Zur Hochzeit eines Tonsetzers
unknownWohl einem großen Tonwerk gleicht das Leben, Darin die Töne suchen sich und flieh′n: Und welche sich zuletzt zum Einklang weben, - Lang′ wird sich das dem Lauschenden entziehn: Bis endlich jene zu einander schweben, Die vorbestimmt zu sel′gen Harmonien! So ward, getrennt durch Berg und Thal, dies Par Zusammen doch geleitet wunderbar.
Was sie vereint hat, war die Macht der Töne. Ein gutes Zeichen liegt in diesem Wort: Verbunden sind sie durch das ewig Schöne Zu innig unauflöslichem Accord. Die Muse selbst, die göttliche Kamöne, Bleibt Weiherin des Hauses fort und fort Und in dem Wohlklang gleich gestimmter Seelen Wird mit der Kraft das Zarte sich vermählen!
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Interpretation
Das Gedicht "Zur Hochzeit eines Tonsetzers" von Felix Dahn vergleicht das Leben mit einem großen Tonwerk, in dem die Töne sich suchen und fliehen, bis sie schließlich zum Einklang finden. Der Dichter beschreibt, wie die Töne, die vorbestimmt sind, zu seligen Harmonien zu verschmelzen, sich lange dem Lauschenden entziehen, bis sie schließlich zusammenfinden. Dieses Bild wird auf die beiden Personen des Gedichts übertragen, die durch Berg und Tal getrennt waren, aber schließlich wunderbar zusammengeführt wurden. Die Macht der Töne wird als verbindendes Element zwischen den beiden Personen dargestellt. Der Dichter sieht dies als gutes Zeichen an, da sie durch das ewig Schöne zu einem innigen, unauflöslichen Accord verbunden sind. Die Muse, die göttliche Kamöne, wird als Weiherin des Hauses dargestellt, die fortwährend den Wohlklang gleich gestimmter Seelen begleitet. In diesem Wohlklang wird die Kraft mit dem Zarten sich vermählen, was auf eine harmonische und ausgewogene Beziehung hindeutet. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass die beiden Personen in ihrem gemeinsamen Leben den Wohlklang gleich gestimmter Seelen finden und dass die Muse als Weiherin des Hauses sie fortwährend begleiten wird. Die Verbindung durch die Macht der Töne und das ewig Schöne wird als Grundlage für eine harmonische und ausgewogene Beziehung dargestellt, in der die Kraft mit dem Zarten sich vermählen wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Bleibt Weiherin des Hauses fort und fort
- Personifikation
- Die Muse selbst, die göttliche Kamöne