Zwei Wünsche

Adolf Glaßbrenner

1810

Ach, zwei Wünsche wünscht′ ich immer Leider immer noch vergebens. Und doch sind′s die innig-frommsten, Schönsten meines ganzes Lebens! Daß ich alle, alle Menschen Könnt′ mit gleicher Lieb′ umfassen, Und daß Ein′ge ich von ihnen Morgen dürfte hängen lassen.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Zwei Wünsche

Interpretation

Das Gedicht "Zwei Wünsche" von Adolf Glaßbrenner handelt von zwei tief empfundenen Sehnsüchten des lyrischen Ichs. Der Sprecher wünscht sich, alle Menschen mit gleicher Liebe umfassen zu können und gleichzeitig die Freiheit zu haben, einige von ihnen loszulassen. Diese Wünsche sind von inniger und frommer Natur und stellen die schönsten des gesamten Lebens des Sprechers dar. Die erste Strophe verdeutlicht, dass der Sprecher diese Wünsche schon lange hegt, aber bisher vergeblich darauf gewartet hat, dass sie in Erfüllung gehen. Der Wunsch, alle Menschen mit gleicher Liebe umfassen zu können, spiegelt den Wunsch nach universeller Liebe und Akzeptanz wider. Es ist ein Idealzustand, in dem der Sprecher keine Vorurteile oder Bevorzugungen hat und alle Menschen gleichwertig behandelt. Die zweite Strophe offenbart den zweiten Wunsch des lyrischen Ichs: die Möglichkeit zu haben, einige Menschen loszulassen. Dies impliziert, dass der Sprecher erkennt, dass nicht alle Beziehungen oder Verbindungen von Dauer sein müssen oder sollen. Es ist ein Wunsch nach Freiheit und Loslösung von Menschen, die möglicherweise nicht mehr zum eigenen Leben passen oder belastend sind. Insgesamt drückt das Gedicht den Wunsch nach einer ausgewogenen und harmonischen Beziehung zu anderen Menschen aus. Es zeigt die Sehnsucht nach universeller Liebe und Akzeptanz, aber auch die Erkenntnis, dass es manchmal notwendig ist, sich von bestimmten Menschen zu trennen, um das eigene Wohlbefinden zu schützen.

Schlüsselwörter

alle zwei wünsche wünscht leider vergebens innig frommsten

Wortwolke

Wortwolke zu Zwei Wünsche

Stilmittel

Anapher
Ach, zwei Wünsche wünscht′ ich immer
Gegensatz
Daß ich alle, alle Menschen Könnt′ mit gleicher Lieb′ umfassen, Und daß Ein′ge ich von ihnen Morgen dürfte hängen lassen
Hyperbel
daß ich alle, alle Menschen Könnt′ mit gleicher Lieb′ umfassen
Wiederholung
alle, alle Menschen