riegel?&#10;Und wer entfesselt eure Aetherflügel?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst, da Gewalt den Widerstand berühret,&#10;Zersprang der Töne alte Kerkernacht;&#10;Im weiten Raume hier und da verirret&#10;Entflohen sie, der Stummheit nun erwacht,&#10;Und sie durchwandelten den blauen Bogen&#10;Und jauchzten in den Sturm der wilden Wogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Toten an die Lebenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toten-an-die-lebenden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toten-an-die-lebenden/</guid><description>&lt;p&gt;Die Kugel mitten in der Brust, die Stirne breit gespalten,&#10;So habt ihr uns auf blut&amp;rsquo;gem Brett hoch in die Luft gehalten!&#10;Hoch in die Luft mit wildem Schrei, daß unsre Schmerzgebärde&#10;Dem, der zu töten uns befahl, ein Fluch auf ewig werde!&#10;Daß er sie sehe, Tag und Nacht, im Wachen und im Traume -&#10;Im Öffnen seines Bibelbuchs wie im Champagnerschaume!&#10;Daß wie ein Brandmal sie sich tief in seine Seele brenne:&#10;Daß nirgendwo und nimmermehr er vor ihr fliehen könne!&#10;Daß jeder qualverzogne Mund, daß jede rote Wunde&#10;Ihn schrecke noch, ihn ängste noch in seiner letzten Stunde!&#10;Daß jedes Schluchzen um uns her dem Sterbenden noch schalle,&#10;Daß jede tote Faust sich noch nach seinem Haupte balle -&#10;Mög&amp;rsquo; er das Haupt nun auf ein Bett, wie andre Leute pflegen,&#10;Mög&amp;rsquo; er es auf ein Blutgerüst zum letzten Atmen legen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die toten Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toten-freunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-toten-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Heut′ Nacht, als ich die Straßen durchstrich,&#10;Meine toten Freunde erwarteten mich,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der eine da, der andre dort,&#10;Ein jeder an seinem besondern Ort&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Kamerad für den einsamen Gang:&#10;Es war, als warteten sie schon lang′&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und freuten sich über den guten Witz ..&#10;Als ersten traf ich den wilden Fritz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der stand im Häuserschatten gebückt,&#10;Den Schlapphut tief in die Stirn′ gedrückt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und brummte: &amp;ldquo;Nun schmeckt uns ein Schoppen Wein!&amp;rdquo;&#10;Die Schenke war nah - wir traten ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Träumenden und die Wünschenden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-traeumenden-und-die-wuenschenden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-traeumenden-und-die-wuenschenden/</guid><description>&lt;p&gt;Die Träumenden und die Wünschenden&#10;halten den feineren Stoff des Lebens in den Händen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die traurige Frau in der Untergrundbahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-traurige-frau-in-der-untergrundbahn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-traurige-frau-in-der-untergrundbahn/</guid><description>&lt;p&gt;O wie versunken die Augen,&#10;Hände, sie litten so sehr&#10;unter den tödlichen Laugen,&#10;Schwester, das Leben ist schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Niederwärts brausen die Gleise,&#10;doch wenn die Sonne uns ließ,&#10;donnert nur dunkler die Weise:&#10;Schwester, das Leben ist süß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Treppe der Orangerie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-treppe-der-orangerie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-treppe-der-orangerie/</guid><description>&lt;p&gt;Versailles&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Könige die schließlich nur noch schreiten&#10;fast ohne Ziel, nur um von Zeit zu Zeit&#10;sich den Verneigenden auf beiden Seiten&#10;zu zeigen in des Mantels Einsamkeit -:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;so steigt, allein zwischen den Balustraden,&#10;die sich verneigen schon seit Anbeginn,&#10;die Treppe: langsam und von Gottes Gnaden&#10;und auf den Himmel zu und nirgends hin;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;als ob sie allen Folgenden befahl&#10;zurückzubleiben, - so daß sie nicht wagen&#10;von ferne nachzugehen; nicht einmal&#10;die schwere Schleppe durfte einer tragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die trinkende Doris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trinkende-doris/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-trinkende-doris/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Doris trinkt, steht Bachus tief entzückt,&#10;Als wenn zu seinem Ruhm es wäre.&#10;Doch Amor, der indess bescheiden nieder blickt,&#10;Hat ganz allein davon die Ehre:&#10;Denn wenn sie trinkt,&#10;Macht sie der Wein so schön, daß der beseelte Zecher&#10;Vielmehr aus seinem Becher&#10;Als ihren Augen sich betrinkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Unbesungenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unbesungenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unbesungenen/</guid><description>&lt;p&gt;′s gibt Gräber wo die Klage schweigt,&#10;Und nur das Herz von innen blutet,&#10;Kein Tropfen in die Wimper steigt,&#10;Und doch die Lava drinnen flutet;&#10;′s gibt Gräber, die wie Wetternacht&#10;An unserm Horizonte stehn&#10;Und alles Leben niederhalten,&#10;Und doch, wenn Abendrot erwacht,&#10;Mit ihren goldnen Flügeln wehn&#10;Wie milde Seraphimgestalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu heilig sind sie für das Lied,&#10;Und mächtge Redner doch vor allen,&#10;Sie nennen dir was nimmer schied,&#10;Was nie und nimmer kann zerfallen;&#10;O, wenn dich Zweifel drückt herab,&#10;Und möchtest atmen Ätherluft,&#10;Und möchtest schauen Seraphsflügel,&#10;Dann tritt an deines Vaters Grab!&#10;Dann tritt an deines Bruders Gruft!&#10;Dann tritt an deines Kindes Hügel!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Unruh kombt von dir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unruh-kombt-von-dir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unruh-kombt-von-dir/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts ist das dich bewegt / du selber bist das Rad /&#10;Das auß sich selbsten laufft / und keine Ruhe hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Untergangsstunde der Titanic</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-untergangsstunde-der-titanic/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-untergangsstunde-der-titanic/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Hund, mein Freund, der mir zu Füßen kauert,&#10;Stößt mit der Schnauze an mein Knie. Er fragt:&#10;&amp;ldquo;Herr, sprich, warum dein Menschenblut erschauert!&#10;Die Stille um dich stundenlang schon klagt,&#10;Sie rief mir zu: Dein Herr, er trauert.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da so mein Hund im morgendlichen Raum&#10;Mich weckte, war ich lange wach gewesen,&#10;Seit langem wach, und war doch tief im Traum.&#10;Mir war, ich hatte tagelang gelesen,&#10;Nein, Jahre - oder nur Sekunden kaum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die unverhoffte Wirkung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unverhoffte-wirkung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-unverhoffte-wirkung/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du die Kinder ermahnst, so meinst du, dein Amt sei erfüllet.&#10;Weißt du, was sie dadurch lernen? - Ermahnen, mein Freund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Vergeltung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vergeltung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vergeltung/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kapitän steht an der Spiere,&#10;Das Fernrohr in gebräunter Hand,&#10;Dem schwarzgelockten Passagiere&#10;Hat er den Rücken zugewandt.&#10;Nach einem Wolkenstreif in Sinnen&#10;Die beiden wie zwei Pfeiler sehn,&#10;Der Fremde spricht: &amp;ldquo;Was braut da drinnen?&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Der Teufel&amp;rdquo;, brummt der Kapitän.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hebt von morschen Balkens Trümmer&#10;Ein Kranker seine feuchte Stirn,&#10;Des Äthers Blau, der See Geflimmer,&#10;Ach, alles quält sein fiebernd Hirn!&#10;Er läßt die Blicke, schwer und düster,&#10;Entlängs dem harten Pfühle gehn,&#10;Die eingegrabnen Worte liest er:&#10;&amp;ldquo;Batavia. Fünfhundert Zehn.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Verlassene</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verlassene/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verlassene/</guid><description>&lt;p&gt;Erklinge still, du Lied der treuen Liebe,&#10;Nur Seufzerhauch sey deine Melodie.&#10;Kein lauter Klang darf sich mit dir vermählen,&#10;Denn leise nur spricht die Melancholie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erbebt, ihr Saiten innerer Gefühle,&#10;Bei der Erinn′rung wundersüßem Schmerz,&#10;Bei dem Gedanken der vergangnen Zeiten,&#10;Und wiegt in Schlummer das erregte Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo bist du hin, du Stunde des Entzückens,&#10;Als seines Auges klarer Himmelsstrahl,&#10;Wie Sonnenlicht in eines Kerkers Dunkel,&#10;Sich in die Tiefe meiner Seele stahl?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die verliebte Jägerey</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verliebte-jaegerey/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verliebte-jaegerey/</guid><description>&lt;p&gt;Die Lieb ist gleichsam eine Jagt,&#10;Da sich ein grosser Hauffen&#10;In die Gebüsche wagt,&#10;Wo Angst und Müh entgegen lauffen,&#10;Und wo die gantze Welt&#10;Sich fast in das Gehäge stellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Netze sind von Heucheley&#10;Und Eitelkeit gestricket,&#10;Darinnen wird die Treu&#10;Der jungen Einfallt offt berücket,&#10;Und wer nicht langen kan&#10;Der flickt ein bißgen Hoffnung dran.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Spürhund ist die Ungedult,&#10;Der billt und läst sich hören,&#10;Die Unschuld mit der Schuld&#10;In ihrem Lager zu verstören:&#10;Wie ist er doch bemüht&#10;Eh er das Wild vor Augen sieht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Verscheuchte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verscheuchte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verscheuchte/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist der Tag in Nebel völlig eingehüllt,&#10;entseelt begegnen alle Welten sich -&#10;kaum hingezeichnet wie auf einem Schattenbild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie lange war kein Herz zu meinem mild&amp;hellip;&#10;Die Welt erkaltete, der Mensch verblich.&#10;- Komm, bete mit mir - denn Gott tröstet mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo weilt der Odem, der aus meinem Leben wich?&#10;Ich streife heimatlos zusammen mit dem Wild&#10;durch bleiche Zeiten träumend - ja, ich liebte dich&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo soll ich hin, wenn kalt der Nordsturm brüllt?&#10;- Die scheuen Tiere aus der Landschaft wagen sich&#10;und ich - vor deine Tür, ein Bündel Wegerich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die verstoßene Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verstossene-seele/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verstossene-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Lange Zeiten waren hingegangen ..&#10;einförmig in weiten stillen Triften,&#10;wo im Lichte eines bleichen Mondes&#10;keiner Blume Kelch sich öffnen mochte,&#10;keiner Quelle muntrer Sang ertönte,&#10;keiner Morgenröte festlich Leuchten&#10;frohe Stunden kündete, da wohnte&#10;mit Gefährten stumm und düstern Sinnes&#10;eine Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unbemakelt glänzte&#10;ihr Gefieder, nur ein kleines Fleckchen,&#10;nah dem Herzen, schimmerte noch dunkel.&#10;Dieses Fleckchen war ihr Schmerz, ihr Kummer;&#10;war es fort, dann durfte sie zum Heiland,&#10;zu den Freunden, die ganz weiß und herrlich&#10;goldne Harfen rührten, ihm zum Preise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die verworfene Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verworfene-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-verworfene-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe genug.&#10;Lust, Flammen und Küße&#10;Sind giftig und süße&#10;Und machen nicht klug.&#10;Komm, selige Freyheit und dämpfe den Brand,&#10;Der meinem Gemüte die Weisheit entwand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was hab ich getan!&#10;Jetzt seh ich die Triebe&#10;Der törichten Liebe&#10;Vernünftiger an;&#10;Ich breche die Fessel, ich löse mein Herz&#10;Und hasse mit Vorsatz den zärtlichen Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was quält mich vor Reu?&#10;Was stört mir vor Kummer&#10;Den nächtlichen Schlummer?&#10;Die Zeit ist vorbei.&#10;O köstliches Kleinod, o teurer Verlust!&#10;O hätt ich die Falschheit nur eher gewußt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die vier Weltalter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vier-weltalter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-vier-weltalter/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl perlet im Glase der purpurne Wein,&#10;Wohl glänzen die Augen der Gäste;&#10;Es zeigt sich der Sänger, er tritt herein,&#10;Zu dem Guten bringt er das Beste;&#10;Denn ohne die Leyer im himmlischen Saal&#10;Ist die Freude gemein auch beim Nektarmahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihm gaben die Götter das reine Gemüt,&#10;Wo die Welt sich, die ewige, spiegelt;&#10;Er hat alles gesehn, was auf Erden geschieht,&#10;Und was uns die Zukunft versiegelt;&#10;Er saß in der Götter urältestem Rat&#10;Und behorchte der Dinge geheimste Saat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Viole</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-viole/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-viole/</guid><description>&lt;p&gt;Einfältige Viole,&#10;Du hüllest zwar dein Antliz&#10;Vor aller Menschen Blike,&#10;Vor deinen eignen Bliken,&#10;In deiner Mutter Blätter,&#10;Und wählest dir zur Wohnung&#10;Einsidlerische Pläze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Zephir kömmt, und raubet&#10;Die lieblichen Gerüche,&#10;Die du zu unvorsichtig&#10;Aus deinen Blümchen hauchest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann er dann Luft und Erde&#10;Damit erquiket siehet,&#10;Verläßt er dich, und flieget&#10;In eine ferne Gegend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort ruft er andern Räubern,&#10;Die mit undankbarn Händen&#10;Die Blümchen selber pflüken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Vögel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-voegel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-voegel/</guid><description>&lt;p&gt;Wie lieblich und fröhlich,&#10;Zu schweben, zu singen;&#10;Von glänzender Höhe&#10;Zur Erde zu blicken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menschen sind töricht,&#10;Sie können nicht fliegen;&#10;Sie jammern in Nöten,&#10;Wir flattern gen Himmel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Jäger will töten,&#10;Dem Früchte wir pickten;&#10;Wir müssen ihn höhnen,&#10;Und Beute gewinnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Vögel kommen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-voegel-kommen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-voegel-kommen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Vögel kommen&#10;in ganzen Schwärmen,&#10;um dich zu erfreuen.&#10;Das junge Grün spriesst;&#10;und der Wald wächst schön&#10;und steht wie eine Braut da,&#10;um dir Freude zu schenken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist geschaffen.&#10;Du bist da.&#10;Du bekommst heute&#10;das zum Dasein Nötige.&#10;Du wurdest erschaffen.&#10;Du wurdest Mensch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du kannst sehen,&#10;bedenke: Du kannst sehen,&#10;du kannst hören, du kannst&#10;riechen, schmecken, fühlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Waage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-waage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-waage/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Du zählst die Stimmen: wäge sie, willst du nicht&#10;Des Ruhms dich töricht freuen, der dir erschallt.&amp;rdquo;&#10;Sehr mühsam ist die Wägung! &amp;ldquo;Nun so&#10;Zähle zugleich denn die Widerhalle.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Blick ermüdet, der auf die Waage schaut.&#10;Wie säumts! wie viel der lastenden Zeit entschleicht,&#10;Bevor im Gleichgewicht die Schalen&#10;Schweben, und endlich der Weiser ausruht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und tönt der Nachhall etwa Unliebliches,&#10;Wenn er in ferner Grotte Musik beginnt,&#10;Und seine Melodie sich immer&#10;Sanfter dem Ohre verlieret? &amp;ldquo;Zähle!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahl/</guid><description>&lt;p&gt;Europa herrschet. Immer geschmeichelter&#10;Gebietest du der Herrscherin, Sinnlichkeit!&#10;Die Blumenkette, die du anlegst,&#10;Klirret nicht, aber umringelt fester,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als jene, die den bleichen Gefangenen&#10;Im Turme lastet. Zauberin Sinnlichkeit,&#10;Du tötest alles, was erinnert,&#10;Daß sie nicht Leib nur, daß eine Seele&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie auch doch haben! Von der Erhabenen,&#10;Von ihrer Größe red ich nicht, sage nur:&#10;Du schläferst ein, daß sie in sich nichts&#10;Außer der schlagenden Ader fühlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wahlesel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahlesel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahlesel/</guid><description>&lt;p&gt;Die Freiheit hat man satt am End,&#10;und die Republik der Tiere&#10;begehrte, dass ein einziger Regent&#10;sie absolut regiere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedwede Tiergattung versammelte sich,&#10;Wahlzettel wurden geschrieben;&#10;Parteisucht wütete fürchterlich,&#10;Intrigen wurden getrieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Komitee der Esel ward&#10;von Alt-Langohren regieret;&#10;sie hatten die Köpfe mit einer Kokard,&#10;die schwarz-rot-gold, verzieret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es gab eine kleine Pferdepartei,&#10;doch wagte sie nicht zu stimmen;&#10;sie hatte Angst vor dem Geschrei&#10;der Alt-Langohren, der grimmen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wahrheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahrheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wahrheit/</guid><description>&lt;p&gt;Die große Wahrheit,&#10;die die Natur erfüllt,&#10;wird nicht mittels&#10;der menschlichen Sprache&#10;von einem zum anderen weitergegeben.&#10;Die Wahrheit bevorzugt die Stille,&#10;um ihre Botschaft&#10;liebenden Seelen mitzuteilen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die wandelnde Glocke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wandelnde-glocke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wandelnde-glocke/</guid><description>&lt;p&gt;Es war ein Kind, das wollte nie&#10;Zur Kirche sich bequemen,&#10;Und Sonntags fand es stets ein Wie,&#10;Den Weg ins Feld zu nehmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Mutter sprach: »Die Glocke tönt,&#10;Und so ist dir′s befohlen,&#10;Und hast du dich nicht hingewöhnt,&#10;Sie kommt und wird dich holen.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Kind, es denkt: Die Glocke hängt&#10;Da droben auf dem Stuhle.&#10;Schon hat′s den Weg ins Feld gelenkt,&#10;Als lief′ es aus der Schule.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wanderungen des Ahasverus - Erste Wanderung II.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wanderungen-des-ahasverus-erste-wanderung-ii/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wanderungen-des-ahasverus-erste-wanderung-ii/</guid><description>&lt;ol start="10"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Rom war dahin! – Sie, die nie ihres Gleichen&#10;Auf Erden hat gesehn, sie war gefallen!&#10;Verschwunden war die Königin der Macht,&#10;Die alte Herrlichkeit, sie sank in Nacht,&#10;Und die Zerstörung zog durch ihre Hallen! – –&#10;Was steht denn fest, wenn nicht kannte stehen?&#10;Konnt′ der Sturm verwehen&#10;Wie Spreu im Winde, Dich Du höchste, beste,&#10;Die Du das Scepter strecktest durch die Welt,&#10;Und stolz auf ihren Gipfel warst gestellt,&#10;Als stütztest Du des hohen Himmels Veste:&#10;Was ist denn dauernd in der Welt zu sehen?&#10;Was steht noch fest, wenn nicht konnte stehen? –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wanderungen des Ahasverus - Erste Wanderung III.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wanderungen-des-ahasverus-erste-wanderung-iii/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wanderungen-des-ahasverus-erste-wanderung-iii/</guid><description>&lt;ol start="25"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;So zog er hin, im Hauch der heil′gen Frühe,&#10;In jenes Erdenleibes Kleid gehüllet,&#10;In dem er unter Menschen einst gewallt.&#10;Von süßem Hoffen war sein Herz erfüllet,&#10;Ein voller, üpp′ger Brautkranz werde bald&#10;Vor seinem Blick, mit reichen Blumenringen&#10;Die frohe Welt umschlingen! –&#10;So zog er hin, wo deine Lorbeerhaine,&#10;In zauberischem, ewig jungem Grün,&#10;Berauscht, o Rom, um deine Schwelle blühn;&#10;Das Freudenlied der heiligen Gemeine,&#10;Beglückter Herzen Dank, in frohem Chore,&#10;Möcht′ er vernehmen mit entzücktem Ohre! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Wasserfäden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wasserfaeden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-wasserfaeden/</guid><description>&lt;p&gt;»Neid′ uns! neid′ uns! laß die Zweige hangen,&#10;Nicht weil flüssigen Kristall wir trinken,&#10;Neben uns des Himmels Sterne blinken,&#10;Sonne sich in unserm Netz gefangen —&#10;Nein, des Teiches Blutsverwandte, fest&#10;Hält er all uns an die Brust gepreßt,&#10;Und wir bohren unsre feinen Ranken&#10;In das Herz ihm, wie ein liebend Weib,&#10;Dringen Adern gleich durch seinen Leib,&#10;Dämmern auf wie seines Traums Gedanken;&#10;Wer uns kennt, der nennt uns lieb und treu,&#10;Und die Schmerle birgt in unsrer Hut&#10;Und die Karpfenmutter ihre Brut;&#10;Welle mag in unserm Schleier kosen;&#10;Uns nur traut die holde Wasserfei,&#10;Sie, die schöne, lieblicher als Rosen&#10;Schleuß, Trifolium, die Glocken auf,&#10;Kurz dein Tag, doch königlich sein Lauf!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die weiße Qualle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weisse-qualle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weisse-qualle/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Leib, vielgliedrig, ist ein tierhaft Gewächse aus Fleisch.&#10;Fischer haben entsetzt dich herausgezogen in ihren Netzen:&#10;Eine menschliche Qualle, ein Fabeltier, eine weiße Spinne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Händler haben dich auf den Markt geworfen und ausgeschrieen.&#10;Einen Palast ans Bambus hat man dir aufgebaut.&#10;Ein Gehäuse hat man dir hergerichtet voll Seltsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du liebst es, nackt ausgestreckt auf dem Rücken zu liegen&#10;Stunden- und tagelang. Du heftest nur widerwillig dich an das Herz&#10;Der Männer. Langsam ist dein Umschlingen. Langsam dein Austasten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Welt ist allezeit schön</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-ist-allezeit-schoen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-ist-allezeit-schoen/</guid><description>&lt;p&gt;Im Frühling prangt die schöne Welt&#10;In einem fast smaragdnen Schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Sommer glänzt das reife Feld,&#10;Und scheint dem Golde gleich zu seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Herbste sieht man als Opalen&#10;Der Bäume bunte Blätter strahlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Winter schmückt ein Schein, wie Diamant&#10;Und reines Silber, Fluth und Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja kurz, wenn wir die Welt aufmerksam sehn,&#10;Ist sie zu allen Zeiten schön.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Welt ist mir zu eng</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-ist-mir-zu-eng/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-ist-mir-zu-eng/</guid><description>&lt;p&gt;Die Welt ist mir zu eng,&#10;der Himmel ist zu klein:&#10;Wo wird denn noch ein Raum,&#10;für meine Seele sein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Welt und die Weisheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-und-die-weisheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-welt-und-die-weisheit/</guid><description>&lt;p&gt;Lieber! Die Welt ist nicht so rund wie dein Wissen. An allem,&#10;Was du mir eben gesagt, kenn ich den Genius auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Weste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-weste/</guid><description>&lt;p&gt;Es lebt in Süditalien eine Weste&#10;an einer Kirche dämmrigem Altar.&#10;Versteht mich recht: Noch dient sie Gott aufs beste.&#10;Doch wie in Adam schon Herr Haeckel war,&#10;(zum Beispiel bloß), so steckt in diesem Reste&#10;Brokat voll Silberblümlein wunderbar&#10;schon heut der krause Übergang verborgen&#10;vom Geist von gestern auf den Wanst von morgen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Worte in den Wind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-worte-in-den-wind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-worte-in-den-wind/</guid><description>&lt;p&gt;Es findet manches gute Wort&#10;Wohl nicht die gute Statt,&#10;Doch glaube Keiner, daß er dann&#10;Umsonst gesprochen hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Worte, die in′s Menschenherz&#10;Nicht aufgenommen sind,&#10;Man nennt sie wohl mit Fug und Recht&#10;Nur Worte in den Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sind sie nicht verloren, nein,&#10;Es trägt der Wind sie fort,&#10;Auf seinen Flügeln schweben sie&#10;Gar leicht von Ort zu Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie suchen dann in Nord und Süd,&#10;Und auf und niederwärts,&#10;Den Weg in eines Menschen Ohr,&#10;In eines Menschen Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zappelpappeljöhre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zappelpappeljoehre/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zappelpappeljoehre/</guid><description>&lt;p&gt;Mal ist mir alles astral&#10;Und mal so ganz egal.&#10;Ich kenne den längsten Strahl&#10;Und auch das Jammertal,&#10;Wo ich beinah nicht hingehöre.&#10;O du Zappelpappeljöhre!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zärtlichkeiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zaertlichkeiten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zaertlichkeiten/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe jene ersten bangen Zärtlichkeiten,  Die halb noch Frage sind und halb schon Anvertraun,  Weil hinter ihnen schon die wilden Stunden schreiten,  Die sich wie Pfeiler wuchtend in das Leben baun.&#10;Ein Duft sind sie; des Blutes flüchtigste Berührung,  Ein rascher Blick, ein Lächeln, eine leise Hand – Sie knistern schon wie rote Funken der Verführung  Und stürzen Feuergarben in der Nächte Brand.&#10;Und sind doch seltsam süß, weil sie im Spiel gegeben  Noch sanft und absichtslos und leise nur verwirrt,  Wie Bäume, die dem Frühlingswind entgegenbeben,  Der sie in seiner harten Faust zerbrechen wird.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die zehnte Muse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zehnte-muse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zehnte-muse/</guid><description>&lt;p&gt;Hohe Lehrerin, Noth, und treffliche Schülerin, Armuth,&#10;Zehnte Muse der Welt, o Du erfandest so viel.&#10;Nicht nur schärfetest Du den Witz der Pflegebefohlnen;&#10;Noch eine schönere Kunst, Mäßigung, lehrtest Du sie.&#10;Und die Mäßigung ward ihr Gewohnheit, Gewohnheit zur Freude;&#10;Freude machte sie dann über den Reichesten reich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt ein sehr probates Mittel,&#10;die Zeit zu halten am Schlawittel:&#10;Man nimmt die Taschenuhr zur Hand&#10;und folgt dem Zeiger unverwandt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie geht so langsam dann, so brav&#10;als wie ein wohlgezogen Schaf,&#10;setzt Fuß vor Fuß so voll Manier&#10;als wie ein Fräulein von Saint-Cyr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedoch verträumst du dich ein Weilchen,&#10;so rückt das züchtigliche Veilchen&#10;mit Beinen wie der Vogel Strauß&#10;und heimlich wie ein Puma aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeit geht nicht...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-geht-nicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zeit-geht-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zeit geht nicht, sie stehet still,&#10;Wir ziehen durch sie hin;&#10;Sie ist die Karawanserei,&#10;Wir sind die Pilger drin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Etwas, form- und farbenlos,&#10;Das nur Gestalt gewinnt,&#10;Wo ihr drin auf und nieder taucht,&#10;Bis wieder ihr zerrinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es blitzt ein Tropfen Morgentau&#10;Im Strahl des Sonnenlichts;&#10;Ein Tag kann eine Perle sein&#10;Und ein Jahrhundert nichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ein weisses Pergament&#10;Die Zeit, und jeder schreibt&#10;Mit seinem roten Blut darauf,&#10;Bis ihn der Strom vertreibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zierliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zierliche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zierliche/</guid><description>&lt;p&gt;Du Zierliche, Leichte,&#10;Wenn ich dich erreichte&#10;Du feine Zarte,&#10;Warte nur, warte,&#10;Wenn ich dich fing?&#10;Solche zierliche Dinger&#10;Faßt man mit Daumen und Mittelfinger&#10;Wie der Knabe den Schmetterling.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zigeunerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zigeunerin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zigeunerin/</guid><description>&lt;p&gt;Am Kreuzweg, da lausche ich, wenn die Stern&#10;Und die Feuer im Walde verglommen,&#10;Und wo der erste Hund bellt von fern,&#10;Da wird mein Bräutigam herkommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Und als der Tag graut′, durch das Gehölz&#10;Sah ich eine Katze sich schlingen,&#10;Ich schoß ihr auf den nußbraunen Pelz,&#10;Wie tat die weitüber springen!« -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;′s ist schad nur ums Pelzlein, du kriegst mich nit!&#10;Mein Schatz muß sein wie die andern:&#10;Braun und ein Sturzbart auf ungrischen Schnitt&#10;Und ein fröhliches Herze zum Wandern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die zwei Raben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-raben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-raben/</guid><description>&lt;p&gt;Der Rabe fliegt zum Raben dort,&#10;Der Rabe krächzt zu dem Raben das Wort:&#10;Rabe, mein Rabe, wo finden wir&#10;Heut unser Mahl? wer sorgte dafür?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Rabe dem Raben die Antwort schreit:&#10;Ich weiß ein Mahl für uns bereit;&#10;Unterm Unglücksbaum auf dem freien Feld&#10;Liegt erschlagen ein guter Held.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch wen? weshalb? - Das weiß allein,&#10;Der sah&amp;rsquo;s mit an, der Falke sein,&#10;Und seine schwarze Stute zumal,&#10;Auch seine Hausfrau, sein junges Gemahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die zwei Tugendwege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-tugendwege/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-tugendwege/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei sind der Wege, auf welchen der Mensch zur Tugend emporstrebt;&#10;Schließt sich der eine dir zu, tut sich der andre dir auf.&#10;Handelnd erringt der Glückliche sie, der Leidende duldend.&#10;Wohl ihm, den sein Geschick leibend auf beiden geführt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die zwei Wurzeln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-wurzeln/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/die-zwei-wurzeln/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Tannenwurzeln groß und alt&#10;unterhalten sich im Wald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was droben in den Wipfeln rauscht,&#10;das wird hier unten ausgetauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein altes Eichhorn sitzt dabei&#10;und strickt wohl Strümpfe für die zwei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die eine sagt: knig. Die andre sagt: knag.&#10;Das ist genug für einen Tag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Diotima</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/diotima/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/diotima/</guid><description>&lt;p&gt;Komm und besänftige mir, die du einst Elemente versöhntest,&#10;Wonne der himmlischen Muse, das Chaos der Zeit,&#10;Ordne den tobenden Kampf mit Friedenstönen des Himmels,&#10;Bis in der sterblichen Brust sich das Entzweite vereint,&#10;Bis der Menschen alte Natur, die ruhige, große,&#10;Aus der gärenden Zeit mächtig und heiter sich hebt.&#10;Kehr in die dürftigen Herzen des Volks, lebendige Schönheit!&#10;Kehr an den gastlichen Tisch, kehr in die Tempel zurück!&#10;Denn Diotima lebt, wie die zarten Blüten im Winter,&#10;Reich an eigenem Geist, sucht sie die Sonne doch auch.&#10;Aber die Sonne des Geists, die schönere Welt, ist hinunter&#10;Und in frostiger Nacht zanken Orkane sich nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dir/</guid><description>&lt;p&gt;Drum wein ich,&#10;dass bei deinem Kuss&#10;ich so nichts empfinde&#10;und ins Leere versinken muss.&#10;Tausend Abgründe&#10;sind nicht so tief,&#10;wie diese große Leere.&#10;Ich sinne im engsten Dunkel der Nacht,&#10;wie ich dir&amp;rsquo;s ganz leise sage,&#10;doch ich habe nicht den Mut.&#10;Ich wollte es käme ein Südwind,&#10;der dir&amp;rsquo;s herüber trage,&#10;damit es nicht gar voll Kälte kläng'&#10;und er dir&amp;rsquo;s warm in die Seele säng'&#10;kaum merklich durch dein Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dirnenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dirnenlied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dirnenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Einst war ich der Tag -&#10;als ich blütenumlacht&#10;im Mädchentraum lag -&#10;nun bin ich die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin die lockende Nacht,&#10;trage Sterne im Haar,&#10;und viel Dunkel gebracht&#10;hat mein Augenpaar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Knaben zumeist&#10;biet ich giftige Frucht,&#10;die mit schüchternem Geist&#10;nach Liebe gesucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so bin ich, ich weiß,&#10;all der Mütter Qual,&#10;deren Söhnen mit Fleiß&#10;ich die Seele stahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst war ich der Tag -&#10;als ich blütenumlacht&#10;im Mädchentraum lag -&#10;nun bin ich die Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Doch dann zuletzt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/doch-dann-zuletzt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/doch-dann-zuletzt/</guid><description>&lt;p&gt;Doch dann zuletzt bist Du das gute Gleiten&#10;Ins Schlafende, das ohne Sprache ist&#10;Wie ohne Traum. Das sich so tief vergißt,&#10;Daß Namen schon es mit sich selbst entzweiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie stehen wieder stumm im Topf aus Ton,&#10;Und was sie sprachen wurde nie gesagt,&#10;Und was sie klagten wurde nie geklagt:&#10;Ganz pflanzenhaft in einer dunklen Fron&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Wuchs und Trieb sind sie zurückgewandt&#10;Zum Schweigenden. Und Du darfst nichts erwarten&#10;Als Dieses nur: daß sie einmal, besehn&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Doch Einer hilft...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/doch-einer-hilft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/doch-einer-hilft/</guid><description>&lt;p&gt;Doch Einer hilft, doch Einer bringt Frieden.&#10;Umsonst läßt sich vom Himmel nichts erwerben -&#10;du treuer Tod! dich ruft man und du hilfst!&#10;O glücklich ist der Mensch, er kann noch sterben!&#10;All´Glück kann uns der alte Gott zerschlagen,&#10;Nur deinen Trost, du freundlicher Gesell´,&#10;Wird er uns nimmermehr versagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Doktrin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/doktrin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/doktrin/</guid><description>&lt;p&gt;Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,&#10;und küsse die Marketenderin!&#10;Das ist die ganze Wissenschaft,&#10;das ist der Bücher tiefster Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trommle die Leute aus dem Schlaf,&#10;trommle Reveille mit Jugendkraft,&#10;marschiere trommelnd immer voran,&#10;das ist die ganze Wissenschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist die Hegelsche Philosophie,&#10;das ist der Bücher tiefster Sinn!&#10;Ich habe sie begriffen, weil ich gescheit,&#10;und weil ich ein guter Tambour bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dolores</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dolores/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dolores/</guid><description>&lt;p&gt;Tiefer fliegt die Sommerschwalbe;&#10;Vor dem Wetter zucken matt,&#10;Längs der Uferbäume, falbe&#10;Blitze hin von Blatt zu Blatt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und, aus tausend Kelchen stäubend,&#10;Wallt der Nachtviolen Duft,&#10;Der Jasmine, sinnbetäubend,&#10;Durch die atemschwere Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, ich fühl′s! Mein Herz umstricken&#10;Will noch mächtiger als je&#10;Das verzehrende Entzücken&#10;Von zuvor, das sel′ge Weh;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühle, daß in Geist und Sinnen&#10;Neu der alte Rausch mir gärt,&#10;Wie, da du mir, Weib, tiefinnen&#10;An des Lebens Mark gezehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Don Quichote kämpft mit Gott</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/don-quichote-kaempft-mit-gott/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/don-quichote-kaempft-mit-gott/</guid><description>&lt;p&gt;Da Du mich segnen sollst, was frommt Dir dies,&#10;Daß Deine Hand, Gewaltger, mich verstieß,&#10;Daß Deine Kraft, Gesegneter, mich ließ,&#10;Daß mich Dein Atem, Zürnender, verbließ?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun lieg ich irgendwo. Und ich bin nicht mehr&#10;Als Staub im Staube, unerkennbar, sehr&#10;Gering. Und schweift Dein großes Auge her&#10;Auf meine Stätte, trübt sichs wolkig leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber laß Dich nicht. Da Du verneint&#10;Mir ändern Kampf, sieh, Reiner, her: ich bot&#10;Dich auf, in Pfützen spiegelnd, kämpfe, Feind&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Donnerkarl der Schreckliche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/donnerkarl-der-schreckliche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/donnerkarl-der-schreckliche/</guid><description>&lt;p&gt;Reich mir meine Platzpatronen,&#10;denn mich packt die Raserei!&#10;Keinen Menschen will ich schonen,&#10;alles schlag ich jetzt entzwei.&#10;Hunderttausend Köpfe reiß ich&#10;heute noch von ihrem Rumpf!&#10;Hei! das wilde Morden preis′ ich,&#10;denn das ist der letzte Trumpf!&#10;Welt, verschrumpf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Doppelheimweh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/doppelheimweh/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/doppelheimweh/</guid><description>&lt;p&gt;Zwiefaches Heimweh hält das Herz befangen,&#10;Wenn wir am Rand des steilen Abgrunds stehn&#10;Und in die Grabesnacht hinuntersehn,&#10;Mit trüben Augen, todeshohlen Wangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Erdenheimweh läßt uns trauern, bangen,&#10;Daß Lust und Leid der Erde muß vergehn;&#10;Das Himmelsheimweh fühlts herüberwehn&#10;Wie Morgenluft, daß wir uns fortverlangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Doppelheimweh tönt im Lied der Schwäne,&#10;Zusammenfließt in unsre letzte Träne&#10;Ein leichtes Meiden und ein schweres Scheiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht ist unser unerforschtes Ich&#10;Vor scharfen Augen nur ein dunkler Strich,&#10;In dem sich wunderbar zwei Welten schneiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dora′s Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/doras-abendlied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/doras-abendlied/</guid><description>&lt;p&gt;Still tritt der Mond in weiter Himmelsferne&#10;Aus des Gewölkes nächtlich grauem Flor,&#10;In goldner Reinheit schimmernd jetzt hervor,&#10;Umgeben von dem hellen Chor der Sterne;&#10;Ihn, den ich mir zum Freunde auserkohr,&#10;Ihn, dem ich klagte, was ich längst verlohr,&#10;Begrüßt mein Blick in stiller Nacht so gerne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er leuchtet freundlich mir statt aller Kerzen,&#10;Strahlt leisen Trost in die beklommne Brust,&#10;Und schenkt in Thränen mir der Wehmuth Lust.&#10;Wer nimmt des Kummers Last von meinem Herzen,&#10;Wer hat um ihren Umfang je gewußt!&#10;Ach tief verschlossen in der wunden Brust&#10;Ist all′ mein Weh sind alle meine Schmerzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dorfkirche im Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dorfkirche-im-sommer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dorfkirche-im-sommer/</guid><description>&lt;p&gt;Schläfrig singt der Küster vor,&#10;Schläfrig singt auch die Gemeinde.&#10;Auf der Kanzel der Pastor&#10;Betet still für seine Feinde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann die Predigt, wunderbar,&#10;Eine Predigt ohnegleichen.&#10;Die Baronin weint sogar&#10;Im Gestühl, dem wappenreichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Amen, Segen, Türen weit,&#10;Orgelton und letzter Psalter.&#10;Durch die Sommerherrlichkeit&#10;Schwirren Schwalben, flattern Falter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dorfstille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dorfstille/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dorfstille/</guid><description>&lt;p&gt;Holunderduft liegt auf der Dorfesgasse -&#10;die Hüttenfenster gleißen sonnenbunt.&#10;Die Büsche schatten breit - es fliegen blasse&#10;und volle Blüten schwebend hin im Rund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kirche ragt im goldengrünen Dämmern&#10;der Linden, die sie überdrängen breit.&#10;Nur aus verlorner Ferne dringt ein Hämmern,&#10;als sei’s der Herzschlag dieser Einsamkeit&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst alles klangtot! und die Mittagstille&#10;liegt wie mit erz’nen Flügeln überm Land -&#10;ich glaube fast, man hört es, wenn die Hülle&#10;der Blätterknospen sprengt ihr bräunlich Band&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dort in moosumrankten Klüften</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dort-in-moosumrankten-klueften/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dort-in-moosumrankten-klueften/</guid><description>&lt;p&gt;Dort in moosumrankten Klüften,&#10;Wo der Kühlung Weste wehn,&#10;Und den Kranz um Schläf und Hüften&#10;Elfen sich im Tanz ergehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort harr ich des lieben Mädchens,&#10;Wenn durchs Grau der Morgen bricht&#10;Und das grüne Rosenpfädchen&#10;Sanft bestreut mit mattem Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort harr ich, wenn sich die Sonne&#10;In des Sees Fluten taucht,&#10;Und der Abend neue Wonne&#10;In des Müden Seele haucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn nur wenig Jahr durchglühet&#10;Uns der Jugend Götterhauch&#10;Und, ach - nur zu früh verblühet&#10;Uns des Lebens Blütenstrauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Draußen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/draussen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/draussen/</guid><description>&lt;p&gt;Das macht das Fenster, dass wir &amp;ldquo;draußen&amp;rdquo; sagen -&#10;und weil wir selber drinnen sind.&#10;Nach draußen muss man schauernd fragen,&#10;denn draußen ist der Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laternen stehn&#10;schon hundert schwarze Nächte -&#10;und abends, bald nach zehn,&#10;wenn mancher schlafen möchte,&#10;graut wohl die Straße blass&#10;und schweigend aus der Flut&#10;von Seufzern, Stein und Glas.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ist es unser Blut,&#10;das so gewaltig rauscht -&#10;da hält der Wind im Tanz den Schritt,&#10;bleibt manchmal stehn,&#10;als ob er lauscht.&#10;Und die Laternen gehen&#10;noch lange durch die Träume mit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drei Blicke in einen Opal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-blicke-in-einen-opal/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-blicke-in-einen-opal/</guid><description>&lt;p&gt;Blick in Opal: ein Dorf umkränzt von dürrem Wein,&#10;Der Stille grauer Wolken, gelber Felsenhügel&#10;Und abendlicher Quellen Kühle: Zwillingsspiegel&#10;Umrahmt von Schatten und von schleimigem Gestein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Herbstes Weg und Kreuze gehn in Abend ein,&#10;Singende Pilger und die blutbefleckten Linnen.&#10;Des Einsamen Gestalt kehrt also sich nach innen&#10;Und geht, ein bleicher Engel, durch den leeren Hain.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus Schwarzem bläst der Föhn. Mit Satyrn im Verein&#10;Sind schlanke Weiblein; Mönche der Wollust bleiche Priester,&#10;Ihr Wahnsinn schmückt mit Lilien sich schön und düster&#10;Und hebt die Hände auf zu Gottes goldenem Schrein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drei Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Nächtlich aus ihrer Ruhestatt&#10;Steigen drei deutsche Dichter;&#10;Klagend schaun sie mich an und matt,&#10;Blasse Totengesichter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deutsche Mutter, wie warst du so karg&#10;Deinen Söhnen im Leben;&#10;Nichts als die Wiege, den Gram und den Sarg&#10;Hast du den Edlen gegeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort den trauerverhüllten Geist,&#10;Kennst du ihn? Gieb mir Kunde!&#10;Ueber der mächtigen Stirne weist&#10;Er die klaffende Wunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kummer um dich, der sein Leben geknickt,&#10;Trieb ihn hinab zu den Toten;&#10;Stärker, wie er dich wieder erblickt,&#10;Rieseln die Tropfen, die roten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drei kleine Lieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-kleine-lieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-kleine-lieder/</guid><description>&lt;p&gt;I&#10;Hörtest du denn nicht hinein,&#10;Daß Musik das Haus umschlich?&#10;Nacht war schwer und ohne Schein,&#10;Doch der sanft auf hartem Stein&#10;Lag und spielte, das war ich.&#10;Was ich konnte. sprach ich aus:&#10;»Liebste du, mein Alles du!«&#10;Östlich brach ein Licht heraus,&#10;Schwerer Tag trieb mich nach Haus,&#10;Und mein Mund ist wieder zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;IM GRÜNEN ZU SINGEN&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;War der Himmel trüb und schwer,&#10;Waren einsam wir so sehr,&#10;Voneinander abgeschnitten!&#10;Aber das ist nun nicht mehr:&#10;Lüfte fließen hin und her-,&#10;Und die ganze Welt inmitten&#10;Glänzt, als ob sie gläsern wär.&#10;Sterne kanten aufgegangen,&#10;Flimmern mein- und deinen Wangen,&#10;Und sie wissens auch:&#10;Stark und stärker wird ihr Prangen;&#10;Und wir atmen mit Verlangen,&#10;Liegen selig wie gefangen.&#10;Spüren eins des andern Hauch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drei Schwestern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-schwestern/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drei-schwestern/</guid><description>&lt;p&gt;(Nach einem Bilde von .)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drei Schwestern sind′s, von sanftem Reiz umstrahlt,&#10;Ihr eigner Vater hat sie uns gemalt,&#10;Sich ähnlich an Gestalt und an Gesicht,&#10;Sogar an Augen, nur an Mienen nicht,&#10;Und lieblicher hab′ ich den Horentanz&#10;Noch nie erblickt in seinem Zauberglanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie haben an den Locken sich gefaßt,&#10;Die ihren Hals umhüpfen ohne Rast,&#10;Das Haar so golden, wie der reinste Flachs,&#10;Die Hände, die es halten, weiß, wie Wachs,&#10;Und aus den feinen Zügen leuchtet mild&#10;Des dreigestalt′gen Tages Wechselbild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drinnen im Strauß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drinnen-im-strauss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drinnen-im-strauss/</guid><description>&lt;p&gt;Der Abendhimmel leuchtet wie ein Blumenstrauß,&#10;Wie rosige Wicken und rosa Klee sehen die Wolken aus.&#10;Den Strauß umschließen die grünen Bäume und Wiesen,&#10;Und leicht schwebt über der goldnen Helle&#10;Des Mondes Sichel wie eine silberne Libelle.&#10;Die Menschen aber gehen versunken tief drinnen im Strauß,&#10;Wie die Käfer trunken und finden nicht mehr heraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Drückende Luft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/drueckende-luft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/drueckende-luft/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel dunkelte noch immer;&#10;ich fühlte tief bis in mein Zimmer&#10;der fahlen Wolken vollen Schoß.&#10;Die Esche drüben drehte schwer&#10;die hohe Krone um sich her;&#10;zwei Blätter trieben wirbelnd los.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laut tickte durch die schwüle Stube,&#10;wie durch die stille Totengrube&#10;der Holzwurm ticken mag, die Uhr.&#10;Und durch die Türe hinter mir&#10;klang dünn und schüchtern ein Klavier&#10;über den Flur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel lastete wie Schiefer;&#10;ihr Spiel klang immer trauertiefer,&#10;ich sah sie wohl.&#10;Dumpf rang der Wind im Eschenlaub,&#10;die Luft war grau von Glut und Staub&#10;und seufzte hohl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Druckfehler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/druckfehler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/druckfehler/</guid><description>&lt;p&gt;Rolf, rüge doch des Setzers Fehler nicht!&#10;Druckfehler ist dein ganz Gedicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dryander mit der Komödiantenbande</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dryander-mit-der-komoediantenbande/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dryander-mit-der-komoediantenbande/</guid><description>&lt;p&gt;Mich brennts an meinen Reiseschuhn,&#10;Fort mit der Zeit zu schreiten -&#10;Was wollen wir agieren nun&#10;Vor so viel klugen Leuten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hebt das Dach sich von dem Haus&#10;Und die Kulissen rühren&#10;Und strecken sich zum Himmel ′raus,&#10;Strom, Wälder musizieren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und aus den Wolken langt es sacht,&#10;Stellt alles durcheinander,&#10;Wie sichs kein Autor hat gedacht:&#10;Volk, Fürsten und Dryander.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da gehn die einen müde fort,&#10;Die andern nahn behende,&#10;Das alte Stück, man spielts so fort&#10;Und kriegt es nie zu Ende.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du/</guid><description>&lt;p&gt;Da du getreten in mein Leben ein,&#10;Da wich die Nacht dem hellen Morgenschein;&#10;Weit offen stand des Himmels festlich Tor,&#10;Und eine Rosenlandschaft stieg empor&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du bist mehr als ein Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-bist-mehr-als-ein-fruehling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-bist-mehr-als-ein-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Der süße Flieder steht nur einmal im Jahr auf dem Baum,&#10;Deine Brüste blühen mir jahraus, jahrein, du bist mehr als ein Frühling.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Wünsche glänzten wie die Sprossen der Kastanie,&#10;Du zogst sie alle an die Sonne, wir sitzen in einem Laubdach&#10;Und lachen uns zu im satten Schatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie einen Baum, den der Blitz überfiel, hatte mich die Sehnsucht gezeichnet,&#10;Jetzt wohnen deine Bienen bei mir, und meine Augen fließen über von deinem Honig.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du bist mein Land</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-bist-mein-land/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-bist-mein-land/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist mein Land,&#10;ich deine Flut,&#10;die sehnend dich ummeeret;&#10;Du bist der Strand,&#10;dazu mein Blut&#10;ohn&amp;rsquo; Ende wiederkehret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An Dich geschmiegt,&#10;mein Spiegel wiegt&#10;das Licht der tausend Sterne;&#10;und leise rollt&#10;dein Muschelgold&#10;in meine Meergrundferne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du liebst und schweigst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-liebst-und-schweigst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-liebst-und-schweigst/</guid><description>&lt;p&gt;Du liebst und schweigst - O hätt ich auch geschwiegen,&#10;Und meine Blicke nur an dich verschwendet!&#10;O hätt ich nie ein Wort dir zugewendet,&#10;So müßt ich keinen Kränkungen erliegen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch diese Liebe möcht ich nie besiegen,&#10;Und weh dem Tag, an dem sie frostig endet!&#10;Sie ward aus jenen Räumen uns gesendet,&#10;Wo selig Engel sich an Engel schmiegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum laß des Wahns mich, daß du liebst, mich freuen,&#10;Damit die Seele nicht mir ganz veröde,&#10;Und meinen Glauben möge nichts zerstreuen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du machst mich traurig - hör</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-machst-mich-traurig-hoer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-machst-mich-traurig-hoer/</guid><description>&lt;p&gt;Bin so müde.&#10;Alle Nächte trag ich auf dem Rücken,&#10;auch deine Nacht,&#10;die du so schwer umträumst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast du mich lieb?&#10;Ich blies dir arge Wolken von der Stirn&#10;und tat ihr blau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was tust du mir in meiner Todesstunde?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du nahmst mir die Augen aus dem Kopf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-nahmst-mir-die-augen-aus-dem-kopf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-nahmst-mir-die-augen-aus-dem-kopf/</guid><description>&lt;p&gt;Die blauen Fenster des Sommers stehen um dich&#10;Und ein unerschütterlicher Himmel dahinter.&#10;Du teilst Freude aus, wie nur die schwerwiegende Sonne Freude austeilt.&#10;Meine Tage fielen in das bedeutungslose Gras,&#10;Aber als du und ich uns zusammenlegten,&#10;Banden wir die Zeit zu einem Knoten, den keiner zerhaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du nahmst mir die Augen aus dem Kopf&#10;Und hast mir dafür tiefe Feuer eingesetzt;&#10;Um meine Stirn scharen sich die Gedanken wie festliche Freunde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du nennst mich - armes Mädchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-nennst-mich-armes-maedchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-nennst-mich-armes-maedchen/</guid><description>&lt;p&gt;Du nennst mich - armes Mädchen;&#10;Du irrst, ich bin nicht arm.&#10;Entreiß dich, Neugier halber,&#10;Einmal des Schlafes Arm,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schau′ mein niedres Hüttchen,&#10;Wenn sich die Sonne hold&#10;Am Morgenhimmel hebet:&#10;Sein Dach ist reines Gold!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm Abends, wann die Sonne&#10;Bereits zum Meere sinkt,&#10;Und sieh mein einzig Fenster,&#10;Wie′s von Topasen blinkt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du Paradies</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-paradies/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-paradies/</guid><description>&lt;p&gt;O′ Paradies, daß ich dich liegen wüßte&#10;An jenem Berge, jener Küste –&#10;Wo die Aufgang-Sonne bluterglüht,&#10;Wo das Nachtgewölbe Sterne sprüht –&#10;O′ daß ich′s wüßte –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollte, wie ich bin, aus meinem Alltag,&#10;Nach meinen siebzig Jahren, am Verfalltag,&#10;Gebeugt von schwerem Leben, Arbeit, Sünde,&#10;Noch pilgern in die fernen Morgengründe –&#10;Zu dir, o Paradies – –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will wandern, wenn die Stadt im Abend dunkelt –&#10;Ein Stern mag sein, der vor dem Wege funkelt – –&#10;Ich warte unter Lichtgewimmel,&#10;Daß der neue Morgenhimmel&#10;Bald erblüht –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du sagtest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-sagtest/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-sagtest/</guid><description>&lt;p&gt;Du sagtest mir in jener Stunde&#10;Dass meine Seele reich ist &amp;hellip;&#10;Ich glaube fast, dass mir im Grunde&#10;Nur alles, - alles - gleich ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich freu′ mich jeder Seelenblüte,&#10;Die fremden Athem haucht,&#10;Seit jeder Kelch, der mir entglühte,&#10;Erstarrt ist und verraucht &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und fremde Blumen muss ich warten,&#10;- Das lag mir einst so fern! -&#10;&amp;hellip;. Weil ich den eig′nen, todten Garten&#10;Vergessen will, so gern - - !&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du sollst reden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-sollst-reden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-sollst-reden/</guid><description>&lt;p&gt;Du sollst reden, nicht viel, aber sinnig;&#10;du sollst beten, nicht lang, aber innig;&#10;du sollst handeln, nicht rasch, aber kräftig;&#10;du sollst lieben, nicht laut aber heftig;&#10;du sollst leben, nicht wild, aber heiter;&#10;du sollst dir helfen, Gott hilft dir weiter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du stutzt deine Flügel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-stutzt-deine-fluegel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-stutzt-deine-fluegel/</guid><description>&lt;p&gt;Gott hat deinem Geist Flügel verliehen,&#10;mit denen du aufsteigen kannst&#10;ins weite Firmament der Liebe und der Freiheit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du jammervolles Geschöpf&#10;stutzt diese Flügel mit eigener Hand&#10;und läßt zu, dass deine Seele&#10;wie ein Insekt am Boden dahinkriecht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du tanzest leicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-tanzest-leicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-tanzest-leicht/</guid><description>&lt;p&gt;Du tanzest leicht bei Pfirsich-Flor&#10;Am luftigen Frühlings-Ort:&#10;Der Wind, stellt man den Schirm nicht vor,&#10;Bläst euch zusammen fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf Wasserlilien hüpftest du&#10;Wohl hin den bunten Teich;&#10;Dein winziger Fuß, dein zarter Schuh&#10;Sind selbst der Lilie gleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die andern binden Fuß für Fuß,&#10;Und wenn sie ruhig stehn,&#10;Gelingt wohl noch ein holder Gruß,&#10;Doch können sie nicht gehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du warst es doch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-warst-es-doch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-warst-es-doch/</guid><description>&lt;p&gt;In buntem Zug zum Walde ging′s hinaus;&#10;Du bei den Kindern bliebst allein zu Haus.&#10;Und draußen haben wir getanzt, gelacht,&#10;Und kaum, so war mir, hatt ich dein gedacht. -&#10;Nun kommt der Abend, und die Zeit beginnt,&#10;Wo auf sich selbst die Seele sich besinnt;&#10;Nun weiß ich auch, was mich so froh ließ sein,&#10;Du warst es doch, und du nur ganz allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du wirst es nie zu Tüchtgem bringen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-wirst-es-nie-zu-tuechtgem-bringen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-wirst-es-nie-zu-tuechtgem-bringen/</guid><description>&lt;p&gt;Du wirst es nie zu Tücht′gem bringen&#10;Bei deines Grames Träumerein,&#10;Die Tränen lassen nichts gelingen,&#10;Wer schaffen will, muß fröhlich sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl Keime wecken mag der Regen,&#10;Der in die Scholle niederbricht,&#10;Doch golden Korn und Erntesegen&#10;Reift nur heran bei Sonnenlicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Du wolltest nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/du-wolltest-nicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/du-wolltest-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hätte dir eine Sonne schenken können&#10;Und den halben Mond&#10;Und zwei Hände voll Sternblumen -&#10;Aber du wolltest nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ist die Sonne fortgeflogen,&#10;Die Sterne sind ausgestreut,&#10;Meine Hände sind leer -&#10;Und dich will ich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duftendes Geisblatt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duftendes-geisblatt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duftendes-geisblatt/</guid><description>&lt;p&gt;Duftendes Geisblatt, steige&#10;Höher empor, daß Ast mit Ast,&#10;Ranke mit Ranke sich dicht verzweige&#10;Zu der Liebe Sommerpalast!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süß ists, wie wir zusammen&#10;Ruhen unter dem wogenden Grün&#10;Und des Laubes smaragdene Flammen&#10;Uns zur Seite, zu Häupten sprühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber dichter und dichter&#10;Schließ um uns sich das Blättergerank,&#10;Immer noch spielen zitternde Lichter&#10;Zu uns herab auf die Rasenbank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zeugen der Wonne dürfen,&#10;Wenn in der Laube wir Nachts zu Zwein&#10;Mund von Munde den Odem uns schlürfen,&#10;Selbst die schweigenden Sterne nicht sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 1</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-1/</guid><description>&lt;p&gt;Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel&#10;Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme&#10;einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem&#10;stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts&#10;als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,&#10;und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,&#10;uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.&#10;Und so verhalt ich mich denn und verschlucke den Lockruf&#10;dunkelen Schluchzens. Ach, wen vermögen&#10;wir denn zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht,&#10;und die findigen Tiere merken es schon,&#10;daß wir nicht sehr verläßlich zu Haus sind&#10;in der gedeuteten Welt. Es bleibt uns vielleicht&#10;irgendein Baum an dem Abhang, daß wir ihn täglich&#10;wiedersähen; es bleibt uns die Straße von gestern&#10;und das verzogene Treusein einer Gewohnheit,&#10;der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht.&#10;O und die Nacht, die Nacht, wenn der Wind voller Weltraum&#10;uns am Angesicht zehrt -, wem bliebe sie nicht, die ersehnte,&#10;sanft enttäuschende, welche dem einzelnen Herzen&#10;mühsam bevorsteht. Ist sie den Liebenden leichter?&#10;Ach, sie verdecken sich nur miteinander ihr Los.&#10;Weißt du′s noch nicht? Wirf aus den Armen die Leere&#10;zu den Räumen hinzu, die wir atmen; vielleicht daß die Vögel&#10;die erweiterte Luft fühlen mit innigerm Flug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 10</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-10/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-10/</guid><description>&lt;p&gt;Dass ich dereinst, an dem Ausgang der grimmigen Einsicht,&#10;Jubel und Ruhm aufsinge zustimmenden Engeln.&#10;Daß von den klar geschlagenen Hämmern des Herzens&#10;keiner versage an weichen, zweifelnden oder&#10;reißenden Saiten. Daß mich mein strömendes Antlitz&#10;glänzender mache: daß das unscheinbare Weinen&#10;blühe. O wie werdet ihr dann, Nächte, mir lieb sein,&#10;gehärmte. Daß ich euch knieender nicht, untröstliche Schwestern,&#10;hinnahm, nicht in euer gelöstes&#10;Haar mich gelöster ergab. Wir, Vergeuder der Schmerzen.&#10;Wie wir sie absehn voraus, in die traurige Dauer,&#10;ob sie nicht enden vielleicht. Sie aber sind ja&#10;unser winterwähriges Laub, unser dunkeles Sinngrün,&#10;eine der Zeiten des heimlichen Jahres -, nicht nur&#10;Zeit -, sind Stelle, Siedelung, Lager, Boden, Wohnort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 3</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-3/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-3/</guid><description>&lt;p&gt;Eines ist, die Geliebte zu singen. Ein anderes, wehe,&#10;jenen verborgenen schuldigen Fluß-Gott des Bluts.&#10;Den sie von weitem erkennt, ihren Jüngling, was weiß er&#10;selbst von dem Herren der Lust, der aus dem Einsamen oft,&#10;ehe das Mädchen noch linderte, oft auch als wäre sie nicht,&#10;ach, von welchem Unkenntlichen triefend, das Gotthaupt&#10;aufhob, aufrufend die Nacht zu unendlichem Aufruhr.&#10;O des Blutes Neptun, o sein furchtbarer Dreizack.&#10;O der dunkele Wind seiner Brust aus gewundener Muschel.&#10;Horch, wie die Nacht sich muldet und höhlt. Ihr Sterne,&#10;stammt nicht von euch des Liebenden Lust zu dem Antlitz&#10;seiner Geliebten? Hat er die innige Einsicht&#10;in ihr reines Gesicht nicht aus dem reinen Gestirn?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 7</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-7/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-7/</guid><description>&lt;p&gt;Werbung nicht mehr, nicht Werbung, entwachsene Stimme,&#10;sei deines Schreies Natur; zwar schrieest du rein wie der Vogel,&#10;wenn ihn die Jahreszeit aufhebt, die steigende, beinah vergessend,&#10;daß er ein kümmerndes Tier und nicht nur ein einzelnes Herz sei,&#10;das sie ins Heitere wirft, in die innigen Himmel. Wie er, so&#10;würbest du wohl, nicht minder -, daß, noch unsichtbar,&#10;dich die Freundin erführ, die stille, in der eine Antwort&#10;langsam erwacht und über dem Hören sich anwärmt, -&#10;deinem erkühnten Gefühl die erglühte Gefühlin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duineser Elegien 8</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-8/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duineser-elegien-8/</guid><description>&lt;p&gt;Mit allen Augen sieht die Kreatur&#10;das Offene. Nur unsre Augen sind&#10;wie umgekehrt und ganz um sie gestellt&#10;als Fallen, rings um ihren freien Ausgang.&#10;Was draußen ist, wir wissens aus des Tiers&#10;Antlitz allein; denn schon das frühe Kind&#10;wenden wir um und zwingens, daß es rückwärts&#10;Gestaltung sehe, nicht das Offne, das&#10;im Tiergesicht so tief ist. Frei von Tod.&#10;Ihn sehen wir allein; das freie Tier&#10;hat seinen Untergang stets hinter sich&#10;und vor sich Gott, und wenn es geht, so gehts&#10;in Ewigkeit, so wie die Brunnen gehen.&#10;Wir haben nie, nicht einen einzigen Tag,&#10;den reinen Raum vor uns, in den die Blumen&#10;unendlich aufgehn. Immer ist es Welt&#10;und niemals Nirgends ohne Nicht:&#10;das Reine, Unüberwachte, das man atmet und&#10;unendlich weiß und nicht begehrt. Als Kind&#10;verliert sich eins im stilln an dies und wird&#10;gerüttelt. Oder jener stirbt uns ists.&#10;Denn nah am Tod sieht man den Tod nicht mehr&#10;und starrt hinaus, vielleicht mit großem Tierblick.&#10;Liebende, wäre nicht der andre, der&#10;die Sicht verstellt, sind nah daran und staunen . . .&#10;Wie aus Versehn ist ihnen aufgetan&#10;hinter dem andern . . . Aber über ihn&#10;kommt keiner fort, und wieder wird ihm Welt.&#10;Der Schöpfung immer zugewendet, sehn&#10;wir nur auf ihr die Spiegelung des Frei′n,&#10;von uns verdunkelt. Oder daß ein Tier,&#10;ein stummes, aufschaut, ruhig durch uns durch.&#10;Dieses heißt Schicksal: gegenüber sein&#10;und nichts als das und immer gegenüber.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Duldung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/duldung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/duldung/</guid><description>&lt;p&gt;Schwarzes Eisen, kalt und spröde,&#10;Schelten möchte ich dich nicht,&#10;Weil es dir an Lebenswärme&#10;Und an Biegsamkeit gebricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist du doch in Feuersgluten&#10;Zischend einst emporgewallt,&#10;Eh du unter Hammerschlägen&#10;Musstest werden starr und kalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und, so sollt auch ihr nicht schelten,&#10;Wenn ihr seht ein kaltes Herz,&#10;Sollt ihm heißes Mitleid zollen,&#10;Weil es gleicht dem toten Erz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wisst ihr denn, ob es nicht glühend,&#10;Zischend einst emporgewallt,&#10;Bis es unter Schicksalsschlägen&#10;Ward wie Eisen starr und kalt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Dunkle Betrachtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/dunkle-betrachtung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/dunkle-betrachtung/</guid><description>&lt;p&gt;Wer weiß es, ob nicht doch Aegypten&#10;In seinen kühlen Felsenkrypten,&#10;Im Bauch granitner Pyramiden&#10;Ersann den besten Grabesfrieden?&#10;Wer weiß wie schwer die Theile tragen&#10;An der Verwesung leisem Nagen&#10;Zu der im Sarg wir sie verdammen?&#10;Ob ihre trägen finstern Flammen&#10;Wann sie zerstörend Neues brüten&#10;In jedem nicht wie Zahnschmerz wüthen?&#10;So dankt vielleicht dem Leichenarzte,&#10;Der ihr den Weg in′s Fleisch verharzte,&#10;Das für Jahrtausende dem Strom&#10;Der Noth entrissene Atom.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Durch die Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-die-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-die-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Und immer Du, dies dunkle Du,&#10;und durch die Nacht dies hohle Sausen;&#10;die Telegraphendrähte brausen,&#10;ich schreite meiner Heimat zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Schritt für Schritt dies dunkle Du,&#10;es scheint von Pol zu Pol zu sausen;&#10;und tausend Worte hör ich brausen&#10;und schreite stumm der Heimat zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Durch! (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/durch-1/</guid><description>&lt;p&gt;Laß dich die Welt nicht fangen,&#10;Brich durch, mein freudig Herz,&#10;Ein ernsteres Verlangen&#10;Erheb dich himmelwärts!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Greif in die goldnen Saiten,&#10;Da spürst du, daß du frei,&#10;Es hellen sich die Zeiten,&#10;Aurora scheinet neu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es mag, will alles brechen,&#10;Die gotterfüllte Brust&#10;Mit Tönen wohl besprechen&#10;Der Menschen Streit und Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eine Welt von Bildern&#10;Baut sich da auf so still,&#10;Wenn draußen dumpf verwildern&#10;Die alte Schönheit will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Durcheinander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/durcheinander/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/durcheinander/</guid><description>&lt;p&gt;Spatzen schrein und Nachtigallen,&#10;Nelke glüht und Distel sticht,&#10;Rose schön durch Nesseln bricht.&#10;Besser noch hat mir gefallen&#10;Liebchens spielendes Augenlicht;&#10;Aber fehlte auch nur eins von allen,&#10;′s wär eben der närrische Frühling nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Durnehtige sele, vroewe dich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/durnehtige-sele-vroewe-dich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/durnehtige-sele-vroewe-dich/</guid><description>&lt;p&gt;Durnehtige sele, vroewe dich,&#10;Du bist alleine got gelich.&#10;Ja es ist wol billich,&#10;Wan du trinkest mit goettlicher gedult&#10;Ane schuld&#10;Vil manig bitterkeit in dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Echte Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/echte-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/echte-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Lau in der Nacht mag ich nimmer sein, -&#10;Kalt oder brennend wie ein lohes Feuer!&#10;O, Lust und Leiden sind nur farblos, klein,&#10;Wo Liebe nicht ergriffen hat das Steuer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer noch bei Sinnen, ist kein rechter Freier;&#10;Wirf von dir ohne Zagen all was dein,&#10;Der stirbt vor Liebe nicht, ein halbgetreuer,&#10;Wer von der Liebe mehr verlangt als Pein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleichwie ein Schiff, wenn sich die Wetter schwärzen,&#10;an jähen Klippen treibt bei finstrer Nacht.&#10;Auf weitem Meer der Wind′ und Wogen Spiel,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Efeu und ein zärtlich Gemüt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/efeu-und-ein-zaertlich-gemuet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/efeu-und-ein-zaertlich-gemuet/</guid><description>&lt;p&gt;Efeu und ein zärtlich Gemüt,&#10;heftet sich an und grünt und blüht,&#10;kann es weder Stamm noch Mauer&#10;finden, es muß verdorren, es muß verschwinden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eilt die Sonne...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eilt-die-sonne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eilt-die-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Eilt die Sonne nieder zu dem Abend,&#10;Löscht das kühle Blau in Purpurgluten,&#10;Dämmrungsruhe trinken alle Gipfel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jauchzt die Flut hernieder silberschäumend,&#10;Wallt gelassen nach verbrauster Jugend,&#10;Wiegt der Sterne Bild im Wogenspiegel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hängt der Adler, ruhend hoch in Lüften,&#10;Unbeweglich wie in tiefem Schlummer;&#10;Regt kein Zweig sich, schweigen alle Winde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lächelnd mühelos in Götterrhythmen,&#10;Wie den Nebel Himmelsglanz durchschreitet,&#10;Schreitet Helios schwebend über Fluren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Feucht vom Zaubertau der heil′gen Lippen&#10;Strömt sein Lied den Geist von allen Geistern&#10;Strömt die Kraft von allen Kräften nieder&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;›Du willst nun gehn?‹ Weisst du denn nicht, dass ich schon lang&#10;von dir gegangen bin? Dass nur ein Schatten noch,&#10;ein Schein vor deinen Augen steht, den du nur siehst?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fest glaubt ich mich gewappnet mit dem Panzerhemd&#10;heiter klirrenden Hasses wider eine Welt,&#10;nur wenige Eisenmaschen standen offen noch&#10;von ungefähr – die fandest du und trafst mich gut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie einsam war ich schon – und war′s noch nicht genug!&#10;Jetzt kann ich erst leicht mit vielen spöttisch und freundlich sein,&#10;in Stunden, wo der Ekel überlistet ist –&#10;jetzt tanzen die Götter mir auf der flachen Hand!&#10;Und das dank ich dir und meinem geflickten Eisenwamms.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein alter Tibetteppich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-alter-tibetteppich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-alter-tibetteppich/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Seele, die die meine liebet,&#10;ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strahl in Strahl, verliebte Farben,&#10;Sterne, die sich himmellang umwarben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,&#10;Maschentausendabertausendweit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,&#10;Wie lange küsst dein Mund den meinen wohl&#10;und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Anderes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-anderes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-anderes/</guid><description>&lt;p&gt;Geh′! gehorche meinen Winken,&#10;Nutze deine jungen Tage,&#10;Lerne zeitig klüger sein!&#10;Auf des Glückes großer Waage&#10;Steht die Zunge selten ein.&#10;Du mußt steigen oder sinken,&#10;Du mußt herrschen und gewinnen&#10;Oder dienen und verlieren,&#10;Leiden oder triumphieren,&#10;Amboß oder Hammer sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Baum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-baum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-baum/</guid><description>&lt;p&gt;Im grünen Walde steht ein alter Baum&#10;So wie versenkt in schmerzliche Gedanken;&#10;Sein Frühling schwand,— nur wie ein Jugendtraum&#10;Umarmen seinen Stamm noch grüne Ranken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihn rühren nicht mit ihrem hellsten Gang&#10;Der Frühlingssänger jubelvolle Lieder,&#10;Und auf des Baches frohen Wellendrang&#10;Sieht ungerührt der alte Träumer nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er mag nicht blühen mehr — kaum daß er grünt,&#10;Die Zeit hat ihm das Mark schon ausgesogen,&#10;Sein Geist, der oft des Winters Schuld gesühnt,&#10;Ist längst als Duft ins All dahingeflossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-bild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Im Morgenwinde sah ich Blumen wanken&#10;Und sah, wie sie den Tau der goldnen Frühe,&#10;Daß jede voller dufte, tiefer glühe,&#10;Mit heißem Mund begierig in sich tranken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gesättigt sah ich bald die meisten schwanken,&#10;Als glaubten sie, daß keine nun verblühe,&#10;Die Rosen tranken fort mit süßer Mühe,&#10;Bis ihre Kelche fast zur Erde sanken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die andern wiegten sich in Lustgefühlen,&#10;Sie wollten eben lauten Spott erheben,&#10;Da schoß die Sonne ihre Flammen-Pfeile.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Brieff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-brieff/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-brieff/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Brieff begrüste mich; mein Brieff begrüst dich wieder;&#10;So wissen beyde wir, daß keiner todt liegt nieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Casus Anatomicus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-casus-anatomicus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-casus-anatomicus/</guid><description>&lt;p&gt;Der Kaufmann Harpax starb; sein Leichnam ward sezieret;&#10;Und als man überall dem Übel nachgespüret,&#10;So kam man auch aufs Herz, und sieh! er hatte keins:&#10;Da, wo sonst dieses schlägt, fand man das Einmaleins.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein enges Hertze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-enges-hertze/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-enges-hertze/</guid><description>&lt;p&gt;Wer den Himmel wenig acht,&#10;Wer mit Erde saat sich macht,&#10;Hat ein Hertze, drinnen kaum&#10;Leeres nichts hat Stell und Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Epilog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-epilog/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-epilog/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab es mir zum Trost ersonnen&#10;In dieser Zeit der schweren Not,&#10;In dieser Blütezeit der Schufte,&#10;In dieser Zeit von Salz und Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich zage nicht, es muß sich wenden,&#10;Und heiter wird die Welt erstehn,&#10;Es kann der echte Keim des Lebens&#10;Nicht ohne Frucht verlorengehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Klang von Frühlingsungewittern,&#10;Von dem wir schauernd sind erwacht,&#10;Von dem noch alle Wipfel rauschen,&#10;Er kommt noch einmal, über Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein fernes Grab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fernes-grab/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-fernes-grab/</guid><description>&lt;p&gt;(An C. A. S. †)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In fremder Erde ward es dir zu ruh&amp;rsquo;n,&#10;Im Eiland, das die Volkskraft muß bewachen,&#10;Mit dämmebauend nimmer müdem Thun&#10;Beschützen vor des Meeres offenem Rachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein schlechtes Bett! Ein ehrenwerther Grund,&#10;Um den so mannhaft stetig wird gerungen,&#10;Daß er als Raub in diesen finstern Schlund&#10;Vom Wogenschwall nicht wird hinabgeschlungen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Augen drückte Kindeshand dir zu,&#10;Wortkarges Volk, arbeitsam, ernst, gediegen,&#10;Empfing dich gastlich, senkte dich zur Ruh –&#10;Doch weiß ich, wo du lieber möchtest liegen:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Gast</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gast/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gast/</guid><description>&lt;p&gt;Was lärmt denn da vor meiner Hütten&#10;Noch für ein ungebetner Gast?&#10;Er legt sich eben nicht auf&amp;rsquo; s Bitten,&#10;Er pocht und schellt mit wilder Hast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist die Reue, die schon lange&#10;Mit Geistertritt das Haus umkreist&#10;Und endlich nun am Glockenstrange,&#10;Am Klopfer ungeduldig reißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da steht sie mit dem todesblassen&#10;Gesicht, die welke Hand am Knauf,&#10;Und schickt mir fordernd einen grassen,&#10;Verstörten, kranken Blick herauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Grab schon weiset manche Stelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-grab-schon-weiset-manche-stelle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-grab-schon-weiset-manche-stelle/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Grab schon weiset manche Stelle,&#10;Und manches liegt in Traum und Duft;&#10;Nun sprudle, frische Lebensquelle,&#10;Und rausche über Grab und Kluft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein großer Teich war zugefroren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-grosser-teich-war-zugefroren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-grosser-teich-war-zugefroren/</guid><description>&lt;p&gt;Ein großer Teich war zugefroren;&#10;Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,&#10;Durften nicht ferner quaken noch springen,&#10;Versprachen sich aber, im halben Traum:&#10;Fänden sie nur da oben Raum,&#10;Wie Nachtigallen wollten sie singen.&#10;Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,&#10;Nun ruderten sie und landeten stolz&#10;Und saßen am Ufer weit und breit&#10;Und quakten wie vor alter Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein grünes Blatt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gruenes-blatt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-gruenes-blatt/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,&#10;Ich nahm es so im Wandern mit,&#10;Auf dass es einst mir möge sagen,&#10;Wie laut die Nachtigall geschlagen,&#10;Wie grün der Wald, den ich durchschritt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Held</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-held/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-held/</guid><description>&lt;p&gt;Im Lippenrosenbett geboren&#10;Ward uns das freie Wort, ein Held;&#10;Wer sieht’s dem Weichling an, erkoren&#10;Sei er zu herrschen ob der Welt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie lang, daß festen Tritt er lerne,&#10;Ist er ans Gängelband verdammt,&#10;Bis ihn, gediehn zu Mark und Kerne,&#10;Des Gottes Funke ganz durchflammt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Kindesunschuld würgt er spielend&#10;Alciden gleich der Schlangen Schwall,&#10;Vom Firmamente holt ihm zielend&#10;Manch schönen Stern sein Kinderball.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Haupt den Kranz von Blüthenflocken,&#10;Der Glieder Bau so schön geschwellt,&#10;Weiß er als Jüngling süß zu locken&#10;Die Liebe, wie es ihm gefällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Liebeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-liebeslied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-liebeslied/</guid><description>&lt;p&gt;Komm zu mir in der Nacht - wir schlafen engverschlungen.&#10;Müde bin ich sehr, vom Wachen einsam.&#10;Ein fremder Vogel hat in dunkler Frühe schon gesungen,&#10;Als noch mein Traum mit sich und mir gerungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es öffnen Blumen sich vor allen Quellen&#10;Und färben sich mit deiner Augen Immortellen&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm zu mir in der Nacht auf Siebensternenschuhen&#10;Und Liebe eingehüllt spät in mein Zelt.&#10;Es steigen Monde aus verstaubten Himmelstruhen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Märtyrer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-maertyrer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-maertyrer/</guid><description>&lt;p&gt;Jetzt sollt ihr hören ein rauhes Lied,&#10;von Frieden und Erbarmen leer!&#10;Der Wintemachtsturm schreit im Ried&#10;und peitscht das Schilf wie Heu umher;&#10;vor seinem Schnauben erstarrt das Moor,&#10;zerknicken die Binsen, zerbricht das Rohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Häuschen umheult er am Heiderand&#10;und schüttelt die Pfosten der rissigen Wand&#10;und reißt an den Haspen und Sparren,&#10;daß sie kreischen vor Frost und knarren&#10;und drinnen am Ofen die Kinder erschauem&#10;und dichter zum Schöße der Mutter kauern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Moralischer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-moralischer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-moralischer/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sprachen von Hamlet, von Tasso&#10;Und ihres Lebens Fracasso,&#10;Von Hölderlin, von Heinrich Kleist,&#10;Wie sie der Wahnsinn packt, zerreißt,&#10;Kurzum von tragischen Seelen.&#10;Da begann er gestreng zu schmälen,&#10;Mit Salbung sprach er von Maß und Pflicht,&#10;Vernunft und moralischem Gleichgewicht,&#10;Saß breit auf stattlichem Gesäß&#10;Und aß behaglich ein gut Stück Käs.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Nagel saß in einem Stück Holz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-nagel-sass-in-einem-stueck-holz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-nagel-sass-in-einem-stueck-holz/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Nagel saß in einem Stück Holz&#10;Der war auf seine Gattin sehr stolz.&#10;Die trug eine goldene Haube,&#10;und war eine Messingschraube.&#10;Sie war etwas locker und etwas verschraubt,&#10;sowohl in der Liebe, als auch überhaubt.&#10;Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihm.&#10;In einem Astloch, sie wurden intim.&#10;Kurz, eines Tages entfernte sie sich,&#10;und ließ den armen Nagel im Stich.&#10;Der arme Nagel bog sich vor Schmerz,&#10;Noch niemals hatte sein eisernes Herz&#10;so bittere Leiden gekostet.&#10;Bald war er beinahe verrostet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Narr in Folio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-narr-in-folio/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-narr-in-folio/</guid><description>&lt;p&gt;»Dichter sollte ich sein, doch will es leider die Zeit nicht;&#10;Wäre sie, was sie nicht ist, wäre ich, was ich nicht bin!«&#10;Schwanger fühle ich mich, den Heiland könnt′ ich gebären,&#10;Aber die Stunde ist schlecht, und ich ersticke das Kind.&#10;Schweig mir, Vettel, denn hätte der Himmel dich wirklich gesegnet,&#10;Brächtest du′s freudig zur Welt, fehlten auch Krippe und Stall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Schmerzgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-schmerzgesang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-schmerzgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Es hat ein wehmutvolles Lied&#10;Den stillen Wald durchklungen,&#10;Das hat voll Trauer, als sie schied,&#10;Die Nachtigall gesungen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leb wol, leb wol, du kühler Wald,&#10;Die welken Blätter fallen,&#10;Und Todeshauch durchweht dich bald -&#10;Ich zieh aus deinen Hallen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich flieh mit heißem Liederschmerz&#10;Aus deinen kalten Armen,&#10;Und fache mir ein anderes Herz,&#10;An den ich kann erwarmen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es weichen wieder Duft und Kuß&#10;Mich wiegt in helle Träume -&#10;O, daß ich von euch scheiden muß -&#10;Ihr lieben, lieben Bäume!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein solcher ist mein Freund</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-solcher-ist-mein-freund/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-solcher-ist-mein-freund/</guid><description>&lt;p&gt;Ein solcher ist mein Freund,&#10;Ein solcher ist mein Buhle,&#10;Ein einziger, erlesener&#10;Aus sämmtlicher Männer Schaar:&#10;Wie ein Rabe, so schwarz sein Haar,&#10;Und seine milden Augen&#10;Ein Tauben-Augenpaar.&#10;Sein Leib, wie Elfenbein,&#10;Und wie gehau′n aus Marmor&#10;Der Schenkel Prachtgebilde,&#10;Wie Lüfte, die gelinde&#10;Hinsäuseln über Rosen,&#10;Sind seine Minnegrüße,&#10;Wie des Honiges Seim an Süße&#10;Die Küsse, die er beut,&#10;Sein ganzes Sein und Wesen&#10;Nur Glück und Seligkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Ständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-staendchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-staendchen/</guid><description>&lt;p&gt;In lindem Schlaf schon lag ich hingestreckt,&#10;Da hat mich jäh dein Geigenspiel erweckt.&#10;Doch, wo das Menschenherz mir so begegnet,&#10;Nacht oder Tag, die Stunde sei gesegnet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Sterbender</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-sterbender/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-sterbender/</guid><description>&lt;p&gt;Am Fenster sitzt er, alt, gebrochnen Leibes,&#10;Und trommelt müßig an die feuchten Scheiben;&#10;Grau ist der Wintertag und grau sein Haar.&#10;Mitunter auch besieht er aufmerksam&#10;Der Adern Hüpfen auf der welken Hand.&#10;Es geht zu Ende; ratlos irrt sein Aug&#10;Von Tisch zu Tisch, drauf Schriftwerk aller Art,&#10;Sein harrend, hoch und höher sich getürmt.&#10;Vergebens! Was er täglich sonst bezwang,&#10;Es ward ein Berg; er kommt nicht mehr hinüber.&#10;Und dennoch, wenn auch trübe, lächelt er&#10;Und sucht wie sonst noch mit sich selbst zu scherzen;&#10;Ein Aktenstoß, in tücht′gen Stein gehauen,&#10;Es dünket ihn kein übel Epitaph.&#10;Doch streng aufs neue schließet sich sein Mund;&#10;Er kehrt sich ab, und wieder mit den grellen&#10;Pupillen starrt er in die öde Luft&#10;Und trommelt weiter an die Fensterscheiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Strolch sieht spielende Kinder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-strolch-sieht-spielende-kinder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-strolch-sieht-spielende-kinder/</guid><description>&lt;p&gt;Die kleinen Kinder sind so groß.&#10;Sie umarmen sonnigen Sand.&#10;Mir geben sie einfach einen Stoß.&#10;Und greifen nach einer Frauenhand.&#10;Sie jauchzen ohne Scham und Verstand&#10;Nackt in eines Fräuleins Schoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Soll ich sie nach dem Wege fragen,&#10;Weil ich mich nicht an Erwachsne getrau.&#10;Sie wissen mir doch nichts zu sagen,&#10;Zeigen mir nur ein fremdes Geschau,&#10;Wie - Seehunde unter Menschen verschlagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kinder sind so groß. Ich bin klein.&#10;Sie sind so sauber; ich bin ein Schwein.&#10;Ich suche Arbeit und Geld und Bett.&#10;Sie wollen nur ins Freie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Stündlein wohl vor Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-stuendlein-wohl-vor-tag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-stuendlein-wohl-vor-tag/</guid><description>&lt;p&gt;Derweil ich schlafend lag,&#10;ein Stündlein wohl vor Tag,&#10;sang vor dem Fenster auf dem Baum&#10;ein Schwälblein mir, ich hört′ es kaum -&#10;ein Stündlein wohl vor Tag:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Hör′ an was ich dir sag′!&#10;Dein Schätzlein ich verklag′:&#10;Derweil ich dieses singen tu′,&#10;herzt er ein Lieb in guter Ruh′,&#10;ein Stündlein wohl vor Tag.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O weh! nicht weiter sag′!&#10;O still! nichts hören mag.&#10;Flieg′ ab, flieg′ ab von meinem Baum! -&#10;Ach, Lieb′ und Treu′ ist wie ein Traum&#10;ein Stündlein wohl vor Tag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Tierbändiger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-tierbaendiger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-tierbaendiger/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann Tierbändiger werden,&#10;ich bin den Bestien gut;&#10;sie würden gerne Menschen sein,&#10;nur Qual ist ihre Wut,&#10;drum sind ihre Augen so traurig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wie in Wahnsinn versunken,&#10;so gläsern manchmal, so stier.&#10;|Aber man braucht sie blos zu lieben,&#10;das fühlen sie ganz wie wir&#10;und lernen Vernunft annehmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Neulich am Raubtierkäfig&#10;bot ich dem Tiger die Hand.&#10;Er sah mich lange schnurrig an,&#10;bis er mein Herz verstand;&#10;dann ließ er sich ruhig tatzeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Traum im Traume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-im-traume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-traum-im-traume/</guid><description>&lt;p&gt;Auf die Stirn nimm diesen Kuß!&#10;Und da ich nun scheiden muß,&#10;Laß mich dir gestehn zum Schluß:&#10;Die ihr wähntet, daß ein Traum&#10;Meine Tage, irrtet kaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Hoffnung sich zerschlug&#10;- Wann und wo sie auch entflohn,&#10;Ob bei Nacht im Schattenflug,&#10;Ob am Tage, als Vision -&#10;War sie darum weniger Trug?&#10;Was sich uns erfüllt, was nicht,&#10;Ist im Traum ein Traumgesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo die Welle, weiß von Gischt,&#10;Um den Brandungsfelsen zischt,&#10;Steh ich, und vom goldnen Sand&#10;Halt ich Körner in der Hand.&#10;Wenige! Doch selbst diese, ach!&#10;Gleiten in die Flut gemach,&#10;Und ich weine ihnen nach.&#10;O Gott! wie halt ich sie in Haft,&#10;Daß nicht alle mir entrafft!&#10;O Gott! Kann ich nicht eins der Flut&#10;Entziehn in meine sich′re Hut?&#10;Ist alles, was wir kaum&#10;Zu eigen nannten, Traum im Traum?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Weib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-weib/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-weib/</guid><description>&lt;p&gt;Sie hatten sich beide so herzlich lieb,&#10;Spitzbübin war sie, er war ein Dieb.&#10;Wenn er Schelmenstreiche machte,&#10;Sie warf sich aufs Bett und lachte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tag verging in Freud und Lust,&#10;Des Nachts lag sie an seiner Brust.&#10;Als man ins Gefängnis ihn brachte,&#10;Sie stand am Fenster und lachte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er ließ ihr sagen: O komm zu mir,&#10;Ich sehne mich so sehr nach dir,&#10;Ich rufe nach dir, ich schmachte -&#10;Sie schüttelt′ das Haupt und lachte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein weich verpackter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-weich-verpackter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ein-weich-verpackter/</guid><description>&lt;p&gt;Ein weich verpackter,&#10;Ein fein befrackter,&#10;Nicht sehr intakter&#10;Charakter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Vers, den hab′ ich im Vorrath gemacht,&#10;Ganz ohne Objekt; ich hab′ halt gedacht:&#10;Ich mach′ ihn einmal, er wird schon passen,&#10;Man kann ihn brauchen in allen Gassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Bemerkung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-bemerkung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-bemerkung/</guid><description>&lt;p&gt;Verschwiegne Liebe wird zur Schlange,&#10;Die unsers Lebens Ruhe stört;&#10;Sie tilgt das Roth von unsrer Wange,&#10;Sie ist&amp;rsquo;s die jeden Reiz verheert, -&#10;Und die man doch so gern und lange&#10;Mit Schmerz in seinem Busen nährt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Hexengeschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-hexengeschichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-hexengeschichte/</guid><description>&lt;ol start="1847"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;wanne swaz geoffinbaret sal werden in der sele, daz offinbaret sich in bilden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lieb′s, im Bücherstaub aus alten Tagen&#10;Den Räthseln jüngster Tage nachzufragen.&#10;Bunt ziehn durchs Zeitgewebe Thatenfäden,&#10;Doch wer entwirrt Beginn und End′ für jeden?&#10;Das Bäumlein, das der Ahn mit Sorgfalt zog&#10;Streut in den Schooß erst Enkeln Blüth′ und Frucht;&#10;Im Staube lag der Kiesel, dessen Wucht&#10;Ans Riesenhaupt aus Hirtenschleuder flog;&#10;Schon hängt der Stern am Himmel unbeachtet,&#10;Der Andern einst erhellt, was uns umnachtet;&#10;Und schwarz vermummt durch unsre Fastnacht schreitet&#10;Ein alt Verhängniß, dem die Larv′ entgleitet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine horazische Ode in einem Sonett</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-horazische-ode-in-einem-sonett/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-horazische-ode-in-einem-sonett/</guid><description>&lt;p&gt;Indem du jetzt das Feld, o Thaliarchus, siehest&#10;Mit weißem Reif umhüllt, so daß der Wald sich senkt,&#10;Und wie der dicke Frost die starken Fluthen schränkt,&#10;So höre meinen Rath, daß du dich nur bemühest,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie du das Holz zur Glut und lichten Flamme ziehest.&#10;Zapf&amp;rsquo; an ein altes Faß, die Sorg&amp;rsquo; auf Gott gesenkt!&#10;Das Laub wird ja nicht stets vom Äolus gekränkt.&#10;Laß heute heute sein, damit du klüglich fliehest,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Leichenphantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-leichenphantasie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-leichenphantasie/</guid><description>&lt;p&gt;Mit erstorbnem Scheinen&#10;Steht der Mond auf totenstillen Hainen,&#10;Seufzend streicht der Nachtgeist durch die Luft -&#10;Nebelwolken schauern,&#10;Sterne trauern&#10;Bleich herab, wie Lampen in der Gruft.&#10;Gleich Gespenstern, stumm und hohl und hager,&#10;Zieht in schwarzem Totenpompe dort&#10;Ein Gewimmel nach dem Leichenlager&#10;Unterm Schauerflor der Grabnacht fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zitternd an der Krücke,&#10;Wer mit düsterm, rückgesunknem Blicke,&#10;Ausgegossen in ein heulend Ach,&#10;Schwer geneckt vom eisernen Geschicke,&#10;Schwankt dem stummgetragnen Sarge nach?&#10;Floß es &amp;ldquo;Vater&amp;rdquo; von des Jünglings Lippe?&#10;Nasse Schauer schauern fürchterlich&#10;Durch sein gramgeschmolzenes Gerippe,&#10;Seine Silberhaare bäumen sich. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine Mondnacht in Rom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-mondnacht-in-rom/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-mondnacht-in-rom/</guid><description>&lt;p&gt;Beim Dämmerlicht des Mondes schau′ ich gerne&#10;Der grauen Weltstadt bröckelnde Ruinen,&#10;Die uns als Maß für ihre Größe dienen,&#10;Woran der Mensch sich selber messen lerne;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn dieses Licht, das einem trüben Sterne&#10;Entfließt, hat ihre Schlachten nie beschienen,&#10;Nur die Gefallnen mit den ehrnen Mienen,&#10;Umstanden von des Heeres bestem Kerne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt trägt sie selbst, wie die, den Todesstempel,&#10;Drum ziemt sich′s, daß dasselbe Licht ihr leuchte,&#10;Dann träumt vielleicht ein Dichter, daß die Sonnen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine notwendige Berichtigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-notwendige-berichtigung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eine-notwendige-berichtigung/</guid><description>&lt;p&gt;Frauen stünde, gelehrt sein, nicht? Die Wahrheit zu sagen,&#10;Nützlich ist es, es steht Männern so wenig, wie Fraun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-freunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-freunde/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Glücklicher, dir ward gegeben&#10;Gar ein schöner großer Schmerz,&#10;Für dein ganzes reiches Leben,&#10;Für dein ganzes volles Herz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Sonnenblume deuten&#10;Möcht’ ich deinen tiefen Schmerz,&#10;Die, all deine Tageszeiten&#10;Grüßend, kreiset um dein Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär’s nur Unkraut kleiner Schmerzen,&#10;Unmuths dürftig Dornenreis,&#10;Spräch’ ich: Reiß’ es aus dem Herzen,&#10;Gib es allen Winden preis!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spräche: Laß es nicht umstricken&#10;Wuchernd deinen Lebenspfad,&#10;Laß das Schlingkraut nicht erdrücken&#10;Deine junge Rosensaat!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem Freunde ins Stammbuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-freunde-ins-stammbuch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-freunde-ins-stammbuch/</guid><description>&lt;p&gt;Unerschöpflich an Reiz, an immer erneuerter Schönheit&#10;Ist die Natur! Die Kunst ist unerschöpflich, wie sie.&#10;Heil dir, würdiger Greis! Für beide bewahrst du im Herzen&#10;Reges Gefühl, und so ist ewige Jugend dein Los.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem Kind zu einer Puppe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-kind-zu-einer-puppe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-kind-zu-einer-puppe/</guid><description>&lt;p&gt;Wiege, Kind, das wunderbare&#10;Wesen, das im Arm du hast!&#10;Ohne Leben scheint es fast&#10;Mit dem aufgeklebten Haare.&#10;Auf den Wangen die zwei Streife&#10;Grellen Rots sind reichlich kühn&amp;hellip;&#10;Nur das Kleid mit weißer Schleife&#10;Ist wie deines, hell und grün.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wichtiges ist jetzt zu tun:&#10;Ihm ein wenig Brei zu reichen,&#10;Kleines Kissen glattzustreichen.&#10;Es will essen, es will ruhn.&#10;Manchmal freilich nippt es bloß,&#10;Statt dass es den Teller rein isst&amp;hellip;&#10;Doch bedenk, dass es noch klein ist,&#10;Und du selber bist schon groß!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einem Weltling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-weltling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einem-weltling/</guid><description>&lt;p&gt;Fruchtlos hab′ in Schmerzenstoben&#10;Ich vor dir geweint, geras′t;&#10;Und die Welt, sie wird dich loben,&#10;Daß du mich verlassen hast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rühmend wird sie zu dir sagen:&#10;&amp;ldquo;Kluger Mann, der, stark und fest,&#10;Durch gebrochner Seelen Klagen&#10;Nimmer sich beirren läßt;&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Dessen Wille gleich dem Pfeile&#10;Rastlos fliegt zum Ziele fort,&#10;Ob er auch in seiner Eile&#10;Ein befreundet Herz durchbohrt!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Kluger Mann, der zum Beleid′gen&#10;Solche Opfer sich erkürt,&#10;Die zu rächen, zu vertheid′gen&#10;Sich kein Mensch auf Erden rührt!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einen Menschen wissen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einen-menschen-wissen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einen-menschen-wissen/</guid><description>&lt;p&gt;Einen Menschen wissen,&#10;der dich ganz versteht,&#10;der in Bitternissen&#10;immer zu dir steht,&#10;der auch deine Schwächen liebt&#10;weil du bist sein;&#10;dann mag alles brechen&#10;du bist nie allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer Braut am Polterabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-braut-am-polterabend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-braut-am-polterabend/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bringe dir ein leeres weißes Buch,&#10;die Blätter drin noch ohne Bild und Spruch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sollen einst, wenn sie beschrieben sind,&#10;dir bringen ein Erinnern hold und lind;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;an liebe Worte, die man zu dir sprach,&#10;an treue Augen, die dir blickten nach -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drauf leg′ ich dir von dunklem Myrtenreis&#10;den grünen Kranz, der aller Kränze Preis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm ihn getrost! Denn muss ich auch gestehn,&#10;er wird wie alles Laub dereinst vergehn,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer Griechin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-griechin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-griechin/</guid><description>&lt;p&gt;Du kommst heran mit leichten, scheuen Tritten,&#10;Ein Blütenblatt, vom Süden hergeweht,&#10;Und blickst so schwermuthsvoll umher, inmitten&#10;Des Volks, das deine Sprache nicht versteht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kenn&amp;rsquo; sie nicht; doch auf dem Lebensgange&#10;Empfind ich oft mich einsam, fremd wie du:&#10;Mir ist bei deiner Stimme weichem Klange,&#10;Als rief ein Herz den Schwestergruß mir zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer Jugendfreundin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-jugendfreundin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-jugendfreundin/</guid><description>&lt;p&gt;Die Blume, die aus ihrem stillen Thale&#10;Verpflanzt wird in ein fernes, fremdes Land,&#10;Prangt dort wie hier in holder Anmuth Fülle,&#10;Ist sie gepflegt von zarter Liebe Hand;&#10;Und siehst an ihrem Kelch du manchmal hangen&#10;Ein Tröpflein, drauf die Morgensonne scheint,&#10;So denk′ nicht, daß es Gramesthränen seien,&#10;Die trübe sie in stiller Nacht geweint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl sind es Thränen, aber die nicht schmerzen,&#10;Erinn′rung hat sie leise wach geküßt:&#10;Wenn sanft ein Ton aus heimathlichen Fernen&#10;Verwandten Klangs der Blume Seele grüßt,&#10;Dann rinnt die Thräne, doch nicht herb und bitter,&#10;Ein Opfer, der vergangnen Zeit geweiht,&#10;Dann säuselt durch die Seele linde Wehmuth&#10;Und sanfte Ruhe folgt dem süßen Leid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer Toten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-toten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-toten/</guid><description>&lt;p&gt;Wie fühl ich heute deine Macht,&#10;Als ob sich deine Wimper schatte&#10;Vor mir auf diesem ampelhellen Blatte&#10;Um Mitternacht!&#10;Dein Auge sieht&#10;Begierig mein entstehend Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Wesen neigt sich meinem zu,&#10;Du bists! Doch deine Lippen schweigen,&#10;Und liesest du ein Wort, das zart und eigen,&#10;Bists wieder du,&#10;Dein Herzensblut,&#10;Indes dein Staub im Grabe ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist, wann mich dein Atem streift,&#10;Der ich erstarkt an Kampf und Wunden,&#10;Als seist in deinen stillen Grabesstunden&#10;Auch du gereift&#10;An Liebeskraft,&#10;An Willen und an Leidenschaft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einer Unbekannten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-unbekannten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einer-unbekannten/</guid><description>&lt;p&gt;In diesem Traurigsein,&#10;das Leben heißt,&#10;kann einer fremden Lampe Schein&#10;oft wie ein stilles Grüßen sein&#10;von Geist zu Geist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eines Menschen Angesicht,&#10;das kaum man kennt,&#10;kann rührend sein wie ein Gedicht&#10;und tröstend wie ein leises Licht,&#10;das tief im Dämmer brennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einigkeit und Trennung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einigkeit-und-trennung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einigkeit-und-trennung/</guid><description>&lt;p&gt;Die Menschen werden&#10;durch Gesinnungen geeinigt&#10;und durch Meinungen getrennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einkehr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Bei einem Wirte, wundermild;&#10;da war ich jüngst zu Gaste;&#10;ein goldner Apfel war sein Schild&#10;an einem langen Aste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war der gute Apfelbaum,&#10;bei dem ich eingekehret;&#10;mit süßer Kost und frischem Schaum&#10;hat er mich wohl genähret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es kamen in sein grünes Haus&#10;viel leichtbeschwingte Gäste;&#10;sie sprangen frei und hielten Schmaus&#10;und sangen auf das beste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fand ein Bett zu süßer Ruh&#10;auf weichen, grünen Matten;&#10;der Wirt, er deckte selbst mich zu&#10;mit seinem kühlen Schatten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einladung zum Tanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einladung-zum-tanz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einladung-zum-tanz/</guid><description>&lt;p&gt;Das Schwert ist gefeget,&#10;Der Säbel ist blank,&#10;Der Speer ist umleget&#10;Mit Stahl breit und lang,&#10;Der Mut ist gewetzet,&#10;Das Herz sich erletzet&#10;Mit Trommeln und Pfeifen&#10;Im kriegrischen Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun her, ihr Franzosen!&#10;Hieher in das Feld!&#10;Hier tanzet auf Rosen!&#10;Musik ist bestellt;&#10;Schon klingen die Saiten&#10;Des Reigens von weitem;&#10;Versuchet, wer heute&#10;Den Vortanz erhält.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Braut heißet Ehre,&#10;Sie führet den Tanz&#10;Und schreitet dem Heere&#10;Voran mit dem Kranz;&#10;Sie mahnet zur Rache&#10;Für heilige Sache&#10;Und hat ihn gefärbet&#10;Mit blutigem Glanz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eins und zwei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eins-und-zwei/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eins-und-zwei/</guid><description>&lt;p&gt;Warum, o Mutter, o Natur,&#10;Gabst deinem Sohn, dem Menschen nur&#10;Ein Herz du, um in süßen Trieben&#10;Geliebt zu werden und zu lieben,&#10;Und einen Mund nur, um zu küssen,&#10;Und Wonn′ und Seligkeit zu saugen;&#10;Jedoch zum Weinen, ach! - zwei Augen? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einsamer Baum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamer-baum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einsamer-baum/</guid><description>&lt;p&gt;Zersplissen ist mein Haupt&#10;Von schwarzem Wolkenwetter;&#10;Herbstwind und Regen raubt&#10;Die abgestorbenen Blätter:&#10;So rag′ ich ganz allein&#10;Aus ödem Heidekraut&#10;Und träume von dem Hain,&#10;Der weit verloren blaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft, wenn mit grimmer Wucht&#10;Mich packt ein nächtlich Brausen,&#10;Raff ich mit jähem Grausen&#10;Zusammen mich zur Flucht;&#10;Doch halten zähe Schollen&#10;Mich an den Wurzeln fest.-&#10;Da steh′ ich nun mit Grollen,&#10;Wild schüttelnd mein Geäst&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einst und jetzt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einst-und-jetzt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einst-und-jetzt/</guid><description>&lt;p&gt;Nur eine von jenen Nächten,&#10;Nur eine gebt mir zurück!&#10;Wie klopfte mein Herz beim sinkenden Tag&#10;Entgegen dem winkenden Glück!&#10;Sobald Orion, der leuchtende, glomm&#10;Am Saum der Cypressenschlucht,&#10;Glitt leicht auf plätschernden Wellen&#10;Mein Boot in die Uferbucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hernieder streckte der Oelbaum&#10;Die Aeste mir über die Flut;&#10;Aufflatterte scheu bei meinem Nahn&#10;Der Hänfling von seiner Brut,&#10;Und rasch von Zweigen zu Zweigen empor&#10;Klomm ich im dunkelnden Grün,&#10;Bis wo der Balkon hellblinkend&#10;Durchs Blätterdickicht schien.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einst zerschlug mich die Einsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einst-zerschlug-mich-die-einsamkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einst-zerschlug-mich-die-einsamkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Einst zerschlug mich die Einsamkeit wie dumm Holz Scheit um Scheit,&#10;Unter deiner Hand wurden die Wunden ein Traum,&#10;Im gesunden Baum singen mit jungem Flaum deine Vögel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Herz hat das Wort »Weh« sterben gemacht,&#10;Du hast warme Ähren auf die Felder gestellt,&#10;Du wirst süße Trauben bescheren&#10;Und endlich den Schnee, der den Winter erhellt.&#10;Das Jahr wächst freundlich aus deinem Schoß,&#10;Ich sehe staunend zu, wie reich du bist,&#10;Und wie dein Reichtum nie ruht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Einziges Geschiedensein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/einziges-geschiedensein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/einziges-geschiedensein/</guid><description>&lt;p&gt;Schlummernd im schwellenden Grün&#10;Liegst du, wo Lüfte dich fächeln!&#10;Mädchen, was spiegelt dies Lächeln,&#10;Spiegelt dies zarte Erglühn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wie beschleicht es mit Schmerz&#10;Kalt mir den innersten Frieden!&#10;Gänzlich, wie nie noch, geschieden&#10;Fühlt sich von deinem mein Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was, wie ein göttlicher Hauch,&#10;Jetzt dich durchzittert, das Leben,&#10;Eh′ du erwachst, wird′s entschweben,&#10;Nimmer erfreut es mich auch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eisnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eisnacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eisnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wie in Seide ein Königskind&#10;schläft die Erde in lauter Schnee,&#10;blauer Mondscheinzauber spinnt&#10;schimmernd über der See.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus den Wassern der Rauhreif steigt,&#10;Büsche und Bäume atmen kaum:&#10;durch die Nacht, die erschauernd schweigt,&#10;schreitet ein glitzernder Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eitelkeit des Weltglücks und des Hoflebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eitelkeit-des-weltgluecks-und-des-hoflebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eitelkeit-des-weltgluecks-und-des-hoflebens/</guid><description>&lt;p&gt;Du Wetterhahn der Welt, du Fallbret unsers Lebens,&#10;Du Gaukelspiel der Zeit, o Glücke, gute Nacht!&#10;Die Menschen zünden dir den Weihrauch an vergebens;&#10;Dein taubes Ohr giebt nie auf Wunsch und Andacht Acht.&#10;Wenn du einmal dein Rad, wir eine Hand umdrehen,&#10;Sehn wir Colossen fall′n und schweres Erz verwehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber schätze dich weit über Ganges Schätze,&#10;Du ird′sches Paradies, du Hafen süßer Ruh′,&#10;Weil hier kein Wütherich giebt knechtische Gesetze,&#10;Weil die Natur uns hier läßt allen Willen zu,&#10;Wo die Begierde nie aus dem Geschirre schläget,&#10;Vergnügung und Vernunft sich in ein Bette leget.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elegie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie/</guid><description>&lt;p&gt;Wandelnd im Schimmer des Mondes, und tief in Gedanken versunken,&#10;Führt mich der ländliche Pfad über das schweigende Feld,&#10;Und in der Stille des Abends, die mich balsamisch umsäuselt,&#10;Nahet dem sehnenden Geist mancher Erinnerung Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie voll Schwermuth und Ernst auf nächtliche Stille des Grabes&#10;Luna den trauernden Blick senkt von der ewigen Bahn,&#10;Der die Gefilde erhellt mit bleichem Glanze, so blicket&#10;Auf vergangene Zeit trübe umwölket mein Sinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elegie auf den Tod des Herzogs von Orleans</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-auf-den-tod-des-herzogs-von-orleans/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-auf-den-tod-des-herzogs-von-orleans/</guid><description>&lt;p&gt;Dich, von den Prinzen unsrer Tage,&#10;Der edelste vielleicht,&#10;Dich, o gerecht ist meine Klage!&#10;Hat schon der Tod erreicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich, von Europa&amp;rsquo;s Prinzen allen,&#10;Dich einzig faßt er an:&#10;So Viel&amp;rsquo; sind auf den Kopf gefallen,&#10;Doch Keiner starb daran!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elegie im Kriege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-im-kriege/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elegie-im-kriege/</guid><description>&lt;p&gt;Lieder sing ich, seit ich denke,&#10;weil mein Herz empfindsam ist&#10;und den Spender der Geschenke&#10;im Genießen nicht vergißt.&#10;Doch sie haben mich vergessen,&#10;denen ich mein Lied beschert.&#10;Niemand lebt auf Erden, dessen&#10;Seele meines Sangs noch wert.&#10;Heldentaten zu vollbringen&#10;ist kein Lob in dieser Zeit:&#10;Disziplin heißt sie vollbringen,&#10;Angst gebiert die Tapferkeit.&#10;Liebe, die das Herz beseligt,&#10;zupft an keiner Leier mehr.&#10;Haß ersetzt sie. Haß befehligt.&#10;Haß ist Heil und Pflicht und Wehr.&#10;Niemals kehrt die Freude wieder&#10;und das Licht, das uns umgab.&#10;Still versinken auch die Lieder&#10;in der Menschheit Massengrab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elfe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elfe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elfe/</guid><description>&lt;p&gt;Bleib bei uns! Wir haben den Tanzplan im Tal&#10;Bedeckt mit Mondesglanze,&#10;Johanniswürmchen erleuchten den Saal,&#10;Die Heimchen spielen zum Tanze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Freude, das schöne leichtgläubige Kind,&#10;Es wiegt sich in Abendwinden:&#10;Wo Silber auf Zweigen und Büschen rinnt,&#10;Da wirst du die Schönste finden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Elis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/elis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/elis/</guid><description>&lt;p&gt;Vollkommen ist die Stille dieses goldenen Tags.&#10;Unter alten Eichen&#10;Erscheinst du, Elis, ein Ruhender mit runden Augen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihre Bläue spiegelt den Schlummer der Liebenden.&#10;An deinem Mund&#10;Verstummten ihre rosigen Seufzer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Abend zog der Fischer die schweren Netze ein.&#10;Ein guter Hirt&#10;Führt seine Herde am Waldsaum hin.&#10;O! wie gerecht sind, Elis, alle deine Tage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise sinkt&#10;An kahlen Mauern des Ölbaums blaue Stille,&#10;Erstirbt eines Greisen dunkler Gesang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Empfindungen auf der Redoute</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/empfindungen-auf-der-redoute/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/empfindungen-auf-der-redoute/</guid><description>&lt;p&gt;So seh&amp;rsquo; ich dich, geliebter Tanzsaal, wieder,&#10;Den sonst die laute Freude nur belebt,&#10;Und wo vermummt der Leichtsinn auf und nieder,&#10;Wie auf dem Rosenbeet ein Zephyr, schwebt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo aber ich zuerst die Liebe fühlte,&#10;Wovon ich eh den Schatten nur gekannt,&#10;Und tändelnd bloss mit Männerherzen spielte,&#10;Bis Amor mich mit goldnen Ketten band;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo stets umringt von lockrer Stutzer Reihen,&#10;Die mich als ihre Königinn verehrt,&#10;Das eitle Mädchen ihre Schmeicheleyen,&#10;Mit halbem Ohre zwar, doch gern gehört;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Empfindungen in einer Gesellschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/empfindungen-in-einer-gesellschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/empfindungen-in-einer-gesellschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Endlich, Freund, hab&amp;rsquo; ich mit Furcht und Beben&#10;Zu der Stätte, wo mein Herz dich fand,&#10;Feyerlich mich heute hinbegeben,&#10;Und erneut, was ich einst da empfand:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sah die Gegend wieder blühn und grünen,&#10;Alles sich erfreuen um mich her,&#10;War die einz&amp;rsquo;ge traurend unter ihnen,&#10;Denn ich fand, o Trauter, dich nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab dich nirgend, nirgend zu erwarten,&#10;Nicht auf Wiesen, nicht im Büschicht dort! - -&#10;Und so ward der sonst beliebte Garten&#10;Mir zum schaudervollen Trauerort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ende/</guid><description>&lt;p&gt;Verträumt und müde wie ein Schmetterling im September taumelt der Sommer das Gelände entlang.&#10;Altweiberfäden wirren sich um seine zerrissenen Flügel und die Blumen, die noch blühen, haben keinen Honig mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Hochwald drüben, hinter dem die Sonne glutet, lauert die Nacht, gleich einer großen Spinne, und wie ein engmaschiges Netz hängt sie die Dämmerung vor das verflackernde Abendrot, nach dem der Schmetterling seinen Flug nimmt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Engländer im Miserere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/englaender-im-miserere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/englaender-im-miserere/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist ein Jammer, mit Lady und Miß erst durch sich zu kämpfen,&#10;Und drei Stunden und mehr steh′ ich und wart′ ich nun schon.&#10;Traun das Reisen ist doch beschwerlich, ich wär′ es zufrieden,&#10;Wär′ es doch einmal vorbei, hätt′ ich′s doch einmal gehört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entartung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entartung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entartung/</guid><description>&lt;p&gt;Hat die Natur sich auch verschlechtert,&#10;Und nimmt sie Menschenfehler an?&#10;Mich dünkt, die Pflanzen und die Thiere,&#10;Sie lügen jetzt wie Jedermann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich glaub&amp;rsquo; nicht an der Lilje Keuschheit,&#10;Es buhlt mit ihr der bunte Geck,&#10;Der Schmetterling; der küsst und flattert&#10;Am End&amp;rsquo; mit ihrer Unschuld weg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von der Bescheidenheit der Veilchen&#10;Halt&amp;rsquo; ich nicht viel. Die kleine Blum&amp;rsquo;,&#10;Mit den koketten Düften lockt sie,&#10;Und heimlich dürstet sie nach Ruhm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entgleite nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entgleite-nicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entgleite-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Wer hätte damals das gedacht!?&#10;Von mir!? — Wie war ich davon weit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann stieg ich, stiegen wir zu zweit&#10;Und sagten glücklich vor der Nacht;&#10;„Kehr nie zurück, bedankte Ärmlichkeit!“&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war ein wunderschönes Hausen&#10;In guter, kleinerbauter Heimlichkeit. —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ganz winzige, herzförmige Fenster gibt′s. —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im reichen Raum vergißt man leicht das Draußen. —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entgleite nicht, du Glück der Einfachheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entlarvung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entlarvung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entlarvung/</guid><description>&lt;p&gt;Europa hat sich abgeschminkt.&#10;Befreit von Rouge und Puder&#10;steht eklig da das Luder&#10;und faucht und stinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Schnürleib sittlicher Kultur&#10;warf sie zum Kunstkorsette.&#10;Statt Rippen Bajonette&#10;hält feil die Hur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Europa, mach das Hemde zu!&#10;Der Anblick deiner Nacktheit&#10;ist Gift und Abgeschmacktheit.&#10;Krepiere, Du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Entschluss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/entschluss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/entschluss/</guid><description>&lt;p&gt;Gebannt im stillen Kreise sanfter Hügel,&#10;Schlingt sich ein Strom von ewig gleichen Tagen,&#10;Da mag die Brust nicht nach der Ferne fragen,&#10;Und lächelnd senkt die Sehnsucht ihre Flügel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel andre stehen kühn im Rossesbügel,&#10;Des Lebens höchste Güte zu erjagen,&#10;Und was sie wünschen, müssen sie erst wagen,&#10;Ein strenger Geist regiert des Rosses Zügel. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was singt ihr lockend so, ihr stillen Matten,&#10;Du Heimat mit den Regenbogenbrücken,&#10;Ihr heitern Bilder, harmlos bunte Spiele?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epigramma</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epigramma/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epigramma/</guid><description>&lt;p&gt;Du meinst ich soll dein noch gedencken und dich lieben /&#10;ob du mich schon verläst / ey sey doch nicht so toll /&#10;Ich habe dir ja offt vor disem schon geschrieben:&#10;Daß niemand Eysen / Stein und Klöze lieben soll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epilog</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog/</guid><description>&lt;p&gt;Frühlingsluft weht allbelebend!&#10;Frühlingsschwalb’ ist heimgereist,&#10;Hat, ob Wiens Palästen schwebend,&#10;Schon die Kaiserburg umkreist;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Pickt die Spiegelscheibe leise,&#10;Da sie einmal schon gepickt,&#10;Draus der Kaiser sonst, der greise,&#10;Auf sein Volk und sie geblickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sie sieht dieß Antlitz nimmer&#10;Mit des Munds schalkhaftem Scherz,&#10;Mit des Augs gutmüth’gem Schimmer, –&#10;Oft doch hart und kalt wie Erz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stumm des Jubels Hochgewitter,&#10;Dieses Mannes stät Geleit!&#10;Stumm doch hinter manchem Gitter&#10;Auch das Murren böser Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epilog (zur Anthologie Der letzte Ritter)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-zur-anthologie-der-letzte-ritter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-zur-anthologie-der-letzte-ritter/</guid><description>&lt;p&gt;»– Alles in der Welt zergeht,&#10;Ausgenommen die Ehr bleibt stät.«Theuerdank.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Abendroth glüht herrlich Tyrols Gebirg und Flur,&#10;Ein Hochamt hier zu feiern scheint heute die Natur,&#10;Als Chor smaragdner Säulen seh’ ich die Berge ragen,&#10;Die auf den Silberhäuptern die blaue Kuppel tragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Stroms, der Quellen Rauschen, Geläut’ und Jubelsang&#10;Scheint durch den Dom zu brausen als heiliger Orgelklang&#10;Des Gluthgewölkes Purpur als Baldachin zu beben,&#10;Und hell als Strahlenhostie der Sonnenball zu schweben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Epilog zu Grillparzers »Ottokar.«</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-zu-grillparzers-ottokar/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/epilog-zu-grillparzers-ottokar/</guid><description>&lt;p&gt;Bei der ersten Vorstellung dieses Trauerspiels auf dem k. k. Hofburgtheater&#10;zu Wien von dem Regisseur Herrn Koch gesprochen am 19. April 1825.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das alte Heldenbild, das Eurem Blick&#10;Wir heut′ enthüllt, der Strom der Zeit hat längst&#10;Auf seinen Wellen es hinabgeführt,&#10;Und doch, beseelt zu einem neuen Leben&#10;Vom Hauch des Dichters, taucht es aus der Tiefe&#10;Der vor′gen Tage wunderthätig auf,&#10;Und übt auf Eure Herzen Zauberkraft!&#10;Euch selbst ein Räthsel, füllt mit edlem Feuer&#10;Es Eure Brust, und Thränen des Gefühls&#10;Lockt es Euch in die Augen mild herauf.&#10;Soll ich dieß Räthsel lösen, Euch erklären? –&#10;Oestreicher seyd Ihr! – Oestreichs Sohn, wie Ihr,&#10;Sprach Euch der Dichter in verwandten Tönen!&#10;Ein tausendfaches Echo, klang sein Wort&#10;In jede heimathliche Brust zurück.&#10;Denn seht: die alte Zeit besteht noch fest!&#10;Was sie begann, ein unauflöslich Band,&#10;Kein Wechsel hat es, kein Geschick getrennt.&#10;Es lebt der Stamm des ersten Habsburg noch.&#10;Ein Stern des Glücks glänzt er ob unsrem Haupt!&#10;Der Dichter sprach nur aus, was jeder glaubt,&#10;Die alte Treue lebt, die alte Liebe.&#10;Wo wär′ ein Auge, das da trocken bliebe? –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er klaget wegen der bösen Kriegszeit /und bittet umb des Krieges Abwendung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-klaget-wegen-der-boesen-kriegszeit-und-bittet-umb-des-krieges-abwendung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-klaget-wegen-der-boesen-kriegszeit-und-bittet-umb-des-krieges-abwendung/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daniel Georg Morhof&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er klaget wegen der bösen Kriegszeit /&#10;und bittet umb des Krieges Abwendung&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach / wo will die Welt hinaus!&#10;Dieses schnöde Buben-Haus /&#10;Das dem Laster Leben&#10;Auff den Grund ergeben!&#10;Sieht man doch&#10;Jmmer noch /&#10;Sich mit starcken Zügen&#10;Alle Welt bekriegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist denn aus der Höllen Schooß /&#10;Alle Schaar der Teuffel loß /&#10;Die bey uns auff Erden&#10;Wollen Bürger werden?&#10;Sieht man doch /&#10;Daß annoch&#10;Sind mit Krieg und Streiten&#10;Eine Pest der Zeiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er liegt und schläft an meinem Herzen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-liegt-und-schlaeft-an-meinem-herzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-liegt-und-schlaeft-an-meinem-herzen/</guid><description>&lt;p&gt;Er liegt und schläft an meinem Herzen,&#10;Mein guter Schutzgeist sang ihn ein;&#10;Und ich kann fröhlich sein und scherzen,&#10;Kann jeder Blum´und jedes Blatt mich freun.&#10;Nachtigall, ach! Nachtigall, ach!&#10;Sing mir den Amor wach!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er redet der Liebsten Augen an, die er umfinge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-redet-der-liebsten-augen-an-die-er-umfinge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-redet-der-liebsten-augen-an-die-er-umfinge/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr seid es, die ihr mir die meinen machet blind,&#10;ihr lichten Spiegel ihr, da ich die ganzen Schmerzen&#10;leibhaftig kan besehn von mein und ihrem Herzen.&#10;Ihr Werkstat, da die Gunst die güldnen Fäden spinnt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;darüber Meister ist das kluge Venus-Kind,&#10;ihr, meine Sonn′ und Mon, ihr irdnen Himmelskerzen,&#10;in welchen Lust mit Zier und Schein mit Glanze scherzen,&#10;ihr seid es, die mir mehr als alle Schätze sind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Er redet ihre Halsperlen an</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/er-redet-ihre-halsperlen-an/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/er-redet-ihre-halsperlen-an/</guid><description>&lt;p&gt;Was bildet ihr euch ein, ihr Muscheltöchter ihr?&#10;Vermeint ihr, daß mein Lieb euch trägt zu ihrer Zier?&#10;Nein, darum trägt sie euch, darmit ihr selbsten schaut,&#10;wie viel ihr dunkler seid als ihre klare Haut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eranna an Sappho</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eranna-an-sappho/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eranna-an-sappho/</guid><description>&lt;p&gt;O du wilde weite Werferin:&#10;Wie ein Speer bei andern Dingen&#10;lag ich bei den Meinen. Dein Erklingen&#10;warf mich weit. Ich weiß nicht, wo ich bin.&#10;Mich kann keiner wiederbringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Schwestern denken mich und weben,&#10;und das Haus ist voll vertrauter Schritte.&#10;Ich allein bin fern und fortgegeben,&#10;und ich zittere wie eine Bitte;&#10;denn die schöne Göttin in der Mitte&#10;ihrer Mythen glüht und lebt mein Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erfahrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erfahrung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erfahrung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann so gut verstehen, die ungetreuen Frauen,&#10;So gut, mir ist, als könnt ich in ihre Seelen schauen.&#10;Ich seh um ihre Stirnen die stumme Klage schweben,&#10;Die Qual am langen, leeren, am lebenleeren Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh in ihren Augen die Lust, sich aufzugeben,&#10;Im Unergründlichen, Verbotenen zu beben&#10;Die Lust am Spiel, die Lust das Letzte einzusetzen,&#10;Die Lust am Sieg und Rausch, am Trügen und Verletzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich seh ihr Lächeln und die heimlichen, die Tränen,&#10;Das rätselhafte Suchen, das ruhelose Sehnen.&#10;Ich fühle, wie dies drängt zu törichten Entschlüssen,&#10;Wie sie ihre Augen schließen und sich quällen müssen;&#10;Wie sie für jedes Morgen ein jedes Heut begraben,&#10;Und wie sie sich nicht versehen, wenn sie getötet haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erhebung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erhebung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erhebung/</guid><description>&lt;p&gt;Gib mir deine Hand,&#10;nur den Finger, dann&#10;seh ich diesen ganzen Erdkreis&#10;als mein Eigen an!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, wie blüht mein Land,&#10;sieh dir′s doch nur an!&#10;daß es mit uns über die Wolken&#10;in die Sonne kann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerung/</guid><description>&lt;p&gt;O Mädchen, das sie hier begraben,&#10;Halb Jungfrau schon und doch halb Kind,&#10;Einst konnte mich dein Anblick laben,&#10;Wie eine Frühlingslandschaft lind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vorsprudelnd, wie der Bergquell, flogen&#10;Einst in die Welt die Worte dein,&#10;Demanten stäubend, Regenbogen!&#10;Und doch so hell, gesund und rein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Rehlein wagten deine Blicke&#10;Heran neugierig, arglos sich;&#10;Scheu flohn, wie jene, sie zurücke,&#10;Wenn nur von fern ein Laurer schlich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir spielten, wogten die Gefühle,&#10;Wie junge Saat, so leichtbewegt,&#10;Die in sich schon der Keime viele&#10;Zu Blüt′ und edlem Kerne trägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erinnerungen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerungen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erinnerungen/</guid><description>&lt;p&gt;Erinnerungen, die wir sterben ließen,&#10;Die unser warmes Herzblut nimmer nährte,&#10;Sie folgen doch als Schatten unsrer Fährte&#10;Und lauschen draußen, wenn wir nun genießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Dunkeln stehn sie stumm vor unsrer Türe&#10;Wie Bettler, denen niemand mehr will schenken -&#10;Mit wehen Blicken stehen sie, und denken&#10;Verrauschter Freuden und verklungner Schwüre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch einst, wenn dieses Ich, das sie geboren,&#10;Versunken in den Grund der tiefsten Nächte:&#10;Dann haben wieder alle gleiche Rechte,&#10;Die Schwestern alle, denen wir geschworen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erklärung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erklaerung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erklaerung/</guid><description>&lt;p&gt;Fragt ihr mich, was das Schöne sei?&#10;Seht zu, ob ich′s verfehle;&#10;Ein Gleichnis beut die Liebe mir:&#10;Es geht vom Körper aus, gleich ihr,&#10;und endigt in der Seele.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erleuchtung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erleuchtung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erleuchtung/</guid><description>&lt;p&gt;In unermeßlich tiefen Stunden&#10;Hast du, in ahnungsvollem Schmerz,&#10;Den Geist des Weltalls nie empfunden,&#10;Der niederflammte in dein Herz?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedwedes Dasein zu ergänzen&#10;Durch ein Gefühl, das ihn umfaßt,&#10;Schließt er sich in die engen Grenzen&#10;Der Sterblichkeit als reichster Gast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da tust du in die dunkeln Risse&#10;Des Unerforschten einen Blick&#10;Und nimmst in deine Finsternisse&#10;Ein leuchtend Bild der Welt zurück;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du trinkst das allgemeinste Leben,&#10;Nicht mehr den Tropfen, der dir floß,&#10;Und ins Unendliche verschweben&#10;Kann leicht, wer es im Ich genoß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ermitage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ermitage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ermitage/</guid><description>&lt;p&gt;Die Maske der Betrunkenheit hab ich nun abgelegt!&#10;Ich bin allein — und tue, was ich wollte.&#10;Wer jemals über Albernes sich kindlich aufgeregt,&#10;Der weiß nun endlich, daß ich stets ihm grollte.&#10;Ich lächle nur und lächle immer wieder — wieder!&#10;Mir hängt die Luft voll kreischend-toller Jubellieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ermunterung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ermunterung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ermunterung/</guid><description>&lt;p&gt;Auf, mein Geist, in freie Luft&#10;Aus dem Angstgedränge!&#10;Diese dunkle Todtengruft&#10;Ist dir viel zu enge!&#10;Du bist frei!&#10;Sklaverei,&#10;Kerker, Zwang und Bande&#10;Sind des Geistes Schande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eines Christen Geist durchdringt&#10;Dicke Felsenquader;&#10;Fessellos und leicht geschwingt&#10;Hebt er sich zum Vater.&#10;Gottes Hauch&#10;Bist du auch!&#10;Soll Jehovah′s Hauchen&#10;Hier in Angst verrauchen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh das blaue Sternenfeld&#10;Wogigt um dich fliessen;&#10;Sieh den Mond, und sieh die Welt&#10;Unter deinen Füßen.&#10;Sieh das Licht!&#10;Funkeln nicht&#10;Deines Gottes Wunder&#10;Ueberall herunter?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ernste Mahnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ernste-mahnung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ernste-mahnung/</guid><description>&lt;p&gt;Deine lachenden Augen ruhen auf mir&#10;Sonnenscheinwarm und trösten mein Herz;&#10;Dein kleines Grübchen der rechten Wange&#10;Macht lustig mein Herz, denk ich blos seiner;&#10;Dein rascher Schritt belebt mein Auge&#10;Und spendet Flügel meinen Gedanken;&#10;Dein Schelmenkinn dünkt mich so witzig&#10;Wie zehn französische Komödien&#10;Und dreißigtausend urgermanische;&#10;Deiner Lippen geschwungener Liebesbogen&#10;Jagt Kußwild auf in meinem Herzen&#10;(Ich denke du findest das Bildchen zierlich!)&#10;Und wenn du sprichst, schwillt auf mein Fühlen;&#10;Dann bin ich selig ganz, ganz selig,&#10;Die Engel im Himmel dann hör ich ja singen!&#10;Aber nur eins, mein Mauserl, bitte,&#10;Eins vermeide - es macht nervös mich -,&#10;Sprich mir nicht das Hauptwort &amp;ldquo;Heirat&amp;rdquo;.&#10;Dieses Hauptwort klingt so ledern,&#10;Wie ein ganzer Leitartikel,&#10;Und ich hasse sehr dergleichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erscheine mir...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erscheine-mir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erscheine-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Erscheine mir, aus deinen reinen Lüften,&#10;Mit heitern Strahlen, heilge Poesie!&#10;Wie neu belebend über stille Triften&#10;Der Morgen glänzt; in deinem Licht erblüh,&#10;Was, noch von keinem Lebenshauch bewegt,&#10;Nur dunkel sich in dem Gemüte regt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erste Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-sonne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erste-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Wie gerne lass′ ich von der ersten Sonne&#10;Mich bescheinen! – Wenn der Januar&#10;Mit seiner Atemzüge Eishauch wich&#10;Wenn in der Monde Schnur die zweite Perle&#10;Sich übertropfen läßt von Goldreflexen&#10;Der Winternebel Vorhang in zwei Stücke&#10;Geborsten ist &amp;hellip; und ihrer Gnaden Truhe&#10;Nach träumerischer Rast die Sonne leert&#10;Den ganzen Köcher ihrer funkelnden Pfeile:&#10;Wie gerne lass′ ich mich von dieser Sonne,&#10;Von dieser Sonne sanft verkühltem Licht&#10;Bescheinen! Leise kommt auf leichten Sohlen&#10;Ein Sinnen über mich &amp;hellip; ein dunkles Suchen&#10;Und doch, wie so klar und wunschlos still &amp;hellip;&#10;All′ Winterunrast hab′ ich abgetan&#10;Als schritte ich auf Wolken, treib′ ich hin &amp;hellip;&#10;Die Augen halb geschlossen &amp;hellip; seltsam müde&#10;Und an den Sonnenstrahl, der mich berührt &amp;hellip;&#10;Leise, ganz leise meine Wange streift,&#10;Möcht′ ich mich lehnen &amp;hellip; und in seiner Goldspur&#10;Verdämmern lassen meiner Seele Leben &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erster Flug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erster-flug/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erster-flug/</guid><description>&lt;p&gt;Noch einmal erfülle mich brausendes Spiel!