Zum 17. Januar

Wilhelm Hauff

1802

(An Grüneisen)

Dich benedeit mein Lied, du freudenvolle Sonne, Dich preise ich anjetzt, o Tag voll Glück und Wonne, An dem mein Ohm, der Herr Oberregierungsrat Grüneisen, diese Welt als kleines Kind betrat.

Sein Nam ist wunderlich und doch voll tiefem Wesen, Als hätte man Grüneisen just für ihn erlesen; Denn grün bedeutet frisch, als wie ein grüner Baum, Der lustig blüht und sproßt an eines Baches Saum;

Und Eisen, das ist stark, ganz über alle Maßen (Man kann daraus Geschirr und Öfen gießen lassen). Es dauert ewig fort, noch ewiger als Stein, Drum muß in deinem Namen auch das Eisen sein.

Ein Eisen, grün und frisch, wie schöne Eichensprossen, Ein grüner Stamm, so fest, als wie aus Erz gegossen: Das ist das rechte Bild für einen weisen Mann, Der unter Schmerzen noch so heiter lächeln kann!

Doch bleibt ihr Schmerzen fern, euch wollt ich gar nicht loben, Man braucht euch auch nicht hier, um seine Kraft zu proben Denn noch weit fröhlicher scherzt ohne euch sein Mund, Drum bleib er jetzt und noch viel Jahre lang gesund!

So grün′ und blühe fort, gußeiserner Grüneisen! Mögst dich, du grüner Stamm, wie Stahl und Erz erweisen. Der Herr behüte dich und segne deinen Lauf! Dies sind die Wünsche deines Neffen Wilhelm Hauff.

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Illustration zu Zum 17. Januar

Interpretation

Das Gedicht "Zum 17. Januar" von Wilhelm Hauff ist ein Geburtstagsgedicht an den Neffen des Autors, Grüneisen, der an diesem Tag geboren wurde. Der Dichter preist den Tag als einen voller Glück und Freude und würdigt die Person des Grüneisen, indem er seinen Namen tiefgründig interpretiert. Hauff verbindet die Bestandteile des Namens, "Grün" und "Eisen", mit positiven Eigenschaften wie Frische, Stärke und Beständigkeit. In den folgenden Strophen vertieft Hauff die Bedeutung des Namens, indem er "Grün" mit einem frischen, blühenden Baum und "Eisen" mit Stärke und Langlebigkeit assoziiert. Er schafft ein metaphorisches Bild eines weisen Mannes, der wie ein grüner, fester Eichenspross ist, der auch unter Schmerzen heiter lächeln kann. Der Dichter wünscht seinem Neffen Gesundheit und ein langes Leben, in dem er ohne Schmerzen fröhlich und scherzend bleiben kann. Das Gedicht endet mit einem Segen und guten Wünschen für die Zukunft. Hauff bittet den Herrn, Grüneisen zu behüten und seinen Lebensweg zu segnen. Der Autor unterstreicht seine Zuneigung und Wertschätzung für seinen Neffen durch die Verwendung von positiven und lebensbejahenden Bildern, die Stärke, Wachstum und Beständigkeit symbolisieren.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
grün und frisch, wie schöne Eichensprossen
Anapher
Ein Eisen, grün und frisch, wie schöne Eichensprossen, Ein grüner Stamm, so fest, als wie aus Erz gegossen
Apostrophe
So grün′ und blühe fort, gußeiserner Grüneisen!
Bildhaftigkeit
Denn grün bedeutet frisch, als wie ein grüner Baum, Der lustig blüht und sproßt an eines Baches Saum
Direkte Anrede
Der Herr behüte dich und segne deinen Lauf!
Metapher
Dich benedeit mein Lied, du freudenvolle Sonne
Personifikation
An dem mein Ohm, der Herr Oberregierungsrat Grüneisen, diese Welt als kleines Kind betrat
Reimschema
AABB
Vergleich
Ein grüner Stamm, so fest, als wie aus Erz gegossen
Wunschform
Mögst dich, du grüner Stamm, wie Stahl und Erz erweisen