Zum Neuen Jahr
1838Wie heimlicher Weise Ein Engelein leise Mit rosigen Füßen Die Erde betritt, So nahte der Morgen. Jauchzt ihm, ihr Frommen, Ein heilig Willkommen, Ein heilig Willkommen! Herz, jauchze du mit!
In Ihm sei’s begonnen, Der Monde und Sonnen An blauen Gezelten Des Himmels bewegt. Du, Vater, du rate! Lenke du und wende! Herr, dir in die Hände Sei Anfang und Ende, Sei alles gelegt!
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Interpretation
Das Gedicht "Zum Neuen Jahr" von Eduard Mörike ist ein lyrischer Text, der den Beginn des neuen Jahres als heiliges Ereignis feiert. Das Gedicht beginnt mit einer Bildsprache, die den Morgen als ein Engel beschreibt, der leise und heimlich mit rosigen Füßen die Erde betritt. Dies vermittelt eine Atmosphäre von Sanftheit und Reinheit, die den Neuanfang symbolisiert. Der zweite Teil des Gedichts richtet sich an die Frommen, die dem Morgen einen heiligen Willkommen entgegenbringen sollen. Das Herz des lyrischen Ichs wird aufgefordert, mitzujauchzen und sich an diesem Jubel zu beteiligen. Das Gedicht betont die Bedeutung des neuen Jahres als Beginn eines neuen Zyklus der Monde und Sonnen, die sich an den blauen Zelten des Himmels bewegen. Dies unterstreicht die göttliche Ordnung und den ewigen Lauf der Zeit. Im letzten Teil des Gedichts wendet sich das lyrische Ich an den Vater, der als lenkende und wendende Kraft angerufen wird. Der Vater wird gebeten, Anfang und Ende in seine Hände zu legen und alles zu regeln. Dies verdeutlicht die Abhängigkeit des Menschen von einer höheren Macht und die Hoffnung auf Führung und Schutz im neuen Jahr. Das Gedicht schließt mit der Bitte, dass alles in die Hände des Herrn gelegt werden soll, was eine tiefe spirituelle Verbundenheit und Vertrauen ausdrückt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wie heimlicher Weise
- Anapher
- Ein heilig Willkommen, Ein heilig Willkommen
- Apostrophe
- Jauchzt ihm, ihr Frommen, Herz, jauchze du mit!
- Hyperbel
- Sei Anfang und Ende, Sei alles gelegt
- Metapher
- Ein Engelein leise Mit rosigen Füßen Die Erde betritt
- Personifikation
- Der Monde und Sonnen An blauen Gezelten Des Himmels bewegt