&#10;Vom Gedärm der Erde ackre dich bloß;&#10;Stampfe, bäume dich, schwanke los,&#10;Steige - sei ohne Grenze und Ziel!&#10;Blaue Monteure rennen im Trab,&#10;einem schlägt es die Arme ab;&#10;Messingtrompeten verdünnen die Lüfte,&#10;Toiletten, Autos, gespitzte Bärte;&#10;Mitaufsteigen des Feldes Düfte&#10;Und eines fernen Zuges Fährte.&#10;Die krüppligen Menschen sind dein nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höre den Strom! Er fliegt vor dir her.&#10;Hinter dir schreit der Motor. Lass ihn morden.&#10;Mensch aus Fleisch Du bist Stahl geworden!&#10;Riesengross aus dem Violetten&#10;Bricht die Sonne auf wie ein Brandgeschwür;&#10;Alles ergänzt sich zu Flächen und Ketten,&#10;Sehnsucht, dass wir Flügel hätten,&#10;Schwebt; ein schlankes, schwarzes Tier.&#10;Wald, Fabrik und Marionetten&#10;Graben sich wie Maulwürfe ein.&#10;Und die Erde kriecht wie Wein&#10;Langsam trunken aus den Betten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erstritten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erstritten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erstritten/</guid><description>&lt;p&gt;Erstritten ist besser als erbettelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwartung und Erfüllung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwartung-und-erfuellung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwartung-und-erfuellung/</guid><description>&lt;p&gt;In den Ozean schifft mit tausend Masten der Jüngling;&#10;Still, auf gerettetem Boot, treibt in den Hafen der Greis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erwuenschte Nacht Ihr angenehmer Schatten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/erwuenschte-nacht-ihr-angenehmer-schatten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/erwuenschte-nacht-ihr-angenehmer-schatten/</guid><description>&lt;p&gt;Erwünschte Nacht! Ihr angenehmer Schatten!&#10;Was für ein Strahl umzircket mein Gezehlt?&#10;Will sich mit mir noch eine Sonne gatten,&#10;Die sich anitzt zu meinem Bette stellt?&#10;Ach Engels-Kind sei tausendmahl willkommen,&#10;Wie bin ich doch so unverhofft beglückt?&#10;Wo hast du denn die Gnade hergenommen,&#10;Dass deine Brust noch meinen Geist erquickt?&#10;Komm lege dich auf dieses sanfte Kissen,&#10;Hier findest du der Liebe Sammel-Platz.&#10;Dein Zucker soll mir alle Qual versüßen&#10;Vergnüge mich du auserwählter Schatz.&#10;Umarme doch mit wollen weichen Händen&#10;Den heißen Leib, der sich nach Kühlung sehnt,&#10;Erhebe dich mit deinen zarten Lenden&#10;Schau wie die Lust schon alle Glieder dehnt.&#10;Es sind mein Kind zwar allzu enge Schranken,&#10;Allein es geht mit süßem Zwang hinein,&#10;Ach Zucker-Kost der kitzlenden Gedanken,&#10;Dabei das Mark muss ausgezehret sein.&#10;Ach lass uns doch die Freude recht genießen&#10;Bemühe dich und förder ihren Lauf.&#10;Jetzt wird sich gleich der süße Tau ergießen&#10;Ach Kind! Ach Schatz! Tu deine Muschel auf.&#10;Nur noch einmal. – Wie bist du gar verschwunden?&#10;Verfluchter Traum, der mich so sehr betrügt!&#10;Wo bleiben nun die anmutsvollen Stunden?&#10;Wo ist mein Schatz, der mir in Armen liegt?&#10;Ach alles ist nur Phantasie zu nennen!&#10;Die führt mich oft auf diese falsche Bahn.&#10;Ach Schönste soll ich stets vergebens brennen?&#10;Was hat dir doch dein treuer Knecht getan.&#10;Ich seufze zwar, alleine ganz vergebens,&#10;Was hilft die Nacht, wenn mich die Sonne quält.&#10;Ich sehe schon das Ende meines Lebens,&#10;Wo mich dein Strahl der Liebe nicht beseelt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es ist keiner je allein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-keiner-je-allein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-keiner-je-allein/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist keiner je allein,&#10;Wär auch Erd und Himmel Stein,&#10;Schien kein Mond, kein Sternenschein,&#10;Grüßte auch kein Lüftelein,&#10;Sänge auch kein Vögelein:&#10;Kehrt in jedem Herzen rein&#10;Doch der liebe Gott stets ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es ist Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ist-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist Nacht,&#10;und mein Herz kommt zu dir,&#10;hält′s nicht aus,&#10;hält′s nicht aus mehr bei mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Legt sich dir auf die Brust,&#10;wie ein Stein,&#10;sinkt hinein,&#10;zu dem deinen hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort erst,&#10;dort erst kommt es zur Ruh,&#10;liegt am Grund&#10;seines ewigen Du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es kommt der Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-kommt-der-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-kommt-der-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Es kommt der Abend und ich tauche in die Sterne,&#10;dass ich den Weg zur Heimat im Gemüte nicht verlerne,&#10;umflorte sich auch längst mein armes Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ruhen unsere Herzen liebverwandt,&#10;gepaart in einer Schale:&#10;Weiße Mandelkerne -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;hellip; Ich weiß, du hältst wie früher meine Hand&#10;verwunschen in der Ewigkeit der Ferne&amp;hellip;&#10;Ach meine Seele rauschte, als dein Mund es mir gestand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es lebt kein Mensch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-lebt-kein-mensch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-lebt-kein-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Es lebt kein Mensch, der herzlos wäre,&#10;Nur schlägt´s dem dort und jenem hier;&#10;Für Vorteil diesem, dem für Ehre&#10;Und dem für Wurst und bayrisch Bier!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es löst sich Herz vom Herzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-loest-sich-herz-vom-herzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-loest-sich-herz-vom-herzen/</guid><description>&lt;p&gt;Es löst sich Herz vom Herzen&#10;So ganz unmerklich ab,&#10;Es sinkt fast ohne Schmerzen&#10;Die Lieb′ ins tiefe Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sinkt ja manche Blüthe&#10;Im heißen Sonnenlicht,&#10;Die eben freudig glühte -&#10;Warum die Liebe nicht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blüthe hebt sich wieder&#10;Wenn milde Lüfte wehn -&#10;Doch sank die Liebe nieder,&#10;Wird nimmer sie erstehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es regnet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-regnet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-regnet/</guid><description>&lt;p&gt;Es regnet, es regnet&#10;Der Kuh auf den Schwanz;&#10;Es regnet, es regnet&#10;Der Braut in den Kranz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es regnet, es regnet,&#10;Die Welt ist schon naß;&#10;Hol&amp;rsquo;s Töpfchen,&#10;Fang&amp;rsquo;s Tröpfchen,&#10;Dann sag ich dir was:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wäschst du die Nase,&#10;Bleibt sie fein grade,&#10;Wäschst du das Mündchen,&#10;Bist du&amp;rsquo;n lieb Kindchen,&#10;Wäschst du aber die Augen schön,&#10;Kannst du dem lieben Herrgott seinen Himmel besehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es saß der Meister vom Stuhle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-sass-der-meister-vom-stuhle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-sass-der-meister-vom-stuhle/</guid><description>&lt;p&gt;Es saß der Meister vom Stuhle&#10;Gar frech im eignen Kot,&#10;Wer wagt sich zu dem Pfuhle,&#10;Es tun ihm Prügel not,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer schmeißt mich über und über,&#10;Wer bläst das Licht mir aus,&#10;Wer gibt mir Nasenstüber,&#10;Wer schickt mich recht nach Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und kommt er einst zum Sterben,&#10;So stirbt sein ganzes Reich,&#10;Die Frösche all verderben,&#10;Krepiert er in dem Teich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er saß einst an der Saale,&#10;Nun sitzt er auf dem Sand,&#10;Und hat bei seinem Mahle&#10;Die Esel all zur Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es sehnt sich ewig dieser Geist...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-sehnt-sich-ewig-dieser-geist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-sehnt-sich-ewig-dieser-geist/</guid><description>&lt;p&gt;Es sehnt sich ewig dieser Geist ins Weite,&#10;Und möchte fürder, immer fürder streben:&#10;Nie könnt ich lang an einer Scholle kleben,&#10;Und hätt ein Eden ich an jeder Seite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Geist, bewegt von innerlichem Streite,&#10;Empfand so sehr in diesem kurzen Leben,&#10;Wie leicht es ist, die Heimat aufzugeben,&#10;Allein wie schwer, zu finden eine zweite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wer aus voller Seele haßt das Schlechte,&#10;Auch aus der Heimat wird es ihn verjagen,&#10;Wenn dort verehrt es wird vom Volk der Knechte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es senke sich ein leiser Traum hernieder...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-senke-sich-ein-leiser-traum-hernieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-senke-sich-ein-leiser-traum-hernieder/</guid><description>&lt;p&gt;Es senke sich ein leiser Traum hernieder&#10;Der ihr der eignen Schönheit Gürtel löst&#10;Und sanften Blicks mit schmeichelndem Gefieder&#10;Des eignen Herzens Fülle ihr entblößt.&#10;Im leichten Spiel küss′ sie der eignen Lieder&#10;Gestalten, und der leise Kuß erlöst&#10;Die Blume von der Träne die sie drücket&#10;Daß sie zum Grabe müd sich bücket.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es setzten zwei Vertraute...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-setzten-zwei-vertraute/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-setzten-zwei-vertraute/</guid><description>&lt;p&gt;Es setzten zwei Vertraute&#10;Zum Rhein den Wanderstab,&#10;Der braune trug die Laute,&#10;Das Lied der blonde gab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es treibt der Wind im Winterwalde...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-treibt-der-wind-im-winterwalde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-treibt-der-wind-im-winterwalde/</guid><description>&lt;p&gt;Es treibt der Wind im Winterwalde&#10;die Flockenherde wie ein Hirt,&#10;und manche Tanne ahnt, wie balde&#10;sie fromm und lichterheilig wird,&#10;und lauscht hinaus. Den weißen Wegen&#10;streckt sie die Zweige hin - bereit,&#10;und wehrt dem Wind und wächst entgegen&#10;der einen Nacht der Herrlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es trifft Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-trifft-freude/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-trifft-freude/</guid><description>&lt;p&gt;Es trifft Freude, trifft Schmerz&#10;mit Pfeilen beide unser Herz.&#10;Doch Freude trifft nur wie zum Spiel,&#10;der Bolzen haftet nicht am Ziel.&#10;Des Schmerzes Pfeil, den der durchdrang,&#10;der schleppt ihn nach sein Leben lang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es vergeht keine Stund′ in der Nacht...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-vergeht-keine-stund-in-der-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-vergeht-keine-stund-in-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Es vergeht keine Stund′ in der Nacht,&#10;da mein Herz nicht erwacht,&#10;und an dich gedenkt,&#10;daß du mir viel tausendmal&#10;dein Herz geschenkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es wandelt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-wandelt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-wandelt/</guid><description>&lt;p&gt;Es wandelt, was wir schauen,&#10;Tag sinkt ins Abendrot,&#10;Die Lust hat eignes Grauen,&#10;Und alles hat den Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ins Leben schleicht das Leiden&#10;Sich heimlich wie ein Dieb,&#10;Wir alle müssen scheiden&#10;Von allem, was uns lieb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gäb′ es doch auf Erden,&#10;Wer hielt′ den Jammer aus,&#10;Wer möcht′ geboren werden,&#10;Hielt′st Du nicht droben Haus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist′s, der, was wir bauen,&#10;Mild über uns zerbricht,&#10;Daß wir den Himmel schauen -&#10;Darum so klag′ ich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es war ein alter König</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-war-ein-alter-koenig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-war-ein-alter-koenig/</guid><description>&lt;p&gt;Es war ein alter König,&#10;Sein Herz war schwer, sein Haupt war grau;&#10;Der arme alte König,&#10;Er nahm eine junge Frau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war ein schöner Page,&#10;Blond war sein Haupt, leicht war sein Sinn;&#10;Er trug die seidne Schleppe&#10;Der jungen Königin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennst du das alte Liedchen?&#10;Es klingt so süß, es klingt so trüb!&#10;Sie mußten beide sterben,&#10;Sie hatten sich viel zu lieb.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es wohnen die hohen Gedanken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-wohnen-die-hohen-gedanken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-wohnen-die-hohen-gedanken/</guid><description>&lt;p&gt;Es wohnen die hohen Gedanken&#10;In einem hohen Haus.&#10;Ich klopfte, doch immer hieß es:&#10;Die Herrschaft fuhr eben aus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun klopf ich ganz bescheiden&#10;Bei kleineren Leuten an.&#10;Ein Stückel Brot, ein Groschen&#10;Ernähren auch ihren Mann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Es ziehen die brausenden Wellen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ziehen-die-brausenden-wellen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/es-ziehen-die-brausenden-wellen/</guid><description>&lt;p&gt;Es ziehen die brausenden Wellen&#10;Wohl nach dem Strand;&#10;Sie schwellen und zerschellen&#10;Wohl auf dem Sand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kommen groß und kräftig,&#10;Ohn Unterlaß;&#10;Sie werden endlich heftig -&#10;Was hilft uns das ?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eselsurtheil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/eselsurtheil/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/eselsurtheil/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin, sprach Herr von Pilz, vom ältesten Geschlechte!&#10;Und stemmt an seinen Wanst die Linke und die Rechte.&#10;Sein Esel warf die Schnauz und schrie Iha!&#10;Ich bin von älterem Geschlechte,&#10;Denn schon vor Adam war der Esel Ahnherr da.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ewig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ewig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ewig/</guid><description>&lt;p&gt;Und wieder zieht mit Duft, und Glanz&#10;Der junge Frühling ein,&#10;Und wieder macht uns trunken ganz&#10;Des Jubels Feuerwein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder sind wir voller Lust&#10;Und froh und wolgemut;&#10;Und wieder strömt uns in die Brust&#10;Das junge Frühlingsblut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und doch ists nur das alte Blau,&#10;Das alte Himmelslicht,&#10;Der alte Duft, der alte Thau,&#10;Der aus den Blüten bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ringsum nur das alte Glück,&#10;Dieselbe Herrlichkeit,&#10;Die jeder Frühling bringt zurück&#10;Seit märchendunkler Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ewige Jugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ewige-jugend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ewige-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Schön war′s, als aus dem Morgenrot&#10;Mein Leben anhub aufzustrahlen&#10;Und mir die Lust in vollen Schalen&#10;Die reichsten ihrer Spenden bot;&#10;Doch nicht die Jugend, schnell verweht&#10;Und bleichend mit den braunen Haaren,&#10;Ich preise die, die nie vergeht&#10;Und schöner aufblüht mit den Jahren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Götterbild, das immerdar&#10;Ich feierte mit Hymnensange,&#10;Sie schütz es, daß es ewig prange&#10;Auf meines Herzens Weihaltar,&#10;Und meine Leier stimme sie,&#10;Daß alles Herrliche und Schöne&#10;In voller sel′ger Harmonie,&#10;Aus ihren Saiten wiedertöne!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ewige Leuchte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ewige-leuchte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ewige-leuchte/</guid><description>&lt;p&gt;»Bist noch immer nicht verglommen,&#10;Trübe Leuchte, stirbst noch nicht?&#10;All&amp;rsquo; Dein Oel ist Dir genommen,&#10;Und es dämmert noch Dein Licht?«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»»Liebe strahlt, ein ew&amp;rsquo;ger Schimmer,&#10;Flamme, die stets wächst, nie ruht;&#10;Braucht kein Oel und brennt doch immer,&#10;Braucht nicht Nahrung ihrer Gluth,&#10;Und doch löscht ihr Feuer nimmer.««&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Der D-Zug schreit und steigert sich, der Mond steht hell&#10;O Einklang aller Füße langsam - Füße schnell!&#10;Die Herzen schlagen&#10;Auf blanker Schiene mit den Wagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind ein Schwarm dem spröden Schritt der Städte fern!&#10;Ihr Häuser fort! mit uns fährt eisern nur der Stern&#10;Die Dörfer blinken,&#10;Von unserm Sturm verlöscht versinken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Versenken wir das Aschengrau der Abendwelt!&#10;Wie gutes Blut zerschmilzt der Zug, was uns umstellt.&#10;Gebirge gleiten&#10;In Seen&amp;hellip; ins Meer der Schnelligkeiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Falscher Studiertrieb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/falscher-studiertrieb/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/falscher-studiertrieb/</guid><description>&lt;p&gt;O wie viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die Seele,&#10;Seh′ ich das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fasching</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fasching/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fasching/</guid><description>&lt;p&gt;Wie eine reife, süsse Dolde&#10;hing deine Güte über mir;&#10;im Rausche griff ich nach dem Golde&#10;und streifte schon an seine Zier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun hat ein graugewobner Schleier&#10;mir deinen Liebreiz jäh vermummt;&#10;und unsrer Seelen bunte Feier&#10;ist ohne Klagelaut verstummt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fastnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fastnacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fastnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Herr, gib mir, daß ich sehe!&#10;Ich weiß es, daß der Tag ist aufgegangen;&#10;Im klaren Osten stehn fünf blut&amp;rsquo;ge Sonnen,&#10;Und daß das Morgenrot mit stillem Prangen&#10;Sich spiegelt in der Herzen hellen Bronnen;&#10;Ich sehe nicht, ich fühle seine Nähe.&#10;Herr, gib mir, daß ich sehe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ich einsam stehe:&#10;Sich um mich regt ein mannigfaches Klingen;&#10;Ein jeder will ein lichtes Plätzchen finden,&#10;Und alle von der Lust der Sonnen singen.&#10;Ich nimmer kann die Herrlichkeit ergründen,&#10;Und wird mir nur ein unergründlich Wehe.&#10;Herr, gib mir, daß ich sehe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fata morgana</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fata-morgana/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fata-morgana/</guid><description>&lt;p&gt;Wie milde und süß&#10;Des Abends Kühle&#10;Und thaufrische Labung&#10;Herniedersinkt&#10;Auf die heiße dürstende&#10;Glutschwangre Erde!&#10;Matter glänzen die Tiefen&#10;Des Himmesgewölbes&#10;In duftweißem Schimmer;&#10;Nur in der Ferne&#10;Wie stolzen Gebirges&#10;Vielhäuptiges Steinmeer&#10;Ragt auf der Wolken&#10;Stummdräuende Nebelwand.&#10;Immer dichter breitet&#10;Um die dämmernden Sinne&#10;Mit Muttersorgfalt&#10;Ihren Traumesschleier&#10;Die Trösterin Nacht.&#10;Wie Geisterrauschen&#10;Zieht&amp;rsquo;s durch die Lüfte,&#10;Sanft küßt es die Köpfchen&#10;Zarthalmiger Gräser,&#10;Die stolzen Kronen&#10;Hochwipfliger Bäume,&#10;Daß sie leise erzittern&#10;In wonnigem Beben&#10;Und flüsternd sich neigen.&#10;Jeder Schmerz, jede Sehnsucht&#10;Der Seele verhaucht,&#10;Mit dem Friedenslispeln&#10;Der Lüfte und Sterne.&#10;Himmel und Erde&#10;Umarmt sich alleins&#10;In dem Segenszauber&#10;Der müden Natur &amp;hellip;&#10;Immer deutlicher grüßt&#10;Aus wachsenden Schatten&#10;Die heilige Schwelle&#10;Der Heimath.&#10;Jetzt lächle ich selig,&#10;Ein seliges Kind, ach,&#10;Im Schooße der Mutter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fata Morgana</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fata-morgana-7993/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fata-morgana-7993/</guid><description>&lt;p&gt;Ich breite meine Seele aus,&#10;wie ein Araber seinen Teppich,&#10;und bete still zu Sonne&#10;um deine Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sähest du mich knieen&#10;im weißen Burnus meiner Zärtlichkeit,&#10;du würdest nicht vorüberziehen, weit&#10;am Horizont, mit deiner Karawane. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fatale Consequenz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fatale-consequenz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fatale-consequenz/</guid><description>&lt;p&gt;Freunde hast du so viele, wie Tage im Jahre, doch leider&#10;Schließt der Plural hier meistens den Singular aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Februar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/februar/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/februar/</guid><description>&lt;p&gt;Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel&#10;und schmilzt die Schneelast von den Dächern&#10;und taut das Eis auf an den Fenstern&#10;und lacht ins Zimmer: wie geht′s? wie steht′s?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn es auch noch lang nicht Frühling,&#10;so laut es überall tropft und rinnt &amp;hellip;&#10;du sinnst hinaus über deine Dächer &amp;hellip;&#10;du sagst, es sei ein schreckliches Wetter,&#10;man werde ganz krank! und bist im stillen&#10;glückselig drüber wie ein Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fehler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fehler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fehler/</guid><description>&lt;p&gt;Viele Leute glauben,&#10;wenn sie einen Fehler&#10;eingestanden haben,&#10;brauchten sie ihn&#10;nicht mehr abzulegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Feldeinsamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/feldeinsamkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/feldeinsamkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liege still im hohen, grünen Gras&#10;Und sende lange meinen Blick nach oben,&#10;Von Grillen rings umschwirrt ohn′ Unterlaß,&#10;Von Himmelsbläue wundersam umwoben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und schöne, weiße Wolken ziehn dahin&#10;Durchs tiefe Blau wie schöne, stille Träume;&#10;Mir ist, als ob ich längst gestorben bin&#10;Und ziehe selig mit durch ew′ge Räume.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Felsblock</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/felsblock/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/felsblock/</guid><description>&lt;p&gt;(bei Wasen an der Gotthardstraße).&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus des Felsblocks rauhen Spalten&#10;Tönt ein Aechzen, tönt ein Knurren;&#10;»Das zu bieten einem Alten!«&#10;Hör&amp;rsquo; ich eine Stimme murren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Soll der Sohn so hoher Ahnen,&#10;Zeuge von der Urwelt Tagen,&#10;Soll der Sprosse der Titanen&#10;Einen Grundbirnacker tragen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wild und frei emporgehoben&#10;An des Hochgebirges Wangen&#10;Bin ich einst – schaut hin, dort oben!&#10;Stolzes Riesenkind gehangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O die Zeit, da um beeiste&#10;Zacken noch der Sturmwind sauste,&#10;Um mein Haupt der Adler kreiste,&#10;Meinen Fuß ein Meer umbrauste!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Feuertaufe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/feuertaufe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/feuertaufe/</guid><description>&lt;p&gt;Der Körper schrumpft den weiten Rock&#10;Der Kopf verkriecht die Beine&#10;Erschrecken&#10;Würgt die Flinte&#10;Ängste&#10;Knattern&#10;Knattern schrillen&#10;Knattern hieben&#10;Knattern stolpern&#10;Knattern&#10;Übertaumeln&#10;Gelle&#10;Wut.&#10;Der Blick&#10;Spitzt&#10;Zisch&#10;Die Hände spannen Klaren.&#10;Das Trotzen ladet.&#10;Wollen äugt&#10;Und&#10;Stahler Blick&#10;Schnellt&#10;Streck&#10;Das&#10;Schicksal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fieberglut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fieberglut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fieberglut/</guid><description>&lt;p&gt;Durch meine Adern&#10;Rast Fieberglut!&#10;In meinem kranken&#10;Ausgedörrten Hirne&#10;Lodert des Wahnsinns&#10;Flamme empor!&#10;Aus Nacht und Graus,&#10;Aus wilder Verzweiflung&#10;Schreit meine Seele&#10;Nach dir, nach dir&#10;Du süße&#10;Ewigverlorene Geliebte!&#10;In heißen Thränen&#10;Quillt das Opfer&#10;Unendlicher Sehnsucht.&#10;O daß ich vergessen könnte! &amp;hellip;&#10;Ertödten der Erinnerung&#10;Vielholden Mährchenduft!&#10;In tollem Sinnentaumel&#10;Bachantisch schwelgen,&#10;Hinsterben in den Wonnen&#10;Rauschseliger Liebe! &amp;hellip;&#10;Wie schön schien die Welt&#10;Dem Auge des Glücklichen!&#10;Ein schimmernder Blüthenhag&#10;Süß umwoben und durchzittert&#10;Von Duft und Schall&#10;Und nun –&#10;In Nacht getaucht&#10;Ist der Lichtkreis der Sonne,&#10;Zum Schmerz wird jeder Athemzug&#10;Der leidgepreßten Brust,&#10;Immer wieder wühl&amp;rsquo; ich,&#10;O wollüstige Selbstqual!&#10;In meiner Wunde,&#10;Der nie verharschenden &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Finnisches Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/finnisches-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/finnisches-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Käm′ der liebe Wohlbekannte,&#10;Völlig so wie er geschieden:&#10;Kuß erkläng′ an seinen Lippen,&#10;Hätt′ auch Wolfsblut sie gerötet;&#10;Ihm den Handschlag gäb′ ich, wären&#10;Seine Fingerspitzen Schlangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wind! o hättest du Verständnis,&#10;Wort′ um Worte trügst du wechselnd,&#10;Sollt auch einiges verhallen,&#10;Zwischen zwei entfernten Liebchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern entbehrt′ ich gute Bissen,&#10;Priesters Tafelfleisch vergäß′ ich&#10;Eher, als dem Freund entsagen,&#10;Den ich Sommers rasch bezwungen,&#10;Winters langer Weis′ bezähmte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Flamme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/flamme/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/flamme/</guid><description>&lt;p&gt;Was sträubst du dich der süßen Glut,&#10;die züngelnd schon dein Haupt versengt,&#10;die liebeheißen Atems dich&#10;mit Flammenarmen eng umdrängt?!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Glut bin ich - und du bist mein!&#10;wirf ab, wirf ab das Alltagskleid:&#10;gib deine ganze Seele hin&#10;in ihrer nackten Herrlichkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umschlingen will ich glühend dich&#10;und pressen dich ans heiße Herz,&#10;die Kette schmelzen, die dich band,&#10;in meinem Kuss wie tropfend Erz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und flüstern will ich dir ins Ohr&#10;ein Wörtlein, zaub&amp;rsquo;risch wunderfein,&#10;dass du nichts andres denken sollst,&#10;als mich allein, als mich allein&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fliegen-Orakel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fliegen-orakel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fliegen-orakel/</guid><description>&lt;p&gt;Nach meinem Mittagsmahle&#10;Bei heißem Sonnenstrahle&#10;Saß ich in guter Ruh&amp;rsquo;.&#10;Halb las ich in der Zeitung,&#10;Halb fiel das Aug&amp;rsquo; mir zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kommt hereingeflogen,&#10;Da schweift in trägem Bogen&#10;Eine Mucke, dick und schwer,&#10;Mit Sumseln und mit Brumseln&#10;Um meinen Lehnstuhl her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald hör&amp;rsquo; ich sie an den Scheiben&#10;Mit dem Kopfe trommeln und reiben,&#10;Bald fliegt sie her zu mir,&#10;Neckt mich mit Surren und Kitzeln,&#10;Das dumpfe, träge Thier,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fliegt, durch die zitternden Reben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fliegt-durch-die-zitternden-reben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fliegt-durch-die-zitternden-reben/</guid><description>&lt;p&gt;Fliegt, durch die zitternden Reben&#10;Ins Stübchen, ihr Töne, fliegt,&#10;Wo hinter den Gitterstäben&#10;Die Kleine schlummernd liegt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon beim Klange der Saiten&#10;Regt sich die Schläferin;&#10;Liebliche Träume gleiten&#10;Fühlt sie durch Seele und Sinn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Web′ aus tönenden Maschen,&#10;Webe ein Netz, mein Lied,&#10;Im Schlummer ihr Herz zu haschen,&#10;Das wachend scheu vor mir flieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Länger mit Lachen und Necken&#10;Höhnen mich soll es nicht mehr;&#10;Wo es sich mag verstecken,&#10;Fang′ es und bring′ mir her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Floramor oder Tausendschön</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/floramor-oder-tausendschoen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/floramor-oder-tausendschoen/</guid><description>&lt;p&gt;Wann die Nymphen sich ergötzen,&#10;Und sie etwan in dem Hetzen&#10;Eines Dornes Stachel ritzt:&#10;Wo der Ritz sich hin ergossen,&#10;Macht er Floramoren sprossen,&#10;Blutes Purpur auf sie spritzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jene mag die Meerschneck′ mahlen,&#10;Die zu Hof in Purpur prahlen,&#10;Die ein prächtig Elend ziert:&#10;Schöner sind die Tausendschönen,&#10;Die uns hier mit Freiheit krönen,&#10;Wo man fromme Heerden führt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Amarante, Liebesblüthe!&#10;Blumen liebe ich und biete&#10;Ehre vor den andern dir.&#10;Du den Blumhold ehre wieder,&#10;Stehe, wann ich liege nieder,&#10;Dort um meine Grabesthür.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fluß im Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fluss-im-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fluss-im-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Der Abend läuft den lauen Fluß hinunter,&#10;Gewittersonne übersprengt die Ufersenkung bunter.&#10;Es hat geregnet. Alle Blätter dampfen Feuchte.&#10;Die Weidenwildnis streckt mit hellen Tümpeln sich ins witternde Geleuchte.&#10;Weiße Nebel sich ins Abendglänzen schwingen.&#10;Unterm seichten Fließen dumpf und schrill die mitgezognen Kiesel klingen.&#10;Die Pappeln stehn im Licht, traumgroße Kerzen dick mit gelbem Honigseimbeträuft –&#10;Mir ist, als ob mein tiefstes Glück durch grüne Ufer in den brennenden Gewitterabendläuft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Flutet mir in diese trübe Reise...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/flutet-mir-in-diese-truebe-reise/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/flutet-mir-in-diese-truebe-reise/</guid><description>&lt;p&gt;Flutet mir in diese trübe Reise&#10;Deines Herzens warme Bahn entgegen?&#10;Nur noch Stunden und ich werde leise&#10;meine Hände in die deinen legen:&#10;o wie lange ruhten sie nicht aus.&#10;Kannst du dir denn denken, daß ich Jahre&#10;so: ein Fremder unter Fremden fahre?&#10;Und nun endlich nimmst du mich nach Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Siehst du, selbst um das Gestirn zu schauen,&#10;brauchts ein kleines irdisches Beruhn,&#10;denn Vertrauen kommt nur aus Vertrauen,&#10;Alles Wohltun ist ein Wiedertun.&#10;Ach die Nacht verlangte nichts von mir.&#10;Doch wenn ich mich zu den Sternen kehrte,&#10;der Versehrte an das Unversehrte:&#10;Worauf stand ich? War ich hier?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Form</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/form/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/form/</guid><description>&lt;p&gt;Von leerer Form weiß nichts Apoll,&#10;Das Schöne ist himmlischen Geistes voll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie reizend malst und dichtest du, mein Lieber!&#10;Wie schön wär&amp;rsquo;s, spürte man nur nicht,&#10;Daß es an Einem dir gebricht,&#10;An einem Etwas, nennen wir&amp;rsquo; s Kaliber.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fortuna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fortuna/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fortuna/</guid><description>&lt;p&gt;Fortuna lächelt,&#10;doch sie mag nur ungern&#10;uns beglücken;&#10;schenkt sie uns&#10;einen Sommertag,&#10;so schenkt sie uns&#10;auch Mücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frage und Antwort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-und-antwort/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frage-und-antwort/</guid><description>&lt;p&gt;FRAGE Ich bin der Autor des Gedichts.&#10;Nun sagen Sie mir frei,&#10;Was dachten Sie dabei?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ANTWORT Ich dachte, was der Autor&amp;hellip; Nichts!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fragen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fragen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fragen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Stern’ am Himmel blinken,&#10;Wenn ihr Reigen nächtlich webt,&#10;Künde treu mir, wo der erste,&#10;Wo der Sterne letzter schwebt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn im regen Wogentanze&#10;Welle mit der Welle tauscht,&#10;O so zeig’ mir, wo die erste,&#10;Wo der Wellen letzte rauscht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vermagst du’s, so gib Kunde,&#10;Löse mir das Schwerste frei:&#10;Wann im Herzen wohl die Stunde&#10;Erster, – letzter Liebe sei?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fragment</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fragment/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fragment/</guid><description>&lt;p&gt;Alles still ringsum –&#10;Die Zweige ruhen, die Vögel sind stumm.&#10;Wie ein Schiff, das im vollen Gewässer brennt,&#10;Und das die Windsbraut jagt,&#10;So durch den Azur die Sonne rennt&#10;Und immer flammender tagt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Natur schläft – ihr Odem steht,&#10;Ihre grünen Locken hangen schwer,&#10;Nur auf und nieder ihr Pulsschlag geht&#10;Ungehemmt im heiligen Meer.&#10;Jedes Räupchen sucht des Blattes Hülle,&#10;Jeden Käfer nimmt sein Grübchen auf;&#10;Nur das Meer liegt frei in seiner Fülle&#10;Und blickt zum Firmament hinauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fragmente aus verlorenen Tagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fragmente-aus-verlorenen-tagen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fragmente-aus-verlorenen-tagen/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;hellip;.Wie Vögel, welche sich gewöhnt ans Gehn&#10;und immer schwerer werden, wie im Fallen:&#10;die Erde saugt aus ihren langen Krallen&#10;die mutige Erinnerung von allen&#10;den großen Dingen, welche hoch geschehn,&#10;und macht sie fast zu Blättern, die sich dicht&#10;am Boden halten, –&#10;wie Gewächse, die,&#10;kaum aufwärts wachsend, in die Erde kriechen,&#10;in schwarzen Schollen unlebendig licht&#10;und weich und feucht versinken und versiechen, –&#10;wie irre Kinder, – wie ein Angesicht&#10;in einem Sarg, – wie frohe Hände, welche&#10;unschlüssig werden, weil im vollen Kelche&#10;sich Dinge spiegeln, die nicht nahe sind, –&#10;wie Hülferufe, die im Abendwind&#10;begegnen vielen dunklen großen Glocken, –&#10;wie Zimmerblumen, die seit Tagen trocken,&#10;wie Gassen, die verrufen sind, – wie Locken,&#10;darinnen Edelsteine blind geworden sind, –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frascati</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frascati/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frascati/</guid><description>&lt;p&gt;Lorbeer grünt und Cypresse, die Myrthe blüht, die Fontaine&#10;Plätschert und rauscht, aus dem Haine glänzet der stolze Palast.&#10;Alles that die Natur, ein Paradies zu erschaffen,&#10;Schade, daß Kunst und Geschmack nicht sie zu ehren verstand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frau Agnes und ihre Nonnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frau-agnes-und-ihre-nonnen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frau-agnes-und-ihre-nonnen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Klosterhof, ein Lenzestag!&#10;Ein schwarzer Lindenschatten,&#10;Wo der gekrönte Habsburg lag&#10;Erstochen auf den Matten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frau Agnes, die gestrenge Frau&#10;Des Vaters Blut zu rächen&#10;Rief mordend aus: &amp;ldquo;Ich bad in Tau!&amp;rdquo;&#10;Und schritt in roten Bächen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie freute sich, in warmes Blut&#10;Die Knöchel einzutauchen,&#10;Sie warf in stille Dörfer Glut,&#10;Sie liess die Burgen rauchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nachdem Gericht gehalten war,&#10;Vollbracht die Totenfeier,&#10;Verbarg sie das Medusenhaar&#10;Mit einem Nonnenschleier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frau Venus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frau-venus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frau-venus/</guid><description>&lt;p&gt;Was weckst du, Frühling, mich von neuem wieder?&#10;Daß all die alten Wünsche auferstehen,&#10;Geht übers Land ein wunderbares Wehen;&#10;Das schauert mir so lieblich durch die Glieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die schöne Mutter grüßen tausend Lieder,&#10;Die, wieder jung, im Brautkranz süß zu sehen;&#10;Der Wald will sprechen, rauschend Ströme gehen,&#10;Najaden tauchen singend auf und nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rose seh ich gehn aus grüner Klause&#10;Und, wie so buhlerisch die Lüfte fächeln,&#10;Errötend in die laue Flut sich dehnen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauenhand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenhand/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenhand/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß es wohl, kein klagend Wort&#10;Wird über deine Lippen gehen;&#10;Doch, was so sanft dein Mund verschweigt,&#10;Muß deine blasse Hand gestehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hand, an der mein Auge hängt,&#10;Zeigt jenen feinen Zug der Schmerzen,&#10;Und daß in schlummerloser Nacht&#10;Sie lag auf einem kranken Herzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frauenhände</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenhaende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frauenhaende/</guid><description>&lt;p&gt;O ihr gütig lieben Frauenhände,&#10;So geschickt, zu glätten und zu heilen:&#10;Jede Freude wollt ihr mit uns teilen -&#10;Aber nur verschönt als eure Spende&#10;Reicht ihr stets die ganze uns am Ende!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Werd&amp;rsquo; ich einst in ew&amp;rsquo;ge Nacht vertrieben,&#10;Schließt mir eine einst von euch die Lider:&#10;O, so mög&amp;rsquo; dann alles, alles wieder,&#10;Was mein Auge trank an Licht und Lieben,&#10;Füllen diese Hand, die leer geblieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freie Kunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freie-kunst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freie-kunst/</guid><description>&lt;p&gt;Singe, wem Gesang gegeben,&#10;In dem deutschen Dichterwald!&#10;Das ist Freude, das ist Leben,&#10;Wenn′s von allen Zweigen schallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht an wenig stolze Namen&#10;Ist die Liederkunst gebannt;&#10;Ausgestreut ist der Samen&#10;Über alles deutsche Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deines vollen Herzens Triebe,&#10;Gib sie keck im Klange frei!&#10;Säuselnd wandle deine Liebe,&#10;Donnernd uns dein Zorn vorbei!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Singst du nicht dein ganzes Leben,&#10;Sing doch in der Jugend Drang!&#10;Nur im Blütemond erheben&#10;Nachtigallen ihren Sang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freie Presse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freie-presse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freie-presse/</guid><description>&lt;p&gt;Zwanzig Bogen, zwanzig Bogen!&#10;Nun gereckt und nun gezogen,&#10;an den Federn nun gesogen,&#10;bis die zwanzig Bogen voll!&#10;Neunzehn Bogen sind noch sündig,&#10;aber zwanzig machen mündig,&#10;wär′ der zwanzigste auch toll!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun geplündert, nun gestohlen!&#10;Denn der Zensor hat befohlen,&#10;und der Setzer steht auf Kohlen:&#10;Rasch den zwanzigsten herbei!&#10;Neunzehn Bogen sind gefährlich,&#10;aber zwanzig machen ehrlich,&#10;aber zwanzig machen frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heil′ge Zwanzig! Zu dir bet′ ich:&#10;Rätselhaft und wundertätig&#10;macht des Zensors Majestät dich,&#10;und ehre seine Huld.&#10;Zwar das neunzehnte Jahrhundert&#10;steht beschämt und fragt verwundert -&#10;Ja, die Neunzehn hat die Schuld!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freiheit/</guid><description>&lt;p&gt;Freiheit, so die Flügel&#10;Schwingt zur Felsenkluft,&#10;Wenn um grüne Hügel&#10;Weht des Frühlings Luft;&#10;Sprich aus dem Gesange,&#10;Rausch′ in deutschem Klange,&#10;Atme Waldes Duft!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was mit Lust und Beben&#10;In die Seele bricht,&#10;Dies geheime Leben,&#10;Ist es Freiheit nicht?&#10;Diese Wunderfülle,&#10;Die in Liebeshülle&#10;An die Sinne spricht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frei sich regt und froher&#10;Ahndung in der Brust,&#10;Und des Waldes hoher&#10;Geist wird uns bewußt.&#10;Linde Blütenwellen&#10;Schlagen an und schwellen&#10;Höher stets die Lust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fremd in der Heimat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fremd-in-der-heimat/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fremd-in-der-heimat/</guid><description>&lt;p&gt;In der Heimat war ich wieder,&#10;Alles hab ich mir besehn,&#10;Als ein Fremder, auf und nieder,&#10;Mußt ich in den Straßern gehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur im Friedhof fern alleine&#10;Hab ich manchen Freund erkannt,&#10;Und bei einem Leichensteine&#10;Fühlt ich eine leise Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fremde Hülffe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fremde-huelffe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fremde-huelffe/</guid><description>&lt;p&gt;Was fremde Hülffe sey, das fühlstu, Land, allhier;&#10;Die Hülffe halff ihr selbst; das fremde ließ man dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freudenhaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freudenhaus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freudenhaus/</guid><description>&lt;p&gt;Lichte dirnen aus den Fenstern&#10;Die Seuche&#10;Spreitet an der Tür&#10;Und bietet Weiberstöhnen aus!&#10;Frauenseelen schämen grelle Lache!&#10;Mutterschöße gähnen Kindestod!&#10;Ungeborenes&#10;Geistet&#10;Dünstelnd&#10;Durch die Räume!&#10;Scheu&#10;Im Winkel&#10;Schamzerpört&#10;Verkriecht sich&#10;Das Geschlecht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freund und Feind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freund-und-feind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freund-und-feind/</guid><description>&lt;p&gt;Teuer ist mir der Freund, doch auch den Feind kann ich nützen,&#10;Zeigt mir der Freund, was ich kann, lehrt mich der Feind, was ich soll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/freunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Man erwirbt keine Freunde,&#10;man erkennt sie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Friede im Andern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/friede-im-andern/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/friede-im-andern/</guid><description>&lt;p&gt;Eigennutz ist dieses Leben,&#10;Aus dem Thron sitzt der Genuss;&#10;Wem der Liebe Durst gegeben,&#10;Einsam in der Selbstsucht Streben,&#10;Weh&amp;rsquo;, wenn er verschmachten muss!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selig, wer im Lebensreigen&#10;Das verwandte Herz entdeckt!&#10;Unter grünen Palmenzweigen&#10;Wird sich Friede aus ihn neigen.&#10;Friede, den die Liebe weckt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jegliche Begierde schwindet&#10;Wie ins graue Sagenland;&#10;Denn im Busen, liebentzündet,&#10;Seine stille Welt sich gründet,&#10;Wer sich selbst im Andern fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frieden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frieden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frieden/</guid><description>&lt;p&gt;Weiß Gott, ich hab′ Dich lieb, mein zartes Kind,&#10;Und Dein Geplauder - weich wie Frühlingswind -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es tut so wohl; aufatmet das Gemüt,&#10;Der Wettersturm im Abendrot verglüht. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur fern am Horizont - ein wilder Strahl -&#10;Aufleuchtet manchmal noch die alte Qual.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frisch bey der Liebe!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frisch-bey-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frisch-bey-der-liebe/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe lehrt im finstern gehen,&#10;sie lehret an der Tühr uns stehen,&#10;sie lehrt uns geben manche Zeichen&#10;ihr süß′ Vergnügen zu erreichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie lehrt auff Kunst-gemachten Lettern&#10;zur Liebsten Fenster ein zu klettern,&#10;die Liebe weiß ein Loch zu zeigen&#10;in ein verriegelt Hauß zu steigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kann uns unvermerket führen&#10;durch so viel wolverwahrte Tühren,&#10;den Tritt kan sie so leise lehren,&#10;die Mutter solt′ auff Kazzen schweeren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frisch gesungen!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frisch-gesungen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frisch-gesungen/</guid><description>&lt;p&gt;Hab oft im Kreise der Lieben&#10;In duftigem Grase geruht,&#10;Und mir ein Liedlein gesungen,&#10;Und alles war hübsch und gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab einsam auch mich gehärmet&#10;In bangem düsterem Mut,&#10;Und habe wieder gesungen,&#10;Und alles war wieder gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und manches, was ich erfahren,&#10;Verkocht ich in stiller Wut,&#10;Und kam ich wieder zu singen,&#10;War alles auch wieder gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollst nicht uns lange klagen,&#10;Was alles dir wehe tut,&#10;Nur frisch, nur frisch gesungen!&#10;Und alles wird wieder gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fritze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fritze/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fritze/</guid><description>&lt;p&gt;Nun mag ich auch nicht länger leben,&#10;verhaßt ist mir des Tages Licht;&#10;denn sie hat Franze Kuchen gegeben,&#10;mir aber nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fröhlich soll mein Herze springen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/froehlich-soll-mein-herze-springen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/froehlich-soll-mein-herze-springen/</guid><description>&lt;p&gt;Fröhlich soll mein Herze springen&#10;dieser Zeit,&#10;da vor Freud&#10;alle Engel singen.&#10;Hört, hört, wie mit vollen Chören&#10;alle Luft&#10;jauchzt und ruft:&#10;Christus ist geboren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heute geht aus seiner Kammer&#10;Gottes Held,&#10;der die Welt&#10;reißt aus allem Jammer.&#10;Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute;&#10;Gottes Kind&#10;das verbindt&#10;sich mit unserm Blute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sollt uns Gott nun können hassen,&#10;der uns gibt,&#10;was er liebt&#10;über alle Maßen?&#10;Gott gibt, unserm Leid zu wehren,&#10;seinen Sohn&#10;aus dem Thron&#10;seiner Macht und Ehren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fröhlichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/froehlichkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/froehlichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Es rauscht und saust von großen Karussellen&#10;Wie Sonnen flammend in den Nachmittagen.&#10;Und tausend Leute sehen mit Behagen,&#10;Wie sich Kamele drehn und Rosse schnelle,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die weißen Schwäne und die Elefanzen,&#10;Und einer hebt vor Freude schon das Bein&#10;Und grunzt im schwarzen Bauche wie ein Schwein,&#10;Und alle Tiere fangen an zu tanzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nebenan, im Himmelslicht, dem hellen,&#10;Gehen die Maurer rund, wie Läuse klein,&#10;Hoch ums Gerüst, ein feuriger Verein,&#10;Und schlagen Takt mit ihren Mauerkellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Früh, eh der Tag seine Schwingen noch regt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frueh-eh-der-tag-seine-schwingen-noch-regt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frueh-eh-der-tag-seine-schwingen-noch-regt/</guid><description>&lt;p&gt;Früh, eh der Tag seine Schwingen noch regt,&#10;Alles noch schlummert und träumet und ruht,&#10;Blümchen noch nickt in der Winde Hut,&#10;Eh noch im Forste ein Vogel anschlägt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schreitet ein Engel&#10;Durchs tauweiße Land&#10;Streut ans den Segen&#10;Mit schimmernder Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es erwachet die Au und der Wald.&#10;Blumen bunt reiben die Äuglein sich klar,&#10;Staunen und flüstern in seliger Schar.&#10;Aufstrahlt die Sonne, ein Amselruf schallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber der Engel&#10;Zog längst schon landaus.&#10;Flog wieder heim&#10;In sein Vaterhaus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehe/</guid><description>&lt;p&gt;Im Osten grauts, der Nebel fällt,&#10;Wer weiß, wie bald sichs rühret!&#10;Doch schwer im Schlaf noch ruht die Welt,&#10;Von allem nichts verspüret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur eine frühe Lerche steigt,&#10;Es hat ihr was geträumet&#10;Vom Lichte, wenn noch alles schweigt,&#10;Das kaum die Höhen säumet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Früher Apollo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frueher-apollo/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frueher-apollo/</guid><description>&lt;p&gt;Wie manches Mal durch das noch unbelaubte&#10;Gezweig ein Morgen durchsieht, der schon ganz&#10;im Frühling ist: so ist in seinem Haupte&#10;nichts, was verhindern könnte, daß der Glanz&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;aller Gedichte uns fast tödlich träfe;&#10;denn noch kein Schatten ist in seinem Schaun,&#10;zu kühl für Lorbeer sind noch seine Schläfe,&#10;und später erst wird aus den Augenbraun&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;hochstämmig sich der Rosengarten heben,&#10;aus welchem Blätter, einzeln, ausgelöst&#10;hintreiben werden auf des Mundes Beben,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Früher, da ich unerfahren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/frueher-da-ich-unerfahren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/frueher-da-ich-unerfahren/</guid><description>&lt;p&gt;Früher, da ich unerfahren&#10;Und bescheidner war als heute,&#10;Hatten meine höchste Achtung&#10;Andre Leute.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Später traf ich auf der Weide&#10;Außer mir noch mehr Kälber,&#10;Und nun schätz ich, sozusagen,&#10;Erst mich selber.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Das kannst du nicht zwingen:&#10;daß die Knospen springen,&#10;eh´die Sonne ihnen ihren Mai gebracht!&#10;Aber da, was hinter dir liegt,&#10;dich nicht schreckt mehr und unterkriegt:&#10;was Winter in dir abzustreifen&#10;in aller Stille&amp;hellip;und Knospen zu reifen&#10;und dich zum Frühling durchzuringen&amp;hellip;&#10;Das kannst du zwingen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Rosen, die die Luft mit Düften würzen,&#10;Halme, die im Wind sich flüsternd neigen,&#10;Quellen, die ins Tal sich rauschend stürzen,&#10;Lerchen, die zum Himmel jubelnd steigen,&#10;Junge Herzen, reich an Liebeswonne,&#10;Über allen hoch die Frühlingssonne:&#10;Tretet ein, geöffnet sind die Pforten,&#10;Und ein Paradies ist aller Orten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling im Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-im-alter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-im-alter/</guid><description>&lt;p&gt;Singen die Vöglein im grünen Wald,&#10;Klingen die Bächlein bergunter,&#10;Lockt es den Alten mit Lustgewalt,&#10;Klopfet das Herz ihm so munter:&#10;Denket der Wonnen verschienener Lenze,&#10;Denket der Kränze und denket der Tänze,&#10;Fallen auch Tränen herunter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Singet und klinget! das Heute ist mein,&#10;Heut will ich singen und klingen&#10;Lustig mit spielenden Kindern feldein,&#10;Fröhlich mit fröhlichen Dingen,&#10;Will mir bekränzen die Locken, die greisen:&#10;Bald muß ich hinnen und wandern und reisen,&#10;Wo mir die Vögel nicht singen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühling ist wiedergekommen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-ist-wiedergekommen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehling-ist-wiedergekommen/</guid><description>&lt;p&gt;Frühling ist wiedergekommen. Die Erde&#10;ist wie ein Kind, das Gedichte weiß;&#10;viele, o viele&amp;hellip;. Für die Beschwerde&#10;langen Lernens bekommt sie den Preis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Streng war ihr Lehrer. Wir mochten das Weiße&#10;an dem Barte des alten Manns.&#10;Nun, wie das Grüne, das Blaue heiße,&#10;dürfen wir fragen: sie kanns, sie kanns!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erde, die frei hat, du glückliche, spiele&#10;nun mit den Kindern. Wir wollen dich fangen,&#10;fröhliche Erde. Dem Frohsten gelingts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlings Ankunft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlings-ankunft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlings-ankunft/</guid><description>&lt;p&gt;Grüner Schimmer spielet wiederDrüben über Wies′ und Feld.Frohe Hoffnung senkt sich niederAuf die stumme trübe Welt.Ja, nach langen WinterleidenKehrt der Frühling uns zurück,Will die Welt in Freude kleiden,Will uns bringen neues Glück.Seht, ein Schmetterling als BoteZieht einher in Frühlingstracht,Meldet uns, dass alles ToteNun zum Leben auferwacht.Nur die Veilchen schüchtern wagenAufzuschau′n zum Sonnenschein;Ist es doch, als ob sie fragen:»Sollt′ es denn schon Frühling sein?«Seht, wie sich die Lerchen schwingenIn das blaue Himmelszelt!Wie sie schwirren, wie sie singenÜber uns herab ins Feld!Alles Leid entflieht auf ErdenVor des Frühlings Freud′ und Lust –Nun, so soll′s auch Frühling werden,Frühling auch in unsrer Brust!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlings-Seufzer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlings-seufzer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlings-seufzer/</guid><description>&lt;p&gt;Grosser Gott, in dieser Pracht&#10;Seh&amp;rsquo; ich deine Wunder-Macht&#10;Aus vergnügter Seelen an.&#10;Es gereiche Dir zu Ehren,&#10;Daß ich sehen, daß ich hören,&#10;Fülen, schmecken, riechen kann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgebet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgebet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgebet/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder wallen die süßen Lüfte&#10;Und den farbigen Brautkranz&#10;Flicht die Erde, die ewig junge&#10;Wieder in′s perlenglitzernde Haar;&#10;Aufleuchtend erglüht&#10;Zu neuer Freude das Auge,&#10;Das zum Staube sich trüb′ gesenkt;&#10;Hoffend wendet das Herz sich&#10;Der Zukunft zu,&#10;Die sich golden aufthut,&#10;Und auf die Lippen drängt,&#10;Innig geflüstert&#10;Sich das tiefste Gebet der Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Selten in Herz&#10;Ist der fröhliche Lenz gekehrt,&#10;Und meine Blüthen&#10;Hast du mit Schauer umweht und Frost,&#10;Finster waltendes Schicksal:&#10;Hast mich früh hinausgedrängt,&#10;Mit dem Leben zu kämpfen,&#10;Und strenge Nothwendigkeit&#10;Verscheuchte die süßen Bilder,&#10;Welche die Dichtung spinnt,&#10;Die sorgenlose, die ewig&#10;Heitere Göttin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgesang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Das Leben ist erstanden&#10;Mit Glanz und Frühlingspracht&#10;Das hat aus starren Banden&#10;Die Liebe frei gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Blütenkeime treiben&#10;Zum Himmel unbewußt —&#10;Wer mag zu Hause bleiben,&#10;Wenn draußen solche Lust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lebt wol, ihr welken Blätter,&#10;Ihr Worte kalt und grau-&#10;Lebendiges Geschmetter&#10;Lockt nun in grüner Au.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leb wol du tote Feder&#10;Mit deinem schwarzen Gift&#10;Geweihtere hat jeder&#10;Zaunkönig auf der Trift.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel größre Weisheit flüstert&#10;Wol jedes Blatt am Baum,&#10;Als mir entgegendüstert&#10;Aus engem Bücherraum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsmorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsmorgen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsmorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Tief im Winter hör′ ich′s gerne,&#10;Eh′ die Sonn′ hervorgewallt,&#10;Wie durchs Dunkel aus der Ferne&#10;Eine Morgenglocke schallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im August, wenn Donner rollen,&#10;Freut mich′s wie die Windfahn′ ächzt,&#10;Und im Herbst, wenn auf den Schollen&#10;Abends spät ein Rabe krächzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch was kann mein Herz erweitern&#10;Wie der erste Finkenschlag,&#10;Wie der Lerche Lied am heitern,&#10;Wundervollen Frühlingstag?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsnacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Übern Garten durch die Lüfte&#10;Hört ich Wandervögel ziehn,&#10;Das bedeutet Frühlingsdüfte,&#10;Unten fängts schon an zu blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jauchzen möcht ich, möchte weinen,&#10;Ist mirs doch, als könnts nicht sein!&#10;Alte Wunder wieder scheinen&#10;Mit dem Mondesglanz herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Mond, die Sterne sagens,&#10;Und in Träumen rauschts der Hain,&#10;Und die Nachtigallen schlagens:&#10;Sie ist deine, sie ist dein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsnetz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsnetz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsnetz/</guid><description>&lt;p&gt;Im hohen Gras der Knabe schlief,&#10;Da hört′ ers unten singen,&#10;Es war, als ob die Liebste rief,&#10;Das Herz, wollt ihm zerspringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und über ihm ein Netze wirrt&#10;Der Blumen leises Schwanken,&#10;Durch das die Seele schmachtend irrt&#10;In lieblichen Gedanken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So süße Zauberei ist los,&#10;Und wunderbare Lieder&#10;Gehn durch der Erde Frühlingsschoß,&#10;Die lassen ihn nicht wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingsschrei eines Knechtes aus der Tiefe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsschrei-eines-knechtes-aus-der-tiefe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingsschrei-eines-knechtes-aus-der-tiefe/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Meister, ohne dein Erbarmen&#10;Muß im Abgrund ich verzagen,&#10;Willst du nicht mit starken Armen&#10;Wieder mich zum Lichte tragen&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Jährlich greifet deine Güte,&#10;In die Erde, in die Herzen,&#10;Jährlich weckest du die Blüte,&#10;Weckst in mir die alten Schmerzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Einmal nur zum Licht geboren,&#10;Aber tausendmal gestorben,&#10;Bin ich ohne dich verloren,&#10;Ohne dich in mir verdorben&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="4"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn sich so die Erde reget,&#10;Wenn die Luft so sonnig wehet,&#10;Dann wird auch die Flut beweget,&#10;Die in Todesbanden stehet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingstag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingstag/</guid><description>&lt;p&gt;Als winterlich umnachtet,&#10;Erstarrt die Erde lag,&#10;Wie hab′ ich nicht geschmachtet&#10;Nach dir, o Frühlingstag!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich dachte: Wenn im linden&#10;Lenzhauch der Himmel blaut,&#10;Dann wird mein Kummer schwinden,&#10;So wie die Flocke taut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun bist du da, Erflehter,&#10;Mit Duft und Farb′ und Klang!&#10;Hoch aus dem blauen Aether&#10;Ertönt der Lerche Sang!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es lächeln deine Kinder,&#10;Die Blüten, froh erwacht;&#10;Doch trauernd, wie ein Blinder,&#10;Steh′ ich vor all der Pracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühlingstänzerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingstaenzerin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehlingstaenzerin/</guid><description>&lt;p&gt;In deinen Blicken wiegt sich der Frühling.&#10;Rosengeflecht und ein Apfelzweig&#10;Schaukeln ihn duftend einher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf deiner Lippen Granat- und Marmorsitz&#10;Streiten zehntausend Lerchen in süßem Tumult&#10;Wähnend sie säßen im Morgenrot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo deine lieblich errötenden Füße schreiten,&#10;Schlägt aus dem Boden ein holder Schwall von Musik&#10;Und erstürmt sich den Himmel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wippend dem zierlichen Schmetterling gleich&#10;Schreitest du tanzerhobenen Arms&#10;Wie über schwankendes Seil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn deine tastenden Brüste den Atem der Gärten&#10;verspüren,&#10;Heben und senken sie sich, zugespitzt,&#10;In verworrnen Gedanken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Frühsommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehsommer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fruehsommer/</guid><description>&lt;p&gt;O, wie das Grüne sich andrängt:&#10;Graugrünes, blaugrünes Meer!&#10;Wie es sich bäumt und in Windeln&#10;weißlichen Spelzes, in Spindeln,&#10;stäubenden, still sich verengt.&#10;Bis zu den Stallungen her&#10;tritt es, das endlose Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier: zugleich Szepter und Springflut,&#10;schießt&amp;rsquo;s vom Rhabarber empor.&#10;Dort flößt es Tagtraum und Trauer&#10;durch die holundrische Mauer,&#10;die auf der Bachsohle ruht.&#10;Und sein Gelispel im Ohr,&#10;hoch hebt der Nöck sich empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielbrüstig lehnt es als Schneeball,&#10;schaumig den Zäunen sich an.&#10;Göttin aus Ephesus: weichen&#10;musst du der Rose und bleichen,&#10;blasseste Blüte des All.&#10;Schneeballstrauch, mondgrüner Schwan&#10;schweig und begrenze die Bahn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fucinersee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fucinersee/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fucinersee/</guid><description>&lt;p&gt;Drohend umstarren die spiegelnde Fluth apenninische Felsen,&#10;Und acherontisches Grau&amp;rsquo;n schattet ins Wasser herab.&#10;Doch Avezzano, es lockt mich zum Strand, ich schweb&amp;rsquo; auf dem Lethe,&#10;Und das lieblichste Kind ladet zum Mahle mich ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für die armen Seelen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-die-armen-seelen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-die-armen-seelen/</guid><description>&lt;p&gt;Was Leben hat, das kennt die Zeit der Gnade;&#10;Der Liebe Pforten sind ihm aufgetan.&#10;Zum Himmel führen tausend lichte Pfade;&#10;Ein jeder Stand hat seine eigne Bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn mit Trauer Leib und Seel′ sich trennen,&#10;Dann, Mensch, ergreif den letzten Augenblick.&#10;Bald kannst du nicht mehr dein die Stunde nennen;&#10;Aus deiner Hand entflohn ist dein Geschick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl dem, der reiches Gut voraus gesendet;&#10;Was er gewirkt, das trägt er sich nach Haus.&#10;Doch in dem Sturme, der dein Leben endet,&#10;Löscht auch der Prüfung Gnadenfackel aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für die Ostpreussen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-die-ostpreussen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-die-ostpreussen/</guid><description>&lt;p&gt;Düstre Nacht und lange Schatten&#10;Über Land und über Meer,&#10;Auf des Vaterlandes Matten&#10;Schleicht das Elend hin und her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Düstre Nacht und lange Schatten&#10;Über Land und über Meer,&#10;Die Gestalten, bleichen, matten,&#10;Rücken immer, immer näh&amp;rsquo;r! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da - ein Leuchten längs des Meeres -&#10;Ach, der Liebe Sonnenschein,&#10;Stärker als die Macht des Heeres -&#10;Rücket in die Nacht hinein.&#10;Spricht zum Elend: horch, ich lehr&amp;rsquo; es,&#10;Dass zuletzt der Sieg doch mein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für einander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-einander/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-einander/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Kreis von Erde das ist ein Zauberkreis&#10;Über alle Hexenkunst.&#10;Diese deine Erde drängt sich dir empor&#10;Und aufsteigt deines Geistes Domes Chor.&#10;Du wirst von ihr: dein Leben&#10;Wird sie rauschend überschweben.&#10;Und von ihr grüßen&#10;Hoch in frohem Wipfelhaupte.&#10;An weitem, blauen, heiterreifen Himmel.&#10;Und willst du ruhen,&#10;So schlägst du aus der Brust&#10;Dir der Erde breite, warme Falte;&#10;Wie ein Krieger seinen Mantel schlägt,&#10;Den feldgewohnten,&#10;In fest geronnen scharfer Nacht&#10;Um seines Heldenherzens müd′ Erkalten,&#10;Daß frischer Morgenwind&#10;Noch die Glut mag finden und erwecken.&#10;Die wachen Sterne aber hüten treu&#10;Im Lebenslager all den starken knappen Heldenschlaf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für ewig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-ewig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-ewig/</guid><description>&lt;p&gt;Denn was der Mensch in seinen Erdeschranken&#10;Von hohem Glück mit Götternamen nennt:&#10;Die Harmonie der Treue, die kein Wanken,&#10;Der Freundschaft, die nicht Zweifelsorge kennt;&#10;Das Licht, das Weisen nur zu einsamen Gedanken,&#10;Das Dichtern nur in schönen Bildern brennt?&#10;Das hatt′ich all, in meinen besten Stunden,&#10;In ihr entdeckt und es für mich gefunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-musik/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-musik/</guid><description>&lt;p&gt;Nun die Schatten dunkeln,&#10;Stern an Stern erwacht:&#10;Welch ein Hauch der Sehnsucht&#10;Flutet in der Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch das Meer der Träume&#10;Steuert ohne Ruh′,&#10;Steuert meine Seele&#10;Deiner Seele zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die sich dir ergeben,&#10;Nimm sie ganz dahin!&#10;Ach, du weißt, daß nimmer&#10;Ich mein eigen bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Wilhelm Waiblinger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-wilhelm-waiblinger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-wilhelm-waiblinger/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Menschen fröhlich sind, wie ist es eine Frage?&#10;Die, ob sie auch gut sei′n, ob sie der Tugend leben;&#10;Dann ist die Seele leicht, und seltner ist die Klage&#10;Und Glauben ist demselben zugegeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Für Wilhelmine von Zenge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-wilhelmine-von-zenge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuer-wilhelmine-von-zenge/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht aus des Herzens bloßem Wunsche keimt&#10;Des Glückes schöne Götterpflanze auf.&#10;Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich&#10;Des Schicksals harten Boden öffnen, soll&#10;Des Glückes Erntetag sich selbst bereiten,&#10;Und Taten in die offnen Furchen streun.&#10;Er soll des Glückes heil&amp;rsquo;gen Tempel sich&#10;Nicht mit Hermeos Caduceus öffnen,&#10;Nicht wie ein Nabob seinen trägen Arm&#10;Nach der Erfüllung jedes Wunsches strecken.&#10;Er soll mit etwas den Genuß erkaufen,&#10;Wär&amp;rsquo;s auch mit des Genusses Sehnsucht nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Fürstenspiegel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/fuerstenspiegel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/fuerstenspiegel/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Lehren fass′ ein Herrscher wohl ins Herz.&#10;Die eine: dass er über Menschen herrscht;&#10;Die andre: dass er nach Gesetzen herrscht;&#10;Die dritte: dass er nicht auf immer herrscht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>G. G.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/g-g/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/g-g/</guid><description>&lt;p&gt;Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig;&#10;Sind sie in corpore, gleich wird euch ein Dummkopf daraus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Galathea</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/galathea/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/galathea/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, wie brenn′ ich vor Verlangen, Galathea, schönes Kind,&#10;Dir zu küssen deine Wangen, weil sie so entzückend sind.&#10;Wonne die mir widerfahre, Galathea, schönes Kind,&#10;Dir zu küssen deine Haare, weil sie so verlockend sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimmer wehr mir, bis ich ende, Galathea, schönes Kind,&#10;Dir zu küssen deine Hände, weil sie so verlockend sind.&#10;Ach, du ahnst nicht, wie ich glühe, Galathea, schönes Kind,&#10;Dir zu küssen deine Knie, weil sie so verlockend sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Galgenbruders Frühlingslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/galgenbruders-fruehlingslied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/galgenbruders-fruehlingslied/</guid><description>&lt;p&gt;Es lenzet auch auf unserm Spahn,&#10;o selige Epoche!&#10;Ein Hälmlein will zum Lichte nahn&#10;aus einem Astwurmloche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schaukelt bald im Winde hin&#10;Und schaukelt bald drin her.&#10;Mir ist beinah, Ich wäre wer,&#10;der ich doch nicht mehr bin . . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ganymed</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ganymed/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ganymed/</guid><description>&lt;p&gt;Was schläfst du, Bergsohn, liegest in Unmut, schief,&#10;Und frierst am kahlen Ufer, Geduldiger!&#10;Denkst nicht der Gnade du, wenns an den&#10;Tischen die Himmlischen sonst gedürstet?&#10;Kennst drunten du vom Vater die Boten nicht,&#10;Nicht in der Kluft der Lüfte geschärfter Spiel?&#10;Trifft nicht das Wort dich, das voll alten&#10;Geists ein gewanderter Mann dir sendet?&#10;Schon tönets aber ihm in der Brust. Tief quillts,&#10;Wie damals, als hoch oben im Fels er schlief,&#10;Ihm auf. Im Zorne reinigt aber&#10;Sich der Gefesselte nun, nun eilt er,&#10;Der Linkische; der spottet der Schlacken nun,&#10;Und nimmt und bricht und wirft die Zerbrochenen&#10;Zorntrunken, spielend, dort und da zum&#10;Schauenden Ufer, und bei des Fremdlings&#10;Besondrer Stimme stehen die Herden auf,&#10;Es regen sich die Wälder, es hört tief Land&#10;Den Stromgeist fern, und schaudernd regt im&#10;Nabel der Erde der Geist sich wieder.&#10;Der Frühling kömmt. Und jedes, in seiner Art,&#10;Blüht. Der ist aber ferne; nicht mehr dabei.&#10;Irr ging er nun; denn allzugut sind&#10;Genien; himmlisch Gespräch ist sein nun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ganz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ganz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ganz/</guid><description>&lt;p&gt;Ein großes Unglück ist geschehn zu Giarre;&#10;das Crucifix beim Pinienwäldchen dort&#10;ist Zeuge dessen.&#10;Nina und Roberta,&#10;zwei Tigerinnen aus Siziliens Brut,&#10;entbrannten beide heiß für Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die eine weich und blond wie Palmas Tochter,&#10;mit einem Lächeln, das die Männer toll,&#10;die Kinder jauchzen machte, launenhaft&#10;wie bei des Monds geheimnisvollem Wachsen&#10;die See, Roberta, hohen Wuchses, braun,&#10;despotisch, rauh, gefürchtet von den Freunden,&#10;gefürchtet selbst von Jenem, der sie liebte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gartenspuk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gartenspuk/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gartenspuk/</guid><description>&lt;p&gt;Daheim noch war es; spät am Nachmittag.&#10;Im Steinhof unterm Laub des Eschenbaums&#10;Ging schon der Zank der Sperlinge zur Ruh;&#10;Ich, an der Hoftür, stand und lauschte noch,&#10;Wie Laut um Laut sich mühte und entschlief.&#10;Der Tag war aus; schon vom Levkojenbeet&#10;Im Garten drüben kam der Abendduft;&#10;Die Schatten fielen; bläulich im Gebüsch&#10;Wie Nebel schwamm es. Träumend blieb ich stehn,&#10;Gedankenlos, und sah den Steig hinab;&#10;Und wieder sah ich - und ich irrte nicht -&#10;Tief unten, wo im Grund der Birnbaum steht,&#10;Langsam ein Kind im hohen Grase gehen;&#10;Ein Knabe schien′s, im grauen Kittelchen.&#10;Ich kannt es wohl, denn schon zum öftern Mal&#10;Sah dort im Dämmer ich so holdes Bild;&#10;Die Abendstille schien es herzubringen,&#10;Doch näher tretend fand man es nicht mehr.&#10;Nun ging es wieder, stand und ging umher,&#10;Als freu es sich der Garteneinsamkeit. -&#10;Ich aber, diesmal zu beschleichen es,&#10;Ging leise durch den Hof und seitwärts dann&#10;Im Schatten des Holunderzauns entlang,&#10;Sorgsam die Schritte messend; einmal nur&#10;Nach einer Erdbeerranke bückt ich mich,&#10;Die durch den Weg hinausgelaufen war.&#10;Schon schlüpft ich bei der Geißblattlaube durch;&#10;Ein Schritt noch ums Gebüsch, so war ich dort,&#10;Und mit den Händen mußt ich′s greifen können.&#10;Umsonst! - Als ich den letzten Schritt getan,&#10;Da war es wieder wie hinweggetäuscht.&#10;Still stand das Gras, und durch den grünen Raum&#10;Flog surrend nur ein Abendschmetterling;&#10;Auch an den Linden, an den Fliederbüschen,&#10;Die ringsum standen, regte sich kein Blatt.&#10;Nachsinnend schritt ich auf dem Rasen hin&#10;Und suchte töricht nach der Füßchen Spur&#10;Und nach den Halmen, die ihr Tritt geknickt;&#10;Dann endlich trat ich aus der Gartentür,&#10;Um draußen auf dem Deich den schwülen Tag&#10;Mit einem Gang im Abendwind zu schließen.&#10;Doch als ich schon die Pforte zugedrückt,&#10;Den Schlüssel abzog, fiel ein Sonnenriß,&#10;Der in der Planke war, ins Auge mir;&#10;Und fast unachtsam lugte ich hindurch.&#10;Dort lag der Rasen, tief im Schatten schon&#10;Und sieh! Da war es wieder, unweit ging′s,&#10;Grasrispen hatt es in die Hand gepflückt;&#10;Ich sah es deutlich &amp;hellip; In sein blaß Gesichtchen&#10;Fiel schlicht das Haar; die Augen sah man nicht,&#10;Sie blickten erdwärts, gern, so schien′s, betrachtend,&#10;Was dort geschah; doch lächelte der Mund.&#10;Und nun an einem Eichlein kniet′ es hin,&#10;Das spannenhoch kaum aus dem Grase sah&#10;- Vom Walde hatt ich jüngst es heimgebracht -,&#10;Und legte sacht ein welkes Blatt beiseit&#10;Und strich liebkosend mit der Hand daran.&#10;Darauf - kaum nur vermocht ich′s zu erkennen;&#10;Denn Abend ward es, doch ich sah′s genau -&#10;Ein Käfer klomm den zarten Stamm hinauf,&#10;Bis endlich er das höchste Blatt erreicht;&#10;Er hatte wohl den heißen Tag verschlafen&#10;Und rüstete sich nun zum Abendflug.&#10;Rückwärts die Händchen ineinanderlegend,&#10;Behutsam sah das Kind auf ihn herab.&#10;Schon putzte er die Fühler, spannte schon&#10;Die Flügeldecken aus, ein Weilchen, und&#10;Nun flog er fort. Da nickt′ es still ihm nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gasel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gasel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gasel/</guid><description>&lt;p&gt;Du weißt es, wie mein ganzes Herz allein durch deine Milde lebt,&#10;Du weißt es, wie mein ganzes Herz allein in deinem Bilde lebt;&#10;Denn wie die Schönheit nimmer schön, die nicht der Seele Atem kennt,&#10;Wie durch des Lichtes Kraft allein der Zauber der Gefilde lebt,&#10;So ist das Leben nicht belebt als durch der Liebe Sakrament;&#10;Das fühlet, wer die Liebe fühlt, wer unter ihrem Schilde lebt.&#10;Ich aber, der die liebste Frau sein unverlierbar Eigen nennt,&#10;Ich fühle, wie die ganze Welt allein in ihrem Bilde lebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet der Kindheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-der-kindheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-der-kindheit/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein schwarzer Hund bei Nacht, Herr Jesus,&#10;Der auf seinen Krallen die hölzerne Stiege abwärtsgeht.&#10;Es ist ein weißer Schatten manchesmal, Herr Jesus,&#10;Der früh am Wegrand an der Weide steht.&#10;Heiland, die Blume, die ich dir gesät,&#10;Ragt immer höher auf zu deinem Schein.&#10;Du ziehst sie groß zu dir. Ich will ein Hirte sein,&#10;Dann bin ich mit den Lämmern dir zusammen.&#10;Die Küken sind ausgekrochen, aber dem einen fehlt ein Bein.&#10;Die Mutter sagte vor deiner Kerze: Alle Flammen&#10;Münden zu deiner großen Sonne ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gebet des taubstummen Knaben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-des-taubstummen-knaben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gebet-des-taubstummen-knaben/</guid><description>&lt;p&gt;Gott, der du schwer auf meiner Lippe ruhst,&#10;Und ist kein Tun, das du nicht tust,&#10;Du schläfst im Ohr mir diesen tiefen Schlaf.&#10;Da ich dich unter Mandelbäumen traf,&#10;Du gingst umhüllt von roten Blüten ganz.&#10;Ich stand gebückt, ich losch in deinem Glanz,&#10;Ich sank beschwert von deiner Pracht dahin.&#10;Und ängste, Hoher, dem ich nahe bin,&#10;Daß ich dir mehr entfernt und steinern werde -&#10;Nimm doch, o Gott, mit deiner Glanzgebärde&#10;Zurück den falschen Blick, der dich verkennt.&#10;Aus dieser bunten Ferne, die dich trennt,&#10;O kehre zur erloschnen Höhle gnädig ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geburtsnacht-Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtsnacht-traum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtsnacht-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Ich durfte über Nacht im Traum&#10;Ein seltsam Fest begehen,&#10;Ich habe meine Väter all&#10;Um mich vereint gesehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Vater führte stumm den Zug,&#10;Er lächelte hinüber,&#10;Dann aber wandte er sich ab,&#10;Ihm ward das Auge trüber.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war der letzte, welcher starb,&#10;Noch hatt′ er all die Milde;&#10;Der Himmel hatte nichts verschönt&#10;An seinem teuren Bilde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Großvater nahte nun heran,&#10;Der mich zu wiegen pflegte,&#10;Eh′, wie er mich, ihn selbst der Tod&#10;Ins stille Bette legte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geburtstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtstag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtstag/</guid><description>&lt;p&gt;Leises Klopfen an der Türe:&#10;Kann ich ′rein Mama?&#10;Frisch gewaschen, frisch gebügelt&#10;Steht Rumpumpel da.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rosen in beiden Händchen!&#10;Wie der Kerl sich freut!&#10;Kommt ans Bett, sagt: Guten Morgen,&#10;Mutti Burtstag heut,&#10;Vater putzt die große Stube,&#10;Die ist furchtbar schön;&#10;Lauter Blumen! Und die Torte!&#10;Komm, zu Vati gehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geburtstag im Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtstag-im-fruehling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtstag-im-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Im Garten blühn schon ein Weilchen&#10;Schneeglöckchen, Krokus und Veilchen.&#10;Da hab ich nicht lang bedacht&#10;und ein schönes Sträußchen zurechtgemacht.&#10;Das bringe ich dir zum Geburtstagsfest.&#10;Der Frühling dich schön grüßen läßt.&#10;Er sagt mit allem Sonnenschein&#10;kehrt er so gerne bei dir ein.&#10;Damit dein neues Lebensjahr&#10;sei sonnig, fröhlich, hell und klar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geburtstagsgruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtstagsgruss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geburtstagsgruss/</guid><description>&lt;p&gt;Heut war dein Todestag. Ich konnt nicht beten,&#10;ich konnt nicht weinen; müde schwieg mein Herz.&#10;Zur Nachtzeit war ich in den Wald getreten;&#10;starr lag er da, wie eine Welt von Erz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schläfst du denn, Leben? Will sich gar nichts regen?&#10;Mich dünkt, ich selber wär vor Leid versteint.&#10;Es meidet mich der Thränen linder Segen,&#10;und dieser Nacht bleibt selbst ihr Thau verneint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So still, so ernst, so bleiern! Mitternacht!&#10;Wohin hat sich das Leben denn verkrochen?&#10;Als ob der Tod mit seiner schwarzen Pracht&#10;erdrückt des Erdenherzschlags lautes Pochen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedankenleere Reime</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedankenleere-reime/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedankenleere-reime/</guid><description>&lt;p&gt;Empfindt nicht die Brust&#10;Entzückende Triebe,&#10;Den Ursprung der Lust,&#10;Die zärtliche Liebe?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon siegt der Affeckt!&#10;Die Ruhe, die Schmerzen,&#10;Entfliehen, erschreckt,&#10;Den siegenden Scherzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Seufzer fliehn nach,&#10;Und jagen sie weiter!&#10;Ich fühl allgemach&#10;Die Stärke der Streiter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O glücklicher Krieg!&#10;O fröhliche Stunden!&#10;Itzt hab ich den Sieg&#10;Der Liebe empfunden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Lieb ist kein Schmerz!&#10;Ich seh es aus Gründen:&#10;Verschenkt man sein Herz,&#10;Um Schmerz zu empfinden?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gedicht und Sinn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gedicht-und-sinn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gedicht-und-sinn/</guid><description>&lt;p&gt;Du hoffst von der Dichtung Lust und Behagen&#10;Und pflegst nach dem Sinn erst lange zu fragen?&#10;Laß dem innern Auge das Bild sich zeigen,&#10;So wird auch der Sinn von selber dir eigen;&#10;Erspar&amp;rsquo; dir, Guter, die Mühe; der Sinn,&#10;Er ist nicht dahinter, er ist darin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kunstfreund, dem ein Gemälde man brächte:&#10;Wie wär&amp;rsquo;s, wenn er so an den Sinn nur dächte,&#10;Daß er&amp;rsquo;s nähme, die Rückwand vorwärts drehte&#10;Und auf dem Brett, auf der Pappe spähte,&#10;Ob nirgends darauf eine Glosse steh&amp;rsquo;,&#10;Woraus er des Bildes Sinn erseh'?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geduld</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geduld/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geduld/</guid><description>&lt;p&gt;Umstarrt vom Eis des Norden&#10;In trüber Einsamkeit,&#10;Ist mir ein Blümchen worden&#10;Das duftend mich erfreut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Thaue bittrer Thränen&#10;Entfaltete es sich,&#10;Und heilte von dem Sehnen&#10;Nach bessrer Zukunft mich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief trag ich es verborgen&#10;In der verschwiegnen Brust.&#10;Da wandelt′s meine Sorgen&#10;In stiller Wehmuth Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um mein Geschick zu tragen&#10;Gab mir′s des Himmels Huld.&#10;Wie heisst es? wirst Du fragen.&#10;Das Blümchen heißt &amp;ndash; Geduld.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefährliche Nachfolge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefaehrliche-nachfolge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefaehrliche-nachfolge/</guid><description>&lt;p&gt;Freunde, bedenket euch wohl, die tiefere, kühnere Wahrheit&#10;Laut zu sagen: Sogleich stellt man sie euch auf den Kopf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geflüster der Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefluester-der-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefluester-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist ein Flüstern in der Nacht,&#10;Es hat mich ganz um den Schlaf gebracht;&#10;Ich fühl′s, es will sich was verkünden&#10;Und kann den Weg nicht zu mir finden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind′s Liebesworte, vertrauet dem Wind,&#10;Die unterwegs verwehet sind?&#10;Oder ist′s Unheil aus künftigen Tagen,&#10;Da emsig drängt sich anzusagen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefrorene Tränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefrorene-traenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefrorene-traenen/</guid><description>&lt;p&gt;Gefrorne Tropfen fallen&#10;Von meinen Wangen ab:&#10;Ob es mir denn entgangen,&#10;Daß ich geweinet hab′?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ei Tränen, meine Tränen,&#10;Und seid ihr gar so lau,&#10;Daß ihr erstarrt zu Eise&#10;Wie kühler Morgentau?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dringt doch aus der Quelle&#10;Der Brust so glühend heiß,&#10;Als wolltet ihr zerschmelzen&#10;Des ganzen Winters Eis!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefurzt wird immer in der Nacht...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gefurzt-wird-immer-in-der-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gefurzt-wird-immer-in-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Gefurzt wird immer in der Nacht,&#10;und immer so, daß es schön kracht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gegen Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gegen-amor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gegen-amor/</guid><description>&lt;p&gt;Der kleine Wüterich mag mit den Pfeilen spielen&#10;und tändeln, wie er will: er gewinnet mir nichts ab,&#10;weil gegen seine Pfeil ein Demant Herz ich hab.&#10;Er machet mich nicht wund, ich darf nit Schmerzen fühlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er mag mit tausend List auf meine Freyheit zielen.&#10;Ihm ich, dem blinden Kind, ein Zucker-Zeltlein gab:&#10;er meint′, es wär mein Herz. O leicht-geteuschter Knab!&#10;Ich will mein Mütlein noch an deiner Einfalt kühlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geh nicht vor mir...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-nicht-vor-mir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-nicht-vor-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Geh nicht vor mir in dieses unbesungne&#10;In dieses dunkle Reich, das Keiner kennt;&#10;Damit Dein Name, dieser lang verklungne,&#10;Wenn ich ihn ruf, noch Dich mit Namen nennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vertausche nicht Dein Angesicht mit jenen&#10;Veränderlichen aus dem fremden Kreis,&#10;Die oft im Traum vorübergehn und denen&#10;Ich keinen Gruß und keinen Wunsch mehr weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß mich beim Brot gedenken und beim Wein,&#10;Daß Du noch glühst, laß nicht mit Schatten-Speise,&#10;Mit Blut und Mehl verstohlen her Dich rufen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geh unter, schöne Sonne...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-unter-schoene-sonne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geh-unter-schoene-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Geh unter, schöne Sonne, sie achteten&#10;Nur wenig dein, sie kannten dich, Heilge, nicht,&#10;Denn mühelos und stille bist du&#10;Über den Mühsamen aufgegangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir gehst du freundlich unter und auf, o Licht!&#10;Und wohl erkennt mein Auge dich, Herrliches!&#10;Denn göttlich stille ehren lernt ich,&#10;Da Diotima den Sinn mir heilte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O du des Himmels Botin! wie lauscht ich dir!&#10;Dir, Diotima! Liebe! wie sah von dir&#10;Zum goldnen Tage dieses Auge&#10;Glänzend und dankend empor. Da rauschten&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geht nicht nach dem Städtchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geht-nicht-nach-dem-staedtchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geht-nicht-nach-dem-staedtchen/</guid><description>&lt;p&gt;Geht nicht nach dem Städtchen&#10;Knaben dort dich haschen&#10;Bist ein schön jung Mädchen&#10;Knaben gerne naschen&#10;Knaben naschen gern&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;willst wohl selbst nicht lieben&#10;Fischen selbst im Trüben&#10;Hab schon meinen Lieben&#10;Hab mein Liebchen schon&#10;Hab mein Liebchen schon&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin ein großes Fräulein&#10;Krakau heißt mein Städtlein&#10;Elf Jahr schon und drüber&#10;Bin ich und noch Fräulein&#10;Und noch Jungfräulein&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geistesgruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geistesgruss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geistesgruss/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch auf dem alten Turme steht&#10;Des Helden edler Geist,&#10;Der, wie das Schiff vorübergeht,&#10;Es wohl zu fahren heißt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Sieh, diese Senne war so stark,&#10;Dies Herz so fest und wild,&#10;Die Knochen voll von Rittermark,&#10;Der Becher angefüllt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Mein halbes Leben stürmt ich fort,&#10;Verdehnt′ die Hälft in Ruh,&#10;Und du, du Menschenschifflein dort,&#10;Fahr immer, immer zu!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geistige Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geistige-landschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geistige-landschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn nachtgangs nun dich gütig Mond begleitet,&#10;Der Himmel sich für dich mit Sternen schmückt&#10;Und dich der dünne Nebelrauch entzückt,&#10;Ein silbrig Netz aufs Ährenfeld gebreitet,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist es umsonst, dass dich mein Lied geleitet:&#10;Dem Duft der Gärten bist du so entrückt&#10;Und siehst von Regenbögen überbrückt&#10;Dein Sehnsuchtsland in langem Traum bereitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Trunkner, dem Berauschtsein widerstreitet,&#10;Bleib ich zum Wunderbrunnen tief gebückt -&#10;Sternspiegel, dessen Zauber mich erdrückt! -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gekämpft hat meine Barke...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gekaempft-hat-meine-barke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gekaempft-hat-meine-barke/</guid><description>&lt;p&gt;Gekämpft hat meine Barke&#10;Mit der erzürnten Fluth.&#10;Ich seh′ des Himmels Marke,&#10;Es sinkt des Meeres Wuth.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kann dich nicht vermeiden,&#10;O Tod nicht meiner Wahl!&#10;Das Ende meiner Leiden&#10;Beginnt der Mutter Qual.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Mutterherz, dich drücke&#10;Dein Schmerz nicht allzusehr!&#10;Nur wenig Augenblicke&#10;Trennt uns des Todes Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort angelangt, entweiche&#10;Ich nimmermehr dem Strand:&#10;Seh′ stets nach dir, und reiche&#10;Der Landenden die Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gelob sei deine Treue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gelob-sei-deine-treue/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gelob-sei-deine-treue/</guid><description>&lt;p&gt;Gelob sei Deine Treue,&#10;die alle Morgen neue.&#10;Lob sei den starken Händen,&#10;die alles Herzeleid wenden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gemeinplatz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gemeinplatz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gemeinplatz/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lobe mir die Freiheit auf den Gassen,&#10;Jedoch das Weib soll man zu Hause lassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Genesung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/genesung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/genesung/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist das für ein Wogen&#10;Von den Bergen ins Thal hinein?&#10;Der Frühling kommt angezogen&#10;Mit Blumen Und Sonnenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wälder und Laubgehege&#10;Hat er mit Grün erfreut,&#10;Und auf alle Wiesen und Wege&#10;Hat er Lieder und Blumen gestreut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Alles glaubt im Entzücken:&#10;Der Lenz muß ewig sein.&#10;Und grüne Wiesen schmücken&#10;Im Herbst noch Thal und Hain.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wird es aber düster,&#10;Die Sonne nimmer scheint,&#10;Es weht wie Totengeflüster&#10;Und Alles, Alles weint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gentleman</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gentleman/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gentleman/</guid><description>&lt;p&gt;Gib dich jeder Frau gegenüber so,&#10;als seist du in sie verliebt,&#10;und jedem Manne,&#10;als sei er dir überlegen!&#10;Bald wirst du dich im Rufe&#10;des vollendeten Gentleman befinden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Genzano</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/genzano/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/genzano/</guid><description>&lt;p&gt;Köstlichen Wein, du findest ihn hier, und junonische Frauen,&#10;Artemis floh, doch sie ließ uns ihre Nymphen zurück.&#10;Glücklicher Wanderer, wenn am Blumenfeste der Göttin&#10;Venus auch dir einen Kranz duftiger Rosen bescheert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang an die Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-an-die-stadt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-an-die-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Du brachst im schönen Leib der Landschaft auf.&#10;Wie eine Eiterbeule aufbricht, brachst du&#10;Auf in den Tag und liegst du gleißend nun&#10;Unter den Sternen nachts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun gehen alle großen Straßen zu dir hin:&#10;Zu dir die Mühsal-Straßen, staubbedeckt,&#10;Die Eisen-Adern, und die unsichtbaren&#10;Straßen der Luft spannen sich nach dir hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alle großen Ströme münden in dich ein:&#10;In dich die breiten, breiten Ströme Blut,&#10;Die Ströme Lust, die Ströme Schmerz, es stürzen&#10;Zu dir die tausendfachen Ströme Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang der Frauen an den Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-frauen-an-den-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-frauen-an-den-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, wie sich alles auftut: so sind wir;&#10;denn wir sind nichts als solche Seligkeit.&#10;Was Blut und Dunkel war in einem Tier,&#10;das wuchs in uns zur Seele an und schreit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;als Seele weiter. Und es schreit nach dir.&#10;Du freilich nimmst es nur in dein Gesicht,&#10;als sei es Landschaft: sanft und ohne Gier.&#10;Und darum meinen wir, du bist es nicht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;nach dem es schreit. Und doch, bist du nicht der,&#10;an den wir uns ganz ohne Rest verlören?&#10;Und werden wir in irgendeinem mehr?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang der Wale</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-wale/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-der-wale/</guid><description>&lt;p&gt;Nun schwimmen wir wieder ohne Begehren,&#10;Wir ahnen der Welten Sehnsuchtsziel -&#10;Und wollen uns Garnichts weiter erklären,&#10;Wir bleiben beim großen Ahnungsspiel.&#10;Und tun wir auch vielen Skorpionen leid,&#10;Wir sind doch die Weisen - im Narrenkleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo du auch hinüberfliehst,&#10;Niemals kommst Du an das letzte Ziel!&#10;Preise jede Welt und auch die Sterne.&#10;Alles, was du hier so siehst,&#10;Ist ja nur ein feines Lichterspiel,&#10;Eine große Wunderweltlaterne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang einer gefangenen Amsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-einer-gefangenen-amsel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-einer-gefangenen-amsel/</guid><description>&lt;p&gt;Dunkler Odem im grünen Gezweig.&#10;Blaue Blumchen umschweben das Antlitz&#10;Des Einsamen, den goldnen Schritt&#10;Ersterbend unter dem Ölbaum.&#10;Aufflattert mit trunknem Flugel die Nacht.&#10;So leise blutet Demut,&#10;Tau, der langsam tropft vom blühenden Dorn.&#10;Strahlender Arme Erbarmen&#10;Umfängt ein brechendes Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang Weylas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-weylas/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-weylas/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist Orplid, mein Land!&#10;Das ferne leuchtet;&#10;Vom Meere dampfet dein besonnter Strand&#10;Den Nebel, so der Götter Wange feuchtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uralte Wasser steigen&#10;Verjüngt um deine Hüften, Kind!&#10;Vor deiner Gottheit beugen&#10;Sich Könige, die deine Wärter sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gesang zur Dämmerung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-zur-daemmerung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gesang-zur-daemmerung/</guid><description>&lt;p&gt;Oktaven taumeln Echo nach durch graue Jahre,&#10;Hochaufgetürmte Tage stürzen ein,&#10;Dein will ich sein -&#10;Im Grabe wachsen meine gelben Haare&#10;Und in Holunderbäumen leben fremde Völker,&#10;Ein blasser Vorhang raunt von einem Mord.&#10;Zwei Augen irren ruhelos durchs Zimmer,&#10;Gespenster gehen um beim Küchenbord.&#10;Und kleine Tannen sind verstorbene Kinder,&#10;Uralte Eichen sind die Seelen müder Greise,&#10;Die flüstern die Geschichte des verfehlten Lebens,&#10;Der Klintekongensee singt eine alte Weise.&#10;Ich war nicht vor dem bösen Blick gefeit,&#10;Da krochen Neger aus der Wasserkanne,&#10;Das bunte Bild im Märchenbuch, die rote Hanne&#10;Hat einst verzaubert mich für alle Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geschichte der Poesie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geschichte-der-poesie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geschichte-der-poesie/</guid><description>&lt;p&gt;Wie die Erde voller Schönheit blühte,&#10;Sanftumschleiert von dem Rosenglanz&#10;Ihrer Jugend und noch bräutlich glühte&#10;Aus der Weihumarmung, die den Kranz&#10;Ihrer unenthüllten Kindheit raubte,&#10;Jeder Wintersturm die Holde mied,&#10;O! da säuselte durch die belaubte&#10;Myrte Zephir sanft das erste Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eva lauschte im Gebüsch daneben&#10;Und empfand mit Jugendphantasie&#10;Dieser Töne jugendliches Leben&#10;Und die neugeborne Harmonie,&#10;Süßen Trieb empfand auch Philomele&#10;Leise nachzubilden diesen Klang;&#10;Mühelos entströmet ihrer Kehle&#10;Sanft der göttliche Gesang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geschlossener Ring</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/geschlossener-ring/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/geschlossener-ring/</guid><description>&lt;p&gt;Vielleicht dass einst, wenn wie in Luft zerronnen&#10;Sich dein Gelebtes deinem Blick entwand,&#10;Dir müd im Schosse liegt die welke Hand,&#10;Du wieder münden wirst, wo du begonnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht dass da aus heimlichen Verstecken&#10;Dein Kindsein aus den späten Zügen bricht,&#10;Das wie ein allerinnerstes Gesicht&#10;Die harten Alterslinien nur verstecken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht dass dumpf vertrauend ein Begehren&#10;Den schon auf Erden fremden Geist befällt,&#10;Dass er mit Vater, Mutter Zwiesprach hält,&#10;Wie um in ihren Schoss zurückzukehren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gespenster</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gespenster/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gespenster/</guid><description>&lt;p&gt;Am Horizonte glomm des Abends Feuer&#10;Ich stieg, indes die Purpurglut verblich,&#10;Zum Römerturm empor und lehnte mich&#10;Randüber auf das dunkelnde Gemäuer -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sah, wie sich am Hange, scheu und scheuer,&#10;Die Beerenleserin vorüberschlich.&#10;Das arme Weibchen drückt und duckte sich&#10;Und schlug ein Kreuz: ihr war es nicht geheuer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich flog ein Lächeln an. Im Eppich neben&#10;Der Brüstung flüsterts: &amp;ldquo;Freund, in deinem Leben&#10;Ist auch ein Ort, wo die Gespenster schweben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Getäuschte Erwartung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/getaeuschte-erwartung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/getaeuschte-erwartung/</guid><description>&lt;p&gt;Alles dacht′ ich mir schöner, eh′ ich′s mit Augen gesehen,&#10;Und erstaunte, wie klein alles in Wirklichkeit ist.&#10;Wie hat nur mich St. Peter getäuscht, nach der Reisebeschreibung&#10;Sollt′ er noch einmal so hoch, einmal so prächtig noch sein.&#10;Reden sie vom Capitol, ich erwartet′ es hoch in den Lüften,&#10;Und noch einmal so schön dacht′ ich′s Museum mir selbst;&#10;Und der tarpejische Fels! Doch wenigstens auch wie der Montblanc&#10;Glaubt′ ich ihn hoch, und er ist doch wie ein Hügelchen nur.&#10;Auch das Colosseum, ich dacht′ es noch einmal so furchtbar,&#10;Britten kämen wohl hier nicht ohne Extrapost durch.&#10;Wie ist der Corso so eng! Vierhundert Kirchen und dennoch&#10;Fast kein Thürmchen, und welch Flüßchen der Tiber nur ist!&#10;Raffaels Stanzen, da hofft′ ich doch auch hellschimmernde Farben,&#10;Aber welch häßlicher Wust, schmutziges Alter und Staub!&#10;Dann das jüngste Gericht ist ein Fleischmarkt, und die Sistina&#10;Hätt′ ich mir hundertmal schöner und größer gedacht.&#10;Selbst die Weiber gefallen mir nicht und all′ das Gerede,&#10;Falsch ist′s, ich hab′ sie mir traun hundertmal schöner gedacht.&#10;Auch was sie fabeln zu Hause von italiänischem Himmel,&#10;Nein! Ich habe davon nicht auch ein Bißchen gemerkt.&#10;Uebrigens kann ich zu Haus mich rühmen: ich hab′ es gesehen,&#10;Und natürlich, dann ist′s - schöner noch als ich′s gedacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Getäuschte Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/getaeuschte-hoffnung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/getaeuschte-hoffnung/</guid><description>&lt;p&gt;Im stillen Wiesenthale&#10;Ich einsam mich erging,&#10;Als mich mit einemmale&#10;Die feuchte Nacht umfing.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne war gesunken,&#10;Das Abendroth verglüht,&#10;Die letzten goldnen Funken&#10;Verglimmend ausgesprüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nachtigall mit Schalle&#10;Sang rings die Fluren ein;&#10;Die Blumen schliefen alle,&#10;Ich wacht&amp;rsquo; im Thal allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht fern aus einem Hause,&#10;Das, wie aus Duft gebaut,&#10;Still wie des Siedlers Klause,&#10;Aus Baumesdunkel schaut';&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hör&amp;rsquo; ich ein lieblich Klingen&#10;Melodisch durch die Nacht&#10;Von Kuß und Wonnen singen,&#10;Und junger Liebe Macht. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gewaffneter Friede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gewaffneter-friede/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gewaffneter-friede/</guid><description>&lt;p&gt;Krieg hat den Harnisch weg gelegt, der Friede zeucht ihn an;&#10;Wir wissen, was der Krieg verübt; wer weiß, was Friede kan?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gewitter auf dem Meere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gewitter-auf-dem-meere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gewitter-auf-dem-meere/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist so ein eigener Schein, so ein grünheller innerer Ton wie eine Wiese,&#10;von der niemand weiß, wo sie herkommt und mit ihrem Wachstum leuchtet da&#10;mitten auf den Wellen, wo sie sich wie ein Hügel erheben.&#10;Höher und höher sich dehnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und da am Strand zu meinen Füßen, wie Ackerkrume ist das,&#10;wie Ackerkrume mit ihren schwarzen, fruchtschwellenden Kämmen,&#10;die sich vornüber zur Seite neigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie üppige Wünsche, ungeheuer und lüstern wölbt sich das blaue Gewölk&#10;zu wilden Hallen dröhnend zuckender Leidenschaften.&#10;Bleiches Grauen in dünnen Streifen zieht darüber,&#10;ein ohnmächtiges Gewissen, das Furcht hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gewitterabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gewitterabend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gewitterabend/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß den Tag, ich weiß die Stunde&#10;Da meine Seele sich zuerst gestanden,&#10;Sie trage deines Zaubers Joch,&#10;Sie liege willenlos in deinen Banden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du ruhtest still im Moose, weißt du noch?&#10;Am Waldsaum war′s, schwül sank der Abend nieder,&#10;Du schliefest, oder schlossest doch&#10;Im wachen Traum die müden Augenlider!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber, zitternd über dich gebückt,&#10;Ich sah dich an in selig scheuen Zügen,&#10;Von Schmerz zugleich und Lust durchzückt&#10;Bis plötzlich du die Augen aufgeschlagen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gimpel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gimpel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gimpel/</guid><description>&lt;p&gt;In des Waldes Kathedrale&#10;Rauscht das Laub als Sonntagsglocken,&#10;Glühn als goldne Ampelstrahle&#10;Hell der Sonne Lichterflocken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die gläub’gen Vöglein wallen,&#10;Sonntaglich an Leib und Feder,&#10;Zu des Buchbaums grünen Hallen,&#10;Wo ein Ast ragt als Katheder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dompfaff Gimpel predigt dorten,&#10;Der die Frau’n und Herrn begeistert,&#10;Weil er klug mit Salbungsworten&#10;Jene rührt und diese meistert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Läßt nicht gut von schwarzem Sammet&#10;Ihm das Soli-deo-käppchen?&#10;Roth die Domherrnweste flammet,&#10;Zierlich fällt das schwarze Schleppchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Giselheer, dem Heiden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/giselheer-dem-heiden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/giselheer-dem-heiden/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weine -&#10;meine Träume fallen in die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meine Dunkelheit&#10;wagt sich kein Hirte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Augen zeigen nicht den Weg&#10;wie die Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer bettle ich vor deine Seele;&#10;weißt du das?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär ich doch blind -&#10;dächte dann, ich läg in deinem Leib.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Blüten täte ich&#10;zu deinem Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin vielreich,&#10;niemandwer kann mich pflücken,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder meine Gaben tragen&#10;heim.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will dich ganz zart mich lehren;&#10;schon weißt du mich zu nennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Giselheer, dem Tiger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/giselheer-dem-tiger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/giselheer-dem-tiger/</guid><description>&lt;p&gt;Über dein Gesicht schleichen die Dschungeln.&#10;O, wie du bist!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Tigeraugen sind süß geworden&#10;in der Sonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich trag dich immer herum&#10;zwischen meinen Zähnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du mein Indianerbuch,&#10;Wild West,&#10;Siouxhäuptling!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Zwielicht schmachte ich&#10;gebunden am Buxbaumstamm -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kann nicht mehr sein&#10;ohne das Skalpspiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rote Küsse malen deine Messer&#10;auf meine Brust -&#10;bis mein Haar an deinem Gürtel flattert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glanzgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glanzgesang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glanzgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Von blauem Tuch umspannt und rotem Kragen,&#10;Ich war ein Fähnrich und ein junger Offizier.&#10;Doch jene Tage, die verträumt manchmal in meine Nächte ragen,&#10;Gehören nicht mehr mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im großen Trott bin ich auf harten Straßen mitgeschritten,&#10;Vom Staub der Märsche und vom grünen Wind besonnt.&#10;Ich bin durch staunende Dörfer, durch Ströme und alte Städte geritten,&#10;Und das Leben war wehend blond.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Biwakfeuer flammten wie Sterne im Tale,&#10;Und hatten den Himmel zu ihrem Spiegel gemacht,&#10;Von schwarzen Bergen drohten des Feindes Alarm-Fanale,&#10;Und Feuerballen zersprangen prasselnd in Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glaube an die Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glaube-an-die-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glaube-an-die-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Laß ab von diesem Zweifeln, Klauben,&#10;vor dem das Beste selbst zerfällt,&#10;und wahre dir den vollen Glauben&#10;an diese Welt trotz dieser Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau hin auf eines Weibes Züge,&#10;das lächelnd auf den Säugling blickt,&#10;und fühl’s: es ist nicht alles Lüge,&#10;was uns das Leben bringt und schickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und, Herze, willst du ganz genesen,&#10;sei selber wahr, sei selber rein!&#10;Was wir in Welt und Menschen lesen,&#10;ist nur der eigene Widerschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gleichmuth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gleichmuth/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gleichmuth/</guid><description>&lt;p&gt;O wie wohl ist der daran,&#10;Der da kann&#10;Sich begeistern,&#10;Seine Feindin Sorge meistern,&#10;Ist bei Glücke trotzig nicht,&#10;Zag im Leiden,&#10;Der behält in Leid und Freuden&#10;Ein Gesicht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lacht das Glück, er denkt bei sich:&#10;Hüte dich!&#10;Sonnenscheinen&#10;Kehrt sich bald in Regenweinen.&#10;Heute da auf stillem Meer&#10;Schiffe laufen,&#10;Morgen sieht man sie ersaufen&#10;Ungefähr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tobt das Glück, ihn trifft es nit:&#10;Sein Gemüth&#10;Felsengleiche&#10;Weichet nie, wird niemals weiche.&#10;Er sitzt allzeit klippenfest,&#10;Ob das Sausen,&#10;Ob das tolle Nordenbrausen&#10;Auf ihn bläst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glück und Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-und-traum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueck-und-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Du hast uns oft im Traum gesehen&#10;Zusammen zum Altare gehen,&#10;Und dich als Frau und mich als Mann.&#10;Oft nahm ich wachend deinem Munde,&#10;In einer unbewachten Stunde,&#10;Soviel man Küsse nehmen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das reinste Glück, das wir empfunden,&#10;Die Wollust mancher reichen Stunden&#10;Floh wie die Zeit mit dem Genuß.&#10;Was hilft es mir, daß ich genieße?&#10;Wie Träume flieh′n die wärmsten Küsse,&#10;Und alle Freude wie ein Kuß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückseligkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckseligkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckseligkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Durch mein Fenster kommt der leise Vollmond,&#10;kommt und küßt mich zärtlich auf die Lippen,&#10;»Thörichte, so kalt und lustverschlossen,&#10;willst du nicht von meinem Tranke nippen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, schon lange bin ich tot, und dennoch,&#10;helle Friedensströme gießt noch immer&#10;mein erloschen Sein auf deine Menschheit,&#10;denn es stirbt die Saat der Lichten nimmer«.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stirbt sie wirklich nicht, du leiser Vollmond?&#10;Wird dereinstens auch von meinen Bahnen&#10;milder Glanz in müde Seelen träufeln&#10;und sie an ein flammend Leben mahnen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückwunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckwunsch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckwunsch/</guid><description>&lt;p&gt;Ich gratuliere, Stax, denn ewig wirst du leben;&#10;Wer keinen Geist besitzt, hat keinen aufzugeben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Glückwunsch an einen Freund zum Neujahrstage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckwunsch-an-einen-freund-zum-neujahrstage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/glueckwunsch-an-einen-freund-zum-neujahrstage/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wünsche dir aus wahrem Freundschaftstriebe,&#10;Ein Mädchen, gut, wie du, und würdig deiner Liebe,&#10;Ein Mädchen - schön und treu - reich - klug und ohne List,&#10;Weil du ein Freund - von Seltenheiten bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gondelfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gondelfahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gondelfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Horch, Mitternacht vorüber,&#10;Die Straßen menschenleer!&#10;Vom Mondlicht übergossen&#10;Paläste, Kirchen, Meer!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du Venedig schauen,&#10;Nur jetzt versäum’ es nicht!&#10;Das ist die wahre Stunde,&#10;Das ist das wahre Licht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Marmorbilder leben,&#10;Paläste ragen licht!&#10;Wie riesige Silbertafeln&#10;Mit großer Thaten Bericht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du dich freu’n der Liebe,&#10;Versäume nicht ihr Gebot!&#10;Die Gondel sei ihre Wiege,&#10;Der Mond ihr Morgenroth!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Umrauscht von der Vorzeit Schauern&#10;Die blühende Gegenwart&#10;Mit liebendem Arm umschlingen,&#10;Welch schöne Gondelfahrt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>GOtt-Lobendes Frülings Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-lobendes-fruelings-lied-8154/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-lobendes-fruelings-lied-8154/</guid><description>&lt;p&gt;Angenehme Frülings Zeit&#10;Ebenbild der Ewigkeit&#10;Spiegel künfftig-süsser Wonne&#10;wie die klare See der Sonne!&#10;Königin der Jahres-theile&#10;schon-gekrönt mit Blumen Zier!&#10;meine Feder setzt ihr für&#10;dich zu rühmen in der Eile.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;GOttes süsser Athem-Tufft&#10;blies&amp;rsquo; aus / deiner Bisen-Lufft&#10;erste Tochter seiner Witze&#10;seines schönen Wesens Blitze&#10;all-verneutes Erden-Leben!&#10;Fünklein seiner Lieblichkeit&#10;die er dorten uns bereit!&#10;Lufft / in der die Freuden schweben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blumen-Adler / Noha-Taub!&#10;du bringst uns Erlaubnus-Laub&#10;in die Neue Welt zu gehen.&#10;Fönix / der nun zu erstehen&#10;aus des Winters Asche pfleget!&#10;überschwänglich-süsse Lust!&#10;alles Uberflusses Brust&#10;welche Milch und Nectar heget!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gott-lobendes Frülings-Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-lobendes-fruelings-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gott-lobendes-fruelings-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Gott sperrt die Erden auf / als seines Schatzes Kasten /&#10;der einig Schlüssel ist / sein Wort / durch dessen Krafft&#10;ihr / käumen / wurzen / grün- und blühen wird verschafft.&#10;Es würkt den Wachsthums Safft in Erd- und Sternen-Brüsten /&#10;Ja kan die ganz Natur zur Freud und Wollust rüsten.&#10;Es ist der Wurzel Geist / der Gräslein Herzens-Safft /&#10;der Blumen LebensLufft / mit süssem Thau behafft /&#10;kurz / der Geschöpffe Ruh / nach dem sie all gelüsten:&#10;Es zeigt uns Gott in ihm / als in dem Spiegel Glanz /&#10;und weist uns selben auch in all-erschaffnen Dingen:&#10;wie seine Schön′ herblickt aus bunten Blumen Kranz.&#10;Sein Süßheit sich zu Mund will aus den Früchten schwingen.&#10;Ja alls / was sichtbar nur / ist Gottes Ebenbild /&#10;wie schön / süß / gut er sey / wie hoch! wie reich! wie mild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gottes ewiger Ratschluss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gottes-ewiger-ratschluss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gottes-ewiger-ratschluss/</guid><description>&lt;p&gt;Wir fielen tief, wir fielen tief;&#10;Du hast den Fall gesehen:&#10;Eh′ noch dein Wort der Erde rief,&#10;Und Sonnen hieß entstehen,&#10;Da sahst du schon der jungen Welt&#10;Die Einfalt, das Vergnügen,&#10;Stumm entfliegen;&#10;Sahst Adam auf dem Distelfeld,&#10;Und Abel blutig liegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sahst du schon dein Ebenbild&#10;Im Menschen fast verblichen;&#10;Sahst uns von Wahn und Laster wild,&#10;Und weit von dir entwichen.&#10;Sahst schon die allgemeine Fluth,&#10;Hört′st das Geächz der Seuchen,&#10;Und bei Leichen,&#10;Gemordet von der Krieger Wuth,&#10;Die Todtengräber keuchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrifft eines Fischers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrifft-eines-fischers/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrifft-eines-fischers/</guid><description>&lt;p&gt;Hier fischt ein Fischer ietzt im Sande, der vor im Wasser hat gefischt;&#10;Der Tod hat ihn, wie er die Fische, nunmehr in seinem Garn erwischt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-2/</guid><description>&lt;p&gt;Auf wem der stolze Marmor raget?&#10;Auf einem wohlgepriesnen Mann,&#10;Der nie ein dummes Wort gesaget&#10;Und nie ein kluges Werk gethan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grabschrift auf einen Affen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-auf-einen-affen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grabschrift-auf-einen-affen/</guid><description>&lt;p&gt;Hier faulet Mimulus, ein Affe.&#10;Und leider! Leider! Welch ein Affe!&#10;So zahm, als in der Welt kein Affe;&#10;So rein, als in der Welt kein Affe;&#10;So keusch, als in der Welt kein Affe;&#10;So ernst, als in der Welt kein Affe;&#10;So ohne Falsch. O welch ein Affe!&#10;Damit ich&amp;rsquo;s kurz zusammenraffe:&#10;Ein ganz originaler Affe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gratia divinae pietatis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gratia-divinae-pietatis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gratia-divinae-pietatis/</guid><description>&lt;p&gt;Alte Inschrift am Straßburger Münster.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zuletzt, da alles Werk verrichtet, meinen Gott zu loben,&#10;Hat meine Hand die beiden Frauenbilder aus dem Stein gehoben.&#10;Die eine aufgerichtet, frei und unerschrocken –&#10;Ihr Blick ist Sieg, ihr Schreiten glänzt Frohlocken.&#10;Zu zeigen, wie sie freudig über allem Erdenmühsal throne,&#10;Gab ich ihr Kelch und Kreuzesfahne und die Krone.&#10;Aber meine Seele, Schönheit ferner Kindertage und mein tief verstecktes Leben&#10;Hab ich der Besiegten, der Verstoßenen gegeben.&#10;Und was ich in mir trug an Stille, sanfter Trauer und demütigem Verlangen&#10;Hab ich sehnsüchtig über ihren Kinderleib gehangen:&#10;Die schlanken Hüften ausgebuchtet, die der lockte Gürtel hält,&#10;Die Hügel ihrer Brüste zärtlich aus dem Linnen ausgewellt,&#10;Ließ ihre Haare über Schultern hin wie einen blonden Regen fließen,&#10;Liebkoste ihre Hände, die das alte Buch und den zerknickten Schaft umschließen,&#10;Gab ihren schlaffen Armen die gebeugte Schwermut gelber Weizenfelder, die in Julisonne schwellen,&#10;Dem Wandeln ihrer Füße die Musik von Orgeln, die an Sonntagen aus Kirchentürenquellen.&#10;Die süßen Augen mußten eine Binde tragen,&#10;Daß rührender durch dünne Seide wehe ihrer Wimpern Schlagen.&#10;Und Lieblichkeit der Glieder, die ihr weiches Hemd erfüllt,&#10;Hab ich mit Demut ganz und gar umhüllt,&#10;Daß wunderbar in Gottes Brudernähe&#10;Von Niedrigkeit umglänzt ihr reines Bildnis stehe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grau/</guid><description>&lt;p&gt;Ein sinnend matter, grauverhüllter Tag &amp;hellip;&#10;Er fliesst so weich heut mit mir selbst zusammen &amp;hellip;&#10;Umflort sind Träume, Düfte, Klänge, Flammen &amp;hellip;&#10;Weil ich am liebsten weinen - weinen mag &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der todte Mann &amp;hellip; und was ich einst empfunden,&#10;Und was ich gern empfinden, fassen will &amp;hellip;&#10;Das athmet in den Lüften, schlummerstill,&#10;Es gleiten lautlos, todtenmüd′ die Stunden &amp;hellip; -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grausamkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grausamkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grausamkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Der König saß auf seinem Thron&#10;Und sagte: „Lieber guter Sohn,&#10;Hast du das Gift genossen?&#10;Genieß es schleunigst unverdrossen!“&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grenzscheide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grenzscheide/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grenzscheide/</guid><description>&lt;p&gt;Heilig waren vordem die Tore, sie stehen bedeutend&#10;Zwischen der wilden Natur, zwischen dem engen Vertrag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Griechenland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/griechenland/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/griechenland/</guid><description>&lt;p&gt;Wie Menschen sind, so ist das Leben prächtig,&#10;Die Menschen sind der Natur öfters mächtig,&#10;Das prächtge Land ist Menschen nicht verborgen,&#10;Mit Reiz erscheint der Abend und der Morgen.&#10;Die offnen Felder sind als in der Ernte Tage,&#10;Mit Geistigkeit ist weit umher die alte Sage,&#10;Und neues Leben kommt aus Menschheit wieder,&#10;So sinkt das Jahr mit einer Stille nieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Griechenlands Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/griechenlands-hoffnung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/griechenlands-hoffnung/</guid><description>&lt;p&gt;Es ging das Jahr in mattem Schlummer&#10;Verachtet seinem Ende zu,&#10;Im Osten wühlt der alte Kummer,&#10;Und um uns her ist Grabesruh;&#10;Das Licht der Wahrheit – mag′s ersterben!&#10;Das Volk der Freiheit – mag′s verderben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geht, hoffet noch auf Wunderwerke,&#10;Und glaubt, daß euer rost′ger Stahl,&#10;Hineingesandt, die Schwachen stärke,&#10;Zu trotzen Feinden ohne Zahl!&#10;Geht, reicht den Weibern, Kindern, Greisen,&#10;Fünf Gerstenbrote, sie zu speisen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So sprach der Zweifel, hohen Hauptes&#10;Ging er durch unsre Straßen hin;&#10;Den Geiz erfreut′s, die Schwäche glaubt es,&#10;Der kalten Bosheit däucht′s Gewinn:&#10;Jetzt ist die letzte Glut verglommen,&#10;Ja, bleiern wird die Nacht jetzt kommen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Griechheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/griechheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/griechheit/</guid><description>&lt;p&gt;Kaum hat das kalte Fieber der Gallomanie uns verlassen,&#10;Bricht in der Gräkomanie gar noch ein hitziges aus.&#10;Griechheit, was war sie? Verstand und Maß udn Klarheit! Drum dächt′ ich,&#10;Etwas Geduld noch, ihr Herrn, eh′ ihr von Griechheit uns sprecht!&#10;Eine würdige Sache verfechtet ihr; nur mit Verstande,&#10;Bitt′ ich, dass sie zum Spott und zum Gelächter nicht wird.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grodek</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grodek/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grodek/</guid><description>&lt;p&gt;Am Abend tönen die herbstlichen Wälder&#10;Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen&#10;Und blauen Seen, darüber die Sonne&#10;Düstrer hinrollt; umfängt die Nacht&#10;Sterbende Krieger, die wilde Klage&#10;Ihrer zerbrochenen Münder.&#10;Doch stille sammelt im Weidengrund&#10;Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt&#10;Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle;&#10;Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.&#10;Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen&#10;Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,&#10;Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;&#10;Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.&#10;O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre,&#10;Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,&#10;Die ungebornen Enkel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Großvater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grossvater/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grossvater/</guid><description>&lt;p&gt;Schöpfer eines Menschen sein&#10;Ist nicht klein.&#10;Ist fast wie ein König,&#10;Aber Schöpfers Schöpfer sein&#10;Ist doch auch nicht wenig.&#10;Hold grüßt den Müden, aber Ungebeugten&#10;Als Zeuge der Gezeugte des Gezeugten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grotte der Egeria</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grotte-der-egeria/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grotte-der-egeria/</guid><description>&lt;p&gt;Numa Pompil, noch wölbt sich die heilige Grotte der Nymphe,&#10;Und der lebendige Quell sprudelt noch immer in ihr,&#10;Wo mit Unsterblichem einst der Sterbliche traulich verkehrte,&#10;Und die Weisheit die Frucht solcher Umarmungen war.&#10;Jetzt besucht sie der Britte dafür, doch die Nymph′ ist verschwunden,&#10;Und die Weisheit wird nun besser von Nibby docirt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grün sind meine Kleider...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gruen-sind-meine-kleider/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gruen-sind-meine-kleider/</guid><description>&lt;p&gt;Grün sind meine Kleider,&#10;Grün sind meine Schuh;&#10;Denn ich liebe einen Jäger&#10;Und des Jägers Knecht dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiß sind meine Kleider,&#10;Weiß sind meine Schuh;&#10;Denn ich liebe einen Müller&#10;Und des Müllers Knecht dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blau sind meine Kleider,&#10;Blau sind meine Schuh;&#10;Denn ich liebe einen Husaren&#10;Und des Husaren Pferd dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rot sind meine Kleider,&#10;Rot sind meine Schuh;&#10;Denn ich liebe den Henker&#10;Und des Henkers Knecht dazu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Grundirrtum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/grundirrtum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/grundirrtum/</guid><description>&lt;p&gt;»Hätte der Rüstige nicht so viel gedichtet, er hätte&#10;Höhere Flüge getan, hätte die Sterne erreicht!«&#10;Wäre die Wiese nicht leider in Butterblumen zerflossen,&#10;Eine Aloe wär′ sicher zuletzt ihr entsproßt!&#10;Gibst du das eine nicht zu, so muß ich das andre bestreiten,&#10;Nie zerfließt ein Kristall, aber ein Tropfen zerrinnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gruss/</guid><description>&lt;p&gt;Sei gegrüßt, du schöner Morgen,&#10;Blauer Himmel— sei gegrüßt,&#10;Den, im Traum der Nacht verborgen,&#10;Sonnenliebe wachgeküßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strale mir mit neuem Feuer&#10;In die laute Brust hinein,&#10;Neuerglühter, wolkenfreier,&#10;Heller Morgensonnenschein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sünde mir im Herzen wieder&#10;All die Liebesflammen auf,&#10;stufe wieder meine Lieder&#10;Liebevoll zu dir hinauf!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dämmert leise dann der Abend,&#10;Wenn du deine Bahn vollbracht.&#10;Grüß ich noch den Glanz, der labend&#10;Aus dem Mond herniederlacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es strömen deine süßen&#10;Stralen aus dem Monde rein,&#10;So als ließest du mich grüßen,&#10;O geliebter Sonnenschein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Guido und Tizian</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guido-und-tizian/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guido-und-tizian/</guid><description>&lt;p&gt;Hätte Tizian′s Pinsel die Seele Guido′s geführet,&#10;Säh′ ich Vollendung im Bund geist′ger und sinnlicher Kraft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Guido′s Aurora</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/guidos-aurora/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/guidos-aurora/</guid><description>&lt;p&gt;Abendröthe der Kunst ist deine Aurora geworden,&#10;Warum brachte sie nicht neuen unsterblichen Tag?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gute Laune</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gute-laune/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gute-laune/</guid><description>&lt;p&gt;Gute Laune, Lieb und Lachen&#10;Soll mich hier&#10;Unaufhörlich glückich machen,&#10;Und die ganze Welt mit mir.&#10;Auf dem Sammt der Rosen wiegen&#10;Sich die Weisen nur allein.&#10;Liebe? ist sie nicht Vergnügen?&#10;Nur die Treue macht die Pein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gutmann und Gutweib</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/gutmann-und-gutweib/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/gutmann-und-gutweib/</guid><description>&lt;p&gt;Und morgen fällt St. Martins Fest,&#10;Gutweib liebt ihren Mann;&#10;Da knetet sie ihm Puddings ein&#10;Und bäckt sie in der Pfann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Bette liegen beide nun,&#10;Da saust ein wilder West;&#10;Und Gutmann spricht zur guten Frau:&#10;&amp;ldquo;Du riegle die Türe fest.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Bin kaum erholt und halb erwarmt,&#10;Wie käm ich da zu Ruh;&#10;Und klapperte sie einhundert Jahr,&#10;Ich riegelte sie nicht zu.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drauf eine Wette schlossen sie&#10;Ganz leise sich ins Ohr:&#10;So wer das erste Wörtlein spräch′,&#10;Der schöbe den Riegel vor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hagel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hagel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hagel/</guid><description>&lt;p&gt;Schwer Verheeren&#10;Wirft der Himmel,&#10;Eingefrorener Zähren&#10;Eisiges Gewimmel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Halbes Träumen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/halbes-traeumen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/halbes-traeumen/</guid><description>&lt;p&gt;Schon ist Mitternacht vorüber.&#10;Draußen flötet Philomele;&#10;Wünsche, Hoffnungen, Gedanken&#10;Ziehen wirr durch meine Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wogend Herz, gib dich zur Ruhe,&#10;Laß&amp;rsquo; die Sehnsucht endlich hafen!&#10;Laß&amp;rsquo; den Steuermann, den Denker,&#10;Laß&amp;rsquo; den müden Sänger schlafen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber immer wilder wogt es,&#10;Höher schlägt es seine Wellen;&#10;Ach, am stumpfen, starren Felsen&#10;Wird mein leichtes Schiff zerschellen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rettung! Rettung! Weh, verloren!&#10;Weh, der große Mast, er bricht!&#10;Mit dem Schiffe geh&amp;rsquo; ich unter,&#10;Hilfst du, Gott im Himmel, nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Halt!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/halt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/halt/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Mühle seh ich blinken&#10;Aus den Erlen heraus,&#10;Durch Rauschen und Singen&#10;Bricht Rädergebraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ei willkommen, ei willkommen,&#10;Süßer Mühlengesang!&#10;Und das Haus, wie so traulich!&#10;Und die Fenster, wie blank!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Sonne, wie helle&#10;Vom Himmel sie scheint!&#10;Ei, Bächlein, liebes Bächlein,&#10;War es also gemeint?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Halte nicht zurück die Meinung!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/halte-nicht-zurueck-die-meinung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/halte-nicht-zurueck-die-meinung/</guid><description>&lt;p&gt;Halte nicht zurück die Meinung!&#10;Aus dem Herzen in die Welt!&#10;Lass getrost in die Erscheinung&#10;Treten, was dir wohlgefällt.&#10;Strafe kühn das Geistig-Hohle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mach dich zu der Wahrheit Hort!&#10;Alles dient dem Staat zum Wohle,&#10;Und bei uns heißt die Parole:&#10;Licht und Luft dem freien Wort!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hand/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hand/</guid><description>&lt;p&gt;Lieber von einer Hand,&#10;die wir nicht drücken möchten,&#10;geschlagen,&#10;als von ihr gestreichelt werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hänschen Schlau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/haenschen-schlau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/haenschen-schlau/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Es ist doch sonderbar bestellt&amp;rdquo;,&#10;Sprach Hänschen Schlau zu Vetter Fritzen,&#10;&amp;ldquo;daß nur die Reichen in der Welt&#10;Das meiste Geld besitzen.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Happy Christmas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/happy-christmas/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/happy-christmas/</guid><description>&lt;p&gt;Happy Christmas, dear old Un!&#10;Will Dir wer was Böses thun,&#10;Drücke kalten Blutes&#10;Beide Augen zu.&#10;Tu dann dafür doppelt Gutes&#10;Deinem Kuttel Daddeldu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Harfenspieler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/harfenspieler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/harfenspieler/</guid><description>&lt;p&gt;Wer nie sein Brot mit Tränen aß,&#10;Wer nie die kummervollen Nächte&#10;Auf seinem Bette weinend saß.&#10;Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr führt ins Leben uns hinein,&#10;Ihr lasst den Armen schuldig werden,&#10;Dann überlasst ihr in der Pein:&#10;Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hart stoßen sich die Wände</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hart-stossen-sich-die-waende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hart-stossen-sich-die-waende/</guid><description>&lt;p&gt;Hart stoßen sich die Wände in den Straßen,&#10;Vorn Licht gezerrt, das auf das Pflaster keucht,&#10;Und Kaffeehäuser schweben im Geleucht&#10;Der Scheiben, hoch gefüllt mit wiehernden Grimassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind nach Süden krank, nach Fernen, Wind,&#10;Nach Wäldern, fremd von ungekühlten Lüsten,&#10;Und Wüstengürteln, die voll Sommer sind,&#10;Nach weißen Meeren, brodelnd an besonnte Küsten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind nach Frauen krank, nach Fleisch und Poren,&#10;Es müssten Pantherinnen sein, gefährlich zart,&#10;In einem wild gekochten Fieberland geboren.&#10;Wir sind versehnt nach Reizen unbekannter Art.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hast du die Lippen mir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hast-du-die-lippen-mir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hast-du-die-lippen-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Hast du die Lippen mir wundgeküßt,&#10;So küsse sie wieder heil,&#10;Und wenn du bis Abend nicht fertig bist,&#10;So hat es auch keine Eil.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast ja noch die ganze Nacht,&#10;Du Herzallerliebste mein!&#10;Man kann in solch einer ganzen Nacht&#10;Viel küssen und selig sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hatem</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hatem/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hatem/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht Gelegenheit macht Diebe,&#10;Sie ist selbst der größte Dieb;&#10;Denn sie stahl den Rest der Liebe,&#10;Die mir noch im Herzen blieb.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir hat sie ihn übergeben,&#10;Meines Lebens Vollgewinn,&#10;Daß ich nun, verarmt, mein Leben&#10;Nur von dir gewärtig bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ich fühle schon Erbarmen&#10;Im Karfunkel deines Blicks&#10;Und erfreu in deinen Armen&#10;Mich erneuerten Geschicks.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hei, nun kommt uns die Zeit...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hei-nun-kommt-uns-die-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hei-nun-kommt-uns-die-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Hei, nun kommt uns die Zeit (des Sommers), der Gesang&#10;der kleinen Vögelchen. / Es grünt schon die breite Linde,&#10;dahin ist der lange Winter./ Nun sieht man anmutige Blumen&#10;auf der Heide erproben sie ihr Strahlen. /&#10;Darüber werden sehr viele Herzen froh, und auch mein Herz&#10;schöpft daraus Zuversicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin dir seit langem zugetan, edle und vortreffliche Herrin. /&#10;Wie gut ich das angelegt habe! Du hast meinen Sinn veredelt. /&#10;Um was immer ich durch dich besser geworden bin,&#10;es möge mir zum Heil gereichen. / Machst du das Ende gut,&#10;so hast du alles wohl getan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heiliges Feuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heiliges-feuer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heiliges-feuer/</guid><description>&lt;p&gt;Fest den Blick hinaufgerichtet,&#10;Wenn das Leben trüb und kalt,&#10;Bald ist Herz und Flur gelichtet,&#10;Wenn die Frühlingsglocke schallt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rosen blühen in den Wäldern,&#10;Bäche rinnen durch die Au,&#10;Lerchen jubeln über Feldern,&#10;Sonne glüht vom Aetherblau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wir sehn mit warmen Herzen&#10;In die Mut der Frühlingsluft,&#10;Die aus lichten Himmelskerzen&#10;Sprüht in unsre laute Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn so ein Funke zündet&#10;In des Dranges Seligkeit,&#10;Steigt die Flamme, gottverbündet,&#10;Daß es leuchtet weit und breit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heiliges Lobverlangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heiliges-lobverlangen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heiliges-lobverlangen/</guid><description>&lt;p&gt;Daß alle Stäublein / mein / und lauter Zungen wären&#10;und iedes meiner Haar′ ein helle Weißheit Flamm!&#10;ich wolt zu GOTTES Lob / sie binden all zusamm.&#10;Ach daß mein Mund die Welt vollmachte seiner Ehren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wollst meinem Lebens Baum viel Lobesfrücht bescheren.&#10;nur werd die Pflicht verricht; verdorret schon der Stamm.&#10;der Leib bleib auf dem plaz: nur werd gepreist dein Nam.