Zum neuen Jahr

Johann Wolfgang von Goethe

1769

Zwischen dem Alten, Zwischen dem Neuen Hier uns zu freuen, Schenkt uns das Glück, Und das Vergangne Heißt mit Vertrauen Vorwärts zu schauen, Schauen zurück.

Stunden der Plage, Leider, sie scheiden Treue von Leiden, Liebe von Lust; Bessere Tage Sammlen uns wieder, Heitere Lieder Stärken die Brust.

Leiden und Freuden, Jener verschwundnen, Sind die Verbundnen Fröhlich gedenk. O des Geschickes Seltsamer Windung! Alte Verbindung, Neues Geschenk!

Dankt es dem regen, Wogenden Glücke, Dankt dem Geschicke Männiglich Gut; Freut euch des Wechsels Heiterer Triebe, Offener Liebe, Heimlicher Glut!

Andere schauen Deckende Falten Über dem Alten Traurig und scheu: Aber uns leuchtet Freundliche Treue; Sehet, das Neue Findet uns neu.

So wie im Tanze Bald sich verschwindet, Wieder sich findet Liebendes Paar: So durch des Lebens Wirrende Beugung Führe die Neigung Uns in das Jahr!

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Interpretation

Das Gedicht "Zum neuen Jahr" von Johann Wolfgang von Goethe thematisiert den Übergang vom Alten zum Neuen und ermutigt dazu, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Es betont die Verbundenheit von Vergangenheit und Zukunft sowie die Bedeutung von Dankbarkeit und Offenheit für Veränderungen. Im ersten Teil des Gedichts fordert Goethe dazu auf, zwischen Altem und Neuem zu feiern und dankbar für das Vergangene zu sein. Er ermutigt dazu, mit Vertrauen nach vorne zu schauen, aber auch zurückzublicken. Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Höhen und Tiefen des Lebens, den Stunden der Plage, die treue von leidenden und liebe von Lust trennen. Doch bessere Tage sammeln uns wieder und heitere Lieder stärken die Brust. Im dritten Teil reflektiert Goethe über das seltsame Schicksal und die Verbindung von Altem und Neuem. Er dankt dem regen Glück und dem Geschick und ermutigt dazu, sich über den Wechsel heiterer Triebe zu freuen. Der letzte Teil des Gedichts beschreibt, wie andere traurig und scheu auf das Alte blicken, aber uns die freundliche Treue leuchtet. Das Neue findet uns neu und führt uns durch das Leben in das neue Jahr.

Schlüsselwörter

schauen zwischen alten treue leiden liebe dankt findet

Wortwolke

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Stilmittel

kontrast
Andern schauen Deckende Falten Über dem Alten Traurig und scheu: Aber uns leuchtet Freundliche Treue
metapher
So wie im Tanze Bald sich verschwindet, Wieder sich findet Liebende Paar
parallelismus
Freut euch des Wechsels Heiterer Triebe, Offener Liebe, Heimlicher Glut
symbolik
Sehet, das Neue Findet uns neu