Zu viele Menschen, zu viele Straßen

Gerrit Engelke

1921

… denke so - daß du mit vielen Leuten Durch die Straßen gehst - Vor diesem Laden da stehst - Unter vielen, fremden Leuten -

Daß du im Alltagseinerlei In Menschenrudeln Durch die Straßenstrudel Dahingetrieben - - Immer an mir vorbei - -

… denke so - daß zu viele Menschen Durch die Straßen gehn - Daß die Straßen alle auseinander zweigen - Daß Wir uns nie im Abendschweigen In Einer Gasse wiedersehn.

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Illustration zu Zu viele Menschen, zu viele Straßen

Interpretation

Das Gedicht "Zu viele Menschen, zu viele Straßen" von Gerrit Engelke handelt von der Anonymität und der Entfremdung in der modernen Großstadt. Der Sprecher imaginiert sich selbst als eine Person, die durch die Straßen geht, umgeben von vielen Menschen, aber doch allein und fremd unter ihnen. Er fühlt sich in der Masse der Menschen verloren und treibt mit ihnen dahin, ohne eine wirkliche Verbindung zu ihnen zu haben. Der Titel des Gedichts unterstreicht diese Idee von Überfülle und Zersplitterung, die es unmöglich macht, sich in der Stadt zu finden oder wiederzusehen. Die Sprache des Gedichts ist einfach und direkt, aber auch sehr bildhaft. Engelke verwendet viele Wiederholungen und Reime, um die Monotonie und den Rhythmus des Stadtlebens zu betonen. Er setzt auch viele Gedankenstriche ein, um die Zerrissenheit und Unsicherheit des Sprechers auszudrücken. Das Gedicht hat keinen regelmäßigen Versmaß oder Reimschema, sondern folgt eher dem freien Fluss der Gedanken. Das Gedicht vermittelt eine pessimistische und melancholische Stimmung, die die Entfremdung und Isolation des modernen Menschen in der Großstadt widerspiegelt. Engelke kritisiert die Entfremdung und die Verarmung der menschlichen Beziehungen in der modernen Gesellschaft. Er zeigt, wie die Menschen durch die Massenproduktion und die Industrialisierung zu anonymen Objekten geworden sind, die sich nicht mehr erkennen oder verstehen können. Das Gedicht ist ein Ausdruck der Verzweiflung und der Sehnsucht nach einer menschlicheren und natürlicheren Welt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
denke so - daß du mit vielen Leuten
Anapher
denke so - daß du mit vielen Leuten
Binnenreim
Straßenstrudel
Enjambement
Daß du im Alltagseinerlei In Menschenrudeln
Gedankenstrich
Dahingetrieben - -
Metapher
Straßenstrudel
Personifikation
Straßen auseinander zweigen
Wiederholung
Straßen