&#10;nicht sein-nur deines Ruhms erhebung / mein begehren&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heim</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heim/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heim/</guid><description>&lt;p&gt;Unsere Zimmer haben blaue Wände&#10;und wir wandeln leisehin durch Himmelweiten,&#10;und am Abend legen Innigkeiten&#10;mit Engelaugen ineinander unsere Hände.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wir erzählen uns Geschichten,&#10;bis der Morgen kommt in Silberglocken&#10;und dem Dämmersteine in den Locken,&#10;der Sonne winkt durchs Tor von Wolkenschichten;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie sie tanzt auf unseren wiesenhellen&#10;Teppichen, leicht über sanftverschlungene Blumenstiele!&#10;Zum Liebeslauschen laden unsere Stühle,&#10;und von den Pfeilern fallen Seidenquellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimatloses Gesicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimatloses-gesicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimatloses-gesicht/</guid><description>&lt;p&gt;Meine tiefsten Trunkenheiten sind am frühen Morgen,&#10;Wenn ich die Reise der Nacht vollendet.&#10;Ich erwache und bin: immer wo anders gelandet.&#10;Kann nicht sagen, was es ist, dass meine Sehnsucht&#10;Sich breitet über das Land.&#10;O Welt, die ich suche, fühlst du nicht:&#10;Über dir meine hungernden Augen?&#10;Klopfte mein Herz vor deiner Tür,&#10;Vor deinem liebeumschleierten Hause?&#10;Wohnst du so hoch, kleine Welt?&#10;Ich fliege dir zu.&#10;Wohnst du so tief, kleine Welt?&#10;Ich falle dir zu,&#10;Wo du auch sein magst.&#10;Einmal trete ich über deine Schwelle,&#10;Dann bin ich bei dir und frage dich zärtlich:&#10;Bist du die Heimat? Nimmst du mich auf?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimkehr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Leiser schwanken die Äste;&#10;Der Kahn fliegt uferwärts;&#10;Heim kehrt die Taube zum Neste;&#10;Zu dir kehrt heim mein Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genug am schimmernden Tage,&#10;Wenn rings das Leben lärmt,&#10;Mit irrem Flügelschlage&#10;Ist es ins Weite geschwärmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nun die Sonne geschieden&#10;Und Stille sich senkt auf den Hain,&#10;Fühlt es: bei dir ist der Frieden,&#10;Die Ruhe bei dir allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimkehr?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimkehr-3884/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimkehr-3884/</guid><description>&lt;p&gt;Wie bin ich nur so jäh hierher verschlagen&#10;In dein entfremdet Reich, Waldeinsamkeit?&#10;Zu Gast war ich in schicksalskühnen Tagen&#10;Des Südens formgewalt′ger Heiterkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder nun des Nordlands Thymiandüfte&#10;Und seiner Erlenwälder Herbstmusik?&#10;Ein müder, summender Wind &amp;hellip; und träumende Wolkenbilder &amp;hellip;&#10;Nach Mitternacht des Mondes Nebelblick &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und meiner Heimat längstvergessene Sprache &amp;hellip;&#10;Und längst vergessener Menschen Angesicht&#10;Wie alles sich einschmeicheln will! Ich starre&#10;In meines Morgenrots erloschenes Licht &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimlich zur Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimlich-zur-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimlich-zur-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe dich gewählt&#10;unter allen Sternen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und bin wach - eine lauschende Blume&#10;im summenden Laub.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsere Lippen wollen Honig bereiten,&#10;unsere schimmernden Nächte sind aufgeblüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An dem seligen Glanz deines Leibes&#10;zündet mein Herz seine Himmel an -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;alle meine Träume hängen an deinem Golde,&#10;ich habe dich gewählt unter allen Sternen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimliche Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimliche-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimliche-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Feuer, keine Kohle&#10;kann brennen so heiß&#10;als heimliche Liebe,&#10;von der niemand nichts weiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keine Rose, keine Nelke&#10;kann blühen so schön,&#10;als wenn zwei verliebte Seelen&#10;beieinander tun stehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Setze du mir einen Spiegel&#10;ins Herz mir hinein,&#10;damit du kannst sehen,&#10;wie so treu ich es mein'!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heimliches Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heimliches-glueck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heimliches-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Wir haben die lange Winternacht&#10;Mit Freuden wohl empfangen,&#10;Ich und ein Ritter wohlbedacht;&#10;Sein Wille, der ist ergangen.&#10;Wie wir es uns geträumt, hat sacht&#10;Und lieb er′s an ein Eid gebracht&#10;Mit mancher Freude und Liebe viel:&#10;Er ist, wie ihn mein Herze will.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heine und die Folgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heine-und-die-folgen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heine-und-die-folgen/</guid><description>&lt;p&gt;Seit dieser Prosa, diesem Buch der Lieder&#10;hats jeder leicht, die Lust der Sprache zu verringern.&#10;Er löste ihr das Mieder,&#10;damit sie an ihren Brüsten fingern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heines Geburtshaus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heines-geburtshaus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heines-geburtshaus/</guid><description>&lt;p&gt;Ein leichtsinnkrankes Höfchen,&#10;Ein Bäumlein und ein Hahn,&#10;Das Häuslein da ein Zöfchen,&#10;Hecktisch Champagnerschäfchen -&#10;Das Bäumlein will nicht wachsen,&#10;Dir Hahn kein Morgen nahn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heiraten, eine Familie gründen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heiraten-eine-familie-gruenden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heiraten-eine-familie-gruenden/</guid><description>&lt;p&gt;Heiraten, eine Familie gründen,&#10;alle Kinder, welche kommen, hinnehmen,&#10;in dieser unseren Welt erhalten&#10;und gar noch ein wenig führen,&#10;ist meiner Meinung nach das äusserste,&#10;das einem Menschen überhaupt gelingen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heiterkeit des Gemüts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heiterkeit-des-gemuets/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heiterkeit-des-gemuets/</guid><description>&lt;p&gt;Gleich wie die Luft erscheint bei angenehmen Tagen,&#10;So heiter, rein und still soll dein Gemüte sein.&#10;So schaust du Gott in dir und wirst auch ihm behagen,&#10;Sein wonnereiches Licht macht sich dem Geist gemein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heldenmäßig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heldenmaessig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heldenmaessig/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn dich dein Feind erzürnt, so bist du noch kein Mann;&#10;Der ist ein Held, der auch die Feinde lieben kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hellas</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hellas/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hellas/</guid><description>&lt;p&gt;Lustig kommt das Schiff geschwommen,&#10;Hat manch’ fernen Strand geküßt;&#10;Neuer Gast, sei uns willkommen!&#10;Schöner Fremdling, sei gegrüßt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trägst ein Röcklein schmuck von Eichen,&#10;Das manch’ blanke Spang’ umfaßt,&#10;Trägst ein gutes Wanderzeichen,&#10;Deinen Strauß: die Flagg’ am Mast!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei gegrüßt in diesen Wogen,&#10;Hellas’ Flagge, blau und weiß!&#10;Blau gleichwie des Himmels Bogen,&#10;Und wie seine Wolken weiß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieht man deinen Himmelsfarben&#10;Doch den theuren Kauf nicht an,&#10;Wie viel Helden für dich starben,&#10;Wie viel Blutes für dich rann!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbst/</guid><description>&lt;p&gt;Du gehörst zu meinem Leide&#10;Du gehörst zu meinem Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;In meinen späten Tagen&#10;Was treibst du, altes Herz?&#10;Was will dein tolles Schlagen,&#10;Dein wonnevoller Schmerz?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Maienthau, die Thränen,&#10;Die du ins Aug′ mir drängst?&#10;Was will dieß Frühlingssehnen,&#10;Da Herbst es worden längst?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verstummt sind alle Lieder,&#10;Die Wälder stehn entlaubt,&#10;Schneeflocken rieseln nieder&#10;Aufs Feld und auf mein Haupt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewölke schwer und bleiern&#10;Im kalten Luftrevier,&#10;Das Thal in Nebelschleiern, –&#10;Mein Herz, wie steht′s in dir?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstesschwere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstesschwere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstesschwere/</guid><description>&lt;p&gt;Trüb′ die Sonne hinter Wolken steht,&#10;Feucht der Westhauch über Stoppeln weht,&#10;Herbstesöde ruht auf dem Gefild,&#10;Herbstesöde - meiner Seele Bild!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Müßt ihr Fluren auch entlaubet steh′n,&#10;Einen Frühling habt ihr doch geseh′n,&#10;Eines Sommerkusses Gluth gefühlt,&#10;Eh′ euch kalter Todeshauch durchwühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! mir hat kein Frühling noch gelacht,&#10;Keine Blüth′ entsproß des Herzens Nacht,&#10;Und es naht kein heißer Sommertag,&#10;Der mit glüh′ndem Kuß sie lichten mag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frühling kehrt zurück mit jungem Grün,&#10;Blumen über Gräbern neu erblüh′n;&#10;Frühling! heil′ des müden Herzens Noth,&#10;Glückesblüthen gib′ ihm, oder Tod!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstgefühl (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstgefuehl-2/</guid><description>&lt;p&gt;Der Buchenwald ist herbstlich schon gerötet,&#10;So wie ein Kranker, der sich neigt zum Sterben,&#10;Wenn flüchtig noch sich seine Wangen färben;&#10;Doch Rosen sind′s wobei kein Lied mehr flötet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Bächlein zieht und rieselt, kaum zu hören,&#10;Das Tal hinab, und seine Wellen gleiten,&#10;Wie durch das Sterbgemach die Freunde gleiten,&#10;Den letzten Traum des Lebens nicht zu stören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein trüber Wandrer findet hier Genossen;&#10;Es ist Natur, der auch die Freuden schwanden,&#10;Mit seiner ganzen Schwermut einverstanden,&#10;Er ist in ihre Klagen eingeschlossen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstlaub</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlaub/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstlaub/</guid><description>&lt;p&gt;Der Sommersonne goldlohenden Schein&#10;Sogen die grünkühnen Blätter ein,&#10;Selber das Gold zu erwerben -&#10;Nun müssen sie alle sterben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber die Buße&#10;Macht ihnen nicht bang -&#10;Noch können sie eine Weile lang&#10;Prangen im goldenen Überschwang!&#10;Und mit leuchtendem Gruße&#10;Jubeln sie der Ewigen zu:&#10;Sonne, wir sind dir gleich!&#10;Sonne, wir wurden so reich&#10;Wie du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstliche Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstliche-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstliche-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Seele spinnt dich ein;&#10;schimmernde Marienfäden&#10;sollen ihre Häscher sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihre Schlingen fühlst du kaum.&#10;Eine rote Märtyrkrone&#10;brech ich dir vom Eschenbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Stirne küß ich bleich -&#10;und so führ ich dich gefangen&#10;mitten durch mein Schattenreich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wirst ganz mein eigen sein,&#10;wirst verbluten und verblühen -&#10;meine Seele spinnt dich ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herbstschauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstschauer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herbstschauer/</guid><description>&lt;p&gt;Hinter fernen dunklen Häusermassen,&#10;Versinkt die Sonne,&#10;Ein tränenverschleiertes,&#10;Müdegeweintes,&#10;Riesengroßes Menschenauge.&#10;Der Himmel aber leuchtet&#10;Aus schwarzen Wolkenbänken&#10;Matt und fahl,&#10;Schier wie ein totenblasses Menschenkind,&#10;Ein gramgebeugtes,&#10;Das gern, so gerne sterben möchte -&#10;Und leben muß.&#10;Es klingt so schaurig&#10;Wie Krankenstöhnen&#10;Durch kahle Bäume&#10;Das Ächzen des Windes,&#10;Und gelbe, dürre, verfaulende Blätter&#10;Sie tanzen mit ihm einen taumelnden Reigen&#10;Und flüstern und rauschen&#10;Geschichten sich zu,&#10;Sterbenstraurig,&#10;Verwesungsduftig&#10;Und totentanzlustig.&#10;Schwer auf die kalte, starre Erde&#10;Tropft meiner Tränen brennende Saat&amp;hellip;&#10;Nicht der Taumel schreiender Lust,&#10;Nicht verspäteter Arbeit eherne Fessel&#10;Tilgt aus der Seele den marternden Stachel,&#10;Den das Bewußtsein&#10;Eines verlorenen,&#10;Achtlos verstreuten Lebens&#10;Qualvoll hineinbohrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hermiones Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hermiones-augen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hermiones-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Sterne, darf ich euch auch wohl noch Sterne nennen,&#10;Wenn jetzt ein Nebel euch umwölket Flamm′ und Licht,&#10;Da Hermione doch am himmlischen Gesicht&#10;Keinmal nicht minder läßt, als zwei Gestirne, brennen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du güldne Sternenburg, du, Himmel, mußt′s bekennen,&#10;Dein blaugewölbtes Dach weiß von zwei Sonnen nicht,&#10;Da, wenn die Morgenröth′ auf ihrem Mund′ anbricht,&#10;Zwei Sonnen ihr allzeit der Stirne Thron umbrennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedoch du magst dich noch mit hundert Sonnen schmücken,&#10;Die in die grüne See keinmal zu Bette gehn,&#10;Ich würde doch zur Noth wohl solche Gluth ausstehn;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr Hanssen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-hanssen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-hanssen/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Doktor Hanssen mürrisch steht,&#10;Da tritt zu ihm Herr Janssen:&#10;&amp;ldquo;Warum so trüb?&amp;rdquo; &amp;ldquo;&amp;ldquo;Das alte Lied!&amp;rdquo;&amp;rdquo;&#10;Spricht ärgerlich Herr Hanssen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Das alte Lied?&amp;rdquo; &amp;ldquo;&amp;ldquo;Ja, freilich doch,&#10;Das Lied vom Buchverleihen —&#10;Auf manche Bände wart′ ich noch,&#10;Seit Jahren zwei und dreien,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und grade aus der Mitte just&#10;Von meinen besten Banden —&#10;Wie oft schon sann ich übler Lust:&#10;Wer hat das Buch in Händen?&amp;rdquo;&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ei&amp;rdquo;, spricht Herr Janssen, der gar klug,&#10;&amp;ldquo;Mein Hanssen sei doch klüger!&#10;Leg′ an Dir ein Verleihungsbuch,&#10;Dann weißt Du, wo die Bücher.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr Luchs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-luchs/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-luchs/</guid><description>&lt;p&gt;Herr Luchs spricht keinem Menschen&#10;nach dem Mund,&#10;und doch gelang es ihm,&#10;so hoch zu steigen?&#10;Ja, denn der Schalk versteht&#10;die fein´re Kunst,&#10;den großen Herren&#10;nach dem Mund zu schweigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr von Goethe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-von-goethe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-von-goethe/</guid><description>&lt;p&gt;Siehe, das nenn ich doch würdig, fürwahr, sich im Alter beschäftgen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zerlegt jetzt den Strahl, den seine Jugend sonst warf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr von Günther</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-von-guenther/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-von-guenther/</guid><description>&lt;p&gt;Herr von Günther&#10;Läuft im Winter&#10;Gerne Schlittschuh&#10;Auf dem Eis,&#10;Denn im Sommer&#10;Ist′s zu heiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herr, Du wollest uns bereiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-du-wollest-uns-bereiten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herr-du-wollest-uns-bereiten/</guid><description>&lt;p&gt;Herr, du wollest uns bereiten&#10;Zu Deines Mahles Seligkeiten;&#10;Sei mitten unter uns, O Gott!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß uns, Leben zu empfahen,&#10;Mit glaubens-vollem Herzen nahen&#10;Und sprich uns los von Sünd und Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind, O Jesu, Dein; Dein laß uns&#10;Ewig sein! Amen. Amen. Anbetung Dir!&#10;Einst feiern wir das große Abendmahl mit Dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Herz freu dich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/herz-freu-dich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/herz-freu-dich/</guid><description>&lt;p&gt;Herz freu dich, du sollst werden&#10;Vom Elend dieser Erden&#10;Und von der Sünden Arbeit frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun geht, ihr matten Glieder,&#10;Geht hin und legt euch nieder,&#10;Der Betten ihr begehrt:&#10;Es kommen Sund und Zeiten,&#10;Da man euch wird bereiten&#10;Zur Ruh ein Bettlein in der Erd.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hesperos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hesperos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hesperos/</guid><description>&lt;p&gt;Über schwarzem Tannenhange&#10;Schimmerst mir zum Abendgange,&#10;Eine Liebe fühl ich neigen&#10;Sich in deinem Niedersteigen,&#10;Unbemerkt bist du gekommen,&#10;Aus der blassen Luft entglommen.&#10;So mit ungehörten Tritten,&#10;Durch die Dämmrung hergeglitten,&#10;Kam die Mutter, die mir legte&#10;Auf die Schulter die bewegte&#10;Hand, dass ich ihr nicht verhehle,&#10;Was ich leide, was mich quäle,&#10;Und warum ich ohne Klage&#10;Mich verzehre, mich zernage.&#10;Und ich schwieg, und unter Zähren&#10;Liess sie meinen Trotz gewähren.&#10;Hat sie Wohnung jetzt, die Milde,&#10;Dort in deinem Lichtgefilde?&#10;Deiner Strahlen saug ich jeden,&#10;Durch das Dunkel hör ich reden,&#10;- Und mir ist, als ob die kühle&#10;Hand ich auf der Schulter fühle -&#10;Reden nicht von Seligkeiten,&#10;Nur Erinnrung alter Zeiten!&#10;Jetzt versteht sie ohne Kunde,&#10;Wer ich bin im Herzensgrunde.&#10;Dies und jenes muss sie schelten,&#10;Andres lässt sie heiter gelten,&#10;Und sie meint, wie sichs entschieden,&#10;Gebe sie sich auch zufrieden &amp;hellip;&#10;Abendstern, du eilst geschwinde!&#10;Lass sie plaudern mit dem Kinde!&#10;Freundlich zitternd gehst du nieder &amp;hellip;&#10;Mutter, Mutter, komme wieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heut und Ewig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heut-und-ewig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heut-und-ewig/</guid><description>&lt;p&gt;Unmöglich ists, den Tag dem Tag zu zeigen,&#10;Der nur Verworrnes im Verworrnen spiegelt,&#10;Und jeder selbst sich fühlt als recht und eigen,&#10;Statt sich zu zügeln, nur am andern zügelt;&#10;Da ists den Lippen besser, daß sie schweigen,&#10;Indes der Geist sich fort und fort beflügelt.&#10;Aus Gestern wird nicht Heute; doch Äonen,&#10;Sie werden wechselnd sinken, werden thronen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Heut, an Leanders Feste...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/heut-an-leanders-feste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/heut-an-leanders-feste/</guid><description>&lt;p&gt;Heut, an Leanders Feste,&#10;War alles, traun! aufs beste!&#10;Denkt, fette Gänse drei;&#10;Beliebte Hasen, zwei;&#10;Ein Dutzend stumme Fische;&#10;Und gar ein wildes Schwein.&#10;&amp;ldquo;Das alles gab er?&amp;rdquo; Nein!&#10;Die saßen nur bei Tische.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hier sitzt das liebe neue Jahr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hier-sitzt-das-liebe-neue-jahr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hier-sitzt-das-liebe-neue-jahr/</guid><description>&lt;p&gt;Hier sitzt das liebe neue Jahr&#10;Auf einem lustgen Feigenbaum,&#10;Zwölf Liebschaften ist kleine Schar&#10;Die machen ja ein Dutzend kaum.&#10;Der Jenner trägt den Morgenstern&#10;Bei meinem Liebchen wär ich gern,&#10;Der Februar haucht in die Hand&#10;Die Liebe kommet zu Verstand,&#10;Der März macht sich den Veilchenkranz&#10;Bescheiden Lieb gibt Duft und Glanz&#10;April mit einem Korb sich ziert&#10;Veränderlich wird angeführt&#10;Der Mai mit süßen Blumenglocken&#10;Wills Liebchen in den Garten locken.&#10;Der Juni gibt das Feigenblatt&#10;Der Jungfrau wenn sie′s nötig hat,&#10;Der Juli zeigt ihr gar die Feigen&#10;Wird sie ihm wohl Ohrfeigen reichen?&#10;August bringt ihr die Ähre dar,&#10;Fruchtbare Lieb ist auch ehrbar&#10;September trinket auf ihr Heil,&#10;Doch währt der Rausch nur kurze Weil&#10;Oktober weint, November friert&#10;Weil seine Federn er verliert&#10;Dezember betet und ist fromm&#10;Daß er etwas beschert bekomm.&#10;Und alle treiben solches Spiel&#10;Um einen Apfel, der ihr Ziel,&#10;Den Eva von der Schlange nahm&#10;Und der uns allen schlecht bekam!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Himmelfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/himmelfahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/himmelfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Schwebst du nieder aus den Weiten,&#10;Nacht mit deinem Silberkranz?&#10;Hebt in deine Ewigkeiten&#10;mich des Dunkels milder Glanz?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ob Augen liebend winken:&#10;alle Liebe sei enthüllt!&#10;als ob Arme sehnend sinken:&#10;alle Sehnsucht sei erfüllt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;strahlt ein Stern mir aus den Weiten,&#10;alle Ängste fallen ab,&#10;seligste Versunkenheiten,&#10;strahlt und strahlt und will herab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es treiben mich Gewalten&#10;ihm entgegen, und er sinkt -&#10;und ein Quellen, ein Entfalten&#10;seines Scheines nimmt und bringt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Himmelstrauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/himmelstrauer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/himmelstrauer/</guid><description>&lt;p&gt;Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,&#10;Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;&#10;Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,&#10;Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Himmel tönt ein schwermutmattes Grollen,&#10;Die dunkle Wimper blinzet manches Mal, -&#10;So blinzen Augen, wenn sie weinen wollen, -&#10;Und aus der Wimper zuckt ein schwacher Strahl. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun schleichen aus dem Moore kühle Schauer&#10;Und leise Nebel übers Heideland;&#10;Der Himmel ließ, nachsinnend seiner Trauer,&#10;Die Sonne lässig fallen aus der Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hinter dem großen Spiegelfenster...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hinter-dem-grossen-spiegelfenster/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hinter-dem-grossen-spiegelfenster/</guid><description>&lt;p&gt;Hinter dem großen Spiegelfenster des Cafés&#10;Sitz ich und sehe heiß auf das Straßenpflaster,&#10;Suche im Treiben der Farben und Körper Heilung meines sentimentalen Wehs,&#10;Sehe viele Frauen, Fremde, bunte Offiziere, Gauner, Japaner, sogar einen Negermaster.&#10;Alle blicken sie zu mir und haben Sehnsucht nach der Musik im Innern,&#10;Wollen träumerisch- und sanfter Töne sich erinnern.&#10;Aber ich, an meinen Stuhl gebannt und gebrannt,&#10;Starre, staune nach draußen unverwandt,&#10;Daß jemand komme, freiwillig, nicht gedrängt,&#10;Ein blondes Mädchen&amp;hellip; eine braune Dirne&amp;hellip;&#10;In rosa, gelber, violetter Taille&amp;hellip;&#10;&amp;hellip; Oder meinetwegen eine dicke Rentierkanaille&#10;Mit schmalzigem, verfetteten Hirne -&#10;Nur daß er mir für fünf Minuten seine Gegenwart schenkt!&#10;Ich bin so einsam! Einsamer noch macht mich die süße Operette&amp;hellip;&#10;O läg ich irgendwo in dunkler Nacht&#10;Ein Kind in einem Kinderbette,&#10;Von einer Mutter zart zur Ruh gebracht&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochgesang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Preis ihm, der alle Dinge&#10;Mit unerforschten Kraft erhält!&#10;Schweb′ auf, mein Lied, und bringe&#10;Das Opfer, das dem Herrn gefällt!&#10;Es rauscht von tausend Zungen&#10;Seun majestätisch Lob empor;&#10;Von Engel anbetungen&#10;Bis zu der Waldgesänge Chor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entzücken! Es erhebet&#10;Ihn auch des Menschen heilig Lied.&#10;Die Harfe Sions bebet,&#10;Der Andacht helle Wange glüht!&#10;Es steigt auf Cherubschwingen&#10;Der Adlerkühne Psalm zum Thron,&#10;Des Grabsgenossen singen&#10;Der Welten Herrn, und seinen Sohn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochroth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochroth/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochroth/</guid><description>&lt;p&gt;Du innig Roth,&#10;Bis an den Tod&#10;Soll meine Lieb Dir gleichen,&#10;Soll nimmer bleichen,&#10;Bis an den Tod,&#10;Du glühend Roth,&#10;Soll sie Dir gleichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochsommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochsommer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochsommer/</guid><description>&lt;p&gt;O Frühling, holder fahrender Schüler,&#10;Wo zogst du hin? Die Linden blühn,&#10;Die Nächte werden stiller, schwüler,&#10;Und dichter schwillt das dunkle Grün.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ach! die schönen Stunden fehlen,&#10;Wo jedes Leben überquoll,&#10;Wo trunken alle Schöpfungsseelen&#10;Ins Blaue schwärmten wollustvoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht singt mehr, wie am Maienfeste,&#10;Die Nachtigall, die Rosenbraut;&#10;Sie fliegt zum tiefverborgnen Neste&#10;Mit mütterlich besorgtem Laut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der goldne längste Tag ist nieder,&#10;Der Himmel voll Gewitter glüht;&#10;Verklungen sind die ersten Lieder,&#10;Die schönsten Blumen sind verblüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Höchstes Kriterium der Bildung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoechstes-kriterium-der-bildung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoechstes-kriterium-der-bildung/</guid><description>&lt;p&gt;Mancher ist ehrlich genug, mit Ernst und Eifer zu prüfen,&#10;Was er ist in dem Kreis, dem die Natur ihn bestimmt;&#10;Wenige haben den Mut, den Kreis zu prüfen und redlich&#10;Zu ermitteln, wieviel dieser im größeren gilt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hochzeit-Fragen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeit-fragen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hochzeit-fragen/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist die Jungferschafft? Ein Quintgen Hudeley,&#10;Das zehnmahl schwerer ist, als sonst ein Centner Bley.&#10;Doch was ist eine Braut? Ein Ding, das gerne küst,&#10;Und weder eine Frau noch eine Jungfer ist.&#10;Was ist ein Bräutigam? Ein Mann und nicht ein Mann,&#10;Dieweil er sich noch nicht der Mannheit rühmen kan.&#10;Was mag das Jawort seyn? Es ist das erste Spiel,&#10;Wann man das Leder nun mit Ernst verkauffen will.&#10;Sagt, was Verlöbniß ist? Ein angestelltes Fest,&#10;Davor man in der Kirch am letzten bitten läst.&#10;Was ist das Auffgebot? Es ist ein später Fleiß,&#10;Darinn erzehlet wird, was sonst ein jeder weiß.&#10;Was ist das Hochzeit-Fest? Es ist ein warmes Bad,&#10;Darinnen Wirth und Gast was auszuschwietzen hat.&#10;Was mag die Trauung seyn? Die Zeit, da man verehrt,&#10;Was einem sonst mit Recht und Ehren zugehört.&#10;Was ist ein Junggesell? Ein Affe, der das Spiel,&#10;Dem Herren Bräutigam flugs abstudiren will.&#10;Was ist ein Jungfergen? Es ist ein Gläßgen Wein,&#10;Das niemand trincken darff, wann alle durstig seyn.&#10;Was ist die erste Nacht? Die Hochzeit in der That,&#10;Da manche mehr gehofft, als sie zu kosten hat.&#10;Was ist die ander Nacht? Ein süsser Ubertruß,&#10;Da man die alte Schuld von gestern zahlen muß.&#10;Was ist die dritte Nacht? Es ist die Rennebahn,&#10;Da man auffhören muß, wann mans am besten kan.&#10;Was ist die Jungefrau? Es ist ein loser Sack,&#10;Der in der Compagnie auch garstig reden mag.&#10;Was ist der Ehstand selbst? Es ist ein Vogel-Hauß,&#10;Die draussen wollen nein, die drinne wollen rauß.&#10;Was ist das erste Kind? ein Schmertz, wenns bald bekleibt.&#10;Ein Schimpf, wenns zeitlich kommt, ein Hohn, wenns aussen bleibt.&#10;Was ist das andre Kind? es ist ein guter Rath&#10;Vor Leute, welche man gern zu Gevattern hat.&#10;Was ist das dritte Kind? ein ungebetner Gast,&#10;Des Vatters Geld-verderb, der Mutter Uberlast.&#10;Was ist das vierdte Kind? es ist ein gutes Ziel,&#10;Nach diesen sage man, zuviel, zuviel, zuviel.&#10;Was ist das fünffte Kind? mit diesen heist es wol,&#10;Ich esse was mir schmeckt, und leide was ich sol.&#10;Was sind die Söhnigen? Ein Volck das nichts erwirbt,&#10;Und da des Beutels Krafft, als an der Schwindsucht, stirbt.&#10;Was sind die Töchtergen? die kosten wenig Geld,&#10;Biß alle Pestilentz auff ihre Hochzeit fällt.&#10;Was ist die beste Lust? Wann man nicht viel begehrt,&#10;Und wenn das Wenige fein gut und lange währt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Höhe des menschlichen Geistes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoehe-des-menschlichen-geistes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoehe-des-menschlichen-geistes/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin hat sich der Geist der Menschen nicht geschwungen?&#10;Die kleine Welt reicht hin, wie weit die große gränzt;&#10;Denn ist der spröde Leib gleich nur von Thon entsprungen,&#10;So sieht man doch, daß Gott aus diesen Schlacken glänzt,&#10;Daß etwas Himmlisches beseele das Gehirne,&#10;Der Ursprung sei von Gott, das Wesen vom Gestirne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne der Vernunft, das Auge des Gemüthes&#10;Macht uns zu Herrn der Welt, zu Meistern der Natur.&#10;Der Panther dämpft vor ihr das Schäumen des Geblütes;&#10;Sie nimmt der Schlang′ ihr Gift durch einen kräft′gen Schwur;&#10;Sie lehrt uns Drachen kirr′n und auf den Löwen reiten,&#10;Die Adler übereil′n, das Krokodil bestreiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hohes Wasser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hohes-wasser/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hohes-wasser/</guid><description>&lt;p&gt;Halloh, nun drücke sich, wer zagt!&#10;Austritt der Rheinstrom mit Gebrause,&#10;Schießt in die Gassen ungefragt,&#10;Und macht sich breit vor jedem Hause!&#10;Pocht an die Thüren, stürmt den Heerd -&#10;Da hilft kein Dämmen und kein Stauen!&#10;Er will dem Städtchen, das er nährt,&#10;Auch einmal in die Stuben schauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die braune Bergwand allerwärts&#10;Schickt ihm ihr dunkelgelb Gerinnsel;&#10;Komm, tritt ans Fenster, liebes Herz -&#10;Sie, unser Haus auch ward zur Insel!&#10;Doch gutes Muths! Ob hier und dort&#10;Die Flut auch auf die Treppen springe:&#10;Zu hoch am Fels doch liegt der Ort,&#10;Als daß es uns ans Leben ginge.!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Homo sapiens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/homo-sapiens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/homo-sapiens/</guid><description>&lt;p&gt;Welch ein Narr ist der Mensch! In allem muß er sich spiegeln!&#10;Selbst in Sonne und Mond hat er sein Antlitz entdeckt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hör, es klagt die Flöte wieder...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoer-es-klagt-die-floete-wieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoer-es-klagt-die-floete-wieder/</guid><description>&lt;p&gt;Hör, es klagt die Flöte wieder,&#10;Und die kühlen Brunnen rauschen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Golden wehn die Töne nieder,&#10;Stille, stille, laß uns lauschen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Holdes Bitten, mild Verlangen,&#10;Wie es süß zum Herzen spricht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die Nacht, die mich umfangen,&#10;Blickt zu mir der Töne Licht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Höre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoere/</guid><description>&lt;p&gt;Ich raube in den Nächten&#10;die Rosen deines Mundes,&#10;dass keine Weibin Trinken findet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die dich umarmt,&#10;stiehlt mir von meinen Schauern,&#10;die ich um deine Glieder malte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin dein Wegrand.&#10;Die dich streift,&#10;stürzt ab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühlst du mein Lebtum&#10;überall&#10;wie ferner Saum?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hörst du, wie die Brunnen rauschen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hoerst-du-wie-die-brunnen-rauschen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hoerst-du-wie-die-brunnen-rauschen/</guid><description>&lt;p&gt;Hörst du, wie die Brunnen rauschen?&#10;Hörst du, wie die Grille zirpt?&#10;Stille, stille, laß uns lauschen,&#10;Selig, wer in Träumen stirbt;&#10;Selig, wen die Wolken wiegen,&#10;Wem der Mond ein Schlaflied singt;&#10;O! wie selig kann der fliegen,&#10;Dem der Traum den Flügel schwingt,&#10;Daß an blauer Himmelsdecke&#10;Sterne er wie Blumen pflückt:&#10;Schlafe, träume, flieg, ich wecke&#10;Bald dich auf und bin beglückt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hund und Katze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hund-und-katze/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hund-und-katze/</guid><description>&lt;p&gt;Miezel, eine schlaue Katze,&#10;Molly, ein begabter Hund,&#10;Wohnhaft an demselben Platze,&#10;Haßten sich aus Herzensgrund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon der Ausdruck ihrer Mienen,&#10;Bei gesträubter Haarfrisur,&#10;Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen&#10;Ist von Liebe keine Spur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn Miezel in dem Baume,&#10;Wo sie meistens hin entwich,&#10;Friedlich dasitzt, wie im Traume,&#10;Dann ist Molly außer sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beide lebten in der Scheune,&#10;Die gefüllt mit frischem Heu.&#10;Alle beide hatten Kleine,&#10;Molly zwei und Miezel drei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Husarendurchmarsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/husarendurchmarsch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/husarendurchmarsch/</guid><description>&lt;p&gt;Es sprengen durch die Straßen&#10;Rothe Husaren in hellem Galopp;&#10;Sie wollen aus der Stadt hinaus&#10;Und finden nicht das Thor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie reiten in Winkelgäßlein,&#10;Sie reiten wieder hinaus:&#10;Sie reiten in Hof und Scheune&#10;Und kommen wieder heraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie reiten in ein Kloster,&#10;Sie reiten durch Thor und Thür,&#10;Sie reiten zu zwei und einzeln&#10;Und kommen wieder herfür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es reitet sogar ein Husar&#10;In ein ganz kleines Kämmerlein,&#10;In′s Herze meiner Liebsten &amp;ndash;&#10;Der kam nicht mehr herfür.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hussens Kerker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hussens-kerker/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hussens-kerker/</guid><description>&lt;p&gt;Es geht mit mir zu Ende,&#10;Mein Sach und Spruch ist schon&#10;Hoch über Menschenhände&#10;Gerückt vor Gottes Thron,&#10;Schon schwebt auf einer Wolke,&#10;Umringt von seinem Volke,&#10;Entgegen mir des Menschen Sohn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Kerker will ich preisen,&#10;Der Kerker, der ist gut!&#10;Das Fensterkreuz von Eisen&#10;Blickt auf die frische Flut,&#10;Und zwischen seinen Stäben&#10;Seh ich ein Segel schweben,&#10;Darob im Blau die Firne ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie nah die Flut ich fühle,&#10;Als läg ich drein versenkt,&#10;Mit wundersamer Kühle&#10;Wird mir der Leib getränkt -&#10;Auch seh ich eine Traube&#10;Mit einem roten Laube,&#10;Die tief herab ins Fenster hängt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hyazinthe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hyazinthe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hyazinthe/</guid><description>&lt;p&gt;Zwiesprache möcht ich mit dir pflegen,&#10;Du liebes frommes Wunderkind,&#10;Von deines Atems mildem Segen&#10;Fühl ich den Hauch so lieb und lind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ob der schöne Mund auch offen,&#10;Schließt doch die Lippe sich nicht zu;&#10;Ich kann auf keine Antwort hoffen,&#10;Ich müßt ein Kind sein so wie du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber warum die Blumen sind? Nicht allein um die Menschen zu ergötzen, wie sie dünkelhaft meinen.&#10;Um ihrer selbst nur und ihrer hohen Aufgabe willen sind, prunken und duften sie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hymne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hymne/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich des Morgens mich erhob,&#10;Maria! hörtest du mein Lob.&#10;Legte ich mich zum Schlummer hin.&#10;Pries ich dich, Himmelskönigin.&#10;Als noch die Stunde hell entflog,&#10;Den Himmel kein Gewölk umzog,&#10;Nahmst du, wie eine Mutter tut,&#10;Mein schwaches Herz in deine Hut.&#10;Nun, da die Tage freudlos fliehn,&#10;Mein Leben Stürme überziehn,&#10;Mach meine Zukunft wieder licht&#10;Durch Hoffnung und durch Zuversicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Hypnose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/hypnose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/hypnose/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Leib schmerzt, irgendwo in einem fremden Land,&#10;Ich fühle meinen Körper längst nicht mehr,&#10;Die Füße sind wie Blei so schwer,&#10;Die Brust ist hohl und ausgebrannt.&#10;Mir tut nichts weh und bin doch voller Schmerzen,&#10;Ich seh in deine Augen wie gebannt.&#10;Ich fall in Schlaf, es flammen Kerzen,&#10;Sie leuchten mir ins unbekannte Land.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann, was ich muß! o seltnes Geschick!&#10;Ich will, was ich muß - - o doppeltes Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz ist an Stärke dem Felsen gleich,&#10;Mein Herz ist, wie Blumen, sanft und weich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Wesen gleicht Glocken von strengem Metall:&#10;Schlag kräftig d′ran, gibt es auch kräftigen Schall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Geist stürmt auf eiligem Wolkenroß hin;&#10;Mein Geist spielt mit Kindern mit kindlichem Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß, was ich will! und weil ich es weiß,&#10;Drum bann′ ich′s zu mir in den magischen Kreis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich ... war ... einmal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-war-einmal/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-war-einmal/</guid><description>&lt;p&gt;Oft weiß ich ganz genau: Ich &amp;hellip; war &amp;hellip; einmal;&#10;Ich habe schon einmal all dies gesehn;&#10;Der Baum vor meinem Fenster rauschte mir&#10;Ganz so wie jetzt vor tausend Jahren schon;&#10;All dieser Schmerz, all diese Lust ist nur&#10;Ein Nochmals, Immerwieder, Spiegelung&#10;Durch Raum und Zeit. - Wie sonderbar das ist:&#10;Ein Fließen, Sinken, Untertauchen und&#10;Ein neu Empor im gleichen Strome: Ich&#10;Und immer wieder ich: Ich &amp;hellip; war &amp;hellip; einmal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin durch die Wüste gezogen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-durch-die-wueste-gezogen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-durch-die-wueste-gezogen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin durch die Wüste gezogen,&#10;Des Sandes glühende Wogen&#10;Verbrannten mir den Fuß,&#10;Es haben die Wolken gelogen,&#10;Es kam kein Regenguß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne trank mir im Zorne&#10;Das Wasser aus jeglichem Borne&#10;An dem die Reise geruht,&#10;Ich dürste, es leckten die Dorne&#10;Meiner brennenden Wunden Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich nahm den erschlagnen Kamelen&#10;Das Wasser und Blut aus den Kehlen&#10;Zu retten mein Weib und Kind,&#10;Die Schätze an Gold und Juwelen&#10;Begrub im Sande der Wind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin ein Pilger...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-ein-pilger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-ein-pilger/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt;&#10;der Feuer sieht und weiß nicht, wo es brennt;&#10;vor dem die Welt in fremde Sonnen rennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin ein Träumer, den ein Lichtschein narrt;&#10;der in dem Sonnenstrahl nach Golde scharrt;&#10;der das Erwachen flieht, auf das er harrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin ein Stern, der seinen Gott erhellt;&#10;der seinen Glanz in dunkle Seelen stellt;&#10;der einst in fahle Ewigkeiten fällt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin nur ein Tropfen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-nur-ein-tropfen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-nur-ein-tropfen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kam aus den Meeren, ich kam aus der Sonne, ich kam aus dem Wind,&#10;Die alle mir Urväter und Mütter sind;&#10;Aus fallenden Zeiten, aus ewiger Nacht ein lallendes Werde,&#10;Ein schillernder Tropfen, ein hilfloses Kind,&#10;Geworfen auf winzigen Fleck der Erde.&#10;Ein Häuflein Jahre des Lebens,&#10;Gefäß des Kummers und freudig flutenden Bebens,&#10;Ein kreisendes Stündlein vor ewiger Zeit.&#10;O halte, Weltanfang und -Ende mich immer in Demut bereit,&#10;Ich kam aus den Meeren, aus Sonne und Wind,&#10;Und bin nur ein Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-zu-hause-zwischen-tag-und-traum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-bin-zu-hause-zwischen-tag-und-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.&#10;Dort wo die Kinder schläfern, heiß vom Hetzen,&#10;dort wo die Alten sich zu Abend setzen,&#10;und Herde glühn und hellen ihren Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.&#10;Dort wo die Abendglocken klar verlangen&#10;und Mädchen, vom Verhallenden befangen,&#10;sich müde stützen auf den Brunnensaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und eine Linde ist mein Lieblingsbaum;&#10;und alle Sommer, welche in ihr schweigen,&#10;rühren sich wieder in den tausend Zweigen&#10;und wachen wieder zwischen Tag und Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich denke dein (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-denke-dein-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-denke-dein-2/</guid><description>&lt;p&gt;Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen&#10;Der Frühling malt;&#10;Und wenn des Sommers mild gereifter Seegen&#10;In Ähren strahlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend&#10;Gen Himmel hebt,&#10;Und vor der Wogen Wuth das Ufer stöhnend&#10;Zurücke bebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein denk′ ich, wenn der junge Tag sich golden&#10;Der See enthebt,&#10;An neugebornen zarten Blumendolden&#10;Der Frühthau schwebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich denke dein, wenn sich der Abend röthend&#10;Im Hain verliert,&#10;Und Philomelens Klage leise flötend&#10;Die Seele rührt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich forschte bleichen eifers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-forschte-bleichen-eifers/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-forschte-bleichen-eifers/</guid><description>&lt;p&gt;Ich forschte bleichen eifers nach dem horte&#10;Nach strofen drinnen tiefste kümmerniss&#10;Und dinge rollten dumpf und ungewiss -&#10;Da trat ein nackter engel durch die pforte:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entgegen trug er dem versenkten sinn&#10;Der reichsten blumen last und nicht geringer&#10;Als mandelblüten waren seine finger&#10;Und rosen rosen waren um sein kinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf seinem haupte keine krone ragte&#10;Und seine stimme fast der meinen glich:&#10;Das schöne leben sendet mich an dich&#10;Als boten: während er dies lächelnd sagte&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-fuerchte-mich-so-vor-der-menschen-wort/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-fuerchte-mich-so-vor-der-menschen-wort/</guid><description>&lt;p&gt;Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.&#10;Sie sprechen alles so deutlich aus:&#10;Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,&#10;und hier ist Beginn und das Ende ist dort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,&#10;Sie wissen alles, was wird und war;&#10;kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;&#10;ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.&#10;Die Dinge singen hör ich so gern.&#10;Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.&#10;Ihr bringt mir alle die Dinge um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich geh auf staub′ger Straße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-geh-auf-staubger-strasse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-geh-auf-staubger-strasse/</guid><description>&lt;p&gt;Ich geh auf staub′ger Straße&#10;Gelockt von Waldesgrün,&#10;Da seh′ ich durch die Zweige&#10;Die Abendsonne glühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es öffnet sich zur Seite&#10;Im duft′gen Wald ein Pfad,&#10;So grün, als ob ihn nimmer&#10;Des Menschen Fuß betrat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da flüstern grüne Halme&#10;Im Windeshauche lind,&#10;Da winken blaue Glocken,&#10;Die blühn, wo Schätze sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie hat der stille Anblick&#10;So seltsam mich gerührt -&#10;Ob das der Pfad wohl wäre,&#10;Der hin zum Glücke führt? -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-geh-dir-nach-wie-aus-der-dumpfen-zelle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-geh-dir-nach-wie-aus-der-dumpfen-zelle/</guid><description>&lt;p&gt;Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle&#10;ein Halbgeheilter schreitet: in der Helle&#10;mit hellen Händen winkt ihm der Jasmin.&#10;Ein Atemholen hebt ihn von der Schwelle, -&#10;er tastet vorwärts: Welle schlägt um Welle&#10;der großbewegte Frühling über ihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich geh dir nach in tiefem Dirvertrauen.&#10;Ich weiß deine Gestalt durch diese Auen&#10;vor meinen ausgestreckten Händen gehn.&#10;Ich geh dir nach, wie aus des Fiebers Grauen&#10;erschreckte Kinder gehn zu lichten Frauen,&#10;die sie besänftigen und Furcht verstehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich hab in heißer Sonnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-in-heisser-sonnen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hab-in-heisser-sonnen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab in heißer Sonnen&#10;Mein Denken all gesponnen&#10;Zu einem Mäntelein fein&#10;Ich habs in Angst gewebet&#10;Mein Schifflein hat geschwebet&#10;In steter Not und Pein&#10;Ich habs mit Tränen erweichet&#10;Und hab es still gebleichet&#10;In Mond und Sternenschein&#10;Ich trug es ohn Verweilen&#10;Gar viele, viele Meilen -&#10;Da war mein Tuch zu klein&#10;Ich wollt sie mit bedecken,&#10;Da zuckt an allen Ecken&#10;Heraus das Flammelein&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich hoff, du läßt mich nicht allein...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hoff-du-laesst-mich-nicht-allein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-hoff-du-laesst-mich-nicht-allein/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hoff, du läßt mich nicht allein,&#10;seit du nun bist mein höchster Gral,&#10;der alles Leid verdecket.&#10;Dein steter Diener ewiglich&#10;so will ich sein, du minniglich,&#10;kürlich für aller Frauen Zahl&#10;mit reichem Schatz bestecket.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich kann wohl manchmal singen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kann-wohl-manchmal-singen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-kann-wohl-manchmal-singen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich kann wohl manchmal singen,&#10;Als ob ich fröhlich sei,&#10;Doch heimlich Tränen dringen,&#10;Da wird das Herz mir frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es lassen Nachtigallen,&#10;Spielt draußen Frühlingsluft,&#10;Der Sehnsucht Lied erschallen&#10;Aus ihres Kerkers Gruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da lauschen alle Herzen,&#10;Und alles ist erfreut,&#10;Doch keiner fühlt die Schmerzen,&#10;Im Lied das tiefe Leid.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich lebe mein Leben...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-lebe-mein-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-lebe-mein-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,&#10;die sich über die Dinge ziehen.&#10;Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,&#10;aber versuchen will ich ihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,&#10;und ich kreise jahrtausendelang;&#10;und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm&#10;oder ein großer Gesang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe-dich-du-sanftestes-gesetz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe-dich-du-sanftestes-gesetz/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz,&#10;an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen;&#10;du großes Heimweh, das wir nicht bezwangen,&#10;du Wald, aus dem wir nie hinausgegangen,&#10;du Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen,&#10;du dunkles Netz,&#10;darin sich flüchtend die Gefühle fangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast dich so unendlich groß begonnen&#10;an jenem Tage, da du uns begannst, -&#10;und wir sind so gereift in deinen Sonnen,&#10;so breit geworden und so tief gepflanzt,&#10;daß du in Menschen, Engeln und Madonnen&#10;dich ruhend jetzt vollenden kannst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe-dich-weil-ich-dich-lieben-muss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe-dich-weil-ich-dich-lieben-muss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß;&#10;Ich liebe dich, weil ich nichts anders kann;&#10;Ich liebe dich nach einem Himmelschluß;&#10;Ich liebe dich durch einen Zauberbann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dich lieb′ ich, wie die Rose ihren Strauch;&#10;Dich lieb′ ich, wie die Sonne ihren Schein;&#10;Dich lieb′ ich, weil du bist mein Lebenshauch;&#10;Dich lieb′ ich, weil dich lieben ist mein Sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich liebe...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Die Landschaft, so das Auge stillt&#10;Und weher Seele Ruhe quillt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menschen, die, in sich gefaßt,&#10;Wie Inseln sind in Lebenshast;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Geist aus Stirnen, braungeglüht,&#10;Der klar, wie Quell vom Felsen sprüht;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich selbst, wenn ich, gefaßt im Sinn,&#10;Gestillt und klar, ich selber bin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich möchte Gott sein...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-gott-sein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-gott-sein/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte Gott sein und Gebete hören&#10;und meine Schutz versagen können&#10;und Menschenherzen zunichte brennen&#10;und Seelenopfer begehren.&#10;Und möchte Erde, Welt und All vernichten&#10;und Trümmerhaufen über Trümmer schichten.&#10;Dann müßte ein Neues entstehn -&#10;und das ließ ich wieder vergehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich möchte hingehn wie das Abendrot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-hingehn-wie-das-abendrot/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-hingehn-wie-das-abendrot/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte hingehn wie das Abendrot&#10;Und wie der Tag mit seinen letzten Gluten -&#10;O leichter, sanfter, ungefühlter Tod -&#10;Mich in den Schoß des Ewigen verbluten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte hingehn wie der heitre Stern&#10;Im vollsten Glanz, in ungeschwächtem Blinken,&#10;So still und schmerzlos möchte gern&#10;Ich in des Himmels blaue Tiefe sinken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte hingehn wie der Blume Duft,&#10;Die freudig sich dem schönen Kelch entringet,&#10;Und auf dem Fittig blütenschwangrer Luft&#10;Als Weihrauch auf des Herrn Altar sich schwinget.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich möchte hundert Arme breiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-hundert-arme-breiten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-moechte-hundert-arme-breiten/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte in dir hochwellen,&#10;Grüner Baum!&#10;Ich möchte treibfroh in deinen Markzellen&#10;Aufschwellen&#10;Bis in den Wipfeltraum&#10;Lichtoben –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte in die Lichtweiten&#10;Hundert Arme breiten&#10;Wie Zweige –&#10;Armzweige mit Blätterfingern&#10;Und dann fühlen wie Mittagsgluten,&#10;Wie Lichtfluten&#10;Durch sie schlingern –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich möchte aus deinem Wirbelkopf,&#10;Lebensbaum,&#10;Aus dem Laubtraum&#10;Wie Lichtgetropf,&#10;Wie Windsingen&#10;Mich aufschwingen&#10;In den Weltraum!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich sah Dich weinen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sah-dich-weinen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sah-dich-weinen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah dich weinen,- hell und schwer&#10;Die Trän&lt;code&gt; im tiefsten Blau; Da däuchte mir, daß Auge wär&lt;/code&gt;&#10;Ein Veilchen, feucht von Tau.&#10;Ich sah dich lächeln,- bleich und fahl&#10;Erschien des Saphiers Glühn,&#10;Besiegt von dem lebend`gem Strahl.&#10;Den deine Blicke sprühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie das Gewölk den goldnen Saum&#10;Von jener Sonn` empfängt,&#10;Den selbst der Abendschatten kaum&#10;Vom Himmelszelt verdrängt,&#10;So strahlt dein Lächeln all sein Glück&#10;Ins finstere Gemüt&#10;Und läßt den Sonnenschein zurück,&#10;Der hell das Herz durchglüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich sehe dich in tausend Bildern</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sehe-dich-in-tausend-bildern/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-sehe-dich-in-tausend-bildern/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sehe dich in tausend Bildern,&#10;Maria, lieblich ausgedrückt,&#10;Doch keins von allen kann dich schildern,&#10;Wie meine Seele dich erblickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel&#10;Seitdem mir wie ein Traum verweht,&#10;Und ein unnennbar süßer Himmel&#10;Mir ewig im Gemüte steht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich spür ain tier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-spuer-ain-tier/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-spuer-ain-tier/</guid><description>&lt;p&gt;Ich spür ain tier&#10;mit füssen brait, gar scharpf sind im die horen;&#10;das wil mich tretten in die erd&#10;und stösslichen durch boren.&#10;den slund so hat es gen mir kert,&#10;als ob ich im für hunger sei beschert,&#10;Und nahet schier&#10;dem herzen mein in befündlichem getöte;&#10;dem tier ich nicht geweichen mag.&#10;owe der grossen nöte,&#10;seid all mein jar zu ainem tag&#10;geschübert sein, die ich ie hab verzert.&#10;Ich bin erfordert an den tanz,&#10;do mir geweiset würt&#10;all meiner sünd ain grosser kranz,&#10;der rechnung mir gebürt.&#10;doch wil es got, der ainig man,&#10;so wirt mir pald ain strich da durch getan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich weiß eine große Geschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-eine-grosse-geschichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-weiss-eine-grosse-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß eine große Geschichte,&#10;Die Meisten fühlen sie nur:&#10;Das Leben ist ein Gedichte,&#10;- Und oft eine schwere Kur. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verschieden sind ja Gedichte,&#10;Das eine rosig und licht,&#10;Das andere hat Bleigewichte,&#10;Und macht ein bittres Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich will!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-will/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-will/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will! Das Wort ist mächtig&#10;Spricht´s einer ernst und still&#10;Die Sterne reißt vom Himmel&#10;Das eine Wort: Ich will!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ich wüßte nicht warum?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wuesste-nicht-warum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ich-wuesste-nicht-warum/</guid><description>&lt;p&gt;Den griechischen Gesang nachahmen?&#10;Was er auch immer mir gefällt,&#10;Nachahmen nicht. Die Griechen kamen&#10;Auch nur mit einer Nase zur Welt.&#10;Was kümmert mich ihre Kultur?&#10;Ich lasse sie halter dabei,&#10;Und trotze auf Mutter Natur;&#10;Ihr roher abgebrochner Schrei&#10;Trifft tiefer als die feinste Melodei,&#10;Und fehlt nie seinen Mann;&#10;Videatur Vetter Ossian&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ideale Landschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ideale-landschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ideale-landschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Du hattest einen Glanz auf deiner Stirn,&#10;und eine hohe Abendklarheit war,&#10;und sahst nur immer weg von mir,&#10;ins Licht, ins Licht -&#10;und fern verscholl das Echo meines Aufschreis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ideale Wahrheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ideale-wahrheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ideale-wahrheit/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern entschlief ich im Wald, da sah ich im Traume das kleine&#10;Mädchen, mit dem ich als Kind immer am liebsten verkehrt.&#10;Und sie zeigte mir hoch im Gipfel der Eiche den Kuckuck,&#10;Wie ihn die Kindheit denkt, prächtig gefiedert und groß.&#10;&amp;ldquo;Drum! dies ist der wahrhaftige Kuckuck!&amp;rdquo; – rief ich – &amp;ldquo;Wer sagte&#10;Mir doch neulich, er sei klein nur, unscheinbar und grau?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-freunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-freunde/</guid><description>&lt;dl&gt;&#10;&lt;dt&gt;Ihr Freunde, hänget, wann ich gestorben bin,&lt;/dt&gt;&#10;&lt;dt&gt;Die kleine Harfe hinter dem Altar auf,&lt;/dt&gt;&#10;&lt;dd&gt;: :Wo an der Wand die Totenkränze&lt;/dd&gt;&#10;&lt;dd&gt;: : : : : Manches verstorbenen Mädchens schimmern.&lt;/dd&gt;&#10;&lt;dt&gt;Der Küster zeigt dann freundlich dem Reisenden&lt;/dt&gt;&#10;&lt;dt&gt;Die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band,&lt;/dt&gt;&#10;&lt;dd&gt;: : Das, in der Harfe festgeschlungen,&lt;/dd&gt;&#10;&lt;dd&gt;: : : : : Unter den goldenen Saiten flattert.&lt;/dd&gt;&#10;&lt;/dl&gt;</description></item><item><title>Ihr Grab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-grab/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-grab/</guid><description>&lt;p&gt;Es blüht ein Grab in treuer Hut,&#10;Das beste Herz darinnen ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu oberst blühen Rosen rot-&#10;Dein Mund so manchen Kuß mir bot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weiter ab die Lilie blüht-&#10;Dein Herz hat rein für mich geglüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu Füßen liegt ein grüner Kranz-&#10;Ich schwang dich oft im Maientanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Leute gehen dran vorbei,&#10;Mir aber bricht das Herz entzwei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr heil´gen grauen Reihen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-heil-gen-grauen-reihen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-heil-gen-grauen-reihen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr heil´gen gruaen Reihen&#10;Geht unter Wolken des Ruhms&#10;Und tragt die blut´gen Weihen&#10;des heimlichen Königstums.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ihr Hertzsehnlicher Wundsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-hertzsehnlicher-wundsch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ihr-hertzsehnlicher-wundsch/</guid><description>&lt;p&gt;O laß mich doch / mein Gott / von deiner Liebe wegen /&#10;die Liebe dieser Welt auß meinem Herzen legen /&#10;Laß deinen Freuden=Geist mich trösten für und für /&#10;und wenn mich alles läst / so bleib nuhr du bey mir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>III. Het ich tugende niht sô vil</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/iii-het-ich-tugende-niht-sa-vil/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/iii-het-ich-tugende-niht-sa-vil/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Het ich tugende niht sô vil von ir vernomen&#10;und ir schoene niht sô vil gesehen,&#10;wie waere sî mir danne alsô ze herzen komen?&#10;ich muoz iemer dem gelîche spehen,&#10;Als der mâne tuot, der sînen schîn&#10;von des sunnen schîn enpfât,&#10;als kumt mir dicke&#10;ir wol liehten ougen blicke&#10;in daz herze mîn, dâ si vor mir gât.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gênt ir wol liehten ougen in daz herze mîn,&#10;sô kumt mir diu nôt, daz ich muoz klagen.&#10;solde aber ieman an im selben schuldic sîn,&#10;sô het ich mich selben selbe erslagen,&#10;Dô ichs in mîn herze nam&#10;und ich sî vil gerne sach&#10;- noch gerner danne ich solde -,&#10;und ich des niht mîden wolde,&#10;in hôhte ir lop, swâ manz vor mir sprach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ikaros</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ikaros/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ikaros/</guid><description>&lt;p&gt;Daidalos hub sich auf wächsernem Fittich,&#10;Ikaros weinete: Vater, dich bitt′ ich,&#10;Lehre mich fliegen! Doch Daidalos sprach:&#10;Hättest du Flügel, so flögst du mir nach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber dem Ikaros braust es und pocht es&#10;Tief in dem Herzen, und saust es und kocht es&#10;Hoch in dem Köpfchen: Du bildetest dir&#10;Flügel, so bilde doch Flügel auch mir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun denn, mein Bübchen, sollst Flügelein haben,&#10;Sagte der Vater zum wimmernden Knaben,&#10;Schritt zu der künstlichen Arbeit, und stracks&#10;Knetete Daidalos Flügel aus Wachs.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ilias</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ilias/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ilias/</guid><description>&lt;p&gt;Immer zerreißet den Kranz des Homer, und zählet die Väter&#10;Des vollendeten ewigen Werks!&#10;Hat es doch eine Mutter nur und die Züge der Mutter,&#10;Deine unsterblichen Züge, Natur!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Alter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-alter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-alter/</guid><description>&lt;p&gt;Wie wird nun alles so stille wieder!&#10;So war mirs oft in der Kinderzeit,&#10;Die Bäche gehen rauschend nieder&#10;Durch die dämmernde Einsamkeit,&#10;Kaum noch hört man einen Hirten singen,&#10;Aus allen Dörfern, Schluchten, weit&#10;Die Abendglocken herüberklingen,&#10;Versunken nun mit Lust und Leid&#10;Die Täler, die noch einmal blitzen,&#10;Nur hinter dem stillen Walde weit&#10;Noch Abendröte an den Bergesspitzen,&#10;Wie Morgenrot der Ewigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Bade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-bade/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-bade/</guid><description>&lt;p&gt;Ach, könnt’ ich die Welle sein,&#10;Wie freut’ ich mich so!&#10;Doch könnt’ ich die Quelle sein,&#10;Wär’ doppelt ich froh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnt’ ich die Welle sein,&#10;Hüpft’ ich mit frohem Sinn,&#10;Wo sie im Bade weilt,&#10;Rasch zur Geliebten hin;&#10;Hätte sie schnell ereilt,&#10;Wogte mit stillem Gruß&#10;Rasch um den lieben Fuß,&#10;Blähte mich stolzer dann,&#10;Schwölle und stieg’ hinan&#10;Bis an des Busens Rund,&#10;Bis an den Purpurmund,&#10;Grüßte und küßte sie,&#10;Kos’te und neckte sie,&#10;Und sie erlitt es gern,&#10;Glaubt’ ja, ich seh’ es nicht,&#10;Glaubt’ mich ja fern!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Batisterio zu Florenz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-batisterio-zu-florenz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-batisterio-zu-florenz/</guid><description>&lt;p&gt;Die ihr nach des Meisters Worten&#10;Himmelspforten werth zu sein,&#10;Kunstgeformte, ehrne Pforten,&#10;Laßt den deutschen Wandrer ein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Düstre, dunkle Taufkapelle,&#10;Deiner heil’gen Nacht entfleußt&#10;Manch ein Strahl der Himmelshelle,&#10;Senkend sich in meinen Geist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor mir steht ein greiser Priester,&#10;Segen betend für ein Kind,&#10;Und des heil’gen Bornes gießt er&#10;Auf des Täuflings Stirne lind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Hände möcht’ ich legen&#10;Auf das Kind, ich fremder Mann,&#10;Während längst mein voller Segen&#10;Lind und leis sein Haupt umrann;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Café</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-cafe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-cafe/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nacht ist langsam vorgeschritten.&#10;Ein Gast klebt noch an einem Tisch.&#10;Nun ist er in Absinth geglitten,&#10;und schwimmt darin umher, ein Fisch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bestaunend die Metamorphose&#10;brech ich mir den Verstand entzwei.&#10;In meiner Kehle hängt sehr lose&#10;ein gellender Entsetzensschrei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Dorfe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-dorfe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-dorfe/</guid><description>&lt;p&gt;Es bellen die Hunde, es rascheln die Ketten;&#10;Es schlafen die Menschen in ihren Betten,&#10;Träumen sich manches, was sie nicht haben,&#10;Tun sich im Guten und Argen erlaben;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und morgen früh ist alles zerflossen.&#10;Je nun, sie haben ihr Teil genossen&#10;Und hoffen, was sie noch übrig ließen,&#10;Doch wieder zu finden auf ihren Kissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bellt mich nur fort, ihr wachen Hunde,&#10;Laßt mich nicht ruh′n in der Schlummerstunde!&#10;Ich bin zu Ende mit allen Träumen.&#10;Was will ich unter den Schläfern säumen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Feuer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-feuer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-feuer/</guid><description>&lt;p&gt;Tode schlurren&#10;Sterben rattert&#10;Einsam&#10;Mauert&#10;Welttiefhohe&#10;Einsamkeiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Freien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-freien/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-freien/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, Mädchen, mit mir Hand in Hand&#10;Dahin zum schatt′gen Blumenstrand,&#10;Dort weht so linde Frühlingsluft&#10;Und hauchet süßen Balsamduft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es murmelt traut der nahe Quell,&#10;Es drückt sich liebend Well′ an Well′,&#10;Am Strand ein junges Blümchen keimt,&#10;An welches mild das Bächlein schäumt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort girren Täubchen sonder Rast&#10;Auf schattig kühnem Eichenast,&#10;Es scheint, als ob sie wechselweis&#10;Sich stritten um der Liebe Preis.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh! wie sich alles freudig regt,&#10;Doch wenn die Scheidestund′ uns schlägt,&#10;Ist alles traurig, still, und ach! -&#10;Es schweigen Tauben, Luft und Bach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-garten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-garten/</guid><description>&lt;p&gt;Die hohen Himbeerwände&#10;Trennten dich und mich,&#10;Doch im Laubwerk unsre Hände&#10;Fanden von selber sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Hecke konnt` es nicht wehren,&#10;Wie hoch sie immer stund.&#10;Ich reichte dir die Beeren&#10;Und du reichtest mir deinen Mund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, schrittest du durch den Garten&#10;Noch einmal im raschen Gang,&#10;Wie gerne wollt` ich warten,&#10;Warten stundenlang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Herbste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-herbste/</guid><description>&lt;p&gt;Kalte Luft durchzieht die Bäume,&#10;Welke Blätter wehn herab,&#10;Und des Lenzes Blütenträume&#10;Fanden früh ihr stilles Grab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nebel lagern feucht im Thale,&#10;Scheues Wild rauscht durch den Wald,&#10;Und der Tag, mit kühlem Strale,&#10;Schließt sein mattes Auge bald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! — und du auch bist so traurig! —&#10;Wol ist Alles blütenarm,&#10;Wol ist Alles kalt und schaurig —&#10;Doch das Herz ist liebewarm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laß ihn glühn den Brand der Liebe,&#10;Daß sie flammend uns bekränz,&#10;Und wir blühn, wenn Alles trübe,&#10;Auf in grünem Liebeslenz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Jahre 19000</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-jahre-19000/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-jahre-19000/</guid><description>&lt;p&gt;Die Ameisen oder Emsen&#10;sind so weit jetzt, daß sie Gemsen&#10;sich als Sklaven halten (aus&#10;Gründen ihres Körperbaus).&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sie selber sehr viel kleiner,&#10;so bedienen sie sich einer&#10;Gemse oder zweier Gemsen&#10;zu Gebirgspartien, die Emsen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist sodann ein Adlernest&#10;abgesucht bis auf den Rest,&#10;gehn sie endlich, zog der Weih&#10;schon den Ameisbären bei,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;wieder ihm aus Horst und Rock -&#10;und besteigen ihren Bock,&#10;der sie, wie ein Stein, der springt,&#10;heim zu ihrem Hügel bringt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Junius 1783</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-junius-1783/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-junius-1783/</guid><description>&lt;p&gt;Vergebens steigt der Tag in lichten Farben&#10;Vergebens hüllt in Schimmer sich die Nacht&#10;Mein Herz bleibt kalt, seitdem die Wünsche starben&#10;Die schön dich mir, du Tag und Nacht! gemacht&#10;Obs Winter ist, ob Veilchen um mich blühen&#10;Ob Rabe krächzt, ob Lerche um mich schwirrt&#10;Obs Mondennacht, ob Donnerwolken ziehen&#10;Ist der gleichviel, die ohne Wünsche irrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im kurzen Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-kurzen-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-kurzen-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Im kurzen Abend. Voll Wind ist die Stunde,&#10;Und die Röte so tief und so winterlich klein.&#10;Unsere Hand, die sich zagend gefunden,&#10;Bald wird sie frieren und einsam sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Sterne sind hoch in verblassenden Weiten&#10;Wenige erst, auseinander gerückt.&#10;Unsere Pfade sind dunkel, und Weiden breiten&#10;Ihre Schatten darauf, in Trauer gebückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schilf rauschet uns. Und die Irrwische scheinen,&#10;Die wir ein dunkeles Schicksal erlost.&#10;Behüte dein Herz, dann wird es nicht weinen&#10;Unter dem fallenden Jahr ohne Trost.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Lauf des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-lauf-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-lauf-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Oft muss ich denken: Wie mein Haar ergraut!&#10;Sind denn noch immer blühend meine Wangen?&#10;Wie wenn ein Wanderer nach rückwärts schaut&#10;Und zu sich spricht: Wie bin ich weit gegangen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann drängt inbrünstiger noch mein Gefühl&#10;Sich zu dem Heute, das noch nicht entschwebte,&#10;Und der Vergangenheit enttaucht so kühl,&#10;Was ehedem so schmerzlich ich durchlebte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So kommt ein Freund, den du verlorst, vielleicht&#10;Von ungefähr dir übern Weg nach Jahren,&#10;Und während fragend man die Hand sich reicht,&#10;Schweigt man von allem doch, was man erfahren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im lieben Deutschland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-lieben-deutschland/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-lieben-deutschland/</guid><description>&lt;p&gt;Im lieben Deutschland daheime,&#10;da wachsen viele Lebensbäume;&#10;doch lockt die Kirsche noch so sehr,&#10;die Vogelscheuche schreckt noch mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir lassen uns wie Spatzen&#10;einschüchtern von Teufelsfratzen;&#10;wie auch die Kirsche lacht und blüht,&#10;wir singen ein Entsagungslied:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kirschen sind von außen rot,&#10;doch drinnen steck als Kern der Tod;&#10;nur droben, wo die Sterne,&#10;gibt′s Kirschen ohne Kerne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist,&#10;die unsere Seele lobt und preist -&#10;nach diesen sehnet ewiglich&#10;die arme deutsche Seele sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Meer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-meer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-meer/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel hängt wie Blei so schwer&#10;Dicht auf dem wildempörten Meer;&#10;Ein englisch Segel, fast die Quer,&#10;Schiesst wie ein Pfeil darüber her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Messer, so das Meer sich schliff,&#10;Da starrt ein scharfes Felsenriff&#10;Und schlitzt das Engelländerschiff;&#10;Das Meer tut einen guten Griff.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viel tausend Bibeln sind die Fracht,&#10;Die sinken in die Wassernacht;&#10;Schon hat in blanker Schuppentracht&#10;Das Seevolk sich herbeigemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wimmelt es von Lurch und Fisch,&#10;Sie sitzen am Korallentisch,&#10;Her schiesst der Leviathan risch:&#10;Was ist das für ein Flederwisch ?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Osten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-osten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-osten/</guid><description>&lt;p&gt;Den wilden Orgeln des Wintersturms&#10;Gleicht des Volkes finstrer Zorn,&#10;Die purpurne Woge der Schlacht,&#10;Entlaubter Sterne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit zerbrochnen Brauen, silbernen Armen&#10;Winkt sterbenden Soldaten die Nacht.&#10;Im Schatten der herbstlichen Esche.&#10;Seufzen die Geister der Erschlagenen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dornige Wildnis umgurtet die Stadt.&#10;Von blutenden Stufen jagt der Mond&#10;Die erschrockenen Frauen.&#10;Wilde Wölfe brachen durchs Tor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Park</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-park/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-park/</guid><description>&lt;p&gt;Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum&#10;still und verklärt wie ein Traum.&#10;Das war des Nachts elf Uhr zwei,&#10;Und dann kam ich um vier&#10;morgens wieder vorbei,&#10;Und da träumte noch immer das Tier.&#10;Nun schlich ich mich leise ich atmete kaum&#10;Gegen den Wind an den Baum,&#10;Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stipps.&#10;Und da war es aus Gips.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Reich der Interpunktionen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-reich-der-interpunktionen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-reich-der-interpunktionen/</guid><description>&lt;p&gt;Im Reich der Interpunktionen&#10;nicht fürder goldner Friede prunkt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Semikolons werden Drohnen&#10;genannt von Beistrich und von Punkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es bildet sich zur selben Stund&#10;ein Antisemikolonbund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die einzigen, die stumm entweichen&#10;(wie immer), sind die Fragezeichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Semikolons, die sehr jammern,&#10;umstellt man mit geschwungnen Klammern&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und setzt die so gefangnen Wesen&#10;noch obendrein in Parenthesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Minuszeichen naht, und - schwapp!&#10;da zieht es sie vom Leben ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im römischen Karneval</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-roemischen-karneval/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-roemischen-karneval/</guid><description>&lt;p&gt;Einst bin ich unterm Maienbaum gelegen,&#10;Und, wie ich lag, hat sich ein Wind erhoben!&#10;Wie sind die Blüten da um mich gestoben!&#10;Wie unermeßlich schien des Frühlings Segen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt, deucht mir, seh′ ich einen gleichen Regen,&#10;Doch von Gestalten, Licht und Glut gewoben!&#10;Als hätten sich die goldnen Sterne droben&#10;Geschüttelt, welche alles Höchste pflegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom stillen Reizenden zum Blendend-Schönen,&#10;Es fehlt kein Glied der holden Formenkette,&#10;Und meinen Augen scheint sie nicht zu enden,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im schmerzlichsten Gefühle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-schmerzlichsten-gefuehle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-schmerzlichsten-gefuehle/</guid><description>&lt;p&gt;Im schmerzlichsten Gefühle&#10;Schwankt in mir Sinn und Denken,&#10;Und spottet aller Kühle,&#10;Die sich, wie es auch blutet,&#10;Dies Herz hat zugemuthet.&#10;Wohin soll es sich lenken?&#10;Wo ist der Wahrheit Helle,&#10;Die jene Zauberstelle,&#10;Der Freud′ und Weh′ entstammt,&#10;Ihm zeigt in ganzer Klarheit,&#10;Ob Trug dort, oder Wahrheit&#10;Verderbend oder segnend flammt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So bricht des Zweifels Schwüle&#10;Der Seele ganze Kraft,&#10;Die zum Vertrau′n geboren;&#10;Im schmerzlichsten Gewühle&#10;Fühlt sie sich selbst entrafft&#10;Und wie zum Tod erkoren! -&#10;So schwankte Phaëthon′s Wagen&#10;Auf seiner irren Bahn:&#10;Bald stürmt′ er ohne Zagen,&#10;Vertrauend himmelan,&#10;Bald reißet ihn zurücke&#10;Der Erde kalter Neid,&#10;Sie hat in ihrer Tücke&#10;Für ihn den Tod bereit;&#10;In namenlosem Schmerze&#10;Ruft er herbei ihn laut -&#10;O, Herz, mein armes Herze!&#10;Hast du dein eigen Bild geschaut?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Schnee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-schnee/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-schnee/</guid><description>&lt;p&gt;Wie naht das finster türmende&#10;Gewölk so schwarz und schwer!&#10;Wie jagt der Wind, der stürmende,&#10;Das Schneegestöber her!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verschwunden ist die blühende&#10;Und grüne Weltgestalt;&#10;Es eilt der Fuß, der fliehende,&#10;Im Schneefeld naß und kalt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl dem, der nun zufrieden ist&#10;Und innerlich sich kennt!&#10;Dem warm ein Herz beschieden ist,&#10;Das heimlich loht und brennt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo, traulich sich dran schmiegend, es&#10;Die wache Seele schürt,&#10;Ein perlend, nie versiegendes&#10;Gedankenbrauwerk rührt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im unglücklichen tone dessen von...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-ungluecklichen-tone-dessen-von/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-ungluecklichen-tone-dessen-von/</guid><description>&lt;p&gt;Löset von diesem brief sanft den knoten&#10;Empfanget ohne groll meinen boten&#10;Denket er käme von einem toten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich zuerst euch traf habt ihr gesprochen:&#10;&amp;ldquo;Dort haust ein wurm der jeden feind verachtet&amp;rdquo;&#10;Zu seinen klüften bin ich flugs gesprengt&#10;Nach heissem ringen hab ich ihn erstochen&#10;Doch seitdem blieb mein haar versengt–&#10;Worob ihr lachtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich hätte gern den turban des korsaren&amp;rdquo;&#10;So scherztet ihr – ich folgte blind&#10;Und bin aufs meer in lärm und streit gefahren&#10;Mit meinem linken arme musst ich′s büssen&#10;Den turban legt ich euch zu füssen&#10;Ihr schenktet ihn als spielzeug einem kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Volkston</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-volkston/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-volkston/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ich dich kaum gesehn,&#10;Mußt es mein Herz gestehn,&#10;Ich könnt dir nimmermehr&#10;Vorübergehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fällt nun der Sternenschein&#10;Nachts in mein Kämmerlien,&#10;Lieg ich und schlafe nicht&#10;Und denke dein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist doch die Seele mein&#10;So ganz geworden dein,&#10;Zittert in deiner Hand,&#10;Tu ihr kein Leid!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Brief soll ich schreiben&#10;Meinem Schatz in der Fern′;&#10;Sie hat mich gebeten,&#10;Sie hätt′s gar zu gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da lauf ich zum Krämer,&#10;Kauf Tint′ und Papier&#10;Und schneid mir ein′ Feder,&#10;Und sitz nun dahier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Vorüberfluge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-vorueberfluge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-vorueberfluge/</guid><description>&lt;p&gt;Mit metallhartem Rotgelb&#10;Hat sich des Himmels&#10;Westliche Wölbung beflammt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Auge starrt staunend&#10;In die leuchtende Blende,&#10;Die wachsend fortglüht,&#10;Als sei nimmer ihr Ende&#10;Die lichtlose Nacht . .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da streift die brennende&#10;Lichtwand ein Fittig –&#10;Der nachtschwarze Fittig&#10;Eines Dämmerungsvogels . . .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine kleine Spanne&#10;Und die Weite verschlang ihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also trägt auch der Mensch&#10;Mit schwankem Fittig&#10;Sein zwielichtbefangenes Sein&#10;Vorüber an der stetig leuchtenden&#10;Kristallwand der Ewigkeit . . .&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im wallenden Aether</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-wallenden-aether/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-wallenden-aether/</guid><description>&lt;p&gt;Umfließt mich Duftwogen&#10;Des wallenden Aethers,&#10;Gießt göttlichen Odem&amp;rsquo;s&#10;Anhauch und Leben&#10;In&amp;rsquo;s innerste Mark mir!&#10;Durchschau&amp;rsquo;rt jeden Nerv&#10;Mit sonntrunkener Andacht!&#10;Laßt hinab mich tauchen&#10;In himmlische Lichtsphär&amp;rsquo;!&#10;Umarme mich brünstig&#10;Du seliges Schweigen&#10;Unendlicher Liebe! &amp;hellip;&#10;Hinstirbt die Sehnsucht,&#10;Die ewige Sehnsucht&#10;Der erdkranken Seele.&#10;Gesprengt sind die Bande&#10;Der sterblichen Hülle,&#10;Ertödtet die wilden&#10;Dämonen des Fleisches.&#10;Dann werd&amp;rsquo; ich dich schauen,&#10;Ganz schauen und fühlen,&#10;Erlöser und Allgott,&#10;Mit Sonnen und Sternen&#10;Im Schooße dir liegen&#10;Und träumen, was du träumst.&#10;Dann stillst du die brennenden&#10;Schmerzen des Müden,&#10;Dann stillst du den Durst,&#10;Den unersättlichen Durst&#10;Nach ewiger Tröstung,&#10;Dann labt mich dein Auge,&#10;Dein lichtspendend Auge,&#10;Du Urquell der Gnade,&#10;Dann zerfließ&amp;rsquo; ich im Weihkuß&#10;Deiner Seelenumarmung,&#10;Du allmächtige Selbstkraft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Weinberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-weinberg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-weinberg/</guid><description>&lt;p&gt;Die du grünst um meine Klause,&#10;Junge hoffnungsvolle Rebe!&#10;Da ich in der Jungend brause,&#10;Selbst noch in der Hoffnung lebe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist es stets mein fester Glaube,&#10;Dass wir beiden liebevollen,&#10;Ich und deine zarte Traube,&#10;Blutsverwandte werden sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darum lass&amp;rsquo; uns an der Flamme&#10;Dieses Sommers wachsen, glühen,&#10;Wie Milchbrüder aus der Amme&#10;Ein verbundnes Leben ziehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit durchglühten Lebenssäften&#10;Reifen wir zum Herbst allmählig,&#10;Im Gefühl von hohen Kräften&#10;Schmerzensvoll und tränenselig.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Winter ist man tot</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-winter-ist-man-tot/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-winter-ist-man-tot/</guid><description>&lt;p&gt;Im Winter ist man tot, im Frühling steht man auf,&#10;Im Sommer und im Herbst verbringt man seinen Lauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Im Zeichen des Todes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/im-zeichen-des-todes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/im-zeichen-des-todes/</guid><description>&lt;p&gt;Noch war die Jugend mein, die schöne, ganze,&#10;Ein Morgen nur, ein Gestern gab es nicht;&#10;Da sah der Tod im hellsten Sonnenglanze,&#10;Mein Haar berührend, mir ins Angesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Welt erlosch, der Himmel brannte trübe;&#10;Ich sprang empor entsetzt und ungestüm.&#10;Doch er verschwand; die Ewigkeit der Liebe&#10;Lag vor mir noch und trennte mich von ihm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und heute nun - im sonnigen Gemache&#10;Zur Rechten und zur Linken schlief mein Kind;&#10;Des zarten Atems lauschend, hielt ich Wache,&#10;Und an den Fenstern ging der Sommerwind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Immensee</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/immensee/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/immensee/</guid><description>&lt;p&gt;Aus diesen Blättern steigt der Duft des Veilchens,&#10;Das dort zu Haus auf unsern Heiden stand,&#10;Jahraus und -ein, von welchem keiner wußte,&#10;Und das ich später nirgends wiederfand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Immer schwerer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-schwerer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-schwerer/</guid><description>&lt;p&gt;Betrogen hat mich mein Lehrer,&#10;Der mir brachte die Lehre bei,&#10;Daß der Anfang das Schwere sei;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebeskunst wird immer schwerer:&#10;Wie ein Taucher das Meer, je weiter vom Land,&#10;Je tiefer es fand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Immer Sie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-sie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-sie/</guid><description>&lt;p&gt;Warest du nicht die Armide,&#10;Die den wackern Reinhold zwang?&#10;Tönte dir nicht der Ovide,&#10;Nicht der Gleime Liebessang?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Legtest du in Rosenbande&#10;Nicht des Zephyrs Wankelmut?&#10;Stiegst du nicht an Cyprus Strande&#10;Wonnenschauernd aus der Flut?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein auch dir bekannter Kleiner,&#10;Schön wie du und wohl gelaunt,&#10;Hat mir längst ins Ohr geraunt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo gesprochen wird von Einer&#10;Die, was treflich ist, vereint,&#10;Wird Helena stets gemeint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Immer wieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-wieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/immer-wieder/</guid><description>&lt;p&gt;Ehe wir uns trennen konnten,&#10;oh, wie hielt mich dein Gesicht,&#10;sahen wir noch Einmal, dicht,&#10;dicht an deinem mein Gesicht,&#10;in den Winterwald zurück,&#10;wo die Bäume sich noch sonnten,&#10;wo die Abendwolken prangten,&#10;wo .ins feuergoldne Licht&#10;die verworrnen Zweige langten,&#10;und wir baten Gott um Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Improvisatori</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/improvisatori/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/improvisatori/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sie singen, wie sie die Muse befeuert, wie wüthend&#10;Sich im entzündeten Kampf wechselnd beginnen ein Lied:&#10;Bauern sind es zwar nur, Sackträger und Pizzicarole,&#10;Stiefelputzer und solch Lumpengesindel der Stadt.&#10;Aber sie sind mir lieber, denn ihresgleichen in Deutschland,&#10;Die man zwar nirgends liest, aber zu Tausenden druckt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In böser Stunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-boeser-stunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-boeser-stunde/</guid><description>&lt;p&gt;Ein schwaches Stäbchen ist die Liebe,&#10;Das deiner Jugend Rebe trägt,&#10;Das wachsend bald der Baum des Lebens&#10;Mit seinen Ästen selbst zerschlägt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drängtest du mit ganzer Seele&#10;Zu allerinnigstem Verein,&#10;Du wirst am Ende doch, am Ende&#10;Nur auf dir selbst gelassen sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In das Stammbuch einer Freundin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-das-stammbuch-einer-freundin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-das-stammbuch-einer-freundin/</guid><description>&lt;p&gt;Sitzen die Lieben vereint im traulichen Kreis, Cölestine,&#10;Halt′ einen Stuhl unbesetzt für den geschiedenen Freund.&#10;Ruhelos irrt er ja immer, Du weißt es. Bald rennet der Kopf ihm&#10;Mit dem Herzen davon, bald mit dem Kopfe das Herz.&#10;Darum sorge für ihn, Du freundlich gesinnte Cölesta,&#10;Daß ihm ein lediger Sitz bleib′ in dem Kreise bewahrt;&#10;Kehrt er ermüdet und sieht, wie umsonst er gestrebt, o gewiß, dann&#10;Thut ihm ein traulicher Sitz unter Befreundeten wohl!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In das Stammbuch eines Freundes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-das-stammbuch-eines-freundes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-das-stammbuch-eines-freundes/</guid><description>&lt;p&gt;Daß Dir zum Ernste des Lebens die Lust an den Spielen der Musen&#10;Freundliche Götter gewährt, Schönes dem Guten gesellt:&#10;Nicht die schlechteste Gabe der Himmlischen ist′s, und Du selber&#10;Freue Dich deß, in der Brust blüht Dir ein ewiger Lenz!&#10;Früchte des Herbstes gewinnt auch ein Anderer; Fülle der Aehren&#10;Wogt ihm entgegen, der Wein quillt ihm vom Hügel herab.&#10;Doch nie sah er die Rosen des Mai′s, nie hört er aus Waldnacht&#10;Flötender Nachtigall wonnige Brautmelodie!&#10;Sommer entflieht ihm und Herbst, es kündet den Winter der Eishauch,&#10;Hin ist das Jahr und er hat – ach! nicht den Frühling geschaut!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In deinem Zimmer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-deinem-zimmer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-deinem-zimmer/</guid><description>&lt;p&gt;In deinem Zimmer fand ich meine Stätte,&#10;In deinem Zimmer weiß ich, wer ich bin.&#10;Ich liege tagelang in deinem Bette&#10;Und schmiege meinen Körper an dich hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühle Tage wechseln und Kalender&#10;Am Laken, das uns frisch bereitet liegt,&#10;Ich staune manchmal still am Bettgeländer,&#10;Wie himmlisch lachend man die Zeit besiegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bisweilen steigt aus fernen Straßen unten&#10;Ein Ton zu unserm Federwolkenraum,&#10;Den schlingen wir verschlafen in die bunten&#10;Gobelins, gewirkt aus Küssen, Liebe, Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In deinen Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-deinen-augen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-deinen-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Blau wird es in deinen Augen -&#10;aber warum zittert all mein Herz&#10;vor deinen Himmeln?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nebel liegt auf meiner Wange&#10;und mein Herz beugt sich zum Untergange.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In deiner Seele klarem Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-deiner-seele-klarem-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-deiner-seele-klarem-leben/</guid><description>&lt;p&gt;In deiner Seele klarem Leben&#10;Da ruht mein wahres Glück allein,&#10;Die Ferne kann mir Freude geben,&#10;Mit Dir nur kann ich selig seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Deines Geistes raschen Flügen&#10;Trägt leicht das schwere Leben sich -&#10;Das Andre kann mir wohl genügen -&#10;Du nur allein befriedigst mich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus Deiner Liebe tiefen Quellen&#10;Strömt eine Kraft, die mich erhebt,&#10;Auf deren lichtumsäumten Wellen&#10;Mein Lebensschiff vorüberschwebt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der abendlichen Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-abendlichen-sonne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-abendlichen-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;In der abendlichen Sonne&#10;sitzen wir gebeugten Rückens&#10;auf den Bänken in dem Grünen.&#10;Unsere Arme hängen nieder,&#10;unsere Augen linzeln traurig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Menschen gehn in Kleidern&#10;schwankend auf dem Kies spazieren&#10;unter diesem großen Himmel,&#10;der von Hügeln in der Ferne&#10;sich zu fernen Hügeln breitet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Christnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-christnacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-christnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Welch helle Töne hallen aus der Ferne!&#10;Wie wird′s auf einmal mir so weh, so bang!&#10;Zum Kirchgang laden freundlich alle Sterne&#10;und ruft der Kerzenschein und Orgelklang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Frühe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fruehe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-fruehe/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir,&#10;Dort gehet schon der Tag herfür&#10;An meinem Kammerfenster.&#10;Es wühlet mein verstörter Sinn&#10;Noch zwischen Zweifeln her und hin&#10;Und schaffet Nachtgespenster.&#10;- Ängste, quäle&#10;Dich nicht länger, meine Seele!&#10;Freu dich! schon sind da und dorten&#10;Morgenglocken wach geworden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Gasse</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-gasse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-gasse/</guid><description>&lt;p&gt;Ich blicke hinab in die Gasse,&#10;Dort drüben hat sie gewohnt;&#10;Das öde, verlassene Fenster,&#10;Wie hell bescheint′s der Mond.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es gibt so viel zu beleuchten;&#10;O holde Strahlen des Lichts,&#10;Was webt ihr denn gespenstisch&#10;Um jene Stätte des Nichts!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Mitternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-mitternacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-mitternacht/</guid><description>&lt;p&gt;Todesstille deckt das Tal&#10;Bei des Mondes falbem Strahl;&#10;Winde flüstern dumpf und bang&#10;In des Wächters Nachtgesang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leiser, dumpfer tönt es hier&#10;In der bangen Seele mir,&#10;Nimmt das Strahl der Hoffnung fort,&#10;Wie den Mond die Wolke dort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hüllt, ihr Wolken, hüllt den Schein&#10;Immer tiefer, tiefer ein!&#10;Vor ihm bergen will mein Herz&#10;Seinen tiefen, tiefen Schmerz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nennen soll ihr nicht mein Mund;&#10;Keine Träne mach′ ihn kund;&#10;Senken soll man ihn hinab&#10;Einst mit mir in′s kühle Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Sistina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-sistina/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-sistina/</guid><description>&lt;p&gt;In der Sistine dämmerhohem Raum,&#10;Das Bibelbuch in seiner nervgen Hand,&#10;Sitzt Michelangelo in wachem Traum,&#10;Umhellt von einer kleinen Ampel Brand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laut spricht hinein er in die Mitternacht,&#10;Als lauscht&amp;rsquo; ein Gast ihm gegenüber hier,&#10;Bald wie mit einer allgewaltgen Macht,&#10;Bald wieder wie mit seinesgleichen schier:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Umfasst, umgrenzt hab ich dich, ewig Sein,&#10;Mit meinen grossen Linien fünfmal dort!&#10;Ich hüllte dich in lichte Mäntel ein&#10;Und gab dir Leib, wie dieses Bibelwort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Sonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-sonne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-sonne/</guid><description>&lt;p&gt;Die Sonne wärmt ihr goldbraun rothes Haar:&#10;das leuchtet nun so tief, das sprüht so reich –&#10;der Prunk der Feste flammt um ihre Schläfen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man darf ihr nicht verrathen, wie so hoch,&#10;wie sie so herrlich thront vor meinen Sinnen –&#10;sonst küsst sie meine Hände mir nicht mehr&#10;und lacht nicht mehr so wie die Kinder lachen,&#10;und macht wohl fremde Seelen unterthan &amp;hellip;&#10;das will die Sonne nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-der-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Ich lasse mein Gesicht auf Sterne fallen,&#10;die wie getroffen auseinander hinken.&#10;Die Wälder wandern mondwärts, schwarze Quallen,&#10;ins Blaumeer, daraus meine Blicke winken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Ich ist fort. Es macht die Sternenreise.&#10;Das ist nicht Ich, wovon die Kleider scheinen.&#10;Die Tage sterben weg, die weißen Greise.&#10;Ichlose Nerven sind voll Furcht und weinen.&amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In die Ferne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-die-ferne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-die-ferne/</guid><description>&lt;p&gt;Nachtvertraute Liebesklagen&#10;Send&amp;rsquo; ich meiner Freundin zu;&#10;Eile Kund&amp;rsquo; ihr anzusagen,&#10;Mond, gefäll&amp;rsquo;ger Bote du;&#10;Jedes Wort aus ihrem Munde,&#10;Jede selige Sekunde&#10;Glüht in meiner Phantasie,&#10;Meine Seele denkt nur !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traget, Wolken, traget, Sterne,&#10;Meinen Gruß! Verschwiegne Luft,&#10;Sag&amp;rsquo; ihr, daß der Sänger, ferne,&#10;Ihren holden Namen ruft.&#10;Tönt er überall nicht wieder,&#10;Sind verhaßt mir meine Lieder,&#10;Klanglos, ohne Harmonie:&#10;Mich begeistern kann nur !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob das Glück mir seine Krone,&#10;Reichthum mir sein Füllhorn beut;&#10;Ob die Welt zum Dichterlohne&#10;Einen Lorbeerzweig mir weiht:&#10;Gold und Ehre, eitler Schimmer,&#10;Euern Glanz begehr&amp;rsquo; ich nimmer,&#10;Eure Kränze wünsch&amp;rsquo; ich nie;&#10;Mich beglücken kann nur !&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In ein altes Stammbuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-ein-altes-stammbuch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-ein-altes-stammbuch/</guid><description>&lt;p&gt;Immer wiederkehrst du, Melancholie,&#10;O Sanftmut der einsamen Seele.&#10;Zu Ende glüht ein goldener Tag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der Geduldige&#10;Tönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn.&#10;Siehe! es dämmert schon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wiederkehrt die Nacht und klagt ein Sterbliches,&#10;Und es leidet ein anderes mit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schauernd unter herbstlichen Sternen&#10;Neigt sich jährlich tiefer das Haupt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In ein ander Stambuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-ein-ander-stambuch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-ein-ander-stambuch/</guid><description>&lt;p&gt;Der Menschen Liebe, Huld und Gunst sind wie die schönen Winter-Stunden&#10;Die, wenn sie sich kaum eingestellt, so sind sie leider! schon erschwunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In ein Stambuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-ein-stambuch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-ein-stambuch/</guid><description>&lt;p&gt;Man liebt den alten Wein um seiner Geister willen,&#10;Man kan durchs alte Geld die Manichäer stillen,&#10;Man liebt das alte Bier, weils keine Hefen hat;&#10;Doch alter Jungfern Blick kriegt bald ein Jüngling satt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Flut und Licht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-flut-und-licht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-flut-und-licht/</guid><description>&lt;p&gt;Hinaus aufs Meer! die glatten Wellen funkeln.&#10;Froh durch des Gartens saftige Bukette,&#10;Darin im Licht die Rosen röter dunkeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es knirscht der Ufersand am Landungsbrette:&#10;Hurra, mein Boot! ihr braunlackierte Planken,&#10;Du ungeduldig Tanzboot an der Kette,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir schlägt der Schaum die schmalgewölbten Flanken;&#10;Vertrauter Seegenosse, du mein Freund,&#10;Wie manche Wetterfahrt kann ich dir danken;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin auch wie du von Brand und Salz gebräunt.&#10;Die Riemen raus und uferab gestrebt&#10;Mit kräft′gem Schlag – vom Gartengrün umzäunt&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Frankfurt am Main</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-frankfurt-am-main/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-frankfurt-am-main/</guid><description>&lt;p&gt;Zuweilen that mir das Herz so weh,&#10;Als ob es wär gesprungen,&#10;Und wenn ich dann recht in mich geh′,&#10;So hat mir das Ohr geklungen.&#10;Was klingt das Ohr, was schlägt das Herz,&#10;So laut an die großen Glocken?&#10;Es treibt der Himmel im Herzen Scherz,&#10;Da ist der Verstand erschrocken,&#10;Und schiebt es wohl auf die Witterung&#10;Und auf die vergangnen Zeiten,&#10;Wer liebt, der ist noch im Himmel jung&#10;Und schauet die Erden von Weitem.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Hellbrunn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-hellbrunn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-hellbrunn/</guid><description>&lt;p&gt;Wieder folgend der blauen Klage des Abends&#10;Am Hügel hin, am Frühlingsweiher -&#10;Als schwebten darüber die Schatten lange Verstorbener,&#10;Die Schatten der Kirchenfürsten, edler Frauen -&#10;Schon blühen ihre Blumen, die ernsten Veilchen&#10;Im Abendgrund, rauscht des blauen Quells&#10;Kristallne Woge. So geistlich ergrünen&#10;Die Eichen über den vergessenen Pfaden der Toten,&#10;Die goldene Wolke über dem Weiher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In ihrem Arm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-ihrem-arm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-ihrem-arm/</guid><description>&lt;p&gt;O laß mich ruhen in deinem Arm&#10;Und tief in die Augen dir schaun!&#10;Das löst mir vom Herzen den nagenden Harm,&#10;Und herab in die Seele fühl′ ich es warm&#10;Wie aus dem Himmel mir taun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reich her, reich her den göttlichen Trank,&#10;Der von den Lippen dir quillt!&#10;Ich dürste und schmachte matt und krank;&#10;Erst wenn ich an deinen Busen sank,&#10;Wird all mein Sehnen gestillt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O mehr noch! Was schüttelst du lächelnd dein Haupt?&#10;In Küssen gieb mir das Glück,&#10;Das flüchtige, das mir die Welt geraubt,&#10;Und den alten Glauben, den ich geglaubt,&#10;Und der Kindheit Frieden zurück!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In mein gar zu dunkles Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-mein-gar-zu-dunkles-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-mein-gar-zu-dunkles-leben/</guid><description>&lt;p&gt;In mein gar zu dunkles Leben&#10;Strahlte einst ein süßes Bild;&#10;Nun das süße Bild erblichen,&#10;Bin ich gänzlich nachtumhüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Kinder sind im Dunkeln&#10;Wird beklommen ihr Gemüt,&#10;Und um ihre Angst zu bannen,&#10;Singen sie ein lautes Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich, ein tolles Kind, ich singe&#10;Jetzo in der Dunkelheit;&#10;Klingt das Lied auch nicht ergötzlich,&#10;Hat′s mich doch von Angst befreit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Tränen geh ich nun allein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-traenen-geh-ich-nun-allein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-traenen-geh-ich-nun-allein/</guid><description>&lt;p&gt;In Tränen geh ich nun allein,&#10;am Quell - Du kennst ihn wohl.&#10;Ich blicke in den Bach hinein,&#10;daß er mich trösten soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du freundlich Liebesangesicht,&#10;wie bist du doch so fern!&#10;Dich bringt mir nun kein Tageslicht,&#10;bringt nicht der Abendstern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Leben schließt die Augen zu,&#10;weil es Dich nicht mehr sieht,&#10;indes in Träumen ohne Ruh&#10;mein Herz stets zu Dir zieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die leise Welle rinnet klar,&#10;und zeigt den grünen Grund.&#10;O! Welle mache offenbar,&#10;was wohl mich macht gesund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In trüben Tagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-trueben-tagen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-trueben-tagen/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr werthen, lieben Gesellen,&#10;Wir leben in düstrer Zeit,&#10;Der Himmel ist schwarz umzogen&#10;Mit Dunkel weit und breit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Strahl will ihn erhellen,&#10;Es theilt die Wolken, dicht,&#10;Die nächtlich ihn umwogen,&#10;Kein Schimmer von freudigem Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist der Frühling gekommen,&#10;Doch wollen die Bäume nicht blühn,&#10;Kein Blümlein ist aufgeglommen,&#10;Es werden die Wiesen nicht grün!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das macht, es fehlt die Sonne&#10;Mit ihrem warmen Schein,&#10;Die Quell ist aller Wonne,&#10;Die zeugt und belebt allein;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In Venedig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/in-venedig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/in-venedig/</guid><description>&lt;p&gt;Stille in nächtigem Zimmer.&#10;Silbern flackert der Leuchter&#10;Vor dem singenden Odem&#10;Des Einsamen;&#10;Zaubrisches Rosengewölk.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwärzlicher Fliegenschwarm&#10;Verdunkelt den steinernen Raum,&#10;Und es starrt von der Qual&#10;Des goldenen Tags das Haupt&#10;Des Heimatlosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reglos nachtet das Meer.&#10;Stern und schwärzliche Fahrt&#10;Entschwand am Kanal.&#10;Kind, dein kränkliches Lächeln&#10;Folgte mir leise im Schlaf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ines</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ines/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ines/</guid><description>&lt;p&gt;Mädchen, deiner Stimme Lachen,&#10;Deiner Wangen Rosenlicht,&#10;Sei′s im Schlummer, sei′s im Wachen,&#10;Andres träum′ und denk′ ich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei der Kastagnetten Schmettern,&#10;Deiner Blicke feuchtem Glanz&#10;Beb′ ich, gleich des Lorbeers Blättern,&#10;Drunter du dich schwingst im Tanz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Länger ist′s mir nicht geheuer;&#10;Zauber musst du üben, Kind,&#10;Daß das Blut wie sengend Feuer&#10;Wild mir durch die Adern rinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, mir ahnt, bei deiner Amme,&#10;Die als Hexe allen gilt,&#10;Hältst du nächtlich in die Flamme&#10;Meines Herzens wächsern Bild.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Inne Fremdn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/inne-fremdn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/inne-fremdn/</guid><description>&lt;p&gt;Dat gift keen Land so grön un so schön -&#10;O weer ik wedder to Hus!&#10;Dar singt de Vageln so fröhli,&#10;Dar is de Schatten so köhli -&#10;O dat ik wannern muss!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;En Garn de liggt dar achter den Tun,&#10;Dar blömt de Rosen so roth.&#10;Min Leefste de neem sik en Annern,&#10;Gesellen un de moet wannern:&#10;Ade, du Leefste, lev wol!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Un Vader is dot, un Moder is dot -&#10;O leeg ik dar ünner de Eer!&#10;Dar sungn de Vageln so fröhli,&#10;Dar weer de Schatten so köhli -&#10;Ik seeg di nimmermehr!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Innerlicher Kampff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/innerlicher-kampff/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/innerlicher-kampff/</guid><description>&lt;p&gt;Wer triumphirt? Hie Fleisch. Da Geist: entzwischen Krieg:&#10;Das Fleisch? Du hast verspielt. Der Geist? Dein ist der Sieg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Intermezzo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/intermezzo/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/intermezzo/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl vor lauter Sinnen, Singen&#10;Kommen wir nicht recht zum Leben;&#10;Wieder ohne rechtes Leben&#10;Muß zu Ende gehn das Singen;&#10;Ging zu Ende dann das Singen:&#10;Mögen wir auch nicht länger leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ist des Lebens Band mit Schmerz gelöset</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-des-lebens-band-mit-schmerz-geloeset/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ist-des-lebens-band-mit-schmerz-geloeset/</guid><description>&lt;p&gt;Ist des Lebens Band mit Schmerz gelöset,&#10;Liegt der Körper ohne Blick, ohn Leben,&#10;Fremde Liebe weint, und er geneset.&#10;Seine Liebe muß zum Himmel schweben,&#10;Von dem trägen Leibe keusch entblößet,&#10;Kann zu Gott der Engel sie erheben.&#10;Und er hält sie mit dem Arm umfasset,&#10;Schwebet höher, bis das Grab erblasset.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist er durchs Vergängliche gedrungen,&#10;Kehrt die Seele in die Ewigkeit,&#10;Oh, so ist dem Tod genug gelungen,&#10;Und er stürzet rückwärts in die Zeit.&#10;Um die Seele bleibet Wonn geschlungen,&#10;Alles gibt sich ihr, die alles beut,&#10;Wird zum ewgen Geben und Empfangen,&#10;Kann des Wechsels Ende nie erlangen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Italia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/italia/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/italia/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Früh′ hab′ ich deinen Boden schon betreten,&#10;Noch eh′ du meinem Geiste konntest frommen;&#10;Doch sahst du mich in Sehnsucht wiederkommen-&#10;Und still den Mann zu deinen Wundern beten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O hehre Schauer, die mich da umwehten!&#10;O heil′ge Gluthen, die mich da durchglommen,&#10;Als deine Schönheit ganz ich aufgenommen&#10;In Land und Stadt, in Meistern und Propheten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch allgemach beim ernsten Gang der Zeiten,&#10;Wo es zu siegen galt in Kampfesstunden,&#10;Sah ich dich ferner stets und ferner gleiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Italiänische Gärten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/italiaenische-gaerten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/italiaenische-gaerten/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ein Handbuch der Logik sind italiänische Gärten,&#10;So nach Regel und Norm plagt man die frische Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Italienische Frage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/italienische-frage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/italienische-frage/</guid><description>&lt;p&gt;Wollt ihr Dinge vor Brand bewahren, die glimmend sind,&#10;So bitt ich euch vor allem: macht keinen Wind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>IV. In sô hôher swebender wunne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/iv-in-so-hoher-swebender-wunne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/iv-in-so-hoher-swebender-wunne/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In sô hôher swebender wunne&#10;sô gestuont mîn herze ane vröiden nie.&#10;ich var, als ich vliegen kunne,&#10;mit gedanken iemer umbe sie,&#10;Sît daz mich ir trôst enpfie,&#10;der mir durch die sêle mîn&#10;mitten in daz herze gie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Swaz ich wunneclîches schouwe,&#10;daz spile gegen der wunne, die ich hân.&#10;luft und erde, walt und ouwe&#10;suln die zît der vröide mîn enpfân.&#10;Mir ist komen ein hügender wân&#10;und ein wunneclîcher trôst,&#10;des mîn muot sol hôhe stân.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jäger und Hirt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jaeger-und-hirt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jaeger-und-hirt/</guid><description>&lt;p&gt;Durch den Wald mit raschen Schritten&#10;Trage ich die Laute hin,&#10;Liebe singt, was Leid gelitten,&#10;Schweres Herz hat leichten Sinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die Büsche muß ich dringen&#10;Nieder zu dem Felsenborn,&#10;Und es schlingen sich mit Klingen&#10;Durch die Saiten Ros′ und Dorn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Wildnis wild Gewässer&#10;Breche ich mir kühne Bahn,&#10;Steig ich aufwärts in die Schlösser,&#10;Schaun sie mich befreundet an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Haus ich nächtlich in Kapellen,&#10;Stört sich kein Gespenst an mir,&#10;Weil sich Wandrer gern gesellen,&#10;Denn auch ich bin nicht von hier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jägers Abendlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jaegers-abendlied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jaegers-abendlied/</guid><description>&lt;p&gt;Im Felde schleich′ ich still und wild,&#10;Gespannt mein Feuerrohr.&#10;Da schwebt so licht dein liebes Bild,&#10;Dein süßes Bild mir vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wandelst jetzt wohl still und mild&#10;Durch Feld und liebes Tal,&#10;Und ach, mein schnell verrauschend Bild,&#10;Stellt sich dir′s nicht einmal?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Menschen, der die Welt durchstreift&#10;Voll Unmut und Verdruß,&#10;Nach Osten und nach Westen schweift,&#10;Weil er dich lassen muß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist es, denk ich nur an dich,&#10;Als in den Mond zu seh′n;&#10;Ein stiller Friede kommt auf mich,&#10;Weiß nicht, wie mir geschehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jahres-Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jahres-ende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jahres-ende/</guid><description>&lt;p&gt;Du greises Jahr: du eilst, dem Ziele zu&#10;Rascher und rascher, sehnst dich nach der Ruh&#10;In einem tiefen grenzenlosen Tod.&#10;Doch sieh: ich eile schneller, nach dem Rot&#10;Des neuen Morgens gierig, dir voraus.&#10;O komm! Hinübergeh! Lösch aus, lösch aus!&#10;Gezeichnetes, Beladenes, befleckt&#10;Mit großer Müdigkeit, mit Schmerz bedeckt -&#10;Vergeh - ich werde! Stirb - und ich vermag&#10;Aufzuerstehn: o neuer, reinster Tag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jeden Abend werfe ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jeden-abend-werfe-ich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jeden-abend-werfe-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Jeden Abend werfe ich&#10;eine Zukunft hinter mich,&#10;die sich niemals mehr erhebt -&#10;denn sie hat im Geist gelebt.&#10;Neue Bilder werden, wachsen;&#10;Welten drehn um neue Achsen,&#10;werden, sterben, lieben, schaffen.&#10;Die Vergangenheiten klaffen. &amp;ndash;&#10;Tobend, wirbelnd stürzt die Zeit&#10;in die Gruft. &amp;ndash; Das Leben schreit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jeder der sich die Fähigkeit erhält</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jeder-der-sich-die-faehigkeit-erhaelt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jeder-der-sich-die-faehigkeit-erhaelt/</guid><description>&lt;p&gt;Jeder der sich die Fähigkeit erhält,&#10;Schönes zu erkennen,&#10;wird nie alt werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jenseits der Straße</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jenseits-der-strasse/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jenseits-der-strasse/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist nur Schein und ist nur Phrase,&#10;drauf dünkelstolz der Alltag stelzt,&#10;das Beste liegt jenseits der Straße,&#10;da sich der große Haufe wälzt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jung und mit Leichtsinn nur zu finden,&#10;jenseits der Straße, im Versteck,&#10;in quelldurchrauschten Rosengründen&#10;und üppig wildem Dorngeheck &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jesus bettelt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jesus-bettelt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jesus-bettelt/</guid><description>&lt;p&gt;Schenk mir deinen goldnen Kamm;&#10;jeder Morgen soll dich mahnen,&#10;daß du mir die Haare kußtest.&#10;Schenk mir deinen seidnen Schwamm;&#10;jeden Abend will ich ahnen,&#10;wem du dich im Bade rüstest -&#10;oh, Maria!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schenk mir Alles, was du hast;&#10;meine Seele ist nicht eitel,&#10;stolz empfang ich deinen Segen.&#10;Schenk mir deine schwerste Last:&#10;willst du nicht auf meinen Scheitel&#10;auch dein Herz, dein Herz noch legen&#10;Magdalena?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jesuskind, du Licht der Blinden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jesuskind-du-licht-der-blinden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jesuskind-du-licht-der-blinden/</guid><description>&lt;p&gt;Jesuskind, du Licht der Blinden&#10;Mache mich doch einmal blind&#10;Daß ich dir, wie mir dies Kind,&#10;Auf dem Pfad mich mög verbinden&#10;Wo du mich auch hin willst führen&#10;Denn mein armes eignes Licht&#10;Kann auch selbst beim Licht noch nicht&#10;Dich das wahre Licht recht spüren&#10;O wie töricht, töricht ist&#10;Der nicht in allem ohne Ausnahm&#10;Folget dir zu jeder Frist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jetzige Generation</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jetzige-generation/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jetzige-generation/</guid><description>&lt;p&gt;War es immer wie jetzt? Ich kann das Geschlecht nicht begreifen.&#10;Nur das Alter ist jung, ach! und die Jugend ist alt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Josuas Landtag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/josuas-landtag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/josuas-landtag/</guid><description>&lt;p&gt;So wie der Strom am Ausgang seine Dämme&#10;durchbricht mit seiner Mündung Übermaß,&#10;so brach nun durch die Ältesten der Stämme&#10;zum letztenmal die Stimme Josuas.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie waren die geschlagen, welche lachten,&#10;wie hielten alle Herz und Hände an,&#10;als hübe sich der Lärm von dreißig Schlachten&#10;in einem Mund; und dieser Mund begann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder waren Tausende voll Staunen&#10;wie an dem großen Tag vor Jericho,&#10;nun aber waren in ihm die Posaunen,&#10;und ihres Lebens Mauern schwankten so,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugend des Propheten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugend-des-propheten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugend-des-propheten/</guid><description>&lt;p&gt;Ich liebte Linnen und die sanften Seiden&#10;Strich meine Hand mit Lust. ER flüsterte:&#10;&amp;ldquo;Das harte Fell des Hirsches wird dich kleiden.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich saß beim Mahle und mein Blick war Schein&#10;Des gelben Weins. Er sagte laut und hell:&#10;&amp;ldquo;Die bittre Wurzel wird dir Speise sein.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Schloß war fest&amp;hellip; Und als ich mich gerettet&#10;Noch zu der höchsten Zinne, rief Er dort:&#10;&amp;ldquo;O guter Schlaf, auf Dorn und Stein gebettet!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugend-Bildnis meines Vaters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugend-bildnis-meines-vaters/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugend-bildnis-meines-vaters/</guid><description>&lt;p&gt;Im Auge Traum. Die Stirn wie in Berührung&#10;mit etwas Fernem. Um den Mund enorm&#10;viel Jugend, ungelächelte Verführung,&#10;und vor der vollen schmückenden Verschnürung&#10;der schlanken adeligen Uniform&#10;der Säbelkorb und beide Hände -, die&#10;abwarten, ruhig, zu nichts hingedrängt.&#10;Und fast nicht mehr sichtbar: als ob sie&#10;zuerst, die Fernes greifenden, verschwänden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und alles andere mit sich selbst verhängt&#10;und ausgelöscht als ob wirs nicht verständen&#10;und tief aus eigener Tiefe trüb -.&#10;Du schnell vergehendes Daguerreotyp&#10;in meinen langsamer vergehenden Händen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugendandacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendandacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendandacht/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wollen mir vertraun die blauen Weiten,&#10;Des Landes Glanz, die Wirrung süßer Lieder,&#10;Mir ist so wohl, so bang! Seid ihr es wieder&#10;Der frommen Kindheit stille Blumenzeiten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl weiß ichs - dieser Farben heimlich Spreiten&#10;Deckt einer Jungfrau strahlend reine Glieder;&#10;Es wogt der große Schleier auf und nieder,&#10;Sie schlummert drunten fort seit Ewigkeiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir ist in solchen linden, blauen Tagen,&#10;Als müßten alle Farben auferstehen,&#10;Aus blauer Fern sie endlich zu mir gehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jugendsehnen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendsehnen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/jugendsehnen/</guid><description>&lt;p&gt;Du blauer Strom, an dessen duftgem Strande&#10;Ich Licht und Lenz zum erstenmale schaute,&#10;In frommer Sehnsucht mir mein Schifflein baute,&#10;Wann Segel unten kamen und verschwanden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von fernen Bergen überm weiten Lande&#10;Brachtst du mir Gruß und fremde hohe Laute,&#10;Daß ich den Frühlingslüften mich vertraute,&#10;Vom Ufer lösend hoffnungsreich die Bande.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch wußt ich nicht, wohin und was ich meine,&#10;Doch Morgenrot sah ich unendlich quellen,&#10;Das Herz voll Freiheit, Kraft der Treue, Tugend;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Juli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juli/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juli/</guid><description>&lt;p&gt;Klingt im Wind ein Wiegenlied,&#10;Sonne warm herniedersieht,&#10;seine Ähren senkt das Korn,&#10;rote Beere schwillt am Dorn,&#10;schwer von Segen ist die Flur -&#10;Junge Frau, was sinnst du nur?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jünglingsklage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juenglingsklage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juenglingsklage/</guid><description>&lt;p&gt;Winter, so weichst du,&#10;Lieblicher Greis,&#10;Der die Gefühle&#10;Ruhigt zu Eis.&#10;Nun unter Frühlings&#10;Üppigem Hauch&#10;Schmelzen die Ströme -&#10;Busen, du auch!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jüngst sah ich den Wind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juengst-sah-ich-den-wind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juengst-sah-ich-den-wind/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngst sah ich den Wind,&#10;das himmlische Kind,&#10;als ich träumend im Walde gelegen,&#10;und hinter ihm schritt&#10;mit trippelndem Tritt&#10;sein Bruder, der Sommerregen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In den Wipfeln da ging′s&#10;nach rechts und nach links,&#10;als wiegte der Wind sich im Bettchen;&#10;und sein Brüderchen sang:&#10;»Die Binke, die Bank,«&#10;und schlüpfte von Blättchen zu Blättchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiß selbst nicht, wie′s kam,&#10;gar zu wundersam&#10;es regnete, tropfte und rauschte,&#10;daß ich selber ein Kind,&#10;wie Regen und Wind,&#10;das Spielen der beiden belauschte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Juno Ludovisi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/juno-ludovisi/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/juno-ludovisi/</guid><description>&lt;p&gt;Du lässest uns die Blüte alles Schönen&#10;Und seines Werdens holdes Wunder sehen;&#10;Die Stirn′ ist streng, man sieht′s in ihr entstehen,&#10;Wo es noch ringen muß mit herben Tönen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wange will sich schon mit Anmut krönen,&#10;Doch darf sie noch im Lächeln nicht zergehen,&#10;Der Mund jedoch zerschmilzt in süßen Wehen,&#10;Daß Ernst und Milde sich im Reiz versöhnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erst keusches Leben, wurzelhaft gebunden,&#10;Dann scheuer Vortraum von sich selbst, der leise&#10;Hinüberführt zur wirklichen Entfaltung;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Justinus Kerner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/justinus-kerner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/justinus-kerner/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Lied ist rührend, edler Sänger,&#10;Doch zürne dem Genossen nicht,&#10;Wird ihm darob das Herz nicht bänger,&#10;Das, dir erwidernd, also spricht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die Poesie ist angeboren,&#10;Und sie erkennt kein Dort und Hier!&#10;Ja, ging die Seele mir verloren,&#10;Sie führ′ zur Hölle selbst mit mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Inzwischen sieht′s auf dieser Erde&#10;Noch lange nicht so graulich aus,&#10;Und manchmal scheint mir, dass das Werde!&#10;Ertön′ erst recht dem &amp;ldquo;Dichterhaus&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>K. g. L. ins Stammbuch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/k-g-l-ins-stammbuch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/k-g-l-ins-stammbuch/</guid><description>&lt;p&gt;Die gute Frau, wem ist sie zu vergleichen?&#10;Dem Stückchen Zucker, das in&amp;rsquo;s Wasser fällt&#10;Und keine Kraft der Kraft entgegenstellt,&#10;Die ringsum eindringt, ganz es zu erweichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schmilzt, wird nichts. O unerquicklich Zeichen&#10;Der Schwäche, die nicht Wehr und Waffen hält!&#10;Gibt es ein ärmer Wesen auf der Welt?&#10;Und dem willst du ein Frauenherz vergleichen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geh&amp;rsquo; hin, vom Glas zu kosten und zu trinken!&#10;Dann sage, wer den Andern hat bezwungen,&#10;Wer unterlag im Kriege ohne Krieg!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kaiserswerth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiserswerth/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kaiserswerth/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stille segnet dich mit vollen Händen,&#10;mein Städtchen. Wie ein milder ernster Greis,&#10;der sich den Tod längst nicht mehr schrecklich weiß,&#10;wallt leis der Rhein vorbei, gewillt zu enden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Schiffchen spielt er, lässt sich sanft verwenden&#10;und malt dich zitternd ab zu deinem Preis:&#10;Den grauen Dom, die tote Burg, den Kreis&#10;der kleinen Häuser mit geweißten Wänden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Horch! Es schlägt Mittag. Alle Glocken klingen&#10;vermischt, wie Alt und Jung zusammenleben.&#10;Die Tauben aufgeschreckt ums Kirchdach schweben,&#10;den Turmhahn lüstet es, sich mitzuschwingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kakteen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kakteen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kakteen/</guid><description>&lt;p&gt;Sie stehen jahrelang im Topf aus Ton,&#10;Verstockte in sich, selbstverliebte Käuze,&#10;In einer rätselhaft verbißnen Fron&#10;Der Form: sind Kugel, Kegel, Kreuze,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie gleichen Birnen, mißgebornen Köpfen,&#10;Sind Stein-Gespenster, Schlange, Hand:&#10;Verfeindet so dem Außen, daß in Schöpfen&#10;Stacheln aufstehn um sie wie eine Wand,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahinter sie verharrn, anarchisch, kündend,&#10;Prophet und Gott, ihr selbstbeseßnes Ich,&#10;Bis sie auf einmal stumm, in Blumen mündend,&#10;Sich ganz verschweigen, opfern, löschen sich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kant und seine Ausleger</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kant-und-seine-ausleger/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kant-und-seine-ausleger/</guid><description>&lt;p&gt;Wie doch ein einziger Reicher so viele Bettler in Nahrung&#10;Setzt! Wenn die Könige baun, haben die Kärrner zu tun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karawane</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karawane/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karawane/</guid><description>&lt;p&gt;jolifanto bambla o falli bambla&#10;großgiga m&amp;rsquo;pfa habla horem&#10;egiga goramen&#10;higo bloiko russula huju&#10;hollaka hollala&#10;anlogo bung&#10;blago bung blago bung&#10;bosso fataka&#10;ü üü ü&#10;schampa wulla wussa olobo&#10;hej tatta gorem&#10;eschige zunbada&#10;wulubu ssubudu uluwu ssubudu&#10;tumba ba-umpf&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karawane der Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karawane-der-sehnsucht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karawane-der-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Unserer Sehnsucht lange Karawane&#10;Findet nie die Oase der Schatten und Nymphen!&#10;Liebe versengt uns, Vögel des Schmerzes&#10;Fressen immerzu unser Herz aus.&#10;Ach wir wissen von kühlen Wassern und Winden:&#10;Überall könnte Elysium sein!&#10;Aber wir wandern, wir wandern immer in Sehnsucht!&#10;Irgendwo springt ein Mensch aus dem Fenster,&#10;Einen Stern zu haschen, und stirbt dafür,&#10;Irgendeiner sucht im Panoptikum&#10;Einen wächsernen Traum und liebt ihn -&#10;Aber ein Feuerland brennt uns allen im lechzenden Herzen,&#10;Ach, und flössen Nil und Niagara&#10;Über uns, wir schrien nur durstiger auf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karfreitag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karfreitag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karfreitag/</guid><description>&lt;p&gt;Karfreitags Krone. Heldenkönig! Einsames Haupt.&#10;Verstoßen. Erheben&#10;Die feige Flucht verdammender Hände.&#10;Ein suchender führender Quell.&#10;Wenn ich erhöht sein werde, will ich alle zu mir ziehen.&#10;Und die Welt, die schwere Welt, die leichtsinnschwere Welt,&#10;Fast schon oben, reißt ab, eine Wunde reißt auf,&#10;Der Seele, Wunde des Leibes, Wunde des Todes:&#10;Vater verzeihe ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.&#10;Zum schmerzlichen Hohn der Dornenkrone&#10;Fallen kühlende Tropfen fühlender Größe.&#10;Dem bedeutenden, einsamen Menschen an seinem Tage nahe sei,&#10;So ist stiller Freitag, so ist Ostern&#10;Trauerhelles Opferglück.&#10;Abschiednehmendes Wiedersehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karl Kraus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karl-kraus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karl-kraus/</guid><description>&lt;p&gt;Weißer Hohepriester der Wahrheit,&#10;Kristallne Stimme, in der Gottes eisiger Odem wohnt,&#10;Zürnender Magier,&#10;Dem unter flammendem Mantel der blaue Panzer des Kriegers klirrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karma</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karma/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karma/</guid><description>&lt;p&gt;Hab&amp;rsquo; in einer sternlodernden Nacht&#10;den Mann neben mir ums Leben gebracht.&#10;Und als sein girrendes Blut gen Morgen rann,&#10;blickte mich düster sein Schicksal an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karriere</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/karriere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/karriere/</guid><description>&lt;p&gt;Er stieg von Amt zu Amt mit stetem Glück,&#10;Verkehrte höflich selbst mit Erzhalunken,&#10;Wich freundlich hier und freundlich dort zurück-&#10;Und so ist er gemach emporgesunken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Katharina von Frankreich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/katharina-von-frankreich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/katharina-von-frankreich/</guid><description>&lt;p&gt;Man sollt ihm Maine und Anjou&#10;Übergeben.&#10;Was weiß ich, was er alles&#10;Mocht erstreben.&#10;Und jetzt begehrt er nichts mehr,&#10;Als die eine -&#10;Ihr Menschen, eine Brust her,&#10;Daß ich weine!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Katzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/katzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/katzen/</guid><description>&lt;p&gt;Bleib noch länger goldnes Dämmern -&#10;Wie wird der Tag schon matt und blauer -&#10;Verstummt ist Lärm und Werkstatthämmern.&#10;Die Nacht liegt auf der Lauer -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schlüssel schließt die Häusertore.&#10;Nun Wandrer meide die dunkle Mauer -&#10;Das Licht ist aus - es klingt im Ohre -&#10;Liegen Strolche auf der Lauer? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinauf die knarrenden Windeltritte.&#10;Die Gasse wäscht ein Regenschauer.&#10;Bald nahen im Schlafe weiche Schritte:&#10;Der Traum liegt auf der Lauer -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kein Denkmal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-denkmal/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-denkmal/</guid><description>&lt;p&gt;Henri der stechendweiche,&#10;Den man so hoch verehrt,&#10;Daß hin zu seinen Streichen&#10;Nie mag ein Denkmal reichen,&#10;Henri, der bitterhöhnend&#10;Den frumben Rhein empört.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hat den Rhein besungen,&#10;Wie niemals ist gehört,&#10;Sein Lied ist hingedrungen,&#10;Hat roh dich hoch gezwungen&#10;In deiner breiten Jacke,&#10;Dich, Spießer, aufgestört.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kein Haus, keine Heimat!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-haus-keine-heimat/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-haus-keine-heimat/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Jacke ist ganz noch&#10;Und mein Glas noch voll Gin!&#10;Welt, geh´deiner Wege,&#10;Ich frag´nicht, wohin?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Haus, keine Heimat,&#10;Kein Weib und kein Kind,&#10;So wirbl´ich, ein Strohhalm,&#10;In Wetter und Wind!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Well´auf und Well´nieder,&#10;Bald dort und bald hier;&#10;Welt, fragst du nach mir nicht,&#10;Was frag´ich nach dir?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kein Lebewohl, kein banges Scheiden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-lebewohl-kein-banges-scheiden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-lebewohl-kein-banges-scheiden/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Lebewohl, kein banges Scheiden!&#10;Viel lieber ein Geschiedensein!&#10;Ertragen kann ich jedes Leiden,&#10;Doch trinken kann ich′s nicht, wie Wein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir saßen gestern noch beisammen,&#10;Von Trennung wußt′ ich selbst noch kaum!&#10;Das Herz trieb seine alten Flammen,&#10;Die Seele spann den alten Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann rasch ein Kuß vom lieben Munde,&#10;Nicht Schmerz getränkt, nicht Angst verkürzt!&#10;Das nenn′ ich eine Abschiedsstunde,&#10;Die leere Ewigkeiten würzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-tag-hat-anfang-mehr-noch-ende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-tag-hat-anfang-mehr-noch-ende/</guid><description>&lt;p&gt;Nun löst ein blauer Tag den andern ab,&#10;Sie kommen wie Hochzeitslader den Berg herab&#10;Mit Heckenrosen am Hut und feuervergoldetem Stab.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Sonne fährt als Prunkkarosse hin,&#10;Statt Pferde tausend Wünsche an ihr ziehn,&#10;Und jedem sitzt die Schönste in der Sonne drin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende,&#10;Nur Sonnenstunden reichen sich die Hände,&#10;Es sieht das Aug′, ins Aug′ verliebt, durch alle Wände.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kein Tagdieb...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-tagdieb/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kein-tagdieb/</guid><description>&lt;p&gt;Kein Tagdieb wird überflüssig,&#10;sich abzuhasten für ein Nichts:&#10;Sie gehn ein ganzes Leben müßig&#10;im Schweiße ihres Angesichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Keine Dunkelheit trägt dich aus meinem Aug′</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/keine-dunkelheit-traegt-dich-aus-meinem-aug/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/keine-dunkelheit-traegt-dich-aus-meinem-aug/</guid><description>&lt;p&gt;Der Abend trägt die Dinge fort,&#10;Damit die Herzen näher zueinander rücken.&#10;Noch die Nacht hat einen glühenden Faden, der uns leuchtet,&#10;Keine Dunkelheit trägt dich aus meinem Aug′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Sonne unter den Bäumen hingeht,&#10;Und die Nacht aus dem Gras aufsteht,&#10;Folge ich deines Herzens brennender Spur.&#10;O, nimm von meinen Lippen den lautlosen Schwur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kennst Du das Land</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kennst-du-das-land/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kennst-du-das-land/</guid><description>&lt;p&gt;Kennst Du das Land,&#10;Wo die Lianen blüh&amp;rsquo;n&#10;Und himmelhoch&#10;Sich rankt des Urwalds Grün?&#10;Wo Niagara aus den Felsen bricht,&#10;Und Sonnenglut den freien Scheitel sticht? -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kennst Du das Land,&#10;Wohin Märtyrer zieh&amp;rsquo;n,&#10;Und wo sie still&#10;Wie Alpenröslein glüh&amp;rsquo;n?&#10;Kennst Du das Land, kennst Du es nicht?&#10;Die zweite Heimat ist&amp;rsquo;s, so mancher spricht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kennzeichen wahrer Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kennzeichen-wahrer-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kennzeichen-wahrer-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht alles, was man Liebe heißt, ist Liebe,&#10;Wenn&amp;rsquo;s gleich Uraniens Gewänder trägt.&#10;Unschuldig sind des Herzens erste Triebe,&#10;Und selig der, der sie in uns erregt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Feuer wärmet sanft, so wärmt die Sonne&#10;Im Frühlinge den jungen Blüthenbaum;&#10;Sie ist allein der Urborn ächter Wonne,&#10;Und was ihr vorging, was ihr folgt, ist Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur sie berührt des Herzens feinste Saite,&#10;Die Einmal, Einmal nur harmonisch klingt,&#10;Und dann verstummet, wenn nicht eine zweyte&#10;Gleich lautende zur Antwort widerklingt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kind/</guid><description>&lt;p&gt;Süßer Schwindel schlägt hinüber,&#10;Heiße Blicke gehen über,&#10;Und ein neues Leben rinnt.