Zu späte Reue

Julius Karl Reinhold Sturm

1816

Da geht er wieder, der bleiche Knabe, Dem ich die Treue gebrochen habe; Und trägt noch immer, ob es auch bleichte, Am Hut das Röslein, das ich ihm reichte. Weh’, daß ich Schätze um Liebe tauschte, Mit eitlem Flimmer mein Herz berauschte! Was ist von allem mir treu geblieben, Als sein verschmähtes, verkanntes Lieben.

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Interpretation

Das Gedicht "Zu späte Reue" von Julius Karl Reinhold Sturm handelt von einer Person, die sich ihrer früheren Untreue bewusst wird und tiefe Reue empfindet. Der "bleiche Knabe" symbolisiert einen ehemaligen Geliebten, dem die Sprecherin die Treue gebrochen hat. Das "Röslein", das er noch immer am Hut trägt, obwohl es verblasst ist, steht für die vergangene Liebe und die Erinnerung an die gemeinsame Zeit. Die Sprecherin bedauert, dass sie materielle Schätze gegen die Liebe eingetauscht und sich von eitlen Vergnügungen betören ließ. Die zweite Strophe verdeutlicht die Konsequenzen dieser Entscheidung. Die Sprecherin fragt sich, was von all dem, was sie einst hatte, ihr treu geblieben ist. Die Antwort ist bitter: nur die unerwiderte und verkannte Liebe des "bleichen Knaben" ist ihr geblieben. Dies unterstreicht die Tragik der Situation, da die Sprecherin erkennt, dass sie das Einzige verloren hat, was von echtem Wert war, nämlich die wahre Liebe. Das Gedicht ist ein klassisches Beispiel für die Romantik, in der die Themen Sehnsucht, Reue und die Vergänglichkeit der Liebe eine zentrale Rolle spielen. Die Sprecherin erkennt zu spät, dass sie einen kostbaren Schatz in Form der Liebe verspielt hat und nun mit den Konsequenzen ihrer Entscheidung leben muss. Die Verwendung von Naturbildern wie dem "Röslein" und der "bleichten" Farbe verstärkt die emotionale Wirkung des Gedichts und unterstreicht die Vergänglichkeit der Liebe und der Jugend.

Schlüsselwörter

geht bleiche knabe treue gebrochen habe trägt bleichte

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Da geht er wieder, der bleiche Knabe
Ironie
Was ist von allem mir treu geblieben, Als sein verschmähtes, verkanntes Lieben
Kontrast
Weh', daß ich Schätze um Liebe tauschte
Metapher
Mit eitlem Flimmer mein Herz berauschte
Personifikation
Da geht er wieder, der bleiche Knabe
Symbolik
Das Röslein, das ich ihm reichte