Zu zweien

Margarete Beutler

1911

Schimmernde Flügel bewegen die dunkelnden Wasser, fliehen und suchen und sinken und heben sich wieder; leise verzittern die Wellen in schwingenden Kreisen, und an dem schwebenden Weidengefieder zuckt bläulich schmal die Libelle.

Wie es so fürstlich sich schweigt in den schwankenden Schatten tiefer Gedanken, gestaltender Träume zu zweien, wenn in der Feierlichkeit der gesegneten Stunde Fernes dem Geist sich enthüllt und die Seelen entzündet allem Geheimnis!

Aber derweilen, entrückt in olympische Zonen, wissen wir gar nicht, dass unsere zärtlichen Hände, müde der göttlichen Höhe, wie fröhliche Kinder, spielen das köstliche Spiel von Libelle und Wasser, suchend und fliehend.

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Interpretation

Das Gedicht "Zu zweien" von Margarete Beutler ist eine poetische Reflexion über die Intimität und Tiefe zweier Seelen, die sich in einem gemeinsamen Moment der Stille und des Nachdenkens befinden. Die ersten Strophen beschreiben eine ruhige, fast meditative Atmosphäre, in der sich die Gedanken und Träume der beiden Personen ineinander verflechten. Die Natur, dargestellt durch das Bild des Wassers und der Libelle, dient als Metapher für die Flüchtigkeit und das Auf und Ab der Emotionen. In der zweiten Strophe wird die Intensität dieses geteilten Moments betont. Die "Feierlichkeit der gesegneten Stunde" deutet auf eine heilige oder besondere Zeit hin, in der die beiden Personen in der Lage sind, sich auf einer tieferen Ebene zu verbinden. Die "Fernen", die sich dem Geist enthüllen, könnten als Erkenntnisse oder Einsichten interpretiert werden, die durch diese Verbindung möglich werden. Die "Seelen entzünden" symbolisiert die Leidenschaft und das Erwachen, das in solchen Momenten der Nähe entsteht. Die letzte Strophe bringt eine Wendung in das Gedicht. Während die beiden Personen in ihren Gedanken versunken sind, spielen ihre Hände unbewusst ein "köstliches Spiel" nach dem Vorbild der Libelle und des Wassers. Dies könnte als Metapher für die unbewussten, instinktiven Handlungen und Reaktionen verstanden werden, die in einer tiefen Verbindung zwischen zwei Menschen stattfinden. Das Spiel von "suchend und fliehend" könnte die Dynamik der Beziehung symbolisieren, in der sich die beiden Personen nähern und wieder voneinander entfernen, ähnlich wie die Libelle, die auf dem Wasser tanzt.

Schlüsselwörter

wasser libelle schimmernde flügel bewegen dunkelnden fliehen suchen

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Stilmittel

Alliteration
fliehen und suchen und sinken und heben sich wieder
Bildlichkeit
Schimmernde Flügel bewegen die dunkelnden Wasser
Hyperbel
entrückt in olympische Zonen
Kontrast
Aber derweilen, entrückt in olympische Zonen
Metapher
Wie es so fürstlich sich schweigt in den schwankenden Schatten
Personifikation
Fernes dem Geist sich enthüllt
Symbolik
Libelle und Wasser
Vergleich
wissen wir gar nicht, dass unsere zärtlichen Hände, müde der göttlichen Höhe, wie fröhliche Kinder