&#10;Unserer Liebe starke Wonnen&#10;Sammelt ein als starke Sonnen&#10;In die Himmel seiner Augen&#10;Unser Kind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kind aus dem Volke</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kind-aus-dem-volke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kind-aus-dem-volke/</guid><description>&lt;p&gt;Kind aus dem Volke so schlicht und rein,&#10;Hüte dich, hüte dich Blümelein!&#10;Bist so lieblich und zart von Gestalt,&#10;Uebst so süße Zaubergewalt &amp;hellip;&#10;Bald ist der Liebe Knospe erwacht,&#10;Liebe kommt träumend und über Nacht.&#10;Heißer zum Herzen strömt dir das Blut,&#10;Deine Wang&amp;rsquo; erglüh&amp;rsquo;t in Rosenglut.&#10;Dein Mund dem Kusse entgegenschwillt,&#10;Nur des Mannes Arm deine Sehnsucht stillt.&#10;Wild preßt du ihn an die wogende Brust,&#10;Du giebst dich hin im Taumel der Lust.&#10;Für ewig scheidet von dir das Glück,&#10;Nie kehrt deine Munterkeit zurück.&#10;In Thränen stirbt deiner Seele Mai,&#10;In düstrer Verzweiflung dein Todesschrei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kind und Buch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kind-und-buch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kind-und-buch/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Komm her einmal, du liebes Buch;&#10;Sie sagen immer, du bist so klug.&#10;Mein Vater und Mutter, die wollen gerne,&#10;Daß ich was Gutes von dir lerne;&#10;Drum will ich dich halten an mein Ohr;&#10;Nun sag mir all′ deine Sachen vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ist denn das für ein Eigensinn,&#10;Und siehst du nicht, daß ich eilig bin?&#10;Möchte gern spielen und springen herum,&#10;Und bleibst du immer so stumm und dumm?&#10;Geh, garstiges Buch, du ärgerst mich,&#10;Dort in die Ecke werf′ ich dich.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kinderlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderlied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderlied/</guid><description>&lt;p&gt;Ich und du und du und du,&#10;Zwei mal zwei ist viere,&#10;Tragen Kränze auf dem Kopf,&#10;Kränze aus Papiere;&#10;Rechts herum und links herum,&#10;Röck′ und Zöpfe fliegen,&#10;Wenn wir alle schwindlich sind,&#10;Falln wir um und liegen,&#10;Purzelpatsch, wir liegen da,&#10;Patschelpurz, im Grase:&#10;Wer die längste Nase hat,&#10;Der fällt auf die Nase.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kinderspiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderspiel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kinderspiel/</guid><description>&lt;p&gt;»Ich hab eine Zither, du ein blaues Band,&#10;komm laß uns werden ein Paar!« &amp;hellip;&#10;Er faßt nach ihrer braunen Hand&#10;und bietet die Lippen ihr dar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie küssen sich hungrig, sie küssen sich satt,&#10;die Vöglein lauschen sacht;&#10;es rührt sich in den Büschen kein Blatt;&#10;nacktfüßig kommt die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die jüngsten Sterne gucken&#10;neugierig auf die zwei,&#10;ihre goldnen Wimpern zucken ..&#10;zögernd ziehen sie vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kindesthränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kindesthraenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kindesthraenen/</guid><description>&lt;p&gt;Willst du die Leiden dieser Erde,&#10;Der Menschheit Jammer ganz versteh&amp;rsquo;n,&#10;Mußt du mit scheuer Gramgeberde,&#10;Ein Kind im Stillen weinen seh&amp;rsquo;n;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Kind, das eben fortgewichen&#10;Aus fröhlicher Gespielen Kreis&#10;Und nun, vom ersten Schmerz beschlichen,&#10;In Thränen ausbricht, stumm und heiß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du weißt nicht, was das kleine Wesen&#10;So rauh und plötzlich angefaßt -&#10;Doch ist&amp;rsquo;s in seinem Blick zu lesen,&#10;Wie es schon fühlt des Daseins Last.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kindheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kindheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kindheit/</guid><description>&lt;p&gt;Ein glasgeschnittner Würfel füllte das Zimmer&#10;Sobald es wieder Abend war, den trug&#10;Er oft und stand umtaut von Schimmer.&#10;Draußen ging dunkler Vögel schwerer Flug&#10;Flatternd vorbei und war wie kühles Wehn&#10;Um seine Stirne. Manchmal, wunderbar,&#10;Blieben die fremden Lieder um ihn stehn&#10;Und eine Blume sang in seinem Haar.&#10;Oft schlich er scheu, gebückt in dumpfer Last,&#10;Und sah sich wie ein Feuer, das entlohte.&#10;Augen waren ihm Qual und tief verhaßt,&#10;Der Wald rief ihn, und war doch fremd, und drohte:&#10;Geweih des Hirsches, der weiß im Dunkel stand,&#10;Wollte ihn tragen. Doch der Ast erhob&#10;In bösem Schlage die verkrümmte Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klage um Ali Bey</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-um-ali-bey/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klage-um-ali-bey/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt mich! laßt mich! ich will klagen,&#10;Fröhlich sein nicht mehr!&#10;Aboudahab hat geschlagen&#10;Alie und sein Heer.&#10;So ein muntrer kühner Krieger&#10;Wird nicht wieder sein;&#10;Über alles ward er Sieger&#10;Haut´es kurz und klein.&#10;Er verschmähte Wein und Weiber,&#10;Ging nur Kriegesbahn,&#10;Und war für die Zeitungsschreiber&#10;Gar ein lieber Mann.&#10;Jedermann in Syrus saget:&#10;&amp;ldquo;Schade, daß er fiel&amp;rdquo;&#10;Und in ganz Ägypten klaget&#10;Mensch und Krokodil.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klagelied einer Nonne</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klagelied-einer-nonne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klagelied-einer-nonne/</guid><description>&lt;p&gt;Viel hundert weiße Lilien&#10;Im Klostergarten stehn;&#10;Die roten, roten Rosen&#10;Sind noch einmal so schön.&#10;Ach Reiter, junger Reiter,&#10;Behalt die Rosen dein;&#10;Mir blühen bloß die Lilien,&#10;Doch nicht die Röselein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klagelied eines deutschen Dichters</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klagelied-eines-deutschen-dichters/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klagelied-eines-deutschen-dichters/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl euch, so lang ihr etwas werdet,&#10;Und eure junge Kraft erprobt:&#10;Man rühmt euch, wie ihr euch gebärdet,&#10;Man findet′s löblich, wenn ihr tobt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch weh, wenn etwas ihr geworden,&#10;Wenn ausgegoren eure Kraft;&#10;Wenn in der echten Sänger Orden&#10;Mit Ruh′ und Tiefe nun ihr schafft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie alsdann man euer Dichten&#10;Mit einem andern Stabe misst,&#10;Dann will euch jeder Knabe richten,&#10;Der immer wird und niemals ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klärchens Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klaerchens-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klaerchens-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Freudvoll&#10;Und leidvoll,&#10;Gedankenvoll sein,&#10;Langen&#10;Und bangen&#10;In schwebender Pein,&#10;Himmelhoch jauchzend,&#10;Zum Tode betrübt -&#10;Glücklich allein&#10;Ist die Seele, die liebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(aus: Egmont)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klatschrose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klatschrose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klatschrose/</guid><description>&lt;p&gt;Weit von fern erblick ich dich schon, doch komm ich dir näher,&#10;Ach! so seh ich zu bald, daß du die Rose nur lügst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klein und artig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klein-und-artig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klein-und-artig/</guid><description>&lt;p&gt;Was klein ist, das wird artig oft genannt:&#10;Stax hat gewiss recht artigen Verstand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleine Blumen ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-blumen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-blumen/</guid><description>&lt;p&gt;Kleine Blumen, kleine Lieder,&#10;Heller Klang und bunte Pracht,&#10;Blumen, die ich nicht gezogen,&#10;Lieder, die ich nicht erdacht: –&#10;Und ich selber hätte nichts,&#10;Dir zu bringen, Dir zu danken,&#10;Sollte heute, heute schweigen?&#10;Ach, was mein war, die Gedanken,&#10;Sind ja längst, schon längst Dein Eigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleine Fabel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-fabel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-fabel/</guid><description>&lt;p&gt;»Ach«, sagte die Maus,&#10;»,die Welt wird enger mit jedem Tag.&#10;Zuerst war sie so breit,&#10;daß ich Angst hatte,&#10;ich lief weiter und war glücklich,&#10;daß ich endlich rechts und links&#10;in der Ferne Mauern sah,&#10;aber diese langen Mauern eilen&#10;so schnell aufeinander zu,&#10;daß ich schon im letzten Zimmer bin,&#10;und dort im Winkel steht die Falle,&#10;in die ich laufe.« -&#10;»Du mußt nur die Laufrichtung ändern«,&#10;sagte die Katze&#10;und fraß sie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleine Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-stadt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleine-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Die vielen kleinen Gassen, die die langgestreckte Hauptstraße überqueren,&#10;Laufen alle ins Grüne. Überall fängt Land an.&#10;Überall strömt Himmel ein und Geruch von Bäumen und der starke Duft der Äcker.&#10;Überall erlischt die Stadt in einer feuchten Herrlichkeit von Wiesen,&#10;Und durch den grauen Ausschnitt niedrer Dächer schwankt&#10;Gebirge, über das die Reben klettern, die mit hellen Stützen in die Sonne leuchten.&#10;Darüber aber schließt sich Kiefernwald: der stößt&#10;Wie eine breite dunkle Mauer an die rote Fröhlichkeit der Sandsteinkirche.&#10;Am Abend, wenn die Fabriken schließen, ist die große Straße mit Menschengefüllt.&#10;Sie gehen langsam oder bleiben mitten auf der Gasse stehn.&#10;Sie sind geschwärzt von Arbeit und Maschinenruß. Aber ihre Augen tragen&#10;Noch Scholle, zähe Kraft des Bodens und das feierliche Licht der Felder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kleines Konzert</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kleines-konzert/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kleines-konzert/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Rot, das traumhaft dich erschüttert -&#10;Durch deine Hände scheint die Sonne.&#10;Du fühlst dein Herz verrückt vor Wonne&#10;Sich still zu einer Tat bereiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Mittag strömen gelbe Felder.&#10;Kaum hörst du noch der Grillen Singen,&#10;Der Mäher hartes Sensenschwingen.&#10;Einfältig schweigen goldene Wälder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im grünen Tempel glüht Verwesung.&#10;Die Fische stehen still. Gottes Odem&#10;Weckt sacht ein Saitenspiel im Brodem.&#10;Aussätzigen winkt die Flut Genesung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geist Dädals schwebt in blauen Schatten,&#10;Ein Duft von Milch in Haselzweigen.&#10;Man hört noch lang den Lehrer geigen,&#10;Im leeren Hof den Schrei der Ratten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Klugheit der Welt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/klugheit-der-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/klugheit-der-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Du hast den Seneca und Plato wohl gelesen;&#10;Allein du kennest nicht der Welt verkehrtes Wesen.&#10;Menalcas, glaub′, es steckt viel Weisheit im Betrug,&#10;Viel Wissenschaft in den Gebehrden.&#10;Du hast Verstand, doch nicht Geschicklichkeit genug,&#10;Auch von den Narren selbst für klug geschätzt zu&#10;werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Knabe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/knabe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/knabe/</guid><description>&lt;p&gt;Hält die Augen in die Welt&#10;Wie zwei schwarze Renner.&#10;Zügelt sie kaum,&#10;Aller Helden Held:&#10;Weit dein Traum,&#10;Reich ohne Raum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Köln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koeln/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koeln/</guid><description>&lt;p&gt;Ich komme am Dom vorbei. Der steht da - unersättlich, mit der großen&#10;in die Nacht hineingreifenden Gebärde -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kleine weiche Kokotten stehen im Schatten der Häuser und haben jenes&#10;mir ach so bekannte Zucken um den Mund, wenn ein großer gedunsener&#10;Mann auf sie zutappt und mit breiten Froschfingern ihre kleine Brust betastet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich stehe auf dem Bahnhof.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da liegt der braune Zug in den Gleisen, der nachts seine Not&#10;von London über Ostende, Berlin und Warschau nach Moskau heult,&#10;atmend wie ein gepeinigtes Tier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kölnisches Volkslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/koelnisches-volkslied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/koelnisches-volkslied/</guid><description>&lt;p&gt;Der Preuß&amp;rsquo; der ist ein Lotterbub,&#10;Sagt er so - zu Köln am Rheine&#10;Saßen da drei Bauern&#10;In grüner Gartenlauben&#10;Auf der Bank zu Weine.&#10;Er hat des Geldes nie genug,&#10;Ich wollt er krieg&amp;rsquo; die Kränke,&#10;Muß hoch am Galgen hängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bohnenfarz mit seiner List,&#10;Sagt er so - zu Köln am Rheine&#10;Saßen da drei Bauern&#10;In grüner Gartenlauben&#10;Auf der Bank zu Weine.&#10;Hat sie all&amp;rsquo; in seinem Strick,&#10;Zahlt er hie, zahlt er da,&#10;Findet Schelmen überall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kolumbus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kolumbus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kolumbus/</guid><description>&lt;p&gt;Steure, mutiger Segler! Es mag der Witz dich verhöhnen,&#10;Und der Schiffer am Steur senken die lässige Hand.&#10;Immer, immer nach West! Dort muß die Küste sich zeigen,&#10;Liegt sie doch deutlich und liegt schimmernd vor deinem Verstand.&#10;Traue dem leitenden Gott und folge dem schweigenden Weltmeer,&#10;Wär sie noch nicht, sie stieg′ jetzt aus den Fluten empor.&#10;Mit dem Genius steht die Natur in ewigem Bunde,&#10;Was der eine verspricht, leistet die andre gewiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Komm, schau her Jungfrau Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-schau-her-jungfrau-kind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/komm-schau-her-jungfrau-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, schau her Jungfrau Kind,&#10;dann siehst du in der Wiegen,&#10;den Himmel und die Erd´,&#10;und hundert Welten liegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kraft und Kraft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kraft-und-kraft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kraft-und-kraft/</guid><description>&lt;p&gt;Wüßte sich die Kraft zur Kraft zu stellen:&#10;Hei, wie würden sie den Weg sich hellen,&#10;Und wie herrlich wär′ das Weltgebäude!&#10;Aber meist nur traurigste Gesellen&#10;Haben an einander volle Freude.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer was kann, der will allein sich zeigen:&#10;All die andern sollen ihm sich neigen&#10;Und ihm opfern als dem einen Gotte,&#10;Oder wenigstens ersterbend schweigen -&#10;Hol′ der Henker diese Götzenrotte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kraft, die ganz und wahr sich selbst empfunden,&#10;Weiß sich Ebenbürtigen verbunden,&#10;Die auf andre Art am großen Werke:&#10;Hat sie stolz mit ihnen sich gefunden,&#10;Freut sie doppelt sich der eignen Stärke!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kraft und Tat</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kraft-und-tat/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kraft-und-tat/</guid><description>&lt;p&gt;Du fürchtest dich,&#10;in Kraft und Tat derselbe&#10;zu sein, der du in&#10;deinen Wünschen bist!&#10;Du wagst es, nach dem&#10;höchsten aufzustreben,&#10;und du erträgst es,&#10;schwach und feige zu sein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krank</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/krank/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/krank/</guid><description>&lt;p&gt;Leidendes Gewand,&#10;Kränklich heiße Hand,&#10;Weher Sterne Flirren.&#10;Tiefversunkener Brand,&#10;Bang verblichen Band,&#10;Wie ein Rauch mag irren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krieg und Friede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/krieg-und-friede/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/krieg-und-friede/</guid><description>&lt;p&gt;Die Welt hat Krieg geführt weit über zwanzig Jahr.&#10;Nunmehr soll Friede sein, soll werden, wie es war.&#10;Sie hat gekriegt um das, o lachenswerte Tat,&#10;Was sie, eh sie gekriegt, zuvor besessen hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kriegslied der Deutschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied-der-deutschen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kriegslied-der-deutschen/</guid><description>&lt;p&gt;Zottelbär und Panthertier&#10;Hat der Pfeil bezwungen;&#10;Nur für Geld, im Drahtspalier,&#10;Zeigt man noch die Jungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf den Wolf, soviel ich weiß,&#10;Ist ein Preis gesetzet;&#10;Wo er immer hungerheiß&#10;Naht, wird er gehetzet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Reinecke, der Fuchs, der sitzt&#10;Lichtscheu in der Erden,&#10;Und verzehrt, was er stipitzt,&#10;Ohne fett zu werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aar und Geier nisten nur&#10;Auf der Felsen Rücken,&#10;Wo kein Sterblicher die Spur&#10;In den Sand mag drücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kritiker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kritiker/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kritiker/</guid><description>&lt;p&gt;Manch&amp;rsquo; ein Richter&#10;Ueber Dichter&#10;Dünkt sich ein lichter,&#10;Mehr als schlichter&#10;Kopf&#10;Und ist ein entfärbter&#10;Von Halbkultur verderbter,&#10;Zu Leder gegerbter,&#10;Von der Natur enterbter&#10;Tropf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie: von der Natur?&#10;Je nun, ich meine nur:&#10;Von der seelischen, feinen,&#10;Nicht von der gemeinen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Krol Duch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/krol-duch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/krol-duch/</guid><description>&lt;p&gt;So ein Menschensinn,&#10;Ihr wißt ja nicht,&#10;Wie groß der ist,&#10;Wie gewaltig und fest!&#10;Weilend und eilend&#10;Ein Proteus.&#10;Überallhin, überallhin&#10;Reichen reine Kräfte,&#10;Die sich der Triebe begeben.&#10;In zarten Farben&#10;Atmet der Geist ein seliges Leben,&#10;Bange vor Fülle.&#10;Alles ist von Blumen zu,&#10;Wo gibt es ein Ende?&#10;Über alles rieselst du hin,&#10;Göttlicher Geist,&#10;Und schaust dein selber&#10;Beschwichtigtes Schicksal,&#10;Und freust Dich,&#10;Eines gewaltigen Vaters der Dinge,&#10;Der nirgends wohnt,&#10;Um so glutender naht seine Kraft&#10;Den wachsenden Söhnen,&#10;In ihnen wächst er drängend&#10;Über die Erden,&#10;Neu sie erschaffend,&#10;Unverlassen,&#10;Anders gestaltet,&#10;Kann er die Welten&#10;Und ihr buntes leuchtendes Leben&#10;Ruhend aus sich tun.&#10;Sein Sein schon ist Leben.&#10;Farbige Weihe,&#10;Ungeheure Angesichter&#10;Her zu mir gestellt&#10;Aus der Unendlichkeit,&#10;Und starke deutliche Hände&#10;Mit festen brüchigen Daumennägeln,&#10;Knoten an den Gelenken&#10;Und blauen täglichen Ärmeln,&#10;Oder ziegelroten&#10;Und breitem, weißen, lässigen Aufschlag,&#10;Die kommen mir aus dem klaren,&#10;Dem Blicke weichenden Himmelsgewölbe.&#10;Ein Wortbauer,&#10;Gestalten sinnend,&#10;Gesetze gewinnend&#10;Von hüben&#10;Und drüben,&#10;Zuwartend,&#10;Rein mich putzend&#10;Und liebend, liebend.&#10;Die brennende Sehnsucht&#10;Zum weiteren&#10;Leben und Tod&#10;Und Sterne&#10;Und Sonnenbahnen&#10;Aus meinem helleren,&#10;Tieferen Geiste zu lesen,&#10;Sie wird gestillt nach Gesetzen&#10;Zur Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kühl und hart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuehl-und-hart/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuehl-und-hart/</guid><description>&lt;p&gt;Kühl und hart ist der heutige Tag.&#10;Die Wolken erstarren.&#10;Die Winde sind zerrende Taue.&#10;Die Menschen erstarren.&#10;Die Schritte klingen metallen&#10;Auf erzenen Steinen,&#10;Und die Augen schauen&#10;Weite weiße Seen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem alten Städtchen stehn&#10;Kleine helle Weihnachtshäuschen,&#10;Ihre bunte Scheiben sehn&#10;Auf das schneeverwehte Plätzchen.&#10;Auf dem Mondlichtplatze geht&#10;Still ein Mann im Schnee fürbaß,&#10;Seinen großen Schatten weht&#10;Der Wind die Häuschen hinauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Menschen, die über dunkle Brücken gehn,&#10;vorüber an Heiligen&#10;mit matten Lichtlein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kühle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuehle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuehle/</guid><description>&lt;p&gt;Alles das ist nur ein Träumen,&#10;Und ich sollte nie erwachen:&#10;Das wär schön.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn der Tag hat kalte Farben,&#10;Und die Wahrheit geht in Wolle,&#10;Rauh und grau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wirklichkeit, die alte Vettel,&#10;Zückt schon ihre Klapperschere&#10;Und sie grinst:&#10;Weg die bunten Seidenbänder,&#10;Weg die langen Ringellocken,&#10;Weg den Tand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein kurzer Krampf im Herzen&#10;Und das alte böse Lachen:&#10;Siehst du wohl?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kühle mein Herz!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuehle-mein-herz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuehle-mein-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Das Gras auf der Heide, so grün und voll,&#10;Spricht ewig, daß ich hoffen soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rosenflur ruft glühend rot:&#10;Liebe, liebe bis in den Tod!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der blaue Himmel oben spricht:&#10;Vergißmeinnicht! Vergißmeinnicht! —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du grünes Gras, du weißt es nicht,&#10;Wie bald, wie bald die Treue bricht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du liebes Röslein, so glühend rot, —&#10;Du weißt nichts von der Liebe Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du aber Himmel so tief und blau —&#10;Kühle mein Herz mit deinem Thau,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Künstlerleben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuenstlerleben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuenstlerleben/</guid><description>&lt;p&gt;Erhabner, seliger Beruf,&#10;Zu dem der Geist, der Alles schuf,&#10;Mich vor der Zeit und Ewigkeit&#10;Als seinen Priester eingeweiht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Tempel, wo der Künstler lebt,&#10;Wo rings um ihn die Gottheit webt,&#10;Die er, wohin sein Fuß auch dringt,&#10;In ihrer Fülle mit sich bringt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie nahm ihn früh auf ihren Schooß,&#10;Sie herzte ihn, sie zog ihn groß,&#10;Und, wo er geht und wo er steht,&#10;Ihr Lebensathem ihn umweht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kunz und Görgel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kunz-und-goergel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kunz-und-goergel/</guid><description>&lt;p&gt;Welch süße Wohllust, so zu trincken!&#10;Sprach Kunz, und rückte seinen Hut,&#10;Bey neuem Wein und jungen Schinken&#10;Sind allemahl die Zeiten gut!&#10;Die Steuer scheinet viel gelinder,&#10;Die Stunden fliesen viel geschwinder,&#10;Wenn man bey vollem Glase spricht;&#10;Denn an die Schulden denckt man nicht;&#10;Noch weniger an Weib und Kinder.&#10;Gefiel es, Nachbar Görgel, dir,&#10;Wir blieben bis zum Morgen hier?&#10;Rasch fieng sich Görgel an zu blähen;&#10;(Er hatte, wie ein Seraskier,&#10;Den Kopf voll Stangen und voll Höhen)&#10;Ich halte, Vetter Kunz, dafür,&#10;Ihr scheint das Ding nicht zu verstehen,&#10;Und raisoniret, wie ein Thier.&#10;Wir bleiben rechter immer hier:&#10;Es kostet nichts, als wann wir gehen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kunz und Hinz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kunz-und-hinz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kunz-und-hinz/</guid><description>&lt;ol start="1776"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinz, möchtet Ihr im Monde leben?&#10;Es sollen dort auch Leute sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein! Doch wenn sie dort Streit erheben,&#10;Schickt uns der Prinz für Geld hinein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Mond? Was schert der Krieg uns da?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denkt doch nur an Amerika!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kurze Fahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kurze-fahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kurze-fahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Posthorn, wie so keck und fröhlich&#10;Brachst du einst den Morgen an,&#10;Vor mir lags so frühlingsselig,&#10;Daß ich still auf Lieder sann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkel rauscht es schon im Walde,&#10;Wie so abendkühl wirds hier,&#10;Schwager, stoß ins Horn - wie balde&#10;Sind auch wir im Nachtquartier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Kuß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuss/</guid><description>&lt;p&gt;Auf die Hände küßt die Achtung,&#10;Freundschaft auf die offne Stirn,&#10;Auf die Wange Wohlgefallen,&#10;Sel′ge Liebe auf den Mund;&#10;Aufs geschloßne Aug′ die Sehnsucht,&#10;In die hohle Hand Verlangen,&#10;Arm und Nacken die Begierde,&#10;Übrall sonst die Raserei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Küssen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/kuessen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/kuessen/</guid><description>&lt;p&gt;Wer küssen wil, küß auff den Mund; das andre gibt nur halb geniessen;&#10;Gesichte nicht, nicht Hals, Hand, Brust: der Mund allein kan wieder küssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>L′ange du meridien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lange-du-meridien/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lange-du-meridien/</guid><description>&lt;p&gt;Chartres&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Sturm, der um die starke Kathedrale&#10;wie ein Verneiner stürzt der denkt und denkt,&#10;fühlt man sich zärtlicher mit einem Male&#10;von deinem Lächeln zu dir hingelenkt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;lächelnder Engel, fühlende Figur,&#10;mit einem Mund, gemacht aus hundert Munden:&#10;gewahrst du gar nicht, wie dir unsre Stunden,&#10;abgleiten von der vollen Sonnenuhr,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;auf der des Tages ganze Zahl zugleich,&#10;gleich wirklich, steht in tiefem Gleichgewichte,&#10;als wären alle Stunden reif und reich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Land im Herbste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/land-im-herbste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/land-im-herbste/</guid><description>&lt;p&gt;Die alte Heimat seh′ ich wieder,&#10;Gehüllt in herbstlich feuchten Duft;&#10;Er träufelt von den Bäumen nieder,&#10;Und weithin dämmert grau die Luft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und grau ragt eine Flur im Grauen,&#10;Drauf geht ein Mann mit weitem Schritt&#10;Und streut, ein Schatten nur zu schauen,&#10;Ein graues Zeug, wohin er tritt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist es der Geist verschollner Ahnen,&#10;Der kaum erstrittnes Land besät,&#10;Indes zu seiten seiner Bahnen&#10;Der Speer in brauner Erde steht?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaftmaler - Französischer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftmaler-franzoesischer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftmaler-franzoesischer/</guid><description>&lt;p&gt;Fürchterlich saust der Orkan; es schäumt das Meer aus dem Grund auf,&#10;Wolken bersten, es scheint heut′ die Natur zu vergehn.&#10;Regen schüttet, es zittert die Erd′, es wüthet der Donner,&#10;Eichen splittern, der Wind wurzelt in Wahnsinn sie aus.&#10;Grauenerweckende Nacht! der verheerende Blitz nur beleuchtet,&#10;Stürme wehen das Haar schrecklich dem Maler empor,&#10;Stürme fassen ihm schon den Regenschirm, und der Blitz zuckt&#10;Flammend auf ihn, doch er bleibt, malt und studirt die Natur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaftmalerische Kuriosität</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftmalerische-kuriositaet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftmalerische-kuriositaet/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr seid närrische Leute, da wandelt ihr durch die Campagna,&#10;Wie durch die Gallerie, immer mit kritischem Blick.&#10;Das sind Linien, Gründe, Gebirge, Beleuchtungen, Tinten,&#10;Aber das ist nicht nach Clauds, das nicht nach Poussins Geschmack.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landschaftsmaler - Italiänischer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftsmaler-italiaenischer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landschaftsmaler-italiaenischer/</guid><description>&lt;p&gt;Hurtig, Postillon! Cospetto die Bacco! Die Pferde&#10;Laufen wie Mähren und ich habe nicht länger Geduld.&#10;Das will Eile! Der Hügel in Rom sind sieben, und alle&#10;Muß ich haben, und noch jeden von hinten und vorn.&#10;Hab′ ich die Extrapost doch bezahlt! Drum hurtig, Herr Schwager,&#10;So in Flug und Galopp nehm′ ich das Ding mir hinweg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landsturm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landsturm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landsturm/</guid><description>&lt;ol start="1813"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Feuer sind entglommen&#10;Auf Bergen nah′ und fern,&#10;Ha, Windsbraut, sei willkommen,&#10;Willkommen Sturm des Herrn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O zeuch durch unsre Felder&#10;Und reinige das Land,&#10;Durch unsre Tannenwälder,&#10;Du Sturm von Gott gesandt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Thürme, hoch erhoben&#10;In freier Himmelsluft,&#10;So zauberisch umwoben&#10;Von blauem Wolkenduft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie habt ihr oft gerufen&#10;Die andachtvolle Schaar,&#10;Wenn an des Altars Stufen&#10;Das Heil zu finden war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Wetter oft sich brachen&#10;Vor eurem Glockenklang;&#10;Nun führt ihr andre Sprachen,&#10;Es klingt wie Brautgesang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Landung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/landung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/landung/</guid><description>&lt;p&gt;Mein weißer Schwan vor mir, noch ziehn wir leise&#10;auf dunkler Flut durch unser Morgengrauen,&#10;zur blassen Ferne, wo die Wellenkreise&#10;dem jungen Tage hoch entgegenblauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So lassen wir uns tragen, weiter tragen,&#10;und golden wird der dunkle Wasserbogen,&#10;bis wir die seligen Inseln sehen ragen&#10;im Glanz der Frühe aus den stillen Wogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wirst du losgeknüpft von meinen Zügeln,&#10;der Nachen säumt, wir sind am Heimatlande;&#10;da dehnst du dich mit ausgespannten Flügeln&#10;und steigst hinauf mit mir zum hellen Strande.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lärmschutz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/laermschutz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/laermschutz/</guid><description>&lt;p&gt;Palmström liebt sich in Geräusch zu wickeln,&#10;teils zur Abwehr wider fremde Lärme,&#10;teils um sich vor drittem Ohr zu schirmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so läßt er sich um seine Zimmer&#10;Wasserröhren legen, welche brausen.&#10;Und ergeht sich, so behütet, oft in&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;stundenlangen Monologen, stunden-&#10;langen Monologen, gleich dem Redner&#10;von Athen, der in die Brandung brüllte,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;gleich Demosthenes am Strand des Meeres.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laß ab von diesem Zweifeln, Klauben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-ab-von-diesem-zweifeln-klauben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-ab-von-diesem-zweifeln-klauben/</guid><description>&lt;p&gt;Laß ab von diesem Zweifeln, Klauben,&#10;Vor dem das Beste selbst zerfällt,&#10;Und wahre dir den vollen Glauben&#10;An diese Welt trotz dieser Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schau hin auf eines Weibes Züge,&#10;Das lächelnd auf den Säugling blickt,&#10;Und fühl′s, es ist nicht alles Lüge,&#10;Was uns das Leben bringt und schickt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und, Herze, willst du ganz genesen,&#10;Sei selber wahr, sei selber rein!&#10;Was wir in Welt und Menschen lesen,&#10;Ist nur der eigne Widerschein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laß das Kätzchen in Ruh!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-das-kaetzchen-in-ruh/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-das-kaetzchen-in-ruh/</guid><description>&lt;p&gt;Franz, sag′ ich, laß das Kätzchen in Ruh!&#10;Es wird dich kratzen.&#10;Laß dich doch nicht warnen immerzu!&#10;Falsch sind die Katzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie können schnurren und zärtlich sein,&#10;Sich schmiegen und schmeicheln,&#10;Sie tätzeln und ziehen die Krallen ein&#10;Und lassen sich streicheln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ändern sich auch oft geschwind&#10;Die freundlichsten Katzen,&#10;Denn Katzen nun einmal Katzen sind&#10;Und müssen kratzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lass doch die Zukunft schlafen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-doch-die-zukunft-schlafen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-doch-die-zukunft-schlafen/</guid><description>&lt;p&gt;Lass doch die Zukunft schlafen, wie sie es verdient.&#10;Wenn man sie nämlich vorzeitig weckt,&#10;bekommt man dann eine verschlafene Gegenwart.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laß ihn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-ihn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-ihn/</guid><description>&lt;p&gt;Er ist verliebt, laß ihn gewähren,&#10;Bekümmre dich um dein Pläsier,&#10;Und kommst du gar, ihn zu bekehren,&#10;Wirft er dich sicher vor die Tür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Gründen ist da nichts zu machen.&#10;Was einer mag, ist seine Sach,&#10;Denn kurz gesagt: In Herzenssachen&#10;Geht jeder seiner Nase nach.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laß nie die Kraft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-nie-die-kraft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lass-nie-die-kraft/</guid><description>&lt;p&gt;Laß nie die Kraft, den Willen dir erschlaffen,&#10;vom Bessern dich zum Besten aufzuraffen!&#10;Nur wenn dein Geist nach Fortschritt ewig geizt,&#10;wenn ewig ihn Vollendung lockt und reizt,&#10;dan lebst du erst; es leben nur, die schaffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laßt die Libellen ziehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lasst-die-libellen-ziehn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lasst-die-libellen-ziehn/</guid><description>&lt;p&gt;Laßt die Libellen ziehn; unschuldige Fremdlinge sind es,&#10;Folgen dem Doppelgestirn froh, mit Geschenken, hieher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Laterne! Laterne!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/laterne-laterne/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/laterne-laterne/</guid><description>&lt;p&gt;Noch einmal glänzt wie Goldgeschmeide&#10;die Flut des Stromes leuchtend auf,&#10;da steigt in leichtem Nebelkleide&#10;der Sommerabend still herauf.&#10;Und wie er durch die Gassen schreitet,&#10;aufatmend jede Brust sich weitet.&#10;Es ist, als klan&amp;rsquo; ein Friedeswort,&#10;und Lärm und Unrast fliehen fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kommt&amp;rsquo;s aus Tür und Tor gesprungen&#10;und ordnet sich in langer Reih,&#10;ein Zug von Mädchen und von Jungen,&#10;ein Käsehoch ist auch dabei.&#10;Wie sie die Köpfchen drehn und wenden,&#10;die Stocklaterne hoch in Händen!&#10;Dann zieht&amp;rsquo;s mit feierlichem Sang&#10;die Straße langsam stolz entlang:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leben heißt Sehnsucht verehren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-heisst-sehnsucht-verehren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leben-heisst-sehnsucht-verehren/</guid><description>&lt;p&gt;Über den leeren mächtigen Bäumen&#10;Hängen die schmächtigen Sterne,&#10;Umdrängen den Mond im Kreise.&#10;Sehnsüchte leben auch in den prächtigen Himmelsräumen,&#10;Und auch Gestirne kommen aus ihrem Geleise.&#10;Keine Sonne, kein Stern kann sich der Sehnsucht erwehren,&#10;Alle Leben leiden und lachen auf gleiche Weise.&#10;Leben heißt Sehnsucht verehren;&#10;Niemals der Tod, die Geliebte allein kann dir Ruhe bescheren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebenspflichten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenspflichten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenspflichten/</guid><description>&lt;p&gt;Rosen auf den Weg gestreut,&#10;Und des Harms vergeßen!&#10;Eine kleine Spanne Zeit&#10;Ward uns zugemessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heute hüpft, im Frühlingstanz,&#10;Noch der frohe Knabe;&#10;Morgen weht der Todtenkranz&#10;Schon auf seinem Grabe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wonne führt die junge Braut&#10;Heute zum Altare;&#10;Eh die Abendwolke thaut,&#10;Ruht sie auf der Bahre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ungewißer, kurzer Daur&#10;Ist dieß Erdeleben;&#10;Und zur Freude, nicht zur Traur,&#10;Uns von Gott gegeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gebet Harm und Grillenfang,&#10;Gebet ihn den Winden;&#10;Ruht, bey frohem Becherklang,&#10;Unter grünen Linden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebenszweck</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenszweck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebenszweck/</guid><description>&lt;p&gt;Hilflos in die Welt gebannt,&#10;Selbst ein Rätsel mir,&#10;In dem schalen Unbestand,&#10;Ach, was soll ich hier?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;- Leiden, armes Menschenkind,&#10;Jede Erdennot,&#10;Ringen, armes Menschenkind,&#10;Ringen um den Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lebewohl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lebewohl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lebewohl/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Lebe wohl!&amp;rdquo; - Du fühltest nicht,&#10;Was es heißt, dies Wort der Schmerzen:&#10;Mit getrostem Angesicht&#10;Sagtest du′s und leichtem Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lebe wohl! - Ach, tausendmal&#10;Hab′ ich mir es vorgesprochen.&#10;Und in nimmersatter Qual&#10;Mir damit das Herz gebrochen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leda</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leda/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leda/</guid><description>&lt;p&gt;Als ihn der Gott in seiner Not betrat,&#10;erschrak er fast, den Schwan so schön zufinden;&#10;er ließ sich ganz verwirrt in ihm verschwinden.&#10;Schon aber trug ihn sein Betrug zur Tat,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;bevor er noch des unerprobten Seins&#10;Gefühle prüfte. Und die Aufgetane&#10;erkannte schon den Kommenden im Schwane&#10;und wußte schon: er bat um Eins,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;das sie, verwirrt in ihrem Widerstand,&#10;nicht mehr verbergen konnte. Er kam nieder&#10;und halsend durch die immer schwächere Hand&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lehre aus Erfahrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lehre-aus-erfahrung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lehre-aus-erfahrung/</guid><description>&lt;p&gt;Hat dir ein Autor Geld geliehn,&#10;Und kommt und will den Wechsel ziehn,&#10;Und kannst doch nicht sogleich bezahlen,&#10;Ihm auch keinen andern Trug vormalen,&#10;So sprich getrost: »Jetzt weiß ich schon,&#10;′s war als die treffliche Rezension,&#10;Wie Euer letztes Werk gelungen,&#10;Stund in den Literaturzeitungen;&#10;Wäret gelobt übern Schellenkönig,&#10;Und dennoch, deucht es mir, zu wenig.&#10;Aber könntet Ihr nicht noch borgen&#10;Einige Zeit?« »Seid ohne Sorgen«,&#10;Der Autor drauf ganz freundlich spricht:&#10;»Nach meinem Geld verlangt mich nicht.&#10;Bleibt mein Freund! ′s hat kein Gefahr,&#10;Könnt mich bezahlen bis übers Jahr.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lenau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lenau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lenau/</guid><description>&lt;p&gt;Andere singen, du schlägst, o melancholischer Sprosser!&#10;Schlägst in verzweifeltem Kampf, selber verzweifelnd, mit uns.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lenzleid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lenzleid/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lenzleid/</guid><description>&lt;p&gt;Dass du Lenz gefühlt hast&#10;unter meiner Winterhülle,&#10;dass du den Lenz erkannt hast&#10;in meiner Todstille.&#10;Nicht wahr, das ist Gram,&#10;Winter sein, eh&amp;rsquo; der Sommer kam,&#10;eh&amp;rsquo; der Lenz sich ausgejauchzt hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, du! schenk&amp;rsquo; mir deinen gold&amp;rsquo;nen Tag&#10;von deines Blutes blühendem Rot.&#10;Meine Seele friert vor Hunger,&#10;ist satt vom Reif.&#10;O, du! gieße Dein Lenzblut&#10;durch meine Starre,&#10;durch meinen Scheintod.&#10;Sieh, ich harre&#10;schon Ewigkeiten auf dich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lesart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lesart/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lesart/</guid><description>&lt;p&gt;Ganz außer Maßen christlich war&#10;Ein Fürst von Babylon,&#10;Er mischte aus Romantik gar&#10;Wein und Religion.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er rief: bringt mir Champagner her&#10;Nebst Bibel, Lumpenpack!&#10;Trank mehr als eine Flasche leer,&#10;Schnupft auch dazu Tabak.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Johannis Evangelium&#10;Schlägt er dann auf mit Schall,&#10;Es geht in seinem Ohr noch um&#10;Der manchen Pfropfe Knall.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er wieget mit Gedankenschwung&#10;Den rothgesoff&amp;rsquo;nen Kopf,&#10;Dann liest er mit Beschwichtigung:&#10;Im Anfang war der Pfropf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Leser oder Kritiker</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/leser-oder-kritiker/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/leser-oder-kritiker/</guid><description>&lt;p&gt;Lied gefällt, was Meister Feil auch spreche.&#10;Für Gäste kocht ich zu: was kümmern mich die Köche?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzte Fahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-fahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-fahrt/</guid><description>&lt;p&gt;An meinem Todestag – ich werd ihn nicht erleben –&#10;da soll es mittags Rote Grütze geben,&#10;mit einer fetten, weißen Sahneschicht &amp;hellip;&#10;Von wegen: Leibgericht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Kind, der Ludolf, bohrt sich kleine Dinger&#10;aus seiner Nase – niemand haut ihm auf die Finger.&#10;Er strahlt, als einziger, im Trauerhaus.&#10;Und ich lieg da und denk: &amp;ldquo;Ach, polk dich aus!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann tragen Männer mich vors Haus hinunter.&#10;Nun faßt der Karlchen die Blondine unter,&#10;die mir zuletzt noch dies und jenes lieh &amp;hellip;&#10;Sie findet: Trauer kleidet sie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzte Heimkehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-heimkehr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-heimkehr/</guid><description>&lt;p&gt;Der Wintermorgen glänzt so klar,&#10;Ein Wandrer kommt von ferne,&#10;Ihn schüttelt Frost, es starrt sein Haar,&#10;Ihm log die schöne Ferne,&#10;Nun endlich will er rasten hier,&#10;Er klopft an seines Vaters Tür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch tot sind, die sonst aufgetan,&#10;Verwandelt Hof und Habe,&#10;Und fremde Leute sehn ihn an,&#10;Als käm er aus dem Grabe;&#10;Ihn schauert tief im Herzensgrund,&#10;Ins Feld eilt er zur selben Stund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sang kein Vöglein weit und breit,&#10;Er lehnt′ an einem Baume,&#10;Der schöne Garten lag verschneit,&#10;Es war ihm wie im Traume,&#10;Und wie die Morgenglocke klingt,&#10;Im stillen Feld er niedersinkt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzte Hoffnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-hoffnung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-hoffnung/</guid><description>&lt;p&gt;Hie und da ist an den Bäumen&#10;Manches bunte Blatt zu seh′n,&#10;Und ich bleibe vor den Bäumen&#10;Oftmals in Gedanken steh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schaue nach dem einen Blatte,&#10;Hänge meine Hoffnung dran;&#10;Spielt der Wind mit meinem Blatte,&#10;Zitt′r′ ich, was ich zittern kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, und fällt das Blatt zu Boden,&#10;Fällt mit ihm die Hoffnung ab;&#10;Fall′ ich selber mit zu Boden,&#10;Wein′ auf meiner Hoffnung Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzte Worte über Griechenland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-worte-ueber-griechenland/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzte-worte-ueber-griechenland/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist mir Ruhm und Ehre, was die Qual,&#10;in der ein Volk gebiert ein neues Reich?&#10;Ich stürb′ dafür. Doch hätte ich die Wahl,&#10;ich ließ′ die Krone: Lorbeer macht mich reich.&#10;Ich bin ein Narr der Leidenschaft; einmal&#10;nur blickst du kalt mich an, ich werde bleich -&#10;ein Vogel, dem ein Vipernblick befahl,&#10;herabzustürzen in des Todes Reich.&#10;So blendend ist, so bannend dieser Strahl,&#10;so stark dein Zauber - oder ich so weich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzter Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-abend/</guid><description>&lt;p&gt;(Aus dem Besitze Frau Nonnas)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Nacht und fernes Fahren; denn der Train&#10;des ganzen Heeres zog am Park vorüber.&#10;Er aber hob den Blick vom Clavecin&#10;und spielte noch und sah zu ihr hinüber&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;beinah wie man in einen Spiegel schaut:&#10;so sehr erfüllt von seinen jungen Zügen&#10;und wissend, wie sie seine Trauer trügen,&#10;schön und verführender bei jedem Laut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch plötzlich wars, als ob sich das verwische:&#10;sie stand wie mühsam in der Fensternische&#10;und hielt des Herzens drängendes Geklopf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzter Hauch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-hauch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-hauch/</guid><description>&lt;p&gt;Wem ich dieses klage,&#10;weiß ich klage nicht;&#10;der ich dieses sage,&#10;fühlt, ich zage nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heute heißt′s Verglimmen,&#10;wie ein Licht verglimmen&#10;in der Luft verschwimmen,&#10;wie ein Ton verschwimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Möge schwach wie immer,&#10;aber hell und rein,&#10;dieser letzte Schimmer,&#10;dieser Ton mir sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letzter Stoßseufzer eines Journalisten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-stossseufzer-eines-journalisten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letzter-stossseufzer-eines-journalisten/</guid><description>&lt;p&gt;Die für jeden Quark der Zeiten&#10;Meinen Kopf ihr habt mißbraucht,&#10;Bis in lauter Nichtigkeiten&#10;All sein Inhalt war verraucht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hirnvampyre, zeigt euch edel!&#10;Füllt euch wenigstens mit Wein&#10;Diesen leergesognen Schädel -&#10;Und vom besten laßt es sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß doch als fidele Bowle&#10;In der Fülle goldnem Wahn&#10;Sich mein Schädel noch erhole&#10;Davon, was ihr ihm getan ..&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Letztes Finden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/letztes-finden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/letztes-finden/</guid><description>&lt;p&gt;Verlassene Geliebte, schwergekränkte,&#10;Noch einmal gib mir freundlich Deine Hand,&#10;Die mir Dein großes Herz in Tagen schenkte,&#10;Wo Du noch viel zu wenig mich gekannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein heißes Lieben und ein heißes Leiden&#10;Hat unser beider Herzen durchgewühlt,&#10;Sekundenlanges Finden, bittres Scheiden,&#10;Und Reue dann, von Starrsinn unterkühlt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erschienen bist Du mir in stillen Stunden,&#10;Wo klar und ruhig floss mein wildes Blut;&#10;Ich wähnte damals, dass ich heimgefunden,&#10;Und Alles, Alles sei nun endlich gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Licht und Wärme</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/licht-und-waerme/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/licht-und-waerme/</guid><description>&lt;p&gt;Der bess′re Mensch tritt in die Welt&#10;Mit fröhlichem Vertrauen,&#10;Er glaubt, was ihm die Seele schwellt,&#10;Auch außer sich zu schauen,&#10;Und weiht, von edlem Eifer warm,&#10;Der Wahrheit seinen treuen Arm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch alles ist so klein, so eng,&#10;Hat er es erst erfahren;&#10;Da sucht er in dem Weltgedräng&#10;Sich selbst nur zu bewahren;&#10;Das Herz, in kalter, stolzer Ruh,&#10;Schließt endlich sich der Liebe zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie geben, ach! Nicht immer Glut,&#10;Der Wahrheit helle Strahlen.&#10;Wohl denen, die des Wissens Gut&#10;Nicht mit dem Herzen zahlen.&#10;Drum paart zu eurem schönsten Glück&#10;Mit Schwärmers Ernst des Weltmanns Blick!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe hört auf keine Lehre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-hoert-auf-keine-lehre/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-hoert-auf-keine-lehre/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe hört auf keine Lehre,&#10;weiß im Leben nicht ein noch aus.&#10;Wenn´s nicht eben die Liebe wäre,&#10;sie sperrten sie ins Irrenhaus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe kann nichts als lieben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-kann-nichts-als-lieben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-kann-nichts-als-lieben/</guid><description>&lt;p&gt;Es liegt nichts dran,&#10;ob es der Mensch nicht merken will,&#10;Gott liebt ihn, wie er ist,&#10;ohn Maß und Zeit und Ziel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe und Begierde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-begierde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-begierde/</guid><description>&lt;p&gt;Recht gesagt, Schlosser! Man liebt, was man hat, man begehrt, was man nicht hat;&#10;Denn nur das reiche Gemüth liebt, nur das arme begehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe und Freundschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-freundschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-und-freundschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe, weg! Du zankst dich nur,&#10;Bist nur immer eifersüchtig!&#10;Siehst nur immer nach der Uhr,&#10;Bist, wie ihre Stunden, flüchtig!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freundschaft, bleib’! Du zankst dich nicht,&#10;Bist nicht immer eifersüchtig!&#10;Siehst in’s helle Sonnenlicht,&#10;Bist nicht unstät, bist nicht flüchtig!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Komm’ und sitz’ auf meinem Schooß,&#10;Herrsch’ in meinem kleinen Staate! –&#10;Wie werd’ ich die Liebe los?&#10;Rathe, liebe Freundschaft, rathe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebe wider Willen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-wider-willen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebe-wider-willen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß es wohl und spotte Viel:&#10;Ihr Mädchen seid voll Wankelmut!&#10;Ihr liebet, wie im Kartenspiel,&#10;Den David und den Alexander;&#10;Sie sind ja Forcen miteinander,&#10;Und die sind miteinander gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch bin ich elend wie zuvor,&#10;Mit misanthropischem Gesicht,&#10;Der Liebe Sclav, ein armer Thor!&#10;Wie gern wär′ ich sie los die Schmerzen,&#10;Allein es sitzt zu tief im Herzen,&#10;Und Spott vertreibt die Liebe nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesbüsche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesbuesche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesbuesche/</guid><description>&lt;p&gt;Eure Rätsel, dichtversponnene Büsche,&#10;Bald nun sind sie wieder gelöst, wenn spottend&#10;Pfeift der Wind durch die leergeschüttelten Zweige!&#10;Wenig seid ihr selbst: doch flochtet ihr flüsternd&#10;Ein Geheimnis magisch dämmernder Schatten&#10;Um die Triebe schwärmender Sommerpärchen!&#10;Satt sind nun die Hungrigen, die ihr hegtet,&#10;Euer Werk ist getan - und rauh in die Gosse&#10;Fegt den dürren Rest das knochige Kehrweib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeserklärung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeserklaerung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeserklaerung/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Hand ist in meiner,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;so lange Du sie dort läßt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesgedicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesgedicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesgedicht/</guid><description>&lt;p&gt;Du warst die Blume Makellos&#10;und ich war wild und wach.&#10;Als deine Iris überfloss,&#10;da gabst du gebend nach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich war die Blume Schmerzenlos&#10;in deinem lichten Duft.&#10;Wir schenkten uns aus Grenzenlos,&#10;aus Erde, Leid und Gruft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da wuchs die Blume Morgenrot&#10;an unserer Nächte Saum.&#10;Wir litten eine süße Not&#10;um einen süßen Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesgruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesgruss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesgruss/</guid><description>&lt;p&gt;Dein dunkles Auge hat mich angelacht,&#10;So wie die zaubervollste Frühlingsnacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In deinem Antlitz eine Helle lag,&#10;So wie im allerschönsten Frühlingstag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein langes Haar umschlang das stille Haupt,&#10;Als war von Blumenkränzen es umlaubt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und deines Wortes seelenvoller Laut,&#10;Der machte bald mich ganz mit dir vertraut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch was mein Herz so ernst, so tief erfaßt,&#10;Das ist, daß du mich gleich verstanden hast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß du es gleich an meiner Glut erkannt,&#10;Daß ich für dich in wahrer Lieb entbrannt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesmorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesmorgen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesmorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem roten, roten Pfühl&#10;kriecht die Sonne auf die Dielen,&#10;Und wir blinzeln nur und schielen&#10;Nach uns, voller Lichtgefühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die Rosa-Pelikane,&#10;Einen hellen Fisch umkrallend,&#10;Rissen unsere Lippen lallend&#10;Kuß um Kuß vom weißen Zahne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und nun, eingerauscht ins weiche&#10;Nachgefühl der starken Küsse,&#10;Liegen wir wie junge Flüsse&#10;Eng umsonnt in einem Teiche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wir lächeln gleich Verzückten;&#10;Lachen gibt der Garten wieder,&#10;Wo die jungen Mädchen Flieder,&#10;Volle Fäuste Flieder pflückten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebesnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesnacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebesnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Das war die Nacht, die aller Nächte Preis —&#10;erinnerst du dich noch an unser Zimmer?&#10;Die kleine Gasse draußen lag so weiß&#10;und blank im maienkühlen Mondenschimmer.&#10;Wie atmend bauschten sich und wogten leis′&#10;die bleichen Stors, durchrieselt von Geflimmer&#10;und über Dächer kam in vollen Wogen&#10;blühender Gärten feuchter Duft gezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da waren wir zum erstenmal allein&#10;in solchem Frühling und zu solcher Stunde;&#10;in schlanken Kelchen schäumte kalter Wein,&#10;Orangen bluteten aus kühler Wunde;&#10;die Kerzen gaben lieben, blassen Schein,&#10;nur manchmal wehten Worte uns vom Munde,&#10;und wie sie tief in unsre Seelen sanken,&#10;erblühten sie zu südlich reichen Ranken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Liebeszauber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeszauber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/liebeszauber/</guid><description>&lt;p&gt;Schwül wird diese Nacht. Am Himmelsbogen&#10;Ziehn die Wolken dichter sich zusammen,&#10;Breit beglänzt von Wetterleuchtens Flammen&#10;Und von roten Blitzen scharf durchzogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles Leben ist in sich verschlossen,&#10;Kaum nur, daß ich mühsam Atem hole;&#10;Selbst im Beete dort die Nachtviole&#10;Hat den süßen Duft noch nicht ergossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedes Auge wär′ schon zugefallen,&#10;Doch die Herzen sind voll Angst und zittern&#10;Vor den zwei sich kreuzenden Gewittern,&#10;Deren Donnergrüße bald erschallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied aus dem Spanischen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-aus-dem-spanischen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-aus-dem-spanischen/</guid><description>&lt;p&gt;Gestern liebt ich,&#10;Heute leid ich,&#10;Morgen sterb ich:&#10;Dennoch denk ich&#10;Heut und morgen&#10;Gern an gestern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Freude</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-freude/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-freude/</guid><description>&lt;p&gt;Ach! was wollt ihr, trübe Sinnen&#10;Doch beginnen!&#10;Traurigsein hebt keine Noth;&#10;Es verzehret nur die Herzen,&#10;Nicht die Schmerzen,&#10;Und ist ärger, als der Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dornenreiches Ungelücke,&#10;Donnerblicke&#10;Und des Himmels Härtigkeit&#10;Wird kein Kummer linder machen;&#10;Alle Sachen&#10;Werden anders mit der Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sich in tausend Thränen baden,&#10;Bringt nur Schaden&#10;Und verlöscht der Jugend Licht.&#10;Unser Seufzen wird zum Winde;&#10;Wie geschwinde&#10;Aendert sich der Himmel nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied der Walküre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-walkuere/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-der-walkuere/</guid><description>&lt;p&gt;Froh sah ich dich aufblühn,&#10;du freudiger Held,&#10;lang folg ich dir schwebend&#10;und schweigend gesellt.&#10;Oft küsst′ ich des Schlummernden&#10;Schläfe gelind&#10;und leise die Locken,&#10;die dir wehen im Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch flog ich zu Häupten,&#10;- du kanntest mich kaum -&#10;durch die Wipfel der Wälder,&#10;dein Trost und dein Traum.&#10;Ich brach vor dem Bugspriet&#10;durch Brandung dir Bahn,&#10;vor dem Schiffe dir schwamm ich,&#10;weiß-schwingig, ein Schwan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Flüchtiger als Wind und Welle&#10;Flieht die Zeit; was hält sie auf?&#10;Sie genießen auf der Stelle,&#10;Sie ergreifen schnell im Lauf;&#10;Das, ihr Brüder, hält ihr Schweben,&#10;Hält die Flucht der Tage ein.&#10;Schneller Gang ist unser Leben,&#10;Laßt uns Rosen auf ihn streun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rosen; denn die Tage sinken&#10;In des Winters Nebelmeer.&#10;Rosen; denn sie blühn und blinken&#10;Links und rechts noch um uns her.&#10;Rosen stehn auf jedem Zweige&#10;Jeder schönen Jugendtat.&#10;Wohl ihm, der bis auf die Neige&#10;Rein gelebt sein Leben hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied des Lynkeus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-lynkeus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-des-lynkeus/</guid><description>&lt;p&gt;Zum Sehen geboren,&#10;Zum Schauen bestellt,&#10;Dem Turme geschworen,&#10;Gefällt mir die Welt.&#10;Ich blick in die Ferne,&#10;Ich seh in die Näh′&#10;Den Mond und die Sterne,&#10;Den Wald und das Reh.&#10;So seh ich in allen&#10;Die ewige Zier,&#10;Und wie mir′s gefallen,&#10;Gefall ich auch mir.&#10;Ihr glücklichen Augen,&#10;Was je ihr gesehn,&#10;Es sei, wie es wolle,&#10;Es war doch so schön!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lied eines Verliebten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-eines-verliebten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lied-eines-verliebten/</guid><description>&lt;p&gt;In aller Früh′, ach, lang vor Tag,&#10;Weckt mich mein Herz, an dich zu denken,&#10;Da doch gesunde Jugend schlafen mag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hell ist mein Aug′ um Mitternacht,&#10;Heller als frühe Morgenglocken:&#10;Wann hättst du je am Tage mein gedacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär′ ich ein Fischer, stünd′ ich auf,&#10;Trüge mein Netz hinab zum Flusse,&#10;Trüg′ herzlich froh die Fische zum Verkauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In der Mühle bei Licht der Müllerknecht&#10;Tummelt sich, alle Gänge klappern;&#10;So rüstig Treiben wär′ mir eben recht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-1/</guid><description>&lt;p&gt;Kam die Liebe in mein Herz gezogen,&#10;Kam nicht wie ein heitrer Sommertag,&#10;Kam nicht wie das junge Grün im Walde,&#10;Wie die duft′ge Blume auf der Halde,&#10;Kam wie Noth und bitt′res Ungemach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl ist wie ein Sommertag sie kommen,&#10;Aber ganz von Staub und Gluth erfüllt;&#10;Wie das Grün vom nächt′gen Frost verheeret,&#10;Wie die Blume, die der Wurm verzehret,&#10;Eh′ die Knospe sich noch ganz enthüllt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Anders, anders ahnte sie die Seele,&#10;Anders hoffte sie mein pochend Herz;&#10;Aber, ob sie mir im Festgeschmeide&#10;Sei erschienen, ob im Trauerkleide,&#10;Nimmer tausch′ ich meinen süßen Schmerz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder (4)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-4/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-4/</guid><description>&lt;p&gt;Weiche Luft, nach Sonnenbrande&#10;Hältst die Erde du umfangen!&#10;Spielst um sie wie Mutterlächeln,&#10;Kühlest ihre heißen Wangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiche Luft, bei deinem Hauche&#10;Athmet Alles neues Leben,&#10;Wie im ersten Frühlingswehen&#10;Baum und Blüthe froh sich heben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiche Luft, du gleichst der Ruhe,&#10;Die der kranken Seele fächelt,&#10;Wenn nach letztem, heißem Kampfe&#10;Ihr ein neuer Friede lächelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiche Lüfte, weiche Ruhe,&#10;Wieget Erd′ und Seele leise,&#10;Stärkt die Welt zu neuem Blühen,&#10;Und das Herz zur Weiterreise!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-1/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Horizonte nähert sich die Sonne.&#10;Versinke sie im Meer, in goldnen Bergen,&#10;Ich fühle stets die reinste Herzenswonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch welche Lust, wie alle Lüfte schweigen,&#10;Und die Natur zur Ruhe sich bereitet,&#10;Den jähen Pfad zum Fels hinanzusteigen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn schon im West, gleich einem Purpurquelle,&#10;Die Sonne glühet, und in lautern Flammen&#10;Auf Meer und Land verströmet Glanz und Helle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann scheint des Himmels Schooß sich zu erschließen,&#10;Und auf der Inseln schimmerndes Gebirge&#10;Ein goldner Regen sanft herabzufließen;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (11)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-11/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-11/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab′ es hundertmal erfahren,&#10;Daß mir die reinsten Herzensfreuden&#10;Ein blut′ger Quell von Schmerzen waren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Herz und Leib, mit Geist und Sinnen,&#10;Als Schönheit und Genuß versuchte&#10;Den Blick mir Liebe zu umspinnen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als höchste Kraft und Gluth im Leben,&#10;Als Drang nach That und Ruhm und Ehre&#10;Die Freundschaft meinen Muth zu heben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schlang mit glühendem Vertrauen&#10;Den Arm um manchen schönen Nacken,&#10;Sah manches Aug′ in Thränen thauen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (12)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-12/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-12/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn eures Neids und eurer niedern Ränke,&#10;Scheelsücht′ge häm′sche vaterländ′sche Feinde,&#10;Zuweilen ich in meinem Lied gedenke,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So scheint′s, daß euer Haß auch mich verbittre,&#10;Daß jener Sümpfe Dunst, worin ihr röchelt,&#10;Selbst meine reine Inselluft durchwittre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ist′s nicht so: ich muß die Zeit verfluchen,&#10;Da ich gelernt, des Lebens Geist und Würde&#10;In Freiheit ohne Schrank′ und Maaß zu suchen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und jene nun den Furien heil′ge Kette&#10;Von Lieb′ und Irrthum, Haß, Vertrau′n und Frevel,&#10;Die ich einst trug an deiner Richterstätte,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder aus Capri (5)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-5/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-aus-capri-5/</guid><description>&lt;p&gt;Es baut der Mensch im wohlbepflanzten Garten,&#10;Und zieht der Rebe fruchtbares Gewinde&#10;Von Baum zu Baum in freudigem Erwarten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So grünt denn selbst, vom Menschenfleiß bebauet,&#10;Der kahle Fels, der aus dem Meere starret,&#10;Der Gärtner erndtet, weil er fest vertrauet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Vogelfange nähret sich der Arme,&#10;Die steilste Klippe weiß er zu erklettern,&#10;Und lauert kühn nach dem verborgnen Schwarme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er zittert nicht, wenn er zum Abgrund schauet,&#10;Wo tief die grüne Meereswoge brandet,&#10;Erreicht die Beute, weil er fest vertrauet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder des Römischen Carnevals - Achtes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-achtes-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-achtes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Noch umflattern mich die frohen&#10;Saturnalischen Gestalten,&#10;Noch von jenem Rosenscheine&#10;Fühl′ ich selig mich umwittert,&#10;Noch von kindisch muntrer Schalkheit&#10;Bald geschmeichelt, bald gefährdet,&#10;Noch vom Lebenssturm umrauscht,&#10;Der zum wilden Tanz begeistert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch die Täuschung nur der Sinne,&#10;Die Erinn′rung des Genusses&#10;Ist es nur! Von keinem Fenster&#10;Und Balkone weht ein Teppich,&#10;Keine Veilchensträuße fliegen&#10;Mehr zu schöngeschmückten Frauen,&#10;Und der kurzen Zier beraubt,&#10;Trauert Rom in seiner Stille.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder des Römischen Carnevals - Zweites Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-zweites-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-des-roemischen-carnevals-zweites-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Siehe doch die Stadt der Gräber&#10;In bacchantischer Entzückung!&#10;Rom verjüngt sich, Kindertage&#10;Lebt es wieder, und ich folgte&#10;Nicht dem Strome dieser Freude,&#10;Die in allen Straßen wüthet,&#10;Würfe keinen Feuerbrand&#10;In die allgemeine Flamme?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsam stehn die alten Tempel&#10;Um den Palatin, verlassen&#10;Von dem mächtigen Geschlechte,&#10;Das sie einst verehrt, verlassen&#10;Von der Mitwelt selbst; dem Corso&#10;Wälzt aus dem Vulkan der Freude&#10;Sich die wilde Strömung zu,&#10;Schwellend durch gedrängte Gassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder eines Gefangenen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-eines-gefangenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-eines-gefangenen/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sagen mir, daß alle Fluren&#10;Voll bunter Blumen prangend stehn,&#10;Und daß im Hain auf allen Spuren&#10;Des Frühlings süße Düfte wehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie künden mir von Vogelsängen,&#10;Die draußen in der lichten Welt&#10;Aus jeder Brust sich jubelnd drängen,&#10;Weil Lieb′ und Glück die Herzen schwellt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich aber, — ich! . . An Eisenstäben&#10;Erprob′ ich meine junge Kraft&#10;Und horche, wie die Gitter beben,&#10;Bis mir mein müder Arm erschlafft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lieder-Seelen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-seelen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lieder-seelen/</guid><description>&lt;p&gt;In der Nacht, die die Bäume mit Blüten deckt,&#10;Ward ich von süßen Gespenstern erschreckt,&#10;Ein Reigen schwang im Garten sich,&#10;Den ich mit leisem Fuß beschlich;&#10;Wie zarter Elfen Chor im Ring&#10;Ein weißer, lebendiger Schimmer ging.&#10;Die Schemen hab&amp;rsquo; ich keck befragt:&#10;Wer seid ihr, lustige Wesen? Sagt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin ein Wölkchen, gespiegelt im See.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich bin eine Reihe von Stapfen im Schnee.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich bin ein Seufzer gen Himmel empor!&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich bin ein Geheimnis, geflüstert ins Ohr.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich bin ein frommes, gestorbenes Kind.&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Ich bin ein üppiges Blumengewind -&amp;rdquo;&#10;&amp;ldquo;Und die du wählst, und der&amp;rsquo;s beschied&#10;Die Gunst der Stunde, die wird ein Lied.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Literaturcafé</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/literaturcafe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/literaturcafe/</guid><description>&lt;p&gt;Wortwarenladen, wo es gurrt und murrt:&#10;Des Hauses Echo, das hier Ego schreit:&#10;Der Literat oder die Eitelkeit:&#10;Das fürbaß schwatzende Gehirn Hans Wurst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es redet stets und muß beisammen sitzen.&#10;Ist hier einer, der Zorn empfand und schrie!&#10;Ihr richtet lieber Worte ab zu Witzen&#10;Und äfft die Hölle mit Analgesie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Litthauische Sage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/litthauische-sage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/litthauische-sage/</guid><description>&lt;p&gt;Auf den dunkeln, nächt′gen Wolken&#10;Sitzt Werpega, schaut und sinnt -&#10;Wird ein Erdenkind geboren,&#10;Knüpft sie Fäden an und spinnt;&#10;Und in jeden Schicksalsfaden&#10;Spinnt sie emsig Lust und Leiden,&#10;Aber an des Fadens Ende&#10;Glänzt ein Stern für jedes Kind&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn der Tod zwei Augen schließet,&#10;Reißt der Schicksalsfaden ab,&#10;Und vom Himmel sinkt erbleichend&#10;Dann ein heller Stern herab;&#10;Neue Sterne knüpft Werpega&#10;Wieder still an neue Fäden,&#10;Schauet ernst aus nächt′gen Wolken&#10;Auf die Wiege, auf das Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lob der Faulheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-faulheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-faulheit/</guid><description>&lt;p&gt;Fleiß und Arbeit lob ich nicht,&#10;Fleiß und Arbeit lob ein Bauer.&#10;Ja, der Bauer selber spricht,&#10;Fleiß und Arbeit wird ihm sauer.&#10;Faul zu sein sei meine Pflicht,&#10;Diese Pflicht ermüdet nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bruder, laß das Buch voll Staub!&#10;Willst du länger mit ihm wachen?&#10;Morgen bist du selber Staub!&#10;Laß uns faul in allen Sachen,&#10;nur nicht faul zu Lieb und Wein,&#10;nur nicht faul zur Faulheit sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lob der Gottheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-gottheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-gottheit/</guid><description>&lt;p&gt;Des Himmels ewig dauerndes Gewölbe,&#10;Das über allen Sternen hängt,&#10;Der Erdball unter ihm, gegründet auf sich selber,&#10;Verkündigt seinen Herrn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihn lobt der Tag, ihn singt mit tausend Zungen&#10;Die Nacht, und alle Welt vernimmt&#10;Den Lobgesang der Nacht, und alle Völker hören&#10;Des Tages Königin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie steigt auf ihren Purpurthron im Osten,&#10;Geht triumphirend ihre Bahn,&#10;Und überschaut ihr Reich, bis sie der Abendhimmel&#10;In seine Thore nimmt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lob der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;O liebe herzen-binder&#10;Du herr der freundlichkeit&#10;Und aller guten zeit&#10;Du zwietracht überwinder&#10;Du grosser wohlfahrt heger&#10;Wie daß die ganze welt&#10;Dir hin zu fusse fällt&#10;Und folget deinem läger?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie weist du einzusperren&#10;Des scepters ganze macht!&#10;Dir dient der cronen-pracht&#10;Der knecht auch samt dem herren.&#10;Das alter wird gerissen&#10;Zwar an dein strenges joch&#10;Die jugend pflegst du doch&#10;Am meisten einzuschliessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wagst dich in die wangen&#10;Der frauen-bilder hin&#10;Und führst den starcken sinn&#10;Der männer so gefangen.&#10;Was keine macht kan brechen&#10;Kein stahl kein fallend bley&#10;Was keine tyranney&#10;Weist endlich du zu schwächen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lob der Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-mutter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lob-der-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Mutter, schallt es immerfort&#10;und fast ohne Pause.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mutter hier du Mutter dort&#10;in dem ganzen Hause.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überall zugleich zu sein,&#10;ist ihr nicht gegeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonst wohl hätte sie, ich mein,&#10;ein bequemes Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedes ruft, und auf der Stell&#10;will sein Recht es kriegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie kann doch nicht so schnell&#10;wie die Schwalben fliegen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fürwahr bewundre sie,&#10;dass sie noch kann lachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was allen hat sie für Müh,&#10;alle satt zu machen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lobet den Herren!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lobet-den-herren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lobet-den-herren/</guid><description>&lt;p&gt;Lobet den Herren&#10;alle, die ihn ehren:&#10;laßt uns mit Freuden&#10;seinen Namen singen&#10;und Preis und Dank&#10;zu seinem Altar bringen.&#10;Lobet den Herren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Locke und Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/locke-und-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/locke-und-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Lieder sandte ich dir,&#10;Meines Herzens strömende Quellen,&#10;Deine Locke sandtest du mir,&#10;Deines Hauptes ringelnde Wellen;&#10;Hauptes Welle und Herzens Flut&#10;Sie zogen einander vorüber,&#10;&amp;lt; Haben sie nicht im Kusse geruht?&#10;Schoß nicht ein Leuchten darüber?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und du klagest: verblichen sei&#10;Die Farbe der wandernden Zeichen;&#10;Scheiden tut weh, mein Liebchen, ei,&#10;Die Scheidenden dürfen erbleichen;&#10;Warst du blaß nicht, zitternd und kalt,&#10;Als ich von dir mich gerissen?&#10;Blicke sie an, du Milde, und bald,&#10;Bald werden den Herrn sie nicht missen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lorenzo di Medici (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lorenzo-di-medici-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lorenzo-di-medici-1/</guid><description>&lt;p&gt;Die niedren Hütten, wie die stolzen Hallen&#10;Firenze′s sind erfüllt von Gram und Schweigen,&#10;Die schönste Jungfrau, edel sonder Gleichen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die dort gewohnet, ist dem Tod gefallen,&#10;Zu ihrer Bahre Ströme Volkes wallen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Jeder will vor ihr die Kniee neigen,&#10;Ihm däucht an dieser lieblichsten der Leichen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es sei der Schönheit Reich mit ihr zerfallen,&#10;Denn, wie die Sonne, eh′ sie niedergeht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch ihre vollste Gluth der Erde sendet,&#10;Im letzten Blick den höchsten Reiz verschwendet -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lorenzo di Medici (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lorenzo-di-medici-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lorenzo-di-medici-2/</guid><description>&lt;p&gt;Lorenzo folgt dem allgemeinen Drange,&#10;Er tritt herein, er schaut die Engelreine,&#10;Rings um sie her kein Auge, das nicht weine -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da schlägt das Herz im Busen ihm so bange,&#10;Und ihm wird klar, was er gesucht so lange!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor dieser todten Schönheit heil′gem Schreine,&#10;Bei diesem Weh trifft′s ihn mit Blitzesscheine,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und seine Seele löst sich im Gesange.&#10;Wie jach ein Stern hervorbricht aus der Nacht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wird Poesie sein unbestimmtes Träumen -&#10;Ein Dichter zieht er fort aus diesen Räumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lust-Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lust-freunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lust-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Den beweinen wir am meisten, wann er fort sich macht,&#10;Der am meisten, weil er lebte, mit uns hat gelacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lyrik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lyrik/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lyrik/</guid><description>&lt;p&gt;Wie Wellen fallen, wollen wir es halten,&#10;Die ewig springen mit Elan ans Land.&#10;Zwecklos. So sollen immer überrannt&#10;Die dumpfen Dinge sich nach uns gestalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hasse die Unkunst aller Atemalten!&#10;Gebäre Verse - Schreie, nervgespannt!&#10;Lass Worte anglühn in der Reime Brand&#10;Und dunkeln von Gefühl, wenn sie erkalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schreib kräftig, grade; gib dem Worte viel,&#10;Dem Vers die Worte wie der Brücke Joche.&#10;Die runde Zahl der Tage ist die Woche!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lyrisches Intermezzo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/lyrisches-intermezzo/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/lyrisches-intermezzo/</guid><description>&lt;p&gt;Prolog&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es war mal ein Ritter, trübselig und stumm,&#10;Mit hohlen, schneeweißen Wangen;&#10;Er schwankte und schlenderte schlotternd herum,&#10;In dumpfen Träumen befangen.&#10;Er war so hölzern, so täppisch, so links,&#10;Die Blümlein und Mägdlein die kicherten rings,&#10;Wenn er stolpernd vorbeigegangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft saß er im finstersten Winkel zu Haus;&#10;Er hatt sich vor Menschen verkrochen.&#10;Da streckte er sehnend die Arme aus,&#10;Doch hat er kein Wörtlein gesprochen.&#10;Kam aber die Mitternachtsstunde heran,&#10;Ein seltsames Singen und Klingen begann -&#10;An die Türe da hört er es pochen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mädchen am Kai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchen-am-kai/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maedchen-am-kai/</guid><description>&lt;p&gt;Hab keinen Charakter, hab nur Hunger,&#10;Ich, Passagier im Zwischendeck des Lebens,&#10;Geliebt und gehasst hab ich vergebens&#10;Und jeden Abend auf der Lunger.&#10;Und diese Kunst, die geht nach Brot.&#10;Und kann man sterben denn vor Scham?&#10;Ich bin so müde, lendenlahm,&#10;Und dennoch, Zähne gesund, mein Mund ist rot.&#10;Madonna, lass mich fallen in tiefen Schacht.&#10;Nur einmal noch behütet sein.&#10;Lieb mich von allen Sünden rein.&#10;Sieh, ich hab manche Nacht gewacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Madrigal aus dem frantzösischen übersetzet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/madrigal-aus-dem-frantzoesischen-uebersetzet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/madrigal-aus-dem-frantzoesischen-uebersetzet/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist ein plumper kerl/ recht närrisch und verwegen/&#10;Die klugheit mangelt dir/ die sinnen sind verkehrt.&#10;Du weist sonst anders nichts als klagen zu erregen/&#10;Und bist der prelle mehr als meiner augen werth.&#10;Diß waren ohngefehr unlängsten meine namen/&#10;Die/ Phillis/ mit verdruß aus deinem munde kamen.&#10;Die gantze that/ warum der eyffer dich belieff/&#10;War/ daß dir meine hand nach deinen brüsten grieff.&#10;Ach dieses ist zu viel für eine handvoll sünde.&#10;Nun seh ich/ daß ich mich nicht so wie du befinde/&#10;Du zürnst/ daß ich die hand nach deiner brust geführt/&#10;Ich schweige/ da du doch mein hertze selbst gerührt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mag da draußen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mag-da-draussen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mag-da-draussen/</guid><description>&lt;p&gt;Mag da draußen Schnee sich türmen,&#10;Mag es hageln, mag es stürmen,&#10;Klirrend mir ans Fenster schlagen,&#10;Nimmer will ich mich beklagen,&#10;Denn ich trage in der Brust&#10;Liebchens Bild und Frühlingslust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mag der Mensch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mag-der-mensch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mag-der-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Mag der Mensch noch so oft Irre gehen,&#10;den Weg zurück zum Herzen der Mutter,&#10;kann er nicht verfehlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mai</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mai/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mai/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kinder schreien »Vivat hoch!«&#10;In die blaue Luft hinein;&#10;Den Frühling setzen sie auf den Thron,&#10;Der soll ihr König sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Kinder haben die Veilchen gepflückt,&#10;All, all, die da blühten am Mühlengraben.&#10;Der Lenz ist da; sie wollen ihn fest&#10;In ihren kleinen Fäusten haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mailieder -1. Maienwind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mailieder-1-maienwind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mailieder-1-maienwind/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mailieder -&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;Maienwind&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Mutwillige Mädchenwünsche&#10;Haben Flieder&#10;Niedergebogen,&#10;Blauen und weißen.&#10;Wie Tauben sind sie weitergeflogen,&#10;Mit Wangen, wilden und heißen.&#10;Hoch in warmen, schelmischen Händen&#10;Haschender Sonne&#10;Geschwungene Strahlen.&#10;Hellbehende Wonne&#10;Weißer Kleider&#10;Weht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mutwillige Mädchenwünsche&#10;Haben sich Flieder&#10;Niedergebogen,&#10;Blauen und weißen, -&#10;Sind weitergezogen&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mailieder -2. Garten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mailieder-2-garten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mailieder-2-garten/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mailieder -&#10;2. Garten&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh mal, Hold, da unser Garten&#10;Kann Liebseelchen nicht erwarten.&#10;Kuck&amp;rsquo;, die wilden Blüten fliegen&#10;Dir ans Knie,&#10;Ans fein behende,&#10;Nehmen lächelnd,&#10;Leuchtend wie die Wolke oben,&#10;Dich bei Händen.&#10;Wollen dir im Haare liegen,&#10;Tief ins gold&amp;rsquo;ne Nest.&#10;Hasche sie!&#10;Halt&amp;rsquo; sie fest!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mailieder -4. Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mailieder-4-glueck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mailieder-4-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mailieder -&#10;4. Glück&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist dir gar ein glücklicher Mann,&#10;Der nicht mal mehr sich freuen kann,&#10;So glücklich ist er.&#10;So kommen jeden Morgen wir her,&#10;So kommen uns alle Tage daher.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mairosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mairosen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mairosen/</guid><description>&lt;p&gt;Er hat seinen heiligen Schwestern versprochen,&#10;mich nicht zu verführen,&#10;zwischen Mairosen hätte er fast&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;sein Wort gebrochen,&#10;aber er machte drei Kreuze&#10;und ich glaubte heiss zu erfrieren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun lieg&amp;rsquo; ich im düst&amp;rsquo;ren Nadelwald,&#10;und der Herbst saust kalte Nordostlieder&#10;über meine Lenzglieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber wenn es wieder warm wird,&#10;wünsch&amp;rsquo; ich den heiligen Schwestern beid'&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hochzeit.&#10;Und wir - spielen dann unter den Mairosen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Majestas populi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/majestas-populi/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/majestas-populi/</guid><description>&lt;p&gt;Majestät der Menschennatur! dich soll ich beim Haufen&#10;Suchen? Bei Wenigen nur hast du von jeher gewohnt.&#10;Einzelne Wenige zählen, die Übrigen alle sind blinde&#10;Nieten; ihr leeres Gewühl hüllet die Treffer nur ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mamillaria Pusilla</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mamillaria-pusilla/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mamillaria-pusilla/</guid><description>&lt;p&gt;Sie stehen fremd in einem reinen Rund,&#10;Tief in sich eingehüllt wie in Gefieder.&#10;Sie gehn in sanfter Wölbung auf und nieder,&#10;Sie bergen Zärtlichkeit in ihrem Grund,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der unergründlich ist: sie ragen nah&#10;Und sind Entfernte, zauberisch bewehrt.&#10;Dann plötzlich, so entfremdet abgekehrt,&#10;Scheinen sie näher und vertrauter da,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rufen sie eine sanft verwehte Gier&#10;Nach Liebkosungen, darin sie erschlossen&#10;Sich öffneten. Doch einem schönen Tier&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unfaßbar gleich in ihrer stummen Ruh&#10;Stehen sie unbewegt und ungenossen&#10;Und sie versagen sich so tief wie Du.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man findet's auch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-findet-s-auch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-findet-s-auch/</guid><description>&lt;p&gt;Man findet&amp;rsquo;s auch&amp;hellip; mit langem Suchen,&#10;viel Rechtes aber ist es kaum!&#10;Es muß an deinem Wege liegen,&#10;es muß aufleuchten wie ein Traum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du sitzst am Strand und sinnst auf Reime,&#10;und einer Woge frohe Hast&#10;muß flimmernd es dir zu Füßen tragen,&#10;daß du dich nur zu bücken hast!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du darfst ihm nicht nachwandern müssen,&#10;du darfst nicht lange müssen flehn,&#10;nein, wie ein Bettler, Einlaß bittend,&#10;muß es vor deiner Türe stehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man hätt es nicht dürfen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-haett-es-nicht-duerfen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-haett-es-nicht-duerfen/</guid><description>&lt;p&gt;Man hätt es nicht dürfen,&#10;man hätt es nicht sollen,&#10;und man hat es&#10;dennoch gewollt &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es war so schön,&#10;wie′s nie gewesen,&#10;hätt man es dürfen,&#10;hätt man′s gesollt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man lernt das Matrosenleben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-lernt-das-matrosenleben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-lernt-das-matrosenleben/</guid><description>&lt;p&gt;Man lernt das Matrosenleben&#10;nicht durch Übungen in einer Pfütze&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man sagt, es sey kein Ort, da Amor nicht zu finden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-sagt-es-sey-kein-ort-da-amor-nicht-zu-finden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-sagt-es-sey-kein-ort-da-amor-nicht-zu-finden/</guid><description>&lt;p&gt;Man sagt / es sey kein Ort / da Amor nicht zu finden /&#10;eß sey kein öder Wald / eß sey kein Teil der Welt /&#10;da dieser große Fürst nicht seine Hoffstadt helt;&#10;man sagt / eß sey kein Man / den er nicht könne binden:&#10;noch hat er meinen Muht nicht können überwinden /&#10;weil mir sein schnödes Thun zu keiner zeit gefält;&#10;ob er schon noch so weit ihm bawet sein Gezelt /&#10;daß in Arabia man ihn auch stets kann finden.&#10;Europa ist zwahr sein / er sitzt in Africa /&#10;er wohnt in Asia / und kent America /&#10;In summ / eß ist kein Haus / das er nicht innen hatt /&#10;eß ist kein Menschlich Hertz / das er nicht könte lencken /&#10;mich doch / ob er schon nah mir ist / kan er nicht krencken /&#10;dan ist er auff dem Dorff / so bin ich in der Stadt. Oder:&#10;bin ich dan auff dem Dorff / so ist er in der Stadt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man setzt uns auf die Schwelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-setzt-uns-auf-die-schwelle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-setzt-uns-auf-die-schwelle/</guid><description>&lt;p&gt;Man setzt uns auf die Schwelle,&#10;Wir wissen nicht, woher?&#10;Da glüht der Morgen helle,&#10;Hinaus verlangt uns sehr.&#10;Der Erde Klang und Bilder,&#10;Tiefblaue Frühlingslust,&#10;Verlockend wild und wilder,&#10;Bewegen da die Brust.&#10;Bald wird es rings so schwüle,&#10;Die Welt eratmet kaum,&#10;Berg′, Schloß und Wälder kühle&#10;Stehn lautlos wie im Traum,&#10;Und ein geheimes Grausen&#10;Beschleichet unsern Sinn:&#10;Wir sehnen uns nach Hause&#10;Und wissen nicht, wohin?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Man soll in keiner Stadt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/man-soll-in-keiner-stadt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/man-soll-in-keiner-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Man soll in keiner Stadt länger bleiben als ein halbes Jahr.&#10;Wenn man weiß, wie sie wurde und war,&#10;Wenn man die Männer hat weinen sehen&#10;Und die Frauen lachen,&#10;Soll man von dannen gehen,&#10;Neue Städte zu bewachen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Läßt man Freunde und Geliebte zurück,&#10;Wandert die Stadt mit einem als ein ewiges Glück.&#10;Meine Lippen singen zuweilen&#10;Lieder, die ich in ihr gelernt,&#10;Meine Sohlen eilen&#10;Unter einem Himmel, der auch sie besternt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Manchmal fühlt sie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/manchmal-fuehlt-sie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/manchmal-fuehlt-sie/</guid><description>&lt;p&gt;Manchmal fühlt sie: Das Leben ist groß,&#10;wilder, wie Ströme, die schäumen,&#10;wilder, wie Sturm in den Bäumen.&#10;Und ]eise läßt sie die Stunden los&#10;und schenkt ihre Seele den Träumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann erwacht sie. Da steht ein Stern&#10;still überm leisen Gelände,&#10;und ihr Haus hat ganz weiße Wände -&#10;Da weiß sie: Das Leben ist fremd und fern -&#10;und faltet die alternden Hände.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mangelhafte Schöpfung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mangelhafte-schoepfung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mangelhafte-schoepfung/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Augen, Dich zu sehen,&#10;Zwei Ohren, Dich zu hören,&#10;Zwei Arme, Dich zu fassen,&#10;Und, ach, um Dich zu küssen,&#10;Nur einen Mund, o Holde!&#10;Das will mir gar nicht passen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mannes-Bildnüß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mannes-bildnuess/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mannes-bildnuess/</guid><description>&lt;p&gt;Ein iedes Ding der Welt hebt an, geht fort, nimmt zu;&#10;Es war schon eine Zeit, da ich nicht war, noch du.&#10;Glaub aber mir gewiß, wann dieses du wirst lesen,&#10;Ein Mann ist mir bekannt, der nie kein Kind gewesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Märchenglaube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerchenglaube/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerchenglaube/</guid><description>&lt;p&gt;Lach′ nicht des Kindes Märchenglauben,&#10;Was ist′s denn, was dein Geist erfand?&#10;Was sind die Bibeln, die Systeme&#10;Denn anderes als Märchentand?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Jeder dichtet seinen Himmel&#10;Wie′s ihm behagt in′s Blau hinein,&#10;Und über einem Märchen brütend&#10;Schläft endlich er ermüdet ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mariä Sehnsucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mariae-sehnsucht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mariae-sehnsucht/</guid><description>&lt;p&gt;Es ging Maria in den Morgen hinein,&#10;Tat die Erd einen lichten Liebesschein,&#10;Und über die fröhlichen, grünen Höhn&#10;Sah sie den bläulichen Himmel stehn.&#10;»Ach, hätt ich ein Brautkleid von Himmelsschein,&#10;Zwei goldene Flüglein - wie flög ich hinein!« -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ging Maria in stiller Nacht,&#10;Die Erde schlief, der Himmel wacht′,&#10;Und durchs Herze, wie sie ging und sann und dacht,&#10;Zogen die Sterne mit goldener Pracht.&#10;»Ach, hätt ich das Brautkleid von Himmelsschein,&#10;Und goldene Sterne gewoben drein!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mariens Bild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mariens-bild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mariens-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Im kleinen Stübchen, das von ihrer Seele&#10;An reiner Zierde uns ein Abbild schenket,&#10;Sitzt sie und stickt, den holden Blick gesenket,&#10;Daß sich ins reine Werk kein Fehler stehle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was ihres Busens keuscher Flor verhehle&#10;Und ihre Hand in stillem Fleiße lenket,&#10;Die Lilie an ihrer Seite denket,&#10;Das Täubchen dir in ihrem Schoß erzähle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durchs Fenster sehen linde Sonnenstrahlen,&#10;Die Josephs Bild, das eine Wand bedecket,&#10;Mit ihrem frohen Glanze heller malen,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Marschlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/marschlied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/marschlied/</guid><description>&lt;p&gt;Wir Wand&amp;rsquo;rer zum Tode,&#10;Der Erdnot geweiht,&#10;Wir kranzlose Opfer,&#10;Zu letzten bereit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir fern aller Freude&#10;Und fremd aller Qual.&#10;Wir Blütenverwehte&#10;Im nächtlichen Tal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir Preis einer Mutter,&#10;Die nie sich erfüllt,&#10;Wir wunschlose Kinder,&#10;Von Schmerzen gestillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir Tränen der Frauen,&#10;Wir lichtlose Nacht,&#10;Wir Weisen der Erde&#10;Ziehn stumm in die Schlacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Märtyrer im Vatican</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maertyrer-im-vatican/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maertyrer-im-vatican/</guid><description>&lt;p&gt;Nein, das nenn′ ich Tortur, das ist eine Strafe, so schrecklich,&#10;Daß sie der Maler allein, der sie gebildet, verdient.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>März</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerz/</guid><description>&lt;p&gt;Und aus der Erde schauet nur&#10;Alleine noch Schneeglöckchen;&#10;So kalt, so kalt ist noch die Flur,&#10;Es friert im weißen Röckchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Märztag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/maerztag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/maerztag/</guid><description>&lt;p&gt;Wolkenschatten fliehen über Felder,&#10;blau umdunstet stehen ferne Wälder.&#10;Kraniche, die hoch die Luft durchpflügen,&#10;kommen schreiend an in Wanderzügen.&#10;Lerchen steigen schon in lauten Schwärmen,&#10;überall ein erstes Frühlingslärmen.&#10;Lustig flattern, Mädchen, deine Bänder;&#10;kurzes Glück träumt durch die weiten Länder.&#10;Kurzes Glück schwamm mit den Wolkenmassen;&#10;wollt′ es halten, musst′ es schwimmen lassen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meeresstille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meeresstille/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meeresstille/</guid><description>&lt;p&gt;Ich seh von des Schiffes Rande&#10;Tief in die Flut hinein:&#10;Gebirge und grüne Lande&#10;Und Trümmer im falben Schein&#10;Und zackige Türme im Grunde,&#10;Wie ich′s oft im Traum mir gedacht,&#10;Wie dämmert alles da unten&#10;Als wie eine prächtige Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seekönig auf seiner Warte&#10;Sitzt in der Dämmrung tief,&#10;Als ob er mit langem Barte&#10;Über seiner Harfe schlief;&#10;Da kommen und gehen die Schiffe&#10;Darüber, er merkt es kaum,&#10;Von seinem Korallenriffe&#10;grüßt er sie wie im Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Barbier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-barbier/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-barbier/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herr Barbier hat eigne Gaben:&#10;Er thut so gravitätisch langsam schaben,&#10;Daß während er zur linken ist,&#10;Der Bart zur rechten wieder sprießt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Beruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-beruf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-beruf/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Was meinem Kreise mich enttrieb,&#10;Der Kammer friedlichem Gelasse?&amp;rdquo;&#10;Das fragt ihr mich, als sei, ein Dieb,&#10;Ich eingebrochen am Parnasse.&#10;So hört denn, hört, weil ihr gefragt:&#10;Bei der Geburt bin ich geladen,&#10;Mein Recht, so weit der Himmel tagt,&#10;Und meine Macht von Gottes Gnaden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt, wo hervor der tote Schein&#10;Sich drängt am modervollen Stumpfe,&#10;Wo sich der schönste Blumenrain&#10;Wiegt über dem erstorbnen Sumpfe,&#10;Der Geist, ein blutlos Meteor,&#10;Entflammt und lischt im Moorgeschwehle,&#10;Jetzt ruft die Stunde: &amp;ldquo;Tritt hervor,&#10;Mann oder Weib, lebend′ge Seele!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Bruder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-bruder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-bruder/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war schon einmal in diesem Land daheim.&#10;Ich sah schon einmal jene polnische Kuppel.&#10;Und jenen Baum. Und jene Wolke lag&#10;Auch im Frieden an meinem Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur neigte sie sich sanfter. Und kein Rauch&#10;Verscheuchte ihre blinkende Leidenschaft. Der Himmel rollte&#10;Still wie ein Rad am Ackerwagen, und kein Geschrei war&#10;Der Millionen entlaufenen Tiere.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O dieser Lärm! Der Mond selbst trommelt dumpf.&#10;Die Sterne flöten nachts. Dem Tod am Morgen&#10;Ist Licht nicht heilig. Seht: er erschlägt der Sonne&#10;Goldene Pauke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Dämon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-daemon/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-daemon/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Dämon hat keine Brüder und Schwestern.&#10;Mein Dämon ist nicht von heute und gestern.&#10;Als Gott, der Herr, die Welten machte,&#10;Saß mein Dämon dabei im Grase und lachte,&#10;Schnitt sich die Zehennägel entzwei&#10;Und sah an der ganzen Welt vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Dichten und Trachten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-dichten-und-trachten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-dichten-und-trachten/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sehe keinen Frühling mehr,&#10;Bis daß die Freiheit blüht;&#10;Es duftet kein Rose mir,&#10;Bis jedes Herz ihr glüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich höre keinen Vogelsang&#10;Als meiner Dichter Wort;&#10;Mich trägt kein Strom mehr als der Tag&#10;Zum Weltenmeere fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schaue keine Steinenpracht&#10;Als Herrscherstolz und Zwang;&#10;Ich habe keine Hoffnung mehr&#10;Als ihren Untergang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die eine Sonne, die mir glänzt,&#10;Ist meines Volkes Geist,&#10;Und meine Kirche jede Brust,&#10;Die laut die Freiheit preist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Haupt und meine Glieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-haupt-und-meine-glieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-haupt-und-meine-glieder/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Haupt und meine Glieder,&#10;die lagen darnieder,&#10;aber nun steh ich,&#10;bin munter und fröhlich,&#10;schau in den Himmel&#10;mit meinem Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Herz ist todt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ist-todt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ist-todt/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn meiner Lieder düsterrothe Feuer&#10;In wilden Flackertänzen Dich umsprüh′n,&#10;O glaube nicht, dass Du mir lieb und theuer,&#10;Dass diese Flammen aus dem Herzen glüh′n.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz ist todt, wenn jemals ich besessen&#10;Ein solches Ding in meiner kalten Brust,&#10;Vielleicht auch, dass ich′s irgendwo vergessen&#10;Bei blassen Frauen nach verschwieg′ner Lust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Herz ruht müde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ruht-muede/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ruht-muede/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz ruht müde&#10;Auf dem Samt der Nacht&#10;Und Sterne legen sich auf meine Augenlide&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fließe Silbertöne der Etüde -&#10;Und bin nicht mehr und doch vertausendfacht.&#10;Und breite über unsere Erde: Friede.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe meines Lebens Schlussakkord vollbracht -&#10;Bin still verschieden - wie es Gott in mir erdacht:&#10;Ein Psalm erlösender - damit die Welt ihn übe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Herz und ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-und-ich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-und-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Deckt noch der Schlaf dein Auge zu,&#10;Mein Liebster? O, um süßer dich zu denken,&#10;Laß ich die Trunkenmacherin, die Ruh,&#10;Aus ihrem Kelch mich minder tränken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du wachst vielleicht, durch Glockenschlag&#10;Aus sanfter Ruh, aus süßem Schlaf gestöret,&#10;Ich wache, weil mein Herze Nacht und Tag&#10;In sich laut deinen Namen höret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Herz, ich will dich fragen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ich-will-dich-fragen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herz-ich-will-dich-fragen/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz, ich will dich fragen,&#10;Was ist denn Liebe, sag′? -&#10;&amp;ldquo;Zwei Seelen und ein Gedanke,&#10;Zwei Herzen und ein Schlag!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sprich, woher, woher kommt Liebe? -&#10;&amp;ldquo;Sie kömmt und sie ist da!&amp;rdquo;&#10;Und sprich, wie schwindet Liebe? -&#10;&amp;ldquo;Die war′s nicht, der′s geschah!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was ist reine Liebe? -&#10;&amp;ldquo;Die ihrer selbst vergißt!&amp;rdquo;&#10;Und wann ist Lieb′ am tiefsten? -&#10;&amp;ldquo;Wenn sie am stillsten ist!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wann ist Lieb′ am reichsten? -&#10;&amp;ldquo;Das ist sie, wenn sie gibt!&amp;rdquo;&#10;Und sprich, wie redet Liebe? -&#10;&amp;ldquo;Sie redet nicht, sie liebt!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Herze, glaubt′s, ist nicht erkaltet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herze-glaubts-ist-nicht-erkaltet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-herze-glaubts-ist-nicht-erkaltet/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herze, glaubt′s, ist nicht erkaltet,&#10;Es glüht in ihm so heiß wie je,&#10;Und was ihr drin für Winter haltet,&#10;Ist Schein nur, ist gemalter Schnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, was in alter Lieb′ ich fühle,&#10;Verschließ ich jetzt in tiefstem Sinn,&#10;Und trag′s nicht fürder ins Gewühle&#10;Der ewig kalten Menschen hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin wie Wein, der ausgegoren:&#10;Er schäumt nicht länger hin und her,&#10;Doch was nach außen er verloren,&#10;Hat er an innrem Feuer mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Jüngling, du...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-juengling-du/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-juengling-du/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Jüngling, du, ich liebe dich vor allen,&#10;Du bist mein eigen Bild, das mir erscheint!&#10;Ich sehe dich in manchen Teufelskrallen;&#10;Gewiss, du bist nicht glücklich, hast geweint.&#10;Du liebst zu schmerzlich oder harrst vergebens,&#10;Dein Vater, deine Wirtin macht dir Qual,&#10;Du zuckst in der Verwildrung deines Lebens,&#10;Dein Geist wird bürgerlich, dein Kopf wird kahl.&#10;Willst du nicht mit mir gehn und mich erhören!&#10;Sieh, auf die gleichen Klippen schwimm ich ein.&#10;Einst auf Prärien, jetzt in Geisterchören&#10;Will ich dich rufen und will bei dir sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein jüngstes Kind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-juengstes-kind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-juengstes-kind/</guid><description>&lt;p&gt;Ich wanderte schon lange,&#10;Da kamest du daher;&#10;Nun gingen wir zusammen,&#10;Ich sah dich nie vorher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch eine kurze Strecke&#10;- Das Herz wird mir so schwer -,&#10;Du hast noch weit zu gehen,&#10;Ich kann nicht weiter mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Kreuz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-kreuz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-kreuz/</guid><description>&lt;p&gt;An meinen Werken bin ich aufgenagelt,&#10;Ich bin so tot, wie sie lebendig sind.&#10;Mein Blut ist all in sie hineingeflossen.&#10;Zerwühltes Himmellager. Schwefelwerk&#10;Baut heiß und gleißend, schwer und schwarz sich auf.&#10;Ich bin so tot, wie sie lebendig sind&#10;Und fühle hinter meinem Haupte rascheln&#10;Wie welken Kranz den Saft der mir entstieg.&#10;Der mich verließ&#10;der treulos floß hinüber.&#10;Wie eine Schmähschrift&#10;Zischelt sich′s ins Ohr mir:&#10;Ich bin so hoch, wie die da niedrig sind.&#10;Und bin so ganz verkehrt an jedem Sein,&#10;Ein Spielzeug strenger Himmel, das zerbrochen&#10;Von Anbeginn.&#10;Und mürrisch läßt&#10;Es mich im Winkel - und schwingen blühend&#10;Hin hohe Reigen. Frageliebesblick&#10;Munterer Weltenmädchen&#10;Plaudert.&#10;Und wie ich niederschaue totverloren,&#10;Da wiehert auf das Kaffeehaus und reicht&#10;Aus spitzem Keil, dem tintengiftumgrünten -&#10;Aasfliegen strotzen so im Schillerpanzer -&#10;Mir einen Wisch mit Lauge.&#10;Von Doktor So und so.&#10;Und Jüngerfrauen,&#10;Die stehn gar mildiglich verwundert, unverwandt&#10;Zu mir empor zu schauen.&#10;Dann ruft der Topf sie&#10;&amp;ldquo;Leben Sie recht wohl, Herr Hille!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Leben, ein Leben ist es kaum,&#10;Ich gehe dahin als wie im Traum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Schatten huschen die Mensch hin,&#10;Ein Schatten dazwischen ich selber bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und im Herzen tiefe Müdigkeit -&#10;Alles sagt mir: Es ist Zeit &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Schleswig-Holstein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-schleswig-holstein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-schleswig-holstein/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Schleswig-Holstein, tief im Schnee versiegelt,&#10;Wie lieb ich dann dich erst, mein Wiegenland:&#10;Du hast die Türen alle fest verriegelt,&#10;Und deine Knicks sind Wetterschirm und Wand&#10;Bis sich in deinen Fenstern wieder spiegelt&#10;Des Sommers roter Abendsonnenbrand.&#10;Mein Schleswig-Holstein, tief im Schnee vermummt&#10;Nie bist du laut, nun bist du ganz verstummt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Stuhl steht im Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-stuhl-steht-im-himmel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-stuhl-steht-im-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Stuhl steht im Himmel, wenn ich an dich denke.&#10;Sitze bei mir und lege deinen Schmuck in mein Herz,&#10;Du sollst in meinen Augen dich beschauen, wie schön du bist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Lächeln hat Hände und beschenkt mich reich.&#10;Ich gehe vor dir wie ein selig Gestorbener,&#10;Mein Herz steht still und feiert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Feuer, das auf den Scheitern sich wiegt,&#10;Liegt dein Auge auf mir, meine Füße sind Stahl, ich bin dein Schatten,&#10;Ich folge dir ohne Ermatten und ohne Wahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein Volk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-volk/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein-volk/</guid><description>&lt;p&gt;Der Fels wird morsch,&#10;dem ich entspringe&#10;und meine Gotteslieder singe&amp;hellip;&#10;Jäh stürz ich vom Weg&#10;und riesele ganz in mir&#10;fernab, allein über Klagegestein&#10;dem Meer zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab mich so abgeströmt&#10;von meines Blutes&#10;Mostvergorenheit.&#10;Und immer, immer noch der Widerhall&#10;in mir,&#10;wenn schauerlich gen Ost&#10;das morsche Felsgebein,&#10;mein Volk,&#10;zu Gott schreit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mein!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mein/</guid><description>&lt;p&gt;Bächlein, laß dein Rauschen sein!&#10;Räder, stellt euer Brausen ein!&#10;All ihr muntern Waldvögelein,&#10;Groß und klein,&#10;Endet eure Melodein!&#10;Durch den Hain&#10;Aus und ein&#10;Schalle heut ein Reim allein:&#10;Die geliebte Müllerin ist mein!&#10;Mein!&#10;Frühling, sind das alle deine Blümelein?&#10;Sonne, hast du keinen hellern Schein?&#10;Ach, so muß ich ganz allein&#10;Mit dem seligen Worte mein&#10;Unverstanden in der weiten Schöpfung sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Antikritik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-antikritik/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-antikritik/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Was machst du, wenn die Kritik dich kränkt?&amp;rdquo;&#10;Meine Antikritik: ich bleibe heiter.&#10;&amp;ldquo;Und wenn sie dich an den Galgen gehängt?&amp;rdquo;&#10;Meine Antikritik: ich lebe weiter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Augen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-augen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-augen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn Du kommst&#10;Müssen meine Augen&#10;Ins Dunkel kehren&#10;Wie in den Tod.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Seit sie Dich einließen:&#10;Verräterinnen -&#10;Nun leben sie immer&#10;Unterm Beil.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Erde -Meine Hände flammen nach dir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-erde-meine-haende-flammen-nach-dir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-erde-meine-haende-flammen-nach-dir/</guid><description>&lt;p&gt;hor.de&#10;|&#10;Gedichtsammlung&#10;|&#10;Wörterlisten&#10;|&#10;Notizen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Peter Hille&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Erde -&#10;Meine Hände flammen nach dir&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So ein verliebter Tor verpufft.&#10;(Goethe, Faust)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Hände flammen nach dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, wie die Sonne streichelt&#10;Die lieben Bäcklein,&#10;Die schämig tiefer erglühenden Bäcklein&#10;Liebfrommer Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie so im Wundergrausenden&#10;Dampfe des Lebens&#10;Sinnen hoch&amp;hellip; träumerisch&amp;hellip; zwei Seelen der Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Goldkerl du,&#10;Du Prachtlump du,&#10;Du dumme, dumme Erde,&#10;Racker du!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Hände flammen nach dir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-haende-flammen-nach-dir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-haende-flammen-nach-dir/</guid><description>&lt;p&gt;So ein verliebter Tor verpufft.&#10;(Goethe, Faust)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Hände flammen nach dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh, wie die Sonne streichelt&#10;Die lieben Bäcklein,&#10;Die schämig tiefer erglühenden Bäcklein&#10;Liebfrommer Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie so im Wundergrausenden&#10;Dampfe des Lebens&#10;Sinnen hoch&amp;hellip; träumerisch&amp;hellip; zwei Seelen der Seele.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Goldkerl du,&#10;Du Prachtlump du,&#10;Du dumme, dumme Erde,&#10;Racker du!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Kuß auf Kuß, hungrig trinkend,&#10;Rafft empor sie&#10;Vom tiefabhangenden Haar&#10;An das goldkräftig hingerissene,&#10;Torheit strahlende&#10;Antlitz der Liebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Lieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-lieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-lieder/</guid><description>&lt;p&gt;Als Kind schon nahm die Leier ich zu Handen -&#10;Denn früh verlernte ich der Kindheit Spiele;&#10;Ich träumte nur in stillen Dichterlanden&#10;Entrückt der Schwestern lärmenden Gewühle.&#10;Ob auch mein Lied verstimmt und schrill geklungen&#10;Gleich einer Glocke, die entzwei gesprungen,&#10;Dumpfdröhnend nur und unharmonisch läutet:&#10;Ich wußt es doch was Dichterlust bedeutet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sang von Schmetterlingen und von Sternen,&#10;Sang meinen Teuern, die im Jenseit wallen,&#10;Ich sang von Gott und heiligen Himmelsfernen,&#10;Bald auch von Rosen und von Nachtigallen,&#10;Von Nachtigallen, denn im Liebeshaine&#10;Fühlt ich der Liebe Wonne als die meine -&#10;Fühlt ich ein neues Wesen mich geworden -&#10;Da - ha! ein Schlag - ich stand an Grabespforten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Ruh' ist hin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-ruh-ist-hin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-ruh-ist-hin/</guid><description>&lt;p&gt;aus Faust I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Ruh&amp;rsquo; ist hin,&#10;Mein Herz ist schwer;&#10;Ich finde sie nimmer&#10;und nimmermehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ich ihn nicht hab&amp;rsquo;,&#10;Ist mir das Grab,&#10;Die ganze Welt&#10;Ist mir vergällt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein armer Kopf&#10;Ist mir verrückt,&#10;Meiner armer Sinn&#10;Ist mir zerstückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Ruh&amp;rsquo; ist hin,&#10;Mein Herz ist schwer,&#10;Ich finde sie nimmer&#10;und nimmermehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach ihm nur schau&amp;rsquo; ich&#10;Zum Fenster hinaus,&#10;Nach ihm nur geh ich&#10;Aus dem Haus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Seel ist in der Stille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-seel-ist-in-der-stille/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-seel-ist-in-der-stille/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Seel ist in der Stille,&#10;Tröstet sich des Höchsten Kraft,&#10;Dessen Rat und heilger Wille&#10;Mir bald Rat und Hilfe schafft.&#10;Der kann mehr als alle Götter,&#10;Ist mein Hort, mein Heil, mein Retter,&#10;Daß kein Fall mich stürzen kann,&#10;Trät er noch so heftig an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Hasser, hört! Wie lange&#10;Stellt ihr alle einem nach?&#10;Ihr macht meinem Herzen bange,&#10;Mir zur Ehr und euch zur Schmach,&#10;Hanget wie zerrißne Mauern&#10;Und wie Wände, die nicht dauern,&#10;Über mir und seid bedacht,&#10;Wie ich werde totgemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meine Seele ist in der Stille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-seele-ist-in-der-stille/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meine-seele-ist-in-der-stille/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Seel ist in der Stille,&#10;Tröstet sich des Höchsten Kraft,&#10;Dessen Rat und heilger Wille&#10;Mir bald Rat und Hilfe schafft.&#10;Der kann mehr als alle Götter,&#10;Ist mein Hort, mein Heil, mein Retter,&#10;Daß kein Fall mich stürzen kann,&#10;Trät er noch so heftig an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Hasser, hört! Wie lange&#10;Stellt ihr alle einem nach?&#10;Ihr macht meinem Herzen bange,&#10;Mir zur Ehr und euch zur Schmach,&#10;Hanget wie zerrißne Mauern&#10;Und wie Wände, die nicht dauern,&#10;Über mir und seid bedacht,&#10;Wie ich werde totgemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meiner Frau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-frau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meiner-frau/</guid><description>&lt;p&gt;In deinem Zimmer fand ich meine Stätte.&#10;In deinem Zimmer weiß ich, wer ich bin.&#10;Ich liege tagelang in deinem Bette&#10;Und schmiege meinen Körper an dich hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühle Tage wechseln und Kalender&#10;Am Laken, das uns frisch bereitet liegt.&#10;Ich staune manchmal still am Bettgeländer,&#10;Wie himmlisch lachend man die Zeit besiegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bisweilen steigt aus fernen Straßen unten&#10;Ein Ton zu unserm Federwolkenraum,&#10;Den schlingen wir verschlafen in die bunten&#10;Gobelins, gewirkt aus Küssen, Liebe, Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meinung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meinung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meinung/</guid><description>&lt;p&gt;Es gehört mehr Mut dazu,&#10;seine Meinung zu ändern,&#10;als ihr treu zu bleiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meisenglück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meisenglueck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meisenglueck/</guid><description>&lt;p&gt;Aus dem goldnen Morgenqualm&#10;Sich herniederschwingend,&#10;Hüpft die Meise auf den Halm,&#10;Aber noch nicht singend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch der Halm ist viel zu schwach,&#10;Um nicht bald zu knicken,&#10;Und nur, wenn sie flattert, mag&#10;Sie sich hier erquicken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihre Flügel braucht sie nun&#10;Flink und unverdrossen,&#10;Und indes die Füßchen ruhn,&#10;Wird ein Korn genossen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen kühlen Tropfen Tau&#10;Schlürft sie noch daneben,&#10;Um mit Jubel dann ins Blau&#10;Wieder aufzuschweben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Meister Gerhard von Köln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/meister-gerhard-von-koeln/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/meister-gerhard-von-koeln/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn in den linden Vollmondnächten&#10;Die Nebel lagern überm Rhein,&#10;Und graue Silberfäden flechten&#10;Ein Florgewand dem Heil′genschrein:&#10;Es träumt die Waldung, duftumsäumt,&#10;Es träumt die dunkle Flutenschlange,&#10;Wie eine Robbe liegt am Hange&#10;Der Schürg′ und träumt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief zieht die Nacht den feuchten Odem,&#10;Des Walles Gräser zucken matt,&#10;Und ein zerhauchter Grabesbrodem&#10;Liegt über der entschlafnen Stadt:&#10;Sie hört das Schlummerlied der Welln,&#10;Das leise murmelnde Geschäume,&#10;Und tiefer, tiefer sinkt in Träume&#10;Das alte Köln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melancholia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholia/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholia/</guid><description>&lt;p&gt;Das Auge, das sich in dem Graus verliert,&#10;Der langsam um den Erdball rast,&#10;Wird vor Entsetzen irre und gefriert,&#10;Wie wenn im Tod es brechend sich verglast.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weh ohne Maß, ins unbegrenzte All&#10;Wie ein empörtes Meer hinausgeschnellt,&#10;Wo es mit millionenfachem Prall&#10;An starrer Luftschicht wesenlos zerschellt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Erbfluch unausrottbar zäh,&#10;Der das Geschlecht mit seinem Bann umfing,&#10;Als in verworrnem Urtrieb dumpf und jäh&#10;Zum ersten Mal sich Blut am Blut verging.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Melancholie an Laura</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-an-laura/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/melancholie-an-laura/</guid><description>&lt;p&gt;Laura - Sonnenaufgangsglut&#10;Brennt in Deinen goldnen Blicken,&#10;In den Wangen springt purpurisch Blut,&#10;Deiner Tränen Perlenflut&#10;Nennt noch Mutter das Entzücken -&#10;Wem der schöne Tropfen taut,&#10;Wer darin Vergöttrung schaut,&#10;Ach dem Jüngling, der belohnet wimmert,&#10;Sonnen sind ihm aufgedämmert!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Seele, gleich der Spiegelwolle,&#10;Silberklar und sonnenhelle,&#10;Maiet noch den trüben Herbst um Dich;&#10;Wüsten, öd′ und schauerlich,&#10;Lichten sich in Deiner Strahlenquelle;&#10;Düstrer Zukunft Nebelferne&#10;Goldet sich in Deinem Sterne;&#10;Lächelst Du der Reize Harmonie?&#10;Und ich weine über sie. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschen bei Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschen-bei-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschen-bei-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;1899, Berlin-Schmargendorf&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nächte sind nicht für die Menge gemacht.&#10;Von deinem Nachbar trennt dich die Nacht,&#10;und du sollst ihn nicht suchen trotzdem.&#10;Und machst du nachts deine Stube licht,&#10;um Menschen zu schauen ins Angesicht,&#10;so musst du bedenken: wem.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Menschen sind furchtbar vom Licht entstellt,&#10;das von ihren Gesichtern träuft,&#10;und haben sie nachts sich zusammengesellt,&#10;so schaust du eine wankende Welt&#10;durcheinandergehäuft.&#10;Auf ihren Stirnen hat gelber Schein&#10;alle Gedanken verdrängt,&#10;in ihren Blicken flackert der Wein,&#10;an ihren Händen hängt&#10;die schwere Gebärde, mit der sie sich&#10;bei ihren Gesprächen verstehn;&#10;und dabei sagen sie: Ich und Ich&#10;und meinen: Irgendwen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschenlos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenlos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschenlos/</guid><description>&lt;p&gt;Was der Mensch auch gewinne, er muß es zu teuer bezahlen,&#10;Wär′ es auch nur mit der Furcht, ob er′s nicht wieder verliert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschheit/</guid><description>&lt;p&gt;Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt,&#10;Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen,&#10;Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt,&#10;Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen:&#10;Hier Evas Schatten, Jagd und rotes Geld.&#10;Gewölk, das Licht durchbricht, das Abendmahl.&#10;Es wohnt in Brot und Wein ein sanftes Schweigen&#10;Und jene sind versammelt zwölf an Zahl.&#10;Nachts schrein im Schlaf sie unter Ölbaumzweigen;&#10;Sankt Thomas taucht die Hand ins Wundenmal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschliches Elend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliches-elend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliches-elend/</guid><description>&lt;p&gt;Alsbald ein neues Kind&#10;die erste Luft empfindt,&#10;so hebt es an zu weinen;&#10;die Sonne muß ihm scheinen&#10;den viermal zehnten Tag,&#10;eh als es lachen mag.&#10;O Welt, bei deinen Sachen&#10;ist Weinen mehr als Lachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschliches Wirken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliches-wirken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliches-wirken/</guid><description>&lt;p&gt;An dem Eingang der Bahn liegt die Unendlichkeit offen,&#10;Doch mit dem engesten Kreis höret der Weiseste auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Menschliches Wissen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliches-wissen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/menschliches-wissen/</guid><description>&lt;p&gt;Weil du liesest in ihr, was du selber in sie geschrieben,&#10;Weil du in Gruppen fürs Aug′ ihre Erscheinungen reihst,&#10;Deine Schnüre gezogen auf ihrem unendlichen Felde,&#10;Wähnst du, es fasse dein Geist ahnend die große Natur.&#10;So beschreibt mit Figuren der Astronome den Himmel,&#10;Dass in dem ewigen Raum leichter sich finde der Blick,&#10;Knüpft entlegene Sonnen, durch Siriusfernen geschieden,&#10;Aneinander im Schwan und in den Hörnern des Stiers.&#10;Aber versteht er darum der Sphären mystische Tänze,&#10;Weil ihm das Sternengewölb sein Planiglobium zeigt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Merkur und Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/merkur-und-amor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/merkur-und-amor/</guid><description>&lt;p&gt;Merkur und Amor zogen&#10;Auf Abenteuer durch das Land.&#10;Einst wünscht sich jener Pfeil und Bogen;&#10;Und gibt für Amors Pfeil und Bogen&#10;Ihm seinen vollen Beutel Pfand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit so vertauschten Waffen zogen,&#10;Und ziehn noch, beide durch das Land.&#10;Wenn jener Wucher sucht mit Pfeil und Bogen,&#10;Entzündet dieser Herzen durch das Pfand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Metamorphosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/metamorphosen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/metamorphosen/</guid><description>&lt;p&gt;Erst war grenzenloser Durst, ausholend Glück, schamvolles Sichbeschauen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abends in der Jungenstube, wenn die Lampe ausgieng, Zärtlichkeiten überschwänglich hingeströmt an traumerschaffne Frauen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzückte Worte ins Leere gesprochen und im Blut der irre Brand –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bis man sich eines Nachts in einem schalen Zimmer wiederfand,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stöhnend, dumpf, und seine Sehnsucht über einen trüben, eingesunknen Körper leerte,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sich auf die Zähne biß und wußte: dieses sei das Leben, dem man sich bekehrte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein ganzer blondverklärter Knabenhimmel stand in Flammen –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Metastasio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/metastasio/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/metastasio/</guid><description>&lt;p&gt;Lieblich bist du, ich lese dich gern, ich höre dich lieber,&#10;Wenn dich ein römischer Mund, wenn der Gesang dich beseelt.&#10;Dir fehlt′s nicht an treuer Natur und artiger Einfalt,&#10;Immer das Nächste nur bringst du verständlich mir vor.&#10;Deine Sprach′ ist entzückend, ich lausche dem zärtlichen Dichter,&#10;Aber sprächest du deutsch, fänd′ ich den Dichter nicht mehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Michel Angelo Buonarotti</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/michel-angelo-buonarotti/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/michel-angelo-buonarotti/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Deiner Brust hat die güt′ge Natur nicht den Frieden gegeben,&#10;Der, wie der Frühling so zart, alles erheiternd verjüngt.&#10;Du verschmähest den sanften Verkehr mit dem Genius, zürnend&#10;Stürmest, Titanen gleich, du in den Himmel empor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht wie zu Sanzio geheim in der Stunde der Weihe die Gottheit&#10;Niederstieg, und sein Herz ruhig im Schaun sich gestillt,&#10;Du hast im Rosenduft den schöpfrischen Gott nicht gefunden,&#10;Nur in dem Riesengebäu seiner Planeten erkannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Min Jehann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/min-jehann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/min-jehann/</guid><description>&lt;p&gt;Ik wull, wi weern noch kleen, Jehann,&#10;Do weer de Welt so grot!&#10;Wi seten op den Steen, Jehann,&#10;Weest noch? bi Nawers Sot.&#10;An Heben seil de stille Maan,&#10;Wi segen, wa he leep,&#10;Un snacken, wa de Himmel hoch&#10;Un wa de Sot wul deep.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weest noch, wa still dat weer, Jehann?&#10;Dar röhr keen Blatt an Bom.&#10;So is dat nu ni mehr, Jehann,&#10;As höchstens noch in Drom.&#10;Och ne, wenn do de Scheper sung&#10;Alleen, int wide Feld:&#10;Ni wahr, Jehann? dat weer en Ton!&#10;De eenzige op de Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Minette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/minette/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/minette/</guid><description>&lt;p&gt;Minettens helle Blicke fodern&#10;Gebietrisch auf zur Huldigung,&#10;Sie reizet, lockt, hat nie genug,&#10;Als bis ihr aller Herzen lodern.&#10;Ihr Witz, der wie das Auge glüht,&#10;Nur Blitze schießt, nur Funken sprüht,&#10;Erwartet Lob von jeder Zunge.&#10;Ihr Amor ist ein wilder Junge&#10;Der mit der Fackel, die er trägt,&#10;Mutwillig ins Gesicht euch schlägt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Minnegruss</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/minnegruss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/minnegruss/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist so schön und rein,&#10;Wunnevolles Magedein,&#10;Deinem Dienste ganz allein&#10;Möcht ich wohl mein Leben weihn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine süßen Äugelein&#10;Glänzen mild wie Mondenschein;&#10;Helle Rosenlichter streun&#10;Deine roten Wängelein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und aus deinem Mündchen klein&#10;Blinkt′s hervor wie Perlenreihn;&#10;Doch den schönsten Edelstein&#10;Hegt dein stiller Busenschrein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fromme Minne mag es sein,&#10;Was mir drang ins Herz hinein,&#10;Als ich weiland schaute dein,&#10;Wunnevolles Magedein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Minona</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/minona/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/minona/</guid><description>&lt;p&gt;Laß sie mich küssen, die knospende Blume, den Kelch meiner Trunkenheit!&#10;Wenn meiner Lippen fiebernde Glut dir die Glieder durchzittert hat,&#10;Dann erst wirst du mir Weib, und ein mächtig Erinnern&#10;Schwellt meine Segel glückseligen Inseln entgegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mir ist zu licht zum Schlafen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mir-ist-zu-licht-zum-schlafen-7503/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mir-ist-zu-licht-zum-schlafen-7503/</guid><description>&lt;p&gt;Mir ist zu licht zum Schlafen,&#10;Der Tag bricht in die Nacht,&#10;Die Seele ruht im Hafen,&#10;Ich bin so froh verwacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hauchte meine Seele&#10;Im ersten Kusse aus,&#10;Was ist&amp;rsquo;s, dass ich mich quäle,&#10;Ob sie auch fand ein Haus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie hat es wohl gefunden,&#10;Auf ihren Lippen schön,&#10;O welche sel&amp;rsquo;ge Stunden,&#10;Wie ist mir so geschehn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was soll ich nun noch sehen,&#10;Ach alles ist in ihr,&#10;Was fühlen, was erflehen,&#10;Es ward ja alles mir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mir war, als ob ich eine helle Wolke...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mir-war-als-ob-ich-eine-helle-wolke/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mir-war-als-ob-ich-eine-helle-wolke/</guid><description>&lt;p&gt;Mir war, als ob uns eine helle Wolke,&#10;die dicht und fest und lauter war, umhüllte,&#10;klar wie ein sonnbestrahlter Diamant.&#10;Und diese ewige Perle nahm in sich&#10;uns auf, so wie das Wasser einen Lichtstrahl&#10;hineinläßt, aber ungeteilt verweilt.&#10;War ich als Körper dort, und ist es hier&#10;nicht denkbar, daß zwei Körper sich vertragen&#10;im selben Raum, und wäre dort doch nötig-&#10;oh, wieviel heißer müßten wir dann wünschen,&#10;die Wesenheit zu schaun, in der sich′s zeigt&#10;wie unsere Natur mit Gott sich eint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mißdeutung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/missdeutung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/missdeutung/</guid><description>&lt;p&gt;A.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Bundestag hat wie ein Leu gebrüllt.&#10;Seid ihr von Grausen, Deutsche, nicht erfüllt?&#10;Macht euch gefaßt auf unerhörte Dinge!&#10;Er geht umher und sucht, wen er verschlinge.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;B.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht doch! Es war kein Brüllen, wie ihr wähnt.&#10;Der Bundestag hat nur sehr laut gegähnt;&#10;Denn auf der Bärenhaut der Protokolle&#10;Sich wälzend, spielt er schlafend seine Rolle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit den Armen nackt wie ihr Gewissen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-den-armen-nackt-wie-ihr-gewissen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-den-armen-nackt-wie-ihr-gewissen/</guid><description>&lt;p&gt;Mit den Armen nackt, wie ihr Gewissen,&#10;Liegt die Liebste in den Kissen, in den weißen.&#10;Frühling hat die Fenster aufgerissen,&#10;Sonne rollt den Leib den frühlingsheißen.&#10;Mit der Lust von schönen wilden Tieren&#10;Kommt die Sonne breit auf allen Vieren,&#10;Sonne hat für meine Liebste Zeit;&#10;Wie die Katzen liegen sie beisammen,&#10;Wie die Katzen, deren Haare Funken flammen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(aus: Lusamgärtlein. Frühlingslieder aus Franken.)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit einem gemalten Band</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-gemalten-band/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-gemalten-band/</guid><description>&lt;p&gt;Kleine Blumen, kleine Blätter&#10;Streuen mir mit leichter Hand&#10;Gute junge Frühlingsgötter&#10;Tändelnd auf ein luftig Band.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zephyr, nimm′s auf deine Flügel,&#10;Schling′s um meiner Liebsten Kleid;&#10;Und so tritt sie vor den Spiegel&#10;All in ihrer Munterkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieht mit Rosen sich umgeben,&#10;Selbst wie eine Rose jung.&#10;Einen Blick, geliebtes Leben!&#10;Und ich bin belohnt genung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fühle, was dies Herz empfindet,&#10;Reiche frei mir deine Hand,&#10;Und das Band, das uns verbindet,&#10;Sei kein schwaches Rosenband!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit einem goldnen Halskettchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-goldnen-halskettchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-einem-goldnen-halskettchen/</guid><description>&lt;p&gt;Dir darf dies Blatt ein Kettchen bringen,&#10;Das, ganz zur Biegsamkeit gewöhnt,&#10;Sich mit viel hundert kleinen Schlingen&#10;Um deinen Hals zu schmiegen sehnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewähr′ dem Närrchen die Begierde&#10;Sie ist voll Unschuld, ist nicht kühn&#10;Am Tag ist′s eine kleine Zierde,&#10;Am Abend wirfst du′s wieder hin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch bringt dir einer jene Kette,&#10;Die schwerer drückt und ernster faßt,&#10;Verdenk ich dir es nicht, Lisette,&#10;Wenn du ein klein Bedenken hast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mit Essen und Trinken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-essen-und-trinken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mit-essen-und-trinken/</guid><description>&lt;p&gt;Mit essen und trinken,&#10;Mit faulenzen und stinken,&#10;Mit schenkln und spazieren,&#10;Mit löffeln und galanisieren,&#10;Mit springen und tanzen,&#10;Mit liegen und ranzen,&#10;Mit jagen und hetzen,&#10;Mit komplimentieren und wetzen,&#10;Mit Rappen und Schimmel&#10;Kommt man, weiß Gott, nicht in den Himmel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mitleid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mitleid/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mitleid/</guid><description>&lt;p&gt;Sei nicht vom Mitleid erfüllt, aber sei gerecht.&#10;Mitleid gewährt man dem schuldigen Verbrecher,&#10;während ein unschuldiger Mann nur nach Gerechtigkeit verlangt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mitte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mitte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mitte/</guid><description>&lt;p&gt;Nach Florenz mit schwerer Seele&#10;Zog Vittor Emmanuele:&#10;Schicksal ruft in große Bahnen,&#10;Neigung hängt am Sitz der Ahnen.&#10;Kaum verschmerzt –: zum Tiberstrom!&#10;Heißt die Losung, auf nach Rom!&#10;Nord und Süd, Süd und Nord –&#10;Breite Kluft von Hier zu Dort!&#10;Leichter eint sich Art und Sitte,&#10;Steht die Mitte in der Mitte,&#10;Leichter wölbte sich der Dom,&#10;Läg&amp;rsquo; am Maine unser Rom.