Zu Klaus Groths 70. Geburtstag

Heinrich Seidel

1864

Modersprak, wo schön du büst - Keiner hett das ahnt und wüsst Bet Klaus Groth - dei fünn’ den Ton - Geew’ em Gott den richt’gen Lohn!

Ja, nun löppt dei niege Born Un is ümmer gröter word’n, As en Strom geht hei sin’n Gang Mit veel Grabenwater mang.

Un so klor füng hei doch an: An den Quickborn willn wi gahn, Wo hei ut dei Heid’ upspringt Und sin’ säuten Leire singt:

As dei Lewark äwer’t Kurn, As dei Iritsch in den Durn, As dei Baukfink in dat Grön, As dei Nachtigal so schön!

Und wo speigelt hei dei Welt, Wisch un Gorden, Holt un Feld. Hus un Hof un Heid’ un Muur, Grad so schön as in Natur!

Ja, wi seggen schönen Dank, Fleiten soll dei Born noch lang! Uns’ Klaus Groth sall lang’ noch leb’n Un uns niege Leire geb’n.

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Illustration zu Zu Klaus Groths 70. Geburtstag

Interpretation

Das Gedicht "Zu Klaus Groths 70. Geburtstag" von Heinrich Seidel ist eine Hommage an den norddeutschen Dichter Klaus Groth. Seidel feiert Groths Werk und seinen Beitrag zur plattdeutschen Sprache und Kultur. Das Gedicht beginnt mit einer Anerkennung von Groths Talent, die richtige Sprache und den richtigen Ton gefunden zu haben, und wünscht ihm dafür göttlichen Lohn. Im zweiten Teil des Gedichts beschreibt Seidel das Wachstum von Groths Werk, das er mit einem Bach vergleicht, der sich zu einem Strom entwickelt. Dieser Strom fließt durch verschiedene Landschaften und spiegelt die Schönheit der Natur wider. Groths Werk wird als klar und rein dargestellt, das aus der Heide entspringt und die süßen Lieder der Vögel singt. Im letzten Teil des Gedichts betont Seidel die Bedeutung von Groths Werk für die Bewahrung und Weiterentwicklung der plattdeutschen Sprache. Er wünscht Groth ein langes Leben und hofft, dass er noch viele neue Lieder schreiben wird. Das Gedicht endet mit einem Ausdruck der Dankbarkeit für Groths Beitrag zur plattdeutschen Kultur und Sprache.

Schlüsselwörter

dei hei schön klaus groth niege born sin

Wortwolke

Wortwolke zu Zu Klaus Groths 70. Geburtstag

Stilmittel

Alliteration
Modersprak, wo schön du büst
Apostrophe
Uns' Klaus Groth sall lang' noch leb'n
Metapher
Grad so schön as in Natur
Personifikation
Fleiten soll dei Born noch lang
Wunsch
Un uns niege Leire geb'n