Zum Neujahr
1867Mit einem Taschenkalender
An tausend Wünsche, federleicht, Wird sich kein Gott noch Engel kehren, Ja, wenn es so viel Flüche wären, Dem Teufel wären sie zu seicht. Doch wenn ein Freund in Lieb und Treu Dem andern den Kalender segnet, So steht ein guter Geist dabei. Du denkst an mich, was Liebes dir begegnet, Ob dir’s auch ohne das beschieden sei.
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Interpretation
Das Gedicht "Zum Neujahr" von Eduard Mörike beschreibt die Bedeutung eines Taschenkalenders als Geschenk zwischen Freunden. Der Dichter beginnt mit einer humorvollen Übertreibung, indem er behauptet, dass selbst tausend leichte Wünsche nicht einmal die Aufmerksamkeit eines Gottes oder Engels erregen würden. Er spielt mit der Idee, dass selbst tausend Flüche für den Teufel zu unbedeutend wären. Im zweiten Teil des Gedichts wendet sich Mörike der eigentlichen Botschaft zu. Wenn ein Freund einem anderen einen Kalender schenkt, steht ein guter Geist dabei. Der Kalender symbolisiert die Verbindung und das Gedenken zwischen den Freunden. Der Beschenkte denkt an den Schenkenden, wenn ihm etwas Liebenswertes widerfährt, auch wenn es ohne den Kalender genauso geschehen wäre. Das Geschenk dient als Erinnerung an die Freundschaft und die Verbundenheit zwischen den beiden. Mörikes Gedicht vermittelt eine warme und herzliche Stimmung. Es betont die Bedeutung kleiner Gesten und Symbole in zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Taschenkalender wird zum Symbol für die Freundschaft und das gegenseitige Gedenken. Obwohl die Wünsche und Flüche als übertrieben dargestellt werden, liegt der eigentliche Wert des Geschenks in der emotionalen Verbindung, die es repräsentiert. Das Gedicht lädt den Leser ein, über die Bedeutung von Freundschaft und kleinen Aufmerksamkeiten im Leben nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Kein Gott noch Engel kehren
- Bildsprache
- Doch wenn ein Freund in Lieb und Treu Dem andern den Kalender segnet, So steht ein guter Geist dabei
- Hyperbel
- An tausend Wünsche
- Kontrast
- Ja, wenn es so viel Flüche wären, Dem Teufel wären sie zu seicht
- Metapher
- An tausend Wünsche, federleicht
- Personifikation
- Dem Teufel wären sie zu seicht