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mittel gegen den Hochmut der Großen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mittel-gegen-den-hochmut-der-grossen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mittel-gegen-den-hochmut-der-grossen/</guid><description>&lt;p&gt;Viel Klagen hör ich oft erheben&#10;Vom Hochmut, den der Große übt.&#10;Der Großen Hochmut wird sich geben,&#10;Wenn unsre Kriecherei sich gibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mittel zum Vergnügen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mittel-zum-vergnuegen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mittel-zum-vergnuegen/</guid><description>&lt;p&gt;Schwestern! wollt ihr wissen,&#10;Wie ich mich vergnüge,&#10;Daß ich immer scherze,&#10;Daß ich immer singe,&#10;Daß ich auch im Winter,&#10;Wenn auch schon die Rosen&#10;Unser Haupt nicht krönen,&#10;Doch noch immer scherze?&#10;Machts wie ich, und liebet!&#10;Doch liebet nicht nur Männer:&#10;Liebet auch die Tugend;&#10;Liebet schöne Bücher;&#10;Stimmet auch die Saiten,&#10;Dichtet schöne Lieder;&#10;Singet von der Liebe!&#10;Liebt ihr aber Männer;&#10;O! so liebt nur einen,&#10;Liebet ihn recht zärtlich,&#10;Scherzt mit eurem Freunde:&#10;So seyd ihr recht glücklich!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mitunter weicht von meiner Brust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mitunter-weicht-von-meiner-brust/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mitunter-weicht-von-meiner-brust/</guid><description>&lt;p&gt;Mitunter weicht von meiner Brust,&#10;Was sie bedrückt seit deinem Sterben;&#10;Es drängt mich, wie in Jugendlust,&#10;Noch einmal um das Glück zu werben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch frag ich dann: Was ist das Glück?&#10;So kann ich keine Antwort geben&#10;Als die, daß du mir kämst zurück,&#10;Um so wie einst mit mir zu leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann seh ich jenen Morgenschein,&#10;Da wir dich hin zur Gruft getragen;&#10;Und lautlos schlafen die Wünsche ein,&#10;Und nicht mehr will ich das Glück erjagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Möcht wissen, was sie schlagen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/moecht-wissen-was-sie-schlagen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/moecht-wissen-was-sie-schlagen/</guid><description>&lt;p&gt;Möcht wissen, was sie schlagen&#10;So schön bei der Nacht,&#10;′s ist in der Welt ja doch niemand,&#10;Der mit ihnen wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Wolken, die reisen,&#10;Und das Land ist so blaß,&#10;Und die Nacht wandelt leise&#10;Durch den Wald übers Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nacht, Wolken, wohin sie gehen,&#10;Ich weiß es recht gut,&#10;Liegt ein Grund hinter den Höhen,&#10;Wo meine Liebste jetzt ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zieht der Einsiedel sein Glöcklein,&#10;Sie höret es nicht,&#10;Es fallen ihre Löcklein&#10;Übers ganze Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondesaufgang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondesaufgang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondesaufgang/</guid><description>&lt;p&gt;An des Balkones Gitter lehnte ich&#10;Und wartete, du mildes Licht, auf dich.&#10;Hoch über mir, gleich trübem Eiskristalle,&#10;Zerschmolzen schwamm des Firmamentes Halle;&#10;Der See verschimmerte mit leisem Dehnen,&#10;Zerfloßne Perlen oder Wolkentränen?&#10;Es rieselte, es dämmerte um mich,&#10;Ich wartete, du mildes Licht, auf dich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch stand ich, neben mir der Linden Kamm,&#10;Tief unter mir Gezweige, Ast und Stamm;&#10;Im Laube summte der Phalänen Reigen,&#10;Die Feuerfliege sah ich glimmend steigen,&#10;Und Blüten taumelten wie halb entschlafen;&#10;Mir war, als treibe hier ein Herz zum Hafen,&#10;Ein Herz, das übervoll von Glück und Leid&#10;Und Bildern seliger Vergangenheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondlicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondlicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondlicht/</guid><description>&lt;p&gt;Wie liegt im Mondenlichte&#10;Begraben nun die Welt;&#10;Wie selig ist der Friede,&#10;Der sie umfangen hält!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Winde müssen schweigen,&#10;So sanft ist dieser Schein;&#10;Sie säuseln nur und weben&#10;Und schlafen endlich ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was in Tagesgluten&#10;Zur Blüte nicht erwacht,&#10;Es öffnet seine Kelche&#10;Und duftet in die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie bin ich solchen Friedens&#10;Seit lange nicht gewohnt!&#10;Sei du in meinem Leben&#10;Der liebevolle Mond!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondnacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Es war, als hätt der Himmel&#10;Die Erde still geküßt,&#10;Daß sie im Blütenschimmer&#10;Von ihm nun träumen müßt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Luft ging durch die Felder,&#10;Die Ähren wogten sacht,&#10;Es rauschten leis die Wälder,&#10;So sternklar war die Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und meine Seele spannte&#10;Weit ihre Flügel aus,&#10;Flog durch die stillen Lande,&#10;Als flöge sie nach Haus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mondschein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mondschein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mondschein/</guid><description>&lt;p&gt;Bleich und müde&#10;Schmieg und weich&#10;Kater duften&#10;Blüten graunen&#10;Wasser schlecken&#10;Winde schluchzen&#10;Schein entblößt die zitzen Brüste&#10;Fühlen stöhnt in meine Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Monte Cavo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/monte-cavo/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/monte-cavo/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′ ich vielleicht im Olymp? Hier seh′ ich Fabel, Geschichte,&#10;Rom, Aeneas, Ulyß und die homerische See,&#10;Ist es der Pegasus, der den Wandrer zum Berge herauftrug?&#10;Nein! die moderne Welt kommt hier zu Esel herauf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Monte Compatri</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/monte-compatri/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/monte-compatri/</guid><description>&lt;p&gt;Lob′ ich den Blick in das reizende Land, bis zum blauen Oreste,&#10;Bis zu Tibur, die Lust schatt′gen Kastanienhains,&#10;Wo mich die Nachtigall in schallenden Chören umjauchzet,&#10;Oder schau′ ich das Gold nur deines Nektars mir an?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Monte Porzio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/monte-porzio/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/monte-porzio/</guid><description>&lt;p&gt;Stehst du auf Tusculums Höh′ in der aufgegrabenen Vorwelt,&#10;Suchst du in Trümmern und Schutt Cicero′s Villa hier auf,&#10;Dann zum Rebenhügel hinab ins lustige Dörfchen,&#10;Und wie Cicero bald macht dich Freund Bacchus beredt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Montezuma</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/montezuma/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/montezuma/</guid><description>&lt;p&gt;Er schritt, die Krone mit den Hahnenfedern&#10;Aufs Haupt gesetzt, durch Fliederbuschspalier.&#10;Er trug ein Wams aus vielen Menschenledern,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf der ganzen Erde war kein Tier,&#10;Das nicht zu seiner Kleidung beigetragen.&#10;Es gab für ihn kein da und dort: nur hier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er durfte, was er wollte, wägend wagen,&#10;Denn Stern und Mond war goldenes Gespiel.&#10;Am Abend ließ sich viel zu ihnen sagen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Morgen bot die Sonne sich zum Ziel.&#10;Man schoss nach ihr mit kleinen Bambusrohren,&#10;Und wenn der Pfeile einer niederfiel,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgane</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgane/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgane/</guid><description>&lt;p&gt;Am regentrüben Sommertagen,&#10;Wenn Luft und Flut zusammenragen,&#10;Und ohne Regung schläft die See,&#10;Dann steht an unserm grauen Strande&#10;Das Wunder aus dem Morgenlande,&#10;Morgane, die berufne Fee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Arglistig halb und halb von Sinne,&#10;Verschmachtend nach dem Kelch der Minne,&#10;Der stets an ihrem mund versiegt,&#10;Umgaukelt sie des Wandrers Pfade,&#10;Und lockt ihn an ein Scheingestande,&#10;Das in des Todes Reichen liegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von ihrem Zauberspiegel geblendet,&#10;Ruht manches Haupt in Nacht gewendet,&#10;Begraben in der Wüste Schlucht;&#10;Denn ihre Liebe ist Verderben,&#10;Ihr Hauch ist Gift, ihr Kuß ist Sterben,&#10;Die schönen Augen sind verflucht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen/</guid><description>&lt;p&gt;Nun sind die Sterne wieder&#10;von blaßblauer Seide verhüllt,&#10;nun Näh′ und Ferne wieder&#10;von junger Sonne erfüllt.&#10;Ihr weißen Wasser, die ihr&#10;hinab zur Ebne springt,&#10;oh sagt den Freunden, wie mir&#10;das Herz heut singt und klingt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgen Sonnet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen-sonnet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgen-sonnet/</guid><description>&lt;p&gt;Die ewig helle Schar will nun ihr Licht verschlissen,&#10;Diane steht erblaßt; die Morgenröthe lacht&#10;Den grauen Himmel an, der sanfte Wind erwacht&#10;Und reizt das Federvolk, den neuen Tag zu grüßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Leben dieser Welt eilt schon die Welt zu küssen,&#10;Und steckt sein Haupt empor, man sieht der Strahle Pracht&#10;Nun blinken auf der See: O dreimal höchste Macht&#10;Erleuchte den, der sich jetzt beugt vor deinen Füßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgenlied (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgenlied-2/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Stern still nach dem andern fällt&#10;Tief in des Himmels Kluft,&#10;Schon zucken Strahlen durch die Welt,&#10;Ich wittre Morgenluft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Qualmen steigt und sinkt das Tal;&#10;Verödet noch vom Fest&#10;Liegt still der weite Freudensaal,&#10;Und tot noch alle Gäst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hebt die Sonne aus dem Meer&#10;Eratmend ihren Lauf;&#10;Zur Erde geht, was feucht und schwer,&#10;Was klar, zu ihr hinauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hebt grüner Wälder Trieb und Macht&#10;Neurauschend in die Luft,&#10;Zieht hinten Städte, eitel Pracht,&#10;Blau Berge durch den Duft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgens/</guid><description>&lt;p&gt;Nun gib ein Morgenküßchen!&#10;Du hast genug der Ruh;&#10;Und setz dein zierlich Füßchen&#10;Behende in den Schuh!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun schüttle von der Stirne&#10;Der Träume blasse Spur!&#10;Das goldene Gestirne&#10;Erleuchtet längst die Flur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Rosen in deinem Garten&#10;Sprangen im Sonnenlicht;&#10;Sie können kaum erwarten,&#10;Daß deine Hand sie bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Morgue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/morgue/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/morgue/</guid><description>&lt;p&gt;Da liegen sie bereit, als ob es gälte,&#10;nachträglich eine Handlung zu erfinden,&#10;die mit einander und mit dieser Kälte&#10;sie zu verwöhnen weiß und zu verbinden;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;denn das ist alles noch wie ohne Schluß.&#10;Was für ein Name hätte in den Taschen&#10;sich finden sollen? An dem Überdruß&#10;um ihren Mund hat man herumgewaschen:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;er ging nicht ab; er wurde nur ganz rein.&#10;Die Bärte stehen, noch ein wenig härter,&#10;doch ordentlicher im Geschmack der Wärter,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Motto</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/motto/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/motto/</guid><description>&lt;p&gt;[zu&#10;Die drei Lichter der kleinen Veronika&#10;]&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer mit den Augen der Andacht geschaut,&#10;wie die Seele der Erde Kristalle gebaut,&#10;Wer die Flamme im keimenden Kern gesehn,&#10;im Leben den Tod, Geburt im Vergehn -&#10;Wer in Menschen und Tieren den Bruder fand&#10;und im Bruder den Bruder und Gott erkannt,&#10;der feiert am Tisch des heiligen Gral&#10;mit dem Heiland der Liebe das Abendmahl -.&#10;Er sucht und findet, wie Gott es verhieß,&#10;den Weg ins verlorene Paradies.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Müde bin ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muede-bin-ich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muede-bin-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Müde bin ich, geh′ zur Ruh′,&#10;Schließe beide Äuglein zu;&#10;Vater, laß die Augen dein&#10;Über meinem Bette sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab′ ich Unrecht heut′ gethan,&#10;Sieh′ es, lieber Gott, nicht an!&#10;Deine Gnad′ und Jesu Blut&#10;Macht ja allen Schaden gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle, die mir sind verwandt,&#10;Gott, laß ruhn in deiner Hand!&#10;Alle Menschen, groß und klein,&#10;Sollen dir befohlen sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kranken Herzen sende Ruh′,&#10;Nasse Augen schließe zu;&#10;Laß den Mond am Himmel stehn&#10;Und die stille Welt besehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Muget ir schouwen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/muget-ir-schouwen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/muget-ir-schouwen/</guid><description>&lt;p&gt;Muget ir schouwen was dem meien&#10;wunders ist beschert?&#10;seht an pfaffen, seht an leien,&#10;wie daz allez vert.&#10;grôz ist sîn gewalt:&#10;ich enweiz obe er zouber künne:&#10;swar er vert in sîner wünne,&#10;dâ enist niemen alt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns will schiere wol gelingen.&#10;wir suln sîn gemeit,&#10;tanzen lachen unde singen,&#10;âne dörperheit.&#10;wê wer wære unfrô?&#10;sît di vogele alsô schône&#10;singent in ir besten dône,&#10;tuon wir ouch alsô!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mumien im Vatican</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mumien-im-vatican/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mumien-im-vatican/</guid><description>&lt;p&gt;Alles sind′ ich in dir, Laokoon, Zeus und Apollo,&#10;Aus dem gestürzten Olymp flohen die Götter zu dir.&#10;Welt der Griechen und Römer, du zeigst auch ägyptische Götzen,&#10;Und Brittania versorgt reichlich mit Mumien dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musik des Kämpfers</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-des-kaempfers/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musik-des-kaempfers/</guid><description>&lt;p&gt;Von Stern zu Stern&#10;Wie an schwankenden Ringen&#10;Sausen wir durch die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Dunkel zur Freundschaft,&#10;Von Freundschaft zur schaffenden Einsamkeit schwingen&#10;Wir uns durch die Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber das steigt nicht&#10;Vom Seufzen zum Singen:&#10;Dahinter winkt wieder Finsternis und wieder Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Sturm, Blitz und Fluss&#10;Miteinander verschlingen&#10;Sich ewig in uns, ewig zugleich:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dunkles Tasten an der Wahrheit Wand,&#10;Feuriger Freundschaft Weltdurchdringen,&#10;Zeugung der Wahrheit und Welt aus uns!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Musikalische Einsicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/musikalische-einsicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/musikalische-einsicht/</guid><description>&lt;p&gt;Zeno, beschirmt, und Diogen, mich, ihr Weisen! Wie soll ich&#10;Heute tugendhaft sein, da ich die Stimme gehört.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine Stimme, der Brust so schlank, wie die Zeder, entwachsen,&#10;Schöner gewipfelt entblüht keine, Parthenope, dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun versteh ich den Platon erst, ihr ïonischen Lieder,&#10;Eure Gewalt, und warum Hellas in Fesseln jetzt liegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mut/</guid><description>&lt;p&gt;Sorglos über die Fläche weg,&#10;Wo vom kühnsten Wager die Bahn&#10;Dir nicht vorgegraben du siehst,&#10;Mache dir selber Bahn!&#10;Stille, Liebchen, mein Herz!&#10;Kracht′s gleich, bricht′s doch nicht!&#10;Bricht′s gleich, bricht′s nicht mit dir!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mut des Verderbens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mut-des-verderbens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mut-des-verderbens/</guid><description>&lt;p&gt;Und hätt′ ich zehntausend Köpfe&#10;Und trüge keinen zu Haus,&#10;Die feigen Schurken und Tröpfe,&#10;Sie machen mir′s zu kraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und trüg′ ich zehntausend Kronen,&#10;Ich würfe sie alle fort,&#10;Vor allen Höhen und Thronen&#10;Steht höchst das hohe Wort:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das heilige Lutherzeichen,&#10;Das schuf und trägt die Welt,&#10;Den Listen und Griffen der Bleichen&#10;Und Feigen zu hoch gestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja presset mit eurer Presse,&#10;Setzt, presset, drucket allein -&#10;Ich kenn′ eine feurige Esse,&#10;Die schmiedet und gießt auch fein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mutter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Ein weißer Stern singt ein Totenlied&#10;in der Julinacht.&#10;Wie Sterbegeläut in der Julinacht.&#10;Und auf dem Dach die Wolkenhand,&#10;die streifende feuchte Schattenhand&#10;sucht nach meiner Mutter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühle mein nacktes Leben,&#10;es stößt sich ab vom Mutterland,&#10;so nackt war nie mein Leben,&#10;so in die Zeit gegeben,&#10;als ob ich abgeblüht&#10;hinter des Tages Ende&#10;zwischen weiten Nächten stände;&#10;alleine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mutterliebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mutterliebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mutterliebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin so schwach, ich bin so matt,&#10;Seit man aus mir genommen hat&#10;Mein Kindlein, das süße, das runde&#10;Mit dem wunderlieblichen Munde,&#10;Den Bäcklein so rosig, den Äuglein voll Glanz,&#10;Darin sich die Welt mir spiegelt ganz!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Kindlein, ich lieb′ es so innig, so wahr!&#10;Denn ′s ist eine Perle, ganz echt, ganz rar!&#10;Und leid′ ich nun auch die gleichen Qualen&#10;Wie die Auster, der man aus den Muschelschalen&#10;Entnommen die Perle, so mag ich denn sterben,&#10;Stolz: meine Perle der Welt zu vererben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Mysterium</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/mysterium/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/mysterium/</guid><description>&lt;p&gt;Oh, könnte ich den Faden doch gewinnen,&#10;Der, mich mit Gott und der Natur verknüpfend,&#10;Und, abgewickelt, das Geheimste lüpfend,&#10;Verborgen sitzt im Geist und in den Sinnen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie wollte ich ihn mutig rückwärts spinnen,&#10;Bis er mir, endlich von der Spindel hüpfend,&#10;Und in den Mittelpunkt hinüberschlüpfend,&#10;Gezeigt, wie All und Ich in eins zerrinnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur fürchte ich, daß, wie ich selbst Gedanken,&#10;Die gleich Kometen blitzten, schon erstickte,&#10;Eh′ ich verging in ihrem glühnden Lichte,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach all den Nächten, die voll Sternen hingen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-all-den-naechten-die-voll-sternen-hingen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-all-den-naechten-die-voll-sternen-hingen/</guid><description>&lt;p&gt;Nach all den Nächten, die voll Sternen hingen,&#10;nun diese dumpfe, trübe, nasse Nacht,&#10;als wär die Arbeit aller Zeit vollbracht&#10;und niemals wieder Hoffnung auf Gelingen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohin die Schritte weisen, da das Ziel&#10;ertrank im nebeligen Grau der Wege?&#10;Ich such nur noch, wo ich mich niederlege,&#10;den stillen Platz. Verloren ist das Spiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich höre vieler Menschen Schritte tasten -&#10;verirrte Menschen, einsam, müd und arm -&#10;und keiner weiß, wie wohl ihm wär und warm,&#10;wenn wir einander bei den Händen faßten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach altdeutscher Weise</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-altdeutscher-weise/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-altdeutscher-weise/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist bestimmt in Gottes Rat,&#10;Daß man, was man am liebsten hat,&#10;Muß meiden;&#10;Wiewohl nichts in dem Lauf der Welt&#10;Dem Herzen ach! so sauer fällt,&#10;Als Scheiden, ja Scheiden!&#10;So dir geschenkt ein Knösplein was,&#10;So tu′ es in ein Wasserglas;&#10;Doch wisse: Blüht morgen dir ein Röslein auf,&#10;Es welkt wohl noch die Nacht darauf;&#10;Das wisse, ja wisse!&#10;Und hat dir Gott ein Lieb beschert,&#10;Und hältst du sie recht innig wert,&#10;Die Deine, -&#10;Es werden wohl acht Bretter sein,&#10;Da legst du sie wie bald! hinein;&#10;Dann weine, ja weine!&#10;Nur mußt du mich auch recht verstehn,&#10;Ja recht verstehn!&#10;Wenn Menschen auseinander gehn,&#10;So sagen sie: auf Wiedersehn!&#10;Ja Wiedersehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach dem ersten Abend bei Franconi in Paris</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-ersten-abend-bei-franconi-in-paris/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-ersten-abend-bei-franconi-in-paris/</guid><description>&lt;p&gt;Jammer, du rührst mich nicht mehr! Denn daß es dem feurigen Proteus&#10;In des Odysseus Arm, der ihn nicht einmal befragt,&#10;Der ihn nur stumm erdrückt und an der Verwandlung verhindert,&#10;Daß es ihm übel behagt, dieses versteht sich von selbst.&#10;Aber, wenn er sich löst und sich die göttliche Freiheit&#10;Wieder erobert, und wär′s auch nur für einen Moment:&#10;Ja, da rührt er mich tief, da fühl′ ich mich doppelt und dreifach&#10;Selber gebunden, da wird eilig das Auge mir feucht.&#10;Zeigt mir ein Bettler die Wunden, so reich′ ich ihm freilich den Pfenning,&#10;Doch ich wusch sie noch nie mild mit der Träne ihm aus,&#10;Aber ich weine dem Lear, und auch nicht, weil es dem König&#10;Mißlich ergeht in dem Stück, nein, weil ein Mensch es gemacht.&#10;Ja, ich will es bekennen, daß selbst die Reiter-Gesellschaft&#10;Mir heut abend den Tau süßer Bewundrung entlockt.&#10;Ist es dem Vogel nicht nah, dies zierliche Mädchen? Der Jüngling,&#10;Beugt er dem dumpfen Gesetz irdischer Schwere sich noch?&#10;Und auf den Schultern des Bruders, das Knäbchen, die Stellungen wechselnd,&#10;Scheint′s nicht lebendiger Ton, welcher nach Laune sich formt?&#10;Gaukeln nicht alle vorüber, wie glänzende Schatten, und zeigen,&#10;Daß der Leib, wie der Geist, frei ist, sobald er nur will?&#10;Ja, und würde auch jedes ein Opfer des kühnsten Versuches,&#10;Den die Begeisterung wagt: stürzt denn nicht Psyche noch schön,&#10;Wenn sie′s im Taumel vergißt, daß sie den trügrischen Fittich&#10;Wieder zerschüttet zu Sand, den sie zu mutig bewegt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach dem Französischen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-franzoesischen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-franzoesischen/</guid><description>&lt;p&gt;Holdes Mädchen! unser Leben&#10;War ein frohes Hirtenspiel:&#10;Kränze durften wir uns geben,&#10;Küsse, wenn es uns gefiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heerde, Stab und Fest und Freude,&#10;Lieb und Kränze sind dahin!&#10;Dennoch reden Flur und Weide&#10;Mir von meiner Schäferinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Engel oder Liebesgötter&#10;Mahlen dein getreues Bild&#10;Auf die kleinsten Rosenblätter:&#10;Alles ist von dir erfüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deinen Athem haucht die Nelke,&#10;Wenn ihr Balsamduft sich hebt:&#10;Du erscheinst mir im Gewölke,&#10;Das am blauen Himmel schwebt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach dem Gewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-gewitter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-dem-gewitter/</guid><description>&lt;p&gt;Der Blitz hat mich getroffen.&#10;Mein stählerner, linker Manschettenknopf&#10;ist weggeschmolzen, und in meinem Kopf&#10;summt es, als wäre ich besoffen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Doktor Berninger äußerte sich&#10;darüber sehr ungezogen:&#10;Das mit dem Summen wär′ typisch für mich,&#10;das mit Blitz wär′ erlogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach der ersten Bergfahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-ersten-bergfahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-der-ersten-bergfahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Liebes Kind, du bist gemagert, bist verbrannt von Mittagssonnen&#10;Deine Wangen blühen frischer, wuschest dich an kühlen Bronnen&#10;Wie du schreitest, schlank und kräftig, über deines Gärtchens Stufen!&#10;Deine Stimme wurde voller, die das Echo wachgerufen,&#10;In dem klaren Herdgeläute wurde deine Stimme heller&#10;Deine wegeskundgen Blicke kreisen rascher, streifen schneller,&#10;Deine Lippen wurden stiller, edler wurde deine Stirne&#10;Und dein Auge, grossgeöffnet, es betrachtet noch die Firne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach Heine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-heine/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-heine/</guid><description>&lt;p&gt;Woher das Unglück stamme,&#10;Das stets bei mir sich hält?&#10;Es trat am gleichen Tage&#10;Mit mir einst in die Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Kind in meiner Wiege,&#10;Da ruht′ ich nicht allein,&#10;Es schlief an jedem Abend&#10;Mein Unglück mit mir ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und weckte mich am Morgen&#10;Der Sonne Strahlenlauf,&#10;So wachte auch das Unglück&#10;Mit mir gleich wieder auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als ich größer wurde,&#10;Da wuchs mein Unglück mit,&#10;Es folgte mir beständig,&#10;Getreu bei jedem Schritt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach neuen Meeren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-neuen-meeren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-neuen-meeren/</guid><description>&lt;p&gt;Dorthin - will ich; und ich traue&#10;Mir fortan und meinem Griff.&#10;Offen liegt das Meer, in′s Blaue&#10;Treibt mein Genueser Schiff.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles glänzt neu und neuer,&#10;Mittag schläft auf Raum und Zeit -:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur dein Auge - ungeheuer&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blickt mich′s an, Unendlichkeit!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der du mit dem Flammenspeere&#10;Meiner Seele Eis zerteilt,&#10;Daß sie brausend nun zum Meere&#10;Ihrer höchsten Hoffnung eilt.&#10;Heller stets und stets gesunder,&#10;Frei im liebevollsten Muss -&#10;Also preist sie deine Wunder,&#10;Schönster Januarius!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach Reisegesprächen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-reisegespraechen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-reisegespraechen/</guid><description>&lt;p&gt;Vorwärts lieber laß uns schreiten&#10;Durch die deutschen Nebelschichten,&#10;Als auf alten Träumen reiten&#10;Und auf römischen Berichten!&#10;Denn mir ist, als säh ich endlich&#10;Unter uns ein Bild entfalten;&#10;Dunkel erst, doch bald verständlich&#10;Sich erheben die Gestalten;&#10;Hauf an Haufen im Getümmel,&#10;Nun zerrissen, nun zusammen;&#10;An dem grauverhangnen Himmel&#10;Zuckt es wie von tausend Flammen.&#10;Hört ihr, wie die Büchsen knallen?&#10;Wutgeschrei durchfegt die Lüfte;&#10;Und die weißen Nebel wallen,&#10;Und die Brüder stehn und fallen -&#10;Hoher Tag und tiefe Grüfte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nach schwerem Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-schwerem-traum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nach-schwerem-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin Soldat und steh im Feld&#10;Und weiß von niemand in der Welt.&#10;Drum kann ich diesen Regentag nicht feiern,&#10;So kummerzärtlich, feucht und bleiern,&#10;Da mir dein Bild zur Nacht den Schlaf zerschlug&#10;Und mich in deine Nähe trug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin Soldat und steh im Feld,&#10;Gewehr im Arm, und fern der Welt.&#10;Wär ich zu Haus, ich schlösse Tür und Scheiben&#10;Und wollte lange einsam bleiben;&#10;Im Sofawinkel sitzend mich versenken,&#10;Geschlossnen Auges deiner denken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachahmung dieser Ode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachahmung-dieser-ode/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachahmung-dieser-ode/</guid><description>&lt;p&gt;Jüngling, lebst du nicht in Freuden,&#10;Jüngling, o, so haß′ ich dich!&#10;Alter, lebst du nicht in Freuden,&#10;Alter, o so haß′ ich dich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jüngling, trauerst du in Jahren,&#10;Wo die Pflicht sich freuen heißt? –&#10;Schäme dich! so frisch an Haaren,&#10;Jüngling, und so schwach an Geist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachbarn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachbarn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachbarn/</guid><description>&lt;p&gt;Im Herbst sammelte ich alle meine Sorgen&#10;und vergrub sie in meinem Garten.&#10;Und als der April wiederkehrte und&#10;der Frühling kam, die Erde zu heiraten,&#10;da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen,&#10;nicht zu vergleichen mit allen anderen Blumen.&#10;Und meine Nachbarn kamen, um sie anzuschauen,&#10;und sie sagten zu mir:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Willst du uns, wenn der Herbst wiederkommt,&#10;zur Saatzeit, nicht auch Samen dieser Blumen geben,&#10;damit wir sie in unseren Gärten haben?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachgefuehl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachgefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn die Reben wieder blühen,&#10;Rühret sich der Wein im Fasse;&#10;Wenn die Rosen wieder glühen,&#10;Weiß ich nicht, wie mir geschieht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tränen rinnen von den Wangen,&#10;Was ich tue, was ich lasse;&#10;Nur ein unbestimmt Verlangen&#10;Fühl′ ich, das die Brust durchglüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und zuletzt muß ich mir sagen,&#10;Wenn ich mich bedenk′ und fasse,&#10;Daß in solchen schönen Tagen&#10;Doris einst für mich geglüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachklänge Beethovenscher Musik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachklaenge-beethovenscher-musik/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachklaenge-beethovenscher-musik/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Einsamkeit, du Geisterbronnen,&#10;Mutter aller heilgen Quellen,&#10;Zauberspiegel innrer Sonnen,&#10;Die berauschet überschwellen,&#10;Seit ich durft in deine Wonnen&#10;Das betrübte Leben stellen,&#10;Seit du ganz mich überronnen&#10;Mit den dunklen Wunderwellen,&#10;Hab zu tönen ich begonnen,&#10;Und nun klingen all die hellen&#10;Sternenchöre meiner Seele,&#10;Deren Takt ein Gott mir zähle,&#10;Alle Sonnen meines Herzens,&#10;Die Planeten meiner Lust,&#10;Die Kometen meines Schmerzens,&#10;Klingen hoch in meiner Brust.&#10;In dem Monde meiner Wehmut,&#10;Alles Glanzes unbewußt,&#10;Kann ich singen und in Demut&#10;Vor den Schätzen meines Innern,&#10;Vor der Armut meines Lebens,&#10;Vor der Allmacht meines Strebens&#10;Dein, o Ewger, mich erinnern!&#10;Alles andre ist vergebens.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachricht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachricht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachricht/</guid><description>&lt;p&gt;Nun, da es Gleim im Scherz geschrieben,&#10;Daß alle Mägdchen Puppen wären;&#10;Hält mancher uns im Ernst für Puppen,&#10;Als wären wir für ihn gedrechselt.&#10;Doch wißt, ihr stolzen Mägdchenkenner,&#10;Ihr kleinen Zwecke kleiner Puppen!&#10;Als die Natur uns euch bestimme,&#10;Damit ihr mit uns spielen möchtet;&#10;Sah sie euch an als kleine Kinder,&#10;Die noch nicht unterscheiden können.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Hinterm fernsten Saume sinkt das Licht,&#10;Sinkt der Sonne flammendes Gericht,&#10;Sinkt, versinkt, als wär&amp;rsquo; es fürder nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Erde streift erlösungstrunken&#10;Aus den Locken sich die letzten Funken,&#10;Dehnt erschauernd die befreiten Glieder,&#10;Fühlt ihr eignes tiefes Dunkel wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mit mütterlichem Lustverlangen&#10;Raunt und lockt sie: Könnt ihr länger bangen?&#10;Seht, erloschen ist der fremde Schein!&#10;Unsre strenge Herrin ist gegangen -&#10;Kinder, kommt! nun laßt uns fröhlich sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nacht für Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-fuer-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-fuer-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wie helle Raupen kriechen die Chausseen&#10;Aus Wäldern über Berge in die Tale.&#10;Gestrandet liegen Wolken, groß wie Wale,&#10;Still in der Abendröte blanken Seen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tag versiegt. Bis ihn die Frühen speisen,&#10;Quillt schwarze Nacht aus allen Himmelsbronnen.&#10;Die Sterne scheinen, kleine, ferne Sonnen.&#10;Der Teich im Hofe glänzt wie dunkles Eisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond steht, wie ein Junge in der Pfütze,&#10;Hell über jedem Garten. Und wie Gaze&#10;Schimmert der Wald, des Berges blaue Mütze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nacht über Finnland</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-ueber-finnland/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-ueber-finnland/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nadelwälder dunkeln fort im Osten,&#10;Und aus den Seen taucht das Nachtgespenst&#10;Den gelben Kopf, von Feuerrauch gekränzt,&#10;Den Sterngeruch der neuen Nacht zu kosten.&#10;Zu weißen Pilzen filzen Fichtenpfosten,&#10;Und Ast an Ast in zartem Lichte glänzt,&#10;- befrorne Linien - Filigran umgrenzt,&#10;Zieht die Kontur aus reinen, reifen Frosten.&#10;Bis auf das alte, runde, schwarze Eis&#10;Des Grundes sind die Flüsse zugefroren.&#10;In Schuttmoränen glänzt der glatte Gneis&#10;Und in den leuchtenden, polierten Mooren.&#10;Die Krähen schreien ewig: Tag - und Tat -&#10;Nebel und Kälte fällt wie Sack und Saat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nacht=Klage über den überverhofften betroffenen Abscheid ihrer lieben Freunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-klage-ueber-den-ueberverhofften-betroffenen-abscheid-ihrer-lieben-freunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nacht-klage-ueber-den-ueberverhofften-betroffenen-abscheid-ihrer-lieben-freunde/</guid><description>&lt;p&gt;Das große Liecht der Welt entzeücht sich nun der Erden /&#10;und eylet fort ins Meer / mit seinen müden Pferden;&#10;man hängt die Fenster zu / weil Morpheus komt heran /&#10;eß sehnt sich nach dem Schlaff / was Odem blasen kan;&#10;Man sieht der Sternen Heer mit ihrem Golde prangen;&#10;Auch Luna zeiget uns das Silber ihrer Wangen&#10;die Schaffe gehn zu Stall / der Schäffer geht zur Ruh;&#10;eß regt sich niemand mehr / die Blumen tuhn sich zu;&#10;Die Welt ist schon zu Bett / umringt mit vielen Träumen /&#10;Ich aber nur allein / ich geh hier bey den Bäumen /&#10;da weit und breit herum / der Tau / das Kind der Nacht /&#10;sampt meiner Zehren=qvell die Gräser feüchter macht.&#10;Hier lass ich mein Gedicht / mein Traurgedicht erklingen /&#10;und hebe niedrig an / auff Deutsch also zu singen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtfalter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtfalter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtfalter/</guid><description>&lt;p&gt;Nachtfalter kommen verloren&#10;Wie Gedanken aus dem Dunkel geboren,&#10;Sie müssen dem Tag aus dem Wege gehen&#10;Und kommen zum Fenster um hellzusehen.&#10;Und in die Nachstille versunken,&#10;Flattern sie zuckend und trunken,&#10;Sie haben nie Sonne, nie Honig genossen,&#10;Die Blumen alle sind ihnen verschlossen.&#10;Nur wo bei Lampen die Sehnsucht wacht,&#10;Verliebte sich grämen in schlafloser Nacht&#10;Da stürzen sie in das Licht, sich zu wärmen,&#10;Das Licht, das Tränen bescheint und Härmen:&#10;Die Falter der Nacht, die Sonne nie kennen,&#10;Sie müssen an den Lampen der Sehnsucht verbrennen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtgebet der Braut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgebet-der-braut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtgebet-der-braut/</guid><description>&lt;p&gt;O mein Geliebter - in die Kissen&#10;bet ich nach dir, ins Firmament!&#10;O könnt ich sagen, dürft er wissen,&#10;wie meine Einsamkeit mich brennt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Welt, wann darf ich ihn umschlingen!&#10;O laß ihn mir im Traume nahn,&#10;mich wie die Erde um ihn schwingen&#10;und seinen Sonnenkuß empfahn&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und seine Flammenkräfte trinken,&#10;ihm Flammen, Flammen wiedersprühn,&#10;o Welt, bis wir zusammensinken&#10;in überirdischem Erglühn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Welt des Lichtes, Welt der Wonne!&#10;O Nacht der Sehnsucht, Welt der Qual!&#10;O Traum der Erde: Sonne, Sonne!&#10;O mein Geliebter - mein Gemahl -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtigall</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtigall/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtigall/</guid><description>&lt;p&gt;Nach den schönen Frühlingstagen,&#10;Wenn die blauen Lüfte wehen,&#10;Wünsche mit dem Flügel schlagen&#10;Und im Grünen Amor zielt,&#10;Bleibt ein Jauchzen auf den Höhen;&#10;Und ein Wetterleuchten spielt&#10;Aus der Ferne durch die Bäume&#10;Wunderbar die ganze Nacht,&#10;Daß die Nachtigall erwacht,&#10;Von den irren Widerscheinen,&#10;Und durch alle selge Gründe&#10;In der Einsamkeit verkünde,&#10;Was sie alle, alle meinen:&#10;Dieses Rauschen in den Bäumen&#10;Und der Mensch in dunklen Träumen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtigall, ich hör dich singen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtigall-ich-hoer-dich-singen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtigall-ich-hoer-dich-singen/</guid><description>&lt;p&gt;Nachtigall, ich hör dich singen&#10;′s Herz im Leib möcht mir zerspringen,&#10;Komme doch und sag mir bald,&#10;Wie sich alles hier verhalt′.&#10;Nachtigall, ich seh dich laufen,&#10;An dem Bächlein tust du saufen,&#10;Tunkst hinein dein Schnäbelein,&#10;Meinst es sei der beste Wein!&#10;Nachtigall, wohl ist gut wohnen&#10;In der Linde grünen Kronen,&#10;Bei dir, lieb Frau Nachtigall,&#10;Küß dich Gott viel tausendmal!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtiges Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtiges-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtiges-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Das sind die singenden Nächte!&#10;Da wandelt durch meine Kammer&#10;Tönender Schmerz,&#10;Ein wildes, zerströmendes Schluchzen,&#10;Das ist mein Herz,&#10;Das kann nicht schlafen&#10;Und weint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Setz mich dann auf den Bettrand&#10;Und beginn zu singen,&#10;Wie Mütter ihr krankes Kindlein&#10;Zum Schlummern bringen:&#10;Schlafe, mein Herz, schlafe,&#10;Schlafe! &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtklage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtklage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtklage/</guid><description>&lt;p&gt;Ein holder Jüngling, sagen uns die Alten,&#10;Erscheint allnächtlich an der Ruhestätte,&#10;Er neigt sich sinnbethörend übers Bette,&#10;Still weiß er mit des Mohnes Kraft zu walten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Schlaf, er glättet alle Falten,&#10;Zerreißt des Lebens ew′ge Bilderkette,&#10;Und, dass er von des Tags Getrieb′ uns rette,&#10;Führt er den Reigen süßer Traumgestalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah ihn lange nicht, es naht statt seiner&#10;Ein ander Bild mir schon seit vielen Nächten,&#10;Ein holdes Mägdlein ist es anzusehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtliche Scheu</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-scheu/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-scheu/</guid><description>&lt;p&gt;Zaghaft vom Gewölk ins Land&#10;fließt des Lichtes Flut&#10;aus des Mondes bleicher Hand,&#10;dämpft mir alle Glut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein verinter Schimmer schwebt&#10;durch den Wald zum Fluß,&#10;und das dunkle Wasser bebt&#10;unter seinem Kuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hörst du, Herz? die Welle lallt:&#10;küsse, küsse mich!&#10;Und mit zagharter Gewalt,&#10;Mädchen, küss′ ich dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtliche Stunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-stunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtliche-stunde/</guid><description>&lt;p&gt;Nächtliche Stunde, die mir vergeht,&#10;da ich&amp;rsquo;s ersinne, bedenke und wende,&#10;und diese Nacht geht schon zu Ende.&#10;Draußen ein Vogel sagt: es ist Tag.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nächtliche Stunde, die mir vergeht,&#10;da ich&amp;rsquo;s ersinne, bedenke und wende,&#10;und dieser Winter geht schon zu Ende.&#10;Draußen ein Vogel sagt: es ist Frühling.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nächtliche Stunde, die mir vergeht,&#10;da ich&amp;rsquo;s ersinne, bedenke und wende,&#10;und dieses Leben geht schon zu Ende.&#10;Draußen ein Vogel sagt: es ist Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nächtlicher Gruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtlicher-gruss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naechtlicher-gruss/</guid><description>&lt;p&gt;An meine Freunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dieser dunklen Stunde&#10;Der rings ergossnen Nacht&#10;Hab′ ich bei euch die Runde&#10;Zu Gruß und Kuß gemacht.&#10;In eines jeden Hause&#10;Sprach ich getreulich vor,&#10;Bis in des letzten Klause&#10;Mein Geist sich ganz verlor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun seid ihr längst versunken&#10;In Schlaf und tiefen Traum,&#10;Und schwingt euch ahnungstrunken&#10;Hoch über Zeit und Raum.&#10;Leicht glaubt ihr zu erstreben,&#10;Was nie die Erde bot,&#10;Und habt so doppelt Leben&#10;Für einen halben Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtphantasien</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtphantasien/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtphantasien/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah mich in Träumen der Mitternacht&#10;Verlassen und verachtet!&#10;Des Auges milde Glut und Pracht,&#10;Das liebend einst über mir gewacht,&#10;Ich sah es von Haß umnachtet!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir malte der irre Gedankenflug&#10;Gestalten bleich und trübe!&#10;Ich sah einen finstern Leichenzug;&#10;Die Leiche, die man vorübertrug,&#10;War uns′re gestorbene Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Entflieh′, du gespenstische Mitternacht!&#10;Entflieht, ihr blassen Gestalten!&#10;Bis der selige, fröhliche Tag erwacht,&#10;Bis Leben und Liebe mit frischer Macht&#10;Mich jauchzend umschlungen halten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtsegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtsegen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtsegen/</guid><description>&lt;p&gt;Herrlich ist die Nacht erblüht,&#10;Von jedem Blinkstern sprüht&#10;Ein Himmelstropfen –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die dunkelschwere Schweigestadt&#10;Schläft friedlich, tagessatt,&#10;Unter Himmelstropfen –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ganze Stadt ist überregnet,&#10;Vom Licht das alle Schläfer segnet,&#10;Diese Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtseite des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtseite-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtseite-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Sehnsücht&amp;rsquo;ge Hoffnung, wende dich zurück,&#10;Was suchst du noch im hohlen Schaum der Tage?&#10;Willst du erspähen das verschwundne Glück? –&#10;&amp;rsquo;s war eines längst verschlungnen Zaubers Sage. –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was rosig einst das Leben ausgebreitet,&#10;Zerflossen ist&amp;rsquo;s wie Nebel vor dem Blick;&#10;Ist alles denn so schnell, so schnell entgleitet,&#10;Blieb von dem bunten Schmelze nichts zurück? –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Kranz des Ruhmes sah ich aufgehangen,&#10;Ein Gluthstrom wogte schwellend in der Brust –&#10;Auf dieses Haupt ihn würdig zu empfangen:&#10;O, meiner trunknen Seele höchste Lust! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtwache-rot-ein-atem-ringt-in-uns/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nachtwache-rot-ein-atem-ringt-in-uns/</guid><description>&lt;p&gt;Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns.&#10;Ein Wind will auf. Voll Fremde, Heimweh-Schluchzen.&#10;Wir suchen irr. Nach Fleisch, nach Welt. Nach Lachen&#10;Wir sind umragt von uns.&#10;Der Durchbruch stockt. Die Fesseln. Schwer das Blut.&#10;Versenkt die Brunst, die stöhnt und aufwärts möchte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wollen Glanz und Weite, helle Höhen,&#10;vom Meer umweht. Und Küsse, tief ins Fleisch&#10;lechzende Jagd durch flammende Gebirge&#10;nach Panthern, Affen, Frauen&#10;und nach Schlaf.&#10;Nach süßen Nächten, die uns schlafen lassen.&#10;Wir sind nach Inseln toll in fremden Welten.&#10;Denn wir sind außer uns: Vor unsrer Engel!&#10;Und bauen immer heiß an unserm Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nadine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nadine/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nadine/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Nadine, komm, und misch in deinen Kuß&#10;Den Zauberton, der Philomelens gleichet,&#10;Indes die Nacht mit unbemerktem Fuß&#10;Den jungen Tag in Florens Arm beschleichet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Augenblick wird schon zu teur versäumt;&#10;Sie fliehn, sie fliehn mit Flügeln an den Füßen,&#10;Die Stunden fliehn, die unter unsern Küssen&#10;Ein Quincika am Quell der Lust verträumt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat meinen letzten Hauch dein Mund einst aufgeküßt,&#10;Was folget uns ins öde Reich der Schatten?&#10;Ach! die Erinnerung was wir genossen hatten&#10;Ist mehr vielleicht als dann uns übrig ist.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nähe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naehe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naehe/</guid><description>&lt;p&gt;Wie du mir oft, geliebtes Kind,&#10;Ich weiß nicht wie, so fremde bist!&#10;Wenn wir im Schwarm der vielen Menschen sind,&#10;Das schlägt mir alle Freude nieder.&#10;Doch ja, wenn alles still und finster um uns ist,&#10;Erkenn′ ich dich an deinen Küssen wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Napoleon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/napoleon/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/napoleon/</guid><description>&lt;p&gt;Nennt doch den Korsen nicht groß! Er wußte die Menschen zu brauchen,&#10;Wies jedwedem den Platz, welcher ihm eignete, an,&#10;Knüpfte, was rings geschah, mit klugem Geiste zusammen,&#10;Nutze es listig und hieb endlich darein mit dem Schwert.&#10;Freilich, was rühmt man den Shakespeare! Er reihte Buchstab′ an Buchstab′,&#10;Setzte am richtigen Ort Komma und Kolon und Punkt,&#10;Mischte das Alphabet, wie andre, nur etwas geschickter,&#10;Bis ein Macbeth, ein Lear oder ein Hamlet entstand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Natur, du kannst mich nicht vernichten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-du-kannst-mich-nicht-vernichten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/natur-du-kannst-mich-nicht-vernichten/</guid><description>&lt;p&gt;Natur, du kannst mich nicht vernichten,&#10;Weil es dich selbst vernichten heißt,&#10;Du kannst auf kein Atom verzichten,&#10;Das einmal mit im Weltall kreist;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du mußt sie alle wieder wecken,&#10;Die Wesen, die sich, groß und klein,&#10;In deinem dunklen Schoß verstecken&#10;Und träumen, nun nicht mehr zu sein;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Natur, ich will dich nicht beschwören:&#10;Verändre deinen ew′gen Lauf!&#10;Ich weiß, du kannst mich nicht erhören,&#10;Nur wecke mich am letzten auf!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Naturforscher</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naturforscher/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naturforscher/</guid><description>&lt;p&gt;Feindschaft sei zwischen euch! Noch kommt das Bündnis zu frühe:&#10;Wenn ihr im Suchen euch trennt, wird erst die Wahrheit erkannt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Naturschauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/naturschauer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/naturschauer/</guid><description>&lt;p&gt;Die Wellen rauschen, es nachtet,&#10;Der Mond scheint mit Verdruß,&#10;Geschlagene Soldaten&#10;Marschiren über den Fluß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dort nicken die ungeheuern&#10;Felsberge gespensterhaft,&#10;Es raget über dem Wirrsal&#10;Die düstre Prachtlandschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Schauer, machtvoll, herrlich,&#10;Weht durch die stumme Natur,&#10;Als wäre ein Gott gestorben,&#10;Ist ringsum Trauer nur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch in den wunden Gemüthern&#10;Der Krieger lagert Nacht,&#10;In tausend Herzen dunkelts,&#10;Doch es dunkelt ohne Pracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genommen ist die Fahne,&#10;Gefallen der beste Held,&#10;Das Vaterland ist verloren&#10;- Gewonnen die weite Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neapel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neapel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neapel/</guid><description>&lt;p&gt;Schön ist immer Neapel und mild; in der Glühenden Jahrszeit&#10;Bietest du Zuflucht uns, luftige Küste Sorrents!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nebel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nebel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.&#10;Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.&#10;Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.&#10;Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen.&#10;Und jede flackert, daß sie noch entrinne.&#10;Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen&#10;Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,&#10;Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.&#10;Und stechen stumm die weißen Elendsaugen&#10;Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nemi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nemi/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nemi/</guid><description>&lt;p&gt;Suchest du schattiges Grün, so lockt dich der Hain der Diana,&#10;Willst du dich kühlen, so lockt hier dich zum Bade der See.&#10;Suchst du Weisheit, Egeria lehrt! Am Ruder des Staates&#10;Saß sie mit Numa, und jetzt treibt sie die Mühle des Dorfs.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nero′s goldner Palast</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neros-goldner-palast/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neros-goldner-palast/</guid><description>&lt;p&gt;Wo der Tyrann die Schätze der Welt im Wahnsinn vergeudet,&#10;Fressen die Esel auch jetzt noch aus dem Schober ihr Heu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Fülle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-fuelle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-fuelle/</guid><description>&lt;p&gt;O welch Glühn in fremde Hülle,  Da mein Mund an deinem hing!  Doch schon fühlt ich neue Fülle,  Als ich heimwärts von dir ging.&#10;Und so schenkt ich mich der Ferne,  All die Sehnsucht sank in sie,  Und mein Herz und Nacht und Sterne  Rauschten gleiche Melodie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neue Waffen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-waffen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neue-waffen/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, es muß sich umgestalten,&#10;Und die alte Wolkennacht&#10;Muß ein blitzend Schwert zerspalten,&#10;Muß vergehn im Kampf der Macht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also tönt aus tausend Kehlen&#10;Wuterfüllt der freie Sang,&#10;Und die treuen Kämpfer stählen&#10;Schon das Schwert zum blutigen Gang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch bevor wie siegend lenken&#10;Unser Schwert zum Todesstreich,&#10;Laßt uns Eines noch bedenken&#10;Menschlich, mild und liebereich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laßt uns Eines noch erwägen,&#10;Kraftbewußt und siegesstolz:&#10;Lohnts der Müh, mit scharfen Schlägen&#10;Hinzufällen morsches Holz?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neueste Geschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neueste-geschichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neueste-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Als in den Julitagen&#10;Paris in Flammen stand,&#10;Da hat der Brand geschlagen&#10;Weit in das deutsche Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ward zum Kampf geblasen,&#10;Zur heißen Geistesschlacht,&#10;Da spannten sie die Rafen&#10;Und hielten strenge Wacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder ward geblasen&#10;Mit Weltgerichtes-Ton,&#10;Da sprangen so wie Hasen&#10;Die Scheuen flugs davon.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Löwen aber blieben&#10;Und glühten heiß zusamm,&#10;Von treuem Sinn getrieben&#10;Zu einer Liebesflamm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie die kühnen Streiter!&#10;Von Grün und von Karl Beck&#10;Bis zu dem &amp;ldquo;Undsoweiter&amp;rdquo;&#10;Wie sprüht es kühn und keck!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahr 1871</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr-1871/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahr-1871/</guid><description>&lt;p&gt;Das alte Jahr - vom Turm hat′s ausgeklungen,&#10;Auf horcht im Traum der Dohlen dunkle Schar,&#10;Und klirrend sind die Pforten aufgesprungen&#10;(Wie Waffen klirr′n) von einem neuen Jahr;&#10;Ein Trennungsschnitt ist wieder eingedrungen&#10;In das, was sein wird, und in das, was war,&#10;Und eh′ wir Wunsch und Bitte vorwärts schicken,&#10;Was läg′ uns näher, als zurückzublicken?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In welch ein Jahr! Es ruht das stille Schaffen,&#10;Der Dinge schönes Gleichmaß ist gestört,&#10;Vom Rhein zum Njemen klingt es: »Zu den Waffen!&#10;Das Unrecht schreit, die Schmach ist unerhört« -&#10;Und bis zu dieser Stunde kein Erschlaffen&#10;Seit jenem Tag von Weißenburg und Wörth,&#10;In jedem Kampf aufs neue ruhmbereichert,&#10;Was ward seit Spichern alles aufgespeichert!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahrslied (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrslied-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrslied-2/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Todesschauer denken wir&#10;Der Jahre schnellen Lauf&#10;Und singen in dem Tempel hier&#10;Ein Lied zu Gott hinauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnell, wie Gedanken, Schall und Licht,&#10;Flieht hinter uns die Zeit,&#10;Und vor uns drohet ein Gericht&#10;Und eine Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dennoch morden wir die Zeit&#10;Und fürchten nicht den Tod?&#10;Und fürchten nicht die Ewigkeit,&#10;Die unsern Mördern droht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer nicht an Jesum Christurn glaubt,&#10;Und ihn nicht brünstig liebt,&#10;Dem Schöpfer seine Ehre raubt&#10;Und sie Geschöpfen giebt;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Neujahrswunsch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrswunsch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/neujahrswunsch/</guid><description>&lt;p&gt;Schau hinab, o Gott, auf deine Erde,&#10;Sieh der Menschen ängstliches Gewühl.&#10;Ach, da gibt′s, du weißt′s ja, viel Beschwerde,&#10;Und des Stoffs zu Thränen gibt es viel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Christen gibt es - die sich scheun zu sagen&#10;Daß sie Christus, daß sie Gottes sind;&#10;Weise gibt es, die die Thoren tragen,&#10;Und mit ihren Seufzern spielt der Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tugendhafte - die den Strom der Laster&#10;Fürchterlich vorüberziehen sehn&#10;Auf dem Strome segelt ein verhaßter&#10;Wütherich, taub zu der Menschheit Flehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nicht alle Tage nennet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-alle-tage-nennet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-alle-tage-nennet/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht alle Tage nennet die schönsten der,&#10;Der sich zurücksehnt unter die Freuden, wo&#10;Ihn Freunde liebten, wo die Menschen&#10;Über dem Jüngling mit Gunst verweilten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nicht alle wissen so wie du zu schauen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-alle-wissen-so-wie-du-zu-schauen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-alle-wissen-so-wie-du-zu-schauen/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht alle wissen so wie du zu schauen&#10;Du Landschaftsmaler bei dem Doktor Faust,&#10;Der du den Hexen Nebelbrücken baust&#10;Durch winterlichen Kirchhofs frostig Grauen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Münche ziehn zur Gruft, es scheint zu tauen&#10;Der kahle Baum greift in die Nacht, es saust&#10;Ein kalter Wind, und unterirdisch haust&#10;In Trümmern tief ein Kreuz, und gibt Vertrauen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Lichter schimmern irre bei der Wahrheit&#10;(Die Totenkreuze starren auf den Hügeln)&#10;Gefroren ist der Atem, den man hauchet&#10;Zu ernst zum fliehen und zu kalt zum knien&#10;(Und oben liegt des Himmels blaue Klarheit)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nicht jede Besserung ist Tugend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-jede-besserung-ist-tugend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nicht-jede-besserung-ist-tugend/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht jede Besserung ist Tugend;&#10;Oft ist sie nur das Werk der Zeit.&#10;Die wilde Hitze roher Jugend&#10;Wird mit den Jahren Sittsamkeit;&#10;Und was Natur und Zeit getan,&#10;Sieht unser Stolz als Besserung an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichts</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts/</guid><description>&lt;p&gt;Tue nichts&#10;und alles ist getan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichts erfrischt unser Blut so sehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-erfrischt-unser-blut-so-sehr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-erfrischt-unser-blut-so-sehr/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts erfrischt unser Blut so sehr,&#10;wie wenn es uns gelungen ist,&#10;eine Dummheit zu vermeiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichts gibt größeres Vergnügen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-gibt-groesseres-vergnuegen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-gibt-groesseres-vergnuegen/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts gibt größeres Vergnügen,&#10;als Betrüger zu betrügen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dem feindlichen Geschick zum Trutz,&#10;mach auch dein Unglück zunutz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichts ist ihm selber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-ist-ihm-selber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-ist-ihm-selber/</guid><description>&lt;p&gt;Der Regen fällt nicht ihm, die Sonne scheint nicht ihr,&#10;Du auch bist anderen geschaffen und nicht dir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichts kommt in des Lebens Reiche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-kommt-in-des-lebens-reiche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-kommt-in-des-lebens-reiche/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts kommt in des Lebens Reiche&#10;Nahe jener Lust,&#10;Die mich faßt, schmieg′ ich die bleiche&#10;Stirn an deine Brust!&#10;Die mein Innerstes erschüttert,&#10;Wenn dein Blick mich grüßt,&#10;Todesselig mich durchzittert,&#10;Wenn dein Mund mich küßt! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sie magisch mich umweben,&#10;Blick und Hauch und Wort!&#10;Ja! du küssest mir das Leben&#10;Von der Lippe fort!&#10;Du zerbrichst des Körpers Schranke,&#10;Daß die Seele, frei,&#10;Nichts mehr als nur ein Gedanke&#10;Reinster Liebe sei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichts was nur echt historisch ist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-was-nur-echt-historisch-ist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nichts-was-nur-echt-historisch-ist/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts was nur echt historisch ist,&#10;Ging je in diesem Land verloren,&#10;Drum herrschen zwei Parteien itzt:&#10;Die Wichte und die Toren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nie bist du ohne Nebendir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-bist-du-ohne-nebendir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-bist-du-ohne-nebendir/</guid><description>&lt;p&gt;Eine Wiese singt.&#10;Dein Ohr klingt.&#10;Eine Telefonstange rauscht.&#10;Ob du im Bettchen liegst&#10;Oder über Frankfurt fliegst,&#10;Du bist überall gesehen und belauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gonokokken kieken,&#10;Kleine Morcheln horcheln.&#10;Poren sind nur Ohren.&#10;Alle Bläschen blicken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was du verschweigst,&#10;Was du den Andern nicht zeigst,&#10;Was dein Mund spricht&#10;Und deine Hand tut,&#10;Es kommt alles ans Licht.&#10;Sei ohnedies gut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nie kampflos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-kampflos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-kampflos/</guid><description>&lt;p&gt;Nie kampflos wird dir ganz&#10;Das Schöne im Leben geglückt sein -&#10;Selbst Diamantenglanz&#10;Will seiner Hülle entrückt sein,&#10;Und windest du einen Kranz:&#10;Jede Blume dazu will gepflückt sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nie wieder...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-wieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nie-wieder/</guid><description>&lt;p&gt;Die Straßen dämmern so tief verschneit,&#10;Wie ist der Sommer so weit, so weit!&#10;Jüngst träumte die Welt des Frühlings Traum:&#10;Vieltausend Knospen trug jeder Baum.&#10;Nun plötzlich all&amp;rsquo; die Keime erstickt,&#10;Vom Frosteshauch die Blüthen geknickt!&#10;Unnennbar traurig die Seele ist,&#10;Der sonnigen Tage sie nicht vergißt.&#10;Nun findet sie nirgends der Liebe Trost,&#10;Sie ahnt: nie wieder ein West sie umkost.&#10;Nie wieder labt sie der Blumen Duft,&#10;Ihr bettet der Schnee die kühle Gruft,&#10;Sterben muß sie tief-einsamen Tod –&#10;Nie wieder grüßt sie das Morgenroth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nimm dich in acht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nimm-dich-in-acht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nimm-dich-in-acht/</guid><description>&lt;p&gt;Nimm dich in acht!&#10;Eh du erwacht,&#10;Holt dich die Mutter&#10;Heim in die Nacht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noch ein anders</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-ein-anders/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-ein-anders/</guid><description>&lt;p&gt;Schreib/ sprach die Poesi: Ja/ sagt ich/ wo ich kan.&#10;Schreib/ sprach sie/ dieses nur: Der treue Danckelmann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noch eine kurz Zeit...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-eine-kurz-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-eine-kurz-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Noch eine kurze Zeit,&#10;dann ist´s gewonnen,&#10;dann ist der ganze Streit&#10;in nichts zerronnen.&#10;Dann werd ich laben mich&#10;an Lebensbächen&#10;und ewig, ewiglich&#10;mit Jesus sprechen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noch ist die Freiheit nicht verloren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-ist-die-freiheit-nicht-verloren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-ist-die-freiheit-nicht-verloren/</guid><description>&lt;p&gt;Noch ist die Freiheit nicht verloren,&#10;Noch sind wir nicht, nicht ganz besiegt:&#10;In jedem Lied wird sie geboren,&#10;das aus der Brust der Lerche fliegt;&#10;sie rauscht uns zu im jungen Laube,&#10;im Strom, der sich durch Felsen drängt,&#10;sie glüht im Purpursaft der Traube,&#10;der brausend seine Bande sprengt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der sei kein rechter Mann geachtet,&#10;dem lohne nie der Jungfrau Kuß,&#10;der nicht aus tiefster Seele trachtet&#10;wie er der Freiheit dienen muß.&#10;Das Eisen wächst im Schoß der Erden,&#10;es ruht das Feuer in dem Stein -&#10;Und wir allein solln Knechte werden?&#10;Ja, Knechte bleiben, wir allein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Noch weiß ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-weiss-ich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/noch-weiss-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Noch weiß ich jeder Miene Spiel&#10;Und lausche Deinen Freudenrufen —&#10;Und nun, nun wärst Du schon am Ziel&#10;Kaum auf des Lebens ersten Stufen? —&#10;Oed′ liegt′s Gemach, Dein Platz ist leer,&#10;Der Wind stößt an des Hauses Thoren,&#10;Und glauben muß ich′s kummerschwer,&#10;Daß ich auf immer Dich verloren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt graut der Tag, ich horche auf,&#10;Ob Deine Stimme ich nicht höre&#10;Und, still nachspähend Deinem Lauf,&#10;Mir noch einmal den Sinn bethöre;&#10;Doch ach, das holde Trugbild bleicht,&#10;Zum Sarge kehren die Gedanken, —&#10;Es wird Dein Aermchen weich und leicht&#10;Nie mehr um meinen Hals sich ranken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nordwind im Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nordwind-im-sommer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nordwind-im-sommer/</guid><description>&lt;p&gt;Vom Meere duftend fliegt der Wind ins Land.&#10;Die dunklen Parke flattern in der Brise.&#10;Kleehügel blühen vor dem Duft der Wiese;&#10;Der Himmel steht, sich selber unbekannt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein weißer Fischer in den Roggenmeeren,&#10;Wo Taubenflug aufspritzt, ein Wasserstrahl,&#10;Wo Wolkenschatten rinnen in das Tal,&#10;Fliegende Fische sind — die Roggenähren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weißklee schmeißt den Junitag zur Seite,&#10;Und manchmal fliegen Reiher um den stummen,&#10;Fischlosen See, auf dem die Bienen summen,&#10;Und nehmen zögernd ihren Flug ins Weite.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Notwehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/notwehr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/notwehr/</guid><description>&lt;p&gt;Wahrheit gegen den Feind? Vergib mir! Ich lege zuweilen&#10;Seine Bind um den Hals, um in sein Lager zu gehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Novemberabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberabend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/novemberabend/</guid><description>&lt;p&gt;Es weht. Das Abendgold ist eine Fahne,&#10;Die von den Winden schon erbeutet wird.&#10;Ein etwas Herbst in der Platane,&#10;Ein grelles Chrom verweht, verwird.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Wolken gleich verkohlten Stämmen&#10;Riecht man die tote Sonne noch;&#10;Dann das Einatmen, Drängen, Dämmen -&#10;Einsamkeiten kommen hoch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun erst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-erst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-erst/</guid><description>&lt;p&gt;Hab Dank! wir waren Mann und Weib,&#10;es ist geschehn;&#10;nun laß uns wieder aufrecht gehn,&#10;allein und klar.&#10;Wir wollen uns nicht trüb gebärden;&#10;wir können nun erst Freunde werden,&#10;ganz und wahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du weißt ja gut, wie′s enden kann;&#10;am Weg ins Tal,&#10;du sahst, da lag es, einsam, kahl,&#10;das alte Liebesgrab im Wald.&#10;Es war nicht Zufall, was dich führte:&#10;ich wollte prüfen, wie′s dich rührte:&#10;du lachtest kalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun ruhen alle Wälder.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-ruhen-alle-waelder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-ruhen-alle-waelder/</guid><description>&lt;p&gt;O Welt, ich muß dich laßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun ruhen alle Wälder,&#10;Vieh, Menschen, Städt und Felder,&#10;es schläft die ganze Welt:&#10;Ihr aber, meine Sinnen,&#10;auf, auf! ihr sollt beginnen,&#10;was eurem Schöpfer wohlgefällt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo bist du, Sonne, blieben?&#10;die Nacht hat dich vertrieben,&#10;Die Nacht, des Tages Feind:&#10;Fahr hin, ein’ andre Sonne,&#10;mein Jesus, meine Wonne,&#10;gar hell in meinem Herzen scheint.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tag ist nun vergangen,&#10;die güldnen Sternlein prangen&#10;am blauen Himmelssaal:&#10;So, so werd ich auch stehen,&#10;wenn mich wird heißen gehen&#10;mein Gott aus diesem Jammerthal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun schmücke mir dein dunkles Haar mit Rosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-schmuecke-mir-dein-dunkles-haar-mit-rosen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-schmuecke-mir-dein-dunkles-haar-mit-rosen/</guid><description>&lt;p&gt;Nun schmücke mir dein dunkles Haar mit Rosen,&#10;Den Schleier laß die Schultern klar umkosen!&#10;In holden Züchten laß die Augen streifen,&#10;Sie können es so wunderbar, die losen!&#10;Du sollst an meinem Arm die Stadt durchschweifen&#10;Und meiner Neider goldne Schar erbosen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nun sei mir heimlich zart und lieb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-sei-mir-heimlich-zart-und-lieb/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nun-sei-mir-heimlich-zart-und-lieb/</guid><description>&lt;p&gt;Nun sei mir heimlich zart und lieb;&#10;Setz deinen Fuß auf meinen nun!&#10;Mir sagt es: ich verließ die Welt,&#10;Um ganz allein auf dir zu ruhn;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dir: o ließe mich die Welt,&#10;Und könnt ich friedlich und allein,&#10;Wie deines leichten Fußes jetzt,&#10;So deines Lebens Träger sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will nicht viel - nein,&#10;Ich will nur deine Hand in meiner fühlen&#10;Und gläubig sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und aber - fühlen, wie verwandt&#10;Dein Herz in meinen Fingern zittert -&#10;O gib mir, gib mir deine Hand!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur eine Blume licht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-eine-blume-licht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-eine-blume-licht/</guid><description>&lt;p&gt;Nur eine Blume licht,&#10;Die mir erblüht,&#10;Lieblich von Angesicht&#10;Immer erglüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur eines Sternes Strahl,&#10;Der mir erblinkt,&#10;Der aus dem Erdenthal&#10;Aufwärts mir winkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist die Blume licht,&#10;Glänzend im Tau;&#10;Stern, der aus Wolken bricht,&#10;Leuchtend im Blau!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blume der Lieblichkeit,&#10;Die nicht verblüht;&#10;Sternbild der Herrlichkeit.&#10;Das nicht verglüht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur liebend ist dein Herz ein Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-liebend-ist-dein-herz-ein-herz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-liebend-ist-dein-herz-ein-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist die Welt, wenn sie mit dir,&#10;durch Liebe nicht verbunden?&#10;Was ist die Welt, wenn du in ihr,&#10;nicht Liebe hast gefunden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verklage nicht in deinem Schmerz&#10;des Herzens schönste Triebe.&#10;Nur liebend ist dein Herz ein Herz,&#10;was wär′ es ohne Liebe?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du die Liebe nicht gewannst,&#10;wie kannst du es ermessen,&#10;ob du ein Glück gewinnen kannst,&#10;ob du ein Glück besessen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur Narr! Nur Dichter!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-narr-nur-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-narr-nur-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Bei abgehellter Luft,&#10;wenn schon des Taus Tröstung&#10;zur Erde niederquillt,&#10;unsichtbar, auch ungehört&#10;- denn zartes Schuhwerk trägt&#10;der Tröster Tau gleich allen Trostmilden -&#10;gedenkst du da, gedenkst du, heißes Herz,&#10;wie einst du durstetest,&#10;nach himmlischen Tränen und Taugeträufel&#10;versengt und müde durstetest,&#10;dieweil auf gelben Graspfaden&#10;boshaft abendliche Sonnenblicke&#10;durch schwarze Bäume um dich liefen,&#10;blendende Sonnen-Glutblicke, schadenfrohe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Der&#10;Wahrheit Freier&#10;- du?&amp;rdquo; so höhnten sie -&#10;&amp;ldquo;Nein! nur ein Dichter!&#10;ein Tier, ein listiges, raubendes, schleichendes,&#10;das lügen muss,&#10;das wissentlich, willentlich lügen muss,&#10;nach Beute lüstern,&#10;bunt verlarvt,&#10;sich selbst zur Larve,&#10;sich selbst zur Beute,&#10;das&#10;- der Wahrheit Freier?&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nur Vergessen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-vergessen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/nur-vergessen/</guid><description>&lt;p&gt;Diese Wangen, diese bräunlich bleichen,&#10;Dieses dunkle, leichtgewellte Haar;&#10;Diese Lippen, diese tollkirschgleichen;&#10;Dieser Augen rabendunkles Paar;&#10;Diese Brauen, dicht und schwer gezogen;&#10;Dieser Wimpern nachtgefärbter Samt;&#10;Dieser Leib, so müd zurückgebogen;&#10;Diese Hände, weich und glutdurchflammt! -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus dem Herzen hast Du mir getrieben,&#10;Was es gut und stark und groß gemacht,&#10;Tot ist alles, nur ein krankes Lieben&#10;Zittert fäulnisfahl durch meine Nacht.&#10;Nun, so laß das irre Haupt mich pressen&#10;Tief ins duftdurchtränkte, weiche Haar,&#10;Wahnwitz oder Liebe - nur vergessen,&#10;Was ich bin und was ich war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O edles Grün</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-edles-gruen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-edles-gruen/</guid><description>&lt;p&gt;O edles Grün,&#10;das wurzelt in der Sonne&#10;und leuchtet in klarer Heiterkeit,&#10;im Rund des kreisenden Rades,&#10;das die Herrlichkeit des Irdischen nicht erfaßt:&#10;umarmt von der Herzkraft himmlischer Geheimnisse&#10;rötest du wie das Morgenlicht&#10;und flammst wie der Sonne Glut.&#10;du Grün&#10;bist umschlossen von Liebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O glücklich, wer ein Herz gefunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-gluecklich-wer-ein-herz-gefunden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-gluecklich-wer-ein-herz-gefunden/</guid><description>&lt;p&gt;O glücklich, wer ein Herz gefunden&#10;O glücklich, wer ein Herz gefunden,&#10;das nur in Liebe denkt und sinnt&#10;und mit der Liebe treu verbunden&#10;sein schönres Leben erst beginnt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo liebend sich zwei Herzen einen,&#10;nur eins zu sein in Freud und Leid,&#10;da muss des Himmels Sonne scheinen&#10;und heiter lächeln jede Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Liebe, nur die Lieb ist Leben:&#10;Kannst du dein Herz der Liebe weihn,&#10;so hat dir Gott genug gegeben,&#10;freu dich, die ganze Welt ist dein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O hättest du immer dunkel geschrieben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-haettest-du-immer-dunkel-geschrieben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-haettest-du-immer-dunkel-geschrieben/</guid><description>&lt;p&gt;O hättest du immer dunkel geschrieben,&#10;Du wärst ein Symbolist geblieben!&#10;Zum ersten Male schrieb er klar -&#10;Da sah man´s, daß er ein Simpel war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O ihr kleinmütig Volk</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-ihr-kleinmuetig-volk/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-ihr-kleinmuetig-volk/</guid><description>&lt;p&gt;O ihr kleinmütig Volk, die ihr vom Heute&#10;nicht loskommt, die ihr meint: so ist es, war es&#10;und wird es sein, so lange Menschen leben -.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O würdet ihr doch andrer Hoffnung Beute&#10;und lerntet wieder schauen Offenbares&#10;und Hirn und Herz zu höchstem Ziel erheben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O mahne nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-mahne-nicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-mahne-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;O mahne nicht, o mahne nicht&#10;An die verlornen teuren Stunden,&#10;Wo all mein Herz dein eigen ward;&#10;An Stunden, hell von Sonnenlicht,&#10;Vergessen nie, obwohl verschwunden,&#10;Bis unser Herz im Tod` erstarrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verschwunden, doch vergessen nie,-&#10;Die Hand in goldne Locken tauchend,&#10;Dein fliegend Herz, die bange Luft!&#10;Bei meiner Seel&lt;code&gt;, ich sehe sie, Die stummen Lippen Liebe hauchend Und feuchtes Aug&lt;/code&gt; und weiße Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du suchst an meinem Herzen Ruh′,&#10;Im Aug` ein Blick so voller Süße,&#10;Daß Sehnsucht schüchtern wird und kühn;&#10;Ein eng Umarmen, ich und du, -&#10;Die heißen Lippen tauschen Grüße,&#10;Als wollten sie im Kuß verglühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O Marietta-Kripistika</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-marietta-kripistika/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-marietta-kripistika/</guid><description>&lt;p&gt;O Marietta-Kripistika!&#10;Thronkanapee im Serail von Sevilla!&#10;Du bist wertvoller als die juchzende&#10;Säubande von Hosenträgern,&#10;Deren Rüssel&#10;An deinem Bauch&#10;Zu schnuppern&#10;Gewohnt sein pflegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O meine müden Füße ihr müßt tanzen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-meine-mueden-fuesse-ihr-muesst-tanzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-meine-mueden-fuesse-ihr-muesst-tanzen/</guid><description>&lt;p&gt;O meine müden Füße ihr müßt tanzen&#10;In bunten Schuhen,&#10;Und möchtet lieber tief, tief&#10;Im Boden ruhen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O meine heißen Wangen, ihr müsst glühen&#10;Im wilden Kosen,&#10;Und möchtet lieber blühen&#10;Zwei weiße Rosen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O meine armen Augen, ihr müsst blitzen&#10;Im Strahl der Kerzen,&#10;Und lieber schlieft ihr aus im Dunkeln&#10;Von euren Schmerzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O Möcht ich itzt doch schön vohn deiner Schönheit singen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-moecht-ich-itzt-doch-schoen-vohn-deiner-schoenheit-singen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-moecht-ich-itzt-doch-schoen-vohn-deiner-schoenheit-singen/</guid><description>&lt;p&gt;O Möcht ich itzt doch schön vohn deiner Schönheit singen!&#10;O Edle halb Göttin! dann deine hohe Zier&#10;scheint wie der Sonnen Licht / und nimpt mich selber mir.&#10;Ich wil dein hohes Lob ans Dach des Himmels bringen /&#10;da soltu durch den Neid und alle Missgunst dringen.&#10;Dein schöner Augenglantz bricht wie die Sonn herfür /&#10;dein Purpur Angesicht / und was noch sonst bey dir /&#10;ist Göttlich üm und an / du kanst die Hertzen zwingen.&#10;Dein Mund ist Rosenroht / die Brust Albasterstein /&#10;du magst / O Galate / die andre Venus seyn /&#10;das zeuget deine Zier / dein lieblich Sehn / dein Lachen /&#10;du bist der Nimphen Zier; ein Weib / das einen Mann&#10;so bald er sie anschawt / mit Liebe tödten kan /&#10;ist deiner Schönheit Licht noch nicht einst gleich zu machen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O stille dies Verlangen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-stille-dies-verlangen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-stille-dies-verlangen/</guid><description>&lt;p&gt;O stille dies Verlangen,&#10;Stille die süße Pein!&#10;Zu seligem Umfangen&#10;Lass den Geliebten ein!&#10;Schon liegt die Welt im Traume,&#10;Blühet die duft&amp;rsquo;ge Nacht;&#10;Der Mond im blauen Raume&#10;Hält für die Liebe Wacht.&#10;Wo zwei sich treu umfangen,&#10;Da gibt er den holdesten Schein.&#10;O stille dies Verlangen,&#10;Lass den Geliebten ein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist das süße Feuer,&#10;Das mir am Herzen zehrt;&#10;Lüfte, lüfte den Schleier,&#10;Der nun so lang mir wehrt!&#10;Lass mich vom rosigen Munde&#10;Küssen die Seele dir,&#10;Aus meines Busens Grunde&#10;Nimm meine Seele dafür -&#10;O stille dies Verlangen,&#10;Stille die süße Pein,&#10;Zu seligem Umfangen&#10;Lass den Geliebten ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O süßer Tod ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-suesser-tod-9222/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-suesser-tod-9222/</guid><description>&lt;p&gt;O süßer Tod, der alle Menschen schrecket,&#10;Von mir empfingst du lauter Huldigungen:&#10;Wie hab ich brünstig oft nach dir gerungen,&#10;Nach deinem Schlummer, welchen nichts erwecket!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Schläfer ihr, von Erde zugedecket,&#10;Von ew&amp;rsquo;gen Wiegenliedern eingesungen,&#10;Habt ihr den Kelch des Lebens froh geschwungen,&#10;Der mir allein vielleicht wie Galle schmecket?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch euch, befürcht ich, hat die Welt betöret,&#10;Vereitelt wurden eure besten Taten,&#10;Und eure liebsten Hoffnungen zerstöret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O süßes Nichtstun</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-suesses-nichtstun/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-suesses-nichtstun/</guid><description>&lt;p&gt;O süßes Nichtstun, an der Liebsten Seite&#10;Zu ruhen auf des Bergs besonnter Kuppe;&#10;Bald abwärts zu des Städtchens Häusergruppe&#10;Den Blick zu senden, bald in ferne Weite!&#10;O süßes Nichtstun, lieblich so gebannt&#10;Zu atmen in den neubefreiten Düften;&#10;sich locken lassen von den Frühlingslüften,&#10;Hinabzuziehn in das beglänzte Land;&#10;Rückkehren dann aus aller Wunderferne&#10;In deiner Augen heimatliche Sterne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O Traum der Wüste, Liebe, endlos Sehnen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-traum-der-wueste-liebe-endlos-sehnen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-traum-der-wueste-liebe-endlos-sehnen/</guid><description>&lt;p&gt;O Traum der Wüste, Liebe, endlos Sehnen,&#10;Blau überspannt vom Zelte, Stern an Stern;&#10;O Wüstenglut voll Tau, o Lieb voll Tränen,&#10;Weil sich unendlich Nahes ewig fern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Wüstentraum, wo Lieb auf Herzschlag lauschet,&#10;Wenn flüchtgen Wildes Huf die Wüste drischt,&#10;O Traum, wo der Geliebten Schleier rauschet,&#10;Wenn Geierflug im Sandmeer Schlangen fischt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Wüstentraum, wo Liebe träumt zu fassen&#10;Jetzt Josephs Mantelsaum mit durstger Hand,&#10;Da geißelt wach, verhöhnt halb, ganz verlassen&#10;Ihr Herz, der Wüste Geißel, glüher Sand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O wie so oft ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-wie-so-oft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-wie-so-oft/</guid><description>&lt;p&gt;O wie so oft&#10;Hab ich ein Zeichen erhofft,&#10;Zogen&#10;Sterne den schimmernden Bogen&#10;Durch die himmlische Leere&#10;Durch die himmlische Tiefe,&#10;Daß ich der irdischen Schwere&#10;Endlich auf immer entschliefe,&#10;Aber der Morgen&#10;Löschte die Sterne aus,&#10;Weckte die Sorgen,&#10;Weckte des Herzens Haus,&#10;Und des Alltäglichen Macht&#10;Zwang die Ahndung der Nacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wie so viel&#10;Nahte der Sehnsucht das Ziel&#10;Sanken&#10;Dürstende müde Gedanken&#10;Hin an brennender Schwelle&#10;Selig kühlender Ferne,&#10;Ach da stürzte zum Herzen die Welle&#10;Und das lachende Licht in die finsteren Sterne,&#10;Aber die Ebbe&#10;Kehrte, die Flut wich,&#10;Heißer die Steppe&#10;Umgürtet mit Glut mich,&#10;Und den brennenden Pfeil&#10;Mahnte das fliehende Ziel zur Eil.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>O wunnikliches paradis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/o-wunnikliches-paradis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/o-wunnikliches-paradis/</guid><description>&lt;p&gt;O wunnikliches paradis,&#10;zu Costnitz han ich funden dich !&#10;für alles das ich hör, sich, lis,&#10;mit guetem herzen freustu mich.&#10;inwendig, auss und überal,&#10;zu Münsterling und anderswa&#10;regniert dein adelicher schal.&#10;Wer möchte da immer werden gra ?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vil augenwait&#10;in mangem klait,&#10;slecht, zierlich, prait,&#10;sicht man zu Costnitz prangen&#10;von mündlin rot&#10;an alle not,&#10;der mir ains drot&#10;mit röselochten wangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gepärd, wort, weis an tadel späch&#10;schaut man durch hügelichen trit&#10;von manger stolzen frauen wäch.&#10;Sant Peter lat michs liegen nit,&#10;des lob ich immer preisen sol&#10;andächtiklich in meim gepet,&#10;wann er ist aller eren vol,&#10;und wär mir laid, wer anders rett.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Obwohl ich jung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/obwohl-ich-jung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/obwohl-ich-jung/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Kelch der Leiden hab&amp;rsquo; ich viel enttrunken,&#10;Obwohl ich jung,&#10;Der Traum von Erdenglück ist mir versunken,&#10;Obwohl ich jung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sah genug von Menschenlos, dem herben,&#10;Obwohl ich jung,&#10;Und ich bin müde, müde bis zum Sterben,&#10;Obwohl ich jung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ode an den Herbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-an-den-herbst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-an-den-herbst/</guid><description>&lt;p&gt;Warum zerreiben die Ulmen&#10;Schon ihr Gewand&#10;Und schlagen um sich mit den Armen&#10;In irrer Besorgnis?&#10;Des Sommers goldene Ruhe&#10;Hat sie verlassen.&#10;Verloren sind die Schlüssel&#10;Die Schlüsselblumen des Glücks&#10;Im grauen Grase,&#10;Und schon vergessen&#10;Verklingen im Abgrund&#10;Die Schwüre der Liebe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der große König&#10;Der seltsam Wissende&#10;Herrscher des Waldes&#10;Er gibt den Kampf auf&#10;Gegen die Wolken,&#10;Er lässt sein rostiges&#10;Szepter fallen,&#10;Der Apfel der Weisheit&#10;Und alle Kronjuwelen&#10;Verfaulen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ode an Sebastian</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-an-sebastian/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ode-an-sebastian/</guid><description>&lt;p&gt;Oh, Du warst Baum! Darinnen Vögel schliefen.&#10;Winde sich hold vermählten. Leoparden bogen kühl.&#10;Ein Lamm, Gewölk, lag leicht an Dich gebettet,&#10;Auch warst Du weit, daß fernster Städte Dach&#10;Noch Deiner Zweige Schatten überwölbte.&#10;Oh, Du warst weit! Ich konnte Deinen Wurzeln, die&#10;Den Ball, verspielte Hände, eng umschlangen, nicht&#10;Entgehen; Knöchel sank und blutete betränt.&#10;Und Du warst groß! Es hing der Abendstern an Dir&#10;Und losch vergrämt, als Du mit Stürmen Dich besprachst,&#10;Du trugst die Sonne auf erhobnem Haupt,&#10;Nacht sank in Trauer, da Du es geneigt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oden an seinen Eser (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oden-an-seinen-eser-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oden-an-seinen-eser-1/</guid><description>&lt;p&gt;Verschied′nes Lob ist jedem. Mir sei der Kranz,&#10;Der weinlaubduft′ge, den mir die Götterhand&#10;Des holden schöpferischen Jünglings&#10;Drückt in die Schläfe, mir sei Begeist′rung!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei′s, daß verblühter Frühlinge Liebeslust&#10;Voll Nachtigallenstimmen, voll Mädchenreiz,&#10;Sei′s, daß der traur′gen Herbste Schwermuth&#10;Wieder ins klagende Herz zurückkehrt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei′s, daß Neapels Inseln der Fabel Duft,&#10;Und der Geschichte lebenerweckende&#10;Gluthvoller Hauch mit Morgenröthen,&#10;Strömen von purpurnem Blut verkläre,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß in Sorrents Orangengeruch, am Fels,&#10;Den mir die Fluthen klarer als Aug′ und Herz&#10;Des reinsten Engels wiederstrahlen,&#10;Tasso′s gereinigter Geist mir aufsteigt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oden an seinen Eser (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oden-an-seinen-eser-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oden-an-seinen-eser-2/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht Schlachten will ich preisen, noch Könige&#10;Noch forschen, wer Rom′s würd′ger, ob′s Cäsar ist,&#10;Ob Brutus, Namen der Geschichte,&#10;Glänzende nicht und gerühmte Schatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich singe meinen Freund, und auf stolzeren,&#10;Auf tiefern Wogen kühnen Gesangs sei mir&#10;Vergönnt, mit Stromsgewalt und Kraft ihn&#10;Jauchzend zu tragen zum Oceane,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sich die Zukunft eint mit Vergangenheit,&#10;Beid′ aber unvergängliche Gegenwart;&#10;Ohn′ Anfang beid′ und ohne Ende,&#10;Beide die göttliche Ewigkeit sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oden an seinen Eser (3)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oden-an-seinen-eser-3/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oden-an-seinen-eser-3/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, Freund, Geleiter bin ich und Führer dir,&#10;Komm nach Pompeji. Willig hast du mir stets&#10;Geöffnet manchen Quell der Schönheit,&#10;Manchen Gedanken von höh′rer Weisheit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Enthüllt vor mir; drum ladet der Dankbare&#10;Dich ein zum Weinberg. Hoch an der Ulme rankt&#10;Vieläst′ge fruchtbelad′ne Rebe,&#10;Wurzelnd und blühend aus tausendjähr′ger&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vulkan′scher Asche. Drunten im großen Grab&#10;Schlief eine Stadt, der Götter und Menschen voll,&#10;Als noch die Sonn′ ihr schien; verlassen&#10;Aber von beiden, da sie des heißen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oden an seinen Eser (4)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oden-an-seinen-eser-4/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oden-an-seinen-eser-4/</guid><description>&lt;p&gt;Der Städte Raffael ist Neapel, Freund!&#10;Das fühlten wohl Roms alte Tyrannen, das&#10;Des fels′gen Capris Ungeheuer,&#10;Jener bepurpurte blöde Wahnwitz,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der auf vermeß′ner Brücke Puteolis&#10;Meerbusen überschritt, der entmenschte Narr,&#10;Der hier gesungen und gebadet,&#10;Wo er gemordet die eigne Mutter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, ob auch Ischia′s feurige Traube mir&#10;Nektar verheißt, ob auch um Amalfis Fels&#10;Gern meinem Geist in duft′ger Ferne&#10;Dorische Tempel dem Meer entsteigen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob auch durchs Schattengrün von Camaldoli&#10;Die Vorgebirg′ und blühenden Inseln all′&#10;Im schönen Elemente schimmern&#10;Und aus dem Berge Gewölk aufwirbelt,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Odysseus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/odysseus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/odysseus/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Gewässer durchkreuzt, die Heimat zu finden, Odysseus;&#10;Durch der Scylla Gebell, durch der Charybde Gefahr,&#10;Durch die Schrecken des feindlichen Meers, durch die Schrecken des Landes;&#10;Selber in Aides Reich führt ihn die irrende Fahrt.&#10;Endlich trägt das Geschick ihn schlafend an Ithaka′s Küste,&#10;Er erwacht und erkennt jammernd das Vaterland nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oetingers Mantel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oetingers-mantel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oetingers-mantel/</guid><description>&lt;p&gt;Als den Elias unsrer Zeit,&#10;Als ein Cherubswagen&#10;Ins Reich von Christus Herrlichkeit&#10;In sanftem Säuseln aufgetragen,&#10;Ließ er den Mantel schnell von Strahlenschultem fliegen;&#10;Er wogte durch die Luft herab -&#10;Und blieb an des Propheten Grab&#10;In sanftem Mondenschimmer liegen.&#10;Viel Modeweise unsrer Zeit,&#10;Zu blind für verborgne Herrlichkeit,&#10;Und stolz auf ihr Gewand von Spinneweben,&#10;Verachteten den Mantel; ihn&#10;Vom Grab nur aufzuheben,&#10;War viel zu klein für ihren stolzen Sinn.&#10;Auch kam auf seinem Riesengange&#10;Zum Hügel , und funkelt lange&#10;Mit Augenblitz den Mantel an;&#10;Doch wandelt′ er mit kühnen Schritten&#10;Bald wieder fort auf seiner Bahn,&#10;Und dacht′: Mein Mantel ist aus gleichem Stoff geschnitten.&#10;Auch , des Todten Jünger kam, und stumm&#10;Blieb er am Hügel seines Lehrers stehen;&#10;Sah demuthsvoll hinauf zu Gottes Höhen,&#10;Bückt′ sich, und warf den Mantel um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Öffentliches Amt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oeffentliches-amt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oeffentliches-amt/</guid><description>&lt;p&gt;Um ein öffentliches Amt glänzend zu verwalten,&#10;braucht man eine gewisse Anzahl guter und schlechter Eigenschaften.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oft, wenn wir ruhen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-wenn-wir-ruhen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oft-wenn-wir-ruhen/</guid><description>&lt;p&gt;Oft, wenn wir ruhen Mund an Mund&#10;Und meine Adern an die deinen pochen,&#10;Nach innen lausch&amp;rsquo; ich plötzlich still;&#10;Ich fühle, wie aus unsrer Seele Grund&#10;Ein Wort, noch nie auf Erden ausgesprochen,&#10;Empor sich ringen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O! der Natur Geheimnis ruht&#10;Und alles Lebens in dem Wort beschlossen,&#10;Doch matt bisher noch ist&amp;rsquo;s verhallt.&#10;Höher aufflammen lass der Küsse Glut,&#10;Dass es zuletzt, in vollen Klang ergossen,&#10;Von unsern Lippen wallt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oh wie fühl ich still zu dir hinüber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oh-wie-fuehl-ich-still-zu-dir-hinueber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oh-wie-fuehl-ich-still-zu-dir-hinueber/</guid><description>&lt;p&gt;Oh wie fühl ich still zu dir hinüber,&#10;oh wie gehen mir von deinem Bild&#10;steigende Gefühle flutend über.&#10;Ungeheuer ist mein Herz gewillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem Raume, den ich in mich schaute&#10;aus dem Weltraum und dem Wind am Meer,&#10;gehst du, unbegreifliche Vertraute,&#10;wie sein eigenstes Geschöpf umher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun erst schließ ich, ach nach wieviel Zeiten&#10;meine Augen über mir; nun mag&#10;keine Sehnsucht mehr mich überschreiten;&#10;denn vollendeter wird Nacht und Tag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ohne falsche Zeugen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ohne-falsche-zeugen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ohne-falsche-zeugen/</guid><description>&lt;p&gt;Das Mondlicht räumt den Alltag aus.&#10;Es knackt im Holz:&#10;Ein alter Wald geht durch das Haus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In seine Einsamkeit entzückt,&#10;Bin ich es noch,&#10;Der seinen Stuhl zum Tische rückt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Eiche zeigt ihr Astgeweih,&#10;Mein Rosenglas&#10;Setzt unter ihm sein Totes bei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um diesen Blätterfall vermehrt,&#10;Erglänzt das Licht&#10;Des Leuchtens, das kein Blick versehrt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von keines Zeugen Ohr bezeugt,&#10;Schwebt aus dem Wald&#10;Ein Klingen, das den Kopf mir beugt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oktoberfest</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oktoberfest/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oktoberfest/</guid><description>&lt;p&gt;Weg mit der Arbeit! Man fährt an den Monte Testaccio, man jubelt,&#10;Tanzet und spielet und trinkt, bis der Oktober vergeht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Oktoberfest 100 Jahre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/oktoberfest-100-jahre/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/oktoberfest-100-jahre/</guid><description>&lt;p&gt;Lasset uns, ihr edlen Bayern&#10;– Untertanen! Publikum! –,&#10;Mit gehobnen Herzen feiern&#10;Dieses stolze saeculum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hühner-, Gäns- und Heringsbrater,&#10;Heute seid ihr zentenar!&#10;Dank so manchem Landesvater,&#10;Der euch mild gewogen war.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stier- und Sau- und Ochsentreiber,&#10;Heute fühlt euch vaterländ′sch!&#10;Brezelfrauen! Radiweiber!&#10;Jedes alte Kuchelmensch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schweige jeder Widersacher!&#10;Denn noch blühen sie uns frisch:&#10;Treue für die Wittelsbacher,&#10;Wiesenmaß und Steckerlfisch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein! Noch ist es keine Lüge,&#10;Daß man treu und bieder denkt!&#10;Hebet hoch die Literkrüge,&#10;Mit drei Quarteln eingeschenkt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Olevano - Drittes Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-drittes-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-drittes-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Kehrt′ ich müde von Fels und Berg nach Hause,&#10;Schlüge freilich kein liebend Herz dem Wand′rer&#10;Ungeduldig entgegen; von der Treppe&#10;Meines friedlichen Hauses streckte freilich&#10;Mir die Arme kein treues Weib zu, freudig&#10;An die züchtige, keusche Brust mich drückend,&#10;Wo ein blühender Säugling hellen Auges&#10;Uns anblickte, wie wenn er schon der Mutter&#10;Schalkhaft lachte, daß sie den Vater küsset.&#10;Schweige stille, mein Herz, laß ab, mit Bildern&#10;Dich zu martern, die nur dich dran erinnern,&#10;Was du bitter auf immer hast verloren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Olevano - Zweites Lied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-zweites-lied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/olevano-zweites-lied/</guid><description>&lt;p&gt;Doch nicht immer der Berge melanchol′sche&#10;Wälderschauer, der Felsschlucht altes Dunkel,&#10;Wo des Räubers Auge dem Wandrer lauert,&#10;Und der fliegende Dolch so manchen Busen&#10;Von den Qualen des Lebens schon befreiet,&#10;Doch nicht immer des Bergstroms ödes Brausen&#10;Und des Sturmes Gespielen, jene Wipfel&#10;Uralt rauschender Bäum′ und jene Pfade,&#10;Die nur selten das Maulthier keuchend wandelt,&#10;Wären meine Gesellschaft. Menschen suchen&#10;Gerne Menschen. Erhab′ne Geister freilich,&#10;Schöpferische, die Herrscherthrone stützen,&#10;Völkern, oder den Sternen, des Gedankens&#10;Unergründlichem Werk, ja selbst dem Gotte&#10;Den er denkt, des Gesetzes Ordnung geben,&#10;Die das All und was in ihm ist, bis zu der&#10;Pflanze treibendem Keim, die weite Schöpfung,&#10;Die lebend′ge, mit ihrem Geist, mit Anfang&#10;Selbst und Ende, die Alles, was im Raume,&#10;Alles, was in der Zeit geschieht und lebet,&#10;Zaubrern ähnlich, in Zahl und Chiffern bannen,&#10;Geister auch, die des Bildes ew′ge Schönheit&#10;Aus dem Marmor mit Schöpferfreiheit rufen,&#10;Als ob längst sie vollendet in der rohen&#10;Ird′schen Masse geschlummert, und nun herrlich,&#10;Wie die Seele dem Körper, ihr entstiegen,&#10;Ferne wären sie mir. Doch wie die Sonne,&#10;Der unendliche Lichtquell, alles Lebens&#10;Heitre Mutter, die Schatten auch erzeuget,&#10;Folgt dem Genius auch des Schwarzen, Dunkeln,&#10;Allzuviel, und der karge Neid, die grimme&#10;Eifersucht und der Bosheit Schlangentäuschung,&#10;Alle Martern und Leiden einer kühnen&#10;Ruhmbegierigen thatenlust′gen Seele,&#10;Nie mehr träfen sie mich; treulose Herzen&#10;Und eidbrüchige Freunde würfen nie mehr&#10;Tödtlich Gift in die Quelle, die kastal′sche,&#10;Wo ich schöpf′ und den ernsten Musen opfre;&#10;Haß und Kleinmuth bekränzte mir den Altar,&#10;Wo die Flamm′ ich entzünde, nicht mit Dornen,&#10;Statt mit Rosen und süßer Myrt′ und Lorbeer;&#10;Vor dem Grauen der schicksalsheil′gen Furien&#10;Furchtsam zitternd, verbärg′ ihr süßes Antlitz&#10;Mir die fliehende, scheue Grazie nicht mehr;&#10;Lieblich wäre mein Lied alsdann und lauter&#10;Wie italischer Aether; meines Lebens&#10;Milde sinkende Sonne göss′ in diesen&#10;Sanften Himmel des Liedes ihres Abends&#10;Schönstes, glühendstes Gold; besänftigt ruhte&#10;Nun im friedlichen Glanze meiner Leiden&#10;Endlos Meer, die beschwornen Stürme schwiegen,&#10;Und in Blüten des neuen Frühlings sänge&#10;Nun die Nachtigall. Wenn die Nacht sich nahte,&#10;Stiegen nicht die Gespenster mehr der Todten&#10;Leichenbleich aus den Gräbern; still erschiene&#10;Mir die Sonne der Schlafenden, der Träume&#10;Zücht′ge Göttin; die Stätte, wo sie ruhen,&#10;Die Geliebten, umduftet′ eine Klarheit,&#10;Wie von jenseits zur Erde niederdämmernd.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Opfer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/opfer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/opfer/</guid><description>&lt;p&gt;O wie blüht mein Leib aus jeder Ader&#10;duftender, seitdem ich dich erkenn;&#10;sieh, ich gehe schlanker und gerader,&#10;und du wartest nur-: wer bist du denn?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh: ich fühle, wie ich mich entferne,&#10;wie ich Altes, Blatt um Blatt, verlier.&#10;Nur dein Lächeln steht wie lauter Sterne&#10;über dir und bald auch über mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles was durch meine Kinderjahre&#10;namenlos noch und wie Wasser glänzt,&#10;will ich nach dir nennen am Altare,&#10;der entzündet ist von deinem Haare&#10;und mit deinen Brüsten leicht bekränzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ophelia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ophelia/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ophelia/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten,&#10;Und die beringten Hände auf der Flut&#10;Wie Flossen, also treibt sie durch den Schatten&#10;Des großen Urwalds, der im Wasser ruht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die letzte Sonne, die im Dunkel irrt,&#10;Versenkt sich tief in ihres Hirnes Schrein.&#10;Warum sie starb? Warum sie so allein&#10;Im Wasser treibt, das Farn und Kraut verwirrt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im dichten Röhricht steht der Wind. Er scheucht&#10;Wie eine Hand die Fledermäuse auf.&#10;Mit dunklem Fittich, von dem Wasser feucht&#10;Stehn sie wie Rauch im dunklen Wasserlauf,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Opuntia Monacantha</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/opuntia-monacantha/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/opuntia-monacantha/</guid><description>&lt;p&gt;Ich nahte mich, wie einem frommen Brot&#10;Ein Pilger naht, mit sehnsuchtvollem Munde.&#10;Du stießest ihn, Dir aufgetane Wunde,&#10;In eine tiefre nie gestillte Not:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du höhntest ihn mit übernommner Hülle&#10;Von Saft und Speisung, bitter bis zum Rand,&#10;O bittre Frucht! Der Mund, der Dich im Brand&#10;Einmal empfing, sieh, er verlangt die Fülle&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Bitterkeit wie Süße; widersteht&#10;Keiner Erfahrung mehr: Er kommt und mündet&#10;Dürstend in Dich und nimmt und trinkt und geht&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Orpheus mit der Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/orpheus-mit-der-rose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/orpheus-mit-der-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Bist du, mir emporgesandt,&#10;endlich wieder da?&#10;Hundertblättriges Gewand,&#10;ließ dich los des Hermes Hand,&#10;noch zum Greifen nah?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Todesgöttin ernst verhüllt&#10;wie ein Nardenkrug,&#10;Duft, der maßlos höher schwillt,&#10;Balsam, der dem Schoß entquillt:&#10;Ist&amp;rsquo;s der Qual genug?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Brüste, kennt ihr schon nicht mehr&#10;den, dem es gefiel,&#10;euren Bug, begierdeleer&#10;zu berühren, zart und schwer&#10;wie ein Saitenspiel?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hüften, Schenkel, Glied um Glied&#10;tiefen Schlafes voll&amp;hellip;&#10;Dass der Traum euch niederzieht,&#10;oder wollt ihr, dass mein Lied&#10;euch erwecken soll?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ostia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ostia/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ostia/</guid><description>&lt;p&gt;Einsam graut das Kastell in weiter schweigender Wildniß,&#10;Trümmer der mächtigen Stadt liegen wie Gräber umher.&#10;Einst umspülte sie Meer, nun zog sich′s zurück, und die Erde&#10;Müssen wir jegliches Jahr seichter und trockener sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>P ... und F ...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/p-und-f/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/p-und-f/</guid><description>&lt;p&gt;Setzet, ihr trafts mit euerer Kunst, und erzögt uns die Jugend&#10;Nun zu Männern, wie ihr: lieben Freunde, was wärs?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Parabeln und Rätsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/parabeln-und-raetsel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/parabeln-und-raetsel/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Perlen baut sich eine Brücke&#10;Hoch über einen grauen See;&#10;Sie baut sich auf im Augenblicke,&#10;Und schwindelnd steigt sie in die Höh.&#10;Der höchsten Schiffe höchste Masten&#10;Ziehn unter ihrem Bogen hin,&#10;Sie selber trug noch keine Lasten&#10;Und scheint, wie du ihr nahst, zu fliehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie wird erst mit dem Strom, und schwindet,&#10;So wie des Wassers Flut versiegt.&#10;So sprich, wo sich die Brücke findet,&#10;Und wer sie künstlich hat gefügt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Paris, 16. Oktober 1900</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/paris-16-oktober-1900/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/paris-16-oktober-1900/</guid><description>&lt;p&gt;Du sagst, du liebst mich. Oh, ich danke dir!&#10;Zwar kenn ich dieses Wort als Lüge nur,&#10;Doch klingt es süß, wie liebliche Musik,&#10;Und gerne glaubt man, was so lieblich klingt.&#10;Ich will es glauben, und ich bitte dich:&#10;Nimm diesen Glauben als Entgegnung an.&#10;Mir selber will das Wort &amp;ldquo;Ich liebe dich&amp;rdquo;&#10;Nicht mehr vom Herzen auf die Lippen gehn.&#10;Dem Boden, der von mitleidlosem Fuß&#10;Zerstampft ward, dem der Bosheit dürre Hand&#10;Salz in die Furchen streute, wollen Rosen nicht&#10;Entblühen, – blasse Nesseln bringt er nur.&#10;So sieht mein Garten aus, – ein Nesselbeet.&#10;Willst du ihn lieben? Wunder sind geschehn!&#10;Die Liebe ist die beste Gärtnerin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Park Monceau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/park-monceau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/park-monceau/</guid><description>&lt;p&gt;Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen.&#10;Hier bin ich Mensch - und nicht nur Zivilist.&#10;Hier darf ich links gehn. Unter grünen Bäumen&#10;sagt keine Tafel, was verboten ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen.&#10;Ein Vogel zupft an einem hellen Blatt.&#10;Ein kleiner Junge gräbt sich in der Nasen&#10;und freut sich, wenn er was gefunden hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es prüfen vier Amerikanerinnen,&#10;ob Cook auch recht hat und hier Bäume stehn.&#10;Paris von außen und Paris von innen:&#10;sie sehen nichts und müssen alles sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Parteigeist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/parteigeist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/parteigeist/</guid><description>&lt;p&gt;Wo Parteien entstehn, hält jeder sich hüben und drüben,&#10;Viele Jahre vergehn, eh sie die Mitte vereint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Partenkirchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/partenkirchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/partenkirchen/</guid><description>&lt;p&gt;Müde bin ich, ach, der städtischen Sterne.&#10;Bräunliches Frühlingslaub dunkelt im Kalterer-Wein.&#10;Mein Blut spritzt morgenrot über die Berge,&#10;Zwei Herzen balanciere ich an einer langen Stange seiltragend zwischen&#10;Zugspitze und Kramer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem Riessersee schwebt eine rote Jacke.&#10;Zwei schlanke Füße ritzen eislaufend meine Wange.&#10;Ein Münchener Rechtsanwalt begrüßt mich freundlich funkelnd.&#10;Ewig bin ich allein, Mädchen, trotz deiner selig mir zuspringenden Brüste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil ich keine Zentralheizung in meinem Zimmer habe friere ich sehr.&#10;Ich lese im Bett die Annoncen der »Münchener Neuesten Nachrichten«,&#10;um eine Stellung zu finden.&#10;Eine Stellung als Freund. Oder als Diener vielleicht,&#10;Dienend in Sanftmut einem redlichen Gott.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pastors Abendspaziergang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pastors-abendspaziergang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pastors-abendspaziergang/</guid><description>&lt;p&gt;Das Abendrot brennt an des Himmels Saum,&#10;ich schlendre so, als wie im halben Traum,&#10;zum Dorf hinaus auf grünem Wiesenwege&#10;am Wald hinunter, wie ich täglich pflege.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rings auf der Wiese wimmelt es und schafft,&#10;vom frischen Heu kommt mit gewürz&amp;rsquo;ger Kraft&#10;ein süsser Duft auf kühler Lüfte Wogen,&#10;mein alter Liebling, zu mir hergezogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rot, Blau und Gold, ein ganzes Farbenreich,&#10;betrachtet sich im spiegelhellen Teich,&#10;Wildenten sieht man durch die Wellen streben&#10;und hoch in Lüften Weih und Sperber schweben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Patrouille</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/patrouille/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/patrouille/</guid><description>&lt;p&gt;Die Steine feinden&#10;Fenster grinst Verrat&#10;Äste würgen&#10;Berge Sträucher blättern raschlig&#10;Gellen&#10;Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Paul Fr. Richter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/paul-fr-richter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/paul-fr-richter/</guid><description>&lt;p&gt;O du, dem unter Narrheit, unter Witzen&#10;Der Sehnsucht Zähren an der Wimper blitzen,&#10;In Scherz und Schmerzen schwärmender Bacchant!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Kunstform unbarmherziger Vernichter!&#10;Du Feuerwerker, der romanische Lichter,&#10;Raketen aufwirft, Wasser, Koth und Sand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O du, dem hart am überschwellten Busen&#10;Ein Spötter wohnt, ein Plagegeist der Musen,&#10;Der Todfeind des Erhab&amp;rsquo;nen, der Verstand!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grabdichter, Jenseitsmensch, Schwindsuchtbesinger!&#10;Herz voll von Liebe, sel&amp;rsquo;ger Freude Bringer&#10;Im armen Hüttchen an des Lebens Strand!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Penelope</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/penelope/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/penelope/</guid><description>&lt;p&gt;Die List Penelopens des frommen Weibchens lebe!&#10;Um ihre Tugend her zog sie ein Schutzgewebe;&#10;Doch das was sie bei Tage gut gemacht,&#10;Verdarb sie wieder bei der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Peregrina</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/peregrina/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/peregrina/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Irrsal kam in die Menschengärten&#10;Einer einst heiligen Liebe.&#10;Schaudernd entdeckt ich verjährten Betrug.&#10;Und mit weinendem Blick, doch grausam,&#10;Hieß ich das schlanke,&#10;Zauberhafte Mädchen&#10;Ferne gehen von mir.&#10;Ach, ihre hohe Stirn&#10;War gesenkt, denn sie liebte mich;&#10;Aber sie zog mit Schweigen&#10;Fort in die graue&#10;Welt hinaus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Krank seitdem,&#10;Wund ist und wehe mein Herz.&#10;Nimmer wird es genesen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als ginge, luftgesponnen, ein Zauberfaden&#10;Von ihr zu mir, ein ängstig Band,&#10;So zieht es, zieht mich schmachtend ihr nach!&#10;- Wie, wenn ich eines Tags auf meiner Schwelle&#10;Sie sitzen fände, wie einst, im Morgen-Zwielicht,&#10;Das Wanderbündel. neben ihr,&#10;Und ihr Auge, treuherzig zu mir aufschauend,&#10;Sagte, da bin ich wieder&#10;Hergekommen aus weiter Welt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Persisches Heliotrop</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/persisches-heliotrop/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/persisches-heliotrop/</guid><description>&lt;p&gt;Es könnte sein, daß dir der Rose Lob&#10;zu laut erscheint für deine Freundin: Nimm&#10;das schön gestickte Kraut und überstimm&#10;mit dringend flüsterndem Heliotrop&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;den Bülbül, der an ihren Lieblingsplätzen&#10;sie schreiend preist und sie nicht kennt.&#10;Denn sieh: wie süße Worte nachts in Sätzen&#10;beisammenstehn ganz dicht, durch nichts getrennt,&#10;aus der Vokale wachem Violett&#10;hindüftend durch das stille Himmelbett -:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;so schließen sich vor dem gesteppten Laube&#10;deutliche Sterne zu der seidnen Traube&#10;und mischen, daß sie fast davon verschwimmt,&#10;die Stille mit Vanille und mit Zimmt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Petrarch und Tasso</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/petrarch-und-tasso/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/petrarch-und-tasso/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Laura′s Preise schlug Petrarch die Leier,&#10;Und all sein Denken war nur eine Feier&#10;Für , der seine ganze Seele lebt;&#10;Doch strebt′ er nie nach irdischem Besitze,&#10;Sie war die Göttin auf dem Wolkensitze,&#10;Zu der kein Sterblicher die Wünsche hebt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So strömte Tasso aus der Liebe Quelle&#10;Der Dichtkunst heil′ge, segensreiche Welle,&#10;Für Leonore sang sein Genius.&#10;An ihrem Geiste durst′ er sich entzünden,&#10;Er war ihr nahe; ihre Blicke künden&#10;Ihm manchen tiefen, ahnungsvollen Gruß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pfingstgewitter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pfingstgewitter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pfingstgewitter/</guid><description>&lt;p&gt;Löwe, Adler ihre stürzenden Grausamkeiten sind mehr als&#10;Lammverspeisen und Verzehren von Ziegen. Sie haben Sein.&#10;Sein der Höhe.&#10;Ihr fragenden Grausamkeiten halte ich in mir, ein geduldiger Löwe.&#10;Ich stöhne den Rager, den Weltvergießer&#10;Ich brülle den Reißenden.&#10;Bin Gewitter wie das, das da oben kommt&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Fernes Donnern. Leiser Blitz)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich behalte meine Blitze:&#10;Zerrissener Himmel&#10;Gewaltiges Wort.&#10;Und ist da oben wer Schriftgelehrter:&#10;Mag sein Gewand zerreißen.&#10;Bardenwart der!&#10;Ja, ja du Bardenwart der Lüfte, und wenn du noch so brummst.&#10;Ragender,&#10;Weltvergießer,&#10;Frierst du nicht, so oben?&#10;Wirst du nicht wahnsinnig,&#10;Da so gar nichts dein ist.&#10;Wer alles hat, hat wieder nichts.&#10;Sollen wir?&#10;Dir Gesellschaft leisten?&#10;Mit dir spielen?&#10;Bist du nicht Kind?&#10;So mußt du es werden.&#10;Und besonders wir Dichter.&#10;Wir?&#10;Was weiß ich von anderen,&#10;Bin ich nicht auch wie du?&#10;So eigen allein!&#10;Ob auch nicht ganz&#10;So mächtig.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pflicht zu verliebten Gesprächen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pflicht-zu-verliebten-gespraechen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pflicht-zu-verliebten-gespraechen/</guid><description>&lt;p&gt;In den lauten Nachtigallen&#10;Lockt und schlägt und jauchzt die Liebe;&#10;In der Lerche unterm Himmel&#10;Lobt und tiriliert die Liebe;&#10;In dem Enter auf dem Wasser&#10;Schwimmt und schnattert nichts als Liebe;&#10;In den Schwalben unterm Dache&#10;Zwitschert, baut und spricht die Liebe;&#10;In den Spatzen vor dem Fenster&#10;Lauscht und ruft und hüpft die Liebe;&#10;In dem Täuber, in der Taube&#10;Girrt und lockt und lacht die Liebe;&#10;In den Tönen meiner Laute&#10;Klingt und lobt und scherzt die Liebe;&#10;In dem Kind auf meinem Schoße&#10;Hüpft und scherzt und singt die Liebe:&#10;Alles Wild in freiem Felde,&#10;Alle Vögel unterm Himmel,&#10;Haben Stimmen zu der Liebe;&#10;Alles scherzt und spricht vom Lieben;&#10;Soll ich denn davon nicht sprechen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phantasie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phantasie/</guid><description>&lt;p&gt;(Für Flöte, Klarinette, Waldhorn und Fagott)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stille Blumen,&#10;In der Liebe Heiligtumen&#10;Nicht entsprossen,&#10;Welken nieder.&#10;Süße Lieder,&#10;Ohne Echo hingeflossen,&#10;Kehren nimmer wieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch zeiget der Spiegel im Quelle,&#10;So freundlich und helle,&#10;Das eigne Gebild;&#10;Wie′s flüchtig in rastloser Schnelle&#10;Sich eilend geselle,&#10;Und Welle an Welle&#10;Dem Leben entquillt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohnen nicht klar in mir&#10;Des Geistes Gestalten;&#10;Leben, so will ich Dir&#10;Den Busen entfalten;&#10;Wer den eignen Ton nicht hört,&#10;Lausche, bis er wiederkehrt -&#10;Widerschein&#10;Blickt ins dunkle Herz herein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Phidile</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/phidile/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/phidile/</guid><description>&lt;p&gt;Ich war erst sechzehn Sommer alt,&#10;Unschuldig und nichts weiter,&#10;Und kannte nichts als unsern Wald,&#10;Als Blumen, Gras und Kräuter.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kam ein fremder Jüngling her;&#10;Ich hatt ihn nicht verschrieben,&#10;Und wußte nicht wohin noch her;&#10;Der kam und sprach von Lieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hatte schönes langes Haar&#10;Um seinen Nacken wehen;&#10;Und einen Nacken, als das war,&#10;Hab ich noch nie gesehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Auge, himmelblau und klar!&#10;Schien freundlich was zu flehen;&#10;So blau und freundlich, als das war,&#10;Hab ich noch keins gesehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pinie und Blitz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pinie-und-blitz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pinie-und-blitz/</guid><description>&lt;p&gt;Hoch wuchs ich über Mensch und Tier;&#10;Und sprech ich - niemand spricht mit mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu einsam wuchs ich und zu hoch -&#10;Ich warte: worauf wart′ ich doch?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu nah ist mir der Wolken Sitz, -&#10;Ich warte auf den ersten Blitz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Poesie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/poesie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/poesie/</guid><description>&lt;p&gt;Frägst du mich im Rätselspiele,&#10;Wer die zarte lichte Fei,&#10;Die sich drei Kleinoden gleiche&#10;Und ein Strahl doch selber sei?&#10;Ob ich′s rate? Ob ich fehle?&#10;Liebchen, pfiffig war ich nie,&#10;Doch in meiner tiefsten Seele&#10;Hallt es: Das ist Poesie!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jener Strahl der, Licht und Flamme,&#10;Keiner Farbe zugetan,&#10;Und doch, über alles gleitend&#10;Tausend Farben zündet an,&#10;Jedes Recht und keines Eigen. -&#10;Die Kleinode nenn′ ich dir:&#10;Den Türkis, den Amethisten,&#10;Und der Perle edle Zier.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Poesie ist Leben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/poesie-ist-leben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/poesie-ist-leben/</guid><description>&lt;p&gt;Poesie ist Leben,&#10;Prosa ist der Tod,&#10;Engelein umschweben&#10;Unser täglich Brot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Poeten müssen verliebt seyn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/poeten-muessen-verliebt-seyn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/poeten-muessen-verliebt-seyn/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprecht mich nicht weiter an&#10;Um ein verliebtes Lied,&#10;Denn ich bin außgethan&#10;Wo Lust und Liebe blüht,&#10;Das Gras ist abgemeyht,&#10;Die Rosen sind vergangen,&#10;Der Winter führt das Leid&#10;Und hat sich angefangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich fühle keine Lust&#10;Die mich zum Versen treibt,&#10;Weil meine kalte Brust&#10;Unangefochten bleibt:&#10;Das harte Silber fleust&#10;Nur bey der grossen Hitze,&#10;Und der Poeten Geist&#10;Wird nur im Lieben nütze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Poetentod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/poetentod/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/poetentod/</guid><description>&lt;p&gt;Der Herbstwind rauscht; der Dichter liegt im Sterben,&#10;Die Blätterschatten fallen an der Wand;&#10;An seinem Lager knie′n die zarten Erben,&#10;Des Weibes Stirn ruht heiß auf seiner Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit dunklem Purpurwein, darin ertrunken&#10;Der letzten Sonne Strahl, netzt er den Mund;&#10;Dann wieder rückwärts auf den Pfühl gesunken,&#10;Tut er den letzten Willen also kund:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die ich aus luft′gen Klängen aufgerichtet,&#10;Vorbei ist dieses Hauses Herrlichkeit;&#10;Ich habe ausgelebt und ausgedichtet&#10;Mein Tagewerk und meine Erdenzeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Politische Lehre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/politische-lehre/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/politische-lehre/</guid><description>&lt;p&gt;Alles sei recht, was du tust, doch dabei laß es bewenden,&#10;Freund, und enthalte dich ja, alles, was recht ist, zu tun.&#10;Wahrem Eifer genügt, daß das Vorhandne vollkommen&#10;Sei; der falsche will stets, daß das Vollkommene sei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pompejanischer Abend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pompejanischer-abend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pompejanischer-abend/</guid><description>&lt;p&gt;Singt es? Wilde Bienen suchen&#10;In der Mauer ihren Spalt.&#10;&amp;ldquo;Roten Bergwein, weißen Kuchen -&#10;Weihe sie, der Gott ist alt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwärmend bin ich eingeschlossen.&#10;Und ich folge dem Gebot.&#10;Welt und Jahr wächst, nachgenossen:&#10;Roter Bergwein, weißes Brot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stirn und Haar kühlt Mondenfrische&#10;Zwischen Säulen ohne Dach.&#10;An des Griechen Marmortische&#10;Wird des Meißels Bildwerk wach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiße Ziegenböcke traben,&#10;Rosen fesseln Bock zu Bock;&#10;Über ihnen fliegen Knaben&#10;Mit der Geißel, mit dem Stock.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ponte rotto</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ponte-rotto/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ponte-rotto/</guid><description>&lt;p&gt;Eine zerbrochene Brücke, was ist′s, kein Wunder am Ende!&#10;Alles vergeht, und der Welt wird′s nicht viel besser geschehn.&#10;Dererlei merkt man sich nicht, auch wenn die Brücke sich weigert,&#10;Mit dem gefallnen Geschlecht über die Tiber zu gehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Porträtmaler</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/portraetmaler/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/portraetmaler/</guid><description>&lt;p&gt;Herrlich getroffen, mein Freund! Der Fernhintreffer Apollo&#10;Wirkt in homerischer Zeit, wie in der heutigen noch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Priamus und Achilles</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/priamus-und-achilles/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/priamus-und-achilles/</guid><description>&lt;p&gt;An des Idas dunkeln Höhen&#10;Hängt des Mondes stille Pracht,&#10;Und es rauschet in dem Tale&#10;Nur der Xanthus durch die Nacht.&#10;Alle Flammen sind erloschen,&#10;Und es ruht der Griechen Heer -&#10;Einsam nur im stillen Zelte&#10;Sitzt Achilleus tränenschwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ausgetobt hat seine Rache,&#10;Sehnsucht schwellt die Heldenbrust&#10;Nach den Manen seines Freundes,&#10;Seiner Jugend hoher Lust.&#10;Nach der Dioskuren Sterne&#10;Sendet er den trüben Blick,&#10;Nur das Traumbild ihrer Liebe&#10;Sendet das Gestirn zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Prolog zu Goethes hundertjähriger Geburtsfeier</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/prolog-zu-goethes-hundertjaehriger-geburtsfeier/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/prolog-zu-goethes-hundertjaehriger-geburtsfeier/</guid><description>&lt;p&gt;Dem Freiherrn freundschaftlichst zugeeignet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Zu Wien im Theater am Kärnthner-Tor gesprochen.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es scheint vielleicht zu schlicht, das Fest, das wir hier feiern heute,&#10;Erkämpfte Fahnen sieht man nicht, auch hört man kein Geläute.&#10;Die Muse tritt zum Lorbeerstrauch, und pflückt die wen′gen Blätter,&#10;Die Mars ihm noch gelassen hat, des Vaterlandes Retter.&#10;Doch er, dem sie aufs moos′ge Grab den Kranz nun legt, der Tote,&#10;Er ist - der letzte Grieche zwar, allein der erste Gote,&#10;Er hat für uns durch Bild und Ton die trotz′ge Welt bezwungen,&#10;Was uns zuvor durchs Schwert zwar auch, doch niemals ganz gelungen,&#10;Und darum folgt dies Fest mit Recht so schnell dem blut′gen Kriege,&#10;Es gilt dem dauerndsten und auch den schönsten unsrer Siege.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pst!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pst/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt ja leider Sachen und Geschichten,&#10;Die reizend und pikant,&#10;Nur werden sie von Tanten und von Nichten&#10;Niemals genannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen,&#10;Sei zart und schweig auch du.&#10;Bedenk: Man liebt den Käse wohl, indessen&#10;Man deckt ihn zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Psyche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/psyche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/psyche/</guid><description>&lt;p&gt;Auf des Rasens grünen Matten&#10;Lag in seiner Myrthen Schatten&#10;Amor schlafend hingeschmiegt,&#10;Wie der Gott der Ruhe liegt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Psyche, die bei ihren Schafen&#10;Immer wachte, sah ihn schlafen,&#10;Eilte sich und nahm in Eil’&#10;Ihm den Bogen und den Pfeil!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Mädchen«, sprach der Gott der Liebe,&#10;»Ganz umsonst wirst du zum Diebe:&#10;Hast du, liebes Mädchen, nicht&#10;Pfeil und Bogen im Gesicht?«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Psyche an Amor</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/psyche-an-amor/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/psyche-an-amor/</guid><description>&lt;p&gt;Wo schwand er hin, der seligste der Träume,&#10;das höchste Ziel der innigsten Begier?&#10;Die Sehnsucht schwingt sich in des Äthers Räume;&#10;doch, ach! verbannt, gefesselt schmacht&amp;rsquo; ich hier!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es wär&amp;rsquo; auf ewig mir dahin geschwunden&#10;das Land der Himmlischen, der Ätherhain&#10;der Harmonie? Hienieden festgebunden,&#10;blieb&amp;rsquo; eine Ewigkeit dies Herz allein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst, als ich unter Blumen hier erwachte,&#10;umleuchtet von der Hoffnung mildem Stern,&#10;bewegt der neuen Welt entgegen lachte,&#10;schien Amor, der Geliebte, mir nicht fern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Punkt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/punkt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/punkt/</guid><description>&lt;p&gt;Die wüsten Straßen fließen lichterloh&#10;durch den erloschnen Kopf. Und tun mir weh.&#10;Ich fühle deutlich, daß ich bald vergeh -&#10;Dornrosen meines Fleisches, stecht nicht so.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nacht verschimmelt. Giftlaternenschein&#10;Hat, kriechend, sie mit grünem Dreck beschmiert.&#10;Das Herz ist wie ein Sack. Das Blut erfriert.&#10;Die Welt fällt um. Die Augen stürzen ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pünktlichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/puenktlichkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/puenktlichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Pünktlichkeit&#10;stiehlt uns die beste Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Pygmalion</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/pygmalion/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/pygmalion/</guid><description>&lt;p&gt;An diesen Lippen, diesen Augen&#10;Die Welt vergessend, hinzuhangen&#10;Und aus den rosenroten Wangen&#10;Des Lebens Ueberfluß zu saugen,&#10;An dieses Busens reiner Fülle&#10;Die Schmerzen meiner Brust zu wiegen&#10;Und auf des Schoßes Fried und Stille&#10;Mit tränenmüdem Haupt zu liegen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war mein Wunsch – das ist mein Grämen –&#10;Und soll mir doch kein Schicksal nehmen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Quai du Rosaire</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/quai-du-rosaire/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/quai-du-rosaire/</guid><description>&lt;p&gt;Brügge&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gassen haben einen sachten Gang&#10;(wie manchmal Menschen gehen im Genesen&#10;nachdenkend: was ist früher hier gewesen?)&#10;und die an Plätze kommen, warten lang&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;auf eine andre, die mit einem Schritt&#10;über das abendklare Wasser tritt,&#10;darin, je mehr sich rings die Dinge mildern,&#10;die eingehängte Welt von Spiegelbildern&#10;so wirklich wird wie diese Dinge nie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verging nicht diese Stadt? Nun siehst du, wie&#10;(nach einem unbegreiflichen Gesetz)&#10;sie wach und deutlich wird im Umgestellten,&#10;als wäre dort das Leben nicht so selten;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raffael (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-1/</guid><description>&lt;p&gt;Es giebt Seelen, doch wen′ge, die, reiner als andre, vom Urquell&#10;Sich, vom unendlichen Grund alles Lebend′gen, gelöst.&#10;Jedes Räthsel der Welt es scheint in ihnen gefunden,&#10;Jeglicher Widerstreit hold und entzückend versöhnt.&#10;Nimmer trübt sich in ihnen die übernatürliche Klarheit,&#10;Und doch sind sie wohl nie sich ihrer Allmacht bewußt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Keines Zweifels erzitternder Hauch regt die liebliche Tiefe&#10;Ihres Innern, es ruht stille der Himmel auf ihm.&#10;Aehnlich sind sie dem Herrn, der die ungemessenen Kräfte&#10;Seiner Natur oft im Bild blühender Rosen verhüllt.&#10;Ja sie schaffen wie er! Nicht im Wirbel des Sturms, in des Frühlings&#10;Sanft holdseliger Lust sproßt und erschließt sich der Keim,&#10;Der sich zur Fülle der Frucht in frischer Gesundheit erschwellet.&#10;Nur in der Zephire Wehn reift sie vollendet heran.&#10;So ihr ruhiges Wirken. Wie all′ ihr Wesen nur Einheit,&#10;Wie selbst die flüchtige Welt ihnen harmonisch erscheint,&#10;So am geheimen Punkt, aus dem in vollkommenem Gleichmaaß&#10;Sich der entwickelte Stoff rein und gesondert belebt,&#10;So das erstehende Werk erfassen sie auch, und bescheiden&#10;Zeigt es sich jeglichem Blick, aber es reizt nicht, es ist.&#10;Nicht im üppig erquellenden Werden, im schmachtenden Welken,&#10;Stellen sie′s eben wo′s ist, wo es entfaltet ist, dar.&#10;Drum ist ihr Werk das Höchste: doch jene Schöpfung der Einheit&#10;Nennet man schön, die Idee, die sie beseligend weckt,&#10;Nennt man Schönheit, und so, o Raffael Sanzio, bist du&#10;Der vollendetste mir, weil du der schönste mir bist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raffael (4)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-4/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-4/</guid><description>&lt;p&gt;Ist dir der heilige Bund, der alte, nicht klar, o so grüble&#10;Nicht darüber und sieh Sanzio′s Logen nur an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raffael (6)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-6/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-6/</guid><description>&lt;p&gt;Wie voll Unschuld du bist, du süß jungfräuliches Antlitz,&#10;So befangen, so sanft, kaum noch der Kindheit entblüht.&#10;Schüchtern noch thust du, obwohl schon Mutter geworden, so bist du&#10;Dir′s nicht bewußt, und weißt selbst noch nicht, wie dir geschah.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Raffael (7)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-7/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raffael-7/</guid><description>&lt;p&gt;In den Himmel erhaben, zur Königin herrlich verkläret,&#10;Blieb dir das Herz, wie es war, aber es wuchs dir der Geist.&#10;Denn man betet dich an, du umgiebst dich mit strahlender Hoheit,&#10;Und der Vater hat dir längst dein Geheimniß enthüllt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rast</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rast/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rast/</guid><description>&lt;p&gt;Nun merk′ ich erst, wie müd′ ich bin,&#10;Da ich zur Ruh′ mich lege:&#10;Das Wandern hielt mich munter hin&#10;Auf unwirtbarem Wege.&#10;Die Füße frugen nicht nach Rast,&#10;Es war zu kalt zum Stehen;&#10;Der Rücken fühlte keine Last,&#10;Der Sturm half fort mich wehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In eines Köhlers engem Haus&#10;Hab′ Obdach ich gefunden;&#10;Doch meine Glieder ruh′n nicht aus:&#10;So brennen ihre Wunden.&#10;Auch du, mein Herz, in Kampf und Sturm&#10;So wild und so verwegen,&#10;Fühlst in der Still′ erst deinen Wurm&#10;Mit heißem Stich sich regen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rätsel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Bruder ist′s von vielen Brüdern,&#10;In Allem ihnen völlig gleich,&#10;Ein nötig Glied von vielen Gliedern,&#10;In eines großen Vaters Reich;&#10;Jedoch erblickt man ihn nur selten,&#10;Fast wie ein eingeschobnes Kind:&#10;Die Andere lassen ihn nur gelten&#10;Da, wo sie unvermögend sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rätsel 2</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-2/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe Flügel, rate Kind,&#10;Doch flieg ich nur im Kreise,&#10;Und singen tu ich, wenn der Wind&#10;Mir vorpfeift, laut und leise;&#10;Was ihr den Feldern abgewinnt,&#10;Kau ich auf meine Weise,&#10;Doch - was mir durch die Kehle rinnt,&#10;Das mundet euch als Speise.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rätsel 3</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-3/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/raetsel-3/</guid><description>&lt;p&gt;Einst hieß man mich die schönste aller Frauen,&#10;Selbst Könige entzweite meine Macht,&#10;Zehntausend Krieger aus Europas Gauen,&#10;Von Asiens Landen, schlugen manche Schlacht,&#10;Und eher nicht war ihres Kampfes Ziel,&#10;Als bis erschlagen alle Heldensöhne&#10;Und bis ein stolzes Königshaus zerfiel;&#10;Und dennoch pries man die unsel′ge Schöne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder tönte jüngst mein alter Namen&#10;Doch bin ich häßlich und verlassen nun,&#10;Von allen die des Weges zu mir kamen,&#10;Will keiner lang an meiner Seite ruhn;&#10;Nur einer kam, der erste dem nicht grau&#10;An meinem Herd für immer still zu liegen&#10;Der lange mir ins blasse Antlitz schaut&#10;Und bitter lacht, ob meinen düstern Zügen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Recept wider böse Weiber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/recept-wider-boese-weiber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/recept-wider-boese-weiber/</guid><description>&lt;p&gt;-Eine Romanze-&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein armer Ehegatte,&#10;Der ohne seine Schuld&#10;Die Höll′ auf Erden hatte,&#10;Ward endlich der Geduld&#10;Nach langen Jahren müde,&#10;Und schaffte schnell und klug&#10;Sich vor dem Engel Friede,&#10;Der ihn mit Fäusten schlug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Weib war bitterböse,&#10;Die Tobsucht rief aus ihr,&#10;Bey manchem Zankgetöse:&#10;Ein Leides thu ich mir!&#10;Ja ja, du Weiberhasser,&#10;Du Teufel, der du bist,&#10;Ich springe noch ins Wasser,&#10;Wo es am tiefsten ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rechenexempel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rechenexempel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rechenexempel/</guid><description>&lt;p&gt;Die Henne legt ein Ei,&#10;Da ging der Mond entzwei;&#10;Die Hälfte fiel nach Nuckenstadt&#10;Und schlug zwei große Brummer platt!&#10;Zwei große Brummer, brumm,&#10;Summten hier herum,&#10;Um Rumpumpels Kopf,&#10;Um Rumpumpels Bauch&#10;Und um sein dickes Näschen auch!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun sind sie tot. - Aber im Ei&#10;Pickt das Kücken die Schale entzwei,&#10;Kriecht heraus, wackelt mit dem Schwanz -&#10;- Ist der Mond wieder ganz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rechtes Streben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rechtes-streben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rechtes-streben/</guid><description>&lt;p&gt;Der Schläfer, der im Grase träumend liegt,&#10;Bis hoch am Himmel schon der Sonnenwagen,&#10;Er kann, wenn dann empor sein Auge fliegt,&#10;Des Lichtes helle Klarheit nicht ertragen,&#10;Es blendet ihm wie Fackellicht die Augen,&#10;Die, weggewandt, nicht mehr zum Sehen taugen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht so der Andre, der vom Morgengrau′n&#10;Mit wachem Auge folgt des Lichtes Spuren,&#10;Ihn blendet′s nicht, er kann es offen schau′n,&#10;Wenn rings sein Schimmer strahlt auf allen Fluren;&#10;Am Quell des Lichtes darf er furchtlos hangen,&#10;Der nie verwirrt, wer stets ihm nachgegangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rechtfertigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rechtfertigung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rechtfertigung/</guid><description>&lt;p&gt;Ja wohl! Mein Unbestand ist mir bewußt;&#10;Im Lieben wechsl′ ich ab zu meinem Glücke:&#10;Bald lieb′ ich Deinen Mund, bald Deine Blicke,&#10;Und bald die neidisch mir verhüllte Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regen und Unmut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regen-und-unmut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regen-und-unmut/</guid><description>&lt;p&gt;Böses Wetter, böses Wetter!