Zergangen ist mein Herzeweh...
1377Zergangen ist mein Herzeweh seit daß nun fließen will der Schnee von Seiser Alm und Flagg. Erwachet sind die Erden Dünste, es mehren sich die Wasserrünste von Kastelruh in Eissack. Das will mir wohl behagen. Ich hör die Vögleine groß und klein In meinem Wald am Hauenstein.
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Interpretation
Das Gedicht "Zergangen ist mein Herzeweh" von Oswald von Wolkenstein beschreibt die Freude des lyrischen Ichs über den Frühling und das Erwachen der Natur. Die Trauer, symbolisiert durch das "Herzeweh", ist verflogen, und die Schneeschmelze an der Seiser Alm und Flagg markiert den Übergang von Winter zu Frühling. Die Erde erwacht mit aufsteigenden Dünsten, und die Wasserrünste nehmen zu, was auf das Tauwetter und das Erwachen der Natur hinweist. Die Erwähnung von Kastelruh in Eissack verortet das Gedicht in einer spezifischen Landschaft, die für den Autor von Bedeutung ist. Die positive Stimmung wird durch den Ausdruck "Das will mir wohl behagen" unterstrichen, der die Zufriedenheit des lyrischen Ichs mit dem saisonalen Wandel zum Ausdruck bringt. Die Freude über das Erwachen der Natur wird durch das Hören der Vögel im Wald am Hauenstein verstärkt, was eine harmonische Verbindung zwischen dem lyrischen Ich und der natürlichen Umgebung schafft. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und die Erleichterung über das Ende der Trauer. Der Frühling wird als Zeit der Erneuerung und des Neubeginns gefeiert, was sich sowohl in der äußeren Natur als auch im inneren Zustand des lyrischen Ichs widerspiegelt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- vom Seiser Alm und Flagg
- Bildsprache
- von Kastelruh in Eissack
- Kontrast
- Die Erde erwacht, während das Herzweh vergeht
- Metapher
- Zergangen ist mein Herzeweh
- Personifikation
- Erwachet sind die Erden Dünste