Zwei Soldatenlieder

Karl Kraus

1874

In einem totenstillen Lied vom Weh zum Wort die Frage zieht: Wer weiß wo.

Wer weiß, wo dieses stille Leid begraben liegt, es lärmt die Zeit vorüber so.

Sie schweigt nicht vor der Ewigkeit und stirbt und ist doch nicht bereit zur letzten Ruh.

In einem lebenslauten Lied vom Wahn zum Wort die Frage zieht: Wer weiß wozu!

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Illustration zu Zwei Soldatenlieder

Interpretation

Das Gedicht "Zwei Soldatenlieder" von Karl Kraus thematisiert die Sinnlosigkeit und das Leid des Krieges. Es kontrastiert die Stille und das unbekannte Schicksal der Soldaten mit dem lauten und unerbittlichen Fortschreiten der Zeit. Die Frage "Wer weiß wo" und "Wer weiß wozu" verdeutlichen die Ungewissheit und die fehlende Antwort auf die Gründe und den Zweck des Krieges. Das Gedicht beginnt mit einer Frage, die sich durch die Stille zieht und das Schicksal der Soldaten thematisiert. Die Zeit wird als laut und unerbittlich beschrieben, während das Leid der Soldaten begraben liegt und keine Ruhe findet. Die Ewigkeit wird als schweigend dargestellt, was die Endlosigkeit des Leids und der Ungewissheit betont. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Frage nach dem Zweck des Krieges gestellt. Die Lautheit des Lebens steht im Kontrast zur Sinnlosigkeit des Krieges und dem Wahnsinn, der ihn antreibt. Die fehlende Antwort auf die Frage "Wer weiß wozu" unterstreicht die Absurdität und die Tragik des Krieges.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Wer weiß wo.
Gegenüberstellung
In einem totenstillen Lied ... In einem lebenslauten Lied
Metapher
In einem lebenslauten Lied
Personifikation
die Zeit ... vorüber so
Rhetorische Frage
Wer weiß wozu!
Wortspiel
totenstille Lied