&#10;Es entladen sich die Götter,&#10;Reinigen ihr Wolkenhaus,&#10;Und die Menschen badens aus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regenwetter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regenwetter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regenwetter/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist das für ein Wetter heut!&#10;Es regnet ja wie toll!&#10;Die Straße ist ein großer See,&#10;Die Gosse übervoll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Sperling duckt sich unters Dach,&#10;So gut er eben kann,&#10;Und Nero liegt im Hundehaus&#10;Und knurrt das Wetter an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir aber haben frohen Mut&#10;Und sehn dem Regen zu,&#10;Erzählen uns gar mancherlei&#10;Daheim in guter Ruh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lass regnen, was es regnen will!&#10;Lass allem seinen Lauf!&#10;Und wenn′s genug geregnet hat,&#10;So hörts auch wieder auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Regine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/regine/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/regine/</guid><description>&lt;p&gt;Und webte auch auf jenen Matten&#10;Noch jene Mondesmärchenpracht,&#10;Und stünd sie noch im Waldesschatten&#10;Inmitten jener Sommernacht;&#10;Und fänd ich selber wie im Traume&#10;Den Weg zurück durch Moor und Feld,&#10;Sie schritte doch vom Waldessaume&#10;Niemals hinunter in die Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Reisesegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/reisesegen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/reisesegen/</guid><description>&lt;p&gt;Tut Türen weit auf. Viel Licht&#10;Fließ über Fliesen.&#10;Wandrer steh auf. Gürte dich.&#10;Freu dich ins Fremde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geh gegen Wolken. Zieh wider Wind,&#10;Berg und Tal, stille Straße.&#10;Überm Weg weben Wünsche,&#10;Gold, Glück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Resurrectio</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/resurrectio/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/resurrectio/</guid><description>&lt;p&gt;Flut, die in Nebeln steigt. Flut, die versinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Glück: das große Wasser, das mein Leben überschwemmte, sinkt, ertrinkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon wollen Hügel vor. Schon bricht gesänftigt aus geklärten Strudeln Fels und Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald wehen Birkenwimpel über windgesträhltem Strand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O langes Dunkel. Stumme Fahrten zwischen Wolke, Nacht und Meer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun wird die Erde neu. Nun gibt der Himmel aller Formen zarten Umriß her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Herzlicht von Sonne, das sich noch auf gelben Wellen bäumt –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rettung der Deutschen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rettung-der-deutschen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rettung-der-deutschen/</guid><description>&lt;p&gt;Alle Götter verließen uns schon, da erbarmte das Donau-&#10;Weibchen sich unser, und Mars′ Tempel erkenn ich ihr zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Revolution</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/revolution/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/revolution/</guid><description>&lt;p&gt;»Es wird schon gehn!« ruft in den Lüften&#10;Die Lerche, die am frühsten wach;&#10;»Es wird schon gehn!« rollt in den Grüften&#10;Ein unterirdisch Wetter nach.&#10;»Es geht!« rauscht es in allen Bäumen,&#10;Und lieblich wie Schalmeienton:&#10;»Es geht schon!« hallt es in den Träumen&#10;Der fieberkranken Nation.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Städte werden reg′ und munter,&#10;»Es geht!« erschallt′s von Haus zu Haus;&#10;Schon steigt der Ruhm in sie hinunter&#10;Und wählt sich seine Kinder aus.&#10;Die Morgensonne ruft: »Erwache,&#10;O Volk, und eile auf den Markt!&#10;Bring auf das Forum deine Sache!&#10;Im Freien nur ein Volk erstarkt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rezensent</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rezensent/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rezensent/</guid><description>&lt;p&gt;Da hatt ich einen Kerl zu Gast,&#10;Er war mir eben nicht zur Last;&#10;Ich hatt just mein gewöhnlich Essen,&#10;Hat sich der Kerl pumpsatt gefressen,&#10;Zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt.&#10;Und kaum ist mir der Kerl so satt,&#10;Tut ihn der Teufel zum Nachbar führen,&#10;Über mein Essen zu räsonieren:&#10;»Die Supp hätt können gewürzter sein,&#10;Der Braten brauner, firner der Wein.«&#10;Der Tausendsakerment!&#10;Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rhein und Main</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rhein-und-main/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rhein-und-main/</guid><description>&lt;p&gt;Zu des Rheins gestreckten Hügeln,&#10;Hochgesegneten Gebreiten,&#10;Auen, die den Fluß bespiegeln,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weingeschmückten Landesweiten&#10;Möget mit Gedankenflügeln&#10;Ihr den treuen Freund begleiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Richtet nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/richtet-nicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/richtet-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Du gehst sehr ordentlich zu Kirch und Abendmahl;&#10;Er etwa dann und wann einmal.&#10;Du wartest des Gesangs, des Lesens und Gebets;&#10;Er seiner Pflicht und Arbeit stets.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hörest, denkst und sprichst und liesest sehr viel gutes,&#10;Er unterdessen thut es.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rings um uns</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rings-um-uns/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rings-um-uns/</guid><description>&lt;p&gt;Hier der Vogel, dort der Baum -&#10;Wie wir neben ihnen leben!&#10;Wohl, verstehn′ uns selber kaum,&#10;Doch was mag sich dort begeben!&#10;Wie viel Leben uns umflutet,&#10;Unaufhörlich, ausgegossen!&#10;Wie viel Seele, nur vermutet,&#10;Nur gefühlt, doch nie erschlossen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robert Guiskard, Herzog der Normänner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robert-guiskard-herzog-der-normaenner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robert-guiskard-herzog-der-normaenner/</guid><description>&lt;p&gt;Nein, das nenn ich zu arg! Kaum weicht mit der Tollwut die eine&#10;Weg vom Gerüst, so erscheint der gar mit Beulen der Pest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson - Die Fahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-die-fahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-die-fahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Ihn trug das Schiff. Und seine Lippen sangen&#10;Hin über Weite, Wasser und den Wind:&#10;O Ferne! Flucht! Entgleitendes Verlangen!&#10;Augen, o Augen, immer noch zu blind,&#10;O Atem, niemals tief genug getrunken,&#10;Nie ganz geborstne Brust, entflammtes Herz,&#10;Nie doch verglüht in Asche hingesunken,&#10;O Stimme, hart, nie ganz geschmolznes Erz:&#10;Euch trag ich hin zu neuen Paradiesen,&#10;O Heimat, fremde und besonnt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er dachte noch, als ihn die Wellen stießen&#10;Von Fels zu Fels, er dachte noch: der Mond&#10;Hing nächtens da, wie eine Frau zu greifen.&#10;Dann schlug er hin. Die See ließ von ihm ab.&#10;Er lag ganz still, ein schmaler weißer Streifen&#10;In Tang und Sand.&#10;Er lag fast wie im Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson ist müde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-ist-muede/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-ist-muede/</guid><description>&lt;p&gt;Nun will ich fallen. Fallen wie ein Stein,&#10;Den einer warf. Wollüstig sinken ein&#10;Ins tiefe Gras. Wie in die Nacht ein Tag&#10;Ins weite Un-Sein gleiten. Ach, ich trag&#10;In mir Verlöschens-Sehnsucht: Wachsein war&#10;Zehrend wie Krankheit, und es blühte schon&#10;Zu weißen Wissens Aussatz mir im Haar.&#10;Schlaf: spül mich dunkel-rein! Laß Robinson&#10;Liegen in Nacht, wie Hügel ruhn, Geberde&#10;Nur tiefern Schattens: dunkles Ding der Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson ruht unter seinem Laubgezelt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-ruht-unter-seinem-laubgezelt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-ruht-unter-seinem-laubgezelt/</guid><description>&lt;p&gt;Aber mit einem Male erstrahlen&#10;Tage der Nähe wie selige Segel,&#10;Die auf dem Blau des Wassers sich malen.&#10;Aber der Glückliche kennt nur Beharren.&#10;Ach, er vergaß ganz die Sehnsucht der Tage&#10;Gestern und vorher, die Jahre gehegte.&#10;Ach, ihm erstarb ganz die brennende Frage&#10;Wann? Und er sieht die Errettung verweilen,&#10;Aber vom Glück?! - Und träumend entgleiten&#10;Sieht er die Tage, die Segel enteilen&#10;Silbern hinaus in verfließende Weiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Robinson zeichnet in den Sand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-zeichnet-in-den-sand/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/robinson-zeichnet-in-den-sand/</guid><description>&lt;p&gt;Du Palme, leicht, daß dich die Winde wiegen&#10;Zärtlich in ihrem Atem! Strahlen biegen&#10;Des Lichtes deinen Stamm zur süßen Melodie&#10;Geschweifter Harfe. Seliger ward nie&#10;Noch eines Bogens Silber ausgespannt&#10;Am Blau des Himmels. Brennenderen Brand&#10;Warf Schönheit nie in die versengte Brust.&#10;Du Lichteste: Nicht schmerzlichere Lust&#10;Gab je die Frau. O, sieh die Hand, gebannt&#10;Von dir, in dich, die gleitend über Sand&#10;Das schmale Zeichen sucht, das dieser Welle&#10;Tödlicher Anmut, sterbend, sie geselle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Römische Faulheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-faulheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-faulheit/</guid><description>&lt;p&gt;Zwanzig Jahre wohn′ ich nun schon auf dem Platze St. Peters,&#10;Doch in die Kirche hinein kam ich noch nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Römische Freiheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-freiheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-freiheit/</guid><description>&lt;p&gt;Noch sind wir Römer, noch leben wir frei nach Sitte der Väter,&#10;Keiner geniert sich und kehrt offen die H&amp;hellip; sich um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Römische Freuden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-freuden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roemische-freuden/</guid><description>&lt;p&gt;Corso, Theater und Akademie, Oktober und Giostra,&#10;Essen und Trinken, man lebt einzig, damit man′s genießt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Römischer Ehekontrakt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/roemischer-ehekontrakt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/roemischer-ehekontrakt/</guid><description>&lt;p&gt;Cazzo! ihr nehmet ein Weib, und könnt euch selbst nicht ernähren? -&#10;»Das ist′s eben, mein Freund, darum ernähret sie mich.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rosa Taddei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rosa-taddei/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rosa-taddei/</guid><description>&lt;p&gt;Träumt′ ich die Muse zu sehn, so laß mir den Wahn! auf Papier nur,&#10;Doch auf lebendigem Mund sah ich noch nie ein Gedicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rose im Oktober</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rose-im-oktober/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rose-im-oktober/</guid><description>&lt;p&gt;Die Hacke schweigt.&#10;Am Waldrand steigt&#10;mit hellem Ton&#10;ein Sagenross&#10;aus Avalon.&#10;Was ist&amp;rsquo;s? Der Herbst verschoss&#10;in seinem Kupferschloss&#10;die sanfte Munition.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Eichel fällt&#10;und fallend, schellt&#10;entzwei am Grund&#10;(o leichte Schlacht!)&#10;in Pfeifchen und&#10;Granate, nun gib acht,&#10;wie Tag sich trennt und Nacht,&#10;Frucht, Schale, Hauch und Mund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es knallt, es pocht,&#10;und brausend, kocht&#10;ein fernes Tal&#10;der Beere Sud&#10;und Mark zumal,&#10;wie es ein Kessel tut,&#10;wenn Windes Liebeswut&#10;entfaltet sein Fanal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rosenkranzlieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rosenkranzlieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rosenkranzlieder/</guid><description>&lt;p&gt;An die Schwester&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo du gehst wird Herbst und Abend,&#10;Blaues Wild, das unter Bäumen tönt,&#10;Einsamer Weiher am Abend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Leise der Flug der Vögel tönt,&#10;Die Schwermut über deinen Augenbogen.&#10;Dein schmales Lächeln tönt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott hat deine Lider verbogen.&#10;Sterne suchen nachts, Karfreitagskind,&#10;Deinen Stirnenbogen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rote Rosen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rote-rosen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rote-rosen/</guid><description>&lt;p&gt;Wir haben nicht das Glück genossen&#10;In indischer Gelassenheit;&#10;In Qualen ist′s emporgeschossen,&#10;Wir wußten nichts von Seligkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Verzehrend kam′s in Sturm und Drange;&#10;Ein Weh nur war es, keine Lust!&#10;Es bleichte deine zarte Wange&#10;Und brach den Atem meiner Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schlang uns ein in wilde Fluten,&#10;Es riß uns in den jähen Schlund;&#10;Zerschmettert fast und im Verbluten&#10;Lag endlich trunken Mund auf Mund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Lebens Flamme war gesunken,&#10;Des Lebens Feuerquell verrauscht,&#10;Bis wir aufs neu den Götterfunken&#10;Umfangend, selig eingetauscht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rousseau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rousseau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rousseau/</guid><description>&lt;p&gt;Monument von unsrer Zeiten Schande,&#10;Ew′ge Schmachschrift Deiner Mutter Lande,&#10;Rousseau′s Grab, gegrüßet seist Du mir!&#10;Fried′ und Ruh den Trümmern Deines Lebens!&#10;Fried′ und Ruhe suchtest Du vergebens,&#10;Fried′ und Ruhe sandst Du hier!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wann wird doch die alte Wunde narben?&#10;Einst war′s finster, und die Weisen starben;&#10;Nun ist′s lichter, und der Weise stirbt.&#10;Sokrates ging unter durch Sophisten,&#10;Rousseau leidet, Rousseau fällt durch Christen,&#10;Rousseau - der aus Christen Menschen wirbt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckblick/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Nein! begreifen kann und fassen&#10;Ich den eig′nen Wahnsinn nicht!&#10;Warum hab′ ich dich verlassen,&#10;Meiner Seele Luft und Licht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strahlten deine Augensterne&#10;Mich nicht an, voll milder Pracht?&#10;Warum zog ich in die Ferne,&#10;In die kalte, finst′re Nacht?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als das Schicksal uns′re beiden&#10;Herzen sich begegnen ließ,&#10;War′s, als ob mit ernsten Eiden&#10;Es den Himmel uns verhieß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum habe ich, verblendet&#10;Wählend Schmerz und Finsterniß,&#10;Frevelnd mich von dir gewendet&#10;Dem ersehnten Paradies,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückkehr auf sich selbst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr-auf-sich-selbst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkehr-auf-sich-selbst/</guid><description>&lt;p&gt;Meer, das hell den schimmernden Aether spiegelt,&#10;Sanft die Wälder röthlicher Küsten gürtend,&#10;Mich vergebens lockst du mit deinen süßen&#10;Schmeichelnden Tönen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vormals lauscht′ ich gerne den süßen Tönen,&#10;Als noch Kraft und Hoffnung mich rings umblühten,&#10;Und die Rosenknospe der süßen Liebe&#10;Kränzte die Leier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ruhmeslieb′ und goldene Sternenkränze,&#10;Lorbeerzweig′ und süßere Myrtenkronen,&#10;Reiner Lieb′ und himmlischer Freundschaft Palmen,&#10;Winkten mir strahlend!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kühn entgegen dem hohen Ziele stürzt′ ich,&#10;Daß mir Staub die bräunliche Lock′ umwallte!&#10;Achtend nicht des niederen Hohnes trüber,&#10;Feindlicher Geister!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rückkunft nach Rom</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkunft-nach-rom/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/rueckkunft-nach-rom/</guid><description>&lt;p&gt;Seine Beute, die Schätze der Welt, hat der Feldherr, der Cäsar,&#10;Dankbar aufs Kapitol einst im Triumphe gebracht,&#10;Kronen bring′ ich dir nicht, mir mangelt selbst noch der Lorbeer,&#10;Nimm meine Lieder dafür, Jupiter Xenius, an!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruf/</guid><description>&lt;p&gt;Du hoher Ton der Geige! Diese Zeit&#10;Ist nicht die meine und die Tage fliehn.&#10;Du Jubelton der Geige! Ach, es starb&#10;Die Jugend und mich freut kein Siegen mehr.&#10;Du Siegeston der Geige! Ewig frisst&#10;Der Gram! Ihr Armen! Lasst die Bäume blühn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruhmeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhmeslied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruhmeslied/</guid><description>&lt;p&gt;Meine Welt ist nicht von Pappe!&#10;Dieses sag ich dir im Traum!&#10;Trägst du eine Narrenkappe,&#10;Trag sie unterm Lorbeerbaum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Aus: Katerpoesie)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ruth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ruth/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ruth/</guid><description>&lt;p&gt;Und du suchst mich vor den Hecken,&#10;ich höre deine Schritte seufzen,&#10;und meine Augen sind schwere dunkle Tropfen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meiner Seele blühen süß deine Blicke&#10;und füllen sich,&#10;wenn meine Augen in den Schlaf wandeln.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Brunnen meiner Heimat&#10;steht ein Engel,&#10;der singt das Lied meiner Liebe,&#10;der singt das Lied Ruths.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sag mir, ewiges Licht...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sag-mir-ewiges-licht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sag-mir-ewiges-licht/</guid><description>&lt;p&gt;Sag mir, ewiges Licht:&#10;Ist nicht jegliche Blüte&#10;Eine Wiedererscheinung&#10;gelangte urewige Mythe?&#10;Jegliche Rose&#10;Eines verachteten Dornstrauchs&#10;Apotheose?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sahst du das wunderbare Bild von Brouwer?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sahst-du-das-wunderbare-bild-von-brouwer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sahst-du-das-wunderbare-bild-von-brouwer/</guid><description>&lt;p&gt;Sahst du das wunderbare Bild von Brouwer?&#10;Es zieht dich an, wie ein Magnet.&#10;Du lächelst wohl, derweil ein Schreckensschauer&#10;Durch deine Wirbelsäule geht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein kühler Dokter öffnet einem Manne&#10;Die Schwäre hinten im Genick;&#10;Daneben steht ein Weib mit einer Kanne,&#10;Vertieft in dieses Mißgeschick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, alter Freund, wir haben unsre Schwäre&#10;Meist hinten. Und voll Seelenruh&#10;Drückt sie ein andrer auf. Es rinnt die Zähre,&#10;Und fremde Leute sehen zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Salziges</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/salziges/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/salziges/</guid><description>&lt;p&gt;gewiß nicht mehr als 4 - 5 - 6 Thlr. kosten; was nun jetzt an den Staat&#10;mehr dafür bezahlt werden muß, ist demnach als Steuer anzusehen, der sich&#10;unentbehrlich ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Friedr. Bened. Weber, Handb. der staatswirthsch.Statistik der pr. Mon. S. 670.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Salz ist theuer, billig sind die Zähren!&#10;O wenn doch unsre Zähren Salz nur wären!&#10;Dann hätten wir in unsrer Noth&#10;Auch Salz auf unser bischen Brot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Samenzeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/samenzeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/samenzeit/</guid><description>&lt;p&gt;Samen warm in tiefer Luft.&#10;Zweier Odem durchschauernder Duft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schweigendes Sagen,&#10;Seligsein,&#10;Feuchtleuchtende Sterne&#10;Schauen drein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Glückes Röte auf träumenden Wangen&#10;Über Nacht aufgegangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlummernde Seelen die Traum führen,&#10;Tauige Welten in sich spüren&#10;Besamte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sanfter Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sanfter-trost/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sanfter-trost/</guid><description>&lt;p&gt;Geschieden ist die Sonne,&#10;Kein Blümlein mehr mag blüh′n,&#10;Und nur des Epheus Blätter&#10;Schmückt noch ein sanftes Grün.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und freudig uns′re Seele&#10;Darauf die Hoffnung baut,&#10;Daß es nach ödem Winter&#10;Den Frühling wieder schaut. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So wird der bangen Seele&#10;Die tiefer Schmerz erfüllt,&#10;Im Lebensgrün der Hoffnung&#10;Ein neuer Trost enthüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Frühling lacht ihr wieder,&#10;Und Blumen pflückt die Hand,&#10;Fällt manche Wehmuthsthräne&#10;Auch auf des Kelches Rand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sankt Nikolaus, der heilge Mann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sankt-nikolaus-der-heilge-mann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sankt-nikolaus-der-heilge-mann/</guid><description>&lt;p&gt;Sankt Nikolaus, der heilge Mann, zieht&#10;Stiefel ohne Sporen an,&#10;reit damit nach Amsterdam,&#10;von Amsterdam nach Spanien, Äpfel&#10;von Oranien,&#10;Nüsse aus dem Wald,&#10;Sankt Nikolaus soll kommen bald!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nikolaus, sei unser Gast,&#10;wenn du was im Sacke hast.&#10;Hast du was, so laß dich nieder,&#10;hast du nichts, so pack dich wieder!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sankt Niklas, komm in unser Haus,&#10;leer deine großen Taschen aus,&#10;stell dein Esel auf den Mist,&#10;daß er Heu und Hafer frißt.&#10;Heu und Hafer frißt er nicht,&#10;Zuckerbrezel kriegt er nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sappho</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sappho/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sappho/</guid><description>&lt;p&gt;Sieh, all dein Öffnen an das Leben war&#10;ein Lieben und ein trunknes Hingegeben.&#10;O nimm den Bruder mit vor den Altar!&#10;Wie Götter sich die Früchte zueinander heben,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;so küsst ihr euch. Zu den Plejaden&#10;hinlacht die Seligkeit, die ihr beginnt.&#10;Nun lösen Kleider sich an den Gestaden,&#10;und Meer um schmale, weiße Brüste rinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hell perlend aus den kühlen Wellen&#10;steigt auf ein Singen: Liebeslieder!&#10;Und Düfte zart von euren Leibern quellen -&#10;o küsst, ihr Töchter, Sapphos schöne Glieder!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sappho an Eranna</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sappho-an-eranna/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sappho-an-eranna/</guid><description>&lt;p&gt;Unruh will ich über dich bringen,&#10;schwingen will ich dich, umrankter Stab.&#10;Wie das Sterben will ich dich durchdringen&#10;und dich weitergeben wie das Grab&#10;an das Alles: allen diesen Dingen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schabernack</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schabernack/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schabernack/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich in die Stube geh&#10;Und den Rumpumpel seh,&#10;Tanzen wir zwei&#10;Ringeldireih,&#10;Lachen wir,&#10;Machen wir,&#10;Schabernack,&#10;Huckepack!&#10;Kätzchen spielt den Dudelsack,&#10;Macht Rumpumpel Hottehüh&#10;Nach der alten Melodie:&#10;Miau, miau,&#10;Dem Kater seine Frau,&#10;Dem Kater seine grisegrimme&#10;gritzegraue Frau!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schäfers Klage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schaefers-klage/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schaefers-klage/</guid><description>&lt;p&gt;Wie wird mir nun geschehen,&#10;Da ich dich lassen muß,&#10;Und dich nicht mehr soll sehen?&#10;Ach, bittrer Scheidegruß!&#10;Du reißest dich von mir,&#10;O Hirtin, meine Zier!&#10;Ich möcht′ in Angst vergehen –&#10;Der Tod mich trennt von dir!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr Gräslein, helft mir klagen,&#10;Ihr Wäslein allzumal,&#10;Die ihr sie oft getragen&#10;Hier in dem Pegnitzthal.&#10;Ihr seht mich jetzt allein&#10;Und traurig treten ein.&#10;Mich dünkt, ich hör′ euch fragen:&#10;Wo mag die Seine sein?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schäfers Klagelied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schaefers-klagelied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schaefers-klagelied/</guid><description>&lt;p&gt;Da droben auf jenem Berge,&#10;Da steh′ ich tausendmal&#10;An meinem Stabe gebogen&#10;Und schaue hinab in das Tal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann folg′ ich der weidenden Herde,&#10;Mein Hündchen bewahret mir sie.&#10;Ich bin herunter gekommen&#10;Und weiß doch selber nicht wie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da stehet von schönen Blumen&#10;Die ganze Wiese so voll.&#10;Ich breche sie, ohne zu wissen,&#10;Wem ich sie geben soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und Regen, Sturm und Gewitter&#10;Verpaß′ ich unter dem Baum.&#10;Die Türe dort bleibet verschlossen&#10;Doch alles ist leider ein Traum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Scharade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/scharade/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/scharade/</guid><description>&lt;p&gt;Der Silb entströmen Wein und Lieder,&#10;Und was du einsam denkst macht sie bekannt,&#10;Oft geht sie mit dem Zwang auch Hand in Hand,&#10;Schlägt selbst in Fesseln deine freien Glieder:&#10;Doch gibt das Paar dir Hoffnung wieder,&#10;Sein Feueratem weht von Land zu Land,&#10;Sprengt deines Kerkers festgetürmte Wand,&#10;Wirft deine Häscher, deine Fesseln nieder.&#10;Scheint mit sich nimmer zu vertragen,&#10;So ist doch ein hohes Wort,&#10;Woran man nur den Widerspruch getadelt;&#10;Doch hat sein Widerspruch manch großen Geist geadelt,&#10;Fürwahr! es starb des letzter Hort,&#10;Wär es gestorben jüngst in unsern Tagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schaumgeboren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schaumgeboren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schaumgeboren/</guid><description>&lt;p&gt;Flocken&#10;Und Locken&#10;Korallen&#10;Und Lallen,&#10;Spritzendes Tuscheln&#10;In errötende Muscheln,&#10;Rosenschein&#10;Tief in die wogende Wiege hinein.&#10;Und das Meer ganz von Sinnen&#10;Weiß nicht, was vor lauter Jauchzen beginnen&#10;&amp;ldquo;Ich bin da, ich bin da!&amp;rdquo;&#10;Bittende Wellen&#10;Langen und schwellen&#10;&amp;ldquo;Ich bin da, ich bin da!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schaut, welch ein Wunder stellt sich dar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schaut-welch-ein-wunder-stellt-sich-dar/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schaut-welch-ein-wunder-stellt-sich-dar/</guid><description>&lt;p&gt;Schaut, welch ein Wunder stellt sich dar!&#10;die schwarze Nacht wird hell und klar;&#10;ein großes Licht bricht dort herein,&#10;ihm weichet aller Sterne Schein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es ist ein rechtes Wunderlicht&#10;und gar die alte Sonne nicht,&#10;weils wider die Natur die Nacht&#10;zu einem hellen Tage macht.&#10;O schauet hin! Des Himmels Heer,&#10;das bringt uns jetzt die Freudenmär,&#10;wie sich nunmehr hab eingestellt&#10;zu Bethlehem das Heil der Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Scheintod</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/scheintod/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/scheintod/</guid><description>&lt;p&gt;Weint, Mädchen, hier bei Amors Grabe! hier&#10;Sank er von nichts, von Ungefähr danieder.&#10;Doch ist er wirklich tot? Ich schwöre nicht dafür:&#10;Ein Nichts, ein Ungefähr erweckt ihn öfters wieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schertz-gedichte an Leonoren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schertz-gedichte-an-leonoren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schertz-gedichte-an-leonoren/</guid><description>&lt;p&gt;So offt ich euch beschau/ ihr angenehme plintzen/&#10;So offt wird auch das hertz in meiner brust bewegt/&#10;Dann unser Friederich ist auff den silber-müntzen&#10;So deutlich nicht als wir in euren teig gepregt.&#10;Eur erster ursprung kömmt durch weitzen aus der erden/&#10;Wer weiß nicht/ daß wir auch von dieser mutter seyn?&#10;Ihr müßt/ so bald ihr reiff/ in stroh gebunden werden/&#10;Uns schleußt man augenblicks in feste windeln ein.&#10;Die bauren dreschen euch/ uns aber die tyrannen/&#10;Die in den schulen uns das hintertheil besehn:&#10;Denn was der hencker nicht durch bauren weiß zu bannen/&#10;Muß dennoch in der welt durch einen fuchs geschehn.&#10;Das ist der erste tantz/ den uns die feinde spielen.&#10;Wann euch der flegel nun den buckel abgeklopfft/&#10;So schicket man alsdann die körner in die mühlen/&#10;Und endlich wird das mehl in einen sack gestopfft.&#10;So, wann die Herren uns die hülsen abgetreten/&#10;Und wir den Calepin biß auff den band verstehn/&#10;So sehn wir allererst auff Universitäten/&#10;Daß weißheit und verstand auch durch die mühle gehn.&#10;Dann was wir vor gelernt/ wird alles umbgekehret/&#10;Man dränget die vernunfft in enge kercker ein/&#10;Biß der gelehrte stein den groben rest verzehret/&#10;Und unsre reden kern/ die sitten tugend seyn.&#10;Dann strotzt man wie ein sack vor lauter phantaseyen/&#10;Man zeigt von aussen schon/ was man verborgen trägt/&#10;Und beyde dencken nicht/ indem wir uns erfreuen/&#10;Was zeit und schicksal uns für martern aufferlegt.&#10;Inzwischen fallet ihr den weibern in die hände/&#10;Die rühren euch mit milch und weichen eyern ein:&#10;Dann setzen sie den teig auff kohlen und auff brände/&#10;Und lassen ihn zur lust mit zucker überstreun.&#10;Wir aber müssen uns bey hofe lassen scheren/&#10;Und werden durch die milch der hoffnung zubereit.&#10;Die flammen sind der gram/ durch den wir uns verzehren/&#10;Der zucker aber ist die süsse dienstbarkeit.&#10;Und nunmehr fangen wir dem wetter an zu trauen/&#10;Es scheint/ daß beyde nun ein neuer stern beglückt.&#10;Doch eh die menschen euch/ und wir die welt beschauen/&#10;So werdet ihr in bauch/ und wir ins grab geschickt.&#10;Dann euch verschlinget man schon öffters bey dem tiegel/&#10;Wir sterben, eh uns noch die sonne recht bestrahlt.&#10;Und also sehen wir uns wie in einem spiegel/&#10;Ihr findet euch in uns/ wir uns in euch gemahlt.&#10;Doch eines wird und soll mich biß in tod verdriessen/&#10;Daß man euch in den leib/ uns in den sand begräbt/&#10;Daß euch die jungfern gar in ihre brust verschliessen/&#10;Und unser name kaum auff ihren lippen schwebt.&#10;Fürwahr/ ich wolte mich weit besser in sie schicken/&#10;(Ach daß ich ärmster doch nicht eine plintze bin!)&#10;Dann dürfft ich erstlich nur biß in den magen rücken/&#10;So käm ich mit der zeit auch wohl zum hertzen hin.&#10;Was händel wolt ich da nicht Leonoren machen?&#10;Jedoch ich irre mich. Der platz ist schon besetzt.&#10;Hier muß ein Gelidor den rosenstock bewachen/&#10;Mich hat der himmel nur der dornen werth geschätzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schiffahrt des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schiffahrt-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schiffahrt-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Wir irren auf der See der Welt,&#10;Weil eine Flut die andre schwellt,&#10;Kein Vorgebirg erscheint zur Rechten noch zur Linken;&#10;Wir sein der Wellen Gaukelspiel,&#10;Süd, Ost, Nord, West gilt uns gleichviel,&#10;Weil wir den Hafen nur erreichen, wenn wir sincken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schiffers Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schiffers-abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schiffers-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Hier stehn wir unterm Apfelbaum,&#10;Hier will ich von dir scheiden,&#10;Hier träumte ich so manchen Traum,&#10;Hier trägt sich auch ein Leiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier sah ich dich zum erstenmal,&#10;In winterlicher Öde!&#10;Wie war der Baum so nackt und kahl,&#10;Wie warst du kalt und spröde!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch bald ergrünte Zweig nach Zweig,&#10;Und alle Knospen trieben.&#10;Da sprang dein Herz, den Knospen gleich,&#10;Da fingst du an, zu lieben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ist er jetzt von Blüten voll!&#10;Wie wird er reichlich tragen!&#10;Doch, wer ihn für dich schütteln soll,&#10;Das wüßt′ ich nicht zu sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schilflieder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schilflieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schilflieder/</guid><description>&lt;p&gt;1&#10;Drüben geht die Sonnen scheiden,&#10;Und der müde Tag entschlief.&#10;Niederhangen hier die Weiden&#10;In den Teich,so still, so tief.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich muß mein Liebstes meiden:&#10;Quill, o Träne, quill hervor!&#10;Traurig säuseln hier die Weiden,&#10;Und im Winde bebt das Rohr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In mein stilles, tiefes Leiden&#10;Strahlst du, Ferne! hell und mild,&#10;Wie durch Binsen hier und Weiden&#10;Strahlt des Abendsternes Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&#10;Trübe wird′s, die Wolken jagen,&#10;Und der Regen niederbricht,&#10;Und die lauten Winde klagen:&#10;&amp;ldquo;Teich, wo ist dein Sternenlicht?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schill</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schill/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schill/</guid><description>&lt;ol start="1809"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Klaget nicht, daß ich gefallen,&#10;Lasset mich hinüberziehn,&#10;Zu der Väter Wolkenhallen,&#10;Wo die ew′gen Freuden blühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur der Freiheit galt mein Streben,&#10;In der Freiheit leb′ ich nun;&#10;Und vollendet ist mein Leben&#10;Und ich wag′ es auszuruhn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süße Lehnspflicht, Mannestreue,&#10;Alter Zeiten sich′res Licht,&#10;Tauscht′ ich nimmer um das Neue,&#10;Um die welsche Lehre nicht,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber jenen Damm zerbrochen&#10;Hat der Feind, der uns bedräut,&#10;Und ein kühnes Wort gesprochen&#10;Hat die riesenhafte Zeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlachtfeld von Tagliacozzo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtfeld-von-tagliacozzo/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlachtfeld-von-tagliacozzo/</guid><description>&lt;p&gt;Thal der Imele, dich grüß′ ich! In deinen weiten Gefilden&#10;Sank im verzweifelten Kampf unser Heroengeschlecht&#10;Drum verehr′ ich dich auch, du bist schön, doch gefielst du mir besser,&#10;Hätte Conradin hier, hätte der Deutsche gesiegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf/</guid><description>&lt;p&gt;Es sitzt der Schlaf am Zoll, hat einen guten Handel,&#10;Sein ist der halbe Theil von unsrem gantzen Wandel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlaf’, müde Seele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf-muede-seele/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf-muede-seele/</guid><description>&lt;p&gt;Schlaf’, müde Seele,&#10;daß nichts dich mehr quäle!&#10;schlaf und vergiß&#10;deines Tagewerks Last!&#10;schlaf und vergiß,&#10;wie viel du auch heute&#10;an Lieb und Freude verloren hast,&#10;wie viel es wieder dir&#10;Rosen zerriß &amp;hellip;&#10;schlaf, müde Seele,&#10;schlaf und vergiß!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was dir zerrann&#10;an Glauben und Glück,&#10;in seligem Traum&#10;träum es zurück! &amp;hellip;&#10;Ob die Welt dich auch verdamme,&#10;deiner Sehnsucht heilige Flamme&#10;zwingt die Nacht, durch die du wanderst,&#10;zwingt die Furcht, die dich umdroht,&#10;lodert auf zu frühlingslichtem&#10;ostergoldenem Morgenrot!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlaf′ wohl du Himmelsknabe du</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf-wohl-du-himmelsknabe-du/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaf-wohl-du-himmelsknabe-du/</guid><description>&lt;p&gt;Schlaf′ wohl du Himmelsknabe du,&#10;Schlaf′ wohl du süßes Kind;&#10;Dich fächeln Engelein in Ruh,&#10;Mit sanftem Himmelswind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir arme Hirten singen dir&#10;Ein herzlich Wiegenliedlein für,&#10;Schlafe, Himmelskindlein,&#10;Schlafe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlaflos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaflos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaflos/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Träumen in Ängsten bin ich erwacht;&#10;Was singt doch die Lerche so tief in der Nacht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tag ist gegangen, der Morgen ist fern,&#10;Aufs Kissen hernieder scheinen die Stern'.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und immer hör ich den Lerchengesang;&#10;O Stimme des Tages, mein Herz ist bang.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schläft ein Lied in allen Dingen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaeft-ein-lied-in-allen-dingen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlaeft-ein-lied-in-allen-dingen/</guid><description>&lt;p&gt;Schläft ein Lied in allen Dingen&#10;die da träumen fort und fort,&#10;und die Welt hebt an zu singen,&#10;triffst du nur das Zauberwort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schließe mir die Augen beide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schliesse-mir-die-augen-beide/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schliesse-mir-die-augen-beide/</guid><description>&lt;p&gt;Schließe mir die Augen beide&#10;Mit den lieben Händen zu!&#10;Geht doch alles, was ich leide,&#10;Unter deiner Hand zur Ruh.&#10;Und wie leise sich der Schmerz&#10;Well&amp;rsquo; um Welle schlafen leget,&#10;Wie der letzte Schlag sich reget,&#10;Füllest du mein ganzes Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlimme Geschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlimme-geschichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlimme-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Im Stall unser Schäfchen - bäht,&#10;Im Hof unser Hähnchen kräht,&#10;Und der Karo an der Kette&#10;Bellt mit Spitzen um die Wette&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf′m Dach unser Kätzchen - maut,&#10;Und im Ententeich die Frösche, alle Frösche quaken laut:&#10;Kinder, denkt euch den Schreck:&#10;Unserm kleinen Wackelbein sein linker Schuh ist weg!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlimme Wahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlimme-wahl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlimme-wahl/</guid><description>&lt;p&gt;Du sahst die Fei ihr goldnes Haar sich strählen,&#10;Wenn morgens früh noch alle Wälder schweigen,&#10;Gar viele da im Felsgrund sich versteigen,&#10;Und weiß doch keiner, wen sie wird erwählen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von einer andern Dam′ hört ich erzählen&#10;Im platten Land, die Bauern rings dir zeigen&#10;Ihr Schloß, Park, Weiler - alles ist dein eigen,&#10;Freist du das Weib - wer möcht im Wald sich quälen !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie werden dich auf einen Phaeton heben,&#10;Das Hochzeitscarmen tönt, es blinkt die Flasche,&#10;Weitrauschend hinterdrein viel vornehm Wesen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schlosslegende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schlosslegende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schlosslegende/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Berlin im alten Schlosse&#10;sehen wir aus Stein gemetzt&#10;wie ein Weib mit einem Rosse&#10;sodomitisch sich ergetzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es heißt, dass jene Dame&#10;die erlauchte Mutter ward&#10;unseres Fürstenstamms - Der Same&#10;schlug fürwahr nicht aus der Art.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, sie hatten alle wenig&#10;von der menschlichen Natur,&#10;und an jedem Preussen-König&#10;merkte man die Pferdespur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stets brutal zugleich und blöde,&#10;Stallgedanken, jammervoll,&#10;eine Gewieher ihre Rede&#10;eine Bestie jeder Zoll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schmerz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schmerz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schmerz/</guid><description>&lt;p&gt;Vergeben ? Ich ? Dir ?&#10;Längst.&#10;Ich tat′s, noch eh ich′s wusste.&#10;Aber vergessen ? Vergessen ? . . . Ach, wenn ich′s könnte !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oft,&#10;mitten im hellsten Sonnenschein,&#10;wenn ich fröhlich bin und &amp;ldquo;an nichts denke&amp;rdquo;,&#10;plötzlich,&#10;da,&#10;grau hockt es vor mir,&#10;&amp;hellip; wie eine Kröte !&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und alles, alles scheint mir wieder schal. Schal und trostlos.&#10;Das ganze Leben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich bin traurig. Traurig über dich . . . und mich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schnee-Masken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schnee-masken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schnee-masken/</guid><description>&lt;p&gt;Es hat der Schnee über Nacht&#10;Meine Totenmaske gemacht&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiß war das Lachen des Schnees&#10;Und meinen Schatten verwandelt&#10;Er in ein Fastnachtsgewand&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Sturm von goldenen Triangeln&#10;Hat plötzlich die tönende Stadt&#10;Gehoben aus all ihren Angeln&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im tausendjährigen Licht&#10;Wurden die Türme der Zeit&#10;Von ihren Ankern befreit&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Schnee hat über Nacht&#10;Mein Traumgesicht wahrgemacht&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schneeschmelze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schneeschmelze/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schneeschmelze/</guid><description>&lt;p&gt;Nun muss der Schnee vom Haupt der Berge steigen:&#10;die Sonne giebt ihm länger keine Ruh.&#10;Sie will dir ihre neuen Wunder zeigen,&#10;den Blüthenschnee, verstreut auf allen Zweigen –&#10;das Haupt vor solcher frohen Fülle neigen&#10;musst nun auch du.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon dampft es von den Höhn zu höchsten Hallen:&#10;ein Zauber überwebt das tiefe Blau.&#10;Es formt sich überm See zu Riesenballen,&#10;nicht lange mehr, da hörst du Donner schallen&#10;und Segensströme auf den Frühling fallen&#10;aus Wolkengrau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schnell nieder mit der alten Welt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schnell-nieder-mit-der-alten-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schnell-nieder-mit-der-alten-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Schnell nieder mit der alten Welt,&#10;Die neue zu erbauen.&#10;Der, dem die Liebe sich gesellt,&#10;Darf nicht nach Trümmern schauen.&#10;Aus Kraft und nicht aus Reue dringt,&#10;Was die Vergangenheit verschlingt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schönheit dieser Welt vergehet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoenheit-dieser-welt-vergehet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoenheit-dieser-welt-vergehet/</guid><description>&lt;p&gt;Schönheit dieser Welt vergehet,&#10;Wie ein Wind, der niemals stehet,&#10;Wie die Blume, so kaum blüht,&#10;Und auch schon zur Erden sieht,&#10;Wie die Welle, die erst kimmt&#10;Und den Weg bald weiter nimmt.&#10;Was für Urteil soll ich fällen?&#10;Welt ist Wind, ist Blum und Wellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schöpfung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schoepfung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schoepfung/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Irgendwo zerbrach die Himmelsschale,&#10;Und die Sonne, wie verwundet,&#10;Flatterte, Gold und Lava blutend,&#10;Um die aufgerissene Erde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rosa Meere&#10;Leuchteten im Frühling ihrer Wellen,&#10;Rauschende Palmen stiegen,&#10;An den Korallen reiften&#10;Die Sternenfrüchte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Irgendwo erbebte ein Gebirg&#10;Bis in seine starren Gletscher,&#10;Und der erste Tropfen, der sich löste,&#10;Eine Träne zu Tal,&#10;War das erste Lächeln Gottes.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sprühender Dreizack,&#10;Brach das Wort aus stummem Ozean;&#10;Dunkel schillerte der Grund der Erde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schrei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schrei/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schrei/</guid><description>&lt;p&gt;Tage sargen&#10;Welten gräbern&#10;Nächte ragen&#10;Blute bäumen&#10;Wehe raumen alle Räume&#10;Würgen&#10;Schwingen&#10;Und&#10;Zerschwingen&#10;Schwingen&#10;Würgen&#10;Und&#10;Zerwürgen&#10;Stürmen&#10;Strömen&#10;Wirbeln&#10;Ballen&#10;Knäueln&#10;Wehe Wehe&#10;Wehe&#10;Wehen&#10;Nichtall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schulmanns Schauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schulmanns-schauer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schulmanns-schauer/</guid><description>&lt;p&gt;Neulich in warmem Gespräch mit einem gediegenen Schulmann&#10;Brach in Klagen ich aus über die traurige Zeit.&#10;Hetze nach Geld und Genuß und Betrug und Wucher und Fälschung&#10;Sind ja, rief ich, fürwahr unter dem Monde nicht neu;&#10;Dieß aber, dieß ist neu, daß, wenn man von Ehre und Pflicht noch,&#10;Von Gewissen noch spricht, höhnisches Grinsen erfolgt;&#10;Daß man die Waaren fälscht, ist nicht das Aergste, die Wahrheit&#10;Wird entmischt und gefälscht von dem sophistischen Gift;&#10;Unter uns wanket der Grund, es wanken die ew&amp;rsquo;gen Gesetze,&#10;Die mit des Pfeilers Kraft tragen die sittliche Welt.&#10;Und der Biedre versetzt: bestätigen kann ich es leider,&#10;Wie man in jetziger Zeit ewige Regel vergißt:&#10;Schaudernd fand ich, und gar bei einem der besseren Schüler,&#10;Gestern im Hebdomadar ut mit dem Indikativ.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schulschlange</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schulschlange/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schulschlange/</guid><description>&lt;p&gt;Im Pausengange&#10;Paar auf Paar,&#10;Die Mädchenschar,&#10;Die umschlingen&#10;Mit bunten Ringen,&#10;Die zerdrücken&#10;Die starken Rücken&#10;Der Männer wird.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwärmerei der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwaermerei-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwaermerei-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Wo über Gräbern die Zypresse trauert,&#10;weilt oft, von trauriger Beruhigung&#10;und unbekannten Ahndungen durchschauert,&#10;mit nassem Auge die Erinnerung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und auf der Hoffnung sanft verklärten Wegen&#10;wallt der Verlassne in den Ätherhain&#10;der bessern Welt dem fernen Freund entgegen,&#10;und findet ihn in heil&amp;rsquo;gem Dämmerschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie glücklich der, dem jenes Auferstehens&#10;geweihte Hoffnung durch die Seele dringt!&#10;Wie glücklich, wenn der Traum des Wiedersehns&#10;um ihn den lichten Seraphsfittich schwingt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwärmerey</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwaermerey/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwaermerey/</guid><description>&lt;p&gt;Wirst du mir stets den Seraphsfittig leihen,&#10;du nektartrunkne, süße Schwärmerey?&#10;Du wirst es nicht. - Verglimmen und zerrinnen&#10;wird deine Gluth vor den getrübten Sinnen;&#10;dein Wahnsinn bleibt dem kühlern Blut nicht treu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dies Saitenspiel, das rings mit Harmonieen&#10;die ganze Erde magisch übergoß,&#10;verrauscht und schweigt; die Phantasie verblühet,&#10;der Lenz erbleicht, der Freude Gluth versprühet,&#10;- ein Einz′ges nur bleibt ewig wechsellos!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was nur allein des Zufalls Laune trotzet,&#10;die schöne Blüthe reiner Menschlichkeit,&#10;das uns allein zu freyen Wesen gründet,&#10;woran allein sich unsre Würde bindet,&#10;dies höchste Gut, es heißt - Selbstständigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwarze Katze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarze-katze/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarze-katze/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Gespenst ist noch wie eine Stelle,&#10;Dran dein Blick mit einem Klange stößt;&#10;Aber da, an diesem schwarzen Felle&#10;Wird dein stärkstes Schauen aufgelöst:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ein Tobender, wenn er in vollster&#10;Raserei ins Schwarze stampft,&#10;Jählings am benehmenden Gepolster&#10;Einer Zelle aufhört und verdampft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Blicke, die sie jemals trafen,&#10;Scheint sie also an sich zu verhehlen,&#10;Um darüber drohend und verdrossen&#10;Zuzuschauern und damit zu schlafen.&#10;Doch auf einmal kehrt sie, wie geweckt,&#10;Ihr Gesicht und mitten in das deine:&#10;Und da triffst du deinen Blick im geelen&#10;Amber ihrer runden Augensteine&#10;Unerwartet wieder: eingeschlossen&#10;Wie ein ausgestorbenes Insekt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwarze Visionen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarze-visionen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwarze-visionen/</guid><description>&lt;p&gt;An eine imaginäre Geliebte&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen&#10;In deinem weißen Tuch, ein Eremit,&#10;Und deine Locken, die in Nacht verwesen,&#10;Bedecken tief dein eingesunknes Lid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf deinen Lippen gruben sich die Male&#10;Der toten Küsse schon in Trichtern ein.&#10;Die ersten Würmer tanzen um das fahle&#10;Vom Grubenwasser bleiche Schläfenbein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Ärzte stechen lang sie die Pinzette&#10;Der Rüssel, die im Fleische Wurzel schlägt.&#10;Du jagst sie nicht von deinem Totenbette,&#10;Du bist verflucht, zu leiden unbewegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schweigen der Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigen-der-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigen-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nacht trägt gar ein stilles Kleid,&#10;Aber in seinen Falten wacht das Leid.&#10;Die Nacht ist voll Ruhe und wie ein Grab.&#10;Vor Dunkelheit sehn wir keine Klippen.&#10;Jetzt wirft einer sein Lächeln ab,&#10;Und sehnen Frauen mit durstigen Lippen.&#10;Jetzt entfällt meinen Kinderhänden das Ziel&#10;Jetzt schweigen alle - nur der Tod spricht viel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schweigend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schweigend/</guid><description>&lt;p&gt;Wir haben in seligen Nächten&#10;Blutsaumige Küsse getauscht,&#10;Wir haben in stöhnenden Wonnen&#10;Die hungernden Seelen berauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir liebten uns bis zur Erschöpfung&#10;Und liebten auch dann uns noch fort,&#10;Doch niemals entglitt unsren Lippen&#10;Ein einziges zärtliches Wort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schweizer und Landsknechte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schweizer-und-landsknechte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schweizer-und-landsknechte/</guid><description>&lt;p&gt;Im Rheintal gegen die Schweizer hielt der Landsknechte Schar,&#10;des Feindes fester Stellung nahmen sie ungern wahr;&#10;sie sah′n aus ihrem Lager mit Grimm die Höh′n hinauf,&#10;stolzierend in roten Wämsern, gestemmt die Faust am Knauf.&#10;Sie sangen, tanzten und trieben der argen Kurzweil viel,&#10;der Krug lag bei der Trommel und drauf das Würfelspiel.&#10;Sie kneiften in die Wangen und nahmen den Fingerring&#10;der jungen Dirne, die eilig vorbei am Lager ging.&#10;Vor Altmoos hielten ihrer zweitausend an der Zahl,&#10;die Eidgenossen sahen vom Berg herab ins Tal.&#10;Gescholten und vergolten ward mancher Schimpf und Hohn&#10;und manchem kecken Trotzwort ein Schuß dafür zum Lohn.&#10;Da fiel es eines Tages den guten Gesellen ein,&#10;sie wollten zur Hochzeit laden die Hirten auf dem Stein,&#10;sie hingen Brautgewande mit Fleiß um eine Kuh,&#10;sie banden ihr um die Klauen auch nette Schnabelschuh′,&#10;sie wanden um die Hörner ihr einen dicken Kranz&#10;und führten sie mit Bändern hervor als wie zum Tanz.&#10;Es stund die Kuh und brüllte zurück nach ihrem Haus,&#10;da lachten sie und sagten, sie stößt schon Seufzer aus.&#10;Nun wird wohl einer kommen und freien um die Maid,&#10;hei, wie sie prächtig schreitet in ihrem Schweizerkleid!&#10;Sie riefen zu den Hirten nach Altmoos in den Ort:&#10;Kommt doch herab zur Hochzeit, da sagten die: Aufs Wort!&#10;Sie packten ihre Kolben, der Spaß verdroß sie fast,&#10;und als es dunkel wurde, da kamen sie zu Gast.&#10;Sie brachen wie ein Waldstrom herab mit Sturmgetos,&#10;sie stürzten wie die Stiere auf ihre Feinde los.&#10;Sie rannten an und nahmen den Lagerwall im Lauf,&#10;noch eh′ in ihren Zelten die Landsknecht′ sprangen auf.&#10;Die schlugen wie die Bären um sich in ihrer Not,&#10;doch war von hellem Brande das Lager schon entloht.&#10;Da sank manch wackrer Landsknecht hin in den roten Klee,&#10;und die geflohn, ertranken im Rhein und Bodensee.&#10;Die Schweizer aber trieben das Kühlein mit nach Haus&#10;und sagten zueinander: Es war ein feiner Strauß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwere Wahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwere-wahl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwere-wahl/</guid><description>&lt;p&gt;Die Frauen hab&amp;rsquo; ich aufgegeben,&#10;&amp;rsquo;s ist ein betrügliches Geschlecht;&#10;Zwar läßt sich&amp;rsquo;s süß mit ihnen leben,&#10;Doch lieben muß man keine recht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und seit ich&amp;rsquo;s so mit ihnen halte,&#10;Sind sie mir mehr als je geneigt;&#10;Ich weiß gewiß, wär&amp;rsquo; ich der Alte,&#10;Sie hätten bald sich hart gezeigt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar freilich, wenn ich Eine fände,&#10;Wie sie mein Herz im Traume sieht,&#10;Wenn sie mir so vor Augen stände,&#10;Wie sie dem Geist vorüber zieht;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwester</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwester/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwester/</guid><description>&lt;p&gt;Immer sind die dunkeln Abenteuer&#10;Zwischen uns, wir können oft&#10;Keines der vielen blauen Worte finden,&#10;Die uns geschenkt sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann, wenn ich die schmalen Krystalle&#10;Meines weißen Traumes Dir bringe,&#10;Häufst Du rötliche Scheiter&#10;Und glühst ein Feuer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder ich möchte mit Abendwind&#10;Deine schmerzliche Lippe kühlen&#10;Und er kommt schwül von den Gärten&#10;Meiner Sehnsucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwester, immer sind die dunkeln Abenteuer&#10;Zwischen uns, wir können kaum&#10;Unter Schatten erkennen, wie sehr&#10;Wir uns lieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schwur und Glaube</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/schwur-und-glaube/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/schwur-und-glaube/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Kann je dies Herz dir untreu werden,&#10;&amp;ldquo;Das dich so zärtlich liebt, so heiss!&#10;&amp;ldquo;Dann Lindenblätter, fällt zur Erden,&#10;&amp;ldquo;Und du, geliebter Quell, wird Eis!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So raubten Siegmunds süsse Töne&#10;Einst einem Mädchen Glück und Ruh;&#10;Und künstlich heuchelt&amp;rsquo; er die Thräne&#10;Scheinbarer Redlichkeit hinzu:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass sie, getäuscht durch seine Blicke,&#10;Und überwältigt vom Gefühl,&#10;Nicht ahnend des Verräthers Tücke,&#10;Ihm sorglos in die Arme fiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kaum aber war sein Flehn erhöret,&#10;Und für die Treu, die er verhiess,&#10;Vom guten Kind&amp;rsquo; ihm Treu gewähret:&#10;Als er die Arme schon verliess.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seefahrers Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seefahrers-abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seefahrers-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Die du fliegst in hohen Lüften,&#10;Kleine Schwalbe, komm herab,&#10;Weil ich dir ein Wort im Stillen&#10;Unten zu vertrauen hab.&#10;Sollst mir eine Feder schenken&#10;Aus den schwarzen Flügeln dein,&#10;Will an meine Liebe schreiben:&#10;Herz, es muß geschieden sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Morgen fahr ich auf dem Meere,&#10;Wind und Woge weiß, wohin,&#10;Und es fragen mich die Freunde,&#10;Was ich doch so traurig bin.&#10;Aber Wind und Woge sprechen&#10;Viel von Unbeständigkeit,&#10;Und der Sklave singt zum Ruder:&#10;&amp;ldquo;Mächtig, mächtig ist die Zeit!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seefahrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seefahrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seefahrt/</guid><description>&lt;p&gt;Lange Tag&amp;rsquo; und Nächte stand mein Schiff befrachtet;&#10;Günstger Winde harrend, saß mit treuen Freunden,&#10;Mir Geduld und guten Mut erzechend,&#10;Ich im Hafen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sie waren doppelt ungeduldig:&#10;Gerne gönnen wir die schnellste Reise,&#10;Gern die hohe Fahrt dir; Güterfülle&#10;Wartet drüben in den Welten deiner,&#10;Wird Rückkehrendem in unsern Armen&#10;Lieb und Preis dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und am frühen Morgen wards Getümmel,&#10;Und dem Schlaf entjauchzt uns der Matrose,&#10;Alles wimmelt, alles lebet, webet,&#10;Mit dem ersten Segenshauch zu schiffen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seejungfräulein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seejungfraeulein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seejungfraeulein/</guid><description>&lt;p&gt;Sterben zu müssen&amp;hellip;&#10;Zu Schaum auf den Wogen zergehn!&#10;Ach! Schon bleichen die Sterne&amp;hellip;&#10;Wenn der Sonne erster&#10;Roter Strahl&#10;Fällt auf das gleitende Schiff,&#10;Sink′ ich hinab! Und nimmer&#10;Schaue Ihn ich wieder, um den&#10;Vor stummen Sehnen mein Herz vergeht,&#10;- Der friedlich lächelnd&#10;Schlafend ruht.&#10;An der Seite - die Königsbraut&amp;hellip;&#10;Sterben zu müssen! -&#10;Wenn Menschen sterben,&#10;Fliegt ihre Seele&#10;In ferne himmlische Lande, -&#10;In′s schimmernde Paradies!&#10;Doch ich -&#10;Arme, kleine&#10;Seejungfrau -&#10;Kann nimmer dahin! Auf den Wogen&#10;Muß treiben als toter Schaum!&#10;Nun schweben schon&#10;In klarer Höh′&#10;Rosige Morgenwölkchen,&#10;Klagende Stimmen&#10;Säuseln und weh′n,&#10;Wehen über das Meer! -&#10;Wie lange hört′ ich sie nicht? -&#10;Ist′s der Geschwister&#10;Schwimmende Schaar?&#10;So traurig klingt ihre Klage! -&#10;So sangen sie mir&#10;Vor alter Zeit:&#10;Meiden sollt′ ich die Menschen!&#10;Sangen mir Weisen&#10;Seltsam und süß,&#10;Von Menschen-Glück&#10;Und von Menschen-Weh,&#10;Von fernen Wundern&#10;Im Paradies!&#10;Und wie wir - nimmer sie schauten!&#10;&amp;hellip; Nur wenn ein Mensch vor Lieb′ und Lust&#10;Zöge bebend mich an die Brust,&#10;Und seine Seele in mich flösse,&#10;Die ew′ge Lieb′ in mich ergösse,&#10;Daß jäh, wie Schwertes scharfe Schneid′,&#10;Durchzuckt mich Menschen-Lust und -Leid, -&#10;Nur dann, - nur dann -&#10;Gewänn′ ich das Paradies!&#10;Nur wenn ein Mensch mich liebt′&#10;- und nie verließ&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seele des Lebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seele-des-lebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seele-des-lebens/</guid><description>&lt;p&gt;Verfall, der weich das Laub umdüstert,&#10;Es wohnt im Wald sein weites Schweigen.&#10;Bald scheint ein Dorf sich geisterhaft zu neigen.&#10;Der Schwester Mund in schwarzen Zweigen flüstert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Einsame wird bald entgleiten,&#10;Vielleicht ein Hirt auf dunklen Pfaden.&#10;Ein Tier tritt leise aus den Baumarkaden,&#10;Indes die Lider sich vor Gottheit weiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der blaue Fluß rinnt schön hinunter,&#10;Gewölke sich am Abend zeigen;&#10;Die Seele auch in engelhaftem Schweigen.&#10;Vergängliche Gebilde gehen unter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seele und Geist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seele-und-geist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seele-und-geist/</guid><description>&lt;p&gt;Ist′s edler, hinzugeben&#10;Die Seele einem großen Leid,&#10;Oder, sich stark zu erheben&#10;Ins grausam siegende Leben&#10;Mit harter Männlichkeit?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von allen unsern Fragen&#10;Mag keine schwer wie diese sein!&#10;Der Geist will nie verzagen -&#10;Die Seele will fühlen und klagen,&#10;Ausschöpfend jede Pein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und hat dem Bann sich entrissen&#10;Der Feurige zu neuem Glück,&#10;Muß er die Seele missen -&#10;Die blieb in Finsternissen&#10;Bei ihren Toten zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seemuscheln</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seemuscheln/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seemuscheln/</guid><description>&lt;p&gt;Ich komme her vom Meeresstrand,&#10;Da fand ich Blümlein allerhand:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ohne Pfleg&amp;rsquo; und Sonnenschein&#10;Im weißen Sande gut gedeih&amp;rsquo;n,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die nicht im Reif und Schnee vergehn,&#10;Vor Regenguss und Sturm bestehn,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, die da blühn das ganze Jahr&#10;Am Strande schön und wunderbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Hast du dabei an mich gedacht&#10;Und mir ein Blümlein mitgebracht?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe wohl an dich gedacht&#10;Und dir manch Blümlein mitgebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nimm diese Muscheln gelb und grau&#10;Und rosenroth und himmelblau.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Segen eines Bischoffs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/segen-eines-bischoffs/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/segen-eines-bischoffs/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Bauer nam den Hutt nicht ab,&#10;Als man dem Volck den Segen gab;&#10;Wie nun der Bischoff dieses schaute,&#10;Und mit der Kirchenbuss′ ihm draute,&#10;So sagt′ er: Ist der Segen gutt,&#10;So geht er woll durch meinen Hutt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht nach dem Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-dem-winter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-dem-winter/</guid><description>&lt;p&gt;Die Stürme befahren die Luft, verhüllen den Himmel in Wolken,&#10;Und jagen donnernde Ströme durchs Land;&#10;Die Wälder stehen entblösst: das Laub der geselligen Linde&#10;Wird weit umher in die Thäler geführt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Weinstock, ein dürres Gesträuch – – Was klag&amp;rsquo; ich den göttlichen Weinstock?&#10;Auf! Freunde, trinket sein schäumendes Blut,&#10;Und lasst den Autumnus entfliehn mit ausgeleeretem Füllhorn,&#10;Und ruft den Winter im Tannenkranz her.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er deckt den donnernden Strom mit diamantenem Schilde,&#10;Der alle Pfeile der Sonne verhöhnt,&#10;Und füllt mit Blüthe den Wald, dass alle Thiere sich wundern,&#10;Und säet Lilien über das Thal.&#10;Dann zittern die Bräute nicht mehr in wankender Gondel; sie fliegen&#10;Beherzt auf gleitenden Wagen dahin:&#10;Der Liebling wärmet sich falsch im Hermeline der Nymphe,&#10;Die Nymphe lächelt, und wehret ihm falsch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sehnsucht nach der Waldgegend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-der-waldgegend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sehnsucht-nach-der-waldgegend/</guid><description>&lt;p&gt;Wär′ ich nie aus euch gegangen,&#10;Wälder, hehr und wunderbar!&#10;Hieltet liebend mich umfangen&#10;Doch so lange, lange Jahr′.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo in euren Dämmerungen&#10;Vogelsang und Silberquell,&#10;Ist auch manches Lied entsprungen&#10;Meinem Busen, frisch und hell.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Euer Wogen, euer Hallen,&#10;Euer Säuseln nimmer müd′,&#10;Eure Melodien alle&#10;Weckten in der Brust das Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier in diesen weiten Triften&#10;Ist mir alles öd′ und stumm,&#10;Und ich schau′ in blauen Lüften&#10;Mich nach Wolkenbildern um&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sei einsam, treibt dich dein Gemüth</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sei-einsam-treibt-dich-dein-gemueth/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sei-einsam-treibt-dich-dein-gemueth/</guid><description>&lt;p&gt;Sei einsam, treibt dich dein Gemüth&#10;Dich selber zu bezwingen!&#10;Sei einsam, wenn dein Herz erglüht&#10;Ein höchstes zu vollbringen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch einsam fliehn aus der argen Welt&#10;Weil du dich dünkst gerechter,&#10;Nur deinem lieben Selbst gesellt,&#10;Das macht dich alle Tag schlechter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sei mir tausendmal gegrüßet</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sei-mir-tausendmal-gegruesset/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sei-mir-tausendmal-gegruesset/</guid><description>&lt;p&gt;Sei mir tausendmal gegrüßet,&#10;der mich je und je geliebt,&#10;Jesus, der du selbst gebüßet&#10;das, womit ich dich betrübt;&#10;ach, wie ist mir doch so wohl,&#10;wenn ich knien und liegen soll&#10;an dem Kreuze, da du stirbest&#10;und um meine Seele wirbest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heile mich, o Heil der Seelen,&#10;der ich krank und traurig bin;&#10;nimm die Schmerzen, die mich quälen,&#10;und den ganzen Schaden hin,&#10;den mir Adams Fall gebracht,&#10;und ich selber mir gemacht;&#10;wird, o Arzt, dein Blut mich netzen,&#10;wird sich all mein Jammer setzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sein Heil und Gnaden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sein-heil-und-gnaden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sein-heil-und-gnaden/</guid><description>&lt;p&gt;Sein Heil und Gnaden,&#10;die nehmen nicht Schaden,&#10;heilen im Herzen&#10;die tödlichen Schmerzen,&#10;halten uns zeitlich&#10;und ewig gesund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sein und Werden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sein-und-werden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sein-und-werden/</guid><description>&lt;p&gt;Jeder möchte etwas sein,&#10;aber keiner möchte etwas werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Seine Schwartze</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/seine-schwartze/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/seine-schwartze/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr schwartzen Augen ihr / und du auch / schwartzes Haar /&#10;nehmt hin von meiner Hand / nehmt hin / was ich euch sende /&#10;durch was ich meine Schuld ein wenig nur verpfände /&#10;das dürstet und noch nach eurer Blicke Schaar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwartz lieb ich auf der Welt. Schwartz will ich immerdar.&#10;Schwartz ist mein Ruhestab der fast zu müden Hände /&#10;schwartz ist der beste Glantz. Schwartz macht / daß ich mich&#10;zum schwartzen Angesicht / zum schwartzen Augen-Klar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstbildnis aus dem Jahre 1906</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstbildnis-aus-dem-jahre-1906/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstbildnis-aus-dem-jahre-1906/</guid><description>&lt;p&gt;Des alten lange adligen Geschlechtes&#10;Feststehendes im Augenbogenbau.&#10;Im Blicke noch der Kindheit Angst und Blau&#10;und Demut da und dort, nicht eines Knechtes&#10;doch eines Dienenden und einer Frau.&#10;Der Mund als Mund gemacht, groß und genau,&#10;nicht überredend, aber ein Gerechtes&#10;Aussagendes. Die Stirne ohne Schlechtes&#10;und gern im Schatten stiller Niederschau.&#10;Das, als Zusammenhang, erst nur geahnt;&#10;noch nie im Leiden oder im Gelingen&#10;zusammengefaßt zu dauerndem Durchdringen,&#10;doch so, als wäre mit zerstreuten Dingen&#10;von fern ein Ernstes, Wirkliches geplant.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstgefuehl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstgefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Fehlt es an wahrem Selbstgefühl,&#10;Da dient der Stolz als hohler Pfühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wem wird viel an Triumphen liegen?&#10;Dem, der die Kraft nicht hat zu Siegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uebermuth und Sklavensinn,&#10;Die sind in Einer Schachtel drin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstgeständnis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstgestaendnis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstgestaendnis/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin meiner Mutter einzig Kind,&#10;Und weil die andern ausblieben sind&#10;- Was weiß ich wieviel, die sechs oder sieben, -&#10;Ist eben alles an mir hängen blieben;&#10;Ich hab müssen die Liebe, die Treue, die Güte&#10;Für ein ganz halb Dutzend allein aufessen,&#10;Ich wills mein Lebtag nicht vergessen.&#10;Es hätte mir aber noch wohl mögen frommen,&#10;Hätt ich nur auch Schläg für Sechse bekommen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstgeworfnes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstgeworfnes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstgeworfnes/</guid><description>&lt;p&gt;Solang du Selbstgeworfnes fängst, ist alles&#10;Geschicklichkeit und läßlicher Gewinn -;&#10;erst wenn du plötzlich Fänger wirst des Balles,&#10;den eine ewige Mitspielerin&#10;dir zuwarf, deiner Mitte, in genau&#10;gekonntem Schwung, in einem jener Bögen&#10;aus Gottes großem Brücken-Bau:&#10;erst dann ist Fangen-Können ein Vermögen, -&#10;nicht deines, einer Welt. Und wenn du gar&#10;zurückzuwerfen Kraft und Mut besäßest,&#10;nein, wunderbarer: Mut und Kraft vergäßest&#10;und schon geworfen hättest &amp;hellip;..(wie das Jahr&#10;die Vögel wirft, die Wandervogelschwärme,&#10;die eine ältre einer jungen Wärme&#10;hinüberschleudert über Meere -) erst&#10;in diesem Wagnis spielst du gültig mit.&#10;Erleichterst dir den Wurf nicht mehr; erschwerst&#10;dir ihn nicht mehr. Aus deinen Händen tritt&#10;das Meteor und rast in seine Räume&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstmord</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstmord/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstmord/</guid><description>&lt;p&gt;Wilde Fratzen schneidet der Mond in den Sumpf.&#10;Es kreisen alle Welten dumpf;&#10;hätt ich erst diese überstanden!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Herz, ein Skarabäenstein;&#10;blüht bunter Mai aus meinem Gebein&#10;und Meere rauschen durch Guirlanden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollt, ich wär eine Katze geworden;&#10;der Kater schleicht sie lustzumorden&#10;im vollmondblutenden Abendschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie die Nacht voll grausamer Sehnsucht keimt -&#10;sie hat in mir oft zart geträumt&#10;und ist entstellt zur Fratze.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Tod selbst fürchtet sich zu zwein&#10;und kriecht in seinen Erdenschrein,&#10;- aber ich pack ihn mit meiner Tatze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Selbstzucht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstzucht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/selbstzucht/</guid><description>&lt;p&gt;Mensch, du sollst dich selbst erziehen.&#10;Und das wird dir mancher deuten:&#10;Mensch, du mußt dir selbst entfliehen.&#10;Hüte dich vor diesen Leuten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rechne ab mit den Gewalten&#10;in dir, um dich. Sie ergeben&#10;zweierlei: wirst Du das Leben,&#10;wird das Leben dich gestalten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mancher hat sich selbst erzogen;&#10;hat er auch ein Selbst gezüchtet?&#10;Noch hat Keiner Gott erflogen,&#10;der vor Gottes Teufeln flüchtet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Senna Hoy</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/senna-hoy/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/senna-hoy/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du sprichst,&#10;wacht mein buntes Herz auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Vögel üben sich&#10;auf deinen Lippen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immerblau streut deine Stimme&#10;über den Weg;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo du erzählst, wird Himmel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Worte sind aus Lied geformt,&#10;ich traure, wenn du schweigst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Singen hängt überall an dir -&#10;wie du wohl träumen magst?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>September-Sonette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/september-sonette/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/september-sonette/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Vom Tage nährt sich schon die Nacht verstohlen;&#10;schlaflose Stürme laufen in den Gärten&#10;und holen mich auf ihre blassen Fährten.&#10;Ich binde mir die Flügel an die Sohlen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und bin hinaus - (doch träum ich wohl). Mich holen&#10;in ihre Reigen andere Gefährten -&#10;wo sah ich sie, die sich gleich Sternen mehrten&#10;an heißen Abenden? - Ein Atemholen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;und alles hin, wie Duft. Ich bin ganz wach&#10;und weiß, ich geh, und sag: &amp;ldquo;Noch heute nur!&amp;rdquo;&#10;Von Stunden ein verfließendes Gesind&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Septembermorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/septembermorgen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/septembermorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Im Nebel ruhet noch die Welt,&#10;Noch träumen Wald und Wiesen:&#10;Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,&#10;Den blauen Himmel unverstellt,&#10;Herbstkräftig die gedämpfte Welt&#10;In warmem Golde fließen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Serenade</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/serenade/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/serenade/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn vom Berg mit leisem Tritte&#10;Luna wandelt durch die Nacht,&#10;Eil ich zu des Liebchens Hütte,&#10;Lausche ob die Holde wacht.&#10;Seh ich dort die Lampe glühen,&#10;In dem stillen Kämmerlein,&#10;Möcht ich wie der Lampe milder Schein&#10;Spielend um die zarten Wangen ziehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit des Lichtes schönsten Strahlen&#10;Zög ich um mein liebes Kind,&#10;Farben wollt ich um sie malen,&#10;Wie sie nur am Himmel sind;&#10;Sände Schlummer ihr aufs Auge,&#10;Löschte sie des Lämpchens Schein,&#10;War ihr letzter, süßer Blick noch mein,&#10;Und ich stürbe sanft an ihrem Hauche.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sgricci</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sgricci/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sgricci/</guid><description>&lt;p&gt;Sicherlich ist′s zum Erstaunen, er improvisirt mir im Fluge&#10;Wie der Wind so ein Ding, wie ′ne Tragödie, her.&#10;Jahre studieren andre daran, ein Abend genügt ihm,&#10;Wie sie an Einem entsteht, so auch vergeht sie an ihm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sich selbst besiegen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sich-selbst-besiegen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sich-selbst-besiegen/</guid><description>&lt;p&gt;Sich selbselbsten überwinden ist der allerschwerste Krieg;&#10;Sich selbselbsten überwinden ist der allerschönste Sieg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-1/</guid><description>&lt;p&gt;Tage verstreichen an Tage; noch immer im heiteren Zankle&#10;Hält mich die Sonne, die Lust, hält mich die Laune zurück.&#10;Runzle die Stirn, dich ergreife der Ernst altgriechischer Vorwelt,&#10;Dank es dem Glück, dich umglänzt endlich trinakrische Luft.&#10;Der Pelorias hier und die sandige Zunge des Faro,&#10;Ueber des Meeres Azur lockt dich Kalabrien dort.&#10;Hier am Horne des Stiers durchschwamm Herakles die Wogen,&#10;Hier mit Strudel und Tod kämpfte der Dulder Ulyß.&#10;Still, o nordischer Freund, und zürne mir nicht, ich gestehe,&#10;Manche Scylla hat mir, manche Charybdis gedroht.&#10;Zwinge zum Ernst mich nicht, dem Gemüth vergönne die Freiheit,&#10;Bleibe dem denkenden Ernst, bleibe dem Scherze sein Recht.&#10;Sie gehorchen dir nicht, du bist ihr Diener, ihr Priester,&#10;Höheren folgst du, sie sind dir der begeisternde Gott.&#10;So das Heiterste nur, das Fröhlichste lächelt mir heute,&#10;Und ein seltenes Glück wagt nur ein Thor zu verschmähn&#10;Hat ja den nordischen Gast am Strand schon Amor empfangen,&#10;Als er zum erstenmal Sikulerboden betrat.&#10;Ist′s ein Wunder, das ich der Chalcidenser und Samer,&#10;Spartas wenig und Roms oder Karthagos gedacht?&#10;Denn ans Fenster führt mir der Schalk ein liebliches Mädchen;&#10;Erst nur Blicke, doch bald folgt der verstohlene Gruß.&#10;Und man redet mit Zeichen, man redet mit Augen und Händen;&#10;Andere Sprache vergönnt lauschende Nachbarschaft nicht.&#10;Kannst du lesen, mein holdestes Kind? so frag′ ich mit Zeichen&#10;»Ja«, ist die Antwort. Im Nu liegt auch ein Briefchen bereit.&#10;Und beschwert mit dem Kiesel, damit es der Wind nicht entführe,&#10;Fliegt es ins Fenster und schnell hebt sie erröthend es auf.&#10;Goldne Minuten erwartender Angst, und die zärtliche Antwort&#10;Eilt den gefährlichen Pfad schon in mein Fenster herein.&#10;Worte der Liebe. Wie bin ich dir gut, doch im Hause, mein Liebling,&#10;Darf ich dich jetzt noch nicht sehn, aber heut Abend gewiß.&#10;Zweimal noch durch die Lüfte geleitet Amor die Briefe;&#10;Und der Abend, er naht schon mit beglückendem Schritt.&#10;Bläuer rollet des Meeres Krystall und in glühendem Dufte&#10;Schimmert das holde Gebirg, schimmert Kalabrien schon.&#10;Und die dämmernde Nacht, bald deckt ihr Schleier die Erde,&#10;Und der glückliche Wahn wird dem Verliebten enttäuscht.&#10;Eines Andern Geliebte! Warum nicht? Wundre dich nicht mehr;&#10;Treulos bist du und willst Treue vom schwächeren Weib?&#10;Freund, genieße; du achtest es nur, so lang du′s ersehnest;&#10;Hast du genossen, es folgt gleich die Verachtung ihm nach.&#10;Nur das Edlere bleibt und das Edlere such in der Seele,&#10;Ueber dem Wechselnden steht′s ewig das dauernde fest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sicilianische Lieder (10) - Weine</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-10-weine/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sicilianische-lieder-10-weine/</guid><description>&lt;p&gt;Endlich wundert ihr euch, ihr begreifet nicht, wie der Sänger&#10;So Verhaßtes, wie er euch im Gedichte bedenkt.&#10;Denn unwürdig, ihr fühlet es selbst, unwürdig der Muse&#10;Seid ihr ja ganz und verdient selber die geißelnde nicht.&#10;Aber weil ihr von Tugend mir prahlt, von Bibel und Sitte,&#10;Weil euch Lust und Genuß stets nur ein Aergerniß ist,&#10;Weil ihr mich täglich verdammt und dem glücklichen Spötter den Bannstrahl,&#10;Den zerstörenden, mir täglich nach Süden verschickt:&#10;So erfreut mir′s das Herz, euch täglich zu ärgern und euch nur&#10;Will ich erzählen wie mir Freuden an Freuden erblühn.&#10;Bachus, ihr kennet ihn nicht, ist stets mein Gefährte geblieben,&#10;Aber als Gott mir gezeigt hat ihn Sicilien erst.&#10;Zweifel plagen auch euch, so erlaubt dem Sänger den Kampf auch,&#10;Welchem trinakrischen Wein werde der köstlichste Preis.&#10;Syrakus, es bietet mir hier auf goldener Schaale&#10;Schon den süßen Muskat, schon Amarina zum Trank.&#10;Nah an den Trümmern auch der palmenreichen Selinus&#10;Hat mich das purpurne Blut näher den Göttern gerückt.&#10;Wo ertönt nicht dein Ruhm, Marsala? Dir gäb′ ich die Krone,&#10;Reichte mir Alcamo schon, reichte Palermo mir nicht&#10;Andern Nektars Entzückungen schon im uranischen Kelche,&#10;Nicht im Kelche, den mir Amor, der lust′ge, kredenzt.&#10;Aber wenn auch der Freund, der treffliche, nimmer vergessne,&#10;Deutschen Herzens, ja werth mehr als ein Deutscher zu sein,&#10;Wenn unermüdlicher Gastfreundschaft der schönen Messina&#10;Gellias mich an die Gluth göttlichen Nektars gewöhnt;&#10;Dennoch sei mir vor allen gelobt, o Traube des Aetna,&#10;Der, wie des donnernden Bergs Lava dem Krater entströmt,&#10;Goldene Ström′ entquellen, begeisternde, sämmtlicher Wunder,&#10;Die der Aetna gebiert, größtes und seligstes du.&#10;Kein Element versagt dir den Kranz; dich kühlet die Meerfluth,&#10;Dich umlächelt des Lichts heiterste, mildeste Kraft;&#10;Dich durchbrennt die Flamme des Bergs, und die Erde, die tausend&#10;Blüthen und Früchte bei dir Frühling und Winter vereint.&#10;Glänze, lieblichstes Gold; es kränzt dich die Myrthe, der Lorbeer;&#10;Der ich dich schlürfe, mir ist Lorbeer und Myrthe gewiß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie ist der gröseste Reichthumb</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-ist-der-groeseste-reichthumb/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-ist-der-groeseste-reichthumb/</guid><description>&lt;p&gt;Das prächtigste Kriegs-schiff / dem je das Meer war kund /&#10;Hat keinen Mast so hoch / als hoch ist mein begehren;&#10;Kein Ancker halb so starck vnd beissend in den grund&#10;Als meine Lieb und Trew / die vnauffhörlich wehren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So knüpfet auch kein Sayl noch Leyn ein solchen bund /&#10;Als die zart krause haar / die meinen gaist beschweren;&#10;Kein Wind bließ jemahl auff die seegel stoltz vnd rund /&#10;Als mich die süsse lüfft des rohten munds bethören.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie puppt mit Puppen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-puppt-mit-puppen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-puppt-mit-puppen/</guid><description>&lt;p&gt;Die Puppen puppen mit kleinen Puppen,&#10;Die kleinen Puppen puppen mit winzigen Puppen,&#10;Die winzigen Puppen puppen mit Püppchen,&#10;Die Püppchen puppen mit kleinen Püppchen,&#10;Die kleinen Püppchen puppen mit winzigen Püppchen,&#10;Die winzigen Püppchen puppen,&#10;Keiner puppt mit ihr.&#10;Ah, Du meine Puppe,&#10;Meine süße Puppe;&#10;Mir ist alles schnuppe,&#10;Wenn ich meine Schnauze&#10;Auf die Deine - bauze.&#10;Püppchen Schnüppchen&#10;Puppe Schnuppe&#10;Schnuppe bauze.&#10;Die bäuzchen, Püppchen, Puppenfraun&#10;Sie machen nur noch schnauze bauze.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie sähn es gern, ich würde kirre</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-saehn-es-gern-ich-wuerde-kirre/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-saehn-es-gern-ich-wuerde-kirre/</guid><description>&lt;p&gt;Sie sähn es gern, ich würde kirre&#10;und beugete mich niederwärts;&#10;sie machten gern mein tapfres Herz&#10;in seinem stolzen Glauben irre.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie sagten mir: Es ist vergebens,&#10;du änderst nicht den Lauf der Welt;&#10;Knecht bleibt sie doch! Und dir vergällt&#10;hast du den Sommer deines Lebens.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl, sei es so! Sich fügen lerne,&#10;wem Fügsamkeit genügen kann,&#10;auch Demut schmücket ihren Mann:&#10;Ich aber folge meinem Sterne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da hilft kein Rat, da ist kein Wählen,&#10;ich kann nicht anders, wollt′ ich auch:&#10;Die Freiheit ist mein Lebenshauch,&#10;sie ist die Seele meiner Seelen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie sassen und tranken...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sassen-und-tranken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sassen-und-tranken/</guid><description>&lt;p&gt;Sie saßen und tranken am Teetisch&#10;Und sprachen von Liebe viel.&#10;Die Herren, die waren ästhetisch,&#10;Die Damen von zartem Gefühl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Die Liebe muss sein platonisch&amp;rdquo;,&#10;Der dürre Hofrat sprach.&#10;Die Hofrätin lächelt ironisch,&#10;Und dennoch seufzet sie: &amp;ldquo;Ach!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Domherr öffnet den Mund weit:&#10;&amp;ldquo;Die Liebe sei nicht zu roh,&#10;Sie schadet sonst der Gesundheit.&amp;rdquo;&#10;Das Fräulein lispelt: &amp;ldquo;Wieso?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gräfin spricht wehmütig:&#10;&amp;ldquo;Die Liebe ist eine Passion!&amp;rdquo;&#10;Und präsentieret gütig&#10;Die Tasse dem Herrn Baron.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie seuffzten beide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-seuffzten-beide/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-seuffzten-beide/</guid><description>&lt;p&gt;Du pflegest Dich gantz laut / ich heimlich zu beklagen /&#10;Die Seuffzer sind gemein bey dir und mir / mein Kind:&#10;Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind /&#10;von deinen weiß ich nichts zu sagen.&#10;Ein Ander mag uns Neyd um unsre Seuffzer tragen:&#10;Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind.&#10;Wohin die deinen gehn / mein allerliebstes Kind /&#10;Da weiß ich nichts / und will nichts sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie sol der Jugend brauchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sol-der-jugend-brauchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-sol-der-jugend-brauchen/</guid><description>&lt;p&gt;Kom Liebste / laß uns Rosen brechen /&#10;Weil sie noch voll und färbicht seyn&#10;Laß andre / was sie wollen / sprechen /&#10;Die Flucht schleicht sich den Jahren ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir müssen unverwendet schauen&#10;Wie uns diß alles folgen muß /&#10;Die Jugend trägt sich durch die Auen&#10;Geschwind mit unvermerckten Fuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Haar / der Mund und diese Wangen&#10;Vergehen offt in kurtzer Zeit.&#10;Der augen-Liechter göldne Spangen&#10;Seyn für dem Tode nicht befreit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie wird mir einst begegnen, irgendwann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-wird-mir-einst-begegnen-irgendwann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-wird-mir-einst-begegnen-irgendwann/</guid><description>&lt;p&gt;Sie wird mir einst begegnen, irgendwann,&#10;Wie einem auf verdroßnen Wanderungen&#10;Ein Lied einfällt, das er als Kind gesungen;&#10;Seither sind Viele tot, und er ist Mann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und freut sich wie ein Kind, daß er′s noch kann;&#10;Denn während er zur Klarheit sich gerungen,&#10;Ist manche Saite in ihm abgesprungen &amp;hellip;&#10;Sie wird mir einst begegnen – irgendwann&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wird mich fragen nicht: Woher? Wohin?&#10;Und wird in mich nicht drängen: Weile, raste!&#10;Einer wie ich ist immer nur zu Gaste –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sie, zu ihm</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-zu-ihm/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sie-zu-ihm/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hab dir alles hingegeben:&#10;mich, meine Seele, Zeit und Geld.&#10;Du bist ein Mann - du bist mein Leben,&#10;du meine kleine Unterwelt.&#10;Doch habe ich mein Glück gefunden,&#10;seh ich dir manchmal ins Gesicht:&#10;Ich kenn dich in so vielen Stunden -&#10;nein, zärtlich bist du nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du küßt recht gut. Auf manche Weise&#10;zeigst du mir, was das ist: Genuß.&#10;Du hörst gern Klatsch. Du sagst mir leise,&#10;wann ich die Lippen nachziehn muß.&#10;Du bleibst sogar vor andern Frauen&#10;in gut gespieltem Gleichgewicht;&#10;man kann dir manchmal sogar trauen &amp;hellip;&#10;aber zärtlich bist du nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Siegeslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/siegeslied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/siegeslied/</guid><description>&lt;p&gt;Es ward der Geist Gedanke,&#10;Der aber ward zum Wort,&#10;Das Wort brach seine Schranke&#10;Und wuchs zum Liede fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Lied ward laut gesungen&#10;Und formte sich zur That,&#10;Die alle Welt bezwungen,&#10;Den Geist entfesselt hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Siehe, ich wußte es sind</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/siehe-ich-wusste-es-sind/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/siehe-ich-wusste-es-sind/</guid><description>&lt;p&gt;Siehe, ich wußte es sind&#10;solche, die nie den gemeinsamen Gang&#10;lernten zwischen den Menschen;&#10;sondern der Aufgang in plötzlich&#10;entatmete Himmel&#10;war ihr Erstes. Der Flug&#10;durch der Liebe Jahrtausende&#10;ihr Nächstes, Unendliches.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Eh sie noch lächelten&#10;weinten sie schon vor Freude;&#10;eh sie noch weinten&#10;war die Freude schon ewig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frage mich nicht&#10;wie lange sie fühlten; wie lange&#10;sah man sie noch? Denn unsichtbare sind&#10;unsägliche Himmel&#10;über der inneren Landschaft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Siehst du mich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/siehst-du-mich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/siehst-du-mich/</guid><description>&lt;p&gt;Zwischen Erde und Himmel?&#10;Nie ging einer über meinen Pfad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber dein Antlitz wärmt meine Welt,&#10;von dir geht alles Blühen aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn du mich ansiehst,&#10;wird mein Herz süß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich liege unter deinem Lächeln&#10;und lerne Tag und Nacht bereiten,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;dich hinzaubern und vergehen lassen,&#10;immer spiele ich das eine Spiel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Signalement</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/signalement/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/signalement/</guid><description>&lt;p&gt;Organismus: glaubt an Gott.&#10;Schlüsselbein: will himmelwärts.&#10;Um die Lippen: etwas Spott.&#10;Und Revolte schlägt das Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ohne Heimat. Ohne Ziel.&#10;Auch das Alter weiß man nicht.&#10;Höchst verdächtiges Profil.&#10;Geistig blinzelndes Gesicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Silvesternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/silvesternacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/silvesternacht/</guid><description>&lt;p&gt;Und nun, wenn alle Uhren schlagen,&#10;So haben wir uns was zu sagen,&#10;Was feierlich und hoffnungsvoll&#10;Die ernste Stunde weihen soll.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zuerst ein Prosit in der Runde!&#10;Ein helles, und aus frohem Munde!&#10;Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,&#10;Wir leben doch, und das ist viel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch einen Blick dem alten Jahre,&#10;Dann legt es auf die Totenbahre!&#10;Ein neues grünt im vollen Saft!&#10;Ihm gelte unsre ganze Kraft!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sind wir frei?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sind-wir-frei/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sind-wir-frei/</guid><description>&lt;p&gt;Und hindert nichts mich, frei von dir zu reden,&#10;Darf meine Liebste uns umschlungen sehn.&#10;So können wir in jedes Wort, in jeden&#10;Blick - lächelnden Gewissens sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht antworten, wenn Neugierige uns fragen.&#10;Die wahren Freunde sind vertrauend scheu.&#10;Und ach, du weißt: Ich bin der Liebsten treu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir aber kann ich jetzt nur eines sagen:&#10;Es ist so schön, wenn Menschen Menschen tragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sinkender Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sinkender-himmel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sinkender-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Du Herz, das immer die Sterne begehrte,  Für jeden Wunsch verschenkt sich ein Traum.  Sieh, schon neigt sich der abendverklärte  Himmel zu dir, und du faßt es kaum.&#10;Neigt sich und neigt sich. Und in sein Sinken  Hebt die Erde verschreckt ihr Gesicht,  Und wie mit purpurnen Lippen trinken  Die Höhen das letzte löschende Licht.&#10;Alle Bäume schon müssen ihn fühlen,  Steil greift ihr Schmerz in den Abend empor,  Und mit den zitternden Armen wühlen  Sie sich in den samtenen Sternenflor.&#10;Und tiefer rauschen die Wolkenfernen.  Schon streifen sie dich, wie ein Kuß, wie ein Kleid,  Und wiegen nun sanft mit den silbernen Sternen  Dein Herz in die nahe Unendlichkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sinnenrausch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sinnenrausch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sinnenrausch/</guid><description>&lt;p&gt;Dein sünd&amp;rsquo;ger Mund ist meine Totengruft,&#10;betäubend ist sein süßer Atemduft,&#10;Denn meine Tugenden entschliefen.&#10;Ich trinke sinnberauscht aus seiner Quelle&#10;und sinke willenlos in ihre Tiefen,&#10;verklärten Blickes in die Hölle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein heißer Leib erglüht in seinem Hauch,&#10;er zittert, wie ein junger Rosenstrauch,&#10;geküsst vom warmen Maienregen.&#10;- Ich folge dir ins wilde Land der Sünde&#10;und pflücke Feuerlilien auf den Wegen,&#10;- wenn ich die Heimat auch nicht wiederfinde&amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Siona</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/siona/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/siona/</guid><description>&lt;p&gt;Töne mir, Harfe des Palmenhains,&#10;Der Lieder Gespielin, die David sang!&#10;Es erhebt steigender sich Sions Lied,&#10;Wie des Quells, welcher des Hufs Stampfen entscholl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Höher in Wolken, o Palmenhain,&#10;Erblickst du das Thal, wie der Lorberwald!&#10;Und entsenkst Schatten, herab auf den Wald,&#10;Dem Gewölk, welches dich deckt, Palme, mit Glanz,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tanze, Siona, Triumph einher!&#10;Am Silbergelispel Phiala′s trit&#10;Sie hervor! schwebet im Tanz! fühlts, wie du&#10;Sie erhebst, Religion dessen, der ist!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sistinische Kapelle</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sistinische-kapelle/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sistinische-kapelle/</guid><description>&lt;p&gt;Nun so seh′ ich doch endlich einmal die berühmte Kapelle,&#10;Aber das närrische Zeug, dort an der Decke, was ist′s?&#10;»Wie? ich verstehe Sie nicht, das sind Angelo′s große Propheten!« -&#10;Spaß bei Seite, mein Freund, wär′ das der Michel im Ernst?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sittenveränderung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sittenveraenderung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sittenveraenderung/</guid><description>&lt;p&gt;Eingezogen und sittsam verfließt die Zeit mir als Jungfrau,&#10;Ist die Hochzeit vorbei, fängt das Commercium erst an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So ich traurig bin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-ich-traurig-bin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-ich-traurig-bin/</guid><description>&lt;p&gt;So ich traurig bin&#10;Weiss ich nur ein ding:&#10;Ich denke mich bei dir&#10;Und singe dir ein lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fast vernehme ich dann&#10;Deiner stimme klang.&#10;Ferne singt sie nach&#10;Und minder wird mein gram.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So lala</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-lala/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-lala/</guid><description>&lt;p&gt;Steht ein Töpfchen rund und nett&#10;Unterm Bett,&#10;So lala, so lala.&#10;Reich mir mal das Kindel her,&#10;Das braucht jetzt keine Windel mehr,&#10;So lala, so lala!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Rulle, rulle, ratteratt;&#10;Rollt ein Wagen durch die Stadt,&#10;Sind zwei blanke Pferdchen davor,&#10;Hinten drauf ein schwarzer Mohr.&#10;Horch! er hält vor unserm Haus,&#10;Steigen zwei feine Jungherren aus,&#10;Mit Federbarettchen&#10;Und goldenen Kettchen.&#10;Schnell! das Töpfchen unters Bettchen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So ströme denn in vollem Maß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-stroeme-denn-in-vollem-mass/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-stroeme-denn-in-vollem-mass/</guid><description>&lt;p&gt;So ströme denn in vollem Maß&#10;Hernieder, du Maienregen,&#10;Ersehntes, köstliches, tröstliches Naß,&#10;Befruchtender Erden-Segen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lang konnte der Himmel bang und schwer&#10;Die lindernde Träne nicht finden,&#10;Seine Wimper, die Wolken, drückten sehr&#10;Und zuckten, gejagt von den Winden&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihm lag es wie vergangene Lust,&#10;Wie Ahnung künftiger Schmerzen,&#10;Bergeschwer auf der schwülen Brust,&#10;Auf dem bebenden Götter-Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun brechen und gießen allzumal&#10;Die Schleusen, die Ströme, die Quellen;&#10;Durch zerrissene Schleier blinkt ein Strahl,&#10;Das neue Blau zu erhellen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So tief verwundet ist dies Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-tief-verwundet-ist-dies-herz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-tief-verwundet-ist-dies-herz/</guid><description>&lt;p&gt;So tief verwundet ist dies Herz -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es möchte sich in Nacht versenken,&#10;Nicht sehen, hören und nicht denken,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur fühlen seinen bitt′ren Schmerz!&#10;So kostet′ es ihn bis zum Grund,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es müßte langsam sich verbluten,&#10;Und aus den ausgebrannten Gluthen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Erhöb′ es sich vielleicht gesund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun aber wird der laute Tag,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der ihn geschäftig will zerstören,&#10;Des Herzens Qual nur noch vermehren,&#10;Nicht stark es machen, sondern schwach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sei′s getragen - nach dem Wie&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So weit als die Welt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-weit-als-die-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-weit-als-die-welt/</guid><description>&lt;p&gt;So weit als die Welt,&#10;So mächtig der Sinn,&#10;So viel Fremde er umfangen hält,&#10;So viel Heimat ist ihm Gewinn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>So werden wir nicht mehr schweifen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/so-werden-wir-nicht-mehr-schweifen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/so-werden-wir-nicht-mehr-schweifen/</guid><description>&lt;p&gt;So werden wir nicht mehr schweifen&#10;Umher in der späten Nacht,&#10;Wenn das Herz auch noch verliebt ist&#10;Und der Mond noch immer lacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn das Schwert verschleißt seine Scheide&#10;Und die Seele verschleißt die Brust,&#10;Und das Herz muß ruhn um zu atmen&#10;Und Liebe rasten von Lust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist die Nacht auch gemacht für die Liebe&#10;Und der Tag folgt zu schnell der Nacht,&#10;So werden wir doch nicht mehr schweifen,&#10;Wenn der Mond vom Himmel lacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Soldaten Ode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/soldaten-ode/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/soldaten-ode/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Brüder! Ihr Brüder!&#10;Seyd lustig mit mir!&#10;Werft Bücher, Papir&#10;Darnieder, Darnieder;&#10;Ich suche stat der Dinte&#10;Blut, Degen, Helm und Flinte,&#10;Räum das Herz dem Mavor ein,&#10;So kan ich vergnüget seyn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mars schenket, Mars schenket&#10;Vergnügen und Lust,&#10;Die Seele und Brust&#10;Gedenket, gedenket:&#10;Ich will mit Martis Waffen&#10;Mir reiche Beute schaffen:&#10;Da mein Herze in der Stadt&#10;Wenig sonst zu hoffen hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sechs Batzen, sechs Batzen&#10;Giebt dieser ohn Streit,&#10;Der auf dem Roß reit′t.&#10;Drum schwatzen, drum schwatzen&#10;Die Lippen: Ich will reiten&#10;Ohn Geld, bey Krieges-Leuten.&#10;Ey! was frag ich nach dem Pferd,&#10;Bin ich doch des Esels werth.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Soldatentreue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/soldatentreue/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/soldatentreue/</guid><description>&lt;p&gt;Wohl dem, der geschworen&#10;Zur Fahne den Eid,&#10;Der sich zum Schmuck erkoren,&#10;Des Königs Waffenkleid.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sei Treue verraten,&#10;Sei Ehre verbannt,&#10;Doch gehn mit dem Soldaten&#10;Sie beide Hand in Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es grüßt ja zur Seite&#10;Sein Säbel ihm zu,&#10;Und ruft ihm aus der Scheide:&#10;»So treu wie Stahl seist du!«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Büchse, sie winket&#10;So freundlich und rein;&#10;So rein als wie sie blinket,&#10;Soll seine Ehre sein&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Solidität</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/soliditaet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/soliditaet/</guid><description>&lt;p&gt;Liebe sprach zum Gott der Lieder,&#10;sie verlange Sicherheiten,&#10;ehe sie sich ganz ergebe&#10;denn es wären schlechte Zeiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lachend gab der Gott zur Antwort:&#10;Ja, die Zeiten sich verändern,&#10;und du sprichst jetzt wie ein alter&#10;Wucherer, welcher leiht auf Pfändern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, ich hab nur eine Leier,&#10;doch sie ist von gutem Golde.&#10;Wieviel Küsse willst du borgen&#10;mir darauf, o meine Holde?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommer/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Herz steht bis zum Hals in gelbem Erntelicht&#10;wie unter Sommerhimmeln schnittbereites Land.&#10;Bald läutet durch die Ebenen Sichelsang:&#10;mein Blut lauscht tief mit Glück gesättigt&#10;in den Mittagsbrand.&#10;Kornkammern meines Lebens, lang verödet,&#10;alle eure Tore sollen nun wie Schleusenflügel offen stehn,&#10;Über euern Grund wird wie Meer&#10;die goldne Flut der Garben gehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommerbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerbild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommerbild/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,&#10;Sie war, als ob sie bluten könne, rot;&#10;Da sprach ich schauernd im Vorübergehen:&#10;&amp;ldquo;So weit im Leben, ist zu nah am Tod!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,&#10;Nur leise strich ein weißer Schmetterling;&#10;Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag&#10;Bewegte, sie empfand es und verging.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommergarten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommergarten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommergarten/</guid><description>&lt;p&gt;Die Vögel sprangen von den Winden auf den Garten&#10;Und fielen auf die hellen Rasenbeete,&#10;Betäubt vom Duft der blühenden Stakete&#10;Am weißen Haus mit vierzehn Rosenarten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die gelben Steige, die den Rasen masern,&#10;Kommst du in Weiß, berieselt von den Winden,&#10;Und deine Augen ,duften noch den Blinden -&#10;­Die warmen Blumen an den Nervenfasern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freude der Tropen wächst. Im blauen Raum&#10;Zünden die Wolken, leuchtende Phantome.&#10;Und du, in deines Blutes Aura und Arome,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommermorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommermorgen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommermorgen/</guid><description>&lt;p&gt;Auf Bergeshöhen schneebedeckt,&#10;Auf grünen Hügeln weitgestreckt&#10;Erglänzt die Morgensonne;&#10;Die tauerfrischten Zweige hebt&#10;Der junge Buchenwald und bebt&#10;Und bebt in Daseinswonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es stürzt in ungestümer Lust&#10;Herab aus dunkler Felsenbrust&#10;Der Gießbach mit Getose,&#10;Und blühend Leben weckt sein Hauch&#10;Im stolzen Baum, im niedren Strauch,&#10;In jedem zarten Moose.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und drüben wo die Wiese liegt,&#10;Im Blütenschmuck, da schwirrt und fliegt&#10;Der Mücken Schwarm und Immen.&#10;Wie sich′s im hohen Grase regt&#10;Und froh geschäftig sich bewegt,&#10;Und summt mit feinen Stimmen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommernacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommernacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommernacht/</guid><description>&lt;p&gt;Es wallt das Korn weit in die Runde&#10;Und wie ein Meer dehnt es sich aus;&#10;Doch liegt auf seinem stillen Grunde&#10;Nicht Seegewürm noch andrer Graus;&#10;Da träumen Blumen nur von Kränzen&#10;Und trinken der Gestirne Schein.&#10;O goldnes Meer, dein friedlich Glänzen&#10;Saugt meine Seele gierig ein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meiner Heimat grünen Talen,&#10;Da herrscht ein alter schöner Brauch:&#10;Wann hell die Sommersterne strahlen,&#10;Der Glühwurm schimmert durch den Strauch,&#10;Dann geht ein Flüstern und ein Winken,&#10;Das sich dem Ährenfelde naht,&#10;Da geht ein nächtlich Silberblinken&#10;Von Sicheln durch die goldne Saat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sommernacht über Land</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sommernacht-ueber-land/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sommernacht-ueber-land/</guid><description>&lt;p&gt;Von Rüstern schauert die hängende&#10;Ernte der Traurigkeit:&#10;Schon steigt aus Wurzeln die drängende,&#10;die untere Ewigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus Brunnen krümmt sich der tastende&#10;Verwesende Nebel und klimmt.&#10;Aus Löchern kommt das fastende&#10;Grauen und nimmt und nimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat der Horizont seine klagenden&#10;Harfen zum Klagen gebracht?&#10;Die Erde hat ach die tragenden&#10;Schollen zu Wolken gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Nähe voll bitter steigender&#10;Schluchzer wird ungewiss.&#10;Der Himmel steht wie ein schweigender&#10;Berg der Kümmernis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett 24</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-24/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-24/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Auge hat als Malerin dem Schrein&#10;Des Herzens deinem Bild den Platz gegeben,&#10;Mein Busen schließt es gleich dem Rahmen ein,&#10;Um Kunstgerecht des Malers Werk zu heben.&#10;Und durch den Künstler kannst du nur die Stelle&#10;Erspähen, der dein Bildnis ward vertraut;&#10;Es hängt noch stets in meines Herzens Zelle,&#10;Das Fenster sich aus deinen Augen baut.&#10;Sieh wie die Augen freundlich sich vereinen;&#10;Meins malte dich, und deines ward dafür&#10;Zu meines Busens Fenster, durch das scheinen&#10;Die Sonnenstrahlen lustig hin zu dir.&#10;Eins fehlt dem Auge nur, sein wert zu schmücken:&#10;Es malt die Form, das Herz bleibt fremd den Blicken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonett an die Wissenschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-an-die-wissenschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonett-an-die-wissenschaft/</guid><description>&lt;p&gt;O Wissenschaft! Du Sproß der Greisin Zeit,&#10;Vor dessen Späherblick nichts sicher ist!&#10;Du Geier, fluglahm vor der Wirklichkeit,&#10;Was spürst du nach dem Dichter so voll List?&#10;Wie sollte er - wenn schon du weise bist -&#10;Dich lieben, die ihm seine Wanderung,&#10;Mit der er Sternengegenden durchmißt,&#10;Mißgönnt und seinen adlergleichen Schwung?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vertriebst du nicht die Götterliebespaare?&#10;Aus Fluß und Hain die Nymphen und Najaden,&#10;Daß sie sich flüchteten ins Unsichtbare?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonette/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonette/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es qualmt′ der eitle Markt in Staub und Schwüle,&#10;So klanglos öde wallend auf und nieder,&#10;Wie dacht ich da an meine Berge wieder,&#10;An frischen Sang, Felsquell und Waldeskühle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch steht ein Turm dort über dem Gewühle,&#10;Der andre Zeiten sah und beßre Brüder,&#10;Das Kreuz treu halten seine Riesenglieder,&#10;Wie auch der Menschlein Flut den Fels umspüle&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das war mein Hafen in der weiten Wüste,&#10;Oft kniet ich betend in des Domes Mitte,&#10;Dort hab ich dich, mein liebes Kind, gefunden;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonette (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonette-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonette-1/</guid><description>&lt;p&gt;Wie oft gedenkt mein Herz der schönen Sage&#10;Von Phaëthon′s Schwestern, welche - voll Erbarmen&#10;Mit der Verzweiflung und dem Schmerz der Armen -&#10;Der Götter Einer schuf zum Baum der Klage,&#10;Zur Trauerweide, endend ihre Plage.&#10;Es sprießen Zweige aus den schönen Armen,&#10;Mitleid′ge Rinde zieht sich um die warmen&#10;Gequälten Herzen, und die laute Klage&#10;Wird leises Flüstern, melancholisch Klingen.&#10;Wir müssen menschlich unsren Schmerz bezwingen,&#10;Kein Schwesterherz darf mehr so süß vergeh′n!&#10;O, wollt′s ein Gott! wie möcht′ auch ich so gerne&#10;Auf einem theuren Grab in weiter Ferne&#10;Als stille Trauerweide ewig steh′n!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonette (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonette-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonette-2/</guid><description>&lt;p&gt;Wollt′ ich vom Herzen fort den Felsen rollen,&#10;Sein tiefgeheimstes Inn′re mir erschließen,&#10;Zum Stein erstarren müßt′ ich dann vor diesen&#10;Medusen, die es schmerzlich wild umgrollen.&#10;Hätt′ ich in Klagen mich erleichtern wollen,&#10;Sie müßten wie ein Strom sich laut ergießen,&#10;Es müßt′ in bitt′ren Thränen mir entfließen&#10;Des Lebens beste Kraft und höchstes Wollen.&#10;Nein, wie ein Räthsel fast soll mich umschweben,&#10;Was so mich drückt und peinigt ohne Schuld -&#10;Wie könnt′ ich sonst mich je zum Glück noch heben?&#10;Blind, taub und schweigend, will ich weiter schreiten,&#10;Und über Alles kalt und ruhig breiten&#10;Die starre Leichendecke der Geduld!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnbrand auf Sand</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnbrand-auf-sand/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnbrand-auf-sand/</guid><description>&lt;p&gt;Sonnbrand auf Sand o matt Streiterin&#10;Hitzt deines Goldhaars schmachtend Bad und mischt&#10;Mit Tränen schlimmen Liebestrank darin&#10;Er hat den Duft von deiner Wang gewischt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des grellen stetes Gleichsein schmerzt&#10;Wie küsse ich dich scheu. Du sprachst: &amp;ldquo;Welch Pein&#10;Wir werden nie ganz ein selbst Todumherzt&#10;Wie Mumien in Oasen glücklich sein.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber in deines Haars geläuten Flüssen&#10;Ertrinkt der Geist gern dem wir dienen müssen&#10;Dies Nirgendfinden danach nie du frugst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnenaufgang in Venedig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenaufgang-in-venedig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenaufgang-in-venedig/</guid><description>&lt;p&gt;Erwachende Glocken. – In allen Kanälen  Flackt erst ein Schimmer, noch zitternd und matt,  Und aus dem träumenden Dunkel schälen  Sich schleiernd die Linien der ewigen Stadt.&#10;Sanft füllt sich der Himmel mit Farben und Klängen,  Fernsilbern sind die Lagunen erhellt. – Die Glöckner läuten mit brennenden Strängen,  Als rissen sie selbst den Tag in die Welt.&#10;Und nun das erste flutende Dämmern!  Wie Flaum von schwebenden Wolken rollt,  Spannt sich von Turm zu Türmen das Hämmern  Der Glocken, ein Netz von bebendem Gold.&#10;Und schneller und heller. Ganz ungeheuer  Bläht sich das Dämmern. – Da bauscht es und birst,  Und Sonne stürzt wie fressendes Feuer  Gierig sich weiter von First zu First.&#10;Der Morgen taut nieder in goldenen Flocken,  Und alle Dächer sind Glorie und Glast.  Und nun erst halten die ruhlosen Glocken  Auf ihren strahlenden Türmen Rast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnenwendlied der Vögel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenwendlied-der-voegel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnenwendlied-der-voegel/</guid><description>&lt;p&gt;Da oben geht ein goldnes Rad,&#10;Das uns geweckt und befohlen hat,&#10;Vor unsre Tür zu treten.&#10;Und magisch singts mit unsrem Mund,&#10;Als forschten wir nach allem Grund,&#10;Urseher und Propheten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da oben geht ein goldnes Rad,&#10;Geht um sich selbst, weiß keinen Pfad,&#10;Wir wissens ohne Wissen.&#10;Es steht in seinem Großen Grab&#10;Und bleibt darin und wartet ab&#10;In blauen Finsternissen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da oben geht ein goldnes Rad,&#10;Das warf uns hin auf seinen Pfad,&#10;Geht um in unsren Seelen:&#10;Wir sind in unsrem Nest und Grab,&#10;Und mit uns ist und wartet ab,&#10;Das Lied in unsren Kehlen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnet über das Kupffer-Blatt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnet-ueber-das-kupffer-blatt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnet-ueber-das-kupffer-blatt/</guid><description>&lt;p&gt;Was überflüssig ist begehr ich nicht zu schreiben,&#10;Doch ist nicht unser Hertz ein steter Uberfluß&#10;Da eine Fruchtbarkeit der andern folgen muß,&#10;Und was will in der Brust vor sich gefangen bleiben?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So bald man frölich ist, da wachsen und bekleiben&#10;Die Rosen aus der Lust; kömmt Jammer und Verdruß,&#10;So grünt der Nessel-Strauch, der gründet seinen Fuß&#10;Und läst den scharffen Brand durch keine Macht vertreiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will uns das Glücke wol, so prangt die reiffe Frucht&#10;Des Trostes um und um; doch geht es in die Flucht:&#10;So muß das trockne Land auch dürre Zweige tragen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonntag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonntag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonntag/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nacht war kaum verblühet,&#10;Nur eine Lerche sang&#10;Die stille Luft entlang.&#10;Wen grüßt sie schon so frühe?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und draußen in dem Garten&#10;Die Bäume übers Haus&#10;Sahn weit ins Land hinaus,&#10;Als ob sie wen erwarten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In festlichen Gewanden&#10;Wie eine Kinderschar,&#10;Tauperlen in dem Haar,&#10;Die Blumen alle standen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich dacht: ihr kleinen Bräute,&#10;Was schmückt ihr euch so sehr? -&#10;Da blickt′ die eine her:&#10;»Still, still, ′s ist Sonntag heute.«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonntagsfrühe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonntagsfruehe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonntagsfruehe/</guid><description>&lt;p&gt;Der Samstig het zum Sunntig gseit:&#10;&amp;ldquo;Jez hani alli schlofe gleit;&#10;sie sin vom Schaffe her und hi&#10;gar sölli müed und schlöfrig gsi,&#10;und ′s gohtmer schier gar selber so,&#10;i cha fast uf ke Bei me stoh.&amp;rdquo;&#10;So seit er, und wo′s Zwölfi schlacht,&#10;se sinkt er aben in d′Mitternacht.&#10;Der Sunntig seit: &amp;ldquo;Jez isch′s an mir!&amp;rdquo;&#10;Gar still und heimli bschließt er d′Tür.&#10;Er düselet hinter de Sterne no,&#10;und cha schier gar nit obsi cho.&#10;Doch endli ribt er d′Augen us,&#10;er chunnt der Sunn an Tür und Hus;&#10;sie schloft im stille Chämmerli;&#10;er pöpperlet am Lädemli;&#10;er rüft der Sunne: &amp;ldquo;D′Zit isch do!&amp;rdquo;&#10;Sie seit: &amp;ldquo;I chumm enanderno.&amp;rdquo;&#10;Und lisli uf de Zeche goht,&#10;und heiter uf de Berge stoht&#10;der Sunntig, und ′s schloft alles no;&#10;es sieht und hört en niemes goh;&#10;er chunnt ins Dorf mit stillem Tritt,&#10;und winkt im Guhl: &amp;ldquo;Verrot mi nit!&amp;rdquo;&#10;Und wemmen endli au verwacht,&#10;und gschlofe het die ganzi Nacht,&#10;se stoht er do im Sunneschi,&#10;und luegt eim zu de Fenstern i&#10;mit sinen Auge mild und gut,&#10;und mittem Meien uffem Hut.&#10;Drum meint er′s treu, und was i sag,&#10;es freut en, wemme schlofe mag,&#10;und meint, es seig no dunkel Nacht,&#10;wenn d′Sunn am heitere Himmel lacht.&#10;Drum isch er au so lisli cho,&#10;drum stoht er au so liebli do.&#10;Wie glitzeret uf Gras und Laub&#10;vom Morgetau der Silberstaub!&#10;Wie weiht e frische Maieluft,&#10;voll Chriesibluest und Schlecheduft!&#10;Und d′Immli sammle flink und frisch,&#10;sie wüsse nit, aß ′s Sunntig isch.&#10;Wie pranget nit im Garteland&#10;der Chriesibaum im Maiegwand,&#10;Gelveieli und Tulipa,&#10;und Sterneblume nebe dra,&#10;und gfüllti Zinkli blau und wiiß,&#10;me meint, me lueg ins Paradies!&#10;Und ′s isch so still und heimli do,&#10;men isch so rüeihig und so froh!&#10;Me hört im Dorf kei &amp;ldquo;Hüst&amp;rdquo; und &amp;ldquo;Hott&amp;rdquo;;&#10;e &amp;ldquo;Gute Tag&amp;rdquo;, und &amp;ldquo;Dank der Gott&amp;rdquo;,&#10;und &amp;ldquo;′s git gottlob e schöne Tag&amp;rdquo;,&#10;isch alles, was me höre mag.&#10;Und ′s Vögeli seit: &amp;ldquo;Frili jo!&#10;Potz tausig, jo, do isch er scho!&#10;Er dringt jo in sim Himmelsglast&#10;dur Bluest und Laub in Hurst und Nast!&amp;rdquo;&#10;Und ′s Distelzwigli vorne dra&#10;het ′s Sunntigröckli au scho a.&#10;Sie lüte weger ′s Zeiche scho,&#10;der Pfarer, schint′s, well zitli cho.&#10;Gang, brechmer eis Aurikli ab,&#10;verwüschet mer der Staub nit drab,&#10;und Chüngeli, leg di weidli a,&#10;de muesch derno ne Meie ha!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sonnwendtag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnwendtag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sonnwendtag/</guid><description>&lt;p&gt;Es war am Sommersonnwendtag,&#10;Dein braunes Haar im Nacken lag&#10;Wie Gold und schwere Seiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da nahmst du mir die feine Hand.&#10;Und hinter dir stob auf der Sand&#10;Des Feldwegs an den Weiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von allen Bäumen floß der Glanz.&#10;Dein Ritt war lauter Elfentanz&#10;Hin über rote Heiden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und um mich duftete der Hag,&#10;Wie nur am Sommersonnwendtag,&#10;Ein Dank und Sichbescheiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spanische Tänzerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spanische-taenzerin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spanische-taenzerin/</guid><description>&lt;p&gt;Wie in der Hand ein Schwefelzündholz, weiß,&#10;eh es zu Flamme kommt, nach allen Seiten&#10;zuckende Zungen streckt -: beginnt im Kreis&#10;naher Beschauer hastig, hell und heiß&#10;ihr runder Tanz sich zuckend auszubreiten.&#10;Und plötzlich ist er Flamme, ganz und gar.&#10;Mit einem Blick entzündet sie ihr Haar&#10;und dreht auf einmal mit gewagter Kunst&#10;ihr ganzes Kleid in diese Feuersbrunst,&#10;aus welcher sich, wie Schlangen die erschrecken,&#10;die nackten Arme wach und klappernd strecken.&#10;Und dann: als würde ihr das Feuer knapp,&#10;nimmt sie es ganz zusamm und wirft es ab&#10;sehr herrisch, mit hochmütiger Gebärde&#10;und schaut: da liegt es rasend auf der Erde&#10;und flammt noch immer und ergibt sich nicht -.&#10;Doch sieghaft, sicher und mit einem süßen&#10;grüßenden Lächeln hebt sie ihr Gesicht&#10;und stampft es aus mit kleinen festen Füßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Späte Einsicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaete-einsicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaete-einsicht/</guid><description>&lt;p&gt;Die Lieb′ ist wie die Sonne,&#10;Verwegner Uebermuth,&#10;Der schaudernd in der Wonne&#10;Der heißen Lebensgluth,&#10;Den Lichtquell zu ergründen,&#10;In seine Tiefe blickt,&#10;Muß da zuletzt erblinden&#10;Wo sich sein Herz entzückt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wer nur still bescheiden&#10;Das sanfte Licht genießt,&#10;Woraus ein Meer von Freuden&#10;Für alle Wesen fließt,&#10;Wer nie die letzte Quelle,&#10;Nur ihre Wirkung sucht,&#10;Den labt die Sonnenhelle,&#10;Der keine Thräne flucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So denk′ ich oft und meine,&#10;Daß ich wohl gut gedacht.&#10;Doch wenn ich trostlos weine&#10;Hinaus in all′ die Nacht,&#10;Wenn sich mein Auge wendet&#10;Zu Morgensternes Glanz,&#10;Da fühl′ ich′s nicht geblendet,&#10;Wohl aber blind es ganz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Späte Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaete-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaete-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Nein, Alter schützt vor Torheit nicht;&#10;Selbst mußt′ ich es erfahren!&#10;Jung bleibt die Seele, Reiz besticht&#10;Die Herzen trotz den Jahren!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gepanzert wähnt′ ich meine Brust&#10;Fortan vor Eros′ Tücke,&#10;Doch er, dem Unheilschaffen Lust,&#10;Ersah sich eine Lücke.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hat mein arglos Herz verstrickt&#10;In blonder Locken Schlingen,&#10;Er ließ ein Aug′, das Unschuld blickt,&#10;Mit Gluten mich durchdringen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O blaues Auge, licht und klar,&#10;Du hast mich überwunden,&#10;Du hältst mich, blondes Ringelhaar,&#10;Gefesselt und gebunden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spätes Erwachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetes-erwachen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetes-erwachen/</guid><description>&lt;p&gt;So wie ein Mensch nach lärmendem Gelag&#10;Noch spät zu Mitternacht nicht schlafen mag&#10;Und seine Ruh′ erst findet knapp vor Tag,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und süß erst schläft bei hellem Morgenschein,&#10;So reichte in die Jugend mir hinein&#10;Versäumter Schlaf von einem vorigen Sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O wüßt′ ich doch, was mich nicht schlafen ließ!&#10;Ob mich ein Gott vom Bacchanal verstieß?&#10;Ob ich betrunken kam vom Paradies?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spätlinge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetlinge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetlinge/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Admiral! So spät noch ausgeschlüpft!&#10;Er sonnt sich; wählig wiegt er seine Flügel,&#10;Auf schwarzem Sammtgrund weiß und roth gezeichnet,&#10;Im warmen Licht. Du arme Kreatur!&#10;Nicht ahntest du die kalten Regentage,&#10;Den trüben Schluß des trübsten aller Sommer,&#10;Als dich ein tückisch-schmeichlerischer Blick&#10;Des Dämon Föhn aus deiner Puppe lockte!&#10;Wenn&amp;rsquo;s gut geht, wirst du noch aus ein paar Blümchen&#10;Geringe Labung dünnen Honigs saugen!&#10;Dort hängt sie schon, die schwere graue Wolke,&#10;Und morgen oder diesen Abend noch&#10;Liegt aufgelöst dein zarter Leib im Grase.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spätsommerstimmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetsommerstimmung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spaetsommerstimmung/</guid><description>&lt;p&gt;In regungslosem Brüten schleiern Meer und Himmel,&#10;eintönig grau, wie blindgewordene Spiegel, und re-&#10;gungslos dazwischen steht das Land.&#10;Eine Menge Licht ist in der Luft; ein Licht jedoch,&#10;das keine Schatten hat, gleichmäßig und zerteilt, so&#10;daß man kaum erkennt, obs Mittag oder Abend und&#10;wo die Sonne steht.&#10;Die Oie hängt wie ein rötlich Wolkenbild im Dunst&#10;und ein paar Boote mit kupfergelben Segeln kriechen&#10;an ihm hin, gleich großen Motten, die an einer Fen-&#10;sterscheibe aufwärts wollen.&#10;Nun taucht ein Dampfer aus der Tiefe und langhin&#10;ballt sein Rauch in runden dunkeln Wolken sich aufs&#10;Wasser.&#10;Kein Laut, kein Ton! Mit dumpfem Schlafe liegt&#10;der Sommer im Gelände und alles halbbeklommen&#10;hält den Atem an, als müsse jeden Augenblick ein &amp;hellip;&#10;Klang, ein &amp;hellip; Ruf, ein &amp;hellip; Schrei dies Schweigen bre-&#10;chen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spielmann</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spielmann/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spielmann/</guid><description>&lt;p&gt;Unterm Kinn die Violine,&#10;die Augen aus fernem Land,&#10;seine weiße Hand&#10;reißt die Saiten wilder und wilder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Seelen werden wach,&#10;Auferstehungstag.&#10;Einen Engel sieht man flüchten,&#10;wie vor wirren Balsamdüften.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spitzköpfig kommt er...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spitzkoepfig-kommt-er/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spitzkoepfig-kommt-er/</guid><description>&lt;p&gt;Spitzköpfig kommt er über die Dächer hoch&#10;Und schleppt seine gelben Haare nach,&#10;Der Zauberer, der still in die Himmelszimmer steigt&#10;In vieler Gestirne gewundenem Blumenpfad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Tiere unten im Wald und Gestrüpp&#10;Liegen mit Häuptern sauber gekämmt,&#10;Singend den Mond-Choral. Aber die Kinder&#10;Knien in den Bettchen in weißem Hemd.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meiner Seele unendliche See&#10;Ebbet langsam in sanfter Flut.&#10;Ganz grün bin ich innen. Ich schwinde hinaus&#10;Wie ein gläserner Luftballon.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Spruch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/spruch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/spruch/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ihr mich weinen seht,&#10;fragt nicht, warum.&#10;Leid, das in Tränen steht,&#10;tröstet sich stumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ihr mich fluchen hört,&#10;stimmt mich nicht mild.&#10;Zorn, der sich laut empört,&#10;schmilzt, wenn er schilt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch wenn ich trink und lach,&#10;lad ich euch ein.&#10;Freude wird grau und schwach,&#10;bleibt sie allein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stadt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Unsere Stadt ist gar nicht absolut.&#10;In die roten, gefleckten Wolkenmassen&#10;Sinken die Häuser abends wie zerlassen.&#10;Voller Detail. Straßen und Lampenflut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Behändetes Café voll Köpfen kocht.&#10;Im Rock aus Schrei steht Litfaßsäule steif.&#10;Wind fliegt vorbei als dunkler Pferdeschweif.&#10;Und Hurenlächeln brennt am Kleiderdocht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tagestrottoir beschreiten dunkel Träger.&#10;Kleider mit alten Flecken roten Munds.&#10;Antlitz, auf Hirn gefaltet, friert blutlos.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach: nahten reicherblutig Wälder uns&#10;Der Stadt entschritten! Und wärmend und bloß&#10;Himmel der Farbige, der blaue Neger.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Städter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/staedter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/staedter/</guid><description>&lt;p&gt;Nah wie Löcher eines Siebes stehn&#10;Fenster beieinander, drängend fassen&#10;Häuser sich so dicht an, dass die Straßen&#10;Grau geschwollen wie Gewürgte sehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ineinander dicht hineingehakt&#10;Sitzen in den Trams die zwei Fassaden&#10;Leute, wo die Blicke eng ausladen&#10;Und Begierde ineinander ragt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsre Wände sind so dünn wie Haut,&#10;Dass ein jeder teilnimmt, wenn ich weine,&#10;Flüstern dringt hinüber wie Gegröhle:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie stumm in abgeschlossner Höhle&#10;Unberührt und ungeschaut&#10;Steht doch jeder fern und fühlt: alleine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stammbuchblatt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchblatt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchblatt/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist Liebe? Eine zarte Blume,&#10;Die zerflattert, wenn die Hand sie pflückt,&#10;Eine Göttin, die im Heiligtume&#10;Nur durch Anschaun Sterbliche beglückt,&#10;Eine Biene, die mit leichtem Wallen&#10;Wenig Stunden um die Kelche summt,&#10;Eine Melodie der Nachtigallen,&#10;Die nach kurzem Lenz verstummt.&#10;Was ist Freundschaft, was ist Seelengüte,&#10;Was der Herzen süße Sympathie?&#10;Ach! aus bessern Welten eine Blüte,&#10;In der Erden Lüften reift sie nie.&#10;Was ist Tugend? in dem Lumpenkittel&#10;Predigt sie: ein Nichts ist Ruhm und Gold!&#10;Was ist Wahrheit? in dem Narrenspittel&#10;Reicht man ihr den Gnadensold.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stammbuchblätter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchblaetter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stammbuchblaetter/</guid><description>&lt;p&gt;Mit Lauras Bilde&#10;Im Namen eines Freundes&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um einen Myrtenzweig sich zu ersingen&#10;Schickt seinen Schwan Petrarka Lauren nach,&#10;Mit Lorbeerreisern füllt er das Gemach,&#10;Doch kann er in den Myrtenhain nicht dringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da zieht er durch die Welt mit hellem Klingen,&#10;Schlägt mit den Flügeln an das teure Haus,&#10;Man reicht ihm den Zypressenkranz hinaus,&#10;Allein die Myrte kann er nicht erringen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Freund, wohl ist der Lorbeer uns versagt,&#10;Doch laß uns um den schnöden Preis nicht klagen,&#10;Von Dornen und Zypressen rings umragt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ständchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/staendchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/staendchen/</guid><description>&lt;p&gt;Mach auf, mach auf! Doch leise, mein Kind,&#10;Um keinen vom Schlummer zu wecken!&#10;Kaum murmelt der Bach, kaum zittert im Wind&#10;Ein Blatt an den Büschen und Hecken;&#10;Drum leise, mein Mädchen, daß nichts sich regt,&#10;Nur leise die Hand auf die Klinke gelegt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit Tritten, wie Tritte der Elfen so sacht,&#10;Die über die Blumen hüpfen,&#10;Flieg leicht hinaus in die Mondscheinnacht,&#10;Zu mir in den Garten zu schlüpfen!&#10;Rings schlummern die Blüten am rieselnden Bach&#10;Und duften im Schlaf; nur die Liebe ist wach!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Standesmäßig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/standesmaessig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/standesmaessig/</guid><description>&lt;p&gt;Einst reist ich durch ein Städtchen fein.&#10;Ein schöner Morgen. Die Uhr schlug neun.&#10;Das Städtchen fein wolt ich besehn,&#10;Hub an Straß auf Straß ab zu gehn.&#10;Arbeitsam lärmt der ganze Ort,&#10;Es hämmert hier, es klopfet dort,&#10;Der trägt das her, der schleppt das hin:&#10;Wie wohl ward mir dabei zu Sinn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf grünem Kirchhof blieb ich stehn&#10;Und sah ein Haus fast groß und schön,&#10;Doch Thür und Fensterladen zu&#10;Und alles still in todter Ruh.&#10;Ich ruf ein Mädel zu mir hin:&#10;»Solch schönes Haus und niemand drin?«&#10;Ja wohl! was rechts, beim Element!&#10;»Wer wohnt denn da?« - Der Supperindent.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stanzen des Raffael</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stanzen-des-raffael/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stanzen-des-raffael/</guid><description>&lt;p&gt;Sagen Sie mir, um Vergebung, was stellt das Ding an der Wand hier&#10;Eigentlich vor? - »Ei das ist ja die Schul′ von Athen!« -&#10;So, die Schul′ von Athen? Nun führen Sie doch mich, ich bitte,&#10;Weiter, ich möcht′ auch gern Raffaels Stanzen besehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Steig auf, geliebter Schatten...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/steig-auf-geliebter-schatten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/steig-auf-geliebter-schatten/</guid><description>&lt;p&gt;Steig auf, geliebter Schatten,&#10;Vor mir in toter Nacht,&#10;Und lab mich Todesmatten&#10;Mit deiner Nähe Macht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast´s gekonnt im Leben,&#10;Du kannst es auch im Tod.&#10;Sich nicht dem Schmerz ergeben&#10;War immer dein Gebot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So komm, still meine Tränen,&#10;Gib meiner Seele Schwung,&#10;Und Kraft den welken Sehnen,&#10;Und mach mich wieder jung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sterben kann ich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sterben-kann-ich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sterben-kann-ich/</guid><description>&lt;p&gt;Sterben kann ich,&#10;Knecht sein kann ich nicht.&#10;Auch Deutschland geknechtet&#10;sehen kann ich nicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sterne mit den goldnen Füßchen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sterne-mit-den-goldnen-fuesschen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sterne-mit-den-goldnen-fuesschen/</guid><description>&lt;p&gt;Sterne mit den goldnen Füßchen&#10;Wandeln droben bang und sacht,&#10;Daß sie nicht die Erde wecken,&#10;Die da schläft im Schoß der Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sternlose Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sternlose-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sternlose-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Gewölk hat umgebracht&#10;Den letzten Sternenfunken;&#10;In rabenschwarze Nacht&#10;Ist Fels und Tann versunken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin ein Erlenstumpf,&#10;Dran bleicher Moder glimmert,&#10;Ein gärend fauler Sumpf,&#10;Wo scheu das Irrlicht flimmert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unheimlich düstre Welt,&#10;Du Tummelplatz für Toren!&#10;Bin gänzlich unbestellt&#10;In dich hineingeboren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sag an, was hast du für&#10;Mit deinem bangen Kinde?&#10;Und hast du keine Tür,&#10;Wo ich den Ausgang finde?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gewölk hat umgebracht&#10;Den letzten Sternenfunken;&#10;In rabenschwarze Nacht&#10;Ist Fels und Tann versunken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stets wandeln wir</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stets-wandeln-wir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stets-wandeln-wir/</guid><description>&lt;p&gt;Stets wandeln wir dem Abgrund dicht,&#10;Wo Tief und Dunkel schrecken,&#10;Aus dem ein Tod und letzt′ Gericht&#10;Die Drachenhälse recken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir wandeln, ahnen nicht Gefahr,&#10;So sorglos hin wie Kinder.&#10;Da strauchelst du und gleitest gar&#10;Und gleitest ab geschwinder!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt gilt′s! Ist keine Latsche da,&#10;An der du dich kannst halten?&#10;Umfassen nicht, dem Sturze nah,&#10;Dich rettende Gestalten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Humor, so heißt die Latsche schlicht,&#10;Gleich Göttern hochgeboren -&#10;erhaschst du sie im Gleiten nicht,&#10;Dann, Freund, bist du verloren!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stiftungslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stiftungslied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stiftungslied/</guid><description>&lt;p&gt;Was gehst du, schöne Nachbarin,&#10;Im Garten so allein?&#10;Und wenn du Haus und Felder pflegst,&#10;Will ich dein Diener sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Bruder schlich zur Kellnerin&#10;Und ließ ihr keine Ruh′;&#10;Sie gab ihm einen frischen Trunk&#10;Und einen Kuß dazu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mein Vetter ist ein kluger Wicht,&#10;Er ist der Köchin hold;&#10;Den Braten dreht er für und für&#10;Um süßen Minnesold.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die sechse, die verzehrten dann&#10;Zusammen ein gutes Mahl,&#10;Und singend kam ein viertes Paar&#10;Gesprungen in den Saal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stille Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Könnt′ ich dich in Liedern preisen,&#10;Säng′ ich dir das längste Lied.&#10;Ja, ich würd′ in allen Weisen&#10;Dich zu singen nimmer müd′!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch was immer mich betrübte,&#10;Ist, daß ich nur immer stumm&#10;Tragen kkann dich, Herzgeliebte,&#10;In des Busens Heiligtum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieser Schmerz hat mich bezwungen,&#10;Daß ich sang dies kleine Lied,&#10;Doch von bitterm Leid durchdrungen,&#10;Daß noch keins auf dich geriet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stille Tränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-traenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stille-traenen/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist vom Schlaf erstanden&#10;Und wandelst durch die Au.