Zwei Eimer sieht man ab und auf...

Friedrich von Schiller

1802

Zwei Eimer sieht man ab und auf In einem Brunnen steigen, Und schwebt der eine voll herauf, Muß sich der andre neigen. Sie wandern rastlos hin und her, Abwechselnd voll und wieder leer, Und bringst du diesen an den Mund, Hängt jener in dem tiefsten Grund; Nie können sie mit ihren Gaben In gleichem Augenblick dich laben.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Zwei Eimer sieht man ab und auf...

Interpretation

Das Gedicht "Zwei Eimer sieht man ab und auf" von Friedrich von Schiller thematisiert die Unausweichlichkeit des Auf und Ab im Leben. Die zwei Eimer im Brunnen symbolisieren zwei gegensätzliche Zustände oder Lebensphasen, die sich gegenseitig bedingen und abwechseln. Wenn der eine Eimer voll heraufsteigt, muss der andere leer nach unten. Dieses Bild verdeutlicht, dass im Leben Höhen und Tiefen unzertrennlich sind und einander bedingen. Die Rastlosigkeit der Eimer, die sich ständig hin und her bewegen, unterstreicht die unaufhaltsame Natur dieser Wechsel. Das Leben ist geprägt von einem ständigen Wechsel zwischen Fülle und Leere, Erfolg und Misserfolg, Freude und Trauer. Schiller verdeutlicht, dass diese Wechsel unausweichlich sind und ein fester Bestandteil der menschlichen Existenz darstellen. Das Gedicht vermittelt auch die Botschaft, dass man nicht gleichzeitig von beiden Eimern profitieren kann. Wenn man den vollen Eimer zum Mund führt, hängt der andere im tiefsten Grund. Dies symbolisiert, dass man im Leben oft vor der Wahl steht, sich für eine Richtung zu entscheiden und dabei auf etwas anderes verzichten zu müssen. Es ist unmöglich, alle Möglichkeiten gleichzeitig zu nutzen. Insgesamt vermittelt Schiller mit diesem Gedicht eine tiefgründige Einsicht in die Natur des Lebens. Die Metapher der zwei Eimer im Brunnen dient als kraftvolles Bild für die Unausweichlichkeit von Höhen und Tiefen, den ständigen Wechsel der Lebensphasen und die Notwendigkeit, sich für einen Weg zu entscheiden. Das Gedicht lädt dazu ein, die Wechselhaftigkeit des Lebens zu akzeptieren und in den verschiedenen Phasen Halt und Sinn zu finden.

Schlüsselwörter

voll zwei eimer sieht brunnen steigen schwebt herauf

Wortwolke

Wortwolke zu Zwei Eimer sieht man ab und auf...

Stilmittel

Antithese
Nirgend können sie mit ihren Gaben In gleichem Augenblick dich laben
Gleichnis
Zwei Eimer sieht man ab und auf In einem Brunnen steigen
Kontrast
Und bringst du diesen an den Mund, Hängt jener in dem tiefsten Grund
Metapher
Zwei Eimer sieht man ab und auf In einem Brunnen steigen
Parallelismus
Abwechselnd voll und wieder leer
Personifikation
Und schwebt der eine voll herauf, Muß sich der andre neigen