Zweifel

Luise Büchner

1862

Es spricht dein Blick, es spricht so manches Wort: Ich liebe dich! und dennoch treibt mich′s fort.

Du willst nicht lügen, nein, doch was mich quält, Ist, ob nicht selber dir die Klarheit fehlt?

Ich weiß, dein Herz ist gut und warm und reich, Allein, bleibt sich dies Herz auch immer gleich?

Gleicht′s nicht der Wolke, die sich wechselnd malt, Je nach dem Lichte, welches sie umstrahlt?

Sie trägt nicht Schuld an diesem Wechselschein, In ihrem Wesen liegt es, so zu sein.

Drum schelt′ ich dich ja nicht, wenn du ihr gleich, Trifft mich dies Wort auch wie ein Todesstreich;

Macht′s mich auch selbst zur Wolke, düstergrau, Die auf sich löst in bitt′rer Thränen Thau!

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Illustration zu Zweifel

Interpretation

Das Gedicht "Zweifel" von Luise Büchner thematisiert die Unsicherheit und Zweifel in einer Liebesbeziehung. Die Sprecherin fühlt sich von den Worten und Blicken ihres Partners angesprochen, der ihr seine Liebe gesteht, doch sie wird trotzdem von Zweifeln getrieben. Sie fragt sich, ob ihr Partner die Klarheit seiner eigenen Gefühle wirklich erkennt und ob sein Herz immer gleich bleiben wird. Die Sprecherin vergleicht das Herz ihres Partners mit einer Wolke, die sich je nach Lichteinfall verändert. Sie fragt sich, ob die Liebe ihres Partners so wandelbar ist wie die Wolke, die sich je nach Umgebung verändert. Obwohl sie ihren Partner nicht dafür verurteilt, dass er so ist, wie er ist, fühlt sie sich von seinen Zweifeln wie von einem Todesstreich getroffen. Sie fühlt sich selbst zu einer düsteren Wolke, die sich in bitterem Tränen-Thau auflöst. Das Gedicht zeigt die Komplexität von Liebe und Zweifeln in einer Beziehung. Die Sprecherin kämpft mit ihren eigenen Unsicherheiten und fragt sich, ob ihr Partner wirklich die Klarheit seiner Gefühle erkennt. Sie vergleicht die Liebe mit einer Wolke, die sich je nach Umgebung verändert, und fühlt sich selbst von den Zweifeln ihres Partners getroffen. Das Gedicht zeigt, wie Zweifel und Unsicherheiten eine Beziehung belasten können und wie schwer es sein kann, Vertrauen aufzubauen und zu erhalten.

Schlüsselwörter

spricht wort herz gleich wolke blick manches liebe

Wortwolke

Wortwolke zu Zweifel

Stilmittel

Hyperbel
Trifft mich dies Wort auch wie ein Todesstreich
Metapher
Macht's mich auch selbst zur Wolke, düstergrau, Die auf sich löst in bitt'rer Thränen Thau!
Personifikation
Es spricht dein Blick, es spricht so manches Wort: Ich liebe dich!
Vergleich
Gleicht's nicht der Wolke, die sich wechselnd malt, Je nach dem Lichte, welches sie umstrahlt?