&#10;Da liegt ob allen Landen&#10;Der Himmel wunderblau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So lang du ohne Sorgen&#10;Geschlummert schmerzenlos,&#10;Der Himmel bis zum Morgen&#10;Viel Tränen niedergoß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In stillen Nächten weinet&#10;Oft mancher aus dem Schmerz,&#10;Und morgens dann ihr meinet,&#10;Stets fröhlich sei sein Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stiller Augenblick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stiller-augenblick/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stiller-augenblick/</guid><description>&lt;p&gt;Fliehendes Jahr, in duftigen Schleiern&#10;Streifend an abendrötlichen Weihern,&#10;Wallest du deine Bahn;&#10;Siehst mich am kühlen Waldsee stehen,&#10;Wo an herbstlichen Uferhöhen&#10;Zieht entlang ein stummer Schwan.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Still und einsam schwingt er die Flügel,&#10;Tauchet in den Wasserspiegel,&#10;Hebt den Hals empor und lauscht;&#10;Taucht zum andern Male nieder,&#10;Richtet sich auf und lauschet wieder,&#10;Wie&amp;rsquo;s im flüsternden Schilfe rauscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und in seinem Tun und Lassen&#10;Will&amp;rsquo;s mich wie ein Traum erfassen,&#10;Als ob&amp;rsquo;s meine Seele wär,&#10;Die verwundert über das Leben,&#10;Über das Hin- und Widerschweben,&#10;Lugt&amp;rsquo; und lauschte hin und her.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stiller Gang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stiller-gang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stiller-gang/</guid><description>&lt;p&gt;Der Abend graut; Herbstfeuer brennen.&#10;Über den Stoppeln geht der Rauch entzwei.&#10;Kaum ist mein Weg noch zu erkennen.&#10;Bald kommt die Nacht; ich muß mich trennen.&#10;Ein Käfer surrt an meinem Ohr vorbei.&#10;Vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stilles Grab</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stilles-grab/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stilles-grab/</guid><description>&lt;p&gt;Tief im Schatten kühler Bäume&#10;Lag ich still im Waldesgrün,&#10;Uns den Blättern sahn, wie Träume,&#10;Blüten hell im Abendglühn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Zweige hingen nieder,&#10;Liebeathmend, auf mein Haupt,&#10;Und das Grün hielt mir die Glieder&#10;Bis ins Herz hinein umlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alles schwieg! — die Luft bewegte&#10;Nicht ein Blatt, das Kühlung gab,&#10;Und mir war es so, als legte&#10;Mich der Tod ins stille Grab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stimme der Mutter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stimme-der-mutter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stimme-der-mutter/</guid><description>&lt;p&gt;Lag ich als Kind&#10;Schlaflos, ängstlich,&#10;Sang die Mutter&#10;Mit sanfter Stimme,&#10;Bis der Schlummer&#10;Die träumenden Augen&#10;Leise mir schloss.-&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Längst verklangen&#10;Die Wiegenlieder;&#10;Wuchs der Mutter&#10;Über den Kopf&amp;hellip;&#10;Wer singt heut′ mir&#10;Tröstliche Lieder?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das bist du,&#10;Hehre Stimme&#10;Im Gebrause&#10;Des Frühlingssturmes&#10;Und im Flüstern&#10;Fallenden Regens.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lauschen will ich und liegen&#10;Wie ein Wiegekind;&#10;Singe, treue Mutter,&#10;Schläf′re dein banges Kind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stolz sei wer Mensch sich fühlet...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stolz-sei-wer-mensch-sich-fuehlet/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stolz-sei-wer-mensch-sich-fuehlet/</guid><description>&lt;p&gt;Stolz sei wer Mensch sich fühlet! sein Wesen ist&#10;Gehoben aus dem ewigen Feuerborn,&#10;Ein edler Funke; seine Seele&#10;Ausguß der Gottheit und unvertilgbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du bist ein Mensch; drum hebe zum Himmel stolz&#10;Dein Haupt, und blick umher, und verachte den,&#10;Der seines Menschenadels unwert,&#10;Schmählichem Joche den Nacken reichet!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Strahlen wie Sterne duftig klar...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/strahlen-wie-sterne-duftig-klar/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/strahlen-wie-sterne-duftig-klar/</guid><description>&lt;p&gt;Strahlen wie Sterne duftigklar&#10;Mir deine Augen, die tiefblauen,&#10;Zieht mich ein Sehnen wunderbar&#10;Nach selig-fernen Himmelsauen.&#10;Die echte Liebe treu und wahr,&#10;Wähn&amp;rsquo; ich auf sonnigem Grund zu schauen,&#10;Als kennt&amp;rsquo; ich dich schon viele Jahr&amp;rsquo;,&#10;Möcht&amp;rsquo; ich die Seele dir vertrauen.&#10;Reich&amp;rsquo; mir zum Kuß die Lippen dar,&#10;O runzle nicht die zarten Brauen,&#10;Umduftet süß von deinem Haar,&#10;Laß Frieden auf mich niederthauen.&#10;Ich bin so glück- und trostesbar&amp;hellip;&#10;O maienschönste aller Frauen&#10;Sei du dem flügellahmen Aar&#10;Die Sonne in der Nebel Grauen! &amp;hellip;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Strephon an Seraphinen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/strephon-an-seraphinen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/strephon-an-seraphinen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich beklage mich,&#10;Brachtst du gleich mich ins Gedränge,&#10;Ueber meines Schicksals Strenge,&#10;Schöner Feind! nicht über dich.&#10;Alle Schmerzen die ich leide,&#10;Sind nicht werth der Augenweide&#10;Athemlos vor dir zu stehn.&#10;Will mein Stolz sich drüber kränken,&#10;Gleich geb ich ihm zu bedenken:&#10;Kann man Engel ohne Schmerzen sehn?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sturmangriff</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sturmangriff/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sturmangriff/</guid><description>&lt;p&gt;Aus allen Winkeln gellen Fürchte Wollen&#10;Kreisch&#10;Peitscht&#10;Das Leben&#10;Vor&#10;Sich&#10;Her&#10;Den keuchen Tod&#10;Die Himmel fetzen.&#10;Blinde schlächtert wildum das Entsetzen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sturmflut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sturmflut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sturmflut/</guid><description>&lt;p&gt;Gleichwie des Meeres Wogen dann und wann,&#10;Den Damm zerreißend, mächtig überfluten,&#10;Erscheinen jedem Menschen auch Minuten&#10;Wo er sein Elend nicht verschweigen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sich selber überstürzend, naht es dann,&#10;Aufwachen Qualen, die nur scheintot ruhten,&#10;Vernarbte Wunden fangen an zu bluten,&#10;Und es zerbricht des Schweigens starrer Bann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie das Meer, gepeitscht, der Stürme Spiel,&#10;Aufrast und tobt und um Erlösung schreit,&#10;So gellt der Mensch sein namenloses Leid&#10;Hinaus zur Welt, wenn nur der Bann erst fiel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stuttgart</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stuttgart/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stuttgart/</guid><description>&lt;p&gt;1&#10;Wieder ein Glück ist erlebt. Die gefährliche Dürre&#10;geneset,&#10;Und die Schärfe des Lichts senget die Blüte nicht&#10;mehr.&#10;Offen steht jetzt wieder ein Saal, und gesund ist der&#10;Garten,&#10;Und von Regen erfrischt rauschet das glänzende&#10;Tal,&#10;Hoch von Gewächsen, es schwellen die Bäch und alle&#10;gebundnen&#10;Fittige wagen sich wieder ins Reich des Gesangs.&#10;Voll ist die Luft von Fröhlichen jetzt und die Stadt&#10;und der Hain ist&#10;Rings von zufriedenen Kindern des Himmels&#10;erfüllt.&#10;Gerne begegnen sie sich, und irren untereinander,&#10;Sorgenlos, und es scheint keines zu wenig, zu viel.&#10;Denn so ordnet das Herz es an, und zu atmen die&#10;Anmut,&#10;Sie, die geschickliche, schenkt ihnen ein göttlicher&#10;Geist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Stützen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/stuetzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/stuetzen/</guid><description>&lt;p&gt;An die Stützen, die wir wanken fühlen,&#10;klammern wir uns doppelt fest.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Subiaco</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/subiaco/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/subiaco/</guid><description>&lt;p&gt;Gerne bliebst du im Kloster, im Rosengärtchen, das lieblich&#10;Wie ein Märchen so hoch über dem Anio hängt.&#10;Aber ein Frauengeschlecht von vollendeter üppiger Schönheit&#10;Zieht aus dem Himmel, es zieht dich auf die Erde zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sulamith</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sulamith/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sulamith/</guid><description>&lt;p&gt;O, ich lernte an deinem süßen Munde&#10;zu viel der Seligkeiten kennen!&#10;Schon fühl&amp;rsquo; ich die Lippen Gabriels&#10;auf meinem Herzen brennen&amp;hellip;&#10;und die Nachtwolke trinkt&#10;meinen tiefen Cederntraum.&#10;O, wie dein Leben mir winkt!&#10;Und ich vergehe&#10;mit blühendem Herzeleid!&#10;Und verwehe im Weltraum,&#10;in Zeit,&#10;in Ewigkeit,&#10;und meine Seele verglüht in den Abendfarben&#10;Jerusalems.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Suleika</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/suleika/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/suleika/</guid><description>&lt;p&gt;Hochbeglückt in deiner Liebe&#10;Schelt′ ich nicht Gelegenheit;&#10;Ward sie auch an dir zum Diebe,&#10;Wie mich solch ein Raub erfreut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Warum läßt du dich berauben?&#10;Gib dich mir aus freier Wahl;&#10;Gar zu gerne möcht ich glauben -&#10;Daß dein Herz ich selber stahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was so willig du gegeben,&#10;Bringt dir herrlichen Gewinn;&#10;Meine Ruh, mein reiches Leben&#10;Geb ich freudig, nimm es hin!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Scherze nicht! Nichts von Verarmen!&#10;Macht uns nicht die Liebe reich?&#10;Halt ich dich in meinen Armen,&#10;Welch ein Glück ist meinem gleich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Sursum corda!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/sursum-corda/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/sursum-corda/</guid><description>&lt;p&gt;Wir wollen nie an Tod und Krankheit denken:&#10;Was in uns Wert hat, das gehört dem Leben -&#10;Wir wollen′s ihm und der Gesundheit geben&#10;Und nichts davon dem Nachtverfallnen schenken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Funken, die da sprühn in unserm Hirne,&#10;Die Glut, die fühlt und will in unserm Blute,&#10;Sie sollen freudetreu mit stolzem Mute&#10;Verschwistert grüßen leuchtende Gestirne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn die Feuer in uns selbst verglühen,&#10;Dann gelt′ es uns als ganzes Überwinden,&#10;Daß aus der Asche, drinnen wir verschwinden,&#10;Lichtfrohe neue Lebenswunder blühen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Süsigkeit der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/suesigkeit-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/suesigkeit-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Die Götter thaten, uns zu necken,&#10;Schmerz, Sorgen, Krankheit, Mangel, Schwermuth&#10;Und alle Gattungen von Übel&#10;Vorzeiten in Pandorens Büchse;&#10;Allein Cythere, unsre Freundin,&#10;That ihren Sohn dazu: derselbe&#10;Versüst uns nun die Übel alle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Syrakus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/syrakus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/syrakus/</guid><description>&lt;p&gt;Ja ganz, Marcell, hast du die Gewaltige&#10;Zermalmet, oder glaub′ ich der Thräne, die&#10;Du ihr geweint, war′s nicht dein Adler&#10;Doch, dein gefürchteter Bote, Vater,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Blitze schleudert und Schicksalsrath vollbringt,&#10;Trinakriens vierstädtiges Rom hat er′s&#10;Zermalmt und weggetilgt vom Boden,&#10;Tempel zertrümmert und Burg und Mauer?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Des Denkers selbst, des völkerzerstörenden,&#10;Geschonet nicht, und schlangenbekränzt von Mund&#10;Zu Mund gereicht des Wahnsinns Becher,&#10;Den mit der Flamme der Mordwuth Eris&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Syringen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/syringen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/syringen/</guid><description>&lt;p&gt;Fast überirdisch dünkt mich euer Grüßen,&#10;Syringen ihr, mit eurem Duft, dem süßen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach Geisterweise weiß ich euch zu werten:&#10;ein Duftgesang, er ist mir′s von Verklärten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gott, wie ich doch in dieser blauen Kühle&#10;der Blumenwolke hier mich wohlig fühle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Süß heimlich ahnend, was hineinverwoben,&#10;wie fühl ich mich so frei, so stolz gehoben!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin ich es selbst, des einstig Erdenwesen&#10;nun auch einmal zu solchem Glanz genese?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sind′s meine Lieben, die, ach längst begraben,&#10;in diesen Düften Fühlung mit mir haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tagelied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tagelied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tagelied/</guid><description>&lt;p&gt;Da nacht den neuen morgen noch umschattet&#10;und dein gemach&#10;(Ein sichres dach)&#10;Noch lange freuden uns gestattet:&#10;Was soll dein leises weinen&#10;Und dein weher blick?&#10;- Des glückes stunden meinen&#10;Für mich ein missgeschick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es tröste dich mein schwur&#10;Dass du auch fürder keusch mir bist&#10;Und ich zu deinen füssen&#10;Ergeben dich als engel nur&#10;Beschauen will und grüssen -&#10;Dein ganzer leib mir lieb und heilig ist -&#10;An jedem glied&#10;Mein haupt mit inbrunst hängt&#10;Und mit gesenktem lid&#10;So wie man Gott empfängt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tamerlan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tamerlan/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tamerlan/</guid><description>&lt;p&gt;Unwirtlich&#10;Leben soll kommen.&#10;Munter will ich es haben,&#10;Munter von zuckenden Toden,&#10;Denn das nur ist echt.&#10;Reiche will ich zusammen mir reißen,&#10;Wie einer, der friert,&#10;Um sich versammelt die Decken.&#10;Meinen kleinen häßlichen&#10;Braunen Körper&#10;Den will ich verstecken&#10;Unter tausend großblumigen Decken.&#10;Die Blumen sind rot,&#10;Die großen Blumen&#10;Vom Blute der Männer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tanagra</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tanagra/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tanagra/</guid><description>&lt;p&gt;Ein wenig gebrannter Erde,&#10;die von großer Sonne gebrannt.&#10;Als wäre die Gebärde&#10;einer Mädchenhand&#10;auf einmal nicht mehr vergangen;&#10;ohne nach etwas zu langen&#10;zu keinem Dinge hin,&#10;aus ihrem Gefühle führend,&#10;nur an sich selber rührend&#10;wie eine Hand ans Kinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir heben und wir drehen&#10;eine und eine Figur;&#10;wir können fast verstehen&#10;weshalb sie nicht vergehen, -&#10;tiefer und wunderbarer&#10;hängen an dem was war&#10;und lächeln: ein wenig klarer&#10;vielleicht als vor einem Jahr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tasso</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tasso/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tasso/</guid><description>&lt;p&gt;Du wirst bleiben, so lange Musik und melodischer Wohllaut&#10;Dein entzückendes Welsch noch sich zur Wiege bestimmt,&#10;Und so lange die Lieb′ in zärtlichem Feuer die Sprache&#10;Der Musik, und des Reichs lieblicher Töne sich wählt.&#10;Aber Homer, er gefällt mir schon nicht im Virgil, wie gefiele&#10;Darum in deinem Gedicht, Tasso, mir gar nun Virgil?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tausendmale werd ich schlafen gehen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tausendmale-werd-ich-schlafen-gehen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tausendmale-werd-ich-schlafen-gehen/</guid><description>&lt;p&gt;Tausendmale werd ich schlafen gehen,&#10;Wandrer ich, so müd und lebenssatt;&#10;Tausendmale werd ich auferstehen,&#10;ich Verklärter in der seligen Stadt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tausendmale werde ich noch trinken,&#10;Wandrer ich, aus des Vergessens Strom;&#10;Tausendmale werd ich niedersinken,&#10;ich Verklärter, in dem seligen Dom.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tausendmale werd ich von der Erden&#10;Abschied nehmen durch das finstre Tor;&#10;Tausendmale werd ich selig werden,&#10;ich Verklärter, in dem seligen Chor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Telefonischer Ferngruß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/telefonischer-ferngruss/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/telefonischer-ferngruss/</guid><description>&lt;p&gt;Ich grüße dich durchs Telefon,&#10;Guten Morgen, du Gutes!&#10;Ich sauge deiner Stimme Ton&#10;In die Wurzeln meines Mutes.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich küsse dich durch den langen Draht.&#10;Du Meinziges, du Liebes!&#10;Was ich dir - nahe - je Böses tat,&#10;Aus der Ferne bitt ich: Vergib es!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bist du gesund? - Gut? - Was? - Wieviel? -&#10;Nimm′s leicht! - Vertraue! - Und bleibe&#10;Mir mein. - - Wir müssen dies Wellenspiel&#10;Abbrechen - - Nein &amp;ldquo;dir&amp;rdquo; Dank! - - Ich schreibe!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tempel der Minerva Medica</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tempel-der-minerva-medica/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tempel-der-minerva-medica/</guid><description>&lt;p&gt;Armer Tempel, wie droht dein Rundgewölbe zu stürzen,&#10;Nur das mächt′ge Gebälk hält dein verwittert Gebäu.&#10;Wenn die Weisheit nichts gilt, die heilende, fällt auch der Tempel,&#10;Und aus Sonderbarkeit hält man das Ding noch so so.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tempel des Antoninus Pius</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tempel-des-antoninus-pius/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tempel-des-antoninus-pius/</guid><description>&lt;p&gt;Alles in unserer Zeit ist archäologisch geworden,&#10;Und das Alterthum gilt mehr als im Alterthum einst.&#10;Vetturine sind nun von klassischem Schwindel ergriffen:&#10;Alsbald, wie sie dein Thor, ewige Roma passirt;&#10;Rasch den Corso hinab, mit Wagen, Gepäck und mit Rossen&#10;Geht′s in den Tempel sogleich, in die Dogana hinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tempel in Cori</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tempel-in-cori/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tempel-in-cori/</guid><description>&lt;p&gt;Bist du des Helden Tempel, der hier dem blumigen Felsen,&#10;Einem Elysium hier, Myrthen und Rosen entragt,&#10;Wahrlich dann bauten die Grazien dich, zum lieblichsten Denkmal,&#10;Daß dir die Göttin den Trank ewiger Jugend gereicht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Testament</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/testament/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/testament/</guid><description>&lt;p&gt;Nein, ich will nicht eher zu Grabe,&#10;eh ich nicht auch die letzten Sprossen&#10;irdischen Glückes erstiegen habe,&#10;eh ich das Leben nicht ganz genossen;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;eh ich nicht alle Frauen umschlungen,&#10;die mich durch meine Träume begleiten,&#10;eh ich nicht alle Lieder gesungen,&#10;die sich in meinem Herzen bereiten;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;eh ich nicht alle Werke gestaltet,&#10;die sich dem schaffenden Geist entbinden,&#10;eh ich der Führerpflicht nicht gewaltet,&#10;daß die Menschen ihr Wegziel finden;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Theophanie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/theophanie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/theophanie/</guid><description>&lt;p&gt;Zeigt sich der Glückliche mir, ich vergesse die Götter des Himmels;&#10;Aber sie stehn vor mir, wenn ich den Leidenden seh′.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-2/</guid><description>&lt;p&gt;Dir ist die Grazie erschienen in hoher schweigender Weihe,&#10;All′ ihre Seele hat sie, all′ ihren Ernst dir enthüllt.&#10;Denn zur Seite ging ihr der Schönheit Schwester, die Weisheit,&#10;Und erschloß dir zum Schau′n dieser Gesichte den Blick.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (3)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-3/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-3/</guid><description>&lt;p&gt;Darum irrtest du nicht, in der sinnlichen Hülle dich täuschend,&#10;Sinnen erscheint nur der Sinn, aber dem Geiste der Geist.&#10;So erkanntest du sie, wie sie ist, die Göttliche, Ernste,&#10;So begeisterte sie dich zum geweihtesten Werk.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (4)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-4/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-4/</guid><description>&lt;p&gt;Keusch war sie dir, sie nahm nur zum Schein, zum lieblichen Sinnbild&#10;Einen weiblichen Leib, einen unsterblichen um.&#10;Nur als Priester bist du in ihrem Tempel, und stellest&#10;Auf dem Altar ihr Bild, wo du sie sahest, ihr auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thorwaldsen (9)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-9/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thorwaldsen-9/</guid><description>&lt;p&gt;Aber ich schweige. Schon naht in der Kraft der Jugend und Schönheit&#10;Aus der Wohnung des Zeus mir der geflügelte Gott.&#10;Das ist die ewige Jugend, ein himmlischer Leib - und er kündet,&#10;Eben vom Vater gesandt, dir die Unsterblichkeit an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen/</guid><description>&lt;p&gt;Wie sanft naht jene Trauermelodie&#10;Mir durch des Abends leise Dämmerhülle.&#10;Aus Deines Tones wunderbarer Fülle&#10;Entquillt mir Trost in süsser Harmonie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es schwebt die Stimme meiner innern Schmerzen&#10;Auf Deinen Saiten, und sie bringen mir,&#10;Herbei gelockt, Geliebteste! von Dir&#10;Das still ersehnte Labsal kranker Herzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn meinen Busen hob ein banges Sehnen -&#10;Ich danke Dir, Du hast es mir versüsst,&#10;Hast mir gegeben, was mich freundlich grüsst,&#10;Die lang entbehrte Lind′rung stiller Thränen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Thränen des Vaterlandes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-des-vaterlandes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/thraenen-des-vaterlandes/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!&#10;Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun&#10;Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun&#10;Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Türme stehn in Glut, die Kirch&amp;rsquo; ist umgekehret.&#10;Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,&#10;Die Jungfern sind geschänd&amp;rsquo;t, und wo wir hin nur schaun&#10;Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tief unter mir ist alle Welt geschwunden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tief-unter-mir-ist-alle-welt-geschwunden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tief-unter-mir-ist-alle-welt-geschwunden/</guid><description>&lt;p&gt;Tief unter mir ist alle Welt geschwunden&#10;Seit ich an eines schönen Geistes Hand,&#10;Die Binde von den Augen losgebunden,&#10;Auf meines Daseins höchster Zinne stand,&#10;Ist alle Lust oft rund um mich gewunden&#10;Weil sich die Liebe schaffend um mich wand,&#10;Auch wird wohl einst mein krankes Herz gesunden&#10;Hab ich die Aussicht wieder nur gefunden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tiere im Wald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tiere-im-wald/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tiere-im-wald/</guid><description>&lt;p&gt;Wald, wie betreuend&#10;verhüllst du die Tiere&#10;in deinem unendlichen&#10;Rauschen und Schweigen.&#10;Fern den Menschen&#10;sind sie am schönsten.&#10;Geheim im Blau.&#10;Selten, dass dir ein Reh&#10;am Waldrand scheulos begegnet.&#10;Den runden Tierblick&#10;in deine Menschenaugen taucht.&#10;- Und ward es dir nicht&#10;wie ein geisterhaftes Berühren,&#10;Wink aus dem Zwischenreich,&#10;deine Sehnsucht schmerzend -?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tiere und Bäume&#10;sind sinnvoll verschwistert,&#10;teilen des Waldes Geheimnis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tiflis 1.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tiflis-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tiflis-1/</guid><description>&lt;p&gt;Verschiedenes&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Wasser wogt die Lilie, die blanke, hin und her.&#10;Doch irrst du, Freund, sobald du sagst, sie schwanke hin und her!&#10;Es wurzelt ja so fest ihr Fuß im tiefen Meeresgrund,&#10;Ihr Haupt nur wiegt ein lieblicher Gedanke hin und her.&#10;Platen&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wodurch ist Schiras wohl, die Stadt,&#10;Berühmt mit Ros′ und Wein geworden?&#10;Wodurch berühmt der Roknabad,&#10;Berühmt Mosellas Hain geworden?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht ihre Schönheit war der Grund,&#10;Viel Schöneres auf Erden gibt es -&#10;Sie sind berühmt durch dein Gedicht,&#10;Durch dich, Hafis! allein geworden!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tivoli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tivoli/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tivoli/</guid><description>&lt;p&gt;Haine glänzen, es donnern die Stürze des Anio, es stäuben&#10;Kaskatellen, es grau′n Tempel und Villen umher.&#10;Wunder bietet die Vorwelt dir an, und Wunder die Mitwelt,&#10;Ueber die schäumende Kluft herrscht die Sibylle noch heut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tizian′s Venus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tizians-venus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tizians-venus/</guid><description>&lt;p&gt;Das ist Venus, die Göttin, die hohe olympische Schönheit?&#10;Nicht die Venus ist das, aber der Venus Geschöpf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Toast</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/toast/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/toast/</guid><description>&lt;p&gt;an Goethe&amp;rsquo;s achtzigstem Geburtstage,&#10;an der türkischen Gränze ausgebracht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viele Sänger gibt&amp;rsquo;s in allen Landen,&#10;Wohlberufen, kundig alles Schönen,&#10;Werth, daß Menschenhände, sie zu krönen,&#10;Rosenzweige reihn zu duft&amp;rsquo;gen Banden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So auch glühn auf allen Bergen Trauben,&#10;Werth, daß Hebe sie in goldnen Schalen&#10;Göttern reiche bei den Freudenmahlen&#10;In den heitern, ewig grünen Lauben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch nur einen Wein hat es gegeben,&#10;Der Unsterblichen selbst dünkt der beste,&#10;Den sie trinken bei dem schönsten Feste:&#10;Saft, gekeltert aus Tokaier Reben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tod und Schlaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tod-und-schlaf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tod-und-schlaf/</guid><description>&lt;p&gt;Tod ist ein langer Schlaf. Schlaf ist ein kurzer Tod,&#10;der lindert dir, und jener tilgt des Lebens Not!&#10;Tod ist ein langer Schlaf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todes-Erfahrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todes-erfahrung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todes-erfahrung/</guid><description>&lt;p&gt;Wir wissen nichts von diesem Hingehn, das&#10;nicht mit uns teilt. Wir haben keinen Grund,&#10;Bewunderung und Liebe oder Haß&#10;dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;tragischer Klage wunderlich entstellt.&#10;Noch ist die Welt voll Rollen, die wir spielen.&#10;Solang wir sorgen, ob wir auch gefielen,&#10;spielt auch der Tod, obwohl er nicht gefällt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch als du gingst, da brach in diese Bühne&#10;ein Streifen Wirklichkeit durch jenen Spalt&#10;durch den du hingingst: Grün wirklicher Grüne,&#10;wirklicher Sonnenschein, wirklicher Wald.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todesgedanken im Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todesgedanken-im-fruehling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todesgedanken-im-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Welche Stimme schallet&#10;Vom Gebirg und wallet&#10;Um mein lauschend Ohr;&#10;Welche Silbertöne&#10;Rufen: »meine Schöne&#10;Auf! und tritt hervor.«&#10;Schaue nur,&#10;Wie die Natur&#10;Sich in ihrer Pracht erhebet&#10;Und auf′s neue lebet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnee und Regengüsse&#10;Sind dahin. Die Flüsse&#10;Wandeln ihren Lauf&#10;Komm aus deiner Hütte,&#10;Unter deinem Schritte&#10;Sprossen Blumen auf.&#10;Komm und schau&#10;Den Morgenthau&#10;Tausend goldne Sonnenstrahlen&#10;Auf die Veilchen malen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Balsamreiche Düfte&#10;Schwimmen durch die Lüfte;&#10;Denn der Weinstock blüht&#10;Hör! die Turteltaube&#10;Girrt aus jener Laube&#10;Dir ein Frühlingslied.&#10;Auf! der Mal&#10;Flieht sonst vorbei.&#10;Sieh, die Feigenbäume zeigen&#10;Knoten an den Zweigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todeslust</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todeslust/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todeslust/</guid><description>&lt;p&gt;Bevor er in die blaue Flut gesunken,&#10;Träumt noch der Schwan und singet todestrunken;&#10;Die sommermüde Erde im Verblühen&#10;Läßt all ihr Feuer in den Trauben glühen;&#10;Die Sonne, Funken sprühend, im Versinken,&#10;Gibt noch einmal der Erde Glut zu trinken,&#10;Bis, Stern auf Stern, die Trunkne zu umfangen,&#10;Die wunderbare Nacht ist aufgegangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze II.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-ii/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-ii/</guid><description>&lt;ol start="9"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Und als er ausgeredet, da umschlingen&#10;Mich seine Arme: rings um mich gebreitet&#10;Hat er den Mantel, der in weiten Falten&#10;Uns Beid′ umhüllet! Wie ein Segel gleitet,&#10;So, durch den Raum des blauen Aethers, schwingen&#10;Wir uns von dannen, und die Wolken spalten&#10;Sich, wo den Weg wir halten.&#10;Tief unter mir konnt′ wechselnd Höhn und Auen,&#10;Und Saatgefilde, Wälder, Ströme, Brücken&#10;Und Städt′ und Weiler ich vor meinen Blicken&#10;Weit in der Landschaft hingestreuet schauen;&#10;Und endlich jene Riesenberg′ erkennen,&#10;Die alte Landesmarken trennen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze IX.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-ix/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-ix/</guid><description>&lt;ol start="104"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wieder weiter schwebten wir; den blauen&#10;Krystall des Himmels sah ich in den Wellen&#10;Sich freundlich spiegeln, sah zu meinen Füßen&#10;Die Dünen erst, die Wälder dann, und hellen&#10;Gefilde Brabants, bis in üpp′gen Gauen&#10;Die hochgethürmten Münster mich begrüßen,&#10;Bespült von breiten Flüssen,&#10;Die altehrwürd′gen Städte sich erheben,&#10;Wo deutsches Wort tönt, deutsche Herzen schlagen,&#10;Die Treue heimisch wohnt seit ew′gen Tagen,&#10;Die Geister kühn im Licht der Wahrheit streben!&#10;Du Herz Europa′s: Mög′ ein Gott den alten,&#10;Gesunden, freien Pulsschlag dir erhalten! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze VII.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-vii/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-vii/</guid><description>&lt;ol start="77"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;»Willst Du ein andres Dichterbild betrachten,&#10;Komm′ über′s Meer, das Englands Strand bespület,&#10;Und jene weißen Klippen, die es schirmen,&#10;Erzürnt, in ew′ger Brandung rings umwühlet. –&#10;Sieh grau Gewölk die Landschaft dort umnachten,&#10;Dort, wo die Burg mit ihren alten Thürmen&#10;Die Felsenbrust den Stürmen&#10;Preis gibt, und kühn empor die Riesenglieder&#10;Zum finstern, sternenlosen Himmel strecket! –&#10;Horch, wie es saus′t! Die Krähen fliehn erschrecket! –&#10;Die Wetterfahne rasselt hin und wieder&#10;Im Zug der Winde, die der grauen Eichen&#10;Verworrne Wipfel schauerlich durchstreichen!« –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Todtenkränze VIII.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-viii/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/todtenkraenze-viii/</guid><description>&lt;ol start="90"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Arglist′ger Geist, Du sollst mich nicht berücken!&#10;Gab ich zur Antwort. – Jene Grabeshügel,&#10;Zu denen Du mich leitend hast getragen,&#10;Auf rascher Lüfte leichtbewegtem Flügel,&#10;Wohl glaub′ ich, daß sie wunde Herzen drücken!&#10;Doch warum zeigst Du diese? laß mich fragen. –&#10;In den vergangnen Tagen,&#10;Wie in den unsern, hat die Welt gesehen&#10;Befleckt den Lorbeer durch der Ehrsucht Streben,&#10;Sah Liebe sich unsel′ge Bande weben,&#10;Und Phantasie das Leben mißverstehen!&#10;Mag immerhin die Flamm′ ein Haus verzehren! –&#10;Doch bleibt sie Wohlthat, göttlich zu verehren! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tollheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tollheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tollheit/</guid><description>&lt;p&gt;Ist dies schon Tollheit,&#10;so hat es doch Methode.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Totentanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/totentanz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/totentanz/</guid><description>&lt;p&gt;So sterben wir, so sterben wir.&#10;Wir sterben alle Tage,&#10;Weil es so gemütlich sich sterben läßt.&#10;Morgens noch in Schlaf und Traum&#10;Mittags schon dahin.&#10;Abends scho zuunterst im Grabe drin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schlacht ist unser Freudenhaus.&#10;Von Blut ist unsere Sonne.&#10;Tod ist unser Zeichen und Losungswort.&#10;Weib und Kind verlassen wir -&#10;Was gehen sie uns an?&#10;Wenn man sich auf uns nur&#10;Verlassen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So morden wir, so morden wir.&#10;Wir morden alle Tage&#10;Unsre Kameraden im Totentanz.&#10;Bruder, reck dich auf vor mir,&#10;Bruder, deine Brust&#10;Bruder, der du fallen und sterben mußt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tränen, Tränen, die aus mir brechen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traenen-traenen-die-aus-mir-brechen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traenen-traenen-die-aus-mir-brechen/</guid><description>&lt;p&gt;Paris, Spätherbst 1913&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tränen, Tränen, die aus mir brechen,&#10;Mein Tod, Mohr, Träger&#10;meines Herzens, halte mich schräger,&#10;daß sie abfließen. Ich will sprechen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwarzer, riesiger Herzhalter.&#10;Wenn ich auch spräche,&#10;glaubst du denn, dass das Schweigen bräche?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wiege mich, Alter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trasteveriner</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trasteveriner/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trasteveriner/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sind die einzigen Römer, dem Montigianer Verachtung!&#10;Wir sind noch frei, im Moment stößt man ihm′s Messer in Leib.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trauer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trauer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trauer/</guid><description>&lt;p&gt;Traurig, traurig, o das bist du sehr,&#10;Armes Herz, so freudenlos und schwer!&#10;Doch warum, warum darf ich nicht fragen,&#10;Keine Antwort weißt du mir zu sagen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiß der Himmel, warum über ihn&#10;Düstre Wolkenschleier trauernd zieh′n,&#10;Und die Blume, die erst aufgesprossen,&#10;Warum sie der Tod so schnell geschlossen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiß der lächelnd heit′re, junge Tag,&#10;Der nur Glück und Freude spenden mag,&#10;Warum kraftlos er muß still erbleichen,&#10;Wenn sich nächt′ge Schatten auf ihn neigen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trauer der Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trauer-der-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trauer-der-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Wo die Taub′ in stillen Buchen&#10;Ihren Tauber sich erwählt,&#10;Wo sich Nachtigallen suchen,&#10;Und die Rebe sich vermählt;&#10;Wo die Bäche sich vereinen,&#10;Ging ich oft mit leichtem Scherz,&#10;Ging ich oft mit bangem Weinen,&#10;Suchte mir ein liebend Herz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O, da gab die finstre Laube&#10;Leisen Trost im Abendschein;&#10;O, da kam ein süßer Glaube&#10;Mit dem Morgenglanz im Hain;&#10;Da vernahm ich′s in den Winden,&#10;Ihr Geflüster lehrte mich:&#10;Daß ich suchen sollt′, und finden,&#10;Finden, holde Liebe! dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trauerspiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trauerspiel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trauerspiel/</guid><description>&lt;p&gt;Der Tiger schreitet seine Tagesreise&#10;Viel Meilen fort.&#10;Zuweilen gegen Abend nimmt er Speise&#10;Am fremden Ort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Eisenstäbe, alles, was dahinter&#10;Vergeht und säumt,&#10;Ist Schrei und Stich und frostig fahler Winter&#10;Und nur geträumt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er gleitet heim: und mußte längst verlernen,&#10;Wie Heimat sprach.&#10;Der Käfig stutzt und wittert sein Entfernen&#10;Und hetzt ihm nach.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er flackert heller aus dem blinden Schmerze,&#10;Den er nicht nennt,&#10;Nur eine goldne rußgestreifte Kerze,&#10;Die glitzernd sich zu Tode brennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Träufelt ihr Himmel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traeufelt-ihr-himmel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traeufelt-ihr-himmel/</guid><description>&lt;p&gt;Träufelt ihr Himmel, gebt uns im Regen,&#10;den Herrn der Gerechtigkeit, unsere Zier.&#10;Öffne dich Erde mit neuem Bewegen,&#10;bring uns den Heiland der Menschen herfür.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Träume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traeume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traeume/</guid><description>&lt;p&gt;Du mußt dich ganz deinen Träumen vertrauen  Und ihr heimlichstes Wesen erlernen,  Wie sie sich hoch in den flutenden blauen  Fernen verlieren gleich wehenden Sternen.  Und wenn sie in deine Nächte glänzen  Und Wunsch und Wille, Geschenk und Gefahr  Lächelnd verknüpfen zu flüchtigen Kränzen,  So nimm sie wie milde Blüten ins Haar.  Und schenke dich ganz ihrem leuchtenden Spiele:  In ihnen ist Wahrheit des ewigen Scheins,  Schöne Schatten all deiner Ziele  Rinnen sie einst mit den Taten in Eins.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Träumer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traeumer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traeumer/</guid><description>&lt;p&gt;Nenne dich nicht arm,&#10;weil deine Träume nicht&#10;in Erfüllung gegangen sind;&#10;wirklich arm ist nur,&#10;der nie geträumt hat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Traumgekrönt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/traumgekroent/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/traumgekroent/</guid><description>&lt;p&gt;Das war der Tag der weißen Chrysanthemem,&#10;Mir bangte fast vor seiner Pracht&amp;hellip;&#10;Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen&#10;Tief in der Nacht.&#10;Mir war so bang, und du kamst lieb und leise,&#10;Ich hatte grad im Traum an dich gedacht.&#10;Du kamst, und leis′ wie eine Märchenweise&#10;Erklang die Nacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trennungslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trennungslied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trennungslied/</guid><description>&lt;p&gt;Theurer Freund! zwey Jahre sind vergangen,&#10;Ach! und ohne Wiederkehr verlebt,&#10;Seit der Liebe zärtliches Verlangen&#10;Unsrer Ruhe untergräbt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Traurig schwand der Rest vin meiner Jugend,&#10;Sträubend, zwischen Pflicht und Liebe hin,&#10;Und , die schönste Tugend,&#10;Nennt die Welt .&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schweigen muss ich, dass ich noch dich liebe,&#10;Unterdrücken den geheimen Gram,&#10;Dass durch Sturm der Funken edler Triebe&#10;Statt erstickt, zu hellen Flammen kam.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! was soll aus deiner Freundin werden,&#10;Wann du fern aus unsern Mauern bist;&#10;Wann sie – ach! nur den Gefährten&#10;Ihrer frohen Stunden nicht vergisst?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Treue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/treue/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/treue/</guid><description>&lt;p&gt;Was macht so edel und so schön die Treue,&#10;Womit ein standhaft Herz die Welt bezwingt?&#10;Der dunkle Zug ist′s, welcher es bedingt,&#10;Daß gern am Wechsel sich der Mensch erfreue,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Uns Alle lockt verführerisch das Neue.&#10;Nur Wen′ge giebt es, denen es gelingt,&#10;Vom Reiz, der schmeichelnd ihren Sinn umschlingt,&#10;Sich abzuwenden, ernst, mit frommer Scheue.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;D′rum zürne nicht, und lerne es vergessen,&#10;Wenn dir ein schwach Gemüth die Treue bricht!&#10;Wer hieß dich, es nach höchstem Maße messen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Treue (1)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/treue-1/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/treue-1/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn schon alle Vögel schweigen&#10;In des Sommers schwülem Drang,&#10;Sieht man, Lerche, dich noch steigen&#10;Himmelwärts mit frischem Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Bäume all verzagen&#10;Und die Farben rings verblühn,&#10;Tannbaum, deine Kronen ragen&#10;Aus der Öde ewiggrün.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Darum halt nur fest die Treue,&#10;Wird die Welt auch alt und bang,&#10;Brich den Frühling an aufs neue,&#10;Wunder tut ein rechter Klang!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Treue (2)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/treue-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/treue-2/</guid><description>&lt;p&gt;Wie dem Wanderer in Träumen,&#10;Daß er still im Schlafe weint,&#10;Zwischen goldnen Wolkensäumen&#10;Seine Heimat wohl erscheint:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So durch dieses Frühlings Blühen&#10;Über Berg′ und Täler tief,&#10;Sah ich oft dein Bild noch ziehen,&#10;Als obs mich von hinnen rief;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mit wunderbaren Wellen&#10;Wie im Traume, halbbewußt,&#10;Gehen ewge Liederquellen&#10;Mir verwirrend durch die Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinklied [2]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-2/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-2/</guid><description>&lt;p&gt;Trinkt und füllt ohn Unterlaß&#10;Den Pokal, den Rosen kränzen,&#10;Bis wir gleich dem Wein im Glas,&#10;Gleich des Kranzes Rosen glänzen!&#10;So verachten wollen wir&#10;Alles Gold in Schicht und Schachten,&#10;Wollen auch der Ruhmbegier,&#10;Auch der Liebe selbst nicht achten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heut ist unser! Laßt das heut,&#10;Freund&amp;rsquo;, uns so behäglich halten,&#10;Das es schier ihm selber reut,&#10;Sich in morgen umzustalten!&#10;Heute lacht uns noch die Welt,&#10;Heut ist alles wohl geborgen;&#10;Guten Göttern heimgestellt&#10;Bleibe bis er kommt der Morgen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trinklied im Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-im-fruehling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trinklied-im-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel lacht und heitre Lüfte spielen,&#10;Der Frühling kehrt zurück in seiner goldnen Pracht;&#10;Mit lautem Jubelsang wird hier im Kühlen&#10;Der schönen Zeit ein volles Glas gebracht.&#10;Die Treu&amp;rsquo; verklärt die fröhlichen Gesichter,&#10;Die Freude thronet hier in ihrem Königshaus,&#10;Die Lieb&amp;rsquo; entflammt die hellen Frühlingslichter&#10;Und spannt den blauen Bogen drüber aus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In roter Glut die Goldpokale funkeln,&#10;Die Sonne schaut mit Lust nach ihrem Kind, dem Wein,&#10;Und Geistertöne klingen durch die dunkeln&#10;Gewölbe dieser Blütenbäume drein:&#10;O seht die Schar der kleinen Geister lauschen,&#10;Die in der Tiefe sich mit holdem Feuer tränkt!&#10;Wo ihres Meeres wildste Fluten rauschen,&#10;Da sei die ganze Seele drein versenkt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tristan</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tristan/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tristan/</guid><description>&lt;p&gt;Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,&#10;Ist dem Tode schon anheimgegeben,&#10;Wird für keinen Dienst auf Erden taugen,&#10;Und doch wird er vor dem Tode beben,&#10;Wer die Schönheit angeschaut mit Augen!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe,&#10;Denn ein Tor nur kann auf Erden hoffen,&#10;Zu genügen einem solchen Triebe:&#10;Wen der Pfeil des Schönen je getroffen,&#10;Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, er möchte wie ein Quell versiechen,&#10;Jedem Hauch der Luft ein Gift entsaugen,&#10;Und den Tod aus jeder Blume riechen:&#10;Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,&#10;Ach, er möchte wie ein Quell versiechen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Triumphbogen des Septimius Severus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/triumphbogen-des-septimius-severus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/triumphbogen-des-septimius-severus/</guid><description>&lt;p&gt;Siegesbogen errichtete man den Heroen zum Denkmal,&#10;Was sie vor andern, so wie was sie für andre gethan.&#10;Steig′ ich vom Capitol, so steht mir einer vorm Auge,&#10;Den uns Kronion, doch nein, den uns Barbaren bewahrt.&#10;Und wie der Cäsar einst mit seinen Heeren hindurchzog,&#10;Treiben da unten auch nun Hühner und Gänse sich um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost/</guid><description>&lt;p&gt;So arm, so elend ist kein Mensch hienieden,&#10;So ganz dahingegeben nur dem Leid,&#10;Daß ihm nicht auch ein Schein von Glück geblieben,&#10;Sei es ein Bild nur aus vergangner Zeit;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß er nicht einen Traum im Herzen hegte,&#10;Und blieb′ er ewig in dem stillen Reich,&#10;Daß er nicht liebend eine Blüthe pflegte,&#10;Und wäre sie auch längst verwelkt und bleich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja wäre auch das Herz nur eine Wunde,&#10;Doch blickt gewiß wohl jeder Mensch zurück&#10;Auf eine einz′ge schöne Freudenstunde,&#10;Vielleicht auf einen sel′gen Augenblick.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trost für mancherlei Tränen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-fuer-mancherlei-traenen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trost-fuer-mancherlei-traenen/</guid><description>&lt;p&gt;Warum sind der Tränen&#10;Unterm Monde so viel?&#10;Und so manches Sehnen,&#10;Das nicht laut sein will?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht doch, lieben Brüder!&#10;Ist das unser Mut?&#10;Schlagt den Kummer nieder!&#10;Es wird alles gut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aufgeschaut mit Freuden,&#10;Himmelauf zum Herrn!&#10;Seiner Kinder Leiden&#10;Sieht er gar nicht gern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er will gern erfreuen,&#10;Und erfreut so sehr;&#10;Seine Hände streuen&#10;Segens gnug umher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur dies schwach Gemüte&#10;Trägt nicht jedes Glück,&#10;Stößt die reine Güte&#10;Selbst von sich zurück.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trostaria</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trostaria/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trostaria/</guid><description>&lt;p&gt;Endlich bleibt nicht ewig aus,&#10;Endlich wir der Trost erscheinen,&#10;Endlich grünt der Hoffnungsstrauß,&#10;Endlich hört man auf zu weinen,&#10;Endlich bricht der Tränenkrug,&#10;Endlich spricht der Tod: Genug!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich wird aus Wasser Wein&#10;Endlich kommt die rechte Stunde,&#10;Endlich fällt der Kerker ein,&#10;Endlich heilt die tiefste Wunde,&#10;Endlich kommt aus Sklaverei&#10;Der gefangne Joseph frei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Endlich, endlich kann der Neid,&#10;Endlich aus Herodes sterben,&#10;Endlich Davids Hirtenkleid&#10;Seinen Saum in Purpur färben,&#10;Endlich macht die Zeit den Saul&#10;Zur Verfolgung schwach und faul.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trotz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trotz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trotz/</guid><description>&lt;p&gt;Trotz ist das Gegenteil&#10;von Unabhängigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trotz alledem!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/trotz-alledem/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/trotz-alledem/</guid><description>&lt;p&gt;Das war &amp;rsquo;ne heiße Märzenzeit,&#10;Trotz Regen, Schnee und alledem!&#10;Nun aber, da es Blüten schneit,&#10;Nun ist es kalt, trotz alledem!&#10;Trotz alledem und alledem -&#10;Trotz Wien, Berlin und alledem -&#10;Ein schnöder scharfer Winterwind&#10;Durchfröstelt uns trotz alledem!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Wind der Reaktion&#10;Mit Meltau, Reif und alledem!&#10;Das ist die Bourgeoisie am Thron -&#10;Der annoch steht, trotz alledem!&#10;Trotz alledem und alledem,&#10;Trotz Blutschuld, Trug und alledem -&#10;Er steht noch und er hudelt uns&#10;Wie früher fast, trotz alledem!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Trübe Stunde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/truebe-stunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/truebe-stunde/</guid><description>&lt;p&gt;Im sinkenden Abend, wenn die Fischer in den Meerhäfen ihre Kähne rüsten,&#10;In der austreibenden Flut, die braunen Masten zitternd vor dem Wind –&#10;Seele, wirfst du zitternd dich ins Segel, gierig nach entlegnen Küsten,&#10;Dahin die Wunder deiner Nächte dir entglitten sind?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder bist du so wehrlos deiner Sterne Zwang verfallen,&#10;Daß dich ein irrer Wille nur ins Ferne, Uferlose drängt –&#10;Auf wilden Wassern schweifend, wenn die Stürme sich in deines Schiffes Rippen krallen,&#10;Und Nacht und Wolke endlos graues Meer und grauen Himmel mengt?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tugend des Weibes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tugend-des-weibes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tugend-des-weibes/</guid><description>&lt;p&gt;Tugenden braucht der Mann, er stürzt sich wagend ins Leben,&#10;Tritt mit dem stärkeren Glück in den bedenklichen Kampf.&#10;Eine Tugend genüget dem Weib: Sie ist da, sie erscheinet&#10;Lieblich dem Herzen, dem Aug′ lieblich erscheine sie stets!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tun und Sein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/tun-und-sein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/tun-und-sein/</guid><description>&lt;p&gt;Die Menschen sollten nicht soviel nachdenken,&#10;was sie tun sollen, sie sollen vielmehr bedenken,&#10;was sie sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uber das kupffer-bild…</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-das-kupffer-bild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-das-kupffer-bild/</guid><description>&lt;p&gt;Zürnt nicht/ ihr Gratien/ daß dieser mund die krafft/&#10;Die euch allein gebührt/ so völlig eingesogen.&#10;Ihr Musen zürnet nicht/ daß alle wissenschafft&#10;Von euren bergen ist in diesen kopff geflogen.&#10;Zürnt aber/ wo ihr könnt/ kunst/ feder/ stahl und wissen/&#10;Daß ihr diß alles hier nicht besser abgerissen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über den Aktien-Handel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-den-aktien-handel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-den-aktien-handel/</guid><description>&lt;p&gt;Wer Geld besitzt, dem drohen Diebe,&#10;Er schlummert nie in Sicherheit,&#10;Viel sichrer schläft die Zärtlichkeit&#10;Bei Aktien der Liebe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uber der Frantzosen und Teutschen Poesie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-der-frantzosen-und-teutschen-poesie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-der-frantzosen-und-teutschen-poesie/</guid><description>&lt;p&gt;Budorgis und Pariß bemüthen sich/ den Preiß/&#10;Den edlen Palmen-Zweig einander auszuwinden.&#10;Wo/ sprach Pariß/ wo ist ein Land/ das gleichen Fleiß&#10;Und gleiche Schönheit läßt in den Gedancken finden?&#10;Budorgis gab hierauf: so schön auch euer Geist/&#10;So scheinet Phœbus doch mit gleich geneigten Strahlen&#10;Auf unser Vaterland/ und was ihr selten heist/&#10;Kan unser Reichthum wohl an gleichen Wehrte zahlen.&#10;Wie? welcher Schimpf/ Pariß! ein unbekandtes Land&#10;(So prahlt′ es) darf sich wohl zu deiner Sonne wagen?&#10;Wem unsre Adler nicht/ sprach jenes/ wohl bekandt/&#10;Der kan von ihrem Flug auch nichts gescheutes sagen.&#10;Ihr seyd in euch verliebt/ und untersuchet nicht/&#10;Wie retn/ wie schön allhier der Musen Qvellen springen.&#10;Wie wieder die Natur bey uns kein Dichter spricht;&#10;Wie eure Sylben oft und Reimen übel klingen.&#10;Damit so zogen sie die Palmen hin und her/&#10;Als Lindenstadt hierauf sich in das Mittel setzte.&#10;Hier sahe man sich um: es kam von ohngefehr/&#10;Daß Meissen sich zugleich der Palmen würdig schätzte.&#10;Sein Linden-Zweig roch schön/ so kräfftig als beliebt.&#10;Ich aber kan den Streit hier nicht zu Ende führen.&#10;Denn weil es/ sprach Pariß/ bey euch auch Palmen giebt/&#10;So sollen sie mich nur des Alters wegen zieren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uber die gestalt der Sylvia</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-die-gestalt-der-sylvia/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/uber-die-gestalt-der-sylvia/</guid><description>&lt;p&gt;Ich finde zwar sehr viel/ die schön und artig seyn;&#10;Dann eine rühret uns durch ihrer augen schein/&#10;Die andre lacht und prangt mit lippen von corallen/&#10;An vielen pflegen uns die haare zu gefallen/&#10;Die hat ein kleines kinn/ und eine steiffe brust/&#10;Die macht durch ihren gang uns zu der liebe lust/&#10;Die führt/ ich weiß nicht was für anmuth in den lenden/&#10;Und andre fesseln uns mit ihren marmel-händen;&#10;Du aber/ Sylvia/ hast alles diß allein:&#10;Dann iedes glied an dir kan eine kette seyn.&#10;Wie soll mich ärmsten dann nicht deine pracht entzünden/&#10;Die/ wann man sie zertheilt/ kan ihrer sieben binden?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über die Nachtigal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-nachtigal/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-nachtigal/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hört der holden Nachtigall&#10;süssen Schall&#10;durch den Busch erschallen:&#10;sie will / durch ein Kling-Gedicht&#10;ihre Pflicht&#10;ihrem Schöpffer zahlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem weiß-geschmälzten Zelt&#10;aller Welt&#10;seinen Ruhm sie singet:&#10;dahin zielt ihr Müh&amp;rsquo; und Fleiß&#10;daß sein Preiß&#10;hell von ihr erklinget.&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="3"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Dir / dir / dir / O höchster Hort&#10;ohne Wort&#10;pfleg&amp;rsquo; ich Dank zu geben:&#10;ohne End ist mein Begehr&#10;deine Ehr'&#10;äusserst zu erheben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über ein Stündlein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-ein-stuendlein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-ein-stuendlein/</guid><description>&lt;p&gt;Dulde, gedulde dich fein!&#10;Über ein Stündlein&#10;ist deine Kammer voll Sonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Über den First, wo die Glocken hangen,&#10;ist schon lange der Schein gegangen,&#10;ging in Türmers Fenster ein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer am nächsten dem Sturm der Glocken,&#10;einsam wohnt er, oft erschrocken,&#10;doch am frühsten trifft ihn Sonnenschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer in tiefen Gassen gebaut,&#10;Hütt&amp;rsquo; an Hüttlein lehnt sich traut,&#10;Glocken haben ihn nie erschüttert,&#10;Wetterstrahl ihn nie umzittert,&#10;aber spät sein Morgen graut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über eine Leiche</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-eine-leiche/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-eine-leiche/</guid><description>&lt;p&gt;Wer jung stirbt, der stirbt wol. Wen Gott zu lieben pflegt,&#10;der wird in seiner Blüt&amp;rsquo; in frischen Sand gelegt.&#10;Der Tod hält gleiches Recht. Wer hundertjährig stirbet,&#10;verweset ja so bald, als der, so jung verdirbet&#10;und besser stirbt als er. Ist der schon nicht so alt,&#10;so hat er ja auch nicht so viel und mannigfalt&#10;verletzet seinen Gott. Diß ists, das uns das Ende&#10;zu machen sauer pflegt, daß man nicht reine Hände&#10;und ein Gewissen hat, daß ihm nichts ist bewust&#10;als treue Redligkeit. Ein Junger stirbt mit Lust,&#10;weiß nicht, was Seelenangst und Herzensstöße heißen,&#10;die ärger als der Krebs nach frischer Seelen beißen&#10;und töten, eh&amp;rsquo; der Tod uns noch die Sense beut&#10;und auf das kranke Fleisch aus vollen Kräften häut.&#10;Im Sterben findet sichs: wie Einer hat gelebet,&#10;so krankt, so stirbt er auch. Ein furchtsam Herze bebet&#10;und steht in steter Angst. Wer Gott zum Freunde weiß,&#10;dem macht kein Schrecken kalt, kein Trübsalsfeuer heiß.&#10;So stirbt ein junger Mensch. Was ists noch zu erzählen,&#10;mit was wir Alten sonst uns pflegen stets zu quälen,&#10;das uns bei Tage blaß, bei Nachte bange macht?&#10;Ein Ieder weiß für sich, wie, wo, was er verbracht,&#10;das jener große Tag soll an die Sonne bringen,&#10;dafür sich mancher scheut. Vor so dergleichen Dingen&#10;sind Kinder noch befreit. Drum, blasse Mutter, denkt,&#10;ob euch der harte Fall auch denn so billich kränkt,&#10;als wie ihr wol vermeint! Wem fromme Kinder sterben,&#10;der weiß, was er der Welt und Himmel läßt zu erben:&#10;der Erden zwar den Leib, als der sie Mutter heißt,&#10;und als sein Vaterrecht dem Himmel seinen Geist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Über eines Bäckers Haus</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-eines-baeckers-haus/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-eines-baeckers-haus/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr Bürger dieser Stadt, kommt her und nehmt in acht,&#10;Wie euer kleines Brot so größe Häuser macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Überglänzte Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberglaenzte-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberglaenzte-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Der Himmel, dran die blanken Sterne hängen,  Hat seine Fernen atmend ausgespannt,  Und nachtverhüllte Blüten übersprengen  Mit heißen Düften das verklärte Land.&#10;Die Wälder brennen blau wie Amethyste.  Sie rauschen nicht. Stumm stehen ihre Reihn,  Und solche Stille liegt im Land, als müßte  Der Engel Schwinge über ihnen sein.&#10;Und jedes Herz muß diesen Segen spüren,  Und alle Wege, die noch irre gehn,  Wird nun ein Traum zu jenen Türen führen,  Die vor den Landen der Verheißung stehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Überzeugung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberzeugung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueberzeugung/</guid><description>&lt;p&gt;Als wie der Tag die Menschen hell umscheinet,&#10;Und mit dem Lichte, das den Höhn entspringet,&#10;Die dämmernden Erscheinungen vereinet,&#10;Ist Wissen, welches tief der Geistigkeit gelinget.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ueber die deutsche Dichtkunst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-deutsche-dichtkunst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ueber-die-deutsche-dichtkunst/</guid><description>&lt;p&gt;Hasch ihn, Muse, den erhabenen Gedanken -&#10;Es sind ihrer nicht mehr,&#10;Ihre Schwestern haben die Griechen und Römer&#10;Und die Hetrurier weggehascht,&#10;Und die meisten ergriffen die kühnen Britten,&#10;Und Shakespeare an ihrer Spitze,&#10;Und trugen sie alle fort wie der Sabiner sein Mädchen.&#10;Mancher brauchte sie zum andernmal,&#10;Aber sie waren nicht mehr Jungfraun.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O traure, traure Deutschland,&#10;Unglücklich Land! zu lange brach gelegen!&#10;Deine Nachbarinnen blühen um dich her voll Früchte&#10;Wie goldbeladne Hügel um einen Morast,&#10;Wie junge kinderreiche Weiber&#10;Um ihre älteste Schwester,&#10;Die alte Jungfer blieb.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Umsonst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/umsonst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/umsonst/</guid><description>&lt;p&gt;Immer rascher fliegt der Funke,&#10;jede Dschunke und Spelunke&#10;wird auf Wissenschaft bereist,&#10;jede Sonne wird gewogen&#10;und in Rechnung selbst gezogen,&#10;was noch sonnenjenseits kreist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Immer höh′re Wisenstempel,&#10;immer richt′ger die Exempel,&#10;wie Natur es draußen treibt,&#10;immer klüger und gescheiter,&#10;und wir kommen doch nicht weiter,&#10;und das Lebensrätsel bleibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Umsonst gelebt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/umsonst-gelebt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/umsonst-gelebt/</guid><description>&lt;p&gt;Das Zimmer hat nur spärliches Gerät.&#10;Im Herde glimmert ein verkohltes Scheit.&#10;Gleichgiltige Lippen murmeln ein Gebet.&#10;Es stirbt ein Mann. Vom Turme schlägt die Zeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er hat nicht Weib, nicht Kind. Kein Schluchzen tönt.&#10;Er hat geschafft, gelitten und gestrebt.&#10;Für wen? Die Stunde löscht es aus. Er stöhnt.&#10;Ein Schatten weht. Umsonst, umsonst gelebt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unbegreiflich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unbegreiflich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unbegreiflich/</guid><description>&lt;p&gt;Sie rechnen viel und zählen,&#10;Und eins ist doch nur not.&#10;Sie sorgen stets und quälen&#10;Sich nur ums Erdenbrot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie schaffen, tauschen, wählen,&#10;Und bald kommt doch der Tod,&#10;Der ihre Güter stehlen,&#10;Vernichten wird - o Not!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drum laßt das Sorgen, Quälen&#10;Und denkt ans Himmelsbrot.&#10;Habt kurze Zeit zum Wählen:&#10;Heut rot und morgen tot.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So laßt das Rechnen, Zählen,&#10;Begreift: &amp;ldquo;Nur eins ist not&amp;rdquo;,&#10;Und denkt an eure Seelen&#10;Und denkt an Gott und Tod.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und die Hörner des Sommers verstummten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-die-hoerner-des-sommers-verstummten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-die-hoerner-des-sommers-verstummten/</guid><description>&lt;p&gt;Und die Hörner des Sommers verstummten im Tode der Fluren,&#10;In das Dunkel flog Wolke auf Wolke dahin.&#10;Aber am Rande schrumpften die Wälder verloren,&#10;Wie Gefolge der Särge in Trauer vermummt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Laut sang der Sturm im Schrecken der bleichenden Felder,&#10;Er fuhr in die Pappeln und bog einen weißen Turm.&#10;Und wie der Kehricht des Windes lag in der&#10;Leere Drunten ein Dorf, aus grauen Dächern gehäuft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber hinaus bis unten am Grauen des Himmels&#10;Waren aus Korn des Herbstes Zelte gebaut,&#10;Unzählige Städte, doch leer und vergessen.&#10;Und niemand ging in den Gassen herum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und die Welt ward mein eigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-die-welt-ward-mein-eigen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-die-welt-ward-mein-eigen/</guid><description>&lt;p&gt;Deine Augen verschweigen nichts mehr,&#10;Und die Welt ward mein eigen.&#10;Mit roter Geigen Genuß spielen die Tage uns auf,&#10;Die vielen Lieder sind Blumen vor unserm Fuß.&#10;Die Liebe steht wie ein singender Vogel&#10;Über deinem und meinem Haupt;&#10;Sie hat die Erde mit Trauben besteckt&#10;Und die Masten meiner Schiffe wie frohe Bäume belaubt.&#10;Du hast dein Herz in meinen Garten gelegt,&#10;Und mein Garten wird von deinem Herzblut gepflegt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und es war auch ein großer Schmerz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-es-war-auch-ein-grosser-schmerz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-es-war-auch-ein-grosser-schmerz/</guid><description>&lt;p&gt;Und war es auch ein großer Schmerz,&#10;Und wär′s vielleicht gar eine Sünde,&#10;Wenn es noch einmal vor dir stünde,&#10;Du tät′st es noch einmal, mein Herz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und nachts in tiefer Dunkelheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-nachts-in-tiefer-dunkelheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-nachts-in-tiefer-dunkelheit/</guid><description>&lt;p&gt;Und nachts in tiefer Dunkelheit,&#10;da fallen Bilder von den Wänden,&#10;Und jemand lacht so frech und breit,&#10;Man greift nach mir mit langen Händen.&#10;Und eine Frau mit grünem Haar,&#10;Die sieht mich traurig an&#10;Und sagt, dass sie einst Mutter war,&#10;Ihr Leid nicht tragen kann.&#10;(Ich presse Dornen in mein Herz&#10;Und halte ruhig still,&#10;Und leiden will ich jeden Schmerz,&#10;Weil man es von mir will.)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und schöne Raubtierflecken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-schoene-raubtierflecken-9030/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-schoene-raubtierflecken-9030/</guid><description>&lt;p&gt;Bist du es denn?&#10;Groß aus dem Weltraum nachts, der Spiegel ist,&#10;Tönt dein zerwehtes Bildnis in meine Seele.&#10;Die Sterne durchziehen harfend deine Brust.&#10;Du aber&amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du glänzt vielleicht versehnt im weißen Federbett,&#10;Traum liegt dir hart im Schoss. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder ein junger Liebling&#10;Zieht fühlsam mit zeichnendem Finger&#10;Die festen Runden deiner Brüste nach.&#10;Ihr seid sehr heiß.&#10;Und schöne Raubtierflecken zieren eure Rücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und schöne Raubtierflecken...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-schoene-raubtierflecken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-schoene-raubtierflecken/</guid><description>&lt;p&gt;Bist du es denn?&#10;Groß aus dem Weltraum nachts, der Spiegel ist,&#10;Tönt dein zerwehtes Bildnis in meine Seele.&#10;Die Sterne durchziehen harfend deine Brust.&#10;Du aber &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du glänzt vielleicht versehnt im weißen Federbett,&#10;Traum liegt dir hart im Schoß. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oder ein junger Liebling&#10;Zieht fühlsam mit zeichnendem Finger&#10;Die festen Runden deiner Brüste nach.&#10;Ihr seid sehr heiß.&#10;Und schöne Raubtierflecken zieren eure Rücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und Stuttgart...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-stuttgart/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-stuttgart/</guid><description>&lt;p&gt;Und Stuttgart, wo ich&#10;Ein Augenblicklicher, begraben&#10;Liegen dürfte, dort,&#10;Wo sich die Straße&#10;Bieget.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und wann ist die Lieb´...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-wann-ist-die-lieb/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-wann-ist-die-lieb/</guid><description>&lt;p&gt;Und wann ist die Lieb´am reinsten?&#10;Die ihrer selbst vergißt.&#10;Und wann ist die Lieb´am tiefsten?&#10;Wenn sie am stillsten ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Und wieder nun lässt aus dem Dunkeln...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/und-wieder-nun-laesst-aus-dem-dunkeln/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/und-wieder-nun-laesst-aus-dem-dunkeln/</guid><description>&lt;p&gt;Und wieder nun lässt aus dem Dunkeln&#10;Die Weihnacht ihre Sterne funkeln!&#10;Die Engel im Himmel hört man sich küssen&#10;Und die ganze Welt riecht nach Pfeffernüssen &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So heimlich war es die letzten Wochen,&#10;Die Häuser nach Mehl und Honig rochen,&#10;Die Dächer lagen dick verschneit&#10;Und fern, noch fern schien die schöne Zeit.&#10;Man dachte an sie kaum dann und wann.&#10;Mutter teigte die Kuchen an&#10;Und Vater, dem mehr der Lehnstuhl taugte,&#10;Sass daneben und las und rauchte.&#10;Da plötzlich, eh man sich&amp;rsquo;s versah,&#10;Mit einem Mal war sie wieder da.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unerklärbar</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unerklaerbar/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unerklaerbar/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß es nicht, warum die Blume blüht,&#10;Ich weiß, sie muß erblühn und Düfte spenden;&#10;Ich weiß es nicht, warum der Stern entglüht,&#10;Ich weiß es nur, er muß die Strahlen senden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß es nicht, warum die Welle fließt,&#10;Ich weiß es nur, sie muß und darf nicht weilen,&#10;Warum der Strom sich in das Meer ergießt,&#10;Ich weiß es nicht, er muß zum Meer enteilen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß es nicht, warum so nah als fern&#10;Dein Bild so treu im Herzen mir geblieben;&#10;Vergebens fragst du Blume, Well′ und Stern&#10;So weiß auch ich allein, ich muß dich lieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ungewißheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/ungewissheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/ungewissheit/</guid><description>&lt;p&gt;In dieser hellen Finsternis,&#10;auf welcher wir auf Erden stecken,&#10;wird ein Vernünftiger gar leicht entdecken,&#10;daß alles Wissen ungewiß.&#10;Die Ungewißheit geht sogar so weit,&#10;daß man,&#10;mit Recht und Zuverläßigkeit,&#10;daß alles ungewiß, gewiß kaum sagen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unmenschliche Liebhaberei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unmenschliche-liebhaberei/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unmenschliche-liebhaberei/</guid><description>&lt;p&gt;Hängt nicht an Hund′ und Katzen eure Herzen,&#10;An Blumen, Pferd′ und Pagagei′n -&#10;O lernt doch erst der Menschheit Freud′ und Schmerzen&#10;Und unter Menschen Mensch zu sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ist euch der Mensch nicht mehr als Hund′ und Kätzchen,&#10;Als Blumen, Pferd′ und Papagei′n,&#10;So hol′ der Teufel jedes eurer Schätzchen,&#10;Und euch, euch hol′ er hinterdrein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;(Aus: Unpolitische Lieder, 1840)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unmögliches</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unmoegliches/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unmoegliches/</guid><description>&lt;p&gt;Bevor mein Blick den Zauber noch getrunken,&#10;Der, wie die Farbenpracht am Demant glüht,&#10;Dich tausendfach, doch immer neu, umblüht,&#10;Horcht ich dem Freund, in Ahnungen versunken.&#10;Wir sehn des Berges Haupt in Purpur prangen,&#10;Wenn schon die Sonne sank und Dämmerung&#10;Den Hain umflort: so strahlt Erinnerung&#10;An dich, Geliebte, von des Freundes Wangen.&#10;Begeistert taucht′ er in des Busens Tiefen&#10;Den Pinsel, und er malte warm und mild&#10;Dem selgen Horcher dein entzückend Bild,&#10;Gefühle weckend, die seit lange schliefen.&#10;Doch wie′s dem Dichter nimmer will gelingen,&#10;Des Busens Drang ins enge Wort zu zwingen.&#10;Hinüber uns in seine Welt zu singen;&#10;So hat der Freund vergebens dich gemalt,&#10;Sie nicht erreicht, die göttliche Gestalt,&#10;Und deiner Seele stille Allgewalt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unmut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unmut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unmut/</guid><description>&lt;p&gt;O Herbst! betrübt verhüllst du&#10;Strom, Wald und Blumenlust,&#10;Erbleichte Flur, wie füllst du&#10;Mit Sehnsucht nun die Brust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weit hinter diesen Höhen,&#10;Die hier mich eng umstellt,&#10;Hör ich eratmend gehen&#10;Den großen Strom der Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In lichtem Glänze wandelt&#10;Der Helden heilger Mut,&#10;Es steigt das Land verwandelt&#10;Aus seiner Söhne Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch mich füllt männlich Trauern,&#10;Wie euch, bei Deutschlands Wehn -&#10;Und muß in Sehnsuchtsschauern&#10;Hier ruhmlos untergehn!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unschuldige Schwachheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unschuldige-schwachheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unschuldige-schwachheit/</guid><description>&lt;p&gt;Unsre Gedichte nur trifft dein Spott? O schätzet euch glücklich,&#10;Daß das Schlimmste an euch eure Erdichtungen sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unser Friede</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unser-friede/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unser-friede/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Sommertag, wo man zu tiefer&#10;Siesta sich verpflichtet hält,&#10;Wo Mücken nur und Ungeziefer&#10;So recht lebendig in der Welt,&#10;Wo gift′ger Pesthauch auf zum Himmel&#10;Aus stehenden Gewässern steigt,&#10;In deren Schlamm sich das Gewimmel&#10;Vielbeinigen Gewürmes zeigt:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist der Friede, der uns schlimmer&#10;Als je ein Krieg zu werden droht,&#10;Der, fiel der Würfel, uns noch immer&#10;Ein offen Feld für Taten bot;&#10;Genüßler hegt jetzt unsre Jugend,&#10;Und Stockgelehrte allenfalls,&#10;Doch jeder Kraft und Männertugend&#10;Brach dieser Friede längst den Hals. -&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unser Weg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unser-weg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unser-weg/</guid><description>&lt;p&gt;Die Klöster sind verdorrt und haben ihren Sinn verloren,&#10;Sirenen der Fabriken überschrillten Vesperklang,&#10;Und der Millionen trotziger Befreiungssang&#10;Verstummt nicht mehr vor klösterlichen Toren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo sind die Mönche, die den Pochenden zur Antwort geben:&#10;&amp;ldquo;Erlösung ist Askese weltenferner Stille &amp;hellip;?&amp;rdquo;&#10;Ein Hungerschrei, ein diamantner Wille&#10;Wird an die Tore branden: &amp;ldquo;Gebt uns Leben!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir foltern nicht die Leiber auf gezähnten Schragen,&#10;Wir haben andern Weg zu Gott gefunden,&#10;Uns sind nicht stammelndes Gebet die Stunden,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsere Augen so leer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-augen-so-leer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-augen-so-leer/</guid><description>&lt;p&gt;Unsere Augen so leer,&#10;Unsere Küsse so welk,&#10;Wir weinen und schweigen,&#10;Unsere Herzen schlagen nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Schwalben sammeln sich draußen am Meer,&#10;Die Schwalben scheiden,&#10;Sie kommen wieder,&#10;Aber nie mehr uns beiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsere Sprache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-sprache/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-sprache/</guid><description>&lt;p&gt;Deutsche Sprache! Zaubergarten&#10;Du, mit Blumen aller Arten&#10;Reich und wundersam bekränzt!&#10;Schacht, in dessen dunkeln Gängen&#10;Gold und Eisen sich vermengen&#10;Und der Lichtkarfunkel glänzt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meer, aus dessen Wogenfülle&#10;Ohne Schleier, ohne Hülle&#10;Sich die reinste Schönheit hebt!&#10;Luft aus klaren Aetherhöhen,&#10;Die mit ihrem frischen Wehen&#10;Wie des Morgens Hauch belebt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tief ist deine Macht begründet,&#10;Einz′ges Band, das uns verbindet&#10;Und so fest zusammenhält,&#10;Daß von Deutschlands Ruhm und Leide&#10;Jenseits der Atlantis Scheide&#10;Deutsche Herzen noch geschwellt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsere Träume sind Marmorhermen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-traeume-sind-marmorhermen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-traeume-sind-marmorhermen/</guid><description>&lt;p&gt;Unsere Träume sind Marmorhermen,&#10;die wir in unsere Tempel stellen,&#10;und sie mit unseren Kränzen erhellen&#10;und sie mit unseren Wünschen erwärmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsere Worte sind goldene Büsten,&#10;die wir in unsere Tage tragen, -&#10;die lebendigen Götter ragen&#10;in der Kühle anderer Küsten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind immer in Einem Ermatten,&#10;ob wir rüstig sind oder ruhn,&#10;aber wir haben strahlende Schatten,&#10;welche die ewigen Gesten tun.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsere Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsere-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist die Zeit des stummen Weltgerichts;&#10;In Wasserfluten nicht und nicht in Flammen:&#10;Die Form der Welt bricht in sich selbst zusammen,&#10;Und dämmernd tritt die neue aus dem Nichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Dichter zeigt im Spiegel des Gedichts,&#10;Wie Tag und Nacht im Morgenrot verschwammen,&#10;Doch wird er nicht beschwören, nicht verdammen,&#10;Der keusche Priester am Altar des Lichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er soll mit reiner Hand des Lebens pflegen,&#10;Und, wie er für des Frühlings erste Blüte&#10;Ein Auge hat, und sie mit Liebe bricht:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsre Sprache</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsre-sprache/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsre-sprache/</guid><description>&lt;p&gt;An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Tal&#10;Sein fliegendes Getöne, mit Silber bewölkt,&#10;Stürzet, da erblickt&amp;rsquo; ich, zeug&amp;rsquo; es, Hain!&#10;Die Göttin! sie kam zu dem Sterblichen herab!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mit Hoheit in der Miene stand sie! und ich sah&#10;Die Geister um sie her, die, den Liedern entlockt,&#10;Täuschen, ihr Gebild. Die Wurdis Dolch&#10;Unschuldige traf, die begleiteten sie fern,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie in Dämmrung; und die Skuldas mächtigerer Stab&#10;Errettete, die schwebten umher in Triumph,&#10;Schimmernd, um die Göttin, hatten stolz&#10;Mit Laube der Eiche die Schläfe sich bekränzt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsterbliches Glück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsterbliches-glueck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsterbliches-glueck/</guid><description>&lt;p&gt;Lichter schon werden die Reben der Laube,&#10;Drunter im Lenz wir, im Herbste geruht,&#10;Und, die wir reifen gesehen, die Traube,&#10;Strömt auf die Kelter die goldene Flut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bald als Wein in feurigen Wogen&#10;Gießen wird sie die Glut des August,&#10;Die sie am flammenden Mittag gesogen,&#10;Uns beim Dezemberfrost in die Brust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So um Verlornes wie sollten wir klagen?&#10;Immer vom Liede der Nachtigall&#10;Tönt aus den wonnigen Junitagen&#10;Uns in der Seele der Wiederhall.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unsterblichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unsterblichkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unsterblichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Vor dem Tod erschrickst du! Du wünschest unsterblich zu leben?&#10;Leb′ im Ganzen! Wenn du lange dahin bist, es bleibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unter Buchen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-buchen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-buchen/</guid><description>&lt;p&gt;Tiefgrüner Schlummer schaukelt;&#10;Frische, flüsternde Nacht!&#10;Von schattenscheinenden Zweigen&#10;Unter den Tag gebracht.&#10;Das dünne Wandeln und Tauschen!&#10;Der Wipfel Rauschen,&#10;Die grünlichen Spiele!&#10;Ein stärkerer Schatten,&#10;Als ob es tief in mein zitterndes Leben fiele;&#10;So wacker, so leicht dafür,&#10;So neu ein Lebensgesicht sich zeigt;&#10;Spielend wehen die Zweige sacht,&#10;Plaudert ihr Wisser mich leicht;&#10;Ich habe wohl sonst so schwer gedacht,&#10;Nun tuts mich an,&#10;Wie ändernd in weichende Stille&#10;ein Weltkönnender steigt,&#10;Und hinter den welligen, weiteren Schritten&#10;der Bäume&#10;Ists noch wie gehend;&#10;Nun leicht, einen Erzähler bequem einflehend;&#10;Zur Stelle in Stille &amp;ndash; so stille;&#10;Wie hört ich mich fallen,&#10;Wie würd ich mehr Hille!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unter das, von der Jungfer Dennern zu Hamburg...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-das-von-der-jungfer-dennern-zu-hamburg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-das-von-der-jungfer-dennern-zu-hamburg/</guid><description>&lt;p&gt;Der Pinsel eines Frauenzimmers trift ungemein, und stellt allhier&#10;Den Grossen Weichmann im Gemählde recht lebhaft und natürlich für;&#10;Allein den hocherhabnen Geist vermag auch in den schönsten Bildern&#10;Kein Künstler, noch vielweniger ein Frauenzimmer abzuschildern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unter den Masken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-den-masken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-den-masken/</guid><description>&lt;p&gt;Oh, wie sie mich irritierten!&#10;Doch nun kenn′ ich ja das Spiel -&#10;Unter lauter Wohlmaskierten&#10;Ging ich simpel in Zivil:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trug nicht bunte Faschingstrachten&#10;So wie sie das ganze Jahr -&#10;Und sie stutzten, und sie lachten,&#10;Weil ich ohne Rückhalt war,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ohne heimlichste Gedanken,&#10;Ohne schlauen Hintergrund -&#10;Hu, wie wirrte das die Kranken,&#10;Daß ich blank war und gesund!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es wußten Herrn und Damen&#10;Keine Rettung aus der Not:&#10;Als, daß sie für Maske nahmen,&#10;Was ich ihnen ehrlich bot.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unter Protestanten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-protestanten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-protestanten/</guid><description>&lt;p&gt;Kampf gegen jede Fäulnis und Zermorschung!&#10;Gewissenfreiheit! Freie Bibelforschung!&#10;Wie hab ich euern Mut so oft bewundert;&#10;Das alles fordert ihr - fürs sechzehnte Jahrhundert!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unter Zeiten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-zeiten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unter-zeiten/</guid><description>&lt;p&gt;Das Perfekt und das Imperfekt&#10;tranken Sekt.&#10;Sie stießen aufs Futurum an&#10;(was man wohl gelten lassen kann).&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Plusquamper und Exaktfutur blinzten nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unterm Baum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unterm-baum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unterm-baum/</guid><description>&lt;p&gt;Unterm Baum im Sonnenstrahle&#10;Liegt ein rotes, träges Kind,&#10;Schläft so lange, bis zum Mahle&#10;Früchte abgefallen sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einer hängt der schweren Äste&#10;Fast herab auf sein Gesicht,&#10;Beut ihm still der Früchte beste,&#10;Doch sie pflücken mag es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Flink vom fernen Bergesgipfel&#10;Eilt der Mittagswind daher,&#10;Schüttelt leise, und vom Wipfel&#10;Fällt es, gelb, wie Gold, und schwer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Daß das Bübchen, nun die Spende&#10;Aus dem Grase winkt, erwacht,&#10;Setzt auf eine seiner Hände&#10;Sich die kleinste Mücke sacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unterm jungen Birnbaum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unterm-jungen-birnbaum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unterm-jungen-birnbaum/</guid><description>&lt;p&gt;Unterm jungen Birnbaum standest du.&#10;An die ersten kleinen grünen Früchte&#10;rührtest du entzückt mit zartem Finger;&#10;letzte Blüten wehten um dich nieder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unterm jungen Birnbaum stand auch ich.&#10;Meine harten Hände rührten nicht&#10;an die kleinen grünen ersten Früchte;&#10;letzte Blüten wehten um mich nieder.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unterscheidung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unterscheidung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unterscheidung/</guid><description>&lt;p&gt;Schauet dort jene! Die will ihre Schönheit in dem,&#10;was ich dichte,&#10;Finden, hier diese, die legt ihre, o Jubel, hinein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unterschied zwischen einer Uhr und einem Frauenzimmer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unterschied-zwischen-einer-uhr-und-einem-frauenzimmer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unterschied-zwischen-einer-uhr-und-einem-frauenzimmer/</guid><description>&lt;p&gt;Die ihr mit Schönen bloß, als mit Maschinen, spielet,&#10;Und ihre Küsse nur, nicht ihre Seelen, fühlet,&#10;Lernt noch den Unterschied, der unter beyden ist.&#10;Ein zärtlicher Poet hat ihn gerührt empfunden:&#10;Die Uhr, sprach Fontenell, erinnert uns der Stunden:&#10;Doch eine Phillis macht, daß man sie froh vergißt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Unterwegs</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/unterwegs/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/unterwegs/</guid><description>&lt;p&gt;Vor meinem Lager liegt der helle&#10;Mondschein auf der Diele.&#10;Mir war, als fiele&#10;auf die Schwelle&#10;das Frühlicht schon;&#10;mein Auge zweifelt noch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ich hebe mein Haupt und sehe,&#10;sehe den fremden Mond&#10;in seiner Höhe&#10;glänzen. Und ich senke,&#10;senke mein Haupt und denke&#10;an meine Heimat.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vagabunden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vagabunden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vagabunden/</guid><description>&lt;p&gt;O, ich wollte in den Tag gehen,&#10;alle Sonnen, alle Glutspiele fassen,&#10;muss in trunkner Lenzluft untergehn&#10;tief in meinem Rätselblut.&#10;Sehnte mich zu sehr nach dem Jubel!&#10;Dass mein Leben verspiele mit dem Jubel.&#10;Kaum noch fühlt&amp;rsquo; meine Seele den Goldsinn des Himmels,&#10;kaum noch sehen können meine Augen,&#10;wie müde Welle gleiten sie hin.&#10;Und meine Sehnsucht taumelt wie eine sterbende Libelle.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gieße Brand in mein Leben!&#10;Ja, ich irre mit dir,&#10;durch alle Gassen wollen wir streifen,&#10;wenn unsere Seelen wie hungernde Hunde knurren.&#10;An allen Höllen unsere Lüste schleifen,&#10;und sünd&amp;rsquo;ge Launen alle Teufel flehn&#10;und Wahnsinn werden uns&amp;rsquo;re Frevel sein,&#10;wie bunte, grelle Abendlichter surren;&#10;irrsinnige Gedanken werden diese Lichte sein!&#10;Ach Gott! Mir bangt vor meiner schwarzen Stunde,&#10;ich grabe meinen Kopf selbst in die Erde ein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vasi</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vasi/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vasi/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst war dem herrschenden Rom zu eng die lebendige Erde,&#10;Heutigen Tages ist′s kaum noch für ein Büchlein genug&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol start="2"&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Hannibal fürchtete sich vor Roma′s ewigen Mauern,&#10;Aber der Britte trägt nun Rom ganz behaglich im Sack.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vater ist auch dabei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vater-ist-auch-dabei/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vater-ist-auch-dabei/</guid><description>&lt;p&gt;Und als sie zogen in den Krieg -&#10;Vater war Maikäfer - Maikäfer flieg -&#10;Da standen am Fenster die zwei,&#10;Vergrämt, verhungert, Mutter und Kind,&#10;Tränen wuschen die Augen blind:&#10;Vater ist auch dabei -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Krieg war zu Ende. Er kam nach Haus.&#10;Er zog die zerlumpte Montur sich aus.&#10;Am Fenster standen die zwei:&#10;»Geh nicht auf die Straße!« »Ich muß, ich muß -«&#10;Und Schuß auf Schuß! Hie Spartakus!&#10;Vater ist auch dabei!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Velino</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/velino/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/velino/</guid><description>&lt;p&gt;Unerschütterlich glänzt die Schneepyramide zum Himmel,&#10;Römer kamen, es kam selber der Deutsche, sie blieb!&#10;Ja, sie ist ewig, und wäre sie′s nicht, sie stürzte zusammen,&#10;Als du die Feldschlacht hier, letzter der Staufen, verlorst!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus Adultera</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-adultera/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-adultera/</guid><description>&lt;p&gt;Komm, Schatz; komm, Katz; laß das Wimmern!&#10;Nein, das darf dich nicht bekümmern,&#10;daß ich nicht &amp;ldquo;treu&amp;rdquo; bin; rück nur her!&#10;Komm, ich hab ein Dutzend Seelen;&#10;wer kann all die Kammern zählen,&#10;sechse stehn mir grade leer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sieh nicht auf den Ring an meinem Finger!&#10;Höh, mein Kind, ich bin viel jünger&#10;als mein narbigtes Gesicht.&#10;Weißt du, die Runzeln und die Hiebe&#10;tun erst die Würze zu Ehre und Liebe!&#10;Ja, das nannt ich als Student schon Pflicht:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus Consolatrix</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-consolatrix/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-consolatrix/</guid><description>&lt;p&gt;Da kam Stern Lucifer; und meine Nacht&#10;erblaßte scheu vor seiner milden Pracht.&#10;Er schien auf meine dunkle Zimmerwand,&#10;und wie aus unerschöpflicher Phiole&#10;durchflossen Silberadern die Console,&#10;die schwarz, seit lange leer, im Winkel stand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf einmal fing die Säule an zu leben,&#10;und eine Frau erhob sich aus dem Glanz;&#10;die trug im schwarzen Haupthaar einen Kranz&#10;von hellen Rosen zwischen grünen Reben.&#10;Ihr Morgenkleid von weißem Sammet glänzte&#10;so sanft wie meine Heimatflur im Schnee,&#10;die Rüsche aber, die den Hals begrenzte,&#10;so blutrot wie - die Blüte Aloe;&#10;und ihre Augen träumten braun ins Tiefe,&#10;als ob da Sehnsucht nach dem Südmeer schliefe.&#10;Sie breitete mir beide Arme zu,&#10;ich sah erstaunt an ihren Handgelenken&#10;die starken Pulse springen und sich senken,&#10;da nickte sie und sagte zu mir: Du -&#10;du bist mühselig und beladen, komm:&#10;wer viel geliebt, dem wird auch viel verziehen.&#10;Du brauchst das große Leben nicht zu fliehen,&#10;durch das dein kleines lebt. O komm, sei fromm!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus des Capitols</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-des-capitols/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-des-capitols/</guid><description>&lt;p&gt;Götter steigen herab in menschliche Hülle sich bergend,&#10;Und dem Sterblichen mischt gern sich das Himmlische bei.&#10;Sinnlicher Fülle hast du, uranische geistige Schönheit,&#10;All′ dein Wesen und Sein, all′ dein Geheimniß vertraut.&#10;Weib ist die Göttin, vergängliche Form hat das Ew′ge gewählet,&#10;Aber das Sinnliche wirkt auch auf das Sinnliche nur.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus Mater</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-mater/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-mater/</guid><description>&lt;p&gt;Träume, träume, du mein süßes Leben,&#10;von dem Himmel, der die Blumen bringt;&#10;Blüten schimmern da, die beben&#10;von dem Lied, das deine Mutter singt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träume, träume, Knospe meiner Sorgen,&#10;von dem Tage, da die Blume sproß;&#10;von dem hellen Blütenmorgen,&#10;da dein Seelchen sich der Welt erschloß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Träume, träume, Blüte meiner Liebe,&#10;von der stillen, von der heiligen Nacht,&#10;da die Blume Seiner Liebe&#10;diese Welt zum Himmel mir gemacht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus Occulta</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-occulta/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-occulta/</guid><description>&lt;p&gt;Ist das noch die große Stadt,&#10;dies Geraune rings im Grauen?&#10;diese Männer, diese Frauen,&#10;kaum erschienen, schon verschwunden;&#10;und die Sonne steht so matt&#10;wie ein kleiner, rotgewordner Mond da.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Drück dich dichter an mich an,&#10;wie der Nebel an die Mauern!&#10;Keiner stört den stillen Bann,&#10;wenn wir Blick in Blick erschauern.&#10;Sieh, wir schreiten wie vermummt in Weihrauch;&#10;jeder wilde Laut wird stumm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hebe deinen dunkeln Schleier,&#10;daß dein Atem mich erquickt!&#10;Keiner stört die stille Feier,&#10;wenn sich uns in diesem Dunste&#10;fester Hand in Hand verstrickt.&#10;Diese Straße mündet in den Himmel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus Pandemos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-pandemos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-pandemos/</guid><description>&lt;p&gt;Das war das letzte Mal. Im Nachtcafe&#10;der Vorstadt saß ich, müde vom Geruch&#10;der schwülen Sofapolster und des Punsches,&#10;der vor mir glühte, und vom Frauendunst&#10;der feuchten Winterkleider; müde, lüstern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tabakswolken schwankten vom Gelächter&#10;und feilschenden Gekreisch der bunten Dirnen&#10;und derer, die drum warben. Das Gerassel&#10;der Alfenide-Löffel am Büffet&#10;ermunterte den Lärm des Liebesmarktes,&#10;ununterbrochen, wie ein Tamburin.&#10;Ich saß, den langen Mittelgang betrachtend,&#10;und lauschte, wie das Licht des Gaskronleuchters,&#10;der drüber hing, sich mühsam mit den Farben&#10;auf den Gesichtern um die Marmortische&#10;in seiner gelben Sprache unterhielt;&#10;wozu der schwarze Marmor blank auflachte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus Primitiva</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-primitiva/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-primitiva/</guid><description>&lt;p&gt;O daß der Kuß doch ewig dauern möchte&#10;- starr stand, wie Binsen starr, der Schwärm der Gäste o&#10;der Kuß doch ewig, den ich auf die Rechte,&#10;tanztaumelnd dir auf Hals und Brüste preßte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nein, länger duld ich nicht dies blöde Sehnen,&#10;ich will nicht länger in verzücktem Harme&#10;die liebekranken Glieder nächtens dehnen;&#10;o komm, du Weib! - Weib! betteln meine Arme.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O komm! noch fühlt dich zitternd jeder Sinn,&#10;vom heißen Duft berauscht aus deinem Kleide;&#10;noch wogt um mich, du Flammenkönigin,&#10;und glüht im Aschenflor die Kupferseide.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus von Medicis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-von-medicis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-von-medicis/</guid><description>&lt;p&gt;Nie ist die Göttin geworden, von Anfang ist sie, vollkommen&#10;Stieg sie der Welt aus des Meers rauschenden Wassern empor.&#10;In der flücht′gen Natur ist sie die dauernde Seele,&#10;Und im Wechsel der Form ist sie das ew′ge Gesetz,&#10;Unter sichtbar Gemischtem die tief unsichtbare Einheit,&#10;Unter dem Einzelnen ruht bleibend als Ganzes sie fest.&#10;Und als vollkommne Idee gereifter dauernder Schönheit&#10;Zeigt sie dem Sinn nicht, dem Geist nur die olympische Macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Venus von Milo</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-von-milo/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/venus-von-milo/</guid><description>&lt;p&gt;Menschen steigen zum Himmel: zur schönen olympischen Blume&#10;Schließet der irdische Keim drüben im Lichte sich auf.&#10;Geist verschmilzt sich mit Geist, und im freier entfalteten Leben&#10;Wird die sterbliche Form schöner und heil′ger verklärt.&#10;So zum vollendetern Bild durch ein mächtiges Wunder verwandelt,&#10;Lenkest den irdischen Sinn du auf das Himmlische hin.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verdächtige Sachen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verdaechtige-sachen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verdaechtige-sachen/</guid><description>&lt;p&gt;Ein versöhnter Feind,&#10;Ein erkauffter Freund&#10;Sind zu einer Brücke&#10;Ungeschickte Stücke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verdroßnen Sinn im kalten Herzen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verdrossnen-sinn-im-kalten-herzen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verdrossnen-sinn-im-kalten-herzen/</guid><description>&lt;p&gt;Verdroßnen Sinn im kalten Herzen hegend,&#10;Reis ich verdrießlich durch die kalte Welt,&#10;Zu Ende geht der Herbst, ein Nebel hält&#10;Feuchteingehüllt die abgestorbne Gegend.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Winde pfeifen, hin und her bewegend&#10;Das rote Laub, das von den Bäumen fällt,&#10;Es seufzt der Wald, es dampft das kahle Feld,&#10;Nun kommt das Schlimmste noch - es regent.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verehrung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verehrung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verehrung/</guid><description>&lt;p&gt;Blind verehrt einen großen Mann&#10;Der gute, der selbst nichts schaffen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht verehrt einen großen Mann&#10;Der Wicht, der nichts Großes sehen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Frei verehrt einen großen Mann&#10;Der Mann, der selbst etwas schaffen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verfluchung der Städte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verfluchung-der-staedte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verfluchung-der-staedte/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr seid verflucht. Doch eure Süße blüht&#10;Wie eines herben Kusses dunkle Frucht,&#10;Wenn Abend warm um eure Türme sprüht,&#10;Und weit hinab der langen Gassen Flucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann zittern alle Glocken allzumal&#10;In ihrem Dach, wie Sonnenblumen welk.&#10;Und weit wie Kreuze wächst in goldner Qual&#10;Der hohen Galgen düsteres Gebälk.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Toten schaukeln zu den Glockenklängen&#10;Im Wind, der ihre schwarzen Leichen schwenkt,&#10;Wie Fledermäuse, die im Baume hängen,&#10;Die Toten, die der Abend übersengt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergänglichkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergaenglichkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergaenglichkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Vergänglich ist das festeste im Leben -&#10;Was trauerst Du, dass Liebe auch vergeht?&#10;Lass sie dahin in′s Reich der Zeiten schweben,&#10;Leicht, wie des Lenzes Blüthenhauch verweht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch halte fest ihr Schattenbild im Herzen,&#10;Und segne dennoch freudig Dein Geschick,&#10;Schliesst auch sich eine Reihe bittrer Schmerzen&#10;An Deines Glückes kurzen Augenblick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du hast gelebt , denn Liebe nur ist Leben!&#10;Sie nur allein webt um den dunklen Traum,&#10;Dem wir den Nahmen unsers Daseyns geben,&#10;Der höchsten Wonne glanzerfüllten Saum.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergänglichkeit der Schönheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergaenglichkeit-der-schoenheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergaenglichkeit-der-schoenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Es wird der bleiche tod mit seiner kalten hand&#10;Dir endlich mit der zeit umb deine brüste streichen&#10;Der liebliche corall der lippen wird verbleichen;&#10;Der schultern warmer schnee wird werden kalter sand&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der augen süsser blitz / die kräffte deiner hand&#10;Für welchen solches fällt / die werden zeitlich weichen&#10;Das haar / das itzund kan des goldes glantz erreichen&#10;Tilgt endlich tag und jahr als ein gemeines band.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergebens</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergebens/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergebens/</guid><description>&lt;p&gt;Und wie du auch dein schönes Angesicht&#10;Mit stillem Ernste leise von mir wendest,&#10;Dem tiefen Blick gebieten kannst du nicht,&#10;Den du mir unbewußt entgegensendest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie du auch dein süßerschrocknes Herz&#10;Darniederhältst, daß es nicht pochend schlage,&#10;Das meine schlägt zu hörbar himmelwärts,&#10;Als daß es nicht den Schall in deines trage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Knospe trotzt im Lenz dem Sonnenstral&#10;Mit grünem Schilde — sie will Knospe bleiben,&#10;Bald aber sieht man sie in süßer Qual&#10;Dem Sonnenstrale heiß entgegentreiben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergilbte Blätter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergilbte-blaetter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergilbte-blaetter/</guid><description>&lt;p&gt;Weil du mir zu früh entschwunden&#10;Blieb ein unerfülltes Glück&#10;Ungemess′ner schöner Stunden&#10;Ruhelos in mir zurück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ungeküßte Küsse leben&#10;In getrennten Herzen fort,&#10;Und die Lippe fühlt noch beben&#10;Das zu früh verstummte Wort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergiß mein nicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergiss-mein-nicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergiss-mein-nicht/</guid><description>&lt;p&gt;Vergiß mein nicht, wenn lokre kühle Erde&#10;Dieß Herz einst dekt das zärtlich für dich schlug&#10;Denk das es dort vollkomner lieben werde,&#10;Als da voll Schwachheit ichs vielleicht voll Fehler trug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann soll mein freier Geist oft segnend dich umschweben&#10;Und deinen Geiste Trost und süße Ahndung geben&#10;Denk das ichs sey, wenns sanft in deiner Seele spricht;&#10;Vergiß mein nicht! Vergis mein nicht!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergleichende Erotik</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergleichende-erotik/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergleichende-erotik/</guid><description>&lt;p&gt;So wird das Wunderbild der Venus fertig:&#10;Ich nehme hier ein Aug, dort einen Mund,&#10;hier eine Nase, dort der Brauen Rund.&#10;Es wird Vergangenes mir gegenwärtig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier weht ein Duft, der längst verweht und weit,&#10;hier klingt ein Ton, der längst im Grab verklungen.&#10;Und leben wird durch meine Lebenszeit&#10;das Venusbild, das meinem Kopf entsprungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vergleichung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vergleichung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vergleichung/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Mädchen, meine Uhr,&#10;Worin vergleich ich die? -&#10;Die zeigt die Stunden an,&#10;Bei der vergeß ich sie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verklärte Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verklaerte-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verklaerte-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Hain;&#10;der Mond läuft mit, sie schaun hinein.&#10;Der Mond läuft über hohe Eichen,&#10;kein Wölkchen trübt das Himmelslicht,&#10;in das die schwarzen Zacken reichen.&#10;Die Stimme eines Weibes spricht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich trag ein Kind, und nit von dir,&#10;ich geh in Sünde neben dir.&#10;Ich hab mich schwer an mir vergangen;&#10;ich glaubte nicht mehr an ein Glück&#10;und hatte doch ein schwer Verlangen&#10;nach Lebensfrucht, nach Mutterglück&#10;und Pflicht - da hab ich mich erfrecht,&#10;da ließ ich schaudernd mein Geschlecht&#10;von einem fremden Mann umfangen&#10;und hab mich noch dafür gesegnet.&#10;Nun hat das Leben sich gerächt,&#10;nun bin ich dir, o dir begegnet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verklärung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verklaerung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verklaerung/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn es Abend wird,&#10;Verläßt dich leise ein blaues Antlitz.&#10;Ein kleiner Vogel singt im Tamarindenbaum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein sanfter Mönch&#10;Faltet die erstorbenen Hände.&#10;Ein weißer Engel sucht Marien heim.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein nächtiger Kranz&#10;Von Veilchen, Korn und purpurnen Trauben&#10;Ist das Jahr des Schauenden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu deinen Füßen&#10;Öffnen sich die Gräber der Toten,&#10;Wenn du die Stirne in die silbernen Hände legst.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stille wohnt&#10;An deinem Mund der herbstliche Mond,&#10;Trunken von Mohnsaft dunkler Gesang;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verkündigung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verkuendigung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verkuendigung/</guid><description>&lt;p&gt;Du tatest mir die Tür auf, ernstes Kind.&#10;Ich sah mich um in deinem kleinen Himmel,&#10;lächelnde Jungfrau;&#10;Du wirst einst einen großen Himmel hüten,&#10;Mutter mit dem Kind.&#10;Ich tu die Tür mit ernstem Lächeln zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verliebte Aue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verliebte-aue/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verliebte-aue/</guid><description>&lt;p&gt;Wo sind die stunden&#10;Der süsssen zeit /&#10;Da ich zu erst empfunden /&#10;Wie deine lieblichkeit&#10;Mich dir verbunden?&#10;Sie sind verrauscht / es bleibt doch dabey /&#10;Daß alle lust vergänglich sey.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das reine schertzen /&#10;So mich ergetzt /&#10;Und in dem tieffen hertzen&#10;sein merckmahl eingesetzt /&#10;Läst mich in schmertzen /&#10;Du hast mir mehr als deutlich kund gethan /&#10;Daß freundlichkeit nicht anckern kan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verlust und Ersatz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verlust-und-ersatz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verlust-und-ersatz/</guid><description>&lt;p&gt;Was ich eigen je besessen,&#10;Was ich spähend fern gewahrt,&#10;Was, auf rauh umstürmter Fahrt,&#10;Aus dem tiefsten Grund der Wogen&#10;Wagend ich herausgezogen,&#10;Jede Perle, jede Blüthe,&#10;Jede Frucht, die golden glühte,&#10;Jede Knospe meines Strebens,&#10;Blume, Mark und Kern des Lebens&#10;Gab ich für die Liebe hin –&#10;Und es däuchte mir Gewinn!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit dem reich beladnen Schiffe,&#10;Das die Himmlische mir trug,&#10;Fuhr ich hin im stolzen Flug!&#10;Jubelnd schwamm ich in dem hellen&#10;Strahle meines Glücks; die Wellen&#10;Schmiegten sich zu meinen Füßen,&#10;Sklaven, ihren Herrn zu grüßen;&#10;Jauchzend scholl&amp;rsquo;s aus allen Tiefen,&#10;Tausend Geisterstimmen riefen:&#10;»Heil! o Heil! – Ihr Winde, ruht,&#10;Eine Göttin trägt die Fluth!« –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verschenkt Herz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verschenkt-herz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verschenkt-herz/</guid><description>&lt;p&gt;Du bist nicht Gast. Du wohnst in mir.&#10;Hast nicht nur Rast. Hast Bleibe hier.&#10;Hier steht deine Wiege. Hier zäunt dein Geheg.&#10;Hier steilt dir Stiege. Hier mündet dein Weg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier hält dich Helle. Hier hüllt dich Nacht.&#10;Im Brunn quickt Quelle. Speicher füllt Fracht.&#10;Geh aus. Geh ein. Sei unverhofft.&#10;Dein Haus dir offen. Komm gern. Komm oft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verschwiegenheit B.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwiegenheit-b/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verschwiegenheit-b/</guid><description>&lt;p&gt;Grabe, wems behagt, der Rinde&#10;Der Geliebten Namen ein;&#10;Welcher Hirtin ich empfinde,&#10;Flüstert keine Buch&amp;rsquo; im Hain.&#10;Unsers Bundes Knoten schlangen&#10;Jahre fester, doch verrieth&#10;Auch den Saiten, die ihr klangen,&#10;Ihren Namen nie mein Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach! die Blume des Genußes&#10;Welkt am offnen Sonnenlicht.&#10;Zeugen unsers stillen Kusses&#10;Gaben Neidern schnell Bericht.&#10;Selbst den Schwur der Treue schwuren&#10;Wir im unbetretnen Wald.&#10;Neugier spät die kleinsten Spuren,&#10;Eifersucht hört leis&amp;rsquo; und bald.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Versiegle mir die Zunge, binde mich...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/versiegle-mir-die-zunge-binde-mich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/versiegle-mir-die-zunge-binde-mich/</guid><description>&lt;p&gt;Versiegle mir die Zunge, binde mich&#10;Und raube mir die letzte Gabe.&#10;Verschütte meinen Wein, zerstreue mich,&#10;Daß ich in Dir gelitten habe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oh, hülle mich in Nacht, Barmherziger,&#10;Umstelle mich mit Deinen heiligen Bränden.&#10;Laß mich als Opfer fallen immerdar,&#10;Doch nur von Deinen priesterlichen Händen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Versöhnung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/versoehnung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/versoehnung/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Kommt, wir wollen gute Freunde sein,&#10;Statt im Kampf die Zähne uns zu blecken -&#10;Freundschaft bringt uns allen etwas ein:&#10;Doch mit Feindschaft läßt sich nichts bezwecken!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also mit jovialer Eloquenz&#10;Rief ein Muster der Geschäftsstrategen,&#10;Um von der verdammten Konkurrenz&#10;Wenigstens die Dümmsten lahmzulegen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Versuch es</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/versuch-es/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/versuch-es/</guid><description>&lt;p&gt;Stell dich mitten in den Regen,&#10;glaube an den Tropfensegen,&#10;spinn dich in dies Rauschen ein&#10;und versuche, gut zu sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stell dich mitten in den Wind,&#10;glaub an ihn und sei ein Kind -&#10;lass den Sturm in dich hinein&#10;und versuche, gut zu sein!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stell dich mitten in das Feuer -&#10;liebe dieses Ungeheuer&#10;in des Herzens rotem Wein&#10;und versuche, gut zu sein!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vertrauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vertrauen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vertrauen/</guid><description>&lt;p&gt;Wer giebt uns unsern Kinderglauben&#10;An eine treue Welt zurück?&#10;Ach, schließt den allzu scharfen Blick!&#10;Was uns die Zuversicht kann rauben,&#10;Zerstört des Herzens Glück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein denkt mein Geist mit Wohlgefallen,&#10;O Zeit, wenn, fremd in klüg&amp;rsquo;rer Welt,&#10;Man traut zu jedem sich gesellt,&#10;Und arglos, wie die Nachtigallen,&#10;In offne Schlingen fällt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O Glück, noch kindlich hinzulangen&#10;Nach Blumen, eh&amp;rsquo; man sie benennt,&#10;Nach Freuden, die man halb nur kennt;&#10;Wenn unser Blick, kaum aufgegangen,&#10;Nicht Schein und Wesen trennt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwandlung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwandlung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwandlung/</guid><description>&lt;p&gt;Entlang an Gärten, herbstlich rotversengt:&#10;Hier zeigt im Stillen sich ein tüchtig Leben.&#10;Des Menschen Hände tragen braune Reben,&#10;Indes der sanfte Schmerz im Blick sich senkt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Abend: Schritte gehn durch schwarzes Land&#10;Erscheinender in roter Buchen Schweigen.&#10;Ein blaues Tier will sich vorm Tod verneigen&#10;Und grauenvoll verfällt ein leer Gewand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geruhiges vor einer Schenke spielt,&#10;Ein Antlitz ist berauscht ins Gras gesunken.&#10;Hollunderfrüchte, Flöten weich und trunken,&#10;Resedenduft, der Weibliches umspült.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verwandlungen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verwandlungen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verwandlungen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will die Nacht um mich ziehn als ein warmes Tuch&#10;Mit ihrem weißen Stern, mit ihrem grauen Fluch,&#10;Mit ihrem wehenden Zipfel, der die Tagkrähen scheucht,&#10;Mit ihren Nebelfransen, von einsamen Teichen feucht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hing im Gebälke starr als eine Fledermaus,&#10;Ich lasse mich fallen in Luft und fahre nun aus.&#10;Mann, ich träumte dein Blut, ich beiße dich wund,&#10;Kralle mich in dein Haar und sauge an deinem Mund.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Verzeiht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/verzeiht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/verzeiht/</guid><description>&lt;p&gt;Hab&amp;rsquo; ich Euch gekränkt, beleidigt,&#10;Zugefügt Euch herbes Leid,&#10;O verzeiht!&#10;Ach die namenlosen Schmerzen,&#10;Die da fressen tief im Herzen,&#10;Machen böse oft mein Wort;&#10;Bitter fliegt&amp;rsquo;s und höhnend fort,&#10;Trifft vielleicht Euch in die Seele,&#10;Macht Euch herbe Qual,&#10;Während schon mein Herz bereute&#10;Tausendmal.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vesper</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vesper/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vesper/</guid><description>&lt;p&gt;Die Abendglocken klangen&#10;Schon durch das stille Tal,&#10;Da saßen wir zusammen&#10;Da droben wohl hundertmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und unten wars so stille&#10;Im Lande weit und breit,&#10;Nur über uns die Linde&#10;Rauscht′ durch die Einsamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was gehn die Glocken heute,&#10;Als ob ich weinen müßt?&#10;Die Glocken, die bedeuten,&#10;Daß meine Lieb gestorben ist!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich wollt, ich lag begraben&#10;Und über mir rauschte weit&#10;Die Linde jeden Abend&#10;Von der alten, schönen Zeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>VI b. Der alsô vil geriefe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vi-b-der-also-vil-geriefe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vi-b-der-also-vil-geriefe/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der alsô vil geriefe in einen touben walt,&#10;ez antwürte ime dar ûz eteswenne.&#10;nû ist der schal dicke vor ir manicvalt&#10;von mîner nôt. wil si die bekennen?&#10;Nein, si entuot, got der welle ein wunder sîn&#10;vil verre an ir erzeigen.&#10;jâ mohte ich baz einen boum mit mîner bete&#10;sunder wâfen nider geneigen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wist ich, obe ez mohte wol verswigen sîn,&#10;ich lieze iuch sehen mîne lieben vrouwen,&#10;der enzwei braeche mir daz herze mîn,&#10;der mohte sî schône drinne schouwen.&#10;Si kam her dur diu ganzen ougen mîn&#10;sunder tür gegangen.&#10;ôwê, solte ich von ir reinen minnen sîn&#10;alsô werdeclîche enpfangen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Viel Glück zur Reise, Schwalben!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/viel-glueck-zur-reise-schwalben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/viel-glueck-zur-reise-schwalben/</guid><description>&lt;p&gt;Viel Glück zur Reise, Schwalben!&#10;Ihr eilt, ein langer Zug,&#10;Zum schönen warmen Süden&#10;In frohem, kühnen Flug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern möchte wohl die Reise&#10;Ich einmal thun mit euch,&#10;Zu sehn die tausend Wunder,&#10;Die darbeut jedes Reich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch immer käm′ ich wieder,&#10;Wie schön auch jedes Land,&#10;Und reich an Wundern wäre,&#10;Zurück in′s Vaterland!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Viele Boten gehn und gingen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/viele-boten-gehn-und-gingen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/viele-boten-gehn-und-gingen/</guid><description>&lt;p&gt;Viele Boten gehn und gingen&#10;Zwischen Erd und Himmelslust,&#10;Solchen Gruß kann keiner bringen,&#10;Als ein Lied aus frischer Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Villa reale a Napoli</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/villa-reale-a-napoli/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/villa-reale-a-napoli/</guid><description>&lt;p&gt;Unter duftigen Bäumen, vom Hauch des Abends durchsäuselt,&#10;Sammelt von reizenden Fraun still sich ein glänzender Flor;&#10;Leise ergießt sich der Strom melodischer Klänge und schaukelt&#10;Zwischen Wonne und Weh jedes empfängliche Herz;&#10;Aber die Wogen des Meers, am nahen Gestade sich brechend&#10;Und vom Winde geschwellt, donnern verhalten darein,&#10;An die gewalt′gen Akkorde der rollenden Sphären uns mahnend,&#10;Welche fürs menschliche Ohr sanft zur Musik sich gedämpft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vision</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vision/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vision/</guid><description>&lt;p&gt;Vor dem Rot des Tags, der Abschied nimmt,&#10;wälzt sich wollig wolkig grauer Rauch,&#10;welcher eines nahen Schlotes Bauch&#10;schwer entklimmt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und der Rauch formt vor dem roten Schein&#10;weiche Arabesken und Figuren.&#10;Wunderlich zerfließen die Konturen&#10;querluftein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was die Menschenhand am Ofen drunten&#10;um des Brotes Willen schafft und flicht,&#10;zieht vorbei im abendhimmelsbunten&#10;Schemenlicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hämmer fallen auf geglühten Stahl.&#10;Flammen schlagen, und der Motor brüllt,&#10;wo man schwarze Eisenmäntel füllt,&#10;ohne Zahl.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vogelschau</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vogelschau/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vogelschau/</guid><description>&lt;p&gt;Weisse schwalben sah ich fliegen -&#10;schwalben schnee- und silberweiss -&#10;Sah sie sich im winde wiegen -&#10;In dem winde hell und heiss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bunte häher sah ich hüpfen -&#10;Papagei und kolibri&#10;Durch die wunder-bäume schlüpfen&#10;In dem wald der Tusferi.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Grosse raben sah ich flattern -&#10;Dohlen schwarz und dunkelgrau&#10;Nah am grunde über nattern&#10;Im verzauberten gehau.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schwalbens eh ich wieder fliegen -&#10;Schnee und silberweisse schar -&#10;Wie sie sich im winde wiegen&#10;In dem winde kalt und klar!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Volkslied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/volkslied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/volkslied/</guid><description>&lt;p&gt;O heilig, heilig Band,&#10;Liebe zum Vaterland&#10;Heb′ unsre Brust!&#10;Tönend brichst du hervor,&#10;Schmelzend im Wonnechor&#10;Schwingst du dich sternempor&#10;Vaterlandslust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mutter und Pflegerin,&#10;Bürger voll deutschem Sinn&#10;Preisen dich hier.&#10;Heilige Leidenschaft&#10;Ist es, die Thaten schafft.&#10;Jede lebendige Kraft&#10;Weihen wir dir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;König der Bürger du&#10;Wink′ uns den Beifall zu,&#10;Heiliges Haupt -&#10;Schimmerst in Liebesglanz,&#10;Liebe des Vaterlands&#10;Wand jenen Eichenkranz,&#10;Der dich umlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;O süße Königin,&#10;Der Herzen Meisterin!&#10;Es ist dein Bild,&#10;Herrin, das in der Nacht&#10;Ein holder Stern uns lacht,&#10;Das uns mit Zaubermacht&#10;Die Seele füllt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Voltaire</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/voltaire/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/voltaire/</guid><description>&lt;p&gt;Lieber! ich auch bin nackt, wie Gott mich erschaffen, natürlich,&#10;Und doch häng ich mir klug immer ein Mäntelchen um.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Abwesen seiner Liebsten.</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-abwesen-seiner-liebsten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-abwesen-seiner-liebsten/</guid><description>&lt;p&gt;Werd ich die Zeit wohl sehn / daß doch der Tag anbreche /&#10;Darinnen ich mein Lieb noch endlich schawen soll?&#10;Jhr Stunden laufft doch fort / fliegt weg als Wasserbäche:&#10;Weil jhr so langsam seyd so bin ich trawrens voll.&#10;Auff / Morgenröth / auff auff; spann′ an des Phebus Pferde /&#10;Vnd sprich / er solle fort / es sey schon ziemlich spat /&#10;Daß er betrogen werd′ / vnd nahe sich der Erde:&#10;Ach Thetis laß ihn gehn den langen Sommergrad.&#10;Du / Monde / kanstu dich denn also wol verweilen?&#10;Wie lange seet doch der Morpheus Schlaffkraut auß?&#10;Sieh′ ob du nicht vermagst die Sonne zu ereilen /&#10;Vnd einzukommen noch in jhr vergüldtes Hauß.&#10;Ich muß noch manche stund′ in Sorg′ vnnd Kummer schweben /&#10;Muß noch in Angst vnd Noth verbringen lange Zeit /&#10;Eh′ als der Tag anbricht / darinnen mich mein Leben&#10;Bescheine durch das Liecht der hohen Freundligkeit.&#10;Ach warumb hab′ ich doch in mein Gemüt′ empfangen&#10;Jhr′ vnerhörte Zier vnd Tugend gantz vnd gar?&#10;Mein Hertze seufftzet stets / vnd brennet mit Verlangen /&#10;Vnd macht mir einen Tag noch länger als ein Jahr.&#10;Als mich das schnöde Glück′ auß jhrer Hand gerissen /&#10;Hat es zugleiche mich gerissen auch von mir:&#10;Ich muß mein Hertze nun mit Threnen stets begießen:&#10;Ich bin nicht bey mir selbst wann ich nicht bin bey jhr.&#10;Ach solt′ ich sehen nur jhr Göttliches Gesichte /&#10;Wie selig weren mir Gedancken / Muth vnd Sinn!&#10;Ein eintzig Augenblick von jhrem hellen Liechte /&#10;Daß fast die Sternen trutzt / legt alles Trawren hin.&#10;Ach keme doch die Zeit der hochgewünschten frewden /&#10;Daß ich erblickte nur den wunderklaren schein.&#10;Wann aber ich von jhr mich werde müssen scheiden /&#10;Da wünsch′ ich weiter dann im leben nicht zu seyn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Berge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-berge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-berge/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich, liebe Lili, dich nicht liebte,&#10;Welche Wonne gäb′ mir dieser Blick!&#10;Und doch, wenn ich, Lili, dich nicht liebte,&#10;Fänd′ ich hier und fänd′ ich dort mein Glück?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Frieden der Erde</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-frieden-der-erde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-frieden-der-erde/</guid><description>&lt;p&gt;Nicht suchten wir, drum fanden wir viel Frieden:&#10;Von Schiefer und Granit nicht weit verschieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Felsen stehn zwar nackt und ohne Schuhe&#10;Im Guss, im Blitz wie stiller Toten Truhe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwar sind die Gletscher duldsam hingebreitet&#10;Dem Spuk, der über Eis und Spalten reitet,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieweil wir warm und rasch vermummt ertragen,&#10;Dass Höhenhagel auf uns niederschlugen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch sind wir nach dem Anfang hingewendet&#10;Und nicht, wie meist, dahin, wo alles endet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Reden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-reden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-reden/</guid><description>&lt;p&gt;Ihr redet wenn ihr aufhört,&#10;mit euren Gedanken in Frieden zu sein;&#10;Und wenn ihr nicht länger in der Einsamkeit eures Herzens verweilen könnt,&#10;lebt ihr mit euren Lippen,&#10;und das Wort ist euch Ablenkung und Zeitvertreib.&#10;In vielen eurer Gespräche wird das Denken halb ermordet.&#10;Denn der Gedanke ist ein Vogel,&#10;der Raum braucht und in einem Käfig von Worten zwar seine Flügel ausbreiten,&#10;aber nicht fliegen kann.&#10;Es sind welche unter euch, die den Redseligen suchen,&#10;weil sie Angst haben, allein zu sein.&#10;Die Stille des Alleinseins offenbart ihren Augen ihr nacktes Ich,&#10;und sie möchten flüchten.&#10;Und es sind welche unter euch,&#10;die reden und dabei ohne Wissen oder Absicht eine Wahrheit aufdecken,&#10;die sie selber nicht verstehen.&#10;Und wieder andere haben die Wahrheit in sich,&#10;aber drücken sie nicht in Worten aus.&#10;In der Brust solcher Menschen weilt der Geist in rhythmischer Stille.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Staatskalender</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-staatskalender/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-staatskalender/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tochter spricht:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Ach, die kleine Kaufmannstochter,&#10;Wie das Ding sich immer putzt!&#10;Fehlt nur, daß mit unsereinem&#10;Sie sich noch vertraulich duzt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Setzt sich, wo wir auch erscheinen,&#10;Wie von selber nebenbei;&#10;Präsidentens könnten meinen,&#10;Daß es heiße Freundschaft sei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es will sich doch nicht schicken,&#10;Daß man so mit jeder geht,&#10;Seit Papa im Staatskalender&#10;In der dritten Klasse steht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hat Mama doch auch den Diensten&#10;Anbefohlen klar und hell,&#10;Fräulein hießen wir jetzunder,&#10;Fräulein, und nicht mehr Mamsell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom Tode</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-tode/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-tode/</guid><description>&lt;p&gt;In der Jugend heiterem Morgenroth&#10;Denkt kein Mensch an Alter und Tod,&#10;Und dieß mit allem Grund und Fug,&#10;Denn an den Tod soll man nicht denken.&#10;Im Alter kostet es Müh&amp;rsquo; genug,&#10;Die Gedanken von ihm abzulenken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Memento mori: hohler Popanz!&#10;Motto für einen Todtentanz!&#10;Taugt nichts für Junge und nichts für Greise;&#10;Memento vivere sagt der Weise:&#10;Fülle dein Leben tüchtig aus:&#10;Mit dem Rath hält man richtig Haus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vom unordentlichen Max</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-unordentlichen-max/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vom-unordentlichen-max/</guid><description>&lt;p&gt;Max war sehr unordentlich.&#10;Seine Sachen legt er sich&#10;Nie zurecht, nie abends nett&#10;Seine Kleider vor das Bett.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nichts, nichts lag an seinem Ort,&#10;Ausgestreut lag′s hier und dort.&#10;Hier der eine Strumpf, bei Seite&#10;Auf der Erde lag der zweite.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinter′m Ofen lag ein Schuh,&#10;Seine Höschen auch dazu,&#10;Und der and′re Schuh, er stand&#10;Wo der Rock lag, an der Wand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber seht nur, Kinder, seht,&#10;Wie es ihm des Morgens geht!&#10;Vater nimmt die Kleider bunt,&#10;Zieht sie an dem großen Hund!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von der Freude und dem Leid</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-freude-und-dem-leid/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-freude-und-dem-leid/</guid><description>&lt;p&gt;Eure Freude ist euer Leid ohne Maske.&#10;Und derselbe Brunnen, aus dem euer Lachen aufsteigt,&#10;war oft von euren Tränen erfüllt.&#10;Und wie könnte es anders sein?&#10;je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt,&#10;desto mehr Freude könnt ihr erfassen.&#10;Ist nicht der Becher, der euren Wein enthält,&#10;dasselbe Gefäß, das im Ofen des Töpfers gebrannt wurde?&#10;Und ist nicht die Laute, die euren Geist besänftigt,&#10;dasselbe Holz, das mit Messern ausgehöhlt wurde?&#10;Wenn ihr fröhlich seid, schaut tief in eure Herzen,&#10;und ihr werdet finden, daß nur das,&#10;was euch Leid bereitet hat, euch auch Freude gibt.&#10;Wenn ihr traurig seid, schaut wieder in eure Herzen,&#10;und ihr werdet sehen, daß die Wahrheit um das weint,&#10;was euch Vergnügen bereitet hat.&#10;Einige von euch sagen:&amp;ldquo;Freude ist größer als Leid&amp;rdquo;.&#10;Und andere sagen:&amp;ldquo;Nein, Leid ist größer&amp;rdquo;.&#10;Aber ich sage euch, sie sind untrennbar.&#10;Sie kommen zusammen, und wenn einer alleine mit euch am Tisch sitzt,&#10;denkt daran, daß der andere auf eurem Bett schläft.&#10;Wahrhaftig, wie die Schalen einer Waage&#10;hängt ihr zwischen eurem Leid und eurer Freude.&#10;Nur wenn ihr leer seid, steht ihr still und im Gleichgewicht.&#10;Wenn der Schatzhalter euch hochhebt, um sein Gold und sein Silber zu wiegen,&#10;muß entweder eure Freude oder euer Leid steigen oder fallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von der Poesie</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-poesie/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-poesie/</guid><description>&lt;p&gt;Die Poesie gieng einst spatzieren/&#10;Und traf die Lust/ Verstand und Weißheit an/&#10;Sie hörte sie den schärfsten Wort-Streit führen/&#10;Wem wohl die Welt am meisten unterthan.&#10;Die Lust sprach: Ich beseele sie;&#10;Vor meinem Pfeil entflieht ein Hertze nie.&#10;Doch wandte der Verstand hier ein:&#10;Mein Scepter prangt: wo rechte Menschen seyn.&#10;Und ich kan mich verehret sehen/&#10;So gab die Weißheit drauf/&#10;Wo Seelen nach dem Himmel gehen.&#10;Geliebte/ höret auf/&#10;So sprach die Poesie/ kommt/ ich will euch entscheiden:&#10;Mein Reich kan euch zusammen leiden&#10;Doch seyd ihr nicht zusammen wohl vergnügt/&#10;Nun wohl/ so sey es so gefügt:&#10;Zehn Jahre soll das Reich geschickter Lust gebühren/&#10;Und zwantzig der Verstand das kluge Scepter führen/&#10;Die Weißheit trägt der Crone Kostbarkeit&#10;Auch ohngefehr so lange Zeit.&#10;Ach edle Poesie! so sprachen sie zugleich/&#10;So sind wir wohl vergnügt/ drauf theilten sie das Reich&#10;Auch unter sich/ und ohne streiten/&#10;Und zwar in die vier Jahres Zeiten:&#10;Die Sinnen reiche Lust nahm erst den Frühlings-Schein/&#10;Den Sommer der Verstand/ den Herbst die Weißheit ein.&#10;Mein Leser/ fragst du nun/ wo doch der Winter bleibt?&#10;Matz Tasche sitzet da erfroren:&#10;Da herrschen zwey bekandte Thoren:&#10;Der übel von mir spricht/ und üble Verße schreibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von der Zeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-zeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-der-zeit/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Haus sagte zu mir:&#10;&amp;ldquo;Verlaß mich nicht, denn hier wohnt deine Vergangenheit&amp;rdquo;.&#10;Und die Straße sagte zu mir:&#10;&amp;ldquo;Komm und folge mir, denn ich bin deine Zukunft&amp;rdquo;.&#10;Und ich sage zu beiden, zu meinem Haus und zu der Straße:&#10;&amp;ldquo;Ich habe weder Vergangenheit, noch habe ich Zukunft.&#10;Wenn ich hier bleibe, ist ein Gehen in meinem Verweilen;&#10;und wenn ich gehe, ist ein Verweilen in meinem Gang.&#10;Nur Liebe und Tod ändern die Dinge.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von dir lachen noch meine Träume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-dir-lachen-noch-meine-traeume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-dir-lachen-noch-meine-traeume/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Leib ist reich gewirkt wie ein Feld voll Honig&#10;und königlicher Blumen&#10;Und kommt weich und heimlich wie der Mond in mein Bett.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von dir lachen noch meine Träume und bewachen dich.&#10;Und wie die Hähne kämpfen mit erhitztem Sporn,&#10;So töt′ ich den, der dich im Traum begehrt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von einem Hanen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-einem-hanen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-einem-hanen/</guid><description>&lt;p&gt;Zu Sternbach ein reicher man/&#10;der hatt ein hof/ da war ein han/&#10;Der gieng umbher/ und scharr im mist/&#10;wie dann der huner gewonheit ist.&#10;Da fand er etwas/ das war klein/&#10;das selbig war ein Edelgstein.&#10;Was find ich da so glitzericht?&#10;sprach er/ es nutzt mir eben nicht.&#10;Wehr irn ein reicher kauffman hie/&#10;er war so hoch erfrewet nie/&#10;Der wust wol/ was er mit thun sölt/&#10;und das es ihm vle geldes gölt/&#10;Ich weiss nit/ was ich mit soll thun/&#10;weiss nit mehr dann ein ander hun.&#10;Drumb wehr es noch so hubsch und schon&#10;so gibt mirs doch geringen lohn/&#10;Und fünd ich tausend edelgstein/&#10;ich acht sie allzumal gar klein.&#10;Fund ich darü uff diessem mist&#10;ein gersten korn/ mir lieber ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von Gott beschert, bleibt unverwehrt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-gott-beschert-bleibt-unverwehrt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-gott-beschert-bleibt-unverwehrt/</guid><description>&lt;p&gt;Der ungestüm April läst dennoch Veilken blühen.&#10;Mir kan, was Gott mir günnt, kein rauhes Glück entziehen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von weit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-weit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-weit/</guid><description>&lt;p&gt;Dein Herz ist wie die Nacht so hell,&#10;ich kann es sehn&#10;- du denkst an mich - es bleiben alle Sterne stehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie der Mond von Gold dein Leib&#10;dahin so schnell&#10;von weit er scheint.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Von zweyen vormals berühmten Chur-Fürsten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/von-zweyen-vormals-beruehmten-chur-fuersten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/von-zweyen-vormals-beruehmten-chur-fuersten/</guid><description>&lt;p&gt;Germania gab neunen ihrer Söhnen&#10;Theils Mützen/ theils auch einen Hut/&#10;Worunter fast ein König ruht.&#10;Zwey aber ließ sie krönen/&#10;Zwey Helden/ deren Tapferkeit&#10;Und Tugend in Vollkommenheit/&#10;Ja die ihr Kleinod waren.&#10;Es hatten diß zwey Brüder kaum erfahren/&#10;So trieb der Neid sie an/&#10;Der Ehrgeitz/ der nicht ruhen kan/&#10;Auf ihrem Haupt auch Cronen Gold zu tragen.&#10;Das Werck war schwer;&#10;Die Mutter hatte keine mehr.&#10;Da hieß es denn: man muß was kühnes wagen.&#10;Der Mutter setzten sie den Degen an das Hertz.&#10;Die Crone wolten sie von ihrem Haupte reissen.&#10;Hier rief Gerechtigkeit und Schmertz:&#10;Ihr Freund′ und Söhne helft. Da gieng es an ein schmeissen&#10;Die Helden schonten nicht vor sie ihr tapffres Blut.&#10;Germania ließ drauf die Sieges-Fahne fliegen.&#10;Die Brüder konten nicht der Freyheit Crone kriegen/&#10;Verlohren aber noch so Mützen als den Hut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor dem Laokoon</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-dem-laokoon/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-dem-laokoon/</guid><description>&lt;p&gt;Michel Angelo hieß als Wunder der Kunst dich willkommen,&#10;Weil du als Gegengewicht gegen den schönen Apoll,&#10;Der den Raphael trug und ihn verneinte, ihm dientest;&#10;Mancher sprach es ihm nach, aber er sagte zu viel.&#10;Was die Wahrheit vermag, das zeigst du deutlich, o Gruppe,&#10;Deutlicher zeigst du jedoch, daß sie nicht alles vermag!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor dem Sommerregen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-dem-sommerregen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-dem-sommerregen/</guid><description>&lt;p&gt;Auf einmal ist aus allem Grün im Park&#10;man weiß nicht was, ein Etwas fortgenommen;&#10;man fühlt ihn näher an die Fenster kommen&#10;und schweigsam sein. Inständig nur und stark&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ertönt aus dem Gehölz der Regenpfeifer,&#10;man denkt an einen Hieronymus:&#10;so sehr steigt irgend Einsamkeit und Eifer&#10;aus dieser einen Stimme, die der Guß&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;erhören wird. Des Saales Wände sind&#10;mit ihren Bildern von uns fortgetreten,&#10;als dürften sie nicht hören was wir sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor den Thüren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-den-thueren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-den-thueren/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe geklopft an des Reichtums Haus!&#10;Man reicht&amp;rsquo; mir &amp;rsquo;nen Pfennig zum Fenster heraus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe geklopft an der Liebe Thür!&#10;Da standen schon funfzehn andre dafür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich klopfte leis&amp;rsquo; an der Ehre Schloß;&#10;&amp;ldquo;Hier thut man nur auf dem Ritter zu Roß.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich habe gesucht der Arbeit Dach;&#10;Da hört&amp;rsquo; ich drinnen nur Weh und Ach!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich suchte das Haus der Zufriedenheit;&#10;Es kannt&amp;rsquo; es niemand weit und breit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor der Stadt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-der-stadt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-der-stadt/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Musikanten ziehn daher&#10;Vom Wald aus weiter Ferne,&#10;Der eine ist verliebt gar sehr,&#10;Der andre wär es gerne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die stehn allhier im kalten Wind&#10;Und singen schön und geigen:&#10;Ob nicht ein süßverträumtes Kind&#10;Am Fenster sich wollt zeigen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor einer Büste</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-einer-bueste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-einer-bueste/</guid><description>&lt;p&gt;Bist du die träumende Bacche? Der Sterblichen lieblichste bist du!&#10;Still in den Winkeln des Munds lächelt ein grausamer Zug.