Zur Silber-Hochzeit

Felix Dahn

1892

Nehmt hin, Ihr Theuren, diesen Myrthenkranz! Der Alte, der vor fünfundzwanzig Jahren Die Braut geschmückt, strahlt nun in Silber-Glanz. Und was will diese Wandlung offenbaren? Nur Traum und Wahn verblühen mit der Zeit, Nur flücht′ge Neigung welkt gleich grünem Laube, Doch wahre Liebe währt in Ewigkeit, Und zu den Sternen dringt sie aus dem Staube. Nichts ist zu wünschen Euch und Eurem Glück, Nur dauernd soll der Himmel es Euch wahren: Dann schaut Ihr froh auf diesen Tag zurück Im goldnen Kranz nach fünfundzwanzig Jahren!

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Illustration zu Zur Silber-Hochzeit

Interpretation

Das Gedicht "Zur Silber-Hochzeit" von Felix Dahn ist ein Loblied auf die beständige Liebe eines Ehepaars, das seit 25 Jahren verheiratet ist. Der Dichter überreicht dem Paar einen Myrtenkranz, der den Wandel von grünem Laub zu silbrigem Glanz durchlaufen hat. Dieser Wandel symbolisiert die Zeit, die vergangen ist, und die Beständigkeit der Liebe, die trotz aller Veränderungen Bestand hat. Der Dichter betont, dass wahre Liebe ewig währt und sogar aus dem Staub zu den Sternen dringt. Im Gegensatz dazu verblühen Traum und Wahn sowie flüchtige Neigungen mit der Zeit. Die Liebe des Ehepaars ist somit etwas Besonderes und Einzigartiges, das es zu bewahren und zu schätzen gilt. Abschließend wünscht der Dichter dem Paar anhaltendes Glück und dass der Himmel es bewahren möge. Er hofft, dass das Paar in 25 Jahren, wenn sie ihre goldene Hochzeit feiern, voller Freude auf diesen Tag zurückblicken kann. Das Gedicht ist somit eine Hommage an die beständige Liebe und ein Ausdruck der Hoffnung auf ein glückliches gemeinsames Leben.

Schlüsselwörter

diesen fünfundzwanzig jahren nehmt hin theuren myrthenkranz alte

Wortwolke

Wortwolke zu Zur Silber-Hochzeit

Stilmittel

Hyperbel
Und zu den Sternen dringt sie aus dem Staube.
Kontrast
Nur Traum und Wahn verblühen mit der Zeit, Nur flücht′ge Neigung welkt gleich grünem Laube, Doch wahre Liebe währt in Ewigkeit
Metapher
Nehmt hin, Ihr Theuren, diesen Myrthenkranz!
Personifikation
Der Alte, der vor fünfundzwanzig Jahren Die Braut geschmückt, strahlt nun in Silber-Glanz.
Rhetorische Frage
Und was will diese Wandlung offenbaren?
Vorwärtsdeutung
Dann schaut Ihr froh auf diesen Tag zurück Im goldnen Kranz nach fünfundzwanzig Jahren!
Wunsch
Nichts ist zu wünschen Euch und Eurem Glück, Nur dauernd soll der Himmel es Euch wahren