Zweiseitig
1807Nach neben, wenn Vortheil riechend, Nach oben jederzeit kriechend, Nach unten grob und roh –: Manch’ ein Beamter ist so; Auch ein Minister, Mitunter so ist er.
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Interpretation
Das Gedicht "Zweiseitig" von Friedrich Theodor Vischer kritisiert die Doppelzüngigkeit und den Opportunismus, der oft in Beamten und Ministern zu finden ist. Es beschreibt, wie diese Personen nach Vorteilen riechen und stets danach streben, aufzusteigen, während sie gegenüber Untergebenen grob und roh sein können. Vischer verdeutlicht, dass dieses Verhalten nicht nur bei gewöhnlichen Beamten, sondern auch bei Ministern zu beobachten ist. Durch die knappen und prägnanten Verse vermittelt Vischer eine scharfe soziale Kritik an der Verwaltungselite. Die Wiederholung von "nach" in den ersten Zeilen betont die zielgerichtete und berechnende Natur dieser Personen, die stets auf der Suche nach Vorteilen sind. Die Wendung "Manch' ein Beamter ist so" und "Mitunter so ist er" lässt darauf schließen, dass dieses Verhalten zwar nicht bei allen Beamten und Ministern anzutreffen ist, aber dennoch weit verbreitet ist. Vischer verwendet eine einfache, aber effektive Sprache, um seine Botschaft zu übermitteln. Die Verwendung von Alliterationen wie "nach oben" und "nach unten" verstärkt den rhythmischen Fluss des Gedichts und macht es einprägsam. Insgesamt gelingt es Vischer, eine kritische Betrachtung der Verwaltungselite zu präsentieren, die auch heute noch relevant erscheint.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Nach unten grob und roh
- Kontrast
- Nach oben jederzeit kriechend, / Nach unten grob und roh
- Metapher
- Nach oben jederzeit kriechend
- Personifikation
- wenn Vortheil riechend
- Wiederholung
- Nach oben jederzeit kriechend, / Nach unten grob und roh