Zur Hochzeit des Senators Gildemeister zu Bremen mit der Jungfrau Stolz zu Zürich

Max von Schenkendorf

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Schön′res Bild wird nicht gefunden, Süße Ruhe, stilles Glück, Und kein Wandrer mag erkunden Einen hellern Himmelsblick, Als der Kranz der grünen Hügel, Die sich um die Limmat reihn, Zürchersee, in deinem Spiegel Deiner Alpen Rosenschein.

Mildes Schwimmen, süßes Schweben, Stille wunderbare Fahrt, Alles Lieben, alles Leben Hat in dir sich offenbart. Blick, du wirst hinabgezogen In die tiefe, grüne Flut, Und ein Bild entsteigt den Wogen, Freiheit, unser höchstes Gut!

Ueber Alpen, über Seen, Was ein Wandrer sucht und preist, Waltet still und hehr dein Wehen, Wunderbarer, ew′ger Geist! Klänge schweigen, Farben bleichen Vor dem wunderbarsten Licht, Alle Bilder müssen weichen Vor dem Menschenangesicht.

Frag′ ihn drum, er hat′s erfahren, Jungfrau, der gereiste Mann, Als er in den Krieges-Jahren Zu des Vaters Wohnung kam. Zorn und Eifer in dem Herzen Für der deutschen Lande Glück, Fiel wie Schein von Altar-Kerzen Doch in ihn dein milder Blick.

Deiner Heimat fern entnommen, Bleibst du treu dem Weserthal; Aus der Heimat muß er kommen, Welcher wählt mit schneller Wahl Wieder nach der Heimat nehmen Will er das geliebte Pfand - Freies Zürich, freies Bremen, Preiset solch ein Liebesband!

Wenn des Krieges blut′gen Saaten Solche Blütenpracht entsprießt, Wenn der Mann für Wort und Thaten Solchen holden Lohn genießt, - Laut und fröhlich soll man preisen Dann den schnellen Liebespfeil, Und in wohlbekannten Weisen Sing′ ich diesem Bunde Heil.

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Illustration zu Zur Hochzeit des Senators Gildemeister zu Bremen mit der Jungfrau Stolz zu Zürich

Interpretation

Das Gedicht "Zur Hochzeit des Senators Gildemeister zu Bremen mit der Jungfrau Stolz zu Zürich" von Max von Schenkendorf ist ein Hochzeitsgedicht, das die Schönheit der Natur und die Idee der Freiheit als Grundlage der Liebe feiert. Das Gedicht beginnt mit einer Beschreibung der idyllischen Landschaft rund um den Zürcher See, die als Symbol für die Harmonie und das Glück der beiden Liebenden dient. Der Dichter betont die Ruhe und die Stille der Umgebung, die den idealen Rahmen für die Vereinigung der beiden Seelen bildet. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Idee der Freiheit als höchstes Gut und als Grundlage der Liebe thematisiert. Der Dichter beschreibt, wie der Mann, der aus dem Krieg zurückgekehrt ist, in den Augen der Frau einen Spiegel der Freiheit und des Friedens findet. Diese Begegnung wird als ein Wunder beschrieben, das alle anderen Schönheiten übertrifft. Die Freiheit wird als ein ewiger Geist dargestellt, der über Alpen und Seen waltet und alle anderen Klänge und Farben in den Schatten stellt. Im letzten Teil des Gedichts wird die Verbindung zwischen den beiden Liebenden als Ausdruck der Freiheit und der Verbundenheit mit der Heimat gefeiert. Der Dichter betont, dass die Liebe zwischen den beiden aus den "blutigen Saaten" des Krieges erwachsen ist und dass der Mann für seine Taten und Worte einen "holden Lohn" in Form der Liebe der Frau erhalten hat. Das Gedicht endet mit einem Lobgesang auf die Liebe und die Freiheit, die in der Vereinigung der beiden Liebenden ihren Ausdruck finden.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Mildes Schwimmen, süßes Schweben, Stille wunderbare Fahrt
Bildlichkeit
Schön'res Bild wird nicht gefunden, Süße Ruhe, stilles Glück, Und kein Wandrer mag erkunden Einen hellern Himmelsblick
Hyperbel
Alle Bilder müssen weichen Vor dem Menschenangesicht
Metapher
Zorn und Eifer in dem Herzen Für der deutschen Lande Glück, Fiel wie Schein von Altar-Kerzen Doch in ihn dein milder Blick
Personifikation
Waltet still und hehr dein Wehen, Wunderbarer, ew'er Geist!
Symbolik
Freiheit, unser höchstes Gut