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vor Tag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-tag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vor-tag/</guid><description>&lt;p&gt;1&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir harren nicht mehr ahnungsvoll&#10;Wie sonst auf blaue Märchenwunder;&#10;Wie sich das Buch entwickeln soll,&#10;Wir wissen′s ganz genau jetzunder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir blätterten schon hin und her&#10;- Denn ruchlos wurden unsre Hände -,&#10;Und auf der letzten Seite sahn&#10;Wir schon das schlimme Wörtlein Ende.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und geht es noch so rüstig&#10;Hin über Stein und Steg,&#10;Es ist eine Stelle im Wege,&#10;Du kommst darüber nicht weg.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;3&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schlug erst die Stunde, wo auf Erden&#10;Dein holdes Bildnis sich verlor,&#10;Dann wirst du niemals wieder werden,&#10;So wie du niemals warst zuvor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorfrühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorfruehling/</guid><description>&lt;p&gt;In dieser Märznacht trat ich spät aus meinem Haus.&#10;Die Straßen waren aufgewühlt von Lenzgeruch und grünem Saatregen.&#10;Winde schlugen an. Durch die verstörte Häusersenkung gieng ich weit hinaus&#10;Bis zu dem unbedecktem Wall und spürte: meinem Herzen schwoll ein neuer Takt entgegen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In jedem Lufthauch war ein junges Werden ausgespannt.&#10;Ich lauschte, wie die starken Wirbel mir im Blute rollten.&#10;Schon dehnte sich bereitet Acker. In den Horizonten eingebrannt&#10;War schon die Bläue hoher Morgenstunden, die ins Weite führen sollten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorgefühl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgefuehl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgefuehl/</guid><description>&lt;p&gt;Ich ahnte deine Nähe&#10;Schon längst im Herzen mein,&#10;Wenn ich dich kommen sehe,&#10;Du goldner Frühlingsschein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sobald der Flur im Stillen&#10;Das Blütenaug entkeimt,&#10;Hat auch der Liederschlummer&#10;Im Herzen ausgeträumt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie ihn die Erde ahnet&#10;Im Erwachen ihrer Brust,&#10;So ahnt der Sänger den Frühling&#10;Im Erwachen der Liederlust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorgesang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgesang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgesang/</guid><description>&lt;p&gt;Ich hatte fast so viel wie Göthe′s Faust&#10;Vom ewigen Geheimniß mir gemaust;&#10;Ich hatte mich in jeder Wissenschaft,&#10;So weit sie nicht verpönt war und verpfafft,&#10;Als guter Christ umhergetrieben;&#10;Ich ochste in verschiedenen Logie′n;&#10;Ich hatte mich in mancherlei Sophie′n&#10;Versucht, und immer redlich nachgeschrieben:&#10;Und war dabei doch ein Hans Narr geblieben.&#10;Ich hatte Kopf und Magen mir verdorben,&#10;Und war auch glücklich dran gestorben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man legte mich in einen Sarg,&#10;Der aber, wie es uns die The-&#10;Ologen prophezeit von je,&#10;Nur meinen Staub, mein Schlechtstes, barg:&#10;Kaum todt, so kroch durch Nase, Mund und Ohr&#10;Mein Geist aus Herz und Kopf hervor;&#10;Just im Moment, als Ich ihn aufgegeben,&#10;Erwachte Er zu seinem wahren Leben,&#10;Gab noch dem Körper einen Schlag,&#10;Weil er durch dessen Schuld so lang in Fesseln lag,&#10;Warf Alles fort, was ihm hier angemeistert,&#10;Was ihm die Schule, Sitte und Gesetz&#10;Und alle Zappelnden im weiten Bildungs-Netz&#10;An seiner Freiheit hatten angekleistert;&#10;Behielt nur Das, was er in keckem Muth&#10;Ursprünglicher und frischer Zeugungskraft&#10;Sich selber in sich selbst geschafft,&#10;Und wurde so, wenn ich nicht irre: absolut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorgeschichte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgeschichte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorgeschichte/</guid><description>&lt;p&gt;Kennst du die Blassen im Heideland,&#10;Mit blonden flächsenen Haaren?&#10;Mit Augen so klar, wie an Weihers Rand&#10;Die Blitze der Welle fahren?&#10;O, sprich ein Gebet, inbrünstig, echt,&#10;Für die Seher der Nacht, das gequälte Geschlecht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So klar die Lüfte, am Äther rein&#10;Träumt nicht die zarteste Flocke,&#10;Der Vollmond lagert den blauen Schein&#10;Auf des schlafenden Freiherrn Locke,&#10;Hernieder bohrend in kalter Kraft&#10;Die Vampyrzunge, des Strahles Schaft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorspiel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorspiel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorspiel/</guid><description>&lt;p&gt;(zu&#10;Neue Bilder&#10;)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gern spiel&amp;rsquo; ich diesem neuen Bilderbuche&#10;wie meinem ersten Versmusik voraus,&#10;acht Takte nur, dass ich es gleich versuche!&#10;Ihr Reime schwirrt heran in Saus und Braus,&#10;und hinter noch geschlossnem Vorhangtuche&#10;ergötzt ein hoffentlich besetztes Haus.&#10;Nur seid recht rein! Denn dieses ist vonnöten.&#10;Wie speist man gut bei Geigenklang und Flöten!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein andres ist&amp;rsquo;s, die Speisen zu bereiten,&#10;ein zweites, wie man sie geschickt serviert.&#10;Man muss den Leser sanft ins Buch geleiten,&#10;denn selbst der Klügste sieht sich gern hofiert.&#10;Man lockt sehr leicht bis zu den letzten Seiten,&#10;wenn man die Eingangspforte hübsch verziert.&#10;Und Bücher lassen sich wie Blumen lieben&#10;um ihren Duft, der lang zurückgeblieben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorübergehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/voruebergehn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/voruebergehn/</guid><description>&lt;p&gt;Das Haus flackt in den Sternen&#10;Mein Schritt verhält und friert.&#10;In deinem Schoße schläft mein Hirn.&#10;Mich fressen Zweifel!&#10;Voll&#10;Schattet deine Büste in dem Fenster&#10;Das Spähen hüllt mich lautlos&#10;Die Sterne streifeln glühes Eisen&#10;Mein Herz&#10;Zerkohlt!&#10;An deinem Fenster&#10;Eist&#10;Ein Windhauch Asche.&#10;Die Füße tragen weiter leere Last!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vorwort [zu Romanzen. Balladen. Lieder.]</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/vorwort-zu-romanzen-balladen-lieder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/vorwort-zu-romanzen-balladen-lieder/</guid><description>&lt;p&gt;Seht hier meines Frühlings Rosen,&#10;Frisch, wie ich sie abgebrochen;&#10;Mancher Dorn hat mich gestochen,&#10;Mancher Duft hat mich erquickt! –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wacher Traum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wacher-traum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wacher-traum/</guid><description>&lt;p&gt;Das Lied der Nacht war ausgesungen,&#10;Verklungen mit dem Sternenchor,&#10;Und aus des Morgens Dämmerungen&#10;Floß stilles Sonnengold hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch war die Knospe mild umrötet,&#10;Von blassen Funken kaum umsprüht,&#10;Bis von den Hainen angeflötet,&#10;Sie ganz als Sonnenrose glüht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du Herr der Freude, Herr des Lebens!&#10;Dank dir, daß ich schon aufgewacht,&#10;Daß all der Jubel nicht vergebens,&#10;Nicht mehr im Traume mich umlacht! —&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da flammt es hell im Aetherblaue,&#10;Und Lerchen wirbeln in die Luft,&#10;Und ans dem diamantnen Thaue&#10;Entringt sich Licht und Glanz und Duft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wachstum</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wachstum/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wachstum/</guid><description>&lt;p&gt;Ich will nun innerer Herrscher werden.&#10;Mag Inneres mich als Sklave schlau umschleichen.&#10;Es stockt der Schritt, so nur sich etwas regt.&#10;Da draußen, wo nicht reicht das Sein.&#10;Also weiter wachsen!&#10;Haben&amp;rsquo;s gut die Pflanzen!&#10;Weh und quälend wächst, was ein Mensch ist, in sich hinein.&#10;Immer mehr hinein. Nicht hinaus wie die Pflanzen.&#10;Wie eine Traumeswand mit Händen unserer Seele wir schieben. -&#10;Aus grellem, fürchterlichem Urgebilde.&#10;Da sollen wir denn hausen, in rundergossenem Kerker.&#10;Eingekerkert.&#10;Und nun freie klare Luft der großen Wirklichkeit.&#10;O Traum, du furchtbar naher Nachbar.&#10;Und wild, ganz anderer.&#10;Und was werden dann für andere kommen. -&#10;O Welt, bist du furchtbar:&#10;Denn du hast einen Sinn.&#10;Und den erfüllst du und marterst uns zu deinem Leben.&#10;Und darum Geschlechtsfeste, denen Fleisch wächst.&#10;So, nun, ihr schweren, scheuen Kymren Schöße,&#10;Sollt ihr euch schwingen wie üppig bleiche Sterne,&#10;Wie Anemonenseelen.&#10;Äolsharfenglutend.&#10;Maskenzug.&#10;Cider.&#10;Wollt ihr Cider dazu trinken?&#10;Ernst berauscht sollt ihr Kinder wollen,&#10;Nichtsverhohlen, verstohlen, insgeheim.&#10;Nein, Kinder des Volkes. -&#10;Zugewollt; wie einen Becher euch dem Vaterlande zugetragen.&#10;Der heilige Gral.&#10;Und wollt ihr nicht?&#10;Wollt ihr nicht die Wonneströme durch eures&#10;Lebens Ströme fließen lassen, so lebt euch geistig,&#10;Frei und geistig aneinander hoch.&#10;Und fallt ihr:&#10;Nicht gar so schlimm,&#10;So fallt auf Blumen ihr und Kräuter hin.&#10;Und eine Nachtigall fliegt weg.&#10;Und sprengt ein paar Wipfel weiter ihr Liederherz.&#10;Des Dichters weihefarbne Sehnsucht&#10;Sind die Erfüllung der Völker, das Lied der Welt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waffenstillstand der Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waffenstillstand-der-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waffenstillstand-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Windsgleich kommt der wilde Krieg geritten,&#10;Durch das Grün der Tod ihm nachgeschritten,&#10;Manch Gespenst steht sinnend auf dem Feld,&#10;Und der Sommer schüttelt sich vor Grausen,&#10;Läßt die Blätter, schließt die grünen Klausen,&#10;Ab sich wendend von der blutgen Welt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Prächtig war die Nacht nun aufgegangen,&#10;Hatte alle mütterlich umfangen,&#10;Freund und Feind mit leisem Friedenskuß,&#10;Und, als wollt der Herr vom Himmel steigen,&#10;Hört ich wieder durch das tiefe Schweigen&#10;Rings der Wälder feierlichen Gruß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahl</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahl/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahl/</guid><description>&lt;p&gt;Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk,&#10;Mach es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wahrnehmen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrnehmen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wahrnehmen/</guid><description>&lt;p&gt;Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal,&#10;ehe man es zum allererstenmal wirklich wahrnimmt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wald</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wald/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wald/</guid><description>&lt;p&gt;Die Toten meiner Jahrtausende&#10;Sind auferstanden. Meiner Väter Blick&#10;Ging über mich, es wandelte&#10;Leicht die Nähe der Erwachenden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Abend aber entschliefen sie&#10;Plötzlich; aus ihren Augenhöhlen&#10;Brachen Blumen, ihres Atems Stille griff&#10;Nach meinem Herzen, eine blaue Hand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldesnacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldesnacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldesnacht/</guid><description>&lt;p&gt;Waldesnacht, du wunderkühle,&#10;die ich tausend Male Grüß;&#10;nach dem lauten Weltgewühle,&#10;O, wie ist dein Raschen süß,&#10;Träumerisch die Müden Glieder&#10;berg ich weich ins Moos,&#10;und mir ist als würd ich wieder&#10;all der irren Qualen los.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Fernes Flötenlied vertöne,&#10;das ein weites Sehnen rührt,&#10;die Gedanken in die Schöne,&#10;ach mißgönnte Ferne führt.&#10;Laß die Waldesnacht mich wiegen,&#10;stillen jede Pein,&#10;und ein seeliges Genügen&#10;saug ich mit den Düften ein&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldesruh</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldesruh/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldesruh/</guid><description>&lt;p&gt;Siehe, da ruhet Das&#10;Und ist alles.&#10;Saft träumt.&#10;Prinzeßlein spielt&#10;Und weiß von keinem Schloß,&#10;Von Morgen nicht und Abend.&#10;Männlein schlagen Purzelbaum,&#10;Drollig vergrämte&#10;Purzelbäume schlagen sie&#10;Über braunweitgreifende Wurzeln.&#10;Und essen Wurzeln,&#10;Trinken Quell,&#10;Und schlafen zwischen Wurzeln in Nischen.&#10;Listig behutsam, tappen beschleichende Finger&#10;Lichtlang die schlanken grauen Stämme,&#10;Die Zweige spannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was war das?&#10;Ein Dunkles?&#10;Nur ein Gedanke.&#10;Wie gar heiter ruht das Blau&#10;Wie das was ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldeszauber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldeszauber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldeszauber/</guid><description>&lt;p&gt;Und schreit ich in den Wald hinaus,&#10;Da grüßen mich die Bäume.&#10;Du liebes, freies Gotteshaus,&#10;Du schließest mich mit Sturmgebraus&#10;In deine kühlen Bäume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sink ich an das laute Herz&#10;Der Einsamkeit des Waldes —&#10;Das größte Leid wird süßer Schmerz,&#10;Auf Liederschwingen himmelwärts&#10;Verklingt es und verhallt es.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geheimes Flüstern hier und dort.&#10;Verborgnes Quellenrauschen —&#10;O Wald, o Wald, geweihter Ort,&#10;Laß mich der Liebe reinstes Port&#10;An deiner Brust belauschen!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldgreis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldgreis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldgreis/</guid><description>&lt;p&gt;Geh hundert Meilen die Buchen lang&#10;Den grauviolettenen Stämmegang&#10;Wo das Jahrtausend die Kronen treibt&#10;Und mit den Nägeln sich Runen schreibt -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Geh hundert Meilen im teppichten Schoß&#10;Durchs schwer überkuppelte, blührote Moos,&#10;Wo nur als wunderlich Lied noch tönt,&#10;Was deinem glänzenden Auge fröhnt. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da kommst du an einen gelichteten Raum,&#10;Es steht eine Hütte da, sichtbar kaum,&#10;So herzen sie Geißblatt und Winden weiß, -&#10;An ihrem Pförtchen lehnt zwergig ein Greis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Waldseligkeit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waldseligkeit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waldseligkeit/</guid><description>&lt;p&gt;Der Wald beginnt zu rauschen,&#10;den Bäumen naht die Nacht;&#10;als ob sie selig lauschen,&#10;berühren sie sich sacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und unter ihren Zweigen,&#10;da bin ich ganz allein,&#10;da bin ich ganz mein eigen,&#10;ganz nur dein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Walt Whitman</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/walt-whitman/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/walt-whitman/</guid><description>&lt;p&gt;Wälder. Berge. Sternfall. Ströme.&#10;Wolken rauschen, grauer Bart.&#10;Lager zwischen Gräsern. Tierlaut.&#10;Gott der Wildnis. Sonne tönt!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Städte glühen. Staaten wölben.&#10;Pflaster knistert. Straßen schwingen.&#10;Strahlen-Augen. Himmel-Hand.&#10;Meeresküste. Schiff im Fernen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Baum ins Blaue mächtig kreisend.&#10;Reise. Fischfang. Nächtiges Feuer.&#10;Herz, draus goldene Stürme stoßen.&#10;Ruf ins Weltall: Sieg! und: Sieg!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vater des Planeten. Zeus.&#10;Blitz im Auge, mildes Licht.&#10;An den Schultern siedeln Dörfer.&#10;- O daß deine Hand ich hielte!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wanderlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderlied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wanderlied/</guid><description>&lt;p&gt;Türe auf, Türe zu,&#10;Niemals Rast, niemals Ruh&amp;rsquo;,&#10;Schöne Damen, liebe Herrn&#10;Kaufet freundlich, kaufet gern,&#10;Brauch&amp;rsquo;s auf Brot, und brauch&amp;rsquo;s auf Bier,&#10;Und das gönnt ihr sicher mir.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Türe auf, Türe zu,&#10;Niemals Rast, niemals Ruh&amp;rsquo;,&#10;In der Kälte, in der Glut,&#10;Keiner meiner Füße ruht,&#10;Such&amp;rsquo; am Herde einen Platz,&#10;Finde keinen, keinen Schatz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schöne Damen, liebe Herrn&#10;Kaufet freundlich, kaufet gern,&#10;Komm aus fernem Lande her&#10;Und dem Fremdling wird&amp;rsquo;s so schwer:&#10;Türe auf, Türe zu,&#10;Niemals Rast, niemals Ruh'!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wandernder Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wandernder-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wandernder-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Ich weiß nicht, was das sagen will!&#10;Kaum tret ich von der Schwelle still,&#10;Gleich schwingt sich eine Lerche auf&#10;Und jubiliert durchs Blau vorauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Gras ringsum, die Blumen gar&#10;Stehn mit Juwelen und Perln im Haar,&#10;Die schlanken Pappeln, Busch und Saat&#10;Verneigen sich im größten Staat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Bot′ voraus das Bächlein eilt,&#10;Und wo der Wind die Wipfel teilt,&#10;Die Au verstohlen nach mir schaut,&#10;Als wär sie meine liebe Braut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wandlung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wandlung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wandlung/</guid><description>&lt;p&gt;Im Osten will es leise schon ergrauen,&#10;Die Sonnenstrahlen sich dem Thal entringen,&#10;Die Lüfte wehn, die Blumen zu bethauen,&#10;Und neubelebt die klaren Bächlein springen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Himmel scheint in Röte zu verglühen,&#10;Das grüne Thal in Rosen zu zerfließen,&#10;Und über dieses Glühen und Erblühen&#10;Die Sonnenstralen ihren Glanz ergießen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Heil dir, o Licht, das kühn die Nacht besiegte!&#10;Und doch— der Abend wird dir widerstreben;&#10;Und was der Mondenschein in Schlummer wiegte,&#10;Das weckt die Sonne wieder auf zum Leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wankelmut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wankelmut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wankelmut/</guid><description>&lt;p&gt;Was bin ich alter Bösewicht&#10;So wankelig von Sinne.&#10;Ein leeres Glas gefällt mir nicht,&#10;Ich will, das was darinne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist mir so ein dürr Geklirr;&#10;He, Kellnerin, erscheine!&#10;Laß dieses öde Trinkgeschirr&#10;Befeuchtet sein von Weine!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun will mir aber dieses auch&#10;Nur kurze Zeit gefallen;&#10;Hinunter muß es durch den Schlauch&#10;Zur dunklen Tiefe wallen. -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;So schwank ich ohne Unterlaß&#10;Hinwieder zwischen beiden.&#10;Ein volles Glas, ein leeres Glas&#10;Mag ich nicht lange leiden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wappen von Cöpenick</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wappen-von-coepenick/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wappen-von-coepenick/</guid><description>&lt;p&gt;Ein halbgetrunkner Becher&#10;Bleibt immer wartend in mir stehn,&#10;Ein buntbemalter Fächer&#10;Scheint händenah mir fortzuwehn,&#10;Ein dumpfer Gegenschimmer&#10;Verrät der Sonne Untergang;&#10;Im Traum klagt ein Gewimmer,&#10;Ich hör es und bin bang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Tiefe und der Himmel&#10;Sind vor mir wunderlich gepaart;&#10;Ins Lichte führt kein Schimmel,&#10;Kein Rapp ins Finstre meine Fahrt.&#10;Der Raupe ekle Weiche&#10;Ist zarter Falter Kind und Ahn,&#10;Das Sternenaug der Schleiche&#10;Kriecht mit ihr Staubesbahn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>War dein Leben nur ein Scherz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/war-dein-leben-nur-ein-scherz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/war-dein-leben-nur-ein-scherz/</guid><description>&lt;p&gt;War dein Leben nur ein Scherz,&#10;dann wird der Tod dir zum Ernste;&#10;aber lebest du ernst,&#10;dann wird der Tod dir ein Scherz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wär ich berühmt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-ich-beruehmt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-ich-beruehmt/</guid><description>&lt;p&gt;Wär ich berühmt, der Liebe würd ich rüsten&#10;Ein Meer der Feste, mich den Gluten betten,&#10;Wie Möwen ruhen mit den weißen Brüsten,&#10;Wenn sich der Brandung hohe Wogen glätten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie Götter von dem Weihrauch trunken sind,&#10;Und roter Wein von ihrem Kranze taut,&#10;Aus meinem Atem strömte heiß der Wind&#10;Wie Flammen tönend, Liebe jeder Laut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Himmel wohnten in der Liebe Schweigen,&#10;Wenn ihre Fackeln von dem Harze rauschen.&#10;Und wir zum zarten Tone ferner Geigen&#10;Das starke Gift der stolzen Küsse tauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wär ich gestorben!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-ich-gestorben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/waer-ich-gestorben/</guid><description>&lt;p&gt;Wär ich gestorben in der Kindheit Tagen&#10;Als ahnungsvoll mein erstes Lied ich sang,&#10;Indeß im Marsellaisenwirbel-Schlagen&#10;Das Freiheitsjauchzen meines Volkes klang,&#10;Wo ich versteckt in meiner stillen Zelle&#10;Begeistrungsvoll den Sieg des Fortschritts pries,&#10;Und wo der Neuzeit morgenrote Helle&#10;Ein träumrisch Kind zur Sängrin werden ließ.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wär ich gestorben, da mich der umfangen&#10;Der mir der Liebe Götterkraft gelehrt,&#10;Beim ersten Kuß auf meine bleichen Wangen&#10;Beim ersten Liebeswort, das ich gehört -&#10;Da schwebten alle Himmel zu mir nieder,&#10;Da lächelten mir alle Engel zu&#10;In seinem Herzen fand ich meines wieder&#10;In seinem Arm allein der Sel&amp;rsquo;gen Ruh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Warum willst du draußen stehen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-willst-du-draussen-stehen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/warum-willst-du-draussen-stehen/</guid><description>&lt;p&gt;Warum willst du draußen stehen,&#10;du Gesegneter des Herrn?&#10;Laß dir bei mir einzugehen&#10;wohlgefallen, du mein Stern!&#10;Du mein Jesus, meine Freud,&#10;Helfer in der rechten Zeit,&#10;hilf, o Heiland, meinem Herzen,&#10;von den Wunden, die mich schmerzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Will ich denn mein Elend lindern&#10;und erleichtern meine Not&#10;bei der Welt und ihren Kindern,&#10;fall ich nur in neue Not:&#10;da ist Trost, der mich betrübt,&#10;Freude, die mein Unglück liebt,&#10;Helfer, die mir Herzleid machen,&#10;gute Freunde, die mein lachen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was bedeutet die Bewegung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-bedeutet-die-bewegung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-bedeutet-die-bewegung/</guid><description>&lt;p&gt;Was bedeutet die Bewegung&#10;Bringt der Ostwind frohe Kunde?&#10;Seiner Schwingen frische Regung&#10;Kühlt des Herzens tiefe Wunde.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kosend spielt er mit dem Staube,&#10;Jagt ihn auf in leichten Wölkchen,&#10;Treibt zur sichern Rebenlaube&#10;Der Insekten frohes Völkchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lindert sanft der Sonne Glühen,&#10;Kühlt auch mir die heißen Wangen,&#10;Küßt die Reben noch im Fliehen&#10;Die auf Feld und Hügel prangen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und mich soll sein leises Flüstern&#10;Von dem Freunde lieblich grüßen,&#10;Eh noch diese Hügel düstern&#10;Sitz ich still zu seinen Füßen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ist der Lenz?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-der-lenz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-der-lenz/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist der Lenz? Ein Commentar;&#10;Er machet deine Schöne klar;&#10;Er legt, so weit es seinem Müh&amp;rsquo;n,&#10;Dem freilich unzureichlichen,&#10;Doch eifrigen, gelingen mag,&#10;Die Fülle deiner Reize dar;&#10;Denn nur von ihnen handeln&#10;Licht, Blume, Duft allüberall&#10;Wo meine Füße wandeln.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was ist die Mehrheit?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-die-mehrheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-ist-die-mehrheit/</guid><description>&lt;p&gt;Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn,&#10;Verstand ist stets bei wen&amp;rsquo;gen nur gewesen.&#10;Bekümmert sich ums Ganze, wer nicht hat?&#10;Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?&#10;Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,&#10;um Brot und Stiefel seine Stimm&amp;rsquo; verkaufen.&#10;Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen;&#10;der Staat muß untergehn, früh oder spät,&#10;wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was not tut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-not-tut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-not-tut/</guid><description>&lt;p&gt;Trag muntern Herzens deine Last&#10;Und übe fleißig dich im Lachen.&#10;Wenn du an dir nicht Freude hast,&#10;Die Welt wird dir nicht Freude machen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was reif in diesen Zeilen steht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-reif-in-diesen-zeilen-steht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-reif-in-diesen-zeilen-steht/</guid><description>&lt;p&gt;Was reif in diesen Zeilen steht,&#10;Was lächelnd winkt und sinnend fleht,&#10;Das soll kein Kind betrüben,&#10;Die Einfalt hat es ausgesäet,&#10;Die Schwermut hat hindurchgeweht,&#10;Die Sehnsucht hat&amp;rsquo;s getrieben;&#10;Und ist das Feld einst abgemäht,&#10;Die Armut durch die Stoppeln geht,&#10;Sucht Ähren, die geblieben,&#10;Sucht Lieb&amp;rsquo;, die für sie untergeht,&#10;Sucht Lieb&amp;rsquo;, die mit ihr aufersteht,&#10;Sucht Lieb&amp;rsquo;, die sie kann lieben,&#10;Und hat sie einsam und verschmäht&#10;Die Nacht durch dankend in Gebet&#10;Die Körner ausgerieben,&#10;Liest sie, als früh der Hahn gekräht,&#10;Was Lieb&amp;rsquo; erhielt, was Leid verweht,&#10;Ans Feldkreuz angeschrieben,&#10;O Stern und Blume, Geist und Kleid,&#10;Lieb&amp;rsquo;, Leid und Zeit und Ewigkeit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was soll ich nur von eurer Liebe glauben?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-soll-ich-nur-von-eurer-liebe-glauben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-soll-ich-nur-von-eurer-liebe-glauben/</guid><description>&lt;p&gt;Was soll ich nur von eurer Liebe glauben?&#10;Was kriecht ihr immer so in dunkle Lauben?&#10;Wozu das ewge Flüstern und Gemunkel?&#10;Das scheinen höchst verdächtige Geschichten.&#10;Und selbst die besten ehelichen Pflichten,&#10;Von allem Tun die schönste Tätigkeit,&#10;In Tempeln von des Priesters Hand geweiht,&#10;Ihr hüllt sie in ein schuldbewußtes Dunkel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was waren Frauen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-waren-frauen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-waren-frauen/</guid><description>&lt;p&gt;Was waren Frauen anders dir als Spiel,&#10;Der du dich rettetest in soviel Liebesstunden.&#10;Du hast nie andres als ein Stück von dir gefunden,&#10;Und niemals fand dein Suchen sich das Ziel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du strebtest, dich im Hellen zu befreien,&#10;Und wolltest untergehen in wolkig trüber Flut –&#10;Und lagst nur hilflos angeschmiedet in den Reihen&#10;Der Schmachtenden, gekettet an dein Blut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du stiegst, dein Leben höher aufzutürmen,&#10;In fremde Seelen, wenn dich eigne Kraft verließ,&#10;Und sahst erschauernd deinen Dämon dich umstürmen,&#10;Wenn deinen dünnen Traum der Tag durchstieß.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was will ich mehr</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-will-ich-mehr/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-will-ich-mehr/</guid><description>&lt;p&gt;Was will ich mehr, als flüchtig dich erblicken?&#10;Was wär ich, trüg ich heißeres Verlangen?&#10;In welche Netze würd ich, wenn ich hangen&#10;An deinem Auge bliebe, mich verstricken!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was will ich mehr noch, als ein eilig Nicken?&#10;Es würden deine Worte mich befangen:&#10;Vom Schützen wird ein Vogel rasch umgangen,&#10;Wenn mehr er will, als an der Kirsche picken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wohl mögen Reize, die so ganz dein eigen,&#10;Den Wunsch der Sehnsucht in den Andern wecken,&#10;Sich dir zu nahn und dir ein Herz zu zeigen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was will ich mehr!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-will-ich-mehr-3374/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-will-ich-mehr-3374/</guid><description>&lt;p&gt;Noch halt mit beiden Händen ich&#10;Des Lebens schöne Schale fest,&#10;Noch trink und kann nicht enden ich&#10;Und denk nicht an den letzten Rest.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;»Doch einmal wird die Schale leer,&#10;Die letzte Neige schlürftest du.«&#10;So trank ich doch, was will ich mehr,&#10;Dem Tod ein volles Leben zu.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Was wird mir jede Stunde so bang?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/was-wird-mir-jede-stunde-so-bang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/was-wird-mir-jede-stunde-so-bang/</guid><description>&lt;p&gt;Was wird mir jede Stunde so bang? -&#10;Das Leben ist kurz, der Tag ist lang.&#10;Und immer sehnt sich fort das Herz,&#10;Ich weiß nicht recht, ob himmelwärts;&#10;Fort aber will es hin und hin,&#10;Und möchte vor sich selber fliehn.&#10;Und fliegt es an der Liebsten Brust,&#10;Da ruhts im Himmel unbewußt;&#10;Der Lebe-Strudel reißt es fort,&#10;Und immer hängts an Einem Ort;&#10;Was es gewollt, was es verlor,&#10;Es bleibt zuletzt sein eigner Tor.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wasserflut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wasserflut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wasserflut/</guid><description>&lt;p&gt;Manche Trän′ aus meinen Augen&#10;Ist gefallen in den Schnee;&#10;Seine kalten Flocken saugen&#10;Durstig ein das heiße Weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Gräser sprossen wollen&#10;Weht daher ein lauer Wind,&#10;Und das Eis zerspringt in Schollen&#10;Und der weiche Schnee zerrinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schnee, du weißt von meinem Sehnen,&#10;Sag′, wohin doch geht dein Lauf?&#10;Folge nach nur meinen Tränen,&#10;Nimmt dich bald das Bächlein auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wirst mit ihm die Stadt durchziehen,&#10;Munt′re Straßen ein und aus;&#10;Fühlst du meine Tränen glühen,&#10;Da ist meiner Liebsten Haus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wechsel der Dynastie in den Philosophen-Schulen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wechsel-der-dynastie-in-den-philosophen-schulen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wechsel-der-dynastie-in-den-philosophen-schulen/</guid><description>&lt;p&gt;Erst stand im höchsten Rang das Ich,&#10;Litt Du und Er kaum neben sich,&#10;Und jedes Nicht-Ich schien ihm nichtig;&#10;Das Ich macht′ alle Dinge richtig.&#10;So schlug es manchen Purzelbaum&#10;Im methaphysisch leeren Raum.&#10;Nachdem es lang von sich gesprochen,&#10;Ward ihm zuletzt der Hals gebrochen.&#10;Der unbarmherzige Begriff&#10;Erdroßelt′ es mit hartem Griff.&#10;Der lehrt: was wirklich, sei vernünftig;&#10;Das macht ihn bei Philistern zünftig. –&#10;Wer sagt uns, welcher neue Kniff&#10;Vom Thron wird stoßen den Begriff?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wecken</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wecken/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wecken/</guid><description>&lt;p&gt;Die Nacht&#10;Seufzt&#10;Um die schlafen Schläfen&#10;Küsse.&#10;Eisen klirrt zerfahlen.&#10;Haß reckt hoch&#10;Und&#10;Schlurrt den Traum durch Furchen.&#10;Wiehern stampft&#10;Schatten lanzt der Wald.&#10;Ins Auge tränen&#10;Sterne&#10;Und&#10;Ertrinken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wegweiser</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wegweiser/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wegweiser/</guid><description>&lt;p&gt;»Jetzt mußt du rechts dich schlagen,&#10;Schleich dort und lausche hier,&#10;Dann schnell drauf los im Jagen -&#10;So wird noch was aus dir.«&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dank′! doch durchs Weltgewimmel,&#10;Sagt mir, ihr weisen Herrn,&#10;Wo geht der Weg zum Himmel?&#10;Das Eine wüßt ich gern.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wehe! Auf!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wehe-auf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wehe-auf/</guid><description>&lt;p&gt;Wehe über uns! - Wir haben den Traum verloren.&#10;Nackt frieren die Bäume. Regen wusch ihre Schleier ab.&#10;Nicht mehr singt das Haus. Keller wuchs auf bis zum Dach.&#10;Mond starrt unbeweglich. Bleich. Er weint nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wehe uns! Leben ist uns entschwunden.&#10;Hohl lärmt der Tag. Wald splittert, Gerümpel grau.&#10;Haupt im Azur kreiset nicht mehr, summende Geige.&#10;Höhle ward die Brust. Düster. Es tropft. Es knirscht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wehe! Die Sonne zerging. Sirius verlosch. Die Wolke&#10;Floh uns. Nun stehen wir in gelben Jahres Ruine.&#10;Keine Wimper streut Licht. Auge verklang, und die Hand,&#10;Die gestirnte Hand ward trockenes Holz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wehrung der Dinge</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wehrung-der-dinge/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wehrung-der-dinge/</guid><description>&lt;p&gt;Vor mir war keine Zeit,&#10;nach mir wird keine sein,&#10;Mit mir gebiert sie sich,&#10;mit mir geht sie auch ein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weiber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weiber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weiber/</guid><description>&lt;p&gt;Wer ohne Weiber künte seyn, wär frey von vielerley Beschwerden;&#10;Wer ohne Weiber wolte seyn, wär aber nicht viel nütz auff Erden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weicht von mir...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weicht-von-mir/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weicht-von-mir/</guid><description>&lt;p&gt;Weicht von mir, ihr Bilder-lockender Lüste,&#10;Ihr schwellender Leiber weißwogende Brüste,&#10;Ihr dunkler Augen feuchtschimmernde Gluthen,&#10;Ihr Lippen so süß im Kuß zu verbluten!&#10;Nicht will ich umschlungen von weichen Armen,&#10;Umkost von des Weibes Dufthauch, dem warmen,&#10;Die Sinne letzen im Taumel der Wonne –&#10;Zu dir die Seele hinaufstrebt, Ursonne!&#10;O laß mich baden in seliger Klarheit!&#10;O sprich zu mir: ewige göttliche Wahrheit!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihe/</guid><description>&lt;p&gt;Ja, ihr les′t in meinen Blicken&#10;Keine Sternenschrift der Seligkeit!&#10;Denn dies Aug′ hat das Entzücken&#10;Schon verlernt seit langer, langer Zeit.&#10;Mahnend spricht es nur von Opfertod,&#10;Von bewegtem Schicksalspiele,&#10;Von dem Schiffbruch glühender Gefühle,&#10;Von des Daseins ganzer voller Noth!&#10;Doch in dem verzweiflungsvollsten Ringen&#10;Bin ich klar mir und bewußt.&#10;Keine fremde Macht darf mich bezwingen,&#10;Selbst im Schmerz ist frei die Brust! -&#10;Eine Priest′rinn steh′ ich am Altare,&#10;Und mein Liebstes opf′r ich hin,&#10;Thränenlos an seiner Todtenbahre;&#10;Thränenlos in stolzem Sinn.&#10;Hab′ ich selber doch heraufbeschworen&#10;Auf mein Haupt der Wetter Wuth!&#10;Habe mir zum Freier auserkoren&#10;Den Verderber mit der wilden Glut!&#10;Ihn, des Sturmes feurigen Genossen:&#10;Den Gedanken mit den Blitzgeschossen!&#10;So beschwor der Heiden Priesterin,&#10;Schmachtend nach des Himmels sel′gem Sitze,&#10;Auf ihr Haupt in todesmuth′gem Sinn&#10;Nieder die verderbenschwangern Blitze:&#10;Um, vermählt in Sturmeswettern,&#10;Aufzusteigen zu den ew′gen Göttern!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihe des Schmerzes</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihe-des-schmerzes/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihe-des-schmerzes/</guid><description>&lt;p&gt;Schon meinen Spielgenossen hieß ich Träumer;&#10;Denn wie ein Bruder engverwandt von je,&#10;Fühlt′ ich, o Schmerz, du tiefer, allgeheimer,&#10;Mich dir und deinem dunklen Weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn lachend über mir des Lebens blauer&#10;Lichthimmel hängt, mich Scherz und Lust umhallt,&#10;Doch stets zu dir in deine ernste Trauer&#10;Zurückgezogen werd′ ich bald.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In mich mit langen, durst′gen Zügen sauge&#10;Ich deinen Odem, während so vertraut,&#10;Und wie aus Weltalltiefen doch, dein Auge,&#10;Das große, dunkel auf mich schaut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihelied zum Ziel und Ende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihelied-zum-ziel-und-ende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihelied-zum-ziel-und-ende/</guid><description>&lt;p&gt;Herr, Gott, dich will ich preisen,&#10;Solang mein Odem weht,&#10;O hör auf meine Weisen,&#10;O sieh auf mein Gebet.&#10;Bin ich im Himmel oben,&#10;Da lern ich andern Sang,&#10;Da will ich hoch dich loben&#10;Mein ewig Leben lang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jetzt laß dir wohlgefallen&#10;Mein treu einfältig Lied&#10;Muß doch ein Kindlein lallen,&#10;Wenn es die Mutter sieht.&#10;Nun hab ich auch gesehen,&#10;Wie du so väterlich,&#10;Will nun nichts mehr verstehen&#10;Als dich, mein Vater, dich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten 1859</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-1859/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-1859/</guid><description>&lt;p&gt;An Emilie&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gekommen ist der heil′ge Christ&#10;Die ganze Stadt voll Lichter ist;&#10;Auch unsre sollen brennen.&#10;Die Sorgen weg und zünde an,&#10;Ich will derweil, so gut ich kann,&#10;Dir meine Wünsche nennen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Empfang zuerst ein Strumpfenband,&#10;Das ich für dreißig Pfengk erstand&#10;Bei Fonrobert im Laden.&#10;Ich wünsche dir, geliebtes Weib,&#10;Bald wieder einen dünnem Leib&#10;Und etwas dick′re Waden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Empfang alsdann ein Kontobuch,&#10;Fürs Credit ist es groß genug,&#10;Fürs Debet etwas kleine.&#10;Indes, es heißt ja: &amp;ldquo;rund die Welt&amp;rdquo;,&#10;Der Beutel wird mal wieder Geld&#10;Und hilft uns auf die Beine.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachten wird es für die Welt!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-wird-es-fuer-die-welt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachten-wird-es-fuer-die-welt/</guid><description>&lt;p&gt;Weihnachten wird es für die Welt!&#10;Mir aber - ist mein Lenz bestellt,&#10;Mir ging in solcher Jahresnacht&#10;Einst leuchtend auf der Liebe Pracht!&#10;Und an der Kindheit Weihnachtsbaum&#10;Stand Englein gleich der erste Traum!&#10;Und aus dem eiskrystall′nen Schooß&#10;Rang sich die erste Blüte los -&#10;Seitdem schau′ ich nun jedes Jahr&#10;Nicht was noch ist - nur was einst war!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weihnachtsbäume</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtsbaeume/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weihnachtsbaeume/</guid><description>&lt;p&gt;Nun kommen die vielen Weihnachtsbäume&#10;aus dem Wald in die Stadt herein.&#10;Träumen sie Ihre Waldesträume&#10;wieder beim Laternenschein?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Könnten sie sprechen! Die holden Geschichten&#10;von der Waldfrau, die Märchen webt,&#10;was wir uns erst alles erdichten,&#10;sie haben das alles wirklich erlebt.&#10;Da steh′n sie nun an den Straßen und schauen&#10;wunderlich und fremd darein,&#10;als ob sie der Zukunft nicht trauen,&#10;es muß doch was im Werke sein!&#10;Freilich, wenn sie dann in den Stuben&#10;im Schmuck der hellen Kerzen stehn,&#10;und den kleinen Mädchen und Buben&#10;in die glänzenden Augen sehn,&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weil meine Lieb′ zum Grab gegangen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weil-meine-lieb-zum-grab-gegangen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weil-meine-lieb-zum-grab-gegangen/</guid><description>&lt;p&gt;Weil meine Lieb′ zum Grab gegangen,&#10;Und in den starren Blick gesehn,&#10;Und an dem stummen Mund gehangen,&#10;Muß neu mein Schmerz heut auferstehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Osten hat mir′s trüb getaget&#10;Das freudige, das neue Licht;&#10;Die lange Nacht lag ich verzaget,&#10;Dein Abschiedswort verstand ich nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Wehelaut, du Herz der Güte,&#10;Zwei Augen, die mich angeschaut,&#10;Doch was drin flehte, was drin glühte,&#10;Das ward mir Armen nicht vertraut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wein</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wein/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wein/</guid><description>&lt;p&gt;Du mein Wein, Adelsblut der Natur,&#10;Nicht wahr, du lebst,&#10;Du fließendes Juwel?&#10;Wenn du dich im Lenz erhebst&#10;Und an die Fässer pochst,&#10;Willst du hinaus,&#10;Unband du,&#10;Hinaus zu den Deinen,&#10;Die da blühen und innig duften&#10;Auf sanfterlesenen Hängen um braunes Gemäuer.&#10;Wie&amp;rsquo;s da rüttelt dein Feuer,&#10;Dein Leben!&#10;Wie viel Geschlechter hast du schon selig gemacht:&#10;Männer mit reinheitstarrenden Ehrenkrausen&#10;Auf rankendem, schwarzdamastenem Taft,&#10;Du glutetest ihnen die kühnen, hellen Augen,&#10;Die weit die Lande umfassen&#10;Und folgen den palmenzuwinkenden Schiffen,&#10;Wagemutigen Meeresboten,&#10;Die den gedankenglutenden Westen,&#10;Den süßentzündeten Süden&#10;Mit stählernem Norden&#10;Tauschen wollen.&#10;Du nährst die schwimmende Träne des Mannes,&#10;Der allüberwindenden Stärke,&#10;Die Träne, die nur Sieger fühlen&amp;hellip;&#10;Und an die klar gestaltete Glut&#10;Deiner rebkrausen Ratskellerfenster,&#10;Die tief in die Seele&#10;Scheinen festliche Andacht,&#10;Schlug das welterobernde Lachen&#10;All dieser sieghaft heitern Geschlechter.&#10;Du aber throntest&#10;Hoch auf mächtigem Rund&#10;Deines flüssigen Reiches:&#10;Eine bübisch lächelnde, schelmische Sonne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wein und Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wein-und-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wein-und-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Gläschen Wein ist gar so gut;&#10;Und wie′s dem Herzen wonnig thut!&#10;Durch den charmanten Rosenflor&#10;Kommt Einem alles rosig vor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dazu ein Pfeifchen, das gut brennt;&#10;Das wäre so dein Element!&#10;Warum denn nicht? Es schäme sich&#10;Der Gleißner deß, und gräme sich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch hat das alles keinen Sinn,&#10;Wenn ich allein am Tischchen bin;&#10;Ich bin nur ich; ich brauch′ als du&#10;Ein liebes Kind doch auch dazu;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wein, der Poeten Pferd</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wein-der-poeten-pferd/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wein-der-poeten-pferd/</guid><description>&lt;p&gt;Ihrer viel sind zwar beflissen,&#10;Sich im Helicon zu wissen.&#10;Ob sie gleich nun ziehn und ziehn,&#10;Kommen langsam sie doch hin;&#10;Denn ihr bestes Pferd ist heuer&#10;Viel zu seltsam und zu theuer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weinsberg</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weinsberg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weinsberg/</guid><description>&lt;p&gt;Von Weinsberg sind der Sagen&#10;Der Wunder viel erzählt,&#10;Aus längstverklungnen Tagen,&#10;Mit Sang und Klang vermählt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Lied der Weibertreue&#10;Erklingt von Mund zu Mund,&#10;Daß sich im Lied erneue&#10;Die Treu zu jeder Stund.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und daß einmal verblichen&#10;Ein lustiger Geiger war,&#10;Der noch sein Lied gestrichen&#10;An seiner Totenbahr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von Jubel und von Festen,&#10;Von minniglichem Sang&#10;Erzählten schon die Besten&#10;In hohem Liederklang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch ist in unsern Tagen&#10;Wol auch noch Manches wert,&#10;Daß es, emporgetragen&#10;Im Liede, sei verklärt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weisheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weisheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weisheit/</guid><description>&lt;p&gt;Ob ein Mensch weise ist,&#10;erkennt man viel besser an seinen Fragen&#10;als an seinen Antworten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weisheitszahn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weisheitszahn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weisheitszahn/</guid><description>&lt;p&gt;Der sogenannte Weisheitszahn,&#10;Zwar als der letzte kommt er an,&#10;Doch immer früh genug.&#10;Der Name scheint mir Trug.&#10;Der Weisheit kleine Portion,&#10;Wozu es bringt der Erdensohn,&#10;Sie wird mit Schmerzen erst geboren,&#10;Wenn wir schon manchen Zahn verloren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weiße Rose</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weisse-rose/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weisse-rose/</guid><description>&lt;p&gt;Weiße Rose, weiße Rose -&#10;Träumerisch&#10;Neigst du das Haupt.&#10;Weiße Rose, weiße Rose -&#10;Balde&#10;Bist du entlaubt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weiße Rose, weiße Rose -&#10;Dunkel&#10;Drohet der Sturm.&#10;Im Herzen heimlich -&#10;Heimlich -&#10;Naget der Wurm.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Welcher Frevel...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/welcher-frevel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/welcher-frevel/</guid><description>&lt;p&gt;Welcher Frevel, Freund! Abtrünnig&#10;Wirst du deiner fetten Hanne,&#10;Und du liebst jetzt jene spinnig&#10;Dürre, magre Marianne!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Läßt man sich vom Fleische locken,&#10;Das ist immer noch verzeihlich;&#10;Aber Buhlschaft mit den Knochen,&#10;Diese Sünde ist abscheulich!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist Satans böse Tücke,&#10;Er verwirret unsre Sinne:&#10;Wir verlassen eine Dicke,&#10;Und wir nehmen eine Dünne!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltherrschaft der Dummheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltherrschaft-der-dummheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltherrschaft-der-dummheit/</guid><description>&lt;p&gt;Der Klügere gibt nach!&#10;Eine traurige Wahrheit,&#10;sie begründet die Weltherrschaft&#10;der Dummheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltschmerz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltschmerz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltschmerz/</guid><description>&lt;p&gt;Ich, der brennende Wüstenwind,&#10;erkaltete und nahm Gestalt an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ist die Sonne, die mich auflösen kann,&#10;oder der Blitz, der mich zerschmettern kann!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Blick&amp;rsquo; nun: ein steinernes Sphinxhaupt,&#10;zürnend zu allen Himmeln auf.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltseele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltseele/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltseele/</guid><description>&lt;p&gt;Verteilet euch nach allen Regionen&#10;Von diesem heil′gen Schmaus!&#10;Begeistert reißt euch durch die nächsten Zonen&#10;Ins All und füllt es aus!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon schwebet ihr in ungemeßnen Fernen&#10;Den sel′gen Göttertraum&#10;Und leuchtet neu, gesellig, unter Sternen&#10;Im lichtbesäten Raum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann treibt ihr euch, gewaltige Kometen,&#10;Ins Weit′ und Weitr′ hinan.&#10;Das Labyrinth der Sonnen und Planeten&#10;Durchschneidet eure Bahn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr greifet rasch nach ungeformten Erden&#10;Und wirket schöpfrisch jung,&#10;Daß sie belebt und stets belebter werden,&#10;Im abgemeßnen Schwung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Weltwehe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/weltwehe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/weltwehe/</guid><description>&lt;p&gt;Nichts Nichts Nichts&#10;Haucht&#10;Nichts&#10;Hauchen&#10;Nichts&#10;Hauch&#10;Wägen&#10;Wägen wegen&#10;Wegen regen&#10;Stauen&#10;Lauen&#10;Weben schweben wallen ballen&#10;Warmen&#10;Biegen bogen&#10;Wärmen&#10;Drehen drehen&#10;Dunsten&#10;Streifen glimmen&#10;Fachen&#10;Hitzen&#10;Glühen&#10;Wellen&#10;Sieden brodeln rauschen brausen&#10;Züngeln springen&#10;Flammen spritzen&#10;Platzen&#10;Knattern knallen krachen&#10;Tausend&#10;Null Null Null&#10;Tausend&#10;Null&#10;Milliarden&#10;Null Null Null&#10;Weißen&#10;Lichten&#10;Kreisen kreisen&#10;Bahnen&#10;Fliegen&#10;Kreisen kreisen&#10;Rollen&#10;Kugeln&#10;Kugeln kugeln&#10;Glatten&#10;Kugeln&#10;Platten&#10;Kugeln&#10;Kreisen&#10;Kugeln&#10;Dichten schichten wichten walzen wälzen&#10;Festen&#10;Kreisen&#10;Pressen&#10;Kugeln&#10;Schmieden&#10;Kreisen&#10;Kernen&#10;Kugeln&#10;Kern.&#10;Halten fassen kraften schwingen&#10;Ruhen reißen sprengen&#10;Heben senken falten&#10;Schieben wogen&#10;Starren&#10;Heißen&#10;Beben&#10;Schweißen&#10;Beben&#10;Leben&#10;Atmen&#10;Leben&#10;Leben leben&#10;Zeugen&#10;Bären&#10;Leben leben&#10;Blühen&#10;Wachsen&#10;Leben leben&#10;Brennen&#10;Starken&#10;Marken&#10;Rollen rollen&#10;Leuchten trocknen feuchten lichten&#10;Streben ranken&#10;Tönen&#10;Ringen&#10;Kämpfen&#10;Ringen&#10;Ringen&#10;Können&#10;Wollen&#10;Können&#10;Schwanken&#10;Können&#10;Wollen&#10;Blühen&#10;Wollen&#10;Rollen&#10;Können&#10;Kranken&#10;Placken racken ächzen&#10;Rollen&#10;Wollen&#10;Lallen&#10;Wollen wollen&#10;Ranken&#10;Wollen wollen&#10;Rollen&#10;Drehen wehen rollen&#10;Wollen wollen&#10;Stürmen wollen&#10;Drehen&#10;Matten&#10;Wollen&#10;Matten&#10;Rollen drehen&#10;Wehen wehen&#10;Wollen&#10;Kreisen&#10;Engen&#10;Kreisen&#10;Engen&#10;Schwanken&#10;Wanken&#10;Zittern&#10;Schwingen&#10;Wiegen kreisen engen lockern&#10;Trudeln krudeln&#10;Trudeln&#10;Schlacken&#10;Lockern&#10;Schlacken&#10;Bröckeln&#10;Aschen&#10;Trollen trollen&#10;Aschen&#10;Trollen trollen&#10;Sollen&#10;Wollen&#10;Stocken reißen&#10;Sacken rasen&#10;Rasen&#10;Sprengen&#10;Platzen&#10;Schmettern&#10;Stäuben stäuben stäuben&#10;Schweben&#10;Weben&#10;Wallen&#10;Weben&#10;Fallen&#10;Wegen&#10;Reigen&#10;Wolken&#10;Schleichen&#10;Flaken&#10;Weiten&#10;Flaken&#10;Wachten&#10;Steinen&#10;Nachten&#10;Nebeln&#10;Nachten&#10;Weiten&#10;Nachten nachten&#10;Losen&#10;Nachten nachten&#10;Lösen&#10;Nachten nachten&#10;Raumen&#10;Nachten nachten&#10;Zeiten&#10;Nachten&#10;Weiten raumen zeiten&#10;Nachten&#10;Zeiten zeiten&#10;Nachten&#10;Zeiten&#10;Nachten&#10;Weiten&#10;Weiten&#10;Nichts Nichts Nichts&#10;Nichts.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn der lahme Weber träumt, er webe...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-der-lahme-weber-traeumt-er-webe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-der-lahme-weber-traeumt-er-webe/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der lahme Weber träumt, er webe,&#10;Träumt die kranke Lerche auch, sie schwebe,&#10;Träumt die stumme Nachtigall, sie singe,&#10;Daß das Herz des Widerhalls zerspringe,&#10;Träumt das blinde Huhn, es zähl′ die Kerne,&#10;Und der drei je zählte kaum, die Sterne,&#10;Träumt das starre Erz, gar linde tau′ es,&#10;Und das Eisenherz, ein Kind vertrau′ es,&#10;Träumt die taube Nüchternheit, sie lausche,&#10;Wie der Traube Schüchternheit berausche;&#10;Kömmt dann Wahrheit mutternackt gelaufen,&#10;Führt der hellen Töne Glanzgefunkel&#10;Und der grellen Lichter Tanz durchs Dunkel,&#10;Rennt den Traum sie schmerzlich übern Haufen,&#10;Horch! die Fackel lacht, horch! Schmerz-Schalmeien&#10;Der erwachten Nacht ins Herz all schreien;&#10;Weh, ohn Opfer gehn die süßen Wunder,&#10;Gehn die armen Herzen einsam unter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn der Sturm das Meer umschlinget...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-der-sturm-das-meer-umschlinget/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-der-sturm-das-meer-umschlinget/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Sturm das Meer umschlinget,&#10;Schwarze Locken ihn umhüllen,&#10;Beut sich kämpfend seinem Willen&#10;Die allmächtge Braut und ringet,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Küsset ihn mit wilden Wellen,&#10;Blitze blicken seine Augen,&#10;Donner seine Seufzer hauchen,&#10;Und das Schifflein muß zerschellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn die Liebe aus den Sternen&#10;Niederblicket auf die Erde,&#10;Und dein Liebstes Lieb begehrte,&#10;Muß dein Liebstes sich entfernen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn der Tod kömmt still gegangen,&#10;Küsset sie mit Geisterküssen,&#10;Ihre Augen dir sich schließen,&#10;Sind im Himmel aufgegangen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn der Vogel singen will</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-der-vogel-singen-will/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-der-vogel-singen-will/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn der Vogel singen will,&#10;Sucht er einen Ast,&#10;Nur die Lerche trägt beim Sang&#10;Eigne, leichte Last.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch der Fink, die Nachtigall,&#10;Selbst der muntre Spatz&#10;Wählen, eh′ die Kehle tönt,&#10;Für den Fuß den Platz.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gebt mir, wo ich stehen soll,&#10;Weist mir das Gebiet,&#10;Und ich will euch wohl erfreun&#10;Noch mit manchem Lied.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn in Deutschland weht der Sturm -&#10;Sturm, man weiß, ist Wind - ,&#10;Wähnen, wenn der Ast sie schnellt,&#10;Daß sie flügge sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn du zu den Blumen gehst</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-du-zu-den-blumen-gehst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-du-zu-den-blumen-gehst/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn du zu den Blumen gehst,&#10;pflücke die schönsten,&#10;dich zu schmücken.&#10;Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,&#10;müßtest du dich selber pflücken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Alle Blumen wissen ja,&#10;daß du hold bist ohne gleichen.&#10;Und die Blume, die dich sah&#10;Farb&amp;rsquo; und Schmuck muß ihr erbleichen.&#10;Wenn du zu den Blumen gehst,&#10;pflücke die schönsten,&#10;dich zu schmücken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,&#10;müßtest du dich selber pflücken.&#10;Lieblicher als Rosen sind die Küsse,&#10;die dein Mund verschwendet,&#10;weil der Reiz der Blumen endet,&#10;wo dein Liebreiz erst beginnt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn es stürmet auf den Wogen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-es-stuermet-auf-den-wogen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-es-stuermet-auf-den-wogen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn es stürmet auf den Wogen,&#10;Sitzt die Schifferin zu Haus,&#10;Doch ihr Herz ist hingezogen&#10;Auf die weite See hinaus,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei jeder Welle, die brandet&#10;Schäumend an Ufers Rand,&#10;Denkt sie, er strandet, er strandet, er strandet,&#10;Er kehret mir nimmer zum Land.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei des Donners wildem Toben&#10;Sitzt die Schäferin zu Haus,&#10;Doch ihr Herz, das schwebet oben&#10;In des Wetters wildem Saus.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bei jedem Strahle, der klirrte&#10;Schmetternd durch Donners Groll,&#10;Denkt sie, mein Hirte, mein Hirte, mein Hirte&#10;Mir nimmermehr kehren soll.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich an deinem Hause</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-an-deinem-hause/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-an-deinem-hause/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich an deinem Hause&#10;Des Morgens vorübergeh,&#10;So freut&amp;rsquo;s mich, du liebe Kleine,&#10;Wenn ich dich am Fenster seh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mit deinen schwarzbraunen Augen&#10;Siehst du mich forschend an:&#10;&amp;ldquo;Wer bist du, und was fehlt dir,&#10;Du fremder, kranker Mann?&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin ein deutscher Dichter,&#10;Bekannt im deutschen Land;&#10;Nennt man die besten Namen,&#10;So wird auch der meine genannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und was mir fehlt, du Kleine,&#10;Fehlt manchem im deutschen Land;&#10;Nennt man die schlimmsten Schmerzen,&#10;So wird auch der meine genannt.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich fröhlich bin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-froehlich-bin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-froehlich-bin/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn ich fröhlich bin,&#10;o du -&#10;breit ich die arme aus&#10;und flieg dir zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denk: eine Schwester&#10;hält ihre Hände hin.&#10;Sag, geliebter Mund,&#10;dass ich willkommen bin.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hab mich ein bisschen lieb,&#10;wer du auch seist.&#10;Hab ich denn gar nichts,&#10;was dich freut?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn ich, o du mein Liebling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-o-du-mein-liebling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-ich-o-du-mein-liebling/</guid><description>&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich, o du mein Liebling, dich betrachte,&#10;O Amaryllis, meiner Kunst Gebilde,&#10;Ist′s oft, als ob ich fast der Dichtergilde&#10;Anzugehören für was rechtes achte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn, wenn ich dich mit in Gesellschaft brachte,&#10;Wo seinen Rang sonst jeder führt im Schilde,&#10;Dich, die Erzeugte ländlicher Gefilde;&#10;Wer war′s, der da dich zu verachten dachte?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu zweifeln schien man nicht an deinem Adel,&#10;Schien nicht zu ahnden oder nicht zu ahnen,&#10;Daß du gekommen seist von Hürd′ und Stadel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-nicht-mehr-zahlen-und-figuren/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-nicht-mehr-zahlen-und-figuren/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren&#10;sind Schlüssel aller Kreaturen&#10;wenn die, so singen oder küssen,&#10;mehr als die Tiefgelehrten wissen,&#10;wenn sich die Welt ins freie Leben&#10;und in die Welt wird zurückbegeben,&#10;wenn dann sich wieder Licht und Schatten&#10;zu echter Klarheit werden gatten&#10;und man in Märchen und Gedichten&#10;erkennt die wahren Weltgeschichten,&#10;dann fliegt von einem geheimen Wort&#10;das ganze verkehrte Wesen fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn wer sich wo als Lump erwiesen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-wer-sich-wo-als-lump-erwiesen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wenn-wer-sich-wo-als-lump-erwiesen/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn wer sich wo als Lump erwiesen&#10;so schickt man in der Regel diesen,&#10;zum Zweck moralischer Erhebung&#10;in eine andere Umgebung.&#10;Die Luft ist gut, die Lage neu,&#10;der alte Lump ist auch dabei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer ist der Ärmste?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-ist-der-aermste/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-ist-der-aermste/</guid><description>&lt;p&gt;»Geld!« rief, »mein edelster Herr!« ein Armer.&#10;Der Reiche versetzte:&#10;»Lümmel, was gäb ich darum, wär ich so hungrig, als Er!«&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer kein geliebtes Wesen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-kein-geliebtes-wesen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-kein-geliebtes-wesen/</guid><description>&lt;p&gt;Wer kein geliebtes Wesen&#10;In seine heißen Arme schleußt,&#10;Der ist, so viel er prahle,&#10;Ein Körper ohne Seel′ und Geist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer Liebe meiden will</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-liebe-meiden-will/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-liebe-meiden-will/</guid><description>&lt;p&gt;Wer Liebe meiden will/ dem sey der Mund geschlossen:&#10;Sie spielt sich bey uns ein durch Schwätzen/ Spiel und Possen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer machte dich so krank?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-machte-dich-so-krank/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-machte-dich-so-krank/</guid><description>&lt;p&gt;Dass du so krank geworden,&#10;Wer hat es denn gemacht?&#10;Kein kühler Hauch aus Norden&#10;Und keine Sternennacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Schatten unter Bäumen,&#10;Nicht Glut des Sonnenstrahls,&#10;Kein Schlummer und kein Träumen&#10;Im Blütenbett des Tals.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kein Trunk vom Felsensteine,&#10;Kein Wein aus vollem Glas,&#10;Der Baumesfrüchte keine,&#10;Nicht Blume und nicht Gras.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass ich trag Todeswunden,&#10;Das ist der Menschen Tun;&#10;Natur ließ mich gesunden,&#10;Sie lassen mich nicht ruhn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer nie in der Jugend...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-nie-in-der-jugend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-nie-in-der-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;Wer nie in der Jugend Gewitterdrang&#10;über jedes trennende Gitter sprang,&#10;wer nie sünd´gem Verlangen gebebt hat&#10;und immer nur nach Erlaubtem gestrebt hat,&#10;dem schmücke das Wams mit Orden und Tressen,&#10;doch sag ihm, er habe zu leben vergessen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer nie sein Brot mit Tränen aß</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-nie-sein-brot-mit-traenen-ass/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-nie-sein-brot-mit-traenen-ass/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Wilhelm Meister&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer nie sein Brot mit Tränen aß,&#10;Wer nie die kummervollen Nächte&#10;Auf seinem Bette weinend saß,&#10;Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr führt ins Leben uns hinein,&#10;Ihr laßt den Armen schuldig werden,&#10;Dann überlaßt ihr ihn der Pein:&#10;Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer sich der Einsamkeit ergibt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-sich-der-einsamkeit-ergibt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wer-sich-der-einsamkeit-ergibt/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wer sich der Einsamkeit ergibt,&#10;Ach der ist bald allein;&#10;Ein jeder lebt, ein jeder liebt&#10;Und läßt ihn seiner Pein.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer sich dem Weltgewühl ergibt,&#10;Der ist zwar nie allein.&#10;Doch was er lebt und was er liebt,&#10;Es wird wohl nimmer sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur wer der Muse hin sich gibt,&#10;Der weilet gern allein,&#10;Er ahnt, daß sie ihn wieder liebt,&#10;Von ihm geliebt will sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie kränzt den Becher und Altar,&#10;Vergöttlicht Lust und Pein.&#10;Was sie ihm gibt, es ist so wahr,&#10;Gewährt ein ewig Sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wert und Preis</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wert-und-preis/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wert-und-preis/</guid><description>&lt;p&gt;Heute kennen wir&#10;von allem den Preis&#10;und von nichts den Wert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Widerruf des Vorigen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/widerruf-des-vorigen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/widerruf-des-vorigen/</guid><description>&lt;p&gt;Ich möchte so ein Gut nicht haben.&#10;Denn sollt′ ich auch die sechste drauf begraben:&#10;Könnt′ ich doch leicht – nicht wahr, Pompil? –&#10;Sechs gute Tage nur erlebet haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Widmung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/widmung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/widmung/</guid><description>&lt;p&gt;Der WolEdlen/ Gestrengen/ Ehr- vnd Tugentsamen Frawen&#10;EVÆ gebohrnen Pezoltin/ Frawen auff Schönborn vnd Zissendorff.&#10;So wol auch Denen Ehrbaren/ vnd Vieltugendsamen Frawen&#10;MARIÆ Rißmannin/ Des WolEhrwürdigen vnd Hochgelahrten Herren&#10;M. MICHAELIS EDERI vielgeliebten Ehefrawen.&#10;MARIÆ Richterin/ des auch WolEhrwürdigen Herren&#10;M. PAULI GRYPHII vielgeliebten Ehefrawen.&#10;ANNÆ Greyffin/ des Ehrenfesten Herrn George Carsens vielgeliebten Haußfrawen.&#10;seinen sonders hochgeehrten Frawen/ Mutter/ Muhmen vnd Schwester.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Widmung des »Prinz Friedrich von Homburg«</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/widmung-des-prinz-friedrich-von-homburg/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/widmung-des-prinz-friedrich-von-homburg/</guid><description>&lt;p&gt;Gen Himmel schauend greift, im Volksgedränge,&#10;Der Barde fromm in seine Saiten ein.&#10;Jetzt trösten, jetzt verletzen seine Klänge,&#10;Und solcher Antwort kann er sich nicht freun.&#10;Doch eine denkt er in dem Kreis der Menge,&#10;Der die Gefühle seiner Brust sich weihn:&#10;Sie hält den Preis in Händen, der ihm falle,&#10;Und krönt ihn die, so krönen sie ihn alle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Widmung für Chopin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/widmung-fuer-chopin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/widmung-fuer-chopin/</guid><description>&lt;p&gt;Drei Meere tanzen hochgeschürzt ans Land.&#10;Des Droschkenkutschers Hut durchbohren Mondesstrahlen.&#10;Als Kehrichtwalze holpert der Verstand,&#10;Wir glänzen durch die Nacht gleich singenden Aalen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Giraffenhals ragt schräg zum Nordlichthimmel.&#10;Die Mondesratte knüpft ihm bleichen Kragen.&#10;Am Tropenkoller würgt ein Polizistenlümmel.&#10;Bald werden wir ein neues Land erfragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aus unsrem Ohr lustwandeln Eiterströme.&#10;Das Auge rankt sich wüst um das Monokel.&#10;An einem Drahtseil leckt ein schlichter Böhme.&#10;Ein Schwein steht segnend auf dem Marmorsockel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie bräutliche Hecken im Frühling</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-braeutliche-hecken-im-fruehling/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-braeutliche-hecken-im-fruehling/</guid><description>&lt;p&gt;Von deinem Leib haben die Maienglocken ihren keuschen Geruch,&#10;Die Nachtigallen hast du heiß gemacht,&#10;Ihr Gesang malt dein Bild.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deine Lippen sind wie Kleeblüten klein und süß an meinem Weg gewachsen,&#10;Und drüber glänzt dein Haar festlich&#10;Wie bräutliche Hecken im Frühling.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie die selig sele spricht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-die-selig-sele-spricht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-die-selig-sele-spricht/</guid><description>&lt;p&gt;Stand uf min vil lieber,&#10;Und erhole dich aller diner pine,&#10;Aller diner wetagen, aller diner smacheit,&#10;Aller diner trurekeit, alles dines ellendes,&#10;Aller diner serekeit, aller diner arbeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der morgensterne ist vfgegân&#10;Dc ist Sante Marien geburt und ir leben.&#10;Die sonne hat iren schin getan,&#10;Dc ist dc got mensche wart,&#10;Sin werk und sin himelvart.&#10;Der mân sol jemer stet stan;&#10;Dc ist, das wir denne jemer stet soellen wesen&#10;In dem ewigen lebenne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie er wolle geküsset seyn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-er-wolle-gekuesset-seyn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-er-wolle-gekuesset-seyn/</guid><description>&lt;p&gt;Nirgends hin, als auff den Mund&#10;da sinckts in deß Hertzens Grund.&#10;Nicht zu frey, nicht zu gezwungen&#10;nicht mit gar zu fauler Zungen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht zu wenig, nicht zu viel!&#10;Beydes wird sonst Kinderspiel.&#10;Nicht zu laut, und nicht zu leise&#10;Beyder Maß&amp;rsquo; ist rechte Weise.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht zu nahe, nicht zu weit.&#10;Dies macht Kummer, jenes Leid.&#10;Nicht zu trucken, nicht zu feuchte&#10;wie Adonis Venus reichte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht zu harte, nicht zu weich.&#10;Bald zugleich, bald nicht zugleich.&#10;Nicht zu langsam, nicht zu schnelle.&#10;Nicht ohn Unterscheid der Stelle.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie ich dich liebe!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-ich-dich-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-ich-dich-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Wie ich dich liebe!&#10;Denn ich liebe alle dunkeln Fragen,&#10;die die Wahrheit hinterm Auge tragen, -&#10;und die Worte lieb ich, die verschwiegen&#10;auf dem Grunde einer Lüge liegen. -&#10;Sag′ mir nichts! - Ich will aus deinem Wesen&#10;tief heraus mir jedes Goldkorn lesen; -&#10;aus dem Schimmer der Verschwiegenheiten&#10;will ich deiner Seele Bild bereiten;&#10;und es soll in meinem Herzen stehn,&#10;hauchlos rein - und nur für dich zu sehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie rafft ich mich auf in der Nacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-rafft-ich-mich-auf-in-der-nacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-rafft-ich-mich-auf-in-der-nacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wie rafft ich mich auf in der Nacht, in der Nacht,&#10;Und fühlte mich fürder gezogen,&#10;Die Gassen verließ ich, vom Wächter bewacht,&#10;Durchwandelte sacht&#10;In der Nacht, in der Nacht,&#10;Das Tor mit dem gotischen Bogen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mühlbach rauschte durch felsigen Schacht,&#10;Ich lehnte mich über die Brücke,&#10;Tief unter mir nahm ich der Wogen in Acht,&#10;Die wallten so sacht&#10;In der Nacht, in der Nacht,&#10;Doch wallte nicht Eine zurücke.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie schändlich du gehandelt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-schaendlich-du-gehandelt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-schaendlich-du-gehandelt/</guid><description>&lt;p&gt;Wie schändlich du gehandelt,&#10;Ich hab es den Menschen verhehlet,&#10;Und bin hinausgefahren aufs Meer,&#10;Und hab es den Fischen erzählet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich laß dir den guten Namen&#10;Nur auf dem festen Lande;&#10;Aber im ganzen Ozean&#10;Weiß man von deiner Schande.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wie selig irrt der Mensch...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-selig-irrt-der-mensch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wie-selig-irrt-der-mensch/</guid><description>&lt;p&gt;Wie selig irrt der Mensch,&#10;der seinen Irrtum kennt&#10;und sieht, wie hell aus ihm,&#10;das Licht der Wahrheit brennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiedergeburt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedergeburt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiedergeburt/</guid><description>&lt;p&gt;Immer enger, immer strenger&#10;Hält das Leben sein Gericht:&#10;Leichte Sänger, lose Fänger,&#10;Sie geleiten uns nicht länger,&#10;Auch Genossen bester Stunden&#10;Schwenken ab und sind verschwunden -&#10;In entbehrendem Gesunden&#10;Schreiten stiller wir ans Licht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Seele, ihre Fehle&#10;Fühlt die Stolze mehr und mehr:&#10;Daß mit manchem Wahnjuwele&#10;Sie die Wahrheit sich verhehle;&#10;Und sie opfert falsches Freuen,&#10;Weit es in den Wind zu streuen,&#10;Ihre Armut zu erneuen -&#10;Ach, das schmerzt die Seele sehr.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiederholung</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiederholung/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiederholung/</guid><description>&lt;p&gt;Hundertmal werd ichs euch sagen und tausendmal: Irrtum ist Irrtum!&#10;Ob ihn der größte Mann, ob ihn der kleinste beging.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wiegenlied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wiegenlied/</guid><description>&lt;p&gt;Muhme Rehler hatt′ ′n Garten,&#10;Ach, ′n wunderschönen Garten!&#10;Und der war vergittert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem Garten stand ein Baum,&#10;Ach, ein wunderschöner Baum!&#10;Der gibt Dir nicht Schatten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem Baum, da war ein Zweig,&#10;Ach, ein wunderschöner Zweig!&#10;Dein sind nicht die Früchte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf dem Zweig da war ein Nest,&#10;Ach, ein wunderschönes Nest!&#10;Nur für große Vögel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In dem Nest, da lag ein Ei!&#10;Ach, ein wunderschönes Ei!&#10;Das ist Dein, mein Söhnchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wilder Rosenbusch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wilder-rosenbusch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wilder-rosenbusch/</guid><description>&lt;p&gt;Wie steht er da vor den Verdunkelungen&#10;des Regenabends; jung und rein;&#10;in seinen Ranken schenkend ausgeschwungen&#10;und doch versunken in sein Rose-sein;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;die flachen Blüten, da und dort schon offen,&#10;jegliche ungewollt und ungepflegt:&#10;so, von sich selbst unendlich übertroffen&#10;und unbeschreiblich aus sich selbst erregt,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;ruft er dem Wandrer, der in abendlicher&#10;Nachdenklichkeit den Weg vorüberkommt:&#10;Oh sieh mich stehn, sieh her, was bin ich sicher&#10;und unbeschützt und habe was mir frommt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Willkommen kleine Bürgerin</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/willkommen-kleine-buergerin/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/willkommen-kleine-buergerin/</guid><description>&lt;p&gt;Willkommen kleine Bürgerin&#10;Im bunten Tal der Lügen!&#10;Du gehst dahin, du Lächlerin!&#10;Dich ewig zu betrügen&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was weinest du? die Welt ist rund&#10;Und nichts darauf beständig.&#10;Das Weinen nur ist ungesund&#10;Und der Verlust notwendig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einst wirst du, kleine Lächlerin!&#10;Mit süßerm Schmerze weinen&#10;Wenn alle deinen treuen Sinn&#10;Gott! zu verkennen scheinen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dann wirst du stehn auf deinem Wert&#10;Und blicken, wie die Sonne&#10;Von der ein jeder weg sich kehrt&#10;Zu blind für ihre Wonne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Willkommen und Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/willkommen-und-abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/willkommen-und-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Es schlug mein Herz; geschwind zu Pferde!&#10;Es war gethan fast eh&amp;rsquo; gedacht;&#10;Der Abend wiegte schon die Erde&#10;Und an den Bergen hing die Nacht:&#10;Schon stand im Nebelkleid die Eiche&#10;Ein aufgethürmter Riese da,&#10;Wo Finsterniß aus dem Gesträuche&#10;Mit hundert schwarzen Augen sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond von einem Wolkenhügel&#10;Sah kläglich aus dem Duft hervor,&#10;Die Winde schwangen leise Flügel,&#10;Umsaus&amp;rsquo;ten schauerlich mein Ohr;&#10;Die Nacht schuf tausend Ungeheuer;&#10;Doch frisch und fröhlich war mein Muth:&#10;In meinen Adern welches Feuer!&#10;In meinem Herzen welche Gluth!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Willkommen und Abschied (Frühere Fassung, 1771)</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/willkommen-und-abschied-fruehere-fassung-1771/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/willkommen-und-abschied-fruehere-fassung-1771/</guid><description>&lt;p&gt;Es schlug mein Herz. Geschwind, zu Pferde!&#10;Und fort, wild wie ein Held zur Schlacht.&#10;Der Abend wiegte schon die Erde,&#10;Und an den Bergen hing die Nacht.&#10;Schon stund im Nebelkleid die Eiche&#10;Wie ein getürmter Riese da,&#10;Wo Finsternis aus dem Gesträuche&#10;Mit hundert schwarzen Augen sah.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Mond von einem Wolkenhügel&#10;Sah schläfrig aus dem Duft hervor,&#10;Die Winde schwangen leise Flügel,&#10;Umsausten schauerlich mein Ohr.&#10;Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,&#10;Doch tausendfacher war mein Mut,&#10;Mein Geist war ein verzehrend Feuer,&#10;Mein ganzes Herz zerfloß in Glut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Willst du uns, Freund, zu Kindern machen...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/willst-du-uns-freund-zu-kindern-machen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/willst-du-uns-freund-zu-kindern-machen/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Willst du uns, Freund, zu Kindern machen?&#10;Du sagst uns weltbekannte Sachen!&amp;rdquo;&#10;Verzeiht! ich konnt aus euren Werken,&#10;Daß ihr alles wißt, nicht merken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Willst Welt und Menschen recht verstehn</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/willst-welt-und-menschen-recht-verstehn/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/willst-welt-und-menschen-recht-verstehn/</guid><description>&lt;p&gt;Willst Welt und Menschen recht verstehn,&#10;Mußt du ins eigne Herz dir sehn.&#10;Willst du dich selbst recht kennenlernen,&#10;Mußt du dich aus dir selbst entfernen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer sich beurteilt nur nach sich,&#10;Gelangt zu falschen Schlüssen -&#10;Du selbst erkennst so wenig dich,&#10;Als du dich selbst kannst küssen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wink</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wink/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wink/</guid><description>&lt;p&gt;Und doch haben sie recht, die ich schelte:&#10;Denn, daß ein Wort nicht einfach gelte,&#10;Das müßte sich wohl von selbst verstehn.&#10;Das Wort ist ein Fächer! Zwischen den Stäben&#10;Blicken ein Paar schöne Augen hervor.&#10;Der Fächer ist nur ein lieblicher Flor,&#10;Er verdeckt mir zwar das Gesicht,&#10;Aber das Mädchen verbirgt er nicht,&#10;Weil das Schönste, was sie besitzt,&#10;Das Auge, mir ins Auge blitzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winter/</guid><description>&lt;p&gt;In den jungen Tagen&#10;Hatt ich frischen Mut,&#10;In der Sonne Strahlen&#10;War ich stark und gut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Liebe, Lebenswogen,&#10;Sterne, Blumenlust!&#10;Wie so stark die Sehnen!&#10;Wie so voll die Brust!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es ist zerronnen,&#10;Was ein Traum nur war;&#10;Winter ist gekommen,&#10;Bleichend mir das Haar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bin so alt geworden,&#10;Alt und schwach und blind,&#10;Ach! verweht das Leben,&#10;Wie ein Nebelwind!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterabend</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterabend/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterabend/</guid><description>&lt;p&gt;In gelben Fenstern trinken Schatten heißen Tee.&#10;Sehnsüchtge wiegen sich auf hartem Schimmerteiche.&#10;Arbeiter finden eine sanfte Damenleiche.&#10;Johlende Dunkle werfen glimmend blauen Schnee.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An hohen Stangen hängt, verfleht, ein Streichholzmann.&#10;Kaufläden flackern trüb durch frostbeschlagne Scheiben,&#10;Vor denen Menschenleiber wie Gespenster treiben.&#10;Studenten schneiden ein erfrornes Mädchen an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie lieblich der kristallne Winterabend brennt!&#10;Schon strömt ein Platinmond durch eine Häuserlücke.&#10;Bei grünlichen Laternen unter einer Brücke&#10;Liegt ein Zigeunerweib. Und spielt ein Instrument.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterbild</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterbild/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterbild/</guid><description>&lt;p&gt;In meinem Zimmer ein paar frische Blumen,&#10;Die allen Wintermissmut mir vertreiben.&#10;Ein Vöglein pickt vor meinem Fenster Krumen&#10;Und guckt dabei zutraulich durch die Scheiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Stroh und Bast die Bäume eingeschlagen,&#10;Damit der strenge Frost sie nicht berühre,&#10;Die Beete wohl verwahrt vor kalten Tagen -&#10;Und, blossen Haupts, ein Bettler vor der Türe.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wintergrün</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wintergruen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wintergruen/</guid><description>&lt;p&gt;Greif&amp;rsquo; ich in die Saiten wieder,&#10;Die ich lang nicht schlug,&#10;Und doch in dem Kampf der Lieder&#10;Einst so freudig trug?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als wir zwei vorangezogen&#10;Jugendlicher Schaar,&#10;Mit des Gottes goldnen Bogen,&#10;Daphne&amp;rsquo;s Laub im Haar!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Lange in der Heimath Auen&#10;Ruhte der Gesang:&#10;Wir belebten ihre Gauen&#10;Mit erneutem Klang.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die Welt war uns erschlossen,&#10;Wie ein ros&amp;rsquo;ger Traum,&#10;Rings von Hoffnungslicht umflossen,&#10;Ein geweihter Raum!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und die frischen Lebenszweige&#10;Senkten wir hinein,&#10;Daß empor bald grün&amp;rsquo; und steige&#10;Der belaubte Hain!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterlichtwende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlichtwende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterlichtwende/</guid><description>&lt;p&gt;Nun hat sich neu das Licht gewendet&#10;und täglich steigt der Sonne Kraft,&#10;die Leben und die Liebe spendet&#10;und alles Irdische erschafft.&#10;In ihrem Leuchten wandelst du&#10;dem ewig schönen Frühling zu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr goldnes Auge strahlt hernieder&#10;und weckt den Staub zur Seligkeit.&#10;In ihrem Feueratem wieder&#10;entfaltet sich der Schöpfung Kleid.&#10;Und bald umhüllt uns die Natur&#10;im Reiz der grün verjüngten Flur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Bedenk es, Mensch, du gleichst den Sternen,&#10;aus Erde und aus Licht gemacht,&#10;und liebst du nicht die blauen Fernen,&#10;so sinkt dein Geist in finstre Nacht.&#10;Halt fest dein Kerzlein in der Hand,&#10;das wissend eine Welt umspannt!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winternacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winternacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winternacht/</guid><description>&lt;p&gt;Verschneit liegt rings die ganze Welt,&#10;ich hab&amp;rsquo; nichts, was mich freuet,&#10;verlassen steht der Baum im Feld,&#10;hat längst sein Laub verstreust.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Wind nur geht bei stiller Nacht&#10;und rüttelt an dem Baume,&#10;da rührt er seinen Wipfel sacht&#10;und redet wie im Traume.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er träumt von künft&amp;rsquo;ger Frühlingszeit,&#10;von Grün und Quellenrauschen,&#10;wo er im neuen Blütenkleid&#10;zu Gottes Lob wird rauschen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winters Abschied</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winters-abschied/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winters-abschied/</guid><description>&lt;p&gt;Winter, ade!&#10;Scheiden tut weh.&#10;Aber dein Scheiden macht,&#10;Dass jetzt mein Herze lacht.&#10;Winter, ade!&#10;Scheiden tut weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Winter, ade!&#10;Scheiden tut weh.&#10;Gerne vergess&amp;rsquo; ich dein,&#10;Kannst immer ferne sein.&#10;Winter, ade!&#10;Scheiden tut weh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Winter, ade!&#10;Scheiden tut weh.&#10;Gehst du nicht bald nach Haus,&#10;Lacht dich der Kuckuck aus.&#10;Winter, ade!&#10;Scheiden tut weh.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterschlaf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterschlaf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterschlaf/</guid><description>&lt;p&gt;Indem man sich nunmehr zum Winter wendet,&#10;Hat es der Dichter schwer,&#10;Der Sommer ist geendet,&#10;Und eine Blume wächst nicht mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was soll man da besingen?&#10;Die meisten Requisiten sind vereist.&#10;Man muß schon in die eigene Seele dringen&#10;- Jedoch, da haperts meist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Man sitzt besorgt auf seinen Hintern,&#10;Man sinnt und sitzt sich seine Hose durch,&#10;- Da hilft das eben nichts, da muß man eben überwintern&#10;Wie Frosch und Lurch.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterwende</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/winterwende/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/winterwende/</guid><description>&lt;p&gt;Welches Kommen! Welches Gehen!&#10;Hundepfiff und leiser Schrei.&#10;Geisterhafte Lüfte wehen,&#10;überm Dornwall schwarzer Schlehen&#10;jagt Orion hoch vorbei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Durch die sturmgepeitschten Lücken&#10;dünnen Schneefalls tastet blind&#10;nach dem Vater auf dem Rücken,&#10;nach dem Sohn im Niederbücken,&#10;sie Äneas gen den Wind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Huschend kehrt ein flinker Schatte&#10;mit der Schleppe seine Spur:&#10;Helena im Leib der Ratte&#10;sucht von neuem Heim und Gatte,&#10;Liebe bettelt der Lemur.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Trojas Trümmer wandern weiter,&#10;aufgebaut im Wolkenmeer,&#10;aber des Gesanges Leiter&#10;an die Zinnen, spukhaft heiter,&#10;legt uns Armen kein Homer.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;Wie Einsamkeit das Ich im Auge dämmt.&#10;Du ist nicht feil, und Du beginnt zu fehlen.&#10;Geh durch die Menge, um Lächeln zu stehlen,&#10;Verbrauche deine Küsse ungehemmt -:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Schrei wärmt dir den Leib! Zu sehr allein.&#10;Es gibt nur dies, unser Blut-Hoch und Ja,&#10;Unsere Kunst, das Labsal anima!&#10;Das Herz bewegt sich in das Wort herein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Von den Stummheiten sollen wir aufbrechen!&#10;Nicht nur anjahren in der Existenz.&#10;Von Antlitzfrauen aufreizend umschwiegen&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir drei</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-drei/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-drei/</guid><description>&lt;p&gt;Unsere Seelen hingen an den Morgenträumen&#10;wie die Herzkirschen,&#10;wie lachendes Blut an den Bäumen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Kinder waren unsere Seelen,&#10;als sie mit den Leben spielten,&#10;wie die Märchen sich erzählen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und von weißen Azaleen&#10;sangen die Spätsommerhimmel&#10;über uns im Südwindwehen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein Kuss und ein Glauben&#10;waren unsere Seelen eins,&#10;wie drei Tauben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir fanden Glanz</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-fanden-glanz/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-fanden-glanz/</guid><description>&lt;p&gt;Wir fanden Glanz, fanden ein Meer, Werkstatt und uns.&#10;Zur Nacht, eine Sichel sang vor unserm Fenster.&#10;Auf unsern Stimmen fuhren wir hinauf,&#10;Wir reisten Hand in Hand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An deinen Haaren, helles Fest im Morgen,&#10;Irr flogen Küsse hoch&#10;Und stachen reifen Wahnsinn in mein Blut.&#10;Dann dursteten wir oft an wunden Brunnen,&#10;Die Türme wehten stählern in dem Land.&#10;Und unsre Schenkel, Hüften, Raubtierlenden&#10;Stürmten durch Zonen, grünend vor Gerüchen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir gehen vorüber</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-gehen-vorueber/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-gehen-vorueber/</guid><description>&lt;p&gt;Wir gehen vorüber,&#10;Die Hand am Geländer,&#10;Wo Du Abschied nimmst.&#10;Es wird Frühling.&#10;Kehre wieder!&#10;Einmal&#10;Sahst Du mich an.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir haben viel füreinander gefühlt...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-haben-viel-fuereinander-gefuehlt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wir-haben-viel-fuereinander-gefuehlt/</guid><description>&lt;p&gt;Wir haben viel füreinander gefühlt,&#10;und dennoch uns gar vortrefflich vertragen,&#10;wir haben oft &amp;ldquo;Mann und Frau&amp;rdquo; gespielt,&#10;und dennoch uns nicht gerauft und geschlagen.&#10;Wir haben zusammen gejauchzt und gescherzt,&#10;und zärtlich uns geküsst und geherzt.&#10;Wir haben am Ende, aus kindischer Lust,&#10;&amp;ldquo;Verstecken&amp;rdquo; gespielt in Wäldern und Gründen,&#10;und haben uns so zu verstecken gewusst,&#10;dass wir uns nimmermehr wiederfinden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wird´s aber sich befinden...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wird-s-aber-sich-befinden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wird-s-aber-sich-befinden/</guid><description>&lt;p&gt;Wird´s aber sich befinden,&#10;daß du ihm treu verbleibst,&#10;so wird er dich entbinden,&#10;da du´s am mindesten gläubst:&#10;Er wird dein Herz lösen&#10;von der so schweren Last,&#10;die du zu keinem Bösen&#10;bisher getragen hast.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wisse, daß mir sehr mißfällt</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wisse-dass-mir-sehr-missfaellt/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wisse-dass-mir-sehr-missfaellt/</guid><description>&lt;p&gt;Wisse, daß mir sehr mißfällt,&#10;Wenn so viele singen und reden!&#10;Wer treibt die Dichtkunst aus der Welt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Poeten!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wissenschafft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wissenschafft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wissenschafft/</guid><description>&lt;p&gt;Besser ist es betteln gehen,&#10;Als nichts wissen, nichts verstehen.&#10;Armen kan man Geld wol reichen,&#10;Weißheit aber nicht deßgleichen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wissenschaft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wissenschaft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wissenschaft/</guid><description>&lt;p&gt;Einem ist sie die hohe, die himmlische Göttin, dem andern&#10;Eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wisst es!</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wisst-es/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wisst-es/</guid><description>&lt;p&gt;Wißt, mich betrübt die Schönheit, die ihr preist,&#10;Ich schaue bitteres Menschenelend sprießen&#10;Auf diesem Stern&amp;hellip; wie soll mein Geist&#10;Dann seine hehre Schönheit rein genießen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wißt, mich betrübt die Schönheit, die ihr preist,&#10;Denn durch des Wohllauts kunstgeformter Schöne&#10;Klingt mir der Wehlaut, der mein Herz zerreißt,&#10;Der Daseinsqual naturgewalt&amp;rsquo;ge Töne.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo die Nebel brüten im Tal</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-die-nebel-brueten-im-tal/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-die-nebel-brueten-im-tal/</guid><description>&lt;p&gt;Wo die Nebel brüten im Tal&#10;unterm Herbstlaub&#10;schwermütig lag ich &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dein Antlitz ist ein Kornfeld&#10;auf dem die Sonne liegt&#10;und die Ähren schwer sind &amp;hellip;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo dein Fuß über die Erde sprang,&#10;holen die Lerchen ihren Jubel.&#10;Dein Blut ist wie Wein von fernen Inseln,&#10;die ruhelos wandern in blauen Wellen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie der Frühling&#10;geht deine Stimme über die Hügel&#10;rührend an schlafenden Klängen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hoch schlägt es aus Tälern!&#10;Ich möcht dir eine Blume schenken,&#10;die immer duftet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo Gott zu finden ist</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-gott-zu-finden-ist/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-gott-zu-finden-ist/</guid><description>&lt;p&gt;Gott ist ein stiller Geist, der überall zugegen;&#10;Drum, wer ihm nahen will, darf sich nicht viel bewegen;&#10;Verlier, was bildlich ist, und brauch nicht viel Gewalt,&#10;Kehr sanft in stillen Geist: Ich weiß, du findst ihn bald.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo ist der Ort, an dem du weilst?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-ist-der-ort-an-dem-du-weilst/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-ist-der-ort-an-dem-du-weilst/</guid><description>&lt;p&gt;Wo ist der Ort, an dem du weilst?&#10;An diesem Orte will ich sterben.&#10;Kein andrer Port auf wildem Meer;&#10;In diesem Porte will ich sterben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es läßt Karun von seinem Gold,&#10;Der Reiche nicht von seinem Horte;&#10;Wo wäre mir ein Hort, wie du?&#10;Bei diesem Horte will ich sterben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wenn du dich vor mir verbirgst,&#10;Und wenn du deine Pforte schließest,&#10;An dieser Pforte lager′ ich,&#10;An dieser Pforte will ich sterben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wo werd ich hingerücket?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-werd-ich-hingeruecket/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wo-werd-ich-hingeruecket/</guid><description>&lt;p&gt;Mel. Auf! auf mein Herz mit Freuden.&#10;Wo werd ich hingerücket?&#10;Wohin gelange ich?&#10;Wie? ist mein Geist entzücket?&#10;O Jesu! seh ich dich?&#10;Ja! ja! hier ist gewiß&#10;Das schöne Paradieß;&#10;Hier ist der Himmels-Saal;&#10;Hier hält man Gottes Mahl.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was hör ich dorten klingen?&#10;O was vernehm ich hier!&#10;O unaussprechlich Singen!&#10;Ich bin ganz auser mir.&#10;O unaussprechlich Wort&#10;Vor dieser Gnaden-Pfort!&#10;O Freude! die kein Mann&#10;Jemahls beschreiben kan.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wochenkalender</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wochenkalender/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wochenkalender/</guid><description>&lt;p&gt;Montag erst. - Entsetzlich! Freudelos&#10;Neu beginnen, wo die Woche schloss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dienstag erst. - Entsetzlich! Ohne Sinn&#10;Spinnen fort des Lebens grau Gespinn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mittwoch erst. - Entsetzlich! Ohne Ziel&#10;Neu durchspielen das durchspielte Spiel.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Donnerstag.- Entsetzlich! Ohne Gnad&#10;Neu durchmessen den durchmessnen Pfad.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Freitag schon. - Entsetzlich! Wirrer Tand&#10;Neu durchwaten den durchwatnen Sand.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Samstag schon. - Entsetzlich! Ohne Gruß&#10;Ewig wandern um des Hügels Fuß.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sonntag heut. - Entsetzlich! Wieder neu&#10;Segeln an dem Leuchtturm hier vorbei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wohin ich geh′ und schaue</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wohin-ich-geh-und-schaue/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wohin-ich-geh-und-schaue/</guid><description>&lt;p&gt;Wohin ich geh′ und schaue,&#10;In Feld und Wald und Tal,&#10;Vom Berg hinab in die Aue;&#10;Viel schöne, hohe Fraue,&#10;Grüß ich dich tausendmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In meinem Garten find′ ich&#10;Viel′ Blumen schön und fein,&#10;Viel′ Kränze wohl draus wind′ ich&#10;Und tausend Gedanken bind′ ich&#10;Und Grüße mit darein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ihr darf ich keinen reichen,&#10;Sie ist zu hoch und schön,&#10;Die müssen alle verbleichen,&#10;Die Liebe nur ohnegleichen&#10;Bleibt ewig im Herzen stehn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wohlan! so bin ich deiner los...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wohlan-so-bin-ich-deiner-los/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wohlan-so-bin-ich-deiner-los/</guid><description>&lt;p&gt;Wohlan! so bin ich deiner los&#10;Du freches lüderliches Weib!&#10;Fluch über deinen sündenvollen Schoß&#10;Fluch über deinen feilen geilen Leib,&#10;Fluch über deine lüderlichen Brüste&#10;Von Zucht und Wahrheit leer,&#10;Von Schand und Lügen schwer,&#10;Ein schmutzig Kissen aller eklen Lüste.&#10;Fluch über jede tote Stunde&#10;Die ich an deinem lügenvollen Munde,&#10;In ekelhafter Küsse Rausch vollbracht,&#10;Fluch über jede gottvergeßne Nacht,&#10;Die ich in deinem frechen Bett erhandelt,&#10;Die ich in toller Liebe überwacht,&#10;Wohl unter deinem Fenster hingewandelt,&#10;Wenn du mit andern in dem Werk befangen,&#10;Mit andrer Lüg an anderm Mund gehangen.&#10;Mein Gott, mein Gott, er will sich mein erbarmen,&#10;Mein Herr hat mich befreit aus deinen Armen,&#10;Wohin dein Gott, der Satan mich geführt;&#10;Drum hab ich nimmer dir dein Herz gerührt,&#10;Und wie ich mochte bitten, mochte flehen,&#10;Kein edles Wort hört ich von dir erstehen,&#10;Du drohst, du elend Weib, dich zu ermorden,&#10;O könntest du′s, es stürb dein ganzer Orden,&#10;Doch spar die Mühe nur, denn du bist längstens tot,&#10;Längst faulst du in dir selbst, in Sünd und Lügenkot.&#10;Schneidst du den Hals dir ab&#10;Und springst du in die Spree,&#10;Du findest nie ein Grab&#10;Die Spreu schwimmt in der Höh&#10;Des Todes heiliger Traum&#10;Wird nimmer dich erlösen&#10;Es stirbt ein grüner Baum,&#10;Doch nie ein dürrer Besen.&#10;Zur eignen Rute wirst du noch an deinem Rücken,&#10;Und höchstens reicht dein Leib dir einstens schlechte Krücken.&#10;Wohlan, du elend Weib, nun sind wir auf der Stelle&#10;Wo wir zuerst uns sahn, ich, du, und dein Geselle,&#10;Ich mein den Teufel, Weib, der deine Seele reitet,&#10;Hör wie sein Flügel rauscht, den über dir er breitet,&#10;Ich hör den dunklen Fluß, es tönt die dumpfe Welle,&#10;Du Lügnerin leb wohl, leb schlecht hier ist die Schwelle,&#10;Wo sich mein reuig Herz, von dir du Hexe scheidet,&#10;Verdorren mag der Fuß, der je dein Bett beschreitet,&#10;Ich hab dich nie gekannt, ich hab dich nie gesehen,&#10;Es war ein böser Traum, er muß hinuntergehen,&#10;Das lüderliche Buch, um das du mich betrogen,&#10;Aus dem du geile Brunst für andre Lust gesogen,&#10;Ich werfe es hinab in diese schmutzgen Wogen,&#10;Und mit ihm werf ich hin, was ich für dich gefühlt&#10;Daß sich die böse Glut, die mir das Herz zerwühlt&#10;In dieses Flusses trüber Welle kühlt.&#10;Nimm hin den Scheidekuß,&#10;Ich geb i[h]n ohn Verdruß,&#10;Von mir ist dir verziehn,&#10;Wend dich, zu Gott dahin,&#10;Und fleh, daß er verzeih,&#10;Dem Sünder steht es frei&#10;Er ist für dich, für mich, für alle uns gestorben,&#10;Ich habe im Gebet mir Trost von ihm erworben.&#10;Ich gab des Heilands Bild in deine schnöden Hände,&#10;So bin durch dich ich auch zu einem Judas worden,&#10;Den Herrn hab ich verkauft, an die ihn ermorden,&#10;Erbarm dich meiner Seel, und zu dem Kreuz dich wende,&#10;O mache, daß an dir dies Bild ein Wunder tut,&#10;Und daß er dich erlöst mit seinem heilgen Blut,&#10;So darf ich ruhig sein, daß ich so fromme Gabe&#10;An dich, du elend Weib, so schnöd vergeudet habe,&#10;Nun wend ich mich von dir, ich will in Friede gehn,&#10;Ich will unschuldig nun die Sterne wieder sehn,&#10;Ich will zu Gott dem Herrn um Hülfe für dich flehn,&#10;Daß dich die Gnade sein barmherzig mög anwehn,&#10;Daß einen Engel er, zu dir ermahnen sende,&#10;Daß er dein elend Herz wie meines zu sich wende,&#10;So gehet nicht mein Schmerz, doch Leid und Lieb zu Ende.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wol mich der stunde...</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wol-mich-der-stunde/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wol-mich-der-stunde/</guid><description>&lt;p&gt;Wol mich der stunde, daz ich si erkande,&#10;diu mir den lîp und den muot hât betwungen,&#10;Sît deich die sinne sô gar an si wande,&#10;der si mich hât mit ir güete verdrungen.&#10;Daz ich gescheiden von ir niht enkan,&#10;daz hât ir schœne und ir güete gemachet,&#10;und ir rôter munt, der sô lieplîchen lachet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hân den muot und die sinne gewendet&#10;an die reinen, die lieben, die guoten.&#10;Daz müeze uns beiden wol werden volendet,&#10;swes ich getar an ir hulde gemuoten.&#10;Swaz ich noch vreuden zer werlde ie gewan,&#10;daz hât ir schœne und ir güete gemachet,&#10;und ir rôter munt, der sô lieplîchen lachet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Worte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/worte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/worte/</guid><description>&lt;p&gt;Man hatte uns Worte vorgesprochen, die von nackter Schönheit und Ahnung und zitterndem Verlangen übergiengen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir nahmen sie, behutsam wie fremdländische Blumen, die wir in unsrer Knabenheimlichkeit aufhiengen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie versprachen Sturm und Abenteuer, Überschwang und Gefahren und todgeweihte Schwüre –&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Tag um Tag standen wir und warteten, daß ihr Abenteuer uns entführe.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber Wochen liefen kahl und spurlos, und nichts wollte sich melden, unsre Leere fortzutragen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und langsam begannen die bunten Worte zu entblättern. Wir lernten sie ohne Herzklopfen sagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunde Rosen bluten</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunde-rosen-bluten/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunde-rosen-bluten/</guid><description>&lt;p&gt;Wunden Riesen wunden wunden&#10;Rosen senken senken Rosen&#10;Schwüle wunden Schwüle Schwüle&#10;Senken Rosen senken senken&#10;Wunden Schwüle wunden wunden&#10;Rosen schwülen schwülen Rosen&#10;Gluten tropfen tropfen Glut&#10;Gluten tropfen tropfen Glut&#10;Bluten Rosen wunden schwül&#10;Senken Wunden rosen Blut&#10;Nacht senken Rosen Nacht&#10;Nacht wunden Blut Blut&#10;Nacht bluten Nacht&#10;Blut nachten Blut&#10;Blut bluten&#10;Blut&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Silberklang&#10;Weidewunder Silberklang&#10;Weidetröstend Bluteklang&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schweigen tropfen Blut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wunderweiße Nächte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wunderweisse-naechte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wunderweisse-naechte/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt so wunderweiße Nächte,&#10;Drin alle Dinge Silber sind.&#10;Da schimmert mancher Stern so lind,&#10;Als ob er fromme Hirten brächte&#10;Zu einem neuen Jesuskind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Weit wie mit dichtem Diamantenstaube&#10;Bestreut, erscheinen Flur und Flut,&#10;Und in die Herzen, traumsgemut,&#10;Steigt ein kapellenloser Glaube,&#10;Der leise seine Wunder tut.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wünschelrute</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wuenschelrute/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wuenschelrute/</guid><description>&lt;p&gt;Schläft ein Lied in allen Dingen,&#10;Die da träumen fort und fort,&#10;Und die Welt hebt an zu singen,&#10;Triffst du nur das Zauberwort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Würd es mir fehlen, würd ich′s vermissen?</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wuerd-es-mir-fehlen-wuerd-ichs-vermissen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wuerd-es-mir-fehlen-wuerd-ichs-vermissen/</guid><description>&lt;p&gt;Heute früh, nach gut durchschlafener Nacht,&#10;Bin ich wieder aufgewacht&#10;Ich setzte mich an den Frühstückstisch,&#10;Der Kaffee war warm, die Semmel war frisch,&#10;Ich habe die Morgenzeitung gelesen&#10;Es sind wieder Avancements gewesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich trat ans Fenster, ich sah hinunter,&#10;Es trabte wieder, es klingelte munter,&#10;Eine Schürze beim Schlächter hing über dem Stuhle,&#10;Kleine Mädchen gingen nach der Schule-&#10;Alles war freundlich, alles war nett,&#10;Aber wenn ich weiter geschlafen hätt′&#10;Und tät′ von alledem nichts wissen,&#10;Würd′es mir fehlen, würd′ich′s vermissen ?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Würden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/wuerden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/wuerden/</guid><description>&lt;p&gt;Wie die Säule des Lichts auf des Baches Welle sich spiegelt,&#10;Hell, wie von eigener Glut, flammt der vergoldete Saum,&#10;Aber die Well′ entführet der Strom, durch die glänzendes Straße&#10;Drängt eine andre sich schon, schnell, wie die erste, zu fliehn,&#10;So beleuchtet der Würden Glanz den sterblichen Menschen;&#10;Nicht er selbst, nur der Ort, den er durchwandelte, glänzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XI b. Ich iemer der ander</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xi-b-ich-iemer-der-ander/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xi-b-ich-iemer-der-ander/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich bin iemer der ander, niht der eine&#10;der grôzen liebe, der ich nie wart vrî.&#10;ôwê, waeren die huotaere algemeine&#10;toup unde blint, swenne ich ir waere bî,&#10;Sô möhte ich mîn leit&#10;eteswenne mit gelâze ir künden&#10;unde mich mit rede zuo ir gevründen,&#10;sô wurde ir wunder vil von mir geseit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mîner ougen tougenlîchez sehen,&#10;daz ich ze boten an si senden muoz,&#10;daz neme durch got von mir vür ein vlêhen,&#10;und obe si lache, daz sî mîn gruoz.&#10;Ich enweiz, wer dâ sanc:&#10;&amp;ldquo;ein sitich unde ein star âne sinne&#10;wol gelerneten, daz siu sprâchen ′minne′.&amp;rdquo;&#10;wol, sprich daz unde habe des iemer danc.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XX. Vrowe, mîne swaere sich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xx-vrowe-mane-swaere-sich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xx-vrowe-mane-swaere-sich/</guid><description>&lt;p&gt;Vrowe, mîne swaere sich,&#10;ê ich verliese mînen lîp.&#10;ein wort du spraeche wider mich:&#10;verkêre daz, du saelic wîp!&#10;Du sprichest iemer neinâ neinâ nein,&#10;neinâ neinâ nein.&#10;daz brichet mir mîn herze enzwein.&#10;maht du doch eteswenne sprechen jâ,&#10;jâ jâ jâ jâ jâ jâ jâ?&#10;daz lît mir an dem herzen nâ.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXI. Ob ich dir vor allen wîben</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxi-ob-ich-dir-vor-allen-wiben/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxi-ob-ich-dir-vor-allen-wiben/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ich dir vor allen wîben guotes gan,&#10;sol ich des engelten, vrouwe, wider dich,&#10;stê daz dîner güete saeliclîchen an,&#10;sô lâz iemer in den ungenâden mich.&#10;Hab ich dar an missetân, die schulde rich,&#10;daz ich lieber liep zer werlte nie gewan:&#10;nâch der liebe sent ie mîn herze sich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ob ich iemer âne hôchgemüete bin,&#10;waz ist ieman in der werlte deste baz?&#10;gênt mir mîne tage mit ungemüete hin,&#10;die nâch vröiden ringent, den gewirret daz.&#10;Jâ, wirt daz ir ungewin, der valschen haz.&#10;die verkêrent underwîlent mir den sin:&#10;nieman solde nîden, ern wiste waz!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXIII.   Ich hôrte ûf der heide</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxiii-ich-horte-uf-der-heide/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxiii-ich-horte-uf-der-heide/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hôrte ûf der heide&#10;lûte stimme und süezen sanc.&#10;dâ von wart ich beide&#10;vröiden rîch und an trûren kranc.&#10;Nâch der mîn&#10;gedanc&#10;sêre&#10;ranc&#10;unde swanc,&#10;die vant ich ze tanze, dâ si sanc.&#10;âne leide ich dô spranc.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich vant sî verborgen&#10;eine und ir wengel von trehen naz,&#10;dâ si an dem morgen&#10;mînes tôdes sich vermaz.&#10;Der vil lieben haz tuot mir baz danne daz,&#10;dô ich vor ir kniewete, dâ si saz&#10;und ir&#10;sorgen&#10;gar vergaz.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXIV. Solde ich iemer vrowen leit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxiv-solde-ich-iemer-vrowen-leit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxiv-solde-ich-iemer-vrowen-leit/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Solde ich iemer vrowen leit&#10;alder arc gesprechen, daz hât sî verschuldet wol,&#10;diu daz hât von mir geseit,&#10;daz ich singe owê von der ich iemer dienen sol.&#10;Si ist des liehten meien schîn&#10;und mîn ôsterlîcher tac.&#10;swenne ich sî an sihe, sô lachet ir daz herze mîn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mîn vrowe ist s ô genaedic wol,&#10;daz si mich noch tuot von allen mînen sorgen vrî.&#10;des bin ich v r ô reht als ich sol.&#10;ich waene, nieman lebe, der in sô ganzen vröiden sî.&#10;Wol ir hiute unde iemer mê!&#10;alsô sprich ich und wünsche ir des,&#10;diu mir hât benomen mit vröiden gar mîn alt owê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXIX.   Wie sol vröidelôser tage</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxix-wie-sol-vroeideloser-tage-9148/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxix-wie-sol-vroeideloser-tage-9148/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie sol vröidelôser tage&#10;mir und sender jâre iemer werden rât?&#10;sô ist daz aber mîn hoehste klage,&#10;daz uns beide, an sange, an vröide, missegât.&#10;Sît daz diu werlt mit sorgen sô gar betwungen stât,&#10;maniger swîget nu, der doch dicke wol gesungen hât.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich was eteswenne vrô,&#10;dô mîn herze wânde nebent der sunnen stân.&#10;dur die wolken sach ich hô.&#10;nû muoz ich mîn ouge nider zer erde lân.&#10;Mich triuget alze sêre ein vil minneclîcher wân,&#10;sît daz ich von ir niht wan leit und herzeswaere hân.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXVI.   Mich wundert harte</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxvi-mich-wundert-harte-9145/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxvi-mich-wundert-harte-9145/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mich wundert harte,&#10;daz ir alse zarte&#10;kan lachen der munt.&#10;ir liehten ougen&#10;diu hânt âne lougen&#10;mich senden verwunt.&#10;Diu brach alse tougen&#10;al in mîns herzen grunt.&#10;dâ wont diu guote&#10;vil sanfte gemuote.&#10;des bin ich ungesunt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Swenne ich vil tumber&#10;ir tuon mînen kumber&#10;mit sange bekant,&#10;sô ist ez ein wunder,&#10;daz sî mich tuot under&#10;mit rede zehant.&#10;Swenne ich si hoere sprechen,&#10;sô ist mir alse wol,&#10;daz ich gesitze&#10;vil gar âne witze&#10;non weiz, war ich sol.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXI.   Hât man mich gesehen in sorgen</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxi-hat-man-mich-gesehen-in-sorgen-9150/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxi-hat-man-mich-gesehen-in-sorgen-9150/</guid><description>&lt;p&gt;I&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hât man mich gesehen in sorgen,&#10;des ensol niht mêr ergân.&#10;wol vröiwe ich mich alle morgen,&#10;daz ich die vil lieben hân&#10;Gesehen in ganzen vröiden gar.&#10;nu vliuch von mir hin, langez trûren!&#10;ich bin aber gesunt ein jâr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;II&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sî kan durch diu herzen brechen&#10;sam diu sunne dur daz glas.&#10;ich mac wol von schulden sprechen:&#10;&amp;ldquo;si ganzer tugende ein adamas!&amp;rdquo;&#10;Sô ist diu liebiu vrowe mîn&#10;ein wunnebernder süezer meije,&#10;ein wolkelôser sunnen schîn.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>XXXV.   Lange bin ich geweset verdâht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxv-lange-bin-ich-geweset-verdaht-9155/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/xxxv-lange-bin-ich-geweset-verdaht-9155/</guid><description>&lt;p&gt;Lange bin ich geweset verdâht&#10;und unvrô von rehter minnen.&#10;nû hât men mir maere brâht,&#10;der ist vrô mîn herze inbinnen.&#10;Ich sol trôst gewinnen&#10;von der vrowen mîn.&#10;wie möht ich danne trûric sîn?&#10;ob ir rôter munt&#10;tuot mir vröide kunt,&#10;sô getrûr ich niemer mê.&#10;ez ist quît, was mir wê.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zeit genug</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zeit-genug/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zeit-genug/</guid><description>&lt;p&gt;Was andren Leuten in der Welt,&#10;Ihr Haus betreffend, nicht gefällt,&#10;Das bleibet mir zwar unbekant;&#10;Mir aber komt ein Ding zur Hand,&#10;Ein rechtes Elend, voll Betrug,&#10;Mein ärgster Feind, heißt. &amp;ldquo;Zeit genug!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zeitlos</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zeitlos/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zeitlos/</guid><description>&lt;p&gt;Aus ihren Augen lacht die Freude,&#10;Auf ihren Lippen blüht die Lust,&#10;Und unterm Amazonenkleide&#10;Hebt Mut und Stolz und Drang die Brust:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch unter Locken, welche fliegen&#10;Um ihrer Schultern Elfenbein,&#10;Verrät ein Seitenblick beim Siegen&#10;Den schönen Wunsch, besiegt zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zigarette</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zigarette/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zigarette/</guid><description>&lt;p&gt;Gewidmet sei das erste der Sonette,&#10;In dem ich völlig mich der Form bemeistert,&#10;Der Zauberin, die mich dazu begeistert:&#10;Der duftenden Havannazigarette.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht mühsam ward zusammen es gekleistert.&#10;Es floss, ein Strom im selbstgegrabnen Bette,&#10;Indessen ich des Rauches Wolkenkette&#10;Gen Himmel blies, vor Wonne halb entgeistert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir zaubert, Feine, deines Dufts Narkose&#10;Des Traumes Blüte ins entlaubte Leben,&#10;In meinen Herbst die Nachtigall, die Rose.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn deine zarten Wölkchen mich umschweben,&#10;Fühl ich versöhnter mich mit meinem Lose&#10;Und lass mit ihnen sich den Geist erheben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zigeunerliedchen II</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zigeunerliedchen-ii/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zigeunerliedchen-ii/</guid><description>&lt;p&gt;Jeden Morgen, in der Frühe,&#10;Wenn mich weckt das Tageslicht,&#10;Mit dem Wasser meiner Augen&#10;Wasch′ ich dann mein Angesicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo die Berge hoch sich türmen&#10;An dem Saum des Himmels dort,&#10;Aus dem Haus, dem schönen Garten,&#10;Trugen sie bei Nacht mich fort.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zinkenistentrost</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zinkenistentrost/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zinkenistentrost/</guid><description>&lt;p&gt;Wie glücklich ist der Zinkenist,&#10;Der Herr und sein Geselle!&#10;Er kömmt, wenn er gestorben ist,&#10;Gewiß nicht in die Hölle:&#10;Denn Gott hält oft ein Freudenfest&#10;Mit auserwählten Christen;&#10;Und weil man da Posaunen bläst,&#10;So braucht man Zinkernisten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zitherklang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zitherklang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zitherklang/</guid><description>&lt;p&gt;Zitherklang, blitzend und klar,&#10;Wie der Bergquell springt vom Felsenkar,&#10;Zitherklang, silbern und fein,&#10;Wie auf heil&amp;rsquo;gen Höhn der Sonne Schein -&#10;Werde du Führer und Licht&#10;Meinem Leben, Denken und Gedicht,&#10;Daß fortan klinge mein Tag&#10;Klar und stark und zart wie Zitherschlag!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zorn und Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zorn-und-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zorn-und-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;O Zorn! du Abgrund des Verderben,&#10;Du unbarmherziger Tyrann,&#10;Du frißt und tötest ohne Sterben&#10;Und brennest stets von Neuem an;&#10;Wer da gerät in deine Haft&#10;Gewinnt der Hölle Eigenschaft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wo ist, o Liebe, deine Tiefe,&#10;Der Abgrund deiner Wunderkraft?&#10;Oh, wer an deiner Quell entschliefe,&#10;Der hätte Gottes Eigenschaft;&#10;O wer, o Lieb, in deinem Meer&#10;Gleich einem Tropfen sich verlör!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu einem »Lied ohne Worte«</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-einem-lied-ohne-worte/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-einem-lied-ohne-worte/</guid><description>&lt;p&gt;Ich fleh′ zu dir, o, lausche meinen Tönen,&#10;Die sanfte Luft zu deinem Ohre trägt,&#10;Lass′ sagen meines Liedes heißes Sehnen,&#10;Was lange schon mein volles Herz bewegt.&#10;Du lauschst ja auch der Aeolsharfe Klingen,&#10;Wenn sanfter Wind durch ihre Saiten zieht,&#10;Und lächelst fröhlich bei der Lerche Singen -&#10;So lächle jetzt auch freundlich meinem Lied.&#10;Denn, um das Herz dir schmeichelnd zu erschließen,&#10;Hab′ ich manch′ süßen Ton hineingebannt,&#10;Und, die vom Himmel sich zur Erd′ ergießen,&#10;Die Melodieen der Natur entwandt.&#10;Der Nachtigall lauscht′ ich im dunklen Hain,&#10;Sog ihren vollsten Ton in′s Herz hinein,&#10;Ich hörte, was bei′m sanften Sternenlicht&#10;Geheim die Lilie zu der Rose spricht.&#10;Ich lag im Wald am mos′gen Felsenhang,&#10;Aus dessen Brust ein Bächlein murmelnd sprang,&#10;Des Rieselns Sinn hab′ ich ihm abgelauscht,&#10;Und wie′s ihm Antwort durch die Zweige rauscht. -&#10;Sein Nachtgebet das letzte Vöglein sang,&#10;Zur Ruhe mahnt der Abendglocke Klang,&#10;Nur leise summt noch die Cikade dort,&#10;Die Glocke schweigt in zitterndem Accord,&#10;Ein Seufzer noch - dann hört mein Ohr mit Beben&#10;Des Tages letzten Laut in Nacht verschweben.&#10;Auf ging der Mond, und neue Melodie′n&#10;Begannen durch die stille Nacht zu zieh′n;&#10;Der Erd′ entströmten süße Liebesklagen,&#10;Die milde Lüfte hoch gen Himmel tragen,&#10;D′raus leise tröstend Töne niederwallen,&#10;Wie droben sie von Engelsharfen schallen.&#10;Der Erde Leid, des Himmels sel′ge Lust -&#10;Töne strömen dir aus meiner Brust.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu fragmentarisch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-fragmentarisch/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-fragmentarisch/</guid><description>&lt;p&gt;Zu fragmentarisch ist Welt und Leben!&#10;Ich will mich zum deutschen Professor begeben,&#10;Der weiß das Leben zusammenzusetzen,&#10;Und er macht ein verständlich System daraus;&#10;Mit seinen Nachtmützen und Schlafrockfetzen&#10;Stopft er die Lücken des Weltenbaus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zu Victor Scheffel′s sechzigstem Geburtstag</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-victor-scheffels-sechzigstem-geburtstag/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zu-victor-scheffels-sechzigstem-geburtstag/</guid><description>&lt;p&gt;Mein theurer Freund! Nun wirst Du sechzig Jahre:&#10;Und dreißig werden′s, daß wir Freunde sind:&#10;Ein Menschenalter, voll von Lieb′ und Treue,&#10;Von keinem leisen Mißklang je gestört.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um unsre Schläfe wogte braun Gelock,&#10;Da wir zuerst im Haus des alten Thiersch&#10;In München uns geseh′n und bald empfunden,&#10;Daß innerlichst zusammen wir gehören.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es hatte just der Ekkehard, der stille,&#10;Selbst des Trompeters helle Ruhmfanfare&#10;Laut übertönt: Du aber sannst bereits&#10;Auf andre Weisen von noch höh′rem Ton:&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zufriedenheit</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zufriedenheit/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zufriedenheit/</guid><description>&lt;p&gt;Du wähnst so sicher dich und klug zu sein,&#10;So ganz der Welt und dir genug zu sein?&#10;Doch unbefriedigt schien mir jedes Herz,&#10;Und jedes Wesen, das ich frug, zu sein;&#10;Ein duftig Rätsel schien die Rose mir,&#10;Und jedes Blatt nur auf dem Flug zu sein;&#10;Des Baumes Schatten, unter dem ich lag,&#10;Schien mir ein köstlicher Betrug zu sein;&#10;Gehemmt in Fesseln schien mein eigen Lied,&#10;In die ich′s wider Willen schlug, zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zukunft</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zukunft/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zukunft/</guid><description>&lt;p&gt;Was ich thue, ist vergeblich Streben,&#10;Dunkel nur und zweifelhaft mein Wissen;&#10;Was ich wünsche, muß ich stets vermissen,&#10;Täuschung nur und Trug will mich umgeben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber Dauer weilet nicht beim Leben,&#10;Und so werd′ ich′s endlich auch beschließen;&#10;Diesem Nachtgewölk′ des Wahns entrissen,&#10;Wird mich hell′re Klarheit einst umweben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nahen Tag verkündet uns Aurore,&#10;Licht muß siegend durch den Schatten dringen;&#10;Wenn wir männlich nach der Wahrheit ringen,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Oeffnen sich die goldnen Flügelthore&#10;Ihrer Heimath, und hinüber bringen&#10;Wird den Sehnenden die nächste Hore.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Eingang</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-eingang/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-eingang/</guid><description>&lt;p&gt;Ein Priester sei der Dichter immerfort,&#10;Er wahre treu der Dichtung heiligen Hort.&#10;Im Rausch des Wahnsinns geb&amp;rsquo; er flammend kund:&#10;Die Offenbarung aus der Gottheit Mund.&#10;Ganz poch&amp;rsquo; in seiner Brust der Menschheit Herz,&#10;Ganz ström&amp;rsquo; er aus der Menschheit Lust und Schmerz.&#10;Er sei Prophet, der in der tiefsten Nacht&#10;Die Sehnsucht nach dem Lichte neu entfacht.&#10;Er sei ein König in der Schönheit Reich,&#10;Der sündigen Menschheit Heiland allzugleich.&#10;Er sei die Flamme, die da ewig brennt,&#10;Die Sonne an der Völker Firmament,&#10;Nicht eher dann verklingt des Sanges Schall,&#10;Bis daß der letzte Mensch erstarb im All.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Hausfrieden</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-hausfrieden/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-hausfrieden/</guid><description>&lt;p&gt;Viele Weiber, viele Flöhe,&#10;Viele Flöhe, vieles Jucken -&#10;Tun sie heimlich dir ein Wehe,&#10;Darfst du dennoch dich nicht mucken,&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Denn sie rächen, schelmisch lächelnd,&#10;Sich zur Nachtzeit - Willst du drücken&#10;Sie ans Herze, lieberöchelnd,&#10;Ach, da drehn sie dir den Rücken.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Narren gemacht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-narren-gemacht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-narren-gemacht/</guid><description>&lt;p&gt;Wer sich selbst&#10;vor dem Andern gemacht hat zum Narren,&#10;der schäme sich nicht für das, was er tat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er solle nur&#10;sein Selbst sich bewahren,&#10;so sehrs auch der Andre belächeln mag.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zum Ziele</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-ziele/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zum-ziele/</guid><description>&lt;p&gt;Keiner kann im leichten Spiel&#10;Dieses Lebens Preis erjagen;&#10;Fest ins Auge fass′ dein Ziel,&#10;Bis die Pulse höher schlagen&#10;Und sich dir an Fuß und Hand&#10;Wieder straff die Sehne spannt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und so wandre Schritt für Schritt&#10;Den Gefahren kühn entgegen;&#10;Hoch das Haupt und fest der Tritt&#10;Und im Herzen Gottes Segen,&#10;Auf der Stirn des Kampfes Schweiß:&#10;So gewinnest du den Preis.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zur Wiege</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-wiege/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zur-wiege/</guid><description>&lt;p&gt;Zur Wiege - nicht zum Grabe,&#10;wo alles schon erreicht -&#10;gehört des Wunsches Gabe:&#10;&amp;ldquo;Die Erde sei dir leicht!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zuruf</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zuruf/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zuruf/</guid><description>&lt;p&gt;Fliegt nun weiter, liebe Lieder!&#10;Kleine Seelen meiner Seele!&#10;Singt den hohen Sang der Freiheit&#10;Ringsumher mit süßer Kehle!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ach, ihr seid verbot′ne Lieder!&#10;Euer Sang hat mächt′ge Tadler:&#10;Gift′gen Blickes, scharfer Kralle&#10;Harren eurer schon die Adler.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie, die in den Wolken thronen,&#10;Deckten gern den Strahl der Sonne,&#10;Daß in Blüthen und in Liedern&#10;Nicht erwacht der Freiheit Wonne.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch, wie sie euch gier erfassen,&#10;Was euch Gott durch mich gegeben&#10;Werden sie euch nimmer rauben:&#10;Eures Lebens höh′res Leben!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Brüder</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-brueder/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-brueder/</guid><description>&lt;p&gt;(Erich und Axel, Grafen von Taube,&#10;gefallen in Champigny 2. Dezember 1870.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da liegen sie in offnen Särgen beide,&#10;Das Schwert zur Seite und den Lorbeerkranz;&#10;Vom Wundenkrampf, vom letzten grimmen Leide&#10;Weiß nichts ihr Angesicht; zufrieden ganz,&#10;Ganz friedlich sind die jugendlichen Züge,&#10;Als sagten sie jedwedem, der sie früge:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zusammen sind wir hoffnungsvoll erblühet,&#10;Zusammen griffen wir zur blanken Wehr&#10;Für&amp;rsquo;s Vaterland in tiefster Brust erglühet,&#10;Zusammen kämpften wir im Siegesheer,&#10;Zusammen sind wir brüderlich gefallen,&#10;Zusammen geh&amp;rsquo;n wir in die ew&amp;rsquo;gen Hallen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Bübchen sah ich heut</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-buebchen-sah-ich-heut/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-buebchen-sah-ich-heut/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Bübchen sah ich heut, in Lumpen beide,&#10;Eins barfuß, eins mit Stiefeln ausgerüstet,&#10;Danach wohl keine Seele sonst gelüstet -&#10;Fast wie das Messer ohne Griff und Schneide.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sein Spielgesell indessen sah&amp;rsquo;s voll Neide,&#10;Wie sich der Freund mit seinem Schuhwerk brüstet;&#10;Denn ob es auch der Zahn der Zeit verwüstet,&#10;Strahlt der Besitzer doch in stolzer Freude.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Soldo, den er erst erbetteln müssen,&#10;Gab er dem Stiefelputzer, mit Grimassen -!&#10;Grinsend vom einen bis zum andern Ohre.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Dichter</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-dichter/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-dichter/</guid><description>&lt;p&gt;l. Ein Sterbender&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er lag so bleich, so todeskrank&#10;In heißen Fiebergluten,&#10;Der Hoffnung letzter Anker sank&#10;In bodenlose Fluten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Da sah er einmal noch hinaus —&#10;Das Auge, fast verglommen -&#10;Und sah durch Baum und Rosenstrauß&#10;Den jungen Frühling kommen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und leise öffnet sich die Thür&#10;Und mit verschämtem Wesen&#10;Ein weinend Mädchen tritt herfür -&#10;Das ist sein Lieb gewesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und wie ers sieht und wie ers drückt,&#10;Da hat es drauß geklungen —&#10;Ein Wandersmann hat still beglückt&#10;Von ihm ein Lied gesungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Läufer</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-laeufer/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-laeufer/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Läufer laufen zeitenlang,&#10;der eine dreist, der andre bang:&#10;Der von Nirgendher sein Ziel erwirbt;&#10;der vom Ursprung kommt und am Wege stirbt.&#10;Der von Nirgendher sein Ziel erwarb,&#10;macht Platz dem, der am Wege starb.&#10;Und dieser, den es ewig bangt,&#10;ist stets am Ursprung angelangt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwei Segel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-segel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwei-segel/</guid><description>&lt;p&gt;Zwei Segel erhellend&#10;Die tiefblaue Bucht!&#10;Zwei Segel sich schwellend&#10;Zu ruhiger Flucht!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie eins in den Winden&#10;Sich wölbt und bewegt,&#10;Wird auch das Empfinden&#10;Des andern erregt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Begehrt eins zu hasten,&#10;Das andre geht schnell,&#10;Verlangt eins zu rasten,&#10;Ruht auch sein Gesell.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zweifach ist Liebe</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zweifach-ist-liebe/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zweifach-ist-liebe/</guid><description>&lt;p&gt;Zweifach ist Liebe; - mag die tolle Welt&#10;An leeren Tand auch oft den Namen hängen&#10;Und Mitleid, Neigung, Laune, wie es fällt,&#10;Mit heil′ger Liebe Gluten schnöd vermengen -&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zweifach ist Liebe; eine, die da liebt,&#10;Und will sich selbst dafür zurückerhalten,&#10;Und eine, die die volle Seele gibt,&#10;Und läßt nach Willkür mit der Gabe schalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zweifach ist Liebe; eine, die beglückt,&#10;Doch einzig den Geliebten will beglücken,&#10;Und eine, die den Teuren still entzückt&#10;Auch andre Blumen sieht am Wege pflücken!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zweifel</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zweifel/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zweifel/</guid><description>&lt;p&gt;Es spricht dein Blick, es spricht so manches Wort:&#10;Ich liebe dich! und dennoch treibt mich′s fort.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Du willst nicht lügen, nein, doch was mich quält,&#10;Ist, ob nicht selber dir die Klarheit fehlt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich weiß, dein Herz ist gut und warm und reich,&#10;Allein, bleibt sich dies Herz auch immer gleich?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleicht′s nicht der Wolke, die sich wechselnd malt,&#10;Je nach dem Lichte, welches sie umstrahlt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Sie trägt nicht Schuld an diesem Wechselschein,&#10;In ihrem Wesen liegt es, so zu sein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zweiseitig</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zweiseitig/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zweiseitig/</guid><description>&lt;p&gt;Nach neben, wenn Vortheil riechend,&#10;Nach oben jederzeit kriechend,&#10;Nach unten grob und roh –:&#10;Manch&amp;rsquo; ein Beamter ist so;&#10;Auch ein Minister,&#10;Mitunter so ist er.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zweites Bruchstück</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zweites-bruchstueck/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zweites-bruchstueck/</guid><description>&lt;p&gt;Einst führte mich in einem Traum der Geist&#10;Zum Tiber: mondhell stieg das Kaisergrab&#10;Gleich einem Schreckensbild der Unterwelt,&#10;Am stillen Ufer riesenhaft empor:&#10;Und schweigend wandelt′ ich die Brücke hin,&#10;Mit jedem Schritt wuchs meiner Seele Grau′n -&#10;Noch zittert mir das scheue Herz - jemehr&#10;Ich mich dem Mittelpunkt der Christenheit,&#10;Der Erde größtem Tempel näherte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und sieh, umfangen vom Gigantenarm&#10;Der Säulenhallen öffnet sich der Platz,&#10;Und wie von Innen zweifelhaft erhellt,&#10;Erhebt der stolze Bau sich in die Luft,&#10;Und über ihm, von Sternen hold umglänzt,&#10;Der dunkeln Kuppel ungeheures Rund.&#10;Und lange Züge, wie von Geistern sieht&#10;Mein zitternd Auge schweben hin und her,&#10;In Leichenkleidern zieht′s die Halle durch&#10;Und über Treppen weg, und immer wogt′s&#10;Von nebligen Gestalten aus der Nacht&#10;Des Portikus, in weiten Kreisen tanzt′s&#10;Um Obelisk und Wassersäule selbst.&#10;Dem Sterblichen entsinkt das Herz: doch führt&#10;Der Geist ihn unaufhaltsam fort, er steigt&#10;St. Peters Treppen halbentseelt empor,&#10;Und ganze Heere sieht er bleich und still&#10;Von Grabbewohnern wimmeln auf und ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwiegespräch</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwiegespraech/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwiegespraech/</guid><description>&lt;p&gt;Mein Gott, ich suche dich. Sieh mich vor deiner Schwelle knien&#10;Und Einlaß betteln. Sieh, ich bin verirrt, mich reißen tausend Wege fort ins Blinde,&#10;Und keiner trägt mich heim. Laß mich in deiner Gärten Obdach fliehn,&#10;Daß sich in ihrer Mittagsstille mein versprengtes Leben wiederfinde.&#10;Ich bin nur stets den bunten Lichtern nachgerannt,&#10;Nach Wundern gierend, bis mir Leben, Wunsch und Ziel in Nacht verschwunden.&#10;Nun graut der Tag. Nun fragt mein Herz in seiner Taten Kerker eingespannt&#10;Voll Angst den Sinn der wirren und verbrausten Stunden.&#10;Und keine Antwort kommt. Ich fühle, was mein Bord an letzten Frachten trägt,&#10;In Wetterstürmen ziellos durch die Meere schwanken,&#10;Und das im Morgen kühn und fahrtenfroh sich wiegte, meines Lebens Schiff zerschlägt&#10;An dem Magnetberg eines irren Schicksals seine Planken. –&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwielicht</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwielicht/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwielicht/</guid><description>&lt;p&gt;Dämmrung will die Flügel spreiten,&#10;Schaurig rühren sich die Bäume,&#10;Wolken ziehn wie schwere Träume -&#10;Was will dieses Graun bedeuten?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast ein Reh du, lieb vor andern,&#10;Laß es nicht alleine grasen,&#10;Jäger ziehn im Wald und blasen,&#10;Stimmen hin und wieder wandern.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hast du einen Freund hienieden,&#10;Trau ihm nicht zu dieser Stunde,&#10;Freundlich wohl mit Aug und Munde,&#10;Sinnt er Krieg im tück&amp;rsquo;schen Frieden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was heut müde gehet unter,&#10;Hebt sich morgen neugeboren.&#10;Manches bleibt in Nacht verloren -&#10;Hüte dich, bleib wach und munter!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Zwischenreich</title><link>https://poesie-oase.de/gedichte/zwischenreich/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 09:53:36 +0200</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/gedichte/zwischenreich/</guid><description>&lt;p&gt;Meine ausgelaßne Kleine,&#10;Ach, ich kenne sie nicht mehr;&#10;Nur mit Tanten und Pastoren&#10;Hat das liebe Herz Verkehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jene süße Himmelsdemut,&#10;Die der Sünder Hoffart schilt,&#10;Hat das ganze Schelmenantlitz&#10;Wie mit grauem Flor verhüllt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, die brennend roten Lippen&#10;Predigen Entsagung euch;&#10;Diese gar zu schwarzen Augen&#10;Schmachten nach dem Himmelreich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auf die Tiziansche Venus&#10;Ist ein Heil′genbild gemalt;&#10;Ach, ich kenne sie nicht wieder,&#10;Die so schön mit uns gedahlt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Datenschutzerklärung</title><link>https://poesie-oase.de/datenschutz/</link><pubDate>Mon, 01 Jan 0001 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/datenschutz/</guid><description>&lt;h2 id="1-datenschutz-auf-einen-blick"&gt;1. Datenschutz auf einen Blick&lt;/h2&gt;&#10;&lt;h3 id="allgemeine-hinweise"&gt;Allgemeine Hinweise&lt;/h3&gt;&#10;&lt;p&gt;Die folgenden Hinweise geben einen einfachen Überblick darüber, was mit Ihren personenbezogenen Daten passiert, wenn Sie diese Website besuchen. Personenbezogene Daten sind alle Daten, mit denen Sie persönlich identifiziert werden können.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h3 id="datenerfassung-auf-dieser-website"&gt;Datenerfassung auf dieser Website&lt;/h3&gt;&#10;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer ist verantwortlich für die Datenerfassung auf dieser Website?&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;&#10;Die Datenverarbeitung auf dieser Website erfolgt durch den Websitebetreiber. Dessen Kontaktdaten können Sie dem Impressum dieser Website entnehmen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie erfassen wir Ihre Daten?&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;&#10;Ihre Daten werden zum einen dadurch erhoben, dass Sie uns diese mitteilen. Hierbei kann es sich z. B. um Daten handeln, die Sie in ein Kontaktformular eingeben.&lt;br&gt;&#10;Andere Daten werden automatisch oder nach Ihrer Einwilligung beim Besuch der Website durch unsere IT-Systeme erfasst. Das sind vor allem technische Daten (z. B. Internetbrowser, Betriebssystem oder Uhrzeit des Seitenaufrufs). Die Erfassung dieser Daten erfolgt automatisch, sobald Sie diese Website betreten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Impressum</title><link>https://poesie-oase.de/impressum/</link><pubDate>Mon, 01 Jan 0001 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://poesie-oase.de/impressum/</guid><description>&lt;h2 id="angaben-gemäß--5-tmg"&gt;Angaben gemäß § 5 TMG&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Lion Fischer&#10;Dennis-Gabor-Straße 4&lt;br&gt;&#10;14469 Potsdam&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="kontakt"&gt;Kontakt&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Telefon: +49 (0) 15679 783789&#10;E-Mail: &lt;a href="mailto:lion.fischer10+poesie-oase@gmail.com"&gt;lion.fischer10+poesie-oase@gmail.com&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="redaktionell-verantwortlich"&gt;Redaktionell verantwortlich&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Lion Fischer&#10;Dennis-Gabor-Straße 4&lt;br&gt;&#10;14469 Potsdam&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="verbraucherstreitbeilegunguniversalschlichtungsstelle"&gt;Verbraucher­streit­beilegung/Universal­schlichtungs­stelle&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>