Zum ersten April anonym an Felix
unknownIst′s wahr, was man an allen Orten Sich schon erzählt, mit scheuen Worten? »Frau Dahn hat einst zur Vollmondnacht Ein heidnisch Zauberwerk vollbracht: Ein Goldflechtwerk, reich ausgeschlagen Mit gelber Seide und getragen Von hohem Henkel, der die Last Der Seidenfalten kaum umfaßt. Die bauschen sich in weiten Bogen Von rothen Schnüren zugezogen: Ein Wunderkörbchen muß es sein: Es trägt ihr täglich Gutes ein. So oft sie′s aufthut, liegt darin, Was immer ihr erfreut den Sinn: Bald ist es Gold, bald Liedeswort, - Genug, es wundert immerfort.« - Ich bin Dir gut schon manches Jahr, Du wetterfestes Ehepar, Drum wünsch′ ich Frau Theresen auch Des Wunderkörbchens stäten Brauch.
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Interpretation
Das Gedicht "Zum ersten April anonym an Felix" von Felix Dahn handelt von einem Gerücht, das sich an verschiedenen Orten verbreitet hat. Es wird erzählt, dass Frau Dahn in einer Vollmondnacht ein heidnisches Zauberwerk vollbracht hat. Sie soll ein kunstvoll geflochtenes Goldkörbchen geschaffen haben, das mit gelber Seide verziert und von einem hohen Henkel getragen wird. Dieses Wunderkörbchen soll ihr täglich Gutes bringen und ihr stets Freude bereiten, sei es in Form von Gold oder Liedesworten. Der Verfasser des Gedichts, der anonym bleiben möchte, wendet sich an Felix Dahn und äußert seinen Wunsch, dass Frau Theresen, vermutlich die Ehefrau von Felix Dahn, ebenfalls in den Genuss dieses Wunderkörbchens kommen möge. Er betont, dass er Felix Dahn schon seit vielen Jahren wohlgesonnen ist und sie ein wetterfestes Ehepaar sind. Mit diesem humorvollen und liebevollen Aprilscherz möchte er seiner Zuneigung und Wertschätzung Ausdruck verleihen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Ein Wunderkörbchen muß es sein: Es trägt ihr täglich Gutes ein
- Ironie
- Ich bin Dir gut schon manches Jahr, Du wetterfestes Ehepar
- Metapher
- Ein Goldflechtwerk, reich ausgeschlagen Mit gelber Seide und getragen
- Personifikation
- Die bauschen sich in weiten Bogen Von rothen Schnüren zugezogen